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HUMBOLDT

Die Zeitung der Alma Mater Berolinensis Ausgabe 6 – 2010/2011 www.hu-berlin.de/pr/zeitung

Jahrgang 55 · 21. April 2011

Endspurt für den Langantrag Die Humboldt-Universität im Exzellenzwettbewerb in allen drei Förderlinien eine Runde weiter Erfolg in allen drei Förderlinien für die Humboldt-Universität: im ­Wettbewerb um die Förderung der Spitzenforschung in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern bleibt die HU weiter im ­Rennen. Am 2. März ­wurde das Präsidium von der Deutschen ­For­schungsgemeinschaft (DFG) und dem Wissenschaftsrat (WR) dazu ­aufgefordert, bis zum 1­ . September 2011 in allen drei Förderlinien – Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzept – Langanträge zu erarbeiten. Erfolgreich waren die vier Graduiertenschulen „FutureLand Graduate School – Wege zu einer nachhaltigen Landnutzung“, „Robert Koch-Graduiertenschule Berlin für Infektion und Immunologie (RKGS)“, „Graduiertenschule für Analytical Sciences Adlershof (SALSA)“ und der Graduiertenschule „BSIO – Berliner Gra-

Siemens Stiftung gibt 900.000 Euro für Bibliotheken Die Carl Friedrich von Siemens Stiftung setzt ihre langjährige Förderung der HU-Bibliotheken auch 2011 fort. Die Stiftung finanziert den Ankauf von Büchern in allen Zweig- und Teilbibliotheken in diesem Jahr in einem Wert von 900.000 Euro. Die Gesamtförderung der Bibliotheken der HU durch die Stiftung erreicht damit ein Volumen von 10.550.000 Euro. Die Förderung der HU-Bibliotheken begann im Jahre 1995 mit 100.000 Mark für die Zweigbibliothek der Rechtswissenschaft. Die vergebenen Stiftungsgelder sind als Zusatz zu den Erwerbungsmitteln gedacht. Der Stifterwille sieht ausdrücklich vor, dass aufgrund der Zuwendung der staatliche Anteil am Etat nicht reduziert werden darf – eine Verpflichtung für das Land Berlin und die Universität. Jeder durch die Stiftung angeschaffte Titel wird mit einem Ex-Libris versehen und zeugt so von der besonderen Herkunft. Die Carl Friedrich von Siemens Stiftung dient dem Ziel der Förderung der Wissenschaften. Sie wurde 1958 auf Initiative des Unternehmers Ernst von Siemens gegründet. Der Schwerpunkt der Stiftung lag von Beginn an in wissenschaftlichen Vorträgen, Konferenzen und internationalen Symposien. Die Themenbreite reicht von der Literaturwissenschaft bis zur Chemie. Besonderer Wert wird auf neue Kontakte zwischen inter- und nationalen Wissenschaftlern gelegt.

Helmholtz-Vorlesungen in Zusammenarbein mit der HelmholtzGemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Prof. Dr. Axel Börsch-Supan

Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA), Universität Mannheim

Wohlstand und Lebensqualität in Zeiten des demographischen Wandels Donnerstag, 5. Mai 2011, 18.30 Uhr Kinosaal, Hauptgebäude, Unter den Linden 6, 10117 Berlin www.kulturtechnik.hu-berlin.de/hvl-aktuell Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Zeitung

HU Exzellent. Am 1. September werden die Langanträge für die Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und das Zukunftskonzept eingereicht. Ein Zwischenbericht.  Seite 3

duiertenschule für integrative Onkologie“ (Gemeinschaftsantrag der HU und FU in Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin). Diese beiden Exzellenzcluster kamen weiter: „Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor“ sowie „GenoRare – Medizinische Genomik seltener Erkrankungen“ (Gemeinschaftsantrag der HU und FU in Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin). Das Zukunftskonzept geht mit dem Titel „Bildung durch Wissenschaft – Persönlichkeit – Offenheit – Orientierung“ in die nächste Phase des Wettbewerbs. Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der Humboldt-Universität, zeigte sich mit dem Zwischenergebnis zufrieden: „Ich freue mich, dass die Anstrengungen aller Beteiligten bis hierher in so hohem Maße Anerkennung gefunden haben. Das

zeigt, dass unser Zukunftskonzept und die Reformvorhaben des neuen Präsidiums angenommen werden.“ Der Präsident machte aber auch deutlich, dass das gute Abschneiden in der Vorrunde noch kein Erfolg sei. „Es ist die Aufforderung zum Erfolg.“ Die Humboldt-Universität sei aber bestens vorbereitet, um im Rahmen ihres Zukunftskonzepts intelligente Vorschläge für eine wissenschaftsadäquate Organisation von Forschung, Lehre und Selbstverwaltung zu entwickeln. Foto: Jenny Schmiedel

„Ich bin zuversichtlich, dass unsere Ideen und die gut aufgestellte Spitzenforschung an der Humboldt-Universität den Weg zu einer erfolgreichen Teilnahme im Exzellenz­wettbewerb des Bundes und der Länder ebnen werden“, so Olbertz. Die Arbeit an den Langanträgen hat bereits begonnen. Am 1. September 2011 müssen sie eingereicht werden.  ▶ Seite 3

Berliner Forschungsverbund für die Lebenswissenschaften Kooperation mit Delbrück-Zentrum und Charité verstärkt Die modernen Lebenswissenschaften schaffen die Grundlage für das Verständnis von gesunden und kranken Vorgängen in Zellen, Organen und dem menschlichen Körper. Dank neuer Technologien und Analyseverfahren eröffnen sie neue Möglichkeiten in der Prävention, Diagnostik und Therapie. Dabei stößt eine einzelne Disziplin oder Einrichtung schnell an ihre Grenzen. Die HU, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und die Charité – Universitätsmedizin Berlin verstärken daher ihre Kooperation im Bereich der Lebenswissenschaften, um neue Wege in der Forschung gehen zu können. Das bereits bestehende Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) wird vom Max-Delbrück-Centrum geführt. Nun sollen die Aktivitäten künftig auf einer gemeinsamen Koordinierungsebene der beteiligten Einrichtungen gestaltet werden. Auf dem Campus Nord der Humboldt-Universität in der Hannoverschen Straße in Berlin-Mitte soll das neue Kooperationszentrum der drei Partner entstehen.

Die beteiligten Institutionen wollen vor allem die internationale Sichtbarkeit der Forschung zur Systembiologie am Wissenschaftsstandort Berlin erhöhen. Hierfür arbeiten die beteiligten Wissenschaftler experimentell und theoretisch; sie kombinieren qualitative und quantitative Beobachtungen der Biologie, Chemie und Medizin mit Analysen der Informatik, Mathematik, Physik und Techniken der Ingenieurwissenschaften. Die Systembiologie leistet einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer personalisierten Medizin. Hinzu kommt, dass die institutionelle Absicherung der Partnerschaft auch neue Perspektiven für die Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses ermöglicht. Eine gemeinsame Graduiertenausbildung für die besten Köpfe in den Lebenswissenschaften, ist das mittelfristige Ziel der Partner. Langfristig wird ein Ausbau weiterer Verbünde mit lebenswissenschaftlichen und klinischen Institutionen in Berlin, wie den Leibniz-Instituten, Max-Planck-Instituten und dem Deutschen Herzzentrum, ­Berlin, angestrebt.

Goldener Schnitt: Studierenden-Service-Center eröffnet  Die Humboldt-Universität hat ein neues, modernes Studierenden-Service-Center (SSC). Seit dem 18. April 2011 finden Studierende, Studieninteressierte und Besucher der Universität im Lichthof West des Hauptgebäudes ein umfangreiches Beratungs- und Serviceangebot.  Im neu gestalteten Lichthof mit Glaskuppel stehen nun 850 Quadratmeter Fläche für Information und Beratung von Studierenden und Studieninteressierten zur Verfügung. An einen Empfangs- und Wartebereich, in dem erste Fragen beantwortet und Anträge (z. B. für das Begrüßungsgeld) entgegengenommen werden, grenzen ein Selbstinformationsbereich sowie Beratungs- und Büroräume. Die individuelle Beratung und Sachbearbeitung findet zukünftig an sechs Serviceinseln statt. Am SSC sind der Studierendenservice mit Immatrikulation und Zulassung, das Servicezentrum Lehramt, das Career Center, die Wissenschaftliche Weiterbildung, die Behindertenberatung, die Abteilung Internationales mit Outgoing-Beratung, der Hochschulsport, das Studentenwerk mit Bafög- und Wohnberatung, das Sprachenzentrum sowie die Stabsstelle Qualitätsmanagement für Beglaubigungen beteiligt. In der zweiten Ausbaustufe ab 2012 wird auch die Studienberatung in räumlicher Nähe zum SSC zu finden sein. Die persönliche Beratung und Sachbearbeitung sind montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 11 und 13 bis 15 Uhr, mittwochs von 9 bis 11 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 11 Uhr vor Ort. Informationen darüber, welches Serviceangebot zu welcher Zeit im SSC angeboten wird, werden semesterweise vor Ort und im Internet veröffentlicht. Nähere Informationen unter:  http://hu-berlin.de/ssc

Hochklassig qualifizierte Wissenschaftlerinnen Zehn Forscherinnen in AcademiaNet vertreten

Besser vernetzt in Führungspositionen

Lernen vom Sofa aus. Für diese Idee wurde die HU-Ausgründung „sofatutor“ mit dem diesjährigen Bildungsmedienpreis „digita 2011“ ausgezeichnet. Die Jury ­ honorierte damit die Idee der ­ ehemaligen HU-Studierenden, eine interaktive Video-Lernplattform mit Erklärungen, Übungen und Lösungen für Schüler, Studierenden und Auszubildende zu gründen. Es unterstützt mit den Mitteln des Web 2.0 das­ Von- und Miteinanderlernen in einem breiten Fächerspektrum.

Das Portal ist seit 2009 online und hat mehr als 10.000 Nutzer, die sich die Nachhilfe direkt auf dem Computer anschauen und auch selbst Videos produzieren können. Der digita Bildungsmedienpreis ist eine Auszeichnung, der herausragende Angebote mit hoher pädagogischer Qualität prämiert. Er wird seit 1995 jährlich vom IBI – Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft an der Technischen Universität Berlin, der INTEL GmbH und der Stiftung Lesen verliehen.

Für die Suche nach herausragenden Wissenschaftlerinnen gibt es seit kurzem eine Plattform, die es ermöglicht, exzellente Wissenschaftlerinnen leicht zu finden und mit ihnen in Verbindung zu treten: das Internetportal AcademiaNet. Es wurde im Herbst von der Robert Bosch Stiftung und dem Verlag Spektrum der Wissenschaft geschaffen, um den Frauenanteil in wissenschaftlichen Führungspositionen und Gremien zu befördern. Zehn Wissenschaftlerinnen der HU sind bislang bei AcademiaNet vertreten: Prof. Dr. Ingeborg Baldauf, Prof. Dr. Bärbel Friedrich, Prof. Dr. Rasha Abdel Rahman, Prof. Dr. Susanne Albers, Prof. Dr. Tatjana Hörnle, Prof. Dr. Hildegard Maria Nickel, Prof. Dr. Inge Stephan, Dr. Ines Beilke-Voigt, Prof. Dr. Antonia Joussen (Charité) und Prof. Dr. Renate Valtin.

