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Herbst 2015

Munich Quality

Das Beste in München

EI N K AUFEN � ESSEN UND TR I N K EN � WOHNEN � ENTDECKEN � WOHLFÜH LEN

StiefelLiebe

Die besten Italienischen Restaurants

Mode-Macher

Welcher Designer entwirft für wen

Schoko-Trumpf Münchens feinste Chocolatiers

Grün-Anlage

Das Buschhaus im Arabellapark


PROGRAMM 2015. HIGHLIGHTS.

bmw-welt.com

OKTOBER. NATIONAL GEOGRAPHIC PRÄSENTIERT: 100 TAGE TIBET // BMW WELT 2011 begleitete der Fotograf York Hovest den Dalai Lama während seines Deutschlandbesuchs und gab ihm das Versprechen, sein Land zu porträtieren und der Welt zu zeigen. Nach einer einjährigen Vorbereitung machte sich York Hovest auf eine abenteuerliche Expedition: Hundert Tage war er in Tibet unterwegs. Seine atemberaubenden Bilder und Reiseberichte zeigt er live in der BMW Welt. // Beginn: 20.00 Uhr / Einlass Foyer: 19.00 Uhr

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NACHTS IM MUSEUM // BMW MUSEUM Kinder von 10 bis 13 Jahren packen Isomatten und Schlafsäcke ein und erleben ein spannendes Abenteuer im BMW Museum. Nach einem leckeren Abendessen, Kennenlern-Spiel und einer Schnitzeljagd durch die aktuelle MINI Sonderausstellung, darf jedes Kind einen eigenen MINI auf einer Postkarte verewigen und mit Grüßen aus dem Museum verschicken. Danach erwartet die Kinder ein lustiger Kinoabend und ein unvergessliches Erlebnis: eine Nacht im Schlafsack zwischen den Roadstern des BMW Museums. // 17.45 Uhr am 31.10. – 08.00 Uhr am 01.11.

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POETRY SLAM // BMW WELT Wettstreit der Worte und Dichter: Der Poetry Slam zeigt die ganze Bandbreite der aktuellen Literaturbewegung und präsentiert acht deutschsprachige Poeten im direkten Duell über drei Runden. Vorgetragen werden nur selbst geschriebene Texte, bewertet werden sowohl der Inhalt als auch die Art des Vortrags. Und wer könnte eine bessere Jury sein als das Publikum des Abends? // 19.30 – 23.00 Uhr

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MINI CLUB SERIES // BMW WELT Zum letzten Mal in diesem Jahr heißt es wieder „Good To See You“ bei der MINI Club Series. Diesmal mit dabei: H.O.S.H. und CHOPSTICK & JOHNJON. Neue Chance beim DJ-Contest: Mobilisiere deine Fans und mit etwas Glück bist du als Support Act dabei. Weitere Infos unter miniclubseries.com // 22.00 – 05.00 Uhr

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DAV-ALPINTAG // BMW WELT Unter dem Motto „Die ganze Welt des Bergsports mitten in der Stadt“ veranstalten die Alpenvereinssektionen München & Oberland mit ihren Partnern am 22. November ab 10.00 Uhr bereits zum dritten Mal den DAV-Alpintag in der BMW Welt. Bergsport-Experten geben Tipps und Infos zu zahlreichen Themen. Spannende Reiseberichte ergänzen das Programm. Für Praktiker gibt es Workshops u. a. in Lawinenkunde und zum Schnupperklettern, Mountainbiken und vieles mehr. Die Teams der DAV-Sektionen München & Oberland und des DAV Summit Clubs beraten zu ihrem Kurs- und Tourenprogramm und geben Tipps. Infos unter davplus.de/alpintag // ab 10.00 Uhr

DEZEMBER. 06

AUTOMOBILIA – TAUSCHBÖRSE FÜR AUTOLITERATUR UND EXKLUSIVE AUTOMODELLE // BMW WELT Die Automobilia-Börse wurde in den 70er-Jahren von Georg Amtmann ins Leben gerufen und ist seither eines der jährlichen Highlights für Sammler von seltener, antiquarischer Autoliteratur und exklusiven Automodellen. Seit 2012 ist sie unter der Leitung von Walter Zeichner zurück – und in diesem Jahr zum ersten Mal in der BMW Welt. // 10.00 – 15.00 Uhr

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E.O.F.T. IN DER BMW WELT // BMW WELT

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Superlative, inspirierende Abenteuerprojekte und authentische Porträts verschmelzen dabei zu einem abwechslungsreichen Kurzfilmprogramm. Die spektakulärsten Sport- und Abenteuerfilme der Jahreszeit warten auf Zuschauer! Aber nicht nur Action, die E.O.F.T. bietet auch spannende Geschichten rund um Outdoor- und Extremsport.

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BMW JUNIOR PROGRAMM FERIENPROGRAMM

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An den spannenden und vielseitigen Ferienworkshops können Kinder zwischen 7 und 14 Jahren von Montag bis Freitag zum Ferienpreis von 5,00 € teilnehmen. Reservierung unter: junior.programm@bmw.de // ab 10.15 Uhr

NOVEMBER. 06

BMW MOUNTAINS // BMW WELT

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decken Sie die BMW Mountains Partner Skiresorts und lassen Sie sich vom BMW Wintersport Engagement und den BMW Freeride-Aktivitäten begeistern oder testen Sie die aktuellen BMW xDrive Modelle auf dem xDrive Parcours. // 10.00 – 18.00 Uhr

bis Die BMW Welt holt pünktlich zum Saisonstart für Sie die Berge in die Stadt: Ent-

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KRIMIFESTIVAL MÜNCHEN // BMW WELT und Das Krimifestival München ist wieder zu Gast in der BMW Welt. Am Samstag: Thrillernacht mit Andrea Sawatzki, die ihren neuen Roman vorstellt. Am Sonntag: 15 Sebastian Fitzek mit seinem neuen Thriller „Das Joshua-Profil“. // Kartenreservierung unter: krimifestival@t-online.de // am 14.11. um 20.00 Uhr / am 15.11. um 15.00 Uhr

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NACHT DER WEISSEN HANDSCHUHE // BMW MUSEUM Die legendäre Nacht der weißen Handschuhe ist weltweit einmalig: Besucher dürfen fast alle ausgestellten Fahrzeuge berühren. Ein unterhaltsames Rahmenprogramm rund um die „BMW 507 Designvarianten“ rundet die Nacht ab. // 19.00 – 24.00 Uhr

und Die „European Outdoor Film Tour“ macht Station in der BMW Welt. Sportliche

bis // BMW WELT / BMW MUSEUM

Dies ist eine Auswahl von Veranstaltungen in den Monaten Oktober, November und Dezember. Mehr Informationen zu weiteren Events sowie spannende Angebote finden Sie unter bmw-welt.com

Irrtümer und Änderungen bleiben vorbehalten. © BMW AG

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M U N ICH QUA LI T Y I M H E R B S T 2 0 15

Einkaufen 5 MQ-Tipp

Georg Jensen Schmuck – Uhren-Design

6 Schaufenster

Modisches für den Herbst

8 Fesch, fescher, High Fashion

Münchens Modemacher von heute

16 Münchner Meile

Odeonsplatz mit Umgebung

20 Die MQ Label-Serie

Ralph Lauren, Closed, Meindl

Essen & Trinken 24 MQ-Tipp

Bar Restaurant Theresa

25 Aperitif

Cochinchina, Kyma, Tian

26 Cucina Italiana

Die 10 besten Italiener

34 Küchenspion

Shane’s Restaurant

34

38 Die kleine Sünde

Edelpralinen frisch aus der Manufaktur

Wohnen 46 MQ-Tipp

Maisons Design Galerie

47 Entrée

Bar Elf, Stein11

48 Das Grüne Haus

38

Neue Architektur im Arabellapark

50 Wohnen mit Stil

Ausgewählte Immobilien

Entdecken

48

52 MQ-Tipp

Das große Udo-Jürgens-Musical

53 Momente

Kulturtipps für den Herbst

57 Hier leuchtet München wirklich

Die Kustmesse Highlights

Wohlfühlen

62

60 MQ-Tipp

Das neue Kempinski in Berchtesgaden

61 Aufwärmen

Pomade Shop, Mizu

62 Beauty-Kick zu Mittag

8

Vier schöne Innenstadt-Spas

66 Spielsalon

MQ verlost Restaurantgutschein, 5*-Hotel-Gutschein und Spa-Behandlung

57

66 Impressum Herbst 2015 MQ — 3


MÜNCHENS SCHNELL(ST)ES MÖBELHAUS

Heute bestellt – morgen geliefert CAIRO DESIGNSTORE MÜNCHEN Tal 30, 80331 München, Nähe Marienplatz und Isartor, www.cairo.de


Einkaufen

Georg Jensen

Maffeistraße 4 georgjensen.com

Der Ring in Traubenform aus der Moonlight Grapes Kollektion ist aus 18 Karat Roségold mit Diamanten in Brillantschilff, 2.925 €

Prinzessin Mary und ihr Mann, der dänische Thronfolger Frede­ rik, kamen kürzlich aus Kopen­ hagen in unsere kleine Stadt, um den deutschen Flagship-Store der dänischen Design-Tradi­ tionsmarke zu eröffnen, in dem der nordische Top-Architekt David Thulstrup metallene ArtDeco-Elemente und plas­tische Lichtinstallationen mit dunk­ len Holzwänden und sanften Oberflächen im Stil des skan­di­ navischen Minimalismus kom­

biniert hat. Im Zentrum des Raums steht ein Arbeitstisch für Silberschmiede, in den großen Glasvitrinen werden (für Geldbörsen jeder Größe) detailverliebte Armreife aus Sterling­ silber für 295 €, aufwen­ dig gearbeitete Ohr­ ringe aus 18 Karat Roségold mit Diaman­ ten in Brillantschliff für 1.675 € und Hals­ ringe aus 18 Karat Gelb­ gold mit Diamant-Anhän­ gern für knapp 16.000 € aus­gestellt. Die Kollek­

MQ Tipp

tionen des 1904 von MeisterSilberschmied Georg Jensen gegründeten Hauses, das in­ zwischen einer Investment­ gesellschaft aus dem Scheichtum Bahrein ge­ hört, umfassen neben Schmuck, Silberwaren und der stilvollen Home-Collection auch luxuriöse Uhren für Damen und Herren. Berühmt ist Jensens Weihnachts­ baumschmuck mit der 24karätigen Vergoldung.  — MKM Herbst 2015 MQ — 5


EINKAUFEN SC H A U F E N S T E R

Die Buddha to Buddha Bali Children Foundation unterstützen und gleichzeitig ein robustes Armband mit nobler Botschaft tragen? Dann führt der Weg in den EGB Store in der Maffeistraße 3, wo es die aktuelle Kollektion des Projekts gibt, wie dieses Band für 129 €

Absolut edel und praktisch zugleich ist der cognacfar­b ene Rucksack aus weichem Kalbsleder des amerikanischen Labels The Row. Dank ausreichend Volumen eignet sich das schmucke Accessoire auch für einen Ausflug nach Tirol. Bei Theresa, Preis: 3.700 Euro

Die Trachtenstrümpfe in traditionellen oberbayerischen Strickmustern stammen vom Schwabinger Kultladen Halfs, in diversen Schurwoll-Farben, ab ca. 179 €

Das polierte Edelstahl­ gehäuse des neuen „Calibre 18 Automatik Chronograph Glasbox“ von TAG Heuer misst elegante 39 mm. Trotz Rennsportdetails übt sich der Zeitmesser in Understatement bei 40 Stunden Gangreserve. 4.900 € in der Theatinerstraße 44

Für FashionMänner, die gerne mit Konventionen brechen: Spitzenhemd, 1.220 €, Rund­ halspulli, 395 €, und warm gefütterte Slipper für 795 € bilden zusammen einen Herbstlook in bester Gucci-Manier

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Hauterneuerung mit Fruchtsäuren, Granatapfel- und Kürbisenzymen für die Anwendung zu Hause: „Glowskin Triple Peel Treatment“ vom Münchner DermaSpezialisten Dr. Duve für 75 € (75 ml)

Ein bisschen Hippie, ein bisschen Country – die halbhohen WildlederStiefeletten der Französin Isabel Marant passen nicht nur zu wadenlangen Wallekleidern sondern auch zu Denim und Lederhosen. Bei stylebop.com, Preis: 370 €

Stone Island produzierte für Lodenfrey eine Herrenjacke aus „Original Tiroler Loden“ mit Pelzbesatz im Military Stil. Das PrimaLoft-Modell ist wasserabweisend, atmungsaktiv und ultraleicht. Exklusiv bei Lodenfrey. Preis: 999 Euro


Mit dem kuschelweichen Baby-Jogger in knalligem BayernRot laufen schon die kleinsten FußballFans zur Höchstform auf. Angelehnt an die Optik der neuen Trikots gibt es das Set für ca. 45 € im offiziellen Fan-Shop

Mit nicht mal 57 mm Gehäuse­ tiefe macht sich die „Stylus 1s“ von Olympus beim Transport schön schlank, aber in Aktion richtig dicke Fotos. Dank der höchsten Bildleistung unter den kompakten Digitalkameras in ihrer Klasse. Z. B. bei Premiumhändlern wie Sauter, Wilhelm oder Veihl, ca. 499 €

Der perfekte Kinderfußbegleiter für nasskalte Herbsttage in München: Chic, warm und natürlich hält der „Giboulee“-Gummistiefel von Aigle nicht nur dicht, wenn es um große Geheimnisse und Schatzsuchen geht. Für 32 € bei Schuh Seidl

Die Kette von „Lumisha“ (attraktiv zu Dirndl wie Jeans) besteht aus je einem Strang Süßwasserperlen, Amethyst und Kristall. Der Hirschhorn-Anhänger ist mit einer Hirschkopfplakette verziert. Für 99 Euro bei Ludwig Beck

Ein fließender Übergang und gelun­ gener Materialmix bei Marc O’Polo: Die leicht glänzende Culotte harmoniert perfekt mit Volantbluse und extra­l anger Weste in Fell­o ptik. Bei Marc O’Polo und Ober­ pollinger

Die blaue Trachtenjacke „Marie“ der Münchner Manufaktur ist nicht nur zur Wiesnzeit ein fesches Muss. Das kurzgeschnitte­ ne Modell aus Wolltweed mit Details aus Samt und Loden wertet Jeans­ looks herbstlich auf. Erhältlich bei „Apropos“ – The Concept Store, Preis 599 Euro

Wer sich nach dem herbstlichen Biergartenbesuch kraft- und orientierungslos fühlt, der sattelt um aufs „Elite Hybrid HPC SL 29“ von Cube. In diesem supersportlichen Mountainbike steckt die brandneue E-Bike-, Naviund Bordcomputertechnik „Nyon“ von Bosch. Bei Sport Saller für 3.999 €

Vom Münchner Haferlschuhund Lederpapst Schuh-Bertl stammen diese all­tags­taug­l­ichen „Zwieg’naht’n“ aus Juchtenleder. Bei Manu­factum kosten sie 240 €


Holy Ghost (diese Seite) identifiziert sei­ nen Stil mit urbanen, energetischen Frauen. Clemens en August (r.) beschwört das un­ vergänglich Stilvolle

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Fesch, fescher, High Fashion Einer wie Moshammer ist lang schon Geschichte. Münchens

Modemacher von heute üben ihren persönlichen Stil aus, ohne allzu laut zu trommeln. Matthias Koth-Markgraf unternahm für MQ einen Rundgang durch ausgewählte Ateliers und Showrooms ganz unterschiedlicher Modewelten.


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E

s kommt einem so vor, als sei es ewig her, dass in München spinnerte Modezaren wie ein Rudolph Moshammer oder ein latent selbstherrlicher Michael Cromer die Geister der Modewelt schieden. Heutzutage begegnet man ausschließlich angenehm sympathischen, fast unauffälligen Menschen, wenn man Münchens Modedesigner besucht und mit ihnen spricht. Die Erfahrung, die sie alle gemacht haben, macht den Verzicht auf die ganz großen Gesten verständlich: Selbstläufer gibt es nicht – und ob eine neue Kollektion von der Kundschaft angenommen wird, weiß man im Vorfeld nie.

Talbot Runhof

Johnny Talbot und Adrian Runhof bilden im Münchner Modekosmos auf bestimmte Weise einen Superlativ. Ihr Designspektrum schwebt zwischen künstlerischer Freiheit, mathematischer Präzision und purer femininer Eleganz. Mit ihren Abend- und Cocktailkleidern avancierten sie zu gefeierten Stars der Modeszene, inzwischen haben sie ihr Repertoire auf Komplett-Looks inklusive Schuhe und Taschen erweitert. Dabei basiert all das vor allem auf glücklicher Fügung: Designer Johnny ist studierter Elektroingenieur, war Programmierer für die US-Regierung, siedelte nach München über und gründete 2000 nach einer wohl mehr als inspirierenden Begegnung mit dem Betriebswirt und Modeunternehmer Adrian die CoutureMarke. Inzwischen sind beide Anfang 50 und überzeugen auf dem Markt mehr denn je mit futuristischen Materialien, gezielt eingesetzter Transparenz 10 — MQ Herbst 2015

und federleichten Formen. Die optimale Bühne dafür haben sie unlängst in ihrer Münchner Flagship Boutique geschaffen. Im Preysing Palais entstand ein Spannungsfeld aus Spätbarock und Moderne, eine Synthese von Opulenz und Klarheit. Mode und ihre Präsentation ist eben immer auch eine philosophische Frage.

