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Gesch채ftsbericht


Wichtigste Kennzahlen

2011

2010

2009

2008

1 347.4 100.2 7.4 − 34.3 − 2.5 − 70.2 − 5.2 1 271.0 494.8 38.9 167.5

1 413.5 121.1 8.6 47.5 3.4 14.2 1.0 1 388.2 579.9 41.8 169.4

1 384.2 106.0 7.7 7.7 0.6 − 22.5 − 1.6 1 342.4 591.9 44.1 239.7

1 570.6 153.2 9.8 86.6 5.5 48.1 3.1 1 406.1 518.6 36.9 441.3

66.9 12.8 69.9

83.9 59.7 40.9

175.9 112.5 72.9

96.1 − 63.5 173.0

6 000

5 791

5 792

6 131

in Mio. CHF

Nettoumsatz EBITDA in % des Nettoumsatzes EBIT in % des Nettoumsatzes Konzernergebnis in % des Nettoumsatzes Bilanzsumme Eigenkapital in % der Bilanzsumme Nettoverschuldung Cashflow aus Geschäftstätigkeit Free Cashflow Investitionen Ø-Personalbestand in Vollzeitstellen Aufteilung 2011 in Mio. CHF

Nettoumsatz 1

EBITDA 1

Heiztechnik und Sanitär

482.3

Küchen und Kühltechnik Fenster und Türen Stahltechnik Oberflächentechnologie Angaben für Investoren 2

Börsenkurs per 31.12. in CHF Börsenkapitalisierung in Mio. CHF 3 Konzernergebnis pro Aktie in CHF Kurs- / Gewinnverhältnis pro Aktie 3 Bruttodividende pro Aktie in CHF

406.4

2 3

53.4

140.5 63.6

8.3 − 1.3

2011

2010

2009

2008

17.6 320.8 − 4.0 − 4.6 0.0

29.0 528.5 0.8 37.3 0.5

24.6 448.3 − 1.8 − 19.9 0.0

24.5 261.2 4.6 5.4 0.0

Divisionskonsolidiert – ohne Corporate Services Adjustiert um frühere Kapitalerhöhungen Die Berechnungen sind mit dem Kurs vom 31. Dezember erstellt

1

50.7 − 2.3

257.6


AFG Geschäftsbericht 2011

Inhaltsverzeichnis

01

Geschäftsbericht 2011 Berichtsteil

Konzern Botschaft des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO Strategie Highlights

02 11 21

Divisionen Heiztechnik und Sanitär Küchen und Kühltechnik Fenster und Türen Stahltechnik Oberflächentechnologie

31 39 47 55 61

Konzern Nachhaltigkeitsbericht Corporate Governance Entschädigungsbericht

Finanzteil

67 75 95

Finanzbericht Finanzkommentar Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung Jahresrechnung AFG Arbonia-Forster-Holding AG Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

102 107 172 175 184

Zusatzangaben für Investoren Gesellschaften und Adressen Termine Impressum

186 187 189 190


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern

02

Botschaft des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO Die AFG befindet sich im Umbruch. Die Entwicklungen an den internationalen Kapital- und Absatzmärkten haben den Verlauf des Geschäftsjahres 2011 erheblich beeinflusst. Verwaltungsrat und Konzernleitung haben auf die Herausforderungen rasch und entschlossen reagiert. Erste positive Ergebnisse stimmen zuversichtlich, auch wenn der Weg zurück zum Erfolg anspruchsvoll und langwierig sein wird. Wir sind jedoch überzeugt vom Potenzial der AFG und den vielversprechenden Perspektiven, die sich uns bieten. Zusammen mit den 6000 Mitarbeitenden rund um den Globus werden wir alles unternehmen, um diese Perspektiven Realität werden zu lassen. Paul Witschi Präsident des Verwaltungsrats (rechts im Bild) Daniel Frutig Chief Executive Officer (links im Bild)


AFG Gesch채ftsbericht 2011

Konzern Botschaft des Verwaltungsratspr채sidenten und des CEO

03


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern Botschaft des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO

04

Sehr geehrte Aktionärinnen Sehr geehrte Aktionäre

D

as Geschäftsjahr 2011 erscheint auf den ersten Blick als eines der schwierigsten in der jüngeren Geschichte der AFG. In der Tat haben der starke Schweizer Franken, die Verunsicherung der Märkte durch die ungelöste Staatsschuldenkrise und die daraus folgende gedrückte Investitionsbereitschaft sowie der weiter zunehmende Preisund Kostendruck das Wachstum der AFG belastet. Wir wurden von dieser Entwicklung allerdings nicht überrascht und haben durch entsprechende Massnahmen zur Senkung der Kosten bzw. Steigerung der Effizienz Gegensteuer gegeben. Trotz einem währungs- und akquisitionsbereinigt stagnierenden Umsatz konnte so das anvisierte operative Ergebnis mit einem um Sonderfaktoren korrigierten EBIT von CHF 40.9 Mio. resp. einer Marge von 3.0 % des Nettoumsatzes knapp erreicht werden. Dennoch fällt das Gesamtergebnis mit einem Verlust von CHF 70.2 Mio. ernüchternd aus. Dafür verantwortlich sind Wertberichtigungen, die wir aufgrund der negativen Werthaltigkeit von Anlagen und Investitionen in verschiedenen Divisionen, vor allem aber in der Division Oberflächentechnologie, vornehmen mussten. Diese schmerzhaften Buchkorrekturen, die nicht liquiditätswirksam sind, wurden aufgrund der vor allem in der Oberflächentechnologie stark und nachhaltig veränderten Marktbedingungen unvermeidlich. Die laufenden Restrukturierungen bei Aqualux in Grossbritannien und in der Division Stahltechnik zwangen die AFG zu weiteren Abschreibungen. Insgesamt mussten Korrekturen auf Sachanlagen und immateriellen Anlagen im Umfang von CHF 73.0 Mio. zulasten der Erfolgsrechnung vorgenommen werden. Weiterhin solide Finanzierung der Gesellschaft Vorwiegend aufgrund dieser Wertberichtigungen sind zwar die Bilanzsumme der AFG um rund 8 % und die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag auf knapp unter 40 % gesunken. Die Eigenkapitalquote wird aber als Ergebnis der Portfoliobereinigungen wieder auf das langjährige Mittel von über 40 % ansteigen. Nicht zuletzt aufgrund weiterer Verkäufe von nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften gelang es, trotz den leicht rückläufigen Umsätzen einen im Vergleich mit den starken Vorjahreszahlen zwar schwächeren, aber immer noch deutlich positiven Free Cashflow zu erzielen. Auch die Nettoverschuldung konnte unter den erschwerten Umständen weiter abgebaut werden. Die Gesellschaft verfügte zudem am Bilanzstichtag über flüssige Mittel von rund CHF 250 Mio. und ist damit weiterhin solide finanziert.


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Konzern Botschaft des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO

05

Produktivität, Effizienz und Vermarktung als Schlüsselfaktoren Im beschriebenen, ausserordentlich herausfordernden Umfeld wurden die Massnahmen zur Steigerung der Effizienz intensiviert. Diese waren teilweise schon im Vorjahr eingeleitet worden – zum Beispiel durch die Verlagerung der Heizkörperproduktion von Deutschland nach Tschechien oder den Bau einer hochmodernen Fensterproduktionsanlage in der Slowakei. Im Berichtsjahr haben Verwaltungsrat und Konzernleitung beschlossen, die gesamte AFG Organisation auf den Prüfstand zu stellen. Denn angesichts der irreversiblen Veränderungen der makro-ökonomischen Bedingungen in unseren beiden Heimmärkten Schweiz und Deutschland sind wir gezwungen, unsere Produktivität, unsere Innovationskraft und unsere Vermarktungsfähigkeiten weiter zu steigern. Es geht dabei nicht um höhere Mathematik, sondern darum zu prüfen, ob alles, was wir machen, unserer Strategie als technologisch führender Bauausrüster mit den Schwerpunkten Raumklima und Fenster / Fassaden entspricht, und ob wir das, was wir tun, richtig machen. Angesprochen durch diese Überprüfung sind also auch Prozesse, Abläufe und Strukturen. Wie anspruchsvoll die Beherrschung dieser Faktoren in einem volatilen Nachfrageumfeld ist, zeigt die Tatsache, dass wir im vergangenen Jahr in einzelnen Produktionsanlagen unausgelastete Kapazitäten hatten, in anderen hingegen nicht genügend produzieren konnten, um die Nachfrage zu befriedigen. Massnahmen zur nachhaltigen Verbesserung wurden zwischenzeitlich eingeleitet. Mit dem Verkauf der bisher selber betriebenen Transportaktivitäten und der Integration der verbleibenden Logistikdienstleistungen ins Corporate Center sowie mit der Zusammenführung unserer drei Küchenmarken Forster, Piatti und Warendorf in AFG Küchen können wir als erste Ergebnisse der Überprüfung unserer Organisation auch bereits konkrete Resultate vorweisen. Zu den zukunftsgerichteten Entscheiden der Überprüfung zählt auch der Beschluss, über die nächsten Jahre CHF 30 Mio. in ein neues Türenwerk der RWD Schlatter in Roggwil (TG) zu investieren und damit bisherige Kapazitätsengpässe zu eliminieren. Management und Belegschaft als Treiber und Träger der neuen AFG In einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeld die geplanten Umsätze und Erträge zu erzielen und gleichzeitig die gesamte Organisation kritisch zu überprüfen sowie erste Veränderungen vorzunehmen, stellt an jeden einzelnen Mitarbeitenden hohe Anforderungen. Wir sind stolz, feststellen zu können, dass das Engagement und die Loyalität unserer internationalen Belegschaft auch unter erschwerten Bedingungen hoch sind. Wir danken an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Bereitschaft, an diesem Prozess teilzunehmen und an der Gestaltung der neuen AFG aktiv mitzuwirken.


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06

Die AFG war 2011 schliesslich nicht nur durch das wirtschaftliche und finanzpolitische Umfeld gefordert, sondern auch durch den Generationenwechsel an der Spitze der operativen Führung. Mit Dr. Edgar Oehler ist eine Persönlichkeit, die die AFG in den letzten Jahren geschaffen und wesentlich geprägt hat, als Präsident des Verwaltungsrats und als CEO zurückgetreten. Dr. Edgar Oehler hat mit seinem hohen persönlichen Engagement und seinem Temperament dem Unternehmen in den vergangenen Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Mit Daniel Frutig hat am 1. Juni 2011 der neue CEO der AFG seine Tätigkeit aufgenommen und den beschriebenen Prozess der Portfolioüberprüfung der AFG Aktivitäten und der Verbesserung von Produktivität und Effizienz energisch vorangetrieben. Der Verwaltungsrat, der seit der Generalversammlung 2011 von Paul Witschi geführt wird und dem Dr. Edgar Oehler weiterhin angehört, begleitet und unterstützt diesen Prozess. Die Führung der Division Oberflächentechnologie, die letztes Jahr interimistisch noch in den Händen des ehemaligen Divisionsleiters Thomas Reifler lag, wurde am 1. Juli 2011 von Dr. Hannes Schmüser übernommen. Parallel zu der damit verbundenen teilweisen Neubesetzung der Konzernleitung wurde auch mit der Einführung einer neuen Führungsorganisation begonnen. Grundlage dafür ist die vom Verwaltungsrat beschlossene Industrieholding, in der die Divisionen als weitgehend selbstständig operierende unternehmerische Einheiten agieren und gleichzeitig Synergien erschlossen werden. Hierzu wurde das AFG weite Programm Management & Performance lanciert. Uneinheitliche Entwicklung der Divisionen Die Entwicklung der einzelnen Divisionen spiegelt die einleitend beschriebenen, wettbewerbsverschärfenden Rahmenbedingungen. Die grösste Division Heiztechnik und Sanitär musste vor allem aufgrund der geringeren Nachfrage ausserhalb Deutschlands, namentlich bei Aqualux in Grossbritannien wie auch in anderen westeuropäischen Staaten einen Umsatzrückgang hinnehmen. In Deutschland beeinflusste das Auslaufen der Konjunkturförderpakete den Absatz in Teilbereichen ungünstig. Die Umsetzung der bereits im letzten Jahr kommunizierten Produktionsoptimierungen im Bereich Heiztechnik führte im Geschäftsjahr 2011 vorübergehend zu erhöhten Lieferzeiten. Der Umsatz der Division fiel in diesem schwierigen Umfeld um 11.4 % auf CHF 482.3 Mio., währungsbereinigt allerdings nur um 1.7 %.


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Konzern Botschaft des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO

07

Trotz Prozessverbesserungen und Kostensparmassnahmen wurde das EBIT mit CHF 26.3 Mio. gegenüber dem Vorjahr deutlich unterschritten. Die angespannte Wettbewerbssituation hat zu dieser Entwicklung wesentlich beigetragen, konnten doch die höheren Materialkosten, insbesondere beim Stahl, nicht immer vollständig auf die Verkaufspreise überwälzt werden. Auch die Produktionsverlagerung von Riesa (D) nach Strˇíbro (CZ) hat vorübergehend zu höheren Kosten geführt. Der Umsatz der Division Küchen und Kühltechnik blieb trotz der sich im Gange befindlichen und sowohl organisatorisch wie finanziell belastenden Restrukturierung nur knapp unter dem Vorjahresresultat. Er erreichte CHF 257.6 Mio., was einer Abnahme um 3.5 %, währungsbereinigt um 2.4 %, entspricht. Der Bereich Küchen litt insbesondere in den grenznahen Regionen und in grösseren Projekten unter den zunehmenden Importen von ausländischen Konkurrenzprodukten, die vom Wechselkurs profitieren. Produktionsprobleme bei Forster Küchen und die nicht genügend ausgelastete Produktion in Warendorf (D) belasteten den Geschäftsverlauf der Division zusätzlich. Diese unerfreuliche Entwicklung und die Kosten der angeordneten Korrekturmassnahmen resultieren in einem unbefriedigenden EBIT von CHF − 9.4 Mio. Immerhin sind mit den Massnahmen zur Eindämmung der Verlustquellen bei Forster Küchen und Warendorf und mit der Einführung von AFG Küchen, einer markenübergreifenden Verkaufsplattform, im wichtigsten Markt Schweiz die Voraussetzungen für eine nachhaltige Verbesserung der Ertragssituation geschaffen worden. Ebenso wurde Forster Kühltechnik per 1. Dezember 2011 in eine neue, zukunftsgerichtete Führungsorganisation überführt. Die stabile Baukonjunktur, die starke Ausrichtung auf den Heimmarkt Schweiz und die hohe Innovationskraft ermöglichten der Division Fenster und Türen eine leichte Umsatzzunahme um 0.3 % auf CHF 406.4 Mio. Die Umsatzsteigerung in der Schweiz betrug rund 3 %. Die Fensterproduktion im ausgebauten Werk Pravenec in der Slowakei nahm ihren Betrieb später auf als vorgesehen und konnte so nicht wie erwartet zum Umsatz beitragen. Trotz den zusätzlichen Belastungen durch den Bau und die Inbetriebnahme der hochmodernen Fertigung von Kunststoff-Fenstern in Pravenec und der weiterhin schwierigen, sehr wettbewerbsintensiven Marktsituation in der Slowakei und in Tschechien erwirtschaftete die Division ein über Vorjahr liegendes EBIT von CHF 40.2 Mio. Dies nicht zuletzt dank der guten Marktlage in der Schweiz, wo die anerkannten Markenprodukte der Division zu befriedigenden Preisen abgesetzt werden können und eine weitere Steigerung des Ergebnisses ermöglichten.


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Die Division Stahltechnik verzeichnete eine leichte Umsatzzunahme um 0.8 % auf CHF 140.5 Mio. Die starke Marktstellung von Forster Profilsysteme in der Schweiz und in Deutschland ermöglichte es, die wechselkursbedingt schwächere Nachfrage in den übrigen europäischen Märkten und in den USA zu kompensieren. Der Automotiv-Bereich blieb umrechnungsbedingt allerdings deutlich unter den Vorjahresumsätzen. Der starke Einfluss der Wechselkurse auf die Produkte der ausschliesslich in der Schweiz produzierenden und zu 70 % (Profile) bzw. 90 % (Rohre) vom Export abhängigen Division schlug sich im Rückgang des EBIT auf CHF − 5.8 Mio. nieder. Auch hier wurden umgehend Massnahmen zur Verbesserung der Ertragslage eingeleitet. Diese konnten aber vor allem personalseitig nicht so rasch greifen wie sich die Wettbewerbsbedingungen verschlechterten. Die von einem vergleichsweise tiefen Umsatzniveau kommende Division Oberflächentechnologie konnte sich erneut steigern. Währungs- und akquisitionsbereinigt betrug die Umsatzzunahme 8.5 %, effektiv 6.9 %, was einem Jahresumsatz der Division von CHF 63.6 Mio. entspricht. Die neue Produktion im chinesischen Changshu wird im 2. Quartal 2012 in Betrieb genommen und soll ab Mitte 2012 zum Umsatz beitragen. Die mit dem Bau dieses Werkes und der Installation der Fertigungslinien verbundenen Aufwendungen und die wechselkursbedingt schwierige Wettbewerbssituation beeinträchtigten die Ertragslage trotz rigoroser Umsetzung der laufenden Kostensenkungsmassnahmen negativ. Entsprechend resultierte ein unter Vorjahr liegendes EBITDA von CHF − 1.3 Mio., auf Stufe EBIT ergab sich als Folge der hohen Wertberichtigungen ein Verlust von CHF − 66.9 Mio. Die um 27.2 % auf CHF 18.0 Mio. gefallenen Umsätze des Bereichs Logistik sind bereits wesentlich von den Produktionsverlagerungen im Bereich Heiztechnik und vom Abbau der europäischen Aktivitäten der Asta AG Arbon beeinflusst. Dieser Geschäftsbereich wird nach dem vollzogenen Verkauf auch der schweizerischen Aktivitäten zukünftig nicht mehr separat ausgewiesen, sondern als Kompetenzbereich Transport Logistik geführt. In der Marktregion Asia Pacific haben wir uns noch stärker auf die Kernbereiche der Bauausrüstung fokussiert und unter Leitung von ortsansässigem Führungspersonal in ausgewählten Bereichen eine höhere lokale Wertschöpfung entwickelt. Die beschleunigte Entwicklung der internationalen Märkte ist ein wesentliches Ziel unserer Unternehmensstrategie.


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Konzern Botschaft des Verwaltungsratspräsidenten und des CEO

09

Das laufende Geschäftsjahr als Teil einer abschliessenden Übergangsperiode Obwohl das Geschäftsjahr 2011 zweifellos eines der schwierigsten in der jüngeren Geschichte der AFG war, ist es gleichzeitig der Beginn einer auf einem soliden Fundament aufbauenden, an Haupt und Gliedern erneuerten, zukunftsfähigen AFG. Die Umsetzung der mit der Neuausrichtung verbundenen Massnahmen braucht Zeit. Wir sind jedoch zuversichtlich. Mit den Analysen und Massnahmen, die wir bereits im Berichtsjahr vorgenommen bzw. eingeleitet haben und die wir im laufenden Jahr dezidiert fortsetzen werden, schaffen wir die Voraussetzungen für profitables Wachstum und eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung der AFG. Weitere messbare Fortschritte werden bereits im laufenden Jahr sichtbar sein. Dabei profitieren wir nicht nur von den bereits bereinigten Schwachstellen, sondern auch vom weiter steigenden Energiebewusstsein, das sich verstärkt in den entsprechenden Regulierungen niederschlägt. Dies verhilft innovativen Produkten, wie wir sie anbieten, mittel- und längerfristig zu einem Wettbewerbsvorteil. Ohne das Vertrauen der Aktionäre und aller Stakeholder sind solche anspruchsvollen Phasen unternehmerischer Neuorientierung kaum zu schaffen. Wir schätzen deshalb die Bereitschaft, uns dieses Vertrauen entgegenzubringen, sehr. Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir für Ihre Unterstützung ganz besonders. Wir versichern Ihnen, dass wir alles unternehmen werden, um die AFG als führendes Unternehmen im Segment der innovations- und technologiegetriebenen Bauausrüster nachhaltig erfolgreich zu positionieren. Wir sind überzeugt davon, dass uns das gelingen wird.

Paul Witschi Präsident des Verwaltungsrats

Daniel Frutig Chief Executive Officer


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Konzern

Strategie Unsere Positionierung

Die AFG ist ein technologisch führender Bauausrüstungskonzern, der durch innovative Lösungen und Services überzeugt und sich auch international erfolgreich durchsetzt.

11


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Konzern Strategie

12

Unternehmensziele Grundlage der Konzernstrategie ist das Prinzip, dass jede Unternehmenseinheit in der Lage ist, definierte Wachstums- und Ergebnisziele aus eigener Kraft zu erfüllen und damit profitabel zu sein. In einem diversifizierten Konzern wie der AFG setzt dies allerdings eine stark auf Delegation beruhende Führung, ein klares Managementsystem, definierte Prozesse sowie den Willen und die Fähigkeit voraus, strukturübergreifend zu arbeiten und so innerhalb der AFG Synergien herzustellen und zu nutzen. Auf diese Weise wollen wir mittelfristig die strategischen Ziele eines durchschnittlichen jährlichen Wachstums von mindestens 5 %, eines EBIT von über 8 % und eines Free Cashflow von über CHF 100 Mio. erreichen.

Ehrgeizige Perspektiven

Wir haben den Anspruch, die AFG international als technologisch führenden Bauausrüstungskonzern zu positionieren, der sich im Markt durch seine innovativen Lösungen und Dienstleistungen von der Konkurrenz abhebt. Eine klare industrielle Ausrichtung und Fokussierung sind dabei entscheidend: Die AFG konzentriert sich deshalb auf das Klima innerhalb des Hauses und auf die Hülle, also Fassaden, Fenster und Türen. In diesen Bereichen wollen wir uns durch innovative Technologien im Markt differenzieren und bezüglich Energie und Nachhaltigkeit, Sicherheit und Komfort zu den Besten gehören. Mit dieser Strategie sichern wir in unseren Heimmärkten Schweiz und Deutschland unsere Stellung als Marktleader und schaffen die Voraussetzungen für ein verstärktes internationales Wachstum in den osteuropäischen und asiatischen Märkten mit ihrem hohen Wachstumspotenzial.


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Konzern Strategie

Schlüsselaspekte der vier strategischen Initiativen

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01 Industrieholding setzt Leitplanken Die richtige Organisation ist für das Erreichen dieser ehrgeizigen, aber realistischen Zielsetzungen von entscheidender Bedeutung. Die vom Verwaltungsrat bereits im Vorjahr beschlossene und sich nun in der Implementierungsphase befindliche Organisation der Industrieholding kommt der Umsetzung der beschriebenen Grundsätze und dem Erreichen der eigenen Ansprüche und Ziele entgegen. Sie ist als Dachorganisation der AFG für das strategische Management des AFG Portfolios und der AFG Finanzen und letztlich für das kontinuierliche Schaffen von Mehrwert für die Aktionäre der Gesellschaft verantwortlich. Als Industrieholding setzt sie den strategischen und qualitativen Rahmen, nach denen die Divisionen von deren Management selbstständig geführt und entwickelt werden. Sie hat dazu drei Parameter definiert:

02

Operative Exzellenz Um operative Exzellenz zu erreichen, werden operative Prozesse und Systeme entsprechend den definierten Strategien konzernweit festgelegt und umgesetzt. Die Koordination von Management und Kader über die Unternehmenseinheiten hinweg ist dabei von grosser Bedeutung. Zur Steuerung und Kontrolle der Führungsprozesse dient uns ein Management & Performance Programm (M&P), das auf fünf Stellhebeln beruht, nämlich Verkauf und Vertrieb, Beschaffung, Produktion, Administration und Personal. M&P ist ein operatives System, eingebettet in die AFG Strukturen. Es gibt den konzernweit gültigen operativen Rahmen vor, d. h. es legt den Handlungsspielraum für die Divisionen und Geschäftseinheiten fest und erlaubt einen systematischen Umgang mit den aufgeführten Parametern. M&P unterstützt unternehmerisches Denken und Handeln auf allen Führungsebenen durch eine klare Definition der Rollen und Verantwortungen und erlaubt das Heben von Synergien über die einzelnen Geschäftseinheiten bzw. Divisionen hinaus. Schliesslich ist M&P auch die Grundlage unseres Controlling und Reporting.


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Konzern Strategie

Schlüsselaspekte der vier strategischen Initiativen

03

Technologische Innovation Die AFG erfreut sich eines guten Rufs bei innovativen Produkten und Dienstleistungen. Bestehende Innovationspotenziale zur Entwicklung von Prozessen und Produkten können aber intern und fachübergreifend noch besser genutzt und neue Innovationspotenziale erschlossen werden. Wir messen bzw. beeinflussen unsere technologische Innovationsfähigkeit über die Produktequalität, den internen Technologietransfer, die State-of-the-art-Produktion sowie über den After-Sales-Service.

04

Wachstum und Internationalisierung Die Märkte und Länder, in denen die AFG tätig ist, verfügen alle über grosses Entwicklungspotenzial. Wir sind aufgrund unserer teilweise jahrzehntelangen Erfahrung in diesen Märkten in der Lage, uns dieses Potenzial zu erschliessen und dadurch überdurchschnittlich zu wachsen. Wir wollen überall dort, wo wir tätig sind, zu den besten Anbietern gehören und kontinuierlich Marktanteile gewinnen. Mittelfristig wollen wir 40 % unserer Umsätze ausserhalb der Heimmärkte Schweiz und Deutschland erzielen. Die bereits eingeleitete Stärkung der Dachmarke AFG soll Wachstum und Internationalisierung unterstützen.


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Konzern Strategie

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Mit Engagement und Innovation Werte schaffen

Die Unternehmensstrategie ist Dreh- und Angelpunkt für die Entwicklung und Führung des AFG Corporate Brand. Die Neuausrichtung und Fokussierung widerspiegelt sich auch in der Positionierung der Dachmarke: «Die AFG ist ein technologisch führender Bauausrüstungskonzern, der durch innovative Lösungen und Services überzeugt und sich auch international erfolgreich durchsetzt.» Diesem anspruchsvollen Markenversprechen gerecht zu werden, ist Ziel der strategischen Initiativen und Massnahmen der AFG. Innovative, technologisch ausgeklügelte Lösungen und praxisorientierte Services sollen für unsere Kunden Vorteile und nachhaltigen Nutzen schaffen. Als zuverlässiger und verantwortungsbewusster Partner setzen wir uns für den Erfolg unserer Kunden ein. Unsere Mitarbeitenden stützen die Markenpositionierung und setzen sie in die Tat um. Dem Wettbewerb begegnen wir respektvoll mit Selbstvertrauen und Zuversicht. Der Leitsatz des Corporate Brand «Mit Engagement und Innovation Werte schaffen» ist Ansporn für die gesamte AFG. Mit initiativen, leistungsfreudigen Mitarbeitenden entwickeln und produzieren wir für die Herausforderungen unserer Zeit neue Lösungen, die sich erfolgreich auf den nationalen und internationalen Märkten durchsetzen. Dies schafft Werte für das Unternehmen, die Aktionäre und Investoren und stärkt das Vertrauen in die Dachmarke AFG.


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Konzern Strategie

Divisionsstruktur / Marken

Heiztechnik und Sanitär

Küchen und Kühltechnik

Fenster und Türen

Stahltechnik

Oberflächentechnologie


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Konzern Strategie

Konzernstruktur

Verwaltungsrat Paul Witschi Präsident

Christian Stambach Vizepräsident

Dr. Edgar Oehler Dr. Arthur Loepfe Andreas Gühring Georg Früh

Konzernleitung Daniel Frutig

Knut Bartsch

CEO

Sprecher Division Heiztechnik und Sanitär

Felix Bodmer CFO

Dr. Christoph Schönenberger Leiter Corporate Services

Thomas Gerosa Leiter Division Fenster und Türen

Dr. Christian Mayer Leiter Division Stahltechnik

Dr. Hannes Schmüser Leiter Division Oberflächentechnologie

Divisionen

Heiztechnik und Sanitär

Küchen und Kühltechnik

Fenster und Türen

Stahltechnik

Oberflächentechnologie

Thomas Gerosa

Dr. Christian Mayer

Dr. Hannes Schmüser

Forster Küchen

EgoKiefer Fenster und Türen

Forster Präzisionsstahlrohre

Hartchrom

Forster Kühltechnik

RWD Schlatter Türen

Forster Profilsysteme

Piatti Küchen

Slovaktual Fenster und Türen

Knut Bartsch

Kermi Heiztechnik und Sanitär Arbonia Heiztechnik Prolux Heiztechnik Aqualux Sanitär

Warendorf Küchen


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Konzern Strategie

Konzernleitung

Felix Bodmer Chief Financial Officer

Daniel Frutig Chief Executive Officer

Dr. Christoph Schönenberger Leiter Corporate Services


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Konzern Strategie

Thomas Gerosa Leiter Division Fenster und Türen

Knut Bartsch Sprecher Division Heiztechnik und Sanitär

Dr. Christian Mayer Leiter Division Stahltechnik

Dr. Hannes Schmüser Leiter Division Oberflächentechnologie


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Konzern

Highlights 01

Als erstes und bislang einziges Unternehmen in Europa erreicht RWD Schlatter die natureplus-Zertifizierung für drei Produktlinien Am Anfang stand ein Traum, den RWD Schlatter in folgendem Satz zusammengefasst hat: «Türen zum Kompostieren sind die Zukunft.» Auf die Verwirklichung dieses Traums hat das Unternehmen jahrelang hingearbeitet, in einem ersten wesentlichen Schritt mit der FSC-Zertifizierung. RWD Schlatter erkannte aber auch, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss war.

Aus diesem Grund entschied sich das Unternehmen für die Zertifizierung nach dem Label natureplus.

Nach fast sechs Jahren der Entwicklung, die geprägt war von Hoffnungen, aber auch von vielen Rückschlägen, konnte RWD Schlatter im Sommer 2011 drei Produktlinien mit dem Label natureplus lancieren.

Die Türen werden für Wohnund Geschäftsbauten eingesetzt. Von der einfachen Zimmertür bis zur Klimatür, ebenso im Brandschutzbereich, bietet RWD Schlatter Produkte mit dem Label natureplus an. Der Kunde erhält ein einzigartiges Produkt in Bezug auf ökologische Kennwerte, das auch in technischer Hinsicht höchste Anforderungen erfüllt.


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02

Mit der Weiterentwicklung möchte Forster den Direktvertrieb im Privatkundengeschäft stärken und die Marktpräsenz durch neu gewonnene Händler steigern. Mit Möbelkomponenten, die den fliessenden Übergang von der Küche

22

Konzern Highlights

Forster Küche PUR11 – Kompletter Relaunch der Stahlküche nach 20 Jahren

in die Wohnwelt gewähren, werden nun Bedürfnisse der Privatkunden befriedigt. Gleichzeitig kann damit aber auch das gehobene Objektgeschäft bedient werden.

Das aktualisierte und erweiterte Sortiment sowie die konsequente Inszenierung des Materials Stahl im überarbeiteten Auftritt der Marke ermöglichen eine Positionierung im gehobenen mittleren bis oberen Preissegment.

Die hochwertige Küchenlinie ermöglicht den Zugang zu neuen Zielgruppen.

PUR11 wurde im Januar 2011 erstmalig präsentiert und im Oktober 2011 dreimal mit dem international renommierten iF product design award ausgezeichnet.


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23

Konzern Highlights

03

Decostar Plus – Dem aktuellen Trend folgen

Im Herbst 2011 wurde das innovative Neuprodukt Decostar Plus unter der Marke Arbonia vorgestellt. Die Pluspunkte des «Made in Switzerland» – Raumwärmers sind Leistung, Qualität, Design und Modellvielfalt. Decostar Plus wird auf der neuen Fertigungsanlage von Decotherm in Arbon hergestellt. Das Design des flächigen Badraumwärmers mit Lücke folgt einem aktuellen Trend und bietet dem Kunden individuelle Gestaltungsmöglichkeiten durch frei wählbare Farbkombinationen.

04

«A new star is born» – Die neue EgoKiefer Fensterlinie WoodStar WS1®

Die neue EgoKiefer Fensterlinie WoodStar WS1® in Holz / Aluminium und Holz ist der Star für alle Anwendungen im Neubau und der Sanierung.

«Klimaschutz inbegriffen» ist bei EgoKiefer Programm. Gerade die neue EgoKiefer Fensterlinie WoodStar WS1® in Holz /Aluminium und Holz beweist die konsequente Ausrichtung des Produktsortiments an die aktuellen und künftigen ökologischen Anforderungen sehr eindrücklich. WoodStar WS1® – so heisst der neue Star der Branche.

Die MINERGIE®-zertifizierten Fenster zeichnen sich durch eine hervorragende Wärmedämmleistung aus und reduzieren den Energieverbrauch über das Fenster um bis zu 75 %. Mit ihrem neuartigen, attraktiven Design und Top-Werten in allen Anforderungsbereichen im Neubau und in der Sanierung lassen sie garantiert keine Kundenwünsche offen.


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05

Konzern Highlights

Hochwärmegedämmte Fenster und Türen aus Stahl

24 Die Sortimentserweiterung unter dem Namen Forster unico Hi mit verbesserten Isolationswerten trägt den steigenden Anforderungen im Wärmeschutz (SIA 380/1) Rechnung. So können mit optimaler Verglasung UW-Werte bis 1.0 W/(m2.K) beim Fenster und UD-Werte bis 1.1 W/(m2.K) bei der Tür erreicht werden. Das System ist standardmässig für Gläser oder Paneele bis zu 60 Millimeter ausgelegt und eignet sich damit auch für den Einbau von Dreifach-Isoliergläsern. Auch für den Einsatz bei sicherheitsrelevanten Gebäudeabschlüssen bietet Forster unico elegante Lösungen für einbruchhemmende Fenster, Türen und Festverglasungen in den Klassen WK 1 – 3 und durchschusshemmende Elemente (Fenster und Türen) und Verglasungen in der Klasse FB4 NS.

06 Walk-in-Shower XS – ganz gross auch in der Variabilität. Durch elegantes zuverlässiges Deckenstützenoder Wandstützen-Design. Mit der Walk-in-Shower XS eröffnet Kermi neue Perspektiven für die individuelle, anspruchsvolle Badgestaltung. Gefertigt aus hochwertigem, 8 Millimeter starkem Einscheibensicherheitsglas nach EN 12150. Exzellent gehalten von schlankem, organisch weichem Rundrohrdesign im Stil der aktuellen BadÄsthetik. In Verbindung mit dem bodenebenen, durchgefliesten Kermi Duschplatz die Traumkombination für maximalen Komfort und nahezu grenzenlose DuschFreiheit.

Walk-in-Shower XS – Exklusives Design für die neue Dusch-Freiheit

Ausgezeichnet mit dem iF product design award und dem Home & Trend Award 2011.


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07

25

Konzern Highlights

Piet Boon entwirft Küchen für Warendorf

Nach der Ikone Philippe Starck gehört jetzt auch Piet Boon ins Designportfolio. Das Credo des Designers ist es, funktionelle sowie zeitlose Möbel zu entwerfen, die Gemütlichkeit vermitteln.

Die «Piet Boon® kitchens by Warendorf»-Kollektion präsentiert sich als natürliches und authentisches Küchendesign mit einer aussergewöhnlich sympathischen Liebe zum Detail,

Warendorf ist eine neue Kooperation mit dem international erfolgreichen niederländischen Designer eingegangen.

einem Hang zur Exzellenz und einer Vorliebe für hochwertige Materialien – Küchen mit Manufakturcharakter.


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08

26

Konzern Highlights

Modernste Möbelmontagelinie

Im Dezember 2011 startete Piatti mit der Integration einer neuen Möbelmontagelinie. Somit verfügt das Unternehmen über die modernste Infrastruktur mit optimiertem und automatisiertem Materialfluss. Dadurch werden die Qualität, Kapazität sowie die Prozesssicherheit verbessert und die Mitarbeitenden körperlich entlastet.

09 Das vom französischen Standort angebotene TSAVerfahren (Tartaric AcidSulphuric Acid Anodising) zur Aluminiumbehandlung wird insbesondere in der stark wachsenden Flugzeugindustrie angewendet. Das Verfahren ist von Airbus qualifiziert und zeichnet sich durch eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit in Verbindung mit einer sehr guten Umweltverträglichkeit aus, da es sich um ein chromsäurefreies Verfahren handelt.

Neue Technologie mit dem TSA-Verfahren

Beim TSA-Verfahren wird auf elektrochemischem Weg die Stärke der natürlichen Oxidschicht auf der Oberfläche von Aluminiumlegierungen erweitert. Diese Schicht ist in der Regel porös und kann bis zu 10 Mikrometer dick sein. Im Ergebnis verfügt das Trägermaterial über eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Ausserdem wird die Haftung von organischen Beschichtungen begünstigt.

Die neue Möbelmontagelinie ist die bedeutendste und grösste Investition, die Piatti je getätigt hat. Bis Mai 2012 wird sie vollständig in den Arbeitsprozess integriert sein.


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Konzern Highlights

Prime Tower – Sicherheit für das höchste Gebäude der Schweiz Der von Annette Gigon / Mike Guyer Architekten entworfene Prime Tower ist mit 126 Metern das höchste Bürogebäude der Schweiz. Für einen Grossteil der EI30-Brandschutzelemente entwickelte das ausführende Metallbauunternehmen, die Hammer Wolfermann AG, Nänikon, eine Sonderlösung, die eine nachträgliche Beplankung der Brandschutz-

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Im Prime Tower in Zürich West, dem derzeit meistbeachteten Neubau der Schweiz, sorgen rund 750 Brandschutztüren aus Forster Profilsystemen für Sicherheit.

Systemprofile Forster fuego light mit hochglanzpolierten Edelstahlblechen erlaubte. Dank der hohen Eigenstabilität und der hervorragenden Masshaltigkeit der Profile sowie der Präzisionsarbeit in der Fabrikation war dies problemlos möglich. Mittlerweile sind alle Türelemente im Einsatz und leisten ihren Beitrag zur Sicherheit im Gebäude.

Neue Technologie mit dem STI DryCoat System

Eine optimale Lösung für sehr hohe Ansprüche in Bezug auf Belastung, Verschleiss, Abrasion oder einer erhöhten Tendenz zum Kaltschweissen bietet das STI DryCoat System. Mit den neuen Verfahren auf Basis der Plasmatechnologie (Plasmanitrieren, PVD, PACVD) komplettiert die Hartchrom Teikuro Automotive GmbH in Sternenfels-Diefenbach ihr Verfahrensangebot und kann Kunden so neue Lösungen zu attraktiven Preisen anbieten.

Typische Anwendungen sind Werkzeuge für die Verarbeitung von dicken und hochfesten Materialien über 1.5 Millimeter. Die bisherigen Standzeiten für Umform- und Stanzwerkzeuge werden teilweise um ein Vielfaches übertroffen.


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Divisionen

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Divisionen

Schlüsselzahlen Nettoumsatz in Mio. CHF EBITDA in Mio. CHF EBIT in Mio. CHF EBIT-Marge in % Durchschnittlicher Personalbestand in Vollzeitstellen

2011

2010

482.3 50.7 26.3 5.5

544.5 57.0 32.9 6.1

2 664

2 594

Heiztechnik und Sanitär Mit den Hauptmarken Kermi, Arbonia, Prolux und Aqualux zählt die Division Heiztechnik und Sanitär zu den führenden europäischen Anbietern für Wärmeübertragung und Duschkomfort. Die Produktionsstätten befinden sich in der Schweiz, in Deutschland, in Tschechien und in Grossbritannien. Neben den Heimmärkten Schweiz und Deutschland ist die Division in Frankreich, Grossbritannien, Polen, Tschechien, Russland und China mit Vertriebsgesellschaften vertreten.


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Marktentwicklung ie Division Heiztechnik und Sanitär sah sich 2011 mit sehr volatilen Marktbedingungen konfrontiert. Besonders in den letzten Monaten des Berichtsjahres bekam die Division die Wirtschafts- und Schuldenkrise zunehmend zu spüren und das Wirtschaftswachstum verlangsamte sich. Diese Auswirkungen beeinflussten den Umsatz sowie das EBIT.

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Vor allem auch bedingt durch Wechselkursverschiebungen verringerte sich der Umsatz um 11.4 % auf CHF 482.3 Mio. Währungsbereinigt resultierte ein Umsatzrückgang um 1.7 %. Das Betriebsergebnis wurde durch den starken Wettbewerbsdruck und die im Jahresdurchschnitt deutlich höheren Materialkosten (insbesondere für Stahl) beeinträchtigt. Das hochkompetitive Umfeld liess eine Weiterbelastung der Kostensteigerungen nur in Teilbereichen zu. Überdies wirkten sich Sondereffekte durch Wertberichtigungen und die 2011 vorübergehend tiefere Produktivität – eine Folge der Produktionsverlagerung von Riesa (D) an den tschechischen Standort Strˇíbro – negativ auf das Ergebnis aus.

Atea Gleittür Die bodenfreien Atea Gleittür Varianten bieten grossen Komfort auf kleinstem Raum.

Trotz weiterer Optimierungen der administrativen Abläufe und Sparmassnahmen sank das EBIT auf CHF 26.3 Mio. Der um die Restrukturierungsaufwendungen bereinigte Vorjahresstand konnte allerdings nicht erreicht werden. Der durchschnittliche Personalbestand lag mit 2664 Mitarbeitenden über dem Vorjahr (2594). Die Steigerung erklärt sich mit temporären personellen Überlappungen bei der erwähnten Produktionsverlagerung von Deutschland nach Tschechien.


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In Deutschland, dem grössten Einzelmarkt der Division, belebte sich der Wohnungsbau. Insbesondere der Renovierungs- und Sanierungsbereich löste eine solide Nachfrage aus. Die positiven Impulse kamen jedoch nur beschränkt auf dem Heiztechnikmarkt an, da die anhaltenden Diskussionen um staatliche Fördermassnahmen und der Wegfall von Konjunkturpaketen die Investitionsbereitschaft dämpften. Stimulierend wirkte sich die Erholung des Wohnungsbaus jedoch auf die Flächentemperierung aus. In der Schweiz war es schwierig, aufgrund des starken Frankens und des daraus resultierenden erhöhten Importdrucks die Umsätze zu halten, obwohl sich die Bauwirtschaft weiterhin positiv entwickelte. In Grossbritannien sahen sich die Division und speziell die Aqualux Products Ltd. einem konjunkturell und strukturell äusserst schwierigen Marktumfeld ausgesetzt. Die umfangreichen Massnahmen zur Steigerung der Produktivität und der Kosteneffizienz bei der britischen Aqualux begannen jedoch zu greifen. Die im Berichtsjahr eingeleitete strategische Neuausrichtung zeigte ebenfalls erste Früchte. In einem wirtschaftlich angespannten Umfeld in vielen Staaten Europas verstärkte die Division den Vertrieb und intensivierte die Akquisition neuer Kunden. Hervorzuheben ist die Gründung einer neuen Vertriebsgesellschaft in Moskau, welche mehr Kundennähe ermöglicht und die gute Marktposition festigt. Zeichen des Markterfolgs sind auch die vielen namhaften Objekte, an denen die Division beteiligt war. So wurden im Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig Ascotherm Unterflurkonvektoren mit objektspezifisch gebogenen Sonderbauformen installiert. Beim Umbau des Olympiastadions in Kiew, einem der Austragungsorte der Fussball-Europameisterschaft 2012, kamen energiesparende Therm X2 Flachheizkörper zum Einsatz.

Design und Innovation Unter dieser Maxime gestaltet die Division auch ihre Messeauftritte.

Wichtiger Meilenstein im Berichtsjahr war wieder die ISH Frankfurt, die weltgrösste Messe für Sanitär, Heizung und Klima. Die hohen Besucherzahlen an den Messeständen der Division und die zahlreichen Besucherkontakte zeugten von der hohen Wertschätzung, welche die Division im Fachpublikum geniesst. Dies gilt auch für weitere Fachmessen wie Leipzig, Moskau oder Dubai. In den Fachhandwerker-Umfragen der unabhängigen Zeitschrift «markt intern» belegte die Division in den Kategorien Heizkörper und Flächenheizung wiederum vorderste Plätze. Am 2. Mai 2011 konnte Kermi die Produktion der zehnmillionsten Duschkabine vermelden.


