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2

Vorwort / Preface

4

Filmerfolge Part I

112

Filmerfolge Part II

114

Projekte Rückblicke / Ausblicke Robert Johnson Theorie

58

Kooperation Komponisten HfMdK

116

B3 Biennale des bewegten Bildes

8

Institut für Klangforschung

60

Die Institution

118

B3 / Gestaltung

14

Wohnen Neu

62

Der Eingang

120

HfG-Neujahrsempfang 2014

16

minimal

66

Spuren

122

16. HfG-Rundgang

18

Nudeln

68

»Des Chaos Töchter sind wir

Rundgangpreise 2013

24

Projektwoche

70

»Stress«

72

Substitution / Ceramic Woods

74

Personalien

Adam Jankowski

28

Material Grove

76

Bernhard E. Bürdek

30

Reactangle / Soundwave

78

Gunter Reski

32

Pigment und Exkursion in die Schweiz

82

Julika Rudelius

34

Mobilitätskultur

84

Alan N. Shapiro

36

Mobilitätskultur / Ausstellung

86

Alex Buck

38

Mind the Gap

88

Lothar Spree

40

After School Club 3

90

Drawing Club

94

Portfolio Bar South Afrika

96

Liebscher-Lehanka Floating Acadamy

98

Re-X

100

Mein Arbeitsplatz

102

unbestritten«

124

Unterwegs sein

128

Days Of Raging Thunder (D.O.R.T.)

130

Wandbild Kapelle

132

Stadt ergänzen

134

BotschafterInnen-Videos

136

ZeichenSprache

140

Save 50 %

142

Twelve Times Tinkering

144

Medical Design

148

Ausstellungen

Promotion

Zur Lage des Promotionsbereichs

44

HALT. Langzeitprojekte in der Porträtfotografie / Symposium

48

Differenzen bezeichnen – Zur Gesellschaft des Designs

50

Euro

152

Im Prozess

154

Show Me Your Love

156

Hesse Class

158

Eskalation Eisskulptur / Digitale Transformation

104

preview Berlin

160

Lichtmaschine

106

All Hands Manöver

162

Fulldome

108

gout

164

Rosa von Praunheim

110

Euromold / Hannover Messe

166

Promovenden der HfG stellen ihre Projekte vor

52


3

Inhaltsverzeichnis

Exkursionen

Exkursion nach Basel / Weil am Rhein

170

Wir sind China

172

New York

174

AGI Open, London

176

Istanbul

180

Grand Safari #17 Paris

184

Venedig Safari

186

HD-LU-MA

188

Haldern Pop

190

Weltenschöpfer

192

Tina Blau

222

Julia Liedtke

274

Gonzalo Arilla Bielsa

224

Mirko Marchetti

276

Franziska Bock

226

Krisztina Meggyesy

278

Carina Böhler

228

Emilia Neumann

280

Stephan Brühl

230

Jil Nixdorff

282

Mira Bussemer

232

Naciye Özsu

284

Janina Conner

234

Kamile Poliksaite

286

Daniel Daub

236

Sophia Polywka

288

Douglas Da Silva Costa

238

Ina Riedel

290

Lilian Dedio

240

Maziar Rastegar

292

Dorothee Diebold

242

Jessica Schäfer

294

Eva Eich

244

Hanne Schirmacher

296

Svantje Fenz

246

Johannes Schmidt Knatz

298

Sabine Fuß

248

Friedrich Söllner

300

Janina Heiliger

250

Dane Smith-Horn

302

Nils Holger Moormann / Jugendherberge Nürnberg

194

Vorträge

Exchange

198

Tobias Hornig

252

Aline Toussaint

304

babel#2

200

Brita Jaichner

254

Benjamin Vogt

306

Gegenwart der Gegenwartskunst

204

Annalena Kluge

256

Rachel von Morgenstern

308

ars quaerendi

206

Luana Carina Knipfer

258

Judith Weber

310

Kristina Knoblich

260

Viola Wengler

312

Özge Köroglu

262

Pia Zölzer

314

Preise / Externes

Auszeichnungen

210

Nicolas Kremershof

264

Aktivitäten

212

Steffen Kunkel

266

Leonie Langenstein

268

HfG im Überblick

316

Xenia Lesniewski

270

Impressum des Jahresberichts 2014

320

Jenica Lewis

272

Organigramm

Diplome

Karoline Back

220


4

Language is a Virus (from Outer Space)! Der bekannte Song von Laurie Anderson aus dem Jahr 1984, der auf Zeilen des Autors William S. Burroughs basiert, bekam 2013 wieder eine ganz besondere Aktualität für die HfG Offenbach und das RheinMain-Gebiet: der legendären Performance-Pionierin aus den USA wurde Anfang November der B3 BEN für ihr Lebenswerk im Rahmen der ersten B3 Biennale des bewegten Bildes verliehen. Mit der großzügigen Unterstützung von Sylvia und Friedrich von Metzler konnten wir eine Künstlerin ehren, die seit den späten 1960er-Jahren konsequent die Mittel der audiovisuellen Performance entwickelt und perfektioniert hat. Sie infiltrierte die moderne Popkultur mit künstlerischen Botschaften und Bildern und landete Charterfolge mit »O Superman« und dem zitierten »Language is a Virus«. Die Pop-Ikonen Madonna und Lady Gaga wären ohne sie kaum denkbar. Insofern kann man die These nur bestätigen, dass Sprache – verstärkt durch die modernen Kommunikationsmittel – wie ein Virus wirken kann, der sich massenhaft und rasend schnell verbreitet. Und dies trifft natürlich nicht nur für die Sprache zu, sondern auch für Bilder und Sounds. Kurz: es gilt heutzutage für unsere gesamte Kultur, die zur viralen und medialen Inszenierung geworden ist. Der NSA-Skandal hat dieser Entwicklung eine verhängnisvolle Krone aufgesetzt, die sicher nur die Spitze des Eisbergs einer totalen digitalen Transformation aller Verhältnisse markiert. Der Jahresbericht 2014 der HfG Offenbach greift diesen Gedanken auf und nimmt in seiner Gestaltung Bezug auf das Phänomen Virus.

Language is a Virus (from Outer Space)!

Das vergangene Jahr an der HfG hat sich wieder ereignisreich und vielfältig in Lehre und Forschung gestaltet – das schlägt sich nicht nur in den hier abgebildeten Diplomen der letzten beiden Semester nieder, sondern auch in den vielen Projekten und Veranstaltungen, die vorgestellt werden. Und da Kunst und Design entscheidend von Menschen gedacht und gemacht werden, ist auch der Abschied von verdienten Persönlichkeiten ebenso wichtig wie die Begrüßung neuer Kolleginnen und Kollegen. Ich möchte mich im Namen der gesamten Hochschule bedanken bei dem Studierendenteam Anne Krieger (Gestaltung, Entwurf / Konzept und Umsetzung) und Tim Jüdemann (Umsetzung), das unter der Leitung von Prof. Sascha Lobe den vorliegenden Jahresbericht gestaltet hat. Herzlichen Dank auch an Denis Carbone, der betreut von Prof. Rotraut Pape und unter Mitwirkung von Ulrike Grünewald und Bernd Zimmermann die DVD erstellt hat. Diese DVD ist übrigens auf der letzten Umschlagsseite des Jahresberichtes zu finden. Danken möchte ich auch den Dekanen Prof. Klaus Hesse und Prof. Frank Zebner für ihre engagierte Mitarbeit sowie Katja Kupfer, die den gesamten redaktionellen Prozess gemanagt hat. Im Namen des Präsidiums und der gesamten Hochschule wünsche ich eine anregende Lektüre. Bernd Kracke

powerful still by modern means of communica-

deserved personalities and to welcome new

tion – can act like a virus, spreading on a mas-

colleagues.

In 2013 the famous song by Laurie Anderson

sive scale and at meteoric speed. And naturally

On behalf of the entire University I would like to

from the year 1984, which is based on lines by

this holds true not just for language, but also

thank the student team Anne Krieger (design,

author William S. Burroughs, re-gained a special

for images and sounds. In short: today it is true

realisation) and Tim Jüdemann (realisation),

topicality for HfG Offenbach and the Rhine-Main

of our entire culture, which has become a viral

which designed this Annual Report under the

region: early November during the first B3 Bi-

and media-based orchestration. The NSA scan-

supervision of Prof. Sascha Lobe. Warm thanks

ennial of the Moving Images, the legendary per-

dal has brought this development to a fateful

also go to Denis Carbone, who supervised by

formance pioneer from the United States was

peak, but doubtless only represents the tip of

Prof. Rotraut Pape and with the assistance of

awarded the B3 BEN for her life’s work. Thanks

the iceberg of a total digital transformation. The

Ulrike Grünewald and Bernd Zimmermann pro-

to the generous support of Sylvia and Friedrich

HfG Offenbach Annual Report takes up this idea

duced the DVD. Incidentally, this DVD can be

von Metzler we were able to honour an artist

and makes references to the phenomenon virus

found on the back cover of the Annual Report. I

who since the late 1960s has consistently de-

in its design.

would also like to thank Deans Klaus Hesse and

veloped and perfected the instruments of au-

Once again the past year at HfG turned out to

Prof. Frank Zebner for their dedicated work and

dio-visual performance. She infiltrated modern

be eventful and varied as regards teaching and

Katja Kupfer, who was in charge of the entire

Pop culture with artistic messages and images,

research – which is not only reflected in the

editorial process.

and landed chart successes with ”O Superman”

diploma works from the last two semesters fea-

On behalf of myself and the team and every-

and the previously cited ”Language is a Virus”.

tured here, but also in the many projects and

body at HfG wish you an exciting read.

Pop icons Madonna and Lady Gaga would be in-

events that are presented. And as art and de-

conceivable without her. Her example lends cre-

sign are primarily conceived and made by peo-

dence to the theory that language – made more

ple, it is equally important to bid farewell to

Bernd Kracke


Vorwort / Preface

5

Laurie Anderson erhielt am 2.November 2013 den B3 BEN Award f체r ihr Lebenswerk im Frankfurter Kunstverein, 체berreicht durch Sylvia von Metzler On Nov 2nd, 2013 Laurie Anderson received the B3 BEN for her lifetime achievement in Frankfurter Kunstverein handed over by Sylvia von Metzler

Foto: Clemens Mitscher

Prof. Bernd Kracke Pr채sident / President


R端ckblicke / Ausblicke


8

Die erste B3 Biennale des bewegten Bildes 2013

Schon jetzt stehen Termin und das Leitthema der nächsten B3 Biennale 2015 fest: »Expanded Senses« vom 7. bis 11. Oktober 2015.

»Wohl dem, der sagen kann ›als‹, ›ehe‹ und ›nachdem‹ (...). Und Ulrich bemerkte nun, dass ihm dieses primitiv Epische abhanden gekommen sei, woran das private Leben noch festhält, obgleich öffentlich

Die Preise der B3 Biennale 2013

schon alles unerzählerisch geworden ist und nicht einem Faden mehr

Die erste B3 Biennale vergab verschiedene Preise für Profis und für

folgt, sondern sich in einer unendlich verwobenen Fläche ausbreitet.«

den Nachwuchs. Neben den ausgelobten Preisgeldern sorgten auch

(Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften)

die nominierenden Kuratoren sowie die internationalen Juroren und schließlich die Qualität der Preisträgerinnen und Preisträger für eine

Die erste B3 Biennale des bewegten Bildes ist 2013 mit ihrem inhaltlichen Leitthema »Expanded Narration. Das neue Erzählen« als neues Veranstaltungsformat in Frankfurt und dem erweiterten Rhein-Main-Gebiet mit dem Ziel gestartet, eine breit angelegte Plattform für die Auseinandersetzung mit dem Bewegtbild zu schaffen. Getrieben wurde dieser Ansatz von der Einsicht, dass das bewegte Bild eine zentrale Rolle in der Kultur des 21. Jahrhunderts einnimmt. Alle Aspekte von der Kreation über die Produktion bis zur Distribution und Rezeption sowie der Vermittlung und wissenschaftlichen Reflektion bewegter Bilder wurden in die Betrachtung einbezogen und ebenso einem Fachpublikum wie auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Das neue Format fand auf Anhieb großen Anklang und positive Resonanz. Profis, Publikum und Medien waren beeindruckt und begeistert von der vitalen Vielschichtigkeit und innovativen Frische der B3. Das Potenzial für die weitere Entwicklung und die Einzigartigkeit der B3 wurde als sehr vielversprechend und wichtig empfunden. Die drei Module, die die B3 auch zukünftig mittragen werden – Festival, Parcours und CampusMarkt – machten in der Vielfältigkeit ihres Programms »Das neue Erzählen« erlebbar und zeigten damit, wie dessen »Fäden sich zu einer unendlich verwobenen Fläche« ausbreiten, um bei den Worten Robert Musils zu bleiben. Die sechs inhaltlichen Themenschwerpunkte lagen hierbei auf TV-Serien, Games, Immersion, Transmedia, Kunst und Kino. Die B3 Biennale konnte durch die Auswahl ihrer nationalen und internationalen Gäste und durch die Auswahl der im Parcours und während des Festivals ausgestellten Werke beweisen, dass auch im 21. Jahrhundert trotz Krisen und dem verkündeten Tod des Autors das Erzählen, das Erfinden von Geschichten zu einer der elementarsten Kulturtechniken gehört.

hohe Anerkennung. B3 Ehrenpreis für das Lebenswerk – Laurie Anderson BEN Hauptpreise 2013 – Linear: Richard Mosse »The Enclave« – Nonlinear: Candice Breitz »Treatment« – Transmedial: The Riahi Brothers »Everyday rebellion« BEN Nachwuchspreise 2013 – Linear: Laura Labs / Max Kerkoff »Volksbühne« Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg – Nonlinear: Philipp Bergmann / Matthias Schönijahn »Breaking News« Justus-Liebig-Universität Gießen – Transmedial: Nikolas Schmid-Pfähler / Carolin Liebl »Vincent & Emily« HfG Offenbach Ultrashort Wettbewerb 2013 – #B3expandednarration – Vine: 1. Platz: Oliver Rossol, 2. Platz: Daniel Herzog – Instagram: 1. Platz: Janja Milosevic, 2. Platz: Igor Štromajer #B3live – Vine: 1. Platz: Yaschar Scheyda, 2. Platz: Maximilian Witt – Instagram: 1. Platz: Marco Seifert, 2. Platz: Max Brück

B3 Parcours Der B3 Parcours 2013 war ein wesentliches Kernstück der B3 Premiere und wurde durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert. Partner B3 Parcours Deutsches Filmmuseum, Frankfurter Kunstverein, Städelschule, Schirn Kunsthalle, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt, Museum An-

»Nicht nur die Realgeschichte expandiert, sondern auch die fiktive Er-

gewandte Kunst Frankfurt, Museum für Kommunikation, Weltkulturen

zählung, (...) je mehr wir rationalisieren, umso mehr müssen wir erzählen.

Museum, Portikus Frankfurt, Museum Wiesbaden, Nassauischer Kunst-

Je moderner die moderne Welt wird, desto unvermeidlicher wird die Er-

verein Wiesbaden, Sinclair Haus / Altana Kulturstiftung Bad Homburg,

zählung: narrare necesse est« (Odo Marquard).

Atelierfrankfurt, basis Frankfurt, Galerie Anita Beckers, Galerie Heike Strelow, Kai Middendorf Galerie, Weißfrauen Diakoniekirche, Robert

Die B3 hat sich dieser Expansion des Erzählens gestellt. Sie hat auf verschiedenen Ebenen der Darstellung und Reflektion Kino, Fernsehen und Neue Medien und ihre innovativ-narrativen Logiken ausgestellt, gefeiert, befragt und eine Orientierung für das Kommende angeboten.

Johnson Offenbach


9

Rückblicke / Ausblicke

B3 Biennale des bewegten Bildes

Zahlen und Fakten B3 Premiere 2013

Technology, See Conference, Sky Deutschland,

Online Redaktion: Katja Weber, Marco Seifert

– 200 nationale und internationale Gäste /

Stadtplanungsamt Frankfurt, Verband Deut-

(Assistenz), Marie-Juliette Leißner (Assistenz)

Künstler

scher Drehbuchautoren, Wirtschaftsförderung

Social Media: Loimi Brautmann, Lisa Dressler,

– 139 Veranstaltungen

Frankfurt, Westin Hotels & Resorts

Carolin Gölder, Nicolas Kremershof, Oliver Kremershof, Katja Weber

– 25 Veranstaltungsorte – Konzipiert und veranstaltet von der HfG

Medienpartner / Media partners

Offenbach

BlickpunktFilm, De:Bug, Frankfurter Allgemeine

Organisation

– In Kooperation mit der Hessischen Film- und

Zeitung, GamesMarkt, horizont, Journal Frank-

Gästemanagement: Simone Molitor, Eva Sim-

Medienakademie (hFMA)

furt, Medien Bulletin, Ströer Media AG

minger, Daria Lopatecki (Assistenz)

– B3 Reader »Expanded Narration. Das neue

Ticketing: Simone Molitor

Erzählen«, 800 Seiten Publikation dt/engl.

B3 Team

Produktionsleitung Festivalzentrum / Campus

Mit Texten von

B3 Künstlerische Leitung: Bernd Kracke

Markt / HfMdK: Lars Becker

Hans Ulrich Reck, Holger Kube Ventura, Christi-

Konzeptionelle Beratung: Rotraut Pape, Marcel

Overhead / Schnittstelle: Ulrike Grünewald,

an Janecke, Erkki Huhtamo, Sabine Breitsame-

Schwierin

Moritz von Ilberg

ter, Martin Seel, Juliane Rebentisch, Winfried

Kuratorinnen und Kuratoren / Curators

Produktionsleitung Dome: André Wünscher,

Pauleit und Sabine Nessel, Vinzenz Hediger,

Campus: Sabine Breitsameter, Natascha Reh-

Thomas Bannier

Martin Gessmann, Alain Bieber, Christine Lang,

berg (Assistenz), Klaus Schüller (Assistenz),

Kopien-Disposition: Philipp Mehler

Markus Kuhn, Ramon Reichert, Stefan Günzel,

Ela Kagel (Kuratorische Beratung Campus

Michel Reilhac, Alan Shapiro, Usha Reber,

Markt)

B3 READER

Bernd Kracke, Marc Ries, Marcel Schwierin,

Games: Will Weber

Herausgeber: Bernd Kracke, Marc Ries

Rotraut Pape, Eva Paulitsch und Uta Weyrich,

Immersion/Kuppelfilme: Rotraut Pape, Ralph

Redaktion: Marc Ries, Norman Hildebrandt

Steffen Huck, Diana Iljine und Sir Peter Jonas,

Heinsohn, Klaus Dufke, André Kirchner (Assis-

Gestaltung: Karin Rekowski

Linda Breitlauf, Claudia Söller-Eckert, Ferdin-

tenz)

Supervision Gestaltung: Nikolas Brückmann,

and Schmatz, Norman Hildebrandt und Jonas

Kino: Anna-Katharina Gerson

Klaus Hesse, Yuriy Matveev

Englert, Jos Diegel

Kunst: Anita Beckers

Transcript Verlag, Bielefeld

Serien: Christoph Dreher, Christine Lang

B3 AWARD

ISBN 978-3-8376-2652-0

Transmedia: Kathrin Brinkmann

Produktionsleitung: Vanja Grass, Susanne

Special Support: Werner Lorke

Stockmann (Assistenz)

Projektmanagement: Isa Rekkab, Simone Moli-

Technische Leitung: Michael Wotruba

Träger / Sponsors

tor, Isabell Anhalt (Assistenz)

Redaktion: Daland Segler

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und

Festival- und Marketingmanagement:

Kunst (HMWK), Hessische Landesanstalt für

Anna-Katharina Gerson, Sanja Salgado

B3 Programmheft

privaten Rundfunk und neue Medien (LPR),

(Assistenz)

Leitung: Benjamin Pfeifer

Stadt Frankfurt

Programmplanung und Koordination: Gregor

Redaktion: Alexander Jürgs, Miriam Loy, Sylvia

Maria Schubert, Johanna Süß, Marie-Juliette

Meilin Weber, Evelyn Fieguth

Förderer / Sponsors

Leißner (Assistenz)

Lektorat: Miriam Loy

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr

Parcours Koordination: Lisa Beißwanger, Barba-

Konzeption und Gestaltung: Sandra Doeller,

und Landesentwicklung (HMWVL), Europäische

ra Dierksen, Christine Kopf

Anne Stock

Union, Kulturfonds Frankfurt RheinMain (Förde-

Campus Markt Koordination: Heike Andersen,

Übersetzungen: Geraldine Blecker, Anthony B.

rer des B3 Parcours), Aventis Foundation, Syl-

Sandra Elm, Andrea Löser

Heric, W. Martin, Susanne Radman

via und Friedrich von Metzler, Von Kelterborn /

Gestaltung B3 Designteam: Nikolas Brück-

Osmo Collection

mann, Klaus Hesse, Yuriy Matveev

Finanzen/Buchhaltung

Motion Design: Dominik Keggenhoff, Merlin

Joachim Kreiter (Leitung), Petra Heberer, Rena-

Partner / Partners

Flügel

te Auth, Sike Schirmer

Artima, Brehm & v. Moers, Das Lindenberg,

Set Design: Marc Samuel Ulm

Personal

Dr. Hauschka Kosmetik, Domzelt Deutschland,

B3 BEN Kreation: Trevor Gould

Carolin Alban

Exellenzcluster »Die Herausbildung normativer

3D-Druck Umsetzung: Peter Eckart und

Ordnungen« Goethe Universität, Frankfurter

Andreas Klober

Gründerfonds, Frankfurt StoryDrive / Frankfurter Buchmesse, FMX, Forum des Images, Fun-

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Press and

DeMental Studios, FullDome Festival, Hessen

Public Relations

Agentur, Hessen Invest Film, Hotel Nizza, Kom-

Redaktion: Alexander Jürgs, Benjamin Pfeifer,

petenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft

Katja Kupfer, Anna-Katharina Gerson, Susanne

des Bundes, Leo Burnett, Lichter Filmfest

Tenzler-Heusler, Evelyn Fieguth (Assistenz),

Frankfurt International, Radar Frankfurt, Rekla-

Maren Jentschke (Assistenz), Marie-Juliette

mefilmpreis, satis&fy, SAT Society for Arts and

Leißner (Assistenz), Sanja Salgado (Assistenz)


10

The first B3 Biennial of the Moving Images, 2013

The B3 Festival addressed this expanded nar-

B3 Parcours

ration. On various levels of presentation and re-

The B3 Parcours 2013 was a core component

flection it exhibited and questioned cinema,

of the B3 Premiere, and was sponsored by Kul-

“Happy is the person who can say ‘when’, ‘be-

television and new media and its innovative-nar-

turfonds Frankfurt RheinMain.

fore’ and ‘after’ (...). And Ulrich noticed that he

rative logics and offered orientation for the

had lost this primitive epic to which private life

future.

The following partners were involved in B3 Parcours:

is still attached, although publicly everything had become non-narrative and no longer follows

The date and topic for the next B3 Biennial

Deutsches Filmmuseum, Frankfurter Kunst-

a thread, but rather merges into an infinitely in-

2015 have already been set: “Expanded Senses”

verein, Städelschule, Schirn Kunsthalle, MMK

terwoven surface.”

from 7 to 11 October, 2015

Museum für Moderne Kunst, Museum Ange-

(Robert Musil, The Man Without Properties)

wandte Kunst, Museum für Kommunikation, The B3 Biennial prizes and prize-money 2013

Weltkulturen Museum, Portikus Frankfurt, Mu-

In 2013, the first B3 Biennial of the Moving Im-

Various prizes were awarded to professionals

seum Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein Wi-

ages with the focal topic “Expanded Narration.

and young talents at the first B3 Biennial, yet

esbaden, Sinclair Haus / Altana Kulturstiftung

Das neue Erzählen” (Expanded Narration. The

the event’s high standing resulted not from the

Bad Homburg, Atelierfrankfurt, basis Frankfurt,

new Storytelling) launched a new event format

prize money alone, but also such factors as the

Galerie Anita Beckers, Galerie Heike Strelow, Kai

in Frankfurt and the greater Rhine-Main region

curators, the international jurors, and finally the

Middendorf Galerie, Weißfrauen Diakoniekirche,

with the aim of creating an extensive platform

quality of the winning works.

Robert Johnson Offenbach

for exploring the moving image. It was motivated by the view that the moving image oc-

B3 Prize for Life’s Work

cupies a central role in the culture of the 21st

– Laurie Anderson

century. Consideration was given to all aspects

Facts and figures B3 Premiere 2013: – 200 national and international guests /

from creation via production through to dis-

BEN Main prizes 2013

artists

tribution and reception, but also appreciation

– Linear: Richard Mosse “The Enclave”

– 139 events

and scientific reflection of moving images, and

– Non-linear: Candice Breitz “Treatment”

– 25 venues

made available not only to experts, but also to

– Trans-media: The Riahi Brothers “Everyday

– Conceived and organized by the Offenbach

a broad public.

rebellion”

University of Art and Design (HfG)

The new format immediately met with great ap-

– In cooperation with the Hessen Film and Me-

proval and was well received.

BEN Young Talents Prizes Nachwuchspreise

dia Academy (hFMA)

Professionals, general public and media were im-

2013

– B3 Reader “Expanded Narration. Das neue Er-

pressed and enthusiastic about the vital com-

– Linear: Laura Labs / Max Kerkoff “Volksbühne”

zählen”, 800 pages Publication German / En-

plexity and innovative freshness of B3. It was

The Film and Television University (HFF) “Konrad

glish Editors: Marc Ries / Bernd Kracke

felt that B3 was unique and has great potential

Wolf”, Potsdam-Babelsberg

With texts by:

for further development.

– Non-linear: Philipp Bergmann / Matthias

Hans Ulrich Reck, Holger Kube Ventura, Chris-

The three modules, which B3 will also support

Schönijahn “Breaking News”

tian Janecke, Erkki Huhtamo, Sabine Breitsame-

in future– Festival, Parcours and CampusMarket

Justus-Liebig University Gießen

ter, Martin Seel, Juliane Rebentisch, Winfried

– provide a diverse programme that allowed visi-

– Trans-media: Nikolas Schmid-Pfähler / Carolin

Pauleit and Sabine Nessel, Vinzenz Hediger,

tors to experience “The new Storytelling” and in

Liebl “Vincent&Emily”

Martin Gessmann, Alain Bieber, Christine Lang,

doing so demonstrated how its “threads merge

Offenbach University of Art and Design (HfG)

Markus Kuhn, Ramon Reichert, Stefan Gün-

into an infinitely interwoven surface”, to remain

zel, Michel Reilhac, Alan Shapiro, Usha Reber,

with the words of Robert Musil. There were six

Ultra short competition 2013

Bernd Kracke, Marc Ries, Marcel Schwierin, Ro-

thematic focuses: TV series, games, immersion,

– #B3expandednarration

traut Pape, Eva Paulitsch and Uta Weyrich,

trans-media, art and cinema.

– Vine: 1st prize: Oliver Rossol, 2nd prize:

Steffen Huck, Diana Iljine and Sir Peter Jonas,

Through the selection of its national and inter-

Daniel Herzog

Linda Breitlauf, Claudia Söller-Eckert, Ferdinand

national guests, but also the choice of works

– Instagram: 1st prize: Janja Milosevic, 2nd

Schmatz, Norman Hildebrandt and Jonas En-

exhibited in the Parcours and during the Festi-

prize: Igor Štromajer

glert, Jos Diegel

val, the B3 Biennial could prove that despite cri-

Publisher: Transcript

ses and the often pronounced death of author

#B3live

narration, the invention of stories still belongs

– Vine: 1st prize: Yaschar Scheyda, 2nd prize:

to the most elementary of cultural techniques.

Maximilian Witt – Instagram: 1st prize: Marco Seifert, 2nd prize:

“Not only real history is expanding, but also fictional narration, (...) the more we rationalize, the more we have to narrate. The more modern the world becomes, the more inevitable narration becomes: narrare necesse est” (Odo Marquard)

Max Brück

ISBN 978-3-8376-2652-0


R端ckblicke / Ausblicke

B3 Biennale des bewegten Bildes Vortrag / Lecture: Douglas Gordon

B3 Preisverleihung / Award Show: Arash T. Riahi, Arman T. Riahi

Podiumsdiskussion / Panel, Frankfurter Kunstverein

11


12

B3 BEN Award, Gestaltung / Design: Trevor Gould Eröffnung B3 Campus Markt in den Römerhallen Opening B3 Campus Markt

Eröffnung B3 Festival im Frankfurter Kunstverein

Aftershow -Party, Gibson Club

Opening B3 Festival at Frankfurter Kunstverein

Richard Mosse »The Enclave« in der Ausstellung »Nonliteral« im Atelierfrankfurt, kuratiert von Anita Beckers und Heike Strelow Richard Mosse “The Enclave” in the exhibition “Nonliteral” at Atelierfrankfurt, curated by Anita Beckers and Heike Strelow

B3 Campus Markt, Römerhallen


R端ckblicke / Ausblicke

B3 Biennale des bewegten Bildes

Laurie Anderson im B3 Abschlusskonzert, Gibson Club Foto: Clemens Mitscher Laurie Anderson, B3 concert at Gibson Club

Vortrag / Lecture mit Robert Wilson

B3 Parcour-Partner Frankfurter Kunstverein

13


14

Da bewegt sich was B3 Biennale des bewegten Bildes Das Gestaltungskonzept der B3 Biennale des bewegten Bildes sieht vor, dass es sich alle zwei Jahre radikal erneuert. So ist gewährleistet, dass das Festival sich nicht nur inhaltlich, sondern auch in seiner Außendarstellung bewegt. Die einzige Konstante bleibt das Logo und die Schriften. Das Kommunikationskonzept und das Corporate Design wurden von Nikolas Brückmann, Klaus Hesse und Yuriy Matveev Ende 2012 entwickelt. Die drei Schlüsselbilder für die erste Biennale 2013 basieren auf der Idee, statische Bilder zu generieren, die sich aufgrund eines visuellen Effekts für den Betrachter bewegen. Das HfG-Team Konzeption, Gestaltung und Supervision: Nikolas Brückmann, Klaus Hesse und Yuriy Matveev B3-Reader: Karin Rekowski Setdesign: Marc Samuel Ulm Animationen: Merlin Flügel, Dominik Keggenhoff Social Media: Loimi Brautmann, Nicolas und Oliver Kremershof

Something is moving.

Gestaltete Medien Plakate, Citylights, Rollups, Flyer, Anzeigen, Planen, Banner, Fahnen, Infoscreens, Aufkleber, Postkarten, Webseite, Reader, Visitenkarten, Bühnenprojektionen, Locationbranding, Screens, Tragetaschen, Lanyards, T-Shirts, Pins / Anstecker, Festival-Pässe, PK-Keynotes etc. Auszeichnungen 2013 Sammlung Museum Kunst & Gewerbe Hamburg für B3-Plakat 2013 Red Dot für B3-Corporate Design 2013 Silver Medal Art Directors Club für B3-Plakat 2013 Silver Medal Art Directors Club für B3-Corporate Design 2013 Silver Medal European Design Award für B3-Plakat 2013 100 Beste Plakate für B3-Plakat 2014 ADC Nachwuchswettbewerb für den B3-Reader

Distinctions: 2013 Sammlung Museum Kunst & Gewerbe

Every two years the design concept behind the

Hamburg B3 poster

B3 Biennial of the Moving Images is to be rad-

2013 Red Dot

ically changed. This is to ensure the Festival

for B3 corporate design

is not only about movement, but that it also

2013 Silver Medal Art Directors Club

moves in the public perception. The logo and

for B3 poster

typefaces however remain the same. The com-

2013 Silver Medal Art Directors Club

munication concept and corporate design were

for B3 corporate design

developed by Nikolas Brückmann, Klaus Hesse

2013 Silver Medal European Design Award

and Yuriy Matveev at the end of 2012. The

for B3 poster

three key images for the first Biennale in 2013

2013 100 Best Posters

are based on the idea of generating static im-

for B3 poster

ages, which appear to move owing to a visual

2014 ADC Nachwuchswettbewerb (award for up

effect.

and coming talents) for B3 reader

The HfG team:

Designed media:

Conception, design and supervision: Nikolas

Posters, city lights, rollups, flyers, ads, awnings,

Brückmann, Klaus Hesse and Yuriy Matveev

banners, flags, info screens, stickers, postcards,

B3 reader: Karin Rekowski

website, reader, business cards, stage projec-

Set design: Marc Ulm

tions, location branding, screens, carriers, lan-

Animations: Merlin Flügel, Dominik Keggenhoff 

yards, T-shirts, badges, Festival passes, PK key-

Social media: Loimi Brautmann, Nicolas and

notes etc.

Oliver Kremershof


Rückblicke / Ausblicke

15

B3 / Gestaltung

Programm & Tickets auf www.b3biennale.com

Programm & Tickets auf www.b3biennale.com

Parcourspartner/Veranstaltungsorte Astor Film Lounge Atelierfrankfurt basis e.V. Deutsches Filmmuseum E-Kinos Exzellenzcluster Normative Orders Frankfurter Kunstverein Galerie Anita Beckers Galerie Heike Strelow Gibson Club Haus am Dom Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Kai Middendorff Galerie Kinothek Asta Nielsen e.V. MMK Museum für Moderne Kunst Museum Angewandte Kunst Museum für Kommunikation Frankfurt Museum Wiesbaden Nassauischer Kunstverein Wiesbaden Portikus Robert Johnson Römerhallen Schirn Kunsthalle Frankfurt Städelschule Weißfrauen Diakoniekirche Weltkulturen Museum Partner Brehm & v. Moers Dr. Hauschka Kosmetik FunDeMental Studios Leo Burnett MAXON satis&fy Sky Deutschland Von Kelterborn/OSMO Collection Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH Hotelpartner Lindenberg Nizza Hotel Westin Hotels & Resorts Medienpartner BlickpunktFilm De:Bug Frankfurter Allgemeine Zeitung GamesMarkt Journal Frankfurt Medien Bulletin Ströer Media AG taz.die tageszeitung Versicherungspartner ARTIMA

Veranstalter

in Kooperation mit

Träger

Förderer

Förderer B3 Parcours

EUROPÄISCHE UNION Investition in Ihre Zukunft Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

Parcourspartner/Veranstaltungsorte Astor Film Lounge Atelierfrankfurt basis e.V. Deutsches Filmmuseum E-Kinos Exzellenzcluster Normative Orders Frankfurter Kunstverein Galerie Anita Beckers Galerie Heike Strelow Gibson Club Haus am Dom Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Kai Middendorff Galerie Kinothek Asta Nielsen e.V. MMK Museum für Moderne Kunst Museum Angewandte Kunst Museum für Kommunikation Frankfurt Museum Wiesbaden Nassauischer Kunstverein Wiesbaden Portikus Robert Johnson Römerhallen Schirn Kunsthalle Frankfurt Städelschule Weißfrauen Diakoniekirche Weltkulturen Museum Partner Brehm & v. Moers Dr. Hauschka Kosmetik FunDeMental Studios Leo Burnett MAXON satis&fy Sky Deutschland Von Kelterborn/OSMO Collection Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH Hotelpartner Lindenberg Nizza Hotel Westin Hotels & Resorts Medienpartner BlickpunktFilm De:Bug Frankfurter Allgemeine Zeitung GamesMarkt Journal Frankfurt Medien Bulletin Ströer Media AG taz.die tageszeitung Versicherungspartner ARTIMA

Veranstalter

in Kooperation mit

Träger

Förderer

Förderer B3 Parcours

EUROPÄISCHE UNION Investition in Ihre Zukunft Europäischer Fonds für regionale Entwicklung


16

In der Kürze liegt die Würze HfG-Neujahrsempfang 2O14 im Pecha Kucha- Format 20 Bilder x 20 Sekunden = 6:40 Minuten, das sind die unbeugsamen Gesetze einer Pecha Kucha-Präsentation. Der fünfte HfG-Neujahrsempfang am 4. Februar 2014 stand ganz im Zeichen des kurzweiligen Präsentationsformats, das in Japan erfunden wurde. Nach ein paar einführenden programmatischen Worten des Hochschulpräsidenten, Prof. Bernd Kracke zur Entwicklung der HfG und den anstehenden Herausforderungen im internationalen Wettbewerb, ging es los. Moderiert von Peter Cachola Schmal (Direktor, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt) stellten sich Professoren, Studierende und Absolventen der HfG sowie der Vorsitzende der freunde der hfg e.v., Dr. Holger Niedenthal, der Herausforderung. Ob eine ganz spezielle Liebe zu Indien oder eine Liebeserklärung an Offenbach, spannende Projekte und Veranstaltungen der Hochschule, experimentelle Materialstudien, ein Auslandsaufenthalt oder gar das Format selbst – das Themenspektrum war breit gefächert, und der Abend bot den rund 200 Gästen, darunter Moderatorin Sybille Nicolai, der ehemalige hessische Wissenschaftsminister Udo Corts und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider, einen bisher nicht gekannten Einblick in das Hochschulleben und -treiben. Dieses Mal konnten die Gäste sogar ein Stück HfG mit nach Hause nehmen. Die Arbeitsgruppe »HfG. Die Institution«, die sich derzeit theoretisch und gestalterisch mit der Eingangssituation der Hochschule befasst, veranstaltete eine von Prof. Dr. Marc Ries initiierte Tombola mit Lotteria (→S.118-121). Studierende und Lehrende der HfG stellten hierfür Kunstwerke und Designobjekte zur Verfügung, die im Foyer im Erdgeschoss ausgestellt wurden. Ein Los kostete zehn Euro und am Ende hatten alle Werke neue Besitzer gefunden. Der Erlös der Tombola wurde schließlich in einer Lotterie an Studierende verlost.