Marx reloaded. Bei einer internationalen Tagung an der HU erörtern 1.500 Teilnehmer die Aktualität des Klassikers der Kapitalismuskritik im 21. Jahrhundert.  Seite 4

Ein sichtbares Haus des Nachwuchses: Der Physiker Lutz-Helmut Schön ist ­ neuer Wissenschaftlicher ­Direktor der Humboldt ­Graduate School.  Seite 4

„Wir werden es mit einer komplett anderen Klassenstruktur zu tun haben“. Föderalismus und Bildungsreform – Eine Diskussionsveranstaltung mit Erfahrungen aus Kanada und Deutschland. Seite 5

Deutscher Bildungsmedienpreis für Ausgründung „sofatutor“

Foto: Felix Schumann

Die Datenbank versteht sich als Hilfestellung für alle, die wissenschaftliche Gremien oder Führungspositionen besetzen, über Wissenschaft berichten, Konferenzprogramme gestalten oder Experten zur Entscheidungsfindung hinzuziehen wollen. Selbsteintragungen in die Datenbank sind nicht möglich. Erforderlich ist vielmehr ein Vorschlag seitens eines der zahlreichen, durchweg renommierten AcademiaNetWissenschaftspartner, zu denen unter anderem die DFG, die Fraunhofer- und die Max-Planck-Gesellschaft, die Leopoldina und der Wissenschaftsrat zählen. Über die Aufnahme entscheidet ein Lenkungsausschuss anhand eines eigenen Qualifizierungskatalogs, der garantiert, dass in AcademiaNet nur hochklassig qualifizierte Wissenschaftlerinnen vertreten sind.

Ein Wegbereiter der modernen Physikalischen Chemie. Zum 100. Todestag von Jacobus Henricus van ’t Hoff, dem ersten ­Chemie-Nobelpreisträger.  Seite 7

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HUMBOLDT · 21. April 2011

Die Welt zu Gast bei Humboldt

Personalia

Sommeruniversität für Studierende

Prof. Dr. Hartmut Böhme erhält ersten Hans-Kilian-Preis

Zwischen Juni und August lädt die Humboldt-Universität jedes Jahr internationale und deutsche Studentinnen und Studenten zur Humboldt-Sommeruniversität nach Berlin ein. Anregende und aktuelle Fragestellungen beschäftigen die Teilnehmer auch in den 15 Sommerkursen 2011. Die Themen der englischsprachigen Kurse reichen von der Erkundung des musli­ mischen Lebens in Deutschland über die zeitgenössische deutsche Musikkultur bis hin zu Stadtplanungskonzepten und die Verbindung von Theorie und Praxis in den Sportwissenschaften. Teil der Sommeruni sind auch DeutschSprachkurse. Der beliebte Klassiker „Deutsch Erleben – German in the City“ verbindet innovativen Deutschunterricht mit aktivem Sprachgebrauch im hauptstädtischen Alltags- und Kulturleben.

Das Programm der „Humboldt Winter and Summer University“ richtet sich an ausländische und inländische Bachelor- und Master-Studierende. Auch PhD-Kandidaten haben die Möglichkeit, sich für das Programm der Sommeruniversität 2011 zu bewerben. Ausländische Studierende können während ihres Aufenthaltes an der Humboldt-Universität zu Berlin Studienpunkte erwerben und sich in ihrer Heimateinrichtung als Studienleistung anrechnen lassen. Die Teilnahme an der Sommeruni ist mit einer Kursgebühr ab 400 Euro möglich. Alumni der Humboldt-Universität erhalten 50 Euro Rabatt. Foto: Pierre Steuer Bewerbungsschluss ist der 1. Juni 2011. Programm, Teilnahmebedingungen und Bewerbung: http://huwisu.de/

Neue Gremienbetreuung

Ausbau der Mensa Oase in Adlershof Wer auf dem Campus Adlershof ­studiert oder arbeitet, kennt die Situation in der Mensa Oase im Johann-von-NeumanHaus: Zu Stoßzeiten bilden sich lange Schlagen vor den Essensausgaben. Auch kann man nicht zwischen unterschiedlichen Beilagen wählen, sondern bekommt eine festgelegte Speisen­kombination. Aber ab dem kommenden Jahr, voraussichtlich ab März 2012, wird alles anders in der Oase, denn das Studentenwerk wird im Auftrag der ­Technischen ­Abteilung der HU die Mensa ab Juli 2011 ausbauen. Der

Mensa- und Küchenbetrieb wird in das erweiterte erste Obergeschoss verlagert. Das Erdgeschoss wird in eine Cafeteria umgewandelt. Besonders erfreulich: Alle Speisen sollen frisch zubereitet werden. Die Zahl der Sitzplätze wird von 400 auf 540 aufgestockt, so dass bis zu 2.500 Essen angeboten werden können. Eine neue Lüftungsanlage wird die Essensgerüche über das Dach ableiten. Die Mensa wird während der ganzen Umbauarbeiten geöffnet bleiben. Die Baukosten betragen voraussichtlich 2,8 Millionen Euro.

Japanrückkehrer berichteten über Erdbebenkatastrophe Von der Naturkatastrophe in Japan sind auch Studierende und Wissenschaftler der HU betroffen. Viele sind mittlerweile mit Hilfe der HU nach Berlin zurückgekehrt und berichteten am 25. März 2011 gemeinsam mit japanischen Studierenden an der HU, wie sie die Katastrophe erlebt haben. Studenten der Japanologie, Austauschstudenten, Ehemalige und viele in Berlin lebende Japaner tauschten sich über Möglichkeiten humanitärer Hilfe der von der Katastrophe Be-

troffenen aus. Musiker und Schriftsteller wie Wladimir Kaminer und Yoko Tawada unterstützten diese Aktion mit ihrer Teilnahme. Für die Betroffenen werden weiterhin Spenden gesammelt. Unter anderem ruft das Deutsche Rote Kreuz zu Spenden auf, um den Einsatz des Japanischen Roten Kreuzes zu unterstützen: Spendenkonto: 414141, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 370 205 00, Stichwort: Tsunami 2011 

Foto: Karl Danowski

Impressum Herausgeber: Der Präsident Redaktion: Heike Zappe (verantw.), Constanze Haase, Ljiljana Nikolic, Thomas Richter, Silvio Schwartz (online) Unter den Linden 6, 10099 Berlin Tel. (030) 2093-2948, Fax -2107 hu-zeitung@uv.hu-berlin.de www.hu-berlin.de/pr/zeitung Layout, Anzeigenverwaltung: Unicom Werbeagentur GmbH hello@unicommunication.de www.unicommunication.de Tel.: (030) 509 69 89 - 0 Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 16 vom 01.02.2005, www.hochschulmedia.de

Hartmut Böhme, Professor für Kulturtheorie an der Humboldt-Univer­ sität, ist erster Träger des „HansKilian-Preises zur Erforschung und Förderung der metakulturellen Humanisation“. Der mit 80.000 Euro dotierte internationale Forschungspreis wird am 6. Mai 2011 in der Technischen Universität Darmstadt vergeben. Der Hans-Kilian-Preis, den die Köhler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft auslobt, würdigt exzellente Leistungen von Personen, die neue Einsichten in die geschichtliche und kulturelle Existenz des Menschen und seine veränderliche Psyche vermittelt haben. Forschungsschwerpunkte Hartmut Böhmes sind die Natur- und Technikgeschichte in den Überschneidungsfeldern von Philosophie, Kunst und Literatur; Historische Anthropologie, insbesondere Geschichte des Körpers. „Hartmut Böhme hat in mehreren (interdisziplinär ausgerichteten) Arbeiten nicht zuletzt seinem anhaltenden Interesse an psychologischen und insbesondere psychoanalytischen Fragestellungen, Denkformen und Forschungen auf eindrucksvolle Weise Ausdruck verliehen“, heißt es in der Begründung der Jury. Köhler-Stiftung, Foto: privat

Erscheinungsweise: semestermonatlich Auflage: 10.000 Ex. Für unverlangt eingesandte Beiträge wird keine Haftung übernommen. Gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion wieder. Bei Nachdruck Quellenangabe und Beleg erbeten. HUMBOLDT erscheint wieder am 19. Mai 2011 Redaktionsschluss: 3. Mai 2011 Frauen und Männer sollen sich von dieser Pub­ likation gleichermaßen angesprochen fühlen. Allein zur besseren Lesbarkeit werden häufig geschlechterspezifische ­ Formulierungen auf die maskuline Form beschränkt.

Am 1. März 2011 hat Dr. Gabriela ­L i n d e m a n n - v o n Trzebiatowski die Tätigkeit als Referatsleiterin der Gremienbetreuung von Dr. Gisela Schlichtholz übernommen, die in den Vorruhestand trat. Die gebürtige Berlinerin studierte an der HU Mathematik und wechselte mit der Neugründung des Instituts für Informatik im Jahre 1990 an dieses. Hier war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz, hat in einer Reihe von interdisziplinären Forschungsprojekten mit der Charité zusammengearbeitet und ab 2006 auch geleitet. Nach der Wende begann sie sich in verschiedenen Gremien zu engagieren. Sie war Mitglied der Struktur- und Berufungskommission der Informatik und seit Bildung der Fakultäten im Jahre 1994 Frauenbeauftragte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät II. Seit 2004 war sie Mitglied des Konzils und seit 2006 Mitglied des Akademischen Senats. In ihrem neuen Tätigkeitsfeld ist Frau Lindemann-von Trzebiatowski nun zuständig für sämtliche Belange der Gremien dieser Universität. Dazu gehören die Vorbereitung der Sitzungen des Konzils und Akademischen Senats, die Beschlusskontrolle, die Beratung, Betreuung und Recherche für Mitglieder von Senat, Fakultäten, Kommissionen und studentischen Vertretungen. Darüber hinaus begleitet und prüft sie die Berufungsverfahren von der Zuweisung, Freigabe und Zweckbestimmung einer Professur bis zur Bitte um Ruferteilung an den Senator. Foto: Heike Zappe

Rufannahmen an die Humboldt-Universität Seit dem 1. Januar 2011 wurden an die Humboldt-Universität berufen: Matthew Larkum (W3), Neuronale Plastizität; Andreas Arndt (W2-S), Philosophie; Kirsten Meyer (W3), Praktische Philosophie und Didaktik der Philosophie; Joachim Dzubiella (W2-S), Theorie und Simulation von Vielteilchensystemen; Denis Gerstorf (W3), Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie; Claudia Becker (W2), Gebärdensprach- und Audiopädagogik; S ­ usanne Gehrmann (W2), Literaturen und Kulturen Afrikas; Andreas Möglich (W2), Biophysikalische Chemie; Annette Prochnow (W2-S), Nutzungsstrategien für Bioressourcen; Marcelo Caruso (W3), Historische Bil-

S t im m e n aus der Universität

dungsforschung; Thomas Braun (W3), Anorganische Chemie; Peter Burschel (W3), Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit; Jochen Kluve (W3-S), VWL-empirische Arbeitsmarktökonomik; Sebastian Braun (W3), Sportsoziologie; Katheline Hua (W1), Aquakultur; Sophie Repp (W1), Empirie der englischen Sprache; Philipp Felsch (W1), Geschichte der Humanwissenschaften; ­Annekathrin Hoppe (W1), Arbeitspsychologie. Konstantin Rohde Monobachelor Mathematik Deutschland-Stipendiat