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Produkte, Technologie und Innovation Im Bereich Heiztechnik setzte die Division auf die dominierenden Themen Energieeffizienz und Verringerung des CO2-Ausstosses. Mit dem innovativen, patentierten eccolution Sanierungssystem für Einrohrheizungen baute die Division ihre technologische Marktführerschaft weiter aus. Eccolution macht es möglich, die sich noch millionenfach im Einsatz befindenden Einrohrheizungen ohne aufwendige Rohrerneuerung zu sanieren. Die Systemelemente, die sich relativ einfach und kosteneffizient installieren lassen, heben die Energieeffizienz und Regelgüte auf das Niveau moderner Zweirohrheizungen. Je nach Heizsystem reduziert sich der Energieverbrauch um bis zu 18 %. Eccolution erhielt in den Fachzeitschriften höchste Anerkennung. Mit den voreingestellten Anschluss-Sets Kermi x-part /Arbonia arbofit übertrug die Division ihre seit mehr als 25 Jahren bewährte Technik für Ventilheizkörper auf nahezu alle Heizkörper des Produktportfolios. Das intelligente, einfach zu installierende System spart bis zu 6 % Energie und macht den aufwendigen hydraulischen Abgleich auf der Baustelle überflüssig. Dieser ist in Deutschland zwingend vorgeschrieben und Voraussetzung für die Vergabe von Fördermitteln der öffentlichen Hand. Grossen Anklang fand auch der neue Designraumwärmer Decostar Plus. Dieses Modell wird auf der modernen, vollautomatisierten Fertigungsanlage des Decotherm produziert, die 2010 in Serienproduktion ging. Herausragende Produkte müssen jedoch auch adäquat präsentiert werden. Dies gelang der Division bestens, wie die Messeauszeichnungen Best up-to-date exposition der Messe Aqua-Therm in Moskau sowie Best Stand Award der internationalen Fachmesse Index in Dubai belegen. Im Sanitärbereich verstärkte sich der Trend zum bodenebenen, befliesbaren Duschplatz weiter und damit die von der Division erwartete Entwicklung. Neben der Barrierefreiheit sind Komfort, Sicherheit und Reinigungsfreundlichkeit bei allen Kundensegmenten die wichtigsten Entscheidungskriterien. Mit seinem praxisgerechten Duschplatz-System ist die Division gut aufgestellt, um das Potenzial dieses Marktsegments gemeinsam mit den Partnern des dreistufigen Vertriebswegs auszuschöpfen. In renommierten Design- und Produktwettbewerben konnte der Kermi Duschplatz schnell Spitzenplatzierungen erzielen. Er wurde z.B. mit dem Plus X Award, dem angesehenen Innovationspreis für Technologie, Sport und Lifestyle, ausgezeichnet. Die variantenreiche Serie Walk-in-Shower XS nimmt den aktuellen Trend zu grosszügigen, türlosen Duschbereichen auf und konnte auf Anhieb den iF product design award 2011 gewinnen. Die erfolgreiche Duschkabinenserie Atea wurde mit einem neuen patentierten Hebe-Senk-Gleitmechanismus versehen. Hierdurch eignet sich diese Bauform besonders für die Montage auf den Kermi Duschplatz.

Design mit Kermi Duschkabinen Schwellenloses Kermi Duschkabinen Design in harmonischer Verbindung mit dem bodenebenen, befliesbaren Kermi Duschplatz für grenzenlosen Dusch-Komfort.


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Die Sicherstellung der Qualität für den gesamten Produktionsprozess, vom Zukaufteil bis hin zum fertigen Heizkörper, steht für mein Team und mich an oberster Stelle. Ich freue mich über die täglichen Herausforderungen, die ich zusammen mit meinen Mitarbeitenden meistern kann. Der Heizkörper Decotherm Plus überzeugt mich durch sein einzigartiges Design und seine sehr gute Leistung. Es ist mir eine Freude, bei der Entstehung dieses Produkts vor Ort dabei zu sein.

Jörg Schiemann Leiter Fertigung Decotherm Plus, seit 2008 bei der Arbonia AG in Arbon angestellt


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Produktionskapazitäten optimiert und erweitert Zur nachhaltigen Sicherung ihrer Technologie- und Innovationsführerschaft investiert die Division an allen Fertigungsstandorten kontinuierlich in die Optimierung der Prozesse und der Produkte, in die Steigerung der Effizienz und in die Schonung der Ressourcen. Den hohen Standard belegt auch der Qualitätspreis Tschechiens, mit dem das Produktionswerk Strˇíbro in der Kategorie metallverarbeitende Industrie ausgezeichnet wurde. Die Bewertung basiert auf dem Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM).

Kermi Duschplatz Qualität und Sicherheit von Grund auf: begonnen bei der durchdachten Bodenkonstruktion, über die absolut wasserdichte Verbindung bis zur zuverlässigen Ablaufleistung.

Die Produktionskapazitäten von Sonderheizkörpern wurden 2011 wie angekündigt von Riesa (D) nach Strˇíbro in Tschechien verlagert, um die Herstellung kosteneffizient zu konzentrieren. Die neuen Produktions- und Logistikhallen wurden so in die bestehende Infrastruktur integriert, dass ein optimaler Materialfluss zwischen den einzelnen Prozessschritten ermöglicht wird. Alle Sonderheizkörper werden nun über ein Transportsystem zur Oberflächenbeschichtung zugeführt und anschliessend dem zentralen Logistikbereich übergeben. Durch das im Logistikbereich installierte IT-System werden die Kundenaufträge anschliessend just-in-time kommissioniert und transportkostenoptimiert versendet. Darüber hinaus wurde in eine neue kompakte Buntpulverlackieranlage investiert. Sie ermöglicht eine präzise, effiziente Beschichtung von Sonderheizkörpern und benötigt deutlich weniger Energie als die bisherige Anlage.


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Befestigungstechnik Innovative, optimal stabile Befestigungstechnik mit zeit- und kostensparenden Kombinationsmöglichkeiten.

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In der Heizkörper- und Duschkabinenproduktion wurden 2011 verschiedene Investitionsprojekte abgeschlossen. Dazu gehören eine neue Presse für Konvektorbleche für Flachheizkörper, eine Doppelgehrungssäge und eine CNC-Fräsmaschine für Duschkabinen-Aluminiumprofile. Die neuen Maschinen senken den Energieverbrauch und die Lärmemissionen beträchtlich. Eine neue Sandstrahlanlage für Gläser ermöglicht die schnelle und kundenorientierte Produktion von individuellen Dekoren für alle Duschkabinenmodelle und -ausführungen. Damit wird dem Trend zur architektonischen Gestaltung im Badezimmer Rechnung getragen.

In der Schweiz investierte die Division 2011 in ein neues Hochregallager. Mit seiner Höhe von 10 Metern nutzt es die vorhandene Fläche optimal aus. Die neue Anlage ermöglicht eine Zentralisierung des Lagers, eine Minimierung der Transportwege und eine Senkung der Lagerbestände. Gleichzeitig wurde die Lieferbereitschaft an die Kunden erhöht.

Ausblick

Im laufenden Jahr ist mit einem deutlichen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Dynamik zu rechnen. Ob sich die ermutigenden Vorlaufindikatoren für den Wohnungsbau – insbesondere in Deutschland, der Schweiz und Österreich – wirklich nachhaltig in den Verkaufszahlen niederschlagen, ist derzeit noch fraglich. Im Renovierungsbereich, der für die Division Heiztechnik und Sanitär besonders wichtig ist, zeichnet sich gegenwärtig eine freundliche Entwicklung ab. Langfristige Trends wie der demografische Wandel und das Energiesparen begünstigen höherwertige Renovierungen und wirken sich auf die Division tendenziell positiv aus.


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Divisionen

Schlüsselzahlen Nettoumsatz in Mio. CHF EBITDA in Mio. CHF EBIT in Mio. CHF EBIT-Marge in % Durchschnittlicher Personalbestand in Vollzeitstellen

2011

2010

257.6 − 2.3 − 9.4 − 3.7

267.1 − 3.9 − 14.7 − 5.5

843

847

Küchen und Kühltechnik Die Division besteht aus dem Geschäftsbereich Küchen mit den Marken Forster, Piatti und Warendorf sowie dem Geschäftsbereich Kühltechnik. Forster steht für hochwertige Stahlküchen in puristischem, zeitlosem Design. Piatti ist mit seinem vielseitigen Sortiment im mittleren bis oberen Preissegment der Marktführer in der Schweiz. Warendorf ist im Premiumsegment angesiedelt und profiliert sich mit einem exklusiven Designeransatz. Die rund 20 000 weltweit verkauften Küchen werden in drei eigenen Produktionsstätten in der Schweiz und in Deutschland hergestellt. Der Geschäftsbereich Kühltechnik ist auf die Herstellung hochwertiger Einbaukühlschränke für renommierte Marken spezialisiert und produziert ausschliesslich in der Schweiz.


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Marktentwicklung ie Baubranche in der Schweiz war von den Auswirkungen der Krise an den Finanzmärkten kaum betroffen. Das Bauvolumen lag 2 % über dem Vorjahr. Der starke Schweizer Franken löste jedoch trotz reger Bautätigkeit einen hohen Kostendruck aus. Im Privatkundengeschäft mussten viele Aufträge an den grenznahen Euroraum abgegeben werden. Die Margen sind stark unter Druck – vor allem auch im Objektgeschäft. Dies nicht zuletzt, da die europäischen Küchenhersteller durch den schwachen Euro mit deutlich tieferen Preisen an den Schweizer Markt gehen können. Zudem erforderte das kurzfristige Bestellverhalten der Kundschaft vor allem in der Produktion eine erhöhte Flexibilität und trieb die Logistikkosten in die Höhe.

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In Deutschland kann die Küchenmöbelindustrie auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Das Inlandgeschäft wuchs um 5.9 %, während die Exporte um 4.3 % zunahmen. Überdurchschnittliche Zuwachsraten verzeichneten die Ausfuhren nach China, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und nach Österreich. Hingegen lagen Grossbritannien, Spanien, Luxemburg und die USA unter den Erwartungen.

iF product design award 2012 für Forster Die Forster Stahlküche PUR11 wurde gleich dreifach mit dem iF product design award 2012 ausgezeichnet: für das zeitlos elegante Möbeldesign, den raffinierten Griff und das patentierte Scharnier.

Im Geschäftsjahr 2011 blieb die Division Küchen und Kühltechnik unter dem Vorjahresumsatz. Die eingeleiteten Restrukturierungen, die sowohl organisatorische wie auch finanzielle Auswirkungen hatten, konnten das Geschäftsergebnis noch nicht positiv beeinflussen. Der Umsatz erreichte CHF 257.6 Mio., was einer Abnahme um 3.5 % entspricht, währungsbereinigt resultierte ein Rückgang von 2.4 %. Das EBIT betrug CHF − 9.4 Mio. (Vorjahr CHF − 14.7 Mio.). Während sich der Umsatz von Piatti Küchen erfreulich entwickelte, belasteten Produktionsprobleme bei Forster Küchen und die nicht genügend ausgelastete Produktion in Warendorf (D) die Entwicklung des Geschäftsbereichs und der Division zusätzlich. Die Zahl der Mitarbeitenden der Division sank von 847 auf 843.


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Hoch hinaus mit Primo von Piatti Neben dem Fussballstadion und den Sportanlagen entstehen auf der Luzerner Allmend die zwei Wohntürme Hochzwei. Piatti wird die 283 Mietwohnungen und 48 Long Stay Apartments mit trendigen und eleganten Primo Küchen ausstatten.

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Produkte, Technologie und Innovation Küchen Mit der Lancierung der neuen Küchengeneration PUR11 setzte Forster im Geschäftsjahr 2011 einen neuen Massstab in der Stahlmöbelfertigung. Zur Realisierung von PUR11 waren diverse Verfahrensinnovationen und -anpassungen notwendig, u.a. ein spezielles Schweissverfahren und eine besondere Verputztechnik. Die Markteinführung der neuen Stahlküchenlinie, die mit ihrem zeitlosen und schlichten Design besonders bei Architekten grossen Zuspruch findet, verlief sehr erfolgreich. Die hohe Nachfrage zeigt, dass Forster Küchen die Erwartungen der Kunden getroffen hat.

Piatti konnte seine Marktführerschaft durch gezielte Sortimentserweiterungen ausbauen. Als erster Küchenbauer ist Piatti seit April 2011 in der Lage, feine 1 Millimeter dicke Kanten mittels Plasmatechnik anzubringen. Diese innovative Technologie macht die Fugen unsichtbar und senkt den Energieverbrauch im Vergleich zur Lasertechnologie um rund 50 %. Zudem fällt eine Leimschicht weg, was ebenfalls zur Nachhaltigkeit des Produkts beiträgt. Dem Trend zu klaren und reduzierten Linien folgend lancierte Piatti ein neues Griffleistenkonzept, das zusätzliche Planungsoptionen schafft. Ein neues Kommunikationskonzept setzt vor allem auf den Dialog mit den verschiedenen Anspruchsgruppen. Neben entsprechenden FacebookSeiten lancierte Piatti unter dem Namen kitchenfriends.ch ein eMagazine, welches das Leben und Geniessen rund um die Küche zum Schwerpunkt hat. Besonders erfolgreich konnte eine Piatti App für das iPhone lanciert werden. Sie bedient rund 40 000 Abonnentinnen und Abonnenten wöchentlich mit neuen Kochrezepten.


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Die Marke Warendorf wurde ihrem hohen Exklusivitätsanspruch im Premiumsegment gerecht und konnte ihre Designkompetenz auf internationalem und nationalem Boden unter Beweis stellen. Mit dem Niederländer Piet Boon gewann Warendorf neben Philippe Starck 2011 einen weiteren Designer von Weltruf hinzu und entwickelte mit ihm ein natürliches und authentisches Küchendesign.

Stardesigner für Warendorf Piet Boon und Philippe Starck zeigen, was sie unter funktionellen und zeitlosen Premiumküchen verstehen. Warendorf sorgt für die perfekte Umsetzung und die globale Vermarktung.

Aufgrund der hinter den Erwartungen zurückbleibenden Absatzentwicklung wurden die Produktionskapazitäten im Berichtsjahr zurückgefahren und personelle Veränderungen im Vertriebsmanagement vorgenommen. In Asien und Middle East konnten diverse Objekte realisiert werden. Dazu gehören das Tip Top Projekt in Peking, das Yanlord Townhouse Objekt in Shanghai oder der Landmark Tower in Abu Dhabi. Im Berichtsjahr lancierte Warendorf das Programm Swing, welches mit seinem schwebenden Design Küchen- und Wohnmöbel vereint. Die Fachwelt honorierte die Kreativität von Warendorf durch die Verleihung verschiedener Design Awards, wie beispielsweise des Interior Innovation Award 2011.

Philippe Starck Gemeinsam mit dem russischen Warendorf Distributeur FTF-Holding gab Philippe Starck am 5. April 2011 den Startschuss zur Einführung der Produktlinie «Starck by Warendorf» in Moskau.


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In meinem vielfältigen Beruf als Einkäuferin pflege ich Kontakt zu Lieferanten auf der ganzen Welt. Zusammen mit unserem Einkaufsleiter ist die permanente Optimierung der Prozessabläufe, die stetige Preis- und Terminverhandlung ein absolutes Muss. Besonders stolz bin ich auf die hochwertige «Swiss Quality» unserer Forster Stahlküche, die auch nach vielen Jahren durch ihre Robustheit modern und neuwertig wirkt. Es ist ein gutes Gefühl, Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein.

Isra Abdullahi Einkäuferin AFG Küchen, 2008 – 2011 als KV-Lernende, Festanstellung seit 2011


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Modernste Küchenmontagelinie Europas Forster nahm im Herbst eine automatische Kleberauftragsmaschine in Betrieb. Sie hilft, die gestiegenen Mengen von geklebten Teilen in der PUR11 Linie rationeller zu fertigen. Zudem wurde eine neue Laminieranlage, welche die Küchenfronten mit einem Folienschutz abdeckt, in Betrieb genommen. Am Hochregallager nahm Forster ein Retrofit vor. Es senkt die Ausfallzeiten und bringt die Steuerung sowie die mechanische Komponenten auf den neusten Stand. Piatti tätigte im Berichtsjahr die grösste Investition in seiner Geschichte. Es handelt sich um eine neue Anlage zur Möbelmontage, die in zwei Realisationsphasen bis Mai 2013 vollständig in den Arbeitsprozess integriert sein wird. Die Anlage mit einer Investitionssumme von insgesamt CHF 7 Mio. ist die modernste Montagelinie Europas.

e-wohnen zukunft Für das Projekt «e-wohnen zukunft» hat Warendorf mit dem Architekturpartner Alexis Dornier die Warendorf «e-wohnen2022 Kitchen» entwickelt, mit einer Kombination aus intelligenter Architektur, anspruchsvollem Design und der Integration von Zukunftstechnologie.

Die neue Möbelmontagelinie garantiert eine wirtschaftliche Produktion der Küchenmöbel sowie eine laufende Qualitätsverbesserung. Durch die Möbelmontagelinie wird der Materialfluss weiter optimiert und automatisiert. Mitte Juni 2011 eröffnete die Division in Bern ein neues AFG Küchenzentrum, das als Drei-Marken-Studio konzipiert ist. Auf einer gemeinsamen Verkaufsebene werden die Marken Forster, Piatti und Warendorf präsentiert.


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Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Kühltechnik Der Geschäftsbereich Kühlen wurde per 1. Dezember 2011 in Forster Kühltechnik umbenannt. Er wird unter der Verantwortung eines neuen Geschäftsführers neu ausgerichtet. Im Werk Arbon sind heute 130 Mitarbeitende beschäftigt, die für renommierte Marken Einbaukühlschränke in der Schweizer Norm (Breite 55 cm) herstellen. Einen geringen Teil der Produktion bezieht der Geschäftsbereich Küchen zum Einbau in Forster Küchen. In den nächsten Jahren wird Forster Kühltechnik die Voraussetzungen schaffen, um sich als technologisch und qualitativ führender Hersteller von Kühlschränken zu positionieren. Höchste Priorität wird dabei einer überdurchschnittlichen Energieeffizienz eingeräumt. Der Geschäftsbereich arbeitete 2011 wie schon in den Vorjahren profitabel.

Ausblick

Im laufenden Jahr rechnet die Division Küchen und Kühltechnik mit einer fortgesetzt regen Bautätigkeit und einer hohen Nachfrage nach Küchen. Der starke Schweizer Franken wird den günstigen Import von europäischen Küchen jedoch weiterhin begünstigen und den Preisdruck hochhalten. Die im Sommer 2011 eingeleitete Zusammenlegung der drei Küchenmarken in der Schweiz unter einen gemeinsamen Vertrieb mit einheitlicher Führung wird die Strukturkosten senken und die Kundennähe weiter optimieren. Eine besondere Herausforderung stellt die Steigerung des Bekanntheitsgrads von Warendorf dar. Der Geschäftsbereich Kühltechnik erwartet eine stabile Entwicklung sowie deutliche Fortschritte auf dem Weg zur angestrebten technologischen und qualitativen Führerschaft.


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Divisionen

Schlüsselzahlen Nettoumsatz in Mio. CHF EBITDA in Mio. CHF EBIT in Mio. CHF EBIT-Marge in % Durchschnittlicher Personalbestand in Vollzeitstellen

2011

2010

406.4 53.4 40.2 9.9

405.2 52.4 38.9 9.6

1 453

1 371

Fenster und Türen Die Division Fenster und Türen mit den Marken EgoKiefer, RWD Schlatter und Slovaktual gehört zu den führenden und innovativsten Anbietern von Fenstern und Türen in Europa. Die Produktion erfolgt in eigenen Werken in der Schweiz sowie in der Slowakei. In der Schweiz verfügt die Division über eine eigene dezentrale Vertriebsorganisation und ein flächendeckendes Händlernetz. Die Märkte Slowakei und Tschechien werden hauptsächlich über ein dichtes Händlernetz bearbeitet.


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Divisionen Fenster und Türen

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ie Division Fenster und Türen verzeichnete 2011 ein Wachstum im Nettoumsatz von 0.3 % auf CHF 406.4 Mio. Das EBIT des Vorjahres wurde um CHF 1.3 Mio. erhöht (+ 3.5 %). Diese positive Entwicklung gelang trotz der nach wie vor schwierigen Marktsituation in der Slowakei und in Tschechien. Im Heimmarkt Schweiz stieg der Umsatz trotz einem währungsbedingt verstärkten Import- und Preisdruck um 2.8 %. Marktentwicklung Der Heimmarkt Schweiz und insbesondere die Wohnbautätigkeit entwickelten sich weiterhin positiv, obgleich sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte zusehends verlangsamte. In Europa belasteten die Währungs- und Schuldenkrise und die Hektik an den Finanzmärkten die Konjunktur spürbar. Diese Krise hatte die zentral- und osteuropäischen Märkte schon im Jahr 2009 hart getroffen; eine Erholung war im Berichtsjahr nicht zu erkennen. Der Wohnungsbau in der Slowakei sank im ersten Halbjahr 2011 gegenüber der Vorjahresperiode um über 15%. In Tschechien bremsten die hohen Zinsen die Investitionsbereitschaft in der Bauindustrie. In diesem angespannten Umfeld gelang es der Division, mit attraktiven Produkten, innovativen Neuentwicklungen und der professionellen Kundenbetreuung ihre starke Marktposition in den wichtigen Absatzmärkten zu halten. Im Heimmarkt Schweiz konnte die führende Marktstellung der Marken EgoKiefer und RWD Schlatter weiter ausgebaut werden, und durch den konsequenten Ausbau der Händlerorganisation sicherte die Marke Slovaktual ihre Marktstellung in den Schlüsselmärkten Slowakei und Tschechien.


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Produkte, Technologie und Innovation Mit dem Umweltversprechen «Klimaschutz inbegriffen» setzte EgoKiefer ihre Energiesparoffensive konsequent fort und lancierte zahlreiche Projekte und Innovationen. Als erstes und bislang einziges Unternehmen in Europa erreichte RWD Schlatter die natureplus-Zertifizierung gleich für drei Produktgruppen. Das vorrangige Ziel von natureplus ist die Entwicklung objektiver Kriterien, welche die Nachhaltigkeit für die verschiedenen Produktgruppen im Wohn- und Baubereich beurteilen. Für die Zertifizierung kommen nur Produkte infrage, die zu mindestens 85% aus nachwachsenden oder nahezu unbegrenzt verfügbaren mineralischen Rohstoffen bestehen. ProduktlebenszyklusÖkobilanz Analysen und weitere prüfbare Kriterien garantieren, dass Eine Investition in die Fensterisolation schont natureplus-zertifizierte Produkte umweltverträglich herdie Umwelt nachhaltig und verbessert die gestellt werden. Lebensqualität. Auch EgoKiefer setzt ganz auf den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und die Entwicklung von Fenstern mit maximaler Energieeffizienz. Vor über 20 Jahren erstellte das Unternehmen mit der eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA die erste Ökobilanz für Fenster und entwickelte diese seither laufend weiter. EgoKiefer Fenster reduzieren den Energieverbrauch über das Fenster um bis zu 75 % und sind ein Gewinn für die Umwelt. Die EgoKiefer Fenstertechnologie XL® erfüllt bereits heute die zu erwartenden verschärften europäischen Wärmedämmvorschriften des Jahres 2020. Am nationalen Fachbetriebstag vom 21. Oktober 2011 in Zürich-Oerlikon stellte das Unternehmen den rund 220 aus der ganzen Schweiz angereisten Fachbetriebspartnern die neue EgoKiefer Fensterlinie WoodStar WS1® vor. Sie verfügt über hervorragende Wärmedämmwerte und ist MINERGIE®-zertifiziert. Eine weitere Stärke sind die Designvarianten für moderne oder klassische Gebäude. Damit bietet WoodStar WS1® für den Heimat- und Denkmalschutz kompatible Lösungen mit modernster Fenstertechnologie an. Die Fenstertüren sind barrierefrei und für behindertengerechtes Bauen besonders geeignet. Die Einführung von drei neuen Holz /Aluminium- und Holz-Fensterkonstruktionen bedeutete für EgoKiefer nicht zuletzt eine grosse logistische und planerische Herausforderung. Über die Weihnachtszeit wurden die Produktionsabteilungen am EgoKiefer Hauptsitz in Altstätten auf die neuen Produkte umgestellt. Der Produktionsstart für WoodStar WS1® erfolgte zeitgleich zur Swissbau 2012 Anfang Januar.


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Mit den Fenstersystemen AS1®, XL® 2020 und WS1® präsentierte EgoKiefer an der Swissbau 2012 vom 17. bis 21. Januar ein Fenstersortiment, welches das Engagement für den Klimaschutz eindrücklich dokumentiert. Zusätzlich aufgewertet werden die starken Fensterkonstruktionen durch zahlreiche Ego®Power Mehrwertmodule für Wärmedämmung, Lärmschutz, Lüftung oder Sicherheit und Automatisation. Mit Ego®Fresh präsentierte EgoKiefer an der Swissbau einen Preisgewinner im vom Bundesamt für Energie ausgeschriebenen Wettbewerb für fensterintegrierte Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung. Rechtzeitig zur Messe stellte EgoKiefer sämtliche Fensterlinien auf das neue Beschlagskonzept Titan-AF um. Von der verbesserten Einbruchhemmung, der leichtgängigeren Bedienung, der Verschleissfreiheit bis hin zu einfachen Nachrüstbarkeit und dem attraktiven Design ergeben sich für die Kundinnen und Kunden zahlreiche attraktive Vorteile.

City West Einkaufs- und Gewerbecenter in Chur – Hohe Anforderungen an die Produkte und die Montage.

Die Umweltkompetenz und Professionalität entlang der ganzen Prozesskette der Division Fenster und Türen spiegelten sich auch in den umgesetzten Projekten wider. Ein gutes Beispiel ist das Einkaufs- und Gewerbecenter City West in Chur. Es ist das grösste je in der Bündner Hauptstadt realisierte private Bauvorhaben und umfasst zwei rund 80 Meter hohe Türme. EgoKiefer erhielt den Auftrag für den Einbau der Kunststoff/Aluminium-Fenstern XL® nicht nur aufgrund der überzeugenden Eigenschaften der Produkte, sondern auch wegen der besonderen Montagekompetenz, welche die Gebäudehöhe und die Witterungseinflüsse erfordern.

Wesentlichen Anteil am verhältnismässig guten Abschneiden in der Slowakei und in Tschechien hatten die besonders energieeffizienten Slovaktual-Fensterlinien STANDARD-OL und PASIV-OL / -HL. Für den Bau der Prague Towers lieferte Slovaktual beispielsweise rund 1200 Kunststoff/Aluminium-Fenster der Fensterlinie STANDARD-OL sowie Haustüren aus Aluminium. Zudem gelang es Slovaktual, durch die starke Präsenz an zahlreichen wichtigen Messen in der Slowakei und in Tschechien, ihre Kundenkontakte zu vertiefen und viele neue Kontakte zu Kunden und Händlern herzustellen.


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Als Gebietsverkaufsleiter stelle ich den Verkaufsumsatz in meiner Region sicher, betreue unsere bestehenden Kunden und akquiriere Neukunden, indem ich ihnen die Vorteile unserer Produkte transparent darlege. Mein Beruf ist abwechslungsreich, vor allem auch durch die stetigen Innovationen, die ich voller Überzeugung unseren Kunden präsentieren kann. Ihre Begeisterung zeigt mir, dass wir täglich gute Arbeit leisten.

Charles Buffalo Gebietsverkaufsleiter EgoKiefer, Niederlassung Villeneuve VD, seit 1979 bei der EgoKiefer AG angestellt

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Neubau Produktionswerk Pravenec Flexible Hightech-Fensterproduktion auf über 6400 m2 Hallenfläche.

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Produktionskapazitäten ausgebaut Im Zug der eingeschlagenen Internationalisierungsstrategie erweiterte die Division ihre Produktionskapazitäten. Das neu in Betrieb genommene Produktionswerk für Kunststoff-Fenster am Standort Pravenec (SK) legt die Basis für den weiteren Ausbau der zentral- und osteuropäischen Märkte. Im neuen Werk werden auf hochmodernen, flexiblen Fertigungslinien sowohl die Slovaktual Fenster STANDARD-OL und PASIV-OL / -HL für die Märkte Slowakei und Tschechien wie auch das EgoKiefer Kunststoff-Fenster AS1® hergestellt.

In der Schweiz wird das exklusive Isolierglas von EgoKiefer neu auch in der Westschweiz produziert. Das 1996 im Schweizer Markt eingeführte EgoKiefer Hochleistungsisolierglas EgoVerre® ist nach wie vor eines der besten und leistungsfähigsten Isoliergläser der Branche. Durch den thermoplastischen Abstandhalter (warm edge) erreicht EgoVerre® hervorragende Wärmedämmwerte und reduziert die Kältezonen im Glasrandbereich erheblich. Bereits 1998 baute der Co-Produzent Schollglas am Standort Altstätten ein hochmodernes Glaswerk zur exklusiven Belieferung von EgoKiefer. Angesichts der kurzen Wege entstanden zahlreiche Vorteile für EgoKiefer und ihre Kunden. Insbesondere wurden die Durchlauf- und Lieferzeiten markant reduziert und die CO2Belastung durch die kurzen Transportwege deutlich gesenkt. Anfang Februar 2012 wurde in Steg VS das zweite Produktionswerk von Schollglas in Betrieb genommen und damit das Erfolgskonzept dupliziert.


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Divisionen Fenster und Türen

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Mit dem Projekt SAP ERP investiert die Division bei EgoKiefer in eine effiziente Ressourcenplanung und in eine optimierte Steuerung der Unternehmensprozesse. Nach dem Projektstart im April 2011 erarbeitete das 35-köpfige Team bis zum Ende des Berichtsjahrs das detaillierte SAPPflichtenheft, den sogenannten Business Blueprint, und bereits am 1. Januar 2012 nahm EgoKiefer das SAP-Teilprojekt im Bereich Human Resources in Betrieb. Die anderen Teilprojekte werden im laufenden Jahr umgesetzt. Die integrale operative Umstellung auf SAP erfolgt bei EgoKiefer am 1. Januar 2013.

Ausblick

Die wirtschaftlichen Aussichten für den Heimmarkt Schweiz haben sich eingetrübt. Die Märkte Slowakei und Tschechien werden sich im laufenden Jahr noch nicht erholen. Zudem belastet die europäische Schuldenkrise die Konsumentenstimmung in Europa weiterhin. Als Mindestziel hat sich die Division Fenster und Türen vorgenommen, ihre starken Positionen in allen Märkten zu halten. Die Kapazitäten werden weiter ausgebaut. Höchste Priorität hat sodann die Entwicklung und Einführung innovativer und noch leistungsfähigerer Produkte.


AFG Gesch채ftsbericht 2011

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AFG Geschäftsbericht 2011

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Divisionen

Schlüsselzahlen Nettoumsatz in Mio. CHF EBITDA in Mio. CHF EBIT in Mio. CHF EBIT-Marge in % Durchschnittlicher Personalbestand in Vollzeitstellen

2011

2010

140.5 8.3 − 5.8 − 4.1

139.4 17.0 9.9 7.1

338

311

Stahltechnik Mit ihren beiden Geschäftsbereichen Forster Präzisionsstahlrohre und Forster Profilsysteme zählt die Division Stahltechnik zu den technologisch führenden und innovativsten Anbietern der Branche. Forster Präzisionsstahlrohre stellt geschweisste und kalt gezogene Präzisionsstahlrohre her. Forster Profilsysteme entwickelt und produziert Profilsysteme in Stahl und Edelstahl für Fenster, Türen und Fassaden. Kunden sind namhafte Hersteller der Automobilindustrie, des Möbel- und Ladenbaus, des Maschinenbaus und der Bauzulieferindustrie.


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Divisionen Stahltechnik

D

ie Division Stahltechnik setzte im Berichtsjahr CHF 140.5 Mio. um. Gegenüber dem Vorjahresumsatz von CHF 139.4 Mio. entspricht dies einer Erhöhung von 0.8 %. Das EBIT der Division sank aufgrund der Währungsumrechnungen auf CHF − 5.8 Mio., von CHF 9.9 Mio. im Vorjahr. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten beträgt 338.

Marktentwicklung Die Stärke des Schweizer Frankens und der hohe Importdruck machten der Division Stahltechnik sehr zu schaffen, da sie ausschliesslich im schweizerischen Arbon TG produziert. Zusätzlich hat Forster Präzisionsstahlrohre einen Exportanteil von über 90 %. Forster Profilsysteme exportiert über 65 % der Produktion in den Euro- oder Dollarraum. Die Division hat 2011 einen herausfordernden Anpassungsprozess an die geänderten Rahmenbedingungen eingeleitet. Die Umsätze entwickelten sich im ersten Halbjahr in beiden Geschäftsbereichen positiv; im zweiten Halbjahr war in verschiedenen Märkten von Forster Profilsysteme und in den für das Rohrgeschäft wichtigen Branchen Möbel- und Maschinenbau eine Abschwächung spürbar. Die negative Entwicklung beim EBIT wurde in erster Linie durch den schwachen Euro und eine Einmalabschreibung auf die Buchwerte der Zieherei verursacht. Aufgrund der neuen Wechselkursrelationen kann künftig nur noch ein Teil der gezogenen Produkte wirtschaftlich hergestellt werden. Die Anzahl der Mitarbeitenden im Geschäftsbereich Forster Präzisionsstahlrohre wurde und wird daher – in erster Linie durch natürliche Fluktuation – heruntergefahren. Dagegen wurde bei Forster Profilsysteme die Anzahl der Mitarbeitenden in den neuen Märkten erhöht.

Französische Botschaft in Peking Der Neubau der französischen Botschaft in Peking wurde im März 2011 von Präsident Nicolas Sarkozy feierlich eingeweiht. Die Eingangstüren sowie die Fenster- und Fassadenelemente bestehen aus Forster Profilsystemen. Für den Geschäftsbereich ist der Neubau ein Referenzprojekt mit globaler Ausstrahlung.

Forster Profilsysteme setzte im Berichtsjahr seine Internationalisierungsstrategie fort und trieb die Entwicklung von Produktinnovationen intensiv voran. Der Geschäftsbereich profitierte von der starken Baukonjunktur in den Heimmärkten und erzielte vor allem in der Schweiz und in Deutschland ansprechende Verkaufserfolge. Insgesamt litten im Euro- und Dollarraum sowohl die Umsätze als auch die Margen stark unter den veränderten Wechselkursen. Der Schwerpunkt der Markterweiterung lag in der Region Asia Pacific. In China, wo die Organisation im Berichtsjahr erweitert und verstärkt wurde, realisierte der Geschäftsbereich mehrere Grossprojekte, u. a. die französische Botschaft in Peking. In Südostasien rekrutierte der Geschäftsbereich neues Personal und akquirierte erste Kunden. Die Schulung erfolgte durch schweizerische Fachleute vor Ort.


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Divisionen Stahltechnik

Täglich untersuche ich die Oberflächenvorbehandlungsbäder und Kühlschmierstoffe mit chemischen Analysemethoden. Meine Kenntnisse als Chemikerin kann ich optimal einsetzen. Ich führe Versuche durch, entwickle entsprechende Prüfmethoden und teste diese. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden mit den Lieferanten diskutiert. Es ist wichtig, dass ich in meinem Beruf zuverlässig und genau arbeite. Unsere hochwertigen Stahlprodukte entstehen jedoch nur durch die Zusammenarbeit und fachliche Kompetenz der Mitarbeitenden in der Produktion, im Qualitätswesen, im Unterhalt, sowie unter Berücksichtigung von Arbeitssicherheit und Umwelt.

Meregelita Christen Chemielaborantin, seit 2000 bei der Forster Rohr- und Profiltechnik AG in Arbon angestellt

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Divisionen Stahltechnik

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Die Region Middle East wird seit April 2011 durch den in Dubai ansässigen Verkaufsleiter bearbeitet. Erste Objekte wurden schon ausgeführt, darunter die Bibliothek der Zayed University in Abu Dhabi, in der Forster Brandschutztüren für Sicherheit sorgen.

Zayed University in Abu Dhabi Die Brandschutzelemente in der Bibliothek der Zayed University in Abu Dhabi sind elegant und sicher. Dank diesem prestigeträchtigen Referenzobjekt konnten bereits weitere Objekte mit Signalwirkung akquiriert werden.

In der ebenfalls intensiv bearbeiteten Marktregion Osteuropa konnte Forster in die AFG Vertriebsgesellschaft in Moskau integriert werden und erweiterte gleichzeitig die Verkaufsorganisation. Für Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Rumänien konnte ein neuer Vertriebspartner gewonnen werden. Er ist in diesen Märkten gut etabliert und verfügt über eine bewährte Logistik.

Der Geschäftsbereich Forster Präzisionsstahlrohre, der nur 10 % seiner Produktion in der Schweiz absetzt, war der Wechselkursproblematik ausserordentlich stark ausgesetzt und musste einen proportionalen Rückgang der Margen hinnehmen. Der Anpassungsdruck war und ist entsprechend hoch. Nach einem mengenmässig guten ersten Halbjahr kühlte sich die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte spürbar ab. Forster Präzisionsstahlrohre reagierte sehr schnell, u. a. mit einem ambitionierten Kostensenkungsprogramm, Personalanpassungen, Preiserhöhungen im Euroraum sowie Nachverhandlungen von laufenden Lieferantenverträgen in Schweizer Franken. Produkte, Technologie und Innovation Forster Präzisionsstahlrohre fokussiert auf Produktsegmente, die den Kunden im Produktionsprozess technologische Vorteile verschaffen. Dazu gehören massgewalzt-geschweisste Rohre, vor allem für die Automobilindustrie. Diese musste in der Vergangenheit vorwiegend gezogene Rohre verwenden, um die sehr engen Toleranzen einhalten zu können. Massgewalzt-geschweisste Forster Präzisionsstahlrohre sind bei gleichwertiger Funktionserfüllung günstiger in der Fertigung. Eine weitere Spezialität von Forster sind direkt verchromungsfähige Möbelrohre mit perfekter Oberfläche sowie gezogene Spezialprofile, bei denen die grosse Erfahrung in der Werkzeugkonstruktion und dem Werkzeugbau zum Tragen kommt. Dank dem hohen Innovationsgehalt der Produkte, wie spezielle Stahlqualitäten, Festigkeiten oder Oberflächen, kann der Währungsnachteil zumindest teilweise kompensiert werden. Produktentwicklung und Vertrieb arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, die noch vorhandenen Commodity-Produkte im Bereich einfacher geschweisster Rohre – wie etwa Radiatorenrohre – durch intelligente Neuentwicklungen mit höherer Wertschöpfung ablösen zu können. An den wichtigen Baumessen Bau München und Batimat Paris präsentierte Forster Profilsysteme mehrere Innovationen, die beim Publikum guten Anklang fanden. Besonders zu erwähnen ist die automatische


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Divisionen Stahltechnik

Brandschutztüren Das bewährte System für Brandschutztüren Forster fuego light wurde um eine zusätzliche Konstruktionsvariante erweitert. Die Brandschutz-Schiebetür EI30 mit Fluchtwegfunktion ist nach erfolgreichen Prüfungen für den Schweizer Markt bereits zugelassen.

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Brandschutzschiebetür mit Antipanik-Fluchtfunktion. Sie wird die Position von Forster Profilsysteme als führender Hersteller von Sicherheitssystemen aus Stahl und Edelstahl festigen. Aber auch andere Neuheiten, wie die Fingerschutztür, die als wärmegedämmte Konstruktion und als Brandschutzelement demnächst lanciert wird, fanden reges Interesse. Weiter konnte eine nach der Feuerwiderstandsklasse EI30 brandhemmende Dachkonstruktion erfolgreich geprüft und im Markt eingeführt werden. Die Entwicklungspipeline ist voll; mehrere Innovationen mit vielversprechenden Absatzchancen werden im Verlauf des Jahres 2012 die Marktreife erlangen und lanciert.

Produktion In der Produktion lag der Schwerpunkt auf dem Abschluss und der Optimierung der 2009 und 2010 begonnenen Investitionen. Beim Schweissen, der Kernkompetenz von Forster Präzisionsstahlrohre, wurden einige Innovationen zur Überwachung oder Regelung wichtiger Prozessparameter umgesetzt. Weitere Prozessinnovationen sind in Vorbereitung für die Umsetzung 2012 und werden zusätzliche Wettbewerbsvorteile generieren. Während des Jahres 2011 konnte die Produktivität in der Systemfertigung um über 5% erhöht und damit der währungsbedingte Druck etwas gemindert werden. Im laufenden Jahr baut Forster Profilsysteme eine Schulungswerkstätte in der Region Shanghai auf. Sie wird wie ein europäischer Metallbaubetrieb mit modernen Maschinen eingerichtet. Auf Wunsch können die Metallbauer für die Montage fertige Rahmen beziehen. Diese Massnahmen werden die Ausführungsqualität der installierten Stahlelemente markant verbessern und die Zahl der Metallbaukunden deutlich erweitern.

Ausblick

Für 2012 erwartet die Division Stahltechnik eine sehr volatile, in den verschiedenen Branchen uneinheitliche Entwicklung bei einer insgesamt rückläufigen Konjunktur. Durch neu entwickelte Präzisionsstahlrohr-Produkte für Automobilzulieferer und die Erschliessung neuer Märkte für Forster Profilsysteme sollte der konjunkturbedingte Mengenrückgang über das Jahr gesehen jedoch mehr als ausgeglichen werden können. Das Betriebsergebnis wird wesentlich von der weiteren Entwicklung der Wechselkurse abhängen.


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Divisionen

Schlüsselzahlen Nettoumsatz in Mio. CHF EBITDA in Mio. CHF EBIT in Mio. CHF EBIT-Marge in % Durchschnittlicher Personalbestand in Vollzeitstellen

2011

2010

63.6 − 1.3 − 66.9 − 105.3

59.4 1.5 − 9.0 − 15.1

512

454

Oberflächentechnologie Die Division Oberflächentechnologie ist führend in der funktionellen Oberflächenbeschichtung und -bearbeitung, sowohl von kleinen und mittleren Bauteilen im Seriengeschäft als auch von Einzelkomponenten bis 27 Meter Länge, bis 6 Meter Durchmesser und bis 64 Tonnen Gewicht. Wesentliche Kunden finden sich in den Sektoren Papier, Druck, Film, Folien, Textil, Energieerzeugung, Nahrungsmittel, Automobil- und Motorenbau, in der Luft- und Schifffahrt, dem allgemeinen Anlagenbau und der Wehrtechnik. Die Division ist mit acht Produktionsstandorten und diversen Vertretungen weltweit präsent.


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Divisionen Oberflächentechnologie

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Marktentwicklung ach einem schwierigen Start gewannen die Märkte im Frühjahr 2011 zunehmend an Dynamik. Diese Entwicklung wurde durch den immer stärker fallenden Eurokurs getrübt. Die einzelnen Abnehmermärkte zeigten kein einheitliches Bild. Die Flugzeugindustrie wies – gestützt durch die Akquisition der Avia Peintures Sàrl in Frankreich – ein stabiles Wachstum auf. Auch die Schifffahrtsindustrie, die vor allem in Deutschland eine hohe Nachfrage generierte, sowie kleinere Branchen, entwickelten sich erfreulich. Insgesamt resultierte eine Umsatzsteigerung auf tiefem Niveau um rund 7 % auf CHF 63.6 Mio. Die Zunahme ist wie im Vorjahr zu einem überwiegenden Teil der Nachfrage nach Investitionsgütern in China und anderen Schwellenländern zu verdanken.

N Headquarter Die aus dem Schweizer Oberflächenpionier Hartchrom AG entstandene STI Group verfügt heute über ein einzigartiges, breites und flexibles Spektrum an Technologien, Infrastrukturen, Know-how und Dienstleistungen.

Die in den Vorjahren eingeleiteten, umfassenden Kostensenkungsmassnahmen wurden im Berichtsjahr umgesetzt und wo möglich erweitert. Der Aufwand, der durch Vorleistungen in den geplanten Aufschwung entstand, liess sich jedoch nicht vollständig kompensieren. Das EBITDA sank auf − 1.3 Mio. (Vorjahr CHF 1.5 Mio.), das EBIT fiel auf CHF − 66.9 Mio. als Folge der hohen Wertberichtigung. Der durchschnittliche Personalbestand stieg insgesamt auf 512 Vollzeitstellen – davon entfallen 17 Stellen auf das neue Werk in China sowie 32 Stellen auf die im Frühjahr akquirierte Avia Peintures Sàrl in Frankreich.

Produkte, Technologie und Innovation Im Berichtsjahr konnte die Division Oberflächentechnologie am Standort Frankreich ihre führende Position im Markt Aeronautics ausbauen und festigen. Die im Mai 2011 erfolgte Übernahme der Firma Avia Peintures Sàrl, die mit über 100 Zertifizierungen in der Luftfahrtindustrie bereits breit etabliert ist, erweiterte das Verfahrensangebot der Division entscheidend. Sie deckt einen Grossteil der von der Luftfahrt geforderten Prozesse für Stahl- und Aluminiumbauteile ab und gilt deshalb als wichtiger strategischer Partner. Die in Frankreich erlangte Zertifizierung gemäss National Aerospace and Defence Contractors Accreditation Program (NADCAP) sichert den Marktzugang zu allen neuen Typenreihen in der Luftfahrtindustrie. Eine neue und innovative Zink-Nickel-Linie sowie eine Dekontaminierungsanlage zur Reduzierung von Partikelverunreinigungen in Motoren- und Turbinenbauteilen, sichern das bestehende Geschäft zusätzlich ab. Um den wachsenden Markt der Beschichtung von Aluminiumbauteilen für die Luftfahrtindustrie zu erschliessen, wurde am Standort Frankreich in Anodisierverfahren investiert. Schwerpunkt war dabei das neue von Airbus zugelassene chromsäurefreie Verfahren. Es gewährleistet bei der


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Divisionen Oberflächentechnologie

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Mein Beruf ist abwechslungsreich und ich arbeite gerne selbstständig. In meiner Abteilung Forschung und Entwicklung ist eine präzise und saubere Arbeitsweise Grundvoraussetzung zur Herstellung qualitativ hochwertiger Oberflächenlösungen. Das Faszinierende an der Division Oberflächentechnologie ist, dass durch eine optimal abgestimmte Oberflächenveredlung und anschliessender mechanischer Bearbeitung ein Endprodukt von Topqualität entsteht.

Andre Dreyer Sachbearbeiter Forschung und Entwicklung, seit 2006 bei der Hartchrom AG in Steinach angestellt


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Divisionen Oberflächentechnologie

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Beschichtung von Aluminiumteilen eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit in Verbindung mit einer sehr guten Umweltverträglichkeit. Am Standort Deutschland wurden die bis anhin rein galvanisch erzeugten Schichten für Werkzeuge für den Automobilbau durch neue Plasmadiffusions- und Dünnschichtverfahren ergänzt. Hierzu wurde ein Kooperationsvertrag mit einem Technologiepartner für das sogenannte DryCoat System abgeschlossen. Dank der neuen Verfahren können bei Umformund Stanzwerkzeugen die bisher erreichten Standzeiten um ein Vielfaches übertroffen werden.

