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Huber Watches Jewellery Lifestyle

Marrakesh

Oase des Gl端cks.

Architektur am Wasser gebaut.

Europa geht baden. Schmuck und Uhren 2012

Die Geschichte der Stunde.


5 Editorial

Das Leben in die Hand nehmen. Ich habe gekocht. Nein, nicht vor Wut, sondern in der Kü­ che. Wann haben Sie das letzte Mal Hand angelegt? Mit der Gartenschere den eigenen Grund und Boden in Form gebracht, an der Harley geschraubt, einen Kuchen geba­ cken oder gar ein Bild gemalt? Handarbeit ist in. Vielleicht liegt das daran, dass wir all der kleinen und grossen Bild­ schirme in unserem täglichen Leben überdrüssig werden, unsere Augen müde sind, unsere Hände hingegen begie­ rig darauf, etwas Eigenes zu erschaffen, anstatt endlos zu konsumieren. Schon Franz von Assisi erkannte richtig: «Der, der mit seinen Händen arbeitet, ist ein Arbeiter. Der, der mit sei­ nen Händen und mit seinem Kopf arbeitet, ist ein Hand­ werker. Der, der mit seinen Händen, seinem Kopf und sei­ nem Herzen arbeitet, ist ein Künstler.» Jeder kann somit ein Künstler sein. In der vorliegenden Ausgabe unserer «kultuhr» nehmen wir Sie mit auf eine einmalige Reise und porträtieren Orte und Menschen, die vor Ideenreichtum pulsieren. Handwerk hat eine Kraft, die dem Zauber der digitalen Welt durchaus Bedeutendes entgegenhält. Sie erzeugt Menschlichkeit und bereitet tiefe innere Zufriedenheit. Immer wieder können wir beobachten, wie viel Wert­ schätzung besonderen, von Hand gefertigten Uhren und Schmuckstücken entgegengebracht wird. Man begreift intuitiv auch den rein ideellen Wert. Der Mensch spürt die Kraft und Energie solcher Stücke. Unsere Uhrmacher­ seminare waren dementsprechend gut besucht. Handar­ beit lässt uns zur Ruhe kommen, verbindet Körper, Geist und Seele. In diesem Sinne: Nehmen Sie diesen Sommer bei der Hand und entdecken Sie den Künstler in sich!

Herzlichst,

Ihr Norman J. Huber


6 I N H ALT

Nr. 39 / 2012

12

18

24

Weisser Würfel im Städtle.

Perle des Südens.

Luxusmesser für die Ewigkeit.

Architektur von Morger+Dettli macht den Menschen zum Mittelpunkt, transportiert Innenleben nach aussen und bezieht die Umgebung mit ein. Morger+Dettli sind Spurensucher.

Marrakesh zieht seit Generationen die Men­ schen in seinen Bann. Mit einer einzigartigen Mischung aus märchenhaftem Zauber, exo­ tischer Folklore und verschwenderischem Luxus. Heute mehr denn je.

Lars Scheidler, Gründer und Inhaber von Nesmuk, zählt heute zu einer ausgesuchten Elite weltweit, die die Kunst der Messerher­ stellung in Vollendung beherrscht. Wir haben ihn in seiner Schmiede besucht.


7 I N H ALT

0 8 E N TR É E

Wunder der Natur. 10 K U R Z G E S A G T

This & That 12 I N T E R V I E W

Weisser Würfel im Städtle. 14 P ORTR ÄT

L’amour à première vue. 18 E X P E DITIO N

Marrakesh – Oase des Glücks. 2 4 C RA F T

Echt scharf - Nesmuk-Luxusmesser. 26 GOURMET

Männer kochen anders. 2 8 S O M M E R I N M OD E

Das Muster der Farben. 3 0 C U LT

Kleiner Flitzer ganz gross. 3 2 H U B E R U H R E N AT E LI E R

Die Geschichte der Stunde. 3 3 S U R P RI S E

Huber Specials 3 4 H U B E R S P E C IAL

There is nothing like this.

44

56

Diamonds are forever.

Europa geht baden.

Nichts bricht die Sonne des Sommers so verführerisch wie ein Diamant auf der Haut. Ab Seite 44 präsentieren wir einen kleinen Auszug aus unseren eigenen Kollektionen. Huber Private Label steht für ausgesucht schöne Schmuckstücke von höchster Qua­ lität und Güte.

Man darf das so sagen: Europa ist der Mittelpunkt dieses Planeten. Die Wiege. Das Herz. Neben Asien, Amerika und Afrika. Selbstverständlich. Badeurlaub im Zentrum. Süsswasserarchitektur vom Feinsten.

3 6 M E N ’ S C LA S S I C W AT C H

Hole-in-One. 4 2 W O M E N ’ S W AT C H

Girl’s just wanna have fun. 4 4 H U B E R P RI VAT E LA B E L

Diamonds are forever 5 0 A N N I V E R S AR Y

20 Jahre Huber und Pomellato. 5 4 ART

Sommer der Kunst. 56 GUT GEBAUT

Europa geht baden. 6 0 V I P – V E R Y I M P ORTA N T PART Y

Hublot in Vaduz


8 E N TR É E

Wunder der Natur. Die RĂźckkehr des Dekorativen.


9 E N TR É E

Man konnte nur staunen. Die Modeschauen von Chanel und Marche­ sa schienen sich in diesem Jahr an traumhaften Entwürfen zu über­ bieten. Die Natur mit ihrer Vielfalt an Formen und Farben stand offen­ sichtlich Pate bei so mancher Kollektion. Auch Donatella Versace und Salvatore Ferragamo huldigen mit ihren aktuellen Entwürfen dem Werk eines Mannes: Ernst Haeckel, Zoologe und begnadeter Zeichner des 19. Jahrhunderts. 1834 in Potsdam geboren, inspirierte er mit seinen sogenannten meeresbiologischen Bildtafeln die Jugendstil­pioniere seiner Zeit. Fotografenlegende Karl Blossfeldt war beeindruckt von der detailgetreu dargestellten Schönheit von Seeanemonen, Strahlentier­ chen oder Quallen. Bis heute faszinieren die naturgetreuen Abbildun­ gen des wichtigsten Wegbereiters des Darwinismus. In Verbindung mit der Evolutionstheorie vertrat Haeckel die Vorstellung des Kosmos als «allumfassendes Naturganzes» und war Forscher mit Leib und Seele: «Die Früchte vom Baum der Erkenntnis sind es wert, dass man um ihretwillen das Paradies verliert.»


10 KURZ GESAGT

This & That

Einmal tief durch­atmen. Die «Atmos» für den EOTY.

Le Grand-Seigneur zwischen den Welten.

Alles Roger. Im Sommer in Lech.

Auch jene, die immer ganz oben stehen, de­ nen der Gipfelwind ab und zu scharf ins Ge­ sicht bläst, brauchen Momente, in denen sie vor Freude über wohlverdiente Anerkennung tief durchatmen können. Seit 1986 wird er jährlich in 50 Ländern weltweit verliehen – in Liechtenstein im vergangenen Jahr zum zwei­ ten Mal: Der «Entrepreneur des Jahres» ist ein internationaler Unternehmerwettbewerb, der Spitzenleistungen würdigt und auszeich­ net. Am 14. Oktober 2011 glänzte das Finale in Liechtenstein mit 13 Top-Kandidaten. And the winner is: Anton und Christoph Frommelt konnten den Preis für unternehmerische Spit­ zenleistungen entgegennehmen. Die beiden Brüder haben aus einem 135 Jahre alten traditionellen Liechtensteiner Zimmereibetrieb einen innovativen Anbieter von Lebensräu­ men aus Holz geschaffen. Juan Jolis, Ge­ schäftsführer von Huber im Städtle, freute sich über die gelungene Wahl der unabhän­ gigen Jury und meinte bei der glanzvollen Übergabe des Huber-Sponsorpreises, einer exklusiven «Atmos» von Jaeger-LeCoultre: «Erfolgreiches Unternehmertum braucht Luft zum Atmen. So wie diese Uhr hier. Das allei­ ne ist oft schon ausreichend für Bewegung und Dynamik. Wir freuen uns über so viel fri­ schen Wind in Liechtenstein und gratulieren Anton und Christoph Frommelt sowie den anderen Nominierten herzlich zum grossarti­ gen Erfolg.»

Hasan Cobanli wurde in Istanbul geboren, studierte in Los Angeles Literatur und ist Ab­ solvent der «Deutschen Journalistenschu­ le» in München. Er schrieb unter anderem für den «Stern», «Capital», «Aviation Week», «Abenteuer & Reisen», umrundete für die «WirtschaftsWoche» und die «Vogue» die Welt, kooperiert mit TV-Sendern wie ARTE, hat 25 zum Teil preisgekrönte Reisedoku­ mentationen gedreht und ist Mitbegründer eines Internetportals. Hasan Cobanli, Enkel von Kemal Atatürks Weggefährten Cevat Pascha, verbrachte Kindheit und frühe Jugend in seiner Geburts­ stadt Istanbul, in die er seitdem regelmässig zurückkehrt. Väterlicherseits aus einem der besten Häuser der Türkei stammend, müt­ terlicherseits Urenkel des preussischen Feld­ marschalls Graf von Roon, verbindet er auf wundervoll sympathische Weise Orient und Okzident in einer Person. Für uns hat er sich aufgemacht in eine der schönsten und geheimnisvollsten Städte die­ ses Planeten: Marrakesh. Oase des Glücks. Perle des Südens. Er nimmt uns mit auf eine sinnliche Entdeckungsreise, porträtiert Bernd Kolb und den Club of Marrakesh und emp­ fiehlt uns, innezuhalten in dieser Stadt, die mit kühlen Innenhöfen, verwunschenen Gärten, herzlichen Menschen und kulinarischen Köst­ lichkeiten lockt.

Sommerfrische. Ein Wort, das ein bisschen nach guter alter Zeit duftet. Nach bunten Wiesen, weisser Tischdecke und Sonntags­ kuchen. Sommerfrische auf 1.450 Metern inmitten der österreichischen Alpen erleben, das kann man im «schönsten Dorf Europas» seit 2004. Damals hat sich Lech am Arlberg entschlossen, auch im Sommer Gäste zu begrüssen. Seit 2011 öffnet Huber Fine Wat­ ches & Jewellery in Lech für all jene, die die sinnliche Stimmung auf den 250 km Wander­ wegen rund um Lech geniessen wollen. Der Sommer ist ruhiger als der Winter. Ein­ heimische und Gäste geniessen in dieser Zeit die Dorfgemeinschaft, die atemberaubende Natur und das ungezwungene Beisammen­ sein in aller Ruhe. Und dennoch ... «Wir wa­ ren überrascht über die hohe Frequenz. So­ gar manche Wintergäste kommen mittlerweile im Sommer nach Lech und wählen dann bei uns bereits das Weihnachtsgeschenk für die Liebsten aus», freut sich Huber-Geschäfts­ führer Roger Jacquat. Vom 28. Juni bis 22. September 2012 werden Roger Jacquat und sein Team mit den neuesten Kollektionen aus der Uhrenund Schmuckwelt alle Sommerfrischler herz­ lich willkommen heissen – und wohl mit so mancher Alpenblume in einen SchönheitsContest treten. Ganz nach dem Motto: Wel­ che Blume pflück’ ich mir? Sag, wer ist die Schönste hier ...


11 KURZ GESAGT

«Bio-Diamanten» Das tickende oder warum Wissen Messebarometer. beruhigt. Nein, es ist uns nicht egal, aus welcher Hand jene Schmuckstücke und Uhren stammen, die Ihnen ungetrübte Freude bereiten sol­ len. Deshalb verpflichten wir uns bereits seit Jahren als Member des Ethik Codex der Schweizer Uhren- und Schmuckbranche, unseren Kunden gegenüber vollkommene Transparenz zu gewährleisten. Darunter ver­ stehen wir, dass wir über alle Materialien und Produkte, die wir verwenden, verarbeiten und anbieten, sowie unsere Arbeitspraktiken of­ fen informieren. Wir orientieren uns bei der Verwendung der verschiedenen Edelmetalle und Edelsteine an deren Qualität, Verarbei­ tungsart, künstlichen Veränderungen sowie der Herkunft. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden kontinuierlich in Hinblick auf jene Fragen geschult und ausgebildet. Wir anerkennen zudem die hohen ethischen Grundsätze der internationalen Uhren- und Schmuckbranche, indem wir nicht gegen Normen bezüglich Umweltschutz, Kinderar­ beit und Gesundheitsvorsorge verstossen, die Regeln des Kimberley Process und des World Diamond Council anwenden und nur solche Diamanten anbieten, welche aus le­ gitimen Quellen stammen und die nicht an einer Konfliktfinanzierung beteiligt sind. Darauf geben wir unser Wort.

Er ist ein bisschen der Laubfrosch der Uhren­ welt. Eine Legende. Ein wandelndes Uhren­ lexikon. Er weiss, wer wann nach oben geht und kann ziemlich gut einschätzen, warum die eine oder andere Kollektion nun doch nicht jene Begeisterung auslöst, die man sich erhofft hat. Gisbert L. Brunner kennt sie alle und alle kennen ihn. Es gibt wohl kaum ein ernst zu nehmendes Uhrenmagazin im deutschsprachigen Raum, das ihn und sein enormes Fachwissen nicht schon liebend gern an Bord hatte. Der Journalist und Au­ tor mit Studium der Rechtswissenschaften, Psychologie und Sonderpädagogik hatte einst durchaus anderes im Sinn, als sein Hobby zum Beruf zu machen. Schuld daran ist eine Krise. Gisbert Brunner, Jg. 1947, be­ schäftigt sich seit 1964 mit Armbanduhren, Pendeluhren und anderen Präzisionszeit­ messern. Während der Quarzuhren-Krise in den 1970er Jahren steigert sich seine Liebe zu den scheinbar aussterbenden mecha­ nischen Zeitmessern zusätzlich. Es ist sein leidenschaftlicher Sammlertrieb, der ihn ab den frühen 1980er Jahren dazu bringt, seine ersten Zeitschriftenartikel und Bücher zu ver­ öffentlichen. Mit grossem Erfolg. Er ist «sei­ nem» Thema treu geblieben und wir freuen uns, dass er Zeit gefunden hat, mitten in der Messe-Hochsaison einen aktuellen Blick auf die Tourbillons zu werfen, eine besonders schöne Rarität in der Uhrenwelt.


