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DAS MAGAZIN DER INDISCHEN BOTSCHAFT, WIEN Das Onam Fest

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nam ist das alljährlich stattfindende Reiserntedankfest und das Fest der Regenblumen in Kerala. Weiters findet es zu Ehren der Wiederkehr von König Mahabali statt. Unabhängig von ihrer Kaste und Religion feiern alle Keraliten dieses Fest. Onam wird immer am Anfang des Monates Chingam gefeiert, welcher auf den Malyalam Kalender zurückführt. Der Malayalamkalender ist ein Mondkalender und dieser besagt, dass Onam zwischen Ende August und Anfang September stattfindet. Dieses Fest wird 10 Tage lang gefeiert und beginnt mit dem Tag‘‘Atham‘‘ und endet mit dem zehnten Tag, ‘‘Thiruonam‘‘. Der ursprüngliche Grund für Onam hat mit König Mahabali zu tun: Die Legende von König Mahabali erzählt über gesellschaftliche Gleichheit aller Menschen in seinem Reich. Er war ein guter und gerechter Herrscher. Die Zeit als Mahabali regierte nannte man das goldene Zeitalter. Seine Untertanen hielten ihn für einen Gott. Deswegen wurden andere Götter neidisch und wollten ihn stürzen, damit sie selbst die Opfergaben bekommen konnten. Eine Gewohnheit vom König war es, nie einen Wunsch zu verweigern. Diese Schwäche versuchten die Götter auszunützen. Der Gott Vishnu verkleidete sich als Zwerg Vamana und bat Mahabali um ein Stück Land. Als sein Berater den Zwerg sah, warnte er seinen König, dass dieser kein gewöhnlicher Zwerg war. Denoch wollte der König ihm seinen Wunsch gewähren. Vamana wollte so viel Land, wie er mit 3 Schritten umfassen konnte. Als dieser Wunsch gewährt wurde, verwandelte sich der Zwerg in einen Riesen von kosmischer Größe. Mit dem ersten Schritt umfasste er die gesamte Erde und mit dem zweiten Schritt das ganze Himmelsgewölbe.

Jahrgang 1 • Ausgabe 2 • Oktober 2015

I N H A LT SEITE 01 Das Onam Fest SEITE 02 Indische Kunst: Kathak SEITE 03 Wie entstand die Rupie? SEITE 05 Hindi lernen: Devanagari SEITE 06 Yoga für Anfänger: Vrksana SEITE 07 Indisch Kochen: Gemüse Thepla SEITE 07 Wussten Sie, dass... – interessante Fakten aus Indien SEITE 08 Indische Filmabende SEITE 09 Veranstaltungshinweis SEITE 10 Das Internationale Film-Festival von Indien steht vor der Tür! Mahabali fragte ihn, wo er den dritten Schritt hinsetzen würde. Dann verstand er, dass er mit dem dritten Schritt die ganze Erde zerstören würde. Damit er sein Versprechen halten konnte, bat Mahabali den dritten Schritt auf seinen Kopf zu setzen. Sein Wunsch wurde gewährt und sein Körper in die Unterwelt gedrückt. Vishnu erschien in der Unterwelt vor dem König in seiner wahren Gestalt und erklärte ihm alles. Er erklärte ihm, dass er auf die Probe gestellt wurde, ob er ein Versprechen halten könne. Danach erfüllte ihm Gott Vishnu einen Wunsch. Mahabali wünschte sich jedes Jahr sein Volk zu besuchen, um zu sehen, wie es seinen Untertanen geht. Onam wird daher zelebriert, um zu zeigen, dass es seinem Volk gut geht. Um den Besuch vom König Mahabali zu ehren, werden Mandalas aus Blumen angefertigt. Ein wichtiger Bestandteil des Festes ist das Onasadya, in welchem sich Familien gegenseitig einladen und Essen mit 11-13 verschiedenen vegetarischen Gerichten vorbereiten. Dieses findet am letzten Tag statt. Zum Onamfest werden gerne besondere Sarees getragen, die üblicherweise aus cremefarbener Baumwolle hergestellt und zusätzlich mit Goldbordüre verziert werden. Es gibt auch Onamspiele und Wettbewerbe, wie zum Beispiel ‘‘Vallamkali‘‘, eine traditionelle Art des Paddelbootrennens. ***** Fybin Puthenpurayil India Spectrum • 1