Chemisch-Nickel-Anlage Die vollautomatisierte Chemisch-NickelAnlage, die zu den grössten und modernsten in ganz Europa zählt, bildet die Basis für kurze Durchlaufzeiten und höchste Wirtschaftlichkeit für Grossserien.

Die moderne und vollautomatisierte Chemisch-NickelAnlage wurde neu auch für anspruchsvolle Anwendungen in der Erdölförderung genutzt und für die grossserienmässige Anbringung von Korrosionsschutzschichten erweitert.

In der mechanischen Fertigung, einer weiteren Kernkompetenz der Division Oberflächentechnologie, ermöglichte ein neu akquirierter Kunde aus dem Marinebereich eine hohe Auslastung. Die Weiterentwicklung des neuen Schleif- und Polierverfahrens am Standort Steinach erlaubt hartverchromte Hochglanzoberflächen für höchste Anforderungen und verschaffte der Division den Zugang zu neuen Kundengruppen, u.a. der Film- und Folienindustrie. Zudem gelang es der Division, die funktionalen Vorteile der Hartchromschicht mit höchsten ästhetischen Ansprüchen zu kombinieren und dadurch innovative Anwendungen im Küchendesign zu erschliessen. In der Energie- und Umwelttechnik liess sich die Division durch führende Anlagenhersteller zertifizieren und ist dadurch beispielsweise in der Lage, Kühlpumpen für Kraftwerke zu beschichten. Prozessentwicklung vorangetrieben Im Berichtsjahr wurde die Prozessentwicklung weiter vorangetrieben. Der Fokus lag dabei insbesondere auf der Anpassung des Verchromungsverfahrens auf spezielle Grundwerkstoffe und der Weiterentwicklung der Vorrichtungstechnik für formkomplexe Bauteile. In der Poliertechnik für die Folienverarbeitung hat die Division ein weltweites Spitzenniveau erreicht. Das 2010 gestartete Kaizen-Projekt wurde im Berichtsjahr umgesetzt und in zwölf Teams integriert. Für Anwendungen im Motorenbau, insbesondere von LKW- und Schiffsmotoren, wurden neue Schichtsysteme entwickelt, die auf stärkere Beanspruchungen durch Korrosion ausgelegt sind. Mit dieser Entwicklung begegnet sie bereits im Vorfeld den Herausforderungen, die weltweit durch verschärfte Abgasnormen entstehen. Über einen Lizenzvertrag mit einem weltweit bekannten Automobilzulieferer engagierte sich die Division Oberflächentechnologie auch in der Chrom-Diamant-Beschichtung und begann mit dem Umbau


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Divisionen Oberflächentechnologie

Kaizen-Projekt Mit der Optimierungsmethode Kaizen werden Prozesse fortlaufend geprüft und weiter optimiert. In regelmässig stattfindenden Kaizen-Meetings werden sämtliche Verbesserungsvorschläge zusammengetragen, priorisiert und das weitere Vorgehen besprochen.

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einer bestehenden Anlage. Die Lieferung von Kleinserien beginnt im laufenden Jahr. Die ausgezeichneten Reib-, Gleit- und Verschleisseigenschaften der Chrom-DiamantBeschichtung öffnen ein weites Anwendungsgebiet im Maschinenbau. Den Markt China erschliesst die Division über den Aufbau des Standorts Changshu. Ende 2011 waren die Produktions- und Verwaltungsgebäude fertiggestellt. Ebenso wurden im Berichtsjahr die Anlageninstallationen und die Prozessqualifikation für die Belieferung des Hauptkunden Heidelberger Druckmaschinen AG abgeschlossen. Der Auslieferstart ist ab Frühjahr 2012 geplant. Weitere Anlagen für die Marktsegmente Papier und General Industries sind bereits im Bau. Modernste Beschichtungs- und Bearbeitungstechnologien generieren in dieser Kombination ein deutliches Alleinstellungsmerkmal im Grossraum Shanghai, wodurch die Division eine führende Marktstellung in China erreichen wird.

Ausblick 2012

Im laufenden Jahr erwartet die Division Oberflächentechnologie erneut ein moderates Wachstum. Die meisten Kunden rechnen mit einer weiterhin guten bis steigenden Auslastung. Im wichtigen Kundensegment der Druckmaschinenindustrie, die im Berichtsjahr die Insolvenz des weltweit drittgrössten Druckmaschinenherstellers Manroland verzeichnete, wird 2012 eher eine Seitwärtsbewegung erwartet. Aufgrund der gezielten Investitionen in neue Technologie- und Marktkombinationen und der baldigen Produktionsaufnahme im Werk Changshu (CN) sieht sich die Division für die kommenden Herausforderungen gut gerüstet. Stark wachsende Marktsegmente und neue Technologien werden dazu beitragen, dass der Divisionsumsatz wächst und die Auslastungen an allen Standorten schrittweise wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Die anhaltende Stärke des Schweizer Frankens, die mit Unsicherheiten behaftete Entwicklung in der Druckmaschinenindustrie und die Aufbaukosten in China lassen für 2012 allerdings wiederum ein negatives EBIT erwarten.


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Konzern

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Nachhaltigkeitsbericht Die AFG bekennt sich mit all ihren Divisionen und Gesch채ftseinheiten zu einer konsequenten und umfassenden Nachhaltigkeitspolitik. Diese entspricht einerseits den strategischen Vorgaben des Konzerns und ist andererseits Teil der operativen T채tigkeit. Im Vergleich mit anderen Anbietern schneiden die Produkte und Dienstleistungen der AFG durchwegs hervorragend ab und setzen in vielen Bereichen neue Massst채be der Nachhaltigkeit.


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Konzern Nachhaltigkeitsbericht

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F

ür die AFG sind die Prinzipien der Nachhaltigkeit Teil der Strategie. Als Arbeitgeber von 6118 Mitarbeitenden (Stand 31. Dezember 2011), als Lieferant von Hunderttausenden von Kunden, als Publikumsgesellschaft mit über 6300 Aktionären, als Investor und Steuerzahler an unzähligen Standorten und als langfristig handelnder Investor nimmt der Konzern seine Verantwortung gegenüber den vielfältigen Ansprüchen aktiv wahr. Das Nachhaltigkeitsverständnis der AFG ist umfassend und bezieht sich auf die ökonomische, soziale und ökologische Dimension. Die ökonomische Dimension Die AFG hat sich zum Ziel gesetzt, in allen Divisionen eine nachhaltige Wertschöpfung zu erzielen und als Konzern profitabel zu wachsen. Den Aktionären will die AFG eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals und eine langfristige Wertsteigerung ermöglichen. Im Geschäftsjahr 2011 konnten die quantitativen Ziele auf konsolidierter Konzernebene nicht erreicht werden. Ursachen für die insgesamt enttäuschende ökonomische Entwicklung waren u. a. die Wirtschafts- und Schuldenkrise in Europa, die schwache Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten sowie hausgemachte Defizite. Die Konzernleitung unter dem neuen CEO hat deshalb verschiedene strategische Initiativen ergriffen, welche die Potenziale der AFG gezielt ausschöpfen und den Konzern auf den Pfad des wirtschaftlichen Erfolgs zurückführen. Dazu gehören kurzfristige Massnahmen zur Senkung der Kosten und zur Steigerung der Produktivität sowie mittel- bis längerfristige Massnahmen, welche die technologischen Innovationen beschleunigen, die betrieblichen Aktivitäten optimieren und das Wachstum in internationalen Märkten mit hohem Wertschöpfungspotenzial vorantreiben. Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung legen grössten Wert darauf, ihre Prioritäten und Ziele der Finanzgemeinde verständlich zu machen. Dazu zählen neben den Aktionären auch die Kreditgeber, Finanzanalysten und Anlageberater. Auch den Umgang mit anderen Anspruchsgruppen, die wirtschaftliche Interessen verfolgen, gestaltet die AFG verantwortungsbewusst und respektvoll. Mit ihren Kunden und Lieferanten pflegt die AFG eine kontinuierliche, auf Offenheit und gegenseitigem Vertrauen basierende Partnerschaft. Lösungen und Produkte der AFG sollen den Kunden einen hohen und dauerhaften Nutzen erbringen. Gegenüber ihren Mitbewerbern verhält sich die AFG selbstbewusst, aber fair.


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Die soziale Dimension Die AFG betrachtet die Motivation, die Qualifikation und die Loyalität ihrer Mitarbeitenden als zentralen Erfolgsfaktor. Alle Divisionen und Geschäftseinheiten stellen ihren Mitarbeitenden moderne, sichere Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Mitarbeitenden werden durch fachspezifische Aus- und Weiterbildungsangebote sowie durch individuelle Weiterentwicklungsmöglichkeiten gefördert. Bei der Auswahl der Mitarbeitenden spielen neben den fachlichen Qualitäten auch die Soft Skills eine grosse Rolle. Bei der Besetzung von Führungsstellen sind die Fähigkeit zur Motivation und zum Coaching von Mitarbeitenden sowie eine ausgewiesene Kompetenz im Konfliktmanagement unabdingbare Voraussetzungen. Die Führungsorganisation der AFG ist durch einfache, divisionale Strukturen mit klar definierten Verantwortungen und Kompetenzen gekennzeichnet. Schlank organisierte Stabseinheiten in den Divisionen und auf Konzernstufe unterstützen die Führungsfunktionen. Im Vergleich mit anderen börsenkotierten Unternehmen sind die Entscheidungswege kurz und die Kommunikationsprozesse schnell. Mit der Öffentlichkeit pflegt die Gruppe einen verantwortungsbewussten und respektvollen Umgang. Die von der AFG entrichteten Steuern von CHF 15 Mio. pro Jahr tragen zu den Finanzen der öffentlichen Hand und zum Gemeinwohl bei. Die projektbezogenen Engagements zugunsten der Gemeinschaft beziehen sich auf Sport, Bildung, Forschung und Wissenschaft, Soziales sowie Jugendförderung und Kultursponsoring. Die ökologische Dimension Mit ihrem Fokus auf die Bauzulieferindustrie ist die AFG an vorderster Front in der Herstellung ökologischer Produkte und der Bereitstellung nachhaltiger Lösungen engagiert. Dabei verfolgt die AFG einen lebenszyklischen Ansatz, der die Nachhaltigkeit der Produkte von der Entwicklung und Beschaffung über die Produktion und Nutzung bis hin zur Entsorgung bemisst. Alle Aktivitäten sind auf eine maximale Schonung der Ressourcen und auf eine Minimierung des Schadstoffausstosses ausgerichtet. Die Kunden und Nutzer können sich darauf verlassen, dass sie aus dem Hause AFG weltweit Produkte und Lösungen erhalten, die höchsten ökologischen Anforderungen entsprechen und auch deshalb eine hohe Werthaltigkeit aufweisen.


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Umwelt- und Sicherheitsberichte der Divisionen Division Heiztechnik und Sanitär Das seit Jahren über alle Standorte einheitlich implementierte und koordinierte Managementsystem nach DIN EN ISO 9001/14001 (Qualität / Umwelt) bildet einen soliden Rahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität, der Produktivität und der ökologischen Aspekte. Im Berichtsjahr investierte die Division Heiztechnik und Sanitär in die neuste Umformtechnologie, moderne Beleuchtungskonzepte und eine optimierte Druckluftversorgung, was den Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen deutlich reduzierte. Weitere Massnahmen zur Schonung der Ressourcen betrafen die Umstellung auf Mehrwegverpackungen, systematische Einsparungen von Produktionsmaterialien, die Vereinheitlichung von Hilfs- und Betriebsstoffen und die detaillierte Überwachung der Abfallfraktionen. Zur effektiven Abbildung der umwelt- und sicherheitsrelevanten Tätigkeiten in den Geschäftsprozessen, zur Einhaltung internationaler Standards und zur Risikominimierung hat die Division am Ende des Berichtsjahres mit der Einführung des SAP-Moduls Environment, Health & Safety begonnen. Für die Mitarbeitenden werden laufend Programme zur Gesundheitsförderung, zur beruflichen Weiterentwicklung und zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf angeboten. Ein Ausbildungsschwerpunkt lag 2011 auf der internen Projektmanagementorganisation. Mehr als 25 Mitarbeitende aus allen Unternehmensbereichen liessen sich im Berichtsjahr zu Projektmanagern ausbilden oder begannen ein entsprechendes Ausbildungsprogramm. Es bietet den Mitarbeitenden attraktive Entwicklungsperspektiven und stärkt das betriebsinterne Know-how. Division Küchen und Kühltechnik Als Produkte, die zu 75 % aus vollständig rezyklierbarem Stahlblech, zu 20 % aus Altkarton und zu einem kleinen Anteil aus Kunststoff bestehen, sind Forster Stahlküchen ökologisch vorbildlich. Der verwendete Altkarton wird gepresst und mit einem für Umwelt und Gesundheit absolut unbedenklichen Bindemittel behandelt. Zur Dämmung der Geräusche und zur Stabilisierung werden die Metallbleche mit Kartonwaben verbunden. Forster Kühltechnik komplettierte im Berichtsjahr das neue Kühlschrankprogramm durch neue Geräte der Energieeffizienzklasse A++, die sich durch einen besonders tiefen Stromverbrauch auszeichnet.


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Konzern Nachhaltigkeitsbericht

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Durch eine gezielte Auswahl sowie die ständige Weiterentwicklung von Materialien gelingt es Piatti, den Materialeinsatz beim Bau von Küchen laufend zu optimieren. Für die Anbringung der 1 Millimeter dicken Kanten setzt Piatti seit April 2011 die Plasmatechnik ein. Diese innovative Technologie macht die Fugen unsichtbar und senkt den Energieverbrauch um rund 50 %. Zudem fällt eine Leimschicht weg, was ebenfalls zur Nachhaltigkeit des Produkts beiträgt. Bewusst bevorzugt werden einerseits schnell nachwachsende Ressourcen, möglichst aus der Region. Auch rezyklierbare Materialien wie Edelstahl und Glas finden vermehrt Verwendung. Weitere Projekte für die Entwicklung besonders nachhaltiger Küchenmodelle und zur Erfassung der Marktakzeptanz sind angelaufen. In der Produktion wurden diverse Massnahmen zur Wärmerückgewinnung und zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt. Im Produktionswerk Warendorf konnte der Energieverbrauch durch die Modernisierung einer Späneabsauganlage um 30 % reduziert werden. Division Fenster und Türen In der Division Fenster und Türen hat der Klimaschutz eine langjährige Tradition. Die erste Ökobilanz für Fenster erstellte EgoKiefer vor über 20 Jahren zusammen mit der auf Materialwissenschaften und Technologieentwicklung spezialisierten EMPA. Die Ökobilanz wurde seither laufend verbessert. Die grösstmögliche Schonung der Ressourcen und der Umwelt ist ein fester Bestandteil der Divisionsphilosophie. Sie beginnt bereits bei der Forschung und Entwicklung und endet bei der Wiederverwertung und Rückführung in die Materialkreisläufe. Durch regelmässige Audits fördert die Division die eigenverantwortliche Tätigkeit der Mitarbeitenden und gewährleistet dadurch eine durchgängige Umsetzung der Qualitäts-, Umwelt- und Sicherheitsziele. Im Türbereich erreichte RWD Schlatter als erstes und bislang einziges Unternehmen in Europa die natureplus-Zertifizierung gleich für drei Produktgruppen. Den Mitarbeitenden bieten alle Unternehmen der Division attraktive Arbeitsplätze, zahlreiche Aus- und Weiterbildungskurse und stufengerechte Entwicklungsmöglichkeiten. RWD Schlatter führte zusammen mit einem externen Partner ein Projekt zur Erfassung der Mitarbeitergesundheit durch und lancierte ein betriebliches Gesundheitsmanagement. An der Verleihung des GEWA-Award powerful 50plus schaffte es RWD Schlatter auf den dritten Platz. Der Award ist eine Auszeichnung von Thurgauer KMU-Betrieben, die verstärkt auf Mitarbeitende 50plus setzen und deren Potenziale fördern.


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Division Stahltechnik Die Division Stahltechnik ist seit Jahren zertifiziert nach dem Umweltmanagementsystem ISO 14001 und strebt laufend weitere Massnahmen zum Schutz der Umwelt an. Zu den bereits umgesetzten Massnahmen gehören der Wechsel zu LED-Beleuchtungen und die Umstellungen der Lüftungsanlagen auf Sommer- und Winterbetriebsmodi. Im Bereich Chemikalien wurden sämtliche Abläufe von der Beschaffung über die Lagerung und Verwendung bis zur Entsorgung analysiert. Sie sind in einer Arbeitsanweisung festgehalten und sorgen dafür, dass menschliche Fehler praktisch ausgeschlossen werden können. Der ständig gestiegene Bedarf an Stickstoff wird seit November 2011 durch eine Produktion vor Ort gedeckt. Damit entfallen pro Jahr über 100 LKW-Fahrten. In der Systemfertigung wurde eine Messung der Schadstoffbelastung durch die Suva durchgeführt. Die zulässige Luftkonzentration von alveolengängigem mineralischem und metallischem Staub wurde zu keinem Zeitpunkt überschritten. Trotzdem wurden eine Reihe von Anlagen eingehaust, mit dem Ziel, alle MAK-Werte (MAK = Maximale ArbeitsplatzKonzentration) um mindestens den Faktor 10 zu senken. Im Bereich Mitarbeiterschulung legte die Division den Fokus auf Schulungen bei der GHS-Kennzeichnung (GHS = Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals) sowie Risikoanalysen der bestehenden Anlagen und Maschinen. Division Oberflächentechnologie Die Division Oberflächentechnologie legt an allen Standorten hohe Massstäbe an den Umwelt- und Mitarbeiterschutz, was durch Zertifizierungen nach ISO 9001:2000 und ISO 14001 belegt wird. Zur Überwachung und Kontrolle der Werte sind allein am Standort Steinach rund 50 umweltrelevante Anlagen im Einsatz, welche regelmässig gewartet und durch externe Fachspezialisten geprüft werden. Zusätzlich ist im Betrieb in Steinach SG ein vollamtlicher Umwelt- und Sicherheitsbeauftragter angestellt. Jeder Mitarbeitende ist angehalten, Abfälle sortenrein an den dafür vorgesehenen Stellen zu sammeln. Die anfallenden Stoffe werden so weit wie möglich wieder in die Prozesse zurückgeführt. Abfälle, die sich nicht mehr verwerten lassen, werden an spezialisierte Entsorgungsfirmen zur Wiederaufbereitung oder zur definitiven Entsorgung abgegeben.


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Konzern Nachhaltigkeitsbericht

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Die schwierigen Rahmenbedingungen stellten im Berichtsjahr sowohl an die Mitarbeitenden als auch an ihre Vorgesetzten hohe Ansprüche. Um dem immensen Preisdruck standzuhalten, mussten strukturelle Anpassungen vorgenommen und die Arbeitszeiten flexibilisiert werden. Im Berichtsjahr wurde das Ausbildungswesen in der Schweiz im Interesse der Qualität und der Effektivität mit den AFG Services zusammengelegt. Mit dem Ziel, dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, lancierte die Division interne Weiterbildungsprogramme, die auf starkes Interesse stiessen. Der kontinuierliche Prozess zur Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz wurde durch die Einführung von Kaizen Boards gestützt.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern

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Corporate Governance Dieser Bericht folgt der Corporate-Governance-Richtlinie der SIX Swiss Exchange Regulation vom 29. Oktober 2008. Die Angaben gelten – soweit nicht anders vermerkt – per 31. Dezember 2011.


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Konzern Corporate Governance

1 1.1 1.1.1

Konzernstruktur und Aktionariat Konzernstruktur Operative Konzernstruktur Die fünf Divisionen (1) Heiztechnik und Sanitär, (2) Küchen und Kühltechnik, (3) Fenster und Türen, (4) Stahltechnik und (5) Oberflächentechnologie bilden mit dem Bereich Finance / Controlling / Reporting und den Corporate Services die operative Struktur des Konzerns per 31. Dezember 2011 (vgl. das Organigramm auf Seite 17). Die Finanzberichterstattung nach IFRS erfolgt auf der Grundlage dieser Struktur. Eine Beschreibung der Divisionen findet sich auf den Seiten 29 – 65.

1.1.2

1.2

Konsolidierungskreis Der Konsolidierungskreis der AFG Arbonia-Forster-Holding AG mit Sitz in Arbon TG («AFG») umfasst die Konzerngesellschaften, die im Finanzbericht auf den Seiten 170 – 171 aufgelistet sind. Dort sind auch Firma, Sitz und Aktienkapital der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie die vom Konzern gehaltenen Beteiligungsquoten angegeben. Die Aktien sind an der SIX Swiss Exchange in Zürich unter der Valorennummer ISIN CH0110240600 kotiert. Die Börsenkapitalisierung kann den Zusatzangaben für Investoren auf Seite 186 entnommen werden. Abgesehen von der AFG sind keine weiteren zum Konsolidierungskreis gehörenden Gruppengesellschaften an einer in- oder ausländischen Börse kotiert. Bedeutende Aktionäre 31.12.2011

Stimmen- und Kapitalanteil

31.12.2010

Beteiligungsmeldung

Stimmen- und Kapitalanteil

in %

Dr. Edgar Oehler und Marianne Oehler UBS Fund Management (Switzerland) AG Lombard Odier Asset Management (Switzerland) SA AFG Arbonia-Forster-Holding AG

18.39 4.88 3.93 3.13

18.39 5.4., 8.12., 15.12.2011

3.87 3.93 3.13

Die Gruppe, bestehend aus Dr. Edgar Oehler und Marianne Oehler, hält per 31. Dezember 2011 einen Stimmen- und Kapitalanteil von 18.39 %. Die AFG hält per 31. Dezember 2011 eigene Aktien in der Höhe von 3.13 %. Die UBS Fund Management (Switzerland) AG hat im Berichtsjahr Beteiligungen von 5.01 % (Beteiligungsmeldung vom 5. April 2011), 4.93 % (Beteiligungsmeldung vom 8. Dezember 2011) und 5.17 % (Beteiligungsmeldung vom 15. Dezember 2011) gemeldet. Gemäss der letzten Beteiligungsmeldung, ebenfalls vom 15. Dezember 2011, hält die


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UBS Fund Management (Switzerland) AG 4.88 %. Lombard Odier Asset Management (Switzerland) SA hält gemäss Beteiligungsmeldung vom 27. April 2010 3.93 % (keine Beteiligungsmeldungen im Berichtsjahr). Der AFG sind keine Aktionärbindungsverträge unter ihren Aktionären bekannt. 1.3

Kreuzbeteiligungen Zwischen der AFG und anderen Unternehmen bestehen keine wechselseitigen Beteiligungen von mehr als 5 % der Stimmen oder des Kapitals.

2 2.1

Kapitalstruktur Kapital Das ordentliche Kapital ergibt sich aus Anmerkung 47 des Anhangs zur Konzernrechnung auf Seite 157. 31.12.2011

Namenaktien

2.2

31.12.2010

Anzahl

Nominalwert

Aktienkapital

Anzahl

Nominalwert

Aktienkapital

18 225 603

4.20

76 547 532.60

18 225 603

4.20

76 547 532.60

Bedingtes und genehmigtes Kapital im Besonderen Die AFG hat derzeit bedingtes Kapital wie folgt: Das Aktienkapital der Gesellschaft wird im Maximalbetrag von CHF 15 309 504 durch Ausgabe von höchstens 3 645 120 vollständig zu liberierenden Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 4.20 erhöht. Diese Namenaktien werden bei Ausübung von Optionsrechten ausgegeben, die im Zusammenhang mit Wandelobligationen, Obligationen mit Optionsrechten oder ähnlichen Finanzierungsformen der AFG oder einer ihrer Tochtergesellschaften gewährt werden. Zum Bezug von neuen Aktien sind die Inhaber von Wandel- und Optionsrechten berechtigt. Der Verwaltungsrat legt die Konditionen für die Gewährung von Wandel- und Optionsrechten fest. Die Bezugsrechte der Aktionäre sind ausgeschlossen. Der Verwaltungsrat kann (1) im Zusammenhang mit der Ausgabe von Obligationen und anderen Anleihen oder (2) im Zusammenhang mit der Ausgabe von Wandel- oder Optionsobligationen auf dem nationalen oder internationalen Kapitalmarkt oder (3) im Zusammenhang mit der Finanzierung oder Refinanzierung des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensanteilen oder Beteiligungen oder von neuen Investitionsvorhaben der Gesellschaft oder (4) im Zusammenhang mit der Ablösung bestehender Finanzierungen das Vorwegzeichnungsrecht von bestehenden Aktionären ausschliessen. Soweit das Vorwegzeichnungsrecht der Aktionäre ausgeschlossen wird, (1) müssen die Wandelobligationen, die Obligationen mit Optionsrechten oder ähnlichen Finanzierungsformen der Öffentlichkeit zu Marktbedingungen offeriert werden, wobei die Platzierung über als Treuhänder wirkende Banken zulässig ist, (2) darf die Frist zur Ausübung der Wandelungsrechte zehn Jahre ab Ausgabe der Obliga-


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tionen nicht überschreiten und (3) muss der Ausübungspreis für die neuen Aktien mindestens den Marktkonditionen im Zeitpunkt der Ausgabe der Obligationen entsprechen. Weiter hat die AFG derzeit genehmigtes Kapital wie folgt: Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, jederzeit bis zum 16. April 2012 das Aktienkapital im Maximalbetrag von CHF 15 309 504 durch Ausgabe von höchstens 3 645 120 vollständig zu liberierenden Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 4.20 zu erhöhen. Der Verwaltungsrat ist berechtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder zum Teil auszuschliessen und Dritten zuzuweisen, im Falle (1) der Ausgabe der Aktien zur Beteiligung von strategischen Partnern, (2) für die Übernahme von Unternehmen, Unternehmensanteilen oder Beteiligungen oder für die Finanzierung oder Refinanzierung derartiger Transaktionen, (3) zur Ablösung von bestehenden Finanzierungen, (4) für die rasche und flexible Beschaffung von Eigenkapital, die ohne Entzug des Bezugsrechts nur schwer möglich wäre oder (5) im Fall von anderen wichtigen Gründen im Sinne von Art. 652 b Abs. 2 des schweizerischen Obligationenrechts. Das genehmigte und das bedingte Kapital stehen nicht kumulativ, sondern in dem Sinn alternativ zur Verfügung, dass, falls und soweit der Verwaltungsrat eine der beiden Kapitalkategorien verwendet oder reserviert hat, sich der Bestand an noch zur Verfügung stehendem Kapital der anderen Kategorie entsprechend reduziert. 2.3

Kapitalveränderungen Die Generalversammlung vom 17. April 2009 beschloss, das Aktienkapital im Rahmen einer ordentlichen Kapitalerhöhung um CHF 68 042 251.20 durch Ausgabe von 13 163 036 voll zu liberierenden Inhaberaktien zum Nennwert von je CHF 4.20 und 15 187 500 voll zu liberierenden Namenaktien zum Nennwert von je CHF 0.84 auf maximal CHF 76 547 532.60 zu erhöhen. Die ordentliche Kapitalerhöhung wurde am 29. April 2009 in vollem Umfang durchgeführt. Die Generalversammlung vom 16. April 2010 beschloss, je fünf Stimmrechtsaktien zu nominal CHF 0.84 zu einer neuen Einheitsnamenaktie zu CHF 4.20 zusammenzulegen und die bisherigen Inhaberaktien zu nominal CHF 4.20 in Einheitsnamenaktien mit gleichem Nennwert umzuwandeln. Das Aktienkapital von CHF 76 547 532.60 blieb in der Höhe unverändert, ist aber seither gestückelt in 18 225 603 Einheitsnamenaktien mit einem Nennwert von je CHF 4.20. Im Übrigen kam es in den letzten drei Berichtsjahren (2009 – 2011) zu keinen weiteren Änderungen am Kapital der Gesellschaft.


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2.4

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Aktien und Partizipationsscheine Die Gesellschaft hat 18 225 603 Namenaktien zu nominal CHF 4.20 ausgegeben. Jede Namensaktie berechtigt gleichermassen zum Bezug von Dividenden und entspricht – unter Vorbehalt der Prozent- und Gruppenklausel gemäss Ziff. 2.6 – einer Stimme in der Generalversammlung. Es sind keine Vorzugsrechte bestimmt. Die Gesellschaft hat keine Partizipationsscheine ausgegeben.

2.5

Genussscheine Die Gesellschaft hat keine Genussscheine ausgegeben.

2.6

Beschränkung der Übertragbarkeit und Nominee-Eintragungen Erwerber und Nutzniesser von Namenaktien werden auf Gesuch als Aktionäre mit Stimmrecht im Aktienbuch eingetragen, falls sie ausdrücklich erklären, die Aktien in eigenem Namen und für eigene Rechnung erworben zu haben. Ein Erwerber oder Nutzniesser von Namenaktien wird von der Gesellschaft höchstens für 5 % des im Handelsregister eingetragenen Namenaktienkapitals als Aktionär bzw. Nutzniesser mit Stimmrecht eingetragen. Diese Eintragungsbeschränkung gilt auch für Personen, die Aktien ganz oder teilweise über Nominees halten. Die im nachfolgenden Absatz beschriebene Besitzstandsgarantie sowie Art. 685 d Abs. 3 des schweizerischen Obligationenrechts bleiben vorbehalten. Namenaktionäre, die am 16. April 2010 als Aktionäre mit Stimmrecht im Aktienbuch eingetragen waren, bleiben mit den nach der Zusammenlegung der Namenaktien resultierenden neuen Einheitsnamenaktien mit Stimmrecht eingetragen (Besitzstandsgarantie), auch wenn die Beteiligungsgrenze von 5 % überschritten ist. Die Besitzstandsgarantie dieser Aktionäre reduziert sich in dem Mass, als sich deren prozentualer Bestand an Aktien mit Stimmrecht künftig verringert (sei dies durch Veräusserung von Aktien, durch Verwässerung oder auf andere Weise). Als Nominees gelten Personen, die im Eintragungsgesuch nicht ausdrücklich erklären, die Aktien für eigene Rechnung zu halten, und mit denen der Verwaltungsrat eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen hat. Grundsätzlich wird ein Nominee nicht für mehr als 3 % des im Handelsregister eingetragenen Namenaktienkapitals mit Stimmrecht im Aktienbuch eingetragen. Über diese Grenze hinaus wird ein Nominee nur dann mit Stimmrecht im Aktienbuch eingetragen, sofern er die Namen, Adressen und Aktienbestände derjenigen Personen bekannt gibt, für deren Rechnung er 0.5 % oder mehr des im Aktienregister eingetragenen Namenaktienkapitals hält. Bei einer solchen Bekanntgabe wird der betreffende Nominee mit bis maximal 8 % des im Handelsregister eingetragenen Namenaktienkapitals mit Stimmrecht im Aktienbuch eingetragen.


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Juristische Personen und Personengesellschaften oder andere Personenzusammenschlüsse oder Gesamthandverhältnisse, die untereinander kapital- oder stimmenmässig, durch einheitliche Leitung oder auf andere Weise verbunden sind oder zum Zwecke der Umgehung der Bestimmungen über die Beteiligungsgrenze oder über die Nominee-Eintragung (insbesondere als Syndikat) koordiniert vorgehen, gelten als eine Person oder ein Nominee im Sinne der vorstehenden Absätze. Der Verwaltungsrat kann, nachdem dem eingetragenen Aktionär, Nutzniesser oder Nominee Gelegenheit gewährt worden ist, angehört zu werden, deren Eintragungen im Aktienbuch als Aktionär mit Stimmrecht mit Rückwirkung auf das Datum der Eintragung streichen, wenn diese durch falsche Angaben zustande gekommen sind. Der Betroffene muss über die Streichung unverzüglich informiert werden. Der Verwaltungsrat regelt die Einzelheiten und trifft die zur Einhaltung der vorstehenden Bestimmungen notwendigen Anordnungen. Er kann seine Aufgaben und Kompetenzen delegieren. Die in Artikel 5 der Statuten geregelte Eintragungsbeschränkung gilt auch für Aktien, die über die Ausübung eines Bezugs-, Options- oder Wandelrechts gezeichnet oder erworben werden. Die Statuten der Gesellschaft sehen keine Ausnahmen von den vorstehend beschriebenen Regeln durch den Verwaltungsrat vor. Der Verwaltungsrat hat dementsprechend im Berichtsjahr keine Ausnahmen von den Eintragungsbeschränkungen gewährt. 2.7

Wandelanleihen und Optionen Es sind keine Wandelanleihen oder von der AFG ausgegebene Optionen ausstehend.


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3 3.1

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Verwaltungsrat Mitglieder des Verwaltungsrats Der Verwaltungsrat besteht aus folgenden Mitgliedern: Paul Witschi (1943, Schweizer Staatsangehöriger, wohnhaft in Rüschlikon ZH), Ing. HTL, seit 29. April 2011 nicht exekutiver Präsident des Verwaltungsrats (2006 – 2009 nicht exekutiver Verwaltungsrat, 2009 – 2011 nicht exekutiver Vizepräsident des Verwaltungsrats). 1971 – 1984 Exportleiter und Geschäftsbereichsleiter der Luwa AG, Uster ZH; 1984 – 1989 Leiter Konzernmarketing und Mitglied der Geschäftsführung der Luwa AG; 1989 – 2004 Leiter Marketing und Vertrieb International und Mitglied der Konzernleitung der Geberit-Gruppe, Rapperswil-Jona SG. Paul Witschi gehörte nie der Geschäftsleitung der AFG oder einer der Konzerngesellschaften an. Er unterhält keine wesentlichen geschäftlichen Beziehungen zur AFG und zu deren Konzerngesellschaften. Christian Stambach (1970, Schweizer Staatsangehöriger, wohnhaft in Thal SG), lic. iur., Rechtsanwalt, seit 29. April 2011 nicht exekutiver Vizepräsident des Verwaltungsrats (2009 – 2011 nicht exekutiver Verwaltungsrat). 2000 – 2002 Rechtsanwalt bei Bär & Karrer, Zürich; 2002 – 2003 Group Vice President, Chief Risk Officer und Chief Legal Counsel, Generalsekretär, Mitglied der Konzernleitung, Centerpulse Ltd; 2004 – 2006 Group General Counsel bei Adecco SA; seit 2004 Partner in der Anwaltskanzlei Bratschi Wiederkehr & Buob, St.Gallen; seit 2010 Managing Partner. Christian Stambach gehörte nie der Geschäftsleitung der AFG oder einer der Konzerngesellschaften an. Im Rahmen der Tätigkeit der Anwaltskanzlei Bratschi Wiederkehr & Buob für die AFG und deren Konzerngesellschaften bestehen wesentliche geschäftliche Beziehungen zur Gesellschaft (vgl. Seiten 167 – 168). Dr. Edgar Oehler (1942, Schweizer Staatsangehöriger, wohnhaft in Balgach SG), Dr. rer. publ., seit 29. April 2011 nicht exekutives Mitglied (2003 – 2011 Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats). 1971 – 1995 Nationalrat; Mitglied verschiedener parlamentarischer Kommissionen; 1973 – 1985 Chefredaktor der Tageszeitung «Die Ostschweiz»; 1985 – 1990 Generaldirektor der AFG, Arbon; 1991 – 2004 Präsident des Verbandes Schweizerischer Zigarettenindustrie, CISC FR; 1998 – 2006 Inhaber, Präsident und Delegierter der STI Surface Technologies International Holding AG, Steinach SG. Dr. Edgar Oehler unterhielt im Rahmen eines bis Februar 2012 dauernden Mandats zur Leitung des Bauprojekts der Division Oberflächentechnologie in Changshu (CN) wesentliche Geschäftsbeziehungen mit einer Konzerngesellschaft der AFG.


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Dr. Arthur Loepfe (1942, Schweizer Staatsangehöriger, wohnhaft in Appenzell AI), Dr. oec., seit 2002 nicht exekutives Mitglied des Verwaltungsrats. 1999 – 2011 Nationalrat. 1979 – 2002 Partner und Mitarbeiter der BSG Unternehmensberatung, St.Gallen; 1993 – 2000 Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Appenzell Innerrhoden. Dr. Arthur Loepfe gehörte nie der Geschäftsleitung der AFG oder einer der Konzerngesellschaften an. Er unterhält keine wesentlichen geschäftlichen Beziehungen zur AFG und zu deren Konzerngesellschaften. Andreas Gühring (1963, deutscher Staatsangehöriger, wohnhaft in D-Saarbrücken), Dipl.-Ing., seit 2005 nicht exekutives Mitglied des Verwaltungsrats. 1992 – 1996 Bereichsleiter Industrial Engineering der Hydac GmbH; 1997 – 2000 Geschäftsführer der Valeo GmbH; 2000 – 2004 Geschäftsführer Technik der ThyssenKrupp Federn GmbH; 2004 – 2005 Geschäftsführer der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG; 2005 – 2006 Vorsitzender der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Drauz Nothelfer GmbH, D-Heilbronn; 2007 – 2008 Vorsitzender der Geschäftsführung der Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, München. Seit 1. Januar 2009 geschäftsführender Gesellschafter der MHA Zentgraf GmbH & Co. KG, D-Merzig. Andreas Gühring gehörte nie der Geschäftsleitung der AFG oder einer der Konzerngesellschaften an. Er unterhält keine wesentlichen geschäftlichen Beziehungen zur AFG und zu deren Konzerngesellschaften. Georg Früh (1961, österreichischer Staatsangehöriger, wohnhaft in A-Hard), Mag. (BWL), seit 2010 nicht exekutives Mitglied des Verwaltungsrats. 1984 – 1987 Leiter Controlling & Finanz- und Rechnungswesen bei Vorarlberger Industrieunternehmen; 1987 – 1999 Assistent der Geschäftsleitung ALPLA Werke, A-Hard, seit 1999 Mitglied der Geschäftsleitung / Board Member, CFO; seit 1999 Mitglied des Beirats der ALPLA Privatstiftung, A-Hard. Georg Früh gehörte nie der Geschäftsleitung der AFG oder einer der Konzerngesellschaften an. Er unterhält keine wesentlichen geschäftlichen Beziehungen zur AFG und zu deren Konzerngesellschaften. 3.2

Weitere Tätigkeiten und Interessenbindungen Paul Witschi, Mitglied des Verwaltungsrats der Reichle & De Massari AG, Wetzikon ZH; Mitglied des Verwaltungsrats der Walter Meier AG, Schwerzenbach ZH; Aufsichtsrat der Vaillant Gruppe, D-Remscheid; weitere Aufsichtsratsmandate im Ausland. Christian Stambach, Mitglied des Verwaltungsrats der ABD Holding AG, Rorschacherberg SG; Mitglied des Verwaltungsrats der Les Couleurs Suisse AG, Uster ZH; weitere Verwaltungsratsmandate im Inland; als Rechtsanwalt für verschiedene schweizerische und ausländische Unternehmen beratend tätig.


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Dr. Edgar Oehler, Mitglied des Aufsichtsrats der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, A-Innsbruck; weitere Verwaltungsrats-, Aufsichtsrats- und Stiftungsratsmandate im In- und Ausland. Dr. Arthur Loepfe, Mitglied des Verwaltungsrats der Appenzeller Alpenbitter AG, Appenzell AI; Mitglied des Verwaltungsrats der Brauerei Locher AG, Appenzell AI; Mitglied des Verwaltungsrats der Gressel AG, Aadorf TG; Mitglied des Verwaltungsrats der Blumer-Lehmann AG / Holzwerk Lehmann AG, Gossau SG; weitere Verwaltungsrats- und Stiftungsratsmandate im Inland. 3.3 3.3.1

Wahl und Amtszeit Grundsätze des Wahlverfahrens und Amtszeitbeschränkungen Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden von der ordentlichen Generalversammlung für eine Amtsdauer von in der Regel drei Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich. Die erste Amtsdauer eines Verwaltungsrats entspricht der Restdauer der Amtszeit eines ausscheidenden Mitglieds, wenn er als dessen Ersatz gewählt wird. Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden von der Generalversammlung einzeln gewählt.

3.3.2

Erstmalige Wahl und verbleibende Amtsdauer Bei der Bestätigungswahl anlässlich der ordentlichen Generalversammlung 2009 wurden die Verwaltungsräte Dr. Edgar Oehler, Paul Witschi, Dr. Arthur Loepfe und Andreas Gühring für drei Jahre wiedergewählt. Christian Stambach wurde an der Generalversammlung 2009 und Georg Früh an der Generalversammlung 2010 erstmals für drei Jahre in den Verwaltungsrat der Gesellschaft gewählt. Die Amtszeiten der amtierenden Verwaltungsräte präsentieren sich wie folgt:

Verwaltungsrat

Paul Witschi, Präsident Christian Stambach, Vizepräsident Dr. Edgar Oehler Dr. Arthur Loepfe Andreas Gühring Georg Früh

Geburtsjahr

Erstmalige Wahl

Ablauf der Amtszeit

1943 1970 1942 1942 1963 1961

2006 2009 2003 2002 2005 2010

2012 2012 2012 2012 2012 2013


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3.4 3.4.1

Interne Organisation Aufgabenteilung im Verwaltungsrat Präsident des Verwaltungsrats ist Paul Witschi. Vizepräsident des Verwaltungsrats ist Christian Stambach. Der Verwaltungsrat wird durch einen Prüfungsausschuss sowie einen Entschädigungs- und Nominierungsausschuss unterstützt.

3.4.2

Verwaltungsratsausschüsse Die Aufgaben, Zuständigkeiten und Arbeitsweise der beiden Ausschüsse ist im Organisationsreglement festgelegt. Der Verwaltungsrat bestimmt die Mitglieder und die Vorsitzenden der Ausschüsse.

3.4.2.1

Prüfungsausschuss Der Prüfungsausschuss versammelt sich auf Einladung des Vorsitzenden, sooft es die Geschäfte erfordern, jedoch mindestens dreimal pro Jahr. Er besteht derzeit aus drei unabhängigen Mitgliedern, wovon zwei, einschliesslich des Vorsitzenden, über Erfahrung im Finanz- und Rechnungswesen verfügen. Er prüft die Wirksamkeit der externen und der internen Revision, das interne Kontrollsystem unter Einbezug des Risikomanagements, die Ausgestaltung des Rechnungswesens, die finanzielle Berichterstattung, die Leistung und Honorierung der externen Revision sowie deren Unabhängigkeit und erarbeitet eine Empfehlung an den Verwaltungsrat betreffend der Vorlage der Abschlüsse an die Generalversammlung. Im Rahmen dieser Aufgaben hat der Prüfungsausschuss ein umfassendes Einsichts- und Auskunftsrecht. Er kann Untersuchungen anordnen und externe Berater beiziehen. Dem Prüfungsausschuss ist die interne Revision als unabhängige und konzernweite Prüfungs- und Überwachungsinstanz unterstellt (vgl. Ziffer 3.6). In Bezug auf die ihm übertragenen Aufgaben steht dem Prüfungsausschuss die Entscheidungskompetenz zu, sofern es sich nicht um eine unentziehbare Aufgabe des Verwaltungsrats gemäss Art. 716a OR handelt. Es steht dem Ausschuss frei, eine in seiner Entscheidungskompetenz liegende Fragestellung dem Gesamtverwaltungsrat zu unterbreiten. Der Prüfungsausschuss besteht derzeit aus folgenden Mitgliedern: – Dr. Arthur Loepfe, Vorsitz, Experte im Finanz- und Rechnungswesen – Georg Früh, stellvertretender Vorsitz, Experte im Finanz- und Rechnungswesen – Andreas Gühring, Mitglied Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr viermal getagt. Die dem Prüfungsausschuss nicht angehörenden Mitglieder des Verwaltungsrats nahmen an den beiden Sitzungen, die in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres stattfanden, mit beratender Stimme teil. Seit Mai 2011 finden die Sitzungen des Prüfungsausschusses in Abwesenheit der dem Ausschuss nicht angehörenden Mitglieder des Verwaltungsrats statt. An jeder Sitzung waren der Chief Financial Officer (CFO), die externe und


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die interne Revision, der Leiter Corporate Services (Protokoll) sowie an den beiden Sitzungen in der zweiten Jahreshälfte der Chief Executive Officer (CEO) anwesend. Die Sitzungsprotokolle werden den Sitzungsteilnehmern und allen Mitgliedern des Verwaltungsrats zugestellt. Die Sitzungen des Revisionsausschusses dauerten durchschnittlich zweieinhalb Stunden. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses und der Leiter der internen Revision trafen sich zu vier weiteren Sitzungen, an denen die Resultate der internen Revision und deren Aufgaben umfassend besprochen wurden. 3.4.2.2

Entschädigungs- und Nominierungsausschuss Der Entschädigungs- und Nominierungsausschuss besteht aus drei unabhängigen Mitgliedern und versammelt sich auf Einladung des Vorsitzenden des Ausschusses, sooft es die Geschäfte erfordern, mindestens aber dreimal jährlich. Er genehmigt die Gehaltspolitik des Konzerns und definiert die Bezüge der Mitglieder der Konzernleitung sowie des obersten Kaders. Er genehmigt Bonusprogramme und Mitarbeiterbeteiligungspläne sowie Pensionskassenlösungen und Vorsorgepläne. Der Entschädigungs- und Nominierungsausschuss bestimmt die Grundsätze für die Auswahl von Kandidaten für die Zuwahl in den Verwaltungsrat und die Konzernleitung. Er identifiziert geeignete Kandidaten für den Verwaltungsrat und die Konzernleitung und führt das Auswahlverfahren durch. Über die Ernennung und Abberufung von Mitgliedern der Konzernleitung entscheidet der Gesamtverwaltungsrat, über die Wahl und Abberufung von Mitgliedern des Verwaltungsrats die Generalversammlung. In Bezug auf die ihm übertragenen Aufgaben steht dem Entschädigungs- und Nominierungsausschuss die Entscheidungskompetenz zu, sofern es sich nicht um eine unentziehbare Aufgabe des Verwaltungsrats gemäss Art. 716 a OR handelt. Es steht dem Ausschuss frei, eine in seiner Entscheidungskompetenz liegende Fragestellung dem Gesamtverwaltungsrat zu unterbreiten. Der Entschädigungs- und Nominierungsausschuss setzt sich ausschliesslich aus unabhängigen Mitgliedern zusammen, nämlich: – Andreas Gühring, Vorsitz – Paul Witschi, stellvertretender Vorsitz – Georg Früh, Mitglied Der Entschädigungs- und Nominierungsausschuss hat im Berichtsjahr fünfmal getagt. Die dem Entschädigungs- und Nominierungsausschuss nicht angehörenden Mitglieder des Verwaltungsrats nahmen an den drei Sitzungen, die in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres stattfanden, mit beratender Stimme teil. Seit Mai 2011 finden die Sitzungen des Entschädigungs- und Nominierungsausschusses in Abwesenheit der dem Ausschuss nicht angehörenden Mitglieder des Verwaltungsrats statt. Der CFO und der Leiter Corporate Services (Protokoll) und seit Mai 2011 der CEO und der Head Group HR wurden zu allen Sitzungen beigezogen. Die Sitzungsprotokolle werden den Sitzungsteilnehmern und allen Mitgliedern des Verwaltungsrats zugestellt. Die Schwerpunkte der


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Tätigkeit des Entschädigungs- und Nominierungsausschusses lagen zu Beginn des Berichtsjahrs in der Suche und Evaluation von Kandidaten für die Nachfolge von Dr. Edgar Oehler als CEO des Konzerns sowie für die Leitung der Division Oberflächentechnologie. Der Entschädigungs- und Nominierungsausschuss wurde bei diesen Tätigkeiten von externen Beratern unterstützt. Die Sitzungen des Entschädigungs- und Nominierungsausschusses dauerten durchschnittlich rund eineinhalb Stunden. 3.4.3

Arbeitsweise des Verwaltungsrats Der Verwaltungsrat versammelt sich auf Einladung des Präsidenten, sooft es der Geschäftsverlauf erfordert, mindestens jedoch viermal jährlich. Der Verwaltungsrat hat im Berichtsjahr an acht ordentlichen und vier ausserordentlichen Sitzungen getagt. Er hat seine Aufgaben im Berichtsjahr weitgehend selbst wahrgenommen (zur Arbeitsweise der Verwaltungsratsausschüsse vgl. Ziffer 3.4.2.1 und 3.4.2.2). Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhalten vor den Sitzungen die Unterlagen, die ihnen die Vorbereitung auf die Behandlung der Traktanden erlauben. Die ordentlichen Sitzungen des Verwaltungsrats dauern in der Regel einen Tag, die ausserordentlichen in der Regel wenige Stunden. Zwei ordentliche Sitzungen im Berichtsjahr dauerten zwei Tage. Insgesamt tagte der Verwaltungsrat im Verlauf des Berichtsjahres an zwölf Tagen. CEO, CFO und Leiter Corporate Services nehmen grundsätzlich an allen Sitzungen des Verwaltungsrats teil. Die Divisionsleiter, die Geschäftsführer und weitere Mitarbeitende sowie die Vertreter der externen Revision und externe Berater werden üblicherweise zur Behandlung von spezifischen in ihrem Verantwortungs- oder Tätigkeitsbereich liegenden Themen beigezogen.