Programm Prof. Georg-Christof Bertsch My own private India (Hommage to Gus van Sant) – No way around Bharat Loimi Brautmann Warum ich nicht nach Dresden musste Prof. Eike König After School Club Prof. Dr. Markus Holzbach Making Prof. Heiner Blum Robert Johnson Theorie Kim Schön, Frauke Taplik, Aldin Sakić, Benjamin Slattery Der AStA der HfG stellt sich vor

Prof. Sascha Lobe babel Dr. Holger Niedenthal Vorsitzender freunde der hfg e.v. Jessica Hefner, Marcus Lüttgau 20 zu 1.000 – Konzept zur Effizienzsteigerung: Mehr rausholen aus 6:40 Minuten Berenike Eimler China-Stipendium Moderation: Peter Cachola Schmal Direktor DAM – Deutsches Architekturmuseum pechakuchanight.de Danke: satis & fy, Christian Öhl, Lavelle Müller, Julia Schrahe, Nils Wildegans


Rückblicke / Ausblicke

HfG-Neujahrsempfang 2014

Brevity is the soul of wit HfG New Year Reception 2014 in the Pecha Kucha format

a stay abroad or even the format itself – there

17

was a broad spectrum of topics, and the evening offered some 200 guests including presenter Sybille Nicolai, Hessen’s former Minis-

20 pictures x 20 seconds = 6:40 minutes.

ter of Higher Education, Research and the Arts

These are the rigid rules governing a Pecha Ku-

Udo Corts, and Offenbach’s Lord Mayor Horst

cha presentation. The fifth HfG New Year Re-

Schneider an unfamiliar insight into university

ception, which took place on 4 February 2014,

life and activities.

revolved around the entertaining presentation format conceived in Japan. University president

This time guests could even take a piece of HfG

Prof. Bernd Kracke spoke briefly about the de-

back home with them. The study group “HfG.

velopment of HfG and the challenges the uni-

The Institution”, which is currently applying it-

versity faces regarding international competi-

self both theoretically and practically to the

tion and then things kicked off. Moderated by

re-design of the university foyer, organized a

Peter Cachola Schmal (Director, Deutsches Ar-

tombola plus lottery initiated by Prof. Dr. Marc

chitekturmuseum Frankfurt) professors, stu-

Ries. HfG students and lecturers made avail-

dents and graduates of HfG but also the Chair-

able works of art and design objects, which

man of the friends of hfg, Dr. Holger Niedenthal,

were exhibited in the foyer on the ground floor.

faced the Pecha Kucha challenge. Whether it

A ticket cost ten Euros, and in the end all the

was a special love of India or a declaration of

works changed hands. Afterwards, the proceeds

Prof. Georg-Christof Bertsch

love to Offenbach, fascinating university proj-

from the tombola were raffled off to students

My own private India (Hom-

Dr. Holger Niedenthal

ects and events, experimental material studies,

in a lottery.

age to Gus van Sant) –

Chairman friends of hfg

Programme

Prof. Sascha Lobe babel

No way around Bharat Jessica Hefner, Loimi Brautmann

Marcus Lüttgau

Why I didn’t have to go to

20 to 1,000 – Efficiency im-

Dresden

provement concept: Getting more out of 6:40 minutes

Prof. Eike König After School Club

Berenike Eimler China fellowship

Prof. Dr. Markus Holzbach Making

Moderation: Peter Cachola Schmal

Prof. Heiner Blum

Director DAM – Deutsches

Robert Johnson Theory

Architekturmuseum

Kim Schön, Frauke Tap-

pechakuchanight.de

lik, Aldin Sakić, Benjamin

Fotos: Jaewon Chung Robert Schittko

Slattery

Thanks to: satis & fy,

The university’s General Stu-

Christian Öhl, Lavelle

dent Committee - AStA -

Müller, Julia Schrahe, Nils

introduces itself

Wildegans


18

16. HfG-Rundgang 5. bis 7. Juli 2O13 Ausstellungsorte HfG-Campus Schlossstraße 31

HfG-Atelierhaus Geleitsstraße 103

HfG-Ausstellungsraum im Hauptbahnhof Bismarckstraße 146

Ölhalle Hafen 6

WohnBüro Platz der Deutschen Einheit 5

City Passage Offenbach Frankfurter Straße 39–45

akademie für interdisziplinäre prozesse Ludwigstraße 112

Filmnacht auf dem Schlossplatz

CrossMediaNight auf dem Schlossplatz


RĂźckblicke / Ausblicke

19

16. HfG-Rundgang

GeleitsstraĂ&#x;e Freies Zeichnen / Illustration

Gemeindesaal Produktgestaltung Grundkurs


20

Wohnb체ro / ehem. IHK-Geb채ude

Isenburger Schloss Produktgestaltung

Hauptgeb채ude Typografie


Rückblicke / Ausblicke

21

16. HfG-Rundgang

Fotos: Jochen Stierberger Christopher von Harbou Elena Osmann

Wohnbüro / ehem. IHK-Gebäude Experimentelle Raumkonzepte

Hauptgebäude Elektronische Medien

Ölhalle Malerei


22

Hauptbahnhof Illustration und Grafik-Design

Hauptgebäude Konzeptionelle Gestaltung

GeleitsstraĂ&#x;e Bildhauerei

Fotos: Jochen Stierberger Christopher von Harbou Elena Osmann


Rückblicke / Ausblicke

23

16. HfG-Rundgang

Wohnbüro / ehem. IHK-Gebäude Produktgestaltung

Hauptgebäude Produktgestaltung Isenburger Schloss Fotografie

Hauptgebäude Bühnenbild

Die Stadt ergänzen: City-Halle Experimentelle Raumkonzepte, Soziologie / Theorie der Medien


24

Rundgangpreise 2o13 An der HfG Offenbach wurden anlässlich der Eröffnung des 16. HfG-Rundgangs, der vom 5. bis 7. Juli 2013 stattfand, acht Preise und ein Stipendium vergeben. Die Frankfurter Künstlerhilfe e.V. hat 2013 zum ersten Mal für den Schwerpunkt Kunst einen mit 2.000 Euro dotierten Rundgangpreis ausgelobt. Der Preis ging an Georg Thanner für seine Arbeit »Einbeiniger unter Blinden«. Die Jury bestand aus Bea Emsbach (Künstlerin, Frankfurt), Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter Gegenwartskunst am Städel Museum Frankfurt) und Grit Weber (art kaleidoscope). Der Frankfurter Verein für Künstlerhilfe e.V. hat seit 30 Jahren jungen Künstlern beim Start in die Unabhängigkeit geholfen und damit dem Ziel von Lions International entsprochen, sich für soziale und kulturelle Aufgaben der Gesellschaft einzusetzen.

Den 2013 von der FAZIT-Stiftung erstmals ausgelobten Preis, der im Bereich Grafik-Design / Illustration vergeben wurde, erhielt Sofia Yakovleva für »Gedankenflüsse«. Der Jury, der mit 2.500 Euro dotierten Auszeichnung, gehörten Michael Hierholzer (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Achim Frenz (Caricatura Museum, Frankfurt) und Catrin Altenbrandt (Pixelgarten, Frankfurt) an. Die FAZIT-Stiftung Gemeinnützige Verlagsgesellschaft mbH wurde im Jahr 1959 gegründet und fördert gemäß der Satzung neben Wissen-

Die freunde der hfg e.V. haben 2013 zum zweiten Mal zwei mit je 2.500 Euro dotierte Rundgangpreise ausgelobt: für den Schwerpunkt Kunst und für den Schwerpunkt Medien. Der Preis im Bereich Medien ging an Daniel Jude für seinen Film »Wächter«. Undotierte Anerkennungen erhielten Raufi Wagehe für »Nichts – nur dauernd« und Tilmann Aechtner für »Schleifmaschine«. Die Jury bestand aus Anita Beckers (Galeristin, Frankfurt), Dr. Holger Niedenthal (Vorstand freunde der hfg e.v.) und Karl Kliem (dienststelle, Frankfurt). Der Preis im Bereich Kunst ging an Lukas Sünder für »Spielzeug«. Die Jury bestand aus Heike Strelow (Galeristin, Frankfurt), Dr. Holger Niedenthal, Wolfgang Winter (Winter / Hörbelt, Frankfurt). Der Wöhner Innovationspreis für Industrial Design wurde zum zweiten Mal vergeben worden. Gestiftet wurde der Preis von Wöhner GmbH & Co. KG. Das fränkische Unternehmen setzt seit mehr als 20 Jahren konsequent auf Design in der Unternehmenskommunikation und in der technischen Entwicklung. Die Jury bestand aus Prof. Wolfgang Sattler (Bauhaus Universität Weimar), Daniel Knies (Spiriant Design Studio) und Prof. Frank Zebner (Dekan im Fachbereich Produktgestaltung an der HfG Offenbach). Der Preis ging zu gleichen Teilen (mit je 1.000 Euro dotiert) an drei Studierende: Simon Ehses für »Collective – Digitale Heimat«, Natalia Echeverri Pinto für »Stromsicherungsschalter« und Nils Mayer / Marc Schömann / Raoul Wilken für »HfG-OF_3D-Printer«.

schaft und Forschung, Bildung und Erziehung auch Museen und Kultur.

Rundgangpreis der Frankfurter Künstlerhilfe e.V. Von links: Prof. Bernd Kracke (HfG- Präsident), Georg Thanner (Preisträger), Harald Meyer (Frankfurtert Verein für Künstlerhilfe e.V.), Prof. Dr. Juliane Rebentisch (Philosophie / Ästhetik), Dr. Martin Engler (Kurator Gegenwartskunst, Städel Museum)

Sofia Yakovleva Preisträgerin des Rundgangpreises der FAZIT-Stiftung, Grafik-Design / Illustration


Rückblicke / Ausblicke

Rundgangpreise 2013

Daniel Jude Preisträger des Rundgangpreises der freunde der hfg e.v, Medien

Jurymitglieder der Rundgangpreise des Fachbereiches Produktgestaltung Von links: Daniel Knies (Spiriant Design Studio), Prof. Wolfgang Sattler (Bauhaus Universität Weimar), Jochen Denzinger (ma ma Interactive System Design, Frankfurt), Prof. Frank Georg Zebner (Dekan im Fachbereich Produktgestaltung an der HfG Offenbach), Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst Frankfurt), Thorsten Kortemeier (MINOX, Wetzlar)

Der mit 2.500 Euro dotierte Dr. Marschner HfG Rundgangpreis ist in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben worden. Der Preis, der alternierend in den drei Bereichen Kunst, Medien und Design ausgeschrieben wird, ging 2013 an den Bereich Produktdesign. Frauke Taplik erhielt die Auszeichnung für ihren Entwurf »Frakturerstversorgung«. Die Jury bestand aus Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst Frankfurt), Jochen Denzinger (ma ma Interactive System Design, Frankfurt) und Thorsten Kortemeier (MINOX, Wetzlar).

Auch 2013 ist an der HfG Offenbach der DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender vergeben worden. Die Mittel stammen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst in Bonn (DAAD). Den mit 1.000 Euro dotierten Preis erhielt in diesem Jahr Lin-Nan Zhang. Der DAAD-Preis, der seit mehr als zehn Jahren vergeben wird, soll dazu beitragen, den großen Zahlen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen Gesichter zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden. Damit wird deutlich, dass jeder einzelne ausländische Studierende ein

Die gemeinnützige Dr. Marschner Stiftung ist seit 2005 als rechtsfähig

Stück von Deutschland in seine Heimat mitnimmt und etwas von sich in

anerkannt. Sie dient der Förderung mildtätiger, kultureller und wissen-

Deutschland lässt – eine Bereicherung für beide Seiten.

schaftlicher Zwecke und fördert ausschließlich Projekte in Frankfurt und Offenbach.

Die Deutsche Börse AG hat 2013 zum vierten Mal den Deutsche Börse und HfG Fotoförderpreis für eine künstlerische fotografische Arbeit ausgeschrieben, die während des HfG-Rundgangs ausgestellt wird. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde an Stefan Stark und Pujan Shakupa vergeben. Sie wurden damit als Künstlerpaar ausgezeichnet. Gleichzeitig hat die Jury die beiden hervorragenden Einzelpositionen honoriert. Der Jury gehörten die renommierte Fotografin Barbara Klemm, die Kuratorin der Deutsche Börse AG, Anne-Marie Beckmann und der Präsident der HfG, Prof. Bernd Kracke an. Im Rahmen der Kulturförderung unterstützt die Deutsche Börse unterschiedliche Institutionen und Projekte, die sich mit bildender Kunst und Musik auseinandersetzen bzw. diese präsentieren. Im Mittelpunkt des Kunstengagements steht die Förderung zeitgenössischer Fotografie. Grundlage dafür ist die eigene Fotografie-Sammlung: Die Art Collection Deutsche Börse, die seit zehn Jahren kontinuierlich wächst und in Frankfurt und Luxemburg zu sehen ist.

Das China Stipendium für Kommunikationsdesign wurde 2013 zum ersten Mal vom Deutsch-Chinesischen Kulturaustausch für Kunst und Design e.V. (DCKD) mit Sitz im Schloss Ellbroich in Düsseldorf an der HfG vergeben. Jian Guo, Vorsitzender des DCKD, verlieh das Stipendium an Berenike Eimler. Der DCKD fördert den akademischen und kulturellen Austausch und die Nachwuchsförderung zwischen China und Deutschland in den Bereichen Architektur, Design und Kunst.

25


26

Visuelle Kommunikation

Rundgang prizes 2013

Produktgestaltung

Theorie

The foundation FAZIT-Stiftung Gemeinnützige

The prize was awarded to three students,

Verlagsgesellschaft mbH was founded in 1959,

who each received EUR 1,000: Simon Ehses

To mark the opening of the 16th Rundgang

and in keeping with its statutes promotes

for “Collective – Digitale Heimat” (Collective

at the HfG Offenbach from 5 to 7 July, 2013,

science and research, education but also

– Digital Home), Natalia Echeverri Pinto for

eight prizes and a scholarship were awarded.

museums and culture.

“Stromsicherungsschalter” (safety switch), and

2013 was the first time Frankfurter Künstlerhil-

For the second time the freunde der hfg e.v.

fe e.V. awarded a prize for art with prize money

(Friends of the HfG society) awarded two

of EUR 2,000. It went to Georg Thanner for his

Tour prizes each worth EUR 2,500 for art and

The Dr. Marschner HfG Tour Prize with prize

work “Einbeiniger unter Blinden” (One-Legged

media. The media prize went to Daniel Jude

money of EUR 2,500 was awarded for the fifth

Man Amongst Blind People). The jury consisted

for his film “Wächter” (Watcher). Distinctions

time. Alternately bestowed for art, media and

of Bea Emsbach (artist, Frankfurt), Dr. Martin

were also awarded to Wagehe Raufi for “Nichts

design, this year it went to product design.

Engler (collection director for contemporary art

– nur dauernd“ (Nothing – just permanently)

Frauke Taplik received the award for her design

at Städel Museum Frankfurt) and Grit Weber

and Tilmann Aechtner for “Schleifmaschine”

“Frakturerstversorgung” (First aid for fractu-

(art kaleidoscope).

(Grinding Machine). Jury members were Anita

res). The jury consisted of Matthias Wagner

Beckers (Galerie Anita Beckers, Frankfurt), Dr.

K (Museum Angewandte Kunst Frankfurt),

For 30 years the Frankfurter Verein für

Holger Niedenthal (Chairman freunde der hfg

Jochen Denzinger (ma ma Interactive System

Künstlerhilfe e.V. (Frankfurt Association for

e.V.) and Karl Kliem (dienststelle). The prize for

Design, Frankfurt), Thorsten Kortemeier

the Promotion of Artists) has been helping

art was went to Lukas Sünder for “Spielzeug”

(MINOX, Wetzlar).

young artists attain independence, and in this

(Toys). The jury was made up of Heike Strelow

reflects the mission of Lions Club Internatio-

(gallery owner, Frankfurt), Dr. Holger Niedent-

The non-profit making foundation Dr. Marsch-

nal, which is committed to community work in

hal (Chairman freunde der hfg e.V.), Wolfgang

ner Stiftung has been an incorporated compa-

social and cultural areas.

Winter (Winter / Hörbelt, Frankfurt).

ny since 2005. It promotes charitable, cultural

An award for graphic design / illustration with

The Wöhner Innovation Prize for Industrial De-

prize money of EUR 2,500 was given by the

sign was awarded a second time. The prize was

foundation FAZIT-Stiftung for the first time

donated by Wöhner GmbH & Co. KG. For over

For the fourth time Deutsche Börse AG invited

in 2013. It was won by Sofia Yakovleva for

twenty years the firm based in Franconia has

entries for the Deutsche Börse and HfG Photo-

“Gedankenflüsse” (Flood of Thoughts). Michael

focused consistently on design in corporate

graphy Prize for an artistic photographic work

Hierholzer (Frankfurter Allgemeine Zeitung),

communication and technical development.

exhibited at the HfG Rundgang. The prize with

Achim Frenz (Caricatura Museum, Frankfurt)

Jury members were Prof. Wolfgang Sattler

an endowment of EUR 2,500 was awarded

and Cathrin Altenbrandt (Pixelgarten, Frank-

(Bauhaus University Weimar), Daniel Knies

to Stefan Stark and Pujan Shakupa. Though

furt) made up the jury.

(Spiriant Design Studio) and Prof. Frank Zebner

they were awarded the prize as an artist duo

(Head of Product Design HfG Offenbach).

the jury also honoured their excellent single

Nils Mayer / Marc Schömann / Raoul Wilken for “HfG-OF_3D-Printer”.

and charitable aims and exclusively supports projects in Frankfurt / Main and Offenbach.

positions. Jury members were renowned photographer Barbara Klemm, curator of Deutsche Börse Art Collection, Anne-Marie Beckmann and President of HfG, Prof. Bernd Kracke. As part of its cultural engagement Deutsche Börse supports various institutions and projects, which are either involved with visual art and music or in its presentation. Fostering

Der Deutsche Börse und HfG Fotoförderpreis Von links: Prof. Bernd Kracke (Präsident, HfG), Sebastian Knoll (Deutsche Börse AG), Prof. Martin Liebscher (Fotografie, HfG), Stefan Stark (Preisträger), Pujan Shakupa (Preisträger)


Rückblicke / Ausblicke

27

Rundgangpreise 2013

contemporary photography is a particular focus of Deutsche Börse’s dedication to art. It has its own photography collection: Art Collection Deutsche Börse, which has been continually expanded for ten years, and can be viewed in Frankfurt and Luxemburg. In 2013 the DAAD Prize for Outstanding Achievements by Foreign Students was awarded once again. It comes with an endowment of EUR 1,000 from the German Academic Exchange Service in Bonn (DAAD). This year it went to Lin-Nan Zhang. Now in existence for over ten years the DAAD prize seeks to lend a face to the large numbers of foreign students at German universities and link them to stories. The prize demonstrates that every single foreign student takes a piece of Germany back to his or her home country, and leaves part of themselves in Germany – which benefits both sides. For the first time the China stipend for communication design was awarded to HfG by the “German Chinese Cultural Exchange for Art and Design (DCKD)” based in Schloss Ellbroich, Düsseldorf. Jian Guo, Chairman of the DCKD,

Dr. Marschner HfG Rundgangpreis / Produktdesign Von links: Prof. Bernd Kracke (Präsident), Matthias Wagner (Direktor Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Wolfgang Rawer (Dr. Marschner Stiftung), Frauke Taplik (Preisträgerin), Prof. Frank Georg Zebner (Dekan Fachbereich Produktgestaltung)

presented the stipend to Berenike Eimler. The DCKD promotes academic and cultural exchange between China and Germany, and fosters young people in both countries engaged in architecture, design and art.

Fotos: Jochen Stierberger Christopher von Harbou Elena Osmann

Verleihung des DCKD-China Stipendiums und des DAAD-Stipendiums Von links: Prof. Bernd Kracke (Präsident, HfG), Jian Guo ( Vorsitzender, DCKD), Prof. Klaus Hesse ( Dekan Visuelle Kommunikation), Lin-Nan Zhang (DAAD-Stipendium), Berenike Eimler (DCKD-Stipendium), Marianne Löhr (Internationales Büro, HfG)


28

Visuelle Kommunikation

Ein Hamburger aus Ostpreußen geht von Bord Adam Jankowski zum Abschied »So trifft man sich wieder«, dachte ich damals, als ich als neu berufener Professor für Elektronische Medien Adam Jankowski 1999 in der HfG Offenbach traf. Unsere erste Begegnung lag gut 25 Jahre zurück. 1974 trafen wir uns erstmalig in Hamburg an der Hochschule für Bildende Künste im Atelier der Klasse Mavignier in der Spaldingstrasse – eine Atelier-Expositur. Auch damals gab es schon Platzprobleme an Kunsthochschulen ähnlich wie derzeit an der HfG. Nach 26 Jahren an der Hochschule, als Professor für Malerei, ist der Hamburger aus Ostpreußen im Sommersemester 2013 von Bord gegangen. Ein gutes Vierteljahrhundert hat der in Danzig geborene und aufgewachsene, in Wien und Hamburg studierte und durch die Welt gereiste Künstler das Lehrgebiet Malerei und auch ein Stück weit die gesamte HfG geprägt. Dazu trugen nicht nur sein unermüdliches Engagement in der Grundlehre und hinsichtlich der programmatischen Entwicklung der Hochschule bei, auch bei zentralen Publikationen war er immer wieder mit verantwortlich für Konzeption und Redaktion: als Beispiele genannt seien nur die Festschrift von 1991 oder die von 2007 »Gestalte / Create« anlässlich des 175. Jubiläum der HfG. Adam Jankowski hat die Kunst, die Malerei auch als theoretische Disziplin verstanden und gelehrt, schließlich war seinem Studium der bildenden Kunst in Hamburg ebendort auch ein Studium der Kunstgeschichte gefolgt. Bemerkenswert fand ich immer, dass er davor Maschinenbau studierte. Man muss sich eine solche Entscheidung, einen solchen Schritt, einschließlich der Konsequenzen erst einmal vergegenwärtigen. Da ist ein Maschinenbauer, der sich in die Kunst verliebt. Davon gibt es sicherlich

viele. Aber hier ist einer, der den Rechenschieber in den Mülleimer schmeißt und zum Pinsel greift. Und nicht nur das. Er schwört seinem alten Glauben an das rein rationale Denken ab und heiratet die mitunter doch recht launische Malerei und ist ihr treu. Und sie ist ihm treu. So wie es aussieht wohl ein Leben lang. Kein Märchen, sondern Adam Jankowski. Unaufhörlich beschäftigt sich Adam neben seiner künstlerischen Arbeit mit theoretischen Fragen zu den Begrifflichkeiten der Gestaltung sowie zu philosophisch-ästhetischen, historisch-gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Kunst mit Gefühl und Verstand. In seinen Bildern, die sich von realistischer Malerei hin zu einer abstrakten mit Unschärfe agierenden entwickelte, verhandelte er auch seine theoretischen Reflexionen. Sein Lehrgebiet an der HfG Offenbach umschrieb er in einem Satz: »Forschungsschwerpunkt: Landschaftsmalerei im Zeitalter der digitalen Bildtechnologien«. Hier zeigt sich insbesondere, als Konzentrat, die Relevanz der Verzahnung alter und neuer Bildtechniken für die Lehre an der HfG – mitgeprägt von der Lehr- und Künstlerpersönlichkeit Adam Jankowski, der als langjähriger Dekan von 1989 bis 2000 und von 2006 bis 2011 den Fachbereich Visuelle Kommunikation leitete und konturierte. Sicher ist es auch die Disziplin, die seine Arbeit, seine Lehre kennzeichnet; eine mitunter eiserne, wie man sie zum Rennradfahren benötigt, dem leidenschaftlichen Hobby Adams. Ehrlich, geradeaus, authentisch – Adam hat es nie interessiert in ruhigem Gewässer zu schwimmen, vielmehr sind es die Ecken und Kanten, die Reibungen, die ihn charakterisieren – im Leben, der Lehre wie in der Kunst. Das wird fehlen. Bernd Kracke

Adam Jankowski Geboren 1948 in Danzig, dort aufgewachsen, später lebte er in Warschau und seit 1961 in Wien. Ab 1966 Studium der Malerei an der Technischen Hochschule und an der Kunstakademie Wien. 1970 Umzug nach Hamburg und Studium an der Hochschule für bildende Künste bei Almir Mavignier, Bazon Brock und KP Brehmer. Von 1976 bis 1980 Studium der Kunstgeschichte an der Universität Hamburg bei Klaus Herding und Horst Bredekamp. Seit 1970 freischaffender Maler mit zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a. 1990 im Museum Moderner Kunst Wien, in der Kunsthalle Hamburg und im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. 1984/85 Lehrauftrag für Malerei am Fachbereich Gestaltung der FH Hamburg. Seit 1987 Professur für Malerei und Farbiges Gestalten an der HfG Offenbach mit dem Forschungsschwerpunkt »Landschaftsdarstellung im Zeitalter elektronischer Medien«. Von 1989 bis 2000 und 2006 bis 2011 Dekan des Fachbereichs Visuelle Kommunikation.

Born 1948 in Danzig, where he also grew up. Later he lived in Warsaw and from 1961 onwards in Vienna. From 1966 he studied Painting at the Vienna University of Technology and at the Academy of Fine Arts Vienna. In 1970, he moved to Hamburg and studied at the University of Fine Arts under Almir Mavignier, Bazon Brock and KP Brehmer. From 1976 to 1980 he studied History of Art at Hamburg University under Klaus Herding and Horst Bredekamp. From 1970 a freelance artist with numerous solo and group exhibitions, for example 1990 in the Museum Moderner Kunst Wien, Kunsthalle Hamburg and Hessisches Landesmuseum Darmstadt. 1984/85 lecturing post in Painting in the Fine Art Department FH Hamburg. From 1987 chair of Painting and Color Design at HfG Offenbach, focusing his research on “Landscape depiction in the age of electronic media”. From 1989 to 2000 and 2006 to 2011 Dean of Visual Communication.


Personalien

29

Adam Jankowski

Stills aus: »Jetzt haben wir schon eine Brille auf und trotzdem erkennt man nichts« 1-Kanal-Videoinstallation, HD, 2013, von Jos Diegel & Mariola Brillowska

Foto: Magda Mogila

A Hamburg resident and native of East Prussia disembarks Farewell to Adam Jankowski

editing of key publications: take the commem-

In his art, which developed from realistic paint-

orative publication of 1991 or “Gestalte / Cre-

ing to an abstract style working with blurring,

ate” published in 2007 to mark the university’s

he also explored his theoretical reflections. He

175th anniversary.

described his department at HfG Offenbach

“So we meet again,” I thought at the time, when

Adam Jankowski understood and taught art and

in one sentence: “Research focus: Landscape

in 1999 I met Adam Jankowski as newly ap-

painting as a theoretical discipline. After all, he

painting in the age of digital image technolo-

pointed Professor of Electronic Media at HfG

had followed up his studies of Fine Arts in Ham-

gies”. It makes an apt and concise reference to

Offenbach. Our first encounter had taken place

burg with studies in the History of Art in that

the relevance of the meshing of old and new im-

a good 25 years ago. In 1974 we had met in

same city.

age techniques for teaching at the HfG – influ-

Hamburg at the University of Fine Arts in the

I always found it remarkable that he first stud-

enced in part by the teaching and artist person-

studio of the Mavignier class in Spaldingstrasse

ied Mechanical Engineering. You have to think

ality Adam Jankowski, who as a longstanding

– a studio annex. Back then we also had prob-

what making such a decision meant, and above

dean headed and shaped the Visual Commu-

lems with space at art schools, similar to those

all what its consequences were. You have a me-

nication Department from 1989 to 2000 and

we are now experiencing at HfG.

chanical engineer, who falls in love with art.

from 2006 to 2011.

After 26 years at the university as Professor of

There are sure to be many like him. But he de-

Discipline is surely another thing that charac-

Painting, the long-time Hamburg resident from

cides to throw away his slide rule and take up

terizes his work and teaching; and sometimes

East Prussia left in the summer semester of

the pen instead. And not only that. He recants

it was an iron discipline of the kind needed for

2013. For a good quarter of a century, the artist

his belief in rational thinking and weds painting,

road racing, Adam’s passionate hobby. Hon-

who was born and grew up in Danzig, studied in

a very moody spouse at times, and remains true

est, straight, authentic - Adam was never inter-

Vienna and Hamburg, and travelled around the

to her. As she is to him. A devoted alliance that

ested in swimming in quiet waters; rather it is

world had been leaving his mark on the

will arguably last a lifetime. Not a fairy tale, but

the rough edges, the friction that characterize

Painting Department, and to some extent the

Adam Jankowski.

him – in his life, his teaching and in his art. They

entire university.

Alongside his artistic work, Adam deals inces-

will be missed.

His influence not only resulted from his untiring

santly with theoretical questions regarding the

commitment to basic studies and the program-

abstract concepts of composition and philo-

matic development of the university, he was

sophical-aesthetic, historical-societal and aca-

also repeatedly involved in the conception and

demic insight. Art with emotion and reason.

Bernd Kracke


30

Produktgestaltung

Bernhard E. Bürdek geht in den Ruhestand Es ist wie beim Wettlauf von Hase und Igel: Wenn man meint, irgendwo auf der Welt als erster Vertreter der HfG Offenbach anzukommen, war er schon da. Er, das ist Bernhard E. Bürdek. Ob in Brasilien, Mexiko, Rumänien und Taiwan, wo er selbst als Gastdozent gewirkt hat, oder in China, Italien, der Schweiz und im ganzen englischen und portugiesischen Sprachraum, wo seine Bücher in immer neuen Auflagen und Übersetzungen verlegt werden. Wie kein anderer hat Bernhard E. Bürdek die HfG Offenbach zu einer Theorie-Marke im Design gemacht, die in die Welt ging und dort seitdem als einzigartig wahrgenommen wird. Bernhard E. Bürdek studierte Produktgestaltung an der hfg ulm und an der Staatlichen Werkkunstschule Kassel, er erwarb sich ein Diplom am Institut für Umweltplanung der Universität Stuttgart sowie an der Universität Stuttgart. Mit der Neugründung der HfG Offenbach 1970 schloss man schon in der Bezeichnung einer Hochschule für Gestaltung an die hfg ulm an, deren theoretisches und entwerferisches Erbe es jetzt zu verwalten galt. Bernhard E. Bürdek hat maßgeblich dazu beigetragen, dass dies auch gelang. 1972 war er zunächst als Dozent nach Offenbach gekommen, seit 1979 war er endlich Professor für Produktgestaltung und balancierte in seiner Lehre die Theorie und das Entwerfen – beides war in seinem Angebot. Die klare gestalterische und politische Linie der Ulmer Lehre und Lehrer sowie die Konzentration auf Industriedesign kultivierte Bernhard E. Bürdek weiter, machte das Konzept aber zugleich auch zukunftstauglich. Es ist vor allem ihm und seinen beiden Kollegen im Fachbereich Produktgestaltung, Jochen Gros und Richard Fischer, zu verdanken, dass Produkte in erster Linie nicht mehr allein nur hinsichtlich ihrer praktischen und technischen Funktion zu analysieren sind, sondern ebenso in ihrer Wirkung auf den Betrachter. Die Metapher, dass uns Dinge ansprechen, wurde wörtlich genommen und zum Theorieprogramm erweitert – die Produktsprache.

Produkte bekamen also eine Sprache verliehen – ein Konzept, das auch als Product Semantics in der ganzen Welt unterrichtet wird und seine Wurzeln in den 1970er Jahren in Offenbach hat. Mit der Herausbildung der Produktsemantik war freilich auch ein vorsichtige Distanzierung zur hfg ulm verbunden. Man bestand darauf, dass die Bedeutung der Gegenstände nicht allein funktional, sondern in erster Linie auch gestalterisch und ästhetisch, einstweilen aber sogar psychologisch soziologisch, zu bestimmen sei. Das öffnete der Produktsprache den Horizont dafür, mit der aufkommenden Postmoderne und ihrer spielerischen Inszenierung von Produkten mitzuhalten. Beibehalten wurde das Element eines sozialen und aufklärerischen Engagements, das schon die älteren HfG-Schwestern in ihrer gesellschaftskritischen Ausrichtung einte. Produktsprache wurde zum Code eines Gesellschaftsprogramms, das soziales Bewusstsein einschloss und optimistisch genug war, Veränderungen zum Besseren nicht grundsätzlich auszuschließen. Design macht vor, wie es in der Welt auch besser zugehen kann, in jeder Hinsicht: formal, praktisch und sozial. Wer auch immer dieser Trias in der Produktbetrachtung folgt, hat sich, ob er es will oder nicht, bereits dem (nun auch so genannten) Offenbacher Ansatz verschrieben. Bernhard E. Bürdek wurde nicht müde, diesem Ansatz ein klares Profil und auch eine menschliche Tiefe zu geben. Mit dem Sommersemester 2013 hat sich nicht nur ein renommierter Theoretiker im Fach Design und lieber Kollege in den Ruhestand begeben, es sich hat auch der dienstälteste Professor an der HfG Offenbach aus der Lehre verabschiedet. Jedoch nicht, ohne sich noch kurz zuvor jenen akademischen Grad auch offiziell aufs Türschild schreiben zu lassen, der fachlich schon unlängst überfällig war. 2012 wurde er an der Universität für Angewandte Kunst im Wien zum Dr. phil. promoviert. Martin Gessmann und Frank Georg Zebner


Personalien

31

Bernhard E. Bürdek

Fotos: Peter Eckart

Bernhard E. Bürdek retires It is like the race between the hare and the

1979 onwards he was finally appointed Profes-

post-modernism and its playful presentation of

sor of Product Design, keeping a balance be-

products. What was retained was an element

tween theory and practical design in his teach-

of social and progressive engagement, which

hedgehog: no matter where you arrive in the

ing. Bernhard E. Bürdek further cultivated the

had already united the older HfG siblings in

world thinking you are the first delegate there

clear creative and political line of Ulm’s teaching

their critical attitude towards society. Product

from HfG Offenbach, he has beaten you to

and teachers and its concentration on industrial

language became the code of a social program

it. Him, that would be Bernhard E. Bürdek.

design, but simultaneously made sure the con-

that incorporated social consciousness while

Whether it is Brazil, Mexico, Romania and Tai-

cept was fit for the future. It is largely thanks

being optimistic enough not to exclude outright

wan, where he worked as a visiting professor, or

to him and his two colleagues in Product Design,

improvements for the better. Design showed

China, Italy, Switzerland and of all the English

Jochen Gros and Richard Fischer, that products

how things can be improved in the world, for-

and Portuguese speaking countries, where his

are no longer primarily analyzed for their prac-

mally, practically and socially. Anyone who fol-

books appear in ever new editions and trans-

tical and technical function, but also in regard

lows this threesome in considering products is

lations. Like nobody before him, Bernhard E.

to their impact on the observer. The metaphor

adhering to what is now referred to as the Offenbach approach - whether he wants to or not.

Bürdek has made HfG Offenbach into a design

that things speak to us was taken literally and

theory brand around the world that is now per-

expanded into a theoretical program – product

Bernhard E. Bürdek never tired of lending this

ceived to be unique.

language. In other words, products were given

approach a clear profile but also a human depth.

