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Sommer 2014

Munich Quality

Das Beste in München EI N K AUFEN ENTDECKEN

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ESSEN UND TR I N K EN � WOHNEN � WOHLFÜH LEN

Sommer in der Stadt Die schönsten Terrassen in München

Sehr persönlich Neun Mal Mode, die uns Spaß macht

Nichts wie raus

Tipps für Umland-Trips mit feiner Bayernküche

Frisch ist alles

Unsere Lieblinge am Viktualienmarkt


ProGramm 2014. HIGHLIGHTS.

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BmW moTorraD Warm-uP-ParTY // BmW muSEum Die Motorrad-Party im und rund um das BMW Museum: Bevor am Freitag in Garmisch-Partenkirchen das größte BMW Motorradtreffen der Welt beginnt, wird im BMW Museum in München eine große Warm-up-Party gefeiert – mit Moderatoren von Radio Gong, BBQ, Liveband und Motorrad-Stunts. // 19.00 – 24.00 Uhr ZWEIraDTaGE IN DEr BmW WELT // BmW WELT

bis Fans und Familien aufgepasst: Ende Juli veranstaltet die BMW Welt die beliebten

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Zweiradtage. Auch dieses Jahr gibt es wieder die BMW Streetbike Stunt-Show, Motorrad-Schnupperfahrten ohne Führerschein, einen BMW Bike Test-Drive und Special Sale, eine BMX Show und BMX Workshops, Kidsbike-, Mountainbike- und Segway-Parcours u. v. m. zu sehen. Bei schlechtem Wetter finden die Aktionen teilweise in der BMW Welt statt. // 10.00 – 18.00 Uhr

FamILIENSoNNTaG // BmW WELT / BmW muSEum Alles rund ums Fahrrad: An den Zweiradtagen stehen Motorrad, Fahrrad und sonstige Zweiradgefährten im Vordergrund. Neben spektakulären Aufführungen und Bastelstationen dürfen sich die kleinen Gäste in der Kinderverkehrsschule ausprobieren. // 10.00 – 18.00 Uhr

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FErIENProGramm moBILITÄT GESTaLTEN (7 – 9 jaHrE) // BmW WELT Es wird rund um das Thema Mobilität geforscht und experimentiert. In der Campus Werkstatt bauen Nachwuchsingenieure im Team ihr eigenes Fahrzeug. Anmeldung unter: junior.programm@bmw.de // 14.30 – 18.00 Uhr

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FErIENProGramm moBILITÄTSTour maXI (10 – 13 jaHrE) // BmW WELT Ausgestattet mit Lupe, Stoppuhr und Maßband geht’s los auf eine spannende Entdeckungstour. Die Kinder lernen mit viel Spaß Wissenswertes über Autos und Verkehrssicherheit. Anmeldung unter: junior.programm@bmw.de // 14.30 – 17.00 Uhr

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FErIENProGramm BmW NaCHWuCHSDESIGNEr (7 – 9 jaHrE) // BmW muSEum

und Hier können Kinder ihren eigenen BMW der Zukunft designen. Auf einer Ideen-

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reise spüren sie spannende Autotrends auf und werden an einem echten Lichtpult kreativ. Im Anschluss werden die Entwürfe mit einem Profi-Airbrushsystem besprüht. Anmeldung unter: junior.programm@bmw.de // 15.00 – 17.30 Uhr

SEPTEmBEr. ab VorSCHuLWorKSHoPS Im BmW juNIor ProGramm // BmW WELT / BmW muSEum

bis LEICHTBau Im BmW muSEum // BmW muSEum

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Neu ab September: Raus aus dem Kindergarten, rein in die Kreativwerkstätten des BMW Junior Programms. Bei den Workshops setzen sich Vorschulkinder spielerisch und kreativ mit Themen wie Mobilität, Fahrzeugbau, Verkehrssicherheit und Materialkunde auseinander. Die Programme sind speziell auf das Wissen und Können der 5- bis 6-Jährigen ausgelegt, verbinden Theorie und Praxis und fördern Fähigkeiten wie motorisches Geschick, Kreativität und Teamwork. // 10.15 – 12.45 Uhr

ab BmW Im FoKuS. BmW FoToGraFIE Im WaNDEL DEr ZEIT // BmW muSEum

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mINI CLuB SErIES – GooD To SEE You // BmW WELT Mit Sascha Braemer kommt einer der umtriebigsten DJs Deutschlands in die BMW Welt. Auch dieses Mal kannst Du als Support Act dabei sein oder für Deinen Favoriten voten bei unserem DJ Contest. // 22.00 – 05.00 Uhr

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SCHuLaNFaNG IN DEr BmW WELT // BmW WELT Alle Kinder startklar! Fit ins neue Schuljahr. So lautet das Motto des Aktionstages in der BMW Welt. Im Mittelpunkt stehen Schulkinder und ihre Familien. So wird der Start ins neue Schuljahr ein echtes Vergnügen. // 11.00 – 18.00 Uhr

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FamILIENSoNNTaG // BmW WELT / BmW muSEum Bayerisches Festival: das Oktoberfest in der BMW Welt und im BMW Museum. Es locken ein Karussell, traditionelle Musik und ein Wiesn-Quiz mit Belohnung. // 10.00 – 18.00 Uhr

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Karbon – der Baustoff der Zukunft bildet die Basis von CFK, einem mit Kohlenstofffasern verstärkten Kunststoff, der die Elektrofahrzeuge von BMW i erst möglich macht. Die Ausstellung erläutert seine Vorteile und zeigt Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen in und außerhalb der Automobilproduktion. Hauptattraktion ist eine künstlerische Installation, die die Leichtigkeit von Karbon förmlich auf die Spitze treibt. // Di – So, 10.00 – 18.00 Uhr Jedes prominente Produkt hat seine eigene Bilderwelt – auch die automobile Welt von BMW macht da keine Ausnahme. Mit Beginn der Automobilproduktion 1928 hat BMW Wert auf hochwertige Produktfotografie gelegt. So ist im Laufe von fast 90 Jahren ein unermesslicher Schatz an fotografischen Dokumenten entstanden, von der Werbe- bis zur Kunstfotografie. Die Ausstellung präsentiert von Ende Juli 2014 bis Januar 2015 die rund 50 besten Werke, angereichert mit dem Urteil einer Expertenjury. 90 Jahre BMW Fotografie bieten auf diese Weise eine Zeitreise durch Bild- und Produktästhetik. // Di –So, 10.00 – 18.00 Uhr

auGuST. 01 12

FErIENProGramm BmW NaCHWuCHSDESIGNEr (10 – 14 jaHrE) // BmW muSEum Hier können die Kinder ihren eigenen BMW der Zukunft designen. Auf einer Ideenreise spüren sie spannende Autotrends auf und werden an einem echten und Lichtpult kreativ. Im Anschluss werden die Entwürfe mit einem Profi-Airbrush16 system besprüht. Anmeldung unter: junior.programm@bmw.de // 10.15 – 12.45 Uhr

bis roLLS-roYCE moTor CarS Zu GaST Im BmW muSEum.

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STrIVE For PErFECTIoN // BmW muSEum Mit 15 wertvollen Originalfahrzeugen widmet das BMW Museum der Luxusmarke Rolls-Royce eine umfangreiche historische Ausstellung von den Anfängen bis heute. // Di – So, 10.00 – 18.00 Uhr

Dies ist eine Auswahl von Veranstaltungen in den Monaten Juli, August und September. Mehr Informationen zu weiteren Events sowie spannende Angebote finden Sie unter bmw-welt.com

Irrtümer und Änderungen bleiben vorbehalten. © BMW AG

juLI.

bmw-welt.com


M U N ICH QUA LI T Y I M S O M M E R 2 0 14

Einkaufen 5 MQ-Tipp

House of Capulet

6 Schaufenster

Neues für den Sommer

8 Sehr persönlich

Neun Mal Mode, die uns Spaß macht

14 Münchner Meile

Schwabings quicklebendige Ader

18 Die MQ Label-Serie Hermés, IRO, Brunello Cucinelli

Essen & Trinken

34 G ebraut nach dem Freiheitsgebot

Gourmet-Biere in München

38 Für die sonnigsten Tage des Jahres Münchens schönste Sommerterrassen

Entdecken 47 MQ-Tipp

DDR-Design in der Neuen Sammlung

48 Momente

50 Speis’ und Tank

Zehn Kultur- und Speiseziele rund um München

Wohnen 58 MQ-Tipp

22 Vorspeise

59 Entrée

Alte Brennerei, VIB, Iveria

24 Der Küchen-Spion im Restaurant Walter & Benjamin

26 Vom Geschmack der Welt

Die besten Standln am Viktualienmarkt

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Kulturtipps für den Sommer

21 MQ-Tipp

Konstantin & Friends

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Klewitz die Wohnung

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Eingetroffen von der Möbelmesse Mailand

60 Schick am See

Häuser mit System

Wohlfühlen 64 MQ-Tipp

Wellnesshotel Das Kranzbach

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65 Aufwärmen

Zahnästhetik, Studio 12

66 Spielsalon

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MQ verlost Restaurantbesuche und Herren­chiemsee-Festspieltickets

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66 Impressum Sommer 2014 MQ — 3


SCHNITTRAUM Hairdesign Barer Straße 55 80799 München Tel.: 089. 27 27 55 52

Thalkirchner Straße 1 80337 München Tel.: 089. 26 01 85 78

Öffnungszeiten: Mo - Fr 8.00 - 22.00 / Sa 9.00 - 18.00 www.schnittraum-muenchen.de


Einkaufen

Stücke von Capulet werden von Hand einzeln angefertigt. So auch Adonis und Venus, das berühmte Liebespaar (u. r.), auf schweren silbernen Ringen

House of Capulet – The Luxury Boutique

Corneliusstraße 19 · capulet.de Was verbindet Karl Lagerfeld, Heidi Klums deutsche Top Models und Lady Gaga? – Alle haben Nina Heyd am Hals. Diese schmie­dende Autodidaktin kann scheinbar alles, bloß nicht langweilig sein. Da ranken sich schon mal massive Kröten aus Sterling-Silber um das grazile Hand­gelenk einer Frau. Dann tragen Jungs plötzlich bunt geflochtene Stoffbänder mit in Latein gesiegelten Amuletten am Arm. „Tempus fugit – Capulet manet“ (die Zeit vergeht, Capulet bleibt) hat sie zum Motto ihrer Kreationen erkoren, die allesamt im Münchner Gärtnerplatz-

MQ Tipp

viertel entstehen. Verkauft werden die handgefertigten Unikate direkt aus dem Atelier heraus. Schön, dass ursprüngliches Handwerk dieses Viertel zurückerobert. Nina denkt und fühlt unkonventionell, manchmal um drei Ecken – aber sie liebt das Leben. Wir kennen die heiße Braut aus der Silberschmiede seit mehr als zehn Jahren, und wir mögen sie wegen und trotz all ihrer­Kanten, Ecken und vor allem wegen ihrer manchmal genauso kantigen Schmuck­stücke. Im House of Capulet finden Romantik und Leidenschaft ein Zuhause. Oder wie der Mexikaner sagt: Mi casa es su casa! — MKM Sommer 2014 MQ — 5


EINKAUFEN S O M M E R - SC H A U F E N S T E R

Die Badeshorts von Valentino im eigentlich dezenten Camou­flage-Muster werden mit orange­farbenen Akzenten zum abso­luten Hingucker. Zu kaufen bei Apropos – The Concept Store. Preis: 299 € Die NXF1 Mini ist eine System­ kamera für Wechselobjektive mit superflachem Gehäuse. Es gibt sie in vielen klassischen Farben und auch in Le­d er­ braun, Mintgrün und Reinweiß. Bei Foto Video Sauter für 479 €

Femininer geht es wohl kaum: Der NeckholderBikini Gourou von Eres mit Raffung am De­kolleté lässt gebräunte Haut besonders schön zur Geltung kommen. Erhältlich bei Eres. Preis: 325 €

Antonia Zander weiß, was Paare wollen: Der Herren-Cardigan „Boris“ harmoniert mit dem „Sharin“ Shirt und den passenden „Sosana“ Shorts aus Crepe. Gibt’s bei Mohrmann Basics für 679 €, 529 € bzw. 399 €

Diese Blüten verwelken niemals. Die kunstvolle und aufwendig gearbeitete Tischdekoration aus der Manufaktur Nymphenburg verleiht jedem Dinner zeitlose Eleganz. Preis: ab 1070 €

Auf Knopfdruck gibt es beim Hybrid-Rad „Kosmopolit“ für bis zu 100 km elektrische Antriebshilfe. Außerdem: breite 20-ZollReifen, Zweigangnabenschaltung und Rücktrittbremse. Erhältlich bei Electrolyte ab 3.999 € 6 — MQ Sommer 2014

Das Brillengestell gehört zur Essential-Kollektion der genialen Kooperation zwischen Mykita + Maison Martin Margiela. Es strotzt vor Understatement. Gesehen bei Leidmann Optik für 375 €


Die Wedges in zweierlei Brauntönen von Navyboot strecken das Bein und sorgen für einen stilsicheren Auftritt. Sie sind aus Vacchetteleder und Bast gefertigt. Erhält­ lich bei Navyboot. Preis: 259 €

Das blumig bis holzigmoosige Eau de Cologne „No. 88“ vom britischen Edelhersteller Czech & Speake zählt zu den komplexesten Unisexdüften der Gegenwart. In schwarzem Opalglas erhältlich bei Ludwig Beck. Preis: 115 €

Die ultraleichte Sommerweste „Anceo“ für Herren besteht innen aus weicher Baumwolle und außen aus wasserabweisender Kunstfaser. Mit Rundum-Reißverschluss eine echte Design-Ikone. Erhältlich bei Mood Style Council für 319 €

Den mobilen AirPlay Speaker „Beo Play“ BeoLit 12 von Bang & Olufsen gibt es jetzt neu in Weiß für den perfekten Sommersound. Zu kaufen bei Hifi Concept Living, Preis: bis 31.7. nur 499 €, danach 699 €

In der seltenen „Total Black“-Variante gibt es den Superga KlassikerKultschuh aus Italien für alle MonochromFans. Zum Beispiel bei Kickz in München. Preis: 70 €

Die weiße Seidenbluse „Odette New“ mit Pelikan-Print ist das perfekte SommerMust-have. Passend dazu die Shorts „Lina“ aus stretchiger Baumwolle. Erhältlich bei 0039 Italy. Preise: Bluse 199 € und Short 89 €

Produkte zusammengestellt von Matthias Koth-Markgraf. Preisangaben teilweise gerundet und ohne Gewähr.


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Ganz persönlich Neun Mal Mode, die uns Spaß macht

Ein erfolgreicher Shopping-Tag begeistert Einheimische und Touristen gleichermaßen. Dass dabei „Ent­ decken und Verlieben“ vor Geldaus­ geben kommt, beweisen eine Reihe von

Münchner Boutiquen, die alle eines verbindet: Sie werden von Persönlich­ kei­ten geführt, die Ideen, Leidenschaft und ihre Lebenszeit in einen ausgefallenen Modeshop investieren.

� Ein „Kaufhaus“

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Florian Ranft und Henrik Soller haben gerade Stereo/ MUC , die neueste Herren-Boutique der Stadt, eröffnet. Hier gibt es alles, was Männer für ihren Lifestyle so brauchen. Wir treffen uns im Terrassen-Café des Ladens, wo die beiden Trendmacher schnell mit Gästen ins Gespräch kommen. Die zwei kennen sich aus in Münchens Modeszene, be­ treiben auch die Marken-Shops von Woolrich und Superdry. Sie 8 — MQ Sommer 2014

für Männer: Florian Ranft und Henrik Soller von Stereo/ MUC verlangen nach liberaleren Öffnungszeiten

finden, dass gerade der Mix von Einzelmarken-Shops und inhabergeführten Top-Bouti­ quen die Stadt reizvoll macht. „Alle beklagen sich über öde Einkaufsstraßen. Leute wie wir steuern dagegen. Aber wir werden nicht fair behandelt. Das Internet hat an jedem Tag 24 Stunden geöffnet. Liberalisier­te Öffnungszeiten in der Stadt würden die Stadt beleben. In Shops wie unserem gibt es Komplett-Outfits in einem einzig­ artigen Ambiente. Wir bieten eine Idee und die kompe­tente Beratung von Mode-Fanatikern. Das Internet ist nicht unser Gegner. Die Gesetze sind es.“ Dann lacht er: „Aber der Laden macht Spaß. Wir haben lange auf die Möglichkeit gewartet. Wer nur wegen des Gel-

des oder der hübschen Mädels einen Laden eröffnet, ist sowieso falsch gewickelt.“ Residenzstraße 25 stereo-muc.de

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Davon ist Familien­ vater und Unter­ nehmer Werner Scherer weit enfernt. Seit 1954 hat sich das Haus am Platzl, das seinen Namen trägt, zu einer Institution der Herrenausstat­ tung entwickelt – vor allem, weil Werner Scherer in den Acht­ zigerjahren einen mutigen und klugen Schritt wagte. Er führte eine eigene Kollektion ein. „Um von Marken unabhängig zu sein und meinen Kunden mehr Individualität zu bieten“, wie er sagt. Unabhängigkeit und →


Wenn Nicole Mohrmann ihre Boutiquen dekoriert, entstehen Szenenbilder, die den Einkauf zur Erlebnissafari machen 4

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2 Werner Scherer

→ Individualität sind Attribute, die Männer seit jeher schätzen. „Herren die sich im Leben be­ wiesen haben, genießen die Sou­ veränität, Konventionen auch mal links liegen zu lassen. Sie tragen markantere Farben, besondere Stoffe, auch mal ein auffallendes Muster.“ Blickt man an ihm selbst herab, vermitteln die feinen, hellblauen Strümpfe einen Eindruck von dem, was er meint. Es geht nicht darum, wie ein Paradiesvogel aufzufal­ len, sondern durch dezente An­ dersartigkeit. In die Auswahl seiner Stoffe investiert er viel Zeit, bevorzugt bei italienischen Webereien. Er kauft niemals in rauen Men­ gen, sondern mit dem Sinn fürs Exklusive. Männer aller Gene­ rationen vertrauen ihm, „teil­ weise verantworten wir komplet­ te Kleiderschränke“. Scherers Geschmack überzeugt. Dabei pflegt er eine ganz einfache Philosophie: „Folgen Sie nicht irgendwelchen Ikonen oder Dog­ men. Sonst kopieren Sie am Ende einen fremden Stil, der Ihnen gar nicht stehen kann. Eigener Stil braucht Erfahrung und Information. Lange waren Geschäfte wie unseres die ein­ zige Quelle dafür. Heute gibt es 10 — MQ Sommer 2014

ist ein Hausherr mit Prinzipien, besten und beson­d ers feinen Umgangsformen. Ein ver­ läss­l icher Berater für Herren aller Altersstufen

3 Begeisterung, Stil und gute Kontakte zu Designern – Marion Heinrich bringt einfach alles mit, was man für eine Top-Boutique braucht (re.)

das Internet und MännermodeZeitschriften. Da können Sie zwar Bilder anschauen. Aber Stoffe fühlen, individuelle Kom­ binationen anprobieren, per­ sönliche Wünsche und Einzel­ anfertigungen erfüllt bekommen, das geht nur bei uns.“ Scherer leistet das mit fast schon missio­ narischer Hingabe. Platzl 5 werner-scherer.de

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Eine Mission für Mode und Luxus ist auch das Leben von

Marion Heinrich : Geboren in

Kassel, entschied sie sich früh für ein Studium zur Textilinge­ nieurin, wurde 1966 Miss Ger­ many, bald darauf Mutter und Geschäftsfrau. Als Basis stan­ den ihr 100 000 Mark Preisgeld als schönster Frau Deutschlands und Kontakte aus ihrer Zeit als Model zur Verfügung. Alles begann mit einer Boutique in Schwabing, heute führt Marion Heinrich eines der elegantesten Modegeschäfte Europas, gegen­ über der Münchner Oper. Dort finden Traummarken wie Lan­ vin, der Schuhdesigner Manolo Blahnik oder Ikone Tom Ford,

den Heinrich einst in die Stadt gebracht hat, markengerechte Räume für ihre Kollektionen. Sie genießt das volle Vertrauen der edelsten High Fashion Häuser wie Chloé, dessen ersten deutschen Flagship-Store sie seit 2011 ebenfalls führt. Frauen die zu Marion Heinrich kommen stammen aus allen Generationen und Ecken der Welt. Schade nur, dass Männer hier höchstens ein Geschenk für eine teure Liebste finden. Residenzstraße 18 marion-heinrich.de

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„Männermode ist nicht mein Metier.“ Das sagt auch

Nicole Mohrmann . Sie betreibt

zwei Boutiquen für Frauen in München. Ihr Antrieb? „Man wird in allen Städten zuge­müllt von Laden-Ketten. Ich kämpfe gegen die Langeweile an, freue mich, wenn ich Mädchen und Frauen inspirieren kann. Bei uns findet man keine Labels, die es an jeder Ecke gibt.“ Das bedeu­ tet viele Einkaufsreisen. „Ich habe zwei Geschäftsführerinnen, aber ich gehe selbst gerne los und stelle das Sortiment zusammen.“


Einfach die großen Luxusmarken ins Fenster zu hängen, das fiele ihr nie ein. Sie gibt auch Nachwuchs-Designern eine Chance, führt Namen wie Circus Hotel oder Erica Cavallini. Manchmal entscheidet einfach ihr Herz: „In Indien habe ich eine Frauen-Organisation entdeckt, bei der ich Tuniken fer­ tige. Es macht mich glücklich, Geschäftliches und Soziales zu vereinen. Zumal die Einzelstücke hier begeisterte Käuferinnen finden.“ – Ist so viel Leidenschaft denn immer gut? „Ja! Meine Dekos mögen zwar aufwendig sein. Dafür kann ich

5 „Mit Wolfgang Joop habe ich schon viel erlebt!“ Sabine Yousefy be­ kam vom Desig­n er ihren Ladengestal­ ter empfohlen (re.)