1 2 H U B E R I N VAD U Z

Weisser Würfel im Städtle. Text Eva Engel Foto Morger+Dettli, Ruedi Walti, Derek Li Wan Po

Die Architekten Morger+Dettli planen ein neues Gebäude für die Hilti Art Foundation und Huber Uhren Schmuck in Vaduz.

Architektur beginnt beim Men­schen. Die Archi­ tekten Morger+Dettli aus Basel sind Spezia­ listen, wenn es darum geht, ein Gebäude in vorhandene Strukturen und die Umgebung einzubetten. Ihr Konzept ist immer ein nach­ haltiges, welches den Menschen in den Mit­ telpunkt stellt. Funktionalität, Beständigkeit und Anmut – wie es bereits der altrömische Architekt Vitruv formulierte – bilden bei ihnen die Grundpfeiler jedes Gebäudes.

Das Innere nach aussen transportieren. Wie bei einem kostbaren Edelstein wird sich das Licht darin brechen. Der Glanz der Ober­ fläche wird je nach Tageszeit und Witterung in einer anderen Intensität und Farbe reflektiert. Die Umgebung wird Teil des Gebäudes, das Gebäude wird Teil der Umgebung. Die gemeinsame zukünftige Heimat von Huber Uhren Schmuck und der Hilti Art Foun­ dation im Städtle in Vaduz wird Schönheit nach innen und aussen tragen. Als das in Basel ansässige Architektenduo Morger+Dettli die ersten Entwürfe zum neu­ en Gebäude von Huber Uhren Schmuck und Hilti Art Foundation präsentierte, begeisterte bereits der erste Eindruck, jener Moment, der dann auch für den Passanten, den Be­ trachter so wichtig ist. Vor allem das symbi­ otische Nebeneinander von Kunstmuseum und neuem Gebäude beeindruckte in seiner Konsequenz.

lithischen Baukörper, durch seine Fassadenglie­ derung und die Materialisierung von den umlie­ genden Gebäuden wesentlich unterscheidet. Das nun entstehende neue Gebäude von Huber Uhren Schmuck und der Hilti Art Foun­ dation wird nicht nur eine Fülle an inhaltlichen Synergien mit dem Kunstmuseum Liechten­ stein ermöglichen, sondern auch optisch eine Ergänzung schaffen, eine Lücke füllen und das Stadtbild vollkommen machen.

Architektur für eine Stadt, die sich bewegt. In den Jahren 1998 bis 2000 entstand nach den Plänen von Arch. Morger+Degelo in Ar­ beitsgemeinschaft mit Arch. Christian Kerez im Städtle in Vaduz das Kunstmuseum Liechten­ stein. Für die Architekten war klar, dass für die Stadt Vaduz ein Museum entwickelt werden sollte, das eher unscheinbar im Stadtgefüge lagert, aber sich dennoch durch seinen mono­ Hilti Art Foundation und Huber Uhren Schmuck ab 2014/15 gemeinsam im weissen Solitär von Morger+Dettli.

Messeturm Basel, Wettbewerb 1. Preis 1998, Realisation 2001 – 2003. Arch. Morger+Degelo in Arbeitsgemein­ schaft mit Daniele Marques, dipl. Arch ETH/BSA


1 3 H U B E R I N VA D U Z

Architekten Morger+Dettli: Der Ort ist uns wichtig. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihren Bauprojekten? Arch. Meinrad Morger: Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht nur auf ökologische und energetische Fragen. Bauwerke müssen einer langen Lebensdauer gerecht werden. Zusätzlich zum verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen besteht auch eine kulturelle und soziale Verantwortung. Nachhaltige Architektur muss sich also gleichermassen ökologischen, ökonomischen und kulturellen Anforderungen stellen können, um über einen langen Zeitraum den sich verändernden gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.

gaben auch dem Zweck des zu errichtenden Bauwerks und unterscheiden sich dadurch klar von Arbeiten der bildenden Kunst. Man kann also sagen, Architektur und Kunst sind eng miteinander verbundene, teils verwandte Kulturdisziplinen, die sich nicht wirklich vonein­ ander trennen lassen, aber auch nicht grundsätzlich gleichzusetzen sind.

ständigen Wandlungen und neuen Einflüssen unterliegt und diesen gerecht werden muss. Architektur schafft den gebauten Raum in dem die Menschen leben, der uns allgegenwärtig umgibt. Damit trägt die Architektur eine grosse Verantwortung, durch die ständig zunehmende weltweite Urbanisierung heute stärker denn je.

Wie wird Architektur Ihrer Meinung nach in 50 Jahren aussehen? Wie werden wir wohnen und arbeiten? Arch. Meinrad Morger: Die Entwicklung der Architektur ist immer auch im Kontext gesellschaftlicher Wandlungsprozesse zu sehen. Die kulturellen, politischen, ökonomischen und ökologischen Entwicklungen lassen sich nur schwer vorhersehen. Die Architektur ist als Teil der kulturellen Entwicklung als ebensolcher Prozess zu sehen, der

Welches Projekt würde Sie persönlich interessieren? Arch. Meinrad Morger: Mich interessieren für die Zukunft insbesondere die Herausforderungen, die Kulturbauten mit sich bringen. Architektur kann hier in ihrer reinsten Form umgesetzt werden. Die Aufgaben fokussieren sich dabei auf die grundlegenden Aspekte der Architektur - Raum, Typologie und Struktur. Wir danken für das Gespräch.

Ist Architektur eigentlich Kunst? Arch. Fortunat Dettli: Der Architekturbegriff wird seit Jahrhunderten kontrovers diskutiert und ist nicht einfach in Kürze zu erörtern. Allgemein wird Architektur auch als Baukunst, also als Vereinigung von Bauen und Kunst, bezeichnet. Ein gemeinsamer Aspekt von Kunst und Architektur ist die dem Kunstoder Bauwerk vorangehende Intention. Damit grenzt sich Architektur klar vom allgemeinen Bauen, der Errichtung eines reinen Zweckbaus, ab. Andererseits unterliegen BauaufArch. Fortunat Dettli und Prof. Arch. Meinrad Morger im Gespräch.


1 4 P O R T R ÄT

L'amour à première vue. Text Irmgard Kramer Foto Markus Gmeiner

Sie wurde in eine Familie von Uhrmachern und Goldschmieden hineingeboren und nach einem Edelstein benannt. Die vierundzwanzigjährige Beryl Huber liebt es, Juwelen in die Seele zu blicken: Sie ist Gemmologin, also Edelsteinfachfrau, in Luzern.

Paläste, Tiger, Elefanten und Juwelen prägten das exotische Indien bis 1971. Dann war es mit der Traumwelt der Fürsten vorbei. Zuerst mussten sie ihre pompösen Paläste verkaufen, dann ihren Schmuck. Wie der Maharadscha von Baroda. Sein berühmtes Collier mit sieben Strängen aus Naturperlen, so gross wie Murmeln, brauchte zur Fertigstellung dreibis vierhundert Jahre. Der Verschluss ist mit einem Diamanten von nicht unbedeutender Grösse besetzt. Aber wer kann die vier C's dieses Steins, nämlich Clarity, Color, Carat und Cut, beurteilen? Antwort gibt die Firma Gübelin in Luzern. Im Labor arbeiten Doktoren der Geologie, Mineralogie, Kristallografie und Geografie. Sie kommen aus sieben Ländern und sprechen sechs verschiedene Sprachen. Die jüngste Mitarbeiterin ist die Gemmologin Beryl Huber aus Liechtenstein. Edle Steine unter der Lupe. Nach dem Schulabschluss, einer Fachschule für Tourismus und einem Auslandsaufenthalt in Kanada wuchs der Wunsch, ihre private Leidenschaft für edle Steine zum Beruf zu machen. Sie studierte ein halbes Jahr in Carlsbad, einer kleinen kalifornischen Stadt. Danach bewarb sie sich für ein Praktikum im Edelsteinlabor bei Gübelin. Der Chef des Familienunternehmens, an dem von Bangkok bis New York niemand vorbeikommt, liess


1 5 P O R T R ÄT

Kristalleinschlüsse in Rubin (Korund)

Feinste Kristalleinschlüsse in Saphir (Korund)

sich von ihrem Engagement überzeugen und stellte sie schliesslich als feste Mitarbeiterin ein. Derzeit graduiert sie die Diamanten. «Ebenso gerne arbeite ich mit Farbedelsteinen.» Über 2500 hat sie bisher analysiert. Diese sind Teil einer 20 000 Stück umfassenden, weltweit einzigartigen Sammlung von Referenzedelsteinen aus der ganzen Welt. Afghanistan, Kolumbien oder Russland? Die Herkunft bestimmt den Wert. Gübelin ist stets bemüht, Proben von neu erschlossenen Minen zu bekommen und diese in die Datenbank aufzunehmen.

wünschen. Oder einen Kaschmir-Saphir, der wegen seinem Kornblumenblau und seinem schläfrigen Charakter «blauer Samt» genannt wird. Dank seiner Seltenheit und weil die kleine Mine in Kaschmir längst ausgeräumt ist, hat dieses Juwel einen sagenhaften Ruf – wie das Collier des Maharadscha von Baroda. Zwei der Perlenstränge kommen nach eingehender Prüfung durch Gübelin in New York für mehr als sieben Millionen Dollar bei Christie's unter den Hammer. Noch ist Beryl Huber Junior-Gemmologin. Sie ist dankbar für die Erfahrung ihres Vaters

Geheimnisvolles tief verborgen. Es ist nicht nur eine Anordnung von Luftbläschen, Salzkristallen und Flüssigkeiten, die Beryl nach einem Ausschlussverfahren zeigen, woher der Stein kommt – wenn sie in ein Mikroskop schaut, vergisst sie alles um sich herum und entdeckt fremde Galaxien: Spiralnebel, zerklüftete Gaswolken, Kugel­ sternhaufen, gezackte Siebengestirne, Rote Riesen, Milchstrassenwolken, Unterwasserlandschaften und blühende Gärten. «Schon allein die Farben! Unglaublich, was die Erde hergibt. Diese Edelsteine entstanden in Millionen von Jahren», schwärmt Beryl, die sich keinen schöneren Beruf vorstellen kann. Sie ist eine bescheidene Frau, trägt selbst kaum Schmuck. Aber wenn eine Fee käme, würde sie sich einen Spinell in kräftig rötlichem Pink

Rubin (Korund)

Rubin aus der Gübelin-Referenzsammlung

Norman J. Huber, der vor ihrer Geburt dieselbe Ausbildung absolviert hat. «Meine Eltern überlegten sich einen dieser Namen für mich: Amber (Bernstein), Jade oder Beryl», erzählt Beryl lächelnd. «Ich hätte keine Wahl gehabt – es wäre in jedem Fall ein Edelstein geworden.» Beryll ist eine Edelsteingruppe, zu der auch Smaragd und Aquamarin gehören. Im Mittelalter wurden alle klaren Kristalle Beryllus genannt. Daher das Wort Brille – die ersten Linsen wurden aus Kristall geschliffen.

Smaragd (Beryll)


16 RUBRIKTITEL


17 RUBRIKTITEL


18 EXPEDITION

Marrakesh

Oase des Gl端cks.


19 EXPEDITION

Wer den Orient liebt, von ihm träumt, so wie er eigentlich nur noch in den alten Filmen, den weltberühmten Märchen, den Darstellungen der Orientalisten zitiert ist, der findet ihn nur noch an ganz wenigen Orten. Und einer dieser Flecken ist ganz gewiss Marrakesh. Text Hasan Cobanli

Fotos Bernd Kolb, Hasan Cobanli, Palais Namaskar

Auch wenn Marokkos schönste Stadt nicht wirklich im «Orient», also im Osten liegt, sondern weit draussen im Westen, im «Maghreb» der arabischen Welt, so ist Marrakesh doch Orient pur: Seine Altstadt – die Medina, seine Märkte – die Soukhs, seine prachtvollen Paläste, Moscheen, die Riads mit ihren kühlen Innenhöfen und verwunschenen Gärten, und nicht zuletzt die kulinarischen Köstlichkeiten, vom zeremoniell zubereiteten Minztee bis zu Couscous und Tajine – all das ist Orient pur. Marrakesh präsentiert sich als einmaliger Mix aus modernem Komfort, Luxus und Bohème. Lebensqualität aus längst vergangenen Zeiten. Unberührt von den chaotischen Zuständen, die die arabische Welt dieser Tage heimsuchen, den Kriegen, Konflikten und der Zerstörung, blüht Marrakesh relativ stabil und auf immer märchenhaft vor der Kulisse der schneebedeckten Höhen des Atlas. Was Marrakesh von Damaskus, Kairo, Tunis, Tripolis oder Algier unterscheidet, ist die ungestörte Pflege der reinen orientalischen Kultur vor der Kulisse eines toleranten Islam und somit vor allem eine Chance für den Individualismus. Jeder kann hier glücklich werden. Berühmte Komponisten und Schriftsteller, erfolgreiche Unternehmer aus Europa und Amerika haben Marrakesh als zweite Heimat ausgewählt, Maler und Rockstars haben hier