3.5

Kompetenzregelung Der Verwaltungsrat übt die Oberleitung, die Aufsicht und die Kontrolle über die Geschäftsführung aus. Er verabschiedet und überarbeitet regelmässig die Strategie und das Budget. Zu diesem Zweck hat der Verwaltungsrat auch im Berichtsjahr eine je zweitägige Strategie- und Budgetsitzung durchgeführt. Ferner erlässt der Verwaltungsrat die notwendigen Reglemente, Weisungen und Richtlinien und legt die Organisation und die Risikopolitik fest. So hat zum Beispiel der Verwaltungsrat im Berichtsjahr ein neues Organisationsreglement und eine neue Kompetenzordnung erlassen und darin die Führung des Konzerns im Sinne einer Industrieholding festgeschrieben. Die Abgrenzungen der Kompetenzen zwischen Verwaltungsrat, Konzernleitung und den Divisionsleitungen sind im Organisationsreglement und in der Kompetenzregelung detailliert festgelegt. Im Rahmen des gesetzlich und statutarisch Zulässigen sowie auf der Grundlage des Organisationsreglements und der Kompetenzregelung hat der Verwaltungsrat die Geschäftsführung des Konzerns an die Konzernleitung übertragen. Nach den im Berichtsjahr gültigen Reglementen (Organisationsreglement und Kompetenzregelung) hat sich der Verwaltungsrat neben den unübertragbaren Aufgaben gemäss Art. 716 a OR die Entscheidung in folgenden Punkten vorbehalten:


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– Festlegung der Kapitalstruktur des Konzerns – Gründung und Liquidation von bedeutenden Konzerngesellschaften – Ausgabe von Obligationen, Partizipationsscheinen, Wandelanleihen, Optionen sowie Festsetzung der Bedingungen und Modalitäten – Kauf / Verkauf von Treasury Shares in wesentlichem Umfang – Selbstverständnis der Gruppe (Vision, Leitbild, Grundsätze) – Mittelfristplanung und jährliche Budgets des Konzerns und der Divisionen – Strategie des Konzerns und der Divisionen – Investitionen / Kauf und Verkauf von Liegenschaften / Restrukturierungen in wesentlichem Umfang – Kauf und Verkauf von Beteiligungen in wesentlichem Umfang – Beteiligungen, Kooperationen, strategische Allianzen – Unternehmensentwicklung (Aufbau neuer Geschäftsfelder, internationale Entwicklung) – Jahresrechnung und Jahresbericht zur Vorlage an die Generalversammlung – Einstellung, Entlassung, Unterschriftsberechtigung, Gehalt der Konzernleitung, Personalvorsorge – Zeichnungsberechtigung auf Holdingstufe und im Konzern – Einleitung und Erledigung von wesentlichen Rechtsstreitigkeiten – Kompetenzregelung – Führungsstruktur – Corporate Identity, Brand, AFG Marke – Vorgaben und Richtlinien Risikomanagement Ansonsten ist die Geschäftsführung, soweit gesetzlich und statutarisch zulässig, an die Konzernleitung unter dem Vorsitz des CEO delegiert. 3.6

Informations- und Kontrollinstrumente gegenüber der Geschäftsleitung Der Verwaltungsrat wird auf mehreren Wegen regelmässig über die Aktivitäten der Konzernleitung und der Unternehmensbereiche informiert. Über das Management Informationssystem (MIS) erhalten die Mitglieder des Verwaltungsrats monatlich die wesentlichen Informationen über die Finanz-, Ertrags- und Risikolage des Konzerns und der einzelnen Divisionen und Business Units. Die externe Revisionsstelle unterrichtet den Verwaltungsrat schriftlich und mündlich über die wichtigsten Erkenntnisse der Revision. Der CEO überwacht die ihm unterstellten Mitglieder der Konzernleitung und sorgt dafür, dass im Konzern die Vorschriften von Gesetz, Statuten und Reglementen eingehalten werden. Der Verwaltungsratspräsident trifft sich monatlich mit dem CEO zu einer Informationssitzung und erhält die Protokolle der Konzernleitung zur Kenntnisnahme. Er informiert die anderen Mitglieder des Verwaltungsrats bei Bedarf über die Ergebnisse der Besprechungen. Neben dem monatlichen Austausch mit dem Präsidenten des Verwaltungsrats erstattet der CEO dem Verwaltungsrat regelmässig anlässlich der ordentlichen Verwaltungsratssitzungen und bei ausserordentlichen Vorkommnissen umgehend Bericht. Weitere regelmässige Kontakte finden zwischen dem


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Vorsitzenden des Revisionsauschusses, dem CFO und dem Leiter der internen Revision statt. Auch er informiert bei Bedarf die restlichen Mitglieder des Verwaltungsrats über seine Erkenntnisse. Schliesslich sitzt mit Andreas Gühring ein Mitglied des Verwaltungsrats im Aufsichtsrat der Kermi GmbH, der grössten Einzelgesellschaft der Gruppe. Die Mitglieder der Konzernleitung und die Geschäftsführer werden regelmässig zu den Sitzungen des Verwaltungsrats beigezogen. Die Mitglieder des Verwaltungsrats können jede zur Erfüllung ihrer Funktion notwendige zusätzliche Information einfordern. Dem Prüfungsausschuss ist die interne Revision als unabhängige und konzernweite Prüfungs- und Überwachungsinstanz unterstellt. Hauptaufgabe der internen Revision ist die konzernweite Überwachung von Abläufen und Strukturen. Sie identifiziert Geschäfts- und Betriebsrisiken in allen fünf Divisionen und legt auf Basis dieser Risikoanalyse die durchzuführenden Prüfungen fest. Dabei steht sie im Dialog mit der externen Revisionsstelle, um Informationen zu Risiken auszutauschen und die Gesamtheit der Aktivitäten im Assurance-Bereich gruppenweit zu koordinieren. Diese werden in einem jährlichen Prüfplan zusammengefasst, der vom Prüfungsausschuss genehmigt wird. Ausserdem erteilt der Prüfungsausschuss bei Bedarf der internen Revision spezielle Prüfungsaufträge. Die jeweiligen Prüfungsergebnisse werden mit dem Prüfungsausschuss, der Konzernleitung und dem lokalen Management besprochen und dem Verwaltungsrat schriftlich unterbreitet. Im Berichtsjahr hat die interne Revision den Mitgliedern des Verwaltungsrates 13 Prüfungsberichte zugestellt. Bei wesentlichen Risiken werden Massnahmen definiert, um sie zu reduzieren. Die interne Revision arbeitet gemäss einem systematischen Prozess zur Überwachung der Risiken und Massnahmen. Sie unterrichtet den Prüfungsausschuss und den Verwaltungsrat regelmässig über den Umfang und die Veränderungen der Risiken sowie den Stand der Umsetzung der Massnahmen. Im Berichtsjahr wurde der Verwaltungsrat insgesamt viermal schriftlich über die Umsetzung der Massnahmen informiert. Sämtliche Prüfberichte und die Berichte der laufenden Überwachung der Risiken und Massnahmen stehen auch der externen Revision zur Verfügung. Ferner informierte die interne Revision den Prüfungsausschuss und den Verwaltungsrat in vier Assurance Memoranda zur Statuserfassung des IKS, der internen Revision und des Risikomanagements. Im Berichtsjahr hat eine externe Prüfgesellschaft die Organisation und Arbeitsweise der internen Revision auditiert und deren Konformität mit den Berufsstandsregeln bestätigt.


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4 4.1

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Konzernleitung Mitglieder der Konzernleitung Die Konzernleitung bestand im Berichtsjahr aus folgenden Mitgliedern: Dr. Edgar Oehler (1942, Schweizer Staatsangehöriger), Dr. rer. publ., Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats sowie Vorsitzender der Konzernleitung von 2003 bis 29. April 2011 (vgl. Ziffer. 3.1). Daniel Frutig (1962, Schweizer Staatsangehöriger), Dipl. Ing., MBA, Chief Executive Officer (CEO) seit 1. Juni 2011; 1987 – 1998 Sulzer InfraConsulting, Winterthur, Projektmanager, Leiter der Niederlassung für Infrastruktur Technologie-Systeme, zuletzt Director Facilities Management Consulting; 1998 – 2003 Accenture (ehemals Anderson Consulting), Zürich, Associate Partner / Senior Executive, Director of Facilities, Services & Procurement for Western Europe, Europe & Latin America, zuletzt Global Director of Services & Technology; 2003 – 2005 Swisscom Immobilien AG, Bern, CEO; 2005 – 2011 Compass Group PLC, Chertsey / UK, Executive Director Support Services Europe, zuletzt Group Executive Director Support Services Global. Felix Bodmer (1955, Schweizer Staatsangehöriger), lic. oec. HSG, Chief Financial Officer (CFO) seit 2003; 1986 – 1992 Hilti-Konzern, verschiedene Positionen im Bereich Controlling und Finanzen, zuletzt als Leiter Finanzen einer deutschen Tochtergesellschaft; 1993 – 2000 ABB / Alstom, kaufmännischer Leiter / CFO von Konzerngesellschaften, zuletzt als CFO/ Leiter Shared Services Alstom Power (Schweiz) AG; 2000 – 2003 CFO Steiner-Gruppe. Dr. Christoph Schönenberger (1968, Schweizer Staatsangehöriger), Dr. iur., Rechtsanwalt, LL.M., Leiter Corporate Services (Generalsekretariat, Rechtswesen, Corporate Communications, Human Resources) seit 2007; 2000 – 2004 Rechtsanwalt, Rechtsdienst UBS AG, Zürich; 2004 – 2007 Rechtsanwalt und Partner, Probst Rechtsanwälte, Winterthur.

Knut Bartsch (1968, deutscher Staatsangehöriger), Dipl.-Wirtsch.-Ing., Sprecher der Division Heiztechnik und Sanitär seit 2004; 1996 – 1997 Assistent des Vorstands der Preussag AG / TUI AG; seit 1997 bei der Kermi GmbH, seit 1999 Geschäftsführer.


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Thomas Gerosa (1949, Schweizer Staatsangehöriger), Betriebsökonom FH, Leiter der Division Fenster und Türen seit 2004; seit 1972 in verschiedenen Funktionen bei der EgoKiefer AG; 1987 – 2004 Geschäftsführer, seit 2004 Delegierter des Verwaltungsrats und CEO.

Dr. Christian Mayer (1961, deutscher Staatsangehöriger), Dr.-Ing., seit 2003 Geschäftsführer Forster Präzisionsstahlrohre, seit 1. September 2010 Leiter der Division Stahltechnik; 1990 – 1993 Leiter der Gruppe Fertigungsstättenplanung und Koordinator der Prototypenentwicklung, Europäisches Kernforschungszentrum (CERN); 1993 – 1997 Projektmanager in den Bereichen Operations, Restrukturierung und Einkauf, Roland Berger & Partner GmbH, International Management Consultants; 1997 – 2001 Technischer Geschäftsführer, V. W. Werke Vincenz Wiederholt & Co. KG; 2002 – 2003 Associate Partner, Roland Berger Strategy Consultants. Dr. Hannes Schmüser (1968, deutscher Staatsangehöriger), Dipl. Wirtschafts-Ingenieur / Fachrichtung Maschinenbau; Dr. rer. pol., Leiter Division Oberflächentechnologie seit 1. Juli 2011, 1998 – 2000 Roland Berger Strategy Consultants, Deutschland & Brasilien, Senior Consultant Competence Center Automotive; 2000 – 2005 Dürr AG Stuttgart, Leiter Unternehmensentwicklung, Key Account Manager für Grosskunden, zuletzt als Geschäftsleiter Dürr Paintshop Systems Engineering Co. Ltd. Shanghai, China; 2006 – 2011 Bühler Druckguss AG, Uzwil, Geschäftsleitung, Vice President Sales & Marketing. 4.2

Weitere Tätigkeiten und Interessenbindungen Thomas Gerosa, seit 2000 Präsident des Verwaltungsrats der Alpha RHEINTAL Bank AG, Heerbrugg SG; seit 2010 Mitglied des Verwaltungsrats der Bauwerk Parkett AG, St. Margrethen SG.

4.3

Managementverträge Die AFG hat keine Managementverträge mit Gesellschaften oder natürlichen Personen ausserhalb des Konzerns abgeschlossen.

5

Entschädigungen, Beteiligungen und Darlehen Die Angaben zur Entschädigungspraxis finden sich im Entschädigungsbericht auf den Seiten 95 – 99 und im Anhang zur Jahresrechnung auf den Seiten 180 – 182.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern Corporate Governance

91

6 6.1

Mitwirkungsrechte der Aktionäre Stimmrechtsbeschränkung und -vertretung Die Statuten enthalten eine Beschränkung für die Eintragung im Aktienregister mit Stimmrecht. Ein Erwerber oder Nutzniesser von Namenaktien wird von der Gesellschaft höchstens für 5 % des im Handelsregister eingetragenen Namenaktienkapitals als Aktionär bzw. Nutzniesser mit Stimmrecht eingetragen (ausführlich vorstehend Ziffer 2.6). Die Statuten sehen kein besonderes Quorum für die Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkung vor. Dementsprechend kann die Stimmrechtsbeschränkung durch Generalversammlungsbeschluss mit einfacher Mehrheit aufgehoben werden. Die Statuten enthalten neben der Stimmrechtsbeschränkung keine vom Gesetz abweichenden Regeln in Bezug auf die Teilnahme an der Generalversammlung und die Ausübung der Stimmrechte. Jede im Aktienregister eingetragene Aktie berechtigt zu einer Stimme. Jeder Aktionär kann sich an der Generalversammlung durch einen Bevollmächtigten, der sich durch eine schriftliche Vollmacht ausweist, vertreten lassen.

6.2

Statutarische Quoren Gemäss Art. 13 Ziff. 9 der Statuten kann eine Umwandlung von Namenaktien in Inhaberaktien nur mit einem Beschluss der Generalversammlung, der mindestens zwei Drittel der vertretenen Aktienstimmen und die absolute Mehrheit der vertretenen Aktiennennwerte auf sich vereint, gefasst werden. Darüber hinaus enthalten die Statuten keine vom Gesetz abweichenden Regeln.

6.3

Einberufung der Generalversammlung Die Statuten enthalten keine vom Gesetz abweichenden Regeln.

6.4

Traktandierung Aktionäre, die einzeln oder zusammen Aktien im Nennwert von CHF 1 000 000 vertreten, können schriftlich die Traktandierung eines Verhandlungsgegenstands verlangen. Ein entsprechendes Gesuch ist dem Verwaltungsrat mindestens 40 Tage vor der Generalversammlung schriftlich und unter Angabe der Anträge einzureichen.

6.5

Eintragungen im Aktienbuch Der Verwaltungsrat gibt jeweils mit der Einladung zur Generalversammlung den Stichtag bekannt, bis zu dem Eintragungen im Aktienbuch im Hinblick auf die Teilnahme an der Generalversammlung vorgenommen werden können. An der Generalversammlung 2012 stimmberechtigt sind die am 10. April 2012, 17.00 Uhr, im Aktienbuch als Aktionäre mit Stimmrecht eingetragenen Aktionäre. In der Zeit vom 10. April 2012, 17.00 Uhr, bis und mit 20. April 2012 finden keine Eintragungen im Aktienbuch statt.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern Corporate Governance

92

7 7.1

Kontrollwechsel und Abwehrmassnahmen Angebotspflicht Ein Erwerber von Aktien der Gesellschaft ist zu einem öffentlichen Kaufangebot nach Art. 32 und 52 des Bundesgesetzes über die Börsen und den Effektenhandel verpflichtet. Es besteht seit 16. April 2010 keine Opting-out-Klausel mehr.

7.2

Kontrollwechselklauseln Das im Berichtsjahr neu für die Mitglieder der Konzernleitung eingeführte Beteiligungsprogramm sieht vor, dass der Verwaltungsrat im Falle eines Kontrollwechsels die Sperrfrist zur Übertragung der zugeteilten Aktien aufheben kann. Ansonsten bestehen bei der AFG keine Vereinbarungen und Pläne zugunsten der Mitglieder des Verwaltungsrats und /oder der Geschäftsleitung sowie weiterer Kadermitglieder, die Kontrollwechselklauseln beinhalten.

8 8.1 8.1.1

Revisionsstelle Dauer des Mandats und Amtsdauer des leitenden Revisors Zeitpunkt der Übernahme des bestehenden Mandats Die PricewaterhouseCoopers AG, St. Gallen, amtiert seit dem Geschäftsjahr 2006 als Revisionsstelle. Sie prüft die Jahresrechnung und die Konzernrechnung der AFG.

8.1.2

Amtsantritt des leitenden Revisors Seit 2006 amtiert Lorenz Lipp als leitender Revisor.

8.2

Revisionshonorar Für die Prüfung der Jahresrechnung und der Konzernrechnung der AFG sowie der Jahresrechnungen der Konzerngesellschaften haben die verschiedenen Revisionsstellen 2011 für insgesamt CHF 1 068 000 (Vorjahr: CHF 1 096 000) Honorarrechnungen gestellt. Davon entfielen CHF 625 000 (Vorjahr: CHF 725 000) auf die Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers AG.

8.3

Zusätzliche Honorare Für zusätzliche Dienstleistungen wurden von der Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers AG und von weiteren Revisionsstellen von Konzerngesellschaften 2011 CHF 556 000 (Vorjahr: CHF 203 000) in Rechnung gestellt, wovon CHF 295 000 (Vorjahr: CHF 89 000) auf PricewaterhouseCoopers AG entfielen. Von den von PricewaterhouseCoopers AG erbrachten zusätzlichen Dienstleistungen entfielen 2011 CHF 177 000 auf Steuerberatung, CHF 78 000 auf Beratung in Rechnungslegungsfragen und CHF 40 000 auf Due Diligence Prüfungen.

8.4

Informationsinstrumente der externen Revision Der Prüfungsausschuss überwacht im Auftrag des Verwaltungsrats die Qualifikation, die Unabhängigkeit und die Leistung der externen Revisionsstelle und unterrichtet den Verwaltungsrat darüber. Im Berichtsjahr wurde die Tätigkeit der externen Revisionsstelle ausserdem dadurch


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern Corporate Governance

93

überwacht, dass sich der Prüfungsausschuss die Berichte (Jahresrechnung, Konzernrechnung und Management Letter) von der Revisionsstelle direkt erläutern liess (vgl. Ziffer 3.4.2.1). Die externe und die interne Revision besprechen zudem regelmässig die Methodik und Weiterentwicklung des internen Kontrollsystems. Im Berichtsjahr haben dazu drei Sitzungen stattgefunden. Für die Beurteilung der Existenz des IKS gemäss Art. 728 a OR, aber auch für die Einschätzung des IKS bezüglich Effektivität und Effizienz, arbeiten die interne und externe Revision eng zusammen. Bei der Auswahl der externen Revision werden die Fachkompetenz, das internationale Netzwerk (Vertretung in den relevanten Ländern), das Verh��ltnis zwischen Kosten und Nutzen, die Branchenerfahrung sowie die Kontinuität und rasche Verfügbarkeit des Prüfteams berücksichtigt. Der Revisionsausschuss genehmigt auf Antrag der externen Revisionsstelle die Honorierung und überprüft diese anhand des Vorjahres und der Beurteilung der Leistung auf ihre Angemessenheit. Gemäss den gesetzlichen Vorschriften erfolgt die Rotation des leitenden Prüfers der externen Revision spätestens alle sieben Jahre. 9

Informationspolitik Die AFG verfolgt gegenüber der Öffentlichkeit und den Finanzmärkten eine offene Informationspolitik auf den Grundlagen des Kotierungsreglements und der Richtlinien der SIX Swiss Exchange Regulation sowie des Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance. Der Konzern informiert mit dem Geschäftsbericht über Geschäftsverlauf, Organisation und Strategie. Integrierender Bestandteil des Geschäftsberichts ist der Entschädigungsbericht auf Seite 95. Im Halbjahresbericht publiziert die AFG die konsolidierte Erfolgsrechnung, die Bilanz und die Geldflussrechnung der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres. Überdies informiert die AFG an der jährlichen Bilanzmedien- und Analystenkonferenz sowie an der Generalversammlung ausführlich über ihre Geschäftstätigkeit. Die AFG pflegt den Dialog mit Investoren und Medienschaffenden an speziellen Veranstaltungen und Roadshows. Die Angaben für die Kontaktnahme mit der AFG sind wie folgt: AFG Arbonia-Forster-Holding AG Amriswilerstrasse 50, Postfach 134, CH-9320 Arbon T +41 71 447 41 41, F +41 71 447 45 88 info.holding@afg.ch Alle Angaben zum Unternehmen können auf der Website unter www. afg.ch abgerufen werden. Unter www.afg.ch/medienmitteilungen_de kann jede interessierte Person die Zustellung von Medienmitteilungen abonnieren und sich für den Erhalt per E-Mail im Push-und-Pull-System einschreiben. Der Terminkalender mit den Daten der Publikation der Umsatz- und Halbjahreszahlen, der Bilanzmedien- und Analystenkonferenz, der Generalversammlung sowie des Investorentags finden sich auf Seite 189 des Geschäftsberichts und auf der AFG Website.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern

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Entschädigungsbericht Dieser Entschädigungsbericht erläutert das Entschädigungssystem und dessen Anwendung im Geschäftsjahr 2011. Der Entschädigungsbericht steht im Einklang mit Anhang 1 des Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance und Kapitel 5 der Corporate-Governance-Richtlinie der SIX Swiss Exchange Regulation.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern Entschädigungsbericht

96

1

Entschädigungs- und Nominierungsausschuss Der Verwaltungsrat hat einen Entschädigungs- und Nominierungsausschuss gewählt und dessen Aufgaben und Kompetenzen im Organisations- und Kompetenzreglement festgelegt. Der Ausschuss setzt sich aus nicht exekutiven und unabhängigen Mitgliedern des Verwaltungsrats zusammen. Seit dem 29. April 2011 nehmen die dem Ausschuss nicht angehörenden Mitglieder des Verwaltungsrats an den Sitzungen des Ausschusses nicht mehr teil, erhalten aber die entsprechenden Sitzungsprotokolle. Weitere Angaben zur personellen Zusammensetzung, zu den Aufgaben, zur Kompetenzabgrenzung und zur Arbeitsweise des Ausschusses finden sich in Ziffer 3.4.2.2 des Corporate-Governance-Berichts auf Seite 85.

2

Entschädigungssystem Das Entschädigungssystem basiert auf der Überzeugung, dass der Erfolg eines Unternehmens wesentlich von der Qualität und dem Engagement der Mitarbeitenden abhängt. Die AFG bietet markt- und leistungsgerechte Gesamtentschädigungen an, um Mitarbeitende mit den nötigen Fähigkeiten und Eigenschaften zu gewinnen, zu behalten und zu motivieren, Leistungen auf konstant hohem Niveau zu erbringen. Das Entschädigungssystem ist so ausgestaltet, dass die Interessen der Spitzenkräfte mit den Interessen des Konzerns übereinstimmen.

2.1

Entschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrats Die Entschädigungen der Mitglieder des Verwaltungsrats sind leistungsunabhängig und werden gemäss den Statuten vom Verwaltungsrat selbst festgelegt. Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhalten für ihre gesamte Verwaltungstätigkeit eine feste (und keine variable) Entschädigung. Das Honorar des Verwaltungsratspräsidenten beträgt CHF 200 000. Der Vizepräsident erhält ein Honorar von CHF 80 000 und die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats CHF 60 000, einschliesslich Pauschalspesen. Zusätzlich zu dieser Entschädigung erhalten der Präsident des Entschädigungs- und Nominierungsausschusses und der Präsident des Prüfungsausschusses für ihre Tätigkeit im jeweiligen Ausschuss je CHF 20 000 und jedes Mitglied eines Ausschusses je CHF 10 000. Für seine Tätigkeit als Aufsichtsrat der Kermi GmbH erhält Andreas Gühring eine weitere Entschädigung von EUR 5000. Für die Vorbereitung und die Teilnahme an den ordentlichen und den ausserordentlichen Sitzungen des Verwaltungsrats, des Prüfungsausschusses, des Entschädigungs- und Nominierungsausschusses sowie für Aufsichtstätigkeiten bei Gruppengesellschaften werden keine weiteren Vergütungen entrichtet. Der Verwaltungsrat hat die Höhe der Honorierung aufgrund eines Ermessensentscheids festgesetzt. Dabei wurden Erfahrungswerte von Vergütungen von (im Vergleich zur AFG) grösseren (Vaillant Gruppe, D-Remscheid; Geberit AG, Rapperswil-Jona) und kleineren (Walter Meier AG, Schwerzenbach; Zehnder Group AG, Gränichen) Unternehmen der Bauindustrie mitberücksichtigt. Die Honorare der Verwaltungsräte werden jährlich überprüft und wurden letztmals in den Jahren 2008 und 2011 angepasst. Beteiligungsprogramme bestehen für die Mitglieder des Verwaltungsrats keine.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern Entschädigungsbericht

2.2

97

Entschädigung der Mitglieder der Konzernleitung Die Festlegung der Gehaltspolitik des Konzerns und der Salärregelung der Mitglieder der Konzernleitung obliegt dem Entschädigungs- und Nominierungsausschuss. Dieser überprüft die Salärregelung für die Mitglieder der Konzernleitung jedes Jahr auf ihre Angemessenheit. Der Entschädigungs- und Nominierungsausschuss hat auf den 1. Januar 2011 ein neues Bonussystem für die Mitglieder der Konzernleitung und das Kader in Kraft gesetzt. Danach besteht die Entschädigung der Mitglieder der Konzernleitung aus einem Basissalär und einer leistungsabhängigen Komponente bzw. einer variablen Vergütung. Diese variable Vergütung beträgt 50 % des Grundgehalts, wobei der variable Anteil des CEO bei rund 75 % liegt. Die Höhe der variablen Vergütung ist von der Erreichung der Ziele abhängig, die vom Verwaltungsrat definiert werden. Bei vollständiger Zielerreichung erhält ein Mitglied der Konzernleitung die einzelvertraglich bestimmte variable Vergütung (Nominalbonus). Im besten Fall entspricht die variable Vergütung 120 % des Nominalbonus, und im schlechtesten Fall entfällt die variable Vergütung vollständig. Bei der Festsetzung der Ziele für den CEO, den CFO und den Leiter Corporate Services werden das EBIT (35 %) und der Free Cashflow oder das NUV (35 %) des Konzerns sowie das Erreichen von persönlichen Zielen (30 %) berücksichtigt. Bei den übrigen Mitgliedern der Konzernleitung errechnet sich die variable Vergütung anhand des EBIT (15 %) und des Free Cashflow oder des NUV (15 %) des Konzerns, des EBIT (25 %) und des Free Cashflow oder des NUV (25 %) der vom jeweiligen Konzernleitungsmitglied geführten Division sowie dem Erreichen von persönlichen Zielen (20 %). Die Beurteilung der persönlichen Ziele wird vom Entschädigungsausschuss vorgenommen, der dazu die Einschätzungen und Anträge des CEO einholt, sofern es nicht um dessen eigene Beurteilung geht. Bei den persönlichen Zielen stehen spezifische Aufgaben wie das erfolgreiche Umsetzen von Projekten, Change Prozessen usw. sowie Soft Skills wie Führungsfähigkeiten, soziale Kompetenzen, Motivation und Coaching der Mitarbeitenden, Konfliktmanagement usw. im Vordergrund. Die Auszahlung der variablen Vergütung erfolgt zu zwei Dritteln in bar und zu einem Drittel in Form einer Aktienzuteilung. Die Aktien können zu einem Preis von 80 % des volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der letzten 20 Handelstage vor dem Zuteilungsdatum bezogen werden und unterliegen einer vierjährigen Veräusserungssperrfrist, welche bei einem Ausscheiden grundsätzlich bestehen bleibt. Die effektive Höhe der leistungsabhängigen Entschädigung wird auf Antrag des CEO und gestützt auf das Bonusreglement vom Entschädigungs- und Nominierungsausschuss festgelegt. Die leistungsabhängige Entschädigung des CEO wird vom Entschädigungs- und Nominierungsausschuss in Abwesenheit des Betreffenden festgelegt. Für die Mitglieder der Konzernleitung bestehen abgesehen von der erwähnten teilweisen Auszahlung der variablen Vergütung in gesperrten Aktien keine Beteiligungsprogramme. Es werden weder Aktien noch Optionen auf Aktien oder vergleichbare Instrumente zugeteilt. Die Entschädigung der Mitglieder der Konzernleitung orientiert sich an der jährlich erscheinenden Kienbaum Kadersalärstudie, an Vergleichswerten aus Rekrutierungsprozessen und aus Abklärungen mit Geschäftspartnern wie z.B. Headhuntern.


AFG Geschäftsbericht 2011

98

Konzern Entschädigungsbericht

Die Arbeitsverträge der Mitglieder der Konzernleitung beinhalten grundsätzlich weder unüblich lange Kündigungsfristen noch sind die Arbeitsverträge auf übermässig lange Dauer fest abgeschlossen. Im Rahmen von zwei Neuanstellungen wurde mit zwei Mitgliedern der Konzernleitung vereinbart, dass das Arbeitsverhältnis im einen Fall frühestens nach Ablauf von 18 Monaten und im anderen Fall frühestens nach Ablauf von zwölf Monaten seit der Anstellung unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten aufgelöst werden kann. Einem Divisionsleiter wurde im Rahmen einer Unternehmensübernahme eine Entschädigung zugesichert, um die langfristige Tätigkeit dieser Person für das Unternehmen sicherzustellen. Je ein Drittel dieser Entschädigung wurde in den Jahren 2010 und 2011 ausbezahlt. Das letzte Drittel kommt 2012 zur Auszahlung. Davon abgesehen hat kein Mitglied der Konzernleitung Anspruch auf eine Abgangsentschädigung oder eine Vergütung infolge eines Kontrollwechsels («goldener Fallschirm»). Der Verwaltungsrat kann jedoch die Veräusserungssperre der unter dem Beteiligungsprogramm zugeteilten Aktien im Falle eines Kontrollwechsels aufheben. 3 3.1

Entschädigungen und Kredite Entschädigungen der Mitglieder des Verwaltungsrats Die Mitglieder des Verwaltungsrats haben folgende Entschädigungen erhalten: 2011

2010

67

235

170

70

73 80

60 60

in TCHF

Exekutives Mitglied des Verwaltungsrats Dr. Edgar Oehler (bis 29. April 2011) Nicht exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats Paul Witschi (Verwaltungsratspräsident seit 29. April 2011, vorher Verwaltungsrat) Christian Stambach (Vizepräsident seit 29. April 2011, vorher Verwaltungsrat) Dr. Arthur Loepfe Dr. Edgar Oehler (Verwaltungsrat seit 29. April 2011, vorher exekutiver Verwaltungsratspräsident und Delegierter) Andreas Gühring Georg Früh Total nicht exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats

48 96 80

67 43

547

300

Total Vergütungen an Mitglieder des Verwaltungsrats

614

535

Die Veränderung der Entschädigung an die Mitglieder des Verwaltungsrats ist auf eine Anpassung der Honorierungsgrundsätze zurückzuführen.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzern Entschädigungsbericht

99

3.2

Entschädigungen der Mitglieder der Konzernleitung Die Mitglieder der Konzernleitung haben im Geschäftsjahr 2011 eine Entschädigung von insgesamt CHF 6 584 000 (Vorjahr: CHF 8 013 000) erhalten. In der Entschädigung an die Konzernleitungsmitglieder 2011 ist neu Daniel Frutig (seit 1. Juni 2011) und Dr. Hannes Schmüser (seit 1. Juli 2011) enthalten. Im Vorjahr waren Dr. Christian Mayer (seit 1. September 2010) sowie Hans-Georg Derks (bis 30. November 2010) und Thomas Reifler (bis 31. Dezember 2010) enthalten. Felix Aepli, Mitglied der erweiterten Konzernleitung, der das Unternehmen per 31. März 2012 verlässt, ist in der Entschädigung der Konzernleitung 2011 nicht mehr enthalten. Darin enthalten ist hingegen das Verwaltungsratshonorar von Dr. Edgar Oehler (als Präsident bis zum 29. April 2011 und danach als Mitglied) sowie seine Entschädigung für die Leitung des Bauprojekts in Changshu (CN). Die Veränderungen bei der Entschädigung der Mitglieder der Konzernleitung sind auf die teilweise Neubesetzung der Konzernleitung und die Anpassung der Vergütungen der Mitglieder der Konzernleitung an die Marktgegebenheiten zurückzuführen.

3.3

Die höchste Entschädigung Unter den Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Konzernleitung hat Verwaltungsrat Dr. Edgar Oehler, der bis am 29. April 2011 als Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats amtierte, die höchste Gesamtentschädigung erhalten. Seine Gesamtentschädigung, die alle Entschädigungen für seine Tätigkeiten als Präsident des Verwaltungsrats und als Vorsitzender der Konzernleitung bis zum 29. April 2011 sowie ab dem 30. April 2011 für seine Tätigkeiten als Verwaltungsrat und als Verantwortlicher für das Bauprojekt in Changshu (CN) umfasst, beläuft sich 2011 auf insgesamt CHF 2 271 000 (Vorjahr: CHF 4 109 000, vgl. Seite 181).

3.4

Darlehen und Kredite Der per 31. Dezember 2010 ausstehende Kontokorrent-Kredit gegenüber dem damaligen Präsidenten des Verwaltungsrats und CEO Dr. Edgar Oehler wurde 2011 vollständig zurückbezahlt. Ansonsten wurden 2011 und 2010 weder Darlehen noch Kredite an weitere Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung gewährt, und es waren per 31. Dezember 2011 und 31. Dezember 2010 auch keine ausstehend.

4

Transparenz und Einbezug der Generalversammlung Die AFG sorgt mit diesem Entschädigungsbericht für umfassende Transparenz hinsichtlich der Entschädigungen von Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Konzernleitung. Der Verwaltungsrat unterbreitet den Aktionären diesen Bericht als Teil der Jahresberichterstattung und unterstellt ihn damit der Diskussion an der Generalversammlung. Der Beschluss über die Genehmigung der Jahresrechnung und der Entlastungsbeschluss werden von den Aktionären in Kenntnis des Entschädigungsberichts gefasst.


101

AFG Geschäftsbericht 2011

Finanzbericht Konzernrechnung AFG ArboniaForster-Group

Finanzkommentar Konsolidierte Erfolgsrechnung Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung Konsolidierte Bilanz Konsolidierte Geldflussrechnung Konsolidierte Eigenkapitalveränderung Anhang zur Konzernrechnung Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung

102 108 109 110 111 112 113 172

Jahresrechnung AFG ArboniaForster-Holding AG

Erfolgsrechnung Bilanz Anhang zur Jahresrechnung Antrag des Verwaltungsrats Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

176 177 178 183 184


102

AFG Geschäftsbericht 2011

Finanzkommentar Belastende Währungssituation er Konzernumsatz der AFG stagnierte im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2010 währungs- und akquisitionsbereinigt, effektiv fiel er aber um 4.7 % auf CHF 1347.4 Mio. (Vorjahr CHF 1413.5 Mio.). Wie viele andere Industriebetriebe hat auch die AFG unter den ungünstigen Wechselkursverhältnissen gelitten. Gleichzeitig wirkten sich Kapazitäts- und Auslastungsprobleme negativ auf den Konzernumsatz aus.

D

Einmal mehr erwiesen sich die beiden Heimmärkte Schweiz und Deutschland als Stützen des Geschäfts. In beiden Märkten war die Baukonjunktur nach wie vor robust. Allerdings schlug sich das Auslaufen von Investitionsbeihilfen in Deutschland und eine in allen Märkten zurückhaltendere Investitionsbereitschaft aufgrund der Verunsicherung der Finanzmärkte negativ auf den Absatz nieder. Erfolgsrechnung wird durch Überprüfung des Geschäftsportfolios belastet Die im Sommer 2011 lancierte unternehmensweite Überprüfung der strategischen Ausrichtung des Geschäftsportfolios sowie die bereits erwähnten Probleme führten zu Wertberichtigungen (Impairments) von CHF 73.0 Mio. Daraus resultierte ein Konzernergebnis von CHF − 70.2 Mio. (Vorjahr CHF 14.2 Mio.). Ohne Sondereffekte hätte die AFG einen kleinen Konzerngewinn von CHF 4.5 Mio. (Vorjahr CHF 27.2 Mio.) erreicht.


AFG Geschäftsbericht 2011

Finanzkommentar

Die AFG im Wandel. Genau das widerspiegeln die Finanzzahlen. Aber sie wandelt sich ausgehend von einem sehr soliden finanziellen Fundament.

Felix Bodmer Chief Financial Officer

103


AFG Geschäftsbericht 2011

Finanzkommentar

104

Das Geschäftsjahr 2011 endete nach einem guten Beginn klar unter den Erwartungen der AFG, auch wenn es dafür einige gute Gründe gibt. Zu erwähnen ist die schwierige Währungssituation aufgrund des starken Schweizer Frankens. Dadurch ergaben sich nicht nur Nachteile für die aus der Schweiz heraus exportierenden Geschäftsbereiche (Stahltechnik, Oberflächentechnologie), sondern auch ein zunehmender Importdruck von im Ausland zu Euro-Konditionen hergestellten Produkten (Küchen). Die sich im Jahresverlauf abschwächende Konjunkturentwicklung führte 2011 zu zwei stark unterschiedlichen Jahreshälften. Während die AFG im ersten Halbjahr ein währungs- und akquisitionsbereinigtes Wachstum von 6.2 % aufwies, schrumpfte sie im normalerweise stärkeren zweiten Halbjahr um 5.0 % gegenüber dem Vorjahr. Zu dieser Entwicklung beigetragen hat sicherlich auch das Auslaufen von Investitionsbeihilfen in Deutschland. Einmal mehr zeigte es sich, dass personelle Ressourcen trotz flexibler Arbeitszeiten und Kurzarbeit nicht schnell genug an sich verändernde Absatz- und Produktionsvolumen angepasst werden können. Zusammen mit dem starken Schweizer Franken führte dies zu hohen Personalkosten. Infolge der Kostensenkungsprogramme beim Materialaufwand und beim übrigen Betriebsaufwand konnte der zunehmende Preis- und Margendruck in diesen Kategorien einigermassen kompensiert werden. Das EBITDA ist im Geschäftsjahr 2011 mit 7.4 % des Nettoumsatzes (Vorjahr 8.6 %) auf CHF 100.2 Mio. (Vorjahr CHF 121.1 Mio.) gefallen. Auch ohne Einmaleffekte ergibt sich nur eine geringfügige Verbesserung auf CHF 102.4 Mio. oder 7.6 % des Nettoumsatzes. Wegen der bereits erwähnten Wertberichtigungen in den Divisionen Heiztechnik und Sanitär, Stahltechnik, Oberflächentechnologie sowie in den Corporate Services ergibt sich ein EBIT von CHF − 34.3 Mio. (Vorjahr CHF 47.5 Mio.). Korrigiert um Sonderfaktoren beträgt das EBIT CHF 40.9 Mio. oder 3.0 % des Nettoumsatzes, was gerade noch den untersten Bereich unserer Erwartungen getroffen hat. Der Nettofinanzaufwand ist gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen, was vor allem auf die ganzjährige Verzinsung der Obligationenanleihe im Betrag von CHF 200 Mio. zurückzuführen ist. Auch der Finanzaufwand ist durch den starken Schweizer Franken im Geschäftsjahr 2011 negativ beeinflusst worden. Als Folge der vielen Gesellschaften mit Verlustvorträgen, deren Nutzung in der Zukunft ungewiss erscheint, ist der Steueraufwand angestiegen.


AFG Geschäftsbericht 2011

Finanzkommentar

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Abbau der Nettoverschuldung setzt sich fort Die Bilanzsumme der AFG per 31. Dezember 2011 ist vor allem wegen der Wertberichtigungen auf CHF 1271.0 Mio. (Vorjahr CHF 1388.2 Mio.) gesunken. Während mit den erforderlichen Massnahmen auf der Aktivseite vor allem das Anlagevermögen reduziert wurde, hat sich auf der Passivseite das Eigenkapital vermindert. Die Eigenkapitalquote ist dadurch erstmals seit 2009 wieder knapp unter die Marke von 40 % gefallen. Sie beträgt per Bilanzstichtag noch 38.9 % (Vorjahr 41.8 %). Aufgrund der anstehenden Portfoliobereinigung geht die AFG davon aus, dass die Eigenkapitalquote relativ rasch wieder in den Zielkorridor von 40 bis 50 % steigen dürfte. Mit flüssigen Mitteln von CHF 249.6 Mio. bleibt die AFG weiterhin solide finanziert. Trotz der schwierigen Vorgabe aus dem ersten Halbjahr und der schwachen Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr ist es der AFG gelungen, im Geschäftsjahr 2011 einen leicht positiven Free Cashflow (Geldflüsse aus Geschäftstätigkeit und Investitionstätigkeit) zu erarbeiten. Gegenüber dem Vorjahr (CHF 59.7 Mio.) hat er sich auf CHF 12.8 Mio. verringert, weil vor allem die Investitionen gegenüber den beiden Vorjahren wie geplant wieder auf Normalniveau angestiegen sind. Das Nettoumlaufvermögen konnte im Geschäftsjahr 2011 ungefähr konstant gehalten werden. Einen positiven Einfluss auf den Free Cashflow hatten wie im Vorjahr die Verkäufe von nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften. Die Nettoverschuldung ist leicht auf CHF 167.5 Mio. (Vorjahr CHF 169.4 Mio.) gesunken. Damit sind per 31. Dezember 2011 sämtliche Finanzkennzahlen, insbesondere der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung / EBITDA), problemlos eingehalten worden.