4 Ganz Frau: Mutter, Weltrei­ sende in Sachen Mode, verantwor­ tungsvolle Unter­ nehmerin. Nicole Mohrmann ver­leiht ihren Läden Charakter (li.)

sie nach der Saison verkaufen.“ Scheint so, als wäre sie zur Unternehmerin geboren. Maffeistraße 6 und Innere Wiener Straße 50 nicolemohrmann.com

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Ganz anders Sabine

Yousefy . „Einen

eigenen Laden wollte ich nie, mein Freund hatte vor acht Jahren die Idee dazu. Als Volkswirt fragte er natürlich: ‚Was kostet so eine Mode-Boutique?‘ Um ihn abzuschrecken sagte ich schlankweg: eine Million.“ Naja, das war geschummelt. Und wäre Sabine Yousefys kleine Lüge

6 Klaudia Burger wurde als Kleinkind mit Modeheften beschäftigt – seit 25 Jahren bringt sie Fashion-Trends nach München (re.)

aufgegangen, wäre München um einen traumhaften Laden ärmer. Am Anfang ging sie durch tiefe Täler, vergoss Tränen der Verzweiflung, ihr Sohn musste oft zurückstecken, doch was sie aufgebaut hat, glänzt in Schönheit. Wolfgang Joop empfahl ihr den Innenarchitekten dafür. Ihre Boutique am Promenadeplatz schimmert in Gold und matten Farben. „Oft parken die Damen am Samstag vor unserer Tür, schauen herein, probieren an, gefallen sich.“ Dann gehen sie zwar durch andere Läden, kommen aber später zurück und kaufen, was sie vorher ausgesucht haben: „Wir stehen am An­ fang jeder Shopping-Tour. Und bilden häufig auch das erfolgreiche Ende“, sagt die charmante Self-made-Frau, die demnächst sogar expandieren wird – nach Prien am Chiemsee. Promenadeplatz 11 yousefy.com

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Dass Mode-Magazine schon im Kindes­ alter den späteren Beruf festlegen können, beweist Klaudia Burgers Geschichte vom Slips . Sie ist ein Trüffelschwein für Trends. – Immerhin hat sie zum Beispiel das Sneaker Label Golden Goose für München entdeckt. Vor zwölf Jahren, als das Designer-Team in Venedig ge­ra­de anfing und Schuhe noch selbst von Hand auf „alt“ getrimmt hat. Natürlich finden sich im Slips auch etablierte Namen wie Diane von Fürstenberg oder Missoni. Aber: „Von 150 Teilen einer Kollektion passen vielleicht 20 zu meinem ‚Slips-Style‘. Eine eigene Handschrift ist wichtig, auch um sich vom Internet abzugrenzen, wo es einfach alles gibt.“ Deshalb schauen auch Designer und Modeagenturen gerne mal am Gärtnerplatz vorbei, denn Burgers Konzept inspiriert. „Es kommen Frauen, die schon vor 25 Jahren in meinem WäscheLaden in der Fraunhoferstraße Badeanzüge gekauft haben. Und Männer, die in den letzten fünf Jahren nur online shoppen waren. Dann stehen sie plötzlich wieder vor mir und sagen: Mir hat der Slips so gefehlt.“ Gärtnerplatz 2 slipsfashion.com → Sommer 2014 MQ — 11


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Vermissen würden die Münchner wohl auch die LifestyleDomäne Pool . Dahinter stecken Cambis Sharegh und Peter Hannewald, die seit 2005 die coolsten Labels und Partys in der Maximilianstraße verantworten. Peter gibt im Interview zu: „Die Adresse erschien uns zuerst unpassend, aber die Architektur des Ladens haute uns um.“ – Cambis begann einst mit einem DJ-Store. Musik gehört bis heute zum Konzept von Pool. Das offenbart sich bereits beim Eintritt in den clubähnlichen Store. Edle Düfte aus Manufaktur-Parfümerien aber auch günstige Geschenke wie Designer-Fahrradlichter von Bookman strahlen uns an. Ein paar Meter dahinter lagert kompromisslos aktuellste Mode der hipsten Marken. „Wenn sich bei uns Azubis bewerben, hören wir oft ‚mit dem Pool bin ich groß geworden‘. Wir stehen für vielfältigen Lifestyle, von Designer-Streetwear bis hin zu superelegant.“ Cambis hat bereits 1997 Dsquared2 nach München geholt. Das Label der kanadischen Brüder Caten zählt auch zu Pep Guardiolas Lieblingen, Pool hatte es allerdings lange vor ihm! Maximilianstraße 11 verypoolish.com

1 2 — MQ Sommer 2014

8 Dezent wie eine Kunsthalle und doch familiär. Schwittenbergs Spielplatz für Fans von Design- und Modekultur

9 Auch Kinder wol­ len klassisch stilvoll sein. Bei Carlotona fühlen sie sich erwachsen (re.)

7 Gute Laune, Lust auf Party, garantiert bestens gekleidet: Cambis und Peter statten im Pool Münchens Szene mit Style aus

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Ein wenig subtiler funktioniert seit 2011 Schwittenberg . Wer bei Sandra Schwittau und Christopher Romberg einkauft, der hat ein Auge für Architektur, liebt zeitloses Design und teilt vermutlich auch den klugen Humor der beiden: „Thank you for Shopping“ prangt in leuchtender Neonschrift über dem Eingang. Ein Plädoyer für den Kulturraum einer modernen Innenstadt, wo ModeDesigner wie Tsumori Chisato oder AMI ihren Platz in unabhängigen Boutiquen brauchen. Genau wie Leute, die sich nicht banal kleiden wollen. „Wir fühlen uns wohl in unserem Familien­ unternehmen, das immer­hin sechs Leute ernährt“, sagt Sandra. „Uns stören weder Kinderwagen noch Hunde, das ist ein gelebter Laden. Wir haben ja selbst zwei Kinder.“ Deshalb gehört auch Kindermode hier­hin. Sie bereichert den Raum, in dem wie nebenbei Kunst-Plas­tiken auf dem Boden stehen. Sandra, studierte Sprecherin, steht selbst im Verkauf: „Die Kunden schätzen es, wenn sie nicht von einem bloßen Verkäufer, sondern vom Einkäufer selbst bedient werden. Immerhin weiß ich, was ich mir dabei gedacht habe.“ Diese Hintergünde machen Schwittenberg so umgänglich und einzigartig. Hildegardstraße 2 schwittenberg.com

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Überhaupt fällt auf, dass gerade Quer­ einsteiger München mit besonderen Läden bereichern. So auch María del Mar von Borries. Die dreifache Mutter arbeitete als Dolmetscherin – bis anderen Müttern die geschmackvolle Kleidung „made in Spain“ ihrer kleinen Tochter auffiel. Sie fragten so lange nach, bis die gebürtige Spanierin selbst in ihre Heimat fuhr, Schneiderinnen suchte und klassische Kinderkleidung in Auftrag gab. Sie gründete Carlotona . Ihre Handschrift: Hochqualitatives und Zeitloses für Kinder, wie Kaschmirpullover, Knickerbocker, Blazer, traumhafte Kleidchen und Lederschuhe, die über Generationen weitervererbt werden können. Großeltern geht hier das Herz – genauso auf wie entspannten Haid­hau­ sener Müttern, die ger­ne mal vorbei­ kom­men, um mit gu­ tem Gewissen ein­­zu­ kau­fen. Das hat zwar seinen Preis, ist aber nicht unermesslich teuer. Immerhin ist ein Kaschmirpullover für rund 100 Euro aus verantwortungsvoll pro­du­ zierter Wolle gefertigt. Steinstraße 3 carlotona.com So lernen schon die kleinsten Münchner, ihren eigenen Stil zu entwickeln. Wohin auch im­ mer der sie später führen mag. Ob megahip wie bei Pool, feminin romantisch wie bei Nicole Mohrmann oder männlich klassisch wie bei Werner Scherer. München will Heimat sein für alle Menschen mit gutem Geschmack. — Matthias Koth-Markgraf (Text und Fotos)


VORFREUDE Am 7. Juli 2014 ist es soweit: Mit der Eröffnung des YOGASTUDIO by SPORTS & HEALTH bekommt München eines der exklusivsten Yogastudios der Stadt. Mitten in Sendling. Freuen Sie sich auf wöchentlich 30 Kurse mit erstklassigen Lehrern. Erleben Sie einzigartige Momente in einem einzigartigen Ambiente. Für Schnellentschlossene: Jetzt eines von 108 limitierten Eröffnungsangeboten mit 25 % Rabatt sichern!

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Münchner Meile (N- 2) o

Zwischen Leopoldstraße und Kurfürstenplatz liegt in praktisch jedem Haus der Hohenzollernstraße ein Ladenlokal. Viel Platz für Modeboutiquen, Spitzenfriseure, Bistros mit typischem Schwabinger Charme und Einrichtungsgeschäfte. Unser Schaufensterbummel führt Sie durch eine quicklebendige Straße. Schauen Sie sich einfach ein bisschen um.

18 — Stefanel. Stefanel zählt zu den feinsten Woll-Labels Italiens. Dabei hat es die von Carlo Stefanel gegründete Marke zum Dauerliebling von klassischen Damen und hippen Modejournalistinnen gebracht.

54 — L anai Home & Living. Teresa und Jean-Marc von Keller schätzen das Besondere. Und genauso sieht ihr Schwabinger Interieur-Laden aus. Tische, Wände und Sideboards bekommen hier ein schmuckes Extra verpasst. 14 — MQ Sommer 2014

Ecke Wilhelmstraße — re:st ore. Apple-Produkte sind nicht erklärungsbedürftig? Schön wäre es. Aber es gibt jetzt auch in München die Techniker von re:store. Mit der angesagten Hard- und Software und richtig viel Know-how.

Ecke Wilhelmstraße — Oska Concept. Der Concept Store der inzwischen weltweit bekannten Modemarke aus München kleidet bevorzugt „erwachsene“ Frauen und Männer mit stilvoll dezenter Trendware ein. Schöne Schnitte, unaufdringliche Farben.

58 — Kunst Oase. In der Einfahrt hängen antike Spiegel im XXL-Format mit massiven Rahmen. Drinnen gibt es Mobiliar, Lampen, Lüster und andere Sammlerstücke, die teilweise uralt aber alle generalüberholt sind.

62 — Brandro om. Die gut sortierte Boutique für Frauen, die ein neues Outfit für kreative Jobs, Party, City oder Dinner suchen, führt so tolle Labels wie J Brand, Mother Jeans, Schumacher und 81 hours.


N O R D S E I T E

4 — Freudenhaus. Cooler kann man einen Laden wohl kaum einrichten. Wer Augen hat zum Sehen, der wird bei Freudenhaus eine Sonnenbrille kaufen. Wer schlechter sieht, findet hier sein liebstes Brillengestell.

32 — Leidmann. Münchens schicker Optiker hübscht nicht nur die Maximilianstraße auf. Nicht weniger als „die besten Brillen der Welt“ bietet man hier den Flaneuren an.

8 — Weissglut Design. Mode, Accessoires und hübsche Gegenstände für daheim. In diesem neuen Shop, der gleich neben dem Weissmann Juwelier residiert, finden Frauen ihr kleines Einkaufsparadies.

Ecke Friedrichstraße — Mi Piace. Italie­ nische Esskultur im luftigen Bistro-Stil. Da werden duftende Backwaren und Snacks von süß bis herzhaft zubereitet. Der Leckertipp zum Cappuccino: Feine Florentiner Nuß­ berge mit dunkler Schokolade.

70 – Azzurina Living. Wenn dem Zuhause Gemütlichkeit, Romantik und Heimeliges fehlen, kann Azzurina garantiert helfen. Ein Shop, der vor allem einrichtungssüchtigen Frauen schnell ans Herz wachsen dürfte.

12 — COS. Die noble Tochter von H&M bringt britisches Understatement nach München. Schlichter kann Mode nicht aussehen. Unterwäsche und Kinderware des Hauses fallen traumhaft süß aus.

44 — Lorenzo Corno. Noch ein Laden mit dem besten Eis der Stadt, das in vielversprechenden Geschmacks­ richtungen wie Milch-Feige oder ZitroneBasilikum in den Becher kommt.

74 — Kochhaus Schwabing. Feinschmecker und Weinliebhaber reichen sich die Klinke in die Hand. Mit den Rezepten und Empfehlungen dieses „begehbaren Rezeptbuchs“ wird jeder zum Gourmetkoch.

82 — P ony Club. Die Münchner Friseurkette mit dem hohen Style-Anspruch findet für fast jeden die passende Frisur zum vorgegebenen Gesicht. Ob aktuelle Trends den Kunden auch wirklich zu Gesichte stehen, wird im ausführlichen Gespräch erörtert. Sommer 2014 MQ — 1 5


S Ü D S E I T E

9­— Gudrun Sj oeden. Im Frühjahr eröffnete der erste Flagship-Store der hippen Schwedin. Mode und Accessoires aus ökologischer Baumwolle und farbstarke Prints heitern nicht nur im Mittsommer den Komplettlook auf.

25 — Vive Maria. Ein Hoch auch auf Marias sexy Wäsche! In der kleinen Bouti­q ue gibt es zarte Stöffchen, verspielte Ac­c es­s oires und mädchenhafte Kleidung von Vive Maria sowie anderen junggebliebenen Labels.

37 — Sinneswahn. Zeit, mal wieder die Wohnung neu zu dekorieren? Auf der Suche nach Inspiration und schönen Details für wirklich alle Räume des Hauses hilft Sinneswahn mit jungen und kreativen Marken aus ganz Europa. 16 — MQ Sommer 2014

11 — Jacks Beauty Department. Wer den totalen BeautyService bei Jack erst mal genossen hat, wird oft gleich Stammkunde. Bewusst ausgewählte Kosmetikprodukte, Typ­b eratungen sowie Stylings sind hier die Stärken des Hauses.

27 — Philis Emotions. Hochwertige Tuniken, Statement-Ketten und andere Hingucker-Accessoires erwarten Sie bei Philis Emotions. Auf der nächsten Party wird keine andere das gleiche Outfit tragen.

39 — New Hair. Das Schnitt- und Typberatungskonzept der feschen Friseurkette ist so erfolgreich, dass es neben mehreren Filialen in München auch bis nach Bremen exportiert wurde. Nobel, stilsicher und professionell sei man, sagt man.

11 — Caffe Florian. Noch schnell einen Espresso – so schmeckt Italien. Die Sonnenterrasse ist an schönen Tagen immer voll, zu Mittag wird feine Pasta serviert, nachmittags erfrischt sich die Szene mit einem kühlen Sprizz.

29 — Resales. ReSales hat einen Namen für ausgesuchte Second-HandKlamotten, aber auch modische neue Dirndln sind im Shop Hohenzollernstraße erhältlich. Das Motto des Ladens ist: „Jeden Tag etwas Neues“.

Am Kurfürstenplatz — Lili & Milou. Bezaubernd süße Mode für Babys und Kleinkinder sowie Spielsachen, Babyausstattung und niedliche Accessoires von Labels wie Anne-Claire Petit , Ferm Living oder Melissa & Doug warten hier auf begeisterte Eltern.


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15 — Mar c O’P olo. Jeff Bridges und Sibil Kekilli tragen die Klamotten dieser bay­e ­ rischen Marke, die so herrlich natürlich und unkompliziert sind.

29 — Kandis & Kandismann: Das Stammhaus der Konzept­ stores von Kandis & Kandismann liegt hier: Lässige Mode aus hoch­ wertigen Materialien, die ihren Trä­ gern einen sportlichen und gleich­ zeitig eleganten Look verpassen.

D

19 — Buchhandlung Pfeiffer. Der totale Gegenentwurf zu Amazon: Mit gemütlicher Reinlese-Ecke, Zeit zum Ratschen und einer herrlichen Aus­ wahl von Unterhaltungs- und Sach­ literatur zum Entdecken. Hier ent­ schleunigt Schwabing.

31 — 0039 Italy. Bedruckte Seidenblusen, klassische Hemdblusenkleider, feine Cardi­ gans aus Merinowolle oder blumige Halsket­ ten beschreiben die aktuelle Kollektion des bezaubernd femininen Labels 0039 Italy.

er Name klingt ein wenig elitär, dabei dürfte die viel befahrene, dicht beparkte Querachse durch Schwabing eine der bodenständigsten Adressen der Stadt sein. Statt luxussanierter Altbauten und Penthouse-Komplexen erwartet den Besucher hier eine teilweise fast schon raubeinig anmutende Fassadenmischung. Beinahe so, als würde die Straße sagen: „Schau her, ich sehe so aus, wie ich gewachsen bin.“ Schwabings Nachtleben findet woanders statt, in der Hohenzollernstraße wird eingekauft, zum Friseur des Vertrauens gegangen, ein Espresso im Straßencafé getrunken. Besonders im Sommer eine wundervolle Szenerie, warmherzig und

23 — Palmers. ist Verführung pur. Elegante und stilvolle Dessous und Strümpfe machen nicht nur optisch einiges her, sie verleihen der Träge­ rin auch Flügel.