Prof. Dr. Karlheinz Richter verstorben Am 25. März 2011 ist Prof. Dr. Karlheinz Richter, Professor im Ruhestand an der LandwirtschaftlichGärtnerischen Fakultät (LGF), im Alter von 72 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Professor Richter war von 1984 bis 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Grünland und Futterbau. Nach 1990 engagierte er sich für die Neuausrichtung von Lehre und Forschung an der Fakultät. Als Mitglied im Gründungskomitee der Fakultät (1992 bis 1994), als erster Geschäftsführender Direktor des Instituts für Pflanzenbauwissenschaften sowie Mitglied des Fakultätsrates beteiligte er sich an der Erarbeitung tragfähiger Zukunftskonzepte. Zeitgleich war er Sprecher einer interdisziplinären DFGForschergruppe. Als Mitglied von Fachverbänden und -gesellschaften war Karlheinz Richters Rat stets gefragt. Sein Anliegen war es, die landbauliche Lehre und Forschung als Einheit zu betrachten und immer den Bezug zur Praxis herzustellen. Auch nach Eintritt in den Ruhestand vertrat er noch weitere zwei Jahre Lehre im Pflichtbereich und betreute Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten. Professor Karlheinz Richter wird allen mit der LGF Verbundenen in dauerhafter Erinnerung bleiben. Udo Kummerow im Namen des Dekanats der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät Foto: privat

Nachruf für Prof. Dr. sc. nat. Joachim Auth Am 14. März 2011 verstarb Prof. Dr. sc. nat. Joachim Auth im 80. Lebensjahr. Er wurde am 22. Mai 1930 in Berlin geboren, studierte 19491955 Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin, promovierte dort im Jahr 1960 und habilitierte sich 1966. Von 1960-1964 wirkte er als Entwicklungsleiter im Werk für Fernsehelektronik Berlin maßgeblich an der Entwicklung schneller Halb­leiter-Schaltdioden mit und war 1964-1967 Wissenschaftlicher Direktor im Halblei­ter­werk Frankfurt (Oder) und in Stahnsdorf. 1967 wurde Joachim Auth ordentlicher Professor für Experimentalphysik an der Sektion Physik der HU, 1969 Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR. Als Prorektor für Natur­ wissenschaft und Technik prägte er 1974-1990 die erfolgreiche Entwicklung der Natur-, Ingenieur- und Agrarwissenschaften. Ihm ist die Realisierung eines Gebäu­dekomplexes für Physik und Elektronik zu verdanken, mit dem die Zersplitterung der Nachkriegs­ zeit überwunden wurde. Seit 1965 war er Mitglied des Forschungsrates der DDR und Vor­ sitzen­der des Natio­nal­komitees für Physik. Internationale Anerkennung fand er 1966-1975 als Mitglied der International Union of Pure and Applied Physics. Professor Auth setzte sich stets für die wirksame Verbindung von Lehre, Forschung und Praxis ein, so als Stadtver­ ordneter und als Vorsitzender der Physikalischen Gesellschaft der DDR. Nach seiner Emeritierung 1992 war er in der Leibniz-Sozietät wissenschaftlich aktiv.  Klaus Wandel, Marius van der Meer 

Foto: HU

Ich habe gerade den Vertrag für das Deutschlandstipendium unterschrieben – und freue mich. 300 Euro monatlich – das ist ungefähr die Hälfte von dem, was ich im Monat als Lebensunterhalt brauche. Ich freue mich insbesondere deshalb, weil ich wählerischer bei meinen Jobs sein kann – jedenfalls für die zwei Semester der Förderung. Ich habe zurzeit drei Jobs, mache bei der Verkehrszählung mit, bin in der Kirche aktiv und arbeite ab und zu beim Berliner Kongress Center. Am besten gefällt mit die Arbeit in der Kirche. Ich bin seit meiner Konfirmation in der Sophiengemeinde in Mitte engagiert – vor allem in der Jugendarbeit mit Konfirmanden der neuen Jahrgänge. Die Verkehrszählung finde ich am langweiligsten; es geht darum, an bestimmten Straßenabschnitten Autos zu zählen. Auf das Stipendium hat mich ein Kommilitone aufmerksam gemacht – zwei Wochen vor Bewerbungsschluss. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Hälfte getragen und zur anderen Hälfte von privatem Fördergeld, das die Humboldt-Universität einwirbt. Wenn ich nicht jobbe, bin ich am Institut für Mathematik auf dem Campus Adlershof und studiere Mathematik im Monobachelor. Das Institut war mir schon vor meinem Studium ein Begriff. Ich habe die HeinrichHertz-Oberschule besucht. Hier gibt es – in Kooperation mit der HU – die Möglichkeit, nach modifizierten Rahmenplänen im Fach Mathematik zu lernen und bereits in der Oberstufe zwei Leitungsnachweise für das Studium der Mathematik zu erwerben. Das ist mir gelungen. Ich bin mit den Scheinen für Analysis I und Lineare Algebra/ Analytische Geometrie I an die Universität gekommen, und das hat mir den Einstieg ins Studium sehr erleichtert. Ich wusste von Anfang an, was fachlich auf mich zukommt. Denn, auch wenn ich schon zwei Scheine habe und wir nicht übertrieben viele Vorlesungen haben – das Studium erfordert trotzdem viel Zeit. Der Stoff ist schwierig und wir haben in der Regel viele Hausaufgaben auf. Auch deshalb ist es gut, dass ich jetzt weniger jobben muss und mehr Zeit ins Studium investieren kann. Während meiner Schulzeit haben mich auch andere Aktivitäten an das Mathe-Institut geführt. Ich war ab der 8. Klasse Mitglied der Mathematischen Schülergesellschaft „Leonhard Euler“ der Humboldt-Uni, die Mathe-Interessierte der 7. bis 13. Klasse versammelt. Man trifft sich einmal pro Woche, um mathematische Themen außerhalb des Schulstoffs zu bearbeiten. Ich habe außerdem bei einer Reihe von mathematischen Wettbewerben wie die Mathematik-Olympiade oder dem Bundeswettbewerb Mathematik mitgemacht und war einige Male unter den ersten drei Preisträgern. In der 12. Klasse war ich beim Tag der Mathematik erfolgreich, ich habe den ersten Platz in Berlin gemacht. Zur Belohung gab es eine Drei-Tage-Reise nach Oslo zur Verleihung des Abelpreises, den die Norwegische Akademie der Wissenschaften für besondere Leistungen in der Mathematik vergibt. Norwegen hat mir sehr gut gefallen. Ich möchte während des Studiums auch ein Semester lang an eine norwegische Universität gehen.



Aufgezeichnet von Ljiljana Nikolic

Weitere Informationen zum Deutschlandstipendium der HU: www.hu-berlin.de/foerdern/was/ nachwuchs/deutschlandstipendium


Extra HUMBOLDT · 21. April 2011

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Wissenschaft, die Bildung schafft Die HU bewirbt sich mit ihrem Zukunftskonzept „Bildung durch Wissenschaft. Persönlichkeit – Offenheit – Orientierung“ um den Exzellenzstatus

Die Persönlichkeit stand schon bei ­Wilhelm von Humboldt im Mittelpunkt der Universität als B ­ ildungsinstitution. Und sie steht im Mittelpunkt des Zu­ kunfts­konzepts der Humboldt-Universität. Am 1. September 2011 müssen die Langanträge im Exzellenzwettbewerb von Bund und Ländern eingereicht werden. Drei Leitideen bestimmen das Zukunftskonzept der HU unter dem Titel „Bildung durch Wissenschaft“: Persönlichkeit, Offenheit, Orientierung. „Die Humboldt-Universität versteht sich als moderne Forschungsuniversität, die nicht nur kurzfristig verwertbares Wissen produzieren, sondern grundlegende Erkennt­nisse befördern will“, sagt HU-Präsident Jan-

Hendrik Olbertz. Dazu stellt sie die Förderung und Entfaltung ihrer Wissenschaftlerpersönlichkeiten in den Mittelpunkt. Neue Förderformate unterstützen die Spitzenforschung und treiben die forschungsorientierte Lehre voran. Um Karriereübergänge zu erleichtern, wurde ein Phasenmodell für die Förderung der Universitätsangehörigen – vom Studierenden bis zum Seniorprofessor – entwickelt. Künftig sollen schon Bachelorstudierende stärker in Forschungsformate eingebunden werden, wohingegen die Masterausbildung zweigliedrig in einer beruflichen Breitenausbildung gründen soll: forschungsorientiert beziehungsweise berufsvorbereitend. „Lehre und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gehören zum integralen Bestandteil eines universitären Forschungsverständnisses. Nur so können alle Potenziale der Wissenschaft für die Persönlichkeitsbildung und alle Potenziale der Persönlichkeit für die Wissenschaft aufgeschlossen werden“, erklärt Olbertz die Ideen hinter dem Konzept. Durch

den Ausbau der HumboldtGraduate-School als Dachorganisation aller Promovierendenprogramme und mehr Transparenz und Gewissheit bei der Vergabe lebenslanger Professuren, sollen die „besten Köpfe“ auf lange Sicht an die HU gebunden werden. Schon jetzt forschen Wissenschaftler der Universität gemeinsam über die Fächergrenzen hinaus in integrativen Forschungsinstituten und interdisziplinären Zentren. Unter dem Stichwort „Offenheit“ will die Universität verstärkt Kooperationen mit außeruniversitären Partnern eingehen. So sollen verwandte Fächer enger miteinander verknüpft und Synergieeffekte genutzt werden. „Junge Wissenschaftler erfahren die Vielfalt der Fachkulturen als Gewinn für die eigenen wissenschaftliche Leistung“, so Olbertz. Für die Realisierung dieser Vorhaben benötigen die Forscher wieder mehr Zeit für die Wissenschaft. Ein Servicezentrum Forschung, das modernes Wissenschafts-

management leistet, soll eine Kultur der Ermöglichung etablieren und die HU-Wissenschaftler weitestgehend von administrativen Aufgaben entlasten. „Das Zukunftskonzept wird keineswegs vom Präsidium verordnet, sondern entsteht in intensivem Austausch eines Forums Exzellenzinitiative (FOX), dem Vertreter aller Mitgliedergruppen der Universität angehören.“ Das FOX bereitet mit der engagierten Unterstützung mehrerer thematischer Arbeitskreise die Langantragstellung für das Zukunftskonzept vor. In den kommenden Wochen wird die Entwicklung des Konzepts in den Fakultätsräten und im Akademischen Senat vorgestellt, um auf dem Weg zu einem erfolgreichen Langantrag weiterhin einen konstruktiven Austausch aller Universitätsmitglieder zu gewährleisten. www.exzellenz.hu-berlin.de

„Jeder bekommt seine Hausaufgaben mit“ Nahaufnahme: Die FutureLand Graduate School auf dem Weg zum Langantrag „In den vergangenen Monaten sind aus meinen 80 Stunden Arbeitszeit wöchentlich 100 geworden“, sagt Patrick Hostert mit einem Schmunzeln. Auch wenn das Gestalten der Langfassung des Exzellenzantrags für die Futureland Graduate School vor allem sehr viel Zeit erfordert, so ist der Professor für Geomatik auch zufrieden wie der Arbeitsprozess verläuft. „Die Gruppe ist hoch motiviert, alle arbeiten sehr konstruktiv zusammen.“ Alle, das sind 25 Antragstellerinnen und Antragsteller und deren Teams aus dem Geographischen Institut und der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät, den Instituten für Biologie, Philosophie sowie der Theologischen Fakultät. Dazu gehört auch eine Reihe hochkarätiger, außeruniversitärer Forschungseinrichtungen des Helmholtz- und des Leibniz-Verbundes. Darunter ist auch das PIK, das Postdam-Institut für Klimafolgenforschung, das eine intensive