Felix Bodmer Chief Financial Officer


AFG Gesch채ftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG ArboniaForster-Group

107


AFG Geschäftsbericht 2011

108

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group

Konsolidierte Erfolgsrechnung Nettoumsätze Andere betriebliche Erträge Aktivierte Eigenleistungen Bestandesveränderungen der Halb- und Fertigfabrikate Nettobetriebsleistung Materialaufwand Personalaufwand Übriger Betriebsaufwand EBITDA Abschreibungen, Amortisationen, Wertberichtigungen EBIT Finanzertrag Finanzaufwand Ergebnis vor Steuern Ertragssteuern Konzernergebnis

2011 Anhang

in TCHF

in %

in TCHF

in %

31

1 347 385 20 736 3 627

100.0 1.5 0.3

1 413 540 24 662 3 202

100.0 1.8 0.2

− 3 345 1 368 403 − 605 266 − 470 262 − 192 709 100 166

− 0.2 101.6 − 44.9 − 34.9 − 14.3 7.4

4 140 1 445 544 − 635 931 − 489 828 − 198 685 121 100

0.3 102.3 − 45.0 − 34.6 − 14.1 8.6

− 134 506 − 34 340 4 925 − 28 258 − 57 673 − 12 544 − 70 217

− 10.0 − 2.5 0.4 − 2.1 − 4.3 − 0.9 − 5.2

− 73 603 47 497 1 838 − 23 882 25 453 − 11 297 14 156

− 5.2 3.4 0.1 − 1.7 1.8 − 0.8 1.0

37 – 39 31 50 50 51

Davon zurechenbar: den Aktionären der AFG Arbonia-Forster-Holding AG den nicht beherrschenden Anteilen Konzernergebnis pro Aktie in CHF

2010

47

− 70 239 22

14 136 20

− 3.98

0.80

Das unverwässerte und das verwässerte Konzernergebnis pro Aktie sind gleich hoch. Die Anmerkungen auf den Seiten 113 bis 171 sind ein integrierter Bestandteil der Konzernrechnung.


AFG Geschäftsbericht 2011

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Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group

Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung Konzernergebnis Sonstiges Ergebnis Marktbewertung von Finanzinstrumenten aus Hedge Accounting Einfluss latenter Steuern aus Hedge Accounting Währungseinfluss Total sonstiges Ergebnis nach Ertragssteuern Gesamtergebnis Davon zurechenbar: den Aktionären der AFG Arbonia-Forster-Holding AG den nicht beherrschenden Anteilen

Anhang

49

2011

2010

in TCHF

in TCHF

− 70 217

14 156

− 985 77 − 5 140

1 542 − 120 − 27 947

− 6 048 − 76 265

− 26 525 − 12 369

− 76 287 22

− 12 389 20

Die Anmerkungen auf den Seiten 113 bis 171 sind ein integrierter Bestandteil der Konzernrechnung.


AFG Geschäftsbericht 2011

110

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group

Konsolidierte Bilanz Aktiven Flüssige Mittel Wertschriften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Übrige Forderungen Warenvorräte Aktive Rechnungsabgrenzungen Laufende Steuerguthaben Finanzanlagen Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte Umlaufvermögen Sachanlagen Renditeliegenschaften Immaterielle Anlagen Goodwill Latente Steuerguthaben Überschüsse aus Personalvorsorge Finanzanlagen Anlagevermögen Total Aktiven Passiven Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Anzahlungen von Kunden Übrige Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Financial Leasing Passive Rechnungsabgrenzungen Laufende Steuerverbindlichkeiten Übrige Rückstellungen Kurzfristiges Fremdkapital Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Financial Leasing Übrige Verbindlichkeiten Übrige Rückstellungen Rückstellungen für latente Steuern Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen Langfristiges Fremdkapital Total Fremdkapital Aktienkapital Kapitalreserven Eigene Aktien Andere Reserven Gewinnreserven Eigenkapital der Aktionäre AFG Arbonia-Forster-Holding AG Nicht beherrschende Anteile Total Eigenkapital Total Passiven

31. 12. 2011 Anhang

in TCHF

32

249 601 2 697 109 937 17 522 181 647 12 133 2 783 710 3 976 581 006 539 862 9 860 40 403 57 454 8 313 32 302 1 778 689 972 1 270 978

33 34

35 36 37 38 39 39 45 46 35

41 37

44 41 37 44 45 46

47 48 49

97 234 47 443 23 664 19 911 1 541 52 059 9 185 15 385 266 422 397 435 1 677 114 10 901 54 322 44 580 509 029 775 451 76 547 171 364 − 24 574 − 65 105 336 532 494 764 763 495 527 1 270 978

31. 12. 2010

in %

in TCHF

in %

45.7

263 318 2 541 123 154 19 996 184 564 9 649 708 618 677 605 225 587 627 19 034 70 529 59 395 10 698 34 775 901 782 959 1 388 184

43.6

54.3 100.0

21.0

40.0 61.0

38.9 39.0 100.0

Die Anmerkungen auf den Seiten 113 bis 171 sind ein integrierter Bestandteil der Konzernrechnung.

93 278 42 490 22 569 14 434 2 607 53 645 15 411 30 340 274 774 416 374 2 658 81 12 062 53 661 47 949 532 785 807 559 76 547 180 191 − 24 574 − 59 057 406 771 579 878 747 580 625 1 388 184

56.4 100.0

19.8

38.4 58.2

41.8 41.8 100.0


AFG Geschäftsbericht 2011

111

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group

Konsolidierte Geldflussrechnung Konzernergebnis Abschreibungen, Amortisationen, Wertberichtigungen Gewinn aus Verkauf von Anlagevermögen Nicht liquiditätswirksame Aufwendungen und Erträge Veränderung des Umlaufvermögens (ohne flüssige Mittel) Veränderung des kurzfristigen Fremdkapitals Geldfluss aus Geschäftstätigkeit Investitionen Sachanlagen Renditeliegenschaften Immaterielle Anlagen Beteiligungen (abzüglich erhaltener flüssiger Mittel) Finanzanlagen Desinvestitionen Sachanlagen Renditeliegenschaften Finanzanlagen Geldfluss aus Investitionstätigkeit Finanzierung Finanzverbindlichkeiten Definanzierung Finanzverbindlichkeiten Zahlung von Verbindlichkeiten aus Financial Leasing Ausschüttung aus Reserven aus Kapitaleinlage Dividende Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Umrechnungsdifferenzen flüssige Mittel Veränderung flüssige Mittel Nachweis Veränderung flüssige Mittel Flüssige Mittel 01.01. Flüssige Mittel 31.12. Veränderung flüssige Mittel

2011

2010

in TCHF

in TCHF

− 70 217

14 156

134 506 − 520

73 603 − 6 233

2 947

− 9 334

11 137 − 11 000 66 853

− 9 040 20 740 83 892

37 36 / 38 39

− 66 913 − 43 − 1 208

− 38 513 − 83 − 1 682

40

− 508 − 2 359

− 335

7 443 8 996 489 − 54 103

1 928 14 400 93 − 24 192

29

199 607

− 13 983

− 112 268

− 3 466 − 8 827 −6 − 26 253 − 214 − 13 717

− 2 819 −6 84 514 − 2 943 141 271

263 318 249 601 − 13 717

122 047 263 318 141 271

18 827 1 576 14 532

15 098 616 15 186

Anhang

36 – 39

36 / 38

Zusatzangaben zu Geldfluss aus Geschäftstätigkeit: Bezahlte Zinsen Erhaltene Zinsen Bezahlte Ertragsteuern

32 32

Die Anmerkungen auf den Seiten 113 bis 171 sind ein integrierter Bestandteil der Konzernrechnung.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konsolidierte Eigenkapitalveränderung Anhang

Stand 31.12.2009 Konzernergebnis Total sonstiges Ergebnis nach Ertragssteuern Gesamtergebnis Dividende Aktienbasierte Vergütungen Stand 31.12.2010 Konzernergebnis Total sonstiges Ergebnis nach Ertragssteuern Gesamtergebnis Ausschüttung aus Reserven aus Kapitaleinlage Dividende Stand 31.12.2011

112

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group

Aktienkapital

Kapitalreserven

Eigene Aktien

Andere Reserven

Gewinnreserven

Anteil Aktionäre AFG

Nicht beherrschende Anteile

Total Eigenkapital

in TCHF

in TCHF

in TCHF

in TCHF

in TCHF

in TCHF

in TCHF

in TCHF

76 547

180 191

− 24 574

− 32 532

392 284

591 915

733

592 648

14 136

14 136

20

14 156

14 136

− 12 389

20

− 12 369

−6

−6

49

54 76 547

180 191

− 24 574

49

− 59 057

351

351

406 771

579 878

747

580 625

− 70 239

− 70 239

22

− 70 217

− 6 048

− 6 048

− 70 239

− 76 287

22 − 76 265

− 6 048 − 6 048

47

− 26 525

− 26 525

− 26 525 − 26 525

351

− 8 827

− 8 827

− 8 827

−6 76 547

171 364

− 24 574

− 65 105

336 532

Die Anmerkungen auf den Seiten 113 bis 171 sind ein integrierter Bestandteil der Konzernrechnung.

494 764

−6

763 495 527


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group

113

Anhang zur Konzernrechnung A

Grundsätze zur Konzernrechnungslegung

1

Allgemeines Die AFG Arbonia-Forster-Group (AFG) verfügt über führende Positionen in der europäischen Bauausrüstungsindustrie und in ausgewählten Technologiebereichen. Das Unternehmen ist in die fünf Divisionen Heiztechnik und Sanitär, Küchen und Kühltechnik, Fenster und Türen, Stahltechnik sowie Oberflächentechnologie gegliedert. Mit Produktionsstätten in der Schweiz, in Deutschland, Tschechien, Frankreich, Grossbritannien, der Slowakei, den USA und China (im Bau) verfügt die AFG zusammen mit ihren bedeutenden Marken Kermi, Arbonia, Prolux, Aqualux, Forster Küchen, Forster Kühltechnik, Warendorf, Piatti, EgoKiefer, RWD Schlatter, Slovaktual, Forster Präzisionsstahlrohre, Forster Profilsysteme und STI | Hartchrom in den Heimmärkten Schweiz und Deutschland über eine starke Marktstellung. Die Bearbeitung neuer Märkte vor allem im Nahen und Fernen Osten sowie in Osteuropa wird unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung vorangetrieben. Die AFG ist mit rund 50 eigenen Vertriebsgesellschaften, Vertretungen und Partnern weltweit in über 70 Ländern aktiv. Als Muttergesellschaft fungiert die AFG Arbonia-Forster-Holding AG, eine Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts mit Sitz an der Amriswilerstrasse 50, CH-9320 Arbon TG. Die AFG Arbonia-Forster-Holding AG ist an der SIX Swiss Exchange in Zürich unter der Valoren-Nummer 11024060 / ISIN CH0110240600 kotiert. Die konsolidierte Jahresrechnung wurde durch den Verwaltungsrat der AFG Arbonia-Forster-Holding AG am 16.02.2012 freigegeben und bedarf der Genehmigung durch die Generalversammlung vom 20.04.2012. Die Veröffentlichung der konsolidierten Jahresrechnung erfolgte am 06.03.2012 anlässlich der Bilanzund Medienkonferenz.

2

Rechnungslegungsstandards Die Rechnungslegung der AFG erfolgt in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), herausgegeben durch das International Accounting Standards Board (IASB). Die Erstellung eines in Übereinstimmung mit IFRS stehenden Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen. Des Weiteren erfordert die Anwendung der unternehmensweiten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Wertungen des Managements. Bereiche mit höheren Beurteilungsspielräumen oder höherer Komplexität oder Bereiche, bei denen Schätzungen und Annahmen von entscheidender Bedeutung für den Konzernabschluss sind, werden unter Anmerkung 30 aufgeführt. Änderungen von wesentlichen Rechnungslegungsstandards Die AFG hat 2011 die folgenden geänderten Standards und neuen oder geänderten Interpretationen übernommen: – Änderungen zu IAS 32 «Finanzinstrumente; Darstellung» – Klassifizierung von Bezugsrechten – Änderung zu IFRIC 14 «Obergrenze für Vermögenswerte und Mindestbetragsverpflichtungen und entsprechende Auswirkungen bei Vorsorgeplänen» – Vorauszahlung einer Mindestbetragsverpflichtung – IFRIC 19 «Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente» – Jährliche Verbesserungsprojekte zu IFRS 2010 Die Änderung von IFRIC 14 wurde bereits bei der Einführung dieser Interpretation durch die AFG 2008 angewendet, da Arbeitgeberbeitragsreserven einen klaren wirtschaftlichen Nutzen in Form von künftigen Beitragsreduktionen darstellen und daher weiterhin vollumfänglich aktiviert blieben. Die restlichen geänderten Standards und neuen oder geänderten Interpretationen hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die vorliegende Konzernrechnung 2011.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

114

Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete neue Rechnungslegungsstandards Die folgenden veröffentlichten, aber erst nach dem Bilanzstichtag in Kraft tretenden, neuen oder geänderten Standards wurden durch die AFG nicht frühzeitig angewendet: – Änderungen zu IAS 1 «Darstellung des Abschlusses» – Darstellung des sonstigen Ergebnisses – Änderungen zu IAS 12 «Ertragssteuern» – Realisierung von zugrundeliegenden Vermögenswerten – Änderungen zu IAS 19 «Leistungen an Arbeitnehmer» – Änderungen zu IAS 27 «Einzelabschlüsse» – Änderungen zu IAS 28 «Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures» – Änderungen zu IAS 32 «Finanzinstrumente; Darstellung» – Änderungen zu IFRS 7 «Finanzinstrumente; Angaben» – Übertragungen von finanziellen Vermögenswerten sowie Verrechnung von Finanzaktiven mit Finanzverbindlichkeiten – Änderungen zu IFRS 9 «Finanzinstrumente» – zwingender InkrafttretungsZeitpunkt von IFRS 9 und Übergangsregelungen für die Offenlegung – IFRS 9 «Finanzinstrumente; Klassifizierung und Bewertung» – IFRS 10 «Konzernabschlüsse» – IFRS 11 «Gemeinschaftliche Vereinbarungen» – IFRS 12 «Angaben von Beteiligungen an anderen Unternehmen» – IFRS 13 «Bewertung zum beizulegenden Zeitwert» Die AFG wird die Standards spätestens auf den erforderlichen Zeitpunkt hin umsetzen. Die Änderung von IAS 19 auf den 01.01.2013 hin hat im Wesentlichen die Abschaffung der Korridormethode zur Folge. Sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste müssen sofort in der Gesamtergebnisrechnung erfasst werden. Der Nettozinsaufwand /-ertrag ersetzt den bisher ermittelten Zinsaufwand der Pensionsverpflichtungen und den erwarteten Ertrag aus dem Planvermögen. Der Nettozinsaufwand /-ertrag wird mit dem Diskontierungssatz aus dem Nettowert der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens errechnet. Der in der Erfolgsrechnung ausgewiesene Vorsorgeaufwand wird dem Personalaufwand und Finanzergebnis zugeordnet. Da die AFG bei IAS 19 die Korridormethode anwendet, wird die Änderung dieses Standards einen Einfluss auf die finanzielle Berichterstattung der AFG haben. Es wird deshalb mit einer höheren Volatilität der Überschüsse aus Personalvorsorge und Pensionsverpflichtungen sowie des Eigenkapitals gerechnet. Infolge veränderter Errechnung auf Basis des Nettozinaufwands/-ertrags wird tendenziell ein höherer Vorsorgeaufwand erwartet. Wären die Änderungen von IAS 19 im Geschäftsjahr 2011 angewendet worden, hätte die sofortige Erfassung sämtlicher versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste das Eigenkapital per 31.12.2011 um CHF 45.6 Mio. reduziert und der Vorsorgeaufwand wäre um CHF 3.0 Mio. höher ausgefallen. Mit IFRS 9 werden neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten eingeführt. IFRS 13 ersetzt die Richtlinien über die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert aus den verschiedenen Standards und fasst die Richtlinien in einem einzigen Standard zusammen und erhöht gleichzeitig deren Offenlegungsvorschriften. Bei diesen beiden und den restlichen Standards wird der Einfluss auf die finanzielle Berichterstattung der AFG nicht wesentlich sein. AFG wird ihre Berichterstattung im Hinblick auf die Inkraftsetzung dieser Standards prüfen.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

3

115

Konsolidierungskreis Die konsolidierte Jahresrechnung basiert auf den Einzelabschlüssen der AFG Arbonia-Forster-Holding AG und aller konsolidierten Gruppengesellschaften jeweils per 31. Dezember. Eine Gesellschaft wird ab dem Datum in die Konsolidierung miteinbezogen, an dem die Kontrolle über die Gesellschaft (in der Regel bei einem Konzernanteil von mehr als 50 % der Stimmrechte) an die AFG übergeht. Eine Gruppengesellschaft scheidet ab dem Datum aus dem Konsolidierungskreis aus, an dem die Kontrolle über die Gesellschaft nicht mehr besteht. Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften, die AFG massgeblich beeinflusst, aber nicht kontrolliert, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Ein massgeblicher Einfluss liegt in der Regel bei einem Stimmenanteil von zwischen 20 und 50 % vor. Folgende wesentlichen Änderungen haben sich im Konsolidierungskreis ergeben: in der Berichtsperiode 2011 – Per 14.04.2011 wurden 100 % der Avia Peintures Sàrl, FR-Pau, erworben (siehe Anmerkung 40). in der Vergleichsperiode 2010 – keine Die Übersicht über die wesentlichen Konzerngesellschaften ist unter Anmerkung 58 aufgeführt.

4

Vollkonsolidierung Nach der Methode der Vollkonsolidierung werden Aktiven und Passiven sowie Aufwand und Ertrag zu 100 % erfasst. Verbindlichkeiten, Guthaben, Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. Auf konzerninternen Transaktionen erzielte Zwischengewinne, die am Jahresende in den Aktiven enthalten sind, werden ebenfalls eliminiert. Minderheitsanteile werden in der Bilanz als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen, und der auf die Minderheitsanteile entfallende Gewinn wird in der Erfolgsrechnung als Bestandteil des Gewinns in der Berichtsperiode ausgewiesen.

5

Kapitalkonsolidierung Unternehmungen werden vom Zeitpunkt der Kontrollübernahme an konsolidiert (Control-Prinzip). Dabei werden die erkennbaren Aktiven, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten neu bewertet und gemäss der Purchase-Methode integriert. Die positive Differenz zwischen Kaufpreis abzüglich des erworbenen Nettovermögenswerts der akquirierten Einheiten wird als Goodwill aktiviert. Bedingte Kaufpreiszahlungen, die von künftigen Ereignissen abhängig sind, werden zum Fair Value bewertet und sind in den Kosten der Akquisition enthalten. Direkt zurechenbare Akquisitionskosten werden als Aufwand erfasst. Ein aus einer Akquisition resultierender negativer Goodwill wird zum Erwerbszeitpunkt erfolgswirksam über die Erfolgsrechnung gebucht. Beim Verkauf von Konzerngesellschaften werden diese auf den Zeitpunkt hin entkonsolidiert, an dem die Kontrolle endet. Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Nettovermögenswert wird als betrieblicher Erfolg in der Konzernerfolgsrechnung ausgewiesen.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

B 6

116

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Bewertungsrichtlinien Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung der konsolidierten Jahresrechnung angewendet wurden, sind in den Anmerkungen 7 bis 29 dargestellt. Die konsolidierte Jahresrechnung basiert auf den nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellten Jahresrechnungen der Gruppengesellschaften. Die Bilanzierung erfolgt grundsätzlich höchstens zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Finanzinstrumente werden dort, wo IFRS dies vorschreibt, zu Marktwerten bewertet.

7

Währungsumrechnungen Funktionale Währung und Berichtswährung Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf der Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds entspricht, in dem das Unternehmen operiert (funktionale Währung). Der Konzernabschluss ist in Schweizer Franken (CHF) dargestellt. Transaktionen und Salden Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Erfolgsrechnung erfasst, es sei denn, sie sind in der Gesamtergebnisrechnung als qualifizierte Cash Flow Hedges und qualifizierte Net Investment Hedges zu erfassen. Konzernunternehmen Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen, die eine von der Berichtswährung abweichende funktionale Währung haben, werden wie folgt in die Berichtswährung umgerechnet: Die Bilanzkonten (ohne Eigenkapital) werden zu den Jahresendkursen, die Positionen der Erfolgsrechnung und der Geldflussrechnung zu den Jahresdurchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Differenzen, resultierend aus der Umrechnung der Bilanzpositionen und der Erfolgsrechnung, werden in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. An ausländische Konzernunternehmen gewährte Darlehen, deren Rückzahlung in naher Zukunft weder geplant noch beabsichtigt ist, werden als Bestandteil der Nettoinvestition in das entsprechende Konzernunternehmen angesehen. Diese Währungsdifferenzen werden in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Goodwill und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts (fair value), die beim Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden sind, werden als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Veräusserung einer Tochtergesellschaft werden die entsprechenden kumulierten Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam ausgebucht.


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117

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Für die Umrechnung der relevanten Währungen wurden die folgenden Kurse verwendet: Währung

Einheit

EUR GBP USD CZK PLN CNY

1 1 1 100 100 100

8

Stichtag 31. 12. 2011

2011 Jahres-Ø

Stichtag 31. 12. 2010

2010 Jahres-Ø

1.2176 1.4551 0.9391 4.7194 27.5675 14.9200

1.2337 1.4223 0.8877 5.0243 29.9759 13.7200

1.2507 1.4492 0.9366 4.9908 31.5809 14.2100

1.3820 1.6100 1.0428 5.4670 34.6361 15.3975

Fristigkeiten Dem Umlaufvermögen werden diejenigen Aktiven zugeordnet, die innerhalb von 12 Monaten im Rahmen des ordentlichen Geschäftszyklus realisiert oder konsumiert werden oder die zu Handelszwecken gehalten werden. Alle anderen Aktiven werden dem Anlagevermögen zugeordnet. Dem kurzfristigen Fremdkapital werden diejenigen Verbindlichkeiten zugeordnet, die im Rahmen des ordentlichen Geschäftszyklus zu tilgen sind, zu Handelszwecken gehalten werden, innerhalb von 12 Monaten ab Bilanzstichtag fällig werden oder kein uneingeschränktes Recht zur Verschiebung der Erfüllung der Verbindlichkeit um mindestens 12 Monate ab Bilanzstichtag besteht. Alle anderen Verbindlichkeiten werden dem langfristigen Fremdkapital zugeordnet. Liegt zum Bilanzstichtag eine verbindliche Zusage für die Verlängerung einer auslaufenden Finanzverbindlichkeit vor, so wird die neue Laufzeit für die Klassierung mitberücksichtigt.

9

Finanzinstrumente Bei einem Finanzinstrument handelt es sich um ein Geschäft, das bei einer Partei zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und gleichzeitig bei der anderen Partei zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden vier Kategorien unterteilt: (1) erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte (financial assets at fair value through profit or loss – FA FVTPL), wobei diese Kategorie nochmals unterteilt wird, und zwar in finanzielle Vermögenswerte, die von Beginn an als zu Handelszwecken gehalten (trading) klassifiziert worden sind, und solche, die von Beginn an als erfolgswirksam zum Fair Value (designated) eingeordnet worden sind, (2) Darlehen und Forderungen (loans and receivables – L&AR), (3) bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte (held to maturity – HTM) und (4) zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale – AFS). Die Klassifizierung in der Bilanz hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben worden sind. Das Management bestimmt die Klassifizierung beim erstmaligen Ansatz und überprüft die Klassifizierung auf jeden Bilanzstichtag hin. Die finanziellen Vermögenswerte bei der AFG umfassen im Konkreten flüssige Mittel (Kategorie 2), Wertschriften (1), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (2), übrige Forderungen (2), Darlehen (2), zur Veräusserung verfügbare Finanzinvestitionen (4) und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte (1). Die erstmalige Bewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum Fair Value. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in den Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, ebenfalls angesetzt. Die Fair Values in der Bilanz entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.


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Käufe und Verkäufe, die einen finanziellen Vermögenswert begründen, werden am Erfüllungstag bilanziert. Sie werden dann ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen erloschen sind oder übertragen wurden und die AFG die Kontrolle über diese abgegeben hat, d. h., wenn die damit zusammenhängenden Chancen und Risiken übertragen wurden oder verfallen sind. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam mit dem Fair Value zu bewerten sind, daraufhin überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines Vermögenswertes bzw. einer Gruppe von Vermögenswerten vorliegen. Ein Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst, falls der Buchwert den Fair Value übersteigt. Bei den zur Veräusserung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden die Marktwertänderungen in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Bei einer dauerhaften Wertminderung oder dem Verkauf des finanziellen Vermögenswertes werden die über die Gesamtergebnisrechnung erfassten kumulierten Gewinne und Verluste in die Erfolgsrechnung übertragen und im Finanzergebnis der Berichtsperiode ausgewiesen. Sofern sich für nicht kotierte Eigenkapitalinstrumente der Fair Value nicht verlässlich bestimmen lässt, werden diese zu Anschaffungskosten abzüglich notwendiger Wertminderungen bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen einen Tilgungsanspruch in Form von flüssigen Mitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden in die folgenden zwei Kategorien unterteilt: (1) erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (financial liabilities at fair value through profit or loss – FL FVTPL), wobei diese Kategorie nochmals unterteilt wird, und zwar in finanzielle Verbindlichkeiten, die von Beginn an als zu Handelszwecken gehalten (trading) klassifiziert worden sind, und solche, die von Beginn an als erfolgswirksam zum Fair Value (designated) eingeordnet worden sind, und (2) finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (financial liabilities at amortised cost – FL AC). Die finanziellen Verbindlichkeiten bei der AFG umfassen im Konkreten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (2), übrige Verbindlichkeiten (2), Verbindlichkeiten aus Financial Leasing (2), Finanzverbindlichkeiten (2) und derivative Finanzverbindlichkeiten (1). Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat die AFG von der Anwendung des Wahlrechts, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum Fair Value zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten zu designieren, keinen Gebrauch gemacht. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden normalerweise brutto dargestellt. Eine Nettodarstellung erfolgt lediglich, sofern das Recht auf Verrechnung besteht und beabsichtigt ist, auf Nettobasis auszugleichen.

10

Derivative Finanzinstrumente Die AFG setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von aus operativer Geschäftstätigkeit und Finanztransaktionen resultierenden Zins- und Währungsrisiken ein. Sie werden erstmalig am Tag des Vertragsabschlusses zum Fair Value erfasst. Der Fair Value ist auch für die Bewertung in den Folgeperioden relevant. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen oder Verlusten hängt davon ab, ob das Derivat als Sicherungsinstrument qualifiziert wurde, und, wenn dies der Fall ist, von dem abgesicherten Posten. Der Konzern designiert bestimmte Derivate als Sicherung einer höchstwahrscheinlich vorgesehenen Transaktion (cash flow hedge). Bei Abschluss von Sicherungsgeschäften für höchstwahrscheinlich vorgesehene Transaktionen sind die Sicherungsbeziehung zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft, sowie das Ziel seines Risikomanagements und die zugrunde liegende Strategie dokumentiert. Ausserdem ist bei Beginn der Sicherungsbeziehung und danach fortlaufend eine Einschätzung dokumentiert, ob die Derivate, die in der Sicherungsbeziehung verwendet werden, hochwirksam die Änderung des beizulegenden Zeitwerts oder des Cashflows des Grundgeschäfts kompensieren. In diesem Fall wird der effektive Teil von Änderungen des Fair Value von Derivaten, die für eine Absicherung des Cashflow bestimmt sind und qualifizierte Hedges darstellen, ebenso über die Gesamtergebnisrechnung dar-


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119

gestellt wie die daraus resultierenden Veränderungen von latenten Steuern. Für solche Geschäfte wird der Fair Value in der Bilanz unter den Finanzanlagen oder Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Der ineffektive Teil der Wertänderung wird dagegen erfolgswirksam erfasst. Aus Hedge Accounting in der Gesamtergebnisrechnung erfasste Beträge werden in der Periode erfolgswirksam in die Erfolgsrechnung umgebucht, in der das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Wenn ein Sicherungsgeschäft ausläuft, veräussert wird oder nicht mehr die Kriterien für Hedge Accounting erfüllt, verbleibt der aufgelaufene Gewinn oder Verlust so lange in der Gesamtergebnisrechnung, bis die zugrunde liegende Transaktion eintritt. Erst dann erfolgt die erfolgswirksame Ausbuchung. Wird hingegen der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, sind die in der Gesamtergebnisrechnung aufgelaufenen Gewinne oder Verluste sofort erfolgswirksam auszubuchen. Derivative Finanzinstrumente, die betreffend Dokumentation, Eintrittswahrscheinlichkeit, Wirksamkeit und Verlässlichkeit der Bewertung nicht die Anforderungen von IAS 39 erfüllen und demzufolge nicht für ein Hedge Accounting qualifizieren, sind zwingend als «zu Handelszwecken gehalten» einzustufen und damit erfolgswirksam mit dem Fair Value in der Bilanz unter den übrigen Forderungen oder übrigen Verbindlichkeiten auszuweisen.

11

Ermittlung des Fair Value von Finanzinstrumenten Der Fair Value von Finanzinstrumenten, die in einem aktiven Markt gehandelt werden (z. B. öffentlich gehandelte Derivate und Wertschriften), basiert auf dem Börsenkurs am Bilanzstichtag. Der relevante Börsenkurs für finanzielle Vermögenswerte ist der Geldkurs, für finanzielle Verpflichtungen der Briefkurs. Der Fair Value von Finanzinstrumenten, die nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden, wird durch die Anwendung von geeigneten Bewertungsmodellen ermittelt. Dazu zählen der Vergleich von ähnlichen Transaktionen zu marktüblichen Bedingungen, Bewertungen nach der Discounted-Cash-FlowMethode oder sonstige anerkannte Bewertungsmethoden. Die zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente werden den folgenden drei Hierarchiestufen zugeteilt: Ebene 1 – Börsenkurse in einem aktiven Markt für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Ebene 2 – Beobachtbare Marktdaten mit Ausnahme von Börsenkursen in einem aktiven Markt für vergleichbare Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die entweder direkt oder mittels Ableitung ermittelt werden können. Ebene 3 – Nicht beobachtbare Marktdaten. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird aufgrund ihrer kurzfristigen Natur angenommen, dass der Nominalbetrag abzüglich Wertberichtigungen dem Fair Value entspricht. Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wird angenommen, dass der Nominalbetrag dem Fair Value entspricht. Der im Anhang angegebene Fair Value finanzieller Verbindlichkeiten wird durch die Abzinsung der zukünftigen vertraglich vereinbarten Zahlungsströme mit dem gegenwärtigen Marktzinssatz, welcher der AFG für vergleichbare Finanzinstrumente gewährt würde, ermittelt.

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Flüssige Mittel Die flüssigen Mittel enthalten Kassabestände, Postcheck- und Bankguthaben sowie allfällige Festgelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von höchstens drei Monaten.


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Wertschriften Als Wertschriften im Umlaufvermögen werden marktgängige, leicht realisierbare Titel und Festgelder mit einer Laufzeit von 4 bis 12 Monaten bilanziert. Marktgängige Wertschriften im Umlaufvermögen sind zum Marktwert bewertet – massgebend sind die Börsenkurse gemäss Meldung der depotführenden Bank am Periodenende. Wertschwankungen werden in der Erfolgsrechnung im Finanzerfolg erfasst. Festgelder mit einer Laufzeit von 4 bis 12 Monaten werden zu Anschaffungswerten erfasst. Zum Berichtszeitpunkt bestehen weder Festgelder, noch bis zum Endverfall gehaltene Wertschriften wie Obligationen oder Ähnliches.

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Forderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrige Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Abzug von Wertminderungen bewertet. Für spezifisch bekannte und wahrscheinlich eintretende Debitorenverluste werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter Verwendung von Wertberichtigungskonten vorgenommen. Sobald eine Forderung uneinbringlich wird, erfolgt die Ausbuchung zulasten der Wertberichtigungen. Im Zusammenhang mit einer Factoringvereinbarung werden bestimmte Forderungen verkauft. Da weder alle Chancen und Risiken übertragen noch zurückbehalten worden sind und kein Übergang der Verfügungsmacht vorliegt, sind die Forderungen nach den Bestimmungen von IAS 39 weiterhin in der Höhe des sogenannten Continuing Involvement in der Bilanz erfasst. Insbesondere verbleibt das Spätzahlungsrisiko bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vollständig bei der AFG. Im Weiteren enthalten die übrigen Forderungen WIR-Guthaben, die zum Fair Value bewertet werden. Dies entspricht dem Nominalwert abzüglich Wertberichtigungen.

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Warenvorräte Warenvorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten beziehungsweise zum tieferen Nettoveräusserungswert bilanziert. Die Anschaffungs- oder Herstellkosten (Basis Normalauslastung, ohne Einbezug von Fremdkapitalzinsen) werden nach der durchschnittlichen Einstandspreis-Methode bestimmt. Der tiefere Marktwert entspricht dem erwarteten Verkaufspreis innerhalb der normalen Geschäftstätigkeit abzüglich erwarteter Verkaufskosten. In Anspruch genommene Skonti werden dabei als Anschaffungspreisminderungen behandelt. Artikel mit einem geringen Lagerumschlag werden wertberichtigt und unkurante Artikel vollständig abgeschrieben.

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Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte Ein langfristiger Vermögenswert wird im Umlaufvermögen als zur Veräusserung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräusserungsgeschäft und nicht mehr durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Bewertung erfolgt zum niedrigeren Wert aus Buchwert und Fair Value abzüglich Veräusserungskosten. Allfällige Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst.

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Sachanlagen Sachanlagevermögen in Form von Grundstücken sind zu Anschaffungskosten, Gebäude und andere Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellkosten abzüglich planmässiger linearer Abschreibungen auf der Basis der unter Anmerkung 21 aufgeführten Nutzungsdauern bewertet. Allfällige Wertminderungen, siehe auch Anmerkung 20, werden in den Abschreibungen erfasst und separat ausgewiesen. Unterhalts- und Reparaturkosten werden der Erfolgsrechnung belastet.


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Renditeliegenschaften Renditeliegenschaften sind Grundstücke und Gebäude, die zum überwiegenden Teil nicht betrieblich genutzt werden und deren Hauptzweck die Erzielung von Mieterträgen oder Wertsteigerungen ist. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bilanziert. Die Ermittlung des Fair Value erfolgt durch Schätzung der Liegenschaften nach der Discounted-Cash-Flow-Methode. Ausgehend von einem erzielbaren Nettoertrag (Bruttoertrag minus Betriebskosten und künftige Erneuerungskosten) werden die abgezinsten Cashflows für 10 Jahre ermittelt. Für die Zeit nach Ablauf der 10 Jahre wird der Barwert als Residualwert ermittelt. Bei unbebauten Grundstücken wird ein realisierbarer Verkehrswert nach Massgabe des örtlichen Marktes eingesetzt. Bei allen bebauten Grundstücken sowie unbebauten Grundstücken von neu akquirierten Gesellschaften werden die Werte von unabhängigen Schätzern ermittelt. Bei den übrigen unbebauten Grundstücken sind teilweise eigene Schätzungen vorgenommen worden.

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Immaterielle Anlagen Das immaterielle Anlagevermögen enthält den aktivierten Goodwill, den Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über den Fair Value der Anteile des Konzerns an den Nettovermögenswerten des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt. Der Goodwill wird als immaterielle Anlage mit einer unbestimmten Nutzungsdauer betrachtet. Wertminderungen, siehe auch Anmerkung 20, werden in den Abschreibungen erfasst und separat ausgewiesen. Das immaterielle Anlagevermögen enthält zu Anschaffungskosten aktivierte IT-Software und Lizenzen. Diese werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmässiger linearer Amortisationen auf der Basis der unter Anmerkung 21 aufgeführten Nutzungsdauer bewertet. Bei Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte (Marken, Patente, Technologien, Kundenbeziehungen, Vertriebsnetze, Auftragsbestand usw.) werden zum Fair Value im immateriellen Anlagevermögen bilanziert und linear über ihre erwartete Nutzungsdauer auf der Basis der unter Anmerkung 21 aufgeführten Nutzungsdauer amortisiert. Aufwendungen für Forschungsaktivitäten werden in der Periode, in der sie anfallen, direkt der Erfolgsrechnung belastet. Entwicklungskosten werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten aktiviert und im immateriellen Anlagevermögen bilanziert, wenn kumulativ alle Ansatzkriterien nach IAS 38 erfüllt sind. Dazu zählen der Nachweis der technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit, der Nachweis eines voraussichtlichen künftigen wirtschaftlichen Nutzens und die Zurechenbarkeit der Kosten und deren verlässliche Bewertung. Die Amortisation erfolgt über die erwartete Nutzungsdauer auf der Basis der unter Anmerkung 21 aufgeführten Nutzungsdauer. Entwicklungskosten, welche die Ansatzkriterien nach IAS 38 nicht erfüllen, werden in der Periode, in der sie anfallen, direkt der Erfolgsrechnung belastet.

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Wertminderungen im Anlagevermögen (Impairment) Die Werthaltigkeit von Sachanlagen und übrigem Anlagevermögen, einschliesslich Goodwill und anderen immateriellen Werten, wird immer dann überprüft, wenn aufgrund von Ereignissen oder veränderten Umständen eine Überbewertung der Buchwerte möglich zu sein scheint. Die Werthaltigkeit von Anlagevermögen mit unbestimmter Nutzungsdauer, wie Goodwill, wird zudem jährlich beurteilt. Wenn der Buchwert den realisierbaren Wert übersteigt, erfolgt eine Sonderabschreibung auf diesen Wert. Der realisierbare Wert ist der höhere Wert aus Marktwert abzüglich Veräusserungskosten und Nutzwert. Der Nutzwert basiert auf abdiskontierten zukünftigen Zahlungsströmen. Für die Diskontierung wird ein Zinssatz vor Steuern nach der Weighted Average Cost of Capital (WACC) Methode ermittelt. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (cash-generating units – CGU).


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Nutzungsdauer für planmässige Abschreibungen und Amortisationen

Anlagekategorie

Nutzungsdauer (in Jahren)

Bürogebäude Fabrikgebäude Renditeliegenschaften – Gebäude Produktionsmaschinen Transport- und Lagereinrichtungen Immaterielle Werte aus Firmenakquisitionen ohne Goodwill Fahrzeuge Hand- und Maschinenwerkzeuge, Formen, Lehren Büromaschinen und -einrichtungen Informatik Hardware Aktivierte Entwicklungskosten Zugekaufte immaterielle Werte (mehrheitlich IT-Software)

35 – 60 25 – 40 25 – 50 8 – 20 8 – 15 5 – 20 5 – 10 5 bis 5 bis 5 bis 5 bis 5

Land wird nicht systematisch abgeschrieben.

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Rückstellungen Rückstellungen werden nur bilanziert, wenn die AFG eine Verpflichtung gegenüber Dritten hat, die auf ein Ereignis in der Vergangenheit zurückzuführen ist, zuverlässig geschätzt werden kann und zu einem wahrscheinlichen Mittelabfluss führt. Restrukturierungsrückstellungen werden nur dann erfasst, wenn die diesbezüglichen Kosten aufgrund eines Restrukturierungsplans zuverlässig bestimmt werden können und infolge eines Vertrags oder durch Kommunikation an die Betroffenen eine entsprechende faktische Verpflichtung besteht. Bei einem wesentlichen Zinseffekt im Zusammenhang mit der Erfüllung langfristiger Verpflichtungen wird die Rückstellung in der Höhe des Barwerts der erwarteten Ausgaben angesetzt. Falls der Barwert verwendet wird, wird die Erhöhung der Rückstellungen infolge Zeitfortschritts als Zinsaufwand ausgewiesen.

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Pensionsverpflichtungen Die AFG verfügt über mehrere Vorsorgepläne in der Schweiz und im Ausland. Die Finanzierung der Vorsorge erfolgt über rechtlich selbständige Stiftungen, über Rückversicherungen oder durch Zuweisung an Rückstellungen in der Bilanz der betroffenen Gesellschaft. Aufgrund ihrer Merkmale qualifizieren die Vorsorgepläne unter IAS 19 als leistungsorientierte Pläne. Ein leistungsorientierter Plan ist ein Pensionsplan, der einen Betrag an Pensionsleistungen festschreibt, den ein Mitarbeiter bei der Pensionierung erhalten wird, dessen Höhe üblicherweise von einem oder mehreren Faktoren, wie Alter, Dienstjahre und Gehalt, abhängig ist. Für diese Vorsorgepläne werden die periodischen Kosten pro Plan nach der Anwartschaftsbarwertmethode (projected unit credit method) berechnet. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (defined benefit obligation) am Bilanzstichtag abzüglich dem Fair Value des Planvermögens, angepasst um kumulierte nicht erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste und nicht erfasste nachzuverrechnende Vorsorgeansprüche. Es wird jährlich ein Gutachten von einem unabhängigen Versicherungsmathematiker erstellt. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen wird anhand der erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von Obligationen höchster Bonität berechnet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden linear über die restliche Dienstzeit der versicherten Angestellten in der Erfolgsrechnung erfasst,


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wenn sie 10 % des höheren Werts aus Pensionsverpflichtung und Planvermögen übersteigen (Korridor-Methode). Vorausbezahlte Beiträge, wie Arbeitgeberbeitragsreserven, werden unter den Überschüssen aus Personalvorsorge ausgewiesen. Andere Überdeckungen aus der Personalvorsorge werden nur aktiviert, wenn eine tatsächliche Verfügbarkeit in Form von zukünftigen Beitragsrückzahlungen oder -reduktionen gewährleistet ist.

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Finanzverbindlichkeiten Die kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus einer Anleihe, aus Privatplatzierungen, Konsortialkrediten, Bankdarlehen und Hypotheken. Finanzverbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Bewertung zum Fair Value, nach Abzug von Transaktionskosten, angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei die Differenz zwischen dem Auszahlungs- (nach Abzug von Transaktionskosten) und Rückzahlungsbetrag über die Laufzeit der Ausleihung unter Verwendung der Effektivzinsmethode (effective interest method) in der Erfolgsrechnung erfasst wird.

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Leasing Mittels Leasingverträgen erworbene Sachanlagen, welche die Konzerngesellschaften hinsichtlich Nutzen und Gefahr mit Eigentum gleichsetzen, werden als Financial Leasing klassifiziert. Bei solchen Vermögenswerten werden der tiefere zwischen Anschaffungs- bzw. Marktwert und Nettobarwert der zukünftigen, unkündbaren Leasingzahlungen als Anlagevermögen und Verbindlichkeiten aus Financial Leasing bilanziert. Anlagen im Financial Leasing werden über ihre geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer oder kürzere Leasingdauer abgeschrieben, sofern nicht mit angemessener Sicherheit bestimmt werden kann, ob das Eigentum bei Vertragsende auf den Leasingnehmer übergeht. Zahlungen aus Operating Leasing werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Erfolgsrechnung unter übriger Betriebsaufwand erfasst.

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Latente Steuern Latente Steuern werden unter Anwendung der Liability-Methode berücksichtigt. Entsprechend dieser Methode werden die ertragssteuerlichen Auswirkungen von vorübergehenden Differenzen zwischen den konzerninternen und den steuerlichen Bilanzwerten als langfristiges Fremdkapital bzw. Anlagevermögen erfasst. Massgebend sind die tatsächlichen oder die zu erwartenden lokalen Steuersätze. Keine latenten Steuern auf temporären Differenzen werden berechnet für (1) Goodwill, der steuerlich nicht abzugsfähig ist, (2) Transaktionen aus der erstmaligen Erfassung von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, welche weder das steuerbare Ergebnis noch das Jahresergebnis beeinflussen und nicht aus Unternehmenszusammenschlüssen herrühren, (3) und Beteiligungen an Tochtergesellschaften, sofern der Zeitpunkt der Umkehrung durch die AFG gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren. Latente Steueraktiven, einschliesslich solcher auf steuerlich verwendbaren Verlustvorträgen sowie auf zu erwartenden Steuergutschriften, werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftige Gewinne verfügbar sind, gegen welche die entsprechenden Aktiven steuerlich verwendet werden können. Der Buchwert der latenten Steueraktiven wird an jedem Bilanzstichtag auf eine allfällige Wertminderung geprüft und gegebenenfalls um den Betrag gemindert, für den keine künftigen steuerlichen Gewinne erwartet werden.

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Aktienbasierte Vergütungen Die Konzernleitung und weitere bestimmte Mitarbeitende sind an einem aktienbasierten Vergütungsplan beteiligt. Der Fair Value des abgegebenen Eigenkapitalinstruments wird am Tag der Gewährung bestimmt und verteilt über den Leistungszeitraum der Erfolgsrechnung unter der Position Personalaufwand belastet. Erstmals erfolgt diese Zuteilung für das Geschäftsjahr 2011 in 2012.


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Die AFG betrieb bis zum 21.11.2010 für ein Mitglied der Konzernleitung einen aktienbasierten Vergütungsplan, der durch Ausgabe eigener Namenaktien beglichen wurde. Der Fair Value der Namenaktien ermittelte sich anhand des damaligen offiziellen Schlusskurses der Inhaberaktie der AFG Arbonia-Forster-Holding AG am Tag der Gewährung, wobei ein Abschlag für die fehlende Marktgängigkeit der Namenaktien und die lange Übertragungssperrfrist gewährt wurde. Die Differenz zwischen dem Fair Value und dem vereinbarten Kaufpreis wurde über den Leistungszeitraum dem Personalaufwand belastet und den Gewinnreserven gutgeschrieben. Bereits erhaltene Zahlungen des vereinbarten Kaufpreises wurden im Eigenkapital (eigene Aktien) erfasst.

28

Eigenkapital Die Kapitalreserven beinhalten das Netto-Agio aus dem Börsengang 1988 und den beiden Kapitalerhöhungen 2007 und 2009. Bei den Gewinnreserven handelt es sich um thesaurierte Gewinne des Konzerns. Eigene Aktien werden vom Eigenkapital abgezogen. Die Anschaffungskosten dieser Instrumente sowie deren Verkaufserlöse (netto nach Abzug von Transaktionskosten und Steuern) werden direkt im Eigenkapital erfasst.