Antonia Zander

Antonia Zander bekam von ihrer Mutter das eigene Label gewissermaßen schon in die Wiege gelegt, denn als die Kaschmir-Marke 1980 gegründet wurde, war Antonia gerade mal vier Jahre alt. Nach dem Modestudium arbeitete sie zunächst bei einigen Topdesignern an aufwändigen Abendkleidern, bevor sie 2005 das Familienbusiness „Antonia Zan­ der Cashmere“ samt der Produktion in Italien übernahm. So konnte sie von Beginn an mit exzellenten Garnher­stellern wie Loro Piana oder Cariaggi arbeiten und sich voll auf das Design konzentrieren. „Ein ganz wichtiges Argu­ ment für das Interesse an ei­ nem Label sind die sogenann­ ten Signature Pieces“, sagt Antonia. Das sind Artikel, die so gut angenommen und mit ihrem Designer assoziiert werden, dass sie fortan immer wieder in veränderten Farben oder Details in allen neuen Kollektionen auftauchen. Antonia gelang das mit einem Dreieckstuch

TA L B OT R U N H O F

Theatinerstraße 27 talbotrunhof.com A N TO N I A ZANDER

erhältlich u.a. bei Mohrmann, Apropos, Pool antoniazander.de ALLUDE

erhältlich u.a. bei Daniels und Krug alludecashmere.com

„Es ist eine große Anerkennung, im offiziellen Kalender der Pariser Modewoche einen festen Platz zu haben“ Andrea Karg

mit Fransen, das wie ein Poncho getragen wird. „Gerade für mich als ganz kleinem Label ist es Gold wert, solch einem Stück zugeordnet zu werden.“ Für zwei Saisonen sammelt sie das ganze Jahr über Ideen in Form von Fotos, Notizen, Erinnerungen, die sie dann an abgeschiedenen Orten im bayerischen Oberland in Dutzende von Entwürfen umsetzt. Umso schöner, wenn die Kunden dann begeistert sind, so wie von den bunten Ethno- und Hippiemustern, die sie jetzt dann bald in die Läden schicken wird. Beim Versand packt die Designerin natürlich selbst mit an: „Schließlich steht überall mein Name drauf. Ich muss mich darum kümmern, dass die Qualität von vorne bis hinten stimmt. Ganz gleich, ob meine Mode hier in München, in St. Tropez oder auf St. Barth verkauft wird.“ Bis dorthin haben es Antonias Kreationen nämlich bereits geschafft.

Andrea Karg

Die Qualitätserwartung der internationalen Designerkundschaft ist besonders hoch, wenn mit kostbarem und sensiblem Material gearbeitet wird. Das weiß auch Andrea Karg, deren Label „Allude“ Mode aus wert­ vollem Kaschmirgarn etabliert hat: „Mein erster Entwurf war vor über 20 Jahren ein femi­ niner, taillierter Pullover mit V-Ausschnitt, den es in 15 ver­ schiedenen Farben gab. Heute ist dieses Perfect Piece immer noch eine Ikone bei Allude – und es gibt ihn in 50 unterschied­ lichen Farben.“ Im Oktober zeigt Karg nun schon zum achten Mal ihre Kollektion in Paris. „Es ist eine große Anerkennung, im offiziel­ len Kalender der Pariser Mode­ woche einen festen Platz zu ha­ ben, eine wichtige Plattform →


Das Zusammentreffen der Herren Talbot und Runhof war ein Glücksfall für Münchens Modekosmos

Allude-Designerin Andrea Karg hat sich auch in Paris einen guten Namen gemacht

Mit Kasch­ mir begann Antonia Zanders Erfolgsgeschichte. Trotz­ dem ist jede neue Kollek­ tion wie eine Prüfung Herbst 2015 MQ — 11


Cool, smart, sympathisch und mit ihrer Mode erwachsen geworden: Jelena und Sedina von HolyGhost

Alexander Brenninkmeijer, Spross einer Mode-Dynastie, besann sich auf traditionelle Werte seiner Familie

Die Stars lieben ihre Trachten-Looks: Lola Paltinger erschuf sich ein reales Wunderland

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→ vor Medien und Publikum aus aller Welt.“ Dabei denkt sie neben aller Faszination und Kreativität auch oft ganz prag­ matisch. Zum Beispiel indem sie die Kaschmirpflege „Allude Wash“ entwickelt und eine hauseigene „Cashmere Clinic“ gegründet hat: „Als Creative Director habe ich nicht nur die Aufgabe, jede Saison neue Mo­ delle zu entwerfen. Mindestens genauso wichtig ist, dass unsere Kunden lange Freude an ihrem Kaschmirstück haben.“ In bei­ nahe 40 Ländern ist Allude in­ zwischen vertreten und Andrea Karg hat klare Wünsche an den Modestandort Deutschland: „Ich denke nicht in regionalen oder nationalen Kategorien. Das bringt uns deutsche Desig­ ner nicht voran. Es geht eher darum, eine gemeinsame Stra­ tegie zu entwickeln und sich als Land im internationalen Wettbewerb geschlossen und stark aufzustellen.“

„Wir lieben München, aber es prägt unseren Look nicht“ J. Hofmann & S. Halilovic Trachten. Jedoch hat Lola Pal­ tinger ihr Portfolio inzwischen bis hin zu Unterwäsche und Bademode ausgedehnt. Kein Wunder, attestiert man ihr doch in Modekreisen, dass sie es be­ sonders gut versteht, weibliche Dekolletés zu inszenieren. Was in Bayern wohl auch zu den wirklich wichtigen Dingen ge­ hört, denn Lola sagt: „Ich stelle immer wieder fest, dass ich, oft auch unbewusst, Tracht in München und für die Wiesn ganz anders gestalte als zum Beispiel Dirndlkombinationen, die in Österreich getragen wer­ den.“ In der Beziehung haben die Dirndl in unserem Nachbar­ land also möglicherweise noch etwas Nachholbedarf.

Lola Paltinger

Manche Münchner Modema­ cher sind aufgrund ihres Sujets fest mit der Region verbunden. So auch die Designerin Lola Paltinger. Es waren Stars wie Paris Hilton und Kim Karda­ shian, die ihre Dirndl 2009 über die Münchner Wiesn führten und damit international be­ kannt machten – da gab es das Label der ESMOD-Absolventin bereits seit zehn Jahren. Bis heute hängt ihr Herz besonders an den aufwändigen CoutureModellen: Hochwertige Stoffe und feinste Details in Stickerei­ en und Applikationen haben ihre Kollektionen über die ver­ gangenen Jahre immer noch lebendiger und detailverliebter erscheinen lassen. Tradition und Moderne geschmackvoll zu verbinden, gelingt ihr am besten mit den

Jelena Hofmann und Sedina Halilovic

LO L A PA LT I N G E R

erhältlich u.a. bei Lodenfrey und Angermaier lolapaltinger.de H O LYG H O S T

in München bei Trouvebel erhältlich holyghostfashion.com CLEMENS EN AUGUST

clemens-enaugust.com

Eine urbane Umgebung ist die beste Bühne für die Mode des HolyGhost-Labels. Dessen Kol­ lektionen ver­binden auf selbst­ bewusst feminine Weise die Atmosphäre und das Lebensge­ fühl europäischer Großstädte. Und so sagt Jelena über die klei­ ne Stadt, in der sie lebt und arbeitet: „Wir lieben München, aber es prägt unseren Look nicht. London und Paris haben einen weitaus stärkeren Einfluss auf unsere Arbeit, genauso wie in­ terna­tionale Filme oder Bücher.“ Da liegt es nahe, dass sie immer wieder auch markige Slogans auf cool fließende T-Shirt-Stoffe drucken, die das Leben moder­ ner Großstadtheldinnen glorifi­ zieren. Die persönliche Entwick­ lung der beiden Mode-Frauen

drückt sich auch in ihrer Mode aus: „Die Röcke sind länger geworden, die Ausschnitte ‚vor­ sichtiger‘, die Linien klarer.“ Und dennoch hat HolyGhost seine DNA bei all dem behalten. Ein typisches Beispiel dafür sind die Overalls, die sich wie ein roter Faden durch die Kol­ lektionen ziehen. Aber natür­ lich ist der Job der beiden nicht mit dem Designen erledigt. Ein kleines Label braucht PR-Ar­ beit, Vertriebsstrukturen, ein stabiles Netzwerk aus unterstüt­ zenden Partnern wie die Ma­ cher des Münchner Bar-Restau­ rants „Heart“ um Jelenas Mann Nikias. „All das fordert viel Fleiß und vor allem Durchhal­ tevermögen“, wie Jelena sagt, „und man sollte sich als ‚Ger­ man in Fashion Business‘ nicht davon beirren lassen, dass es oft länger dauert akzeptiert zu werden, als wenn man zum Bei­ spiel in der Autobranche wäre.“

Alexander Brenninkmeijer Über mangelnde Akzeptanz in der Modebranche muss sich dieser Nachfahre des Brennink­ meijer-Clans keine Sorgen ma­ chen. Sein Name und die Besin­ nung auf seine Vorfahren Cle­ mens und August, die vor 160 Jahren bereits als fahrende Händler Textilwaren an nieder­ ländische Landwirte vertrieben, verdeutlichen, welche Affinität Brenninkmeijer zum Geschäft mit der Mode hat. Mit „Clemens en August“ hat er das Konzept seiner Vorfahren teilweise wie­ der aufgegriffen und verkauft quasi von Modenschauen und aus Galerien heraus seine Kol­ lektionen. Zusätzlich sorgt er durch gezielte Verknappung sei­ner hochwertigen, aber schlicht und urban gehaltenen Damen- und Herrenlinien da­für, dass die Klientel seiner → Herbst 2015 MQ — 1 3


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Georg et Arend

Die Kundinnen der schwäbischen Zwillingsbrüder Georg und Arend Zizelmann wissen, was sie von den Kollektionen ihrer beiden Modefavoriten erwarten: luxuriöse Materialien wie drapierten Chiffon, opulenten Crepe Marocain, Plissees und höchste Eleganz vom Sommerkleid bis hin zur langen Abendrobe. Und auch wenn andere Luxusmarken solche kostbaren Stücke gerne hinter Panzerglas und von Türstehern beschützt präsentieren, ist es den beiden 53-Jährigen wichtig, ihre zeitlosen Designs jeder Dame zugänglich zu machen, indem sie an warmen Tagen gerne die Türen zu ihrem Popup-Atelier in der Brienner Straße offen stehen lassen. „Rein­ kommen und erleben sind aus­ drücklich erwünscht“, sagen 14 — MQ Herbst 2015

„Ich mache Mode und Trachten für Frauen, auf die ihre Großmütter stolz wären“ Julia Trentini die beiden, wohl wissend, dass Preise von bis zu mehreren Tausend Euro zwar Material- und Verarbeitungsqualität ihrer Stücke entsprechen. Dennoch bleiben ihre teilweise farbenprächtig schimmernden Krea­ tionen für viele Damen ein unerreichbarer Traum. Während Georg sich um Markenstrategie und Auftritt kümmert, lebt Arend sein kreatives Potenzial als Designer aus. Nach seinem Abschluss an der Deutschen Meisterschule für Mode war er für Couturiers wie Claude Montana und Peter Keppler tätig. Und man glaubt ihm, wenn er bei seinen Lieblingsstücken von „Tiefgang“ spricht und voller Demut über das Material streicht. Arend ist sich sicher, dass der kürz­ liche Umzug in die Brienner Straße, ihnen und ihrer Klientel genau den Eindruck von München eröffnet, der zu ihrer Mode passt. Und dafür sei es wichtig, dass die beiden Männer dahinter auch regelmäßig im Atelier anzutreffen sind, „ohne dass wir im Mittelpunkt stehen wollen“, betont er. Denn sie haben ein tolles Team neben und hinter sich, das die Kreationen fertigstellt und alles möglich macht, was die Zwillinge sich vorstellen. Nur bleibt all das den Damen vorbehalten. Noch einmal Arend: „Bei Männer­ mode bin ich zu sehr auf Klassi­ ker fixiert. Ich könnte niemals die Spannung und dennoch das Understatement einbringen, das mir bei meiner Arbeit als

GEORG ET AREND

Brienner Straße 12 georgetarend.com JULIA TRENTINI

Westermühlstraße 32 juliatrentini.de

Designer wichtig ist. Man muss bei dem bleiben, was man kann.“ Da offenbart sich wieder die schwäbische Bescheidenheit, die den beiden in den Genen liegt.

Julia Trentini

Nostalgie und Zeitgeist kennzeichnen die Handschrift eines anderen Münchner Trachten-Labels, das es mit seinen Dirndln zu Weltruf gebracht hat. Julia Trentini formuliert ihr Credo ganz einfach: „Ich mache Mode und Trachten für Frauen, auf die ihre Groß­ mütter stolz wären.“ Deshalb verzichtet sie auf Bling-Bling, schätzt das Subtile sowie tra­ ditionelle, authentische Mate­ rialien wie Baumwolle, Samt, Spitze, Walk, Loden und französische Seide. Außer der Seide stammen sämtliche Knöp­ fe, Borten und anderen „Zutaten“ aus deutschen, vor allem bayerischen, und österreichischen Handwerksbetrieben. Bei Trentini dürfen schon mal acht Stunden Detailarbeit in eine handgestiftelte Schürze fließen. Das lohnt sich aber auch, wenn man die besonders schön gearbeitete Taille solcher Stücke sieht. Neben ihrer Prêt-à-PorterLinie hat Trentini eine Samm­ leredition entwickelt. Und natürlich fertigt sie auf Wunsch auch ein komplettes CoutureOutfit nach Maß. Das geschieht in ihrem Laden im Glockenbach­ viertel, wo Kundinnen sämt­li­che individuellen Farb- und Sonderwünsche mit der Designerin selbst besprechen können. Und dann verrät die auch, warum ihre Dirndl sich gar so perfekt der Silhouette des weiblichen Oberkörpers anpassen: „Das gelingt durch die Rosshaarein­ lagen, die wie bei einem hoch­ wertigen Herrensakko für An­ passung und Flexibilität sorgen.“

Fotos: Hoffmann

→ De­signerkleidung mit echter Wertschätzung begegnet. Der relativ exklusive Verkauf über Galerien brachte zwar durchaus mediale Aufmerksamkeit und das in München beheimatete Label nach nur zweieinhalb Jahren in die schwarzen Zahlen. Trotzdem soll der Online-Handel die Marke jetzt noch weiter nach vorne bringen. So ganz kann sich Brenninkmeijer den Zeichen der Zeit eben auch nicht entziehen. Dass die klassischen Schnitte, ihre eigenständige Farbgebung und ihre mitunter raffiniert subtil platzierten Details vor allem eines, nämlich zeitlos sind, das soll jedenfalls so bleiben. Pragmatismus beherrscht der Anachronist in Münchens Modekosmos auf jeden Fall: „Meine Kleider sagen nichts; aber wer sie trägt, weiß, dass er Seide, Satin oder Kasch­ mir fühlt und die Klamotte sitzt. So verstehe ich Luxus.“  


Luxus ist bei Georg et Arend ein erreichbares Gut: Oscar-Stars wie Nazan Eckes (o.) lieben die Roben der Zwillingsbrüder

Julia Trentini de­s ignt Dirndl ohne albernes Chichi: Für authen­ tische und selbstbewusste Frauen, die keine Verkleidung brauchen Herbst 2015 MQ — 1 5


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Münchner Meile

FOLG E 8

Städtebaulich ein Monument, ist das Areal rund um den Odeonsplatz auch das repräsentativste Geschäftsviertel der Stadt. Hier wird Kunst gehandelt, Millionen-Deals unterschrieben und genauso gerne flaniert.

Odeonsplatz 1 — Designs der p orzell an manufaktur nymphen burg sind über alle Zweifel erhaben. Für Sammler bedeuten sie Leidenschaft und Investition – weshalb immer mehr junge Menschen damit ihre Wohnung dekorieren.

Odeonsplatz 6–7 — München-Insider sprechen vom schumann’s und meinen damit das erfolgreichste Bar-Restaurant der Stadt. 16 — MQ Herbst 2015

Odeonsplatz 2 — Der Schweizer Herrenausstatter Felix w. steht für Perfektion am Mann. Die äußerst sich in Stil und Materialien der KomplettLooks, aber genauso in der Anzugkon­ fektion, die maßgefertigt wird.

Odeonsplatz 8 — Ein Hauch von Broadway und Retro-Kino weht durch das filmcasino , wo täglich von 11 bis 4 Uhr reichlich Betrieb herrscht: als Lunch-Bistro, Dinner-Lokal und Party-Area.

Odeonsplatz 2 — Sie zählen zu den ältes­ ten Prestige-Automarken: Inzwischen hat Jaguar L and rover in Münchens Toplage diese Boutique eröffnet – mit Fahrzeugausstellung und Devotionalien.

Odeonsplatz 8–10 — Ein Friseur in Premiumlage muss hohe Ansprüche haben. Im sasso on sal on werden aus Menschen individuelle Typen gemacht, wie man gerne betont.


Odeonsplatz 11 — Damenmodemacherin D orothee schumacher begeistert sich nicht nur für das Wüstenfestival Burning Man, sie formt auch außergewöhnlich schöne Kleider.

Odeonsplatz 12 — Seit 1973 verfolgt das deutsche Modeimperium marc cain ein Konzept aus qua­ litativer Verarbeitung und nicht allzu herausfordernder Damenmode.

Odeonsplatz 15 — München ist ein Mekka für Brillenfans. freudenhaus zählt zu den anspruchsvollsten und wichtigsten Pfeilern dieser Optiker-Pilgerstätte – gut (aus-)sehen ist leider nicht billig. Odeonsplatz 18 — Russische Fischeier präsentiert in einer Boutique und Lounge? grand caviar serviert selbstbewusst dekadente Luxusdelikatessen.

Galeriestraße 2 — Die Münchner Repräsentanz des Wiener Auktionshauses d orotheum ist eine In­ stanz beim An- und Verkauf von teuren Kunstwerken.

Galeriestraße 2a — Das Verlagshaus schirmer / mosel bereichert den herrschaftlichen Hofgarten mit einer Galerie und Buchhandlung, wo der Geist sich frei bewegen kann. Schön.

Odeonsplatz 12 — Das Label irma mahnel wurde von der gleichnamigen Dior-Meister­ schülerin gegründet und ficht für stilvolle Damen mit Übergröße.

Odeonsplatz 18 — Straßencafé, öffentliche Sonnenbank oder großes Zurschausitzen? Das tamb osi kann es so nur in München geben. Und die Plätze des seit 1775 betriebenen Cafés sind hart umkämpft.

Galeriestraße 2a — In der Galerie Ethnographica henseler erfährt Volks- und Stammeskunst aus Afrika, Amerika und Ozeanien jene Wert­ schätzung, die sie redlich verdient hat.

→ Herbst 2015 MQ — 17


Galeriestraße 2a — Für antike Uhren und Schmuckstücke bildet linckersd orff ein exzellentes und sorgsam sortiertes Fachgeschäft.

Galeriestraße 6 — Als Ins­ titution für noble und hochwertige Textilien hat helm selbst in abgeschiedener Lage reichlich Kundschaft.

Ludwigstraße 6 — Sie sollte der wichtigste Raum des Hauses sein. Bei Ludwg 6 bekommt die küche die Ausstattung, die dem Anspruch gerecht wird.

Galeriestraße 4 — Als Mitglied im kunstverein fördert man neue und sehenswerte Kunst ab­ seits kommerzieller Galerien.

Galeriestraße 4a — Das theatermuseum ist unverzichtbar in der einstigen Literatur- und Theaterhochburg München. Es verschafft der Kultur Raum im Gedächtnis.

Von-der-Tann-Straße 2 — InterieurFanatiker geraten beim Blick ins Schaufenster von ro che b ob ois ins Schwelgen. Mobiliar und Raum-Accessoires aus Häusern wie Missoni verführen dazu.