35 — Virmani. Understatement oder megachic? Virmani eröffnet mode­ verliebten Frauen die komplette Band­ breite. Dazu gibt es geschmackvollen Modeschmuck und Acces­s oires, die je­ den Tag mit müssen.

bunt. So wie die Kleidung in den Schaufenstern der unterschiedlichen Boutiquen, die schick aber nicht sündteuer ist. Dazwischen liegen immer wieder mal günstige Schuhgeschäfte, als ginge man durch die Flaniermeile eines italienischen Badeorts. Dazu passt, dass es hier auch richtig gute Eisdielen gibt. Und für große Entdecker mit solidem Budget lohnt sich der Blick in die Antiquitätengeschäfte, die meist in Hinterhöfen versteckt liegen. Sie erzählen – genau wie die Menschen der Hohenzollernstraße – spannende Geschichten aus dem Leben. — Texte: Matthias Koth-Markgraf — Fotos: Christian Hacker Sommer 2014 MQ — 17


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Die MQ Label-Serie (N-o 1)

Schlecht fürs Konto, gut fürs Gemüt. Für die meisten Men­schen verkörpert Designer- und Luxus-

Mode Schönheit, Eleganz oder einzig­a rtiges Flair. MQ porträtiert Marken mit ganz unterschied­­lichem Hintergrund. In dieser Ausgabe Hermès, Brunello Cucinelli und IRO. schaft und deren etwa 80.000 Pferden, die zu der Zeit in der Metropole lebten, näher zu kommen, gäbe es heute wohl keine Handta­

Von Pferden, Taschen und feinem Tuch: Hermès Wäre der gebürtige Krefel­ der Sattlermeister Dietrich Hermes (später Thierry Hermès) nicht 1837 nach Paris gezogen, um seiner zahlungskräftigen Kund­ 18 — MQ Sommer 2014

schen, die wie Grace Kelly oder Jane Birkin heißen. Et­ liche tausend Euro werden für diese legendären Model­ le bezahlt. Edel und kostbar waren die Lederwaren von Hermès aber schon immer. Und das Zuggeschirr so elegant und langlebig, dass ihm schon auf der Weltaus­ stellung 1867 eine Silberme­ daille verliehen wurde. Reitaccessoires zieren bis heute viele der Designs. Vor allem die legendären, Carrés genannten Seidentü­ cher oder die aufwendig be­ druckten Krawatten. Her­ mès hat es wie kein zweites Label geschafft, die Welt mit unverwechselbaren Kunst­ objekten zu bereichern – bis heute als Familienunterneh­ men. Mindestens bis 2031 bleibt eine Holding aus ur­ sprünglich 52 Familienmit­ gliedern Mehrheitseigner

der Markenaktien, als Teil der französischen Kultur. Und zu der gehören bekannt­ lich auch die Hohe Mode, feines Porzellan, Schmuck und Parfüm. Vor allem die Düfte wirken wie eine Ein­ stiegsdroge. Mit ihrer Klar­ heit und Eleganz stehen sie sinnbildlich für die Idee hinter der Marke und deren Beständigkeit. Da ist es nur bezeichnend, dass es den 1951 ein­geführten Herren­ duft Eau d’Hermès bis heute gibt – neben immer neuen reizvollen Kreationen. In München in der Maximilianstraße 22, hermes.com.

Der gute Mensch von Solomeo: Brunello Cucinelli

Brunello Cucinelli zählt heute zu den erfolgreichsten Luxus- und Kaschmir-Her­ stellern der Welt. Anfangs aber war es nur der Name eines heute 60-jährigen Mannes, der fest an huma­ nis­tische Werte glaubt. Wer jemals das Glück hat, mit diesem eloquenten Literatur-

Seidentuch, Krawatte, Herrenduft und ein Foto aus dem ersten Stock der Münchner Hermès-Niederlassung


Trachten? Strickpullover mit Blumen­ verzierung vor dem elegan­ten Interieur Cucinellis

und Fußballfan zu Abend zu essen, hört mitunter die Geschichte, wie der knapp 25-jährige Student Brunello in einer Taverna darüber räsonierte, wie die Familie Benetton mit bunten Baumwollpullovern so reich werden konnte. Er suchte nach einer ähnlichen gr0ßen Idee und „erfand“ den far­ bigen Kaschmir-Pullover, fuhr mit ein paar Muster­ teilen nach Düsseldorf, lockte deutsche Mode-Händ­ler in sein Hotel­zimmer – einen Messestand hatte er nicht – und bekam tatsächlich Bestellungen. Geld zur Produktion? Fehlanzeige. Auch die Bank fand den Sohn einer ehemaligen Bauernfamilie eher sympathisch und clever als kreditwürdig. Aber: Er konn­ te Aufträge aus Deutschland vorweisen. Also bekam er das nötige Geld und den gut-

gemeinten Rat: „Achte bloß darauf, dass Du pünktlich und beste Qualität lieferst, die Deutschen erwarten das.“ Das hält der Mode-Quereinsteiger bis heute strikt ein. Er kauft besten Kaschmir und andere Rohmaterialen aus aller Welt – zu ehrlichen Preisen. Gefertigt werden aber alle Produkte in seiner europäischen Heimat. Größ­ tenteils im Castello von Solomeo. Seine Kollektion ist inzwischen immens gewachsen, um Leder, Schuhe, komplette Looks. Die Millionen, die Cucinelli verdient, verteilt er weise. Seine Stiftung, sein Engagement – alles steht im Zeichen von Respekt vor Menschen und Chancengleichheit. Er finanziert Bibliotheken, grün­ dete eine Berufsschule, erhält die mittelalterliche Architektur Solomeos und fördert quasi im Alleingang den Kulturbetrieb des Dorfes. Wer bei ihm 600 Euro für einen Pullover ausgibt, kann ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass jeder, der daran gearbeitet hat, gut vom Erlös leben kann. Brunello Cucinelli sucht und trägt die Verantwortung und bindet, ganz Italiener, natürlich auch die Familie ins Unternehmen ein. Inzwischen ist seine Tochter Camilla Teil des Managements. Aktuell betreibt das Label weltweit 100 eigene Shops. Einer davon liegt in der Münchner Maximilian­ straße 10, brunellocucinelli.com. →

...erst mal bei ReSales schaun!

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Hohenzollernstraße 29 (Mo-Fr 10-19 h, Sa 10-18 h) Lindwurmstraße 82 (Mo-Fr 10-19.30 h, Sa 10-18 h) Sendlinger Straße 21 (Mo-Sa 10-19.30 h) Sonnenstraße 2 (Mo-Sa 10-19.30 h) Weißenburger Straße 32 (Mo-Fr 10-19 h, Sa 10-16 h)


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nug, aus dem Bund ähn­lich innovativer Pariser Labels herauszustechen – den­ken wir nur an The Kooples, A.P.C., Surface to Air. Also designen die Bittots Lederjacken, Pullover und Hosen so, als kämen die direkt aus den Haute CoutureSchauen. Dabei produzieren sie Mode für Menschen von der Straße. Auch wenn ihre Kundschaft eher ein luxusvillen-mäßiges Einkommen braucht. Dafür wohnt je­dem der Stücke nicht nur eine ge­ wisse Haltung inne, sondern auch großartige Verarbeitung. Dass auch das Material weit über dem Durchschnitt üblicher Pariser Hipster-Labels steht, gilt indessen als Ehrensache. Schon bald werden die Brüder 25 eigene Läden in aller Welt betreiben. Den in München findet man seit Ende Mai in der Residenzstraße 26, iroparis.com. — Matthias Koth-Markgraf Die Serie wird mit weiteren drei Labels im nächsten Heft fortgesetzt.


Essen &Trinken MQ Poseidon-Platte Fehlanzeige: Das Konstantin & Friends zeigt, wie kreativ und zeitgemäß griechische Küche gedacht werden kann

Tipp

Konstantin & Friends

Tumblingerstraße 36 · Tel. 54 80 88 60 · Mo–Sa 9–1, So 10–15 Uhr · konstantin-and-friends.com München ist ja bekannt für seine so genannten Szene-Griechen: gut funktionierende Restaurant-Party-Hybriden, die mehr griechische Lebensfreude als Gaumenfreude vermitteln. Dass es jetzt auch die Kategorie Gourmet-Grieche gibt, ist den Machern des Konstantin & Friends, und dort vor allem Koch Nikos Pouliasis, zu verdanken. Er kocht eine von griechischen Produkten und Zubereitungsarten inspirierte Küche, die klischeefrei ist und höchsten Ansprüchen genügt. Die Vorspeise Fava etwa, ein Klassiker der südlichen Inselküche: Das gelbe Erbsenpüree besticht durch seine zitroni­ge Frische und ist dennoch sämig, die Kombination mit Pro­ sciutto-Mousse und Sauerkirsch-Soße ist mutig und ein wenig verwirrend. Die Idee funktioniert aber aufgrund der präzisen Aromenkunst des Kochs. Ebenso beeindruckend gelingt ihm das Kabeljaufilet unter einer Kräuterkruste auf weißer Taramas-Soße und gebackener Roter Bete. Erdige

Komponenten treffen auf feinen, perfekt gebratenen Fisch – so sieht eine zeitgemäße Interpretation traditioneller Zutaten aus. Dazu gibt es ausschließlich griechische Weine (und griechisches Bier!), vom Sommelier fachkundig empfohlen. Neuland also für die meisten Fans der üblichen GriechenKüche. Nicht zuletzt auch optisch. Das reduzierte Design mit viel hellem Holz, einem Verkaufsbereich für griechische Feinkost und einem imposanten Gewölbekeller setzt neue Maßstäbe in Sachen Design eines mediterranen Restaurants. Hier wird griechische Gastronomie von Grund auf neu gedacht. Auf den obligatorischen Ouzo wartet man also hier gottlob vergeblich. — Ao Sommer 2014 MQ — 21


ESSEN & TRINKEN MEIN LIEBLINGSGERICHT (2)

vom georgischen Restaurant „Iveria“ 3 FRAGEN AN …

… Simone Weissmann

Chinkali-Teigtaschen mit Hackfleisch Die Nerven, die man abends wegen des stetig steigenden Geräuschpegels aufbringen muss, lohnen. Denn nirgends sonst in der Stadt bekommt man Chinkali: hackfleischgefüllte Weizenmehltaschen, ein georgischer Küchenklassiker, den Köchin Irma aus der

kaukasischen Heimat mitbrachte. Köstlich duftend liegen sie auf dem Teller, doch die heißen, schlüpfrigen Dämpflinge stilvoll zu verzehren, entpuppt sich als Kunst: Man packe sie am gezwirbelten Ende, beiße behutsam rein und schlürfe den Fleischsaft zusammen mit der Fülle raus. Welch Genuss - vor allem, wenn’s ohne Kleckern klappt!  —TW Lindwurmstr. 159a · Tel. 22 84 39 93 i veria-muenchen.de

vom neuen brasilianischen Restaurant „VIB“

Aus welchem Teil Brasiliens stammen Sie? Aus Salvador da Bahia, einer Stadt mit fast drei Millionen Einwohnern.

2

Was ist ein Rodizio? In einem Rodizio-Restaurant wird das Fleisch direkt vom Grillspieß an den Tisch serviert, wo es in kleine Scheiben geschnitten wird. In Abständen werden unterschiedliche Fleischsorten angeboten. Mit Rot oder Grün signalisiert der Gast, ob er wei­ter essen möchte oder satt ist.

3

Kann man bei Ihnen auch à-la-carte essen? Im Res­ taurant wird nur Rodizio angeboten. In der Lounge, Bar und auf der Sonnenterrasse gibt es eine — FO kleine Gerichtekarte.

Franziskanerstraße 16 · Tel. 86 68 02 · Mi–Sa ab 16, So ab 11.30 · vib-muenchen.de

2 2 — MQ Sommer 2014

Alte Brennerei

Habenschadenstraße 4a · Pullach, Tel. 748 496 88 Di bis So 11.30 bis 14, 17.30 bis 23 Uhr, altebrennereipullach.de Alle reden von Grünwald, kaum jemand erwähnt Pullach am gegenüberliegenden Hochufer der Isar, das erstens die schöneren Ausblicke auf den Fluss und zweitens ein hübsches und äußerst ruhiges Zentrum hat. Hier hat vor einem guten Jahr der „Gastgeber“ Sascha Baum, der seine Küchenkunst schon im edlen Sofitel in München unter

Beweis stellte, das entzückende kleine Restaurant-Häuschen im Garten des Vier-Sterne-Hotels Seitner Hof übernommen und zu einer kleinen Perle gemacht. Mit selbst gezogenen Kräutern präsentiert er in der ganz mit Holz ausgeschlagenen

Gaststube und sommers auf der sehr sonnigen Terrasse „einfache, aber hochwertige Küche auf alpenländischer Basis“ mit einem Schuss französischen Esprits. Einige der Gerichte sind mit den hauseigenen Bränden sehr edel verfeinert. — Fo


MOMENTE

BÜHNE. BAR. RESTAURANT. CASINO.

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ESSEN & TRINKEN

Der Küchen-Spion zu Besuch im „Walter & Benjamin“

Genießer, Vordenker, Charakterkopf: Walter Zimmermann blickt in seinem Walter & Benjamin permanent über den Tellerrand der Branche

WA LT E R & BENJAMIN

Rumfordstraße 1 Tel. 26 02 41 74 www.walterund benjamin.de 24 — MQ Sommer 2014

Zunächst entsteht beim ersten Besuch tatsächlich der Eindruck, man wäre in einer reinen Weinbar gelandet. Weinregale und Flaschen wohin man blickt, das Geräusch klirrender Gläser an den Nebentischen und eine gelassen-zurückgelehnte Atmosphäre wie in einer spanischen Bodega. Das Walter & Benjamin ist jedoch mehr als ein Ort des guten Weines. Es ist auch ein Ort des guten Essens. Vielleicht müsste man sogar sagen: Das Walter & Benjamin ist ein Ort des guten Lebens. Es ist einer dieser Läden, die einen ganz eigenen Charakter haben. Das liegt zum Großteil natürlich an Walter Zimmer­ mann. Vor bald 20 Jahren hat sich der ehemalige Schriftsteller in das Abenteuer Gastronomie gewagt. „Ich war immer ein Genuss-Afficionado und im positiven Sinne Weinverrückter“, erzählt er entspannt bei einem fantastischen Glas „Opok“ des Österreichers Sepp Muster. Und so hat er als Lokalbesitzer im Laufe der Jahre einen Stil in Sachen Wein entwickelt, der seiner Zeit voraus war und jetzt in aller Munde ist: Natürliche Weine. Oder wie Zimmermann sie nennt: „Wahre Weine“. Also solche, die von Wein-Hand­ werkern in kleinen Betrieben

gekeltert werden und auf Zu­ sätze oder technische Methoden zur Geschmacksverbesserung verzichten, wie sie im Markt üblich sind. Das Sortiment besteht ausschließlich aus biologischen oder bio-dynamisch angebauten Weinen. Weinen mit Charakter. Weinen mit Seele. Weine, die schmecken, wie sich das Walter & Benjamin anfühlt. 30 davon befinden sich im offenen Mediterran, stilvoll, bodenständig: Die Raum-Atmosphäre entspricht der Hausphilosophie

Luke Rogers kocht mit Können, Leidenschaft und einer gesunden Brise Anarchie

Ausschank. Genug, um sich ein umfassendes Bild vom „anderen“ Geschmack machen zu können. Stundenlang kann Zimmermann über den Einklang von Natur und Mensch beim Weinbau dozieren, von Win­zern berichten, die noch echte Handarbeit in ihre Weinberge stecken und ihre Weinkeller auch als solche nutzen, und nicht als Aromen-Laboratorien wie die meisten der großen ihrer Zunft. Es geht ihm ums große Ganze, und nichts weniger als das soll auch seine „Bude“, wie er sie nennt, vermitteln. „Aber eigentlich ist es ganz simpel“, →

Fotos: Markus Kehl

Hochgenuss mit Haltung


Tage sous-vide-gegartes Lamm mit Kaviar auf Pasta – die Liste an überraschenden Komposi­tionen ist endlos. „Ich bin der wahrscheinlich glücklichste Koch in ganz München“, ruft Luke zum Schluss noch aus der Küche. Kein Wunder, er darf mit besten Zutaten arbeiten. „Wir sehen uns schon ein wenig als Trüffelschweine, was Qualitätsprodukte vor allem aus der Region betrifft. Das PolEin typischer Walter-&-BenjaminTeller entsteht: Jakobsmuscheln in ungewohnt rustikalem Ensemble

sagt er dann unvermittelt, „wir sind einfach und doch besonders.“

Weltanschauung auf den Teller gebracht

Luke Rogers lehnt am Pass seiner Küche und bestätigt die Aussagen seines Chefs gestenreich. Der 30-jährige Engländer wurde von Jakob Stüttgen, der vor Jahren für die „Terrine“ einen Michelinstern erkochte und danach aus Freundschaft zu Walter Zimmermann immer wieder im Walter &Benjamin arbeitete, entdeckt und gefördert. Er hat die Philosophie des Hauses verinnerlicht und konzipiert so grandiose Gerichte wie Jakobsmuscheln mit Fenchelkraut, Birnen-Soße, Zuckerschoten und Chorizo. Die Jakobsmuschel wird aus ihrem sonst so betulich edlen Umfeld gerissen und auf ein Bett erdiger, rustikaler Aromen gesetzt.

Gegensätze, die typisch sind für diese Weinbar, die doch so viel mehr ist. Froschschenkel auf Bärlauch-Risotto, Bohnen-Gazpacho mit Zam­ pone (ein Brät gefüllter und gekochter Schweinefuß), drei

Einfach und doch besonders: das gilt für die Weine wie für das Essen

SOMMERWEINE FÜR DIE TERRASSE

Was trinkt man an einem gemütlichen Sommerabend auf der Terrasse oder dem Balkon? Sicherlich keine süßen Allerweltsweine oder überproduzierte Fruchtbomben. Walter Zimmermann empfiehlt zwei Weine, die garantiert Freude machen und die Frage nach den perfekten Sommerweinen endlich beantworten: „Es sind zwei Weine von Matilde Poggi vom Südostufer des Gardasees. ‚Le Fraghe Camporengo‘, ein wunderbarer, kalkig-leichter Weißwein mit toller Birnennote (10,80 €) und der ‚Chiaretto Rodon‘, ein weicher, frischer Rosé, der nach jungen Erdbeeren riecht und schmeckt (9,80 €).“

tinger Lamm zum Beispiel. Ich habe es Hans Haas aus dem Tantris empfohlen, seitdem kommt bei ihm auch nichts anderes mehr in Frage. Und un­ sere Fische sind alle mit der Leine geangelt, das halte ich für selbstverständlich.“ Zimmermann ist kein Revo­ lutionär per se, eher ein Feingeist, aber ein Signal in Sachen Produktqualität und Naturverständnis will er schon setzen. „Wir wollen eine individuelle Ant­ wort auf eine gebrandete, glo­ba­ lisierte, von Langeweile geprägte Welt geben mit unseren Weinen, unseren Gerichten und der Art, wie wir diese anbieten.“ Haltung nennt man das. Die gibt es im Walter & Benjamin ganz nebenbei und stets dazu.  — Alexander Otto Sommer 2014 MQ — 2 5


ESSEN & TRINKEN

Auch wenn nicht immer am gleichen Ort: Das Standl von Brigitte Dworschak mit viel regionalem Obst und Gemüse gibt es seit 1925

2 6 — MQ Sommer 2014


Für wahre Käseliebhaber ist das Tölzer Kashaus mit seinen zahlosen ausge­ fallenen Käsesorten längst kein Geheimtipp mehr

Vom Geschmack der Welt Was auch immer Auge und Magen begehren, am

Viktualienmarkt werden sie fündig, wenn ihr Besitzer die richtigen „Standln“ kennt. MQ zeigt Ihnen die besten auf einem lukullischen Rundgang mit den Marktexperten Thomas Winzker (Text) und Christian Hacker (Fotos).