Bernhard E. Bürdek studied Product Design at

a language – a concept that is taught in the

Summer semester 2013 marked the retire-

hfg ulm and Staatliche Werkkunstschule Kassel,

whole world as product semantics, and has its

ment not only of a highly famous design theo-

graduating from the Institute for Environmental

roots in the 1970s in Offenbach.

rist and dear colleague, but also the departure

Planning at the University of Stuttgart as well

It must be said that in elaborating product se-

of the longest-serving professor at HfG Offen-

as from the University of Stuttgart. In officially

mantics Offenbach was also carefully distanc-

bach. But not before he also had that long over-

becoming an arts university in 1970, HfG Of-

ing itself from hfg ulm. There was an insistence

due academic qualification added to the name

fenbach followed the trend set by hfg ulm – not

that the significance of objects was no longer

plate on his door. In 2012, he received his doc-

only in its denomination – by taking on its the-

to be defined solely in functional terms, but pri-

torate in philosophy from the University of Ap-

oretical and creative legacy. Bernhard E. Bürdek

marily also with regard to design and aesthet-

plied Arts, Vienna.

was highly instrumental in ensuring HfG Offen-

ics, and for a time even psychologically and so-

bach’s success in maintaining this legacy. In

ciologically. This opened up the horizon for

1972, he came to Offenbach as a lecturer; from

product language to keep pace with emerging

Martin Gessmann and Frank Georg Zebner


32

Visuelle Kommunikation

Gunter Reski – neuer Professor für Malerei Seit dem Wintersemester 2013/14 ist die Malereiprofessur am Hause nachbesetzt. Gunter Reski, in Berlin lebend, aber ursprünglich Bochumer (ergo kein Freund des Prätentiösen!), ist der neue Stelleninhaber. Und nur schon dieses Wort – »Stelleninhaber« – könnte ihm ohne weiteres Titel werden für eine seiner gemalten bis collagierten Text-Bild-Arbeiten, hybrid zwischen verselbständigtem Schriftband, Versatzstück und comicartigem Fragment. Studiert hat Reski ab Mitte der 1980er-Jahre bei Graubner in Hamburg – nicht unbeeindruckt vom dortigen Parodismus der Postmoderne, aber generationell doch so glücklich verspätet, dass mit einer zynisch-lustigen Durchblicker-Haltung kein Staat mehr zu machen war. Reskis künstlerisches Werk greift weit aus, angelt sich Motive des Pop, verwertet sie in grafischer Bildsprache. Dabei nimmt er Komposita wie vielleicht »Nasenbaum«, wortwörtlich. Alliterierend zum Begriff der ›Landnahme‹ kann es dementsprechend eine »Wandnahme« sein, in der perspektivierte und zugleich freigestellte Schriftzüge oder Bildreststücke nun ganz buchstäblich die Wand kapern. Humorvolle Andichtungen (»Giacomettis Magersucht«) oder Parolen (»Sonnenbrillen als Burka der westlichen Welt«) werden Ausgangspunkt grotesk figurativer, aber umstandslos auch Illustration und Comic, sodann die Font-Ekstasen entfesselter Typografie in sich kumulierender oder exzentrisch aus sich entlassender Tableaus. Ohne festgefügte Feindbilder, aber mit Sinn für lauernde Klischees und Schieflagen (nicht allein solche des Malens oder der Malerei als Medium!) hat Reski sein Werk in kritischer Ironie entwickelt, wo nötig auch kalauernd, stets gepaart mit Neugier. Seine dichte Bildwelt ist Ausdruck nicht einer verzagenden oder vornehmen, sondern einer

Gunter Reski geb. 1963 in Bochum 1986–92 Studium Freie Kunst, HfBK Hamburg lebt in Berlin / Offenbach Lehre 2012/13 Lehrauftrag für Malerei Kunsthochschule Weißensee, Berlin 2010-2004 Professor in Painting National Academy of Fine Arts, KHIO, Oslo, Norway 2004-2002 Gastprofessur HfBK Hamburg Ausstellungen (Auswahl) 2014 »Gemüt mit Hinterhof«, SOX Schaufenster, Berlin »Das Selbst ohne Ich«, Zwinger Galerie, Berlin 2013 »Doktor Morgen neue Sorgen borgen«, Kunstverein Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf »Entwurf für einen Pressetext«, Galerie Karin Guenther, Hamburg »Painting Forever Keilrahmen«, Kunstwerke Berlin »Bedeutung vor und nach der Häutung«, Edwin-Scharff-Preis 2013 – Sammlung Falckenberg / Deichtorhallen Hamburg (S)

ihren Gegenstand vor sich her ins nahezu Groteske treibenden Skepsis. Die malerische Vielgestalt innerhalb seines Oeuvres, das bereits anlässlich wichtiger Einzelausstellungen sowie Beteiligungen zu sehen war und auch seitens der Kunstkritik gewürdigt wurde, findet ihr Pendant in der Mannigfaltigkeit an Positionen anderer Künstler, die Reski in treffsicheren und pointenreichen Texten für renommierte Kunstzeitschriften charakterisiert und die er drittens in der gelegentlichen Funktion als kenntnisreicher Kurator zu Ausstellungen – gerne auch in thematischem Fokus – versammelt. Daraus ergeben sich beste Voraussetzungen für eine Tätigkeit an der HfG, wo es den Studierenden ein Moratorium der Malerei- und der Selbsterkundung (vulgo ›Malereiklasse‹) zu gewähren, wo es aber auch zur Auseinandersetzung mit anderen Bereichen von Kunst und Gestaltung zu ermuntern gilt. Seine Zeit als Gastprofessor an der HFBK Hamburg und danach mehrjährig an der Akademie in Oslo kommt Gunter Reski dabei sehr zupass. Nach eigenen Angaben ist ihm der gerade im Studium gut realisierbare Aspekt des Voneinander-Lernens bzw. der Kooperation wichtig – ebenso das Vertrauensverhältnis zu den Studierenden als Basis einer Lehre, die den konstruktiven Austrag von Kontroversen ermöglicht. Input durch ihn als Lehrenden, in Seminarform oder durch Workshops, durch geladene Vortragsgäste, versierte kleinere Ausstellungs- und/oder Publikationsprojekte aus den Reihen der angehenden MalerInnen selbst, schließlich auch Exkursionen sorgen dafür, dass die Studierenden nicht nur im eigenen Saft schmoren. Christian Janecke


Personalien

33

Gunter Reski

Gunter Reski born 1963 in Bochum 1986–92 Studied Fine Arts/ HfBK Hamburg Lives in Berlin / Offenbach Teaching 2012/13 Lecturing post for painting / Berlin Weißensee School of Art 2010-2004 Professor of Painting – National Academy of Fine Arts, KHIO, Oslo, Norway 2004-2002 Guest professorship/ HfBK Hamburg Exhibitions (selection) 2014 “Gemüt mit Hinterhof,” SOX Schaufenster, Berlin “Das Selbst ohne Ich,” Zwinger Galerie, Berlin 2013 “Doktor Morgen neue Sorgen borgen,” Kunstverein Rheinlande and Westfalen, Düsseldorf “Entwurf für einen Pressetext,” Galerie Karin Guenther, Hamburg “Painting Forever Keilrahmen,” Kunstwerke Berlin “Bedeutung vor und nach der Häutung,” Edwin-Scharff-Preis 2013 – Sammlung Falckenberg Deichtorhallen Hamburg

Foto: Rudi Weißbeck

Gunter Reski – new professor for painting

Burkas of the Western World”) become the

and themselves (commonly called ‘Painting

starting point for grotesque figurative tableaus

Class’), but also to encourage their engagement

Since the winter semester of 2013/14 the va-

that incorporate illustration and comic without

with other areas of art and design. His time as

cant chair of painting at HfG has been filled.

further ado, before accumulating a font-ecstasy

a guest professor at HBK Hamburg and sub-

The new incumbent Gunter Reski, who lives

of unleashed typography within themselves or

sequently the years he spent at the Academy

and works in Berlin, but is originally from Bo-

eccentrically spurting it out.

in Oslo will be of great help to Gunter Reski in

chum (and as such does not hold with the pre-

Without specific concepts of the enemy but

these endeavors. Reski says of himself that he

tentious!). And this very word – “incumbent” –

with a sense for clichés and difficulties lying in

lays great store by the opportunities study pro-

would make a suitable title for one of his

wait (not only those relating to painting as an

vides for learning from one another and coop-

painted to collaged text-picture works, a hybrid

act or painting as a medium!) Reski has devel-

eration – but equally founding his teaching on a

between scroll with a life of its own, set piece

oped his work in critical irony, using corny puns

relationship based on trust with the students,

and comic-esque fragment.

where necessary, and always coupled with curi-

which makes it possible to deal constructively

Reski studied under Graubner in Hamburg from

osity. His intense imagery is the expression not

with controversy. And to ensure that the stu-

the mid-1980s – not unimpressed by the par-

of a hesitant or gentle skepticism but of one

dents do not just stew in their own juice there

ody of post-modernism conducted there, but

that drives its object almost into the grotesque.

will be input from him in the form of seminars

luckily of a later generation so that a stance of

The painterly diversity within his oeuvre, which

or workshops, lectures from invited guests, and

funny-cynical savvy was no longer anything to

was already evident in seminal solo shows and

select smaller exhibition or publication projects

write home about.

participations praised by the critics, finds its

involving the prospective painters themselves.

Reski’s artistic work has a wide scope, takes

counterpart in the variety of positions of other

up pop motifs, and processes them in graphic

artists, whom Reski characterizes in unerring

imagery. And in doing so he takes composites

texts replete with punch lines for renowned art

such as “Nasenbaum” (“Nosetree”) quite literally.

magazines, and which he thirdly demonstrates

So it follows that alliteratively to the concept

in his occasional function as highly knowledge-

of “Landnahme” – land grab – he may produce

able curator of exhibitions, often with a the-

a “wall grab”, in which the displaced lettering in

matic focus.

perspective or picture fragments literally cap-

All these things make him an ideal appoint-

ture the wall. Humorous imputations (“Giacom-

ment for HfG, where his task is to provide stu-

etti’s Anorexia”) or slogans (“Sunglasses as

dents with a moratorium of exploring painting

Christian Janecke


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Visuelle Kommunikation Fotos: Julika Rudelius

Julika Rudelius Heinz und Gisela Friederichs Stiftungsprofessur Elektronische Kunst Julika Rudelius wurde 1969 in Köln geboren. Sie studierte 1993–95 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und 1994–98 an der Gerrit Rietveld Akademie, Amsterdam. Bevor Sie im Wintersemester 2013/14 an die HfG Offenbach als Stiftungsprofessorin für Elektronische Kunst berufen wurde, unterrichtete sie an der renommierten Yale University. Zahlreiche Ausstellungen, unter anderem in der Tate Modern, Stedelijk Museum, ZKM Karlsruhe, Brooklyn Museum, MoCA North Miami. Die Heinz und Gisela Friederichs Stiftungsprofessur fördert seit zehn Jahren die HfG, hier sind zehn Fragen an Julika Rudelius:

Julika Rudelius Heinz and Gisela Friederichs Endowed Professorship Electronic Art

1. Vor zehn Jahren stirbt Marlon Brando, Facebook wird gegründet und im SpaceShipOne reist der erste zivile Astronaut in den Weltraum. Was hat Dich vor zehn Jahren geprägt?

Julika Rudelius was born 1969 in Cologne. From

1. Ten years ago Marlon Brando died, Facebook was created

1993–95 she studied at HFBK, the University of

and the first civilian astronaut travelled in space in Space-

Fine Arts of Hamburg, and 1994–98 at the

ShipOne. What influenced you ten years ago?

Gerrit Rietveld Academy, Amsterdam. Before being appointed Professor of Electronic Art at HfG Offenbach in the winter semester of 2013/14, she taught at the renowned Yale University. Her work has been shown in numerous exhibitions including in the Tate Modern, Stedelijk Museum, ZKM Karlsruhe, Brooklyn Museum, MoCA North Miami. The Heinz and Gisela Friederichs Endowed Professorship has supported the HfG for the past ten years. To mark the occasion, here are ten questions to Julika Rudelius:

Die Fragen sind an sich schön, bereits Frage und Antwort in einem – was tun? The questions themselves are beautiful, posing both a question and answer in one.

Ich arbeite zur Zeit an einem Projekt mit Affen und befinde mich häufiger auf dem Weg zum und im Zoo ... I am working at the moment on a project about apes, and I am often in and out of the zoo. ...(JR)

2. Du hast an der Rietveld Akademie in Amsterdam studiert, wie wichtig waren Deine Lehrer für dich? 2. You studied at the Rietveld Academy in Amsterdam. How important were your teachers for you?


Personalien

35

Julika Rudelius

3. Wie siehst Du die Zukunft der HfG? 3. How do you see the future of HfG?

4. Wo ist der beste Ort für die Kunst? 4. Where is the best place for art?

5. Was ist Dein liebstes Werkzeug? 5. What is your favourite tool?

6. Was ist Deine Lieblingsminderheit? Wen beneidest Du am meisten? 6. What is your favourite minority? Who do you envy most?

8. Bin ich der Schlafsack meiner Seele? 8. Am I the sleeping bag of my soul?

Fragen / Questions: Martin Liebscher

7. Welche Maschine wärst Du? 7. What machine would you be?

9. Viele Kunstwerke sind ohne Strom nicht möglich, wie schätzt Du die Haltbarkeit elektrischer Kunst ein? 9. Many works of art are impossible without electricity. How do you see the durability of electronic art?

10. Wer wärest Du, wenn Du keine Künstlerin geworden wärest? 10. What would you be if you had not become an artist?


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Visuelle Kommunikation

Alan N. Shapiro – neuer Lehrer für Digital Publishing Alan N. Shapiro ist seit Beginn des Wintersemesters 2013/14 neuer Dozent für Digital Publishing im Fachbereich Visuelle Kommunikation, Studienschwerpunkt Kommunikationsdesign. Er unterrichtet drei unterschiedliche Kurse in den Bereichen Technik und Theorie. Der von Alan angebotene Grundlagenkurs »Programmieren für Designer und Künstler« legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung von Webseiten in den Programmiersprachen HTML, CSS, JavaScript und JQuery. Weiterführend unterrichtet er mit dem Fokus auf selbstinitiierte Projekte und Konzepte sowie Softwareprogrammierung für Fortgeschrittene. Im Bereich Theorie lehrt Shapiro über die Zukunft der Visuellen Kommunikation mit semesterweise wechselndem Schwerpunkt. Das im Wintersemester 2014/2015 beginnende Seminar ist eine Kooperation mit Prof. Dr. Hans Zitko und wird von beiden gemeinsam geleitet. Alan ist gebürtiger US-Amerikaner aus New York. Er lebt seit den 1990er-Jahren in Deutschland und Italien. Er spricht fließend Englisch, Deutsch, Französisch und Italienisch. Alan studierte Mathematik und Physik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Politikwissenschaft an der Cornell University in New York und Soziologie an der New York University und arbeitete im Anschluss 20 Jahre lang als Software-Entwickler und Programmierer in der Industrie. Alan N. Shapiro schrieb zwei bemerkenswerte Bücher: »Star Trek: Technologies of Disappearance« und »Die Software der Zukunft«. Sein 350 Seiten umfassendes Buch über Star Trek gilt als führendes Werk der

Science-Fiction-Theorie. Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Essays in anerkannten wissenschaftlichen Journalen und Büchern. An der Universität der Künste Berlin (UDK) hielt er Seminare über »Creative Coding« und lehrte an der Goethe-Universität Frankfurt im Bereich Medienwissenschaften, außerdem ist er Gastprofessor an der Domus Academy und der Nuova Accademia di Belle Arti in Mailand / Italien. Bei zahlreichen internationalen wissenschaftlichen Konferenzen und Kunstfestivals war Alan Keynote Speaker, unter anderem auf der Ars Electronica in Linz, der Transmediale in Berlin, dem Plektrum Festival in Tallinn, bei der Konferenz über »Knowledge of the Future« an der Universität Wien, der BOBCATSSS-Konferenz über Informationsmanagement in Amsterdam, der IEEE Conference über die Informationsgesellschaft in London und dem ISI International Symposium über Informationswissenschaft in Potsdam. 2012 hielt er in Berlin die »International Flusser Lecture«. Shapiro gilt zudem als einer der führenden Wissenschaftler über die Theorien des französischen Denkers Jean Baudrillard. Mit Alan N. Shapiro hat der Fachbereich Visuelle Kommunikation einen vollkommen neuen Weg eingeschlagen. Als Leiter einer technisch orientierten Werkstatt hat die HfG erstmalig einen Dozenten verpflichtet, der sowohl über einen praktisch-technischen als auch über einen exzellenten theoretischen Hintergrund verfügt. Die HfG Offenbach ist sehr froh, ihn für diese Aufgabe gewinnen zu können. Klaus Hesse


Personalien

37

Alan N. Shapiro

Foto: Jessica Schäfer Alan N. Shapiro – new lecturer for Digital Publishing As of the winter semester 2013/14, Alan N.

and Italian. Alan studied Mathematics and Phys-

Transmediale in Berlin, the Plectrum Festival in

ics at Massachusetts Institute of Technology

Tallinn, the Conference on “Knowledge of the

(MIT), Political Science at Cornell University in

Future” at the University of Vienna, the BOB-

New York and Sociology at New York University

CATSSS-Conference on Information Manage-

Shapiro has been appointed as the new lec-

before working as a software developer and pro-

ment in Amsterdam, the IEEE Conference on

turer for Digital Publishing in Visual Communica-

grammer in the industrial sector for 20 years.

the Information Society in London and the ISI

tion, specializing in Communication Design. He

Alan N. Shapiro has written two remarkable

International Symposium on Information Sci-

teaches three courses in technology and theory.

books: “Star Trek: Technologies of Disappear-

ence in Potsdam. In 2012 he held the “Interna-

Alan runs a course on basic “Programming

ance” and “Die Software der Zukunft” (Soft-

tional Flusser Lecture” in Berlin.

for Designers and Artists“, with an emphasis

ware of the Future). His 350-page book on Star

Shapiro is considered to be one of the leading

on creating websites in the programming lan-

Trek is considered a leading work of science fic-

academics on the theories of French philoso-

guages HTML, CSS, JavaScript and JQuery. His

tion theory. He has published numerous essays

pher Jean Baudrillard.

follow-on course looks at self-initiated projects

in renowned academic journals and books and

In appointing Alan N. Shapiro, the department

and concepts as well as advanced software pro-

held seminars on Creative Coding at the Univer-

of Visual Communication is charting a com-

gramming. Shapiro also lectures on the future

sity of the Arts Berlin (Universität der Künste

pletely new path. For the first time the HfG has

of visual communication focusing on a different

Berlin, UDK) as well as having lectured in Media

appointed a lecturer to head the technically

topic each semester. The seminar starting in

Sciences at Goethe University Frankfurt. He is

oriented Workshop who not only has a practi-

the winter semester of 2014/2015 was devel-

also currently a visiting professor at the Domus

cal and technical background but also an excel-

oped in cooperation with Professor Hans Zitko

Academy and the Nuova Accademia di Belle Arti

lent theoretical grounding. HfG Offenbach is de-

and is taught jointly by both.

in Milan / Italy.

lighted to have been able to win Alan N. Shapiro

Alan is a New York-born American. He has lived

Alan has been a keynote speaker at numer-

for this task.

in Germany and Italy since the 1990s. Apart

ous international scientific conferences and

from English he speaks fluent German, French

art festivals, including Ars Electronica in Linz,

Klaus Hesse


38

Produktgestaltung

Alex Buck – Honorarprofessor für Marken- und Designstrategie Die Bedeutung eines markenorientierten Ansatzes ist in der Entwicklung von Designstrategien unerlässlich. Das reine Tun im Fach Design ist mittlerweile ein Auslaufmodell. Heute und in Zukunft erschaffen nur noch vernetzte Strukturen und Systeme neue Möglichkeiten bei der Entwicklung unternehmerischer Leitlinien – und der Entwicklung unternehmerischen Erfolges! Das Design ist hierbei nicht mehr nur noch bestenfalls ein Mitspieler. Es ist der wichtigste Akteur. Design ist die initiatorische Kraft für die Ermittlung neuartiger Rahmenbedingungen in der Produkt- und Unternehmensplanung. Dies hatte der Fachbereich Produktgestaltung der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach in den letzten Jahren erkannt und diskutiert – und daraus resultierend nun eine Honorarprofessur an Alex Buck aus Zürich vergeben. Alex Buck gründete nach dem Diplom an der HfG Offenbach und seiner Promotion an der Universität Hannover 1992 mit d.c brand+design consultants die erste Beratung für Design Management in Deutschland, die er 2000 zur design.net AG umwandelte und bis 2002 als CEO leitete. Nach der Fusion mit den Peter Schmidt Studios und BBDO übernahm er bis 2009 die Funktion des

Alex Buck – Honorary Professor for Brand and Design Strategy

Managing Partners und des CEO der Peter Schmidt Group. Danach war er bis 2012 Chairman und Senior Partner. Seit 2013 ist er Chairman von Whybrand AG in Zürich und Frankfurt. Von 1994 bis 2001 war Buck Verleger und Herausgeber der höchst angesehenen Zeitschrift für Gestaltung, der form. Buck ist Autor und Herausgeber einer Vielzahl von Büchern und Artikeln zu den Themen Marke, Design und Innovation. Von 2012 bis 2013 war er Mitglied im Publishers Board von GRID - Zeitschrift für Gestaltung. Alex Buck ist seit 17 Jahren in der Lehre tätig: Zuerst an der Fachhochschule München (1998 bis 2000 als Professor für Designtheorie und -strategie). Seit 2011 unterrichtet er an der HfG Offenbach zusammen mit Prof. Frank Zebner im Lehrgebiet Technische Produkte und Produktsysteme in projektorientierten Seminaren Marken- und Designstrategie. Dort werden in praxisnahen Drittmittelprojekten mit der Industrie Produktstrategien entwickelt. Partner sind unter anderem Bosch, Linde, Simonswerk, Wöhner oder Viessmann. Seit 2014 ist er Visiting Professor an DETAO Masters Academy am Shanghai Institute of Visual Art. Frank Georg Zebner

Having graduated from HfG Offenbach and

magazine GRID - Zeitschrift für Gestaltung.

gained a doctoral degree from the University

Alex Buck has been in the teaching profession

of Hannover, Alex Buck set up the first consul-

for 17 years: First at the International School of

The importance of a brand-oriented approach

tancy for design management in Germany: d..c

Management, Munich (1998 to 2000 as Profes-

cannot be underestimated in developing design

brand+design consultants in 1992. In 2000 he

sor for Design Theory and Strategy). Since 2011

strategies. The action of designing alone is no

renamed the firm design.net AG, and acted as

he has been teaching brand and design strat-

longer sufficient. Today only networked struc-

its CEO until 2002. Following fusion with Pe-

egy in project-oriented seminars at HfG Offen-

tures and systems create new options for de-

ter Schmidt Studios and BBDO, he assumed the

bach with Prof. Frank Zebner, on the subject of

veloping corporate guidelines – and corporate

function of Managing Partner and CEO of the

Technical Products and Product Systems. Prod-

success! Design is no longer merely a member

Peter Schmidt Group until 2009. Subsequently,

uct strategies are developed with industry in

of the cast at best. It is the most important ac-

he was Chairman and Senior Partner until 2012.

third-party funded projects that are practically

tor. Design is the initiatory force for determin-

Since 2013 he has been Chairman of Whybrand

relevant. Partners include Bosch, Linde, Simon-

ing innovative parameters in product and corpo-

AG in Zurich and Frankfurt.

swerk, Wöhner or Viessmann. Since 2014, he

rate planning.

From 1994 to 2001, Buck was both publisher

is also a Visiting Professor at DETAO Masters

This is a development that the Product Design

and editor of the highly-renowned magazine for

Academy at the Shanghai Institute of Visual Art.

faculty at HfG Offenbach has recognized and

design, form. Buck authored and published of a

talked about in recent years. The faculty’s delib-

large number of books and articles on the top-

erations resulted in it awarding an honorary pro-

ics brand, design and innovation. From 2012 to

fessorship to Alex Buck from Zurich.

2013 he sat on the Publishers Board of design

Frank Georg Zebner


Personalien

Foto:Jaewon Chung

Alex Buck

39


40

Visuelle Kommunikation

Nachruf: Lothar Spree Leidenschaft für Medien, Kunst und Design Leidenschaftlich wäre zu kurz gegriffen, um das Leben und Arbeiten Lothar Sprees zu beschreiben. Er war das, was man einen Tausendsassa nennt. Dabei berührte er die Dinge und Themen nicht bloß an der Oberfläche, sondern er ging – egal was er anpackte – stets in die Tiefe, den Sachen auf den Grund. Das Sichtbare, die Imagination und die Bildsprache, so sagte er einmal, seien seine Leidenschaften, sein Antrieb. Sein Rüstzeug erhielt Lothar Spree an der legendären hfg ulm, dort studierte er Visuelle Kommunikation. Am institut für filmgestaltung ulm, das er mitbegründete, studierte er schließlich bei Edgar Reitz, Alexander Kluge und Detten Schleiermacher Film. Diese Ausbildung, sagte er, habe ihm nicht nur die Möglichkeit der Vertiefung von Wissen gegeben, er habe sich auch seinen eigenen Beruf kreieren können und – unter der Wahrung von Traditionen – den modernsten Weg gehen können. Kreativität, Innovation, Avantgarde – für Lothar Spree nicht bloß Schlagworte, sondern Inspiration für sein Schaffen in der Kunst, im Design, in den Medien und in der Lehre. Lothar Sprees Interessen waren so vielfältig wie seine Tätigkeiten: Film, Archäologie, Musik, Oper, Architektur, Design, Geschichte, Kunst, aber auch Wirtschaft und Technologie. Und überhaupt: der technologische Wandel. An vorderster Front ebnete Lothar – auch dem künstlerischen Nachwuchs – den Weg vom guten, alten analogen Film bis hin zur virtuellen Realität des digitalen Zeitalters. Er sagte einmal, dass er stolz darauf sei, die ganze Bandbreite der Medien selbst zu beherrschen. Das konnte er zu Recht sein. Er machte Filme – es waren mehr als 100

in den verschiedensten Genres –, er war Medienkünstler, er veröffentlichte, er lehrte an Hochschulen, er entwarf Corporate Designs, er vernetzte Kultur(en) – und er produzierte Fernsehsendungen in Deutschland, Italien, der Türkei, Kanada, den USA und in Asien. Sogar als Revolutionär wurde er bezeichnet, als Impulsgeber, Schöpfer und Erfinder; aber er war auch Lehrer, Dekan, Professor, Netzwerker – an Universitäten in Kanada, Deutschland und China, wie z.B. an der berühmten Tongji Universität in Shanghai, an der HfG Karlsruhe und am ZKM Karlsruhe, an der Bauhaus Universität Weimar, am Ontario College of Art. Zwei Jahre lang – von 2001 bis 2002 – lehrte er in der Nachfolge von Helmut Herbst im Lehrgebiet Film / Video an der HfG Offenbach. Auch danach blieb er überzeugter HfGler, als er dem Ruf an die Tongji Universität Shanghai folgte, wo er im Rahmen eines vom DAAD geförderten Projekts mit der HfG kooperierte. Es folgte ein mehrjähriger intensiver Austausch zwischen den beiden Partnerhochschulen, ihren Studierenden und Lehrenden, der zu einer immer noch bestehenden Kooperation führte – und Lothar Spree war das verlässliche Bindeglied. Am 6. Dezember 2013 ist Lothar Spree im Alter von 71 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Berlin gestorben. Er war einer der ganz wichtigen Motoren/Impulsgeber/Denker, die den Spirit der HfG Offenbach nicht nur verinnerlicht sondern der ihn auch gelebt und vertreten hat. Für ihn war die Integration von Medien, Kunst und Design eine Herzensangelegenheit. Seine Inspiration, sein Engagement und seine Vehemenz fehlen jetzt. Bernd Kracke


41

Personalien

Lothar Spree

Obituary: Lothar Spree Passion for Media, Art and Design

Lothar Spree’s interests were as diverse as the

Video at HfG Offenbach. Afterwards, when he

fields in which he was active: They included ar-

took up his appointment at Tongji University

cheology, music, opera, architecture, design, his-

Shanghai, he remained a strong HfG supporter,

Describing Lothar Spree’s life and work as pas-

tory and art, not to mention business and tech-

cooperating with HfG as part of a project spon-

sionate would fall short of the truth. He was

nology. And of course: transformation wrought

sored by the German Academic Exchange Ser-

what you would call a jack-of-all-trades. Yet, he

by technology. Lothar Spree was one of the pi-

vice, DAAD. An intense exchange between the

was not someone who only scratched the sur-

oneers who paved the way – for younger artists

two partner universities, their students and

face of things and topics. Rather, regardless of

too – from the good old analogue film to the

teachers, followed over many years which led

what he tackled he always got to the bottom of

virtual reality of the digital age. He once said

to a cooperation that still exists today. Lothar

it. He once said of himself that the visual, the

he was proud of his ability to master the en-

Spree was its most reliable link.

imagination and pictorial language were the

tire bandwidth of the media. And this pride was

On 6 December, 2013 Lothar Spree died in

passions that drove him.

more than justified. He made films, over one

Berlin at the age of 71 after a brief but seri-

Lothar Spree learned the tools of his trades at

hundred, in a wide variety of genres; He was a

ous illness. He was one of the truly important

the legendary Hfg Ulm, where he studied Visual

media artist, he published, he taught at univer-

motors/catalysts/thinkers, who not only inter-

Communication. Afterwards, at the Institute for

sities, he conceived corporate design, he net-

nalized the spirit of HfG Offenbach, but also

Film Design Ulm, which he co-founded, he stud-

worked culture(s) – and he produced television

lived and represented it. The integration of me-

ied Film under Edgar Reitz, Alexander Kluge and

programs in Germany, Italy, Turkey, Canada, the

dia, art and design was a matter close to his

Detten Schleiermacher. He used to say that

United States and Asia.

heart. We will miss his inspiration, his engage-

this training had not only provided him with

He was even described as a revolutionary, a

ment and his vehemence.

the means to deepen his knowledge, but that

source of inspiration, a creator and inventor;

through it, he had been able to create his own

but he was equally a teacher, dean, professor

profession, and whilst observing traditions had

and networker – at universities in Canada, Ger-

been able to embark on the most modern route.

many and China, such as the famous Tongji Uni-

Creativity, innovation or avant-garde were not

versity in Shanghai, the HfG Karlsruhe and the

merely catchwords for Lothar Spree, but inspi-

ZKM Karlsruhe, Bauhaus University Weimar, and

ration for what he created in art, design, in the

Ontario College of Art. For two years from 2001

media and in his teaching.

to 2002 he succeeded Helmut Herbst in Film/

Bernd Kracke


42


Promotion

43


44

Visuelle Kommunikation

Produktgestaltung

Zur Lage des Promotionsbereichs

Vor etwa einem Jahr ist der Vorsitz des Ausschusses von Prof. Dr. Christian Janecke auf Prof. Dr. Martin Gessmann übergegangen. Wichtig für das Funktionieren institutioneller Abläufe ist weiterhin die Einstellung von Nassima Sahraoui, die für administrative und organisatorische Arbeiten im Promotionsbereich zuständig ist. Doch das eigentliche Zentrum sämtlicher Bemühungen bilden die Promovendinnen und Promovenden selbst. Ihnen gehört die Aufmerksamkeit von betreuenden Theoretikern und Praktikern. Hier ist die HfG bemüht, den Kandidatinnen und Kandidaten einen optimalen Rahmen für die zweifellos diffizilen Recherchen im Hinblick auf das Verhältnis von Theorie und Praxis zu bieten. Dies setzt eine hohe Eigenaktivität bei den Betreuten selbst voraus. Neben ihren den Projekten vorbehaltenen Arbeiten haben sie kleine thematisch ausgerichtete Tagungen mit externen Referenten zu planen und durchzuführen. So fanden im letzten Jahr drei derartige hochschulöffentliche Veranstaltungen statt. Margret Hoppe versammelte Referenten zum Themas des Verhältnisses von Bild und Architektur, Tania Ost zu Problemen der Porträtfotographie und Sandra Groll zur Theorie des Designs. Darüber hinaus hat Prof. Peter Eckart gemeinsam mit der Promovendin Annika Frye die große Design-Konferenz re/set. entwurf, knowledge, discipline, die am 16. und 17. Mai 2014 an der HfG Offenbach stattfand, geplant und durchgeführt. Diese Veranstaltungen bereichern das Veranstaltungsprogramm der Hochschule. Schließlich sei zu erwähnen, dass im Februar 2014 ein von Hans Zitko herausgegebener Sammelband mit dem Titel Theorien der Gestaltung. Wissensformen in Kunst und Design im Böhlau-Verlage erschienen ist. Dieser Band versammelt Textbeiträge unterschiedlicher Autoren, die teils im Kontext der Ringvorlesung Theorien der Gestalt entstanden sind.

Seit vier Jahren nun verfügt die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach über das Recht, Promotionsprojekte im Fach Kunst- und Medienwissenschaft sowie Designwissenschaft zu betreuen und den Titel eines Dr. phil. zu vergeben. Zwei Mal im Jahr können sich Interessierte mit einem Abschluss an einer Kunsthochschule oder auch Universität bewerben und im Falle ihrer Aufnahme Erfahrungen sowohl im Feld der Theorie als auch in der ästhetischen Praxis sammeln. Inzwischen arbeiten16 Promovendinnen und Promovenden in den Fachbereichen Visuelle Kommunikation und Produktgestaltung an ihren Projekten. Die Betreuung der Doktoranden durch theoretische und praktische Betreuerinnen und Betreuer hat sich in den letzten Jahren im besten Sinne veralltäglicht, so dass Grund zu Optimismus im Hinblick auch auf zukünftige Entwicklungen besteht. Ein wichtiger Markstein bei den Bemühungen des Ausbaus und der Stabilisierung des Promotionsbereichs bildete die Anmietung neuer Räume in der Schlossgrabengasse in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauptgebäudes der HfG. Promovendinnen und Promovenden, nicht zuletzt die besoldeten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter ihnen, verfügen nun über beste Arbeitsmöglichkeiten. Im ersten Stockwerk des Gebäudes befinden sich moderne helle Büroräume, im Erdgeschoss Ateliers, die für die praktischen Anteile der Promotionsprojekte sowie für temporäre Ausstellungen vorgesehen sind. Im letzten Jahr zeigten Promovenden hier Produkte ihrer künstlerischen oder designerischen Arbeit. Wir können inzwischen auf eine über viereinhalbjährige, engagierte Arbeit des Promotionsausschusses zurückblicken, eines Gremiums, das für allgemeine Fragen der Promotion sowie auch für die Begutachtung und Aufnahme neuer Bewerberinnen und Bewerber verantwortlich ist.

Theorie


45

Promotion

Zur Lage des Promotionsbereichs

Doctoral thesis projects at HfG: an overview

Meanwhile, we can look back on more than four

Offenbach. These events enrich the university’s

and a half years of dedicated work by the Doc-

programme of events. Finally, it should be men-

toral Thesis Committee, a body responsible both

tioned that in February 2014 an anthology ed-

For four years the HfG Offenbach has been au-

for general questions relating to doctoral stud-

ited by Hans Zitko titled Theorien ästhetischer

thorized to supervise doctoral projects in the

ies that also assesses and selects new candi-

Praxis. Wissensformen in Kunst and Design

subjects of Art and Media Studies and Design

dates. Roughly a year ago, Prof. Dr. Martin Gess-

(Theories of Aesthetic Practice. Forms of Knowl-

Studies, and to award the title of Dr. phil. Stu-

mann took over from Prof. Dr. Christian Janecke

edge in Art and Design) was published by the

dents who have graduated from an art academy

as chairman of the committee. Appointing Nas-

Böhlau-Verlage. This publication brings together

or university can apply twice a year, and if they

sima Sahraoui to process administrative and or-

articles by various authors, some of which were

are accepted they can gather experience both

ganizational tasks was also vital for the smooth

created for the series of lectures Theories of

in the area of theory but also in aesthetic prac-

and efficient operation within the department.

Design.

tice. There are currently 16 doctoral students

But the true focus of all efforts is on the doc-

working on their projects in Visual Communi-

toral students themselves. They receive the full

cation and Product Design. In recent years the

attention of supervisors in theory and practice.

theoretical and practical supervision given to

And HfG endeavours to provide candidates with

students has become more common in the best

an ideal setting for the doubtless difficult re-

sense of the word, and there is every reason to

search work regarding the relationship between

be optimistic about future developments. An

theory and practice. This also requires the stu-

important milestone in the efforts to expand

dents themselves to be highly active. Aside

and stabilize the promotion area can be seen in

from the work for their projects they also plan

the renting of new premises in the Schlossgra-

and conduct small-scale conferences on spe-

bengasse in the immediate vicinity of the uni-

cific topics with external speakers. Last year,

versity’s main building. Doctoral students and

for example, there were three such events open

not least of all the paid academic assistants

to students of the university. Margret Hoppe in-

amongst them now have prime working condi-

vited speakers on the relationship between im-

tions. On the first floor of the building there are

age and architecture, Tania Ost on problems of

modern, bright office rooms and on the ground

portrait photography and Sandra Groll on the

floor there are studios, designed to be used for

theory of design. In addition, Prof. Peter Eck-

the practical parts of the projects, but which

art collaborated with doctoral student Annika

can also accommodate temporary exhibitions.