Ludwigstraße 6 — Das fran­ zösische Wohndesign-Unternehmen Grange wird in München von möbel st orz in seiner gesamten Vielfalt repräsentiert.

Von-der-Tann-Straße 2a — Die Schrank- und SideboardDesigns im Showroom von piure gelten als individuell gestaltbare zukünftige Klassiker der Wohnkultur. Minimalismus ist groß in Mode.

Ludwigstraße 6 — Interior-Design ist ein Geschäftsfeld, das sich in München lohnt. Christine kröncke zählt zu den geschätzten Geheimtipps in Sachen Möbeldesign.


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Ludwigstraße 7 — In Zeiten, in denen Instagram-Filter aus jedem Schulmädchen eine Fotografin machen, bewahrt die Galerie f 5,6 echte Fotokunst als hohes Gut.

Ludwigstraße 11 — Georg Luitpold Hartl ist eine der wenigen Instanzen für fernöstliche Kunst. Im asiatica präsentiert er kostbare Unikate und Hochkulturelles.

D

Ludwigstraße 8 — Als Ikone seiner Handwerkskunst erinnert sich Friseur Gerhard Meir gerne an die wilden Jahre des Rock‘n‘Roll. Seine Stilsicherheit bleibt, die Partys werden ruhiger.

Ludwigstraße 8–10 — Französische Raumgestaltung und -entwicklung in ihrer Vollendung. du b out du monde macht selbst aus kleinen Möbelstücken noch architektonische Großtaten.

as hatte sich Münchens Stadtbaumeister Leo von Klenze grandios ausgedacht: Einen Platz zu entwickeln, der die Menschen bald über zwei Jahrhunderte hinweg zur Versammlung ermutigt. Darunter waren furchtbare Anlässe, traurige und immer wieder schöne wie die heutigen Klassik Open Airs. Der Odeonsplatz ist funktional und narzisstisch zugleich. Dass ausgerechnet hierhin, an Münchens Freilichtbühne der Eitelkeiten, die besser verdienenden Menschen strömen, um sich in sündteuren Möbelgeschäften ihren heimischen Kokon auszustaffieren, wirkt zu­nächst wie ein Widerspruch in

Ludwigstraße 8 — Holz macht Wohnräume durch seinen Facettenreichtum erst besonders. Bei schotten & hansen zollt man dem edlen Werkstoff Tribut und macht das Beste daraus.

Ludwigstraße 10 — Lampen­ designer t obias grau inszeniert Räume in Licht so effektvoll, dass selbst Arbeitsplätze wie Lichttherapie wirken. Design in Vollendung.

sich. Aber tatsächlich findet man es ja auch schick, dabei ertappt zu werden, wie man gerade vom Interior-Designer kommt. Dann noch ein Espresso im „Tambosi“ – „ich zahl gleich“ – und warten bis neugierige Blicke die frisch von Meir geformte Haarpracht beäugen. Ach, was wäre München ohne ausgelebte Klischees? Alle Vorurteile bewahrheiten sich rund um den Odeonsplatz. Vor allem die guten. Unsere Stadt ist zwar bedeutend, aber doch menschlich. Das zeigt sich alleine darin, dass ein Almosensammler an der Feldherrenhalle im Verhältnis ähnlich gute Geschäfte macht wie die Siemens-Zentrale einen Block weiter. — MKM Herbst 2015 MQ — 19


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Ralph Lauren Eine amerikanische Karriere

Man braucht schon gute Nerven, wenn man dabei zusehen muss, wie das eigene, von Null aufgebaute ModeLabel weltweit durch selbsternannte Testimonials mit hochgestelltem Polokragen und fesch gegeltem Haar zum Preppy-Klischee degradiert wird. Der New Yorker Ralph Lauren, Jahrgang 1939, blieb dabei ganz cool, hatte er seine Erfahrungen mit den Identifikationsan-

Die MQ LabelSerie

FOLG E 6

preisgekrönte Kollektionen für Männer und Frauen zu gestalten. 1972 bringt er die ersten 24 Farbvarianten des Polohemds mit dem eingestickten Reiter auf den Markt, eines der erfolgreichs­ ten Bekleidungsprodukte der Modegeschichte. Und er etabliert sich in New Yorks Kunstszene, stattet Filme wie „The Great Gatsby“ oder

MQ stellt vor: eine filmreife

sprüchen besser gestellter US-Ostküstenkids doch schon früh gemacht, als er ihnen am Anfang seiner Karriere Krawatten verkaufte. Zunächst an die Mitschü-

US-Kultmarke, eine norddeutsches Jeans-Ikone und ein Jahrhunderte altes Familienunternehmen mit Sinn für Tradition und Handwerk ler, 1967 dann als revolu­ tionäre „Wide-Tie“-Krawatten-Linie. Damit war seine Marke Polo geboren. Und schnell begann der Quereinsteiger, der nie eine Designausbildung anstrebte, komplette und teilweise In Münchens Polo-Shop gibt es das Modell „Ricky“ aktuell in diversen Ausführungen, hier als Beuteltasche aus weichem Nappaleder

2 0 — MQ Herbst 2015

„Der Stadtneurotiker“ aus, in dem er Woody Allen und Diane Keaton komplett einkleidete. 1978 bringt er einen der ersten ModelabelDüfte heraus und nimmt über die gesamten Achtzigerjahre hin wegbereitend vorweg, wie Labeling, Flagship-Stores und Produkt­


Die Denim-Kollektionen von Closed werden ergänzt durch hochwertige Pullover, Blusen oder Mäntel aus Kaschmir, Seide und Wolle

vielfalt die Modewelt über die folgenden Jahrzehnte beeinflussen sollten. Ralph Lauren ist ein Phänomen unserer Zeit. Aber er bewegt nicht nur Milliarden von Dollar, sondern auch Menschen. Soziale Projekte liegen ihm mindestens genauso am Herzen wie seine Sammlung von angeblich mehr als 60 extrem raren Sport- und Luxuskarossen. Die zeigt er gerne mal in Bildbänden und Ausstellungen. Jedem anderen würde man die PS-Monster wohl neiden, bei ihm weiß man sie in guten Händen. Konservative Bewahrer wie er und seine Familie haben eben auch was Sympathisches. Vor allem, wenn sie nicht starr an ihrem Markenimage haften, sondern auch die Selbst­ ironie pflegen. Und spätestens in der humorvollen Selbstreflexion offenbart der würdevoll ergraute Mode­ star seine jüdischen Wurzeln und modelt kurzerhand selbst in Playboy-Pose für seine Speed & Style Kollektion. Eine von etwa zehn,

die er aktuell präsentiert, in Teilen so auch in der Münch­ ner Boutique. Maximilianstraße 23, ralphlauren.de

Closed Die Erfinder von Stone-Wash

Es ist schon seltsam, dass wir Deutschen unsere besten Modelabels in den Medien lieber als Wirtschaftsunternehmen beleuchten, als uns leidenschaftlich deren Style hinzugeben. Manche schieben das auf den Mangel an wirklich großen Designernamen, im Fall von Closed ist dieser angebliche Mangel allerdings seit jeher von Vorteil. So waren die Jeans des 1978 gegründeten Labels mit die ersten im kolossal teuren Segment, trennten in den 80ern Fashionists von Mitläufern und stehen noch immer den meisten Menschen dank unterschied­ lichster Passformen besser als die meisten anderen Hosen. Wobei sie preislich mit rund 180 Euro für heu­ tige Verhältnisse eher schon moderat bepreist sind.

Die hochgeschnittene Damenjeans „Pedal Pusher“ gilt dabei als immer neu erstrahlende Ikone, spätestens seitdem Sarah Jessica

Parker sie rund 30 Jahre nach Markteinführung am Filmset von „Sex & the City“ trug. Und was wäre der Jeans-Markt ohne „Stone Wash“-Verfahren? Übrigens eine Erfindung, die Closed ebenso für sich reklamiert wie Levi Strauss oder Edwin und eine ganze Reihe anderer Jeansproduzenten. Auch die modische Wiederentdeckung der perfekt sitzenden Herren-Chino sollen wir Closed zu verdanken haben. Die Damenkollektion des Labels mit Sitz in Hamburg und Produktion in Italien entsteht genauso wie alle anderen Designs in Team­work. Die Stücke werden von den meisten Kundinnen bevorzugt als → Herbst 2015 MQ — 21


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jacken und Hosen aus schwar­zem Leder, die Meindl selbst genauso gerne trägt. Für ihn als Motorradfan sind nämlich auch Cafe Racer-Bikes kein Anachronismus. Die Wörter „Mode“ oder gar „Trend“ meidet man im mit dem Erfolg der Firma mitgewachsenen Stammgebäude am Dorfplatz von Kirch­anschöring am Waginger See bewusst.

Durch eine spezielle Behandlung erhält jede Meindl-Lederhose ihren einzigartigen Charakter: Modell aus Rehleder

→ Komplett-Look gekauft. Erstens, weil so ein ClosedLook irgendwie immer gekonnt aussieht, ohne bemüht zu wirken. Zweitens, weil Preis und Qualität für die Kundinnen stimmen. Und drittens, weil Mode bei Closed niemals als OneSeason-Wonder betrachtet wird. Merke: Wer keine profilneurotischen Designer beschäftigt, der muss auch keine ständig neue Selbst­ definition verkaufen. Vielleicht ist Closed deshalb das beste Aushängeschild, das sich Deutschland im internationalen Modemarkt wünschen kann. Kein aufgesetztes Affentheater wie sie so manche Fashion Week bietet, sondern Verlässlichkeit in Style und Performance. In München in der Brienner Straße 1, closed.com

Meindl Unikate und ehrliche Häute

Es gibt Namen, die sind Schall und Rauch, andere 2 2 — MQ Herbst 2015

hallen wie Donner im Ge­ birge oder zumindest so beständig wie die hämmernden Ventile eines historischen Motorrads. Wer sich fragt, wie das denn nun zusammengeht, der findet die Antwort zwischen den Lederhosen, Jankern, Leder-Trenches und VintageRacing-Jacken von Meindl. Was der Schuhmacher Petrus Meindl im Jahr der letzten Türkenbelagerung Wiens (1683) lostrat, setzt sich seitdem in Kirchanschöring am Waginger See lückenlos fort: Immer hat die Familie Meindl dort heimisches Leder verarbeitet, immer war ein Schuhmacher desselben Nachnamens darunter. Und so sehr das nach romantischem Anachronismus klingt, wenn der heutige Chef, Markus Meindl, von der Hochwildjagd und den erlegten Rehen und Hirschen erzählt, deren 160 Kilo schwere Körper erstmal ins Tal geschleppt werden müssen, bevor sie komplett

verwertet werden können – dann ist das eigentlich gar nicht so aus der Zeit, sondern genau das, was Hipster von heute gerne als nachhaltig bezeichnen. Und zwar nicht nur bei den Lederhosen aus Rothirsch-Vollleder, die sich handwerklich bis hin zur Stickerei auf österreichische und bayerische Originalvorlagen stützen und so aussehen, als seien sie vom Großvater ererbt. Das Design- und Fertigungsteam beherrscht aber genauso Vintage-Biker­

Lieber spricht man von Respekt vor Menschen, vor deren traditioneller Handwerkskunst, vor dem Material Leder. Preiskämpfen und minderwertigem Leder unseriöser Provenienz bietet man dementsprechend keine Fläche auf den stattlichen 160 Quadrat­ metern in bester Lage, wo die hauseigenen Produkte in rustikalem sexy Flair prä­ sentiert werden. Maximilianstraße/ Am Kosttor 1, meindl-fashions.de


Benno Marstaller KG · Pacellistraße 2 - 4 · 80333 München Martiusstraße 2 · 80802 München Sendlingerstr. 43 · 80331 München Brics Store by Marstaller · Schrammerstraße 3 · 80333 München Marstaller Showroom · Pacellistraße 4 · 80333 München


Essen &Trinken MQ Tipp

Theresa – Bar & Restaurant

Theresienstraße 31 RGB Telefon 28 80 75 38 Mo–Do 19–1, Fr+Sa bis 2 Uhr theresa-restaurant.com Eine Bar wie ein Boudoir oder ein wenig wie aus einem Film Noir ist die neue Bar Theresa, 24 — MQ Herbst 2015

Ein Blickfang im Retroschick der Theresa Bar ist dieses Leuchtenobjekt des Teams Seven Elohim

die im Rückgebäude hinter dem Grill Theresa eröffnet hat. Eine ausgesprochen schicke Adresse für ein kleines Dinner und einen großen Drink nach der Arbeit oder für alle, die auch am späteren Abend noch sehr gepflegt speisen und trinken möchten. Ein Blick in die Speisekarte offenbart eine Reihe raffinierter Gerichte und die Getränkekarte lockt mit vitalisierenden Überraschungen, insbesondere bei den Cham­ pagnercocktails: Mit „Trip to France“ aus Earl Grey Tea, Elderflower, Gin, Lemon und Champagner hält man garantiert bis in die Morgenstunden

durch, auch ein Kir Japonais mit Black Currant, Orange, Cherry-Sencha Tea, Infused Sake und Champagner verhindert sicher, dass man aus den samtigen Sofas und Sesseln etwa nicht mehr hoch kommt. Obwohl: eigentlich kann man’s gut aushalten in der schicken Bar, die das Team Seven Elohim retromäßig mit Fransen und Samt und angenehm schummriger doch gezielt eingesetzter Beleuchtung designt hat. An­ gemessen auch die unaufdring­ liche Loungemusik und das gut gemischte Publikum in dem in sanften Braun- und Rottönen gehaltenen Ambiente.  — LH


Tian

Frauenstraße 4 · Telefon 8 85 65 67 12 tian.de · Mo–Sa 12–23 Uhr

Mit vegetarischen Restaurants ist das ja manchmal so eine Sache, doch gibt es Adressen, auf die ist durchaus Ver­ lass, so z.B. das Tian im neuen streng ökologisch ausgelegten Derag Hotel gleich hinter dem Viktualienmarkt. Ein Restaurant, das mit gelungener Archi­ tektur auf Luxus und Nachhaltigkeit setzt und gleichzeitig mit einer Vielfalt an raffinierten Gerichten überzeugt. „Aufregende fleischlose Geschmacks­ welten, die Sie in dieser Form nicht für möglich gehalten hätten. Mit natür­ lichen Rohstoffen aus eigenem Anbau oder aus der Region“ verspricht das Tian, dessen Schwesterlokal in Wien mit

Sternen und Hauben prunkt, auf seiner Homepage. Und Küchenchef Chris­ toph Mezger gelingen hier tatsächlich spannende Menüs wie z.B. das LightLunch zu Mittag aus Mozzarella, Ruco­ la, Radieschen und Pumpernickel oder Rote Bete Suppe mit Meerrettich und Apfel, als Hauptgang Zitrone-Ricotta

mit Curry, Waldpilzen und Koriander oder weiße Polenta mit Bohnen, Blu­ menkohl und Leinsamen und als Des­ sert Bananencreme mit Schokolade und Mandeln. Für alle, die nicht gleich ein ganzes Menü verzehren möchten, sind die Flammkuchen aus dem Stein­ ofen eine gute Wahl.  — LH

Kyma

Tumblingerstraße 36 (Schlachthofviertel) Telefon 76 77 64 40 · kyma-muenchen.de Mo–Sa 18–1 Uhr

Cochinchina

Kaiserstraße 28 · Telefon 38 98 95 77 cochinchina.de · tägl. 11:30–14:30 & 18–24 Uhr

Seit Mai gibt es im Schlachthofviertel eine ausgesprochen feine Adresse für das Essen von Fisch. In den Räumen des ehemaligen Barisphär hat das „Kyma“ eröffnet. „Kyma“ bedeutet „Welle“ und ist Synonym für Bewegung und stän­ dige Erneuerung, übersetzt in die Sprache der Küche heißt das Innovation, Frische und Saisonalität. Im Fokus stehen in diesem Fischrestaurant mit asiatischem Einschlag Delikatessen aus dem Meer bei vertretbaren Preisen. Besonders empfehlenswert die Trilogie vom Thunfisch, die Jakobsmuscheln mit Süßkartoffel Wasabi Creme oder der kross gegarte Loup de Mèr. Aber auch Fleisch­ liebhaber, Vegetarier oder Veganer können sich (als Beglei­ — LH tung) in der Lokalität blicken lassen. 

Den Namen für dieses exklusive vietnamesische Restaurant gab die ehemalige französische Kolonie Cochinchina in Südvietnam. Nachdem das Anh-Thu in der Kurfürstenstraße ständig überfüllt war, kochen Anh-Thu und ihr Mann Hieu Tran nun auch hier vietnamesische Spe­ zialitäten mit chinesischem Einschlag für anspruchsvolle Münchner auf der Suche nach extravaganter asiatischer Küche. Knusprige Frühlingsrollen mit Taschenkrebsfüllung beispielsweise oder eine große Palette an Fleischgerichten, die sie raffiniert mit frischen asia­t i­ schen Kräutern ver­e deln. Gut für die Gruppendynamik und Anlass für viel Freude beim Essen sind die typisch vietnamesischen Gerichte — LH zum Selberrollen.  Herbst 2015 MQ — 2 5


ESSEN & TRINKEN

Das Limoni ist der GourmetItaliener im Studentenviertel, bekannt f端r seine immer h端bsch arrangierten Teller


ESSEN & TRINKEN Auch das MascarponeVanilletörtchen im Hippo­ campus kann sich im Feld der vielen Münchner Italiener sehen lassen

Cucina italiana von Antipasto bis Sorbetto �

Die 10 besten Italiener in München* Es ist nicht leicht, unter den vielen guten und sehr guten Italienern Münchens die besten herauszufiltern. Lucia Hornstein hat es dennoch auf sich genommen – in der

Hoffnung, dass der eine oder andere Leser dieses Magazins ihre Recherche zum Anlass nimmt, mal wieder einen anderen als den gewohnten Padrone aufzusuchen. *und ein paar mehr

Herbst 2015 MQ — 2 7


ESSEN & TRINKEN

I

talienische Küche ist ja per se etwas für Feinschmecker. Jedes Viertel hat den guten Nachbar-Italiener, der, so er sich auf genuine Produkte besinnt, klassische mediterrane Gerichte in guter Qualität auf den Tisch bringt: hausgemachte Pasta, Pizza, frisches Gemüse und Salat und natürlich Meeresfrüchte und feinen Fisch, auch mit Fleisch wissen Italiener gut umzugehen. Bereits bei Hofe pflegte man in München die italienische Sprache in Kunst, Musik und Literatur als Ausdruck eines verfeinerten Kulturbewusstseins, heute ist es eine Reihe von Wirten, die die reiche italienische Küche als Ausdruck einer verfeinerten Esskultur in München, der „nördlichsten Stadt Italiens“, interpretieren. „Wie bildet sich die kulinarisch reiche Landschaft Italiens bei den Top-Italienern in München ab?“ fragen wir uns. Kein leichtes Unterfangen, bei der Vielzahl der guten Adressen die besten, alteingesessene wie Newcomer, zu ermitteln. Viva Italia e buon appetito.