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Geschichte des Kathak-Tanzes

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ieser Tanzstil entwickelte sich seit dem 13. Jahrhundert durch umherziehende Barden und Geschichtenerzähler, die aus Kasten stammten, deren Beruf es war, religiöse Lieder (Bhajan oder Ghasel) zu singen und tänzerisch zu begleiten. Die meisten dieser Lieder handelten vom Leben Vishnus und Krishnas. Infolge der muslimischen Herrschaft der Moghulen änderten sich jedoch Themen und Musik des Kathak grundlegend, da diese Kunstform nun vor allem an Höfen dargeboten wurde, wo die einheimischen Künstler auf persische und arabische Musiker stießen. Es wurden nun neben den religiösen auch weltliche Themen aufgegriffen. Vorlagen für die Tänze lieferten hinduistische Dichter wie Jayadeva, Kabir, Tulsidas und der den Vishnuismus predigende Chaitanya. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es mehrere Orte, an denen der Kathak weiterentwickelt wird. Die JaipurGharana in Vrindavan, die sich durch schnelle Fußarbeit und Rhythmik auszeichnet, die Lakhnau-Gharana, die sich durch lyrische Elemente auszeichnet und die von Janaki Prasad gegründete Banares-Gharana, die sich von Varanasi nach Lahore ausbreitete und deren Stil sich 2 • India Spectrum

durch langsame Elemente und Fußarbeit zu skandierten Lautsilben auszeichnet. Heutzutage gibt es viele Tanzzentren und Hochschulen in Indien, die Kathak lehren. ■■ Aufführungspraxis: Zumeist ruft ein Sänger, begleitet von einer Tabla oder Pakhawaj, zu Beginn einer Kathak-Darbietung in einer Huldigungszeremonie (purvaranga) Ganesha an, um für ein gutes Gelingen der Veranstaltung zu bitten. Dann wird die Bühne mit Blumen und Weihrauch verehrt. Kathak wird von Frauen und Männern getanzt, oft als Solotanz. Im Gegensatz zu einigen südindischen Tanzstilen wird nicht auf der äußersten Kante der Fußsohle getanzt, sondern auf dem flachen Fuß und den Zehen. Die Tänzer tragen bis zu 150 Glöckchen und Schellen an den Fußgelenken, die die Fußarbeit, die im Kathak besonders wichtig ist, unterstreichen. Auch viele Drehungen, Sprünge und Pirouetten gehören zum Tanz, wobei die Position überwiegend vertikal ist. Die erzählenden Abhinaya-Teile werden fast nur mit Händen, Fingern und Armen zu einer sparsamen Mimik ausgeführt, wobei die Grundposition oft ruhig mit geschlossenen Füßen oder sitzend ist. Nach der eröffnenden Anrufung folgen kürzere Tänze, deren Abfolge nicht festgelegt ist. Es gibt bis zu hundert eher tänzerisch angelegte Stücke wie die Tukras und Paranas, bei denen der Tänzer auf den Zuruf harter Lautsilben reagiert, aber auch Tänze zu religiösen Gedichten und Tänze zu mystischen Liebesgedichten. In den Gats werden Episoden aus dem Leben Krishnas dargestellt, wobei die Tänzer mehrere Charaktere darstellen. Die folkloristische Ras lila wird in Gruppen aufgeführt und erzählt von Krishna, Radha und den Gopis (Kuhhirtinnen). Es besteht eine Ähnlichkeit zwischen Kathak und den Tänzen im Volkstheater Alibuxi khyal von Rajasthan. ■■ Gharanas: Gharana ist eine Ausbildungseinrichtung und ein Netzwerk von Musikern der klassischen nordindischen Musik, die als Anhänger eines bestimmten musikalischen Stils und häufig auch durch Verwandtschaft miteinander verbunden sind. Indische Tanzstile werden ebenfalls Gharanas zugeordnet. Jedes Gharana wurde von einem Meister gegründet und grenzt sich in ihrem theoretischen Konzept, in der Unterrichtsmethode, die innerhalb des engen