→ Sommer 2014 MQ — 2 7


ESSEN & TRINKEN

A

uf der einen Seite türmt sich Obst und Gemüse, auf der anderen locken Käse und Wein, weiter hinten hängen Schinkenseiten und Räucherwürste in den Auslagen der Metzgereien. Darüber der Duft von Blumen, frischen Brezn und die zarte Brise von frischem Fisch. Das ist der Viktualienmarkt, ganzjähriges Eldorado für Köche und Connaisseure. Bei der schier endlosen Auswahl an Waren kann sich schnell die Qual der Wahl einstellen. Der kulinarische Wegweiser zu unseren „Lieblingsstandln“ könnte da vielleicht Abhilfe schaffen.

OBST, GEMÜSE & CO In Anbetracht der kulinarischen Vielfalt auf dem Viktualienmarkt stellt man schnell fest, dass Münchens Speisekammer ihrem Ursprung als Bauernmarkt bis heute treu geblieben ist. Obst und Gemüse, von rund 30 Händlern offeriert, sind noch immer die Produkte, die das bunte Bild des Marktes am deutlichsten prägen.

Fruitique Sutor & Müller

Mit seiner weit zurückreichenden Geschichte ist die Fruitique mit ihrer exotischen Ware der Platzhirsch unter den Obst- und Gemüsehändlern. Über 150 Jahre ist es her, dass die Ur-Urgroßmutter von Walter Sutor ihren kleinen Verkaufsstand eröffnete, damals freilich nur mit regionalem Obst und Gemüse. Heute führen Sohn Martin und Kompagnon Phi­ lipp Müller die Tradition fort. Und das, was mit Südtiroler Äpfeln und Zitrusfrüchten, Bananen und Ananas anfing, wird heute mit einer Unzahl an Tropenfrüchten ergänzt. Lychees, Rambutan, Papayas, Pitahaya: „Alles selbst importiert, direkter geht’s nicht“, lautet ihr Credo.

Exotenmüller

Als Ableger der Fruitique könnte man das Standl von Alexander Willer bezeichnen: Sein Handwerk hat er schließlich beim Sutor gelernt, bevor er 1997 den „Exoten­müller“ übernahm. Seither versorgt er die Kundschaft mit einem einzigartigen Sortiment an ausgefallenen Tropenfrüchten, darunter auch lobens­wertem „Wildwuchs“ von unabhängigen Kleinbauern: Trink-Kokosnuss, Tamarinde, Sa­ pote, Chirimoyas oder die riesige Jackfruit. Beson­ dere Spezialität, wenn auch nicht jedermanns 2 8 — MQ Sommer 2014

Sache, ist die wehrhafte Durian, auch Stinkfrucht genannt. Zurecht. Denn während sie in Asien als Delikatesse gehandelt wird, gleicht es hierzulande fast einer Mutprobe, von ihrem faul riechenden Fruchtfleisch zu kosten.

Tretter

Seit 1885 in Familienbesitz – und damit auch einer der ältesten auf dem Markt – war der Verkaufsstand vor über 120 Jahren auf Kartoffeln spezialisiert und hat sich erst im Laufe der Zeit zum Paradies für GemüseConnaisseure entwickelt. Ein Grund dafür ist die unglaubliche Vielfalt an Tomatensorten. Der Jahreszeit entsprechend können die Marktbe­su­ cher aus bis zu zwanzig verschiedenen Sorten wäh­ len, die, soweit möglich, von Gärtnern aus dem Umland stammen.

Gebrüder Schott

Was sich am Schott-Standl alles an fremdartigem, vergessen geglaubtem und vernachlässigtem Gemüse findet! Cime di Rapa und Fave aus Italien, Urkarotten und Knollenziest aus Frankreich, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Topinambur, Zichorie, Steckrüben, Navetten ... Kein Wunder, dass auch bekannte Küchenchefs gern zum Einkaufen herkommen. Und die Vege­ tarier, die hier immer wieder auf Neues stoßen, um ihren gemüsigen Speiseplan mit exotischem Grünzeug spannungsvoll zu erweitern. Verkäuferin Trixi berät mit viel Herzblut, befriedigt mit viel Wissen jede Neugier und hat, wenn’s sein muss, auch gleich das passende Rezept parat.

Zollners Pilz- und Waldstand

Im Sommer und Herbst riecht es am Rand des Biergartens nach Wald. Hier stehen traditionell die Pilzhändler, so wie Renate Zollner, mit Steinpilzen, Rotkappen, Pfifferlingen & Co, frisch gebrockt meist in den unendlichen Tiefen des Bayerischen Waldes. Jeden Tag ziehen in der Oberpfalz an die 200 Sammler los, ganz früh am Tag. Ihre Ernte kauft Renate Zollner dann auf, lagert sie im Kühlhaus und lässt sie am nächsten Morgen nach München direkt auf den Viktualienmarkt transportieren. „Dunkelbraune Ränder bitte meiden!“, so ihr Expertenrat, denn solche Schwammerl sind nicht mehr frisch.

DER VIKTUALIENMARKT

2007 feierte der Viktualienmarkt sein 200jähriges Jubiläum, denn 1807 beschloss Maximilian I., Bayerns erster König, das Marktgeschehen seiner Residenzstadt selbst in die Hand zu nehmen – längst war der alte Markt am Marienplatz in der rasant wachsenden Stadt zu klein geworden. Schluss mit Platzenge und Chaos, die Geburts­ stunde des neuen Standorts zu Füßen der Peterskirche hatte geschlagen: Auf dem Areal des Heiliggeistspitals entstand der Vik­t u­a lienmarkt, sein Name abgeleitet von victus, lateinisch für Lebensmittel – gern gab man sich damals klassisch gebildet!


Uwe’s Kartoffelstand gehört seit langem zum Viktualienmarkt wie der Liesl-Karlstadt-Brunnen

Tomaten verschiedenster Sorten mit richtigem Geschmack findet man bei Tretter (o.). Spezialistin für Waldpilze ist Renate Zollner (u.)

Alles essbar! Bei Fruitique Sutor & Müller (li.) und Exotenmüller (o.) kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus

Uwe’s Kartoffelstand

Eine große Liebe zur eignen Ware beweist auch Uwe Luber mit seinen Kartoffeln. Seit mehr als 25 Jah­ren schon. „Augen auf beim Kar­ tof­f elkauf!“, lautet sein Motto, schließ­lich testet er das Kochverhalten all seiner Erdäpfel selbst. Viele wüssten ja nicht einmal mehr, dass man zwischen speckig, vorwiegend fest­ kochend und mehlig unterscheidet. Und dass Kartoffeln Namen haben? Da schauen die meisten ungläubig, wenn sie Namen hören wie Sieglinde und Nicola als Salat-, Desirée und Linda als Salzkartoffel, Mona Lisa zum Backen, Quarta für Suppe und Brei, Bamberger Hörnchen als Pell­kar­ toffel, Vitelotte als tintenblauer Party-Gag. Oder die Annabelle, unter den Dutzend Sorten Uwes

Lieblingskartoffel mit ihrem schön gelben Fleisch für Püree oder Reiberdatschi.

Leo’s Obststandl

Aus dem Boden kommen auch Christian Maiers Lieblinge, die Trüffel. Sie bietet er auf dem Markt in der größten Auswahl an: schwarze Edelknollen aus dem Perigord und weiße Alba aus Italien, die unter einem schützenden Glassturz gesichert ruhen. Nicht ganz so mit Gold aufgewogen, aber dennoch von stolzem Preis ist ein anderer Erdbewohner: der Hopfenspargel, eine wiederentdeckte Delikatesse. Sie zu ernten, ist ein zeitintensives Unterfangen, weiß der gebürtige Hallertauer zu berichten. Als Kind wurde er noch selbst zur Ernte geschickt. → Sommer 2014 MQ — 2 9


ESSEN & TRINKEN

reiche Gewürzstandl von Margarethe Steimer über­ nommen. Allein über zehn Bohnensorten hat er im Angebot: Weiße Riesen, Azuki, Borlotti, Mungo, Soja, Schwarzauge heißen sie. Ebensolche Viel­falt bietet er bei Linsen, rot, gelb, schwarz, beim Reis, Arborio und Carnaroli für Risotti, Bergbas­ mati und Patna für indische Biriyanis, und bei Mehl unterschiedlicher Mahltypen und unter­ schiedlichem Korn. Will jemand seinen Senf un­ bedingt selbst machen, bekommt er beim Raß­ hofer auch dafür das passende Mehl.

Rottler

Süß geht es bei Hans Hollweck zu, einem der echten „Hausmacher“ im Marktgeschehen. 1991 haben er, der prämierte Küchenchef, und sei­ ne Frau Betsy aus Texas den Stand übernommen, und seither werden je nach Saison rund 60 Sorten süße Fruchtaufstriche hergestellt, darunter Ausgefallenes wie Kir-Royal-Gelee, Feige mit Campari oder Ebereschenkonfitüre – alles ausschließlich mit natürlichen Zutaten. Stamm­ kunden haben damit beste Erfahrung gemacht, und daher kaufen sie bei ihm auch gern andere Spe­ zereien: ausgewählte Olivenöle und Essige, einge­ legte Früchte und Raritäten wie die „Schwarzen Nüsse“, fermentierte grüne Walnüsse.

Im Honighäusl findet jeder seine ganz „persön­l iche“ Honigsorte. Auch die Standln von Rottler (o. re.)und Freisinger (re.) sind schon längst Legende

Honighäusl

Ludwig Freisinger

Bekanntester Leckerbissen des Marktes? Die Salzgurke vom Frei­ singer natürlich!, sagen viele auf die Frage. Doch so köstlich das ku­ linarische Aushängeschild „gleich aus der Hand“ schmeckt, und obwohl 400 bis 600 Zentner davon pro Saison verkauft werden, ihr Sor­ timent darauf zu reduzieren, haben die Freisingers nicht verdient. Schon wegen des selbst ein­geleg­ ten Sauerkrauts oder des Rübenkrauts, das sonst kaum zu bekommen ist. Oder der sich auftürmen­ den Büschelvielfalt frischer Kräuter, die das Gour­ metherz höher schlagen lassen. Kein Wunder, dass auch hier Spitzenköche zur Kundschaft zählen.

Gewürze Streimer

Wenn’s um getrocknete Kräuter und Gewürze geht, ist man bei Werner Raßhofer gut aufgehoben, und wenn’s um Trockenhülsenfrüchte, Körner und Getreide geht, noch bes­ ser. In den Neuzigerjahren hat er das traditions­ 3 0 — MQ Sommer 2014

Ein Muss für Schleckermäuler ist das Honighäusl, wo 60 Sorten Ho­ nig fließen. Schon in Urzeiten galt er als Geschenk der Götter, und in alten Zeiten wurde er für alle er­ denklichen Speisen verwendet. Wie auch für den Met-Wein der Germanen, an dem man sich gleich vorort laben kann. Schon seit 20 Jahren kümmern sich Eva Henn und Sohn Wolfgang Kager um die Kundschaft, niemand muss hier ratlos vor dem Regal mit den Honiggläsern stehen: Lavendel, Aka­ zie, Löwenzahn, Quendel, Klee und die Südsee­ myrte Manuka, Honig aus Griechenland, der Tür­ kei, Spanien, Neuseeland oder Mexiko.

Schlegel & Egner

Eine Vielfalt an heimischen Pro­ dukten findet sich bei Schlegel & Egner, dem Apfelspezialisten am Markt. Hier türmen sich Obst­ kisten, voll mit Äpfeln aller Cou­ leur und Sorten – direkt von den Erzeugern am Boden­see. Ein sinnliches Vergnügen, sich selbst → eine Kol­lektion verschiedener Sorten


ten Bier und einer guten Brotzeit steigern lässt. Auswahl dafür gibt es reichlich. Doch bevor was für „oben drauf“ geholt wird, geht’s erst mal zur Bäckerliesl, der wohl prominentesten aller Marktfrauen.

Bäckerliesl

Ob frischen Fisch vom Witte, knuspriges Brot von der Bäckerliesl oder er­l esene Tropfen von Thoma Fromage & Vin: Der Viktu­a ­ lienmarkt bietet einfach alles

Für feines Backwerk sorgt die „Bäckerliesl“ Elisabeth Forstner schon seit über 60 Jahren, in denen ihr energisch-flottes Mundwerk kein bisschen müder geworden ist. Mit ihren 80 Jahren älteste Händ­ lerin am Markt freut sie sich noch immer, ihre Kundschaft mit dem Bauernkrustenbrot zufrieden zu stellen, einem echten Renner, täglich um Halbzwölf aus dem Holzofen frisch angeliefert. Oder die Brezn, für viele die besten der Stadt, die „Riemischen“, eine fast vergessene Kümmelsemmel, und das Schweizer WeizenKartoffel-Brot mit dem verheißungsvollen Namen „So gut“.

Tölzer Kasladen

→ zusammen­zu­stel­len – Selbstbedienung ausdrücklich er­wünscht! Und dann ab nachhause, um sie zu verkosten und ihre Aromen zu vergleichen, deren Beschreibung im Übrigen an jede Kiste geheftet ist.

Gemüse Dworschak

Genauso regional geht es auch bei Brigitte Dworschak zu. Ihr Standl mit Gemüse und frischen Kräutern ist Legende, auch wenn es nicht immer an derselben Stelle lag. 1925 hatte es die Großmutter über­ nommen, von deren neun Kindern das jüngste, Zenta, auf den Markt musste: die Mutter von Brigitte Dworschak. Früher wurde nur verkauft, was die Familie selbst angebaut hatte. Doch das reicht nicht mehr. Und so wird das, was vor allem die Jahreszeit gerade bietet, hauptsächlich aus dem Umland geliefert, von Gärtnern und Bauern, die schon die Mutter versorgten.

BROTZEIT IST DIE SCHÖNSTE ZEIT Sich im Biergarten niederzulassen und dem bunten Treiben zuzuschauen, ist ein sinnliches Vergnügen, das sich mit einem frisch gezapf3 2 — MQ Sommer 2014

Für Käsekenner eine Institution ist Susanne Hofmann. Bis zu 120 Sorten führt sie, traditionell gefertigt von Bauernhöfen, Sennereien, Schäfern und Klöstern. Wenn die Großmeisterin des Käses ihre Nase um den Tomme de Chèvre kreisen lässt, zart den Camembert drückt, spürt man: Im Tölzer Kasladen wird mit Kennerschaft und Liebe geprüft. Das Käsehandwerk hat sie von der Pike auf gelernt, und seit mehr als einem Vierteljahrhundert hat sie das Sagen hier. Besondere Köstlichkeiten stammen aus der Normandie, dem Elsass und aus den Savoyen.

Thoma Fromages & Vins

Konkurrenz aus Frankreich kommt direkt vom Thoma nebenan. Gisela van Riesen, die gar von der französischen Käsebruderschaft zum Chevalier geschlagen wurde, bietet 300 Käsesorten an, viele aus kleinen Molkereien Frankreichs. Schwerpunkt sind alte, abgelagerte Käse und bis zu 40 unterschiedlichste Arten von Ziegenkäse, ein Sortiment, das mit erlesenen Weinen aus Frankreich abgerundet wird. Der absolute Hit ist allerdings etwas Urbayerisches: der täglich frisch produzierte Obazda aus eigener Herstellung, der aus über 15 verschiedenen Käsesorten besteht.


ESSEN & TRINKEN

Fisch Witte

Ins Fischgeschäft von Hella und Klaus Witte locken die berühmten Jumbo-Fisch-Semmeln, üppig belegt mit Lachs, Matjes oder Bis­marckhering. Doch vor allem für die Köche ist der Laden eine maritime Attraktion. In der eisgefüllten Auslage schimmert alles, was Meere, Seen und Flüsse hergeben, Seeteufel, Zackenbarsche, Knurrhahn, Goldbrassen, Riesengarnelen, Miesmuscheln, Wildfanglachs, und in klaren Wasserbassins tummeln sich Hummer, Langusten und Krebse. Nicht umsonst lautet der Witte-Slogan auf gut Bayerisch: „If it swims, we have it!“

DIE ZUNF T DER METZGER Im Paradies für Feinschmecker dürfen auch die Metzger nicht fehlen. Auf dem Viktualienmarkt sind die meisten von Topqualität, fair im Preis, manchmal sogar überraschend günstig, und hauptsächlich dort angesiedelt, wo sie schon immer waren: unterhalb vom Alten Peter.

Die Metzgerzeile

Jeder der acht Metzger am Fuße des Petersbergls hat eigene Spe­zialitäten und Schwerpunkte. Rudolf Maier bietet Kalbsbriesmilzwurst, Stockwürste und „Weiße im Ring“ aus eigener Herstellung. Wenn’s um

schlesische Bratwurst geht, ist Marianne Rühl die Adresse, wie auch für Wurstwaren aus Franken. Wer besondere Schinkensorten sucht, ist bei LeistlMüller gut aufgehoben, während Albert Klobeck gerühmt wird für Pfälzer Saumagen, Geräuchertes aus dem Rottal und Salami aus Niederbayern. Der „Marktmetzger“ aus Weilheim punktet mit Blut- und Leberwurst, der Wöhrmüller mit prämierten Weißwürsten und Georg Schlagbauer, der großen Wert auf artgerechte Tierhaltung legt, mit Lammsalami und -schinken.

Matthias Eisenreich

Für Connaisseure der Fleischküche gilt Matthias Eisenreich als der Metzger am Platze. „Achtung vor dem Leben“, lautet die Devise, denn nach der Schlachtung wird alles vom Tier verwertet. Und so findet man hier Delikates, das früher gern als „Arme Leute“Fleisch bezeichnet wurde: Ochsenbackerl, Kronfleisch, Bries, Kalbsfüße, Zunge, Kutteln.

Reinhold König

Jäger, an die 200 vielleicht, sind die Lieferanten von Reinhold König. Reh, Hirsch und Wildschwein, Hase, Fasan und Flugente, kurz: alles was Wald und Wiese hergibt, bringen sie ihm. Deshalb gibt es Wild auch nur, wenn dafür gerade Saison ist, und nichts aus Zuchtfarmen.

Stephani’s Geflügelparadies

Seit 1999 sind die Brüder Daniel und Alexander Stephani auf dem Viktualienmarkt, und seither ist ihr „Geflügelparadies“ bekannt für hervorragendes Federvieh aus regionaler Zucht. Doch auch aus Frankreich kommen die geflügelten Delikatessen, wie das berühmte Bresse-Huhn, das in absoluter Freiheit aufwachsen darf, schwärmt Daniel, und so die hohe Qua­ lität erreicht. Fester Bestandteil des Markangebots sind auch Fleisch­ waren: Frisches Wild­b ret gibt’s bei Reinhold König (li.), Federvieh aller Art in Stephani’s Geflü­ gelparadies (o.)