Zusammenarbeit mit den HU-Geographen, beispielsweise durch Sonder-Professuren, verbindet. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler decken die gesamte Breite der „Land System Science“ ab. Denn in der Graduiertenschule soll es darum gehen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszubilden, die sich der Herausforderung „Nachhaltige Landnutzung“ stellen. „Der Klimawandel, die abnehmende Biodiversität und zunehmende Landnutzungsintensität bedrohen schon heute massiv die Lebenserhaltungssysteme unseres Planeten und werden sich aufgrund steigender Bevölkerungszahlen noch weiter verschärfen“, erklärt Hostert, der mit Hilfe von Fernerkundungsmethoden, wie beispielsweise Satelliten, Veränderungen der Erdoberfläche in unterschiedlichen Regionen der Welt untersucht. Was kann man tun, um die Lebensbedingungen im globalen Süden zu verbes-

GRADUIERTENSCHULEN Graduiertenschulen bieten strukturierte Promotionsprogramme, die Doktoranden mit gezielten Maßnahmen – von Betreuungsvereinbarungen bis hin zu fachübergreifenden Qualifikationsangeboten – auf dem Weg zur erfolgreichen Dissertation unterstützen. Robert Koch-Graduiertenschule Berlin für Infektion und Immunologie (RKGS) Eine Vielzahl von Viren, Bakterien und Parasiten in unserer Umwelt halten unser Immunsystem ständig auf Trab und können im schlimmsten Fall gefährliche Infektionen hervorrufen, die zu Rheuma, Allergien oder chronischen Darmentzündungen führen können. Wie diese Krankheitserreger bekämpft und immunologisch bedingte Erkrankungen geheilt werden können, wird Focus des Forscherteams um die Robert Koch-Graduiertenschule. Sie soll die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern universitärer und außeruniversitärer Forschungsinstitute in den Bereichen Infektionsbiologie und Immunologie zusammenführen. Die Arbeitsansätze der Zell-und Systembiologie sowie epidemiologische Aspekte nehmen bei den Doktoranden einen breiten Forschungsraum ein. Ziel ist die Entwicklung neuer Therapiemethoden. Die Graduiertenschule soll Teil des Interdisziplinären Zentrums für Infektionsbiologie und Immunität (ZIBI) werden. Designierter ­Sprecher: Prof. Dr. Richard Lucius/­Institut für Biologie Graduiertenschule für Analytical Sciences Adlershof (SALSA) Ob es um das Aufspüren gesundheitsschädigender Weichmacher im Spielzeug geht, die Analyse von Feinstaub in der Luft oder um die Qualitätskontrolle von Lebens-

sern, Ernährung und Wasserversorgung zu gewährleisten und letztlich Verteilungs­ kämpfe um knapper werdende Ressourcen zu vermeiden? Diese und ähnliche Fragen haben einen zutiefst interdisziplinären Charakter und bedürfen neuer wissenschaftlicher Lösungsansätze. ­ „Wissenschaftlicher Nachwuchs einer solchen Land System ­Science muss von Beginn der wissenschaftlichen Ausbildung an disziplinäre Tiefe mit interdisziplinärem Denken kombinieren“, erklärt der Geograph. „Das Zusammenspiel von Geistes-, Gesellschafts- und Naturwissenschaften liegt bei Geographen wie bei Landwirten schon in der Natur des Faches, FutureLand bringt die unterschiedlichen Wissenschaften der beteiligten Institutionen in bisher einmaliger Form zusammen.“ An einem Tag pro Woche trifft sich Hostert mit vier Wissenschaftlern seines Instituts, um intensiv an der Langfassung des Ex-

zellenzantrags zu arbeiten. Reichten für die zwei internen Auswahlrunden innerhalb der Universität noch einige Seiten Antragskizze aus, so wird der Langantrag sicherlich 200, 300 Seiten füllen. Zum Entstehungsprozess gehören außerdem viele bilaterale Gespräche mit den wissenschaftlichen Partnern und täglicher E-Mail-Kontakt sowie Gespräche mit dem Präsidium und den Exzellenzarbeitsgruppen der Universität. „Alle beteiligten Antragstellerinnen und Antragsteller treffen sich außerdem einmal pro Antragsphase zu einem Konklave, wo von morgens bis abends in einem strukturiertem Prozess sehr intensiv gearbeitet wird und am Ende jeder Hausaufgaben mitbekommt“, berichtet Hostert.   Ljiljana Nikolic

mitteln – viele Erkenntnisse unseres Alltages wären ohne die Analytische Chemie nicht möglich – und würden unsere Lebensqualität stark mindern. Analytische Wissenschaft ist aber nicht nur entscheidend für viele wissenschaftliche und technische Problemlösungen des Alltags, sondern auch für Innovationen – beispielsweise in der Nanotechnologie oder den Materialwissenschaften. Die Analytische Chemie bewegt sich im Grenzbereich zu anderen Naturwissenschaften, da beispielsweise physikalische oder auch biochemische Werkzeuge eine Rolle spielen. Die Graduiertenschule SALSA möchte durch ihren interdisziplinären Ansatz in Ausbildung und Forschung, durch ein neues Curriculum und die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern verschiedenster naturwissenscahftlicher Disziplinen nachhaltig zur Erneuerung der analytischen Wissenschaften beitragen. Die Graduiertenschule wird Teil der „Analytic City Adlershof“ sein, die außeruniversitäre, universitäre und unternehmerische Expertise des Standorts Adlershof auf dem Gebiet der analytisch-chemischen Fragestellungen bündelt. Designierte Sprecher: Prof. Dr. Janina Kneipp/Chemie, Prof. Dr. Ulrich Panne/ Chemie

Graduiertenschule BSIO – Berliner Graduiertenschule für integrative Onkologie (Gemeinschaftsantrag der HU und FU in Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin) Die Erforschung von Krebserkrankungen, ihrer molekularen Grundlagen und neuer Therapiemöglichkeiten stellt einen herausragenden Forschungsschwerpunkt der Charité – Universitätsmedizin Berlin dar. Unter der Federführung der Charité beantragen die beiden Trägeruniversitäten, HU und FU, in Zusammenarbeit mit außeruniversitären Partner-Instituten in Berlin und Potsdam die Einrichtung einer Graduiertenschule „Berlin School of Integrative Oncology (Berliner Graduiertenschule für Integrative Onkologie)“. In dieser Graduiertenschule sollen in einer besonders eng verzahnten Weise angehende Molekularonkologen und junge krebsforschungsinteressierte Ärzte so ausgebildet werden, dass sie gemeinsam zukünftige Therapiestrategien gegen die medizinische wie gesellschaftliche Kardinal-Herausforderung „Krebs“ entwickeln können. Designierter Sprecher: Clemens A. Schmitt/ Charité

Designierter Sprecher der Graduate School: Prof. Dr. Patrick Hostert/ Geographisches Institut

Wie es in der Exzellenzinitiative weitergeht Die Humboldt-Universität konnte sich bereits in der ersten Phase der Exzellenz­ initiative gut positionieren: Mit Sprecherschaften und Beteiligungen an fünf Graduiertenschulen (Berlin School of Mind and Brain, Graduate School of Social Sciences, Berlin-Brandenburg-School for Regenerative Therapies, Berlin Mathematical School, Graduate School Muslim Cultures and Societies) und drei Exzellenzclustern (NeuroCure: Towards a Better O?utcome of Neurological Disorders, Topoi. The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations, Unifying Concepts in Catalysis – UniCat) ist sie aus den ersten beiden Förderrunden sehr erfolgreich hervorgegangen. Diese Projekte werden zum 1. September 2011 ebenso Fortsetzungsanträge zur Weiterfinanzierung einreichen. Im Sommer 2012 entscheiden DFG und Wissenschaftsrat über die Förderung der Neuanträge und Verlängerungen.

EXZELLENZCLUSTER Exzellenzcluster sind Forschungskooperationen, in denen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zu einem zukunftsträchtigen Thema zusammenarbeiten. Ziel ist es, die Spitzenforschung in Bereichen zu fördern, in denen Hochschulen bereits über ausgewiesene Stärken verfügen, oder die sie mittelfristig gezielt ausbauen möchten.

Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor Bilder begegnen uns überall. Alle Wissenschaften verarbeiten heute Sichtbares und Unsichtbares in Bildern und Strukturen. Ausgangspunkt des Cluster-Projekts stellt deshalb die gemeinsame Initiative der Kunstgeschichte (mit einem Fokus auf die Bildforschung) und Kulturwissenschaft (Fokus auf Wissensstrukturen und Gestaltungsprozesse) der HU dar, die mit dem Hauptaugenmerk auf die gestaltende Kraft von Bildverfahren und Wissensstrukturen einen gemeinsamen Raum unter dem Titel „Bild,Wissen, Gestaltung“ für die universitären Disziplinen etablieren möchten. Dieser neue Zusammenhang soll in mehreren Forschungsfeldern syste­ matisch untersucht werden, indem gegensätzliche und sonst getrennt voneinander praktizierte Strategien der Geistes-, Natur- und Technikwissenschaften aufeinander bezogen und durch eine gemeinsame Interaktions- und Kommunikationsstruktur ergänzt werden. So soll unter Mitwirkung von 20 Disziplinen eine operative Plattform zum Thema Bild, Wissen und Gestaltung als interdisziplinäres Labor aufgebaut werden. Designierte Sprecher: Prof. Dr. Horst Bredekamp/Kunst- und Bildgeschichte Prof. Dr. Wolfgang Schäffner/Kulturwissenschaften GenoRare – Medizinische Genomik seltener Erkrankungen (Gemeinschaftsantrag der HU und FU in Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin) Bis zu sechs Prozent aller Menschen leiden unter einer der zahlreichen, bis heute meist schlecht erforschten, seltenen Erkrankungen. Das Exzellenzcluster GenoRare bietet eine große Chance, wissenschaftliche Aktivitäten innerhalb  der Berliner Universitäten und Institute im Sinne einer translationalen Medizin zu bündeln, um klinische, molekulare und informatische Strategien für eine ursächliche Forschung und Diagnostik bei seltenen Erkrankungen zu entwickeln. Zugleich soll mit der systematischen Identifikation und funktionellen Analyse von Krankheitsgenen der Grundstein für eine neue Phase einer molekularen und personalisierten Medizin gelegt werden. Designierter Sprecher: Stefan Mundlos/Charité


Forschung Seite 4 

Marx neu denken

Mehr Mobilität in der Wissenschaft Förderprogramm ausgeschrieben Die Gerda Henkel Stiftung startet ein neues internationales Stipendienprogramm. Die Förderinitiative richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Bereich der Historischen Geisteswissenschaften oder zu einem Thema des Förderschwerpunkts „Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen“ forschen und einen längeren Forschungsaufenthalt im Ausland planen. Ziel des neuen Programms mit dem Namen „M4Human“ – „Mobility for experienced researchers in historical humanities including Islamic studies“ – ist es, den länder­ übergreifenden akademischen Austausch zu intensivieren und die Forschungslandschaft der Herkunfts- und Zielländer positiv zu beeinflussen. Die Europäische Kommission unterstützt das Programm mit Mitteln aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm und dessen Marie Curie-Maßnahmen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2011. www.gerda-henkel-stiftung.de

Die Gerda Henkel Stiftung Die Gerda Henkel Stiftung wurde 1976 von Frau Lisa Maskell (1914–1998) zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel errichtet. Die Gerda Henkel Stiftung ist eine von der heutigen Henkel AG & Co. KGaA unabhängige, gemeinnützige Einrichtung privaten Rechts mit Sitz in Düsseldorf. Seit ihrer Gründung hat die Gerda Henkel Stiftung weltweit für mehr als 5.000 Forschungsvorhaben knapp 90 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im vergangenen Jahr wurden Mittel in Höhe von rund 7 Millionen Euro für 333 wissenschaftliche Vorhaben bewilligt.