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Lehrer-Schüler-Verhältnisses angewandt wird, und in der Aufführungspraxis von den übrigen ab. Gharanas werden meist nach ihrem Ursprungsort benannt und als Gesangs-Gharana nach dem hauptsächlich unterrichteten Musikinstrument oder dem dort gepflegten Tanzstil eingeteilt. Die Abgrenzung der Gharanas ist innerhalb der einzelnen Tanzgattungen unterschiedlich ausgeprägt, die unverwechselbaren Merkmale verschwinden insgesamt wie bei den Musik-Gharanas allmählich. Beim Odissi-Tanzstil werden einige Gharanas nach bekannten Tanzlehrern benannt. ■■ Kathak-Gharanas Nur beim Kathak existieren mit den Namen ihrer Zentren vier verschiedene Gharanas, die sich zur Zeit der Fürstentümer an den einzelnen Herrscherhäusern gebildet haben. Die Lakhnau-Gharana ist die bekannteste Schule dieses Tanzstils. Bindadin Maharaj († 1918) und sein jüngerer Bruder Kalka Prasad († um 1910) prägten den heutigen Stil des Kathak und waren die im 19. Jahrhundert am meisten verehrten Tänzer. Der feine Ausdruckstanz von Lakhnau steht im Gegensatz zu der mehr auf Technik und schnelle Fußarbeit setzenden Jaipur-Gharana. Diese Tradition entwickelte sich an den Herrscherhäusern von Hindus im 18. Jahrhundert, als die KachchwahaRajputen in Jaipur herrschten. Als Begleitinstrument wird häufiger als anderswo die Pakhawaj gespielt. Die Benares Gharana ist eine Abspaltung der JaipurGharana. Sie wird auch nach ihrem Gründer Janaki Prasad, der bei Bikaner geboren wurde, benannt. Er zog mit einigen Familienmitgliedern nach Benares, wo sie weitere Tänzer um sich scharten. Schüler von Janaki Prasad gingen später an den Hof des Maharajas von Bikaner zurück. Die Wüstenstadt ist heute ein Zentrum dieser Tanzschule. Anfang des 20. Jahrhunderts etablierte sich im Fürstenstaat Raigarh im heutigen Bundesstaat Chhattisgarh aus einer Mischung der bisherigen ein neuer Tanzstil, der als Raigarh-Gharana bezeichnet wird. Der Maharaja Chakradhar Singh (1905–1947) hatte mehrere Tänzer und Tablaspieler aus Jaipur, Lakhnau und anderswo an seinen Hof geladen, deren Schüler den heute weniger bekannten Stil an der dortigen Musikschule unterrichten. Einige bekannte Gurus / Meister und MeisterInnen des Kathak im 20 Jhd sind: Birju Maharaj, Sitara Devi, Rohini Bhate, Rajendra Gangani, Shama Bhate, Shashwati Sen ,Kumudini Lakhia, Maya Rao. Kathak ist auch einer der wichtigsten klassischen Tänze auf den sich moderne Bollywood-Choreografien beziehen (z.B. Tänze aus den Filmen Devdas, Umrao Jaan, Dilkarishta, u.a.). ***** Kaveri Sageder.

Wie entstand die Rupie? - Ein kurzer Überblick über die Währung und Banknoten Indiens