gelebt (oder steigen inkognito regelmässig hier ab) und viele haben das Flair der «roten Stadt» beschrieben. Marrakesh ist gut für ein Wochenende, aber auch gut für länger – für manche ist es gut für immer. Ich war zu Gast bei einer österreichischen Prinzessin, die in ihrem Palazzo in Marrakesh westlich-orientalische Gastlichkeit pflegt, ich habe im La Mamounia mit einem Ex-Botschafter aus Europa, der sich hier niederliess, Silvester gefeiert, Tisch an Tisch mit Mick Jagger und anonymer weiblich-attraktiver Entourage. Tief drinnen in der Kasbah, in einem verwunschenen kleinen Antiquitätenladen, sah ich eine entspannte Caroline von Monaco auf einem Hocker – sie liess sich Silberschmuck zeigen. Alles ist möglich in Marrakesh und jede Begegnung wird zusätzlich verzaubert durch die Aura der Stadt. Die Preise – Immobilien, Warenkorb, Service, Hotellerie – halten sich immer noch in Grenzen, die Stadt schüttet ein Füllhorn an Angeboten aus: für jeden Geschmack, jeden Geldbeutel, jeden Anspruch. Gehen Sie auf abenteuerliche Shoppingtour durch das Gassenlabyrinth der Soukhs, lernen Sie handeln. Regel: Wer beim Handeln einen Preis vorschlägt, muss ihn dann, wenn der Händler einschlägt, auch bezahlen. Lassen Sie sich auf einen Thé à la menthe einladen oder nehmen Sie Ihren Sundowner Cocktail am Pool Ihres Hotels. Mieten Sie sich

einen Wagen (am besten mit Fahrer) und erkunden Sie die Ausläufer des Atlas-Gebirges vor den Toren der Stadt. Flanieren Sie abends oder nachts über den Djemaa el-Fna ... Wie auch immer Sie sich dieser Stadt annähern oder sich in ihr fallen lassen – es wird Ihnen unvergesslich bleiben. Auf sinnliche Entdeckungsreise gehen. Nur wer sich Zeit nimmt, sich gehen lässt, dem geht Marrakesh unter die Haut. Nehmen Sie einen Pferdewagen und lassen Sie sich zum tiefblauen Jardin Majorelle fahren, dem schönsten Garten Marokkos. Und wenn der Abend, die Nacht über die Stadt kommt, setzen Sie sich auf das Dach eines Riads, vielleicht sogar Ihres Hotels, Palasts oder Ihrer Herberge. Und bleiben Sie! Nehmen Sie sich eine Decke und einen Polster mit, schlafen Sie ein, aber bleiben Sie! Gegen Morgen, wenn die Hähne zu krähen anfangen, der laue Morgenwind den Ruf von hundert Muezzins von den Minaretten nah und fern herüberträgt – egal ob Sie tatsächlich durchgemacht haben oder davon aufwachen –, wird auch diese Sinneserfahrung Ihnen unvergesslich bleiben. El Hamdulilah.


20 EXPEDITION

The Club of Marrakesh. Bernd Kolb – für eine bessere Zukunft.

Bernd Kolb, deutscher «Unternehmer des Jahres» 1999, nach seinem Firmenverkauf bis 2007 Vorstand bei der Deutschen Telekom, ist ein weltweit gefragter Berater, Redner und Publizist. Er hält Vorträge, in denen er leidenschaftlich die neuen Ideen des «Club of Marrakesh» illustriert, einem interdisziplinären Netzwerk von weltweit einflussreichen Changemakern. Kolb zeigt Ideen und Chancen auf, die sich aus konsequentem neuem Denken und Handeln ergeben – mit dem Blick eines Mannes, der die Wirtschaft aus eigenem unternehmerischen Handeln kennt. Darüber hinaus coacht er Führungskräfte und veranstaltet ChangeWorkshops für grosse Unternehmen und Institutionen. «All das entstand hier in Marrakesh. Wir selbst wurden inspiriert und unsere tiefen Erfahrungen mit den Menschen hier haben unser Leben nachhaltig verändert.» Kolb wurde kürzlich von der Zeitschrift «Playboy» zum «Mann des Jahres 2012» gewählt: Als «smarter Revolutionär der neuen Generation, kein Gutmensch, sondern ein intelligenter Vordenker, der Menschen begeistert und berührt».

Hotel der Liebe. Stadt der Träume. Die Story des Riads Ana Yela ist nicht zu trennen von der seiner Schöpfer: des Ehepaars Kolb. Im Jahr 2007 gehen die beiden nach Marrakesh und heiraten. Kolb: «Es ist die gros­se Liebe, und wir wollten dieser Liebe ein würdiges Denkmal setzen: Das Riad Ana Yela entstand aus einem historischen Stadtpalast im Herzen der Medina von Marrakesh, der grössten und besterhaltenen Altstadt der arabischen Welt, unserer Traumstadt.» «Beim Bau haben wir völlig auf elektrisches Werkzeug und Baumaschinen verzichtet», berichtet Kolb und muss heute über diesen Höllenritt lachen, «wir wollten grösstmögliche Authentizität; wir wollten das, was wir uns für

die grosse Welt wünschen, auch in unserer kleinen Welt vorleben. Unsere marokkanischen Bauarbeiter schüttelten ungläubig die Köpfe, als ich ihnen erklärte, dass wir alles in traditioneller Handarbeit bauen werden – ohne Maschinen». Für Kolb ein Herzensanliegen, durch «dieses Engagement einen Beitrag zum Erhalt der lokalen Kultur und der lokalen Handwerkskunst zu leisten». «Die Liebe ist einfach das grösste Geschenk», lächelt Kolb, und – ja, man nimmt's ihm ab: «El Hamdulilah», danke. Und trinkt einen Schluck frischen Thé à la menthe. Und die Sonne, mit der er aufgestanden ist, versinkt glutrot hinter dem wuchtigen Minarett der Kutubiye-Moschee von Marrakesh. Riad Ana Yela Das Ana Yela ist ein 300 Jahre alter, kleiner Stadtpalast im Herzen der Medina. 2008 wurde das Riad Ana Yela unter grosser Anteilnahme von Presse und Prominenz eröffnet – und gewann schon kurz darauf viermal hintereinander den «World Hotel Award». «Ana Yela» heisst «Ich bin Yela», und die Legende erzählt, dass in diesem Haus einst ein Mädchen, Yela, lebte, das eines Nachts auf dem Dach mit dem traumhaften Ausblick über die rote Stadt die Liebe entdeckte. «Wir wollten einen Ort schaffen, der inspiriert», sagt Bernd Kolb, der Erbauer und Eigentümer des Ana Yela, «eine Oase – auch für neue Gedanken und Ideen». Das ist ihm gelungen. Menschen aus aller Welt sind seither diesem Ruf gefolgt und geniessen die einmalige Ruhe dieser sinnlichen Oase. Die Küche ist ebenso exzellent und authentisch wie der Service. Es ist eine Reise in eine vermeintlich längst vergangene Zeit, ein grosses Geschenk für gestresste Europäer und verwöhnte Amerikaner. Im Zimmerpreis enthalten: FlughafenTransfers, reichhaltiges Frühstück, Room Service, Laundry, Leih-Laptop, Wireless-Lan und DSL im gesamten Haus, Flatscreen im Salon. www.anayela.com


21 EXPEDITION

Palais Namaskar Wenn Marrakesh heute wie keine andere Stadt für unverdorbenes orientalisches Flair, die Köstlichkeiten des Maghreb und exklusiven Tourismus steht, dann ist das Palais Namaskar ein weiterer guter Grund, sich auf die Reise nach Marrakesh zu machen. Inmitten eines duftenden orientalischen Parks, zwischen kühlenden Bassins und Pools, residieren Sie hier in 41 unterschiedlich gestalteten Suiten, Villas und kleinen Palais. Zwei Restaurants und eine Bar-Lounge bieten alles, was man sich weltweit an gastronomischen Genüssen wünschen kann. Beim Interieur zelebriert das Palais Namaskar ein minimalistischholistisches Design, aussen fasziniert es mit einem Hauch fürstlich-maurischer Architektur des ausgehenden Mittelalters. Es liegt etwa 20 Fahrminuten vom Zentrum entfernt Richtung Atlas-Gebirge in der exklusiven «Palmerie» vor den Toren der Stadt. Vom Flughafen sind es 30 Minuten Fahrzeit. www.palaisnamaskar.com

Informationen Anreise Ab Frankfurt, München, Wien und Zürich bestehen Direktverbindungen nach Marrakesh. Einreise Für EU-Bürger kein Visum erforderlich. Reisezeit In Marrakesh ist es fast das ganze Jahr über sonnig. Wegen der heissen Sommer und der kühlen Winter gelten März, April, Mai sowie September, Oktober als die angenehmeren Reisezeiten. Im November und März kann es auch mal einen halben Tag regnen.

Pferdekutschen Die dunkelgrünen Pferdewagen mit ihren goldenen Lampen, Calèches genannt, bieten Platz für vier Fahrgäste und werden von Marrakchis für einfache Fahrten ebenso genutzt wie von Touristen für Touren. Der offizielle Preis für eine Stunde Fahrt beträgt 100 DH. Wenn ein Kutscher mehr verlangt, hart bleiben! (Stand Frühjahr 2012) Mini-Knigge Einer Einladung auf einen «Whisky Marocain», den herb-süssen grünen Tee mit frischer Minze, kann man in Marrakesh kaum entkommen – das ist wie mit dem Cay in der Türkei. Es

ist jedoch keine Unhöflichkeit, abzulehnen! Nehmen Sie nur an, wenn Sie sich davon ein interessantes Gespräch oder einen Kontakt versprechen (sonst haben Sie abends Bauchweh). Wenn Sie aber eine Einladung zum Essen bei einheimischen Freunden angenommen haben, sollten Sie sich auch so benehmen, wie es dort Sitte ist (Geschenk mitbringen, Fotos zum Herzeigen sind sehr willkommen!, Schuhe ausziehen, dem Gastgeber beim Sitzen nicht die Fusssohlen zeigen) – ansonsten keine Berührungsängste. Bis auf das: Die linke Hand gilt als unrein! Essen Sie nur mit der Rechten!


24 CRAFT

Echt scharf. Nesmuk-Luxusmesser für den finanzkräftigen Gourmet.

Ein taubengrauer Seidenschal schwebt in Zeitlupe auf die stählerne Klinge eines Samurai-Schwerts und zerfällt bei der ersten Berührung in zwei Teile. Daraufhin landen sie im Bett: Ihr schwarzes Spitzendessous liegt auf seinem Schwert. Spätestens seit dem Film «Bodyguard» wissen wir, dass niemand schärfere Klingen schmiedet als die Japaner. Niemand ausser Lars Scheidler, ein deutscher Schmied, der die Kunst der Messerherstellung in Vollendung beherrscht und mit seiner Manufaktur Nesmuk nicht nur Fürsten und Starköche glücklich macht.


25 CRAFT

Schmiedekunst der Superlative. Schon als Zweijähriger sass er am Küchentisch und befühlte Messer so lange, bis ihm die Oma das gefährliche Küchenutensil vorsichtig aus der Hand nahm. Heute rennen ihm Fernsehteams und Journalisten die Werkstatt ein, wo er am Amboss steht und im Schweisse seines Angesichts Stahl zu Luxus hämmert. Sie alle wollen berichten über sein «schärfstes Messer der Welt», sein «teuerstes Messer der Welt» – 80 000 Euro kostet es, ist von vorn bis hinten unvergänglich und verziert mit dreizehn Brillanten. «Ein bisschen dekadent ist es schon», meint der Starkoch Stefan Marquard beim Messertest. «Aber wer einmal damit einen Parmaschinken hauchdünn geschnitten hat, will mit nichts anderem mehr arbeiten.» Eine Tomate fällt einfach durch die Klinge. Die Schneide eines scharfen Küchenmessers ist dreissig tausendstel Millimeter dünn. Ein NesmukMesser ist hundertmal schärfer. Es spaltet Haare längs. Mythos von «Hart» und «Weich». Das Geheimnis liegt im Damaszenerstahl, der im Altertum historische Bedeutung erlangte: Ein Schwert musste leicht sein, scharf bleiben, durfte nicht brechen oder sich verbiegen. Aber einen Stahl, der die guten Eigenschaften von weichem und hartem Stahl in sich vereint, gibt es nicht – also mi-

schen; wie, ist Geheimnis. Ausgeschmiedet bilden die unterschiedlichen Stahlsorten das typische Damaszener-Muster, das die Klinge mit ihren 400 Lagen unverwechselbar macht – harte körperliche Arbeit. «Ich liebe meinen Job. Dafür bin ich geboren», sagt der Edelschmied, der seinen Sohn Jens mit seiner Leidenschaft schon längst angesteckt hat. Vier bis sieben Messer können sie pro Monat herstellen. Dass Nesmuk-Messer die schärfsten der Welt sind, haben inzwischen Institute anhand wissenschaftlicher Messungen bestätigt. Hand anlegen. Die eigenwillige Form der Klinge entlehnte Scheidler einer 3500 Jahre alten Urform des Messers. Die Griffe fertigt er nach Wunsch aus ostindischem Büffelhorn, Palisander, Ro-

senholz und Elfenbein. Oder aus Moor­eiche, einer seltenen und teuren Baumart – vor 5000 Jahren in ein norddeutsches Moor gefallen, wächst diese Eiche nicht mehr nach. Luftdicht unter Sand und Schlamm verschlossen, wurde sie aussergewöhnlich hart und schwarz. «Bei Nesmuk sind wir schon lange nicht mehr in der Liga Ferrari oder Porsche. Hier sprechen wir über Enzo und Bugatti», schreibt ein User im «Messer-Forum.» Lars Scheidler ist klar, dass sich handgefertigte Messer nicht jeder leisten kann, deshalb hat er eines auf den Markt gebracht, das dem handgeschmiedeten nahe kommt, aber nur ein Zehntel kostet. Das Nesmuk JAN­US bekommt er vorgefertigt, verpasst ihm einen handgefertigten Griff und die allerletzte Schärfe. Man braucht so ein Messer nicht wirklich, aber schön scharf ist es schon.


26 GOURMET

Männer kochen anders. Die Geheimnisse des Barbecue-Königs.