29

Erfolgsrechnung Nettoumsatz Die Umsätze umfassen den Fair Value der erhaltenen Gegenleistungen aus Verkauf von Waren und werden erfasst, sobald die mit dem Eigentumsanspruch verbundenen Chancen und Risiken an den Käufer übergegangen sind. Im Allgemeinen ist dies der Zeitpunkt bei Erhalt der Lieferung. In einigen Geschäftsbereichen erfolgt die Umsatzrealisierung hingegen erst bei Vorliegen eines rechtsgültig unterzeichneten Abnahmeprotokolls. Die Umsätze umfassen ebenso den Fair Value der erhaltenen Gegenleistungen aus Verkauf von Dienstleistungen und werden entsprechend dem Leistungsfortschritt im Verhältnis von erbrachter zu insgesamt zu erbringender Leistung in der Periode erfasst, in der die Leistungen erbracht werden. Die Nettoumsätze sind ohne Umsatz- oder Mehrwertsteuern ausgewiesen und Erlösminderungen sind bereits mitberücksichtigt. Andere betriebliche Erträge Andere betriebliche Erträge werden zum Zeitpunkt der erbrachten Leistung erfasst und enthalten u. a. Schrotterlöse, Lizenzerträge, Liegenschaftserträge und Gewinne aus Verkauf von Renditeobjekten und Sachanlagen. Nettobetriebsleistung Die Nettobetriebsleistung umfasst die Nettoumsätze, die anderen betrieblichen Erträge, die aktivierten Eigenleistungen sowie die Bestandesveränderung der Halb- und Fertigfabrikate. EBITDA Das EBITDA zeigt das Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Amortisationen, Wertberichtigungen, Finanzergebnis und Steuern. EBIT Das EBIT zeigt das Betriebsergebnis vor Finanzergebnis und Steuern. Finanzertrag Der Finanzertrag enthält vor allem Zinserträge, Wertschriftenerträge, Änderungen von als erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Vermögenswerten und Änderungen des Fair Value von zu Handelszwecken gehaltenen derivativen Finanzinstrumenten. Zinserträge werden zeitanteilig unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden- resp. Wertschriftenerträge werden im Zeitpunkt erfasst, in dem das Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht.


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Finanzaufwand Der Finanzaufwand enthält insbesondere Zinsaufwendungen, Änderungen von als erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Vermögenswerten, Änderungen des Fair Value von zu Handelszwecken gehaltenen derivativen Finanzinstrumenten, Wertminderungen von Darlehen sowie Bankspesen. Die Zinsaufwendungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Fremdwährungsgewinne und –verluste werden netto ausgewiesen.

30

Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschliesslich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen als vernünftig erscheinen. Die AFG trifft Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, welche die Zukunft betreffen, und sie werden naturgemäss in den seltensten Fällen den späteren tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Für spezifisch bekannte und wahrscheinlich eintretende Debitorenverluste sowie für Abzüge von Skonti, welche Kunden wahrscheinlich in Anspruch nehmen, werden Wertberichtigungen gebildet. Für die Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen werden Fälligkeitsstruktur, Bonität der Kunden, Veränderung des Zahlungsverhaltens, Erfahrungen mit Debitorenverlusten in der Vergangenheit und Vorhandensein von Kreditversicherungen miteinbezogen. Per 31.12.2011 beträgt der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen CHF 109.9 Mio. Darin sind Wertberichtigungen von CHF 11.3 Mio. enthalten. Eine Verschlechterung der Finanzlage bei den Kunden kann dazu führen, dass die tatsächlichen Wertberichtigungen höher ausfallen als die erwarteten. Weitere Angaben zu den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gehen aus Anmerkung 33 hervor. Wertberichtigungen auf Vorräten Für die Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen werden erwartete Verkaufspreise, Lagerumschlagshäufigkeit und Reichweitenanalysen miteinbezogen. Per 31.12.2011 beträgt der Buchwert der Warenvorräte CHF 181.6 Mio. Darin sind Wertberichtigungen von CHF 27.3 Mio. enthalten. Eine sinkende Marktnachfrage oder sinkende Verkaufspreise können dazu führen, dass zusätzliche Wertberichtigungen notwendig werden. Weitere Angaben zu den Wertberichtigungen auf Vorräten gehen aus Anmerkung 34 hervor. Nutzungsdauer für Sachanlagen Die AFG hat einen wesentlichen Teil ihres Vermögens in Sachanlagen investiert. Per 31.12.2011 beträgt der Buchwert der Sachanlagen CHF 539.9 Mio. Naturgemäss ist es im Zeitpunkt der Investitionen nicht genau abschätzbar, wie lange die Anlagen in Gebrauch sein werden. Unter anderem können technische Entwicklungen oder Mitbewerberprodukte zu Nutzungsdauerverkürzungen führen. Deshalb wird die Nutzungsdauer zum Zeitpunkt der Anschaffung nach strengen Normen angesetzt sowie die Restnutzungsdauer kontinuierlich überprüft und angepasst. Eine Änderung der Einschätzung kann Auswirkungen auf die künftige Höhe der Abschreibungen haben. Weitere Angaben zu diesen Sachanlagen gehen aus Anmerkung 37 hervor. Geschätzte Wertminderung des Goodwills Per 31.12.2011 beträgt der Buchwert des Goodwills CHF 57.5 Mio. Die AFG untersucht mindestens jährlich in Übereinstimmung mit der unter Anmerkung 20 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode, ob eine Wertminderung des Goodwills vorliegt. Der erzielbare Betrag von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde basierend auf Berechnungen des Nutzwerts ermittelt. Diesen


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Berechnungen müssen Annahmen wie erwartete Cashflows, Margen, Diskontierungssatz und Wachstumsrate zugrunde gelegt werden. Diese Annahmen können sich ändern resp. von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen und die Erfassung einer Wertminderung nötig machen. Weitere Angaben zum Goodwill gehen aus Anmerkung 39 hervor. Erworbene immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenszusammenschlüssen Marken, Technologien, Kundenbeziehungen und Vertriebsnetze werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Dabei müssen Annahmen und Schätzungen über die erwarteten Cashflows angestellt werden, die u. a. Verkaufserlöse, Margen, Diskontierungssatz, Verlustraten von Kunden und technologische Entwicklungen beinhalten und somit gewissen Unsicherheiten unterliegen. Per 31.12.2011 beträgt der Buchwert der erworbenen immateriellen Vermögenswerte aus Unternehmenszusammenschlüssen CHF 34.3 Mio. Weitere Angaben zu den erworbenen immateriellen Vermögenswerten gehen aus Anmerkung 39 hervor. Rückstellungen Rückstellungen werden nach den Kriterien von Anmerkung 22 erfasst. Per 31.12.2011 beträgt der Buchwert der übrigen Rückstellungen CHF 26.3 Mio. Dabei wird auch mit Annahmen gearbeitet und je nach Ausgang der einzelnen Geschäftsfälle kann der tatsächliche Mittelabfluss und dessen Zeitpunkt wesentlich von den gebildeten Rückstellungen abweichen. Weitere Angaben zu den übrigen Rückstellungen gehen aus Anmerkung 44 hervor. Pensionsverpflichtungen Pensionsverpflichtungen für leistungsorientierte Pläne werden gemäss Anmerkung 23 nach der Anwartschaftsbarwertmethode berechnet. Dabei werden statistische und versicherungstechnische Annahmen verwendet, die sich auf Statistiken, Schätzungen und Erfahrungswerte stützen. Zu diesen Annahmen zählen Diskontierungsfaktor, erwartete langfristige Rendite auf dem Vorsorgevermögen, Lohn- und Rentenentwicklung, Austrittswahrscheinlichkeit sowie Lebenserwartung der Versicherten. Die getroffenen Annahmen sind von zukünftigen Faktoren abhängig, weshalb die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Berechnungen mit den dazumal zugrunde gelegten Annahmen abweichen können, was einen entsprechenden Einfluss auf die bilanzierten Überschüsse aus Personalvorsorge und Pensionsverpflichtungen haben könnte. Per 31.12.2011 beträgt die Unterdeckung CHF 12.3 Mio., wovon in der Bilanz als Überschüsse aus Personalvorsorge CHF 32.3 Mio. und als Pensionsverpflichtung CHF 44.6 Mio. erfasst sind. Weitere Angaben zu den Pensionsverpflichtungen gehen aus Anmerkung 46 hervor. Ertragssteuern Die AFG ist in verschiedenen Ländern zur Entrichtung von Ertragssteuern verpflichtet. Deshalb sind wesentliche Annahmen erforderlich, um die weltweite Steuerrückstellung zu ermitteln. Es gibt viele Geschäftsvorfälle und Berechnungen, bei denen die endgültige Besteuerung während des normalen Geschäftsverlaufs nicht abschliessend ermittelt werden kann. Die AFG bemisst die Höhe der Rückstellungen für erwartete Steuerprüfungen auf der Basis von Schätzungen, ob und in welcher Höhe zusätzliche Steuern fällig werden. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich angenommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung definitiv ermittelt wird, Auswirkungen auf die tatsächlichen und latenten Steuern haben. Latente Steueraktiven, einschliesslich solcher auf steuerlich verwendbaren Verlustvorträgen sowie auf zu erwartenden Steuergutschriften, werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftige Gewinne verfügbar sind, gegen welche die entsprechenden Aktiven steuerlich verwendet werden können. Die Bewertung dieser latenten Steueraktiven basiert somit auf zukünftigen Einschätzungen und sollten sich diese als nicht korrekt erweisen, könnte dies zu Wertminderungen führen. Per 31.12.2011 betragen die bilanzierten latenten Steuerguthaben CHF 24.1 Mio. Ausführliche Angaben zu den Ertragssteuern gehen aus Anmerkung 45 und 51 hervor.


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C 31

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Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernrechnung Segmentinformationen Die AFG ist in die fünf Divisionen resp. Segmente Heiztechnik und Sanitär, Küchen und Kühltechnik, Fenster und Türen, Stahltechnik sowie Oberflächentechnologie gegliedert. Die Corporate Services sind keinem Segment zugeordnet und entsprechend in «Übrige und Eliminierungen» enthalten. Für die Überwachung und Beurteilung der Ertragslage wird das EBIT als zentrale Leistungsgrösse verwendet. Der Konzernleitung und dem Verwaltungsrat werden pro Segment aber auch Informationen bis auf Stufe «Ergebnis nach Steuern» vorgelegt. Die Segmente wenden dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie der Konzern an. Käufe, Verkäufe und Dienstleistungen zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Konditionen verrechnet. Aufwendungen und Erträge zwischen Segmenten werden eliminiert und in der Spalte «Übrige und Eliminierungen» ausgewiesen. Die Segmentaktiven und -verbindlichkeiten enthalten sämtliche Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten und Konzernbeziehungen. Der Goodwill ist den einzelnen Segmenten zugeteilt. Division Heiztechnik und Sanitär Die Division Heiztechnik und Sanitär ist der führende europäische Hersteller von Heizkörpern, Flächenheizungen und Duschkabinen mit Produktionsstätten in Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Grossbritannien. Über ihre Heimmärkte Deutschland und Schweiz hinaus ist sie in Frankreich, Grossbritannien, Österreich, Polen und Tschechien mit Vertriebsgesellschaften präsent. Unter den Marken Kermi, Arbonia, Prolux und Aqualux bietet die Division in den Segmenten Wärmeverteilung und Duschabtrennungen ein umfassendes Produktsortiment an. Division Küchen und Kühltechnik Die Division Küchen und Kühltechnik umfasst die Marken Forster Küchen, Forster Kühltechnik, Warendorf und Piatti Küchen. Piatti und Forster Küchen sind zusammen die grössten Küchenhersteller der Schweiz. Warendorf ist international in rund 20 Ländern vertreten. Obwohl alle drei Unternehmen sich auf verschiedene Marktsegmente konzentrieren, ergänzen sie sich in Bezug auf Materialien und Design. Während Warendorf und Piatti Küchen in verschiedenen Materialien anbieten, konzentriert sich Forster auf Stahlküchen. Division Fenster und Türen Die Division Fenster und Türen mit den Marken EgoKiefer, RWD Schlatter und Slovaktual ist der führende Fenster- und Türenanbieter in der Schweiz und in der Slowakei. Die Division entwickelt, fabriziert, verkauft, montiert und handelt eine grosse Vielfalt von Fenstern und Türen aus verschiedenen Materialien wie Holz, Kunststoff, Aluminium oder Stahl für Anwendungsgebiete wie z. B. thermische und akustische Isolation, Einbruchsicherheit und Brandschutz. Division Stahltechnik Die Division Stahltechnik ist in den beiden Geschäftsbereichen Forster Präzisionsstahlrohre und Forster Profilsysteme tätig. Der Bereich Präzisionsstahlrohre bietet ein breites Produktsortiment an, das in einem weiten Spektrum von Industrien – Heiztechnik, Möbel, Auto, Maschinen – Verwendung findet. Der etwas kleinere Bereich der Profilsysteme beliefert die Bauindustrie mit einem Sortiment von Halbfabrikaten, die beim Brand- und Rauchschutz sowie im Sicherheitsbereich, im öffentlichen Bau und im gewerblich-industriellen Bereich zur Anwendung kommen. Beide Bereiche entwickeln und produzieren sämtliche Produkte in der Schweiz.


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Division Oberflächentechnologie Die Division Oberflächentechnologie besitzt modernste Anlagen zur galvanischen, chemischen und mechanischen Hightech-Oberflächenveredelung. Für die Sektoren Papier, Druck, Film, Folien, Textil, Nahrungsmittel, Automobil, Luftfahrt sowie für den Motorenbau, die Schifffahrt, den allgemeinen Anlagenbau und die Wehrtechnik verchromt, beschichtet und veredelt die Division Druck- bzw. Verarbeitungszylinder und bearbeitet die Oberflächen von Werkstücken unterschiedlichster Grössenordnungen mit höchster Präzision. In den von ihr bearbeiteten Märkten verfügt sie über die Technologie- und Marktführerschaft. Corporate Services Der Bereich Corporate Services beinhaltet Dienstleistungs-, Finanzierungs- und Beteiligungsgesellschaften sowie eine Logistikgesellschaft, die ihre Dienstleistungen divisionsübergreifend für Konzerngesellschaften und Dritte erbringen. Die Angaben des Bereichs Corporate Services sind in der Spalte «Übrige und Eliminierungen» enthalten.


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2011

Heiztechnik und Sanitär

Küchen und Kühltechnik

Fenster und Türen

Stahltechnik

Oberflächentechnologie

481 595

257 570

406 390

131 702

63 558

6 570 1 347 385

738 482 333

12 257 582

6 406 396

8 768 140 470

1 63 559

− 9 525 − 2 955 1 347 385

50 657 10.5

− 2 262 − 0.9

53 373 13.1

8 317 5.9

− 1 275 − 2.0

− 8 644

100 166 7.4

− 16 623

− 6 688

− 13 136

− 7 630

− 10 071

− 7 386

− 61 534

− 6 205 − 1 501 26 328 5.5

− 487

− 6 504

− 55 569

− 2 706

− 9 437 − 3.7

40 237 9.9

− 5 817 − 4.1

− 66 915 − 105.3

− 18 736

− 71 471 − 1 501 − 34 340 − 2.5

299 − 4 891

108 − 1 530

119 − 231

52 − 1 047

58 − 4 356

982 − 7 392

1 618 − 19 447

− 4 383 17 353 − 8 587 8 766

8 − 1 181 − 12 032 1 336 − 10 696

− 4 564 35 561 − 6 728 28 833

− 1 007 − 7 819 1 316 − 6 503

− 362 − 71 575 − 408 − 71 983

5 985 − 19 161 527 − 18 634

8 − 5 512 − 57 673 − 12 544 − 70 217

2 664

843

1 453

338

512

190

6 000

305 990

151 001

372 468

93 888

133 843

206 500

312 111 380

141 952

45 143

186 939

83 537

312 775 451

24 181

8 664

14 569

2 410

17 716

2 324

69 863

Übrige und Eliminierungen

Total Konzern

in TCHF

Umsätze mit Dritten Umsätze mit anderen Segmenten Nettoumsätze EBITDA in % des Nettoumsatzes Abschreibungen und Amortisationen Wertminderung Sachanlagen/immaterielle Anlagen Wertminderung Goodwill Segmentergebnis (EBIT) in % des Nettoumsatzes Zinsertrag Zinsaufwand Ergebnisanteil an assoziierten Unternehmen Übriges Finanzergebnis Ergebnis vor Steuern Ertragssteuern Ergebnis nach Steuern Ø-Personalbestand Aktiven davon assoziierte Unternehmen Verbindlichkeiten Investitionen in Sachanlagen, Renditeliegenschaften und immaterielle Anlagen 1 1

213 788 1 270 978

ohne Akquisition von neuen Tochtergesellschaften

In der Division Heiztechnik und Sanitär ist bei der Wertminderung Sachanlagen / immaterielle Anlagen ein Impairment von CHF 6.2 Mio. enthalten (siehe Anmerkung 39). Des weiteren enthält die Wertminderung Goodwill das Impairment auf dem Goodwill der Unterflurkonvektoren (siehe Anmerkung 39). In der Division Stahltechnik ist bei der Wertminderung / immaterielle Anlagen ein Impairment von CHF 6.5 Mio. auf Sachanlagen enthalten (siehe Anmerkung 37). In der Division Oberflächentechnologie ist bei der Wertminderung Sachanlagen / immaterielle Anlagen sowohl ein Impairment von CHF 38.3 Mio. auf Sachanlagen als auch ein Impairment von CHF 17.3 Mio. auf immateriellen Anlagen (siehe Anmerkungen 37/39) enthalten. In der Spalte «Übrige und Eliminierungen» sind bei der Wertminderung Sachanlagen / immaterielle Anlagen Impairments von CHF 2.7 Mio. auf zwei Liegenschaften und Fahrzeugen (siehe Anmerkung 36 /37) enthalten.


130

AFG Geschäftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

2010

Heiztechnik und Sanitär

Küchen und Kühltechnik

Fenster und Türen

Stahltechnik

Oberflächentechnologie

544 117

266 876

405 148

128 184

59 439

9 776 1 413 540

376 544 493

183 267 059

23 405 171

11 221 139 405

4 59 443

− 11 807 − 2 031 1 413 540

69 877 12.8

1 795 0.7

52 405 12.9

16 991 12.2

1 505 2.5

− 12 880

− 5 659

56 997 10.5

− 3 864 − 1.4

52 405 12.9

16 991 12.2

1 505 2.5

− 2 934

121 100 8.6

− 17 952

− 7 623

− 13 544

− 7 135

− 10 268

− 7 602

− 64 124

− 5 117 − 980 32 948 6.1

− 1 780 − 1 402 − 14 669 − 5.5

38 861 9.6

9 856 7.1

− 8 963 − 15.1

− 10 536

211 − 5 459

57 − 1 485

92 − 304

12 − 1 142

14 − 3 885

226 − 7 157

612 − 19 432

− 5 133 22 567 − 8 690 13 877

13 − 251 − 16 335 4 558 − 11 777

− 2 408 36 241 − 8 972 27 269

− 4 573 4 153 − 722 3 431

− 2 924 − 15 758 6 698 − 9 060

12 052 − 5 415 − 4 169 − 9 584

13 − 3 237 25 453 − 11 297 14 156

2 594

847

1 371

311

454

214

5 791

347 314

153 071

356 110

114 924

187 240

236 746

304 116 432

129 069

57 328

169 191

98 793

304 807 559

11 901

6 056

9 218

2 049

9 732

1 900

40 856

Übrige und Eliminierungen

Total Konzern

in TCHF

Umsätze mit Dritten Umsätze mit anderen Segmenten Nettoumsätze EBITDA vor Restrukturierungen in % des Nettoumsatzes Restrukturierungsaufwand EBITDA nach Restrukturierungen in % des Nettoumsatzes Abschreibungen und Amortisationen Wertminderung Sachanlagen/immaterielle Anlagen Wertminderung Goodwill Segmentergebnis (EBIT) in % des Nettoumsatzes Zinsertrag Zinsaufwand Ergebnisanteil an assoziierten Unternehmen Übriges Finanzergebnis Ergebnis vor Steuern Ertragssteuern Ergebnis nach Steuern Ø-Personalbestand Aktiven davon assoziierte Unternehmen Verbindlichkeiten Investitionen in Sachanlagen, Renditeliegenschaften und immaterielle Anlagen

− 2 934

139 639 9.9 − 18 539

− 200

− 7 097 − 2 382 47 497 3.4

229 525 1 388 184

Der Restrukturierungsaufwand in den Divisionen Heiztechnik und Sanitär sowie Küchen und Kühltechnik umfasst hauptsächlich die Kosten der Sozialpläne für austretende Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem am 08.10.2010 angekündigten Restrukturierungsprogramm des Heizkörper- und Küchengeschäfts. In der Division Heiztechnik und Sanitär ist bei der Wertminderung Sachanlagen / immaterielle Anlagen ein Impairment von CHF 3.7 Mio. auf der Farbanlage im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Produktionsstandortes in Riesa enthalten. Des Weiteren ist ein Impairment von CHF 1.4 Mio. auf immateriellen Anlagen im Zusammenhang mit dem Goodwill-Impairment-Test der Aqualux enthalten. Die


AFG Geschäftsbericht 2011

131

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Wertminderung Goodwill enthält das Impairment auf dem Aqualux-Goodwill (siehe Anmerkung 39). In der Division Küchen und Kühltechnik beziehen sich die Wertminderungen auf den bei der CGU Warendorfer Unternehmungen durchgeführten Goodwill-Impairment-Test (siehe Anmerkung 39). Die Division Oberflächentechnologie enthält ein Impairment von CHF 0.2 Mio. für ein stillgelegtes Werk, welches 2010 veräussert werden konnte. Informationen nach geografischen Regionen 2011

Schweiz

Deutschland

Übrige Länder

Total

676 599

384 058

286 728

1 347 385

420 058

103 303

124 218

647 579

Schweiz

Deutschland

Übrige Länder

Total

672 052

414 314

327 174

1 413 540

526 302

107 275

103 008

736 585

in TCHF

Nettoumsätze Sachanlagen, Renditeliegenschaften, immaterielle Anlagen und Goodwill

2010

in TCHF

Nettoumsätze Sachanlagen, Renditeliegenschaften, immaterielle Anlagen und Goodwill

Bedeutende Kunden AFG hat keinen Kunden, der mehr als 10 % vom Nettoumsatz des Konzerns ausmacht (siehe auch Abschnitt Kreditausfallrisiko unter Anmerkung 52).

32

Flüssige Mittel Die Aufteilung der flüssigen Mittel in die einzelnen Währungen zeigt folgendes Bild: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

186 739 52 397 2 739 5 006 509 554 1 657 249 601

204 056 53 911 1 303 1 201 1 034 1 096 717 263 318

in TCHF

CHF EUR USD GBP PLN CZK Übrige Total

Die effektiven Zinssätze auf Bankguthaben belaufen sich auf zwischen 0.13 % und 0.5 % (Vorjahr: zwischen 0.13 % und 0.5 %).


AFG Geschäftsbericht 2011

132

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

33

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31. 12. 2011

31. 12. 2010

121 234 − 11 297 109 937

134 706 − 11 552 123 154

in TCHF

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Delkredere Total

Die Fälligkeitsstruktur und die auf die jeweiligen Zeitbänder fallenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich wie folgt dar: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

Bruttobestand Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

davon nicht wertberichtigte Forderungen

Bruttobestand Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

davon nicht wertberichtigte Forderungen

81 020 19 616 6 070 2 303 4 014 1 943 6 268 121 234

76 652 19 194 5 892 2 086 3 747 1 351 1 015 109 937

96 244 18 758 6 535 2 767 3 136 2 118 5 148 134 706

91 450 18 737 6 458 2 721 2 666 1 083 39 123 154

in TCHF

Nicht verfallen Verfallen bis 30 Tage Verfallen zwischen 31 und 60 Tagen Verfallen zwischen 61 und 90 Tagen Verfallen zwischen 91 und 180 Tagen Verfallen zwischen 181 und 360 Tagen Verfallen über 360 Tage Total

Bezüglich der nicht wertberichtigten Forderungen per Bilanzstichtag bestehen keine Anzeichen dafür, dass die jeweiligen Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen könnten. Die AFG hat per Bilanzstichtag gesicherte Forderungen in der Höhe von CHF 16.0 Mio. (Vorjahr: CHF 20.9 Mio.) für ausstehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.


AFG Geschäftsbericht 2011

133

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in der Erfolgsrechnung unter den Erlösminderungen vor dem Nettoumsatz erfasst werden, haben sich wie folgt entwickelt: 2011

2010

− 11 552 183 − 45 − 5 827 5 846 98 − 11 297

− 11 475 1 152

in TCHF

Stand 01.01. Währungsdifferenzen Veränderung Konsolidierungskreis Bildung Verwendung Auflösung Stand 31.12.

− 6 762 5 503 30 − 11 552

In den Wertberichtigungen sind Einzelwertberichtigungen in der Höhe von CHF 6.5 Mio. (Vorjahr: CHF 6.4 Mio.) enthalten. Seit Februar 2010 verkauft die AFG Forderungen im Zusammenhang mit einer Factoringvereinbarung. Da weder alle Chancen und Risiken übertragen noch zurückbehalten worden sind und kein Übergang der Verfügungsmacht vorliegt, sind die Forderungen nach den Bestimmungen von IAS 39 weiterhin in der Höhe des sogenannten Continuing Involvement in der Bilanz erfasst. Insbesondere verbleibt das Spätzahlungsrisiko bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vollständig bei der AFG. Per 31.12.2011 betrug der Buchwert der abgetretenen Forderungen CHF 11.0 Mio. (Vorjahr: CHF 11.3 Mio.). Davon erhielt die AFG vom Factor bereits CHF 9.9 Mio. (Vorjahr: CHF 10.1 Mio.) an flüssigen Mitteln und die restlichen CHF 1.1 Mio. (Vorjahr: CHF 1.2 Mio.) sind als übrige Forderungen gegenüber dem Factor ausgewiesen. Zusätzlich sind in den übrigen Forderungen CHF 0.3 Mio. (Vorjahr: CHF 0.5 Mio.) und in den übrigen Verbindlichkeiten CHF 0.4 Mio. (Vorjahr: CHF 0.6 Mio.) für die Berücksichtigung des Continuing Involvement erfasst.

34

Warenvorräte 31. 12. 2011

31. 12. 2010

61 481 109 300 10 792 74 181 647

63 185 108 563 12 398 418 184 564

in TCHF

Rohmaterial und Betriebs-/Hilfsstoffe Halb- und Fertigfabrikate Handelswaren Vorauszahlungen für Vorräte Total

Die Wertberichtigungen von Vorräten sind in der Höhe von CHF 27.3 Mio. (Vorjahr: CHF 26.1 Mio.) in den Nettowerten enthalten. Vorräte, die zum Nettoveräusserungswert bewertet sind, belaufen sich auf CHF 17.6 Mio. (Vorjahr: CHF 8.0 Mio.). 2011 wurden Wertberichtigungen auf Vorräten über CHF 2.5 Mio. (Vorjahr: CHF 0.2 Mio.) auf den Nettoveräusserungswert vorgenommen.


AFG Geschäftsbericht 2011

134

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

35

Finanzanlagen 31. 12. 2011

31. 12. 2010

1 020 312 317 839 2 488

22 354 329 814 1 519

710

618

in TCHF

Zur Veräusserung verfügbare Finanzinvestitionen Assoziierte Gesellschaften > 20 % < 50 % Übrige Finanzanlagen Darlehen Total davon im Umlaufvermögen ausgewiesen

Die Fälligkeitsstruktur und die auf die jeweiligen Zeitbänder fallenden Darlehen stellen sich wie folgt dar: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

Bruttobestand Darlehen

davon nicht wertberichtigte Darlehen

Bruttobestand Darlehen

davon nicht wertberichtigte Darlehen

1 678 1 715 700 3 094

777 1 61

751

751

615 700 2 066

63

in TCHF

Nicht verfallen Verfallen zwischen 31 und 60 Tagen Verfallen zwischen 181 und 360 Tagen Verfallen über 360 Tage Total

839

814

Bezüglich der nicht wertberichtigten Darlehen per Bilanzstichtag bestehen keine Anzeichen dafür, dass die jeweiligen Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen könnten. Die AFG hat per Bilanzstichtag keine gesicherten Darlehen (Vorjahr: CHF 0.4 Mio.).


AFG Geschäftsbericht 2011

135

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Die Wertberichtigungen auf Darlehen, die in der Erfolgsrechnung unter dem Finanzergebnis erfasst werden, haben sich wie folgt entwickelt: 2011

2010

− 1 252 − 53 − 950 − 2 255

− 1 357 105

in TCHF

Stand 01.01. Währungsdifferenzen Bildung Stand 31.12.

− 1 252

In den Wertberichtigungen sind Einzelwertberichtigungen in der Höhe von CHF 2.26 Mio. (Vorjahr: CHF 1.25 Mio.) enthalten.

36

Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte Die im Vorjahr in den zur Veräusserung gehaltenen Vermögenswerten ausgewiesene Liegenschaft im Stadtzentrum von Arbon mit einem Buchwert von CHF 0.7 Mio. wurde 2011 für CHF 1.4 Mio. verkauft. In 2011 wurden verschiedene Liegenschaften in Steinach mit einem Buchwert von CHF 11.4 Mio. aus den Sachanlagen und Renditeliegenschaften in diese Position umklassiert. Von diesen Liegenschaften wurden 2011 bereits Grundstücke mit einem Buchwert von CHF 8.7 Mio. veräussert. Bei den restlichen umklassierten Grundstücken mit einem Buchwert von CHF 2.7 Mio. wird mit einem Verkauf innerhalb eines Jahres gerechnet. Ebenfalls wurden 2011 die Fahrzeuge der Asta AG Arbon für die schweizerischen Aktivitäten mit einem Buchwert von CHF 1.2 Mio. aus den Sachanlagen in diese Position umklassiert, da der Vollzug des Verkaufs auf den 31.01.2012 angesetzt ist.


AFG Geschäftsbericht 2011

136

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

37

Sachanlagen Immobilien

Technische Anlagen

Übrige mobile Sachanlagen

Anlagen im Bau und Vorauszahlungen

Total

357 172

207 873

30 140

42 129

637 314

570 187 − 30 266 1 352 − 140 1 320 542 453 − 6 072

613 390 − 39 584 6 681 − 15 430 38 010 603 067 − 7 569

95 458 − 7 663 3 067 − 2 479 694 89 077 − 1 186

42 288 − 1 424 28 074 − 452 − 42 726 25 760 478

1 321 323 − 78 937 39 174 − 18 501 − 2 702 1 260 357 − 14 349

47 10 362 − 2 607 6 465 550 648

299 13 165 − 17 490 24 389 615 861

64 4 230 − 11 790 − 819 79 576

40 858 − 1 759 − 37 182 28 155

410 68 615 − 33 646 − 7 147 1 274 240

213 015 − 12 545

405 517 − 30 657

65 318 − 5 946

159 − 11

684 009 − 49 159

13 993

7 708

− 63 − 690 213 710 − 2 296

31 005 3 670 − 15 311 − 17 394 207 − 6 370

− 2 318

− 97

64 762 − 1 004

51

12 953 27 073 − 1 420 − 184 249 836

31 573 20 529 − 17 002 − 25 422 912

7 387 1 169 − 8 844 − 1 891 61 579

51

51 913 48 771 − 27 266 − 2 100 734 378

328 743

208 860

24 315

25 709

587 627

300 812

192 949

17 997

28 104

539 862

3 455

2 413 Vorjahr

5 868 9 179

in TCHF

Nettobuchwert 01.01.2010 Anschaffungswerte Stand 01.01.2010 Währungsdifferenzen Zugänge Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2010 Währungsdifferenzen Veränderung Konsolidierungskreis Zugänge Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2011 Kumulierte Abschreibungen Stand 01.01.2010 Währungsdifferenzen Planmässige Abschreibungen Impairment Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2010 Währungsdifferenzen Planmässige Abschreibungen Impairment Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2011 Nettobuchwert 31.12.2010 Nettobuchwert 31.12.2011 Wert der enthaltenen geleasten Anlagen

52 706 3 670 − 17 789 − 707 672 730 − 9 670

Im Berichtsjahr wurden technische Anlagen und übrige mobile Sachanlagen im Wert von CHF 1.5 Mio. (Vorjahr: CHF 0.7 Mio.) mittels Financial Leasing angeschafft.


AFG Geschäftsbericht 2011

137

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Impairments 2011 Aufgrund verschiedener Entwicklungen in der zweiten Jahreshälfte 2011, insbesondere in der Druckmaschinenindustrie und der Währungssituation, die einen negativen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung hatten, aber auch die Zukunftsaussichten deutlich eintrübten, wurde bei der Division Oberflächentechnologie eine Überarbeitung der im Frühsommer erstellten Mittelfristplanung notwendig. Die der damaligen Planung unterstellten Annahmen erschienen aufgrund der sich veränderten Aussichten vor allem umsatzseitig als nicht mehr realistisch. Eine den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen Rechnung tragende Mittelfristplanung und darauf aufbauende Nutzwertberechnung ergab einen Impairmentbedarf für die Division von CHF 55.6 Mio. Der dabei verwendete Diskontierungssatz betrug 9.4 %. Das Impairment wurde mit CHF 38.3 Mio. auf die Sachanlagen und CHF 17.3 Mio. auf das immaterielle Anlagevermögen alloziert. Aufgrund der unbefriedigenden Auslastung als Folge des starken Schweizer Frankens wurde die Abteilung Zieherei der Division Stahltechnik einem Impairment-Test unterzogen. Die Nutzwertberechnung ergab einen Impairmentbedarf von CHF 6.5 Mio., welcher vollumfänglich den Sachanlagen alloziert wurde. Der dabei verwendete Diskontierungssatz betrug 9.8 %. Verschiedene weitere kleinere in den Sachanlagen vorgenommenen Impairments über CHF 4.0 Mio. betrafen hauptsächlich Liegenschaften, für welche neue Schätzungen eingeholt worden sind und bei denen der errechnete Nutzwert unter dem Buchwert lag. Fälligkeit der Miet- und Leasingverpflichtungen Aus den Miet- und Leasingverträgen ergeben sich die folgenden unwiderruflichen Zahlungsverpflichtungen: 31. 12. 2011

Operating Leasing

Financial Leasing

Total

16 354 19 207 440 36 001

1 688 1 834

18 042 21 041 440 39 523

in TCHF

Innerhalb eines Jahres In 1 bis 5 Jahren Über 5 Jahre Total Zinsaufwand Financial Leasing Barwert Financial Leasing

31. 12. 2010

3 522 − 304 3 218

Operating Leasing

Financial Leasing

Total

15 612 21 258 1 555 38 425

2 844 2 717

18 456 23 975 1 555 43 986

in TCHF

Innerhalb eines Jahres In 1 bis 5 Jahren Über 5 Jahre Total Zinsaufwand Financial Leasing Barwert Financial Leasing

5 561 − 296 5 265

Die Konzernerfolgsrechnung enthält CHF 19.8 Mio. (Vorjahr: CHF 19.4 Mio.) Aufwendungen für Mieten und Leasing.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

138

Es wurden folgende vertragliche Verpflichtungen (commitments) für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Anlagen zum jeweiligen Bilanzstichtag eingegangen: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

20 003 1 668 21 671

18 724 403 19 127

in TCHF

Für Sachanlagen Für immaterielle Anlagen Total

Die Brandversicherungswerte der Sachanlagen und Renditeliegenschaften sind wie folgt: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

684 348 953 324 1 637 672

676 629 912 620 1 589 249

in TCHF

Gebäude Anlagen Total

Aus Hypothekarschulden wurden CHF 13.2 Mio. an Aktiven (Vorjahr: CHF 11.0 Mio.) abgetreten oder verpfändet.


AFG Geschäftsbericht 2011

139

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

38

Renditeliegenschaften Renditeliegenschaften Grundstücke

Renditeliegenschaften Gebäude

Total

23 481

1 760

25 241

27 417 − 4 569 − 1 141 21 707

15 769

43 186 − 4 569 − 2 026 36 591 39 − 239 − 19 432 16 959

in TCHF

Nettobuchwert 01.01.2010 Anschaffungswerte Stand 01.01.2010 Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2010 Zugänge Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2011

− 239 − 9 456 12 012

Kumulierte Abschreibungen Stand 01.01.2010 Planmässige Abschreibungen Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2010 Planmässige Abschreibungen Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2011 Nettobuchwert 31.12.2010 Nettobuchwert 31.12.2011 Fair Value der Renditeliegenschaften 31.12.2010 Fair Value der Renditeliegenschaften 31.12.2011

3 936

− 885 14 884 39 − 9 976 4 947

14 009 360

− 56 − 607 3 411

− 9 976 3 688

17 945 360 138 − 886 17 557 181 − 56 − 10 583 7 099

17 633 8 601

1 401 1 259

19 034 9 860

138 4 074

− 886 13 483 181

24 062 13 362

Die Mieteinnahmen aus Renditeliegenschaften belaufen sich auf CHF 0.5 Mio. (Vorjahr: CHF 0.9 Mio.) und sind in den anderen betrieblichen Erträgen enthalten. Der Aufwand für Unterhalt und Reparaturen von Renditeliegenschaften beträgt CHF 0.2 Mio. (Vorjahr: CHF 0.2 Mio.) und ist im übrigen Betriebsaufwand enthalten.


AFG Geschäftsbericht 2011

140

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

39

Immaterielles Anlagevermögen Immaterielle Anlagen

Goodwill

Total

85 901

65 024

150 925

Anschaffungswerte Stand 01.01.2010 Währungsdifferenzen Zugänge Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2010 Währungsdifferenzen Veränderung Konsolidierungskreis Zugänge Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2011

153 136 − 8 019 1 682 − 1 066 1 130 146 863 − 903 234 1 208 − 5 738 1 043 142 707

99 136 − 4 482

252 272 − 12 501 1 682 − 1 066 1 130 241 517 − 1 412 234 1 208 − 5 738 1 043 236 852

Kumulierte Amortisationen Stand 01.01.2010 Währungsdifferenzen Planmässige Amortisationen Impairment Abgänge Umgliederungen Stand 31.12.2010 Währungsdifferenzen Planmässige Amortisationen Impairment Abgänge Stand 31.12.2011

67 235 − 4 124 11 049 3 227 − 1 066 13 76 334 − 431 9 439 22 700 − 5 738 102 304

34 112 − 1 235

36 691

101 347 − 5 359 11 049 5 609 − 1 066 13 111 593 − 500 9 439 24 201 − 5 738 138 995

Nettobuchwert 31.12.2010 Nettobuchwert 31.12.2011

70 529 40 403

59 395 57 454

129 924 97 857

in TCHF

Nettobuchwert 01.01.2010

94 654 − 509

94 145

2 382

35 259 − 69 1 501

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden in der Höhe von CHF 19.4 Mio. (Vorjahr: CHF 20.2 Mio.) über die Erfolgsrechnung gebucht, da sie die Kriterien zur Aktivierungsfähigkeit nicht erfüllten. In den übrigen immateriellen Anlagen sind keine Zugänge aus Entwicklungskosten (Vorjahr: CHF 0.7 Mio.) enthalten. Alle übrigen Zugänge in den immateriellen Anlagen sind erworbene oder akquirierte Werte.


AFG Geschäftsbericht 2011

141

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Impairments 2011 Immaterielle Anlagen Bei einer ausländischen Gesellschaft musste nach Überprüfung des Business Plans gegen Ende des Geschäftsjahres 2011 ein Impairment auf immateriellen Anlagen über CHF 5.4 Mio. vorgenommen werden. Das weitere Impairment über CHF 17.3 Mio. betrifft die Division Oberflächentechnologie (siehe Anmerkung 37). Der aus Firmenzusammenschlüssen resp. übernommenen Geschäftseinheiten resultierende Goodwill verteilt sich per 31.12.2011 auf die drei Cash-Generating Units (CGU) Slovaktual, RWD Schlatter und EgoKiefer. Es sind die folgenden Goodwill-Buchwerte pro CGU vorhanden: Slovaktual

RWD Schlatter

Unterflurkonvektoren

EgoKiefer

Total

16 636 16 196

8 100 8 100

1 501

33 158 33 158

59 395 57 454

in TCHF

31.12.2010 31.12.2011

Goodwill Impairment-Tests 2011 In der Regel werden die Impairment-Tests jährlich gegen Jahresende durchgeführt. Die Impairment-Tests werden aufgrund von Nutzwertberechnungen vorgenommen, die auf den zukünftigen Cashflows über die nächsten fünf Jahre basieren. Die Cashflows nach den fünf Planjahren werden mittels einer ewigen Wachstumsrate extrapoliert. Die verwendeten Zahlen basieren auf einem Budgetjahr und vier Planjahren, die Teil des im Frühsommer vom Management genehmigten Konzern-Mehrjahresplans sind und als Grundlage für die Impairment-Tests dienten. Bei der CGU Unterflurkonvektoren wurde mit einer auslaufenden Umsatzentwicklung für den ursprünglichen ASCO Schmidlin Unterflurkonvektor gerechnet, da dieser komplett neu konzipiert wird und somit nur noch geringfügig auf dem ursprünglichen Modell beruht. Daraus resultierte ein Impairment-Bedarf von CHF 1.5 Mio., sodass der Goodwill vollständig wertberichtigt werden musste. Dieser Nutzwertberechnung lagen eine budgetierte Bruttomarge von 46.0 %, eine durchschnittliche EBITDA-Marge von 12.1 %, ein abnehmender Umsatz auf CHF 0 Mio. in 2016 und ein Diskontierungssatz von 9.8 % zugrunde. Bei der Nutzwertberechnung für die jährlichen Impairment-Tests 2011 der restlichen CGU’s wurden die folgenden wesentlichen Annahmen zugrunde gelegt: Slovaktual

RWD Schlatter

EgoKiefer

29.4 2.0 10.0

59.1 1.0 8.0

64.0 1.0 8.0

in %

Budgetierte Bruttomarge Ewiges Wachstum Diskontierungssatz

Die budgetierten Bruttomargen basieren auf den historischen Werten und den zukünftigen Markteinschätzungen. Die Wachstumsraten für das ewige Wachstum basieren auf den allgemeinen Erwartungen in diesen Industriesektoren. Die verwendeten Diskontierungssätze wurden vor Steuern berechnet und beinhalten die spezifischen Risiken der entsprechenden CGU. Basierend auf einer für möglich gehaltenen Änderung einer wesentlichen Annahme wurden bei den Sensitivitätsanalysen 2011 höhere Diskontierungssätze, tiefere EBITDA, tiefere Bruttomargen und tiefere ewige Wachstumsraten verwendet, die zu keinen Impairments führten.


AFG Geschäftsbericht 2011

142

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Goodwill Impairment-Tests 2010 Bei der CGU Aqualux hatte sich im Verlauf des 3. Quartal 2010 die Geschäftsentwicklung seit der Ausarbeitung der Mehrjahresplanung im Frühsommer 2010 nicht nachhaltig verbessert, sodass eine Überarbeitung und Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten gegen Jahresende notwendig wurde. Bei der CGU Aqualux resultierte ein Impairment-Bedarf von insgesamt CHF 2.4 Mio., so dass der gesamte Goodwill im Umfang von CHF 1.0 Mio. wertberichtigt werden musste. Das restliche Impairment von CHF 1.4 Mio. wurde gegen den immateriellen Vermögenswert Kundenbeziehung aus der Firmenakquisition wertberichtigt, da sich die Umsätze mit gewissen Kunden nicht den Erwartungen entsprechend entwickelten. Dieser Nutzwertberechnung lagen eine budgetierte Bruttomarge von 39.4 %, ein ewiges Wachstum von 1.5 % und ein Diskontierungssatz von 11.2 % zugrunde. Am 08.10.2010 kündigte die AFG ein umfassendes Restrukturierungsprogramm für die der Division Küchen und Kühltechnik zugehörenden Warendorfer Küchen GmbH an, um die Kapazitäten der seit längerem unbefriedigenden Auslastung anzupassen. Deshalb wurde ein Impairment-Test bei der CGU Warendorfer Unternehmungen notwendig. Aus dem Test resultierte ein ImpairmentBedarf von insgesamt CHF 3.2 Mio., so dass der gesamte Goodwill im Umfang von CHF 1.4 Mio. wertberichtigt werden musste. Das restliche Impairment von CHF 1.8 Mio. wurde gegen den immateriellen Vermögenswert Kundenbeziehung aus der Firmenakquisition wertberichtigt, da sich die Umsätze mit den Kunden nicht den Erwartungen entsprechend entwickelten. Dieser Nutzwertberechnung lagen eine budgetierte Bruttomarge von 66.9 %, ein ewiges Wachstum von 1.0 % und ein Diskontierungssatz von 13.3 % zugrunde. Bei der Nutzwertberechnung für die jährlichen Impairment-Tests 2010 wurden die folgenden wesentlichen Annahmen zugrunde gelegt: Slovaktual

RWD Schlatter

Unterflurkonvektoren

EgoKiefer

30.2 2.0 9.7

56.7 1.0 8.2

47.5 1.0 10.0

64.6 1.0 8.2

in %

Budgetierte Bruttomarge Ewiges Wachstum Diskontierungssatz

Die budgetierten Bruttomargen basierten auf den historischen Werten und den zukünftigen Markteinschätzungen. Die Wachstumsraten für das ewige Wachstum basierten auf den allgemeinen Erwartungen in diesen Industriesektoren. Die verwendeten Diskontierungssätze wurden vor Steuern berechnet und beinhalteten die spezifischen Risiken der entsprechenden CGU. Basierend auf einer für möglich gehaltenen Änderung einer wesentlichen Annahme wurden bei den Sensitivitätsanalysen 2010 höhere Diskontierungssätze, tiefere EBITDA, tiefere Bruttomargen und tiefere ewige Wachstumsraten verwendet, die zu keinen Impairments führten.