Und jetzt? Müssen Sie sich selbst aufmachen und aus den vielen guten Standln, die wir für Sie ausgewählt haben, die herausfinden, die Ihnen und Ihrem Geschmack am meisten zusagen. Wir freuen uns, wenn Sie uns eine kleine Mail schreiben zu Ihren ganz persönlichen Entdeckungen auf Deutsch­lands berühmtestem Markt. Sie erreichen uns wie immer unter redaktion@mq-mag.de. Sommer 2014 MQ — 3 3


Ein Schlaraffenland für Bier-Genießer: Im Münchner Tap House sind GourmetBiere aus aller Welt die Hauptdarsteller

3 4 — MQ Sommer 2014


ESSEN & TRINKEN

Gebraut nach dem Freiheitsgebot

WM-Zeit ist Bierzeit. Auch und vor

Bierbars TA P - H O U S E MUNICH

Rosenheimer Straße 108 tap-housemunich.de R E D H OT

Amalienstr. 89 redhotmuenchen.de

Biershops B I E R VA N A

Hohenzollernstraße 61 biervana.eu PA C H M AY R LADEN

Theresienstraße 33 pachmayrladen.de

GETRÄNKE WA LT E R

Foto: Markus Kehl

Frundsbergstr. 5 partygetraenkeshop.de

SZENEDRINK

Baaderstr. 66 szenedrink.eu KIOSK REICHENBACHBRÜCKE

Fraunhoferstr. 46 kiosk-muenchen.de

D

as Tap House nahe des Ostbahnhofs ist kein Lokal wie viele andere. An den voll besetzten Tischen wird zwar wie überall angeregt diskutiert, das Interieur ist rustikal und am hinteren Ende der Bar steht ein prall gefüllter Kühlschrank. Ein Blick auf die Karte zeigt aber, dass es hier in der Hauptsache um Biere geht – und zwar um viel mehr Biere als sonst üblich. Denn nicht weniger als 200 Sorten unterschiedlichster Herkunft und Brauart stehen auf der Karte, allein 40 davon werden „on tap“, also vom Fass, ausgeschenkt. Vor gut einem Jahr hat eine am Chiemsee ansässige Brauerei, die Camba Bavaria, diesen Biertempel eröffnet. Ausgeschenkt werden ausschließlich Craft-Biere oder Spezialitätenbiere kleiner Brauereien. Der Trend zu Bieren dieser Art ist nicht ganz neu, kommt nach Jahren des Aufbaus aber jetzt erst richtig in Gang. Sie kosten zwischen fünf und 20 Euro für 0,3 oder 0,66 Liter und sind damit deutlich teurer als herkömmliche Biere. Da sich keine

allem in Bayern. Aber nicht mehr jedem

Geschmack reicht das einfache Helle. Da kommen die neuen Gourmet-Biere, die aktuell viel Aufsehen erregen, ge­ rade recht. Alexander Otto hat dem Trend in München nachgespürt.

exakte Übersetzung des Be­griffs Craft-Bier durchgesetzt hat, wird in der Branche auch von Gourmet-Bieren gesprochen. Einerseits ein schwieriger Begriff, weil er ein wenig elitär klingt. Andererseits genau treffend, denn es geht bei Craft-Bier um mehr als reinen Alkoholgenuss. Es geht um traditionelle Herstellung, vergleichbar mit dem „Manufactum“-Trend: Man bezieht die Haltung und den Lebensstil, der hinter dem Produkt steckt, gleich mit. Ähn­ lich wie beim Wein will eine kleine Schicht von Genusstrinkern auch beim Bier individu­ elle, geschmacklich klar verortete, handwerklich hergestellte Sorten im Glas haben und ver-

zichtet immer öfter auf die den Markt beherrschenden Biere der großen Brauimperien. Das lassen sich die Bierfeinschmecker gerne etwas kosten. Der Marktanteil der CraftBiere wächst beständig an, auf fünf Prozent wird er momentan geschätzt. Und was macht nun den Unterschied zu herkömm­ lichen Bieren aus?

Besondere Biere für besondere Momente Eines ist klar: Craft- oder Gourmet-Biere sind nichts für Schnelltrinker. Viele dieser Biere sind aromatisch vielschichtiger als so mancher Wein. Der oft hohe Alkoholgehalt, das Spiel mit der hopfentypischen Bitternote oder → Sommer 2014 MQ — 3 5


ESSEN & TRINKEN

→ gar Experimente mit echten Fruchtaromen oder BarriqueNoten durch lange Lagerung erweitern den Geschmackshorizont. Im Red Hot, einer weiteren Adresse für Bier-Genießer, veranstaltet Bar-Chef Tibor Kantor mehrmals im Jahr Verkos­ tungs­abende. Die Bier-Auswahl ist stets erlesen und die Küche steht da nicht zurück: Die vermutlich besten Spare Ribs der Stadt und da­zu ein Schluck aus einem Gourmetbier-Glas sind hier ein kaum zu überbietendes Geschmackserlebnis. Natürlich haben wir an dieser Stelle für Neulinge auch ein paar Empfehlungen, die Lieblingsbiere der Redaktion. Zum Einstieg nominieren wir gleich einen Testsieger aus Bayern: Das Schönramer Gold hat den Gold Award beim diesjährigen World Beer Cup gewonnen. Das Bier vom Typ „Wies‘n-Märzen“ ist nach Meinung unserer kleinen Jury „sehr vollmundig, mit Geschmack von frisch gebackenem Weißbrot, der anschließend in eine honigsüße Note übergeht, gefolgt von einer sehr feinen Hopfenbittere.“ Ein geniales Craft-Sommerbier kommt direkt aus München: Das Munich Summer aus der Crew AleWerkstatt schmeckt hopfig intensiv, mit angenehmen Zitrus- und Orangenaromen und hat nur 4,8 Prozent Alkohol. Nicht nur für Hippies und Blumenkinder: wird das Lovebeer von Camba Bavaria gebraut. Es ist ein 3 6 — MQ Sommer 2014

INTERVIEW

Harald Schieder ist BierSommelier und Autor mehrerer regionaler Bierführer in Bayern.

Hopfengeschmack Gibt es eigentlich eine Definition von erzielt. Die Brauer exCraft-Bier? perimentieren zudem In Amerika ist die mit einer Nachreifung Bezeichnung mit dem in gebrauchten HolzAufkommen der Micro- fässern oder benutzen Brewery-Szene vor ausgefallene Hefe­ et­w a 20 Jahren entsorten, die dem Bier erlauben, höher alkostanden. Damals haben sich diese kleinen holisch zu vergären. Gasthausbrauereien deutlich vom dort üb- Welche Sorten gibt es? lichen Dünnbier abge- Eigentlich sind das hoben. Gute Rohstof- die dem amerikanife, Hopfen in großen schen und britischen Mengen, ExperimenMarkt entliehenen tierfreude jenseits des Sorten, allen voran das IPA, India Pale Ale. Reinheitsgebots und hochprozentige Biere Des Wei­t eren alle mit enormem ReifeAle-Varianten und anpotenzial waren und dere obergärige Sorten sind dabei die Schlag- wie Stout oder Porter. worte. Sind Craft-Biere prin­ zipiell von besserer Was macht den UnQualität als Biere der terschied von Craftgroßen Brauereien? Bier zu herkömm­ Nein. Nicht prinzipiell. lichen Sorten aus? Man kann auch bei Vor allem die Dosierung des Hopfens, die so genannten Craftteilweise vier bis fünf Bieren Fehler machen. Mal höher ist. AußerMeist ist es aber so, dass diese Biere mit dem werden gerne ausgefallene Hopfen- einer speziellen Umsorten verwendet, sicht, ausgewählten auch deutsche Sorten Rohstoffen und nur wie etwa Hallertauer in kleinen, überschau­ Blanc. Dazu kommt baren Mengen ein­ dann der zeitliche gebraut werden. Das Einsatz den Hopfens. schlägt sich auf den Nach der normalen Preis nieder, weshalb Hopfung wird nochsich die hochpreisimal kalt gehopft, das gen Biere nicht kasten­ sogenannte Hopfenweise verkaufen, sonstopfen. Damit wird dern häufig als Einzelein noch stärkerer flaschen.

solch leckeres, nach exotischen Früchten duftendes Weißbier, dass wir im Sommer schon fast kein anderes mehr trinken wollen. Richtig hopfig und herrlich bitter wird es dann beim Amaris 50 der Augsburger Riegele BierManufaktur. 50 Bittereinheiten (herkömmliche Biere haben ca. 30) und ein kräuteriges Hopfenaroma zeichnen dieses schlanke, trockene Gourmetbier aus. Eine echte Bier-Rarität ist die Braureserve 1237 aus dem Brauhaus Faust. Mit 10,4 Prozent Alkohol und einem Preis von 16,90 Euro für die 0,75-Flasche ist diese im Fass gereifte, nach Himbeere und Pflaume duftende Spezialität ein außergewöhnlicher Hochgenuss. Ein Vorreiter der Szene in Deutschland: Brau­ factum aus Frankfurt. Deren Ale Arrique , das malzig ist und nach Trockenfrüchten schmeckt, kommt mit 13,5 Prozent Alkohol und 17,99 Euro für 0,3 Liter, einem Premium-Wein schon sehr nahe. Last und weißgott not least müssen wir wir natürlich auch den Champagner der deutschen Biere noch erwähnen: den Sylter Hopfen , ein flaschengereiftes Bier von unfassbarer HopfenIntensität und prickeln­ der Frische. Die 0,75Flasche ist mit 19,95 Euro nicht ganz bil­lig, aber jeden Cent wert. Termin: 2 6 . J U L I 2 0 1 4

„Erste Münchner Bierinseln“ Programm unter bierinseln.de.


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Fast weltstädtisch sieht es am Lenbachplatz aus, wo sich im 1. Stock des Künstlerhauses The Grill mit seiner schönen Terrasse befindet

3 8 — MQ Sommer 2014


ESSEN & TRINKEN

Münchens schönste Sommerterrassen

Was tun, wenn es brüllend heiß zugeht in der Theatinerstraße, die überlaufenen Straßencafés kaum locken und der See auf die Schnelle zu weit weg ist? Ja, es gibt sie, die würdigen Alternativen. Mercedes Lauenstein empfiehlt Ihnen Münchens schönste Innenstadt-Ter-

rassen . Für die sonnigsten V

Vormittagssonne

M

Mittagssonne

N

Nachmittagssonne

Tage des Jahres.

Direkt gegenüber vom Hauptbahnhof bietet der Innenhof des Le Meridien ein Refugium mitten im Lärm der Mobilität

Sommer 2014 MQ — 3 9


Die Frauenkirche zeigt an, daß wir uns auf der Dachte­r rasse des Baye­ rischen Hofs befinden

sich in flatternden Kleidern zu Fuß oder auf ihren Hollandrädern ihren täglichen Weg durch die Stadt bahnen. BRENNER

Maximilianstraße 15 täglich 9 bis 1 Uhr

Mandarin Oriental China Moon

4 0 — MQ Sommer 2014

B AY E R I S C H E R H O F

Promenadeplatz 6 täglich 8 bis 22.30 Uhr (bei schönem Wetter bis 0 Uhr)

Brenner

Direkt hinter der Maximilianstraße liegt am Marstallplatz das sogenannte „Brenners“, fast schon eine Münchner Institution, die sowohl für ihre angenehm zurückgezogene Lage, sowie für ihre fantastischen Grillgerichte bekannt ist. Hier geht es zwar durch die große Anzahl der Tische auf der Terrasse immer etwas geselliger und lautstärker

zu, doch hinterlässt das höchstens den Eindruck eines temperamentvollen Treibens auf einer italie­ nischen Piazza. Dafür sorgt nicht nur die umliegende, sandsteinfarbene Architektur, sondern auch die zahlreichen Olivenbäume, deren Blätter sanft flirrende Lichtund Schattenflecken auf die Holztische werfen. Von hier aus lässt es sich hervorragend die den weiten Marstallplatz überquerenden Menschen beobachten, die

Alles, was den Sommer aus­ macht, beschert die MandarinTerrasse an einem einzigen sonnigen Tag

Foto: George Apostolidis

Bayerischer Hof

Vielleicht die Königin der Münchner Terrassen, allein schon wegen des Pools des gleich nebenan liegenden Spa-Bereichs, der einem bei der Ankunft im siebten Stock tiefblau entgegen funkelt. Kaum setzt man dann den ersten Fuß ins Freie, bietet sich das von weiß-grauen Alpenspitzen gesäumte Dächerpanorama der Altstadt dar: Die Frauenkirche sieht man von hier aus endlich einmal in ihrer vollen Pracht, links glitzert das goldene Mosaik der Staatsoper unter dem blauen Himmel, rechts glänzt die Kuppel des Justizpalast vor weißen Wolkenschlieren. Viel Holz, viel weißer Stoff, edle Stühle und Schirme und Sommerfrischegefühle im Herzen, so dass man glatt zu vergessen beginnt, wofür ein Leben außerhalb

dieser Terrasse noch einmal so wichtig war. Und falls doch einmal ein kühler Wind aufzieht, gibt es ja noch den bei gutem Wetter zu allen Seiten geöffneten Wintergarten mit seinen herrlich tiefen Sesseln.

Auf der höchsten Hotelterrasse Münchens hat man auch den besten Blick über die Stadt: Nämlich einmal rundherum, 360 Grad. Das charmante Personal ist auch sofort zur Stelle und mixt die Drinks gleich vor Ort. Zum sanften Klackern der Cocktailshaker und angenehmer Loungemusik kann man sich auf einem der großzügigen Sofas in die orangefarbenen Kissen sinken lassen und das tun, was hier oben am besten geht: Über allen Dingen schweben. Zu verlockend ist auch der direkt auf der Terrasse freistehende und ausschließlich für Hotel­


ESSEN & TRINKEN

Den Abend wie in einem FelliniFilm verbringen, auf der Terrasse des Nationalmuseums ist das keine Wunschvorstellung

gäste zugängliche Hotelpool, in den man sich glatt ganz aus Versehen reinfallen lassen möchte - dazu dann ein kühler Gin Basil und alles, was der Sommer an Sommer­ gefühl braucht, wäre an einem einzigen Tag abgehakt. M A N DA R I N O R I E N TA L CHINA MOON

Neuturmstraße 1 täglich 12 bis 22 Uhr

Foto: HG Weber

Museumscafé und Restaurant im Bayerischen Nationalmuseum

Gleich neben einer der mittlerweile wahrscheinlich meistbesuchten Touristenattraktionen Münchens, der Eisbachwelle mit ihren Surfern, führt ein unauffälliger Torbogen in den Brunnenhof des Bayerischen Nationaltheaters und direkt in dessen Museumscafé und -restaurant. Hier entflieht man auf einen Schlag dem Trubel des Englischen Gartens und dem Lärm der Prinzregentenstraße und glaubt sich in einem märchenhaftem Schlossgarten wiederzufinden: Rosen-

sträuche recken ihre Köpfe in die Sonne, der bronzene Narzissbrunnen plätschert vor sich hin und hinter ihm strahlen schattige Arkadengänge wohltuende Kühle aus. Ein Ort wie ein fellinieskes Filmstill, wäre da nicht die münchenblaue Tram, die ab und zu durch die zur Lerchenfeldstraße geöffneten Säulen hindurch zu sehen ist, oder ein vorbeihuschender tropfnasser Surfer mit seinem Brett unter dem Arm. In milden Sommernächten genießt man hier bis spät in die Nacht nicht nur eine fantastische Küche, sondern auch eine atemberaubend schön illuminierte Museumfassade. Nicht umsonst wurde dieser Ort von dem Magazin „Der Feinschmecker“ einst als schönstes Museumsrestaurant Deutschlands bezeichnet.

Meridien-Hotels ein dem Lärm der Mobilität enthobe­ nes Refugium. Inmitten der aufwendigen Bepflanzung führt sogar ein kleiner Wandelweg durch all die Beete und rund um den mild vor sich hin plätschernden Springbrunnen. Gemütliche Rattanmöbel-Sitzlandschaften bieten genug Platz, die Beine lang zu machen, den Kopf nach hinten fallen zu lassen und so lange abwechselnd zwischen Himmelblau und Gartengrün hin und her zu gucken, bis auch der letzte Funken Stress vergessen ist. Bayerstraße 41 Restaurant: Mo bis Fr 12 bis 14.30 Uhr, tägl. ab 18 Uhr, Bar-Terrasse ganztags

auf etwas puristischeren Möbeln als gegenüber im Brenner etwas ruhiger zu, nur ab und zu summt einer der freundlichen italienischen Kellner eine Melodie, dringt das Klappern von Porzellan und Geschirr zu einem heran oder zischt verheißungsvoll etwas aus der Küche. Die italienische Küche beherrscht man zwar andernorts vielleicht noch etwas besser, aber für kühle Drinks und einen kleinen Snack zwischendurch sitzt man hier fantastisch. Vor allem die Ausstattung des Restaurants ist mit Genuss zu betrachten, die geöffnete Glasfront gibt den Blick auf die moderne Inneneinrichtung der Gasträume frei.

Refettorio

Marstallplatz 3 Mo bis Fr 12 bis 1 Uhr, Sa 10 bis 1 Uhr, So 10 bis 22 Uhr

LE MERIDIEN

R E F E T TO R I O

Wo früher das Eisbach war, stehen nun die bunten Stühle und Tische des Refettorios auf der Terrasse am Marstallplatz. Hier geht es unter Lindenbäumen und

Zeitgenössisches Italien, und das nur einen Sprung entfernt von der Maximilianstraße – das Refettorio am Marstallplatz

C A F É U N D R E S TA U R A N T I M B AY E R I S C H E N N AT I O N A L M U S E U M

Prinzregentenstraße 3 Café: Di bis So 10 bis 17 Uhr, Restaurant: Di bis Sa 12 bis 14.30 und ab 18 Uhr

Le Meridien

Nur wenige Schritte entfernt vom stickigen und verkehrsüberlasteten Hauptbahnhof findet man im Innenhof des Sommer 2014 MQ — 41


ESSEN & TRINKEN

The Grill

Das Restaurant The Grill öffnet seine Tore, sonnentechnisch ungünstig, erst abends gegen 18 Uhr, dafür kann man seinen Sommerabend hier aber auch bis ein Uhr in der Nacht ausdehnen. Trotz der vielen Plätze auf der großen Terrasse herrscht auf ihr eine sehr private Atmo­ sphäre. Der intime Blick auf den Innenhof des Künstlerhauses lässt einen glatt vergessen, dass man sich hier direkt hinter der Fußgän­ger­zone befindet. Stattdessen fühlt man sich wie der exklusive Gast einer italienischen Künstlervilla. Die Tatsache, dass man sich den Weg zu The Grill erst durch die Osteria im Erdgeschoss bahnen muss, um schließlich die oberen Gefilde zu erreichen, macht die Exklusi­ vität perfekt. THE GRILL

Lenbachplatz 8 Mo bis Do 18 bis 0 Uhr, Fr und Sa 18 bis 1 Uhr 4 2 — MQ Sommer 2014

Café Luitpold

Kurz vor dem neu renovierten Platz der Opfer des Na­ tionalsozialismus, der übrigens ebenfalls zu einem sehr passablen Draußensitzort Münchens aufgewertet wurde, reihen sich die Tische des traditionsreichen Kaffeehauses Luitpold anei­ nander. Hier wurde 1911 angeblich schon die Künstlergruppe des Blauen Reiters gegründet. Und wer sich eine der vielen köstlichen Süßspeisen in den Mund schiebt, die Herrlichkeit der Brienner Straße einatmet und die Gedanken ein wenig wandern lässt, den wundert das auch nicht weiter. An solch einem Ort überkommt

Süße Köstlichkeiten und eine so anregende Schönheit weit und breit, dass einen glatt die kreative Schaffenslust überfällt: Das Café Luitpold

einen die Inspiration halt vielleicht auch etwas leichter als anderswo. CAFÉ LUITPOLD

Brienner Straße 11 Mo 8 bis 19 Uhr, Di bis Sa 8 bis 22 Uhr, So 9 bis 19 Uhr

Kuffler Klenze-Loggia

Lange war die alte Hauptpost am Max-Joseph-Platz von Bauplanen verhangen, nun ist die Renovierung vollbracht. Und es ist trefflich gelungen, die KlenzeLoggia wieder im besten Licht erstrahlen zu lassen. Das Rot der Fassade scheint aus dem Ekstasemoment eines südländischen Sonnenuntergangs geborgt und die erhabene Aussicht auf Residenz, Staatsoper und den schönen Max-JosephPlatz machen das königliche Gefühl komplett. Der Vergleich Münchens mit Ita-