Männer entdecken am Grill ihre Urinstinkte. Am Grill wird sozusagen mit der eigenen «Beute» agiert, die mit den Händen in freier Natur zubereitet wird. Am Grill ist der Mann der Chef und das akzeptieren Frauen liebend gerne. Text Sweety Foto Markus Gmeiner

Der Tag fängt gut an. Fotografiert wird im Freien und der Stromadapter der Schweizer Fotografenlampe will einfach nicht mit der Liechtensteiner Steckdose. Markus Längle, mehrfach international ausgezeichneter Grillmeister, schnappt sich den Fotografen und fährt mit ihm zum nächsten Elektrohändler. Den Einwand des Fotografen, das müsse er nicht, kontert Herr Längle ganz ruhig mit einem «Aber ich weiss wo der Elektriker zu finden ist» will heissen, wir alle sparen kostbare Zeit. Zeitmanagement und strategisches Vorausdenken sind essenzielle Zutaten, wenn man als Koch zu den Besten gehören will. Markus Längle ist ein grossartiger Jongleur, der mit viel gesundem Menschenverstand und technischem Verständnis in der Lage ist, aus dem Stand eine landesweite Grillmeisterschaft zu gewinnen, auch wenn er zuvor noch nie an einem Wettbewerbsgrill stand. So geschehen 1999 als er mit seinem Team die österreichischen Meisterschaften im Grillen gewann. Der geborene Altacher hat eine beeindruckende Vita vorzulegen. Die Liste der Häuser, in denen er tätig war, liest sich wie das Who-is-who der Sternerestaurants. Bevor er sich mit seinem BBQ-Catering 2008 selbstständig machte, führte er in den renommiertesten Hotels und Restaurants Europas die Küchen, verwöhnte als Privatkoch gekrönte Häupter und trainierte sich und sein Team ganz


27 GOURMET

nebenbei an vielen Abenden von einer Meisterschaft zur nächsten. Nach zahlreichen Erfolgen gründete Markus Längle vor zwei Jahren das Liechtensteiner Team, welches er bei der Weltmeisterschaft 2011 in Gronau in zwei Kategorien prompt auf Anhieb zum Weltmeistertitel führte. Das Geheimnis. Bittet man Markus Längle um den ultimativen Tipp für einen gelungenen Einsatz am Grill, bekommt man nur zu hören: Gute Vorbereitung ist alles. Am besten drei Tage vor dem

Grilltag die Gerichte auswählen, einen Tag vorher einkaufen gehen, einen Tag vorher die Marinaden zubereiten und am Grilltag früh anfangen. Sein BBQ-Cateringservice bietet sowohl im Sommer wie auch im Winter einfach alles, was das Herz begehrt und ist auf Wochen ausgebucht. «Ich bereite auf den Grillstationen mehrgängige Menüs für nahezu jede Personenanzahl zu.» Wer jemals sein «Gegrilltes Eis» kosten durfte, weiss, dass dieser Mann einfach alles möglich macht – auf seinen heissen Kohlen.

Markus Längle – Mit Leidenschaft zum Erfolg • Goldmedaillengewinner bei der österreichischen Meisterschaft 1999 in Traiskirchen • Deutscher Meister 2000 in der Gesamtwertung • Schweizer Meister 2001 in der Gesamtwertung • Europameister 2000 in der Kategorie «Schweinefleisch» • Vize-Weltmeister 2001 in Südafrika in der Gesamtwertung sowie Weltmeister in der Kategorie «Fish & Seafood» • 2. Rang beim World Barbecue Gold Cup in Interlaken und Schweizer Meister 2003 in der Gesamtwertung • Weltmeister 2004 in Pirmasens (Deutschland) in der Gesamtwertung sowie in den Kategorien «Spare Ribs» und «Fish & Seafood» • Weltmeister 2005 in Ungarn in der Gesamtwertung sowie in der Kategorie «Schweinefleisch» und 3. Rang in der Kategorie «Dessert»

Heisse Tipps Exklusiver Grillkurs mit Markus Längle am 14. Juli 2012 Ort: Weinkeller Mövenpick, Schwefel­ strasse 14, 9490 Vaduz, Liechtenstein T +00423 232 7800 BBQ-Catering von Markus Längle buchen und Rezepte zum Download unter www.markuslaengle.li

• Schweizermeister 2006 in Wetzikon in der Gesamtwertung • 3. Rang in der Gesamtwertung bei der Weltmeisterschaft 2006 in Polen • Europameister 2006 in St. Pauls in Südtirol in der Gesamtwertung sowie in der Kategorie «Schweinefleisch» und 2. Rang in der Kategorien «Spare Ribs», «Beef» und «Dessert» • 3. Rang im Home Cookin und 2. Rang in der Saucenwertung beim 18. Annual Jack Daniel’s World Championship Invitational Barbecue in Lynchburg/Tennessee • Barbecue-Champion Of The World 2006, in der Weltrangliste Nr. 1 • 3. Rang in der Gesamtwertung bei der Weltmeisterschaft 2011 in Gronau (D) sowie Weltmeister in der Kategorie «Schweineschulter» und der Kategorie «Dessert»


28 SOMMER IN MODE

Das Muster der Farben. Etro – Italien auf der Haut.

Ganz langsam gleitet ihre Hand über die farbenprächtigen Seidenstoffe. Wenn Veronica Etro die Stoffe für die neuen Kollektionen zum ersten Mal im Atelier in Mailand begutachtet, liegt da fast so etwas wie Demut in ihrem Blick. Foto Etro

«Es gibt spezielle Klänge, die unser Gehirn auf ganz besondere Art und Weise anregen. Dasselbe passiert, wenn wir Farben und Muster in einer bestimmten Anordnung und Dichte sehen. Ein bisschen ist das wie Synapsentraining für Fortgeschrittene», lacht die berühmte Designerin. Farben und Formen sind ihre Passion. Schon aus Familientradition. Veronica Etro mixt Stoffe und Muster, wählt mit viel Fingerspitzengefühl neue Drucke aus und zaubert Trendsetter-Looks, die sprachlos machen und die Modewelt seit Jahren begeistern. Veronica Etro besuchte die legendäre Saint Martins College in London, wo sie neben Modedesign auch Kunst, Film und Fotografie studierte. Als sie 1997 die Schule beendete, rief sie die Familie zurück nach Italien. 2000 übernahm sie dann hauptverantwortlich die Damenkollektion, die bis dahin ihr Bruder Kean geführt hatte. Heute leitet sie gemeinsam mit ihren Brüdern Ippolito, Kean und Jacopo Etro eines der erfolgreichsten Modeunternehmen Italiens. Roaring Sixties auf Indisch. Inspiriert von ihren vielen Reisen nach Indien gründeten ihre Eltern Gimmo und Roberta Etro 1968 eine kleine Stofffirma und stellten feinste Seide, Cashmere, Baumwolle und Leinen her. Berühmt wurden sie dabei durch

die aussergewöhnlichen Farben und Muster, die sie entwickelten. 1983 wird aus der Stofffirma das Modeunternehmen Etro, das zunächst edle Krawatten, Tücher und Schals herstellt. 1985 wird die erste Home-Accessoires-Linie auf den Markt gebracht, die 1990 um eine komplette Home Collection erweitert wird. 1988 kommen die ersten Damen- und Herrenkollektionen dazu. 1994 zeigt Etro die erste Fashionshow seiner Kollektionen. Emotionale Experimente. Seither geht es steil bergauf. Die Kollektionen sind oft schneller ausverkauft, als nachgeliefert werden kann. Veronica Etro begrüsst


29 SOMMER IN MODE

diesen Umstand, sichert er doch auch die Zukunft des Unternehmens. «Meine Arbeit ist ein höchst emotionales Unterfangen. Ich beobachte alles, speichere Empfindungen und teile Inspirationen mit meinem Kreativteam. Mein Notizbuch begleitet mich vom Aufstehen am Morgen bis spät Nachts ans Bett. Was bleibt, ist die tiefe Gewissheit, das Unternehmen unserer Eltern in eine erfolgreiche Zukunft zu führen und viele Menschen mit unseren Kleidern und Produkten glücklich zu machen», freut sich Veronica Etro. Farben und Muster beflügeln den Geist – Düfte die Seele. Das weltberühmte Familienunternehmen Etro steht nicht nur für extravagante, farbenprächtige Mode. Neben exklusiven Lederwaren und hochwertigen Home Accessoires ergänzen exquisite Parfums seit Jahren das LuxusSortiment. Jede Duftkreation kann einzeln für sich oder in Kombination mit anderen EtroDüften getragen werden. Eine Klasse für sich. In jeder Dimension.


3 0 C U LT

Kleiner Flitzer

ganz gross. Vespamania seit 66 Jahren.


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Ein Sommer ohne Vespa ist für manche wie ein Winter ohne Schnee. Kaum ein anderes Fahrzeug hat derart Geschichte geschrieben wie die Vespa. Aus einer Neuorientierung des Unternehmens Piaggio, das während des Zweiten Weltkriegs im Flugzeugbau tätig war, entstand 1946 ein Motorroller, der zum Kultobjekt avancierte, ganze Generationen prägte und auch heute noch einen besonderen, den italienischen Lebensstil verkörpert. Foto Vespa

Start in eine ungewisse Zukunft. Alles begann im Jahr 1945, als sich das von Rinaldo Piaggio 1884 gegründete Unternehmen nach einem neuen Geschäftsfeld umsehen musste. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Piaggio äusserst erfolgreich im Schiffsbau, Eisenbahnbau und danach im Flugzeugbau tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden keine Flugzeuge mehr hergestellt und die Kriegsproduktion beendet. Dieser Umstand und die Tatsache, dass die Bevölkerung einen Bedarf an erschwinglichen Fortbewegungsmitteln hatte, brachte Enrico Piaggio – er leitete seit 1938 zusammen mit seinem Bruder Armando das Unternehmen seines verstorbenen Vaters Rinaldo Piaggio – auf die Idee, einen motorisierten Roller zu entwickeln – ein erschwingliches Produkt für die breite Masse. Not macht erfinderisch. Enrico Piaggio liess seiner Intuition freien Lauf und beauftragte den Luftfahrtingenieur Corrado D’Ascanio mit der Planung und dem Bau eines solchen Gefährts. Skurril, denn D’Ascanio hatte noch nie zuvor Motorräder konstruiert. So ging er aber völlig unvoreingenommen an das Projekt heran. Das Gefährt war im Vergleich zu den übrigen existierenden Zweirädern revolutionär: Es wurde aus Blechteilen konstruiert, die mit

den stillgelegten Pressen von Piaggio gefertigt werden konnten. Da es zu jener Zeit auch fast keine Antriebsketten gab, erfand man einen kleinen Zweitakt-Motor mit 98 cm³ Hubraum und einem angebauten Direktantrieb. Die Vorderradaufhängung übernahm man einfach aus dem Flugzeugbau und als Räder wurden die von Schubkarren verwendet eigentlich viel zu klein für einen Roller, aber

eben gerade verfügbar. Den Scheinwerfer platzierte man auf dem vorderen Kotflügel und das Ganze wurde in «Mussolinigrün» gestrichen – jener Farbe, die aus dem Krieg in grosser Menge vorhanden war. Als Enrico Piaggio schliesslich auf dem Prototyp «M 6» mit dessen charakteristisch breiten Mittelteil und seiner schmalen Taille sass, rief er: «Es sieht wie eine Wespe aus!» Die Vespa (zu Deutsch: «Wespe») – der erste Roller von Piaggio – war geboren. Vespa als Lebensstil. In der Folge wurde das Vespa-Fahren in der Bevölkerung mit Werten wie Freiheit, Zwanglosigkeit und Unabhängigkeit gleichgesetzt. Der neue Roller von Piaggio avancierte zum Symbol eines ganz besonderen Lebensstils. Bei zahlreichen Fotoshootings und Filmproduktionen war und ist die Vespa auch heute noch ein treues Accessoire für prominente Schauspieler wie Raquel Welch, Ursula Andress, Geraldine Chaplin, Joan Collins, Jayne Mansfield, Virna Lisi, Milla Jovovich, Marcello Mastroianni, Charlton Heston, John Wayne, Henry Fonda, Gary Cooper, Anthony Perkins, Jean-Paul Belmondo, Nanni Moretti, Sting, Antonio Banderas, Matt Damon, Gérard Depardieu, Jude Law, Nicole Kidman, Eddie Murphy und Owen Wilson. Ganz nach dem Motto: Fahr' eine Vespa und der Sommer kann kommen.


3 2 H U B E R U H R E N AT E L I E R

Wie der Mensch auf die Stunde kam. Der «Zytglogge» in Bern ist ein aus dem Mittelalter stammender Uhrturm (erbaut 1218) mit weltbekannter astronomischer Uhr und Glockenspiel.