Frye to plan and conduct the large design con-

Last year doctoral students exhibited the re-

ference re/set. entwurf, knowledge, discipline,

sults of their artistic or design work here.

which took place on 16 and 17 May 2014 at HfG

Prof. Dr. Martin Gessmann Vorsitzender des Promotionsausschusses Chairman of the Doctoral Thesis Committee Prof. Dr. Hans Zitko Koordination Promotionsbereich Mentor der Promovendinnen und Promovenden Doctoral Program, mentor to the doctoral students


46

Visuelle Kommunikation

Arbeitsr채ume der Promovenden an der HfG Doctoral students workspace

Fotos: Annika Frye

Produktgestaltung

Theorie


Promotion

47

Zur Lage des Promotionsbereichs

Prof. Dr. Martin Gessmann Vorsitzender des Promotionsausschusses Chairman of the Doctoral Thesis Committee Prof. Dr. Hans Zitko Koordination Promotionsbereich Mentor der Promovendinnen und Promovenden Doctoral Program, mentor to the doctoral students


48

Visuelle Kommunikation

HALT. Langzeitprojekte in der Porträtfotografie Symposium 31. Januar 2014 Klaus Honnef, Bonn Ein Gesicht macht noch kein Porträt. Porträtfotografie im Licht ihrer wechselvollen Geschichte. Walter Schels, Hamburg Stufen des Lebens Ulrike Schneider, Hannover Serielle Strategien in der Porträtfotografie von August Sander bis Rineke Dijkstra Seiichi Furuya, Graz Mémoires Judith Blume, Frankfurt am Main »Buchgeschöpfe aus Grenzgebieten« oder: Was ist ein Album? Konzeption: Tania Ost Das Symposium »HALT. Langzeitprojekte in der Porträtfotografie« vereinte drei Vorträge aus dem Bereich der Theorie – über das Porträt, über Porträtserien und über das Album, welches diese Serien womöglich zusammenhält –, dazwischen standen zwei sehr unterschiedliche Positionen aus der fotografischen Praxis. Und daran knüpften sich spannende Diskussionen an. Die Vorträge und Gespräche widmeten sich aus unterschiedlichsten Perspektiven Sammlungen von über die Zeit entstandenen Porträtfotografien: Zunächst galt es allgemeine Kriterien zu untersuchen, die für jede Portätfotografie relevant sind, die aber über die Zeit und in der Wiederholung eine neue Bedeutung erfahren. Mit »Ein Gesicht macht noch kein Porträt. Porträtfotografie im Licht ihrer wechselvollen Geschichte« ging deshalb Klaus Honnef auf die Entwicklung des Sujets ein. Später untersuchte Ulrike Schneider in ihrem Vortrag über »Serielle Strategien in der Porträtfotografie von August Sander bis Rineke Dijkstra« im Speziellen Porträtserien. Im Umgang mit der langen Zeit und in der Serie bilden sich nämlich spezifische Kriterien heraus, zunächst die Festlegung eines Anfangs, eines Endes

– der Dauer. Darüber hinaus kann mit der Bestimmung der Intervalle zwischen den Aufnahmen weiter zwischen den periodisch, in regelmäßigen Abständen, und den zufällig, situationsbezogen, wachsenden Serien unterschieden werden, wobei einzelne Projekte Mischformen darstellen, andere wiederum als Gegenüberstellung aus lediglich zwei Aufnahmen bestehen. Die Projekte entstehen – teilweise erst rückblickend – mit der Ordnung eines Archivs, oder, ausgehend von einem älteren Bild, mit der Entstehung einer zweiten Aufnahme, dem Prinzip der Wiederholung folgend, oder vorausblickend, mit der Festlegung eines Konzepts für das Vorhaben von Beginn an. Dabei lösen Langzeitprojekte in der Porträtfotografie gewissermaßen den Widerspruch zwischen Authentizität und Inszenierung auf: Denn über jede Intention hinaus altert der Porträtierte tatsächlich. Unter dem Titel »Stufen des Lebens« stellte der Fotograf Walter Schels seine Porträtserien vor, in der Auseinandersetzung mit den Themen Geburt und Tod, Anfang und Ende. Auch stellt erst das Konvolut – nicht die einzelne Fotografie – das eigentliche Werk dar, und damit drängt sich die Frage nach der Anordnung auf. Dies wurde bei der Betrachtung der »Mémoires« von Seiichi Furuya deutlich. Ausgehend von seinem Archiv, entstanden in der Zeit von 1978 bis 1985, stellt der Fotograf von 1989 an in verschiedenen Bildbänden die Porträts von Christine Furuya-Gössler in immer neue Zusammenhänge. Eine Besonderheit der Langzeitprojekte in der Porträtfotografie liegt also darin, dass Bildbände das Werk zusammenhalten: Auch dauert das Blättern – gemessen an den vielen Jahren, die dem Projekt inhärent sind – nur einen Augenblick, die Doppelseiten bieten jedoch die dem Sujet gebührende Intimität, zumal die Bilderfolge mit der chronologischen Entwicklung – dem Altern der Porträtierten – korrespondiert. Deshalb galt es auch das Album näher zu betrachten, mit Judith Blume und » ›Buchgeschöpfe aus Grenzgebieten‹ oder: Was ist ein Album?«. Tania Ost


49

Promotion

HALT. Langzeitprojekte in der Porträtfotografie / Symposium

HALT. Long-term Projects in Portrait Photography Symposium 31 January, 2014

to examine the general criteria that are rel-

regardless of the photographer’s intentions the

evant to all portrait photography, but which

person being portrayed actually grows older.

gain a different meaning over time and in rep-

Photographer Walter Schels presented his por-

etition. In “A face alone does not make a por-

trait series “Stages of Life”, which address birth

Klaus Honnef, Bonn

trait. Portrait photography in light of its check-

and death, beginning and end. The actual work

A face alone does not make a portrait. Portrait

ered history”, Klaus Honnef examined how the

consists of the collection of images rather than

photography in light of its checkered history.

practice has evolved. After this, Ulrike Schnei-

the individual photo, raising the question of the

Walter Schels, Hamburg

der explored portrait series in her lecture “Se-

importance of arrangement. This aspect be-

Stages of Life

rial Strategies in Portrait Photography from Au-

came clear in observing the “Mémoires” of Seii-

Ulrike Schneider, Hannover

gust Sander to Rineke Dijkstra”. She showed

chi Furuya. Drawing on images from his archive

Serial Strategies in Portrait Photography from

how specific criteria emerge over a longer pe-

created between 1978 and 1985, from 1989

August Sander to Rineke Dijkstra

riod and when working in series, namely the

onwards the artist presented the portraits of

Seiichi Furuya, Graz

setting of a start and an end point – making up

Christine Furuya-Gössler in different illustrated

Mémoires

between them the duration. Moreover, in deter-

books in ever different contexts. A special fea-

Judith Blume, Frankfurt/Main

mining the intervals between the images it is

ture of long-term projects in portrait photog-

“Book Creations from Border Areas or:

possible to distinguish between periodic series,

raphy is then that illustrated books provide a

What is an Album?”

created using regular intervals, and those series

framework for them: What’s more, compared

Conception: Tania Ost

developed by chance and growing out of a given

with the many years inherent in such a project,

situation - although some projects represent hy-

leafing through the pages only takes an instant.

The symposium “HALT. Long-term Projects in

brids. Still others may consist of just two juxta-

But the double pages offer the intimacy appro-

Portrait Photography” was organized around

posed photographs. Some projects come about

priate to the subject fitting, as the sequence of

three theoretical lectures – on the portrait, on

retrospectively, in other words, when the art-

images corresponds with the chronological de-

portrait series and on the album, possibly form-

ist goes through an archive, or, following the

velopment – the ageing of the person depicted.

ing a framework for such series – and alongside

principle of repetition a second image is cre-

Leading on from this, a closer look was taken at

these, two very different positions from photo-

ated that is connected to an older image, while

the album with Judith Blume in her contribution

graphic practice. These subsequently provided

other projects involve advance planning with a

“‘Book Creations from Border Areas’ or: What is

the basis for fascinating discussions.

concept that is determined from the outset. In

an Album?”.

The lectures and talks explored various per-

this, long-term projects in portrait photography

spectives regarding collections of portrait pho-

can be said to cancel out the contradiction be-

tography set up over time: The first task was

tween authenticity and orchestration: After all,

Tania Ost

Fotos: Sebastian Mühl

Prof. Dr. Hans Zitko Tania Ost Promotionsbereich


50

Visuelle Kommunikation

Differenzen bezeichnen – Zur Gesellschaft des Designs Eine Tagung im Rahmen der promotionsbegleitenden Studien an der HfG Offenbach Am 13. Dezember 2013 fand an der HfG Offenbach die von Sandra Groll im Rahmen des Promotionsprogramms organisierte Konferenz »Differenzen bezeichnen – Zur Gesellschaft des Designs« statt. Der Untertitel der Konferenz legt bewusst zwei Lesarten nahe. Zum einen ist mit ihm die omnipräsente Mitgesellschaft entworfener Artefakte angesprochen. Zum anderen soll die Vermutung ausgedrückt sein, dass sich die moderne Gesellschaft, mitsamt ihrer Strukturprobleme, zunehmend auf Design als Möglichkeit zur Kontingenzreduktion verlassen zu scheint. Design, dies meint längst mehr als das klassische – dingorientierte – Produktdesign der Moderne, vielmehr – dies zeichnet sich in den gegenwärtigen Diskursen der Disziplin deutlich ab – werden im und durch Design spezifische Funktionsprobleme der Gesellschaft bearbeitet. Funktionsprobleme, die sich an den Artefakten der Gesellschaft kristallisieren, aber keinesfalls allein Probleme des »toten« Dings darstellen. Die Probleme der materiellen Form und (technischen) Funktion – die klassische Aufgabe des Designs – besitzen stets eine soziale Dimension. Gestaltung und Design sind Formen der Kommunikation, der Entwürfe und entworfenen Artefakte und Medien, mit denen sich Gesellschaft als kommende Gesellschaft dinglich selbst beschreibt. Mit diesem eher designsoziologischen Blick versuchte die Konferenz, einen Überblick über mögliche Denkansätze zu diesem – zugegebenen weitläufigen und somit eher abstrakt bearbeitbaren Thema – zu geben. Die theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Design als soziale Praxis beschränkt sich denn auch in ihren vielfältigen Produktionen nicht allein auf designgeschichtliche Typologien, sondern – dies wurde anhand der Beiträge der eingeladenen Redner deutlich – betreibt auch Aufklärung über die Bedingungen und Funktionsweisen von Gestaltung als Vollzug einer solchen

Praxis. Die Konferenz schloss somit in ihrer Thematik an das laufende, systemtheoretische Promotionsprojekt mit dem Arbeitstitel »Die Gesellschaft der Gestaltung« von Sandra Groll an, suchte aber gleichzeitig die Heterogenität im weitesten Sinne designsoziologischer Perspektiven abzubilden. Gäste waren Klaus Krippendorff, Holger van den Boom, Roger Häußling und Bernhard E. Bürdek, der die abschließende Podiumsdiskussion moderierte. Die drei Redner betonten in ihren Vorträgen ganz unterschiedliche Fragestellungen, so bezog Klaus Krippendorff mit seinem Vortrag »differences that makes a difference« den Begriff Design nicht mehr nur allein auf Produkte im klassischen Sinne, sondern auf das Artifizielle schlechthin: Design bedeute den Entwurf intentional gestalteter Unterschiede, die einen Unterschied machen. Klaus Krippendorffs Vortrag war in mehrfacher Weise bereichernd, er erklärte nicht nur in Bezugnahme auf Gregory Bateson den Entwurf und die Gestaltung deutlich zu einer Kernkompetenz menschlichen Handelns und Wahrnehmens, sondern bot auch einen beeindruckenden Überblick über sein eigenes designtheoretische Lebenswerk. Im Anschluss daran wies Holger van den Boom mit seinem Vortrag »Design in der Postmoderne. Designokratie?« auf die Gefahren einer Designokratie hin, in der jener schöpferischen Form des Bezeichnens und Formens, die unter Design verstanden wird, der Realitätskontakt abhandengekommen ist, und in der Design als Medium seine diabolische Form zeigt. Roger Häußling hingegen formulierte in seinem Vortrag die Vermutung, dass der Designbegriff zu einem Schlüsselbegriff der »next society« avancieren könnte und schloss damit an die Diskussion zur Strukturform der nächsten Gesellschaft in der theoretischen Soziologie an. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit den Gästen, Bernhard E. Bürdek und Sandra Groll, die die die einzelnen Positionen noch einmal zusammenfasste. Sandra Groll


Promotion

51

Differenzen bezeichnen – Zur Gesellschaft des Designs / Tagung

Fotos: Tania Ost

Describing Differences – On the Society of Design A conference as part of the doctoral studies program at HfG Offenbach

and media, through which society describes it-

the traditional sense but to the artificial per se:

self in concrete terms as that future society it

design would then mean the conception of pur-

wants to become. Starting from this design-so-

posefully designed differences, making a dif-

ciological viewpoint, the conference aimed to

ference. Klaus Krippendorff’s talk was illumi-

provide an overview of possible intellectual ap-

nating in several ways; in referencing Gregory

The conference “Describing Differences – On

proaches to what is admittedly a wide field, and

Bateson he not only affirmed drafting and de-

the Society of Design”, organized by Sandra

therefore possibly best approached in an ab-

sign as core human action and perception skills,

Groll, took place at HfG Offenbach on the 13th

stract manner. Similarly, the theoretical analy-

but also provided an impressive overview of his

of December 2013 as part of the doctoral stud-

sis of design as a social practice does not limit

own life’s work on design theory. Subsequently,

ies program. The conference subtitle is de-

itself to design historical typologies in their di-

in his talk “Design in Post-modernism. Desig-

liberately ambiguous, suggesting two possi-

verse productions, but rather - and this was ev-

nocracy?” Holger van den Boom pointed out the

ble readings. First, it refers to the omnipresent

ident in the contributions by the invited speak-

dangers of a designocracy in which the creative

company of designed artifacts. Secondly, it in-

ers – also aims to illuminate the conditions and

form of describing and forming that is termed

fers that modern society with all of its struc-

modes of operation that design has when it is

design has lost all contact with reality, and

tural problems is increasingly relying on design

the execution of such a theoretical practice. In

which could be showing its diabolic form in de-

as a means of reducing contingency. For quite

this, the conference was closely connected to

sign as a medium. By contrast, Roger Häußling

some time now, design has come to mean much

the topics that Sandra Groll is looking at in her

voiced the assumption in his lecture that the

more than the traditional, object-oriented prod-

ongoing doctoral project in systems theory with

term design might advance to become a key

uct design of Modernity. Rather, it has become

the working title “The Society of Design”. At the

concept of the “next society” - and in doing so,

very evident in the current debates on the dis-

same time it attempted to reflect the heteroge-

he joined in on the discussion on the structural

cipline that specific functional problems of soci-

neity of what can be seen as design-sociologi-

shape of the next society in theoretical sociol-

ety are addressed in and through design. These

cal perspectives in the broadest sense.

ogy. The conference ended with a panel discus-

functional problems take form in the artifacts of

Klaus Krippendorff, Holger van den Boom and

sion featuring the guests, as well as Bernhard

society but by no means solely represent prob-

Roger Häußling were invited as guest speakers,

E. Bürdek and Sandra Groll, who summarized

lems of the “inanimate” object. The problems

as well as Bernhard E. Bürdek, who moderated

the individual positions.

posed by material form and (technical) function

the final panel discussion. The three speakers

– the classic task of design – always have a so-

emphasized entirely different issues in their

cial dimension.

lectures. Klaus Krippendorff with his lecture

Composition and design are forms of commu-

“differences that makes a difference” did not re-

nication using drafts and designed artifacts

late the term ‘design’ exclusively to products in

Sandra Groll

Prof. Dr. Hans Zitko Sandra Groll Promotionsbereich


52

Visuelle Kommunikation Promovenden der HfG Offenbach stellen ihre Projekte vor Doctoral students of HfG Offenbach present their projects

Ulrich Gebert Die Wahrheit der Fotografie Die Fototheorie tut sich bis heute schwer, ein konsistentes Verständnis des Mediums zu entwerfen, das ihrem heterogenen Anwendungsbereich gerecht wird. Gerade weil es sich um ein technisches Bildmedium handelt, werden die freien und unfreien Anteile an der Entstehung von Fotografien kontrovers diskutiert. Ähnlich offen stellt sich die Diskussion um deren Weltbezug dar. Nicht nur zur Zeit ihrer Erfindung trug die Fotografie das Versprechen der mechanischen Objektivität in sich, die die Einnahme eines von unseren Wünschen und Interessen entbundenen Standpunktes zum Ziel hätte. Deren Umsetzung offenbart jedoch massive Unstimmigkeiten und bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Auf der anderen Seite sind der Betonung des subjektiven Anteils in gewisser Weise Beschränkungen auferlegt, die sich aus der indexikalischen Verbindung zum externen Weltgeschehen ergeben, und die selbst noch die Randgebiete

Ulrich Gebert The Truth of Photography

des Fotografischen (wie z.B. das Fotogramm) aufweisen. Diese zwei Pole des Mediums: Dokument und Kunstwerk stehen sich vermeintlich unvereinbar gegenüber. Nach kritischer Auseinandersetzung der objektiven und subjektiven Möglichkeiten der Fotografie strebe ich es an, neuere Ansätze der analytischen Philosophie in eine Theorie des Mediums zu überführen, die sich von rein empirischen, aber auch relativistischen oder konstruktivistischen Vorstellungen des Mediums löst. Mit Hilfe des Dreiecks FotografIn - Foto - InterpretIn soll die propositionale Wirkungsweise der fotografischen Bildsprache verdeutlicht werden, um in einem letzten Schritt einem von der Intersubjektivität bestimmten Wahrheitsbegriff des Fotografischen nachzugehen. Diese Wahrheit unterscheidet sich signifikant von den großen historischen Objektivitätsversprechen oder erkenntnistheoretischen Letztbegründungen, trägt jedoch das Potenzial in sich, die Dichotomie der Subjekt-Objekt-Beziehungen zu überwinden und damit die fotografischen Zuschreibungsblöcke (Dokument vs. Kunst) zu versöhnen.

bound to our wishes and interests. However,

a departure from the purely empirical, but also

the realization of this promise reveals massive

relativist or constructivist concepts of the me-

inconsistencies and falls far short of our expec-

dium. With the aid of the triangle formed by

Photographic theory has always had a hard

tations. On the other hand, limitations are al-

photographer - photo – interpreter, the proposi-

time of finding a consistent understanding of

ways imposed on the emphasis of the subjec-

tional action of the photographic imagery is to

the medium that does justice to its wide-rang-

tive proportion to some extent that arise from

be clarified, before in a final step I shall explore

ing field of application. Precisely because it

the index-like connection to events in the ex-

the idea of the truth of the photographic image

is a technical image medium, there is contro-

ternal world, limitations that even occur in the

as defined by intersubjectivity. This truth dif-

versy over the subjective and non-subjective el-

fringe areas of photography (such as the pho-

fers significantly from the great historical prom-

ements involved in creating photographs. Sim-

togram). Seemingly, these two poles of the me-

ise of objectivity or definitive epistemological

ilarly, there is disagreement over its reference

dium - document and work of art - are irreconcil-

rationale, but does have the potential to over-

to the world.

able opposites.

come the dichotomy of the subject-object rela-

Not only when it was first invented did photog-

Following a critical analysis of the objective and

tionships and thus to reconcile the two photo-

raphy hold the promise of mechanical objectiv-

subjective possibilities of photography I aim to

graphic camps, whereby art is assigned to the

ity, or more specifically, the hope that photog-

transfer more recent approaches of analytical

category of document or art.

raphy would assume a viewpoint that was not

philosophy to a theory of the medium, which is

Betreuer / Supervisor: Prof. Dr. Juliane Rebentisch Prof. Martin Liebscher


Promotion

53

Promovenden der HfG stellen ihre Projekte vor

Anne Kersten Säen und Ernten Strategien, Intentionen und Wirkungen gegenwärtiger Kunst mit landwirtschaftlichen Bezügen Vermehrt beschäftigen sich Künstler und Künstlerinnen mit landwirtschaftlichen Themen: ihre Werke drehen sich um den soziokulturellen Kontext ländlicher Lebensräume, die bäuerliche Kultur und ihre ökonomischen Bedingungen sowie neue Formen von Landwirtschaft und ländlichem Leben – auch im urbanen Kontext. Wie konstituiert sich die Gemeinsamkeit dieser künstlerischen Arbeiten über ihre thematische Beschäftigung hinaus, so dass daraus die Bezeichnung Kunst & Landwirtschaft geschlussfolgert werden kann? Und welche Implikationen enthält diese Bezeichnung? Mit der Hinwendung der Kunst zu sozialen und politischen Fragen, hier von Nahrungsmittelproduktion und – konsum, schaffen Künstler und Künstlerinnen aktuell eine facettenreiche Sichtbarkeit eines gesellschaftsrelevanten Themas, die es sich lohnt, vor dem Hintergrund der vielfach bezeichneten Entgrenzung von Kunst und Wirklichkeit, genauer anzuschauen. Stellt sich doch immer die Frage, wie die bezeichnete Sichtbarkeit wirksam wird und auf welche spezifische Weise sie damit auch politisch ist. Die sich dabei ergebenden Bezüge zu Realismustheorien seit dem 19. Jahrhundert bis zu ihrer Aktualisierung in den vergangenen Jahren stellen einen wichtigen Untersuchungsrahmen für mein Projekt dar.

Fallen Fruit Public Fruit Maps, seit 2004, Computerzeichnung Public Fruit Maps, since 2004, computer drawing

Betreuer / Supervisor: Prof. Dr. Juliane Rebentisch Prof. Dr. Christian Janecke Prof. Wolfgang Luy

Anne Kersten Sowing and reaping Strategies, intentions and impacts of contemporary art with agricultural references

its attention to social and political questions, here specifically to food production and consumption, artists are creating a richly-facetted visualization of a socially relevant topic, which

Artists are increasingly dealing with agricul-

ground of the much-cited separation of art from

tural topics: their works revolve around the so-

reality. After all, the question that always arises

KP Brehmer Der Westen hat die größten Schweine, o. J., Tusche auf Millimeterpapier

cio-cultural context of rural habitats, the farm-

is what impact the particular visualization has,

The West has the biggest pigs, n. d.,

ing culture and its economic conditions, and

and, in turn, in what specific way it becomes

Ink on graph paper

new forms of farming and rural life – also in an

political.

urban context. What do these artistic works

The resulting connections with the theories of

have in common beyond their common theme

realism from the 19th century through to their

so that it would be feasible to describe them

current versions have in recent years formed

using the term Art & Agriculture? And what im-

an important investigative framework for my

plications does this term contain? As art turns

project.

is worth a closer examination against the back-

Promotionsbereich


54

Visuelle Kommunikation

Theorie

Sebastian Mühl Utopie zwischen künstlerischer Verstetigung und Reflexion: Bezugnahmen auf Utopiekonzepte in der Gegenwartskunst. Bis heute stellt die Utopie ein zentrales Betrachtungsfeld der Kunst dar. Utopiekonzepte sind Bezugspunkte künstlerischer Praktiken, die ein politisches Selbstverständnis artikulieren und sie bilden Fluchtlinien im Hinblick auf die Formulierung politischer und ästhetischer Überzeugungen im Verhältnis von Kunst und Gesellschaft. Waren Fortschrittsoptimismus und die Einbehaltung von Emanzipationsperspektiven noch konstitutiv für das kulturelle Selbstverständnis der Moderne, so wird in der spätmodernen Gesellschaft oftmals ein Verschwinden oder ein Verlust utopischen Bewusstseins diagnostiziert. Mit dem Ende der »großen« Erzählungen und im Horizont der totalitären Erfahrungen des 20. Jahrhunderts scheint die Legitimität utopischen Denkens überhaupt in Frage gestellt. In jüngster Zeit jedoch vermehren sich die Anzeichen für eine Rückkehr des Utopischen: das Denken radikal anderer Gesellschaftsentwürfe hat im Zuge der Krisenerfahrungen der vergangenen Jahre ebenso Konjunktur wie der Versuch ihrer praktischen Umsetzung in mikrotopischen Gemeinschaften alternativer politischer, ökonomischer und soziokultureller Organisation. Das Dissertationsvorhaben will der Frage nachgehen, wie die Utopie als Gegenstand und als Motiv für das Selbstverständnis einiger Formen zeitgenössischer Kunstpraxis

Sebastian Mühl Utopia between artistic stabilization and reflection: references to concepts of utopia in contemporary art.

produktiv gemacht wird. Die Perspektiven auf den Bezugspunkt Utopie erscheinen höchst widersprüchlich: von analytischen Bezugnahmen auf die Utopiekonzepte der historischen Avantgarden zu empathischen Neuformulierungen politischer Utopien im Umfeld des künstlerischen Aktivismus und der Protestbewegungen der Gegenwart, von der Selbstbeschränkung auf mikrotopische Ansätze in der Relationalen Ästhetik bis zu künstlerischen Praktiken, die auf einer Negativität des Ästhetischen bestehen. Angesichts solcher miteinander konkurrierender Befunde bildet das Utopieproblem eine Folie, auf der nicht nur nach der Möglichkeit überhaupt, sondern auch nach dem systematischen Ort der Utopie zwischen ästhetischen und politischen Überlegungen zu fragen ist. Neben der Diskussion klassischer und aktueller politischer und ästhetischer Utopiekonzepte bei Debord, Adorno, Habermas und Badiou werden künstlerische Praxisformen und ihre begleitenden Diskurse untersucht: im Zentrum stehen die Debatten um Relationale Ästhetik, die zeitgenössische Modernerezeption, das Paradigma der kritischen Kunst sowie aktuelle Formen politisch engagierter, interventionistischer und gemeinschaftskonstitutiver Kunstpraxis. Bei der Analyse werden sowohl die jeweiligen Alternativen klar herausgestellt als auch der Versuch unternommen, eine eigenständige und zeitgemäße Formulierung im Hinblick auf das Verhältnis von Kunst, Utopie und Politik zu erarbeiten. Neuere postkapitalistische Utopien treten neben solche, die sich an der Kritik sozialer Authentizität entzünden.

indications of a return to the utopian: thanks to

se can be questioned, but also the systemic

the crises experienced in recent years, we have

placing of the utopian between aesthetic and

seen a boom in concepts for radically different

political considerations.

social models – as well as attempts to realize

Alongside a discussion on the traditional and

these concepts in microtopic communities of al-

current political and aesthetic concepts of uto-

To this day, utopia is a central topic in art. Con-

ternative political, economic and socio-cultural

pia found in Debord, Adorno, Habermas and Ba-

cepts of utopia are points of reference for ar-

organization.

diou, artistic practices and their accompany-

tistic practices that articulate a political self-im-

The aim of the dissertation is to examine how

ing discussions are also examined: The focus is

age; These concepts form vanishing lines in

utopia is made productive as a subject and mo-

on the debates surrounding relational aesthet-

view of the formulation of political and aes-

tif in the self-conception of several forms of

ics, the contemporary reception of Modernism,

thetic convictions when thinking about the rela-

contemporary art practice. The perspectives

the paradigm of critical art and current forms

tionship of art and society.

on utopia as a point of reference appear highly

of politically active, interventionist and commu-

While belief in progress and the retention of

contradictory: from analytical references to uto-

nity-building art practice. This analysis will not

emancipation perspectives contributed to form-

pian concepts of the historical avant-garde to

only clearly outline the respective alternatives

ing the image of modernity, it is often said of

empathic new formulations of political utopia

but also make an attempt to elaborate an inde-

the late-modern society that it is losing or has

associated with artistic activism and the pro-

pendent and contemporary formulation with re-

lost its consciousness of the utopian. With the

test movements of the present, from the limita-

gard to the relationship of art, utopia and pol-

end of the “grand” narratives and against the

tion to microtopic approaches in relational aes-

itics. More recent post-capitalist utopias are

backdrop of the totalitarian experiences of the

thetics through to artistic practices that insist

considered alongside those that are ignited by

20th century, the legitimacy of utopian thinking

on a negativity of the aesthetic. Given these

the criticism of social authenticity.

per se seems to be put in question.

competing finds, the utopia issue forms a back-

However, there have recently been frequent

ground against which not only its feasibility per

Betreuer / Supervisor: Prof. Dr. Juliane Rebentisch Prof. Rotraut Pape


Promotion

55

Promovenden der HfG stellen ihre Projekte vor

Mathias Windelberg Inszenierungen in Ausstellungen In meiner Arbeit setze ich mich mit Fragen der Übersetzung musealer Dispositive in unterschiedliche Formen des Kinematografischen auseinander. Dafür werden die Kontexte von Ausstellungshäusern wie des Tropenmuseums in Amsterdam, des Louvre in Paris, diverser Institutionen zeitgenössischer und historischer Kunst, Yad Vashems oder auch des griechischen, numismatischen Museums thematisiert und übersetzt. Resultierende Bewegtbild-Arbeiten der Transformationen sind bei meinen Untersuchungen auf den Bereich der bildenden Kunst beschränkt, das heißt, eine Beschäftigung mit Trailern, Werbefilmen, Dokumentationen etc. ist ausgeschlossen. Auch ist Übersetzung hier nicht als geradlinig-mechanischer Prozess von eindeutigen Entsprechungen,

ausgehend von einem Medium Museum zu einem Zielmedium Film, zu verstehen. Vielmehr erscheint sie als reflexive Interpretation. Der sich so ergebende Gegenstand ist nun aber keinesfalls kryptisch, sondern sehr greifbar: In einer Screening-Reihe im kommenden Semester unter dem Titel »Das Zeigen zeigen zeigen« werden zwölf entsprechende Arbeiten vorgeführt. An diesen werden Fragestellungen jüngerer Theorien zu ästhetischen Erfahrungsprozessen explizit: Einige der Filme nämlich beabsichtigen scheinbar – trotz ihres jeweiligen Status als Kunstwerk – ethisch normative Urteile über die darin repräsentierten Ausstellungshäuser bei den Rezipienten zu evozieren. An der Rezeption beteiligte Akteure und Objekte finden sich somit in einer (museums-) politischen Situation des Dissens um Deutungshoheit, legitime Orte, Modi und jeweilige Gegenstände von Kritik wieder.

Betreuer / Supervisor: Prof. Dr. Juliane Rebentisch Prof. Rotraut Pape

Mathias Windelberg Enactments in exhibitions

are limited to the field of visual art, in other

issues relating to more recent theories on aes-

words will not include trailers, promotion films,

thetic experiences: Namely despite their sta-

documentations and so on. Moreover, transla-

tus as works of art some of the films appear

In my work I explore the translation of the in-

tion is not to be understood as a straightfor-

to want to evoke in viewers ethical, normative

stitutional foil into different forms of the cin-

ward, mechanical process of one-to-one corre-

judgments about the exhibition institutions rep-

ematographic medium. This is done by my ad-

spondences, starting from the medium museum

resented in them. As such, actors and objects

dressing the contexts of exhibition halls such

and finishing with the medium film. Rather it

involved in reception find themselves in an (in-

as the Tropenmuseum in Amsterdam, the

appears to be a reflexive interpretation. How-

stitutional) policy situation of dissent about

Louvre in Paris, various institutions of con-

ever, the resulting object is by no means cryp-

the prerogative of interpretation, legitimate lo-

temporary and historical art, Yad Vashem or

tic, but very palpable: Next semester, twelve

cations, modes and respective subjects of

the Greek, numismatic museum, and trans-

works will be shown in a screening series enti-

criticism.

lating these contexts into images. The result-

tled “Das Zeigen zeigen zeigen” (Showing the

ing moving image works of the transformations

showing showing). The works serve to illustrate

Promotionsbereich


Projekte


58

Visuelle Kommunikation

Robert Johnson Theorie In Kooperation mit Prof. Heiner Blum von der HfG Offenbach präsentiert ROBERT JOHNSON THEORIE in lockerer Folge prominente, fachkundige Gäste – Soundspezialisten, Musiker, Autoren, DJs – mit Vorträgen zum Thema Clubkultur, Produktion und Rezeption elektronischer Musik. Die Veranstaltungen finden im Robert Johnson (Nordring 131, Offenbach) jeweils zwei Stunden vor der normalen Cluböffnung statt und gehen dann fließend in die Clubnacht über.

ROBERT JOHNSON THEORIE 17 / Thomas MeineckeANALOG 7. Dezember 2013 ROBERT JOHNSON THEORIE 18 / Klaus Walter AUTOTUNE 25. Januar 2014 ROBERT JOHNSON THEORIE 19 / Atom TM HARD DISK ROCK 29. März 2014

ROBERT JOHNSON THEORIE 13 / Stephan Plank PLANK ÜBER PLANK 20. Juli 2013

ROBERT JOHNSON THEORIE 20 / Mark Fisher HERE'S A GROUP TRYING TO DO ONE THING, AND THAT IS TO GET INTO THE FUTURE ROCK 12. April 2014

ROBERT JOHNSON THEORIE 14 / Kristian Beyer WOONDERLAND / Platten, die mein Leben verändert haben 10. August 2013 ROBERT JOHNSON THEORIE 15 / Frank Bretschneider KARL-MARX-STADT, KOMPUTER UND KLANGFORSCHUNG 12. Oktober 2013

Stephan Plank

ROBERT JOHNSON THEORIE 16 / Dick Hebidge DANCING, DIVING, DIGGING: GOING UNDER, GETTING DOWN 2. November 2013

ROBERT JOHNSON THEORIE 21 / Schorsch Kamerun PUDELCLUB 10. Mai 2014

Kristian Beyer

Dick Hebidge Thomas Meinecke


Projekte

59

Robert Johnson Theorie

Robert Johnson Theory ROBERT JOHNSON THEORY in cooperation with

10 May 2014 ROBERT JOHNSON THEORY 16 / Dick Hebidge

Heiner Blum of HfG Offenbach presents a loose

DANCING, DIVING, DIGGING: GOING UNDER,

sequence of prominent, knowledgeable guest

GETTING DOWN

speakers – sound specialists, musicians, au-

2 November 2013

thors, DJs – in lectures on the topic club culture, production und reception of electronic music.

ROBERT JOHNSON THEORY 17 / Thomas

Atom TM

Meinecke / ANALOGUE The events take place in Robert Johnson

7 December 2013

(Nordring 131, Offenbach) two hours before normal club opening times, and will blend seam-

ROBERT JOHNSON THEORY 18 / Klaus Walter

lessly into the club night.