Gegenüber der Residenz gelegen, beschert die KlenzeLoggia Florentiner Gefühle

lien ist sicherlich überstrapaziert, aber hier schießt er einem wieder direkt in den Kopf, ach was, ins Herz: Fühlt sich an wie in Florenz! Was natürlich auch daran liegen könnte, dass Klenze seine Loggia nach Vorbild des Florentiner Findelhauses hat errichten lassen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Die Loggia liegt den ganzen Tag im Schatten. K U F F L E R K L E N Z E - LO G G I A

Max-Joseph-Platz täglich 10 bis 1 Uhr

Foto: Klaus Lorke

Wie ein Privatgast des Künstlerhauses am Lenbachplatz, so fühlt man sich an Abenden im The Grill


aufstehen, sondern lieber noch ein paar Freunde anrufen und sich mit ihnen durch die Karte probieren, deren Speisen hier nach dem „Sharing“-Prinzip aufgetischt werden: Was zuerst fertig ist, kommt zuerst und wird einfach geteilt. KOI

Mit dem Koi ist ein schillerndes Stück japanischen Glamours in die Brienner Straße eingezogen

Koi

Erst vor Kurzem hat das japanische Restaurant Koi im denkmalgeschützen ArcoPalais am Wittelsbacher Platz eröffnet. Das Web ist sich zwar noch etwas uneinig, ob die vielgepriesene kulinarische Exzellenz des Hauses tatsächlich schon mit der Exzellenz von Lage und Einrichtung mithalten kann, aber ein toller Blick auf das Reiterdenkmal und das Treiben in der Brienner Straße ist hier garantiert. Einen Koi Spritz mit Pflaumenlikör bestellt und schon will man gar nicht mehr

Wittelsbacherplatz 1 Mo bis Fr 11 bis 15 Uhr und 18 bis 24 Uhr, Sa und Fei 18 bis 24 Uhr, So geschlossen

Emiko Roof Terrace auf dem Hotel Louis

Das Louis Hotel kennt das Geheimnis wahrer Schönheit: Zurückhaltung. Und so liegt es zwar mitten in der Herzkammer Münchens, direkt zwischen Altem Peter, Rinder- und Viktualienmarkt, versteckt sich dort aber angenehm bescheiden in einem Rückgebäude. Dementsprechend unaufgeregt und privat ge-

Das Gefühl, zwischen privaten Balkonen selbst Altstadtbewohner zu sein: auf dem Dach des Hotels Louis

bärdet sich auch die kleine Dachter­rasse des Hotels, die auf oberer Wohnhöhe direkt zwischen den verschachtelten Altstadthäusern der Innenstadt liegt. Unter bunten Schirmchen und inmitten wilden Efeus und Rosmarinsträuchen sitzt man hier auf dunklen Holzmöbeln und bekommt ein wunderschön klischeebefreites Gefühl für die Stadt und dafür, was es wohl heißen muss, direkt in ihrer Innenstadt zu wohnen – so nah ist man dran an den umliegenden Privatwohnungen mit ihren hübschen Balkonen. Unbedingt sollte man eine kleine Variation der exzellenten Speisen des japanischen Hotelrestaurants bestellen oder einen der hausgemachten Eistees probieren. EMIKO ROOF TERRACE A U F D E M H OT E L LO U I S

Viktualienmarkt 6 täglich 12 bis 22 Uhr 4 4 — MQ Sommer 2014

Griechisch der Hintergrund, münchnerisch der Himmel: die Terrasse des Ella

Oskar Maria

Zwischen dem Pelzmantel­ glamour der unteren Brien­ nerstraße und dem Baye­ rischen-Hof-Jetset am Promenadeplatz präsentiert das Literaturhaus am Salvatorplatz mit seiner großzügigen Terrasse wohltuende Bescheidenheit. Gegenüber einem sehr altmünchnerischen Kiosk sitzt man hier nie eingeengt oder vom städtischen Treiben allzu überfordert und kann in Ruhe ein kleines Gericht zu sich nehmen oder ein Getränk und sich dabei sehr einheimisch fühlen. Besondere Aufmerksamkeit gilt bitte sehr dem Porzellan: Auf Tassen- und Tellerböden


ESSEN & TRINKEN

verstecken sich kleine Satzfetzen oder Wortspiele. Fast ein bisschen wie Glückskeks öffnen, nur viel poetischer – wie es sich für ein Literaturhaus eben gehört. OSKAR MARIA

Literaturhaus, Salvatorplatz 1 Mo bis Sa 10 bis 0 Uhr, So und Fei 10 bis 19 Uhr

Tambosi

Das Tambosi ist der Klassiker der Münchner Draussensitzkultur. Nirgends sonst lässt es sich so zeitlos, zentral und so bilderbuchgemäß das Gesicht in die Sonne halten, wie auf den roten Stuhlreihen vorm Odeonsplatz. Mit etwas Glück erwischt man sogar einen der wenigen Sessel und bleibt vor lauter Gemütlichkeit gleich noch eine Stunde länger sitzen. Hervorragend lassen sich hier die eilig vorbeiradelnden Münchner, die nichtmünchnerischen Rikschafahrer, die auf Kunden wartenden Taxler und die Straßenmu-

Der Klassiker des Münchner Draußenlebens: das Tambosi am Odeonsplatz

siker beobachten, die sich hier übrigens nicht selten als musikalische Perlen erweisen. Und wem es vorn zu hektisch ist, der flieht einfach nebenan in den zweiten Teil der TambosiTerrasse in den Hofgarten, wo der Kies unter den Füßen der Boulespieler knirscht und einen all die Blumen, das Parkgrün und die Herrschaftlichkeit der Residenzfassade endgültig in einen München-Liebestaumel versetzen. TA M B O S I

Odeonsplatz 18 täglich 8 bis 1 Uhr

Ella

Unter großen Schirmen sitzt man hier mit weitem Blick auf den Königsplatz und seine klassizistischen Prachtbauten direkt neben dem goldenen Anbau des Lenbachhauses. Besser hätten die Architekten von Norman Foster die Terrasse zum Museumscafé und - restaurant Ella kaum anlegen können: Den ganzen Tag über Sonnenschein, Kunst und kulinarische Höhenflüge. Zu schade, dass man sich nicht gleich einmieten kann

in die ehemaligen Gemächer des einstigen Bewohners dieses Traumhauses, Franz von Lenbach. ELLA

Lenbachhaus, Luisenstraße 33 Dienstag bis Sonntag 9 bis 1 Uhr

The Charles

Eins der besten Hotels Münchens ist seit einigen Jahren das The Charles. Elegant verbindet es die kunst- und kulturreiche Maxvorstadt mit Stachus und Hauptbahnhof und haucht der Gegend rund um den Alten Botanischen Garten gänzlich neues Leben ein. Nur

Vogelgezwitscher aus dem di­rekt gegenüber liegenden Alten Botanischen Garten – auf der Terrasse des The Charles ist man umgeben von Natur

wenige Schritte von der Hek­tik der Stadt entfernt liegt seine Restaurantterrasse in einer ruhigen, von viel Grün umgebenen Kurve. Vor allem an heißen Sommertagen findet man hier einen schattig-kühlen Ort scheinbar mitten in der Natur, der dank seiner etwas versteckten Lage sogar noch ein kleiner Geheimtipp geblieben ist. THE CHARLES

Sophienstraße 28 täglich ganztags

Sommer 2014 MQ — 4 5


MQ ist das neue Magazin für genussvolles Leben in der Stadt.

MQ erscheint vier Mal im Jahr immer zu Saisonbeginn, also im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter.

Munich Quality

MQ hat eine Auflage von 30.000 Exemplaren. Der größte Teil (22.000 Ex.) wird über einen rollierenden Direktverteiler an ausgewählte Premiumhaushalte im ganzen Stadtgebiet geliefert. Rollierend heißt, jeder dieser Haushalte bekommt das Heft ein- bis zweimal pro Jahr, also nicht jede Ausgabe.

� Darüberhinaus liegt das Heft in einer wachsenden Zahl von ausgesuchten Restaurants, Bars, Cafés, Shops, Hotels und an anderen Stellen in der Stadt zur Mitnahme aus.

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4 6 — MQ Sommer 2014


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DDR-Design in der Neuen Sammlung

Bis Ende September · Pinakothek der Moderne · Barer Straße 40 · pinakothek.de Es ist nicht alltäglich, dass ein Design-Museum die weltgrößte Sammlung der Designgeschichte einer vergangenen Nation erwirbt. So geschehen 2013 mit der Sammlung Höhne, die über 1000 Relikte aus Produkt- und Grafikdesign der DDR umfasst. Die hat Günter Höhne, 1943 in Zwickau geboren und ausgewiesener Spezialist für DDR-Design, in 25 Jahren zusammengetragen. Höhne war Chefredakteur von „form+zweck“, der ehemals führenden Designzeitschrift in Ostdeutschland. Sein Wissen garantiert einen spannenden und profunden Eindruck von Technik, Möbeln, Textilien, Verpackungen und Plakaten. Damit der Eindruck kein oberflächlicher bleibt, hat sich das Team um Sammlungsdirektor Prof. Dr. Florian Hufnagl für einen einzigartigen Schritt entschieden. Unter dem Titel „in Arbeit“ offenbart Die Neue Sammlung den gesamten Prozess, der hinter einer solchen Anschaffung steht. Der Besucher sieht also nicht erst die final kuratierte Ausstellung, sondern erlebt mit, wie Objekte in einem Museum erfasst werden, wie die Entscheidung fällt, was ausgestellt wird, und – in diesem Fall besonders wichtig: Wie ein Museum, das die westdeutsche Designgeschichte zwischen 1945 und Mauerfall bereits umfangreich dokumentiert hat, die Stücke aus der „Design-Parallelwelt“ der DDR daran anschließt. Schließlich steckten hinter den meisten Entscheidungen in der DDR politische Absichten. Wurde vom Westen kopiert oder eine Idee vollkommen neu umgesetzt? Wie ansprechend müssen Produkte einer angeblich konsumfremden Gesellschaft gestaltet sein? Objekte aus beiden deutschen Welten befinden sich jetzt unter einem Dach. Da sind Vergleiche beim Publikum vorprogrammiert. Höhnes ehemalige Privatsammlung wird uns für Befindlichkeiten der DDR sensibilisieren.  — MKM

Helme und Praktika-Kamera, der Radiowecker, das Warnlicht und der Computer vom VEB Robotron – alles gestaltet von den Formschaffenden der DDR

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ENTDECKEN K U LT U R I M S O M M E R

Chris de Burgh & Band 23. Juli, Olympiapark Der in Argentinien geborene Musiker verkaufte mehr als 45 Millionen Platten. Als erfolgreichster Solokünstler mit irischen Wurzeln besticht er mit Hymnen wie „Flying“ oder „Lady in Red“. Im Rahmen des Tollwood Sommerfestivals gastiert er mit seiner Band in München. Conor Oberst 16. August, Freiheiz So frisch wie ein Mascarpone-Bagel klingt der ÜberSongwriter, der in den 2000ern mit Bright Eyes

Weltruhm erlangte. Radiostationen lecken sich die Finger nach Live-Sessions mit ihm. Jetzt kommt der Neustarter aus Nebraska solo nach München.

Wolfgang Ambros Duo 24. Juli, Prinzregenten­ theater Der österreichische Megapoet singt mit lässigem Schmäh und tief rührendem Intellekt über Liebe, Tod und andere Schicksale. Zusammen mit Günter Dzikowski, einer inzwischen leicht krat­ zigen Stimme und seiner Gitarre ist er nun mit dem Programm „Ambros pur“ unterwegs. Strom aus, Gefühl an! 4 8 — MQ Sommer 2014

Jethro Tull’s Ian Anderson meets Alan Parsons Live Project – 15. Juli, Olympiapark Gemein­sam mit dem bri­ tischen Alan Parsons Live Project rockt der Weltklasse-Musiker Ian Anderson jetzt ein Best-of-Pro­gramm. Ob Anderson die Flöte noch immer auf einem Bein stehend spielt?

The Wiz im Deutschen Theater

Klassik Martin Grubingers „Percussion Unlimited“ 5. Juli, Philharmonie Mit gerade einmal 30 Jahren gilt der Salzburger als rares Ausnahmetalent der Rhythmusmusik – und wird von seinem Publikum gefeiert. Mit dem Münchner Rundfunkorchester wird er sechs Schlagzeugkonzerte an einem Abend spielen. Clemente Trio – 25. Juli, Hubertussaal/Schloss Nymphenburg Werke von Mendelssohn, Ravel und Brahms in sagenhafter Leichtigkeit assoziiert ergeben ein Schlosskonzert der Extraklasse. Das Clemente Trio ist bereits seit mehr als 25 Jahren erfolgreich in aller Welt unterwegs und brilliert mit herausragender Kammermusik. Nabucco – 10. August, Brunnenhof der Residenz Giuseppe Verdis frühes Bibel-Epos verzückt diesmal seine Besucher mit einem aufwendig ge­ stalteten Bühnenbild, dem stets einzigartigen Libretto von Temistocle Solera und vor allem einer der schönsten Kulissen Münchens.

Oper L’Orfeo – Premiere 20. Juli, Prinzregententheater Monteverdis dramatisch emo­tionale Oper in fünf Akten beschreibt den hin­ gabevollen Versuch des Orfeo, mit seinem rührenden Gesang seine ver­stor­bene Frau zu er­neutem Leben zu erwecken. Der Klassiker zählt zu den TopPremieren des Sommers. Oper für alle – 20. Juli, Marstallplatz Anlässlich des 150. Geburtstags von Richard Strauss findet ein Festspiel-Konzert statt, bei dem das Bayerische Staatsorchester neben Orchesterliedern auch „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ und „Ein Heldenleben“ spielt.

Open-Air Klassik am Odeonsplatz 5./6. Juli, Odeonsplatz Das große Klassik-Open-Air lockt an zwei Tagen tausende Musikbegeisterte in die

Münchner Innenstadt. Eröffnet wird das diesjährige Spektakel von Streicher Lang Lang und den Münchner Philharmonikern unter Alan Gilbert.

Abba Night – 14. August, Brunnenhof der Residenz Glitzer-Catsuits, Plateauschuhe und Hits von „Waterloo“ bis „Mamma Mia“ bescheren uns einen Zeitsprung zurück in die bunten Siebziger. Die authentischen Cover-Ver­ sionen der vier Mega-Schwe­ den wecken neues Lebens­ gefühl, da kann niemand ruhig sitzen bleiben. The Music of Buena Vista 21. August, Brunnenhof der Residenz Der 3. Münchner Open Air Sommer wird rhythmisch, leidenschaftlich und vor allem karibisch entspannt. Mit den gefeierten Stars aus Classic meets Cuba und ihrer smarten Sängerin Yaque­line Castellanos trifft Urlaubs-Feeling in München ein.

Foto: Barbara Palffy

Pop & Co


Hannes Ringlstätter im Schlachthof

Theater The Wiz – Zauberer von Oz 5. Juli, Deutsches Theater Ein Phantasy-Klassiker, der sogar als Musical noch die ganze Familie fesselt. Diese erste deutschsprachige Fassung nach Lyman Frank Brauns Buchvorlage wird vom Landestheater Linz nun erstmalig auch in München aufgeführt. Dylan – 15. bis 20. Juli, Deutsches Theater Mit 73 Jahren kann Bob Dylan gewiss auf ein intensives Musiker-Leben zurückblicken. Die musikalische Biografie von Heiner Kondschak offenbart mehr denn je Dylans unvergleichliches Talent, dessen Songs auch Teil unserer Biografien sind.

Kabarett Bernhard Hoëcker 31. August, Lustspielhaus „Ich sag Euch, wo Ihr herkommt, und Ihr wisst dann, wie ich bin!“ Hoëcker, der „Switch“-Star von der Weinstraße, stellt in seinem Programm „Netthamseshier“

Tizian in der Hypokunsthalle

und andere Gefühlsattacken hinzukommen gerät endgültig alles aus dem Ruder.

Ausstellungen dem Publikum so manche Frage zu Land und Leuten – die absurden bis grotesken Antworten liefert er kurzerhand selbst.

Vanessa Maurischat 6. September, OX Ihr zweites Soloprogramm heißt „Intim“ und entsprechend gefühlvoll besingt die Wahl-Berlinerin das wahre Leben – wechselt zwischen Alltags-Szenen und Absurdem. Und hat für sich selbst nebenbei das Genre Salonpop erfunden. Hannes Ringlstetter 16. Juli, Schlachthof Der Müncher Musik-Kabarettist vom „Vereinsheim Schwabing“ (BR) führt als Johnny Ringl mit seiner Band „Good Old Looser Company“ durch den Abend. Kernige Country-Comedys und umarrangierte Klassiker wie Johnny Cashs „Der Ringl sitzt am Feuer“ rauben dem lagerfeuerroman­ tischen Männer-Sound jeglichen Bierernst. Michael Frayn – 23. August, Lustspielhaus Ein verrückter Haufen von Schauspielern und Kabarettisten trifft in dem herrlich komischen Stück „Der nackte Wahnsinn“ aufeinander. Doch kaum etwas will funktionieren. Als Hass, Liebe

Stan Douglas – bis 12. Oktober, Haus der Kunst Die Ausstellung des 1960 geborenen Hutträgers aus Kanada, der sich in den letzten Jahren neben seinen Metiers wie Video und Installation vor allem auf die Foto­grafie konzentriert hat, zeigt eine spektakuläre Auswahl seiner neuesten, überwiegend großformatigen Arbeiten. Rolls Royce Cars in der BMW Welt Der offene Ausstellungsraum zeigt die über 100jährige Geschichte von Rolls Royce. Zwei ausgestellte Originalfahrzeuge und Fotos aus der Serie von Starfotograf Rankin zum 100. Geburtstag der kultigen Kühlerfigur „Emily“ runden die Ausstellung ab. Richard Avedon – ab 18. Juli, Museum Brandhorst Er gilt als einer der einflussreichsten Modefotografen des 20. Jahrhunderts. In der gezeigten Ausstellung werden jedoch eher bewegende als inszenierte Portraits präsentiert, die er seit dem 1950er von u.a. Francis Bacon oder Marcel Duchamp gemacht hatte. Rembrandt – Tizian – Bellotto – ab 22. August, Kunsthalle Hypo Rund hundert Werke berühm­ter Künstler veranschaulichen Entstehen, Wachstum und Blütezeit der legendär reichen Dresdner Galerie.

Georg Baselitz – ab 19. September, Haus der Kunst Deutschlands Maler- und Bildhauertitan stellte einst fast alles auf den Kopf. Heute, mit 76 Jahren, stellt er sich selbst und seine Werke der neuen Zeit.

Galerien Peter Vogel – bis 25. Juli, Galerie Spielvogel In „Licht, Klang, Bewegung“ zeigt die Galerie an der Maxi­ milianstraße Objekte des Pio­ niers der interaktiven Kunst. Peter Halley – bis 26. Juli, Galerie Thomas Modern Der New Yorker Künstler wurde mit seinen farbintensiven, geometrischen Gemälden berühmt. Günter Fruhtrunk bis 2. August, Walter Storms Galerie Seine grafischen Arbeiten zählen zu den wichtigsten und wirkungsvollsten der deutschen Nachkriegskunst. Peter Vogel in der Galerie Spielvogel

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ENTDECKEN

Wo Touren zum Erlebnis werden … Kultur und gutes Essen prägen jeden der 10 Ausflüge, die MERCEDES

D

LAUENSTEIN in diesem Sommer für er Münchner erklärt die Liebe zu seiner Stadt oft durch die zahlreichen sie umgebenden Freizeitmöglichkeiten. Wirk­ lich rausfahren aber, das schafft er meist doch zu selten – weil, ja, warum eigentlich? Wir empfeh­ len: Nicht lang grübeln, einfach losfahren! Und stellen Ihnen zehn Ziele für einen Tagesaus­ flug vor, die nicht nur Erholung, sondern auch jede Menge Kul­ tur bieten und für die sich das frühe Aufstehen garantiert lohnt. Auch wegen des guten Essens, das bei jeder dieser Touren auf Sie wartet.