Ein Leben ohne Uhr? Wer nicht nach der Zeit lebt, ist draussen: freiwillig ausgestiegen, rausgeworfen worden oder rausgerutscht – wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Alter. Eigentlich ein vernichtendes Ergebnis nach zweitausend Jahre langem Ringen um die Zeitmessung. Damals verlief das Leben im Rhythmus des natürlichen Tagesablaufs, ohne Streben nach Präzision, ohne Sorge um messbare Produktivität. Man stand auf, wenn der Hahn krähte, schlief, wenn es dunkel war – im Winter länger als im Sommer. Gemessen wurde die Zeit nach der Sonne, an Gebäudekanten oder dem eigenen Körperschatten. In Griechenland waren Verabredungen auf einen sechs-, acht- oder zehnfüssigen Schatten üblich. Man redete nicht «nach Zeit», sondern «nach dem Wasser». Die mittelalterliche Kirche hatte ein anderes Problem, denn sie wusste, dass die Hohepriester frühmorgens berieten, die Kreuzigung auf die dritte Stunde fiel, die Finsternis von der sechsten bis zur neunten dauerte, Jesus am Ende der neunten Stunde starb und am Ende des Lichttags ins Grab gelegt wurde. Es musste also gebetet werden. Aber wann? Kerzenuhren abbrennen? Sanduhren drehen? Ein klösterlicher Gebrauchstext empfiehlt im elften Jahrhundert: «Der Küster soll abends das Horologium so sorgfältig wie

möglich stellen. Am Morgen soll er aufstehen und bei klarem Himmel die Zeit an den Sternen kontrollieren. Ist die Aufstehenszeit für die Brüder gekommen, soll er die Tür zum Kloster öffnen, Kerzen anzünden und die Uhren einstellen, indem er Wasser aus dem kleineren in das grössere Becken giesst, das Seil und das Blei hochzieht und die Glocke schlägt.» Im Notfall hilft der Hahnenschrei. Unbestritten gelten heute Kirchenmänner als Erfinder mechanischer Uhren. Astronomische Zifferblätter und Kalenderscheiben wurden bewegt, Könige zogen an der Jungfrau Maria vorbei und verneigten sich, Hähne schlugen mit den Flügeln und krähten, bewegliche Skelette mahnten an den Tod. Der neue Beruf des Uhrmachers – «Orologiarius» – taucht 1270 auf. Aber die wirkliche technische Sensation, im Gegensatz zu Räderwerken, war die Stunden schlagende Uhr, die als aufregende Neuigkeit empfunden wurde. «Horologium Pulsatile», «clocke» oder «Zytglocke» wurden sie genannt. Dass sie an jedem Kirchturm, in jeder Stadt anders schlugen, registrierten nur Reisende verwundert. Zeitmesser Glockenschlag. Kommunikation und Fortbewegung waren grundsätzlich langsam. Niemanden störte das Nebeneinander der verschiedenen Stundenzählungen. Jetzt konnten erstmals Marktzeiten festgelegt werden. «Nach 11 Uhr darf

kein Pfaffe, kein Student, kein Laie, keine Frau und kein Mann mehr auf der Strasse sein», heisst es 1385 in Köln. Die Folter wurde vom Inquisitionskommando zeitlich befristet. Ritter sollten «uhrenpünktlich» zu Turnieren erscheinen. Im 19. Jahrhundert wurde das Thema Arbeitszeit zum politischen Kampfobjekt. Ein Brief brauchte zehn Tage von Paris bis Rom – das war bei Cäsar so und bei Napoleon. Dann kam die Dampfmaschine und alles änderte sich. Eisenbahnen verlangten nach exakter Zeitmessung. Aber nach welcher Uhr sollte sich ein Lokführer richten? «Die Abfahrt in Cöln, Coblenz und Düsseldorf geschehe mit dem Glockenschlage, und zwar diene in Cöln die Domuhr, in Düsseldorf die Uhr an der Franziskanerkirche und in Coblenz die Stadtuhr, die dem Posthause zunächst sich befinde, zur Richtschnur.» Die Pläne, alle lokalen Zeiten in einer Weltzeit zu synchronisieren, kamen aus Amerika, wo es im Jahr 1873 einundsiebzig verschiedene Eisenbahnzeiten gab. Heute tickt die Atomuhr und Hundertstel entscheiden über Sieg oder Niederlage. Zumindest im Sport. Die meisten Informationen in diesem Artikel sind dem Buch «Die Geschichte der Stunde – Uhren und moderne Zeitordnungen» von Prof. Gerhard Dohrn-van-Rossum entnommen (Hanser Verlag, 415 S.).


surprise Huber Special

Tourbillon-Uhren 2012

Die Unermßdlichen. Men’s Classic Watch

Hole-in-One. Huber Private Label

Diamonds are forever.


34 HUBER SPECIAL

There’s Nothing Like This.

Wo sich die Besten messen: Baselworld und Salon d’Horlogerie SIHH. Eine Messe-Rundschau von Huber Vaduz-Geschäftsführer Juan Jolis. Text Juan Jolis Fotos Juan Jolis, Eva Engel

Sie ist die wichtigste Messe der Branche und lockt jährlich über hunderttausend Menschen aus hundert Ländern an. Alle Jahre wieder – traditionellerweise im Frühjahr – kommt die Baselworld, die Basler Uhren- und Schmuckmesse, auf uns zugerollt. Spring in Basel. Unsere Vorbereitungen beginnen bereits zwölf Monate davor. Alleine das Reservieren der Hotelzimmer ist eine Kunst, neue oder zusätzliche Zimmer zu bekommen praktisch unmöglich. Um einen reibungslosen Ablauf während der Messe zu gewährleisten, fixieren wir Termine mit unseren Lieferanten – ebenfalls eine Herausforderung. Während des ganzen Jahres akquirieren wir neue Lieferanten auf Empfehlungen und Berichte in Fachzeitschriften. Im eigenen Betrieb sorgen wir für Mitarbeiter-Stellvertretungen in den Messe-Hochzeiten. Transportmittel (Zug oder Auto), Anreisezeiten und Parkplätze müssen organisiert werden. Wir klären diverse Abendeinladungen unserer Lieferanten ab und bestätigen sie. Dann ist es so weit. Bereits am Vorabend reisen wir an, um zum Messestart als Erste im Foyer direkt beim Eingang zu stehen. Auffallend: Noch nie war so viel Presse anwesend wie in diesem Jahr. Es werden die Sekunden gezählt und um Punkt 9 Uhr (keine Minute früher) strömen Massen von Besuchern, darunter auch wir, ihren bevorzugten Herstellern entgegen, um schnellstmöglich alle Neuheiten zu entdecken. Bei einigen sehr namhaften Herstellern werden übrigens auch um Punkt 9 Uhr die Websites mit den Neuheiten aktualisiert – ebenfalls keine Minute früher! Das bedeutet, dass ab ca. 9.15 Uhr die ersten Anrufe und SMSAnfragen unserer Uhren- und Schmuck-Aficionados (Liebhaber und Sammler) bei uns eintreffen. Nicht selten noch, bevor wir uns selbst darüber informieren konnten. Einfach faszinierend.

Juan Jolis, Geschäftsführer Huber Fine Watches & Jewellery, Vaduz, Liechtenstein.


35 HUBER SPECIAL

Das Markenkarussell dreht sich. Die Trends lassen sich wie immer niemals auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Die Welt der Uhren ist und bleibt ein Ort der Individualisten. Bevorzugte Materialien der Uhrenbranche sind nach wie vor Gelb-, Rot- und Weissgold, Platin, Stahl und Titan. Einige Hersteller versuchen sich erfolgreich in der Fusion verschiedener Materialien und Legierungen, welche zum Teil spannende Endergebnisse an den Tag bringen. Beschichtungen, vor allem Schwärzen, ist immer noch stark im Trend bei Herstellern von trendigen und sportlichen Damen- und Herrenuhren. Die Kombinationen von edlen oder eher kalten Metallen mit hochwertigen Edelsteinen wie Diamanten, Rubinen, Smaragden oder Saphiren im ganzen Regenbogen-Farbspektrum werden auf Gehäusen, Bändern und Zifferblättern verarbeitet. Das Motto lautet: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Die Formen sind nach wie vor meist rund, rechteckig oder tonneauförmig. Auch warten einige unserer Fabrikanten und Manufakturen mit Vintage-Modellen auf, was sich in Formen und Farben widerspiegelt. Komplikationen gibt es eigentlich keine neuen. Sie werden aber mit innovativer Technik neu präsentiert. Der Jahreskalender zeigt immer noch das Datum, den Wochentag und den Monat an, teilweise sogar inklusive einer Mondphasenanzeige. Und trotzdem gibt es immer wieder neue Darstellungsformen, die eine grosse Anzahl neuer Patente und jahrelange Forschungen voraussetzen. In Sachen Uhrbänder werden traditionellerweise Stahl, Edelmetalle, Leder und Kautschuk verarbeitet. Formen, Farben und Macharten sind diesbezüglich keine Grenzen gesetzt. Alle unsere Lieferanten verwenden nur konfliktfreie Diamanten und verschiedene Lederarten wie verschiedenen Reptilien oder was auch immer, die mit internationalen Cites-Zertifikaten nach dem Artenschutzabkommen produziert und kontrolliert werden, was für uns ein absolutes Muss! ist. Das sind wir unserer Natur und ihren Ressourcen einfach schuldig.

Klein und fein. Der Salon d’Horlogerie SIHH Genf. Im Gegensatz zur Basler Uhren- und Schmuckmesse ist der Salon d'Horlogerie SIHH in Genf dem öffentlichen Publikum nicht zugänglich. Dieser findet immer Anfang des Jahres statt wird hauptsächlich vom Richmont Konzern ausgetragen. Es drängen sich nicht ganz so viele Menschenmassen durch die Gänge wie in Basel, da die Besucher nur aus Konzessionären der Richmont Gruppe bestehen, die sich am Eingang anmelden und ausweisen. Hie und da läuft man einem Testimonial (Werbebotschafter) wie dem Schweizer Rapper BLIGG oder Michael Schumacher über den Weg. Dasselbe kann man natürlich auch in Basel erleben. Nur das Beste ist gut genug. Nach der diesjährigen Messe wird ein Grossteil des gesamten Areals umgebaut, um im nächsten Frühling in neuem Glanz zu erstrahlen. Dadurch ist der Termin für die Messe 2013 etwas später angesetzt, nämlich am 25. April 2013. Das heisst, dreizehn Monate Bauzeit und Unmengen von Baukosten seitens der Messebetreiber. Die Standpreise werden um satte zwanzig Prozent erhöht. In der «TagesWoche» schreibt ein anonymer Hersteller: «Die Messe muss aufpassen, dass sie in ihrer Arroganz nicht überbordet.» Als wichtigste Messe der Branche kann sie sich das leisten. Wir werden jedenfalls wieder mit dabei sein.


Hole-in-

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Unter Klassikern, lehrt das Lexikon, versteht man künstlerische oder wissenschaftliche Leistungen schöpferischer Menschen, welche die Merkmale einer ausgereiften Meisterschaft in sich tragen. In puncto Uhren ist es dabei zunächst egal, ob besagte Meisterschaft die Optik oder aber das eher hintergründig agierende Uhrwerk betrifft. Am besten ist es freilich, wenn beides höchsten Ansprüchen genügt. Die hier vorgestellten Zeitmesser huldigen dem Faktum, dass reflektiert handelnde Zeitgenossen vordergründigen Luxus und ausgeprägtes Mehrscheinertum, weil absolut unzeitgemäss, aus tiefster Überzeugung ablehnen. Sie streben vielmehr nach ausgeprägten inneren und äusseren Werten, welche nur echte Kenner richtig einzuschätzen vermögen. Wahre Connaisseurs freuen sich lieber im Stillen am Feinsten, was die überlieferte Uhrmacherei zu bieten hat. Natürlich spielt die Marke dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Denn allein sie bürgt für jenes Quantum an Exzellenz, welches bekanntlich den kleinen, aber entscheidenden Unterschied ausmacht. Bleibt der Tatbestand, dass sich Klassiker wie die hier präsentierten schlichtweg nicht überleben. Sie taugen also vorzüglich zum Vererben. Die nächste oder gar übernächste Generation wird ihre wahre Freude daran haben!

Was das Herz begehrt bietet die Referenz 5204 von Patek Philippe: Handaufzug, höchst innovativer Schleppzeiger-Chronograph und Ewiger Kalender mit Mondphasenanzeige. Vom Allerfeinsten: das Manufakturkaliber CHR 29-535 PS Q.

In Sachen Tourbillon-Vielfalt macht Jaeger-LeCoultre niemand was vor. Das Spektrum umfasst alle erdenklichen Variationen und Komplikationen. Ganz neu das «Master Ultra Thin Tourbillon» mit dem nur 6,4 mm hohem Automatikkaliber 982.

Der Leader von Chanel heisst J12. Bei der «Chromatic» mit Quarz- oder Automatikwerk gewährleistet ein innovativer Material-Mix aus Titan und Keramik kratzfeste Härte. Wechselnde Lichtverhältnisse sorgen für optische Vielfalt.


-One

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Panerai und Taucheruhren ist fast schon ein Synonym. Bei der «Luminor Marina 1950 3 Days» ist der Name Botschaft. Ihr Manufaktur-Handaufzugswerk P.3001 läuft drei Tage am Stück. Die stählerne Schale widersteht Wasserdruck bis 10 Bar.

Ein Lob dem Fässchen heisst es bei Vacheron Constantin. Die Traditionsmanufaktur hat die 100-jährige Tradition der klassischen Tonneauform fortgeführt. Der goldene Newcomer mit dem Handaufzugswerk 4400AS verkörpert Understatement pur.

Das gab es in der Hublot-Geschichte noch nie: Ein Chronographenwerk mit Selbstaufzug, Kaliber HUB 1143, umfangen von einem Gehäuse des Typs «Classic Fusion». Die Qual der Wahl besteht zwischen Titan oder 18-karätigem «King Gold».

1918 debütierte bei Cartier die rechteckige «Tank». Seitdem gibt es unterschiedlichste Varianten. Als neueste präsentiert sich die «Tank Anglaise», eine gekonnte Synthese aus Tradition und Moderne. Für Männer von Welt natürlich mit Automatikwerk.


Walk on the gre

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Der Pionier ewig schöner Uhren heisst Rado. Auch das Keramikgehäuse der neuen «HyperChrome» zeigt allem, was Kratzer machen möchte, die kalte Schulter. Vielseitigkeit bietet die Version mit Automatik-Chronograph, Kaliber Eta 2894.

Es lebe der Sport! Nicht nur im Stadion, beim Work­ out oder auf abenteuerlichen Treks, sondern auch am Handgelenk. Wer bei dieser Auswahl an sporti­ ven, trotzdem auch bei eleganten Anlässen unein­ geschränkt tragbaren Armbanduhren nicht das Pas­ sende findet, ist selber schuld. Wer den Herzschlag der menschlichen Kultur bei sich tragen möchte, wählt ein konventionell tickendes Innenleben. Frei­ lich besitzt auch Quarzgesteuertes seine unbestreit­ baren Vorteile. Elektronik bietet ein einzigartiges, mit überlieferter Mechanik nicht erreichbares Funk­ tionenspektrum. Eines haben alle hier vorgestellten Sport-Zeitmesser gemeinsam: Sie stammen aus al­ lerbestem Hause, verkörpern anerkannte Qualität und bieten so die Gewähr für ein langes Miteinander in unterschiedlichsten Lebenslagen. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag: Vertreterin­ nen des zarten Geschlechts kommen keineswegs zu kurz. Sie haben längst die Vorzüge robuster Zeitmes­ ser in nur vordergründig maskulinen Dimensionen entdeckt. Das Handgelenk mit Augenfälligem bester Provenienz zu schmücken unterstreicht die zuneh­ mende Bedeutung des weiblichen Hedonismus. Wa­ rum also gelegentlich um die Uhr des Partners bit­ ten. Selbst ist die Frau! Im Berufsleben sowieso. Und selbstverständlich auch beim Sport.