Acquarello

Die un­bestrittene numero uno

So old fashioned das Ambiente, so innovativ sind die kulinarischen Reize bei Mario Gamba, Münchens Edelitaliener Nummer eins. In diesem Herbst darf man sich im Acquarello auf Spezialitäten wie „Triangoli mit Gorgonzola und Birne“ oder die piemontesischen Ravioli „Agnolotti mit Rinderfilet und Selleriesauce“ freuen. Auf den Punkt gegart und ausdrucksvoll im Geschmack gelingt bei Mario Gamba auch die Bressé Pou2 8 — MQ Herbst 2015

Anfangs mal am Englischen Garten, richtet der Katzl­ macher schon seit Jahren seine feinen Gerichte im Bräu­ hausviertel an

Mario Gamba steht seit geraumer Zeit auf der Rang­ liste der GastroCriteria ganz oben – aber bei den vie­ len ausgezeich­ neten Stiefelküchen in München ist das natürlich auch sehr subjektiv

lardenbrust mit kleinem Kräutersalat, Vegetarier fahren gut mit Feigentortelli auf Pinot-Bianco-Schaum. Allein für diese Gerichte hat sich Mario Gamba seinen Michelin-Stern sowie die drei Gault Millau-Hauben verdient und gilt zu Recht bei diversen Gourmetkritikern als bester italienischer Koch in Deutschland. In Kombination mit einer hervorragend sortierten Weinkarte empfehlen sich die täglich wechselnden Marktmenüs, die hier frisch, saisonal und mit großer Raffinesse auf den Tisch kommen. Restaurant Acquarello Mühlbaurstr. 36 (Bogenhausen), Tel. 4 70 48 48, acquarello.com Mo–Fr 12–14.30 und 18.30– 23 Uhr, Sa, So und Feiertag nur abends

2

Der Katzlmacher Kein armer Trentiner mehr

„Vergiß die Liebe nicht…“ heißt es auf der Homepage der Osteria Katzlmacher und Liebe spürt man in der freundlichen Bewirtung wie in allen Gerichten dieses seit über 30 Jahren eingesessenen Restaurants, das seit 2006 in der Bräuhausstraße zwar nicht mit einem besonders anregenden Ambiente, dafür aber mit gleichbleibend guter Küche glänzt. Große Etiketten und kleine Winzer füllen die 200 Positionen auf der Weinkarte und durch den gut sortierten Weinkeller führt Kellner und Sommelier Antonio aus Kalabrien als hervorragender Cicerone: Seine Empfehlungen gesellen sich vorzüglich zu Gerichten wie „Fettuccine ai Finferli con Rosmarino e Mirtilli“, geschmacklich wie farblich sind die Pfifferlinge und Blaubeeren auf der Pasta ein Ereignis. Authentische italienische Küche und keine eingedeutschtitalienisierende lautet der Tenor der zufriedenen Gäste, die sich hier auf „Petersfisch auf Fenchel und Muscheln mit Safransauce“ oder Lammkeule mit Senf freuen dürfen. Letztere serviert man beim Katzlmacher so zart, dass ihr Fleisch von selbst vom Knochen fällt. Dazu


passt ein 2000er Quartetto Langhe Rosso DOC von Aldo Conterno aus Piemonte, elegant und kräftig im Duft und voll­ mundig im Geschmack rundet dieser Wein den Hauptgang passend ab, lässt aber den ge­ hobenen Preis nicht vergessen. Dafür entschädigt der Grappa Prime Uve Oro nach den erfri­ schend aromatischen Waldbee­ ren mit Mascarpone. Summa summarum: Ein Münchner Edelitaliener, der den Namen Edelitaliener verdient und die gehobenen Preise insgesamt rechtfertigen kann. Osteria der Katzlmacher Bräuhausstraße 6 Telefon 33 33 60 der-katzlmacher.de Montag bis Freitag 12–15 und 18.30–1, Samstag 18.30–1 Uhr

3

Perazzo

Ein wenig Schick darf sein

Mittags ist das Lokal von Pino Perazzo nahe dem Odeonsplatz

eine Topadresse fürs BusinessLunch, am Abend ein Lieblings­ restaurant für Münchens schi­ cke Italophile. Dabei besticht das Perazzo nicht nur durch elegantes Ambiente und das se­ henswerte Personal, an erster Stelle steht auch hier natürlich die gehobene Küche und die kundig ausgesuchten Weine, die man auch käuflich für zu­ hause erwerben kann. Je nach Saison gibt es Pasta, Fisch- oder Fleischgerichte mit Bärlauch, Spargel oder jetzt im Herbst mit Trüffel, Steinpilzen oder Kürbis. Branzino als Angelware erhält hier ein ausgeglichenes Röstaroma durch die Zuberei­ tung am Grill, ebenso Baby­ steinbutt oder Calamaretti, ge­ grillte Babytintenfische mit Olivenöl-Zitronette und Rucola­ salat, die Zutaten verleihen ge­ rade den Calamaretti eine sehr intensive Würze. Liebhaber von Fleisch lassen sich als Anti­ pasto am besten ein Bayrisches Jungbullen Carpaccio mit ge­ hobeltem Parmigiano und Ru­ cola servieren und gehen dann,

begleitet von einem Brunello di Montalcino docg, zu „Kalbs­ kotelett vom Grill mit Salbei­ butter“ über. Erfreulich auf ita­ lienischen Speisekarten und so auch im Perazzo ist die Aus­ wahl für Vegetarier. Delikate Salate, gegrilltes Gemüse mit erlesenen Kräutern und allerlei Pasta­gerichte fixieren Vegetari­ er und Veganer nicht auf eine einzige Position auf der Karte. Erstklassige ita­ lienische Küche und Treffpunkt für Bogenhausener Prominenz mit ihrem untrüglichen Instinkt für Quali­ tät: Hippocampus

Im Perazzo, der Topadresse für Münchens schicke Italophile, will man den Wettstreit um die schönsten Teller natürlich auch nicht verlieren

Perazzo Ristorante Oskar-von-Miller-Ring 36 Telefon 28 98 60 90 perazzo.de Mo–Fr 11.30–14.30 und 18.30– 23.30 Uhr, Samstag nur abends

4

Hippocampus Wir sind in Bogenhausen

In der Nähe des Prinzregen­ tentheaters und nicht weit von Küchenlegende Mario Gamba mit seinem Acquarello gibt es ein weiteres italienisches Juwel, das die MQ-Redaktion zu den besten Italienern in Mün­ → Herbst 2015 MQ — 2 9


ESSEN & TRINKEN

5

→ chen zählt. Als etabliertes Restaurant der gehobenen Klasse, das regelmäßig wohlwollend im Gault Millau erwähnt wird, bleibt das Hippocampus mit Preisen um die 50,– € für ein Menü dabei absolut erschwinglich. In einem klassisch eleganten Gastraum ohne viel Drumherum und im Sommer auf einer sonnigen grünen Terrasse bietet der wohlerzogene Service neben einer gut sortierten Karte mit Weinen hauptsächlich aus der Toskana, dem Piemont oder Friaul eine exzellente Küche von den Antipasti bis zum Dessert aus Zabaione: Erdig, fruchtig und kernig zugleich ist die Kombination aus Babyspinatsalat mit frittierten Kalbsleberravioli, frischen Himbeeren und Kürbiskernen. Ein spannender Auftakt auch die leicht pikante kalte WassermelonenMinze-Suppe mit geräucherten Schwertfisch, vordergründig fruchtig und bestimmt nicht jedermanns Sache, aber auf jeden Fall eine originelle Kreation und damit ein Punkt in Sachen Innovation. Bei den Hauptgän3 0 — MQ Herbst 2015

gen bieten sich für Liebhaber von Fisch „gegrillter Thunfisch auf Babymangold-Ofen­ paprika-Salat mit Croûtons“, sehr fein abgestimmt mit einer Oliven-Kapern-Vinaigrette oder für Fleischfreunde ein „Ossobuco di vitello auf PolentaRosmarin-Creme mit eigener Sauce“. Abweichend von der Karte darf man sich gerne auf Sergio Artiaco verlassen, der nicht nur bei den Desserts spannende Kreationen außer der Reihe empfiehlt, so auch die „Mascarpone-Vanille-Törtchen mit Waldbeeren und Zabaionesauce“, zu denen ein Moscato aus dem Piemonte einen angenehm süßen Abschluss bildet. Kein Wunder, dass sich hier die Bogenhausener mit ihrem hohen Anspruch an Qualität treffen. Hippocampus Mühlbaurstrasse 5 (Bogen­ hausen), Telefon: 47 58 55 hippocampus-restaurant.de Dienstag bis Freitag und Sonntag 12–16 und 18.30–1 Uhr, Samstag 18.30–1 Uhr

Küchenchef Giorgio Maetzke ist immer wieder beeindruckt von der abend­ lichen Stimmung in seinem Jugend­ stiljuwel Acetaia

Acetaia

Hochküche nicht weit von Hofe

Ein Evergreen für Münchens Italofraktion ist das Restaurant Acetaia mit seinem ruhigen Vorgarten am Ende der Nymphenburger Straße gleich am Kanal. Nicht nur das schöne Jugendstilflair begeistert seit vielen Jahren, auch die sehr gut sortierte Weinkarte sowie die anhaltend raffinierte und kreative Küche bindet ihre Liebhaber seit Jahren ans Haus und das aus gutem Grund: Die „hausgemachten Schafskäse­ ravioli mit Butter, Majoran und Aceto Balsamico Tradizionale“ sind hier genauso exzellent zubereitet wie die „Kartoffel-Gnocchetti mit Nusspesto und Fischextrakt“, gerade im Herbst ein ausgesprochen aromatischer Primo. Bei den Hauptspeisen überzeugen so delikat angerichtete Teller wie das „Reh-Medaillon mit Wirsing-Püree und Champignon de Paris“, Fischesser sind mit einem „Seeteufel mit OrangenKarotten-Sauce, grünen Bohnen und knusprig gegartem Cous-Cous“ bestens versorgt. Wer kein Problem mit Nähe hat wird sich in dem kleinen aber feinen Lokal sehr wohl fühlen: Die Tische sind eng gestellt und das Restaurant ist meistens gut besucht. Kein Wunder bei der liebenswür­ digen Gastfreundschaft, die Küchenchef Giorgio Maetzke und Sommelier und Restaurantleiter Michele Perego hier mit einem hohen kulinarischen Anspruch verbinden. Gut auf­gehoben ist auch, wer sich tischweise auf Menüs verständigt, die Menüpreise inkl. Weinbegleitung für 95,00 € (ohne 61,00 €) sind angesichts der Top-Qualität nicht überzogen.


Acetaia Nymphenburger Straße 215 Telefon 13 92 90 77 restaurant-acetaia.de Montag bis Freitag und Sonntag 12–14.30 und 18.30–22.30 Uhr, Samstag nur abends

6

Limoni

Nur abends unter Zitronenbildern

Gourmet-Italiener im Studentenviertel? Ma si – und wie das geht! Vor machen es die Wirte Roberto und Paco mit ihrer schi­ cken kleinen Adresse für feine italienische Küche, die auf frische saisonale Produkte mit einem Touch Crossover setzt. Bei Limoni liest sich das in etwa so: „Kabeljau in Tempura auf leicht pikantem Mangosalat“, buono! Oder so: „Rosa Entenbrust in Vin Santo, auf Apfel–Selleriecreme“, ein willkommenes Gericht für den Schlemmerherbst in München. Fischvariationen aus Seewolf, Jakobsmuschel, Oktopus, Scampi und Calamari serviert das Restaurant getreu dem Namen in Lemongrass, ergänzt mit ein paar Artischocken ergibt das nicht nur einen hübsch arrangierten Teller, sondern auch einen auf den

Das Vecchia Lan­ terna beeindruckt mit seiner gewal­ tigen weißen Designerlampe

Roberto und Paco sind die Wirte des kleinen, feinen Limoni, wo ein Besuch eine ganze Italienreise erset­ zen kann

Punkt gegarten Fischgenuss mit fein säuerlicher Note. Wenn es auf der Homepage heißt, ein Besuch im Limoni sei die stilvollste Art, Italien zu bereisen, bestätigt das ein Blick auf das Interieur. Schlicht in den Tönen beige, weiß, braun und golden gehalten bleibt die Atmosphäre nicht nur durch die Bilder mit den Zitronen an den Wänden spritzig, auch wer in der Nähe des Wandbrunnens sitzt, wird sich, wenn er nicht aufpasst, erfrischt fühlen. Limoni Ristorante Amalienstraße 38 Telefon 28 80 60 29 limoni-ristorante.com Montag bis Samstag 18.30–23 Uhr

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Vecchia Lanterna Der Sprung in die Großstadt

Bei weitem nicht so sachlich wie das Design an der neuen Adresse des Vecchia Lanterna präsentiert sich die Küche von Anto­ nino Denami, der vollkommen zu Recht vor Kurzem den Sprung von Germering ins Lehel gewagt hat. So zergeht der „Sockey

Wildlachs Tartar mit Pfirsich, Mandel und pikantem Senf“, der im Degustationsmenü den „Tagliatelle mit Jakobsmuscheln, Zucchiniblüten und Safran“ vorausgeht, auf der Zunge, seine Raffinesse erhält er durch den leicht pikanten Senf. Die Zucchi­ niblüten mit Safran sind im Licht der weißen Designerlampen nicht nur optisch ein Spektakel, auch im Geschmack sind sie spektakulär. Luxus verrät auch ein Blick in die Weinkarte: der Rossj Bass aus dem Piemonte kostet 100,– €, dafür verständigt er sich hervorragend mit „Saschimi Thunfisch mit marinierten Auberginen, Tropea Zwiebeln, Tomatenkonfit und Balsamico“. Die edlen Ecken sind zartrosa gegart, ebenso zart gewürzt und dabei reichlich portioniert. Wohl temperiert ist hier auch der Service. Die Tatsache, dass hier in Handschuhen serviert wird, bestätigt den Eindruck vornehmer Zurückhaltung. Vecchia Lanterna St. Anna Straße 31 Telefon 81 89 20 96 vecchia-lanterna.de Montag bis Samstag 11.30–14 und 18–23 Uhr

Herbst 2015 MQ — 31


ESSEN & TRINKEN

8

eine duftige Verbindung mit dem Perlhuhnragout ein. Top­ seller bei den Gebrüdern aus der Basilikata ist auch der „Branzino al Sale“. Sanft gegart in der Salzkruste bewahrt der Wolfsbarsch hier seine natürli­ che Feuchtigkeit und den Gusto. In Verbindung mit dem Pinot Grigio von Jermann eine sehr geschmeidige Geschmackser­ fahrung. Wohltuend für Auge und Herz sind auch die gute Stimmung und das ausgewoge­ ne Preis-Leistungsverhältnis in dem unprätentiös möblierten Restaurant in der Steinstraße.

Hostaria Fratelli

Immer die Köche im Blick

Seit nunmehr drei Jahren ko­ chen die Brüder Rocco und Lu­ igi Gruosso aus der Basilicata in Haidhausen und das mit Cha­ rakter und Leidenschaft. „La cucina deve vedere la faccia“ mahnt ein italienisches Sprich­ wort den Koch, beim Kochen die Küche nicht zu verlassen – bei den Fratelli geht man noch weiter und erlaubt der Küche, auch ihre Gäste jederzeit im Blick zu behalten. Umgekehrt funktioniert das natürlich auch – und ein Blick lohnt sich in der Tat, denn hier entstehen Klas­ siker der italienischen Küche zeitgemäß interpretiert: Sorg­ fältig angerichtet und dabei doch aufs Wesentliche redu­ ziert ist „Mozzarella di Bufala mit Kartoffelcreme und Stein­ pilzen“ eine schön anzusehende Kombination. Äußerst schmackhaft macht sich diese Vorspeise auch auf der Zunge: mit seinem weichen Herzen schmiegt sich der Büffelmozza­ rella elegant ans Püree, die ge­ rösteten Steinpilze setzen dazu krosse aromatische Akzente. Reine Freude bereiten Liebha­ bern von Pasta die hausgemach­ ten „Maltagliati ripieni di pesto con ragout faraona“, die Füllung aus frischem Pesto geht hier 3 2 — MQ Herbst 2015

Einen guten Blick auf seine Gäste hat der Koch Rocco der Hostaria Fratelli durch die große Küchenluke – das funktioniert natürlich auch umgekehrt

Ein stimmiges Gesamtpaket aus Lebensfreude und Genuss zu fairen Preisen bekommt man im Haidhauser Vinaiolo

Hostaria Fratelli Telefon: 20 35 47 67 Steinstraße 9 (Haidhausen), hostaria-fratelli.de Montag bis Freitag 12–14.30 und 18–24 Uhr, Samstag 18–24 Uhr

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Vinaiolo

Haidhausens traditioneller Gourmetitaliener

Weniger puristisch im Stil als die Hostaria Fratelli und nur ein paar Hausnummern weiter stadtauswärts gibt es in der Steinstraße 42 die Osteria con Cucina Vinaiolo. Nicht nur mit seinem verspielten Ambiente, einem alten Triestiner Kauf­ mannsladen aus dem Jahr 1904, begeistert das Vinaiolo als mitt­ lerweile alteingesessene Haid­ hauser Gourmetadresse die Münchner „Bongustai“. Auch die Küche ist hochkarätig und originell. Zwischen Gerichten wie „Sardischen Gnocchetti mit Garnelen, Artischocken und Pfefferminze“ und einer im Haus „geräucherten Burrata mit einem Puree aus San Mar­ zano Tomaten und Basilikum


Das Il Borgo ist ein vielleicht nicht ganz so prominenter italienischer Edeltreff wie andere, aber die Karte mit vielen klassischen Gerichten macht auch dieses elegant gestaltete Restaurant zu einer ersten Adresse