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40

143

Akquisitionen Im April 2011 hat die AFG die Avia Peintures Sàrl zu 100 % erworben. Die folgenden Aktiven und Verbindlichkeiten wurden zum Fair Value bewertet: Beizulegender Zeitwert

in TCHF

Aktiven Flüssige Mittel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Übrige Forderungen Warenvorräte Aktive Rechnungsabgrenzungen Sachanlagen Finanzanlagen Immaterielle Anlagen Total Aktiven

470 620 24 122 9 410 26 234 1 915

Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Übrige Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten Passive Rechnungsabgrenzungen Übrige Rückstellungen Rückstellungen für latente Steuern Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen Total Verbindlichkeiten

258 255 138 21 49 119 97 937

Erworbene Nettoaktiven /Akquisitionspreis

978

Der Geldfluss aus dieser Transaktion ist wie folgt: Kaufpreis Übernommene flüssige Mittel Nettogeldabfluss aus der Transaktion

978 − 470 508

Mit Kontrollübernahme per 14.04.2011 hat die AFG 100 % der französischen Avia Peintures Sàrl, mit Sitz in FR-Pau, für einen Kaufpreis von CHF 0.98 Mio. übernommen. Das Unternehmen ist auf spezifische Oberflächenverfahren für die Flugindustrie spezialisiert und ist der Division Oberflächentechnologie zugeteilt. Ab dem Zeitpunkt der Kontrollübernahme hat die Avia Peintures für die Berichtsperiode einen Nettoumsatz von CHF 1.8 Mio. und einen Verlust von CHF 0.3 Mio. zum Konzern beigesteuert. Wäre der Erwerb bereits per 01.01.2011 erfolgt, hätte der Nettoumsatz für die Berichtsperiode CHF 2.8 Mio. und der Verlust CHF 0.3 Mio. betragen. Der Bruttobuchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug CHF 0.66 Mio., wovon CHF 0.04 Mio. als uneinbringbare Forderungen betrachtet wurden. Die direkt zurechenbaren Akquisitionskosten betrugen CHF 0.04 Mio. und sind im übrigen Betriebsaufwand enthalten.


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41

144

Finanzverbindlichkeiten Am 03.06.2010 hat die AFG die noch ausstehenden Obligationen der 3.375 % Anleihe 2004 – 2010 CHF 150 Mio., fällig per 03.06.2010, im Nominalwert von CHF 102.4 Mio. zurückbezahlt. Am 14.04.2010 hat die AFG eine Anleihe über CHF 200 Mio. zu 3.375 % mit einer Laufzeit von 6 Jahren und einer Endfälligkeit per 12.05.2016 aufgenommen. Die Anleihe wird seit dem 30.04.2010 an der SIX Swiss Exchange gehandelt. Die AFG hat am 26.11.2007 einen syndizierten Kredit über CHF 275 Mio. aufgenommen. Dieser von einem Bankenkonsortium arrangierte Kredit weist eine Laufzeit bis 30.12.2013 auf. Die AFG hat am 02.12.2004 mit einer Gruppe von US-Investoren eine Privatplatzierung (US PP) im Umfang von USD 160 Mio. abgeschlossen, die in USD 125 Mio. und EUR 27.6 Mio. ausbezahlt wurde. Die bezüglich Zins- und Währungsrisiko grösstenteils abgesicherte Platzierung umfasst verschiedene Tranchen in USD und EUR mit Laufzeiten zwischen sieben und zehn Jahren. Seit 2008 erfolgen bei der EUR-Tranche jährliche Teilrückzahlungen von EUR 3.9 Mio. Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

197 748 128 692 21 326 653 49 579 16 500 349 2 300 199 417 346

197 280 136 414 20 727 1 404 49 372 18 758 2 136 4 500 217 430 808

in TCHF

Anleihe US-Privatplatzierung Swap USD Swap EUR Konsortialkredit Bankdarlehen Bankkontokorrente Hypotheken Darlehen Total

Die US-Privatplatzierung und der Konsortialkredit beinhalten sogenannte Covenants wie Mindestnettovermögen, Zinsdeckungsgrad, Verschuldungsgrad. Bei Nichteinhaltung der Covenants können die US-Investoren resp. Banken jederzeit die sofortige Rückzahlung ihres Anteils verlangen. Die AFG hat in den Jahren 2011 und 2010 sämtliche Covenants eingehalten. Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten sind wie folgt: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

19 911 395 935 1 500 417 346

14 434 210 094 206 280 430 808

in TCHF

Innerhalb eines Jahres In 1 bis 5 Jahren Über 5 Jahre Total


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145

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Die effektiven Zinssätze für die Finanzverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag lauten wie folgt: CHF

EUR

USD

3.8 3.8

5.1 5.1

5.9 1 5.9 1

in %

Finanzverbindlichkeiten 31.12.2011 Finanzverbindlichkeiten 31.12.2010 1

Die tatsächlich bezahlten Zinsen sind durch die Absicherung mittels Cross Currency Swaps wesentlich tiefer.

Die Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten lauten auf folgende Währungen: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

287 454 15 553 114 339

290 381 21 690 116 370 2 367 430 808

in TCHF

CHF EUR USD GBP Total

417 346


AFG Geschäftsbericht 2011

146

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

42

Finanzielle Verbindlichkeiten Die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Amortisationszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit einem Geldabfluss sind wie folgt:

31. 12. 2011

Buchwert Vertragliche Cashflows

bis 6 Monate

7 bis 12 Monate

in 1 bis 2 Jahren

in 2 bis 5 Jahren

über 5 Jahre

929 345 179

1 508

in TCHF

Nicht-derivative Finanzinstrumente Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Übrige Verbindlichkeiten (ohne Derivate) Verbindlichkeiten aus Financial Leasing Finanzverbindlichkeiten Derivative Finanzinstrumente Cross Currency Swaps Cash Outflow Cash Inflow Zinssatz Swaps Cash Outflow Cash Inflow Total

97 234

97 234

97 210

24

22 745

22 745

22 602

29

114

3 218 395 367

3 506 457 585

937 16 310

735 20 323

905 74 265

142 478 − 123 606

2 740 − 3 071

2 740 − 3 071

5 481 131 517 − 6 142 − 111 322

974

341

341

292

600 916

137 069

21 121

74 915

21 979

1 033

541 576

366 303

1 508

Fremdwährungsbestände wurden zum jeweiligen Stichtagskurs umgerechnet. Bei den Zinszahlungen mit variablen Zinssätzen wurden jeweils die am Bilanzstichtag gültigen Konditionen zugrunde gelegt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühestmöglichen Fälligkeitsband zugeordnet.


AFG Geschäftsbericht 2011

147

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

31. 12. 2010

Buchwert Vertragliche Cashflows

bis 6 Monate

7 bis 12 Monate

in 1 bis 2 Jahren

in 2 bis 5 Jahren

über 5 Jahre

in TCHF

Nicht-derivative Finanzinstrumente Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Übrige Verbindlichkeiten (ohne Derivate) Verbindlichkeiten aus Financial Leasing Finanzverbindlichkeiten Derivative Finanzinstrumente Cross Currency Swaps Cash Outflow Cash Inflow Zinssatz Swaps Cash Outflow Cash Inflow Devisentermingeschäfte Cash Outflow Cash Inflow Total

93 278

93 278

93 265

13

21 149

21 149

20 846

222

54

27

5 265 408 677

5 561 490 360

1 513 17 525

1 331 14 122

1 850 33 315

867 208 901

149 129 − 129 403

2 766 − 3 063

2 766 − 3 063

5 532 138 065 − 6 126 − 117 151

216 497

22 131

1 472 1 740

824

641

275

35 266

230 984

12

551 984

9 179 − 9 128

5 807 − 5 836

3 372 − 3 292

631 865

132 823

16 295

216 497


AFG Geschäftsbericht 2011

148

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

43

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Der Zusammenhang der relevanten Bilanzpositionen mit den Bewertungskategorien nach IAS 39 und die Bewertung von Finanzinstrumenten zum Fair Value sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

31. 12. 2011

FA FVTPL trading

FA FVTPL designated

AFS

L & AR

FL FVTPL trading

FL AC

Buchwerte per 31.12.2011

Fair Value per 31.12.2011

in TCHF

Flüssige Mittel Wertschriften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Übrige Forderungen Beteiligungen (kleiner 20 %) Übrige Finanzanlagen Darlehen Aktiven Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Übrige Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Financial Leasing Bankkontokorrente Darlehen Hypotheken Anleihe US-Privatplatzierung Passiven 1

249 601

249 601 249 601 2 697 2 697

109 937 17 359

109 937 109 937 17 522 17 522

317 839 1 020 378 053

1 020 1 020 317 317 839 839 381 933 381 933

2 697

163 1 020

163

2 697

1 033

97 234 22 631

97 234 23 664

97 234 23 664

3 218 3 218 3 279 349 349 349 66 278 66 278 67 692 2 300 2 300 2 386 197 748 197 748 197 500 150 6711 150 671 158 434 1 033 540 429 541 462 550 538

Die Gesamtsumme von TCHF 150 671 (Vorjahr: TCHF 158 545) in der Kategorie «FL AC – finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungswerten» beinhaltet die beiden Cross Currency Swaps von TCHF 21 979 (Vorjahr: TCHF 22 131) auf das US PP, für welche die AFG Hedge Accounting anwendet und die ebenfalls dieser Kategorie zugeordnet ist.

Die Abkürzungen in der Kopfzeile dieser Übersicht sind unter Anmerkung 9 «Finanzinstrumente» erläutert.


AFG Geschäftsbericht 2011

149

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

31. 12. 2010

FA FVTPL trading

FA FVTPL designated

AFS

L & AR

FL FVTPL trading

FL AC

Buchwerte per 31.12.2010

Fair Value per 31.12.2010

in TCHF

Flüssige Mittel Wertschriften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Übrige Forderungen Beteiligungen (kleiner 20 %) Übrige Finanzanlagen Darlehen Aktiven Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Übrige Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Financial Leasing Bankkontokorrente Darlehen Hypotheken Anleihe US-Privatplatzierung Passiven

263 318

263 318 263 318 2 541 2 541

123 154 19 928

123 154 123 154 19 996 19 996

329 814 22 407 543

22 22 329 329 814 814 410 174 410 174

2 541

68 22

68

2 541

1 501

93 278 21 068

93 278 22 569

93 278 22 569

5 265 5 265 5 309 2 136 2 136 2 136 68 347 68 347 71 091 4 500 4 500 4 624 197 280 197 280 201 200 158 545 158 545 170 230 1 501 550 419 551 920 570 437

IFRS 7 «Finanzinstrumente; Angaben» – Verbesserung der Angaben zu Finanzinstrumenten, verlangt für zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente die Offenlegung und Zuteilung in die durch den Standard vordefinierten folgenden drei Hierarchiestufen: Ebene 1 – Börsenkurse in einem aktiven Markt für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Ebene 2 – Beobachtbare Marktdaten mit Ausnahme von Börsenkursen in einem aktiven Markt für vergleichbare Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die entweder direkt oder mittels Ableitung ermittelt werden können. Ebene 3 – Nicht beobachtbare Marktdaten.


AFG Geschäftsbericht 2011

150

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Die zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente sind wie folgt in die drei Hierarchiestufen unterteilt: Ebene 1

Ebene 2

Ebene 3 Buchwerte per 31.12.2011

163

163

1 859

2 697

Ebene 1

Ebene 2

Ebene 3 Buchwerte per 31.12.2010

68

68

1 664

2 541

in TCHF

Aktiven Erfolgswirksam zum Fair Value bewertet – zu Handelszwecken (FA FVTPL trading) Erfolgswirksam zum Fair Value bewertet – designiert (FA FVTPL designated) Zur Veräusserung verfügbar (AFS) Passiven Erfolgswirksam zum Fair Value bewertet (FL FVTPL trading) Cross Currency Swaps (Cash Flow Hedges)

838

1 020

877

1 020

22

22

1 033

1 033

1 501

1 501

21 979

21 979

22 131

22 131

Sowohl im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr fanden keine Übertragungen zwischen den Ebenen 1 und 2 statt. Der Nachweis der Fair-Value-Änderung der Ebene 3 für die Kategorie «Zur Veräusserung verfügbar» errechnet sich wie folgt: 2011

2010

22 1 118 − 120 1 020

22

in TCHF

Stand 01.01. Kauf Verkauf Stand 31.12.

22


AFG Geschäftsbericht 2011

151

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

44

Übrige Rückstellungen Garantien / Gewährleistungen

Personal

Restrukturierungen

Übrige

Total

13 457 − 1 195 9 079 − 8 025 −2 13 314 − 177

13 723 − 2 031 3 475 − 3 248 − 1 182 10 737 − 257

471 − 1 753 18 539 − 438 16 819 − 243

3 482 − 88 1 275 − 1 787 − 1 350 1 532 −8

31 133 − 5 067 32 368 − 13 498 − 2 534 42 402 − 685

10 097 − 8 818 − 1 111 13 305

1 676 − 2 549 − 710 8 897

386 − 14 210 − 589 2 163

49 871 − 319 − 204 1 921

49 13 030 − 25 896 − 2 614 26 286

9 669

3 066

16 443

1 162

30 340

9 334

2 582

1 968

1 501

15 385

in TCHF

Stand 01.01.2010 Währungsdifferenzen Bildung Verwendung Auflösung Stand 31.12.2010 Währungsdifferenzen Veränderung Konsolidierungskreis Bildung Verwendung Auflösung Stand 31.12.2011 davon kurzfristig 31.12.2010 davon kurzfristig 31.12.2011

Die Verwendung der kurzfristigen Rückstellungen wird im Jahr 2012 erwartet. Die Verwendung der langfristigen Rückstellungen wird wie folgt erwartet: Garantien / Gewährleistungen

Personal

Restrukturierungen

Übrige

Total

3 927 44

6 232 83

195

272 148

10 626 275

in TCHF

In 1 bis 5 Jahren Über 5 Jahre

Garantien / Gewährleistungen Die Garantierückstellungen werden pro Auftrag ermittelt. Falls dies wegen der hohen Anzahl von Aufträgen nicht praktikabel ist, werden Richtsätze angewandt, die auf der Erfahrung der Vergangenheit beruhen. Personal Die Rückstellungen im Personalbereich beinhalten insbesondere Rückstellungen für Altersteilzeitvereinbarungen. Restrukturierungen Per 31.12.2010 waren Restrukturierungsrückstellungen für die Kosten der Sozialpläne für austretende Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem am 08.10.2010 angekündigten Restrukturierungsprogramm des Heizkörper- und Küchengeschäfts enthalten. Die bisher angefallenen Kosten von CHF 14.2 Mio. wurden gegen diese Rückstellung gebucht, CHF 0.6 Mio. konnten infolge neuer Erkenntnisse erfolgswirksam aufgelöst werden. Die verbleibende Rückstellung von CHF 2.2 Mio. wird als ausreichend erachtet. Es wird davon ausgegangen, dass die Restrukturierung des Heizkörpergeschäfts bis Anfang 2012 und diejenige des Küchengeschäfts bis im 1. Quartal 2013 abgeschlossen sein wird.


AFG Geschäftsbericht 2011

152

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Übrige Die übrigen Rückstellungen beinhalten unter anderem Kosten für Rechtsfälle, Umweltrisiken und Kosten für Risiken, die durch die Ausübung der normalen Geschäftstätigkeit anfallen können.

45

Latente Steuern Für alle Abweichungen zwischen den steuerrechtlich relevanten und den konzerneinheitlich festgelegten Werten der Aktiven und Passiven werden wie folgt latente Steuern gebildet: 31. 12. 2011 Latente Guthaben

Latente Schulden

31. 12. 2010 Latente Guthaben

Latente Schulden

in TCHF

Aktiven Wertschriften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Warenvorräte Finanzanlagen Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte Sachanlagen Renditeliegenschaften Immaterielle Anlagen

1 012 144 1 287

Passiven Kurzfristige Verbindlichkeiten Langfristige Verbindlichkeiten Übrige Rückstellungen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen

376 470 1 082 3 513

103 27 2 581

351 325 1 405 4 141

65 25 2 591

10 500 43 170 − 29 583 24 087

70 096

66 836

70 096

10 469 27 108 − 13 704 23 873

66 836

− 15 774 8 313

− 15 774 54 322

− 13 175 10 698

− 13 175 53 661

Latente Steuern aus Bewertungsdifferenzen Latente Steuern aus Verlustvorträgen Wertberichtigungen von latenten Steuerguthaben Latente Steuern vor Verrechnung Verrechnung von latenten Steuerguthaben und -schulden Total latente Steuern

109 398 2 109

3 4 119 7 278 18 703 247 29 398 7 637

307 457 1 838 119 831 96 599

7 1 800 6 893 12 283 29 618 212 13 342

Von den langfristigen Verbindlichkeiten wurden CHF 0.1 Mio. (Vorjahr: CHF 0.1 Mio.) an latenten Steuern über die Gesamtergebnisrechnung erfasst. Sämtliche Veränderungen auf den anderen Aktiv- und Passivpositionen wurden erfolgswirksam über die Erfolgsrechnung gebucht. Latente Steuerguthaben für steuerliche Verlustvorträge werden mit dem Betrag angesetzt, zu dem die Realisierung der damit verbundenen Steuervorteile durch zukünftige steuerliche Gewinne wahrscheinlich ist. Im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften bestehen temporäre Differenzen von CHF 72.1 Mio. (Vorjahr: CHF 67.9 Mio.), für welche die AFG nach den Ausnahmebestimmungen von IAS 12 keine latenten Steuerpassiven gebildet hat.


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153

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Daraus ergibt sich die folgende Entwicklung der Nettoposition der latenten Steuern: 2011

2010

42 963 119 − 77 3 034 − 30 46 009

44 497

in TCHF

Stand 01.01. Veränderung Konsolidierungskreis Veränderung über das Eigenkapital Erfolgswirksame Veränderungen Währungsdifferenzen Stand 31.12.

120 − 1 359 − 295 42 963

Nicht aktivierte steuerliche Verlustvorträge 31. 12. 2011

31. 12. 2010

276 892 − 125 383 151 509

132 400 − 77 475 54 925

151 31 427 119 931 151 509

518 6 976 47 431 54 925

29 583

13 704

17 740

2 992

6 120

480

4 626

9 110

1 097

1 122

in TCHF

Steuerliche Verlustvorträge davon unter den latenten Ertragssteuern berücksichtigt Unberücksichtigte steuerliche Verlustvorträge Davon verfallen: Innerhalb eines Jahres In 1 bis 5 Jahren In über 5 Jahren Total Steuereffekt auf unberücksichtigten steuerlichen Verlustvorträgen davon entfallen auf Steuersätze zwischen 15 % und 20 % davon entfallen auf Steuersätze zwischen 21 % und 25 % davon entfallen auf Steuersätze zwischen 26 % und 30 % davon entfallen auf Steuersätze zwischen 31 % und 35 %


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154

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

46

Pensionsverpflichtungen In der Konzernrechnung sind folgende Beträge enthalten: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

474 431 441 175 33 256

431 996 444 799 − 12 803

43 837 − 92 685 27 870

42 260 − 44 749 28 466

12 278

13 174

44 580

47 949

− 32 302

− 34 775

in TCHF

Barwert der Pensionsverpflichtungen mit ausgesondertem Vermögen Beizulegender Zeitwert des ausgesonderten Vermögens Unter-/Überdeckung Barwert der Pensionsverpflichtungen ohne ausgesondertes Vermögen Unberücksichtigte versicherungstechnische Verluste Unberücksichtigte Überschüsse aufgrund IAS 19.58 b Pensionsverpflichtungen netto aus leistungsorientierten Plänen davon in den Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen berücksichtigt davon in den Überschüssen aus Personalvorsorge berücksichtigt

Der Nachweis des Barwerts der Pensionsverpflichtungen errechnet sich wie folgt: 2011

2010

474 256 97 14 842 14 094 10 431 1 739 − 15 121 19 937 − 800 − 1 207 518 268

429 808

in TCHF

Stand 01.01. Veränderung Konsolidierungskreis Zuwachs der Vorsorgeansprüche Zinsaufwand Beiträge der Arbeitnehmer Nachzuverrechnende Vorsorgeansprüche Ausbezahlte Leistungen Versicherungsmathematische Verluste Planabgeltungen und -kürzungen Währungsdifferenzen Stand 31.12.

11 955 14 849 11 362 − 154 − 10 108 25 695 − 1 943 − 7 208 474 256


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Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Der Nachweis des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens errechnet sich wie folgt: 2011

2010

444 799 18 616 14 298 10 431 − 15 121 − 31 053 − 795 441 175

414 911 16 083 14 945 11 362 − 10 108 − 2 394

in TCHF

Stand 01.01. Erwartete Erträge aus dem Planvermögen Beiträge des Arbeitgebers Beiträge der Arbeitnehmer Ausbezahlte Leistungen Versicherungsmathematische Verluste Planabgeltungen und -kürzungen Stand 31.12.

444 799

Der Nachweis des Vorsorgeaufwandes, der im Personalaufwand der Konzernerfolgsrechnung enthalten ist, errechnet sich wie folgt: 2011

2010

14 842 14 094 − 18 616 1 739 2 957 − 595 −6 14 415

11 955 14 849 − 16 083 − 154 4 362 − 593 − 2 286 12 050

2011

2010

− 12 437

13 689

in TCHF

Zuwachs der Vorsorgeansprüche Zinsaufwand Erwartete Erträge aus dem Planvermögen Nachzuverrechnende Vorsorgeansprüche Versicherungsmathematische Verluste Nicht aktivierte Überschüsse Planabgeltungen und -kürzungen Total Nettoaufwand für leistungsorientierte Pläne

in TCHF

Tatsächliche Rendite aus dem Planvermögen

Die wichtigsten versicherungstechnischen Annahmen für die Bewertung der Vorsorgeeinrichtungen:

Gewichteter Durchschnitt Diskontierungssatz per 31.12. Langfristige jährliche Rendite Lohnsteigerungen Rentenanpassungen Erwartete Beschäftigung in Jahren

2011

2010

2.6 % 4.2 % 1.1 % 0.4 % 10.7

3.0 % 3.9 % 1.6 % 0.4 % 10.0


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156

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens unterteilt sich in folgende Kategorien: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

68 590 116 945

28 972 57 540 279 92 064 265 944 444 799

in TCHF

Aktien Obligationen Obligationen – eigene Gesellschaft Immobilien Andere Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert des Planvermögens

107 310 148 330 441 175

Die erwarteten Erträge auf dem Planvermögen ergeben sich aufgrund der Vermögensaufteilung am Jahresanfang und den daraus abgeleiteten, zu erwartenden langfristig erzielbaren Renditen auf der jeweiligen Vermögenskategorie. Das bei Schweizer Sammelstiftungen angelegte Vermögen wird in der Kategorie «Andere Vermögenswerte» ausgewiesen. Die erwarteten Beiträge an die Vorsorgeeinrichtungen belaufen sich für das Geschäftsjahr 2012 auf CHF 24.4 Mio. (Vorjahr: CHF 23.7 Mio.). Davon entfallen CHF 13.9 Mio. (Vorjahr: CHF 14.0 Mio.) auf den Arbeitgeber. Die erfahrungsbedingten Anpassungen nach IAS 19.120A lit. p errechnen sich wie folgt: 2011

2010

2009

2008

2007

518 268

474 256

429 808

417 792

425 745

441 175 77 093

444 799 29 457

414 911 14 897

397 522 20 270

418 800 6 945

3 101

13 831

3 133

4 095

− 15 226

− 31 053

− 2 394

1 615

− 23 211

− 7 543

in TCHF

Barwert der Pensionsverpflichtungen Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Unterdeckung Erfahrungsbedingte Anpassungen der Pensionsverpflichtungen (Verlust) /Gewinn Erfahrungsbedingte Anpassungen des Planvermögens (Verlust) /Gewinn


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157

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

47

Aktienkapital Die Kapitalstruktur stellt sich wie folgt dar: 31. 12. 2011

Titelkategorie

Namenaktien

Anzahl ausgegeben

18 225 603

Nominalwert in CHF

31. 12. 2010

Aktienkapital in CHF

Anzahl ausgegeben

4.20 76 547 533

18 225 603

Nominalwert in CHF

Aktienkapital in CHF

4.20 76 547 533

Die Generalversammlung hat am 29.04.2011 eine verrechnungssteuerfreie Ausschüttung von CHF 0.50 pro Namenaktie beschlossen. Es erfolgte keine Ausschüttung auf eigenen Aktien im Zeitpunkt der Dividendenfälligkeit. Die Zahlung von insgesamt CHF 8.8 Mio. erfolgte am 09.05.2011. Am 16.04.2010 hat die Generalversammlung der AFG Arbonia-ForsterHolding AG u.a. folgende Beschlüsse gefasst: Die bisherigen Inhaberaktien mit einem Nennwert von je CHF 4.20 im Verhältnis 1:1 in neue Namenaktien mit gleichem Nennwert umzutauschen und die bisherigen Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 0.84 im Verhältnis 5:1 in neue Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 4.20 zusammenzulegen. Nach diesem Umtausch setzt sich das Aktienkapital der AFG Arbonia-ForsterHolding AG von CHF 76 547 532.60 neu aus 18 225 603 Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 4.20 zusammen. Ermächtigung des Verwaltungsrats zur Schaffung von zusätzlichem Aktienkapital im Maximalbetrag von CHF 15 309 504 durch Ausgabe von höchstens 3 645 120 vollständig zu liberierenden Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 4.20 bis zum 16.04.2012 (genehmigte Kapitalerhöhung). Das Aktienkapital im Maximalbetrag von CHF 15 309 504 durch Ausgabe von höchstens 3 645 120 vollständig zu liberierenden Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 4.20 zu erhöhen (bedingte Kapitalerhöhung). Die genehmigte und die bedingte Kapitalerhöhung zusammen sind begrenzt auf ein zusätzliches Aktienkapital von CHF 15 309 504. Konzernergebnis pro Aktie

Konzernergebnis (in TCHF) nach Minderheiten Ausstehende Anzahl Aktien (gewichtet) Abzüglich Anzahl eigener Aktien (gewichtet) Ausstehende Anzahl Aktien (gewichtet) zur Berechnung Unverwässertes Konzernergebnis pro Aktie in CHF

Es findet keine Verwässerung statt.

2011

2010

− 70 239 18 225 603 − 570 933 17 654 670 − 3.98

14 136 18 225 603 − 570 933 17 654 670 0.80


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158

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

48

Eigene Aktien 2011 Transaktionen

Ø-Kurs

Anzahl Aktien

in CHF

Betrag

2010 Transaktionen

in TCHF

Ø-Kurs

Anzahl Aktien

in CHF

Betrag in TCHF

Inhaberaktien nom. CHF 4.20 (bis 19.04.2010) Namenaktien nom. CHF 4.20 (ab 19.04.2010) Stand 01.01. Umtausch Stand 31.12.

43

570 933

24 574 1

43

570 933

24 574

53 38 43

192 807 378 126 570 933

10 233 14 341 24 574

Namenaktien nom. CHF 0.84 Stand 01.01. Umtausch Stand 31.12.

1

8 1 890 630 14 341 8 − 1 890 630 − 14 341

Der Bestand an eigenen Aktien hat sich gegenüber der letzten Jahresrechnung nicht verändert. Durch die Einführung der Einheitsnamenaktie an der Generalversammlung vom 16.04.2010 wurden die bisherigen 192 807 Inhaberaktien im Verhältnis 1:1 in neue Namenaktien umgetauscht und die bisherigen 1 890 630 Namenaktien im Verhältnis 5:1 in neue Namenaktien zusammengelegt.


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Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

49

Andere Reserven Umrechnungs- und Hedgingreserve

Währungseinflüsse

Total

− 5 519 10 667 − 2 713 − 6 412 − 120

− 27 013

− 32 532 10 667 − 2 713 − 6 412 − 120 − 27 947 − 59 057 − 282 23 − 726 77 − 5 140 − 65 105

in TCHF

Stand 01.01.2010 Differenz aus der Währungsumrechnung US PP Veränderung Wiederbeschaffungswert CCS Erfolgswirksame Buchungen Latente Steuern Währungseinflüsse Stand 31.12.2010 Differenz aus der Währungsumrechnung US PP Veränderung Wiederbeschaffungswert CCS Erfolgswirksame Buchungen Latente Steuern Währungseinflüsse Stand 31.12.2011

− 4 097 − 282 23 − 726 77 − 5 005

− 27 947 − 54 960

− 5 140 − 60 100

Im Rahmen der US-Privatplatzierung wurden Notes in der Höhe von USD 112 Mio. mittels Cross Currency Swaps (CCS) gegen die Risiken von Wechselkursen und Zinsschwankungen abgesichert. Diese CCS sind in Bezug auf Betrag, Währung, Zinstermin und Laufzeit identisch mit dem Grundgeschäft. Die Absicherungswirkung wird deshalb als wirksam eingestuft, weshalb die AFG auf diesen Transaktionen Hedge Accounting angewendet hat. Grundgeschäft und CCS wurden am 02.12.2004 wirksam und werden am 30.11.2014 zur Zahlung fällig resp. enden an diesem Datum.


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160

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

50

Finanzergebnis 2011

2010

1 618 1 618

612 612

134

443

3 114 59 3 307 4 925

731 52 1 226 1 838

2 610 218 15 850 769 19 447

2 758 262 15 799 613 19 432

3 404

1 425

233

5

2 551 950 1 673 8 811 28 258

1 023 1 997 4 450 23 882

− 23 333

− 22 044

in TCHF

Finanzertrag Zinsen Banken und Übrige Total Zinsertrag Wertschriftenertrag als erfolgswirksam zum Fair Value bewertet (designated) Zu Handelszwecken gehaltene derivative Finanzinstrumente Übriger Finanzertrag Total übriger Finanzertrag Total Finanzertrag Finanzaufwand Zinsen Banken und Übrige Zinsen Finanzierungsleasing Zinsen langfristiger Finanzierungen Amortisation Kosten Anleihe, US PP und Konsortialkredit Total Zinsaufwand Einfluss aus Fremdwährungen Wertschriftenaufwand als erfolgswirksam zum Fair Value bewertet (designated) Zu Handelszwecken gehaltene derivative Finanzinstrumente Wertberichtigungen auf Darlehen Bankspesen und übriger Finanzaufwand Total übriger Finanzaufwand Total Finanzaufwand Total Finanzergebnis netto


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Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

51

Steuern 2011

2010

9 510 3 034 12 544

12 656 − 1 359 11 297

in TCHF

Laufende Ertragssteuern Veränderung latente Steuern Total

Die Steuern auf dem Konzernergebnis vor Steuern weichen vom theoretischen Betrag, der sich bei der Anwendung des gewichteten durchschnittlichen Konzernsteuersatzes auf das Ergebnis vor Steuern ergibt, wie folgt ab: 2011

2010

− 57 673 15.9 − 9 147

25 453 18.7 4 772

− 185 12 398

− 506 2 837

4 417

3 032

264 407 8 4 128 254 12 544 n /a

525 2 454 1 846 − 3 641 − 22 11 297 44.4

in TCHF

Konzernergebnis vor Steuern Gewichteter durchschnittlicher Konzernsteuersatz in % Erwarteter Steuerertrag /-aufwand Anpassungen zum ausgewiesenen Steueraufwand Verwendung von nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen Nicht aktivierte Periodenverluste Einfluss aus steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen und aus nicht zu versteuernden Erträgen Einfluss aus steuerlichen Aufwendungen und Erträgen mit besonderen Steuersätzen Abgrenzungsdifferenzen aus dem Vorjahr Einfluss aus Steuersatzänderungen Einfluss aus Veränderung latenter Steueraktiven Übrige Einflüsse Effektiver Steueraufwand Effektiver Steuersatz in %

Der gewichtete Steuersatz errechnet sich aus den voraussichtlich anwendbaren Gewinnsteuersätzen der einzelnen Konzerngesellschaften in den jeweiligen Steuerhoheitsgebieten. Der erwartete gewichtete Steuersatz nahm gegenüber dem Vorjahr ab. Diese Abnahme resultiert überwiegend aus dem deutlich höheren Ergebnisanteil von Schweizer Gesellschaften mit tieferen Steuersätzen, dies u.a. auch vor dem Hintergrund der notwendig gewordenen Impairments der Division Oberflächentechnologie. Gegenüber 2010 gab es keine wesentlichen Änderungen bei den lokalen Steuersätzen.


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52

162

Finanzrisikomanagement Grundsätze des Risikomanagements Im Konzern besteht ein zentralisiertes Risiko Management System. Das Risiko Management wird gemäss internen Richtlinien durchgeführt. Dabei wurden alle möglichen und wesentlichen Risiken identifiziert und bezüglich der Eintretenswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen bewertet. Insgesamt wurden in diesem Geschäftsjahr keine Risiken identifiziert, die zu einer wesentlichen Korrektur der im Konzernabschluss dargestellten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten. Durch seine internationale Geschäftstätigkeit ist der Konzern verschiedenen finanziellen Risiken wie Kredit-, Liquiditäts- und anderen Marktrisiken ausgesetzt. Vorrangiges Ziel des Risikomanagements ist es, die finanziellen Risiken für den Bestand (Liquiditäts- und Ausfallrisiken) und die Ertragskraft (Währungs-, Zinsänderungs-, Kurs- und Preisrisiko) bei jederzeit ausreichender Zahlungsbereitschaft zu begrenzen. Risikobegrenzung bedeutet nicht den völligen Ausschluss, sondern die ökonomisch sinnvolle Steuerung finanzieller Risiken innerhalb vorgegebener Handlungsrahmen. Der Konzern setzt je nach Einschätzung derivative und nicht derivative Finanzinstrumente zur Absicherung bestimmter Risiken ein. Zur Minimierung finanzieller Ausfallrisiken werden derivative Finanzinstrumente nur mit denjenigen Banken abgeschlossen, für die auf der Basis einer Bonitätsbeurteilung ein internes Limit genehmigt wurde. Im Konzern bestehen Grundsätze und Richtlinien zum Finanzmanagement, die den Umgang mit Fremdwährungs-, Zinsänderungs- und Kreditrisiken, den Einsatz derivativer und nicht derivativer Finanzinstrumente sowie die Bewirtschaftung der nicht betriebsnotwendigen Liquidität regeln. Die durch den Verwaltungsrat verabschiedeten Richtlinien zum Risikomanagement werden zentral durch das Konzern-Treasury, aber in enger Zusammenarbeit mit den Konzerngesellschaften, umgesetzt. Finanzielle Ressourcen des Konzerns werden nicht zu spekulativen Zwecken eingesetzt. Kreditausfallrisiko Kreditrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit, dass die Gegenpartei einer Transaktion unfähig oder nicht willens ist, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Das Kreditrisiko betrifft einerseits Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andererseits aber auch flüssige Mittel, Festgeldanlagen und derivative Finanzinstrumente mit einem positiven Marktwert. Das Kredit- resp. Ausfallrisiko für Forderungen wird dezentral von den einzelnen Konzerngesellschaften überwacht und durch Vergabe von Kreditlimiten aufgrund von systematisch und regelmässig durchgeführten Bonitätsprüfungen begrenzt. Im Konzern bestehen dafür entsprechende Richtlinien, die die laufende Überprüfung und Wertberichtigung der offenen Positionen zum Ziel haben. Aufgrund der breiten Streuung des Kundenportfolios in verschiedene Geschäftsbereiche und geografische Regionen, der Möglichkeit zur Errichtung von Bauhandwerkerpfandrechten und der Inanspruchnahme von Kreditversicherungen ist das Kreditrisiko begrenzt. Die 10 grössten Debitoren der AFG weisen per Bilanzstichtag einen Anteil von 21.0 % (Vorjahr 22.4 %) am Bestand auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf. Die 10 grössten Kunden erwirtschafteten im Berichtsjahr einen Anteil von 23.2 % (Vorjahr: 22.9 %) am Nettoumsatz des Konzerns. Zur Minimierung finanzieller Ausfallrisiken werden flüssige Mittel, Festgeldanlagen und derivative Finanzinstrumente nur bei denjenigen Banken angelegt resp. abgeschlossen, für die auf der Basis einer Bonitätsbeurteilung ein internes Limit genehmigt wurde. Per Bilanzstichtag wiesen die drei grössten Bankinstitute einen Anteil an den gesamten flüssigen Mitteln von 45 % / 35 % / 13 % (Vorjahr: 39 % / 38 % / 11 %) auf. Das maximale Kreditrisiko entspricht den unter Anmerkung 43 ausgewiesenen Buchwerten bzw. den Fair Values für die Kategorien «Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente» und «Darlehen und Forderungen» der finanziellen Vermögenswerte. Darin enthalten sind die derivativen Finanzinstrumente mit einem positiven Marktwert.


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163

Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko ergibt sich aus dem Umstand, dass der Konzern nicht fähig sein könnte, die finanziellen Mittel zu beschaffen, die zur Begleichung der im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten eingegangenen Verpflichtungen bei Fälligkeit notwendig sind. Die Liquidität, Anlagen, Finanzierung und Tilgung werden durch das Konzern-Treasury laufend überwacht und gesteuert. Normstrategie ist die fristen- und währungskongruente Gestaltung der Finanzierungsstruktur jeder einzelnen Konzerngesellschaft. Der geplante Liquiditätsbedarf muss für den Planungshorizont durch Linienvereinbarungen oder Eigenfinanzierungen innerhalb des Konzerns und/oder durch Banken abgesichert werden. Mittels rollender monatlicher Cashflow-Prognosen über einen Planungshorizont von 12 Monaten wird die zukünftige Entwicklung der Liquidität antizipiert, um frühzeitig Massnahmen bei einer Über- bzw. Unterdeckung zu treffen. Die AFG überwacht ihr Liquiditätsrisiko mittels konsolidierten Liquiditätsplans und unter Berücksichtigung von zusätzlichen Finanzierungsquellen, wie beispielsweise nicht ausgeschöpfte Kreditlimiten. Aufgrund von saisonalen Schwankungen, denen einzelne Divisionen der AFG unterworfen sind, sinkt im Frühjahr die Liquidität und baut sich in der zweiten Jahreshälfte normalerweise wieder auf. Die Situation der verfügbaren Liquidität präsentiert sich per Bilanzstichtag wie folgt: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

252 298 257 694 509 992

265 859 260 341 526 200

in TCHF

Flüssige Mittel und Wertschriften + nicht ausgeschöpfte Kreditlimiten Total verfügbare Liquidität

Die US-Privatplatzierung und der Konsortialkredit beinhalten Covenants. Bei Nichteinhaltung der Covenants können die US-Investoren resp. Banken jederzeit die sofortige Rückzahlung verlangen. Die AFG hat in den Jahren 2011 und 2010 sämtliche Covenants eingehalten. Aufgrund der Beschränkung des Verschuldungsgrades können die nicht ausgeschöpften Kreditlimiten nicht vollumfänglich beansprucht werden. Die vertraglich vereinbarten Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten im Sinne von IFRS 7 sind unter Anmerkung 42 dargestellt. Marktrisiko (a) Fremdwährungsrisiko Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Konzerns ergeben sich Fremdwährungsrisiken, die auf den Wechselkursänderungen verschiedener Währungen basieren. Für die AFG sind dies vor allem der EUR und USD. Ein Fremdwährungsrisiko ergibt sich aus Transaktionen, die in ausländischen Währungen abgewickelt und in der funktionalen Währung der Konzerngesellschaft bezahlt werden. Als Normstrategie gilt, dass die Konzerngesellschaften 100 % der jeweiligen Nettorisikoposition für die Periode des Risikohorizonts mit Sicherungsgeschäften beim Konzern-Treasury absichern. Die Risikoposition für die AFG ergibt sich aus der Summe der Nettorisikopositionen der Konzerngesellschaften. Für den Konzern gilt in der Regel die Normstrategie, dass mindestens 1/3 bis maximal 2/3 der operativen Risikoposition der jeweiligen Fremdwährung durch das Konzern-Treasury mittels Währungstermingeschäften mit externen Kontrahenten abzusichern sind. Umrechnungsdifferenzen ergeben sich auch bei der Konsolidierung der in Fremdwährungen erstellten Abschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften in CHF. Die Umrechnung beeinflusst die Höhe des Ergebnisses und der Gesamtergebnisrechnung. Das bedeutendste Risiko aus Umrechnungsdifferenzen stellt für


AFG Geschäftsbericht 2011

164

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

den Konzern der EUR dar. Die Auswirkungen solcher Wechselkursschwankungen auf die bedeutenden Nettoinvestitionen in dieser Währung werden durch Aufnahme von Darlehen in gleicher Währung teilweise abgesichert. Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche die Auswirkung einer realistischen Änderung einer Fremdwährung auf das Konzernergebnis und das Eigenkapital aufzeigen. Die Auswirkungen werden aufgrund des Bestands der Finanzinstrumente per Bilanzstichtag berechnet. Dabei wird unterstellt, dass sämtliche übrigen Variablen unverändert bleiben. Fremdwährungsänderungen von Finanzinstrumenten (Cross Currency Swaps), die als Cash Flow Hedges zur Absicherung von zukünftigen Cashflows für das US PP designiert worden sind, wirken sich sofort auf die Erfolgsrechnung aus, da das Grundgeschäft ebenfalls in derselben Periode in der Erfolgsrechnung erfasst wird. Eine 10 %ige Erhöhung (Reduktion) des EUR gegenüber dem CHF (Vorjahr; 10 %), resp. eine 10 %ige Erhöhung (Reduktion) des USD gegenüber dem CHF (Vorjahr; 10 %) hätten per Bilanzstichtag die nachfolgend aufgeführten Effekte auf das Konzernergebnis der AFG: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

EUR/CHF

USD/CHF

EUR/CHF

USD/CHF

Realistische Änderung

10.0 %

10.0 %

10.0 %

10.0 %

Auswirkung einer Erhöhung auf das Konzernergebnis Auswirkung einer Reduktion auf das Konzernergebnis

3 325 − 3 325

− 772 772

1 505 − 1 505

− 1 054 1 054

in TCHF

(b) Zinssatzrisiko Zinssatzrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns haben könnten. Zinssatzschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsertrages und -aufwandes der verzinslichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Zusätzlich können sie sich, wie nachfolgend unter den Marktrisiken dargelegt, auf den Marktwert gewisser finanzieller Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Finanzinstrumente auswirken. Die Konzerngesellschaften finanzieren sich ausschliesslich zu marktkonformen Konditionen über das Konzern-Treasury und nur in Ausnahmefällen und nach vorgängiger Genehmigung dezentral. Auch die Anlage überschüssiger Liquidität erfolgt über das Konzern-Treasury. Als Normstrategie für den Konzern und die Konzerngesellschaften gilt, dass die zinstragenden Finanztransaktionen hinsichtlich Kapital- und Zinsbindung immer mit dem zugrunde liegenden Bedarf ausgestattet sind. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente wie Zins-Swaps oder Zinsoptionen erfolgt fallweise und nur nach Abstimmung mit oder auf Anweisung des Konzern-Treasury. Zur Darstellung von Zinsänderungsrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche die Auswirkung einer realistischen Änderung von Marktzinssätzen auf das Konzernergebnis und das Eigenkapital aufzeigen. Die Auswirkungen werden aufgrund des Bestands der Finanzinstrumente per Bilanzstichtag berechnet. Dabei wird unterstellt, dass sämtliche übrigen Variablen unverändert bleiben und der Bestand der Finanzinstrumente per Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente mit einer festen Verzinsung unterliegen keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7. Hingegen haben Marktzinsänderungen von Finanzinstrumenten (Cross Currency Swaps), die als Cash Flow Hedges zur Absicherung von zukünftigen Cashflows für das US PP designiert worden sind, Auswirkungen auf das Eigenkapital. Eine Erhöhung (Reduktion) des Marktzinsniveaus per Bilanzstichtag um 50 Basispunkte bei den CHF-Zinssätzen (Vorjahr: 50 Basispunkte), um 50 Basispunkte bei den EUR-Zinssätzen (Vorjahr: 50 Basispunkte) resp. um 50 Basispunkte


AFG Geschäftsbericht 2011

165

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

bei den USD-Zinssätzen (Vorjahr: 50 Basispunkte) hätte die nachfolgend aufgeführten Effekte auf das Konzernergebnis und das Eigenkapital der AFG: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

CHFEURUSDZinssatz Zinssatz Zinssatz

CHFEURUSDZinssatz Zinssatz Zinssatz

in TCHF

Realistische Änderung in Basispunkten

50

50

Variabel verzinste Finanzinstrumente Auswirkung einer Erhöhung auf das Konzernergebnis Auswirkung einer Reduktion auf das Konzernergebnis

861 − 861

240 − 240

Zinssatz Swaps Auswirkung einer Erhöhung auf das Konzernergebnis Auswirkung einer Reduktion auf das Konzernergebnis

− 188 188

Cross Currency Swaps Auswirkung einer Erhöhung auf das Eigenkapital Auswirkung einer Reduktion auf das Eigenkapital

1 268 − 1 268

50

50

50

941 − 941

249 − 249

50

− 293 293

466 − 1 225 − 466 1 225

1 678 − 1 678

663 − 2 047 − 663 2 047

(c) Andere Marktrisiken Marktwertrisiko Veränderungen der Marktwerte von finanziellen Vermögenswerten, Verbindlichkeiten oder Finanzinstrumenten können Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns haben. Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche die Auswirkung einer vernünftigerweise möglichen Änderung von Risikovariablen wie Börsenkurse, Indizes usw. auf Preise von Finanzinstrumenten auf das Konzernergebnis und das Eigenkapital aufzeigen. Die AFG hat per Bilanzstichtag keine wesentlichen Eigenkapitalinstrumente von als zur Veräusserung verfügbar klassifizierten Beteiligungen oder Wertschriften. Kapital-Management Das Ziel der AFG ist eine starke Eigenkapitalbasis, um die zukünftige Entwicklung des Konzerns sicherzustellen. Mittelfristig wird eine nachhaltige Eigenkapitalquote von 50 % angestrebt. Das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital der Aktionäre der AFG Arbonia-Forster-Holding AG wird als das für die AFG relevante Eigenkapital betrachtet und weist per Bilanzstichtag eine Quote von 38.9 % (Vorjahr: 41.8 %) auf. Der Rückgang der Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf das hohe negative Konzernergebnis zurückzuführen, andererseits wurde der Rückgang auch durch eine Ausschüttung an die Aktionäre sowie durch die negativen Währungseinflüsse aus der Umrechnung der funktionalen Währungen der Konzernunternehmen in die Berichtswährung (CHF) beeinflusst. Am 16.04.2010 hat die Generalversammlung der AFG Arbonia-ForsterHolding AG die Einführung der Einheitsnamenaktie sowie die Möglichkeit der Schaffung von genehmigten und bedingtem Aktienkapital beschlossen (siehe Anmerkung 47). Die US-Privatplatzierung und der Konsortialkredit beinhalten sogenannte Covenants. Einer dieser Covenants schreibt einen Eigenkapital-Mindestbetrag vor, der jährlich um einen festgelegten Prozentsatz des Konzerngewinns erhöht wird. Bei Nichteinhaltung der Covenants können die US-Investoren resp. Banken jederzeit die sofortige Rückzahlung verlangen. Die AFG ist bezüglich Eigenkapital-Hinterlegungs-Vorschriften keinen Aufsichtsbehörden unterstellt.