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n Indien herrschte vor 1861 ein freies Bankensystem, in dem etablierte Banken die Freiheit hatten, Banknoten auszugeben. Die halb in Regierungsbesitz befindlichen Presidency Banks dominierten diese Aktivitäten, denn ihre Banknoten wurden von der Regierung akzeptiert. Für dieses Privileg mussten sich die Presidency Banks der legislativen Kontrolle unterwerfen, auch in den Geschäftsfeldern, in denen sich die Banken betätigen konnten. Die Begrenzungen der Notenausgaben wurden durch den Anteil des Kapitals und der Barmittel festgelegt. Die frühen Banknoten wurden in Nennwerten ausgegeben, die damals praktisch erschienen. Die Banken rund um Kalkutta (heute Kolkata) gaben Noten in Sicca-Rupien sowie in Gold-Mohur aus. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entsprach ein Gold-Mohur in Bengalen 16 Sicca-Rupien, und dieses Verhältnis war die Grundlage für die Ausgabe einiger früher Noten in Nennwerten von vier, acht und 16 Rupien, beispielsweise bei der Notenausgabe der Bank of Hindostan. Diese Nennwerte galten auch für das System des Bimetallismus, das während dieser Zeit (frühes 19.Jahrhundert) in Mode war. Die Banken in Madras (heute Chennai) gaben Banknoten in Arcot-Rupien sowie die Gold Star Pagodas heraus. Im Jahr 1818 wurden diese Währungseinheiten in Madras durch die Silver-Rupie ersetzt, die ein Feingewicht von 180 (11,66 g) hatte und 165 Feinmetallkörner enthielt. Bis 1835 war die Rupie auf Basis des Indian Coinage Acts von 1835 gemäß dieser Spezifikation standardisiert. Danach wurden die Noten in Company’s- Rupien gestückelt; bis Mitte des 19.Jahrhunderts war die Vorsilbe entfallen und es blieb nur die Rupie. Mit der Gründung der Reserve Bank of India (RBI) wurde die Vermögenssicherung für die Notenausgabe durch Absatz 33 des RBI Acts geregelt, der ursprünglich eine anteilige Reserve an Gold- und Sterlingwerten im Verhältnis zur Banknotenausgabe vorschrieb. Mindestens 40 Prozent der vermögenssichernden Noten mussten in Form von Goldmünzen und ungemünztes Edelmetall nicht weniger als 400 Millionen Rupien betragen durften und Gold mit 18,23 Rupien pro 10 g bewertet wurde. Finanzinstrumente, insbesondere der als Hundis bekannte Wechsel, haben eine altehrwürdige Vergangenheit. Der Ursprung des Papiergelds im moderen Sinn lässt sich jedoch bis in das späte 18.Jahrhundert zurückverfolgen. Unter den ersten ausgegeben Banknoten waren die der Bank of Hindostan (1770-1832), der General Bank in Bengalen und Behar (1773-75), der Bengal Bank (1748-91) etc. Nur wenige dieser Banknoten überlebten. Mit der Gründung halbstaatlicher Banken im 19.Jahrhundert (die Bank of India Spectrum • 3


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Bengal, die Bank of Bombay und die Bank of Madras, die Presidency Banks genannt wurden), verbreitete sich das Papiergeld weiter, obwohl es einer kleinen Klasse privilegierter Nutzer vorbehalten blieb. Bis zum 1.April 1935, als die RBI als Zentralbank des Landes gegründet wurde und die Funktion der Notenausgabe übernahm, war das Papiergeld Angelegenheit der Regierung. Die RBI verfolgte anfangs ein anteilmäßiges Reservesystem bei der Notenausgabe, wobei mindestens 40% der vermögenssichernden Noten in Form von Gold und ausländischen Sicherheiten ausgegeben werden mussten. Im Jahr 1956 wurde das anteilmäßige Reservesystem durch ein Mindestreservesystem ersetzt. Die Unabhängigkeit brachte auch das Trauma der Teilung des Landes in Indien und Pakistan mit sich. Der Übergang des Währungsmanagements vom kolonialen zum unabhägigen Indien lief relativ glatt, trotz der beträchtlichen Dimensionen. Im August 1947 betrugen die Noten im Umlauf im ungeteilten Indien 11,81 Milliarden Rupien. Die Aufgabe lautet, die indischen Banknoten und Münzen, die im neu gebildeten Pakistan kursierten, durch die jeweiligen Banknoten und Münzen des neuen Staats zu ersetzen und die Vermögenswerte auf die Verbindlichkeiten der ausgegebenen Banknoten umzulegen. Vom 1.April bis 30. Juni 1948 gab die Bank eingetragenen Banknoten in den Nennwerten 2, 5, 10 und 100 Rupien heraus und die Regierung von Pakistan Noten im Wert von einer Rupie, die pakistanische Nickel-Rupie und andere ergänzende Münzen mit eigenem Entwurf. Diese Noten und Münzen waren nur in Pakistan gesetzliche Zahlungsmittel. Die Regelung, dass die Reserve Bank weiterhin die Währungshoheit über