Sorbet“ (diese Burrata ist ein himmlischer Weichkäse, der mit grünem Pfeffer gekonnt verschärft wird) schickt das Team gerne mal einen charmanten Gruß aus der Küche und kitzelt den Gaumen mit stuzzichini wie z.B. den äußerst delikaten Pralinen vom Kalb. Solche Spezialitäten des Hauses sind immer wieder gekonnte Überleitungen zu Hauptspeisen wie z.B. „Rosa Lammlende in Pistazienkruste mit Sellerie und Honig“. Vor dem Hintergrund der vielen guten Weine in den Vitrinen, die es hier auch glasweise gibt, schnüren die Künstler in der Küche und die Lebenskünstler im Service ein stimmiges Gesamtpaket an Lebensfreude und Genuss zu fairen Preisen. Vinaiolo Steinstraße 42 (Haidhausen) Telefon: 48950356 vinaiolo.de Montag bis Freitag und Sonntag 12–15 und 18.30–1, Samstag 18.30–1 Uhr

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Il Borgo

Hohes Niveau seit über 20 Jahren

Hausgemachte Pasta und Fleischgerichte sind die Vorlieben von Vito, dem Padrone in

dem luxuriösen Restaurant mit Terrasse in Schwabing. So gibt es hier immer wieder interessante Pasta-Variationen wie z.B. die „Trofie mit Kaninchenleber und Wacholderbeeren“. Bei diesem Primo gehen die gedrehten Nudeln mit ihrem spitz zulaufenden Ende eine würzige Verbindung mit der samtweichen Leber und den herzhaften Beeren ein. Gekonnt ist im Borgo

der Umgang mit Fleisch auch bei den Hauptgerichten, das „Rehrückenfilet an Feigensauce mit Nouvelles-Kartoffeln“ darf wirklich als Solitär in der italienischen Küche in München gelten. Eine große Karte mit Weinen und eine kleine Karte mit klassischen Gerichten, die mit Fantasie, Sorgfalt und ausgereiftem Küchenwissen zubereitet sind, machen dieses Restaurant zu einer ersten Adresse. So zieht es aus gutem Grund viele Gäste auch aus anderen Stadtvierteln an die fein in Weiß eingedeckten Tische unter den Stuckdecken. Genuss auf gleichbleibend hohem Gourmet-Niveau seit 1994! Il Borgo Ristorante Georgenstrasse 144 (Schwabing West) Telefon: 129 21 19, il-borgo.de Mo–Fr 11.30–14.30 und 18–23.30 Uhr, Sa und Feiertage 18–23.30 Uhr

IM SCHNELLDURCHLAUF

Porta Capuana ist der Name eines Stadttors aus dem 13. Jahrhundert in Neapel und so heißt auch das schöne nahe dem Isar­ tor gelegene Restaurant. – Thierschstraße 14 (Lehel), Telefon 63 89 30 41, porta-capuana.com

Il Gattopardo. Prominenz und Feinschmecker, was nicht immer dasselbe sein muss, lassen sich hier ger­ ne mit dem vielgerühm­ ten Brot von Wirt Daniele Addesso verwöhnen. – Nordendstraße 58, Telefon 24 29 04 50, Il-gattopardo.de

Menzinger’s. Mitten im Grünen, ein kurzes Stück Bibulus. Ambiente und hinter dem Botanischen Piazzafeeling inklusive Garten, steht die Villa, in bietet das kleine Restau­ der das Menzinger’s geho­ rant mit der hübschen bene italienische Küche Terrasse auf dem Erichund Gastfreundschaft Mühsam-Platz mitten in Schwabing. zu fairen Preisen bietet. – Menzinger Straße 123 – Siegfriedstraße 11, Tele­ (Obermenzing), Telefon fon 39 64 47, bibulus89 16 19 41, menzingers.de ristorante.de

Cantine Cantona. Nach­ haltig und regional gibt es hier – farm-to-table – innovative italienische Küche der Saison. – Schellingstraße 27, Telefon 28 80 37 95, cantinecantona.com Antica Trattoria. Im Süden lockt die Trattoria im Sommer viele Gäste in den Garten am Hochufer der Isar, im Winter kann man die exzellente Küche in den klassischen holz­ vertäfelten Gast­r äumen ausprobieren. – Braunstraße 6 (Harla­ ching), Telef. 6 42 66 66, antica-trattoria.de

Herbst 2015 MQ — 3 3


ESSEN & TRINKEN

Der Küchen-Spion zu Besuch in „Shane’s Restaurant“

Just cook it!

Der Ire Shane McMahon im Garten seines Restaurants

An einer eher unscheinbaren Ecke im seit einiger Zeit angesagten Dreimühlenviertel gibt es seit 2009 „Shane’s Restaurant“. Die Nähe zur Großmarkthalle ist für den Iren Shane Programm und Inspiration: „Was ist heute frisch eingetroffen? Inspi­ rieren mich Qualität und Aro­ ma? Welche besonderen Produk­ te der Saison haben meine Lieb­ lingshändler heute für mich?“ Eine Speisekarte wird man im Restaurant von Barbara und Shane McMahon vergeblich suchen. Stattdessen steht über Shane’s Kitchen das Motto „Just cook it!“ Das erspart dem Gast die Qual der Wahl und reduziert die Bestellung auf Ausschluss-

SHANE’S R E S TA U R A N T

Geyerstraße 52 (Dreimühlenviertel) Tel: 74 64 68 20 Di–Sa 18–23 Uhr, shanes restaurant.de

���

4 Gänge kosten 60 €, jeder weitere (bis zu 8) 15 €, Weinbegleitung ab 43 € 3 4 — MQ Herbst 2015

Küchengeheimnis Kartoffelbrot: Innen fluffig und außen kross gelingt das Kartoffelbrot durch die Beigabe von Flocken, die Salzkruste gibt dem Brot die nötige Durchschlagkraft auf der Zunge

kriterien und Vorlieben, der Rest ist dann nur noch eine Frage des eigenen Budgets: Gönnen wir uns 4 Gänge oder trauen wir uns 8 zu? Ordern wir Wein nach eigenem Gusto oder wählen wir Weinbegleitung? Wir wählen Weinbegleitung und die beginnt mit einem Byrrh Tonic, einem französischen Weinlikör mit Tonic Water und

Wie eine Komposition von Delaunay oder Kandinsky: Das Tatar von Thun­f isch und Hamachi (Gelbschwanzmakrele) in Gaz­ pacho mit Pak Choi und Avocadocreme auf rotem Ampfer überrascht schon durch seine wunderbare Farbgebung

Aufgeschlagenes Eiweiß, nur wenig Gelatine und die untergehobene halb steif geschlagene Sahne macht die Wasabimousse so luftig. Der Wasabi-Espuma ist ein Gericht aus der Molekularküche


frischen Früchten. Die perfekte Einstimmung auf Shane’s Leitmotiv, ausschließlich frisch, leicht und saisonal zu kochen. Nach dem Kartoffelbrot, das mit Kichererbsenpürree auf den Tisch kommt, gibt es ein AmuseGueule aus Gurken-WasabiMousse mit Wasabiespuma und Wasabisesam. Das kleine grüne Dreierlei mit einem Blättchen Thaibasilikum kommt luftig und aufgeblasen daher und enthält in einer geheimnisvollen Substanz aus Gurke und Wasabi – ungewöhnlich für Wasabi! – eine nur ganz leicht zu schme-

Shane's Sommelier Philipp hat zu jedem der acht Gänge des Menüs das abgestimmte Getränk parat

ckende Schärfe. Da wirkt der runde 2014er Riesling Mosel von Franz Haag angenehm ausgleichend, der eigentlich schon den nächsten Teller durch seine leichte Säure ergänzen soll: „Tatar von Thunfisch und Hamachi in Gazpacho mit Pak Choi und Avocadocreme“.

Ein noch etwas jüngerer Shane blickt mit ein wenig Stolz und viel Erwartung auf seine Gäste

Salat, Affila-Kresse und ein Blatt von Purple Sekura. Diverse Kräuter veredeln auch den dritten Gang aus konfiertem kanadischen Wildlachs mit Radieserln und Schnittlauchcreme, den wir mit einem 2014er Grünen Veltliner von Huber von der Oberen Steigen aus dem Niederösterreichischen Traisental genießen. Der vom Feinschmeckermagazin Falstaff prämierte Weißwein mit seinem intensiven Frucht-Säurespiel fängt die frechen Aromen aus Meerrettichfädchen und krossem Kartoffelkrokant auf dem Lachs gekonnt mit seiner Frische am Gaumen auf. Derweil tändelt goldener Saiblingskaviar mit dem Sesam in der Creme, die sich unter den durch­ sichtig gerösteten Süßkartoffelchips kaum verstecken kann. Wie ein grüner Faden ziehen sich immer neue zarte und seltene Kräuter auch durch den → nächsten Fleischgang, auf

Die Komposition sieht aus wie das Farbenspiel eines Expressionisten Diesem aufgrund der Farben am Teller schon fast exaltierten Kunstwerk trauen wir anfangs nicht recht – doch das erste schüchterne Pröbchen überzeugt uns: Der orangene Spiegel aus Paprikagazpacho, den Shane mit ein paar knallgrünen garten­ frischen Erbsen dekoriert hat, verbindet sich geschmacklich dezent mit dem Tatar, das über­ mütig über dem Spiegel verteilte Grün ist Baby-Pak Choi, Frisée-

Küchentipp Radieserl: Das Rot der Radieserl verteilt sich durchgängig in der kleinen Knolle, wenn man sie für drei Tage in SushiEssig mariniert. Zugleich werden sie dadurch mild und schmackhaft Herbst 2015 MQ — 3 5


ESSEN & TRINKEN

Spektakel auf dem Teller: Exaltierte Farben mit natürlichen Aromen von Trüffel, Ei, Brunnenkresse und einem asiatischen Goma-Dressing auf Mangaliza-Schwein Carpaccio

→ den uns Sommelier Philipp mit einem Jordan aus dem südafrikanischen Stellenbosch einstimmt. Im Barriquefass gereift unterstreicht dieser Chardonnay mit seiner goldenen Farbe geschmacklich wie optisch das nächste Kunstwerk aus Shanes Küche: Ein bayerisches Carpaccio vom Mangaliza-Schwein mit Sesamdressing, schwarzem Trüffel und pochiertem Eigelb

kleiner Dosis kommt so mal ganz anders daher, der Kontrast aus cremeweich und kross bettet sich wie selbstverständlich in die hauchzart gehobelten Trüffelscheibchen mit ihrem für Trüffel ungewöhnlich zurückhaltenden Aroma und die feine asiatische Note im Dressing.

Das Paprika-Himbeer-Sorbet mit einem Blättchen Thaibasilikum sorgt zwischendurch für einen freien Gaumen

Es ist jetzt Zeit, den Blick zu den anderen Gästen in diesem ruhigen Gartenhof mit all seinen Kräutertöpfen, Pflanzen und begrünten Wänden schweifen zu lassen: Was wir sehen, sind konzentrierte Genießer – frei von Hintergrundgeräu­schen wie Straßenlärm oder Musik erleben wir ruhig dahinplätschernde Unterhaltungen zum Klappern von Geschirr und Besteck, zum Klingen von Gläsern. Dazu der Blick ins Innere von Shanes Restaurant auf das große Aquarium, das eine medita-

Der raffinierte Einsatz von Kräutern ist Shanes Kennzeichen

serviert Shane auf schwarzen Keramiktellern, darüber vagabundierende Brunnenkresse und aufgepoppte Würfelchen aus frittierter Speckschwarte, die Shane aus der Molekularküche entlehnt hat. Speck und Ei in 3 6 — MQ Herbst 2015

Ein Sommerabend auf der Gartenterrasse kann einen ganzen Tag nachträglich verzaubern und unvergesslich machen


Auch am Ende des Abends lässt die Kreativität nicht nach: Die Sauerrahmschnitte mit frischen Früchten und Buttermilchreis

tive Stimmung verbreitet und höchst durchlässig Gastraum und Lounge doch voneinander trennt. Klassisch-schlicht eingerichtet mit natürlichen Materialien und in ausgewogenen Proportionen hat Barbara McMahon hier ein ideales Ambiente für die Speisen, die Shanes Küche verlassen, geschaffen. Und was die Küche angeht: Als professionelle Küchenspione konnten wir hier eine akribisch geordnete Küche erleben, eine Umgebung beinahe wie in einem Forschungslabor, das Raum gibt für eine unerschöpfliche Experimentierfreude, die sich in diesem feinen Restaurant in der Geyerstraße durch gebändigten Übermut auf den Tellern ausdrückt. Unser Geschmacksempfinden ist inzwischen derart auf Touren gekommen, dass der jetzt servierte Zwischengang, ein Paprika-Himbeer-Sorbet mit einem Blättchen Thaibasilikum, erst einmal wieder für einen neutralen Gaumen sorgen und den Weg frei machen muss für „Rosa Kalbsrücken mit Steinpilzen, Salbeignocchi, Waldpilzschaum und Café de Paris-Butter“. Zu diesem hauchzarten Fleisch mit rosa Kern und krosser Kruste mit einem Jus aus Kalbsfond macht uns Philipp mit einer ganz neuen Weinerfahrung bekannt: Der 2013er Zorah aus Armenien stammt vom Berg Ararat. Dort werden dickschalige rote Burgundertrauben, im Rückgriff auf eine lange in Vergessenheit geratene Weinbaukultur der Antike, in Tonamphoren ausge-

At ex estemquos rempore perspid ioressit, amus ulpa que sam, sit qui am qui odicatur? Quidelenima doluptam et ab illabore, con reium id quatur autas acculparcid ulluptatur, optam, sitio. Ebis

baut. Das Ergebnis erleben wir als einen ausgesprochen energischen Rotweinbegleiter, der mit seiner fruchtigen Struktur einen wunderbaren Kontrapunkt zu den Steinpilzen unter dem hauchzar­ ten Kalbsrücken setzt. In dem beruhigenden Bewusstsein, das Shanes unerschöpfliche Kreativität im Kom­ binieren von exzellenten Produk­ ten und Aromen auch am Ende dieses Abends nicht nachlassen wird, freuen wir uns auf das Dessert aus einer Sauerrahmschnitte mit frischen Früchten und Buttermilcheis. Wie gemalt sieht auch dieses Kunstwerk aus „Shane’s Kitchen“ aus. Die knisternde Luftschokolade, die der Kochkünstler der Schnitte an die Seite gelegt hat, versucht eine 2013er Spätlese aus Neumagener Rosengärtchen Riesling prickelnd zu unterwandern, vergebens – auch hier steht der gewählte Wein in einem sorgfältig durchdachten Dialog mit der

Küche, einer Küche, die Gang für Gang Kunstwerke von erregender Ästhetik hervorgebracht hat. Liebe­voll untermalt wird das allgegenwärtige Grün aus Kräutern und Blättchen von einer Vielfalt an Gewürzen, die manch­ mal nur unterschwellig durchschimmern, hier und da aber – surprise, surprise! – mit ihren raffinierten Aromen an die Ober­ fläche dringen. Shane’s Restaurant verlassen wir spät, satt und durch und durch zufrieden. Dabei ohne jede Schwere nach den acht Gängen und mit dem Gefühl, für alles Normale für eine Weile nicht mehr erreichbar zu sein. Text: LUCIA HORNSTEIN fotos: Carolin Hirschfeld

V I TA D E S S H A N E M C M A H O N

Shane McMahon wuchs in Limerick, Irland auf und verbrachte einen Großteil seiner Kind­ heit in der Restaurant­ küche seiner Eltern. Von seiner Mutter, ei­ ner Österreicherin, lernte er viel über ihre deftige und süße Hei­ matküche. Sein Vater ist ein Meister in der Fisch- und Fleischzu­ bereitung – klar, gibt es doch in Irland das vielleicht beste Beef Europas. Mit 21 kommt Shane für Lehrjahre nach Deutschland – und bleibt. Nach An­ fängen bei „Gosch“ auf Sylt lernt er die hohe Kunst des Ko­chens im Hotel „Königs­h of“ und im Sterne-Restaurant „Tantris“ in München.

2009 folgt „Shane’s Restaurant“: Hier begeistert er seine Gäste jeden Tag mit neuen, originellen Über­r aschungsmenüs, je nachdem, was der naheliegende Groß­ markt Frisches hergibt. Er sammelt TV-Erfah­ rung u.a. bei „Galileo“ und tv gusto. 2012 er­ scheint Shanes erstes Kochbuch „Shane’s Kitchen. Kochen zum Anfassen“. 2013 wird der heute 44-Jährige in den renommierten Starköche-Club „Chefs‘ Irish Beef Club (CIBC)“ aufgenommen. Shane beschreibt seine Kochphilosophie als „frech, frei und gren­ zenlos“. Sein Motto: „Just cook it!“

Herbst 2015 MQ — 37


ESSEN & TRINKEN

Die kleine Sünde Sprichwörtlich ist es die süßeste Versuchung, seit es sie gibt:zartschmelzende Schokolade. Im Trend liegen feine Pralinen aus Manufakturen , die mit hoher Confiseriekunst zum Genuss verführen. Unser Autor Thomas Winzker hat Münchens Schokoladenseite erkundet.

3 8 — MQ Herbst 2015


Eine ruhige Hand bewahren heißt es in Pralinenmanu­ faktur von Dallmayr beim Verzieren der Schokoträume

Herbst 2015 MQ — 3 9


ESSEN & TRINKEN

D

ieser Versuchung sind wohl die meisten von uns schon erlegen: Mit Daumen und Zeigefinger behutsam in eine Schachtel Pra­ linen greifen, das Objekt der Begierde erwartungsfreudig aus­ wählen und in den Mund schieben, die Scho­ko­ hülle langsam knacken und das ganze sodann auf der Zunge zergehen lassen. Mit geschlossenen Augen, versteht sich: Denn nichts, gar nichts soll vom lustvollen Feuerwerk der Aromen ablen­ ken. Klar, dass bei solch vielschichtiger Sinnen­ freude jeder seine Favoriten hat. Die einen schwö­ ren – unabhängig von der Füllung – auf Vollmilch, andere sterben für weißen Schmelz, und nochmal andere halten Zartbitter für den Gipfel allen Genusses. Wer sich im verwöhnten München nur dem Besten vom Besten hingeben will, muss bei Pra­ linen nicht allzu lange suchen. Fast ein Dutzend meisterliche Confiseure gießen in ihren Betrie­ ben beste Kakao-Produkte zu edlen Tafeln und kreieren als Kür feinste Pralinen: aufdressiert, filiert, geschnitten, gefüllt, dekoriert – phanta­ sievoller denn je. Die drei Klassiker Hell-DunkelWeiß mit einer Handvoll Geschmacksrichtungen waren gestern. Heute ist Exotisches wie mit Chili, Ingwer und Tonkabohne Gewürztes oder mit Basilikum, Rosen und Veilchen Aromatisier­ tes in aller Munde. Kein Wunder, dass die Anhängerschaft von Pralinen Marke „homemade“ stetig zunimmt, und eine immer größere Auswahl der kleinen Meisterwerke feilgeboten wird. Ein Trend, der sich in der wachsenden Zahl an Münchner Con­ fiserien widerspiegelt. Denn ob Traditionshaus oder Newcomer: Jeder der Hersteller hat eine ­eigene unverwechselbare Handschrift – absolute Frische garantiert. Doch Achtung: es herrscht Suchtgefahr!