An die 1940er Jahre erinnert das Design der neuen Saint-ImierKollektion. Das Automatikwerk mit Schaltrad-Chronograph, Kaliber L.688, ist eine tickende Delikatesse. Zu haben ausschliesslich bei Longines.

Kosmopolitisches Flair par excellence verstrahlt die «Transocean Unitime» von Breitling. Das Automatikkaliber B05 mit hochintelligentem Zeitzonen-Dispositiv entstammt selbstverständlich eigener Manufaktur.


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een side.

Das Vorbild der «Heritage Black Bay» Taucheruhr von Tudor findet sich 1954. Ihr nun auf 41 mm gewachsenes Stahlgehäuse mit einseitig rastender Drehlünette ist wasserdicht bis 200 m. Von der Eta stammt das Automatikwerk.

Das Innenleben der IWC «Spitfire Perpetual Calendar Digital Date-Month» mit Selbstaufzug ist höchst exklusiv: entwickelt, gefertigt und reguliert in Schaffhausen. Ihr ewiges Kalendarium kommt bis 2100 ohne manuelle Korrekturen aus.

Wenn eine Armbanduhr das Adelsprädikat Tausendsassa verdient, dann ist es die «T-Touch» von Tissot. Berührungsgesteuerte Bedienung für Höhenmesser, Kompass, Thermometer, Alarm, Chronograph. Dazu ein starker Look, wie die «Dragon» zeigt.

Schlicht, einfach und doch so genial: die «Sky-Dweller» von Rolex versteht sich als ideale Reisebegleiterin. Zweiter Stundenzeiger, 24-Stunden-Indikation und innovativer Jahreskalender alles ist kinderleicht einstellbar.


40 HUBER SPECIAL

Tourbillons Unermüdliche Rotationen für die Zeit.

Man mag es fast nicht glauben: In «Serie» gefertigte Armband-Tourbillons gibt es erst seit 1986. In den folgenden 26 Jahren entwickelte sich der präzisionssteigernde Drehgang zu einer der beliebtesten Komplikationen mechanischer Zeitmesser. Deshalb lohnt es sich, einmal in Geschichtsbücher und aktuelle Kollektionen zu blicken. Text Gisbert L. Brunner

Ideen muss Mann haben. »Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist» konstatierte kein Geringerer als Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Als er am 12. Februar 1809 im Bundesstaat Kentucky das Licht der Welt erblickte, hatte ein gewisser Abraham Louis Breguet eine geradezu revolutionäre Idee zur Steigerung der Gangleistungen mechanischer Taschenuhren bereits realisiert. Mehr noch: Der französische Minister des Inneren hatte den Geistesblitz sogar durch die Erteilung eines Patents geadelt, nachdem sich der wohl bedeutendste Uhrmacher aller Zeiten am 14. April 1801 schriftlich an den «Bürger Minister» gewandt hatte. Und zwar unter Vorlage einer «Notiz ... mit Einzelheiten über eine neue Erfindung, die bei Zeitmessern angewendet werden kann und die ich Régulateur à Tourbillon genannt habe». Die Ausführungen mündeten in den Antrag auf «ein Konstruktionspatent für die Zeitdauer von zehn Jahren». Die komplexen Zeitmesser, welche fortan auf der Grundlage dieses Patents entstanden, verschafften Abraham Louis Breguet absolute Unsterblichkeit. 211 Jahre nach seiner Patentierung ist das komplexe Geburtstagskind populärer denn je. Durch die Renaissance der mechanischen Armbanduhr und die Lust auf «Top-Komplikationen»

hat es eine ungeahnte Popularität und Verbreitung erlangt. Und daran konnte selbst die Ultrapräzision modernster Quarzwerke nichts ändern. Wer mit seiner kostbaren Zeit richtig umzugehen versteht, kann gut und gerne auf jene paar Sekunden verzichten, die im Alltagsleben ohnehin keine Rolle spielen. Eines muss nämlich schon an dieser Stelle in aller Klarheit vermerkt werden: Trotz seiner Genialität ist das Tourbillon kein Allheilmittel zur Eliminierung jeglicher Imponderabilien bei konventionell tickenden Uhrwerken. Die Uhr mit Drehgang verkörpert in aller Regel Handwerkskunst auf Spitzenniveau und dazu Hochtechnologie. Die ehernen Gesetze der Mechanik vermag jedoch auch sie nicht auszuhebeln. Das sollte wissen, wer sich mit dem Gedanken trägt, ein feines Tourbillon ans Handgelenk zu schnallen und den unermüdlichen Rotationen des filigranen Käfigs mit leuchtenden Augen zu folgen. Ein wenig Technik muss sein. Breguet kann zu Recht als uhrmacherisches und handwerkliches Genie gelten. Ein Zauberer war er indessen nicht. Mit messerscharfem Verstand hatte er herausgefunden, dass alle Mühen um exakte Balance der Unruh samt ihrer Spirale immer nur von begrenzter Dauer sein konnten. Die lästigen Schwerpunktfehler liessen sich

nicht dauerhaft eliminieren. Also montierte er das Schwing- und Hemmungssystem, sprich Unruh, Unruhspirale und Hemmung, auf einer beweglichen Platte oder in einem feinen Gestell. Angetrieben vom Uhrwerk, drehte das Ensemble einmal pro Minute um die eigene Achse. Auf diese Weise bewegten sich eventuell vorhandene Fehler kontinuierlich im Kreise. In senkrechter Lage der Uhr hoben sich akzelerierende und retardierende Momente weitgehend gegeneinander auf. Eilte das Werk in der ersten Minutenhälfte vor, blieb es in der zweiten um den gleichen Wert zurück. Der Gang erlangte die gewünschte Konstanz. Die waagrechte Lage interessierte Breguet in diesem Zusammenhang nicht. Hier stellt die Gravitation nur ein subsidiäres Element dar. Tourbillons machten die nötige Sorgfalt bei der Konstruktion und Regulierung von Taschenuhren keineswegs obsolet. Im Gegenteil: Die Anfertigung feiner Drehgestelle blieb immer nur den besten Uhrmachern vorbehalten, weil Arbeiten am feinen Stahlkäfig höchstes handwerkliches Geschick verlangten und auch im Zeitalter computergesteuerter Fertigungszentren weiterhin verlangen.


41 HUBER SPECIAL

Der Datumszeiger des Automatikkalibers 978 von Jaeger-LeCoultre springt in der Nacht vom 15. auf den 16. eines Monats elegant über das Tourbillon hinweg. Unterhalb der «12» lässt sich vom Zifferblatt des Master Grand Tourbillon eine zweite Zonenzeit ablesen.

Die King Power TOURBILLON GMT ist die erste Hublot-Uhr mit Tourbillon, die zwei Zeitzonen anzeigt. In der speziellen Goldlegierung «King Gold» mit 5% Platin gefertigt, ermöglicht die zweifarbige Zeitzone bei 2 Uhr, die Zeit jedes beliebigen Ortes abzulesen.

Von den Nachfolgern des Erfinders stammt die goldene «Classique Complication». Das Automatikkaliber 587 DR von Breguet kommt fünf Tage ohne jeden Energienachschub aus. Den Spannungszustand der Zugfeder signalisiert eine Gangreserveanzeige.

Patek Philippe übt sich in Diskretion, denn das Tourbillon des Handaufzugskalibers 28-20/222 mit zehn Tagen Gangautonomie dreht seine Pirouetten auf der Rückseite. Zu sehen bekommen es bei der «Referenz 5101» also nur eigens Eingeladene.

Mechanik-Voyeure werden sich für das «fliegende» Tourbillon in der «Portugieser» von IWC begeistern. Das riesige Selbstaufzugskaliber 50900 mit Gangreserveanzeige ist nämlich kunstvoll skelettiert. Nach sieben Tagen hält ein Mechanismus das Uhrwerk an.


Girls just wanna hav

4 2 W O M E N ’ S W AT C H

Kompliment, die Damen! Ohne Sie und Ihr charmantes Beharrungsvermögen sähe die Geschichte des am Handgelenk getragenen Zeitmessers möglicherweise ganz anders aus. Schliesslich besassen die Herren der Schöpfung zu Beginn vorigen Jahrhunderts nicht das geringste Interesse daran, ihre kostbare Zeit einer profanen Armbanduhr anzuvertrauen. Die Uhr in der Tasche genügte allen Ansprüchen. Warum also experimentieren? Sie jedoch, verehrte Damenwelt, Sie gingen mit der Mode und wählten Ihre Kleidung trendgemäss aus. Ausserdem fanden Sie es höchst unschicklich, während eines zärtlichen Rendezvous ostentativ auf Ihre Uhr zu blicken. Deshalb wandten Sie sich vom kleinen, an Brosche oder Kette befestigten Zeitmesser ab. Rational und zukunftsweisend verlangten Sie nach unverfänglich ablesbaren Armbanduhren. Leider wurden Sie später von der Uhrenindustrie nicht immer mit dem nötigen Entgegenkommen behandelt. Häufig dachte man Ihnen – auch mangels Phantasie – verkleinerte Abbilder maskuliner Modelle zu. Nun, im frühen 21. Jahrhundert wurden Sie und Ihre spezifischen Uhr-Gefühle endlich entdeckt. Sehen Sie und staunen Sie, was es Neues für Sie gibt. Nicht nur mit Quarzwerk und Edelsteinen, sondern auch mit erlesener Mechanik. So kommen Sie in jeder Hinsicht voll zu Ihrem Recht.

Der Faszination des Mondes können sich nur wenige Frauen entziehen. Bei der «Classique Moon Phase» von Breguet tragen sie den anziehenden Erdtrabanten immer bei sich. Ausgeführt in allerfeinster Handwerkskunst. TAG Heuer kann auch sanft und weiblich. Bester Beweis ist die kürzlich in Basel vorgestellte «Link Lady» mit 29 oder 34,5 mm Durchmesser. Quarzwerke bieten Komfort. Die Gehäusematerialien und Edelsteindekors lassen keine Wünsche offen.


4 3 W O M E N ’ S W AT C H

ve fun. Omega beglückt das zarte Geschlecht mit «Constellation» und ausgereifter Mechanik in Gestalt des Co-Axial-Kalibers 8521. Dessen Rotor zieht beim Tragen selbsttätig auf. Die Qualitäten des gebürsteten 27-mmRotgoldgehäuses sprechen für sich.

Feminines mit Automatikwerk muss nicht zwangsläufig teuer sein. Das belegt die «Black Beauty» von Frédérique Constant. Ganz nebenbei unterstützt die schwarze Schönheit mit Perlmuttzifferblatt und zahlreichen Diamanten karitative Projekte.

Chopard macht happy. Zu «Happy Diamonds» und «Happy Sport» gesellt sich nun «Happy 8». Die Zahl kommt nicht von ungefähr. In China bedeutet sie Glück und Erfolg. Im alten Europa steht «8» auch für die ewige weibliche Schönheit, der diese Quarz-Armbanduhr huldigt.


Diamonds are

4 4 H U B E R P R I VAT E L A B E L

Pavé-Brillantring in Weissgold, Total 5.45 ct Brillanten

Diamonds are forever They are all I need to please me They can stimulate and tease me They won’t leave in the night, I’ve no fear that they might desert me Diamonds are forever Hold one up and then caress it Touch it, stroke it and undress it I can see every part, nothing hides in the heart to hurt me ... Diamonds are forever, forever, forever ...

Solitär Brillantring in Weissgold, Brillant 5.07 ct L vvs

Ring Weissgold, Raraiba Turmalin 2.51 ct, 2 Half Moon Diamanten 0.79 ct

«Diamonds Are Forever», komponiert von John Barry und Don Black, gesungen von Shirley Bassey, ist der Titelsong zum gleichnamigen James-Bond-Film aus dem Jahre 1971. Einzigartiger Rubinring in Weissgold, Rubin Oval 7.39 ct, Brillanten 1.73 ct F vvs

Alliance Ring in Weissgold, ausgefasst mit 15 Brillanten 4.02 ct G vvs, in verschiedenen Brillantgrössen erhältlich Alliance Ring in Weissgold, ausgefasst mit 20 Princess Diamanten, 5.47 ct G vvs


forever.

4 5 H U B E R P R I VAT E L A B E L

Weissgoldring, ausgefasst mit Pink Turmalin und zwei Morganith, total 16.40 ct

Weissgoldring, naturfarbener Madagaskar Pink Turmalin 2.47 ct, Brillanten 1.10 ct F vvs

Foto Huber Private Label Jewellery by Adolf Bereuter, Marilyn Monroe at Tobey Beach by Andre DeDienes


Love me tender.

4 8 H U B E R P R I VAT E L A B E L

Love me tender, Love me sweet, Never let me go. You have made my life complete, And I love you so. «Love me tender», komponiert von Ken Darby und Vera Matson, gesungen von Elvis Presley im gleichnamigen Film 1956. Wundervolles Collier, Unikat, 95 cm, in Roségold mit sieben grossen Barockperlen, Klappverschluss in Weissgold mit 37 Brillanten ausgefasst

Tahiti Multicolor Perlencollier, hellgrau bis petrolfarben, Verschluss Gelb- und Weissgold

Südsee Perlencollier, 11-12 mm Durchmesser, Verschluss in Weissgold mit Brillanten ausgefasst

Foto Huber Private LabelJewellery by Adolf Bereuter


49 BEAUTIFUL

Das Parfum der Könige. Penhaligon’s - The power of scent.