Internationale Experten diskutieren die Aktualität des Klassikers der Kapitalismuskritik

Karl Marx (1818-1883), studierte von 1836 bis 1841 Rechtswissenschaften und Philosophie an der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität. Seine 11. Feuerbachthese ist im Foyer des Hauptgebäudes angebracht. 

Marxist oder nicht Marxist, das ist nicht die Frage, wenn vom 20. bis zum 22. Mai 2011 rund 1.500 Besucherinnen und Besucher den Klassiker der Kapitalismuskritik neu denken – und nach seiner Aktualität und Relevanz für das 21. Jahrhundert fragen. „Wir erhoffen uns neue Perspektiven auf das Marx’sche Werk und neue Verknüpfungen der verschiedenen Ansätze“, sagt Rahel Jaeggi, Professorin für Praktische Philosophie, Rechts- und Sozialphilosophie. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Loick von der Frankfurter Goethe-Universität organisiert sie die internationale Tagung „Re-Thinking Marx“. Eingeladen sind über 50 Referenten aus der Philosophie und angrenzenden Fachbereichen. Darunter sind nicht nur solche, die schon seit Jahren über Marx forschen und viel zu ihm publiziert haben, sondern auch Theoretiker, die sich im Rahmen ihrer systematischen Interessen auf die eine oder andere Weise von Marx neu inspirieren lassen. „Gerade diese Mischung ist es, die die Tagung für uns so

„Die Nervenzelle ist ein Musikliebhaber“ Berliner Neurowissenschaftler entschlüsseln Baustein bei der Signalübertragung im Gehirn

NeuroCure-Wissenschaftler haben einen wichtigen Baustein zur Signalübertragung zwischen Nervenzellen gefunden. Abb.: Fotolia/Sebastian Kaulitzki

Einem Team von Neurowissenschaftlern des Exzellenzclusters NeuroCure an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Baylor College of Medicine Houston, Texas, ist es gelungen, einen wichtigen Beitrag zum Verständnis zu leisten, wie Signale im menschlichen Gehirn verarbeitet werden. Diese Arbeit, die in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Neuron veröffentlicht ist, zeigt, dass ein spezielles Eiweiß, der so genannte vesikuläre Glutamattransporter (VGLUT), eine entscheidende Rolle bei der Leistungsregulierung synaptischer Verbindungen spielt. Diese Regulierung erlaubt es, ­Synapsen in ihrer Leistung zu variieren. Synapsen vermitteln die Kommunikation zwischen den einzelnen Nervenzellen im Nervensystem. Dabei arbeiten sie – abhängig von ihrer Funktion im Gehirn – unterschiedlich. Beispielsweise kommen ­ in der Gehirnrinde sehr viele Informationen zusammen. Damit die Nervenzelle diese Menge an Information verarbeiten kann, muss sie diese dosieren bzw. regulieren. Der Neurowissenschaftler Christian R ­ osenmund, der 2009 einem Ruf an die Charité folgte und seine Forschung vom Baylor College in Texas nach Deutschland verlegte, beschäftigt sich seit Jahren mit der Funktion der Synapsen. „Man kann sich die Nervenzelle wie einen Musikliebhaber vorstellen. Er hört nicht einzelne Töne, sondern das ganze Konzert“, veranschaulicht er. Die Synapsen

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sind wie einzelne Töne. Manche spielen lauter, manche leiser. Bisher war aber nicht bekannt, wie und wodurch diese reguliert werden können. Aber: Eine Fehlregulation der Synapsen kann fatale Auswirkungen auf die Verarbeitung von Signalen im Gehirn haben und letztendlich zu verschiedensten neurologischen Erkrankungen führen. Erstmalig entdeckten die Wissenschaftler um Rosenmund nun den Regler für die Lautstärke der Nervenzellen – das Protein Endophilin. Seine Verbindung mit bestimmten Varianten des Glutamattransporters (VGLUT) ist hierfür verantwortlich. Die bisher bekannte Funktion dieses Eiweißes ist es, synaptische Bläschen mit dem Neurotransmitter Glutamat zu befüllen. Dass der Transporter auch eine regulierende Funktion hat, war eine große Überraschung. „Damit haben wir endlich einen Mechanismus identifiziert, wie Synapsen unterschiedlich gesteuert werden. Das Gehirn kann die Synapsen optimal an verschiedene Hirnfunktionen anpassen. Diese Erkenntnis kann uns nun helfen, verschiedenste neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel Epilepsie zu verstehen oder sogar zu behandeln“, erklärt Rosenmund. Daher wollen sich die Wissenschaftler künftig unter anderem mit der krankheitsrelevanten Bedeutung der Glutamattransporter beschäftigen. Charité/Presse www.neurocure.de

interessant macht und von der wir uns neue Perspektiven und Auseinandersetzungen erhoffen“, sagen die beiden Organisatoren. Die Themen und Fragestellungen, die auf fünf Plenarveranstaltungen und acht weiteren parallelen Panels diskutiert werden sollen, sind denkbar weit gefächert: Von Kapitalismuskritik und Krisenkonzepten über die Marx‘sche Rechtskritik, bis hin zu Fragen der Religions- und Ideologiekritik. Marx‘ Auffassung von Freiheit wird genauso zum Thema werden wie die in seinem Werk impliziten Vorstellungen von Gerechtigkeit und dem guten Leben. Diskutiert wird seine Kritik von Machtverhältnissen, Herrschaft und Ausbeutung, aber auch die Idee des Kommunismus und der Demokratie, die Marx als das „aufgelöste Rätsel aller Verfassungen“ bezeichnet hatte. Unter dem Titel „Was fehlt“ werden schließlich auch Themen wie Kolonialismus und Geschlechterverhältnisse aufgeworfen, die in vielen bisherigen Marx-Lektüren eher am Rand standen. Auch die Erträge der MEGA - der großen von der Akademie der Wissen-

Foto: Bernd Prusowski

schaften herausgegebenen neuen, historisch kritischen Gesamtausgabe – werden auf einem eigenen Panel präsentiert. Die Idee zu einer solchen Tagung hatten Rahel Jaeggi und Daniel Loick, als sie feststellten, dass es heute aus verschiedenen Richtungen ein neues Interesse an Marx zu geben scheint. „Doch dabei sollte man nicht zu kurz greifen“, sagt Rahel Jaeggi. „Marx ist nicht einfach deswegen wieder aktuell, weil der Kapitalismus in einer Krise steckt und Marx ihn schon früh kritisiert hat.“ Vielmehr müsse man Marx‘ Analyse und Kritik für eine informierte Gegenwartsdiagnose fruchtbar machen und mit ganz neuen Ansätzen verbinden. „Dann stellt man bald fest, dass Marx tatsächlich einer der interessantesten Sozialphilosophen ist, die wir haben. Gerade weil er viele Fragen, die uns in der Philosophie und den Sozialwissenschaften immer noch beschäftigen, auf eine Weise gestellt hat, die quer zu einigen der gängigen Konfrontationslinien steht, lassen sich seine Schriften immer wieder neu interpretieren.“

Das Institut für Philosophie veranstaltet vom 20. bis 22. Mai 2011 eine internationale Konferenz zur Aktualität von Karl Marx unter dem Titel „Re-Thinking Marx. Philosophie, Kritik, Praxis“. Die Konferenz findet im Hauptgebäude der Humboldt-Universität statt. Über 50 international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter der Philosoph Ètienne Balibar, die Soziologin Saskia Sassen, die Politikwissenschaftlerin Wendy Brown und der Sozialphilosoph Axel Honneth werden ihre neuesten Überlegungen vortragen. Begleitet wird die Konferenz von einem kulturellen Rahmenprogramm: In Kooperation mit dem Theater Hebbel am Ufer finden drei Vorstellungen von „little red“ statt, einer Theaterperformance der Gruppe andcomponay&co zum Umgang mit verlorenen und wiedergefunden Utopien. Des Weiteren gibt es eine Lesung mit Bini Adamczak zum Thema „Kommunismus für Kinder“, die DJay Sandy Dandy musikalisch begleitet. Im Kinosaal der Universität gibt es eine Filmvorführung der Dokumentation „Marx reloaded“ mit anschließendem Publikumsgespräch in Anwesenheit der Co-Regisseurin Alexandra Weltz. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht notwendig. www.rethinking-marx.de

Ein sichtbares Haus des Nachwuchses Lutz-Helmut Schön ist neuer Wissenschaftlicher Direktor der Humboldt Graduate School Es weht ein frischer Wind durch die renovierte ehemalige Tierarzneischule in der Luisenstraße 56, genauer gesagt, durch die Humboldt Graduate School (HGS), die Dachorganisation für strukturierte Promotionsprogramme der Universität. LutzHelmut Schön, Professor für Didaktik der Physik, ist seit April 2011 der neue Wissenschaftliche Direktor der HGS. „Mit ihrem Zukunftskonzept Bildung durch Wissenschaft der Exzellenzinitiative möchte die Universität den großen Bogen vom Studium über die Promotion bis zu Forschung und Lehre im Rahmen einer Professur, ja sogar bis in die Seniorphase hinein, stärker in den Blick nehmen und Zugänge, Übergänge und Wege hinaus zeitgemäß und kreativ gestalten“, erklärt Schön. „In diesem Prozess stellt die Doktorandenausbildung eine ganz zentrale Gelenkstelle dar.“ Der Physiker versteht etwas vom Lehren und Lernen, er hat Projekte wie das UniLab Schülerlabor, das HumboldtProMint-Kolleg oder auch das Humboldt Bayer Mobil aus der Taufe gehoben und ist selbst seit diesem Semester Senior. Die HGS wurde 2006 gemeinsam mit wenigen Graduiertenschulen und -kollegs gegründet, weitere Doktorandenprogramme haben sich in den vergangen Jahren um Aufnahme beworben und wurden – sofern sie den Qualitätskriterien genügten – in die Dachorganisation aufgenommen. Von zurzeit etwa 40 Promotionsprogrammen an der HU sind derzeit 14 Programme Mitglied, dazu gehören auch Graduiertenschulen der Exzellenzinitiative. „Da sind wir auch schon bei einem Problem, das bei vielen Wissenschaftlern, Doktoranden wie Professoren Fragen aufwirft, denn von mehr als 5.000 Promovierenden der Humboldt-Universität werden gerade mal zehn Prozent in den Promotionsprogrammen der HGS betreut“, erklärt Schön. „In Zukunft sollten schrittweise mehr Promovierende in den Genuss der hervorragenden Qualifizierungsangebote der HGS kommen, und ihre Betreuer sollten von den Erfahrungen in den Promotionsprogrammen profitieren können.“ Es ist geplant, die Tür für Einzelpromovierende zu öffnen. „Die Idee ist, dass sich Promovierende gemeinsam mit ihren zwei Betreuern, mit einem Betreuungskonzept und wissenschaftlichem Exposé bewerben und als assoziierte Mitglieder aufgenommen werden – sofern sie bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.“