Wenn Schokolade sich fein macht, werden Pralinen daraus Spricht man in München von hausgemachten Pralinen mit großer Tradition, kommt die Spra­ che oft zuerst auf den Laden Elly Seidl , den seine Gründerin 1918 in der Maximilianstraße zunächst als Feinkostgeschäft eröffnete und den sie nach ihrer Tochter Elly und ihrem Mädchen­ namen Seidl benannte. Später übernahm die Fa­ milie Rambold das Zepter und spezialisierte sich noch mehr auf das Komponieren von feinsten Pralinen. In der Manufaktur in Gräfelfing werden am Tag bis zu 10.000 Exemplare in über 100 Sor­ 4 0 — MQ Herbst 2015

ten hergestellt. Darunter sind vor allem die klas­ sischen Varietäten wie der Marc-de-ChampagneTrüffel oder die patentierte „Münchner Kuppel“ aus Marshmallow und Nougat. Ergänzt wird das Sortiment durch die „Pralinen des Monats“: Neu­ interpretationen von Altbewährtem wie Boarische, Vanilla Sky und Sopherl. Hinter jeder dieser Sor­ ten verbirgt sich natürlich ein kleines Geheimnis, das man am besten selbst ergründet. Mit einer noch längeren Tradition kann die Confiserie Micksch aufwarten. Seit 145 Jahren stellt der Familienbetrieb Pralinen her, zunächst im schlesischen Breslau, nach dem Krieg dann in Haidhausen. In einem kleinen Laden im Fünfzigerjahre-Look wird das Konfekt angeboten, das gleich im Hinterhofgebäude von der nun­ mehr vierten Familiengeneration fabriziert wird. Jährlich seien es rund zehn Tonnen an schlesi­ schen Spezialitäten und Pralinen, sagt Andreas Micksch, alles bewusst traditionell gehalten – mit Ausnahme von Ingwer, den hätte sein Vater sogar lange schon vor Schuhbeck eingeführt. Ansons­ ten zeichnen sich seine 111 Pralinenarten durch ein sehr intensives Aroma aus, weil die Nüsse stärker geröstet sind und an Zutaten wie Alkohol nicht gespart wird. Letzteres weiß auch einer von Mickschs Ge­ schäftskunden zu schätzen: Feinkost Käfer ,

Schon beim Ausgießen der Pra­l inenformen beweist der Konditormeister von Elly Seidl hohe Kunst


Qual der Wahl: An die achtzig Sorten feinste Confiserie präsentiert das Delikatesshaus Dallmayr in seinen Vitrinen

Und die süßen Verführer wurden kleiner, so dass man bei einem Besuch dort gleich noch mehr von den über siebzig Sorten naschen kann. Klassi­ sches mit Nougat, Marzipan, Champagner steht zur Wahl, genauso wie Ausgefalleneres mit Fleur de Sel, Szechuanpfeffer, Lavendel, Muskatblüte, Zirbelschnaps – oder als Besonderheit die feinen Gran-Cru-Pralinen.

Venusnippel, Pralillys und Pyramiden Ein weiteres, jedoch deutlich kleineres, Familienunternehmen ist einen Besuch wert: Die

Manufaktur Walter Cordes Pralinen

der von ihm Klassiker wie Presskrokant und Mar­ zipanpralinen bezieht. Käfers Hausproduzent ist jedoch der preisgekrönte Konditormeister Leif Besselmann, der in Parsdorf exklusiv für Münchens Feinschmeckerparadies produziert. Äußerst beliebt sind seine bunten Trüffelkreatio­ nen in verschiedenen Fruchtrichtungen, Cran­ berry, Cassis, Passionsfrucht, oder der einzigar­ tige Knuspernougat. Ergänzt wird das süße Ange­ bot durch Konfekt aus Tunesien, vornehmlich für die arabische Kundschaft von Käfer. Verfüh­ rerisch sind die geheimnisvollen Kreationen aber auch für unsere Augen und Gaumen: Sesamblu­ me, Perle Pistazie oder Samsa heißen sie. Wieder ganz in eigener Hand liegt die Prali­ nenherstellung bei Alois Dallmayr . 2010 übernahm der Delikatessenriese einen Produk­ tionsbetrieb in Giesing, für den der international bekannte Schokoladenmeister Christoph Lindpointner gewonnen werden konnte. Dass er den Kurs um 180 Grad änderte, macht sich auf erfreuliche Weise bemerkbar. Die Kuvertüre (d.i. der Schokoüberzug der Pralinen) wurde ver­ feinert – französische Valrhona ersetzte die deut­ sche Lubeca –, neue Rezepturen mit weniger Zucker und weniger Alkohol wurden entwickelt.

existiert mittlerweile auch schon seit 75 Jahren, bereits in dritter Generation, und die heutige Confiserie am Harras ist ein Schlaraffenland für Zuckerfans:140 Sorten Pralinen und Schoko­ laden, hauchdünn, alle unverändert nach den Rezepturen des Firmengründers Walter Cordes hergestellt, stehen dort zur Wahl, darunter phan­ tasievolle Leckereien wie die hübschen Rosen aus Nougat. Lange im Geschäft ist auch Selfmade-Women und Münchner Original Wilhelmine Raabe. Auf ihre ganz persönliche Weise schwingt sie im Sama-Sama (indonesisch für „Bitte, gern ge­ schehen!“), gleich beim Viktualienmarkt um die Ecke, seit bald 20 Jahren das Zepter, in einem Läd­ chen, das aus der Zeit gefallen scheint. Die findi­ ge Geschäftsfrau machte sich in der süßen Szene einen Namen, als sie die berühmten „Venusnip­ pel“ aus dem Kultfilm „Chocolat“ nachbaute, mit denen Juliette Binoche das Leckermaul Johnny Depp verführte. Heute rollt Raabes Team vorort an die 120 Sorten liebevoll verzierter Rohkost- →

Feinkost Käfer bietet sein Konfekt in ori­g i­ nalem Jugend­­stil-Interieur einer Brüsseler Confiserie feil

Herbst 2015 MQ — 41


Mit großer Begeisterung und Passion hat auch Ivana Stork von Opaque die Confiseriekunst zur wahren Meisterschaft gebracht 4 2 — MQ Herbst 2015

→ und Fruchtpralinen. Darunter die „WalterSedlmayr-Pralilly“ mit Pistazie, Marzipan und Kirsch als Hommage an die Schauspielerlegende, und nicht zu vergessen die „König Ludwig Moshammer“ mit Heidelbeere, Nougat und kandiertem Veilchen. So wie sie der exzentrische Münchner Modekönig liebte.

Foto: Gabriele Brummer

Die Praline in der Pyramidenform hat Sabine Heinsch für Amai entworfen

Geballte Frauenpower, doch sehr viel sachlicher und klarer, steckt hinter Amai – japanisch für „süß“ – in der Neuturmstraße. Markenzeichen ist die Praline in der Pyramidenform, die Sabine Heinsch vor 20 Jahren ersann, um sich von anderen abzuheben. Als Besonderheit produziert sie in ihrem Frauenbetrieb den Großteil der Kuvertüre für ihre 60 Pralinensorten selbst. Schokolade hat eine Persönlichkeit, sagt sie, dem entsprächen auch ihre Kreationen mit besonders zarter Hülle und schmelziger Fülle, die während der Fertigung nie mit einer Maschine in Berührung kämen. Das Angebot variiert je nach Jahreszeit: Pflaumenpralinen im Herbst, Marzipan-Nougat im Winter. Dazu gibt es auch ein Grundsortiment besonders begehrter Trüffel, so Marc-de-Champagne, Zimt-Mandel oder Mokka. Experimentelles wie die Karamell-Konfekt mit Fleur de Sel, bleibe bei ihr die Ausnahme, sagt Heinsch, denn auf Effekthascherei möchte sie verzichten.


ESSEN & TRINKEN

AMAI

Neuturmstraße 2 amai-pralinen.de CONFISERIE MICKSCH

Belfortstraße 2 feinstepralinen.de DA L L M AY R

Dienerstraße 14–15 dallmayr.de E L LY S E I D L

Maffeistr. 1 & Kosttor 2 ellyseidl.com

Die kleinen Schoko-Kunstwerke von Matthias Lehmann (Bild oben) gleichen kostbaren Juwelen

FEINKOST KÄFER

Prinzregentenstraße 73 feinkost-kaefer.de LEHMANN PAT I S S E R I E

Holzstraße 22 lehmannpatisserie.de MEISTERWERK C H O C O L AT E R I E

Kardinal-Faulhaber-Straße 11/ Fünf Höfe meisterwerk24. com

Schokolade aus Hingabe und Leidenschaft

Auch die Pralinen der Opaque Confiserie im Glockenbachviertel zeichnen sich durch kunstvolle Optik aus: als bunte, teils opalisierende Halbkugeln, Herzen, Vierecke und verdrehte „Tango“-Quader. Ivana Stork, Wahlmünchnerin aus Kroatien, produziert ihre zuckerreduzierten Kleinodien nur aus handverlesenen feinsten Zu-

PR ALINEN SELBSTGEMACHT

O PA Q U E CONFISERIE

Holzstraße 5 opaqueconfiserie.com SAMA-SAMA

Westenriederstraße 21 sama-sama.de SCHUHBECK’S SCHOKOL ADEN

Platzl 4a schuhbeck.de WA LT E R C O R D E S PRALINEN

Plinganserstr. 37 waltercordespralinen.de

Die Pralinenproduktion ist eine hehre Kunst. Deshalb gilt „Nur nicht vom Rezept abweichen!“, eine strenge Regel, an die sich tunlichst halten sollte, wer die kleinen Wunderwerke in eigener Regie fertigen möchte. Schoko-Lehrerin Kerstin Spehr zeigt in Tages- und Abendkursen den richtigen Umgang mit Kuvertüre und die Herstellung von Trüffelmasse, Schnitt­ pralinen & Co. Glücklich, wer bei der er­ fahrenen Patissière einmal den Finger in die warme flüssige Schokolade tauchen und genussvoll abschlecken darf! PR A LI NENSC H ULE KER STI N SPEH R

Schulstraße 38, pralinen-schule.de

taten. Das beginnt schon bei der Felchlin-Schokolade aus der Schweiz, der Königin der Kuvertüren. Doch auch die (Premium-)Nüsse werden selbst geröstet, das raffiniert eingesetzte Olivenöl stammt aus besten spanischen Quellen, und das sparsam eingesetzte Meersalz kommt aus Sylt. Klassiker unter den etwa 15 Pralinensorten sind BasilikumLimette-Konfekt oder „Heiße Liebe“ mit Himbeere und Tahiti-Vanille. Doch werden stets neue Kollektionen erarbeitet – immer zusammen mit Spitzenköchen, die direkt auf die Rezepturen einwirken. Ergebnis sind Schöpfungen mit deutlich profilierten Noten wie Safran, Tonkabohne oder Erdnuss-Karamell. Ein paar Häuser entfernt, auch in der Holzstraße, erfreut ein weiterer sehr engagierter Confiseur mit seinen fantasievollen Kreationen: Matthias Lehmann . Auch seine Pralinen – oft versehen mit schimmerndem Pinselstrich – gleichen wundersamen Schmucksteinen: rund, länglich oder madelförmig gegossen, mal mit Haselnuss, Mango oder Zitronengras gefüllt. Er habe den Ehrgeiz, so der passionierte Konditormeister, dass alles, was er in der Lehmann Patisserie anbiete, selbst gefertigt ist, bis hin zu den Pralinen. An die 20 Sorten produziert er in seiner Backstube in Untergiesing. Dort kann man ihm durchs Schaufenster zusehen, wie er behände die süßen Kunstwerke erschafft. Der Schokolade verschrieben hat sich auch Michael Dillinger, der seine Pralinen in Landsberg produzieren lässt und in den Fünf Höfen → Herbst 2015 MQ — 4 3


ESSEN & TRINKEN Gerne mit Ingwer: Schuhbecks Pra­ linenrezepturen orientieren sich an exotischen Ge­ würzmischungen

→ vertreibt. Ursprung seiner Manufaktur Meisterwerk Chocolaterie war die Idee, in

seinem früheren Café unterschiedliche Choco­ linos – halbrunde Minipralinen – zum Kaffee zu kreden­zen. Die Kostproben kamen so gut an, dass er mit besten Zutaten aus Frankreich und der Schweiz die Produktion im größeren Stil startete – auch seine patentierten kreisrunden Gran CruSchoko­laden. 60 Sorten saisonal abwechselnder Pralinen gäbe es mittlerweile, doch entwickle er stetig weiter, sagt er, denn mit seinen Test-Choco­ linos könne er neue Kreationen direkt am Kun­ den ausprobieren. Mit einschlagendem Erfolg ge­ lang ihm das erst kürzlich mit fünf veganen Pra­ linen – darunter das Erdbeer-Busserl –, bei denen statt Kuhmilch Hafer-, Soja- oder Reismilch Ver­ wendung findet. Nicht minder experimentierfreudig und eben­ falls in bester Innenstadtlage ist einer, der in der Riege gehobener Pralinenproduzenten natürlich nicht fehlen darf: Alfons Schuhbeck, der kulina­ rische Fast-schon-Monopolist am Platzl. In Schuhbecks Schokoladenladen , un­ ter einem Dach mit dem Teeladen, werden erlese­ ne Süßwaren aller Arten dargeboten, darunter 80 Pralinen mit 20 Eigenschöpfungen. Schuhbeck und sein Confiseur in Niederbayern entwickeln gemeinsam Rezepturen, die angeregt sind durch des Meisters berühmte Würzmischungen wie das „Arabische Kaffeegewürz“. Der Fantasie sei kaum eine Grenze gesetzt, nur der Ausflug zum 4 4 — MQ Herbst 2015

Knoblauch sollte einmaliges Experiment bleiben, so die Konditormeisterin Gerlinde Hans, Schuh­ becks Gewürzspezialistin. Renner aber bleiben Klassiker, wie der Cassis-Trüffel oder die leicht herbe Granatapfel-Variante aus gedörrter Pulpe und den Samen, meist versetzt mit Ingwer. Diese für Schuhbeck wohl charakteristischste Zutat darf so gut wie nirgends fehlen. Außer vielleicht im Münchner Happen, der gewaltigen Haselnuss­ praline, die man am besten gleich probiert, wenn man aus dem Laden hinaustritt aufs Platzl, einer der kulinarischen Herzkammern Münchens.

Und zum Schluss ein paar vegane Spielarten aus der Meisterwerk Chocolaterie


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Hinter dem französischen Namen erwartet man eigentlich keine italienischen Designermarken. Doch genau die sind es, die Sibylle Gutgsell in Ihrem charmanten Laden in Bogenhausen ins Rampenlicht rückt. Ein schwarz-weißes Sofa von Verzelloni kontrastiert mit dem fliederfarbenen Plüsch-Sofa von Gervasoni. Barock anmutende Spiegel in zarten Pastelltönen an den Wänden verleihen dem einladenden Ensemble mit Lampen von Gubi Westlight und zart lackierten Bastkörben den neblig-leichten Flair eines sonnendurchfluteten Ferienhauses im warmen Süden. Auch die wunderschönen Stoffe und Textilien von Designersguild führt 4 6 — MQ Herbst 2015

die quirlige Innenarchitektin aus Südtirol. Modernes Design mit einer großen Portion Gemütlichkeit zeichnet ihren persönlichen Stil aus. Gern zeigt die gebürtige Italienerin Bilder von einem erst kürzlich von ihr auf Gran Canaria im Tropical Art Deco Style eingerichteten Luxusappartment vor: in Messinggold, Anthrazit, Rosé und dunkelgrün, den derzeit angesagten Miami Farben. Frau Gut­ gsell scheut bei Aufträgen dieser Art auch nicht den Aufwand, eigene Möbel­ stücke zu entwerfen, die den räumlichen Gegebenheiten dann optimal angepasst werden können. Aber auch wenn Sie ihr Kinderzimmer mit etwas Designschick aufrüsten wollen – diesen Job erledigt sie auch.  — CAROLIN HIRSCHFELD

MQ Tipp


Stein 11

Steinstraße 11 · stein11.de

Bar ELF

Tal 11 · boehmler.de

Mit der neu eröffneten Bar ELF folgt auch der Böhmler dem Trend zum Gastronomischen in den großen Einkaufshäusern der Stadt. Solange es noch warm war, konnte man auf der Terrasse bei einem Capuccino das Stadtleben im runderneuerten Tal an sich vorbeiziehen lassen. Wenn der Herbst einfällt, wird man Crémant und Antipasti im schönen Ambiente im Inneren genießen. Das Ergebnis ist eine Tagesbar zum Wohlfühlen, die mit der eleganten Inneneinrichtung in Grau und Weiß, exklusiven Leuchten und fein aufeinander abgestimmten Details in — LH Weinrot zum Bleiben einlädt. 

Die Möbel der Shaker sind weltberühmt. Mit ihre Ansprüchen an Praktikabilität und Nutzen gelten die Shaker Furniture als Vorreiter modernen Designs. Margarethe Harrje-Baumgartner lässt die Tische, Stühle, Schränke oder auch den berühmten Schaukelstuhl aus amerikanischem Nussbaum in regionalen Schreinereien und Möbelwerkstätten nach den Entwürfen der Shaker bauen. In ihrem Laden Stein 11 sind einige der Stücke, wie der Tisch mit Rollen und der Schaukelstuhl, ausgestellt. Von ihr ausgewählte Möbel sollen Wohnstücke fürs Leben sein – zeit­ los im Design. Ständig etwas Neues kaufen und das Alte entfernen, widerspricht ihrer

Einstellung, mit der sie ihr Sortiment auch um einige moderne Hersteller erweitert hat. Hier finden Sie z. B. auch die Leuchten von Maigrau aus Schwäbisch Hall.  — CH

lagot Edles Wohnen in Premiumlage. Exklusive 3-ZimmerEigentumswohnungen sowie ein Stadthaus mit 5 Zimmern in exzellenter, ruhiger Wohnlage in Alt-Bogenhausen. Luxuriöses Wohnambiente, erlesene Materialien und edle Ausstattungsdetails. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

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Die Mauerflächen des geplanten Hauses werden vollständig hinter einem grünen Pflanzenvorhang verschwinden

Das grüne Haus Grün wirkt sich erwiesenermaßen auf das psy­ chische Gleichgewicht des Menschen aus und stei­ gert das Wohlgefühl: Nach dem preisgekrönten Vorbild des Mailänder Bosco Verticale und des Parkroyal-Gebäudes in Singapur verlegt auch die Münchner Architektin Aika Schluchtmann den Garten ihres neuen ökologischen Bauprojekts im

Arabellapark direkt an die Fassade.