Sie ausgetüftelt hat.

Eichstätt

Mitten im zwischen Mün­ chen und Nürnberg liegen­ den Altmühltal findet sich die kleine Universitätsstadt Eich­ stätt. Ihre barocken Bauten verlei­ hen ihr eine fast italienische Anmutung, und neben einem ganz klassischen Stadt­ spaziergang laden vor allem die barocke Residenz der Eichstätter Bischöfe, die et­ was oberhalb Eichstätt liegende Willi­ baldsburg und der Dom zu einer Besichti­ gungstour ein. Letzterer trägt übrigens die Handschrift gleich mehrerer Epochen: Sein Grundbau geht noch auf das frühe Mittelalter zurück, Langhaus und Chor entsprangen der Romanik, sein Westchor ist der Frühgotik zuzuordnen und die Hauptfassade stammt aus den Zeiten des Barocks. Königlich bewirten lässt man sich nach diesem sakralen Erlebnis am besten gleich nebenan, im Domherrnhof.

• ca. 100 km

• Entfernung von München Restaurant-Tipp

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DOMHERRNHOF

Domplatz 5 · Eichstätt Tel. 0 84 21 / 61 26 Di bis So mittags und abends


Schloss Herrenchiemsee

• ca. 90 km R E H M A N N · Bernauer Straße 40 · Prien Tel. 0 80 51 / 9 61 42 55 · Mi bis So 11.30–14 und 18–22 Uhr

Die berühmten Wasserspiele von Herrenchiemsee erfrischen und erfreuen die Parkbesucher gleichermaßen

Das Rathaus des stimmungsvollen Unistädtchens Eichstätt mit den herrschaftlichen Giebelhäusern am Markt

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Fotos: Reichelt, Rosenscarlett

Versailles am Chiemsee: König Ludwig II. bewohnte das Juwel im klassizistischen Barock nur wenige Tage zur Probe, bevor er 1886 im Starnberger See ertrank und die Bau­ arbeiten eingestellt wurden. Und dennoch wird man sich beim Gang durch die in den letzten Jah­ ren mit großem Aufwand restaurierten Gemächer und Gärten bei dem Gedanken ertappen, es hier fast mit dem schöneren Versailles zu tun zu haben, denn, naja, was soll man sagen: Es liegt eben auf einer Insel mit Blick aufs Wasser. Einen Ausflug an diesen herrschaft­ lichen Ort kann man im Sommer mit dem Besuch der Festspiele kom­binieren, deren hochkarätige Konzerte in der atemberaubenden Kulisse des berühmten Spiegelsaals stattfinden. Für die angemessene kulinarische Begleitung sorgt das erst 2012 eröffnete und schon mit einem Stern ausgezeichnete Restaurant Rehmann auf dem Festland im Fährenanlegerort Prien.


ENTDECKEN

Der Königssee

Am Fuße des Watzmann liegt im Berchtesgadener Land zwischen steilen Felswänden ein tiefer, smaragdgrüner Bergsee, der so sauber ist, dass man direkt daraus trinken kann und so still, dass man sich in einer menschenleeren Welt wieder zu finden glaubt. Wer in München lebt ohne je am Königssee gewesen zu sein, der versagt sich ein großes Stück Glück. Befahren wird das Gewässer zum Schutze der Was­ serquali­tät mit den traditionellen Elek­troschiffen oder auch in­divi­duell mit Ruderbooten. Eine Fahrt auf dem See lohnt sich schon allein wegen der Echowand, deren Echokraft

der Bootsführer auf richtiger Fahrthöhe durch ein kleines Trompetenspiel demonstriert. Außerdem liegt die pittoreske Halbinsel Hirschau mit der Wallfahrtskirche St. Bartholomä und dem Jagdschlösschen auch etwas zu weit entfernt, um eigenhändig hinzurudern. Vom Königssee aus lohnt sich auch ein Besuch im Dokumentationszentrum Obersalzberg, das nur wenige Kilometer entfernt und oberhalb der Stadt Berchtesgaden liegt. Es liefert mit seinen Informationen zur Geschichte des Berges und den maßgeblich hier verankerten Verbrechen des Nationalsozialismus ein gewaltiges Stück Zeitgeschichte. In den Sommer­

monaten kann man sich von hier aus auch zum sogenannten „Eagles Nest“, dem in schwindelerregender Höhe liegenden Kehlsteinhaus bringen lassen. Ebenfalls einen fantastischen Blick und eine hochklassige Verköstigung noch dazu erfährt man in Berch­ tesgaden selbst: Im Panoramarestaurant im sechsten Stock des Hotels Edelweiss.

• ca. 150 km

PA N O R A M A ­

R E S TA U R A N T I M H OT E L E D E LW E I S S

Maximilianstraße 2 Berchtesgaden Tel. 0 86 52 / 9 79 92 20 täglich ab 11 Uhr

Das Kirchlein St. Bartholomä vor der heroischen Kulisse des WatzmannMassivs 5 2 — MQ Sommer 2014


Eines der herrlich verzierten und vergoldeten Prunkportale im Goldenen Saal

Fotos: Pohl, Wiskerke

Der Goldene Saal im Rathaus von Augsburg

Ein wortwörtliches Goldstück der Spätrenaissance befindet sich im zweiten Obergeschoss des Augsburger Rathauses: Der Goldene Saal birgt auf gut 550 Quadratmetern eine solche Überdosis an vergoldetem Pracht und Prunk, dass es einem glatt die Pupillen verstrahlt. Ein Stück gedämpfter präsentiert sich da im Glaspalast, einer fein restaurierten ehemaligen Textilfabrik, die große Jörg-ImmendorfAusstellung „Versuch, Adler zu werden“. Außerdem ist natürlich ein Besuch in der Fuggerei Pflicht, mit acht Gassen, drei Toren, eigener Kirche und eigener Stadt-

mauer eine wunderschöne Stadt in der Stadt, die seit gut 500 Jahren bedürftige, katholische Bürger für gut einen Euro Kaltmiete im Jahr beherbergt. Feine regionale Küche gibt es natürlich auch zu entdecken: direkt hinter dem Rathaus im traditonsreichen Eckehaus, in dem schon Mozart und Konsorten speisten.

• ca. 50 km

DIE ECKE

Elias-Holl-Platz 2 · Augsburg Tel. 0 821 / 51 06 00 täglich 11–14 und 17.30–1 Uhr Sommer 2014 MQ — 5 3


ENTDECKEN

Das Museum Maximum in Traunreut

Schloss Neuschwanstein

Ein bisschen Disneyland in echt, das bietet Schloss Neuschwan­ stein in Hohenschwangau bei Füssen und steht als weltberühm­ tes bayerisches Märchenschloss bei­ nahe exemplarisch für den Luxus­ wahn und die Fantasiegebilde Ludwigs des II. Einheimische empfehlen auf­ grund der Überlaufenheit des Schlos­ ses ja oft das „eh viel hübschere“ Schloss Hohenschwangau, das noch Ludwigs Vater Maximilian von einer wohnlichen Burg in ein feines Schlöss­ chen hat umgestalten lassen. Aber ein­ mal Neuschwanstein muss im Leben jedes Münchenbewohners schon drin sein, und wer sich einen Werktag für seinen Besuch aussucht, der minimiert schon gleich das gefährliche Risiko in schlossinternen Touristenstau zu ge­ langen. Nach dem Wandeln durch die dekadenten Gemächer steht einem der persönliche Sinn natürlich gleich nach ebenso schlossgerechter Gour­ metküche und die findet man gleich gegenüber: im Wellnesshotel Rübezahl in Schwangau, von dessen Terrasse man direkt auf das Schloss blickt und die Besichtigung des Baus von Welt­ rang noch einmal aus der Ferne Revue passieren lassen kann.

• ca. 130 km

KULINARIUM IM

· Am Ehrberg 31 Schwangau · Tel. 0 83 62 / 88 88 täglich geöffnet H OT E L R Ü B E Z A H L

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Neuschwanstein mit dem Forggensee im Hintergrund (o.). Eine Neoninstallation von Dan Flavin im Museum Maximum (u.)

Galerist und Stiftungsgründer Heiner Friedrich hat im beschaulichen Traunreut im Chiemgau ein hochkarätiges modernes Museum geschaffen: Auf 3000 Quadratmetern ehemaliger Industrie­ fläche werden mit Werken von Georg Baselitz, Uwe Lausen, Maria Zerres, Imi Knoebel, Johan Chamberlain, Walter De Maria, Dan Flavin und Andy Warhol Werke deutscher und amerikani­ scher Künstler ausgestellt, die seit Jahrzehnten maßgeblich die zeitgenössische Kunst prägen. Trotz eines solchen Weltklasseniveaus folgt hier alles dem Mantra der Entschleunigung: Schon die naturnahe Lage am angrenzenden Wald und die schiere Größe der alten Hallen lassen den Be­ sucher langsamer schreiten und weiten ihm Herz und Auge für das Erleben der hier ausgestellten Kunst. Auch das Fehlen künstlicher Beleuchtung trägt zur Intensität des Erleben bei, denn im Wandel von Tages- und Jahreszeiten werden die unterschiedlichen Facetten der Werke stets neu erfahrbar. Inwändig geläutert fährt man hin­ terher am besten auf einen kleinen Spaziergang oder ein erfrischendes Bad an den Waginger See, der durch seine relative Flachheit als einer der wärmsten Seen Oberbayerns gilt. Den abendlichen Hunger stillt das Landhaus Tanner mit sei­ ner modernen, naturbelassenen Küche, die ihre Produkte fast ausschließlich von heimischen Er­ zeugern bezieht.

• ca. 115 km

L A N D H A U S TA N N E R

Aglassing 1 · Waging am See Tel. 0 86 81 / 6 97 50 · Mitte Juni bis Mitte September täglich 11 bis 24 Uhr, übrige Zeit Mo ab 17 Uhr, Mi bis So 11–14 und 17–24 Uhr


Foto: Harald, Softe

Das berühmte Fernrohr neben der Seilbahn­ station beherbergt eine schöne Ausstellung zur Natur des KarwendelGebirges

Das Karwendel bei Mittenwald

Im Karwendelgebirge findet man eine Berg- und Alpenwelt vor, die man klischeehafter kaum inszenieren könnte: Klare Alpenbäche, schnee­ bedeckte Gipfel, blühende Wiesen, grasende Kühe, blumenumrankte Balkone und wohin man sieht Menschen in Tracht oder Wanderge­wand. Unzählige Wanderwege und Klettersteige säumen die Lande und die legendäre Karwendelbahn bringt selbst das müßigste Gemüt noch zu den gebirgigsten Aussichtspunkten. Nicht zu übersehen ist das riesige „Fernrohr“ gleich bei der Bergstation, in dem sich neben dem schwindelerregenden Panoramafenster über dem 1300m tiefer liegenden Isartal eine Dauerausstellung zur Natur des Karwendels befindet, in der das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen im hochalpinen Gelände kurzweilig und anschaulich erklärt

wird. Auch ein Besuch in Mittenwald, Krün oder Wallgau lohnen sich, jeder dieser Orte ist auf seine eigene Art märchenhaft. Doch Mittenwald ist mit seiner Geigenbauertradition vielleicht die spektakulärste Wahl. Hier wird seit gut 200 Jahren der Geigenbau kultiviert und auf der örtlichen Instrumentenbauerschule lernen Schüler aus aller Welt ihr Handwerk. Natürlich fehlt es daher auch nicht an einem Museum zum Thema. Marktfrische Regionalküche für die wohlverdiente Stärkung vorher, nachher oder mittendrin gibt es im Marktrestaurant Mittenwald, einem modernen bayerischen Restaurant mit feinsten lokalen Traditionsgerichten.

• ca. 100 km

D A S M A R K T­-

· Dekan-Karl-Platz 21 Mittenwald · Tel. 0 88 23 / 9 26 95 95 Di bis So 12–14.30 und 18–22 Uhr

R E S TA U­R A N T

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ENTDECKEN

Die Wieskirche

Mitten im lieblichen Allgäuer Niemandsland steht bei Steingaden recht einsam der Star unter den Sakralbauten des „Pfaffenwinkels“: Die Wallfahrtskirche auf der Wies ist eine der berühmtesten Rokokokirchen der Welt und gehört natürlich zum UNESCO-Erbe. Kunstpilger aller Nationen reisen an diesen abgelegenen Flecken und ihre Kinder sollen vor lauter Staunen ob des imposanten Gotteshauses und seiner märchenhaften Umgebung sogar das Gekrähe nach dem nächsten Eis vergessen. Ein schöner Wanderweg zur Kirche, der „Brettlesweg“ führt von Stein­ gaden aus durchs Hochmoor, durch Wälder und Wiesen und entlang glasklarer Wildbäche, die sich im Sommer hervorragend dazu eignen, kurz die Füße hinein zu tauchen. Nach Wanderung und Kunstgenuss dürfen Sie dann die rund 12 Kilo­ meter nach Bad Bayersoien mit dem Auto zurücklegen, um sich im kulinarisch exzellent aufgestellten Parkhotel direkt am Soier See versorgen zu lassen.

• ca. 100 km

Am Kurpark 1 Bad Bayersoien · Tel. 0 88 45 / 12-0 täglich 11 bis 22 Uhr · Wanderung ca. 3 h PA R K H OT E L

Berühmte und verdiente Deutsche bekommen auf Geheiß der Staatsregierung in der Walhalla ein Plätzchen für die Ewigkeit

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Im barocken Gelb präsentiert sich die Wieskirche auf den schon grünen Weiden des Frühsommers

Die Walhalla bei Regensburg

Wie eine griechische Fata-Morgana thront die Walhalla oberhalb der Donau bei Regensburg auf einer Anhöhe. Als Ruhmeshalle wurde sie im 19. Jahrhundert im Auftrag des Griechenland-Fans Ludwig I. errichtet, um bedeutenden deutschen Persönlichkeiten nach ihrem Tod ein Denkmal zu setzen. Und so finden sich in ihrem Inneren heute hunderte Büsten und Gedenktafeln von Prominenten wie Johannes Gutenberg, Sophie Scholl oder Heinrich Heine. Wer die idyllische Anfahrtsvariante von Regensburg aus per Boot wählt, kann sich auf ein kleines Wadentraining gefasst machen: Etwa 250 Stufen sind es, die zu dem altehrwürdigen Tempel hinauf führen. Auf keinen Fall sollte man sich vorher oder nachher einen Spaziergang durch Regensburg entgehen lassen, das immerhin als Deutschlands besterhaltene mittelalter­ liche Großstadt gilt. Belohnen lässt sich der kulturelle Ehrgeiz dort mit charmantem Blick auf Fluss und Dom im Restaurant Silberne Gans.

• ca. 130 km

SILBERNE GANS

Werftstraße 3 · Regensburg Tel. 0 941 / 2 80 55 98 Di bis So 12–14 und 18–0 Uhr


Das Rieskratermuseum in Nördlingen

Meteoriteneinschläge! An solcherlei Naturkatastrophen darf man eigentlich gar nicht denken. Denn auch wenn sie sich in unseren Gefilden nur äußerst selten im großen Stil ereignen, jemals wirklich si­ cher ist vor ihnen keiner von uns. Vor 15 Millionen Jahren etwa hat es die Gegend der sich zwischen München und Stuttgart befindlichen Stadt Nördlingen getroffen: Ein Me­ teorit mit gut einem Kilome­ ter Durchmesser schlug mit der kosmischen Geschwindig­ keit von 70.000 Kilometern pro Stunde ein und hinterließ einen Krater von etwa 12 Kilo­ metern Durchmesser. Dem damalige Geschehnis, sowie

überhaupt dem Thema Meteo­ riteneinschläge und ihren geologischen Konsequenzen, widmet sich das Rieskrater­ museum in Nördlingen. Auch sonst lohnt sich ein kleiner Nachmittagsspaziergang durch die einzige deutsche Stadt, in der es noch eine vollständig erhaltende Stadtmauer gibt, samt Wehrgang, fünf Toren und elf Türmen. Auch das Ger­ berviertel und der Marktplatz bietet so manch romantischen Anblick, nicht zu vergessen die spätgotische Hallenkirche St.Georg, auf des­sen 90 Meter hohen Glockenturm bis heute und an 365 Tagen im Jahr ein sogenannter Türmer seinen Dienst verrichtet. Einzigartig auf der ganzen Welt ist seine Tradition, zwischen 10 und

12 Uhr am Abend alle halbe Stunde die Worte „So G’sell so“ zu rufen, ein Ausruf, den viele Sagen umweben, der vermut­ lich aber einzig dazu diente, die Wachen vor dem Tore vor dem Einnicken zu schützen. Und wenn am Abend dann irgendwann der große Hunger kommt, findet sich in Meyers Keller eine hervorragende Adresse zum Genuss einer ausgeklügelter Regionalküche mit ganzheit­lichem SlowFood-Ansatz.

• ca. 140 km

MEYERS

· Marienhöhe 8 Nördlingen Tel. 0 90 81 / 44 93 Mi bis So 11.30–14 und 17.30–22 Uhr KELLER

Foto: Khatl

Nein, der Rieskrater ist natürlich viel größer. Das hier ist das Herz der Stadt Nördlingen

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Wohnen

Klewitz die Wohnung

Dreimühlenstr. 40 · klewitz-diewohnung.de „Oh, Entschuldigung, habe ich mich in der Tür geirrt? … Wohnen Sie hier?“ – Im ersten Moment könnte man tatsächlich meinen, dass das Geschäft, das man eigentlich gesucht hatte, ein paar Türen weiter sein muss und in diesen Räumen, in dessen Eingang man nun gerade steht, jemand wohnt. So täuschend echt eingerichtet ist diese Wohnung im Dreimühlenviertel, die sich in ihrer Gesamtheit als Interior-Showroom begreift. Der Besucher kann sich bei „Klewitz die Wohnung“ in Küche, Wohn-, Ess-, Schlaf-, Kinderzimmer und Bad nicht nur Rauminspirationen holen, sondern alle Gegen­ stände käuflich erwerben: Möbel, Taschen, Bilderrahmen, Wohnaccessoires. Für alle, die in ihrem Heim größere Veränderungen vorhaben, stehen die Betreiber Thomas Klewitz und Kerstin Empl auch gesamtplanerisch zur Seite. Klewitz ist gelernter Schreiner und fertigt in seiner Werkstatt maßgeschneiderte funktionelle und ästhetische Möbelstücke und Einbauten. Empl ist für Dekoration und Raumgestaltung zuständig. Bei Großprojekten arbeiten beide mit erfahrenen Möbelund Produktdesignern zusammen. — AD 5 8 — MQ Sommer 2014

MQ Tipp


Mailand in München

Rund 500 Kilometer entfernen den renommierten Mailänder Salone In­ ternazionale del Mobile vom Münch­ ner Marienplatz. Nun sind die ersten Design-Möbel der diesjährigen weltberühmten Messe in exquisiten Designläden angekommen. Bistro von Paola Lenti

Design by Fattorini, Rizzini & Partners Die wolkenleichte Sonnenschirm-Serie aus HighTech-Stahl und Aluminium ist erhältlich in einer flacheren Version oder als Kuppel. Preis auf Anfrage. Böhmler im Tal, Im Tal 11, boehmler.de

LT05 North von E 15

Design by Eva Marguerre und Marcel Besau Da geht die Sonne auf – oder der Mond? Diese Pendelleuchten aus Kupfer oder Stahl deuten spielerisch Geometrie an, die sich je nach Betrachtungswinkel verändert. Preis: ab 400 Euro Thiersch 15, Thierschstr. 15, thiersch15.de

Dining Chair von Vitra

Design by Charles & Ray Eames Der Aluminium-Design-Klassiker der 1950er Jahre kommt jetzt neu aufgelegt und in 28 hübschen Sommerfarben ins Esszimmer. Preis: ab 1.463 Euro Designfunktion, Leopoldstr. 121, designfunktion.com

Modern von Porro

245 Nuno von Zanotta

Design by Kensaku Oshiro Ein Hocker, der aussieht wie eine Tasche, in Wirklichkeit aber vor allem eines ist: hübscher Stauraum. Material: Kernleder und Plimex. Preis: 2.321 Euro AmbienteDirect, Zielstattstr. 32, ambientedirect.com

Design by Piero Lissoni Strenge Linien, hochwertige Oberflächen und individuelle Kombi­ nationen – das modulare Schrank-System wurde um eine edle Holz-Edition erweitert. Preis nach Ausführung. Neue Werkstätten, Promenadeplatz 8, neue-werkstaetten.de

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WOHNEN

Schick am See Ein Fertighaus am See? Was vor Jahren noch sehr kritisch betrachtet wurde, ist auch im Münchner Umland plötzlich en vogue: Systemarchitektur ist ökologisch, schön und schnell realisiert.