Neben fachlicher Exzellenz sollen die jungen Wissenschaftler ein kritisch-reflexives Bewusstsein ihres Faches entwickeln. Foto: Matthias Heyde

Diese Doktoranden würden dann auch vom Gesamtangebot der HGS profitieren. So gibt es bereits ein begleitendes Lehrprogramm, das nicht nur wissenschaftliches Know how vermittelt, sondern auch in andere wichtige Fertigkeiten, wie Präsen­ tationstechnik, Zeitmanagement, Wissenschaftliches Schreiben einführt, und ein intensives Mentoringprogramm anbietet. „Neben fachlicher Exzellenz werden heute aber auch andere Kompetenzen von den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erwartet“, verdeutlicht der Wissenschaftler. „Sie sollten ein kritischreflexives Bewusstsein ihres Faches entwickeln, über dessen Tellerrand geschaut und eine andere, komplementäre Wissenschaftskultur kennen gelernt haben.“ Entsprechende innovative Projekte sollen von und mit den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelt werden. Um den internationalen Wissensaustausch voran zu treiben, könnten beispielsweise Young-Fellowships eingerichtet werden, in

dem – von den Promovierenden der HGS ausgewählt und eingeladen – preisgekrönte internationale Nachwuchswissenschaftler ein bis zwei Wochen lang mit den Mitgliedern der HGS zusammenarbeiten. „Mein Ziel ist es, ein national und international sichtbares Haus des wissenschaftlichen Nachwuchses zu schaffen“, unterstreicht der Wissenschaftliche Direktor.  Ljiljana Nikolic Teilnehmer für Science Slam in der Langen Nacht der Wissenschaften gesucht In der Langen Nacht der Wissenschaften am 28. Mai 2011 wird die Humboldt Graduate School den ersten Science Slam der HU veranstalten. Gesucht werden Doktorandinnen und Doktoranden, die ein Laienpublikum für ein spannendes Forschungsgebiet begeistern und ihr Thema anschaulich präsentieren wollen. Anmeldung: Thema und abstract bis zum 29. April direkt an hgs-office@hu-berlin.de


Campus HUMBOLDT · 21. April 2011 

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„Wir werden es mit einer komplett anderen Klassenstruktur zu tun haben“ Föderalismus und Bildungsreform – Erfahrungen aus Kanada und Deutschland Sigrid Blömeke ist Direktorin des Interdisziplinären Zentrums für Bildungsforschung (IZBF) an der HU. Ein Gespräch mit der Professorin über die Herausforderungen für den Bildungsföderalismus.

lerinnen und Schüler in Regel­klassen integriert werden sollen. Die HU reagiert in der Lehrerausbildung auf diese neuen Schwerpunkte. Eine neue Professional School of Education wird als Plattform gebündelt für alle Lehrer ausbildenden Einheiten an der HU und im Land Berlin Maßnahmen erarbeiten, um insbesondere auf die spezifischen Voraussetzungen an Berliner Schulen zu reagieren. Dazu gehört etwa die Integration eines Praxissemesters im Master of Education mit dem Profil „Umgang mit Heterogenität“.  Das Gespräch führte Constanze Haase

Bildungsföderalismus ja oder nein – wie ist Ihre Meinung dazu? Das ist nicht so leicht zu beantworten. Der Bildungsföderalismus hat viele Vorteile; etwa die Beachtung lokaler Besonderheiten, Wettbewerb und auch die Offenheit für experimentelle Schulmodelle. Auf der anderen Seite wird der Bildungsföderalismus im Kontext des Konsenszwangs und Wahlkampfkonjunkturen eher als Reformblockade empfunden. Die Kultusministerkonferenz tut sich schwer, wirkliche Reformen anzustoßen. Am 28. April geht es in einer Diskussionsveranstaltung des IZBF um einen Vergleich des deutschen und kanadischen Bildungssystems. Was macht Kanada – auch ein föderaler Staat – besser? In Kanada ist die Bildungspolitik viel weniger ideologisch belastet und stärker lokal strukturiert. Das Bildungsniveau wird viel breiter erfasst, als wir es hierzulande mit unseren Vergleichsstudien können. In Kanada werden auf kommunaler Ebene neSigrid Blömeke  ben den Kultur Foto: privat kompetenzen

Offen sein für experimentelle Schulmodelle

wie Lesen und Mathematik weitere Indikatoren von Lebensqualität und lebenslangem Lernen erfasst. Beispielsweise die Mitgliedschaft in Vereinen, ehrenamtliches Engagement, der Zugang zu öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken – bei Kindern und Erwachsenen. Kommunen ähnlicher Bevölkerungs- und Sozialstruktur können sich miteinander vergleichen, so dass das Entstehen einer „gesamtkanadischen Lern­ architektur” datenbasiert von unten angestoßen und nicht von oben verordnet wird. Hat Kanada denn auch ein mehrgliedriges Schulsystem? Ist das noch zeitgemäß? Kanada hat wie viele Länder ein Gesamtschulsystem. Alle Schüler – auch die mit

Foto: Heike Zappe

Behinderung – besuchen eine Schule. Zumindest auf ein Zwei-Säulen-System steuern wir auch zu – teils gewollt, teils aus demografischen Gründen. Im Sinne der schwächeren Schülerinnen und Schüler ist es nur gut und förderlich in eine anregende Lernumgebung integriert zu werden. Welche Probleme und Chancen sehen Sie dadurch für die Lehrerausbildung? Das ist eine Riesenherausforderung. Wir gehen davon aus, dass wir es in zehn Jahren mit einer komplett anderen Klassenstruktur zu tun haben, die durch ­eine große Leistungsvielfalt gekennzeichnet ist. Hinzu kommt, dass auch behin­derte Schü-

Das IZBF lädt am 28. April 2011 um 18.15 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung ein, bei der die Vor- und Nachteile der Bildungssysteme der föderalen Staaten Deutschland und ­Kanada wissenschaftlich betrachtet werden. Unter dem Titel „Föderalismus und Bildungsreform – ein Widerspruch?“ reflektiert Jan-Hendrik Olbertz, Präsident der Humboldt-Universität, seine Erfahrungen mit dem Bildungsföderalismus als Kultusminister in Sachsen-Anhalt. Paul Cappon, Direktor des Canadian Councils on Learning und ehemaliger Generalsekretär der kanadischen Kultusministerkonferenz, berichtet über seine Erfahrungen als Generalsekretär der kanadischen Kultusministerkonferenz sowie über die Umsetzung bildungspolitischer Reformen Kanadas. Senatssaal, Hauptgebäude Unter den Linden 6, Campus Mitte

Top-Unternehmen kennenlernen

Kulinarische Studienreise ins Rhônetal

Wiwex.Karrierewoche vom 16. bis 20. Mai 2011

Weinverkostung und Expertenrat bei der Humboldt-Exkursion

Der Karriereservice an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Wiwex.careers bietet in der Woche vom 16. bis 20. Mai 2011 frei nach dem Motto „klein aber fein“ Studierenden und Absolventen wieder die Chance, exquisite Top-Unternehmen kennenzulernen. Die Karrierewoche eröffnet die Möglichkeit, sich über eine Vielzahl von renommierten Unternehmen zu informieren, seinen Wunscharbeitgeber kennen zu lernen und erste Kontakte zu knüpfen. Teilnehmende Unternehmen sind unter anderem Alba, die Deutsche Post DHL Inhouse Consulting, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) oder PricewaterhouseCoopers. Angeboten werden On-Campus Interviews. Das sind unverbindliche Gespräche mit Personalverantwortlichen, bei denen auch Fragen zum Unternehmen und zum Bewerbungsprozess beantwortet werden. Workshops dienen der Kontaktaufnahme und dem Kennenlernen während der Bearbeitung einer spannenden Fragestellung. Ferner präsentieren sich Firmen mit einem Vortrag. Und schließlich gibt es das „Company Speed Dating“. Hier lernen

die Studierenden und Absolventen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen innerhalb von wenigen Minuten kennen. Zudem bietet Wiwex.careers täglich eine professionelle Karriereberatung inklusive Bewerbungsunterlagencheck an. Rund um die Uhr gibt es auf dem JobBoard zahlreiche Jobangebote für Praktika, Traineeprogramme und Einstiegsstellen.  Christiane Hautsch

Die Karrierewoche Wann? 16. – 20. Mai 2011 Wo? Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Humboldt-Universität zu Berlin Spandauer Straße 1 10178 Berlin Für wen? Studierende, Absolventen und Absolventinnen aller Fachrichtungen aus dem In- und Ausland Der Eintritt ist frei. Programm und Anmeldung: http://karrierewoche.wiwex.net

Foto: Fotolia/MammutVision

Kulturgeschichtliche Hintergründe der Käseherstellung erfahren die Teilnehmer auf ihrer Expedition in die französische Küche. Foto: Xavier Bihan

Apéritif, Vorspeise, Hauptgericht, Nachtisch, Käse und Kaffee: Die traditionelle französische Küche ist exquisit. Kürzlich hat die Unesco die „Cuisine Française“ als immaterielles Kulturgut ins Weltkulturerbe aufgenommen. Mit einer kulinarischen Exkursion ins französische Rhônetal bietet die Humboldt-Universität zu Berlin Interessierten vom 2. bis 9. Oktober 2011 die Möglichkeit, die französische Kochkunst vor Ort kennen zu lernen. Ob im Restaurant von Anne-Sophie Pic, der einzigen Drei-Sterne-Köchin Frankreichs, bei einer Weinprobe in der weltweit einzigartigen Weinuniversität im Schloss von Suze-la-Rousse oder in der von Valrhona betriebenen Ecole du Grand Chocolat: Begleitet von Xavier Bihan, Linguist und Feinschmecker, bieten sich den Teilnehmern zahlreiche Gelegenheiten, französische Spezialitäten zu probieren. Die Forschungsreise führt entlang der Rhône von Lyon – der französischen Hauptstadt der Gastronomie – nach Mar-

seille. Das Reiseangebot ist offen für a­ lle Interessierten. „Anders als klassische Länderreisen schlagen die Humboldt-Exkursionen allerdings eine Brücke in die Forschung. Also, wer gerne reist und wer beim Reisen eben nicht nur am Strand liegen, sondern interessante wissenschaftliche Fragestellungen verfolgen möchte, der sollte sich durch die Humboldt-Exkursionen angesprochen fühlen,“ sagt HUPräsident Jan-Hendrik Olbertz. Der Linguist, Pädagoge und Gourmands Xavier Bihan ist im Rhônetal aufgewachsen. Seit 1987 lebt er in Berlin und gibt Lehrveranstaltungen mit landeskund­ lichem und kulturellem Hintergrund am Institut für Romanistik. Für seine Lehrveranstaltungen wurde er mehrfach von der Unesco und der EU-Kommission ausgezeichnet.  Miriam Rönn

www.humboldt-exkursionen.de

Me l dun ge n

Training für Entwicklungszusammenarbeit Auch in diesem Sommer bietet das Programm „SLEplus – Berlin Training for International Development Cooperation“ praxis­orientierte Trainingskurse im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit an. Die ein- bis zweiwöchigen Schulungen des Seminars für Ländliche Entwicklung an der Humboldt-Universität richten sich an Personen, die bereits im Bereich der Ent­ wick­ lungszusammenarbeit tätig sind, beziehungsweise lehren oder in diesem Feld ihre berufliche Zukunft sehen. Teilnahmevoraussetzung sind mindestens ein BachelorAbschluss sowie gute eng­ lische Sprach­ kenntnisse. Im Zeitraum von 8. August bis 23. September 2011 werden Trainingseinheiten zu folgenden Themen ange­ boten: Mainstreaming Disaster Risk Reduction in Development Cooperation and Humani­ tarian Assistance, Conflict Management and Conflict Transformation, Management of Development Projects sowie Outcome and Impact Oriented Monitoring. Das auf inhaltliche Ergänzung der Kurse angelegte Rahmenprogramm ermöglicht es den Teil­ neh­ men­ den, Einblicke in die Arbeitspraxis deutscher Organisationen zu gewinnen und entsprechende Kontakte zu Vertretern des Berufsfeldes zu knüpfen. Besonderer Wert wird auf den interdisziplinären und transkulturellen Ansatz gelegt. Eine Anmeldung ist ausschließlich online möglich. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Mai 2011. Die Kursgebühr beträgt 500 Euro pro Kurs. Für nicht-deutsche Teilnehmer können unter gewissen Voraus­ setzungen Teil-)Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes vergeben werden. www.sle-berlin.de/sleplus