Pakistan hatte, wurde am 30.Juni 1948 beendet. Am 1.Juli 1948 wurde die State Bank of Pakistan gegründet. Die Aufgabe in Indien war einfacher. Zwischen der Unabhänigkeit und der Ausrufung der Indischen Republik am 26.Januar 1950 gab die RBJ weiterhin die noch vorhandenen Noten heraus. Die erste vom unabhänigen Indien herausgegebene Banknote war die Ein-Rupie-Note, die die indische Regierung 1949 mit KRK Menon als Unterzeichner herausgab. Die Ausgabe durch die RBI fiel mit der Ausrufung der Republik zusammen. Die Bank wurde am 1. Januar 1949 verstaatlicht. Es mussten Symbole für das unabhängige Indien ausgewählt werden. Zu Beginn galt die Auffassung , dass das Porträt des Königs durch eines von Mahatma Gandhi ersetzt werden sollte. Hierfür wurden Vorlagen vorbereitet. Schlussendlich einigte man sich auf die Wahl des Lion Capital der Ashoka Pillar in Sarnath anstelle des Gandhi-Porträts. Die neue Ausgestaltung der Banknoten orientierte sich weitgehend an den früheren Linien. Auf den neuen Noten im Jahr 1951 dominierte Hindi. Die Debatte über den Hindi-Plural ‘‘Rupaya‘‘ wurde zugunsten von ‘‘Rupaiye‘‘ entschieden. Im Jahr 1954 wurden Banknoten mit hohem Nennwerten (1.000, 5.000 und 10.000 Rupien) eingeführt. Indien reformierte im Jahr 1957 sein Währungssystem. In dem frühren System war eine Rupie in 16 Annas aufgeteilt, und eine Anna bestand aus 4 Paisen; eine Paise entsprach 3 Pies. Also bestand eine Rupie aus 64 Paisen oder 192 Pies. Im jahr 1969 wurde eine Gedenkserie zu Ehren des Geburtstags von Mahatma Gandhi herausgegeben, die den sitzenden Gandhi vor dem Sevagram-Ashram im Hintergrund zeigt. Die Entwürfe und Größen ändern sich im Lauf der Zeit.

Auszüge aus The Paper & The Promise: A Brief History of Currency & Banknotes in India/ Department of Currency Management, Notenbank Indiens, Mumbai 4 • India Spectrum


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Liebe Leserinnen und Leser, Sie können sich bestimmt noch erinnern, wie das geht: A, B, C, D, E, F, G... Und so weiter, und so fort. Das, womit ich mich in den letzten Tagen und Wochen auseinandergesetzt habe, ist auf den ersten Blick weit davon entfernt. Aber ich habe mir nun einmal fest vorgenommen, Hindi zu lernen, und Sprache und Schrift gehören nunmal zusammen wie सुई धागा, also Nadel und Faden, wie es auf Hindi so schön heißt. Die Schrift, mit der Hindi geschrieben wird, nennt sich Devanagari. Und sie ist scheinbar sehr kompliziert. Mit Betonung auf „scheinbar“. Devanagari wird, genau wie Deutsch, von links nach rechts geschrieben. Es besteht aus 36 Konsonanten und 12 Vokalen. Hier also das Alphabet: Konsonanten क (ka) (KAbir)

ख (kha) (KHan)

ग (ga) (GAgan)

घ (gha) (GHajini)

ङ (ng)

च (cha) (eaCH)

छ (chha) (CHHatisgarh)

ज (ja) (JAmaica)

झ (jha) (ZApak)

ञ (na)

ट (ta) (TUrmeric)

ठ (tha) (kaTHmandu)

ड (da) (DUmb)

ढ (dha) (DHaka)

ण (na)

त (ta) (TAnishq)

थ (tha) (THUnder)

द (da) (THE)

ध (dha) (DHAnush)

न (na) (NUmber)

प (pa) (PUrpose)

फ (pha) (FUnd)

ब (ba) (BUtton)

भ (bha) (BHAtinda)

म (ma) (MErge)

य (ya) (mY)

र (ra) (RAtan)

ल (la) (LOve)

व (va) (VErsion)

श (sha) (SHun)

ष (sha) (SHun)

स (sa) (CErtain)

ह (ha) (HUt)

क्ष (ksha) (aKSHay)

त्र (tra) (TRAffic)