Manche Parfums sind zu gut, um wahr zu sein. Sie wecken Erinnerungen und öffnen verborgene Türen ins Unterbewusstsein. Foto Penhaligon's

Düfte sind wie Träume – leicht vergänglich und voller Magie. Ein Flakon von Penhaligon’s sieht auch heute noch so aus wie zu Queen Victorias Zeiten und adelt durch seine unverwechselbare Form und den exquisiten Inhalt jedes Badezimmer. Das Parfumhaus Penhaligon’s wurde in den späten 1860er Jahren von William Henry Penhaligon gegründet. Der Barbier aus Cornwall, den es nach London zog, war ein Meister seines Fachs. Sein Talent für schöne Düfte und alles, was mit der Hautpflege zu tun hatte, war vielfältig und seine Ambitionen hoch gesteckt. Innert kürzester Zeit wurde William Henry Penhaligon zum offiziellen Barbier und Parfumeur des königlichen Hofes ernannt. 1870 eröffnete er seinen ersten Barber Shop in der Jermyn Street und dort war er mit seinen klassischen Rasurprodukten ebenso erfolgreich wie auch mit seinem zweiten Standbein, den selbst kreierten Parfums. Neue Düfte von Penhaligon’s waren in der feinen Gesellschaft en vogue. Schillernde Persönlichkeiten wie Oscar Wilde und Sir Winston Churchill sowie vor allem der Adel zählten zu seinem erlauchten Kundenkreis. Penhaligon's erhielt 1903 den Royal Warrant Ihrer Majestät der Königin Alexandra, 1953 Ihrer Königlichen Hoheit des Herzogs von Edinburgh sowie 1988 Ihrer Königlichen Hoheit des Prinzen von Wales. Princess Diana liebte Penhaligon’s «Bluebell». Margaret Thatcher,

aber auch moderne Ikonen wie Kate Moss und Madonna, sind begeistert von dem Parfumeur der Könige. Sämtliche Parfums von Penhaligon’s und die dazu passenden, aussergewöhnlichen Flakons, einzigartigen Etiketten und Verpackungen werden ausschliesslich in England mit der notwendigen Sorgfalt komponiert und gefertigt. Düfte für die Ewigkeit. Seinen ersten eigenen Duft kreierte William

Henry Penhaligon im Jahr 1872. Mit Hammam Bouquet, benannt zu Ehren des berühmten türkischen Bades in der Londoner Jermyn Street, St. James, gelang ihm gleich ein grosser Wurf. Hammam Bouquet blieb bis zuletzt der Lieblingsduft von William Henry Penhaligon. Unter den berühmten Trägern dieses Parfums im 20. Jahrhundert waren die italienischen Regisseure Luchino Visconti und Franco Zeffirelli zu finden. Bis heute gehört Hammam Bouquet zu den bestverkauften Düften von Penhaligon's.


50 ANNIVERSARY

Un grande

amore. 20 Jahre Huber und Pomellato.


51 ANNIVERSARY

Augen beginnen zu leuchten, die Stimme kippt ins Schwärmerische und die Gestik gleicht phantasievoller Luftmalerei. Wenn Frauen sich über Pomellato unterhalten, beginnt die Luft zu vibrieren. Foto Pomellato, Arno Meusburger

Es gibt wohl derzeit keinen anderen Schmuckhersteller weltweit, der die Damen so begeistert – und Männer dazu verführt, eben jene glücklich zu machen. Einer, der diesen Trend schon früh erkannte und vor­ ausahnte, war Norman J. Huber, Inhaber von Huber Fine Watches & Jewellery in Vaduz und Lech am Arlberg: «Ich erinnere mich noch sehr gut. Ich befand mich auf der Suche nach speziellen Schmuckstücken. Ich spürte, die Damen möchten gerne was Neues. Anfang der Neunzigerjahre gab es eine klare Trendwende hin zum schlichten Schmuck. Der sollte echt sein, aber gleichzeitig nicht überladen wirken. Schönheit wurde plötzlich völlig anders definiert. Ich wollte Sensationelles in den Vitrinen. Schmuck, der stilvoll ist, der tagsüber und abends getragen werden kann, einfach die individuelle Schönheit der Trägerin hervorhebt und unterstreicht.» Was damals die Aufmerksamkeit von Norman J. Huber auf Pomellato lenkte, waren die Pomellato-Anhänger «König und Königin» sowie Goldketten und Armbänder von bis dahin nie gesehener Magie und Schlichtheit. «Das waren unsere ersten kleinen Kollektionen von Pomellato und damit begann eine seit nunmehr 20 Jahren bestehende Freundschaft und Zusammenarbeit. Pomellato wurde zu einem treuen, unverzichtbaren Wegbegleiter in unseren Geschäften.»

Pomellato interpretiert Schmuck immer neu und bleibt sich trotzdem treu. Ein grosser zentraler Wassergraben verbindet alle Bereiche des Firmensitzes in Mailand. Seine Ruhe und Schlichtheit spenden jene Vitalität und Tatkraft, die unmittelbar in jeder neuen Kollektion zu spüren sind. Auf 8.000 Quadratmetern Büro- und Produktionsfläche, verteilt auf vier Ebenen, die sich alle auf den inneren Garten ausrichten, finden mehrere hundert Mitarbeiter Platz. Pomellato ist eine Marke, die inspirierend wirkt, jedoch niemals kopiert werden kann. Ihr

Erfolg beruht auf leidenschaftlicher Kreativität. Sie wird getragen vom Können der Mailänder Goldschmiedetradition und von einer langfristigen strategischen Kommunikation. Oder, wie es Tilda Swinton, die seit Jahren erfolgreiche Markenbotschafterin von Pomellato, anlässlich der Eröffnung der weltgrössten Pomellato-Boutique am Rodeo Drive in Beverly Hills im Jänner dieses Jahres so schön ausdrückte: «I love Pomellato! Das sind meine Freunde. Am liebsten würde ich ihren Schmuck verspeisen – so köstlich sieht er aus!»

20 Jahre Pomellato und Huber wurden mit Champagner, Sushi und edlen Schmuckstücken gebührend in Lech gefeiert: v.l.n.r. Uhren- und Schmuckexperte Norman J. Huber, Karin Williams, Francesca Sonoglio und Layla Bellezza von Pomellato Mailand sowie Huber-Lech Geschäftsführer Roger Jacquat.


54 ART

Sommer der Kunst. Die Hotspots 2012: Bad RagARTz, dOCUMENTA (13) und Art Basel.

Sowohl regional auf der Bad RagARTz als auch schweizweit auf der Art Basel kommen Liebhaber der schönen Künste in diesem Sommer auf ihre Kosten. Ebenfalls für echte Höhepunkte im Kultursommer wird die dOCUMENTA (13) in Kassel sorgen. Alle drei Ausstellungen bzw. die Messe in Basel sind für Kunstkenner ein Muss. Text Rebecca Testi-Marogg Foto Bad RagARTz, dOCUMENTA, Art Basel

Bereits zum fünften Mal öffnet die Bad RagARTz als Freiluftausstellung für bedeutende Skulpturen am 12. Mai ihre Tore. Heute ist die Bad RagARTz eine der wichtigsten Ausstellungen im Skulpturenbereich weltweit. Die Organisatoren Esther und Dr. Rolf Hohmeister freuen sich über die Anerkennung, die ihre Leidenschaft für Kunst nach Bad Ragaz und Vaduz gebracht hat. Eine der wichtigsten Ausstellungen. Es werden 400 Werke von 80 Künstlern aus 17 Ländern zu sehen sein. Die Auswahl zu treffen fällt dabei nicht immer leicht. «Wir bekommen gegen 1000 Bewerbungen. Es ist uns dabei ein Anliegen, jedem Künstler und

jeder Künstlerin, die wir nicht in die Ausstellung aufnehmen können, mit einem persönlichen Brief für ihr Engagement zu danken», erklärt Rolf Hohmeister. Die Skulpturenausstellung in Bad Ragaz und Vaduz hat den grossen Vorteil, sämtliche Schwellenängste abzubauen. Um die Werke zu sehen, muss man nirgendwo hineingehen oder Eintritt bezahlen. Die Skulpturen gehen auf einen zu. «Wir sind sehr glücklich, dass die Skulpturen auf diesem Platz stehen werden und freuen uns darüber, Vaduz wieder als Partner zu haben», sagt Rolf Hohmeister. «Wir möchten das Land Liechtenstein als Freund in die Triennale integrieren und die Freundschaft

leben, indem wir Vaduz zum Partnerort der Ausstellung gemacht haben. Die vergangenen Ausstellungen geben uns recht: Die Partnerschaft funktioniert sehr gut.» Keine Schwellenängste im Skulpturenpark. Wichtig ist dem Ehepaar, dass sich auch Kinder in der Gegenwart von Kunst wohlfühlen. Von Anfang an haben sie die Kleinen in die Bad RagARTz mit einbezogen. Es sind Kinderführungen geplant und die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese aussergewöhnlich gut ankommen. Bei der letzten Triennale waren rund 2500 interessierte Kinder in den Workshops. In diesem Jahr arbeitet sogar eine Schule als Partnerin mit und bestrickt das ganze Dorf. «Für mich ist es


55 ART

einfach die Freude am Geschenk für die Menschen, die meine Leidenschaft für die Bad RagARTz am Leben hält. Das ist meine Motivation, den Papierkram und all die anderen Aufgaben gerne zu erledigen», sagt Esther Hohmeister. Und die Begeisterung ist ihr dabei anzusehen. All Eyes on Kassel. Ebenfalls ein Highlight für die Kunstwelt ist die dOCUMENTA (13), die alle fünf Jahre in Kassel stattfindet. Die DOCUMENTA (13) dauert vom 9. Juni bis zum 16. September und damit wie bei jeder Durchführung 100 Tage. Bei der dreizehnten Ausgabe seit der ersten Durchführung 1955 führt eine Frau Regie: Carolyn Christov-Barkagjew ist künstlerische Leiterin der dOCUMENTA (13). Ihr obliegt es, über 170 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt bei einer der massgeblichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst unter einen Hut zu bringen. Für die künstlerische Leiterin «ist die dOCUMENTA (13) eine Form der Untersuchung und Hingabe der Materialien. Ihr intuitiver Ansatz entspricht dem der Künstler und Künstlerinnen, mit denen sie zusammenarbeitet. So wird die dOCUMENTA (13) eine Bühne sein, auf der unsere Auffassung von Leben in der Gegenwart hinterfragt wird», verspricht die Homepage der Ausstellung. Das Fridericianum in Kassel ist traditionsgemäss der «Hauptaustragungsort» und Mittelpunkt der Ausstellung. Ebenfalls finden Projekte im

Gloria Kino und in der Karlsaue statt. Viele Kunstrichtungen nehmen einen Platz bei der dOCUMENTA (13) ein. Neben Skulptur und Malerei sind Installationen, Fotografie, Videokunst und Performances zu sehen. Um der Vielfalt der gezeigten Werke die entsprechende Aufmerksamkeit schenken zu können, ist es ratsam, eine der zahlreichen Führungen zu besuchen. Die ganze Welt in Basel. Vom 14. bis 17. Juni pilgert die gesamte Kunstwelt nach Basel. Für Künstler, Galeristen und Sammler ist es Pflicht, bei der wichtigsten Kunstmesse der Welt dabei zu sein. Dieses Jahr zeigen über 300 Galerien aus 36 Ländern Arbeiten von über 2500 Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts. Die von einer Gruppe lokaler Galeristen gegründete Art Basel fand zum ersten Mal 1970 statt und hat sich seither zu der prestigereichsten Kunstmesse der Welt entwickelt. Jährlich besuchen über 60 000 Künstler, Sammler, Galeristen, Museumsleiter, Kuratoren und Kunstbegeisterte die Art Basel, die es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat, junge Künstler in ihr Angebot aufzunehmen. Aussteller sind die jeweiligen Galerien, die die Künstlerinnen und Künstler vertreten. Die Messe ist in Sektoren aufgeteilt: In Art Galleries zeigen die weltweit führenden Galerien ihre Ausstellungen.

Kunstreise Bad RagARTz, 5. Schweizerische Triennale der Skulptur in Bad Ragaz und Vaduz vom 12. Mai bis 4. November. 400 Werke von 80 Künstlern aus 17 Ländern unter dem Motto «Werte sehen – Sehenswert». dOCUMENTA (13), vom 9. Juni bis 16. September in Kassel. 170 Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihr Schaffen in allen Sparten der zeitgenössischen Kunst. 43. Art Basel, vom 14. bis 17. Juni auf dem Messegelände in Basel. 300 Galerien präsentieren über 2500 Werke von Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts.


56 GUT GEBAUT

Europa

geht baden. Architektur am Wasser gebaut.