Von Berlin nach Ankara und zurück Das German Turkish Masters Program in Social Sciences (GeT MA) bietet Studierenden mit einem Doppelmaster internationale Perspektiven auf die Disziplin. Das Programm ist ein einzigartiges, interdisziplinäres und integriertes Master Programm in den Sozialwissenschaften. Es wird gemeinsam von der Middle East Technical University Ankara und der Humboldt-Universität zu Berlin angeboten. Der Studienbeginn ist im Herbst 2011. Alle GeT MA-Studierenden verbringen das erste Studienjahr in Ankara und das zweite Jahr in Berlin. Nach der erfolgreichen Beendigung des Programms erhalten die Studierenden von beiden Universitäten einen Dual-Master of Arts in Social Sciences als Abschluss. GeT MA ist Teil der Ernst Reuter Initiative und wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom DAAD unterstützt. Interessierte Studenten können ihre Bewerbungen bis zum 31. Mai 2011 an das Programmbüro der Humboldt-Universität zu Berlin schicken. Bewerbungsformulare sind unter www.bgss.hu-berlin.de/masters/ getma/admission_general verfügbar. Weitere Informationen über das Programm, seine Struktur, Lehrinhalte und die beteiligten Universitäten sind online verfügbar unter www.bgss.hu-berlin.de/masters/getma

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Geschichte HUMBOLDT · 21. April 2011 

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Ein Wegbereiter der modernen Physikalischen Chemie

Weitere Jubiläen im April

Zum 100. Todestag von Jacobus Henricus van ’t Hoff Als die Berliner Akademie der Wissenschaften 1896 den niederländischen Physikochemiker Jacobus Henricus van ’t Hoff zu ihrem Ordentlichen Mitglied wählte, waren 101 Jahre vergangen, seitdem mit Stanislas de Boufflers einem Ausländer diese Ehrung zuteil geworden war. 1901 erhielt van ’t Hoff, nun schon fünf Jahre in Berlin tätig, für „die Entdeckung der Gesetze der chemischen Dynamik und des osmotischen Drucks in Lösungen“ den ersten Chemie-Nobelpreis. Walther Nernst zählte seinen großen Kollegen zu den Begründern der klassischen Physikalischen Chemie.

In Berlin las van ’t Hoff „Ausgewählte Capitel aus der physikalischen Chemie“, die als „Vorlesungen über theoretische und physikalische Chemie“ in drei Teilen jährlich ab 1898 erschienen. Lesenswert bleibt auch sein unvollendetes Lehrbuch „Die chemischen Grundlehren nach Menge, Maß und Zeit“. Dessen auf seine Berliner Vorlesungen zurückgehendes Konzept basiert auf einer „Einteilung, die auf dem Gramm-Zentimeter-Sekunden-System fußt“ (van ’t Hoff), sowie auf dem Begriff „Qualität“. Im Herbst 1906 zeigten sich bei van ’t Hoff erste Anzeichen von Lungentuberkulose. Obwohl seine Gesundheit sich zunehmend verschlechterte, „greift er ein ganz neues Feld an, nämlich das ungeheure Problem der Bildung organischer Substanz im Pflanzenkörper unter dem Einflusse und auf Kosten der strahlenden Energie der Sonne“ (Wilhelm Ostwald). Noch bevor er das dafür in Dahlem geschaffene Laboratorium nutzen konnte, starb van ’t Hoff 58-jährig am 1. März 1911 in Steglitz.

Außer den Universitäten Leipzig und Groningen war auch die Berliner Alma Mater bestrebt, den in Rotterdam geborenen Amsterdamer Professor zu berufen. Hier sollte er 1894 August Kundt als Ordinarius für Experimentalphysik nachfolgen. Die diesbezüglichen Bemühungen des Ministeriums – vornehmlich Friedrich Althoffs – und der Universität waren erfolglos. Erst 1896 wurde van ’t Hoff neben der Wahl zum Ordentlichen Akademiemitglied auch zum Honorarprofessor an der Universität mit der Lehrverpflichtung von einer Semesterwochenstunde berufen. Die Finanzierung eines kleinen Laboratoriums und aller anderen Kosten übernahm die Berliner Akademie.

Emil Fischer nannte ihn „den größten Theoretiker der Chemie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts“: „Durch die Stereochemie hat er seinen Namen neben den von Pasteur und Kekulé gesetzt. Mit den Studien zur chemischen Dynamik war er an die Seite der großen Thermodynamiker, insbesondere von Helmholtz und Gibbs getreten, und mit der Lehre vom osmotischen Druck hat er dem Gedanken Avogadros die allgemeine Bedeutung verschafft.“  Hans-Georg Bartel

Erkenntnisse für die Physikalische Chemie, Geologie und Kali-Industrie Van ’t Hoffs Forschungen galten 1897 bis 1907 den „Untersuchungen über die Bildungsverhältnisse der oceanischen Salzablagerungen insbesondere des Stassfurter Salzlagers“. Er führte sie zusammen mit Wilhelm Meyerhoffer und 28 jeweils nur kurzzeitig tätigen Mitarbeitern aus elf Ländern durch. Hier gewann er hervorragende Erkenntnisse für die Physikalische Chemie, die Geologie und die Kali­industrie.

Jacobus Henricus van ’t Hoff (1852–1911)

1905 gründeten van ’t Hoff, Heinrich Precht, Direktor der Salzbergwerke NeuStaßfurt, und der Gießener Mineraloge

Friedrich Rinne den „Verband für die wissenschaftliche Erforschung der deutschen Kalisalzlagerstätten“. Er garantierte die

Literatur: Hans-Georg Bartel: Van ’t Hoff, Jacobus ­Henricus. In: Dieter Hoffmann, Hubert Laitko, Steffan Müller-Wille (Hrg.): Lexikon der ­bedeutenden Naturwissenschaftler, III. Band. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2004, S. 388–390; Hans-Georg Bartel, Horst ­Remane: Van ’t Hoff in Berlin. Nachrichten aus der Chemie 59 (2011) 4, 411–415.

Quelle: HU/Porträtsammlung der UB

Fortsetzung der Arbeiten des Akademieprojekts. Diese Aufgabe übernahm 1919 die Kaliforschungsanstalt.

Kompass in der Bildungslandschaft Die Sammlung Weiterbildungseinrichtungen und Weiterbildungsprogramme Berlin/Brandenburg

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Lebenslanges Lernen gilt als Diktum ­unserer Zeit. In der Europäischen U ­ nion werden mittlerweile milliardenschwere Bildungsprogramme aufgelegt. Zahlreiche Arbeitgeber, öffentliche Träger, aber auch die Bundesagentur für Arbeit oder Jobcenter fordern und fördern in immer stärkerem Maße die Bereitschaft zur Erweiterung des persönlichen Wissens- und Kenntnisstandes. Gerade in den vergangenen Jahrzehnten ist damit auch die Zahl der Träger und Institutionen gewachsen, die Angebote im Weiterbildungsbereich bereithalten.

Von öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, kommerziellen Dienstleistungen, Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen, Berufsverbänden bis zu Volkshochschulen reicht das Spektrum institutionalisierten Weiterlernens. Auch ein riesiger und schier unüberschaubarer Markt, der ständig in Bewegung ist und nahezu tagtäglich Neuerungen erfährt. Dabei den Überblick zu behalten ist eine Mammutaufgabe, der sich die Abteilung Erwachsenenbildung/ Weiterbildung des Instituts für Erziehungswissenschaften an der HU gewidmet hat. Seit 1993 ist hier die Sammlung „Weiterbildungseinrichtungen und Weiterbildungsprogramme Berlin/Brandenburg“ beheimatet. Mehr ein laufendes, sich ständig fortschreibendes Vorhaben, denn eine geschlossene Sammlung. Rund

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Entwicklungen ablesen. Ob neue Herausforderungen durch den Einsatz moderner Technologien am Arbeitsplatz, Auswirkungen von Integrationspolitik, der Wandel von Berufsfeldern, neues wissenschaftliches, kulturelles Wissen – gegenwarts­ bezogene Fragestellungen finden sich über kurz oder lang in den Programmen der Bildungseinrichtungen wieder und erlauben somit auch unmittelbare Rückschlüsse auf Bedingungen und Strukturen der Weiterbildung. Planenden, Lehrenden und Lernenden der Erziehungswissenschaften stehen für diese Forschungen mit der Sammlung eine unentbehrliche Grundlage zur Verfügung, die gerne und regel­ mäßig genutzt wird.  Dirk Maier Dicht an Dicht reihen sich die Weiterbildungsprogramme. Rund 1.000 Anbieter in Berlin und Brandenburg wurden bislang erfasst.  Foto: Heike Zappe

1.000 Anbieter in Berlin und Brandenburg sind bislang erfasst worden. Die enorme Datenmenge zusammen zu tragen und immer wieder zu aktualisieren, setzt intensive Recherchen und ständige ­Kontakte zu Bildungsträgern voraus. Auch wenn die Sammlung nach Jahren des Aufbaus nun einen profunden Überblick über die regionale Bildungsszene erlaubt und mehrere Handbücher diese Informa-

tionen bündeln, so ist eine Vollständigkeit der Darstellung angesichts der sich ändernden Vielfalt nicht zu erreichen, ist sich die Abteilungsleiterin Wiltrud ­Gieseke sicher. Und da die Bildungslandschaft immer auch Spiegel weitergehender gesellschaftlicher Entwicklung ist, lassen sich durch systematische Programmanalysen und Programmforschung wichtige Trends und

Kontakt: Sammlung Weiterbildungseinrichtungen und Weiterbildungsprogramme Berlin/ Brandenburg Katja Röpnack Institut für Erziehungswissenschaften, Abt. Erwachsenenbildung/Weiterbildung Geschwister-Scholl-Str. 7, Raum 3.13 Telefon: (030) 2093-4133 ewi.ebwb@staff.hu-berlin.de Dienstag und Freitag 9-15 Uhr