AFG Geschäftsbericht 2011

166

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

53

Hedge Accounting und derivative Finanzinstrumente Hedge Accounting – Cash Flow Hedges Im Rahmen der US-Privatplatzierung wurden am 02.12.2004 Notes in der Höhe von USD 112 Mio. mittels Cross Currency Swaps (CCS) gegen die Risiken von Wechselkursen und Zinsschwankungen abgesichert und als Cash Flow Hedges designiert. Die folgende Tabelle zeigt die vertraglichen Fälligkeiten der Zahlungen (Zinsen und Amortisationen), d.h., wann das Grundgeschäft erfolgswirksam wird:

31. 12. 2011

Vertragliche Cashflows

bis 6 Monate

7 bis 12 Monate

in 1 bis 2 Jahren

in 2 bis 5 Jahren

142 478 − 123 606

2 740 − 3 071

2 740 − 3 071

5 481 − 6 142

131 517 − 111 322

Vertragliche Cashflows

bis 6 Monate

7 bis 12 Monate

in 1 bis 2 Jahren

in 2 bis 5 Jahren

149 129 − 129 403

2 766 − 3 063

2 766 − 3 063

5 532 − 6 126

138 065 − 117 151

in TCHF

US-Privatplatzierung Cash Outflow Cash Inflow

31. 12. 2010

in TCHF

US-Privatplatzierung Cash Outflow Cash Inflow

Derivative Finanzinstrumente In der nachfolgenden Tabelle sind die bilanzierten Fair Values der verschiedenen derivativen Finanzinstrumente per Bilanzstichtag dargestellt: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

163

17 51

in TCHF

Aktiven Zinsgeschäfte ohne Hedge-Beziehung Währungsgeschäfte ohne Hedge-Beziehung Passiven Zinsgeschäfte ohne Hedge-Beziehung Währungsgeschäfte ohne Hedge-Beziehung Zins-/Währungsgeschäfte in Verbindung mit Cash Flow Hedges

1 033

1 490 11

21 979

22 131


AFG Geschäftsbericht 2011

167

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Zinsgeschäfte (Forward Collar) werden zur Teilabsicherung des Zinsrisikos abgeschlossen, also zur Sicherung einer bestimmten nach oben und unten fixierten Schwankungsbreite der Zinsen. Die Währungsgeschäfte werden jeweils aus Kursschwankungsrisiko-Überlegungen heraus getätigt und dienen zur Absicherung von zukünftigen Cashflows. In der Regel wird nur ein Teil des geplanten Cashflows abgesichert. Per Bilanzstichtag wurden USD gegenüber GBP abgesichert, im Vorjahr waren noch zusätzlich CZK und PLN gegenüber EUR abgesichert. Die kombinierten Zins- und Währungsgeschäfte (Cross Currency Swaps) sind in Betrag, Währung, Zinstermin und Laufzeit auf eine Reihe von Notes der USPrivatplatzierung abgestimmt. Die Cross Currency Swaps wurden zur Absicherung der zukünftigen Cashflows bestimmt und als wirksam eingestuft. Aus diesem Grund wurde Hedge Accounting angewendet und die Veränderung der Fair Values über die Gesamtergebnisrechnung erfasst (siehe Anmerkung 49).

54

Aktienbasierter Vergütungsplan Am 14.07.2010 genehmigte der Verwaltungsrat die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsplans mit Gültigkeit ab 01.01.2011 für die Konzernleitung und weitere bestimmte Mitarbeitende. Im Rahmen dieses Plans erhalten die Konzernleitungsmitglieder einen Drittel und die weiteren bestimmten Mitarbeitenden einen Viertel ihrer variablen Vergütung in Form von Aktien. Dieser durch Eigenkapitalinstrumente beglichene Teil der variablen Vergütung ist zum Fair Value angesetzt und wird als Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Die Ermittlung des Fair Values erfolgt zum volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurs der letzten 20 Handelstage vor dem Zuteilungsdatum abzüglich eines 20 %igen Abschlags. Diese zugeteilten Aktien weisen eine Sperrfrist von vier Jahren auf. Erstmals erfolgt die Zuteilung für das Geschäftsjahr 2011 in 2012. 2007 genehmigte der Verwaltungsrat die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsplans für den damaligen Präsidenten des Verwaltungsrats und CEO Dr. Edgar Oehler. Die Anzahl der im Rahmen dieses Plans zugeteilten Titel belief sich auf 45 400 Namenaktien der AFG Arbonia-Forster-Holding AG. Der Fair Value der Namenaktie betrug am Tage der Gewährung (22.11.2007) nach Abzug eines 29 %igen Abschlags für die Illiquidität der Namenstitel und der langen Übertragungssperrfrist CHF 49.35. Die Zuteilung der Namenaktien erfolgte über drei Jahre. Die Namenaktien weisen eine Übertragungssperrfrist von neun Jahren auf. Der 2010 im Personalaufwand als Differenz zwischen dem Fair Value und vereinbarten Kaufpreis anteilig belastete Aufwand betrug CHF 0.35 Mio. Der Plan lief am 21.11.2010 aus.

55

Transaktionen mit nahestehenden Personen Die Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung wurden mit folgenden Beträgen entschädigt: 2011

2010

6 264

7 084 351 354 524 8 313

in TCHF

Gehälter und sonstige kurzfristige Leistungen Anteilsbasierte Vergütungen Abgangsentschädigungen Pensionskassenbeiträge Total

354 465 7 083

Die nach Schweizer Recht obligatorischen Detailangaben zu Organbezügen sind Bestandteil der Jahresrechnung der AFG Arbonia-Forster-Holding AG und sind auf den Seiten 180 bis 182 offengelegt.


AFG Geschäftsbericht 2011

168

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Im Lauf des Geschäftsjahres führten die Konzerngesellschaften die folgenden Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen durch respektive es bestehen folgende offene Positionen aus dem Kauf oder Verkauf von Dienstleistungen, Gütern und Vermögenswerten per Bilanzstichtag:

Geleistete Dienstleistungen

Bezogene Dienstleistungen

2011

31. 12. 2011

Verkauf von Gütern

Kauf Verkauf von von Gütern Vermögenswerten

Bestand der Bestand der Forderungen Verbindlichkeiten

186

763

11

102

51

960

51

1 723

39 86 136

37 2 141

in TCHF

Management in Schlüsselpositionen Andere nahestehende Personen und Unternehmen Assoziierte Unternehmen Total

1 1

Geleistete Dienstleistungen

638 1 639

Bezogene Dienstleistungen

322 2 112 2 620

Verkauf von Gütern

2010

31. 12. 2010

Kauf Verkauf von von Gütern Vermögenswerten

Bestand der Bestand der Forderungen Verbindlichkeiten

in TCHF

Management in Schlüsselpositionen Andere nahestehende Personen und Unternehmen Assoziierte Unternehmen Total

34 1

821

1

821

105 2 230 2 369

58 7 2 9

29

109

87

109

Für die rechtliche Beratung und Vertretung der AFG und deren Konzerngesellschaften hat die Anwaltskanzlei Bratschi Wiederkehr & Buob, in der Christian Stambach (nicht exekutives Mitglied des Verwaltungsrats) Partner ist, im Berichtsjahr TCHF 368 (Vorjahr: TCHF 498) in Rechnung gestellt. Diese Kosten sind in den zu Marktpreisen bezogenen Dienstleistungen enthalten. Weitere TCHF 154 (Vorjahr: TCHF 187) in dieser Position betreffen die Gehälter der drei Töchter von Dr. Edgar Oehler, die in Unternehmen der AFG angestellt sind oder waren. Ein weiterer wesentlicher Anteil in dieser Position sind die durch die Logistikgesellschaft in Anspruch genommenen Fährentransporte. Der Verkauf von Vermögenswerten bezieht sich auf das zwischen der AFG und Dr. Edgar Oehler am 21.02.2011 getroffene Übereinkommen, wonach er sich verpflichtete, diverse gemischt genutzte Vermögensgegenstände der AFG (Innenausbau /Einrichtungen der Musterwohnung, Fahrzeuge und Finanzwerte) zu erwerben. Der Kauf erfolgte zu betriebswirtschaftlichen Buchwerten bzw. zu Eurotaxwerten. Zudem leistete Dr. Edgar Oehler eine Zahlung von TCHF 1343 als Privatanteil für verschiedene Ausgaben der vergangenen Jahre, welche in obiger Aufstellung hingegen nicht enthalten ist. Bezüglich aktienbasiertem Vergütungsplan für 2010, siehe Anmerkung 54. Es bestehen keine Garantien und Bürgschaften per Bilanzstichtag. Es wurden keine Wertberichtigungen auf Forderungen vorgenommen.


AFG Geschäftsbericht 2011

169

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Als assoziierte Unternehmung wird die Piatti Küchenforum AG in Luzern mit einem Stimmanteil von 40 % geführt. Die Finanzinformationen dieses Unternehmens präsentieren sich wie folgt: 2011

2010

938 187 3 922 32

968 210 4 516 32

in TCHF

Aktiven Verbindlichkeiten Nettoumsatz Jahresergebnis

Da die definitiven Angaben im Zeitpunkt der Abschlusserstellung nicht vorliegen, werden jeweils die Zahlen des Vorjahres im aktuellen Geschäftsjahr berücksichtigt.

56

Eventualverbindlichkeiten Es sind Refinanzierungswechsel im Umfang von CHF 0.6 Mio. (Vorjahr: CHF 0.8 Mio.) ausstehend.

57

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Der Vollzug des Verkaufs der Fahrzeuge der Asta AG Arbon für die schweizerischen Aktivitäten erfolgte wie vereinbart am 31.01.2012 (siehe Anmerkung 36). Es sind keine weiteren Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Konzernrechnung 2011 haben.


170

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Division Küchen und Kühltechnik AFG Küchen AG Bruno Piatti AG Forster Küchen- & Kühltechnik AG AFG Warendorfer Immobilien GmbH Warendorfer Küchen GmbH AFG Kitchens UK Ltd.

Arbon, CH Arbon, CH

2.000 CHF 100 % 3.000 CHF 100 %

Arbon, CH

2.000 CHF 100 %

Münster, DE Münster, DE West Hagbourne, GB

0.100 EUR 100 % 1.000 EUR 100 % 0.000 GBP 100 %

Division Fenster und Türen EgoKiefer AG Usines Ego SA RWD Schlatter AG Slovaktual s.r.o.

Altstätten, CH Villeneuve, CH Roggwil, CH Pravenec, SK

8.000 CHF 0.700 CHF 2.000 CHF 0.500 EUR

Division Stahltechnik Forster Rohr- & Profiltechnik AG

Arbon, CH

4.000 CHF 100 %

 Produktion / Verkauf  Handel  Dienstleistungen / Finanzierungen

100 % 100 % 100 % 100 %

Dienstleistungen

Logistik

Oberflächentechnologie

Stahltechnik

100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 %

Fenster und Türen

4.000 CHF 1.000 CHF 195.000 CZK 0.614 EUR 15.339 EUR 0.600 EUR 0.000 GBP 0.150 GBP 0.900 PLN

Kühlen

Beteiligungsquote

Arbon, CH Arbon, CH Strˇíbro, CZ Riesa, DE Plattling, DE Walheim, FR Wednesbury, GB Corby, GB Wroclaw, PL

Küchen

Gesellschaftskapital in Mio.

Division Heiztechnik und Sanitär Arbonia AG Heizkörper Prolux AG Kermi s.r.o. AFG Arbonia-Forster-Riesa GmbH Kermi GmbH Arbonia France Sàrl Aqualux Products Ltd. Kermi (UK) Ltd. Kermi Sp.z o.o.

Duschabtrennungen

Sitz

Wesentliche Konzerngesellschaften

Firma

58

Raumwärmer

AFG Geschäftsbericht 2011

         







      

   




171

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Anhang zur Konzernrechnung

Division Oberflächentechnologie Surface Technologies International Holding AG Hartchrom AG STI Precision Machining (Changshu) Co. Ltd. Hartchrom Schoch GmbH Hartchrom Teikuro Automotive GmbH STI Immobilien (Deutschland) GmbH Chromage Pyrénéen SA Hydrométal SA Avia Peintures Sàrl Hartchrom Inc. Corporate Services AFG Arbonia-Forster-Holding AG AFG International AG AFG Management AG AFG Schweiz AG AFG Services AG AFG Immobilien AG Asta AG AFG Shanghai Management Co. Ltd. AFG Arbonia-ForsterDeutschland GmbH Aqualux Products Holdings Ltd.  Produktion / Verkauf  Handel  Dienstleistungen / Finanzierungen

Steinach, CH Steinach, CH

Dienstleistungen 

5.500 CHF 100 % 2.000 CHF 100 %



Changshu, CN Sternenfels, DE

10.500 EUR 100 % 0.205 EUR 100 %



Sternenfels, DE

0.025 EUR 100 %



Sternenfels, DE Oloron-Escout, FR Arudy, FR Arudy, FR Watervliet, US

0.025 EUR 0.080 EUR 0.069 EUR 0.030 EUR 0.200 USD

100 % 100 % 100 % 100 % 100 %

76.548 CHF 1.000 CHF 0.250 CHF 1.000 CHF 0.250 CHF 12.000 CHF 0.120 CHF

100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 %

Arbon, CH Arbon, CH Arbon, CH Arbon, CH Arbon, CH Arbon, CH Arbon, CH

Logistik

Oberflächentechnologie

Stahltechnik

Fenster und Türen

Kühlen

Küchen

Duschabtrennungen

Raumwärmer

Beteiligungsquote

Gesellschaftskapital in Mio.

Wesentliche Konzerngesellschaften (Fortsetzung)

Firma

58

Sitz

AFG Geschäftsbericht 2011



    

      

Schanghai, CN

2.000 USD 100 %



Plattling, DE Wednesbury, GB

0.511 EUR 100 % 0.016 GBP 100 %

 


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group

172

Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung

An die Generalversammlung der AFG Arbonia-Forster-Holding AG, Arbon St. Gallen, 16. Februar 2012

Als Revisionsstelle haben wir die Konzernrechnung der AFG ArboniaForster-Holding AG, bestehend aus Erfolgsrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Geldflussrechnung, Aufstellung über die Eigenkapitalveränderung und Anhang (Seiten 108 bis 171) für das am 31. Dezember 2011 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Verantwortung des Verwaltungsrates Der Verwaltungsrat ist für die Aufstellung der Konzernrechnung in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den gesetzlichen Vorschriften verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Konzernrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Verwaltungsrat für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich. Verantwortung der Revisionsstelle Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Konzernrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards sowie den International Standards on Auditing vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Konzernrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Konzernrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers.


AFG Geschäftsbericht 2011

Konzernrechnung AFG Arbonia-Forster-Group Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung

173

Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Konzernrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Konzernrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Konzernrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung vermittelt die Konzernrechnung für das am 31. Dezember 2011 abgeschlossene Geschäftsjahr ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und entspricht dem schweizerischen Gesetz.

Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR und Art. 11 RAG) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbaren Sachverhalte vorliegen. In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Konzernrechnung existiert. Wir empfehlen, die vorliegende Konzernrechnung zu genehmigen.

PricewaterhouseCoopers AG

Lorenz Lipp Revisionsexperte Leitender Revisor

Martin Knöpfel Revisionsexperte


AFG Gesch채ftsbericht 2011

175

Jahresrechnung AFG Arbonia-ForsterHolding AG


AFG Geschäftsbericht 2011

Erfolgsrechnung

2011 in TCHF

Finanzertrag Übriger Ertrag Total Ertrag Finanzaufwand Personalaufwand Übriger Aufwand Abschreibungen Steuern Total Aufwand Jahresgewinn

176

Jahresrechnung Arbonia-Forster-Holding AG

in %

75 821 444 76 265 − 57 634 − 656 − 5 373

100.0 − 75.6 − 0.9 − 7.0

− 79 − 63 742 12 523

2010 in TCHF

in %

− 0.1 − 83.6

82 496 1 82 497 − 53 353 − 886 − 4 913 − 10 − 406 − 59 568

− 0.5 − 72.2

16.4

22 929

27.8

100.0 − 64.6 − 1.1 − 6.0


AFG Geschäftsbericht 2011

177

Jahresrechnung Arbonia-Forster-Holding AG

Bilanz

31. 12. 2011 in TCHF

Aktiven Flüssige Mittel Wertschriften Forderungen gegenüber Dritten Forderungen gegenüber Konzerngesellschaften Aktive Rechnungsabgrenzungen Umlaufvermögen Beteiligungen Darlehen an Konzerngesellschaften Übrige Finanzanlagen Anlagevermögen Total Aktiven

181 364 11 935 281 380 049 32 573 661 381 524 43 952 257 425 733 999 394

Passiven Verbindlichkeiten gegenüber Dritten Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften Bankdarlehen US Private Placement Notes Passive Rechnungsabgrenzungen Laufende Steuerverbindlichkeiten Kurzfristiges Fremdkapital Anleihe 2010 – 2016 Bankdarlehen US Private Placement Notes Langfristiges Fremdkapital Total Fremdkapital

1 109 64 999 5 000 14 185 5 185 503 90 981 197 748 61 079 135 624 394 451 485 432

Aktienkapital Gesetzliche Reserven Allgemeine Reserven Reserven aus Kapitaleinlage Reserven für eigene Aktien Freie Reserven Bilanzgewinn Eigenkapital Total Passiven

in %

31. 12. 2010 in TCHF

in %

195 183 15 108 519 369 981 57.4

42.6 100.0

9.1

39.5 48.6

580 791 381 524 45 147 378 427 049 1 007 840

1 635 66 231 2 000 7 734 5 267 416 83 283 197 280 65 873 151 138 414 291 497 574

76 548

76 548

42 812 132 785 29 011 10 252 222 554 513 962 999 394

184 424

51.4 100.0

29 011 10 252 210 031 510 266 1 007 840

57.6

42.4 100.0

8.3

41.1 49.4

50.6 100.0


AFG Geschäftsbericht 2011

178

Jahresrechnung Arbonia-Forster-Holding AG

Anhang zur Jahresrechnung 1

Bürgschaften, Garantieverpflichtungen und Pfandbestellungen zugunsten Dritter Folgende Garantien wurden für die nachstehend aufgeführten Gesellschaften abgegeben: 31. 12. 2011

31. 12. 2010

Deutsche Bank AG für Kermi GmbH

in TEUR

UBS AG für Hartchrom AG

in TCHF

2 000

2 000

St. Galler Kantonalbank für EgoKiefer AG

in TCHF

2 000

2 000

in TEUR

in TEUR

3 000 1 000 2 000 4 000

2 400 1 000 2 000 2 900

Commerzbank für Hartchrom Schoch GmbH

in TEUR

1 000

1 000

Bank für Tirol und Vorarlberg für Asta AG

in TCHF

HypoVereinsbank für Kermi GmbH für Kermi s.r.o. für Warendorfer Küchen GmbH für Asta AG

2

in TEUR in TEUR

5 000

Anleihen / Notes Siehe Konzernrechnung der AFG Arbonia-Forster-Group, Anmerkung 41.

1 765


AFG Gesch채ftsbericht 2011

179

Jahresrechnung AFG Arbonia-Forster-Holding AG Anhang zur Jahresrechnung

3

Wesentliche Beteiligungen 31. 12. 2011

Gesellschaft

AFG Schweiz AG AFG International AG AFG Services AG AFG Management AG

4

31.12.2010

Grundkapital in TCHF

Kapitalanteil in %

Grundkapital in TCHF

Kapitalanteil in %

1 000 1 000 250 250

100 100 100 100

1 000 1 000 250 250

100 100 100 100

Eigene Aktien Die Aufstellung 체ber die eigenen Aktien ist im Konzernabschluss unter Anmerkung 48 ersichtlich.

5

Bedeutende Aktion채re

Edgar Oehler

6

31. 12. 2011

31.12.2010

Stimmen- und Kapitalanteil

Stimmen- und Kapitalanteil

18.39 %

18.39 %

Aktienkapital Siehe Konzernrechnung der AFG Arbonia-Forster-Group, Anmerkung 47.


AFG Geschäftsbericht 2011

180

Jahresrechnung AFG Arbonia-Forster-Holding AG Anhang zur Jahresrechnung

7

Ausserbilanzgeschäfte 31. 12. 2011

31.12.2010

Kontraktwert

Wiederbeschaffungswert positiv negativ

Kontraktwert

126 037 40 000 166 037

− 22 050 − 1 033 − 23 083

127 001 50 000 177 001

Wiederbeschaffungswert positiv negativ

in TCHF

Kombinierte Zinsund Währungsgeschäfte Zinsgeschäfte Total Finanzinstrumente

17 17

− 22 130 − 1 490 − 23 620

Die kombinierten Zins- und Währungsgeschäfte dienen der Absicherung der langfristig aufgenommenen Darlehen. Der negative Wiederbeschaffungswert ergibt sich aus der Marktbewertung der Zins- und Währungsrisiken. Der negative Wiederbeschaffungswert wurde nicht verbucht, weil sowohl das Zins- als auch das Fremdwährungsrisiko über die gesamte Darlehenszeit abgesichert ist. Der negative Wiederbeschaffungswert der Zinsgeschäfte ergibt sich aus der Marktbewertung und wurde nicht verbucht.

8

Risikobeurteilung Siehe Konzernrechnung der AFG Arbonia-Forster-Group, Anmerkung 52.

9

Offenlegung von Vergütungen und Beteiligungen Vergütungen an Verwaltungsratsmitglieder 2011

2010

67

235

in TCHF

Exekutives Mitglied des Verwaltungsrats Edgar Oehler (bis 29.04.2011) Nicht exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats Paul Witschi Christian Stambach Arthur Loepfe Edgar Oehler (ab 30.04.2011) Andreas Gühring Georg Früh (ab 16.04.2010) Total nicht exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats

170 73 80 48 96 80

70 60 60

547

300

Total Vergütungen an Mitglieder des Verwaltungsrats

614

535

67 43


AFG Geschäftsbericht 2011

181

Jahresrechnung AFG Arbonia-Forster-Holding AG Anhang zur Jahresrechnung

Vergütungen an Konzernleitungsmitglieder Konzernleitung 2011

davon an Edgar Oehler 2011

Konzernleitung 2010

davon an Edgar Oehler 2010

3 333 1 474 185

1 177 364 115

2 084 1 278 235 351

354 465 773 6 584

106 509 2 271

4 312 2 136 305 351 354 524 31 8 013

in TCHF

Basissalär Bonus Honorare Anteilsbasierte Vergütungen Abgangsentschädigungen Pensionskassenbeiträge Sonstige Vergütungen Total Anzahl Mitglieder

8

161 4 109

9

In den Vergütungen an die Konzernleitungsmitglieder 2011 ist neu Daniel Frutig (seit 01.06.2011) und Dr. Hannes Schmüser (seit 01.07.2011) enthalten. Im Vorjahr war neu Dr. Christian Mayer (seit 01.09.2010) enthalten. Die Abgangsentschädigung von TCHF 354 für die Jahre 2011 und 2010 bezieht sich auf eine im Rahmen einer Unternehmensübernahme an einen Divisionsleiter zugesicherte Entschädigung, um die langfristige Tätigkeit dieser Person für das Unternehmen sicherzustellen. Diese Entschädigung wird in den Jahren 2010 – 2012 zu je einem Drittel ausbezahlt. Der ehemalige CEO Dr. Edgar Oehler war das Mitglied der Konzernleitung mit der höchsten Vergütung. Im Basissalär 2011 von Dr. Edgar Oehler ist eine Entschädigung für die Projektleitung des Neubaus in CN-Changshu vom Mai bis Dezember 2011 von TCHF 573 enthalten. Das Honorar von Dr. Edgar Oehler als Präsident des Verwaltungsrats bis zum 29.04.2011 und danach als Mitglied des Verwaltungsrats über TCHF 115 (Vorjahr: TCHF 235) ist ebenfalls in den Vergütungen an Konzernleitungsmitglieder unter Honorare enthalten. Die Modalitäten zur anteilsbasierten Vergütung 2010 an Dr. Edgar Oehler sind in Anmerkung 54 zur Konzernrechnung näher erläutert. Thomas Reifler als ehemaliges Konzernleitungsmitglied erhielt 2011 für seine interimistische Tätigkeit als Divisionsleiter bis zur Neubesetzung der Position durch Dr. Hannes Schmüser eine Vergütung von TCHF 183. Es wurden keine weiteren Vergütungen an frühere Mitglieder des Verwaltungsrats oder der Konzernleitung geleistet.


AFG Geschäftsbericht 2011

Jahresrechnung AFG Arbonia-Forster-Holding AG Anhang zur Jahresrechnung

182

Darlehen und Kredite Per 31.12.2010 bestand ein Kontokorrent-Kredit gegenüber dem damaligen Präsident des Verwaltungsrats und CEO Dr. Edgar Oehler, welcher 2011 vollständig zurückbezahlt worden ist. Ansonsten wurden 2011 und 2010 weder Darlehen noch Kredite an weitere Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung gewährt und es waren per 31.12.2011 und 31.12.2010 auch keine ausstehend. Beteiligungen Die folgenden Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung (inklusive ihnen nahe stehende Personen) hielten die folgende Anzahl an Aktien an der AFG Arbonia-Forster-Holding AG:

Paul Witschi (VR-Präsident) Arthur Loepfe (VR-Mitglied) Edgar Oehler (VR-Mitglied) Georg Früh (VR-Mitglied) Daniel Frutig (Konzernleitung) Felix Bodmer (Konzernleitung) Christoph Schönenberger (Konzernleitung) Knut Bartsch (Konzernleitung) Thomas Gerosa (Konzernleitung) Christian Mayer (Konzernleitung) Felix Aepli (erweiterte Konzernleitung) Total

31.12.2011 Anzahl Namenaktien

31.12.2010 Anzahl Namenaktien

1 215 1 080 3 351 782 1 750 8 950 10 000 5 000 2 500 5 000 1 700

1 215 1 080 3 350 782 1 750

3 388 977

10 000 2 000 5 000 400 702 3 372 929


AFG Gesch채ftsbericht 2011

183

Jahresrechnung Arbonia-Forster-Holding AG

Antrag des Verwaltungsrats Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 20.04.2012 wie folgt: Verwendung des Bilanzgewinns 2011

2010

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr Jahresgewinn Bilanzgewinn

210 031 12 523 222 554

187 102 22 929 210 031

Vortrag auf neue Rechnung Total

222 554 222 554

210 031 210 031

in TCHF


AFG Geschäftsbericht 2011

Jahresrechnung Arbonia-Forster-Holding AG

184

Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

An die Generalversammlung der AFG Arbonia-Forster-Holding AG, Arbon St. Gallen, 16. Februar 2012

Als Revisionsstelle haben wir die Jahresrechnung der AFG ArboniaForster-Holding AG, bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang (Seiten 176 bis 183), für das am 31. Dezember 2011 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Verantwortung des Verwaltungsrates Der Verwaltungsrat ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Verwaltungsrat für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich. Verantwortung der Revisionsstelle Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers.


AFG Geschäftsbericht 2011

Jahresrechnung Arbonia-Forster-Holding AG Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

185

Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2011 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz und den Statuten.

Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR und Art. 11 RAG) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbaren Sachverhalte vorliegen. In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert. Ferner bestätigen wir, dass der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes dem schweizerischen Gesetz und den Statuten entspricht und empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

PricewaterhouseCoopers AG

Lorenz Lipp Revisionsexperte Leitender Revisor

Martin Knöpfel Revisionsexperte


186

AFG Geschäftsbericht 2011

Zusatzangaben für Investoren1

Anzahl Titel Namenaktien nominal CHF 4.20 Inhaberaktien nominal CHF 4.20 Namenaktien nominal CHF 0.84

2011

2010

18 225 603

18 225 603

Börsenkurse in CHF Höchstkurs Tiefstkurs Jahresendkurs Börsenkapitalisierung in Mio. CHF (Jahresendkurs) Kennzahlen pro Aktie 2 Bruttodividende in CHF 3 Pay-out-Ratio (in % des Konzerngewinnes) Konzernergebnis in CHF Cashflow aus Geschäftstätigkeit in CHF Eigenkapital in CHF Kurs / Gewinn-Verhältnis (Höchstkurs) Kurs / Gewinn-Verhältnis (Tiefstkurs) Kurs / Gewinn-Verhältnis (Jahresendkurs) Kurs /Cashflow-Verhältnis (Höchstkurs) Kurs /Cashflow-Verhältnis (Tiefstkurs) Kurs /Cashflow-Verhältnis (Jahresendkurs) 1 2 3

2009

2008

2007

14 580 603

1 417 567

1 417 567

18 225 000

3 037 500

3 037 500

38.0 14.4 17.6

30.0 20.8 29.0

27.4 12.6 24.6

73.8 22.1 24.5

125.1 65.2 75.1

320.8

528.5

448.3

261.2

799.9

0.0

0.5

0.0

0.0

1.9

0.0 − 4.0

64.4 0.8

0.0 − 1.8

0.0 4.6

6.9 5.5

3.7 27.1

4.6 31.8

9.7 32.5

9.0 48.7

6.8 48.9

− 9.9

38.6

− 22.2

16.4

24.0

− 3.7

26.8

− 10.2

4.9

12.5

− 4.6

37.3

− 19.9

5.4

14.4

10.3

6.5

2.8

8.2

18.5

3.9

4.5

1.3

2.4

9.6

4.8

6.3

2.5

2.7

11.1

Adjustiert um frühere Kapitalerhöhungen Angaben 2007 – 2009 beziehen sich auf die kotierte Inhaberaktie von nom. CHF 4.20 2011 Antrag an die Generalversammlung

Kursentwicklung 2011

AFG

40 35 30 25 20 15 10 Jan.

Feb.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Nov.

Dez.

SPI


187

AFG Geschäftsbericht 2011

Gesellschaften und Adressen AFG Arbonia-Forster-Holding AG Amriswilerstrasse 50 Postfach 134 CH-9320 Arbon T +41 71 447 41 41 info.holding@afg.ch AFG Arbonia-ForsterDeutschland GmbH Pankofen-Bahnhof 1 DE-94447 Plattling T +49 9931 50 10 F +49 9931 30 75 AFG Arbonia-Forster-Italia S.r.l. Romstrasse 85 IT-39014 Burgstall T +39 473 291 591 F +39 473 290 270 forster.kuechen.meran@afg.ch info@forsterkuechen.com AFG Arbonia-Forster-Riesa GmbH Heinrich-Schönberg-Strasse 3 DE-01591 Riesa T +49 3525 74 60 F +49 3525 74 62 57 info@arbonia.de Arbonia Forster Group (AFG) Pte Ltd No. 371 Beach Road, #15-03, Keypoint Building Singapore 199597 T +65 6396 0336 F +65 6396 0337

AFG Küchen AG Vertrieb Forster, Piatti, Warendorf Egnacherstrasse 37 Postfach 600 CH-9320 Arbon T +41 71 447 46 45 F +41 71 447 46 50 AFG Management AG Amriswilerstrasse 50 Postfach 134 CH-9320 Arbon T +41 71 447 41 41 AFG Middle East Fze C205 Dubai Silicon Oasis P.O. Box 341070 UAE-Dubai T +97 14 3724058/59 F +97 14 3724060 AFG Schweiz AG Amriswilerstrasse 50 Postfach 134 CH-9320 Arbon T +41 71 447 41 41 AFG Services AG Amriswilerstrasse 50 Postfach 550 CH-9320 Arbon T +41 71 447 41 41 info@afg.ch

AFG Immobilien AG Amriswilerstrasse 50 Postfach 134 CH-9320 Arbon T +41 71 447 41 41

AFG Shanghai Management Co., Ltd. Part A, Floor 2, No. 1719 Xin Cun Road, Putuo District CN-Shanghai 200333, P.R. China T +86 21 6235 0883 F +86 21 6235 0887 asia.pacific@afg.ch

AFG International AG Amriswilerstrasse 50 Postfach 134 CH-9320 Arbon T +41 71 447 41 41

OOO AFG RUS 127282 Moskau Chermyansky proezd 7/1 T +7495 646 2719 info@kermi.com

AFG Kitchens UK Ltd. The Mill House Manor Farm Courtyard Main Street West Hagbourne, OX11 0ND Didcot GB-Oxford T +44 1235 850763 F +44 1235 851893

AFG Warendorfer Immobilien GmbH Mielestrasse 1 DE-48231 Warendorf T +49 2581 59 0 F +49 2581 59 20 90 info@warendorf.eu Aqualux Products Holdings Ltd. Universal Point Steelmans Road West Midlands, WS10 9UZ GB-Wednesbury T +44 870 241 6131 F +44 870 241 6132 enquiries@aqualux.co.uk

Aqualux Products Ltd. Universal Point Steelmans Road West Midlands, WS10 9UZ GB-Wednesbury T +44 870 241 6131 F +44 870 241 6132 enquiries@aqualux.co.uk Arbonia AG Amriswilerstrasse 50 CH-9320 Arbon T +41 71 447 47 47 F +41 71 447 48 47 verkauf@arbonia.ch Arbonia France Sàrl Zone artisanale Grand-Rue FR-68130 Walheim T +33 389 40 02 53 F +33 389 40 04 25 info@arbonia.fr Asta AG Arbon Industriestrasse 12 Postfach 650 CH-9320 Arbon T +41 71 447 49 49 F +41 71 447 49 50 asta@afg.ch Avia Peintures Sàrl Zone Ambroise FR-40390 Saint Martin de Seignanx T +33 559 56 57 58 F +33 559 56 10 43 sti.france@sti-surface.com Bruno Piatti AG Amriswilerstrasse 50 CH-9320 Arbon Produktionsstandort Riedmühlestrasse 16 CH-8305 Dietlikon T +41 44 835 51 11 F +41 44 833 07 41 info@piatti.ch Chromage Pyrénéen SA Route de Pau, ZA du Gabarn FR-64870 Oloron-Escout T +33 559 39 71 01 F +33 559 39 22 33 sti.france@sti-surface.com EgoKiefer AG Schöntalstrasse 2 CH-9450 Altstätten T +41 71 757 33 33 F +41 71 757 35 50 zentrale@egokiefer.ch


AFG Geschäftsbericht 2011

Forster Küchen- & Kühltechnik AG Forster Kühltechnik Zelgstrasse 3 Postfach 500 CH-9320 Arbon T +41 71 447 42 42 F +41 71 447 42 99 forster.kuehlen@afg.ch Forster Profile Systems Inc. 25 Gibson Street Watervliet US-New York 12189-3342 Forster Rohr- & Profiltechnik AG Forster Präzisionsstahlrohre Industriestrasse 24 CH-9320 Arbon T +41 71 447 44 44 F +41 71 447 43 74 forster.rohre@afg.ch Forster Rohr- & Profiltechnik AG Forster Profilsysteme Amriswilerstrasse 50 Postfach 400 CH-9320 Arbon T +41 71 447 43 43 F +41 71 447 44 78 forster.profile@afg.ch Hartchrom AG Schulstrasse 70 CH-9323 Steinach T +41 71 447 97 97 F +41 71 447 97 92 sti@sti-surface.com Hartchrom Defense Technology AG Schulstrasse 70 CH-9323 Steinach T +41 71 447 97 97 F +41 71 447 97 92 sti@sti-surface.com Hartchrom Inc. 25 Gibson Street Watervliet US-New York 12189-3342 T +1 518 266-6250 F +1 518 266-6253 sti.us@sti-surface.com

188

Gesellschaften und Adressen

Hartchrom Schoch GmbH Mühlackerstrasse 10 DE-75447 Sternenfels-Diefenbach T +49 7043 95 32-0 F +49 7043 95 32-299 sti.germany@sti-surface.com

RWD Schlatter AG St. Gallerstrasse 21 CH-9325 Roggwil T +41 71 454 63 00 F +41 71 454 63 63 info@rwdschlatter.ch

Hartchrom Teikuro Automotive GmbH Mühlackerstrasse 10 DE-75447 Sternenfels-Diefenbach T +49 7043 95 32-500 F +49 7043 95 32-599 sti.germany@sti-surface.com

Slovaktual s.r.o. SK-972 16 Pravenec 272 T +421 46 544 74 32 F +421 46 544 74 30 slovaktual@slovaktual.sk

Heizkörper Prolux AG Amriswilerstrasse 50 CH-9320 Arbon T +41 71 447 48 48 F +41 71 447 48 49 verkauf@prolux-ag.ch

STI Precision Machining (Changshu)Co., Ltd. Xiangyuan Rd. 16 Southeast Econ. Dev. Zone Changshu, Jiangsu, P.R. China T +86 512 5235 8958 F +86 512 5235 8959 sti.china@sti-surface.com

Hydrométal SA B. P. 17 ZI Le Touya FR-64260 Arudy T +33 559 05 60 34 F +33 559 05 64 96 sti.france@sti-surface.com

STI Surface Technologies International Holding AG Schulstrasse 70 CH-9323 Steinach T +41 71 447 97 97 F +41 71 447 97 92 sti@sti-surface.com

Kermi GmbH Pankofen-Bahnhof 1 DE-94447 Plattling T +49 9931 50 10 F +49 9931 30 75 info@kermi.de

Usines Ego SA Zone Industrielle A11 CH-1844 Villeneuve T +41 21 967 08 00 F +41 21 967 08 10 villeneuve@egokiefer.ch

Kermi Sp. z o.o. Ul. Granicna 8b PL-54-610 Wrocław T +48 71 35 40 370 F +48 71 35 40 463 info@kermi.pl

Warendorfer Küchen GmbH Mielestrasse 1 DE-48231 Warendorf T +49 2581 59 0 F +49 2581 59 13 00 info@warendorf.eu

Kermi s.r.o. Ul. Dukelská 1427 CZ-34901 Strˇíbro T +420 374 611 111 F +420 374 611 100 info@kermi.cz Kermi UK Ltd. 7 Brunel Road Earlstrees Industrial Estate Northamptonshire NN17 4JW GB-Corby T +44 1536 40 00 04 F +44 1536 44 66 14 info@kermi.co.uk


189

AFG Gesch채ftsbericht 2011

Termine

6. M채rz 2012 Bilanzmedien- und Analystenkonferenz zum Jahresabschluss 2011 Restaurant Metropol, Z체rich 20. April 2012 Generalversammlung Seeparksaal, Arbon 7. August 2012 Publikation des Halbjahresberichts 2012 15. November 2012 Investorentag EgoKiefer, Altst채tten SG


190

AFG Geschäftsbericht 2011

Impressum Herausgeber AFG Arbonia-Forster-Holding AG Amriswilerstrasse 50 Postfach 134 CH-9320 Arbon T +41 71 447 41 41 info.holding@afg.ch Websites der AFG Arbonia-Forster-Holding AG www.afg.ch, www.kermi.de, www.arbonia.ch, www.prolux-ag.ch, www.aqualux.co.uk, www.forster-kuechen.ch, www.forsterkuehlen.ch, www.piatti.ch, www.warendorf.eu, www.egokiefer.ch, www.rwdschlatter.ch, www.slovaktual.sk, www.forster-rohre.ch, www.forster-profile.ch, www.hartchrom.com Konzeption und Gestaltung hilda design matters, Zürich Fotos Jos Schmid, Zürich (Konzernleitung / Mitarbeitende) AFG Corporate Communications Übersetzung Syntax Übersetzungen AG, Zürich Druck Neidhart + Schön AG, Zürich

Dieser Geschäftsbericht erscheint auch in englischer Sprache. Die Originalsprache ist Deutsch.

Dieser Geschäftsbericht ist auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt.


Geschichte

 1874 eröffnet Franz Josef Forster eine Kupferschmiede, in der Bettflaschen, Pfannen und andere Behälter hergestellt werden. 1915 wird diese Firma als Hermann Forster AG firmiert. Sie fertigt inzwischen Stahlrohre an.

  904 gründet Karl Schnitzler eine Fabrik, die Ofenaufsätze unter der Marke Arbonia herstellt. 1  1954 wird die Arbonia AG in die Hermann Forster AG integriert.  1973 geht die Mehrheit an der Hermann Forster AG an die Arbonia AG über, die seit 1959 vollumfänglich Jakob Züllig gehört. Die Arbonia-Forster-Gruppe umfasst die Firmen Hermann Forster AG (Stahlrohrtechnik, Küchen, Kühlgeräte), Arbonia AG (Raumwärmer), Asta AG (Strassentransporte) und Bühler-Regina AG (Stickereibedarf).

 1987 erfolgt die Gründung der AFG Arbonia-Forster-Holding AG mit einem Aktienkapital von CHF 30 Mio. Im Jahr darauf geht die Gesellschaft an die Börse. Die folgenden Jahre stehen im Zeichen verschiedener Erweiterungen der Produktions- und Lagerkapazitäten.

1999 stirbt Jakob Züllig, Mehrheitsaktionär und Verwaltungsratspräsident. 2001 übernimmt die AFG die Kermi GmbH und baut dadurch ihre Position in den Bereichen Heizkörper und Duschkabinen massiv aus. Die Kermi GmbH ist im bayerischen Plattling angesiedelt.

2003 verkauft die Erbengemeinschaft Züllig die Aktienmehrheit an Dr. Edgar Oehler, der neuer Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats wird.

2004 stehen gleich drei Übernahmen an: Das Unternehmen Bruno Piatti AG, Dietlikon ZH, die EgoKiefer AG, Altstätten SG, und die Spedition Gächter GmbH, Stachen-Arbon TG.

2005 folgt eine weitere Akquisition: Im September übernimmt die AFG die Herstellung und den Vertrieb der weltweit tätigen Miele Küchen in Warendorf (D) von der deutschen Miele & Cie. KG in Gütersloh (D).

2006 wird die Schmidlin ASCO Swiss AG, Zwingen BL, übernommen. Der Schwerpunkt des Produktportfolios liegt auf der Herstellung von Unterflurkonvektoren, die neben der konven­ tionellen Heizfunktion auch für die Raumkühlung geeignet sind.

2007 übernimmt die AFG rückwirkend per 1. Januar die STI Surface Technologies Inter­ national Holding AG, Steinach SG, die sich seit 1998 im Alleinbesitz von Dr. Edgar Oehler befindet. Ebenfalls rückwirkend per 1. Januar übernimmt die AFG die RWD Schlatter AG. Dieses Unternehmen mit Sitz in Roggwil TG und einem Verkaufsbüro in Dietikon ZH ist der führende Türenproduzent in der Schweiz. Im September übernimmt die AFG die britische Aqualux Products Holdings Ltd. Aqualux ist ein in Grossbritannien führender Anbieter von Badewannenaufsätzen, Duschabtrennungen, Duschwannen und Dampfduschen.

2008 erwirbt die AFG die Slovaktual s.r.o., das führende Fensterbauunternehmen in der Slowakei, und integriert sie in die Division Fenster und Türen. Im Oktober schafft die AFG die Marktregion Asia Pacific mit Hauptsitz in Shanghai.

2009 präsentiert die AFG die neue Küchenmarke Warendorf. Sie ist die Nachfolgemarke von Miele Die Küche. Mit dem Stardesigner Philippe Starck geht die AFG eine Kooperation im Bereich innovative Küchenlösungen ein.

2010, an der ordentlichen Generalversammlung, stimmen die Aktionäre der AFG der Abschaffung der bisher unterschiedlichen Gewichtung von Namen- und Inhaberaktien zu und führen die Einheits­namenaktie ein.

2011 tritt Dr. Edgar Oehler als Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats zurück. Er übergibt am 29. April sein Amt als Verwaltungsratspräsident an Paul Witschi und am 1. Juni jenes als CEO an Daniel Frutig. Dr. Edgar Oehler bleibt weiterhin als Verwaltungs­rat für die AFG tätig.


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AFG Geschäftsbericht