ज्ञ (jna) (GYAneshwar) Vokale Und wie sie als Teile von Silben aussehen Und so werden sie mit Konsonanten zu Silben verbunden Mehr Vokale Und wie sie als Teile von Silben aussehen Und so werden sie mit Konsonanten zu Silben verbunden

अ (a)

आ (aa/A))

इ (e/i)

ई (ee/ii)

उ (u)

ऊ (oo/uu)

ि

क – ka

का – kaa

कि – ki

की – kii

कु – ku

कू – kuu

ए (e)

ऐ (ai)

ओ (o)

औ (ou)

अं (aM)

अ: (aH)

:

के – ke

कै – kei

को – ko

कौ -kou

कं – kan

क: – kah

Sie dachten, dies hier sei nicht kompliziert? Liebe Leserinnen und Leser, das ist noch nicht alles! Sie haben bei den Vokalen vielleicht die Zeile „Und wie sie als Teile von Silben aussehen“ bemerkt. Und die kommt nicht von ungefähr – wenn in Devanagari Konsonanten mit Vokalen zu Silben verbunden werden, werden die Vokale mit eben den Symbolen aus dieser Spalte geschrieben.

Fortsetzung...

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Also hatten Sie eigentlich Recht – die Schrift ist an sich nicht besonders kompliziert, sie besteht lediglich aus mehreren Zeichen. Wie genau das alles funktioniert, damit werden wir uns das nächste Mal ausführlich beschäftigen. Für heute möchte ich Ihnen jedoch noch einen kleinen Vorgeschmack mit auf den Weg geben: einige Beispielwörter in Devanagari, damit Sie gleich schon mit dem Üben anfangen können. सोमवार मंगलवार बुधवार गुरुवार शुक्रवार शनिवार रविवार Sie können gerne raten, was diese Worte wohl bedeuten. Bis zum nächsten Mal! Markus

YO G A

F Ü R

A N FÄ N G E R

VRKSANA (Baum- Körperhaltung) ‘‘Vrksa‘‘ bedeuted Baum. Die Endposition dieser Asana ähnelt der Form eines Baumes, daher der Name. Nutzen: Technik: ■■ Die Füße sind leicht auseinandergestellt. ■■ Der Blick ist nach vorne gerichtet. ■■ Ausatmen, das rechte Bein beugen und den Fuß zur Innenseite des linken Oberschenkels bringen. Die Ferse sollte den Damm berühren. ■■ Einatmen, die Arme nach oben strecken und die Handflächen zusammenlegen. ■■ Diese Stellung 10 bis 15 Sekunden halten und die Atmung fließen lassen. ■■ Ausatmen und die Arme und den rechten Fuß senken.

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Diese Übung verbessert die neuromuskuläre Koordination, sowie Ausdauer und Aufmerksamkeit. Vorsicht bei Arthritis und Fettleibigkeit.


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Gemüse Thepla Zutaten 150g gerieben Zucchini und Karotte 11/2 Tl. Salz 11/2 Tl. Zucker 2 Tl. Öl 2 kleingehackte kleine grüne Chili 4 durchgepresste kleine Knoblauchzehen 2 cm Ingwerknolle geschält und gerieben 2-3 Tl. Gehackter frischer Koriander 1/2 Tl. Hing (Asafötida) 1/2 Tl. Haldi (Gelbwurz) 1/2 Tl. Rotes Chili Pulver 2-3 Tl. Joghurt 200g Chapatimehl Zubereitung Außer dem Mehl alle Zutaten miteinander vermischen Nach und nach das Mehl hinzugeben, dabei gut durchkneten damit ein schöner steifer Teig entsteht. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen Aus dem Teig 8-10 Bällchen formen Die Bällchen so ausrollen das sie ca. 1/2 cm dick sind und 8 cm Durchmesser haben. Den Thepla auf der heißen Chapati Pfanne auf einer Seite backen. Den Thelpa von der Pfanne nehmen, etwas Ghee auf die Pfanne geben und den Thepla von der anderen Seite anbraten. Noch einmal aus der Pfanne nehmen, wieder etwas Ghee in die Pfanne geben, den Thepla wenden und die erste Seite (nun mit Ghee) noch einmal braten. Beide Seiten sollten eine leichte Bräune bekommen Die Theplas in eine Chapatidose schichten und heiß servieren. *****

Verfasserin: Frau Dr. Veena També, Atmasantulana, Village Karla, Maharashtra

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D A S S . . .