80. Todestag: Theodor Kipp 10.4.1862 – 2.4.1931, Jurist Der Jura-Professor Theodor Kipp, der sich über viele Jahre in Berlin einen Namen machte, unterrichtete unter anderem Kurt Tucholsky, bevor sich dieser seinen schriftstellerischen Tätigkeiten widmete. Kipp wurde 1862 in Hannover geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in Göttingen und Leipzig wurde er in Erlangen über den „Eigentumserwerb am Wildergut“ mit s­ umma cum laude promoviert. Seine Habilitation erfolgte in Leipzig. 1887 folgte er dem Ruf der Universität Halle und erhielt dort die Professur für Römisches und Bürgerliches Recht. Es schlossen sich weitere Professuren in Kiel und Erlangen an, bis er 1901 eine Anstellung an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin annahm. Zu seinem Aufgabenbereich kamen nun das Familien- und Erbrecht hinzu. Seine Veröffentlichungen auf diesen Rechtsgebieten gehören auch heute noch zu den Grundfesten der Zivilrechtswissenschaft. Im Jahr 1914 wurde er zum Rektor der Friedrich-WilhelmsUniversität gewählt. Von 1929 bis zu seinem Tod 1931 hatte Kipp das Amt des Vorsitzenden der Juristischen Gesellschaft zu Berlin inne. 115. Todestag: Heinrich von Treitschke 15.9.1834 – 28.4.1896, Historiker und Publizist Die wissenschaftliche und politische Karriere des Historikers Heinrich von Treitschke wird aus heutiger Sicht von dessen antisemitischer sowie sozialismuskritischer Einstellung überschattet. Der in Dresden geborene Heinrich von Treitschke studierte von 1851 bis 1853 Geschichte, Staatswissenschaft und Kameralwissenschaften in Bonn und Leipzig. Seine Promotion erfolgte 1858 in Tübingen. Vier Jahre später wurde er Redakteur der „Preußischen Jahrbücher“. Im Laufe der Jahre wurde seine politische Einstellung zunehmend konservativer. Seine Schriften richteten sich vor allem gegen Juden, Sozialdemokraten und Sympathisanten der Reichsparlamentarisierung. Als Mitglied der nationalliberalen Partei wurde er 1871 Abgeordneter im Reichstag, wobei er von 1878 bis 1884 parteilos war. 1874 übernahm er den Lehrstuhl für Geschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Treitschkes Aufsatz „Unsere Aussichten“ löste 1879 den Berliner Antisemitismusstreit aus, der zwei Jahre andauern sollte. Der daraus stammende Satz „Die Juden sind unser Unglück“ wurde später zur Parole der Nationalsozialisten. 1886 übernahm er das Amt des Hofhistoriographen des preußischen Staates. Er distanzierte sich allerdings offen von jeglicher Objektivität in seiner Geschichtsschreibung. Treitschke starb 1896 in Berlin. 170. Geburtstag: Wilhelm Scherer 26.4.1841 – 6.8.1886, Germanist Wilhelm Scherer gehört zu den letzten Germanisten, die auf sämtlichen Hauptgebieten der deutschen Literatur- und Sprachwissenschaft forschten und lehrten. Besonders hervorzuheben sind seine Werke „Zur Geschichte der deutschen Sprache“ von 1868 und „Geschichte der deutschen Literatur“ aus dem Jahr 1883. Wilhelm Scherer wurde am 26.4.1841 in Österreich geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums begann er das Studium der Deutschen Philologie an der Universität Wien. Im Jahr 1860 zog es Scherer an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, wo er unter anderem Vorlesungen von Jacob Grimm besuchte. 1862 wurde er in Wien promoviert und habilitierte sich zwei Jahre später. Nach Lehrtätigkeiten in Wien und Straßburg wechselte Scherer 1877 erneut nach Berlin, um dort die Professur für Neue Deutsche Literaturgeschichte zu übernehmen. Wilhelm Scherer starb 1886 mit nur 45 Jahren an einem Schlaganfall. Ihm zu Ehren wird alle zwei Jahre der Scherer-Preis, ein Nachwuchspreis für Germanisten der Humboldt-Universität zu Berlin und Freien Universität Berlin, verliehen. Sandra Maier Anzeige


Kultur Seite 8 

„Living Absence“ Fotografien von Terada Mayumi

HUMBOLDT · 21. April 2011

Raum – Lehre – Forschung Limitierte Fine Art Photography zu Orten und Räumen der Humboldt-Universität zu Berlin im HumboldtStore

Terada Mayumis Fotografien wirken wie mit Licht gemalt. Abwesenheit ist das Grundthema der 1958 geborenen und in New York und Japan lebenden Fotografin. Sie variiert das Thema zunächst in minimalistischen Arrangements mit Alltagsgegenständen. Später kommt die Außenwelt hinzu in Form von Ausblicken auf Gärten, Meer, Wolken, aus fast leeren Innenräumen, deren samtene Oberflächen in allen Abwandlungen von Grau fast wie ein „Lob des Schattens“ wirken. Sie alle atmen eine unendliche Ruhe und gleichzeitig eine sich im Betrachter emotional aufbäumende, unterschwellige Sehnsucht nach etwas, was aus dem Sichtfeld des Jetzt entschwunden ist.  Beate Wonde Ausstellung bis zum 30. September 2011 in der Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften, Luisenstraße 39.

Finale: „HumboldtFoto“ Die Wanderausstellung „HumboldtFoto“ mit den schönsten Fotos des Wettbewerbs war ein gutes Jahr unterwegs durch Berlin. Zum Schluss wird sie vom 18. April bis zum 6. Mai 2011 noch einmal im Hauptgebäude im Hauptfoyer gezeigt. Die Finissage samt Verleihung des Publikumspreises findet am 5. Mai 2011 um 17 Uhr im Hauptfoyer statt.

ben wir die Wünsche und Anregungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität, ein sehr hochwertiges Andenken oder Gastgeschenk anzubieten, mit den Fine Art Fotografien in das Produktsortiment des HumboldtStores aufgenommen.“ Die Fotos im Format 40 x 50 cm bzw. 24 x 30 cm sind getitelt, nummeriert und vom Photographen signiert. Sie kosten zwischen 110 und 220 Euro. Alexander Schippel (*1979) erhielt seine Ausbildung zum Fotografen an der Freien Universität. Bekannt wurde er durch zahlreiche Veröffentlichungen und Foto­serien mit den Themenschwerpunkten Historische Architektur und Urbane Räume.  Miriam Rönn

Fotos: Alexander Schippel

Im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums der Humboldt-Universität zu Berlin hat der Fotograf Alexander Schippel eine Bildserie der Universität fotografiert. Sechs ausgewählte Motive aus dieser Serie können nun im HumboldtStore in einer limitierten Auflage von jeweils 150 Stück erworben werden. Mit einem offenen, erwartungsvollen und respektvollen Blick für die historischen und architektonischen Besonderheiten hat Alexander Schippel ausgewählte Orte und Räume der ältesten Universität Berlins in jeder Fotografie eine unvergleichbare Bildkomposition geschaffen. „Mit der Fotoserie Raum-Lehre-Forschung möchten wir zum einen insbesondere für Besucher und Gäste die architektonische Vielfalt der Humboldt-Universität zu Berlin herausstellen“, so Julia Göhre, Leiterin des HumboldtStores. „Zum anderen ha-

HumboldtStore im Hauptgebäude, Unter den Linden 6, www.humboldtstore.de

Zwillingsbilder

Musik und Politik

Röntgenfotografien von Skulpturen­

Die Röntgenfotografie ist eines der ­ältesten bildgebenden Verfahren, um das Innere von Lebewesen durch die Körperoberfläche hindurch sichtbar zu machen. Weniger bekannt ist, dass Röntgenstrahlen auch in Museen angewandt werden, um den Aufbau und Restaurierungsbedarf von Skulpturen festzustellen. Diese Durchleuchtung enthüllt ein Innenleben an Formen und Strukturen, die sich wie ein Zwilling im Kunstwerk verstecken. Zwanzig spektakuläre Röntgenbilder von Skulpturen verschiedener Materialien aus Museen in Deutschland und den USA sind derzeit in der BAM/Staatliche Museen Sonderaus­stellung zu Berlin ­„ Zwillingsbilder. Röntgenfotografien von Skulpturen“ im Präparatesaal des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité zu sehen. Die Sonderausstellung von Uta Kornmeier findet in Kooperation mit dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin statt. Als Teil der Serie von „Interventionen“ ist sie bis zum 5. Juni 2011 zu sehen. Veranstaltungen am 25. Mai 2011: Öffentlicher Workshop „Strahlen – Schatten – Bilder. Sehen zwischen Innen und Außen“, 14 bis 17.30 Uhr. Führung der Kuratorin durch die Ausstellung, 18 Uhr. Literarische Lesung „Durchblicke. Literatur im Schauraum der Medizin“, 18.30 Uhr. Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Hörsaalruine, Campus Charité ­Mitte, Charitéplatz 1. Der Eintritt ist frei. www.bmm.charite.de Öffnungszeiten der Ausstellung: Di, Do, Fr, So 10 - 17 Uhr, Mi, Sa 10 - 19 Uhr

Claudio Abbado und Bruno Ganz bei den Mosse-Lectures Wie wird über die Musik, mit der Musik und in der Musik politisch „gesprochen“? In einer Reihe von Vorträgen erkunden die Mosse-Lectures die politische Ausdrucksfähigkeit von Komposition, konzertanter Musik und Musiktheater. Für Claudio Abbado, den ehemaligen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, war und ist das musikalische Schaffen stets verbunden mit einem verantwortlichen Handeln in der Gesellschaft: im ganz persönlichen politischen Engagement zur Förderung und zum Erhalt der Demokratie und der Umwelt oder mit seinen Initiativen zur Gründung verschiedener Jugendorchester. Anlässlich seiner Konzerte in der Berliner Philharmonie im Mai wird Claudio Abbado am 19. Mai im Gespräch mit dem Schauspieler Bruno Ganz in der Humboldt-Universität auftreten. Nicht nur in der populären, auch in der so genannten Neuen Musik geht es um ein politisches Verhältnis zur Welt, um die Veränderungen von Hörgewohnheiten wie in den Kompositionen von Helmut Lachenmann am 12. Mai. Heiner Goebbels wird am 23. Juni über das politisch wirksame Musiktheater, die gebürtige Kubanerin Tania León am 26. Mai über kulturelle Grenzüberschreitungen in der Musik sprechen. Um neuartige Raum- und Klangexperimente geht es in den Soundinstallationen von Jon Rose an den Grenzbefestigungen zu den Palästinensergebieten in Israel, den Grenzzäunen der USA zu Mexiko, den Demarkationslinien in Korea und in den Territorien der Aborigines in Australien (9. Juni). Herman Danuser, Professor für Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität, wird am 5. Mai 2011 den einleitenden Vortrag halten.  Elisabeth Wagner/Red.

Die Veranstaltungen finden jeweils ­donnerstags um 19.00 Uhr c.t. im Hauptgebäude, Senatssaal bzw. Audimax, Unter den Linden 6, 1. Stock, statt. 

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18.03.2009 9:58:18 Uhr


Ausgabe 6 – 2010/2011