AUTOTUNE 25 January 2014

ROBERT JOHNSON THEORY 13 / Stephan Plank PLANK ON PLANK 20 July 2013

ROBERT JOHNSON THEORY 19 / Atom TM HARD DISK ROCK 29 March 2014

ROBERT JOHNSON THEORY 14 / Kristian Beyer WOONDERLAND/ Records that changed my life

ROBERT JOHNSON THEORY 20 / Mark Fisher

10 August 2013

/ HERE'S A GROUP TRYING TO DO ONE THING, AND THAT IS TO GET INTO THE FUTURE ROCK

ROBERT JOHNSON THEORY 15 / Frank Bret-

12 April 2014

Schorsch Kamerun

schneider / KARL-MARX-STADT, COMPUTERS AND SOUND RESEARCH

ROBERT JOHNSON THEORY 21 / Schorsch

12 October 2013

Kamerun / PUDEL CLUB

Mark Fisher Klaus Walter

Fotos: Jessica Schäfer und Lena Ditlmann Prof. Heiner Blum Experimentelle Raumkonzepte Experimental Space Concepts


60

Visuelle Kommunikation

Institut für Klangforschung Audiosupport 2013  

Das 2013 von Prof. Heiner Blum gegründete Institut für Klangforschung (IfK) fördert künstlerische Audio-Produktionen und -Produzenten. Der Schwerpunkt liegt auf experimentellen und elektronischen Klangproduktionen in den Bereichen Track, Installation, Hörspiel, Performance, Konzert. In Lectures, Workshops, Sessions und Exkursionen unterstützt das IfK den Wissenstransfer im Bereich der Klangforschung und schafft inspirierende neue Möglichkeiten. Die IfK-Studios ermöglichen einen kreativen Freiraum für grenzüberschreitende Experimente. Das Institut arbeitet bewusst in einer nomadischen, diskursiven, flexiblen Form, aus der in offenen Gestaltungsprozessen Strategien, Prozesse und Aktionen entwickelt werden. Es ist Netzwerk, Forum und Plattform für Produzenten und Künstler. Mit seinen Angeboten ergänzt es die Lehre der HfG Offenbach, der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt, der Städelschule und des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen. Zudem unterstützt das Institut unabhängige Klangkünstler und Produzenten. Das Institut für Klangforschung hat ab Juli 2014 seine Basis in den Zollamt Studios in der Stadtmitte Offenbachs. Hier befinden sich Ateliers für 22 Produzenten, ein Büro sowie ein Gemeinschafts- und Workshop-Soundlab. Für größere Veranstaltungen stehen temporär die Veranstaltungs- und Ausstellungsräume der HfG Offenbach im

Erdgeschoss des Gebäudes zur Verfügung. Weitere Veranstaltungen finden im Soundlab der Städelschule in Frankfurt, den Schlosskapellen der HfG sowie im Robert Johnson in Offenbach statt. Das IfK arbeitet in folgenden Formaten: - Workshops zu Audio-Basics, Mastering und Audio-Soft ware (Ableton, Cubase, Logic, Max MSP, Protools …) - Hands-On Hardware-Workshops - Workshops im Bereich: Sound-Installation, Hörspiel, Performance, Tanz - Lectures und Seminare mit Referenten aus Theorie und Praxis - Robert Johnson Theorie, Lecture-Reihe zum Thema Clubkultur - 1:1 Sessions mit namhaften Klangproduzenten - Exkursionen und Vor-Ort-Begegnungen - Veranstaltungen, Konzerte, Symposien - Unterstützung freier Projekte - IfK-Studios    Eine Projektgruppe aus Studierenden der beteiligten Hochschulen und freien Produzenten diskutiert und entwickelt die laufenden und zukünftigen Projekte und Formate des IfK.    Teilnehmende Philipp Bergmann, Heiner Blum, Sven Hergenhahn, Patrick Raddatz, Sabine Schmidt, Matthias Schönijahn, Cédric Dekowski, Felix Reifenberg, Max Vaahs, Anika Wagner


Projekte

61

Institut für Klangforschung

Fotos: Jessica Schäfer Lena Ditlmann Heiner Blum

Institut für Klangforschung / Sound Research Institute Audio support 2013

From July 2014 onwards, the Institut für Klang-

A project group made up of students from the

forschung will be based in the Zollamt studio in

participating universities and free producers

the centre of Offenbach. There are studios for

discuss and develop the ongoing and future

22 producers, an office and a communal and

projects and formats of IfK.

Founded in 2013 by Heiner Blum, the Institut

workshop sound lab. The HfG event and exhibi-

für Klangforschung (IfK) promotes artistic audio

tion rooms on the building’s ground floor can be

Participants

productions and producers. The focus lies on

made available for larger events. Other events

Philipp Bergmann, Heiner Blum, Sven Hergen-

experimental and electronic sound production

take place in the sound lab of the Städelschule

hahn, Patrick Raddatz, Sabine Schmidt, Mat-

in the fields track, installation, radio play, perfor-

in Frankfurt, the HfG Schlosskapellen (chapels)

thias Schönijahn, Cédric Dekowski, Felix Reifen-

mance and concert. The IfK supports the trans-

and Robert Johnson in Offenbach.

berg, Max Vaahs, Anika Wagner

fer of knowledge in the area of sound research

and creates inspiring new possibilities through

The IfK offers the following:

lectures, workshops, sessions and excursions.

- Workshops on audio basics, mastering and au-

The IfK studios provide a creative space for in-

dio software (Ableton, Cubase, Logic, Max MSP,

terdisciplinary experiments.

Protools …)

The Institute consciously adopts a nomadic, dis-

- Hands-on hardware workshops

cursive, flexible mode of operation that allows

- Workshops in the fields of sound installation,

strategies, processes and actions to be devel-

radio play, performance, dance

oped in open-ended creative processes. It is a

- Lectures and seminars with speakers versed in

network, forum and platform for producers and

theory and practice

artists.

- Robert Johnson theory – lecture series on the

The Institute’s program complements teaching

topic of club culture

at HfG Offenbach, the Frankfurt University of

- 1:1 sessions with renowned sound producers

Music and Performing Arts, the Städelschule art

- Excursions and in-situ meetings

academy and the Institute for Applied Theater

- Events, concerts, symposiums

Studies in Gießen. In addition, it supports inde-

- Assistance with independent projects

pendent sound artists and producers.

- IfK studios 

Prof. Heiner Blum Experimentelle Raumkonzepte Experimental Space Concepts


62

Produktgestaltung

Wohnen Neu oder »Und wenn wir alle zusammen ziehen?« Für den Begriff Alter gibt es heute keine feste Definition mehr, denn die Wahrnehmung und Einschätzung darüber, wann jemand alt ist oder als alt bezeichnet werden kann, haben sich verändert. Doch der demografische Wandel ist keine Prognose, sondern Normalität: insgesamt leben heute in Deutschland ca. 15,24 Millionen Menschen zwischen 65 und 85 Jahren. Bis 2030 wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung von derzeit 43 auf über 47 Jahre steigen. Was sagt das nummerische Alter tatsächlich aus? Heute stellt sich das Alter eines Menschen vielmehr anhand seiner individuellen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeiten dar. Diese wiederum haben maßgeblichen Einfluss auf seine Mobilität, sein Eingebundensein in Arbeitszusammenhänge sowie auf seine soziale Integration. Viele der heute über 65-Jährigen sind aktiv, engagieren sich gesellschaftlich und haben ein starkes kulturelles Interesse. Sie fühlen sich jünger, sind modebewusst, anspruchsvoll und sozial integriert. Auch die Zahl der Menschen, die noch im Rentenalter berufstätig sind, nimmt – auch aufgrund der veränderten finanziellen Bedingungen – stetig zu. Daher wird es heute und zukünftig immer notwendiger werden, neue Lebensformen zu entwickeln, die auch den Vorstellungen dieser aktiven, älteren Menschen entsprechen. Mit den bisherigen Definitionen von Alter geraten auch herkömmliche Vorstellungen darüber ins Wanken, wie Menschen in einem bestimmten Lebensabschnitt wohnen möchten. Im Rahmen des Semesterprojektes WOHNEN

NEU wurden die veränderten Anforderungen an den Wohnraum, aber auch die Produkte des täglichen Lebens untersucht und in Konzepten und Entwürfen formuliert. Dabei wurden unterschiedliche Bereiche des zukünftigen Wohnens und Lebens betrachtet und in den Entwürfen reflektiert: Zusammenleben, Kommunikation, Arbeiten, Alltagssituationen, Barrierefreiheit, Autonomie, »privat und öffentlich« … Die entwickelten Konzepte setzen sich mit Raum und Grundriss auseinander. Darüber hinaus entstanden neue Ansätze zu Atmosphäre, Kommunikationselementen, Küche, Sanitär und Möblierung. Bei allen Entwürfen war wichtig, dass sie nicht ausschließlich auf die Zielgruppe der Älteren zugeschnitten sind, sondern dank ihrer offenen Gestaltung von Menschen jeden Alters, unabhängig von ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, effizient genutzt werden können. Die Entwurfsergebnisse wurden während des Rundgangs im ehemaligen IHK Gebäude präsentiert. Das ehemalige IHK Gebäude im Zentrum Offenbachs befindet sich in der Konversion und diente als Projektionsfläche der Entwürfe. Der zentrale Standort bietet ein ideales Feld, um neuen Wohn- und Lebensraum, unter anderem für ältere Menschen, zu schaffen, die es schätzen, in das kulturelle und städtische Leben eingebunden zu sein. Teilnehmende Bennet May, Cassandra Peters, Claudia Graneß, Dane Smith-Horn, Ezgi Cakir, Hans Hess, Leonie Assenheimer, Luciana S. Gnoatto, Maja Kroeger, Sarah Lilienthal, Thais D. S. Lima, Vivienne Nürnberger

Die Infografiken veranschaulichen den demografischen Wandel und machen diesen greifbar The info graphics illustrate the demographic change and make it palpable. Plakatgestaltung / Posterdesign: Sophia Preußner


Projekte

63

Wohnen Neu

2060 werden 39 Prozent der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein 39 percent of the population will be older than 60 in 2060

Wohnen Neu / New Living Forms or “Why don’t we all just move in together?”

it will become increasingly necessary to de-

The realized designs were presented during the

velop new living forms, which also cater to the

Rundgang exhibition in the former IHK build-

needs and wishes of these older, active, people.

ing. Located in the centre of Offenbach and cur-

These days we no longer have a precise defini-

Deprived of our existing definitions of old age,

rently undergoing conversion work, it served as

tion for the term old age, because our percep-

doubt is also cast on our customary ideas

a projection surface for the designs. The central location makes it ideally suited as a place

tion and assessment of when someone is old

about how people would like to live in certain

or can be termed old have changed. However,

phases of their lives. As part of the semester

for creating new living and residential space –

demographic change is not a forecast but al-

project WOHNEN NEU / NEW LIVING FORMS,

also for older persons, who appreciate being in

ready a reality: today a total of 15.24 million live

students explored altered requirements regard-

the midst of cultural and urban life.

in Germany between the ages of 65 and 85. By

ing living space, but also the products of every-

2030 the average age of the population will rise

day life and devised concepts and designs. This

Participants

from 43 to over 47.

involved considering different aspects of future

Bennet May, Cassandra Peters, Claudia Graneß,

What does the numerical age of a person ac-

living and life and reflecting them in designs: liv-

Dane Smith-Horn, Ezgi Cakir, Hans Hess, Leonie

tually tell us? Today, a person’s age is reflected

ing together, communication, work, everyday sit-

Assenheimer, Luciana S. Gnoatto, Maja Kroeger,

much more in his individual physical and intel-

uations, barrier-free access, autonomy, “private

Sarah Lilienthal, Thais D. S. Lima, Vivienne

lectual abilities. And these aspects in turn have

and public” …

Nürnberger

a decisive influence on his mobility, his inclu-

The concepts explored space and layout and

sion in a working environment but also his so-

came up with new approaches to atmosphere,

cial integration.

communication elements, kitchens, sanitary fa-

Many people over the age of 65 are active, in-

cilities and furnishing. A vital characteristic of

volved in social works and have strong cultural

all designs was that they should not be solely

interests. They feel younger, are fashion con-

geared towards older people, but owing to their

scious, discerning and socially integrated. More-

open design should be suitable for people of all

over, the number of people of pensionable age

ages regardless of their physical fitness.

who still work is continually rising, partly because of inadequate old-age pensions. As such Prof. Peter Eckart Dipl.-Des. Meike Langer Produktdesign / Integrierendes Design Productdesign / Integrated Design


64

Produktgestaltung Hans Hess Village / Architekturkonzept Village / Architectural concept

Architekturkonzept für gemeinschaftliches Wohnen im ehemaligen IHK Gebäude in Offenbach Architectural concept for communal living in the former IHK

Cassandra Peters Insha – Kücheninseln für kommunikatives Kochen Die wichtigste Schnittstelle für Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen ist das Essen bzw. Kochen. Insha soll diese Schnittstelle unterstützen und spiegelt die Vielfalt der Menschen und des Kochens durch seine Materialien wider

building in Offenbach

Insha – kitchen island units for communicative cooking The most important interface for people with different cultural backgrounds is eating or cooking. Insha is intended through its materials to support this interface and reflect the diversity of people and cooking

Das Architekturkonzept Village sieht kleinen privaten Wohnraum, dafür aber größere Räume zur gemeinschaftlichen Nutzung vor The architectural concept Village foresees small, private liv-

Claudia Graneß b14 – Maximaler Komfort auf minimalem Raum

ing spaces combined with larger spaces for communal use

b14 – Maximum comfort on minimal space b14 unites all the necessities of a barrier-free bathroom on minimal space in an modern context. Thanks to its compact size, b14 can fit into almost any living space. Thanks to its shape the washstand provides an integrated means of support. The functional wall in the area of the WC offers a means of support and can double as a shower seat

b14 verbindet auf minimalstem Raum alle Notwendigkeiten eines barrierefreien Bades in einem modernen Kontext. Aufgrund der kompakten Größe kann b14 nahezu in jedem Wohnraum eingesetzt werden. Der Waschtisch bietet aufgrund seiner Formgebung eine integrierte Haltemöglichkeit. Die Funktionswand im Bereich des WC bietet einerseits die Möglichkeit, unterstützende Haltemöglichkeiten auszuklappen, und hat andererseits die Funktion eines Duschsitzes


Projekte

65

Wohnen Neu

Luciana Gnoatto & Thais Dyck S. Lima Soma – Kulturen an einem Tisch Soma – Cultures at one table

Im 1. OG befinden sich minimale Arbeits- und Schlafräume, die für die temporäre Nutzung, beispielsweise durch Messebesucher, vorgesehen sind On the first floor there are small working and sleeping spaces intended for temporary use, say by trade fair visitors.

Die Formen und verwendeten Materialien der Tische stellen die Gemeinschaft der verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen dar The shapes and materials used for the tables represent the community made up of people from different cultures

Im 3. OG befinden sich sechs Wohnungen und eine große Gemeinschaftsküche On the third floor there are six apartments and a large communal kitchen

Soma wurde nach der Analyse verschiedener Tischtypen gestaltet. Er ist eine Verschmelzung ausgewählter vorhandener Tische Soma resulted from an analysis of different table types. It is a fusion of existing

Prof. Peter Eckart Dipl.-Des. Meike Langer Produktdesign / Integrierendes Design Productdesign / Integrated Design


66

Produktgestaltung

minimal Semesterprojekt Das Semesterprojekt »minimal« beschäftigte sich mit dem Wenigen. Wie klein kann ein Wohnraum sein? Wie klein ein Bad oder eine Küche? Welche Dinge braucht der Mensch zum täglichen Leben? Bedeutet minimal gleich arm, oder ist reduce to the max ein Ausdruck von Lebensstil? In Metropolen und Megacities wie Hong Kong, New York, Shanghai aber auch Großstädten wie München, Frankfurt und Hamburg nimmt die Bevölkerung stetig zu. Gleichzeitig steigt der Anteil an Singles bzw. der Einpersonenhaushalte und derjenigen Menschen, die aus beruflichen Gründen nicht am gleichen Ort wie ihre Partner oder Familie leben. Es wird zukünftig schwieriger werden, bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu finden. Die Größen, Grundrisse und Ausstattungen von Wohnungen berücksichtigen nur selten den existierenden gesellschaftlichen Wandel mit seinen dramatischen sozialen und demografischen Entwicklungen. Grundsätzlich ist die Wohnungsgröße eng mit unserer kulturellen Prägung verknüpft. So stehen einem Menschen in Mumbai beispielsweise durchschnittlich sieben Quadratmeter, in Tokyo 15 und in Zürich 50

minimal Semester project

Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Die Qualität und positive Bewertung einer Wohnung wird dabei jedoch nicht zwangsläufig von deren Größe bestimmt; vielmehr stehen für eine positive Wahrnehmung Aspekte wie intelligente Aufteilung, funktionale Möblierung, Beleuchtung, Materialien, Technologie, das urbane und soziale Umfeld im Vordergrund. Als Produktgestalter beschäftigen wir uns mit dem Menschen, seinen alltäglichen Handlungen und Bedürfnissen. Die Wohnung stellt einen Übergang zwischen Architektur und den uns umgebenen Dingen dar. Das Semesterprojekt beschäftigte sich mit sozialen Lebensbedingungen, Bedürfnissen und Anforderungen verschiedener Bevölkerungsschichten. Es entstanden Entwürfe zu Dingen, Gebrauch, Räumen sowie ein Konzept zur Dematerialisierung von Dingen. Teilnehmende Barbara Kremm, Edvin Klasson, Julia Haase, Jun Du, Karl Becker, Madita Morgenstern, Maja Kroeger, Markus Mau, Martin Hirth, Nick Hoffmann, Xiaobei Wang, Yidi Chen Yuying Jia

apartments make allowance for such aspects

Participants

as the existing dramatic social and demographic

Barbara Kremm, Edvin Klasson, Julia Haase, Jun

developments. Basically, apartment size is

Du, Karl Becker, Madita Morgenstern, Maja

The semester project “minimal” explores small

closely linked to our cultural influence. For in-

Kroeger, Markus Mau, Martin Hirth, Nick

dimensions.

stance, a person in Mumbai has at his disposal

Hoffmann, Xiaobei Wang, Yidi Chen, Yuying Jia

How small can living space be? How small a

an average of seven square metres, in Tokyo 15,

bathroom or a kitchen? What things do peo-

but in Zurich 50. However, size does not neces-

ple need for their everyday lives? Does mini-

sarily determine a home’s quality or its positive

mal necessarily signalize poor, or is reduce to

evaluation; rather, there is a focus on aspects

the max an expression of lifestyle? In metropo-

like intelligent use of available space, functional

lises and mega cities such as Hong Kong, New

furnishing, lighting, materials, technology, the

York, Shanghai, but also large cities like Munich,

urban and social environment.

Frankfurt and Hamburg, populations are contin-

As product designers we deal with people, their

ually rising. Simultaneously, the proportion of

everyday actions and needs. Homes repre-

single people and one-person households is in-

sent a transition between architecture and the

creasing, but also people who for professional

things surrounding us. The semester project ad-

reasons do not live in the same place as their

dressed social living conditions, the needs and

partner or family.

requirements of various social groups. It pro-

And it will become even more difficult to find af-

duced designs and concepts for objects, use,

fordable accommodation in cities in the future.

space and a concept for the dematerialization

Only rarely do the size, outline and fittings of

of things.


Projekte

67

minimal

Maja Kröger Sink

Karl Becker EZW14

without sacrificing the same life quality that you used to

Barbara Kremm Wasserstelle »Minimal bedeutet für mich die Reduktion auf das Wesentliche.«

have. That‘s why my interest of this minimal project focuses

“For me minimal means reduction to the essentials.”

Jun Du Minimal Garden “Minimal for me means to have different life opportunity

on creating a new window garden system, which combines urban vertical garden with glass window together.”

Julia Haase Trans-vitt Minimal bedeutet für mich die Bedürfnisse des Menschen und seiner Umwelt in den Fokus “For me minimal means putting a person’s needs and those of his surroundings first.”

Edvin Klasson A Waste of Space “Nature is minimal.”

Prof. Peter Eckart Dipl.-Des. Meike Langer Produktdesign / Integrierendes Design Productdesign / Integrated Design


68

Produktgestaltung

Nudeln Gruppenprojekt Grundstudium Die Grundlagen der Produktgestaltung im 2. Semester enden immer mit einem Entwurfsprojekt, das einen möglichst einfachen Gegenstand zum Inhalt hat. Es sollen Projekte entstehen, die neue Möglichkeiten aufzeigen – obwohl es vermeintlich schon alles gibt. So widmeten wir uns im Sommersemester 2013 Gebrauchsformen bzw. Konstruktionen, die vor allem mit dem Mund und damit durch das Essen erfahrbar werden: Nudeln. Die Gestaltung einer Nudel ist stets mit Fragen verbunden, etwa nach der Form für die optimale Soßenhaftung, danach, welche Form die Konsistenz verbessert oder mit welcher Form man ein angenehmes Mund- und Kaugefühl erreicht. Ein experimenteller Gestaltungsprozess sollte Antworten auf diese Fragen geben. So durchläuft die Formung einer Nudel alle Ebenen der Visualisierung und Materialisierung: Handskizzen, Papiermodelle, computerbasierte Zeichnungen, Prototypen, Knetmodelle, Nudelteigmodelle und schließlich 3D-Drucke führen zu den finalen Entwürfen. Zudem unterliegt die Gestaltung von Lebensmitteln – wie hier aus Mehl und Ei – ebenso designstrategischen Entscheidungen wie die Gestaltung von Gebrauchsgegenständen aus Holz, Keramik, Glas,

Nudeln (Pasta) Group project Basic Courses The Product Design Basics Courses in the 2nd

Metall oder Kunststoff. Und so stellen neue Nudelformen und –sorten immer auch einen Kompromiss zwischen ästhetischen Ansprüchen und rationaler Machbarkeit dar. Was alle Entwürfe vereint, ist die gestalterische Einbindung der Nudelherstellungstraditionen und die Integrierung der neugeformten Teigware in die Formenwelt eines internationalen Nudelmarktes. Hierbei zeigt die industrielle Herstellung auch Probleme und Grenzen. Die Ergebnisse dieses Projektes sorgten schon bei der Rundgangausstellung im Juli 2013 für so viel Aufsehen, dass sie auch auf der Möbelmesse in Köln (imm cologne) im Januar 2014 und auf der Tendence 2014 (Februar) in Frankfurt einer großen Öffentlichkeit präsentiert wurden. Teilnehmende Nadine Auth, Mervyn Bienek, Judith Block, Rena Chilas, Pablo Clara Perez, Kai Dreyer, Frank Dummann, Nora Etmann, Marina Fischer, Felicitas Gehring, Luca Hartz, Andreas Hildebrand, Lucia Hornfischer, Lena Huber, Florian Hundt, Karlotta Klußmann, Frederic Kreutzer, Constanze Leuchtmann, Carina Moser, Felix Pape, Helena Reinsch, Aldin Sakić, Ines Schramm, Annika Schürholz, Niels Siebenborn, Benjamin Slattery, Max Stalter, Claire Wildenhues, Tiantian Xu

visualization and materialization: hand sketches,

presented to a wider audience at the furniture

paper models, computer-based drawings, pro-

fair in Cologne (imm cologne) in January 2014,

totypes, kneading models, pasta dough mod-

and at Tendence 2014 (February) in Frankfurt.

els and 3D-prints, all of which lead to the final

semester always end with a design project fo-

designs. Moreover, strategic design decisions

Participants

cussing on an object that is as simple as pos-

govern food design – here made of flour and

Nadine Auth, Mervyn Bienek, Judith Block,

sible. The idea is for projects to demonstrate

egg – just as much as they do commercial de-

Rena Chilas, Pablo Clara Perez, Kai Dreyer,

new options despite the fact that everything

sign objects fashioned out of wood, ceramics,

Frank Dummann, Nora Etmann, Marina Fischer,

seems to exist already. In the summer semester

glass, metal or plastic. Consequently, new pasta

Felicitas Gehring, Luca Hartz, Andreas

of 2013, for example, we addressed commercial

shapes and varieties are also always a compro-

Hildebrand, Lucia Hornfischer, Lena Huber,

designs or structures that are experienced via

mise between aesthetic desires and what is ra-

Florian Hundt, Karlotta Klußmann, Frederic

the mouth and by eating, namely pasta.

tionally feasible. What all of the designs share

Kreutzer, Constanze Leuchtmann, Carina Moser,

Designing pasta is always connected with con-

is that they incorporate traditional pasta man-

Felix Pape, Helena Reinsch, Aldin Sakić, Ines

sidering things such as the best shape for the

ufacturing ideas and integrate newly-shaped

Schramm, Annika Schürholz, Niels Siebenborn,

sauce to adhere to, which shape improves the

pasta into the design world of the international

Benjamin Slattery, Max Stalter, Claire

consistency, or which shape produces a pleas-

pasta market. This reveals the problems and

Wildenhues, Tiantian Xu

ant sensation in the mouth and when chew-

limitations of industrial manufacture.

ing. An experimental design process was to

The pasta creations and ideas produced during

provide answers to these questions. Conse-

this project caused such a stir at the Rund-

quently, shaping pasta involved all the stages of

gang exhibition in July 2013 that they were also


Projekte

69

Nudeln

Bis zum finalen Nudelentwurf entstanden zahlreiche Vormodelle Numerous prototypes were necessary before the final pasta design was achieved

Prof. Petra Kellner Prof. Peter Eckart Grundlagen der Produktgestaltung Product Design Basics Course


70

Visuelle Kommunikation

KW 24 HfG-Projektwoche / HfG- Projectweek 10. bis 14. Juni 2013

Produktgestaltung

Open the Door Workshop Paul Sanders (Queensland Universitiy of Technology Brisbane/Australia) Organisation / Organization: Prof. Frank Georg Zebner

Die 24. Kalenderwoche 2013 stand ganz im Zeichen der ersten HfG-Projektwoche. Eine Woche lang ruhte der normale Lehrbetrieb; stattdessen

Bye Bye Utopia »Die Stadt aktivieren« / “Activate the City”

fanden statt: 8 x Kolloquien, 14 x Workshops, 5 x Vorträge und 5 x

Workshop

Feierabend mit Grillen und Partys.

Benjamin Foerster-Baldenius

In the 24th calendar week 2013, everything revolved around the first HfG

Raumlabor, Berlin

project week. Normal teaching operations were suspended for a week, instead of which there were: 8 x colloquia, 14 x workshops, 5 x lectures

Promovenden-Kolloquium I / Doctoral Colloquium I

and 5 x ‘after work’ sessions with barbecues and parties.

Annika Frye: Improvisation in Designprozessen / Design Processes Nico Reinhardt: Die Rolle des Materials im Gestaltungsprozess,Vom

Programm / Program

Material zum Gebrauch / The Role of Material in Design Process, From Material to Use

Service Design

Sandra Groll: Eine Soziologie des Designs / A Sociology of Design

Workshop Nadine Lehnfeld

Siebdruck auf Textil / Screen Printin on Textile

Organisation / Organization: Prof. Peter Eckart

Workshop

Service Design, Customer Journey Mapping, Personas, Stakeholder Map-

Dieter Fritzsche

ping, Service Prototyping, Blueprint Special Akt / Special Nude Monotypie

Workshop

Workshop

Prof. Manfred Stumpf

Volker Steinbacher

Aktzeichnen in einem besonderen Kontext Life Drawing in Special Context

Responsive Design Workshop

Lautmalereien / Onomatopeia

Frank Hellenkamp (Berlin)

Workshop

Organisation / Organization: Prof. Klaus Hesse

Agnes Meyer-Wilmes

Responsive Layouts (@media-queries etc.), Touch basierte Interaction

Experimente mit Softwaretools / Experiments with Software Tools

Touch-based Interaction, CSS Helpers (SASS, LESS),

(Illustrator, Photoshop, InDesign)

Visualisierungen / Vizualizations (raphael.js, d3js.org, processing js, Web Typografie / Typography, Webfonts, Iconsfonts etc.), CSS3 (transforms

Paul Sanders

etc.), Interaktive Maps

Vortrag / Lecture Paul Sanders (Architect and Designer, Professor for Architecture and

Fashion and Fantasy

Head of the School of Design at QUT Queensland University of

Workshop

Technology in Brisbane, Australia)

Sabine Schneider Organisation / Organization: Prof. rosalie

Promovenden-Kolloquium II / Doctoral Colloquium II

Mode, Schnitttechnik / Fashion, Pattern Cutting Techniques

Anne Kersten: Ein Feld abstecken: Kunst und Landwirtschaft / Staking Out a Field: Art and Agriculture

vvvv – a multipurpose toolkit / Einführung und Möglichkeiten Workshop

World of origins: On culture and semiotics

Sebastian Oschatz, David Brüll (MESO Frankfurt)

Workshop

Organisation / Organization: Prof. Alex Oppermann

Muthoni Kimani (Cape Town, South Africa) Organisation / Organization: Prof. Klaus Hesse

Die antikapitalistische Kammer / The Anti-Capitalist Chamber

Semiotic lecture and workshop about design treatments

Workshop

on the meaning of icons.

Thomas Bachler (Dresden) Organisation / Organization: Prof. Martin Liebscher

Bernd Stiegler

Experimentelle Labortechniken und Aufnahmeverfahren

Vortrag / Lecture

Experimental Laboratory Techniques and Recording Techniques

Spuren, Elfen und andere Erscheinungen. Conan Doyle und die Fotografie Traces, Elves and Other Phenomena. Conan Doyle and the photography

Audiosupport Workshop

Promovenden-Kolloquium III / Doctoral Colloquium III

Chris Beißwenger, Andreas Lubich, Daniel Fort

Tania Ost: Langzeitprojekte in der Porträtfotografie

Organisation / Organization: Prof. Heiner Blum

Long-Term Projects in Portrait Photograpy

Abelton Live Crashkurs, Audio-Mastering

Margret Hoppe: Der Architekt des Fotografen


Projekte

71

Projektwoche

Promovenden-Kolloquium IV / Doctoral Colloquium IV

The Architect of the Photography

Elke Mark: Welche Spuren hinterlässt der Umgang mit digitalen Medien Nea Machina

im Individuum? EINGESCHRIEBEN - Mediale Ablagerungen?

Workshop + Vortrag / Lecture

What Traces Does Dealing with Digital Media Leave in the Individual?

Thomas und Martin Poschauko

INSCRIBED - Media deposits?

Organisation / Organization: Prof. Eike König

Julia Rommel: Phänomen Ubiquität – Raumkonstitution im Kontext von

Kreativmechanismen / Creative Mechanisms

Informations- und Kommunikationstechnologien Phenomenon Ubiquity – Space Constitution in the Context of Information and Communication Technologies

Arno Böhler Vortrag / Lecture Philosophie als künstlerische Forschung: Denken in Berührung Philosophy as Artistic Research: In Contact with Thinking

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uium olloq 8 x K orkshop g 14 x W ra rt d o 5 x V eieraben 5xF

16:00

1,50 inks Softdr r 1,00 Wasse 0 1,5 4,00 Bier inks Longdr 0 2,0 Wein 2,00 Sekt

14

F E I E R A B E N D

Plakatgestaltung / Posterdesign: Berenike Eimler und Marina Kampka Prof. Klaus Hesse Dekan Fachbereich Visuelle Kommunikation Dean of Visual Communication Prof. Frank Georg Zebner Dekan Fachbereich Produktgestaltung Dean of Product Design


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Visuelle Kommunikation

»Stress« Plakatwettbewerb Zwei von drei Menschen in Hessen empfinden ihr Leben als stressig. Jeder Vierte steht sogar unter Dauerdruck. Und der Pegel steigt: Mehr als jeder Zweite hat das Gefühl, dass sein Leben in den letzten drei Jahren stressiger geworden ist. Das zeigt eine aktuelle Stressstudie der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen. Stress war auch Thema eines studentischen Plakatwettbewerbs, den die HfG Offenbach im Sommersemester 2013 gemeinsam mit der TK in Hessen durchgeführt hat. Im Rahmen des Wettbewerbs haben die Studierenden intuitiv diejenigen Stresstreiber identifiziert und in Plakatmotive umgesetzt, die auch laut der TK-Stressstudie die wichtigsten Stressfaktoren sind: Den größten Stress empfinden Menschen aufgrund ihres Jobs. Je höher

1. Preis / 1st prize: Sophia Preußner

das Stresslevel ist, zu desto mehr gesundheitlichen Beschwerden kommt es. Dazu gehören neben Schlafstörungen und Kopfschmerzen auch seelische Beschwerden wie Burnout oder Depressionen. »Bei Stress ist es immer 5 vor 12. Der Gewinnerentwurf von Sophia Preußner und die Entwürfe der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs zeigen so passgenau wie eindringlich, dass viele von uns ein Leben am Limit führen. Die Zeit lässt sich zwar nicht stoppen, aber öfter mal innezuhalten ist ein erster wichtiger Schritt, Stress vorzubeugen oder abzubauen. Ich freue mich sehr, dass wir in diesem Wettbewerb zu diesem brisanten Thema, das uns alle betrifft, mit der Techniker Krankenkasse kooperieren konnten und über die qualitätvollen Plakate unserer Studierenden«, sagt Klaus Hesse, Professor für Konzeptionelle Gestaltung an der HfG Offenbach.

2. Preis / 2nd prize: Martin Dörr


73

Projekte

»Stress«

“Stress” Poster competition

incidentally, were the same as those found to

topic that affects us all and pleased with the

be the most important stress factors by the

high quality of our students’ posters,” says

TK’s study, namely: People feel most stress on

Klaus Hesse, Professor for Conceptual Design

Two out of three people in Hessen experience

account of their jobs. The higher the stress

at HfG Offenbach.

their lives as stressful, while one in four feels

level, the more ailments people develop. These

permanently under pressure. And stress levels

ailments caused by stress include sleeping

are still rising: Over 50 percent feel that their

problems and headaches but also emotional

lives have become more stressful in the last

problems such as burn-out or depression.

three years. This is indicated in a current study

“Stress always requires urgent action. The win-

on stress by health insurance firm Techniker

ning design by Sophia Preußner and those by

Krankenkasse (TK) in Hessen.

the other participants show fittingly and com-

In the summer semester of 2013, HfG Offen-

pellingly how many of us live our lives at the

bach conducted a poster competition with

limit. You might not be able to stop time but

the TK in Hessen on the topic of stress. Over

taking frequent breaks is an important first

the course of the competition, students intui-

step towards preventing or relieving stress.

tively identified stressors and translated them

I am delighted we were able to cooperate with

into subject matter for posters – and these,

the Techniker Krankenkasse on this explosive

3. Preis / 3rd prize: Xi Luo

3. Preis / 3rd prize: Fabian Sollinger

Prof. Klaus Hesse Konzeptionelle Gestaltung Conceptional Design


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Produktgestaltung

Materialsubstitution Visualisierung und Materialisierung (ViMA) Viele der am Lehrgebiet Visualisierung und Materialisierung (ViMA) entstandenen studentischen Arbeiten sind durch spielerische Erkundung entstanden, dazu wurden auch unkonventionelle Wege eingeschlagen. Dabei stand das Kennenlernen von Materialien, Strukturen und Systemen im Vordergrund ebenso wie technisch-physikalische oder chemische Ausprägungen und das Gespür für sensorische Eigenschaften. Der Zugang zu solchen Gestaltungskonzeptionen wird – neben den digitalen Entwurfs- und Fertigungswerkzeugen – entscheidend über den experimentellen und physischen Umgang mit Materialien und Dreidimensionalität geprägt. Otl Aicher spricht in diesem Zusammenhang auch vom Erfassen und Begreifen der Dinge. Sensitive oder smarte Materialien, Strukturen und Systeme ebnen den Weg von den statischen zu den dynamischen und prozessorientierten Eigenschaften.

Many of the student projects that have evolved in Visualization and Materialization came about through playful exploration, and resorting to unconventional methods. The focus was on becoming familiar with materials, structures and systems, as well as on technical-physical or chemical characteristics and gaining a feeling for sensory properties. Arriving at such design concepts is decidedly influenced not only by the digital design and production tools, but also by the experimental and physical handling of materials and the three-dimensional. In this context, Otl Aicher talks about grasping and understanding things. Sensitive or smart materials, structures and systems pave the way from static to dynamic and process-oriented properties.

Ceramic Woods Die Keramiken aus Holz, kurz Holzkeramik, sind das Ergebnis eines materialinspirierten Prozesses, der sich mit der Frage nach der Komposition konträrer Materialeigenschaften befasst. Kombiniert man die Technologie der Keramikherstellung mit den Eigenschaften von natürlichem Holz, entstehen biomorphe Keramiken. Dieser besondere Werkstoff konserviert den strukturellen Aufbau von Pflanzen in Keramik. Jedes Holz ist anders und so ist auch jedes dieser keramischen Erzeugnisse ein Unikat. Gemeinsam haben alle Hölzer den natürlichen Bauplan aus Kohlenstoffverbindungen. Unter großer Hitze vereinen sich diese Carbon-Strukturen mit Silicium zu Siliciumcarbid-Keramik. Die Kombination pflanzlicher Strukturen mit keramischen Eigenschaften eröffnet bisher ungenutzte Gestaltungspotenziale. In biomorphen Keramiken können die Ergebnisse natürlicher Evolution zur Verbesserung technischer Systeme genutzt werden.

Ceramic woods, which is short for ceramics made from wood, is the result of a material-inspired process which addresses the question of the composition of contrary material properties. Combining the technology involved in ceramics production and the properties of natural wood produces biomorphic ceramics. This extraordinary material preserves the structural makeup of plants in ceramics. Each variety of timber is different and so each of these ceramic objects is a one-off. All of the lumbers have their natural blueprint of carbon compounds in common. When subjected to great heat, these carbon structures combine with silicon to produce silicon carbide ceramic. The combination of plant structures with ceramic properties opens up previously untapped potential for design. In biomorphic ceramics, the results of natural evolution can be used to enhance technological systems.