B

4 8 — MQ Herbst 2015

egrünte Umgebungen wirken nicht nur der Überhitzung im Sommer entgegen, sondern leis­ ten auch sonst ihren Beitrag zur Lebensqualität in Großstäd­ ten. Durch die Beschattung, die Verdunstung und den Wasser­ rückhalt der Pflanzen verbessert

sich das Mikroklima, die Pflan­ zen binden den Feinstaub, fil­ tern die Luft und bilden Sauer­ stoff. Außerdem wirken Bäume und Pflanzen bis ins oberste Stockwerk wie eine Klimaanla­ ge“, erklärt Aika Schluchtmann mit Blick auf die von der Klima-

forschung prophezeiten zunehmend heißeren Sommer: „Wenn Sie gerade an einem heißen Tag von der bebauten Stadt in einen Park treten, spüren Sie die Temperaturunterschiede. An unserem Haus entstehen ähnli­ che Effekte.“ Die Bepflanzungen nehmen an der Fassade einen guten Teil der Sonneneinstrahlung auf und tragen dadurch zu einer angenehmen Temperatur in den Innenräumen bei.

Vertikale Gärten auf 16 Stockwerken

Und so plant das Architekturbüro Schluchtmann für die Arabellastraße, nicht weit entfernt vom architektonisch eine Landmark darstellenden HypoHochhaus, ein nicht weniger spektakuläres grünes Hochhaus mit vertikalen Gärten auf 16 Stockwerken. In den unteren drei Etagen sind Büroflächen, in den oberen 55 Mietwohnungen vorgesehen. Diese reichen von Zweizimmerwohnungen mit 45 m2 bis hin zu Vier-Zim-


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Versorgung mit Wasser und Nährstoffen erfolgt über eine gleichmäßige automatisierte Tropfbewässerung. Ein mit Sensoren ausgestattetes System verwendet, ökologisch vorbildlich, Regenwasser, das in einer Zisterne am Boden und in kleineren Behältern auf den Etagen gespeichert wird.

Architektin Aika Schluchtmann

mer-Penthousewohnungen in den obersten Etagen. Jede Wohnung bekommt einen eigenen Privatgarten mit kleinen Bäumen und Sträuchern. Im zweiten Geschoss wird es eine große Terrasse mit Küche und Loungebereich geben, die von allen Bewohnern und Büroangestellten des Hauses genutzt werden kann, ganz oben ist ein Dachgarten mit einer Outdoorküche nur für die Bewohner geplant. Optisch wird man an einigen Stellen auch von Innen etwas von der Bepflanzung erleben. Denn die Begrünung wird zwar an den meisten Fenstern und Balkontüren unterbrochen, aber es wird auch verglaste Bereiche geben, die dann von innen auf die Bepflanzung schauen. Um über die Jahreszeiten etwas Abwechslung zu haben, sind einige Pflanzen immergrün, andere werfen ihr Laub im Winter ab. Gemeinsam mit den Landschaftsplanern hat man sich natürlich im Zuge der Planung jede Menge an Gedanken über die Auswahl der Pflanzen gemacht, damit die Idee am Ende auch funktioniert. Die mittelstark wachsenden Gerüstkletterpflanzen wurzeln in umlaufenden Pflanztrögen und ranken an Kletterhilfen empor. Die

Baubeginn wird im Jahr 2020 sein

Skeptische Architekturexperten, von denen es in der Branche immer viele gibt, äußern zu dem Projekt ihre Bedenken. Sie bezweifeln, dass die Pflanzen in den oberen Bereichen dem Klima standhalten können. Doch in dem grünen Haus werden umlaufende Revisionsgänge eine einfache Wartung der Pflanzen ermöglichen und die Pflanzen sollen auch nicht höher als ein Stockwerk hoch wachsen, um „die Empfindlichkeit an den Spitzen der Triebe zu mindern“. Der Baubeginn ist für das Jahr 2020 geplant. Vorher muss noch ein Flachbau aus den 70er Jahren abgerissen werden, in dem früher eine Postfiliale un-

Vorbild für die Planung sind der aus zwei Wohn­ gebäuden be­ stehende Bosco Verticale in Mai­ land ...

... und das von einer tropischen Baum­ landschaft umge­ bene ParkroyalHotel in Singapur

tergebracht war. Der Neubau orientiert sich formal auch an dem letztes Jahr fertiggestellten Nachbargebäude „Arabeska“, das sich vierstöckig und damit um einiges flacher über das Areal schlängelt und das mit dem grünen Hochhaus ein im wahren Sinne des Wortes abgerundetes Ensemble bilden wird. Mit der Konzeption eines vertikalen Gartens ist das grüne Haus ein Pilotprojekt für München. Bau und Betrieb des Gebäudes sollen daher von einem Wissenschaftlerteam begleitet und dokumentiert werden, das wie die gesamte Architekturszene schon sehr gespannt ist, wie sich die grüne Fassade auf das Mikroklima, die Feinstaubbindung, die Sauerstoffproduktion und die Lärmminderung auswirken wird – und nicht zuletzt, ob sich die Bewohner in diesem höchst innovativen Haus so wohl fühlen werden, wie es der Architektin jetzt vorschwebt.  — Carolin Hirschfeld Neubau Arabellastraße 30 Architekin: Aika Schluchtmann. Baubeginn: 2020, Fertigstellung: 2022 Herbst 2015 MQ — 49


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Pullach Bogenhausen Ästhetisches Design und edle Mate­ rialien bestimmen den Neubau im stil­ vollen Alt-Bogenhausen. Auf einem parkähnlichen Grundstück zwischen Gründerzeitvillen wird das Mehrfami­ lienhaus mit den geschwungenen Bal­ konen und den bodentiefen Fenstern ideal in das grüne Ambiente einge­b et­ tet. Die sonnigen Innenräume haben eine Höhe von 2,70 Meter und sind mit einem hell geölten Eichenparkett und Fußbodenheizung ausgestattet. Allen gemeinsam ist die offene Küche und eine an das Schlafzimmer angrenzende Ankleide. Die Bäder sind in Naturstein gehalten und überzeugen mit Spiegel­ leuchten und Audioauslässen. Die Fer­ tigstellung ist für das Frühjahr 2016 geplant. Für einen zugegeben statt­ lichen Preis sind die noch erhältlichen 2- und 3- Zimmer-Wohnungen (86, 110 und 160 qm) direkt vom Bauträger zu erwerben. Preise: € 1,25 Mio. bis € 2,09 Mio., Realisation und Verkauf: Bauwerk Capital GmbH & Co. KG, bauwerk.de

Die Villa Roller ist ein wunderschönes, frisch modernisiertes Art-Deco-Anwesen, das in neuem Glanz erstrahlt. Das Schmuckstück steht in privilegierter Lage am Isarhochufer in Pullach, das für seine idyllischen Spazier- und Radwege bekannt ist. Von den oberen Stockwerken hat man einen sensationellen Ausblick über das Isartal bis zur Burg Grünwald. Mit dem halbrunden Erker im Erdgeschoss, der Dachgaube und den weißen Fensterläden ist die Villa ein prächtig erhaltenes architektonisches Juwel aus dem vorigen Jahrhundert, die in dem großen

Garten zwischen altem Baumbestand und üppigen Rosenbeeten ein malerisches Bild abgibt. Das Anwesen verfügt über sechs Schlafzimmer und zwei Bäder. Die Stuckaturen an der Decke geben den Räumen ein einzigartiges Flair. Villa Roller: 9 Zimmer, 2 Badezimmer (224 qm), Baujahr: 1926 / 2015 € 3,9 Mio., Verkauf: Quartier VIII, Grünwald, quartieracht.de (Webseite enthält einen kleinen Film über die Villa).

Ludwigsvorstadt Gleich an der Theresienwiese entsteht unter dem klingenden Namen „Bavaria Palais“ ein prächtiges Mehrfamilienhaus mit exklusiven 2-3 Zimmerwohnungen, die alle Naturholzparkett mit Fußbodenheizung bieten. Elektrische Rollläden und Videosprechanlage gehören zum technischen Standard. Einkaufsmöglichkeiten, Cafés, Restaurants, Schulen, Kinos, Theater sind in dieser zentralen Lage natürlich in nächster Nähe vorhanden – Ihr Auto, wenn Sie denn noch eins haben, können Sie getrost in der zugehörigen Garage lassen. Bavaria Palais: 89 Eigentumswohnungen mit 2 bis 3 Zimmer, 56 bis 82 qm, € 7.600 bis € 18.000/qm, Realisation und Verkauf: Concept Bau GmbH, conceptbau.de 5 0 — MQ Herbst 2015


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Ich war noch niemals in New York 7. Oktober 2015 bis 3. Januar 2016 — Deutsches Theater

Die Floskel „davon kann man halten, was man mag“ greift ja in vielen kulturgeschmäcklerischen Fragen, aber nicht, wenn es um den Chanson-und-Schlager-Tausendsassa Udo Jürgens geht. Der die Bademantel-Zugabe zum Ritual bei jedem Konzert machte. Der 1970 in zehn Monaten 266 Konzerte spielte. Der im Dezember vergangenen Jahres an Herzversagen starb – seiner Pumpe hat er ein Leben lang das Äußerste abverlangt. In dem ganz seinen Liedern gewidmeten Musical „Ich war noch niemals in New York“ trat der Ös5 2 — MQ Herbst 2015

Ein Musical, das auf Udo Jürgens Welthits basiert und ein Lebens­ gefühl voller Sehn­ sucht reflektiert

terreicher allerdings selbst nie auf. Zur Uraufführung der Stage-Produktion in München wäre er noch zu gerne erschienen, das hatte er bereits bei den Verhandlungen angekündigt. Aber im Leben kommt eben nahezu alles anders als man es plant. Und so gehören schicksalhafte Begebenheiten zum an sich urkomischen Musical-Plot genauso dazu wie eine doppelte Romanze zwischen Eltern und ihren Kindern. Als die würdevoll gealterte Maria Wartberg, kongenial doppelbesetzt mit den Kessler Zwillingen, mit dem einsamen ergrauten Otto durchbrennt, um das Leben noch mal auf hoher See auszukosten, folgen ihre Tochter und sein Sohn den beiden aufs Schiff. Was im Boulevard vermutlich nicht ohne Skur­ rilitäten ausgekommen wäre, erhebt sich in diesem Musical zu

MQ Tipp

einer Story mit wundervollem Humor und sensiblem Tiefgang. Da ist es nur allzu bezeichnend, dass die Karrieristin und TVModeratorin Lisa Wartberg alle Sorge um ihre Mutter Marie und die aufkeimende Liebe zu Ottos Sohn sprichwörtlich über Bord werfen will, als sie erfährt, dass ihr ein Fernsehpreis verliehen werden soll. Ein gekonnt gesetzter Knackpunkt, der auch Familienmensch Udo Jürgens biografisch einbindet. Weit über 50 hoch angesehene Auszeichnungen musste er zeitlebens entgegen nehmen. Bei fast allen Anlässen erschien er voll Geduld und guten Stiles persönlich. Und wenn dieses Musical auch beileibe nicht ausreicht, ihm ein Denkmal zu setzen, so doch zumindest seinen wichtigsten Liedern. Lachen und Wei­ nen sind ausdrücklich erlaubt. — EVA MARKGRAF

Fotos: Bogdan Kramliczek, Thorimbert, Michael Petersohn

Entdecken


ENTDECKEN K U LT U R I M H E R B S T

nach vier Jahren mit neuem Album „We were here“ zurück. Verteilt auf neun intensive und tiefgehende Songs teilen Boy ihre Melancholie und funkensprühende Lebenslust. Eros Ramazzotti

Pop & Co. Eros Ramazzotti 22.Oktober — Olympiahalle Wo anders als in der legendären Cinecittà zu Rom hätte ein Selbstdarsteller wie sexy Eros zur Welt kommen sollen? Mit stattlichen 51 nannte er sein aktuelles Album schlicht „Perfetto“. Und natürlich geht er mit seinen Italo-Hits auf Welttournee. Kleiner hat er es nicht, aber das gestehen wir ihm zu. Simply Red 29.Oktober — Olympiahalle Mick Hucknall zählt zu den prägnantesten Frontmännern seit Mitte der Achtzigerjahre. Dass er es sogar schafft, die Granden der deutschen Bekleidungsindustrie in Wallung zu versetzen, bewies er 2014, als der Hemdenfabrikant Olymp Simply Red als Showact zur Eröffnung seines neuen Werks buchte. Die Olympiahalle wird der Band aber eher gerecht. Boy 9. November — Muffathalle Das smarte Duo der deutschen Popmusik meldet sich

Tocotronic 14. November — Zenith Dirk von Lowtzow ist der wohl coolste Intellektuelle seit George Bernard Shaw und das Lebensgefühl der Generation X mit seiner Band Tocotronic zumindest in Deutschland mehr geprägt als Kurt Cobain mit Nirvana. Jetzt bereitet die Hamburger Combo unsere letzten linken Sehnsüchte auf.

Klassik & Jazz Orgel, Pauken und Trompeten 20. September — Gasteig Im Fokus des 30-jährigen Jubiläums des Gasteigs steht die Klais-Orgel – mit 6.000 Pfeifen einer der größten in München - auf der Musikprofessor Winklhofer mit drei Trompetern aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem jungen Paukisten Maxime Pidoux einen Epochenmix zum Besten geben wird. Trio Zahg

Tocotronic

Diana Krall 18. Oktober — Philharmonie In ihrer 30-jährigen Kar­ riere hat die attraktive Kanadierin als gefeierte JazzPionierin viel erreicht: mehrere Gold- und Platin­ alben sowie weltweite Anerkennung. Jetzt tourt sie wieder durch Deutschland. Ihr aktuelles Programm ist feinster Jazz mit leichten Pop-Einflüssen. Trio Zahg 27. Oktober — Pasinger Fabrik Die drei jungen Jazzmusiker Tobias Reinsch, Stefan Berger und Matthias Fischer kennen sich seit Studienzeiten, komponieren ausschließlich selbst und schaffen so eine eindrucksvolle Verschmelzung von klassischen Jazzelementen mit rhythmischen Pop-Elementen.

der „Nachtwandlerin“ debütiert der Regisseur Michael Sturminger in München.

Mefistofele 24. Oktober — Staatsoper An Goethes prachtvoll beschriebener Kultfigur haben sich Gründgens, Mann und zahllose Schultheater verausgabt. Doch wenn die Staatsoper Arrigo Boitos Protagonist als Destillat aus Goethes „Faust“ beschreibt, liegt es richtig. Und Roland Schwabs Inszenierung lässt als Neuproduktion viel erwarten. La Cenerentola 4. November — Cuvilléstheater Komponist Gioachino Rossini und Librettist Jacopo Ferretti kreierten mit „La Cenerentola“ die Erwachsenenversion von Aschenputtel und übertrugen die überzogene Märchenwelt in die Realität. Regisseurin Bri­ gitte Fassbaender ist eine anspruchsvolle Familien→ oper gelungen.

Oper La Sonnambula 8. bis 25. Oktober — Prinzregententheater Bauer Elvino löst für seine Liebe zur schönen Amina die Beziehung zur Wirtin Lisa. Als der verschollene Graf Rodolfo zurückkehrt, macht auch er Amina den Hof. Nach einer schlafwandelnden Nacht liegt Amina im Bett des Rivalen. Die Tragödie beginnt. Mit

Diana Krall


Opernsänger zu werden. Ein humorvolles und gelungenes Kontrastprogramm.

Ludwig Müller ab 13. Oktober — Lach und Schieß Als ehrgeiziger Nachrichtensprecher verwandelt der österreichische Wortakrobat und preisgekrönte Künstler in seinem aktuellen Bühnen­ hit „Dichter Verkehr“ selbst banale Verkehrsnachrichten in lyrische und poetische Schüttelreime.

Der feurige Engel 29. November — Staatsoper Die Oper in fünf Akten von Komponist Sergej Prokofjew schildet die bedingungslose Suche von Renata nach einer berauschten Vereinigung mit einem Engel. Gemeinsam mit Rupprecht, der ihr unwiderstehlich verfallen ist, verlieren beide jegliche Moral, Vernunft und den Überblick über ihr eigenes Leben.

Theater Prinz Friedrich von Homburg 25. September (Premiere) — Residenztheater Heinrich von Kleists letztes Drama wird unter der Regie von David Bösch und in namhafter Besetzung inszeniert. Ein Lehrstück zu gegensätzlichen Themen wie Unterdrückung und Subver5 4 — MQ Herbst 2015

Tschitti, Tschitti, Bäng Bäng ab 2.11. im Prinzregententheater

sion sowie Allgemeinwohl und Eigennutz.

Die Netzwelt 26. September (Premiere) — Cuvilléstheater Ein absolut reeller Krimi, den die amerikanische Dramatikerin Jennifer Haley erstmals in deutscher Sprache auf die Bühne bringt. „Die Netzwelt“ ist verlockend und brutal, undurchschaubar und macht süchtig und machtlos zugleich. Opening Night: Alles über Laura 26. Oktober (Premiere) — Marstall Die junge Schauspielerin Myrtle Gordon ist hin- und hergerissen zwischen Erfolg und drohendem Ende ihrer bislang kometenhaften Karriere. Als ihr größter Fan Nancy bei einem Unfall stirbt, gerät ihr Leben komplett aus den Fugen.

Kabarett Martin Frank 1. Oktober — Schlachthof Mit seinen 22 jungen Jahren präsentiert der Schauspielschüler bereits sein zweites Bühnensolo. In „Alles ein bisschen anders – Vom Land in d’Stadt“ wagt er den Sprung aus dem behüteten Erziehungsdrill der Oma in die Großstadt, um dort

Ludwig Müller

tiv denken. So einfach arrangiert sich Entertainerin Sissi Perlinger in ihrem neuen Programm „Ich bleib dann mal jung!“ mit dem Älter Werden. Spaßig leicht und mit philosophischem Tiefgang.

Gerd Dudenhöffer 13. November (Premiere) — Lustspielhaus Kultfigur und mürrischer Kleinbürger Heinz Becker ist zurück. In „Vita. Chronik eines Stillstandes“ gibt es 120 Minuten geballte Saarland-Komik des erst kürzlich mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichneten Kabarettisten.