...Ayurveda (Sanskrit, “Wissen vom Leben”) als die älteste Heilkunst der Welt gilt? Die Wurzeln dieser in Indien entstandenen Lehre von einem Leben in Harmonie gehen 5000 Jahre zurück, als hinduistische Gelehrte (Rishis) begannen, Wissen über Krankheit und Heilung zu tradieren. Ziel der Behandlung mit Ayurveda ist es, eine ganzheitliche Harmonie in Körper, Seele und Geist herbeizuführen. India Spectrum • 7


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30. Oktober, 17:30

27. November, 17:30

Anmeldung und weitere Infos unter www.indianembassy.at Indische Botschaft Business Centre/Bibliothek Kärntner Ring 2, 1. Stock, 1010 Wien I N D I A P E R S P E C T I V E S M AG A Z I N O N L I N E h t t p : / / w w w. m a g z t e r. co m / p u b l i s h e r s / m e a i n d i a

IN 14 SPRACHEN! AUCH AUF DEUTSCH VERFÜGBAR! 8 • India Spectrum


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ORIGINAL SUFI MUSIK: USTAD HUSSAIN SHUJAAT KHAN Wer den Sufi-Mystiker und Dichter Rumi (1207 – 1273) bewundert, muss ein guter Mensch sein. Goethe hats gemacht, Shujaat Khan auch. Er singt zudem Sufi-Lieder von Dichtern wie Amir Chosrau (1253 –1325) oder Bulleh Shah (1680 – 1757). Ebenso wichtig: Shujaat Khan gilt als einer der größten Sitarspieler der Gegenwart. Er entstammt einer indischen Musikerdynastie, sein Vater ist der legendäre Sitarspieler Ustad Vilayat Khan, seine Schwestern sind berühmte SufiSängerinnen. Als Sitarspieler spielt er im Gayaki-ang-Stil, dessen Ziel die Imitation der menschlichen Stimme ist. Dass er zur Sitar zusätzlich singt, setzt äußerste Kunstfertigkeit voraus: „Das ist wie zwei Sprachen gleichzeitig sprechen“, meint er. Doch die Konzentrationsleistung bliebe ein bloßes Kunststück, wenn ihr nicht jene meditative, in mystische Selbsterfahrung gründende innere Schau zu Grunde liegen würde, die so charakteristisch für den Weg der Sufis ist. Shujaat Khans Weg ins Innere hat ihn weltberühmt gemacht: Grammy-Nominierungen, Auszeichnungen und Auftritte in der ganzen Welt, von der Carnegie-Hall in New York bis hin zur Uno in Genf, Shujaat Khan hat seine Botschaft der mystischen Liebe in die Welt getragen. Seine sensationelle Verpflichtung für die Sargfabrik bietet denn

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auch mehr als ein Konzert. Sie ist ein Angebot. Schließlich trägt Shujaat Khan Rumi im Herzen. Shujaat Khan – Sitar, Gesang Nihar Mehta – Tabla —————————– WANN > Mittwoch, 07. Oktober 2015 WO > Sargfabrik – Goldschlagstraße 169, 1140 Wien Einlass: 19:00 / Beginn: 20:00 Eintritt: € 25 / erm. € 15 Karten Sargfabrik-Büro: +43 1 988 98 111 Karten Sargfabrik-Store: http://tickets.sargfabrik.at/at/ shujaat-khan-indien

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Eine Veranstaltung von oeii und Klangwelten, dem Abonnenten-Programm der SargfabriK

B OT S C H A F T ■■ Die Bibliothek der Botschaft ist täglich von 10 bis 13 Uhr geöffnet. ■■ Unsere Sammlung umfasst über 2000 Bücher zahlreicher Richtungen. 2 ■■ Um sich einen Termin außerhalb der Öffnungszeiten auszumachen und bei sämtlichen Anfragen, kontaktieren Sie bitte den Information Assistant: info. vienna@mea.gov.in oder 015058666 33 ■■ Das stets auf dem neusten Stan gehaltene Verzeichnis unserer Bücher finden Sie hier: indianembassy.at/pdf/ EmbassyLibrary.pdf

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