Projekte

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Substitution / Ceramic Woods

Die Arbeiten aus dem Seminar »Ceramic Woods« bzw. »Substitution – biomorphe SiC-Keramiken« wurden gemeinsam mit den dabei entstandenen REM-Aufnahmen aus dem Seminar »Grundlagen der Gestaltung« am Lehrgebiet Visualisierung und Materialisierung ausgestellt. Begleitend waren dort James Weavers (WYSS-Institute, Harvard University) großformatige Farb-Elektronen-Mikroskop-Aufnahmen biogener Keramiken (Korallen) zu sehen. James Weaver hielt zudem einen spannenden Vortrag zum Thema »Structure-Function Relationships in Damage Tolerant Structural Glasses: Analysis of the Architectural Complexities of Sponge Skeletal Systems«. Die Ausstellung wurde von den Professoren Werner Lorke und Markus Holzbach initiiert und realisiert.

The works from the seminar “Ceramic Woods” and “Substitution biomorphous SiC-Ceramics” were exhibited together with the REM images from the seminar “Fundamentals of Design” in Visualization and Materialization. Also on display were James Weaver’s (WYSS Institute, Harvard University) large-format, colour electron-microscope images of biogeneous ceramics (corals). James Weaver also held a fascinating lecture on the topic: “Structure-Function Relationships in Damage Tolerant Structural Glasses: Analysis of the Architectural Complexities of Sponge Skeletal Systems.” The exhibition was initiated and realized by professors Werner Lorke and Markus Holzbach.

In Zusammenarbeit mit / in cooperation with: Compagnie de Saint-Gobain Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC)

Markus Mau Cutting Tool Glas und Holz qualifizieren sich durch ihre Eigenschaften für unterschiedliche Einsatzbereiche. Kann ein hybrides Material die Oberflächenhärte von Glas mit der strukturell bedingten Bruchfestigkeit von Holz verbinden? Normales Glas, der Werkstoff von Flaschen oder Fensterscheiben, ist für dieses Experiment ungeeignet: Selbst die sehr heiße Schmelze ist zu zäh, um so filigrane Strukturen wie Holz anzunehmen. Die Alternative ist Natrium-Kaliumwasserglas, eine viskose, metastabile Schmelze, die unter Aufnahme von CO2 aushärtet. Um das Holz zu durchdringen, ist eine Kombination aus Unter- und Überdruck erforderlich: Zunächst entweicht im Vakuum die Luft aus den Poren des Holzes. Anschließend wird das viskose Wasserglas mit Überdruck tief in das Holz gepresst. Das Ausgangsmaterial wird dabei modifiziert; es entstehen völlig neue Möglichkeiten der Formgebung, Produktion und Anwendung.

Through their properties, glass and wood qualify for various fields of use. Can a hybrid material combine the surface hardness of glass with wood’s structurally determined breaking strength? Normal glass, the material used for bottles and window panes, is unsuitable for this experiment: even molten glass is too thick to adopt delicate structures such as wood. The alternative is sodium-potassium silicate, a viscous, metastable molten glass, which hardens when it absorbs carbon dioxide. In order to infuse the wood, a combination of negative and excess pressure is needed: The air first escapes the wood’s pores in the vacuum. The viscous silicate is then forced deep into the wood with excess pressure. The resulting material is modified in the process, giving rise to completely new possibilities for shaping, production and application. Prof. Dr. Markus Holzbach Visualisierung und Materialisierung Visualization / Materialization


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Produktgestaltung Material Grove Von traditionellen Materialien zu zukunfts orientierten Materialentwicklungen From Traditional Materials to Future-Oriented Material

Raffael Costa, Ricardo Ponce Bacterial Composite Composite sind zusammengesetzte Materialien, welche die Eigenschaften ihrer Bestandteile vorteilhaft miteinander verbinden. Sie bestehen aus einer Matrix, zum Beispiel Epoxid oder Polyester, und einer Verstärkung wie Glas- oder Kohlefasern. Heute sind Composite aus nachwachsenden Rohstoffen synthetischen Compositen aufgrund ihrer schlechten steuerbaren Eigenschaften technisch noch unterlegen – aber die Nanotechnologie bietet Möglichkeiten, Eigenschaften von Naturstoffen in Zukunft präziser zu steuern. Aus dem nachwachsenden Rohstoff Zellulose lassen sich beispielsweise mit Hilfe von genetisch modifizierten Bakterien nanokristalline Fasern produzieren. Im Projekt Bacterial Composite züchteten die Studierenden experimentell Biofilme aus Zellulose-produzierenden Bakterien und kombinierten sie mit natürlichen Textilien sowie Kunstharzen als Bindemittel, um einzigartige Eigenschaften und Anmutungen für zukünftige Öko-Composite zu erhalten.

Composites use the properties of their components to their advantage. They consist of a matrix, for example epoxy or polyester, and a reinforcement such as glass or carbon fibers. Nowadays, composites made from renewable resources are still technologically inferior on account of their properties being hard to control, but in future nanotechnology will make it possible to control the properties of natural materials more precisely. By way of example, nano-crystalline fibers can be grown using the renewable natural resource cellulose in conjunction with genetically modified bacteria. As an experiment in the Bacterial Composite project, students cultivated bio-films from cellulose-producing bacteria and combined them with natural textiles and synthetic resins as binding agents to obtain exceptional properties and appearances for future eco-composites.

In Zusammenarbeit mit / in collaboration with: BASF designfabrik Hyundai Motor Deutschland GmbH


Projekte

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Material Grove

Marlies Kolodziey Tactio Wie beeinflussen Materialien und Strukturen die Wahrnehmung einer Raumsituation, in der die Oberflächen vor allem auf haptische Reize ausgelegt sind? Diese Frage stellt sich zum Beispiel in der gestalterischen Materialuntersuchung für zukünftige Automobilinterieurs. Diese werden heute primär visuell erfasst. Die Vielzahl ihrer Bedien- und Gestaltungselemente führt zu einem komplexen, häufig überladenen Erscheinungsbild. Was ist aber mit dem Tastsinn? Was, wenn Funktionen erst sichtbar würden, wenn man sie wirklich benötigt? Tactio ist die Materialvision eines »nackten« Armaturenbretts ohne Bedienelemente, dafür aber mit sensitiven Oberflächenbereichen. Die hochempfindlichen Tastsensoren unserer Fingerspitzen werden durch Mikrostrukturen angeregt. Taktiles Feedback erzeugt eine ungewohnte, aber intensivierte Mensch-Objekt-Interaktion: Einen Gegenstand zu berühren, heißt auch umgekehrt vom Gegenstand berührt zu werden.

How do materials and textures influence our perception of a space in which surfaces are primarily designed for tactile stimuli? The question arises for example in research for material design for future automotive interiors. Nowadays these are primarily conceived visually. Their large number of controls and design elements results in a complex, often overladen appearance. But what about the sense of touch? What if the functions were only to become visible when actually needed? Tactio is the material vision of a “naked” dashboard with no controls but instead sensitive displays. The highly sensitive touch sensors in our fingertips are stimulated by microstructures. Tactile feedback produces an unfamiliar but intense human-object interaction: After all, touching an object also means being touched by the object.

Alix Huschka Hydro Lighting Surface Hydro Lighting Surface steht für eine Membrankonstruktion mit lokaler Funktionszuweisung. Eine durch Siebdruck aufgetragene Beschichtung aus Epoxydharz ermöglicht es, die Gegensätze fest/flexibel und hydrophil/hydrophob in ein Textilgewebe einzuschreiben. Die Adhäsionseigenschaften verändern sich so, dass sich Wassertropfen an den bedruckten Strukturen anlagern und weitere Funktionen wie Hydrochromie oder Thermochromie auslösen. Fluoreszierende Pigmente in der Flüssigkeit lassen das Textil im Dunkeln leuchten, was durch die Lichtbrechung im Tropfen zusätzlich verstärkt wird. Der Leuchteffekt wird durch die Interaktion mit Wasser ausgelöst: Da, wo sich die leitfähigen Tropfen sammeln, schließt sich temporär der Stromkreis einer LED. Vorstellbar sind Anwendungen im Bereich Signalkleidung oder Fassadenbau.

Hydro Lighting Surface is a membrane construction with local function allocation. An epoxy resin coating, applied by silk-screen, enables the opposites solid/flexible and hydrophilic/ hydrophobic to be inscribed in a fabric. The adhesion properties change in such a way that drops of water accumulate on the printed structures, triggering further functions such as hydrochromism and thermochromism. Fluorescent pigments make the textile glow in the dark, which is further enhanced by the light refraction of the water drops. The glow-effect is triggered by the interaction with water: Wherever the conductive drops accumulate, an LED circuit is temporarily completed. Use in high-visibility clothing and façade construction are conceivable. Prof. Dr. Markus Holzbach Visualisierung und Materialisierung Visualization / Materialization Prof. Georg-Christoph Bertsch Interkulturelles Design Intercultural Design


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Produktgestaltung Reaktive und adaptive Strukturen Reactive und adaptive structures

Florian Hundt Anisotrop Anisotropie bedeutet, dass bestimmte Materialeigenschaften richtungsabhängig sind. Dies trifft auch auf Holzfurnier mit seiner Faserstruktur zu. Durch das Zusammenspiel der Anisotropie des Furniers in einer Makrostruktur aus verschieden ausgerichteten Furniermodulen ist es möglich, abhängig von der Feuchtigkeitsverteilung verschiedene Formen zu generieren: Einseitige Feuchtigkeitszufuhr führt zu entsprechenden Quellvorgängen im Holz, die Furniermodule verspannen und verformen sich. Trockenheit kehrt den Vorgang wieder um. Gesteuert durch die Form und Ausrichtung der Furniermodule werden Strukturen denkbar, die sowohl auf die absolute Feuchtigkeit als auch die Verteilung von Feuchtigkeit im Raum reagieren und durch ihre dreidimensionale Verformung spezifische praktische und ästhetische Funktionen erfüllen.

Anisotropy means that some material properties are dependent on direction. This also applies to wood veneer with its fiber structure. The functional interaction of the anisotropy of a macrostructure of differently aligned veneer modules makes it possible to generate different shapes dependent on the distribution of moisture: the application of moisture on just one side leads to corresponding swelling processes in the wood, the veneer modules contract and warp. Dryness reverses this process. Governed by the shape and alignment of the veneer modules, structures are conceivable which react to both absolute humidity as well as moisture distribution in a space, and which through their three-dimensional deformation could fulfill both aesthetic and practical functions.

Anna-Michèle Hamann Dynamic Surface Das Projekt Dynamic Surface behandelt diverse Experimentierfelder: Verknüpfungen und Adaption konträrer Materialeigenschaften, Textilstruktur, Ferrofluid, Magnetismus, Transluzenz, den Phasenwechsel von flächiger zu räumlicher Struktur sowie die parametrische Ansteuerung von Bewegung. Die symmetrische Struktur des Entwurfs, die in einem kontinuierlichen Übergang zunehmend filigraner wird, verbindet zwei konträre Materialien und deren vollkommen gegensätzliche Materialeigenschaften miteinander. Diese Eigenschaften bilden sich dabei unterschiedlich stark heraus. Die Struktur wird wiederum von einem elektromagnetischen System in Bewegung gesetzt und nach verschiedenen Parametern angesteuert.

The Dynamic Surface project addresses diverse experimentation fields: coupling and adaptation contrary material properties, textile structures, ferrofluid, magnetism, translucency, the phase change from twodimensional to spatial structure, as well as the parametric triggering of movement. The symmetric structure of the design, which gradually becomes increasingly filigree, combines two contrary materials and their entirely opposing material properties. In this, the individual properties evolve to varying degrees. The structure is in turn set in motion by an electromagnetic system and triggered according to various parameters.


Projekte

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Reactangle / Soundwave

Lilian Dedio SOUNDtextil Die Klanginstallation SOUNDtextil nutzt die Eigenschaften zweier, miteinander verbundener Materialien. Metall ist leitfähig und verfügt über eine ferromagnetische Charakteristik. Textil besitzt Qualitäten wie Leichtigkeit und Beweglichkeit und dient hier als Membran, die vom Metalldraht bewegt wird. Fest verbunden interagieren die beiden Materialien miteinander und reagieren aufeinander. Gibt man ein Audiosignal auf den durchwobenen Draht, ist das Material in der Lage diese Information in Schallwellen umzuwandeln, die in unseren Ohren als Geräusche wahrgenommen werden. (→ S. 241)

Lilian Dedio SOUNDtextil The sound installation, SOUNDtextil, uses the properties of two interconnected materials. Metal is conductive and has a ferromagnetic characteristic. Textiles have qualities such as lightness and mobility, and serve as a membrane brought into movement by metal wire. When bound together, the two materials interact with each other. Were one to connect an audio signal to the interwoven wire, the material would be able to convert this information into sound waves that we can, in turn, hear.

Cho Joonyoun Electroactive Polymers Elektroaktive Polymere (EAP) sind Polymere, die durch Anlegen einer elektrischen Spannung ihre Form ändern. Am häufigsten werden dafür aufgrund ihrer hervorragenden elastischen und elektroaktiven Eigenschaften Silikonund Acryl-basierte Polymere verwendet. Die Kombination elektroaktiver Aktuatoren (»Muskeln«) mit einer aussteifenden Struktur (»Skelett«) ermöglicht Bewegungen. Im Beispielentwurf »Electroactive Polymers« führt die quadratische Rahmenform mit zwei gegenüberliegenden verjüngten Kanten zum gewünschten Bewegungseffekt: Elektrische Impulse erwirken eine Wandlung von geometrischer zu biomorpher Anmutung.

Electroactive polymers (EAP) are polymers that change shape when voltage is applied. Given their outstanding elastic and electroactive properties, silicone and acrylic-based polymers are used most frequently. The combination of electroactive actuators (“muscles”) with a stiffening structure (“skeleton”) facilitates movement. In the “Electroactive Polymers” concept model the square shape and two tapered edges opposite produce the desired motion: Electrical impulses cause the shape to change from looking geometric

Prof. Dr. Markus Holzbach Visualisierung und Materialisierung Visualization / Materialization


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Produktgestaltung

Timothy Ekins, Steven Kaufmann, Chi Sohns,Marc-Samuel Ulm, Benjamin Würkner Soundwaves Soundwaves ist eine aus Stäben aufgebaute interaktive Struktur, die sich nach akustischen Signalen im Raum ausrichtet. Wie von einem Magneten angezogen, wenden sich die Stäbe Geräuschen im Raum zu und verweisen somit auf die akustischen Geschehnisse an jenem Ort. Ähnlich wie bei einem Weizenfeld im Wind werden die akustischen Signale in den harmonischen, wellenartigen Bewegungen der Stäbe sichtbar. So übersetzen die hängenden Stäbe eine Vielzahl von Lauten in materialisierte Bewegungen. Bei einem Tonimpuls werden die Stäbe entweder zu einem Bündel zusammengeführt oder sie bewegen sich voneinander weg und die Struktur löst sich auf. An der jeweiligen Gestalt der Stabstruktur kann der Betrachter bereits von weitem die unterschiedlichen Geräuschverteilungen im Raum ablesen.

Soundwaves is an interactive structure made of rods, which aligns itself to acoustic signals in a given space. As though attracted by magnets, the rods turn towards sounds, thereby indicating the acoustic occurrences there. Similar to a wheat field in the breeze, the acoustic signals become visible in the harmonic, wave-like movements of the rods. The suspended rods translate a variety of sounds into materialized movement. A sound impulse either causes the rods bunch up to a small bundle or move away from each other, dissolving the structure. Even from

In Zusammenarbeit mit / in collaboration with: Dipl.-Des. Friedrich Söllner

a distance, the onlooker can read the distribution of sounds in the room from the particular form of the rod structure.

Martin Pohlmann, Julian Schwarze Light Skin Light Skin ist die Vision einer interaktiven »Haut« im automotiven Kontext. Reize wie Berührung, Druck und Vibration werden über eingebettete Silikonlinsen aufgenommen und als Lichtpunkt wieder ausgegeben: Die Berührung wird sichtbar und gibt ein optisches Feedback. Die Oberfläche wird zur analogen Schnittstelle zwischen Objekt und Raum. Im automotiven Kontext bietet Light Skin neben der haptischen Qualität auch die Möglichkeit, die Karosserie des Autos anzusteuern und sie als Informations- und Warnoberfläche im Straßenverkehr zu nutzen, indem physikalische Kräfte visualisiert werden. Flieh- und Trägheitskräfte lassen das Fahrzeug dann unterschiedlich aufleuchten. Light Skin ist der Ansatz, das bestehende Bild des Automobils zu überwinden und seine Funktion und Erscheinung neu zu interpretieren.

Light Skin is the vision of an interactive “skin” in an automotive context. Stimuli such as touch, pressure and vibration are received via embedded silicon lenses and released as spots of light: touch becomes visible and provides an optical feedback. The display becomes an analogous interface between object and space. Along with its tactile qualities, in an automotive context Light Skin makes it possible to control the car body and use it as an information and warning display in traffic by visualizing physi-

In Zusammenarbeit mit / in collaboration with: Prof. Peter Eckart Evonik Industries AG

cal forces. Centrifugal and inertial forces would then make the vehicle light up in different ways. Light Skin strives to overcome the existing notion of an automobile and re-interpret its function and appearance.


Projekte

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Reactangle / Soundwave

Publikationen Das Buch »Material Grove - Von traditionellen Materialien zu zukunftsorientierten Materialentwicklungen« ist im Lehrgebiet Visualisierung und Materialisierung im Rahmen eines Kooperationsprojekts von Markus Holzbach und Christof-Georg Bertsch mit den Firmen Hyundai und BASF sowie dem Weltkulturen Museum Frankfurt entstanden. ISBN: 978-3-921997-94-9 Der Katalog »Materialdesign – Analoge und digitale Gestaltungsprozesse im Spannungsfeld zwischen Material und Struktur« ist zur Ausstellung Ventura Academies im Rahmen der Salone del Mobile in Mailand erschienen. Studierende des Lehrgebiets Visualisierung und Materialisierung zeigten im Rahmenprogramm der Mailänder Möbelmesse (8. bis 13. April 2014) im Ausstellungsdistrikt Ventura Lambrate ihre Materialstudien und Exponate. Die Ausstellung wurde von Petra Kellner und Markus Holzbach kuratiert. Der Katalog wurde von Nadine Auth und Claire Wildenhues gemeinsam mit dem Lehrgebiet gestaltet. ISBN: 978-3-921997-98-7 Zur gout-Ausstellung »Transmateria – Analoge und digitale Gestaltungsprozesse im Spannungsfeld von Material und Struktur« im Sheraton Offenbach Hotel (→S.165) ist ein Katalog erschienen. ISBN: 978-3-921997-97-0 Alle Publikationen sind über die Bibliothek der Hochschule erhältlich: bibliothek@hfg-offenbach.de.

Publications

Offenbach displayed their material studies and exhibits in the accompanying programme of the

The book “Material Grove – Von traditionel-

Milan furniture fair (8 to 13 April, 2014) in the

len Materialien zu zukunftsorientierten Materi-

exhibition district Ventura Lambrate.

alentwicklungen” (From Traditional Materials to

The exhibition was curated by Petra Kellner and

Future-Oriented Material Developments) was

Markus Holzbach. The catalogue was designed

produced as part of a co-operation project be-

by Nadine Auth and Claire Wildenhues in collab-

tween Markus Holzbach and Christof-Georg

oration with the Visualization and Materializa-

Bertsch, Visualization and Materialization, ViMA

tion department.

of HfG Offenbach, and the firms Hyundai, BASF

ISBN: 978-3-921997-98-7

and the Weltkulturen Museum Frankfurt. ISBN: 978-3-921997-94-9

The catalogue “Transmateria” , was produced for the gout-exhibition – “Transmateria – Ana-

The catalogue “Materialdesign – Analoge und

logue and Digital Design Processes in the Inter-

digitale Gestaltungsprozesse im

face of Material and Structure” in the Sheraton

Spannungsfeld zwischen Material und Struktur”

Offenbach Hotel (see page XY).

(Materialdesign – Analogue and Digital Design

ISBN: 978-3-921997-97-0

Processes in the Interface between Material and Structure) – was produced for the exhibi-

All publications can be obtained from the uni-

tion Ventura Academies during the Salone del

versity library.

Mobile in Milan. Students from the Visualization and Materialization, ViMA department at HfG

Prof. Dr. Markus Holzbach Visualisierung und Materialisierung Visualization / Materialization


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Produktgestaltung

Pigment Im Rahmen des Farbseminars im Hauptstudium des Fachbereichs Produktgestaltung wurde für den Rundgang 2013 eine Ausstellung entwickelt, die das Thema Farbpigment als Rauminstallation inhaltlich und visuell greifbar darstellte.

Partikel zwischen einem Fünfhundertstel und einen Zweitausendstel Millimeter Infocharts erläuterten an den Wänden des Ausstellungsraumes die Seminarergebnisse, und anhand zweier baugleicher, jedoch unterschiedlich bearbeiteter Objekte, konnte die dreidimensionale Wirkung von Pigmentoberflächen untersucht werden. Auf eines der beiden Objekte wurde ein Rohfarbpigment ungebunden aufgebracht, welches eine samtig matte, farblich sehr intensive Oberfläche erzeugte. Für das zweite Objekt wurde dasselbe Pigment zuvor in ein Acrylbindemittel eingearbeitet – die Oberfläche ist seidenmatt glänzend, geschlossen und im Farbton weniger farbintensiv. Ihre facettierte Bauform ermöglicht die Betrachtung der Lichtbrechung auf direkt aneinander angrenzenden Flächen. Die unterschiedliche Behandlung der Oberfläche und der Lichteinfall erzeugen trotz des gleichen Pigments eine beeindruckend differierende Oberflächenwirkung und Farbanmutung.

Pigment An exhibition was developed for the HfG Tour 2013 as part of the seminar on color taken by students majoring in product design that elucidated and visualized the subject of color pigment as a spatial installation.

Particles between a Five Hundreth and a two thousand of a millimeter Information charts on the walls of the exhibition space stated the seminar results, and it visitors were able to examine the three-dimensional effect of pigment surfaces by looking at two identical objects that had received a different treatment. An untreated pigment lacking binding agent was applied to one of the objects, which produced a matt, velvety surface with a very intense color. For the second object an acrylic binding agent was added to the same pigment – creating a surface that is shiny semi-matt, uniform and less intense in the color. As the objects are facetted it is possible to observe refraction on surfaces directly adjoining one another. Despite using the same pigment, the different treatment of the surface and incidence of light produce a startlingly different surface and color effect.


Projekte

83

Pigment und Exkursion in die Schweiz

Exkursion in die Schweiz Im Rahmen des Seminars fand im Juni 2013 eine zweitägige Exkursion statt. Ziele waren die Ausstellung »No Name Design« von Franco Clivio, das interdisziplinäre Materialarchiv des Gewerbemuseums in Winterthur sowie die Farbmanufaktur »kt.Color« in Uster bei Zürich. Dort besuchten die Exkursionsteilnehmer einen Workshop der Farbexpertin Katrin Trautwein, die mit ihrem Unternehmen Farben und Lacke mit hohem Anteil an Naturpigmenten und ökologisch unbedenklichen Zusätzen produziert. Neben fein abgestimmten Eigenentwicklungen werden auch Klassiker wie die Le Corbusier-Farben oder das Yves Klein- Ultramarinblau auf der Basis von Originalpigmenten hergestellt.

Field Trip to Switzerland In June 2013, students went on a two-day as part of the seminar. They visited the exhibition “No Name Design” by Franco Clivio, the interdisciplinary material archive of the Gewerbemuseum in Winterthur and the paint manufactory kt.Color in Uster near Zurich. Here the participants attended a workshop run by color expert Katrin Trautwein, whose company produces paints and varnishes with a high proportion of natural pigments and ecologically sound additives. Alongside its own carefully mixed creations the firm also produces classics such as Le Corbusier colors or Yves Klein ultramarine blue on the basis of the original pigments.

Teilnehmende Annika Bonner, Ji Yeon Chun, Mircea Göller, Claudia Graneß, Anna-Michele Hamann, Brita Jaichner, Hyun-Hee Jo, Marlies Kolodziey, Teresa Mendler, Vivienne Sarah Nürnberger, Cassandra Peters, Marianne Lisa Pforte, Lea Rochna, Ayoub Saaif, Pia Scharf, Marthe Marie Schliephacke, Fenglin Zhang

Participants Annika Bonner, Ji Yeon Chun, Mircea Göller, Claudia Graneß, Anna-Michele Hamann, Brita Jaichner, Hyun-Hee Jo, Marlies Kolodziey, Teresa Mendler, Vivienne Sarah Nürnberger, Cassandra Peters, Marianne Lisa Pforte, Lea Rochna, Ayoub Saaif, Pia Scharf, Marthe Marie Schliephacke,

Knut Völzke

Fenglin Zhang Knut Völzke

Fotos: Knut Völzke

Prof. Petra Kellner Dipl.-Des. Knut Völzke Interkulturelle Designkonzepte, Farbe, Produktsprache Intercultural Design Concepts, Color, Product Language


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Produktgestaltung

Mobilitätskultur Weg vom Individualverkehr hin zum individuellen Verkehr Mit dem Motto »Mobilität ist Kultur!« betitelte die Stadt Zürich schon vor Jahren die Vision einer umfassenden Mobilitätsstrategie. Seitdem arbeiten Städte und Ballungsräume weltweit an Alternativen zu einer am Auto ausgerichteten Verkehrspolitik. Die Stadt Frankfurt folgt in Sachen Stadt- und Verkehrsentwicklung dem Begriff der »Nachhaltigen Mobilitätskultur«. Aber was heißt das ganz konkret? Als vergleichsweise kleine Metropole mit großen Verkehrsknoten und enormen Pendlerströmen ist Frankfurt besonders. Die Analyse lokaler Besonderheiten und die Recherche von Best-Practice-Beispielen aus aller Welt bildeten den Anfang der Projektarbeit im Sommersemester 2013. Nachhaltigkeit bezeichnet im Mobilitätskontext die Verbindung zwischen dem Individuellen und dem Kollektiv. Dafür sind die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer nötig sowie die Möglichkeit, Mobilität als Miteinander zu erleben.

Als Gruppenarbeit entstanden Konzepte wie die »Super-App«, die für das persönliche Profil Vorschläge aus allen verfügbaren Mobilitätsangeboten generiert. Einzelne Entwurfsprojekte visualisieren verschiedene Perspektiven auf das Thema Schnittstelle: von der Verbesserung der Fahrrad-ÖPNV-Kombination bis zum Car-Sharing-Konzept für soziale Netzwerke. Sophia Muckle Kooperationspartner Verkehrsdezernat der Stadt Frankfurt / Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung Studierende Nikita Bagdulin, Ji Yeon Chun, Michael Eisele, Hyun-Hee Jo, Steven Kaufmann

Ctrl+ Nikita Bagdulin entwarf ein innerstädtisches Lotsensystem, das die kontrollierte Steuerung des städtischen Verkehrsaufkommens sichtbar macht. Der Entwurf ersetzt das additive System herkömmlicher Ampel-, Scan- , Blitz- und Lichtanlagen. Nikita Bagdulin designed an inner-city guidance system that makes the policed regulation of urban traffic visible. The design replaces the additive system of conventional traffic lights, scanning, speed traps and lighting systems.


85

Projekte

Mobilitätskultur

Mobility culture Departing from motorized private transport towards an individual transport system

hubs and vast numbers of commuters. The

interface: from improving the Bike and Ride op-

analysis of local conditions and the research of

tion in short-range public transport through to a

global examples of best practice were starting

car-sharing concept for social networks.

points to student projects in the summer seThe city of Zurich announced its vision of a

mester of 2013.

comprehensive mobility strategy titled “Mobil-

A sustainable mobility concept is one that

ity is Culture!” years ago. Since then, cities and

forges a connection between the individual and

Cooperation partners

metropolitan areas around the world have been

the collective. This requires treating all road us-

Transport Department of the City of Frankfurt /

working on alternatives to a transport policy

ers as equals and making it possible for mobility

Mobility and Transport Planning Section

geared towards cars.

to be experienced as cooperation.

The City of Frankfurt pursues a strategy it calls

Concepts were developed in groups, such as

Students

“Sustainable Mobility Culture” in its urban- and

the “Super-App”, which generates suggestions

Nikita Bagdulin, Ji Yeon Chun, Michael Eisele,

transport development. But what does that ac-

from all the mobility offers available for a per-

Hyun-Hee Jo, Steven Kaufmann

tually mean? Frankfurt is a special case, being a

sonal profile. Individual design projects visual-

comparatively small metropolis with large traffic

ized different perspectives on the topic of the

Sophia Muckle

Multimobi / Multi-Mobilel Viele Kinder werden mit dem Auto zum Kindergarten oder zur Schule gefahren. Ji Yeon Chun hat für diesen Kontext ein Spiel entworfen, das Kinder durch spielerisches Erkunden für unterschiedliche Verkehrsmittel sensibilisiert. Many children are driven to school or nursery by car. Ji Yeon Chun developed a game for this situation that aims to make children more aware of different means of transport through playful exploration.

Shared Space Ein großes Problem für Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger und Fahrradfahrer, sind Sicherheit und Orientierung auf gemeinsamen Wegen. Um eine Überregulierung zu vermeiden, experimentierte Hyun-Hee Jo mit intuitiv erfassbaren Oberflächen und entwickelte Vorschläge für eine bessere Verkehrsführung. Auf Schnellspuren für ÖPNV und Zweiräder bilden Beläge und Pflasterung subtile akustische Barrieren zu den Autospuren. Safety and orientation in shared space present a huge problem for road users, especially pedestrians and cyclists. To avoid overregulation, Hyun-Hee Jo experimented with intuitive surfaces and developed ideas for better traffic management. Special road surfaces on lanes and tracks used by public transport and cyclists create subtle acoustic barriers to car traffic lanes. Prof. Petra Kellner, Dipl.-Des. Sophia Muckle Interkulturelle Designkonzepte, Farbe, Produktsprache Intercultural Design Concepts, Color, Product Language


86

Produktgestaltung

12 QM Installation und Ausstellungsprojekt auf dem Alten Flughafen Bonames und der Hauptwache Frankfurt Wie viel Platz verbraucht ein geparktes Auto? Die Installation 12 QM von Karl Leo Becker und Julian Kuhn thematisiert den öffentlichen Raum, der in der Stadt durch parkende Fahrzeuge verloren geht. Aufgrund der Parkplatznot in vielen Stadtgebieten nutzen Fahrzeugbesitzer lieber alternative Verkehrsmittel, statt ihren wertvollen Parkplatz nahe der Wohnung aufzugeben. Während man also zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, hält das eigene Auto den öffentlichen Raum besetzt. Nur für den Fall, dass man es mal braucht ... Aus mehreren Lagen handelsüblicher Lager-Paletten entsteht eine Plattform mit unterschiedlichen Höhen. Zum Sitzen, Klettern, als Liegefläche oder als temporäre Theke aufgeschichtet bietet sich die Parkinsel für unterschiedlichste Nutzungen an. Denkbar ist auch eine Begrünung als temporäre Terrasse oder Balkon-Ersatz im öffentlichen Raum. Während die Holzkonstruktion aus Paletten genau den Raum eines parkenden Fahrzeugs füllt, zeigt der Rollrasen daneben wie viel Freiraum entstehen könnte, sobald mehr

Menschen auf ein eigenes Fahrzeug vor dem Haus verzichten würden. Die Europäische Woche der Mobilität bot den idealen Rahmen, um die Entwurfsprojekte und Ideen des Sommersemesters der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für die Ausstellung unter freiem Himmel wurden die Projektergebnisse in Form einer Wandzeitung auf Bauzäunen gezeigt. Die Installation 12 QM bot daneben willkommene Sitz- und Aufenthaltsgelegenheiten. Sophia Muckle Kooperationspartner Stadt Frankfurt / Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung traffiQ im Rahmen der Europäischen Woche der Mobilität, September 2013 Teilnehmende Karl Leo Becker, Martin Hollmann-Gonzalez, Julian Kuhn, Marcus Mau, Dipl.-Des. Patrick König, Nikita Bagdulin, Ji Yeon Chun, Michael Eisele, Steven Kaufmann


Projekte

Mobilitätskultur / Ausstellung

12 QM Installation and exhibition project on the Old Airport Bonames and the Hauptwache Frankfurt

the roll-out lawn alongside it shows just how

87

much space could be freed up if more people were willing to forgo having their vehicle parked in front of their homes. The European Mobility Week provided the ideal

How much space does a parked car need? The

framework for presenting the design projects

installation 12 QM by Karl Leo Becker and Ju-

and ideas of the summer semester to the pub-

lian Kuhn takes the public space that is lost due

lic. The designs were displayed in the form of a

to parked vehicles as its subject. Since park-

giant wall newssheet on hoarding for the open-

ing space is at such a premium in many ur-

air exhibition. Alongside this, the installation 12

ban areas, car owners often favor alternative

QM offered welcome seating and encouraged

means of transport rather than forfeit the park-

people to linger.

ing space they have close to their home. This means they walk, cycle or use public trans-

Sophia Muckle

port, but their car nonetheless occupies public space. Just in case they might need it

Cooperation partners

A platform with different heights is created us-

City of Frankfurt/Main / the Mobility and Trans-

ing several layers of standard storage pallets.

port Planning Department traffiQ as part of the

It is a place to sit, climb, lie around on, and can

European Mobility Week, September 2013.

be stacked to provide a temporary bar: the park island adapts to a variety of uses. If greenery

Participants

were added, it could conceivably act as a tem-

Karl Leo Becker, Martin Hollmann-Gonzalez, Ju-

porary terrace or a substitute balcony in pub-

lian Kuhn, Marcus Mau, Dipl. Des. Patrick KĂśnig,

lic space.

Nikita Bagdulin, Ji Yeon Chun, Michael Eisele,

While the wooden construction of pallets takes

Steven Kaufmann

up exactly the same space as a parked vehicle

Prof. Petra Kellner Dipl.-Des. Sophia Muckle Interkulturelle Designkonzepte, Farbe, Produktsprache Intercultural Design Concepts, Color, Product Language


88

Produktgestaltung

Mind the Gap Thema: Nahmobilität

Kooperationspartner Verkehrsdezernat der Stadt Frankfurt am Main / Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung.

Mind the Gap: Bitte achten Sie auf den Abstand zwischen Möglichkeit und Realität. Weltweit beschäftigt man sich mit alternativen Mobilitätskonzepten. Bestehende Angebote sind vielfältig und trotzdem hat man das Gefühl, dass kaum jemand diese Alternativen nutzt. Daher stellte sich die Projektgruppe im Wintersemester 2013/14 die Frage, wie das Umsteigen auf alternative Verkehrsangebote attraktiver werden kann? Wie wird Mobilität im Alltag positiv erfahrbar und damit der Wechsel der Verkehrsmittel einfacher?

Mind the Gap Topic: urban mobility

Teilnehmende Thais Dyck, Michael Eisele, Claudia Graneß, Luciana Gnoatto, Anna-Lena Möckl, Johannes Wöhrlin

alternative forms of transport be made more at-

Participants

tractive? And how do we turn mobility into a

Thais Dyck, Michael Eisele, Claudia Graneß, Luci-

positive everyday experience in order to moti-

ana Gnoatto, Anna-Lena Möckl,

Mind the Gap: Looking at the disparities be-

vate people to make the change?

Johannes Wöhrlin

tween possible and real people around the

A project by the HfG Offenbach, department of

world are looking into alternative mobility con-

Product Design with the Transport Department

cepts. There is a wide range of options, yet you

of the City of Frankfurt/Main / Mobility and

get the feeling that hardly anyone makes use

Transport Planning Section..

of these alternatives. This motivated the project group in the winter semester of 2013/14 to consider the question: How can switching to

Das Orientierungssystem Another Point of View von Anna-Lena Möckl verbessert die Wahrnehmung und Orientierung im Stadtraum. Indem es aufzeigt, wie kurz die Distanzen in Frankfurt tatsächlich sind, motivieren die Elemente dazu, sich die Stadt zu Fuß oder per Rad zu erschließen. Wenige, fest installierte, multimodale Orientierungspunkte werden dabei von flexiblen Elementen ergänzt, die bereits vorhandenes Stadtmobiliar nutzen und erweitern. The orientation system Another Point of View by Anna-Lena Möckl improves perception and orientation in the city. By making clear how short the distances in Frankfurt really are, the elements motivate people to move around the city on foot or by bike. Few, firmly installed multi-modal orientation points are here complemented by flexible elements using and extending existing street furniture.


Projekte

89

Mind the Gap

Johannes Wöhrlin entwickelte einen neuen Fahrzeugtyp, dessen Rahmenkonstruktion den Fahrer im Straßenverkehr schützt und sichtbart. Das V-Bike bietet Sicherheit und Stabilität für alle, denen das Fahrrad im Stadtverkehr zu unsicher erscheint.