57 GUT GEBAUT

Wenn Architekten mit Wasser, Licht und Horizont spielen, entstehen Badehäuser, die schon in der Antike als Tempel der Lust galten. Im Laufe der Bädergeschichte liessen sich Römer, Kaiser, Künstler und Erholungssuchende in ihren Bann ziehen. Sie sind heute beliebter denn je. Fotos Lang+Schwärzler, Frauenbadi, Drei Kaiserbäder

Stilvoll baden im See. Badehaus am Bodensee, Kaiserstrand Lochau, Österreich. «Wir wollten das Panorama in den Raum hereinholen», sagt Architekt Theo Lang zum Badehaus in Lochau, das am österreichischen Bodenseeufer an die Seebad-Geschichte anknüpft. Viele stimmungsvolle Holzbauten am Bodensee sind verschwunden. Aber nicht alle. Ein Bau wurde sogar neu in Auftrag gegeben – mit verblüffendem Erfolg. Der Gast des Seehotels am Kaiserstrand zieht sich den flauschigen Bademantel im Zimmer an, klemmt eine Zeitschrift unter den Arm und betritt über einen 42 m langen Holzsteg eine andere Welt. Im Badehaus bekommt er Liegestuhl, Handtücher, einen Sonnenschirm, sucht sich seinen Platz «an Deck» und glaubt, auf einem Schiff zu sein. Bewegt sich das Haus? Nein, es ist der schwankende Wasserspiegel, in dem die Sonne glitzert. Das Alpenpanorama ist atemberaubend. Die Perspektive anders. Als gehöre man nicht

mehr dazu. Als sei man weit weg. Ausgeklinkt! Duftendes Tannenholz vermischt sich mit Seewind und Sommer. Kein nasses Gras, kein matschiger Schlamm zwischen den Zehen, kein mühsames Vorantasten über spitze Steine, wenn man über eine Treppe komfortabel in den Bodensee taucht. WellnessOasen mögen entspannen, aber schwimmen in einem ehemaligen Gletschersee beschert einem unweigerlich ein Zurück-zu-Mutter-Natur-Gefühl, vor allem in trinkbarem, 22 Grad warmem Wasser. Das Badehaus des renommierten Architekturbüros Lang+Schwärzler aus Bregenz entstand mit dem Auftrag der Neuplanung und Wiedereröffnung des Kaiserhotels und war zunächst nur eine vage Idee, die jedoch rasch konkrete Formen annahm. Einst standen in Lochau sogar zwei Badehäuser – eines fürs Hotel, eines für die Öffentlichkeit. In den 1940er Jahren wurden beide abgebrochen und schufen Platz für das nun neue Objekt, das, kaum eröffnet, mit dem Vorarlberger Holzbaupreis 2011 ausgezeichnet

wurde. Unbehandelte heimische Tanne vom Pfänderstock dominiert das Gebäude im Wasser. Die aufklappbare Fassadenfläche spielt elegant mit innen und aussen, lässt maximale Ein- und Durchblicke zu, schottet sich bei Bedarf ab oder lädt offen ein. Auf 30 Pfeilern und einer Plattform aus Stahlbeton ruht ein schlichter, eingeschossiger Kubus. Lang+Schwärzler kannten historische Badehäuser vor allem mit Giebeldach und entschieden sich für ein Sonnendeck mit Holzpodesten. Duschen, Umkleidekabinen, Schliessfächer und Sanitärräume ergänzen das Badeerlebnis. Die umweltbewusste Beund Entlüftung mit Wärmerückgewinnung macht eine rasche Erwärmung des CaféRes­taurants möglich, dieses ist auch im Winter an Wochenenden öffentlich zugänglich. Die Rundumverglasung mit Blick auf See, Ufer und Alpen lädt ganzjährig ein zu Hochzeitsfeiern, klassischen und Jazzkonzerten, Grillpartys, Sektempfängen, Modeschauen, Lesungen, Theateraufführungen und natürlich zum Baden.


58 GUT GEBAUT

Mitten in der Stadt am Fluss. Frauenbadi am Stadthausquai, Zürich, Schweiz. Als «kleines Bad für Frauenzimmer» wurde 1837 das Frauenbadi am Stadthausquai in Zürich errichtet und gehört zu den erstaunlichsten Orten, die Zürich zu bieten hat. Auf der Limmat vertäut, liegt das letzte – original erhaltene – hölzerne Kastenbad. Blau-weiss gestreifte Kabinen und Vorhänge, klassische Musik und eine kleine Bibliothek schaffen in dem idyllischen Bad, das tagsüber nur Frauen zugänglich ist, eine einzigartige Atmosphäre. Vor Blicken geschützt liegt das 31 m lange Nichtschwimmerbecken im Innenhof. Das viereinhalb Meter tiefe Schwimmerbecken gehört zum Aussenbereich – freies Schwimmen in der Limmat ist wegen Bootsverkehr streng verboten. Hier draussen zieht manche Sonnenanbeterin den Blick eines Bootsausflüglers auf sich, aber im

geschützten Teil ist frau unter sich. Für Kinder ist das Bad weniger geeignet – keine Rutsche, keine Sprungtürme, dafür Erholung und lange Gespräche mit der besten Freundin. Eine Saftbar, ein Bade-Shop, Massagen, Shiatsu und Qigong kultivieren das Wohlbefinden. Früher war das Becken mit einem geflochtenen Dach überdeckt, um noble Blässe zu bewahren. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde, dem sich wandelnden Körpergefühl folgend, ein offenes Sonnendeck vorgebaut. Am Abend werfen die Bürogebäude schnell lange Schatten. Jetzt dürfen die Männer herein – zur Schonung des Holzrostes nur in Socken oder barfuss: Um 20 Uhr wird das Frauenbadi zur Barfussbar. Seit 1997 ist sie «Nur für Frauen und Männer» geöffnet und von Mitte Mai bis Mitte September eine Attraktion in der Stadt. Auf den Lattenrosten sitzend, die Füsse in der Limmat, ein Cocktailglas oder eine Flasche Wein in der Hand, baumelt die Seele leicht. Gebaut wurde das Flussbad von Arnold Geiser und wird manchmal fälschlicherweise

dem Jugendstil zugeordnet. Geiser wurde 1875 Stadtbaumeister von Zürich, blieb es 32 Jahre lang und arbeitete am Opernhaus, der Tonhalle und dem Kunsthaus mit. Er zählt zu den Vertretern des Historismus. Mit dessen Ende 1895 beginnt der Jugendstil, der zwar noch Ornamente verwendet, aber ohne historischen Bezug ist. Das heutige Bad ist ein Nachfolgebau aus dem Jahr 1888 mit orientalisch geschwungenen Ecktürmchen. Mitten in der Altstadt, vor einer imposanten klassizistischen Fassade, wirkt das Frauenbadi wie eine kleine heile Welt.

Perlen im Meer. Drei Kaiserbäder auf Usedom, Ostsee, Deutschland. Auf der deutsch-polnischen Insel Usedom liegen entlang der längsten Strandpromenade die Drei Kaiserbäder in Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Ihre eindrucksvollen Seebrücken, Hotel- und Villenbauten entstanden


59 GUT GEBAUT

im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, als das wohlhabende Bürgertum, der Adel und Geldadel zur Sommerfrische anreisten und mächtig viel Aufwand betrieben, um zu zeigen, was man hatte: französische Renaissancepaläste, klassizistische Prachtbauten, grosszügige Freitreppen, hohe Rundbogenfenster, Marmorsäulen, verzierte Giebel, schmiedeeiserne Balkongitter, Brüstungen, Schnörkel, Veranden und Säulen wuchsen vor allem in Weiss aus dem Boden, weshalb man von den Kurbädern auch als «weisse Perle» spricht. Anmutig genau deswegen die Fassaden in Olivgrün, Bordeauxrot, Beige und Blau. Einheitlichen Stil gibt es keinen. Nichts ist gleich und doch gehört alles zusammen. So nennt man den Baustil schlicht «Kaiserliche Bäderarchitektur». Den Pier in Santa Monica mit seinem Karussell kennt man. Als deutsches Pendant bietet sich die Ahlbecker Seebrücke an. Die historische Seebrücke in Ahlbeck ist spätestens seit dem Film «Pappa Ante Portas» einem grossen Publikum bekannt. Erinnern Sie

sich an die Szene, in der Heinrich Lohse, alias Loriot, den achtzigsten Geburtstag seiner Mutter feiert, Opa Hoppenstedt die Kräutersuppe aus der Krawatte windet und der Bürgermeister sich schamlos benimmt, wie so ziemlich alle: «Hedwig, du bist das Schärfste, was mir je zwischen Heringsdorf und Borkum begegnet ist.» Superlativen ohne Ende: beliebtestes Urlaubsziel, die meisten Sonnenstunden Deutschlands, längste Promenade, längste Küste, längste Seebrücke und eine beachtliche Promidichte – das «Who is Who» der vorletzten Jahrhundertwende flanierte hier, übte sich in Müssiggang, Erholung und Schonung. 1820 trank Kaiser Wilhelm I. seinen Nachmittagstee auf der Veranda, sein österreichischer «Kollege» Kaiser Franz-Josef kam achtzig Jahre später und verpasste den Komponisten Johann Strauss nur knapp. Der Maler Lyonel Feininger reiste aus New York an und Kurt Tucholsky traf Maxim Gorki gerade nicht mehr. Thomas Mann spazierte 1924 mit seiner Ehefrau Katja und den Kindern über

die Promenade und fand Inspiration für seinen «Zauberberg», um anschliessend im «Haus Seeblick» am letzten Kapitel seines Jahrhundertromans zu feilen. Hier versöhnte er sich auch mit seinem Bruder Heinrich nach jahrelangem Streit. Besonders Theodor Fontane schwärmte von den Vorzügen, die ihm die Kaiserbäder boten und verpflanzte seine Effi Briest in die Dünen, wo sie regelmässig ihren Offizier traf: Über das von den Sturmtagen her noch bewegte Meer goss die schon halb winterliche Novembersonne ihr fahles Licht aus, und die Brandung ging hoch. Dann und wann kam ein Windzug und trieb den Schaum bis dicht an sie heran. Strandhafer stand umher, und das helle Gelb der Immortellen hob sich, trotz der Farbenverwandtschaft, von dem gelben Sand, darauf sie wuchsen, scharf ab. Effi machte die Wirtin. «Es tut mir leid, Major, Ihnen diese Brötchen in einem Korbdeckel präsentieren zu müssen ...»


6 0 V I P - V E R Y I M P O R TA N T PA R T Y

Hublot in Vaduz Die Classic Fusion in Vaduz. Hublot, Maroni und Fondue im Städtle.

Gold mit einem Schuss Platin. Feuer und Eis, ineinander verschmolzen. Heisse Maroni und fein-aromatisches Fondue. Zum vorweihnachtlichen After Work luden Norman J. Huber und sein Team im Dezember in die Huber-Winterlounge 2011. Präsentiert wurde die Classic Fusion von und mit Hublot. Eine Produktinno­vation, die man gesehen haben muss: King Gold – das Gold mit einem Schuss Platin.

Die einzigartigen Uhren von Hublot mit dem hohen Wiedererkennungswert standen dabei ausgestellt in speziell animierten Vitrinen im Mittelpunkt. Innerhalb von nur 30 Jahren Firmengeschichte hat sich Hublot zu Recht seinen Platz im oberen Luxussegment erobert. Hublot, zu Deutsch «das Bullauge», begeistert mit dem unkonventionellen Einsatz von Materialien immer mehr Fans auf der ganzen Welt und durfte sich mit Huber über die zahlreich erschienenen Gäste im Städtle in Vaduz freuen.

Norman J. Huber, Sohn Aurel Huber und Philippe Roten (Hublot)

Huber-Interimsgeschäft im Städtle

Fritz Peleikis, Ursula Büchel, Michaela Fritz (Arlberg Express), Genoveva Kunz und Andrea Ospelt


6 1 V I P - V E R Y I M P O R TA N T PA R T Y

Christine de Rouvre und Norman J. Huber

Theresa Real

Norman J. Huber und Ernst Schuster

Ursula Büchel und Fritz Peleikis

Hans und Susi Paul, Edith und Carmen Nigg

Hublot

Catering vom Feinsten

Andrea Ospelt und Aurel Huber

Brigitte Marogg und Rebecca Testi-Marogg

Karin Gassner und Doris Weikl

Hansjörg Roshard (Leiter Uhrenatelier Huber Uhren Schmuck), Tino Mathis mit Gattin Silvia Mathis-Schönmetzler


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ÖFFNUNGSZEITEN

Impressum

Interimsgeschäft Städtle 36 Mo – Fr 9:00 – 12:00 Uhr 13:30 – 18:15 Uhr Sa 9:00 – 16:00 Uhr Sonn- und Feiertage geschlossen

Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: HUBER Watches Jewellery Norman J. Huber Im Städtle 36 9490 Vaduz Fürstentum Liechtenstein

T +423 237 1414 F +423 237 1410 welcome@huber.li huber.li Rathausplatz 11 01. April – 31. Oktober: Mo – Fr 9:00 – 18:00 Uhr Sa 9:00 – 16:00 Uhr Sonn- und Feiertage 10:00 – 15:30 Uhr T +423 237 1424 F +423 237 1420 welcome@huber.li huber.li Lech am Arlberg 28. Juni – 22. September: Mo – Fr 10:00 – 12:00 Uhr 14:00 – 18:00 Uhr Sa 10:00 – 12:00 Uhr 14:00 – 17:00 Uhr Sonn- und Feiertage geschlossen T +43 5583 3737 F +43 5583 3737-10 welcome@huber-lech.at huber-lech.at

Konzept und Redaktion: Agenturengel, Dornbirn agenturengel.eu Gestaltung: Screenlounge AG, Vaduz screenlounge.com Autoren dieser Ausgabe: Gisbert L. Brunner, Hasan Cobanli, Eva Engel, Martin Johler, Irmgard Kramer, Rebecca Testi-Marogg Anzeigenberatung: Aurel Huber aurel.huber@huber.li +423 237 1414 Auflage: 14 000 Für unsere Kunden und Freunde Druck: Lampert Druckzentrum AG, Vaduz ldz.li Titelbild: Bob Leinders, leinders.com

neutral Drucksache No. 01-12-457829 – www.myclimate.org © myclimate – The Climate Protection Partnership


1839 entwickelte Vacheron Constantin zahlreiche Maschinen, darunter auch den berühmten Pantographen. Dieses mechanische Werkzeug ermöglichte zum ersten Mal in der Geschichte der Uhrmacherkunst die perfekte Reproduktion von Uhrenbestandteilen. Hierdurch wurde die Qualität der Zeitmesser erheblich verbessert. Diese Erfindung läutete die Zukunft der Marke ein und revolutionierte gleichzeitig die gesamte Schweizer Uhrmacherkunst. Getreu der Geschichte und entsprechend dem traditionellen Renommee der Marke verpflichtet sich Vacheron Constantin, alle Uhren, die seit der Unternehmensgründung gefertigt wurden, zu warten, zu reparieren und zu restaurieren. Dies ist nicht nur Garant für herausragende Qualität, sondern auch Maß für die Vertrauenswürdigkeit, auf dem auch heute noch der gute Ruf des Hauses beruht.

Patrimony Traditionnelle World Time Kaliber 2460WT Genfer Punze, Gehäuse aus Rotgold, mechanisches Uhrwerk mit Automatikaufzug, Weltzeit mit Tag-/Nachtanzeige und 37 Zeitzonen. Ref. 86060/000R-9640


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Kultuhr Ausgabe 39