Fotos: Lukas Dostal, Wild und Leise, Franziska Schrödinger, Marie-Laure Briane, Estate Norbert Tadeusz

Sissi Perlinger 15. Oktober (Premiere) — Lustspielhaus Einfach mal abschalten, Fest­platte bedingungslos löschen und ab sofort posi-


ENTDECKEN K U LT U R I M H E R B S T

Paul Klee im Kunstbau

Jahre waren sie freundschaftlich und künstlerisch verbunden. Die Ausstellung fokussiert sich vor allem auf ihre gemeinsame Bauhaus-Zeit.

Ausstellung Hanne Darboven – Aufklärung 18. September 2015 bis 14. Februar 2016 — Haus der Kunst Die erste große, zweigeteilte Retrospektive „Zeit­ geschichten – Aufklärung“ nach Hanne Darbovens Tod 2009 wird auch in Bonn zu sehen sein. Das Haus der Kunst zeigt das faszi­ nierenden Werkserien der Konzeptkünstlerin, die ihren starken Bezug zur Aufklärung demonstrieren.

Amerikanerin Amie Siegel in die Vila Stuck. Sechs Arbeiten sowie ein 2015 entstandenes Werk laden die Besucher zur Reflektion über Wert und Ökonomie.

Ricochet – #10. Amie Siegel 12. Oktober 2015 bis 10. Januar 2016 — Villa Stuck Ein Mix aus Installationen und Filmen erwartet die Besucher bei der ersten institutionellen Ausstellung der

Klee & Kandinsky 21. Oktober 2015 bis 24. Januar 2016 — Kunstbau Die einstigen Schwabinger Nachbarn Kandinsky und Klee galten nicht nur als Sinn­bild der Klassischen Moderne. Für mehr als 30

Galerie

Karl Prantl in der Galerie Biedermann

Norbert Tadeusz – Malerei 2. bis 31. Oktober — Galerie Bernheimer Die Retrospektive schlüsselt die Entwicklung des Malers seit den Sechzigern auf: Akte im Raum, Maler und Modell, Pferde, Feuer, Blumen und Fensterblicke. Spektakuläre Perspektiven, Farbkontraste sowie gewagte Raumkonstruktionen ermöglichen Tadeusz die Erneuerung von Motiven einer klassischen malerischen Tradition. Karin Jarausch – So gesehen 11. September bis 30. Oktober — Galerie Anais Im Rahmen der Open Art zeigt die Galerie Anais die stimmungsvollen Ar­ beiten der 1962 geborenen Malerin Karin Jarausch. Ihre harmonischen Landschaftsmotive werden mit Farbtupfern und Mustern akzentuiert, sind für den Beobachter transparent und spielen mit Leichtigkeit. Karl Prantl – Steine 11. September bis 30. Oktober — Galerie Biedermann Für den österreichischen Bildhauer Prantl war die Kunst im Freien maßgeblich, weil sich stets äußere Einflüsse in das Gesamtwerk mischten. So gründete er das jährlich stattfindende Symposion in St. Margarethen. Die erste Ausstellung nach seinem Tod zeigt

Skulpturen und frühe, unbekannte Zeichnungen.

44 Jahre Galerie Bernd Dürr – Kunst nach ’45 11. September bis 23. Dezember — Galerie Bernd Dürr Im Rahmen der Jubiläumsausstellung zu 44 Jahren Galerie Bernd Dürr werden zahlreiche Arbeiten von Künstlern wie Theodor Werner, Johannes Muggenthaler oder Olga Stozhar unter dem Titel „Kunst nach '45: Vom Informel zur Gegenwart“ vorgestellt.

Norbert Tadeusz

Sonstiges Krimifestival München 14./15. November — BMW -Welt Die neuesten Kriminalroma­ ne, nationale und internatio­ nale Bestseller-Autoren: Seit 2003 entwickelte sich das Kri­mifestival München zu einem der größten Festivals für Kriminalliteratur. Der Start­schuss fällt am 14. November ab 19 Uhr mit TVKommissarin Andrea Sawatz­ ki. Am 15. November war­tet dann im Rahmen der Detectives Night ein neuer Fall auf den renommierten PrivatDetek­tiv Tamer Baker. — E.M. Herbst 2015 MQ — 5 5


ENTDECKEN

Hier leuchtet München wirklich Die Highlights im Hofgartenflügel der Residenz sind ein Höhepunkt im Münchner Kulturjahr

M „Die ‚Highlights‘ in München macht ihrem Ruf als exquisiteste Kunstmesse Deutschlands alle Ehre.“ Die Zeit

ünchen beherbergt seit einigen Jahren im Herbst eine der exquisitesten Kunstmessen Europas, die Kunst von derAntike bis zur Klassischen Moderne und der Zeit nach 1945 präsentiert. Die Aussteller der „Highlights“ sind hochkarätige, renommierte Kunsthändler, die sich durch Teilnahme an internationalen Messen wie auch durch ein umfassendes und qualitativ überzeugendes Angebot auszeichnen. Vor der Eröffnung der Messe werden die Ausstellungs­ob­jek­te durch eine Jury von Experten geprüft, um den → Herbst 2015 MQ — 57


ENTDECKEN

„50 Galerien zeigen auf der ‚Highlights‘ viel von dem, was das kulturelle Erbe der Menschheit seit tausenden von Jahren ausmacht.“ Augsburger Allgemeine

„So viele weltweit führende Galerien sind an keiner anderen deutschen Messe anzutreffen, in entsprechend muse­a len Höhen ist das Angebot angesiedelt.“ Süddeutsche Zeitung

→ hohen Standard durchgängig sicherzustellen. In diesem Jahr werden 56 handverlesene Ausstellern bei der „Highlights“ dabei sein. Die Messearchitektur am Standort Residenz übernahm erneut der Niederländer Tom Postma, der auch für die Gestaltung der Tefaf in Maastricht und der Art Basel verantwortlich zeichnet. Im Ausstellungsbereich bereitet der offene, puristische und elegante Stil Postmas die Bühne für die wertvollen, oftmals opulenten Ausstellungsstücke und bringt diese in einen spannenden Dialog der verschiedenen Epochen und Stile. Gemeinsam produzieren „Highlights“ und das Magazin AD ein hochwertiges Magazin mit Katalogteil, das im Zeitschriftenhandel erhältlich ist. — F.O. R E S I D E N Z , Eingang Hofgartenstraße (ehem. Ägypt. Museum) 28. Oktober–1. November 2015 von 11–19 Uhr, Abendöffnung am Donnerstag, 29. Oktober, bis 22 Uhr 5 8 — MQ Herbst 2015

„Wunderkammer des feinen Geschmacks“ Weltkunst


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Auch im Herbst/ Winter kann im 35°-Pool geplanscht werden

Kempinski Hotel Berchtesgaden

Hintereck 1 · kempinski.com/berchtesgaden Im Berchtesgadener Land, inmitten einer der spektakulärsten Bergszenerien, die die bayrischen Alpen zu bieten haben, lädt ein neu gestaltetes Hideaway zur Flucht vor Großstadthektik und Stress ein, zum Wandern und Sporteln, zum Entspannen und Genießen. Das Haus in spektakulärer Lage am Obersalzberg ist das dritte alpine Lifestyle-Resort der Kempinski-Gruppe, und schon beim Betreten der imposanten Halle zeigt sich die Handschrift der neuen Betreiber des einstigen InterContinental-Hotels. Ein schöner Eichenboden, Loden und Leder, stilisierte Hirsch­geweihe, überdimensionierte Lampenschirme und nicht zuletzt der großzügige Bereich rund um den zentralen offenen Kamin strahlen alpenländische Wärme aus, kombiniert mit klarem Design. Nicht weniger verlockend ist der 1400 qm-Spa mit unterschiedlichen Saunen, 6 0 — MQ Herbst 2015

MQ Tipp

Ruhebereichen, einem temperierten Innenpool und einem Außenbecken mit 35°C warmen Wasser – direkt am Fuße des schroffen Hohen Göll. Imposant ist der Blick auf den Watzmann, der aus der Ferne grüßt. Garantierten Bergblick hat man von den edel gestylten 138 Zimmern und Suiten (die alle über Balkon, Terrasse oder Panoramafenster verfügen), sowie von den Restaurants Johann Grill und Le Ciel.  — Thomas Winzker


Mizu Sushi-Bar

Wiesseer Straße 1 Weißach (Rottach-Egern) bachmair-weissach.com

Im Wellness-Luxushotel Bachmair Weissach am Tegernsee hat die Mizu SushiBar als japanisches GourmetRestaurant ihre Pforten ge­ öffnet. Mizu heißt „Wasser“ und das hört man vom nahen Gebirgsbach her rauschen. Der Name erinnert aber auch an Mitsutoshi Sugiyama, den Meisterkoch, den Hotelinhaber Korbinian Kohler mit großer Überzeugungskunst an

den Tegernsee locken konnte. Dort zaubert Sugiyama nun am offenen Tresen des von Pflaumenholz dominierten Restaurants Sushi- und TatakiSpezialitäten auf höchstem Niveau, wobei neben Klassikern wie Thunfisch auch Heimisches wie Forelle oder Saibling auf den Tisch kommt. Zum Abschluss nicht missen sollte man den mit MatchaTee verfeinerten Käsekuchen, wie einen Sake Gimlet, den spritzige Signature-Cocktail aus Sake, Limette und Ingwer, gemixt vom kreativen Barman — TW David Barth.

Pomade Shop

Blumenstraße 3 · pomadeshop.com Soll es lieber die bevorzugte Pomade von Johnny Cash sein? Oder doch jene, die bereits Elvis benutzte? Vielleicht auch ein hauseigenes Produkt namens „Dapper Dan“ oder – an Ironie wird nicht gespart – eines namens „FOP“? Die Namen verraten, dass Pflege-Pionier Stan Soldan den Film „O Brother, Where Art Thou?“ vergöttert. Ansonsten trägt der tipptopp gestylte Vintage-Fanatiker wie ein Trüffelschwein Herrenpflegeprodukte aus aller Welt zusammen, die sich teilweise seit 100 Jahren bewährt haben, kultig verpackt sind und mit ihrem Duft beste Erinnerungen wachrufen. So wie die Parfums von L.T. Piver oder Coudray.  — MKM

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Beauty-Kick zu Mittag

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Die sogenannten Beauty-Kicks zur Mittagszeit sind eine unkomplizierte und erholsame Geheimwaffe und werden bevorzugt von Businessfrauen genutzt. Doch auch Herren kommen immer mehr auf den Geschmack.

nur in handverlesenen Luxus-Stores zu finden sind, ins Schwärmen. „Wir sind sehr darauf bedacht, alle Produkte, die wir später unseren Kunden emp­ fehlen wollen, vorab einmal selbst getestet zu ha­ ben“, erklärt Spa-Inhaberin Kornelia Rose. Während Männer eine klassische Mani- oder Pediküre bevorzugen, rät sie den Damen zu einer kurzen aber intensiven Spa-Behandlung am Mittag: Eine auflockernde Gesichtsmassage, eine AugenliftingBehandlung oder ein 60-minütiges Facial, um mit einem anschließenden Tagesmake-up wieder

S

trahlender Teint und wache Augen vermitteln nicht nur ein besseres Selbstwertgefühl, sie verstärken auch den positiven Eindruck, den Kollegen und Geschäftspartner auf den ersten Blick erhalten. Das Geheimnis? Eine maximal einstündige Spa-Ses­ sion statt ungesundem Fastfood am Schreibtisch. Gerade jetzt zu Beginn der kühleren Herbstzeit bedarf es vor allem der intensiven und nährreichen Pflege der Augenpartien, die durch die sommerliche Sonneneinstrahlung extrem beansprucht wurden – da sind sich alle Experten einig. Munich Quality stellt Ihnen vier der besten Adressen Mün­ chens zum Relaxen und Revitalisieren vor.

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Das „Organic Luxury“ ist eine der auf viel Natürlichkeit aufbauenden Beautyoasen, in der sich gestresste Großstädter zumindest ein gutes Aussehen für den nächsten Termin oder das nächste Abenteuer holen

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Im medizinisch orientierten Schönheitszentrum gegenüber der Oper warnt Kosmetik-Supervisor Nadja Mokhtari eindringlich: „Klimaanlagen, PC-Bildschirmstrahlen – all das schadet der Gesichtshaut.“ Also Grund genug, mittags mal kurz Urlaub vom Job zu machen. „Unser relativ exklusives Jet-Peel – vereinfacht gesagt, eine WasserLuft-Düsenbehandlung – ist in der Mittagspause bei Männern und Frauen gleichermaßen beliebt. Die Einleitung von Wirkstoffen wie Hyaluronsäure oder Vitamin C in die Haut erfrischt die Haut spürbar. So erzielen wir intensive Reinigung mit der Glättung von Fältchen für bis zu vier Tage und ohne Rötungen. Sie können danach also getrost ins Meeting gehen.“ Wer am Nachmittag keinen wichtigen Termin mehr hat, kann beim Peeling sogar bis zur sogenannten Mirco-Dermabrasion gehen. Dabei wird die äußerste Hautschicht durch physikalischen Abrieb zur Erneuerung angeregt. Poren, MicroFalten und sogar Narben lassen sich dadurch verfeinern. Und wer eine Behandlung ohne Hautkontakt vorzieht, erfährt durch eine LED-Lichttherapie eine schonende Anti-Aging-Wirkung. Mokhtari vergleicht das mit dem Sonneneffekt: „Deren Licht regt in der Haut vor allem die gesundheits-

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„Bezauberndes Strahlen“ heißt eine der sich selbst erklärenden Behandlungen bei Clarins …

… währenddessen das in sanftem Licht erstrahlende Zentrum mit dem schrecklich medizinisch klingenden Namen eine sehr viel angenehmere Atmosphäre bietet, als es der Titel vermuten lässt

fördernde Vitamin-D-Produktion an.“ Ein Beweis dafür, wie sehr unser Wohlbefinden in Wechselwirkung mit glücklicher Haut steht.

Clarins

Residenzstraße 27 · Telefon 29 01 53 54 clarins.de

„Wir sind der Meinung, 60 Minuten sollte eine Kurz­behandlung auf jeden Fall dauern, damit der Patient oder die Patientin ausreichend entspannt und der kosmetische Effekt sich einstellen kann“, sagt Sylvia Enders von Clarins. Auch bei ihr startet jeder Termin mit einem ausführlichen Hautcheck, bei dem auch eventuelle Unverträglichkeiten abgefragt werden. Jüngere Kundinnen bevorzugen Trendbehandlungen wie das 60-minütige Angebot „Bezauberndes Strahlen“. Danach wirkt die Haut glatter und ebenmäßig, die Augenbrauen werden gepflegt und die Augenpartie ist sichtbar erfrischt. Der Schwerpunkt im Haus liegt aber auf Anti-Aging. „Wir verwenden dabei die höher konzentrierten Produkte ‚Clarins Pro‘, die ausschließlich bei uns im Spa zum Einsatz kommen. Eine korrespondierende Heimpflege kann die Kundin bei uns oder im Handel erhalten.“ Männer mit ihrem oft geringeren Zeitbudget legen hingegen den Fokus auf gepflegte Hände und buchen bevorzugt eine Mani- oder Pediküre (ab 30 Euro). Das Besondere bei Clarins: Hier kommen nur professionelle Hände und keinerlei Apparaturen zum Einsatz, so dass Druckstellen oder rote Flecken ausbleiben. Dennoch werden alle kosme­ tischen Auszeiten mit einem individuellen TagesMake-up abgerundet. Und für den Herbst hat auch Frau Enders den schon erwähnen Tipp parat: Die 30-Minuten-Pflege für die Augenpartie mit dem verheißungsvollen Label „Schöne Augen­ blicke“ reguliert die von der Sommersonne in


WOH LF Ü H LE N

Mitleidenschaft gezogene Haut und reduziert kleine Fältchen.

Horst Kirchberger

Brienner Straße 11/Im Luitpoldblock Telefon 22 37 84 & Schumannstraße 3 Telefon 41 31 08 88 · kirchberger-beauty.de

In Kirchbergers Beauty Lounge im Luitpoldblock sorgen kurze Spa-Treatments für die nötige Entspannung von Geschäftsleuten. „Da unsere Kun­ den in der Regel höchstens 60 Minuten Zeit mit­ bringen, empfehlen wir Ihnen ein leichtes Peeling mit nachfolgender Pflege sowie zum Abschluss eine wohltuende Kopfmassage. Das regt die Durch­ blutung an und macht Sie wieder fit fürs Büro“, sagt Horst Kirchberger. Er und sein Team verwen­ den bei den Behandlungen für Damen bevorzugt beruhigende Seren und Masken, bei den Herren kommen überwiegend feuchtigkeitsspendende Produkte zum Einsatz. Verwöhnt werden die Kunden dabei mit den luxuriösen Pflegelinien von Estée Lauder, La Prairie, MBR, Sesnai oder QMS. Bereits nach der ersten Behandlung erlebt der Kunde einen spürbaren Frischekick. Nach den klassischen Behandlungen ist die Haut entspannt und neutralisiert, Rötungen oder Reizungen bleiben aus. Nur nach Anwendung einer Micro-Derm­ abrasion (sanftes Abschleifen der Hautoberfläche) empfiehlt Kirchberger ein schnelles „Makeup to go“, um kurzfristig auftretende Rötungen zu kaschieren. Auch sein Tipp für Damen im Herbst ist: Fokus auf die Augenpartie. Mit einer kühlen-

Nach der Gesichtsbehandlung gibt es bei Kirchberger manchmal noch ein schnelles Make up to go, um kurzfristige kleine Rötungen verschwinden zu lassen

den Maske kann eine geschwollene Augenpartie sanft gelindert werden. Seine Empfehlung für Herren: das 60-minütige „Anti-Aging-Program Treatment for Men“, eine intensive Anti-AgingKur mit Kopfmassage. Auf Wunsch und je nach Zeit können die Kunden zu allen Programmen diverse Extras wie Maniküre, Augenbrauen zupfen oder ein H2O-Treatment dazu buchen.  — Matthias Koth-Markgraf

MQ2_anzeigen 27.07.2015 16:31 Seite 1

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IMPRESSUM

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Gestaltung: Arndt Knieper, Viola Müller Hergerdt (Produktion)

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VERLAG

Autoren dieser Ausgabe: Volker Hansen, Carolin Hirschfeld, Lucia Hornstein, Matthias

6 6 — MQ Herbst 2015

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DRUCK

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MQ Munich Quality erscheint vier Mal im Jahr und wird ausgesuchten Premiumhaushalten direkt zugestellt (22.000 Exemplare) sowie in ausgewählten Shops und Restaurants, bei Dienstleistern und in Kulturbetrieben ausgelegt.

Nächster Erscheinungstermin: 26. November 2015


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MQ Munich Quality Ausgabe 3/2015  

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