Die brasilianischen Austauschstudentinnen Luciana Gnoatto und Thais Dyck beschäftigten sich bei ihrem Projekt Wait is not a waste of time mit spielerischen Maßnahmen, die das Warten im öffentlichen Verkehr erleichtern In their project Wait is not a waste of time, Brazilian exchange students Luciana Gnoatto and Thais Dyck looked at

Johannes Wöhrlin developed the V-Bike as a new type of ve-

playful measures for making the wait for public transport

hicle aimed at those who would not normally feel safe cy-

feel less tedious.

cling in urban traffic. It has a frame construction that protects the cyclist while at the same time increasing visibility.

Michael Eisele entwarf ein modulares System zur Unterbringung von Fahrrädern. Mit Drahtseilen bespannt, sind die Rahmen entweder als abschließbare oder als offene Konstruktion denkbar und erleichtern die Fahrrad-ÖPNV-Kombination. Michael Eisele outlined a modular system for storing bikes. Strung with wire cables, the frames are conceivable both as lockable or open construction and would greatly simplify the combination bike to public transport.

Text: Sophia Muckle Die Bushaltestelle Lear von Claudia Graneß ist eine Gegenposition zur rein funktionalen und sterilen Situation an aktuellen Bushaltestellen. Der Entwurf vereint lokale Service-Angebote mit einem Rückzugsraum, der das Warten angenehmer macht. The bus stop Lear by Claudia Graneß is an alternative draft to the purely functional and sterile situation currently present in bus stops. The concept combines local service offers with a space for relaxation that makes waiting more enjoyable.

Prof. Petra Kellner Dipl.-Des. Sophia Muckle Interkulturelle Designkonzepte, Farbe, Produktsprache Intercultural Design Concepts, Color, Product Language


90

Visuelle Kommunikation

After School Club 3 War der erste After School Club (ASC) im April 2012 für die Beteiligten noch mit einer gewissen Unsicherheit verbunden, so war das erneute Stattfinden des Festivals im Folgejahr bereits von einem für Erfolgsgeschichten typischen Selbstbewusstsein geprägt. Als Experiment ungewissen Ausgangs begonnen, konnte der ASC binnen kürzester Zeit zum größten studentisch organisierten Designfestival Deutschlands heranwachsen und maßgeblich zur Positionierung der HfG Offenbach innerhalb der deutschen Hochschullandschaft beitragen. Während der vorlesungsfreien Zeit wurden die Räume des HfG-Ateliergebäudes in der Geleitsstraße für etwa 140 junge Gestalter aus mehr als 20 Nationen zu einem Ort der Zusammenkunft, Kollaboration und des Austauschs. Unter der Betreuung renommierter Größen aus den Bereichen Kunst, Design und Produktgestaltung galt es, sich in den Workshops – neben dem Erarbeiten originärer Gestaltungskonzepte – vor allem inhaltlich mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen und somit die Ausbildung einer eigenen Autorenpersönlichkeit zu fördern. Abgerundet wurde das Festival jeweils durch ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Vorträgen, Partys und einer Messe für Self-Publishing- und Printerzeugnissen aus dem Gestaltungsbereich. Vom 24. bis 28. März 2014 öffnete der After School Club zum dritten Mal. Mit einer Popularität ähnlich derer anderer regionaler Großveranstaltungen gelang es – neben Stars der internationalen Designszene – mit Tobias Rehberger erstmals, auch eine Größe aus dem Bereich der bildenden Kunst für den ASC zu gewinnen und somit dem interdisziplinären Anspruch des Festivals mehr denn je gerecht zu werden. Die fünf parallel stattfindenden Workshops, in denen es das diesjährige Thema Values / Werte sowohl gestalterisch als auch inhaltlich zu reflektieren galt, lockten eine doppelt so hohe Bewerberzahl wie im Vorjahr und sorgten so für einen ersten frühen Rekord. Auch in jeglicher anderer Hinsicht vermochte der ASC 2014 an die Erfolge der Vorjahre anzuknüpfen.

So markierte die Eröffnung der vom Offenbacher Künstlerkollektiv Get Rich! in einem der Atelierräume gefertigten Holzinstallation/Bar Sauna ein weiteres Highlight der Festivalwoche, die in der Präsentation der enorm unterschiedlichen Workshop-Ergebnisse ihren Höhepunkt fand. Hier fügten sich Plakat, Editorialband, Installation und Medienkunst nahtlos ineinander und ergaben in ihrer Diversität ein miniaturisiertes Abbild des Festivals selbst. Den Ausklang der Festivalwoche bildete das der designinteressierten Öffentlichkeit zugängliche Symposium, in dessen Rahmen die geladenen Workshopleiter ihre Arbeiten und ihre Haltung zum Festivalthema präsentierten. Zurückblickend lässt sich festhalten, dass der ASC 2014 (mit seinem nunmehr dreijährigen Bestehen) das Saatgut selbstorganisierter Bildung in die Welt hinausgetragen hat, von wo aus es vielerorts aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Neben zahlreichen regionalen Ablegern sei hierbei insbesondere das von dem ASC-Teilnehmer Troy Kreiner organisierte Neo New York Festival zu erwähnen, ein dem After School Club ähnliches Festivalmodell, das 2014 an der renommierten Cooper Union in New York realisiert wurde und dessen Organisation vor allem durch im Rahmen des ASC geknüpfte Kontakte ermöglicht wurde. Somit erschien es naheliegend, den After School Club auf dem Höhepunkt seiner Strahlkraft zu beenden und dem diesjährigen Festival kein weiteres mehr folgen zu lassen. Stattdessen wird das Zepter nun an all jene Studierenden übergeben, die durch die Teilnahme am ASC inspiriert wurden, ihrerseits etwas Neues, Aufregendes zu schaffen. Der After School Club mag in seiner bisherigen Form nicht mehr stattfinden – sein Vermächtnis jedoch lebt in den Projekten und Arbeiten seiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer fort. Teilnehmende Jan Buchczik, Mario Hombeuel, Tim Jüdemann, Nadine Eleni Kolodziey, Eike König, Felix Krapp, Anne Krieger, Phillip Möller, Jan Paul Müller, Anna Skopp, Maria Thrän


Projekte

91

After School Club 3

Fotos: Jaewon Chung

Prof. Eike Kรถnig Illustration und Grafik-Design Illustration and Graphic Design


92

Visuelle Kommunikation

Fotos: Jaewon Chung


93

Projekte

After School Club

After School Club 2014

From 24 to 28 March, 2014 the After School

presented their works and approaches on this

Club opened its doors for a third time. Thanks

year’s topic.

While a certain amount of uncertainty was in-

to its popularity, on a par with other large re-

In retrospect, it can be argued that in its third

volved for those participating in the first After

gional events, it not only succeeded in attract-

year ASC 2014 has carried out the seeds of

School Club (ASC) in April 2012, the following

ing stars from the international design scene,

self-organized education into the world, where

year’s festival was marked by the self-confi-

but with Tobias Rehberger a celebrity from the

the idea took root and was further cultivated by

dence typical for a success story. Though it be-

area of visual art was also secured for the first

others. Aside from regional offshoots, special

gan as an experiment with an uncertain out-

time, more than doing justice to the festival’s

mention should be made here of the Neo New

come, within a short period of time the ASC

interdisciplinary claim. In the five workshops

York Festival planned by ASC participant Troy

advanced to become Germany’s largest design

held simultaneously students were to reflect

Kreiner. Based on the After School Club festival

festival organized by students, and contributed

on and realize designs relating to this year’s

model, it was organized at the renowned Coo-

decisively to the positioning of HfG Offenbach

topic Values / Werte. They attracted twice as

per Union in New York in 2014, made possible

within the German university landscape.

many applicants as last year, setting a first re-

by connections cultivated through ASC.

During the semester break, the rooms in the

cord early on.

As such, it seemed only logical to finish the Af-

HfG studio building in Geleitsstraße became a

But in every other respect ASC 2014 was

ter School Club at the zenith of its power and

place of getting together, collaboration and ex-

able to more than match previous years’ suc-

not to follow this year’s festival with another. In-

change for some 140 young designers from

cesses. For example, the opening of the wood

stead, the scepter will now be passed on to all

over 20 nations. The idea behind the work-

installation/bar Sauna created by the Offen-

those students inspired by their participation in

shops supervised by renowned figures from the

bach-based artist collective Get Rich! in one

ASC to create something new and exciting. So

fields of art, design and product design was for

of the studio rooms was one highlight of the

although the After School Club might no longer

participants to not only evolve original design

week, which reached a climax in the presen-

take place in its present form, its legacy will live

concepts, but above all to explore the respec-

tation of the hugely diverse workshop results.

on in the projects and works of its participants.

tive topic, and in doing so to develop their au-

Students came up with posters, editorial pub-

thorship in their own designs. The festival was

lications, installations and media art, which in

Participants

rounded off by an extensive accompanying pro-

their diversity provided a miniature snapshot of

Jan Buchczik, Mario Hombeuel, Tim Jüdemann,

gram comprising lectures, parties and a fair for

the festival. The festival week came to an end

Nadine Eleni Kolodziey, Eike König, Felix Krapp,

self-publishing and print products from the de-

with a symposium open to the general public,

Anne Krieger, Phillip Möller, Jan Paul Müller, Anna

sign area.

during which the invited workshop participants

Skopp, Maria Thrän

Prof. Eike König Illustration und Grafik-Design Illustration and Graphic Design


94

Visuelle Kommunikation

The Drawing Club Der Club der Zeichner Regelmäßig werden die illustrativ-zeichnerischen Seminare des Lehrgebiets Illustration und GrafikDesign (auch Königsklasse genannt) von der Workshopreihe The Drawing Club unterbrochen, erweitert und neu ausgerichtet. Eingeladen werden nationale und internationale Zeichner und Illustratoren, die man im Auge behalten sollte. The Drawing Club beschränkt sich aber nicht allein auf das Zeichnerische, sondern lädt vielmehr dazu ein, seine Umgebung allgemein illustrativ zu erforschen. Ob gemeinsame Zeichenausflüge in den Zoo, eine Kettencomicgeschichte oder der Bau von seltsamen Gefährten – das Workshopformat wird immer wieder neu ausgelegt und ergänzt mit konzentriertem Workflow, Magazinproduktionen und Vorträgen der Sprecher das Studium im Lehrgebiet. Nadine Kolodziey

Unsere Gäste waren bisher: 44 Flavors (Berlin) Gosia Machon (Hamburg) Sebastian Haslauer (Berlin) Frank Höhne (Berlin) Jordy van den Nieuwendijk (Amsterdam) Sebastian Pataki (Amsterdam) KUTI KUTI collective (Helsinki) Katia Fouquet (Berlin) Martin & Thomas Poschauko (Au)


Projekte

95

Drawing Club

Fotos: Jaewon Chung Plakat(e): Nadine Koldoziey

The Drawing Club

is constantly being reinvented and complements studies in the department with a

The Illustration and Graphic Design depart-

concentrated workflow, magazine productions

ment seminars on illustrating and drawing (also

and lectures.

known as Königsklasse – the royal seminar-, after Eike König, who runs it) are interrupted at

Nadine Kolodziey

regular intervals, by the workshop series The Drawing Club in order to expand the practice

Our guests to date:

and give it a fresh slant.

44 Flavors (Berlin)

National and international artists-to-watch that

Gosia Machon (Hamburg)

use drawing and illustration are invited to run

Sebastian Haslauer (Berlin)

these workshops. But the Drawing Club does

Frank Höhne (Berlin)

not restrict itself to drawing; rather it invites

Jordy van den Nieuwendijk (Amsterdam)

seminar participants to explore their surround-

Sebastian Pataki (Amsterdam)

ings in illustrative ways.

KUTI KUTI collective (Helsinki)

Whether this involves joint drawing excursions

Katia Fouquet (Berlin)

to the zoo, a chain cartoon or the construction

Martin & Thomas Poschauko (Au)

of strange companions – the workshop format Prof. Eike König Illustration und Grafik-Design Illustration and Graphic Design


96

Visuelle Kommunikation

Portfolio Bar South Africa Ein Austauschprojekt zwischen der Cape Peninsula University of Technology, Cape Town (CPUT) und der HfG Offenbach Im April 2014 reiste Berenike Eimler, Studentin der Visuellen Kommunikation, für einen Monat nach Kapstadt, Welt-Design-Hauptstadt 2014, um dort an der CPUT einen Workshop zum Thema Markenentwicklung und Selbstdarstellung zu geben. Zum Einstieg gestalteten die zwölf beteiligten Studierenden digitale und dreidimensional-collagierte Plakate unter dem Motto »My Fruit Stories«. Danach startete das eigentliche Projekt: Die Entwicklung einer mobilen Saftbar – als Dachmarke und flexibler Raum für eine besondere Ausstellung der angehenden GrafikdesignerInnen. Ziel war es, eine unkomplizierte direkte Form der Selbstdarstellung zu finden und die Portfolios der Studierenden mit einem neutralen »White Cube« an mehreren stark frequentierten Standorten zu präsentieren, um von Passanten unmittelbares Feedback oder sogar neue Projekte vermittelt zu bekommen. Der Saftverkauf diente dabei als Opener für die Studierenden, um ins Gespräch zu kommen und als Übertragung für die frische Qualität der Arbeiten. Neben der Marke »Moja Juice Bar« (in etwa: »Hey! Eine Saftbar«) entwickelte die Gruppe ein helles dreifarbiges Corporate Design, das durch Aufkleber auf Bechern, Postern, Getränkekarten und auf Social-Media-Plattformen kommuniziert wurde. Mit einer Konstruktion aus

südafrikanischen Pinienholz-Dachlatten, weißen Plastiknetzen und Rollen wurde die Saftbar leicht und mobil gebaut. Einige Studierende überlegten sich Routen zu gut frequentierten Orten in der Innenstadt. Die aus verschiedenen Früchten gemischten Säfte inspirierten zu Getränkenamen wie »Tasty Booster« oder »Pinnapple Twist«. Zur Freude Aller rollte die Bar nach sieben Workshop-Tagen fertig aus der Werkstatt auf den Campus, wo die ersten gefüllten »Moja-Becher« an durstige KommilitonInnen verkauft wurden und alle freiwilligen Helfer Gratis-Erfrischungen genossen. Die hohen Einnahmen des Saftverkaufs auf dem Campus hielten die Gruppe leider davon ab, ihre Portfolios richtig zu zeigen. Zur geplanten Ausstellung der Bar im Hochsommer während des Rundgangs der CPUT (November 2014), können sie es nachholen. Berenike Eimler bedankt sich herzlich bei folgenden Personen, die den Austausch angestoßen haben:  Muthoni Kimani (Senior Lecturer CPUT) und Prof. Klaus Hesse, Konzeptionelle Gestaltung.

Teilnehmende Ornella Avoungou, Jessica Bayman, Nicola van Breda, Gabriel Chetty, Hanifah Fakier, Mahya Golabi, Akona Golimpi, Kudzai Gonde, Mohammed Hassan, Stacy Knipe, Maxine Koen, Luyola Sishuta, Leigh Tobin portfoliobar.de


Projekte

Portfolio Bar South Africa An exchange project between Cape Peninsula University of Technology, Cape Town (CPUT) and HfG Offenbach.

97

Portfolio Bar South Afrika

also stood metaphorically for the fresh quality

Berenike Eimler would like to warmly thank

of their work.

the following persons, who promoted the ex-

Aside from the brand “Moja Juice Bar” (Which

change: Muthoni Kimani (Senior Lecturer CPUT)

roughly translates as: Hey! A Juice Bar), the

and Prof. Klaus Hesse, Conceptional Design.

group developed a light, three-color corporate Berenike Eimler, a Visual Communication stu-

design, which was communicated through stick-

dent, spent a month in Cape Town, the World

ers on beakers, posters, drinks menus and so-

Participants

Design Capital 2014, in April 2014 to give a

cial-media platforms. Made of South African

Ornella Avoungou, Jessica Bayman, Nicola van

workshop at the CPUT on brand development

pinewood roof battens and featuring white

Breda, Gabriel Chetty, Hanifah Fakier, Mahya

and self-promotion.

plastic nets and wheels, the juice bar was light

Golabi, Akona Golimpi, Kudzai Gonde,

By way of introduction the twelve students

and mobile. Several students planned routes to

Mohammed Hassan, Stacy Knipe, Maxine

atending the workshop designed digital post-

busy locations in the city. Mixed from various

Koen, Luyola Sishuta, Leigh Tobin

ers and three-dimensional collaged posters un-

fruits, the juices inspired names such as “Tasty

der the motto “My Fruit Stories”. Afterwards,

Booster” or “Pineapple Twist”. After the sev-

they started on the project proper: develop-

en-day workshop everyone was delighted when

ing a mobile juice bar – as an umbrella brand

the bar was rolled out of the workshop onto

providing flexible space for a special exhibition

the campus, and the first “Moja drinks” were

of the emerging graphic designers. The objec-

sold to thirsty students, while the volunteers

tive was to find an uncomplicated, direct form

enjoyed free refreshments. Unfortunately, the

of self-promotion and to present the students’

group was distracted by the high proceeds from

portfolios with a neutral “white cube” at heav-

selling juice on the campus and did not prop-

ily frequented locations so as to receive direct

erly show their portfolios. But they will be able

feedback or even ideas for new projects from

to do just that at the planned exhibition of the

passers-by. Selling juice acted as an opener for

bar during the CPUT tour in November 2014 –

the students to strike up a conversation, but

at the height of the African summer.

portfoliobar.de

Prof. Eike König Illustration und Grafik-Design Illustration and Graphic Design


98

Visuelle Kommunikation

Liebscher-Lehanka Floating Academy Landgang der Studierenden Aye Aye! Nach 15 Jahren meldete sich im Juni 2013 die legendäre Liebscher-Lehanka Unternehmensgruppe zurück. Prof. Martin Liebscher (HfG Offenbach) und Prof. Marko Lehanka (Akademie der bildenden Künste, Nürnberg, AdBK) stachen mit ihren Studierenden in See. Die Liebscher-Lehanka Floating Academy war ein dreitägiges schwimmendes Hochschul-Camp in und um Berlin. Die neun Flöße der Flotte ankerten als schwimmendes Hotel. Im Havelstrom treibend waren Workshops und Lectures im Angebot. Mit an Bord waren auch Prof. Michael Busch und Prof. Christian Jankowski. Der Heimathafen der Kunstwerke war der Ausstellungsraum der HfG: Satellit Berlin. hfg-offenbach.de/satellit_berlin

Martin Liebscher

Teilnehmende Anna Blümner, Sara Chinello, Mirjam Fauser, Yannic Freudenberger, Andreas Frischholz, Katherina Geißner, Hyo Jun Ha, Ulrike Hild, Jeehye Hong, Franziska Jaschek, Dongchan Kim, Severin Kirschner, Vincenzo Licata, Liesa Mikolajczak, Nina Silberhorn, Saeah Son, Ruben Trawally, Julia Wagner, Lisa Wieczorek, Regina Zimmermann, Pascal Breitenbach, Houda Moqaddem, Oliver Dignal, Robert Schittko, Pujan Shakupa, Ornella Fieres


Projekte

99

Liebscher-Lehanka Floating Acadamy

Janine Bächle

Oliver Dignal

Mikka Lemmpinen

Liebscher-Lehanka Floating Academy Students get shore-leave

HfG Offenbach : Satellit Berlin Halle am Wasser Invalidenstrasse 50/51

Aye Aye!

10557 Berlin

After 15 years of absence, the legendary Lieb-

Directly behind Hamburg railway station

scher-Lehanka consortium reported back again

in June 2013. Prof. Martin Liebscher (HfG Of-

hfg-offenbach.de/satellit_berlin

fenbach) and Prof. Marko Lehanka (Academy of Fine Arts, Nuremberg, AdBK) put to sea with

Participants:

their students. The Liebscher-Lehanka Floating

Anna Blümner, Sara Chinello, Mirjam Fauser,

Academy was a three-day swimming university

Yannic Freudenberger, Andreas Frischholz,

camp in and around Berlin. The nine floats of

Katherina Geißner, Hyo Jun Ha, Ulrike Hild,

the fleet anchored as a floating hotel. Students

Jeehye Hong, Franziska Jaschek, Dongchan Kim,

could attend workshops and lectures while

Severin Kirschner, Vincenzo Licata, Liesa

drifting in the river Havel’s current. Also on

Mikolajczak, Nina Silberhorn, Saeah Son, Ruben

board were Prof. Michael Busch and Prof. Chris-

Trawally, Julia Wagner, Lisa Wieczorek, Regina

tian Jankowski. The artworks were shown in the

Zimmermann, Pascal Breitenbach, Houda

HfG exhibition room: Satellit Berlin.

Moqaddem, Oliver Dignal, Robert Schittko, Pujan Shakupa, Ornella Fieres

Prof. Martin Liebscher, Fotografie (HfG Offenbach) Prof. Marko Lehanka, Bildhauerei (AdBK Nürnberg) Photography / Sculpture


100

Produktgestaltung

Re-X Werkzeuge für eine kreislauforientierte Produktgestaltung Re-duce, re-use, re-cycle sind die aktuellen ökologischen Imperative, wenn es um den nachhaltigen Materialeinsatz bei der Produktherstellung, -nutzung und -entsorgung geht. Die ökonomische Umsetzung dieser Forderungen ist mit betriebswirtschaftlichen und finanzstrategischen Vorgaben nur bedingt kompatibel. Außer potenzieller Kostenreduktion, positiver Imagebildung sowie halbherziger politischer Vorgaben gibt es für Hersteller keine zwingenden Gründe, die Reduzierung, Weiterverwendung und Wiederverwendung von Produkten bereits in die Produktion substanziell einzuplanen. Im Gegenteil: hohe Material- und Prozessanforderungen verbieten oft den Einsatz von Sekundärrohstoffen. Welche Rolle kann hier die Produktgestaltung übernehmen? Mit dieser Frage haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ökologieseminars »Toolbox: Re-Design« im Wintersemester 2013/14 auseinandergesetzt. Das Ziel war die Skizzierung eines methodischen Instrumentariums für die Gestaltung von Produkten, um Langlebigkeit, Nach- und Weiternutzung sowie qualitativ hochwertiges Recycling praxisgerecht umzusetzen. Die heutigen Produktionsstrukturen sind kaum kreislauforientiert und das technisch-industrielle Design ist es ebenso selten. Angesichts der steigenden Müllmengen aus hochwertigen

Re-X Tools for a cyclically -oriented product design

Rohstoffen ist es an der Zeit, spezielle Designkompetenz für das stoffkreislauforientierte Gestalten zu entwickeln. Mit einem explizit auf die Nach-Nutzungs-Phase von Produkten gerichteten Fokus betritt das Design Neuland und zieht gleichzeitig einen größeren Rahmen um seine traditionellen Arbeitsfelder. In Zukunft werden Produkte und Prozesse an Relevanz gewinnen, die bereits im primären Herstellungsprozess die spätere Nach- und Weiternutzung der stofflichen Ressourcen technisch und gestalterisch berücksichtigen. Im Konzept Re-X werden kreislauf- und nachhaltigkeitsorientierte Strategieschwerpunkte für die Produktgestaltung zusammengeführt: Strategie-Schwerpunkte (Optionen) für Re-X-Design - Substitution (Nachwachsende Werkstoffe; Material-Vielfalt reduzieren) - Module (funktionelle Plattformen) - Transparenz (Kommunikation, Politik, Compliance) - Cradle-to-Cradle (100% Werkstoffe) - Reduktion (Weniger Konsum) = Design für Re-X* Exemplarisch wurden im Seminar Praxistauglichkeit und Wirksamkeit dieser Optionen an den Produktkategorien Lebensmittel, Medikamente, Kleidung und Verpackungen untersucht.

attending the ecology seminar “Toolbox: Re-De-

points on product design that aims to be cy-

sign” addressed this question. The objective

cle-oriented and sustainable:

was to outline a practicable system for de-

Strategic Focuses (Options) for Re-X Design

When the aim is to employ materials in a sus-

signing products in which long life, re-use and

- Substitution (Renewable materials, reduce

tainable way in product manufacture, usage

high-quality recycling would become feasible.

and disposal, the current ecological imperatives

Today’s production structures are hardly geared

- Modules (Functional platforms)

are re-duce, re-use and re-cycle. However, put-

towards reuse and recycling, while such ap-

- Transparency (Communication, policy,

ting these demands into economic practice is

proaches are equally rare in technical and indus-

not fully compatible with business and financial

trial design. Given the rising amounts of waste

- Cradle-to-Cradle (100% reusable materials)

strategy requirements.

comprising high-quality raw materials it is high

- Reduction (less consumption)

Apart from the potential cost reduction, pos-

time we develop special design skills for devel-

= Design for Re-X*

itive impact on image and half-hearted politi-

oping recycling-oriented design. In explicitly fo-

cal appeals, there are no compelling reasons for

cusing on the after-use phase of products,

In the seminar students examined the feasibility

manufacturers to substantially incorporate the

design is embarking on new territory and simul-

and practicality of these options for the prod-

reduction, re-use and recycling of products into

taneously expanding its traditional areas of ex-

uct categories food, medication, clothing and

their production process. On the contrary: high

pertise. In the future, products and processes

packaging.

material and process requirements often forbid

that already take their later re-use and recycling

the use of secondary raw materials. What role

into account in their design and technology will

can product design assume in this context?

gain greater relevance.

In the winter semester of 2013/14, students

The Re-X concept brings together core strategic

material diversity)

compliances)

* X = Use, Duce, Cycling


Projekte

101

Re-X

Metallischer Klinikabfall: K端nstliches Schultergelenk (Oberarmseite) aus Titan Metallic clinic waste : Artificial shoulder joint (upper arm side) of titanium

Prof. Dipl.-Phys. Werner W. Lorke

Foto: Werner W. Lorke

Neue Materialien und Technologie im Design New Materials and Technology in Design


102

Visuelle Kommunikation

»Mein Arbeitsplatz ist ein Kampfplatz für den Frieden« Die tägliche Arbeit am Werkstück erfordert Konzentration, Geschicklichkeit und Durchhaltevermögen. Sie wird nur durch kurze Besinnungs- und Ruhephasen unterbrochen und genießt im regulären Studienverlauf höchste Priorität. Hier im Bild: Max Eulitz. Er sagt: »Mein Arbeitsplatz ist ein Kampfplatz für den Frieden.«

“My place of work is where I fight for peace.” Sustained daily labor on a work of art demands concentration, skill and endurance. It is only interrupted by short phases of rest and contemplation and is accorded the highest priority amongst the regular student tasks. Shown in the photograph: Max Eulitz. He says: ”My place of work is where I fight for peace.”


Projekte

103

Mein Arbeitsplatz

SW (Graustufen), Vollseitig, Fotograf: Stephan Braubach, 2014 BW (grayscale), full page, photographer: Stephan Braubach, 2014 Prof. Wolfgang Luy Bildhauerei Sculpture


104

Visuelle Kommunikation

Eskalation Eisskulptur Epsilon (ε) Videoinstallation von Raufi Wagehe Die Videoinstallation »Eskalation Eisskulptur Epsilon (ε)« ist eine Allegorie der Maßlosigkeit. Das Video zeigt die Performerin – aus der Aufsicht gefilmt – in 150 Liter Speiseeis badend. Die Projektion ist analog zur Kameraperspektive zwischen zwei Tribünen positioniert, so dass die Badewanne optisch in den Boden versinkt. Dadurch erhält der Betrachter den Eindruck vom realen Raum. Verstärkt durch das symbolisch aufgeladene Motiv und die Perspektive auf die Projektion, wird der Badenden die Souveränität entzogen. Obwohl die Handlung ihre Abdrücke im Eis hinterlässt, wird der Prozess der Eskalation durch die Blicke der Betrachter verharmlost und der private Akt des Badens durchbrochen. Die voyeuristische Schaulust der Betrachter veranschaulicht den Machtverlust des Individuums. Das autonome Subjekt wird zum Voyeur, der sein visuelles Begehren befriedigen muss und unkontrollierbar durch die Objektwelt beherrscht wird, ohne dabei die Konsequenzen zu erahnen.

Eskalation Eisskulptur Epsilon (ε) Video installation by Raufi Wagehe The video installation Eskalation Eisskulptur Epsilon (ε) (Escalation Ice Sculpture Epsilon (ε)) is an allegory of excess. The video shows the performer – filmed from above – bathing in 150 liters of ice cream. In keeping with the camera perspective, the projection is positioned between two platforms so that the bath tub appears to sink into the ground. This creates the impression of real space. Amplified by the symbolically charged subject matter and the perspective onto the projection, the bather is robbed of her authority. Although the action leaves its imprints in the ice-cream, the process of escalation is played down through the observers’ gazes. The observers’ voyeuristic curiosity demonstrates the individual’s loss of power. The autonomous subject becomes a voyeur, who has to satisfy his visual desire and is uncontrollably dominated by the world of objects without realizing the consequences this entails.


Projekte

105

Eskalation Eisskulptur / Digitale Transformation

Studie zur digitalen Transformation des Menschen von Philipp Medrala Die Arbeit setzt sich mit dem Menschen und seinen verschiedenartigen medialen Repräsentationen im Digitalen auseinander. Dafür wird ein Webcam-Video durch verschiedene Programme analysiert und die herausgefilterten Informationen und Aspekte werden auf mehreren Monitoren zeitgleich dargestellt. Zu sehen sind Bewegungen, Positionen, Flächen oder Farben. Den abstrakten Bildern steht die ursprüngliche Geräuschkulisse des Videos gegenüber, die zeitgleich abgespielt wird. In der Gesamtheit lassen die unterschiedlichen Kanäle indirekt den Menschen erahnen, der ursprünglich aufgenommen wurde, ohne ihn direkt zu zeigen. Anhand dieser – durch den Computer ausgewerteten – Bilder soll erforscht werden, inwieweit das Menschliche und das Unmittelbare in digitalen Transformationen und Datenbanken erhalten bleiben oder verloren gehen.

Study on the Digital Transformation of Humans by Philipp Medrala The work explores man and the different type of media used to represent him in the digital world. To this end, a webcam video is analyzed using various programs, and the information and aspects filtered out are portrayed simultaneously on several monitors. What we see are movements, positions, surfaces or colors. The abstract images are juxtaposed with the original background noise of the video, which is played at the same time. The sum of the various channels allows us to imagine the person, who was originally recorded without showing them directly. The aim: using these images analyzed by the computer to explore to what extent the human element and the immediate are retained or lost in digital transformations and databases.

Prof. Alexander Oppermann Elektronische Medien Electronic Media


106

Visuelle Kommunikation

Lichtmaschine Mit einem Durchmesser von fast drei Metern, einer mittig angebrachten zylindrischen Leinwand und zahlreichen Armen und Verstrebungen aus Stahl wirkt das Konstrukt bei Tage abweisend und schroff – als handle es sich um ein abstruses medizinisches Instrument. Sobald aber Strom durch die Kreisläufe, die unzähligen Kabel, Motoren und Lichter fließt, sonderbare Objekte in Bewegung geraten und ihre Schatten auf die Leinwand werfen, kann man sich dem Eindruck nicht entziehen, in die Umlaufbahn einer nahezu schwerelosen, verspielten Miniaturwelt eingetreten zu sein. Die Maschine strahlt in den umgebenden Raum ab und bewegt ihn durch Reflexionen und Lichtveränderungen mit. Die Einzelobjekte, platziert um die runde Leinwand, erzeugen ein maschinelles Schattenspiel, das in seiner Wiederholung dem Verdacht einer beinahe industriellen Bildfertigung die Begeisterung für ein farbenfrohes Chaos entgegensetzt. Eine schwenkbare Kamera im Zentrum der runden Leinwand zeichnet das Treiben der Lichter und Schatten auf und projiziert einen Ausschnitt der Szenerie auf eine große Projektionsfläche abseits der Maschine. Die

Light machine

Lichtmaschine wird zu einem bildgebenden Apparat, dessen durch die Kamera übertragendes, zweidimensionales Bild seiner eigenen komplexen Realität widerspricht. Das projizierte Bild der Kamera divergiert vom Entstehungsprozess der Bilder, es gibt lediglich ihren Schatten preis. Die Lichtmaschine entstand anlässlich der Luminale 2014, in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Frankfurt RheinMain. Während das Objekt im Foyer des Regionalverbands stand, wurden die erzeugten Bilder auf Leinwände in die Torbögen der Dachterrasse des Gebäudes projiziert. Um einen Blick auf die Maschine und damit hinter die Kulissen der Bilderzeugung zu werfen, musste sich der Betrachter zum Eingang des Gebäudes begeben. Die Arbeit spielt mit dem Gedanken, dass Massenmedien ein von verschiedener Seite gefiltertes Bild von Sachverhalten zeichnen und dass deren Konsumenten zur differenzierten Meinungsbildung die Berichterstattung kritisch hinterfragen müssen.

onto a large projection area away from the device. The light machine is transformed into an

With a diameter of almost three meters, a cylin-

image generating apparatus, whose two-dimen-

drical screen attached to its center and numer-

sional image transferred by the camera contra-

ous steel arms and support beams, the struc-

dicts its own complex reality. The projected im-

ture looks cold and brusque by day – as though

age of the camera diverges from the creative

it were some abstruse kind of medical instru-

process giving rise to the images; it only di-

ment. But as soon as current flows through its

vulges their shadows.

circuits, innumerable cables, motors and lights,

The light machine was produced for Luminale

strange objects are set in motion and cast their

2014, in cooperation with the regional associ-

shadows on the screen, you can’t help feeling

ation Frankfurt RheinMain. While the object it-

you have entered the orbit of an almost weight-

self stood in the association’s foyer, the gen-

less, playful, miniature world. The device radi-

erated images were projected onto screens in

ates light, shaping its surroundings through re-

the archways of the roof terrace. Viewers had

flections and changes in lighting.

to go to the entrance of the building in order to

Arranged around a round screen the individ-

look at the machine and get a glimpse behind

ual objects produce a mechanical shadow play,

the scenes.

which in its repetition counters the sense of an

The work plays with the idea that mass me-

almost industrial image production with the en-

dia portrays an image of facts that is filtered

thusiasm for a colorful chaos.

by various parties and that consumers need be

A swivel camera at the center of the round

critical of reporting to ensure the formation of a

screen records the movements of the lights and

nuanced public opinion.

shadows and projects a section of the scene


Projekte

107

Lichtmaschine

Prof. Alexander Oppermann Elektronische Medien Electronic Media


108

Visuelle Kommunikation

Inmitten der Leinwand 360-Grad-Fulldome-Filme – Eine neue Dimension des Kinos Fulldome heißt eine neue Dimension des Filmerlebens. Dabei verlässt der Film das konventionelle Format der rechteckigen Leinwand und erstreckt sich über den ganzen Raum: Die Projektion ringsum in eine 360-Grad-Kuppel ermöglicht den Betrachtenden das Eintauchen – die Immersion – in die Bildwelten. Wir blicken nicht auf Bilder, sondern befinden uns in ihrer Mitte, so wie im realen Leben auch. Das Fulldome-Erlebnis stand exemplarisch und vielleicht am eindrucksvollsten für den Festival-Schwerpunkt Immersion auf der B3 Biennale des bewegten Bildes 2013, der sich richtungsweisenden Formen der Raumwerdung von bewegten Bildern und Tönen widmete. Das neue Medium, bisher eher aus dem Kontext von Wissenschaftserlebnisfilmen für Planetarien bekannt, wird gegenwärtig intensiv von Film- und Videokünstlern weltweit erforscht. Die B3 Biennale präsentierte neben den besten hessischen Fulldome-Filmen erstmals in Frankfurt auch die von Prof. Rotraut Pape, Offenbach, Prof. Klaus Dufke, Potsdam, und Ralph Heinsohn, Hamburg, kuratierte internationale Auswahl hochkarätiger künstlerischer 360-Grad-Filme aus Kanada, den USA, Australien, England, Spanien und Deutschland. Begeistert von den vielfältigen Möglichkeiten, die von innovativen narrativen Spielfilmen bis zu experimentellen Installationen und interaktiven Abenteuern reichen,

versammelt sich jährlich im Mai die internationale Szene zum FullDome-Festival in Jena. Die HfG-Studentin KyungMin Ko gewann dort mit »Bon Voyage« den CREATIVE AWARD 2013. Den Soundtrack für ihren experimentellen Tanzfilm, der ein schamanistisches koreanisches Ritual inszeniert, gestalteten Felix Deufel und Yannick Hofmann, Studierende an der Hochschule Darmstadt (h_da). Unter der Leitung von Prof. Rotraut Pape, HfG, in Zusammenarbeit mit Prof. Sabine Breitsameter (h_da) und mit Unterstützung der hFMA (hessische Film- und Medienakademie) konnten auch im Wintersemester 2013/14 wieder interessierte Studierende an einem facettenreichen Workshop-Angebot teilnehmen, um das Medium Fulldome/Spatial Sound kennenzulernen, zu entwickeln und anzuwenden. Die neuen Arbeiten wurden anlässlich des 8. FullDome-Festivals Ende Mai 2014 im Zeiss Planetarium Jena uraufgeführt. Flankierende Workshops 2013/14 Drehbuch: Birgit Lehmann Fulldome: André Wünscher, Thomas Bannier, Micky Remann, Bauhaus Universität Weimar Spatial Sound: René Rodigast, Felix Deufel, Fraunhofer Institut Ilmenau Helhed360: Christian Büchner

B3: Fulldome in der Weißfrauenkirche Film von Sabrina Winter, HfG. Foto: André Kirchner


109

Projekte

Fulldome

Mid-screen 360-degree fulldome films – a new cinematic dimension

in Frankfurt, the B3 Biennale also presented a

Sabine Breitsameter (h_da) and with the sup-

high-caliber selection of international 360-de-

port of hFMA (Hessen Film and Media Acad-

gree films from Canada, the United States, Aus-

emy), students could once again take place in a

tralia, England, Spain and Germany curated by

richly-facetted workshops in the winter semes-

Fulldome is the name of a new experiential di-

Prof. Rotraut Pape, Offenbach, Prof. Klaus Dufke,

ter of 2013/14, which allowed them to become

mension in movies. It’s an experience that in-

Potsdam and Ralph Heinsohn, Hamburg along-

familiar with, develop and apply the medium full-

volves the film abandoning its conventional for-

side the best fulldome films made in Hessen.

dome/spatial sound. At the end of May, the new

mat of the square screen and extending across

Every May the FullDome Festival draws mem-

works had premier in the 8th FullDome Festival

the entire room: Projection in a 360-degree

bers of the international film scene to Jena,

in the Zeiss Planetarium in Jena.

dome allows viewers to immerse themselves in

where they indulge their enthusiasm for the

the images. We no longer look at images, but

wide-ranging options this technology offers

Accompanying workshops 2013/14

find ourselves in their midst, just like in real life.

from innovative narrative films through to ex-

Screenplay: Birgit Lehmann

At the B3 Biennale of the Moving Image 2013

perimental installations and interactive ad-

Fulldome: André Wünscher, Thomas Bannier,

devoted to pioneering forms of 360-degree im-

ventures. With her film “Bon Voyage” HfG stu-

Micky Remann, Bauhaus University Weimar

ages and spatial sound, fulldome stood for the

dent Kyung-Min Ko won the CREATIVE AWARD

Spatial Sound: René Rodigast, Felix Deufel,

festival focal topic Immersion and could be ex-

2013. Felix Deufel and Yannick Hofmann, stu-

Fraunhofer Institute Ilmenau

perienced there most impressively. The new me-

dents at Darmstadt University (h_da) created

Helhed360: Christian Büchner

dium, previously known mainly for being used in

the soundtrack for her experimental dance film

science experience films in planetariums, is cur-

about a schamanistic Korean ritual.

rently being intensively researched worldwide

Under the supervision of Prof. Rotraut Pape,

by film and video artists. Held for the first time

HfG Offenbach, in collaboration with Prof.