J Infos BAUFRITZ

Erkheim vor Memmingen, baufritz.de G R U B E R N AT U R HOLZHAUS

Rötz bei Cham, gruber-ausbau.de REGNAUER

Seebruck a. Chiemsee, regnauer.de B A U W E LT P O I N G

bauzentrumpoing.de B E R AT U N G R U T H WO L F

menschenraum.com

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eder stellt sie sich irgendwann: die Frage, wo und wie er oder sie leben und wohnen möchte. Wenn die mobile SinglePhase vorbei ist, es um ein Leben zu zweit geht oder aus Paaren schließlich Eltern werden, über­legen auch viele Münchner noch einmal neu und überdenken ihre Werte, finanziellen Mög­ lichkeiten und Zukunftspläne. Wollen wir in der Stadt bleiben? Sollen wir in die Gegend ziehen, in der die eigenen Eltern leben? Könnte das Le­ben auf dem Land etwas für uns sein? Wie wäre es mit der nahen Vorstadt? Und: Wollen wir bauen? Bauen – ja! Das sagen überraschend viele Münchner zur Zeit, man muss sich nur in den Vororten einmal genauer um­ sehen. Die gute Zinslage hat den oberbayerischen Bauboom befördert. Aber ein Fertighaus? Ein Haus aus Pappmaché, das an die Filmkulisse der „Truman Show“ erinnert, in der ein Haus dem anderen gleicht und uns vor Augen hält, wie nahe das Leben im vorstädtischen Reihenhaus an Satire grenzt? Jedoch fand schon Leonardo da Vinci im 15. Jahr-

hundert nichts Verwerfliches an der Idee der Fertigkonstruktion, er konzipierte ein Haus, das aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt wurde, die „casa mutabile“. Und mit Walter Gropius wurde das BauhausBaukastenprinzip salon­fähig. Lei­der kennzeichnete das Genre vor allem in den 1960er-Jahren schlechte Isolierung, hohe Schad­stoffbelastung und mindere Bauqualität – ein Image, das zu Unrecht bis heute haftet. Denn die Branche hat eine Entwicklung bis hin zu echten Luxus-Häusern hinter sich.

Neun Monate dauern die individuelle Planung und Herstellung, zwei Tage der Aufbau Vor Ort geht es rasend schnell: Riesige Schlepper bringen die fertigen Wände aus der Fabrik zur Baustelle, ein Kran hebt sie in die richtige Position, Monteure verbinden die einzelnen Holzteile. Fertig. Schon steht das Haus, das in den neun Monaten zuvor geplant und produziert wurde. Die Nachbarn staunen. Nicht nur über das Tempo des Aufbaus, son­dern auch über das Design. Es ist ein richtig schönes Haus geworden.

Da steht es nun, nach nur zwei Tagen Aufbau, und fügt sich ein in die oberbayerische Idylle, klar in der Form, hochwertig in den Materialien und gleich­zeitig unprätentiös in der Gesamtwirkung. Die Nachbarn am Ammersee scheinen begeistert, immerhin ist es jetzt schon das siebte Holz­haus dieser Art in unmittelbarer Nähe. Die Bauweise von Baufritz, der sich in Sachen

Herrlich die Sicht auf den See von der mit Holz ausgelegten Terrasse

Öko-Naturhäusern in Systembauweise einen Namen gemacht hat, kommt in Gegenden wie dieser an. Neueste Zahlen zeigen, dass es Münchner, die das Zen­trum verlassen, entweder in die äußeren Stadtviertel zieht – oder sie verlassen die Stadt in Richtung Umland. 2013 zogen knapp 10.000 Einwohner von der Stadt in den Landkreis Mün­chen. Knapp 4000 Richtung Fürstenfeldbruck, sowie mehr als 2000 jeweils in die Regionen →


Große Glasfronten sind das Kennzei­ chen dieses Bau­ fritz-Hauses (o.), dessen offener Küchen-/Wohnbe­ reich mit dem mar­ kanten Holzparkett modernen Wohn­ vorstellungen ent­ spricht

Einen ähnlichen Aufbau zeigt das Musterhaus „Alpenchic“, das man in der stän­ digen Ausstellung der Bauwelt Poing auch innen jederzeit an­ schauen kann

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WOHNEN

→ Ebersberg und Starnberg. Die meisten derer, die ins Münch­ner Umland zogen, waren zwischen 31 und 40 Jahre alt. Systemhaus-Anbieter wie Baufritz, Gruber oder Regnauer bieten zeit- und nervenschonen­ de Fertigbaulösungen zu Festpreisgarantien. Das kommt der viel beschäftigten, mobilen und multimedial sozialisierten BauGeneration häufig gelegen. Bei dem hier vorgestellten Haus am Ammersee war das Prozedere klar strukturiert und zeitlich absehbar: Nach einer Grundstücksbesichtigung wurden erste Konzepte vorgestellt, daraus entwickelte sich Schritt für Schritt der Entwurf, nach dem später die Bauteile angefer­ tigt wurden. Die Herausforde-

rung ist es für Laien, bereits in einem frühen Stadium zu wissen, wie die Raumdetails aussehen sollen. Kein leichtes Unterfangen. Ratsam ist es, sich hier einen unabhängigen Berater an die Seite zu holen, der die Entwürfe noch einmal mit einem überdenkt. Ruth Wolf, Diplom-Innenarchitektin, beispielsweise ist so eine Beraterin. „Heute sollte man kein Haus mehr planen, ohne altersgerechte Aspekte zu beachten. Der Grundriss sollte sehr flexibel und auch für etwa­ ige zukünftige Wohnbedürf­ nisse nutzbar sein“, so Wolf, die 6 2 — MQ Sommer 2014

Ein komplett neu entwickeltes ÖkoKonzept weist das Gruberhaus (u.) auf, das man ebenfalls im Poinger Bauzentrum ansehen kann. Im oberen Foto die Wohnküche mit der Kochinsel

auch als Feng-Shui-Beraterin angefragt wird. Vielleicht also doch auf den Keller verzichten und 50.000 Euro anderweitig investieren? In ein Gartenhaus etwa? Bei aller Planbarkeit aber kommt es auch auf das Bauchgefühl an. Liegen wir mit der Baufirma auf einer Wellenlänge? Und wie fühlt es sich an, wenn man ein Haus der gewählten Gattung betritt? Hier hilft häufig der Besuch eines Musterhauses.

Systemarchitektur und Luxus schließen sich nicht mehr aus Ein unserem Ammerseer Naturholzhaus verwandtes Juwel befindet sich im Bauzentrum in Poing. Im „Alpenchic“ (Preis: ab 490.000 Euro) treffen im Inneren hochwertige Kombinationen wie Naturstein und Eschenund Tannenholz auf dunklen Stahl. Dass hier auch gleich ein Wellnessbad mit Sauna im Ober­ geschoß integriert ist zeigt, dass sich Systemarchitektur und Luxus nicht ausschließen. Im „Gruberhaus“, das ein paar Meter entfernt steht, planten die Architekten ein drei­ stöckiges Gebäude mit 180 m2 Wohnfläche, Preis: rund 600.000 Euro: raumhohe Fensterelemente mit Schiebetüren, Küche mit Kochinsel und ein offenes Wohnzimmer, Dach­ terrasse inklusive. Ein neu entwickeltes Öko-Kompakt-Gerät sorgt hier für Heizung, Lüftung und Warmwasser-Bereitung. Zusätzliche Wärme verbreitet ein ökologischer Holzofen. Die Fahrt nach Seebruck am Chiemsee lohnt sich für alle, denen das Konzept des Passivhauses „Ambienti+“ von Regnauer zusagt. Das Musterhaus dort hat kürzlich erst den „Golden Cube“, eine renommierte


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Dieses Musterhaus von Regnauer mit dem vielversprechenden Namen „Ambienti“ steht in Seebruck am Chiemsee

Auszeichnung des deutschen Holzfertigbaus, bekommen und vereinigt zwei Haushalte unter einem Dach – ebenfalls eine Lösung mit zukunftsfähigem Ansatz. Denkbar ist z. B. die spätere Vermietung einer Etage und barrierefreies Wohnen im Alter im Erdgeschoß. So wie das Haus in Seebruck zu sehen ist, kostet es aber auch rund 825.000 Euro.

Eine Schutzhülle gegen Elektrosmog schützt sogar die Nachbarn

Details des Ambienti-Hauses zeigen die Lesecke mit einem in die Wohnzimmerwand eingelassenen Regal und einen Blick aus der Lounge in den Garten

Hersteller wie diese drei heraus­ ragenden SystemarchitekturAnbieter setzen insbesonde­re auf außergewöhnliche Energiekon­ zepte: Photovoltaikanlage, Wind­ kraft-Turm, Brenn­stoff­zelle, Ladestation für Elektro-Autos – über Smart-Technologie gesteu­ ert. Die Nachbarn am Ammer­ see jedenfalls staunen nicht schlecht, dass eine integrierte Schutzhülle gegen Elek­trosmog nicht nur die Hausbesitzer son­ dern auch sie selbst vor Strah­ len schützen soll. Über dieses „schnelle“ Holzhaus wer­den sie wohl auch noch Monate später staunen … — astrid dobmeier

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Wie ein Märchenschloss liegt das Kranz­b ach im Gebirge, aber Komfort und Ausstattung sind auf der Höhe der Zeit

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6 4 — MQ Sommer 2014

Am Fuße des Wetterstein- und Karwendelgebirges steht in idyllisch abgeschiedener Lage auf 1000 Metern Höhe ein zinnenbekröntes Schlösschen im Arts & Craft-Stil. Begeistert von der alpi­ nen Landschaft ließ es die britische Adelige Mary Isabel Port­man vor 100 Jahren erbauen – und legte damit den Grundstein für das Kranzbach, ein Hotelresort, das alle Sinne verwöhnt: erhol­same Wellness-Oase für gestresste Städ­ ter, romantisches Hide­away für Verliebte, begehrtes Refugium für Naturliebhaber und Sportbegeisterte. Und: kinderfreie Zone für Eltern, die sich ein paar Tage ohne die lieben Kleinen gönnen wollen. Im weitläufigen Badehaus des behutsam in die Landschaft einge­passten Designer-Anbaus locken mehrere Panoramasaunen,

Dampf­bad, Sonnenterrassen, Räum­lichkeiten für Massage und Beauty-Treatments und ein zusätzliches, nur für Damen reserviertes Spa. Ein Traum-Alpenblick bis zur Zugspitze ist garantiert – wie auch von den beheizten Innen- und Außenpools – und dem 35°C-Solebad. Im gut ausgestatteten Fitness­ raum Gewichte drücken, kostenlos eines der Mountainbikes ausleihen, an Wassergymnastikund Yoga-Kursen teilnehmen – die Angebote sind verlockend. Oder – für Geübte – mit Personal Trainer die herrlichen Buckelwiesen hoch­ joggen. Der Appetit bei der Rückkehr lässt sich leicht stillen: Das lichtdurchflutete Restaurant verwöhnt seine hungrigen Gäste mit regional orientierter Bio-Feinschmeckerküche.  —TW


Foto: Patricia Staffa

Boot-Camp, Barre Fusion und mehr

Studio 12 · Possartstraße 12 · Tel. 4 70 787 54 · studio12-munich.com Anja Riesenberg und Tanja Krodel bringen US-Star-Fitness nach München. Sie formen den Traumkörper mit wirkungsvollen Trainings­t rends. So schwören Katie Holmes und Jessica Biel auf abwechslungsreiche BootCamp-Fitness. Nata­l ie Portman trainiert lieber an der Ballettstange: Dieses Barre Fusion ist ein Mix aus Pilates, Yoga und Ballett. Mit maximal acht Leuten oder im Einzel­t raining werden hier Bauch, Beine, Po und Arme mit zusätzlichen Gewichten definiert und gestrafft. Auf dem Kursplan stehen außerdem Vinyasa Yoga, Pilates, BootCamp, Rücken-Training oder Yoga für Männer. — MKT

Schöner lächeln, besser leben

Ästhetische Zahnheilkunde München · Brienner Straße 7 · Tel. 24 23 99 10 · smile-art.de Beim Konzept des deutschen Zahnarztes Jan Hajtó und seines kalifornischen Kollegen Costin Marinescu ergibt der Clash zweier Welten etwas spannendes Neues. In ihren eleganten Räumen in der Brienner Straße demonstrieren sie seit kurzem, dass Zähne nicht nur Werkzeug, sondern kommunikativer

Schmuck eines Menschen sind. Dass man sich auf den ästhetischen Sinn der beiden Profis verlassen kann, beweist allein schon die klug eingerichtete Praxis. Vorgespräche finden zum Beispiel entspannt abseits des Behandlungsstuhls statt. Die Prophylaxe folgt der individuellen Zahnanatomie des Patienten und nicht nur technischen Vorgaben. Costin Marinescu stellt immer zuerst die Frage: „Wie leben Sie, wie ernähren Sie sich, was erwarten Sie von Ihren Zähnen?“ — MKT

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3 Sagen Sie uns, wie der Stadtbach heißt,

S P I E LS A LO N

MQ Munich Quality versucht auch in diesem Sommerheft, die geehrten Leser mit einem kleinen Verlosungsspielchen bei Laune zu halten. Machen Sie wieder so zahlreich mit wie beim letzten Mal, es gibt attraktive Preise zu gewinnen.

der mitten durch den Münchner Stadtteil Lehel fließt, bevor er im Englischen Garten verschwindet, und gewinnen Sie ein 5-Gänge Degustationsmenü inkl. Aperitif und passender Weinbegleitung für 2 Personen auf der schönen Terrasse des Restaurants Gandl am St.-AnnaPlatz im Lehel. Während auf der Mittags­ karte leichte Gerichte mit feiner mediter­ raner Note dominieren, erwartet den Gast am Abend im Gandl eine gehobene Gas­ tronomie unter dem Einfluss der französi­ schen Küche. Einsendeschluss ist der 31. August.

� Erklären Sie uns den Begriff „Wagjū“,

und gewinnen Sie eine Einladung des Restaurants Bavarie in der BMW

Welt für 2 Personen zum Barbecue-Friday am Freitag, 11. Juli. An diesem Tag verwöh­ nen Küchenchef Bobby Bräuer und sein Team ganztags mit deftigem Schweinebauch, zar­tem Entrecôte und Wagyū-Würstchen, Grillgemüse der Saison und raffinierten Salatvariationen. Einsendeschluss für diese Verlosung ist bereits der 4. Juli. Senden Sie Ihre (hoffentlich richtigen) Antworten bis zu dem jeweils angegebenen Datum an verlosungen@ mq-mag.de. Wir wünschen Ihnen viel Glück.

2 Sagen Sie uns, welches französische Bau-

werk das Vorbild abgab für die Errichtung des Schlosses Herrenchiemsee, und gewinnen Sie zwei gute Eintrittskarten für die „Rheinische Symphonie“ von Robert Schu­ mann am Sonntag, 20. Juli, um 19 Uhr. Schau­ platz ist der Spiegelsaal des an diesem Abend festlich beleuchteten Schlosses im Rahmen der Herrenchiemsee Festspiele 2014. Einsendeschluss: 10. Juli.

Alle Gewinne werden unter den Einsendern der rich­ tigen Antworten ausgelost, die Gewinner werden be­ nachrichtigt, und der Rechts­ weg ist natürlich wie immer ausgeschlossen.

IMPRESSUM

R E DA K T I O N

InMedia GmbH Sendlinger-Tor-Platz 8 80336 München E-Mail: redaktion@mq-mag.de Nachrichten an die Redaktion bitte vorzugsweise per E-Mail. Redaktionsleitung: Günter Bereiter (v.i.S.d.P.) Autoren dieser Ausgabe: Dr. Astrid Dobmeier, Mercedes Lauenstein, Matthias Koth-

6 6 — MQ Sommer 2014

Markgraf, Fritz Osskar, Alexander Otto, Thomas Winzker Fotografen: Christian Hacker, Mar­ kus Kehl, Matthias Koth-Markgraf Gestaltung: Arndt Knieper, Viola Müller Hergerdt (Produktion)

VERLAG

InMagazin Verlags GmbH Sendlinger-Tor-Platz 8 80336 München E-Mail: www.mq-mag.de

DRUCK

MQ Munich Quality erscheint vier Mal im Jahr und wird ausgesuchten Premiumhaus­h alten direkt zugestellt (22.000 Exemplare) sowie in ausgewählten Shops und Restaurants, bei Dienstleistern und in Kulturbetrieben aus­gelegt.

Verbreitete Gesamtauflage: 30.000 Exemplare

Nächster Erscheinungstermin: 18. Sept. 2014

Geschäftsführer: Stefan Kukuk (verantwortlich für den Anzeigenteil) Anzeigen: Rupert Klostermeier, Tobias Wagner, Werner Brocke Telefon 089 / 38 99 71 - 18 E-Mail: anzeigen@mq-mag.de ADV Schoder, Augsburg


Das einzig Unbezahlbare an ihm: der Fahrspaß. Der Boxster GTS. Unser exklusives Leasingangebot zu attraktiven Konditionen*: Fahrzeugpreis (inkl. Sonderausstattung): EUR 81.860,90 Einmalige Sonderzahlung: EUR 15.000,– Laufzeit: 36 Monate Laufleistung p.a.: 10.000 km Monatliche Leasingrate: EUR 614,–

Porsche Zentrum München *Ein beispielhaftes Angebot der Porsche Financial Services GmbH & Co. KG, Porschestr. 1, 74321 Bietigheim-Bissingen für gewerbliche Kunden, gültig nur bei Auftragseingang bis 31.07.2014. Zusätzlich fallen Zulassungs- und Überführungskosten in Höhe von EUR 1.370,– an. Alle Preisangaben inkl. MwSt. Das Angebot ist begrenzt, Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Abbildung zeigt ggf. abweichende Sonderausstattung.

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Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 11,4 · außerorts 6,3 · kombiniert 8,2; CO2-Emissionen: 190 g/km; Effizienzklasse: G

MQ Munich Quality 2/2014  

MQ Munich Quality - Das Beste in München Ausgabe Sommer 2014 mit Tipps und Anregungen aus den Bereichen Einkaufen, Essen, Trinken, Entdecken...