Foto: Michael Schomann

Stills aus / Stilsl from Bon Voyage von Kyung-Min Ko

Prof. Rotraut Pape Film / Video


110

Visuelle Kommunikation

Rosen haben Dornen (Ein Denkmal für die HfG) Vortrag / Dreharbeiten / Filmpremiere: Rosa von Praunheim Es begann am 7. Mai 2013 in der Aula der HfG Offenbach mit dem Vortrag »Rosen haben Dornen«. Rosa von Praunheim redete über »die Liebe und das Leben, über Sex und Eichhörnchen und Wadenkrämpfe und Kunsthonig«. Der amüsante Vortrag markierte den ersten Drehtag zu seinem neuen Film »Praunheim Memoires«, den er in den folgenden Wochen mit Unterstützung der HfG drehte. Sein Essay über diesen Abschnitt seines beginnenden wilden Lebens in der Region Frankfurt verknüpft dokumentarische Situationen – wie den Besuch in seiner alten Wohnung im Vorort Praunheim, Gespräche mit seinem Klassenlehrer und mit seiner Redakteurin vom Hessischen Rundfunk (hr) usw. – mit inszenierten Erinnerungen an sein Leben Ende der 50er-Jahre als einsamer Jugendlicher, verschrobener Lyriker und wilder Maler, und besonders an sein Studium an der Kunsthochschule in Offenbach, wo er »zum ersten Mal spürte, dass das Leben einen Sinn hat.« Studierende der HfG agierten nicht nur hinter den Kulissen (Kamera, Ton, Organisation, Fotos usw.), sondern übersetzen auch von Praunheims gelebte Geschichte unbeschwert ins Jetzt. Hier spielt die gesamte Hochschule als Lebensraum eine tragende Rolle, denn damals wie heute gibt es Konstellationen, die eine besondere Dynamik in junge Künstlerleben bringen und als Wegbereiter und Katalysator funktionieren.

Roses Have Thorns (A memorial to HfG) Lecture / shooting / film premier: Rosa von Praunheim

Der Bühnenbildstudent David Gonter verkörpert den jungen Rosa, sein Freund (Robert Schittko, Fotografiestudent) und seine beste Freundin Sylvie (Maria Anisimova, Bildhauereistudentin) setzten mit den Performance-MusikerInnen der HfG-Kultband »Baby of Control« die ungezügelte Energie seiner ehemaligen KommilitonInnen um, während Rotraut Pape, Professorin für Film/Video auf dem Grab seiner verehrten Mentorin Nora Gräfin zu Stolberg mit beiden Rosas gleichzeitig durch die Zeit tanzt. Am 25. März 2014 feierte der Film im Rahmen des Lichter-Filmfestivals die Weltpremiere im ausverkauften Kinosaal mit einem Konzert der Gruppe »Baby of Control«. Praunheim Memoires (Dokumentarfilm, Deutschland 2014), Dt. OF., 90 min. Buch / Regie / Produktion: Rosa von Praunheim, unter Mitarbeit von Oliver Adam Kusio Darsteller: David Gonter, Rotraut Pape, Robert Schittko, Maria Anisimowa Kamera: Matthias Lawetzky, Nina Werth, Dennis Pauls Ton: Yaschar Scheyda, Holger Pridemuth, Marco Russo, David Sarno, Oliver Sechting Schnitt: Rosa von Praunheim Animation: Maxim Vassiliev Postproduktion: Mike Shepard Musik: Baby of Control, Andreas Wolter Produktionsleitung: Oliver Adam Kusio, Markus Tiarks Herstellungsleitung: Martin Kruppe, Katrin Klöntrup (hr) Redaktion: Esther Schapira (hr) Hergestellt von Rosa von Praunheim Filmproduktion in Koproduktion mit Strandfilm und dem Hessischen Rundfunk gefördert von: Hessische Filmförderung

HfG students not only worked behind the

Script/direction/production: Rosa von Praun-

scenes (camera, sound, organization, photo-

heim, assisted by Oliver Adam Kusio

graphs etc.), but also light-heartedly transposed

Starring: David Gonter, Rotraut Pape, Robert

von Praunheim’s life story to the present day.

Schittko, Maria Anisimowa

The entire university as a ‘habitat’ plays a de-

Script / direction / production: Rosa von

It started on 7 May 2013 in HfG Offenbach’s

cisive role in this context, since then as now

Praunheim, assisted by Oliver Adam Kusio

main auditorium with the lecture “Rosen haben

there are constellations that bring a certain

Camera: Matthias Lawetzky, Nina Werth,

Dornen” / Roses Have Thorns. Rosa von Praun-

dynamism into young artists’ lives and act as

Dennis Pauls

heim talked about “love, and life, sex, squirrels

ground-breakers and catalysts.

Sound: Yaschar Scheyda, Holger Pridemuth,

and cramps in the calves”. The amusing lecture

Set Design student David Gonter plays the

Marco Russo, David Sarno, Oliver Sechting

marked the first day of shooting for his new

young Rosa, while his boyfriend (Robert Schit-

Editing: Rosa von Praunheim

movie “Praunheim Memoires”, which he filmed in

tko, Photography student) and his best friend

Animation: Maxim Vassiliev

the subsequent weeks with the assistance of

Silvie (Maria Anisimova, Sculpture student) de-

Post production: Mike Shepard

HfG Offenbach students and staff.

liver the unbridled energy of his former fel-

Music: Baby of Control, Andreas Wolter

His film essay about a time that marked the

low students with the performance musicians

Head of production: Oliver Adam Kusio,

start of his wild life in the Frankfurt region links

of HfG cult band “Baby of Control”. Meanwhile,

Markus Tiarks

documentary situations – such as the visit to

Rotraut Pape, Professor for Film/Video dances

Production management: Martin Kruppe, Katrin

his old apartment in the suburb of Praunheim,

through time and on the grave of Rosa’s adored

Klöntrup (hr)

talks with his class teacher and his editor from

mentor Nora Countess of Stolberg with both

Editing: Esther Schapira (hr)

Hessischer Rundfunk (hr) and so on – with or-

Rosas simultaneously.

Produced by Rosa von Praunheim

chestrated recollections of his life in the late

On 25 March 2014, the film premiered during

Film production in co-production with Strandfilm

1950s as a lonely young man, eccentric lyricist

the Lichter Film Festival to a full house with a

and Hessischer Rundfunk

and wild painter, and especially of his studies at

concert by the band Baby of Control.

Sponsored by: Hessische Filmförderung (Hessen Film Fund)

the University of Art and Design in Offenbach, where he “felt that there was a meaning to life

Praunheim Memoires (documentary film, Ger-

for the first time.”

many 2014), in the original German, 90 min.


Projekte

111

Rosa von Praunheim

Fotos: Robert Schittko

Prof. Rotraut Pape Film / Video


112

Visuelle Kommunikation

Filmerfolge Part I Der erfolgreichste HfG-Film des vergangenen Jahres war wohl das Vordiplom »Echo« von Merlin Flügel. Nachdem der 2D-animierte Fünfminüter die Weltpremiere im »Berlinale Shorts Wettbewerb« gefeiert hatte und kurz darauf den renommierten Filmpreis »Next Generation Short Tiger Award 2013« gewann, kamen die Einladungen zu den einschlägigen Festivals fast wie von selbst: Von Frankfurt und Wiesbaden über Kassel, Leipzig und Dresden ging es bis nach Warschau, Philadelphia, Melbourne und Hanoi. Merlin Flügels berührende audiovisuelle Reflektionen über einen modifizierten Heimatbegriff, den Nachhall der Kindheit im Takt der eigenen Herkunft, komplizierte Beziehungen und das Aufbrechen zu fremden Stränden, kreieren eine universelle Sprache, die offensichtlich in jedem Kulturkreis zu entschlüsseln ist. Der längste HfG-Film der vergangenen Jahre, der abendfüllende Spielfilm »The Scrapbox«, gibt durch rasante Dialoge mit viel Wortwitz und einfallsreichen Referenz-Rundumschlägen, gewagten Musikeinlagen und märchenhaften Stopptrickanimationen Einblick in die skurrile Gedankenwelt seines Autors, Regisseurs und Hauptdarstellers Daniel Herzog. Im Film wie im echten Leben veröffentlicht Herzog unter dem Pseudonym Calvin Stereo Musik und

Film successes Part 1

tritt zusammen mit Robin Wissel live auf, der unter dem Bühnennamen Vincent Volt zuständig für die Live-Visuals ist. Wissel, der auch die gestalterische Leitung des Films übernahm, ist ebenfalls HfG-Student (in der Fachrichtung Illustration und Grafik-Design). In »The Scrapbox« spielt er an der Seite seines charismatischen Kommilitonen den zunächst eher zaghaften besten Freund. Die Aula der HfG wurde während der vorlesungsfreien Zeit zum Studio: 32 Sets aus ca. 1200 Quadratmetern Pappe und 1,5 Kilometern Dachlatten wurden als Drehorte variabel aufgebaut. Das Hauptset war das Unterseevehikel Waban, der mechanische Lindwurm, dessen Kapitän Singapore Westwood (Manuel Francescon) unter Einfluss der psychedelischen Substanz Nixenkraut die beiden Freunde Calvin und Vincent nach einer enttäuschenden Nacht in der Diskothek Lederriemen anheuert. Das Premierenpublikum auf dem Lichter Filmfestival 2014 in Frankfurt amüsierte sich köstlich über diesen Ritt durch die vibrierenden Pappkulissen. »The Scrapbox« gewann den Publikumspreis und das aus HfG-Studierenden bestehende Filmteam wurde ausgiebig beklatscht und gefeiert.

his work under the pseudonym Calvin Stereo Musik as well as performing live with Robin

Arguably the most successful HfG film of the

Wissel, who is responsible for the live visuals

last year was “Echo” by Merlin Flügel, which he

and goes by the stage name of Vincent Volt.

presented for his Intermediate Diploma. After

Wissel, who took on the design of the film, is

the 2D-animated five-minute film had celebrated

also an HfG student (Illustration and Graphic

its world premiere in the Berlinale Shorts com-

Design). Starring alongside his charismatic fel-

petition before winning the renowned film prize

low student in “The Scrapbox”, he plays the

“Next Generation Short Tiger Award 2013”, the

best friend, who is initially rather timid.

invitations to well-known festivals came in thick

Outside of term time, the assembly hall of HfG

and fast: From Frankfurt and Wiesbaden to Kas-

was transformed into a studio: 32 different sets

sel, Leipzig and Dresden, Warsaw, Philadelphia,

were fashioned from approx. 1,200 square me-

Melbourne and Hanoi. Merlin Flügel’s touching

ters of cardboard and 1.5 kilometers of roof bat-

audiovisual reflections on a modified concept

tens. The main set was the underwater vehicle

of home, the echo of childhood to the tune of

Waban, a mechanical lindworm, whose captain

one’s own origins, complicated relationships and

Singapore Westwood (Manuel Francescon) signs

setting out for foreign shores create a universal

up the two friends Calvin and Vincent under

language that can evidently be decoded in ev-

the influence of the psychedelic substance Nix-

ery cultural circle.

enkraut after a disappointing night in the disco

The longest HfG film of last year, the evening-

Lederriemen. The film premiered at the Lichter

long movie “The Scrapbox”, provides insights

Filmfestival 2014 in Frankfurt and the audience

into the fantastical thoughts of its creator, di-

thoroughly enjoyed their capers on the various

rector and protagonist Daniel Herzog, by using

cardboard sets. “The Scrapbox” won the audi-

fast-moving dialogue with many puns, as well as

ence award, and the film team of HfG students

imaginative, sweeping references, daring musi-

was celebrated to prolonged applause.

cal interludes and fabulous stop motion animations. In the film as in real life, Herzog releases


Projekte

113

Filmerfolge Part I

»Echo« von Merlin Flügel 2D-Animation, S/W, 4:49 Min., 2013 Sounddesign: Jonatan Schwenk “Echo” by Merlin Flügel 2D animation, B/W, 4:49 min., 2013 Sound design: Jonatan Schwenk

»The Scrapbox« von Daniel Herzog, Trip Com, 83:00 Min., 2014 Gestalterische Leitung: Robin Wissel “The Scrapbox” by Daniel Herzog, Trip Com, 83:00 min., 2014 Artistic Director: Robin Wissel Prof. Rotraut Pape Film / Video


114

Visuelle Kommunikation

Filmerfolge Part II Hessischer Film- und Kinopreis 2013 11. Oktober 2013 Der rote Teppich war ausgerollt. Bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises in der Alten Oper Frankfurt konnte die HfG Offenbach gleich drei Erfolge verzeichnen: Daniel Frerix gewann mit seinem Diplomfilm Pieces of Venus den mit 7.500 Euro dotierten Hessischen Hochschulfilmpreis 2014. »Hochschulfilme sind Visitenkarten. Sie zeigen auf, wo ein Absolvent hin will. Daniel Frerix legt mit Pieces of Venus ein eigenwilliges, sinnliches Stück Kino vor, das auf der großen Leinwand bestehen kann. Nicht zuletzt deshalb, weil der Film auf Dialoge verzichtet. Er entwickelt seine Narration gänzlich aus den Bildern. Pieces of Venus ist ein Versprechen auf weitere interessante Regiearbeiten«, befand die Jury.

Film successes Part 2 Hessen Film and Cinematic Awards 2013 11 October 2013

Mit dem ebenfalls dotierten Drehbuchpreis ist ein Ehemaliger der HfG, Pjotr J. Lewandowski, ausgezeichnet worden. Den undotierten Sonderpreis der Jury erhielten der Carsten Strauch (Absolvent der HfG) und der Schauspieler Rainer Ewerrien für ihre Comedy-Serie Götter wie wir. Die Serie, an der auch die HfG-Absolventin und Kamera-Dozentin Nina Werth als Co-Autorin und Pjotr J. Lewandowski als Co-Regisseur beteiligt waren, wurde Anfang Oktober 2013 mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Comedy ausgezeichnet und für den Grimme-Preis 2013 nominiert.

Former HfG graduate Pjotr J. Lewandowski also won a remunerated directing award. The special prize went to HfG graduate Carsten Strauch and actor Rainer Ewerrien for their comedy se-

The red carpet was rolled out. HfG Offenbach

ries “Götter wie wir” (Gods like us). In October

notched up three winners at the Hessen Film

2013, the series in which Nina Werth, HfG grad-

and Cinematic Awards taking place at Frank-

uate and lecturer on all things camera-related,

furt’s old opera:

was involved in as co-author, which also fea-

For his film “Pieces of Venus”, produced for his

tured Pjotr J. Lewandowski as co-director, re-

degree show, Daniel Frerix garnered the Hessen

ceived the German Television Award in the cate-

University Film Award 2014 plus prize money.

gory “Best Comedy” and was nominated for the

“University films are like visiting cards. They

Grimme Prize 2013.

show the direction a graduate wants to take. With “Pieces of Venus”, Daniel Frerix presents an individual and sensual piece that can assert itself on the big screen. Not least of all because the movie forgoes dialogs. He develops his narration entirely from the images. “Pieces of Venus” promises further interesting directing”, commented the Jury.

Pjotr J. Lewandowski, Carsten Strauch, Daniel Frerix Preisverleihung / Award-Show, Hessischer Film- und Kinopreis


Projekte

115

Filmerfolge Part II

Stills aus: Pieces of Venus von Daniel Frerix

Prof. Rotraut Pape Film / Video


116

Visuelle Kommunikation

Filmmusik Kooperationen mit der HfMdK Musik als Sprache, die weltweit verstanden wird, ist ein oft unterschätztes Gestaltungsmittel für FilmemacherInnen, deren Arbeit sich stark verändert, wenn Musik dazu kommt. Diese symbiotische Beziehung birgt einerseits Gefahren, wenn man die gewachsenen Regeln nicht kennt – andererseits werden bei einem wirklichen Dialog ganz neue Dimensionen möglich. Immer wiederkehrende Semesterschwerpunkte »Jetzt gibt’s was auf die Ohren« thematisieren den vielschichtigen Umgang mit Sound in Film und Video – und auch in zeitbasierten Arbeiten generell.

Film music Cooperation with HfMdK

Der erste »Soundtrackday« (16. Mai 2011) und die beginnende hFMA-Kooperation »Musik für Stummfilme« (16. Dezember 2011) zwischen hessischen FilmemacherInnen und KomponistenInnen markierten den Beginn der noch andauernden Zusammenarbeit in Sachen Filmmusik mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK). Im HfG-Seminar von Kai Schoormann, Musiker, Redakteur, Toningenieur wurde das Terrain der musikdramaturgischen Anforderungen fiktionaler Formate ausgelotet. Prof. Gerhard Müller-Hornbachs Studierende der HfMDK komponierten dialogisch maßgeschneiderte Filmmusik für die Kurzfilme der jährlichen Grundklasse/Filmfahrt, für Semesterprojekte und für längere Diplomfilme.

here’s something to listen to) address the com-

Prof. Gerhard Müller-Hornbach’s students from

plexities of handling sound in film and video –

the HfMDK collaborated with HfG students to

and in time-based works in general. The first

compose customized film music for the short

Music as a global language is a creative in-

SOUNDTRACK DAY (16.5.2011) and the start of

films produced in the annual basics course/ film

strument often underestimated by film mak-

the hFMA cooperation “Musik für Stummfilme”

class excursion, for semester projects and for

ers, whose work is dramatically altered when

(Music for silent film, 16.12.2011) between Hes-

longer dissertation films.

music is added. On the one hand there are in-

sen film makers and composers mark the begin-

herent dangers in this symbiotic relationship

ning of the continuing collaboration in film mu-

if you are not familiar with the rules that have

sic with the Frankfurt University of Music and

evolved in this context, yet when a true dia-

Performing Arts Frankfurt (HfMDK).

logue is achieved totally new dimensions be-

In the HfG seminar supervised by Kai Schoor-

come possible.

mann, who works as a musician, editor and

Recurring thematic focuses during the se-

sound engineer, students explored the musi-

mester “Jetzt gibt’s was auf die Ohren” (Now

cal-dramatic requirements for fictional formats.

Foto: Clemens Mitscher


Projekte 2

Wächter

Violine I

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357

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418

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 

408

    

 

426

Violine I

 

   

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

rit.

313

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321

     

 

ppp

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3

155

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159

                                   rit.

183

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188

 

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ppp

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q = 50

die 1 akzentiueren!           mp

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    



93

    

q = 86.43

182

    

q=96

258

q=96

 

  

q = 94

  



 q = 171.4

 rit.

 

q = 57.12



 q = 60



 

q = 198.8



q = 50

q = 72

  





 q = 142.8

 q = 70.91

 

 

      q=96

258

267

    

300

 

 

 

q = 71

  

Violine II

   

   

q = 70.91 q = 85.26

   

311

 

    

 

      

60

  

     

70

49

140

51

147

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320

324

   

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                                                                                                 331                                                                                            334                                                                                          f

301

q = 85.26

  



q = 71

Flöte

q = 113.92



3



 

                                                     3   3   3   3                 3  3  3   3         335    3    3     3     3                   3  3  3  3  3  3  3 336                                        3 3   3   3 q = 69 q = 100                   337                                                               351                                                                         354                                                                          357                                                                         360                                         

 

  

f

 

  

f

V.S.

 

5

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doppelt aufnehmen!

       

374

        

376

        



                               

                                                       

                            q = 109.1 q = 100   380                          378

396

q=74

  

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rit.

     Flöte                                      372                  363

    

 

 

 q = 100



      

       q = 69

f

f

Violine II

q=112



q=68



q = 94

q=56

pp q = 73.4 eng am Steg, kratzig, zu tief intoniert

  

q = 42.1

q = 86.43

  

                                             

 



   

                                          

  

q=100

    

362

365



      

mf

f

    

359

4



  

f

355

   

Violine II

                         q = 102.12                                                                          q = 100                        

  

121



65

46

q = 100

 

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mf

93

        

54

85

q = 69



    

40

   

334

43

337



mf

 

    

      

f

   

58

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4

ppp

328

56

      

 q=94

  

q = 45.4 q = 56



  

  

q = 94

q = 65.1 q = 94







 

 

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f

                                                   

Flöte

Wächter

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

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43

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55

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374

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376

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378

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

380

396 q=74

  

V.S.

Partitur von Björn Boch zum HfG-Diplomfilm »Wächter« (Daniel Jude) Score by Björn Boch for the HfG dissertation film “Wächter” / “Watcher” (Daniel Jude)

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333

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328

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195

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37

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307

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33

316

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204

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121

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164

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Wächter

15

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Violine II

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Violine II

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151

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212

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  

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204

372

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306

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144 V.S.

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q = 60

188

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140

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51

q = 57.12

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q = 171.4

Violine I

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184

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q = 65.1 q = 94

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160

233

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173

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49

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121

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f

93

45

f

q=100

    

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f

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85

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q = 102.12

  

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156

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152

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Violine I

148

     

59

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32

f

Violine I

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28

396

117

Kooperation Komponisten HfMdK



rit.

q = 109.1 q = 100

Prof. Rotraut Pape Kai Schoormann Film / Video Prof. Gerhard Müller-Hornbach HfMDK


118

Visuelle Kommunikation

Theorie

HfG. Die Institution. Und ihr Eingang

1. Der Rundgang Im Sommersemester 2013 unternahm das Seminar »Institutionen« in seiner zweiten Phase angewandte Theorie, die in einer räumlichen Inszenierung ihrer reflexiven Produkte während des Rundgangs auch öffentlich wurde. Im Wintersemester waren die Grundlagen für eine Theorie der Institutionen mit exemplarischen Texten erarbeitet worden. Nun sollte das begriffliche und argumentative Vokabular an einem präzisen Gegenstand überprüft, bzw. sollte dieser mit den theoretischen Figurationen darstellbar gemacht werden. Das Objekt war, im wahrsten Sinne des Wortes, ein selbstreflexives: die Institution HfG selbst. Ausgangsidee war, eine Auswahl all jener Prozesse zu erkunden, die sich in Routinen, Einstellungen, Dynamiken und Praxen des HfG-Alltags – der Lehrgebiete, Ateliers, Werkstätten, Verwaltungen – manifestieren und Auskunft geben über Selbstverständnisse und Missverhältnisse, soziale Beziehungen und Konflikte, habituelle und relationale Kräfte, die symbolische Positionierung aller Akteure. Wir fragten nicht, was eine Institution ist, sondern welche Beziehungen die HfG zu den an ihr teilhabenden Individuen und zwischen all diesen Individuen vorsieht und ermöglicht. Wir fragten, was für einen jeden als normal im institutionellen Alltag gilt; inwiefern Selbstwahrnehmung innerhalb und von der Institution motiviert wird; wie gelehrt, gefeiert, sich begegnet wird; was man wünscht und verändern will; welchen unausgesprochenen Grundregeln man folgt und wie in einer Institution ein soziales Band entsteht? Die Befragung und Analyse der HfG wurde mit unterschiedlichsten Methoden, Techniken, Haltungen vorgenommen. Alle diese empirisch-ästhetischen Arbeiten

wurden in einem eigenen Raumdisplay zum Rundgang ausgestellt, boten sich zur intensiven Rezeption der HfG-Akteure und der Gäste an. Zu sehen waren: sieben Video-Interviews mit unterschiedlichen Akteuren – darunter mit Walter Ganster und Adam Jankowski, die in dieser Zeit in den Ruhestand wechselten; eine Umfrage unter den Studierenden zu ihrer Beziehung und Wahrnehmung der Institution; ebenso eine fotografische Dokumentation aller Raumtypen der HfG, also Werkstätten, Verwaltungsräume, Ateliers und Seminarräume – diese wurden ohne ihr Personal aufgenommen; eine computer-generierte Animation der Studienordnung der HfG; auf einen wandfüllenden Scherenschnitt (!) des Isenburger Schlosses wurden ironische Videoclips projiziert, dieses als »Centro Commercial« ausgewiesen. Viele Besucher des Rundgangs machten geduldigen Gebrauch dieser Produkte und bestätigten die Vermutung, dass Theorie sich auch außerhalb der für sie vorgesehenen Reviere und Medien mitteilen und darstellend wirken kann. Eine Theorie-Audio-Visionen Produktion des Seminars »Institutionen« Teilnehmende Tilmann Aechtner, Florian Albrecht-Schoeck, David Brose, Berenike Eimler, Anne Euler, Thekra Jaziri, Kyung-Min Ko, Felix Kosok, Carolin Liebl, Iván Robles Mendoza, Valentin Oellers, Cosima Peth, Anna Pietocha, Esther Poppe, Patrick Raddatz, Deveroe Reuter, Malte Sänger, Anna Skopp, Nikolas Schmid-Pfähler, Talia Melda Temucin, Sofia Yakloveva, Marc Ries


119

Projekte

Die Institution

1. The Tour

We did not ask what an institution is, but

rooms, studios and seminar rooms – taken with-

rather what relationships the HfG foresees to

out their staff; a computer-generated animation of the university’s study regulations; ironic

In the summer semester of 2013 the second

individuals participating in it and enables be-

phase of the seminar “Institutions” addressed

tween all these individuals. We asked what is

video clips were projected onto a paper cut (!)

applied theory. The outcomes of students’ re-

considered by everyone as normal in everyday

of Isenburg castle covering a complete wall ,

flections on the topic were shown to the public

institutional life; to what extent self-percep-

and this was identified as “Centro Commercial”.

in a special presentation during the HfG-Rund-

tion is motivated within and by the institution;

Many Tour visitors showed a keen interest in

gang. During the winter semester, a study of ex-

how teaching, celebrating and meeting is con-

these objects, confirming the idea that theory

emplary texts had provided the foundations for

ducted; what is wished for and what changes

can also be imparted and have an impact when

a Theory of Institutions. Now the abstract and

are wanted; what unspoken basic rules are fol-

it is visualized outside of the areas and media

argumentative vocabulary was to be reviewed

lowed, as well as: how does a social bond de-

foreseen for it.

using a specific object, or rather this object

velop in an institution?

was to be portrayed using the theoretical fig-

Various methods, techniques and styles were

A Theory-Audio-Vision Production of the Semi-

urations. And this object was a self-reflective

used to conduct the survey and analysis of HfG.

nar “Institutions”

one in the truest sense of the word: the institu-

All these empirical-aesthetic works were exhib-

tion HfG itself.

ited in a special display during the Tour, where

Participants

The initial idea was to explore a selection of all

HfG protagonists and guests could experience

Tilmann Aechtner, Florian Albrecht-Schoeck,

those processes manifested in the routines, at-

them intensively.

David Brose, Berenike Eimler, Anne Euler, Thekra

titudes, dynamics and practices of everyday

On view were: seven video interviews with dif-

Jaziri, Kyung-Min Ko, Felix Kosok, Carolin Liebl,

HfG life – the teaching subjects, studios, work-

ferent protagonists – including Walter Ganster

Iván Robles Mendoza, Valentin Oellers, Cosima

shops and administrations – which provide in-

and Adam Jankowski, both of whom retired

Peth, Anna Pietocha, Esther Poppe, Patrick

formation about its own images and disparities,

during this period; a survey of students on their

Raddatz, Deveroe Reuter, Malte Sänger, Anna

social relationships and conflicts, habitual and

relationship and perception of the institution;

Skopp, Nikolas Schmid-Pfähler, Talia Melda

relational forces, not to mention the symbolic

also a photographic documentation of all types

Temucin, Sofia Yakloveva, Marc Ries

positioning of all actors.

of rooms at HfG: workshops, administration

Prof. Dr. Marc Ries Soziologie / Theorie der Medien

Foto: Ivan Robles-Mendoza

Sociology / Media Theory


120

Visuelle Kommunikation

2. Der Eingang Ende Oktober 2013 wurde eine Arbeitsgruppe »HfG. Die Institution« gegründet – eine AG zur institutionen-theoretischen Analyse und experimentellen Neugestaltung der HfG. In dieser sollen angewandte Theorie-Produkte in einer Konzentration auf bestimmte sensible Teilbereiche der HfG entwickelt werden. Als erstes Objekt wurde der Eingang, der Haupteingangsbereich der HfG in der Schlossstraße, auserwählt. Unsere Fragen: Was ist ein Eingang? Wie wird der Eingang der HfG erlebt? Wie funktioniert die Orientierung in der Institution? Was sind die Erwartungen an die Eingänge einer Kunsthochschule? Welche sozialen Qualitäten sind für den HfG-Eingang wichtig? Gibt es eine »Psychologie des Eingangs«? Welche Verbindungen sind denkbar zwischen den Inhalten der Hochschule für Gestaltung und der Gestaltung ihrer Eingänge? Im Februar 2014 folgte die erste Initiative: Der Eingang und die Tombola e Loteria. Am Nachmittag und Abend des 4. Februars verdoppelte sich das Empfangen an der Hochschule für Gestaltung. Bevor der an diesem Tag eingerichtete Neujahrsempfang begann, wurden alle Gäste bereits im Foyer von einer Ausstellung in Empfang genommen. Kunstwerke und Designobjekte von Studierenden und Lehrenden der Hochschule ließen die Besucher den Ort der Ausstellung anders erleben als im Alltag. Denn im Alltag machen der Eingang und das Foyer eigentlich das genaue Gegenteil – nämlich nichts. Das tagtägliche Hineinkommen bedeutet für alle an der Hochschule Arbeitenden und ihre Gäste gerade nicht empfangen und orientiert zu werden, bedeutet, dort keinen Aufenthalt angeboten zu bekommen. Die Leere des 1913 errichteten Gebäudes mag historische und andere Gründe haben, sie

Theorie

steht jedoch in einem Widerspruch zum Selbstverständnis der HfG, inmitten ihres selbstformulierten Auftrags, eine offene, zeitgemäße Lehre und Forschung anzubieten, auch einen sozialen Raum für alle Beteiligten zu schaffen, der allem Tun und Denken eine gemeinschaftliche Resonanz verschafft. Das Projekt wollte aufmerksam machen auf dieses architektonische und soziale Vakuum und mit der Inszenierung des Eingangs durch eine Gemeinschafts-Ausstellung das Politische mit dem Ästhetischen verbinden. Alle Kunst und alles Design konnte über Lose erworben werden. Aufgrund der sehr starken Beteiligung der Studierendenschaft konnte der Reingewinn der Tombola am gleichen Abend mit einer Lotterie-Ziehung an drei Studierende zurückfließen. Im März wurde die Ausschreibung für einen Wettbewerb zur temporären Neugestaltung des Eingangs veröffentlicht, an dem sich alle Studierenden mit einem Konzept beteiligen konnten. Ein solcher zum Leitsystem der Hochschule wird im Herbst folgen. »Die Institution setzt keine Grenzen wie das Gesetz, sondern ist im Gegenteil ein Handlungsmodell, eine regelrechte Unternehmung, ein erfundenes, auf positiven Mitteln beruhendes System, eine positive, auf indirekt wirkenden Mitteln aufbauende Erfindung. Tatsächlich kehrt die Konzeption des Institutionellen das Problem um: Was außerhalb des Sozialen liegt, ist das Negative, der Mangel, das Bedürfnis. Das Soziale selbst ist schöpferisch, erfinderisch, positiv.« (Gilles Deleuze) Arbeitsgruppe »HfG. Die Institution« Sozani Bakhadur, Dieter Fritzsche, Goekhan Erdogan, Sandra Groll, Ulrike Grünewald, Anna Pietocha, Marc Ries, Kim Schön


121

Projekte

Der Eingang

2. The Entrance

were received in the foyer by an exhibition.

tombola tickets. And because so many students

Works of art and design objects by students

bought tickets, that same evening the net

At the end of October 2013 a working group

and lecturers meant visitors could experience

profit from the tombola was returned to three

“HfG. The institution” was set up – a study

the exhibition venue differently from how they

students in a lottery draw.

group for an institutional-theoretical analysis

experience it on an everyday basis.

In March a competition was announced for the

and experimental redesign of HfG. The aim: to

After all, normally the entrance and the foyer

temporary re-design of the entrance, which was

develop applied theory products that concen-

do the exact opposite, namely nothing. Nor-

open to all students. It will be followed in the

trated on certain sensitive areas of HfG. The

mally, for everyone working at the university

autumn by a similar competition to design an

first object to be selected was the entrance,

and their guests the act of coming into the

orientation system for the university.

the main entrance of HfG in Schlossstraße.

building has nothing to do with being received

“The institution does not set any boundaries

Our questions: What is an entrance? How is the

or gaining orientation, and there is nothing to

like the law, but on the contrary it is a model

entrance to HfG experienced? How does orien-

make you want to linger. Possibly the emptiness

for action, a real enterprise, an invented system

tation in the institution work? What expecta-

of the building constructed in 1913 has histori-

resting on positive means, a positive invention

tions do people have of the entrances to an art

cal or other reasons, but it is at odds with how

based on means with an indirect impact. In fact,

university? What social qualities are important

the HfG sees its role in the midst of its self-for-

the conception of the institutional reverses the

for the HfG entrance? Is there a “psychology of

mulated mission of offering open teaching and

problem: What lies outside of the social is the

entrance”? What connections are feasible be-

research in step with the times, but also to cre-

negative, the deficit, the need. The social itself

tween the content of the University of Art and

ate a social space for everyone involved, which

is creative, inventive, positive.” (Gilles Deleuze)

Design and its entrances?

provides a common resonance for all thinking

February 2014 saw the first initiative: The en-

and activity.

Study group “HfG. The Institution”

trance and the tombola e loteria. On the after-

The project sought to draw attention to this

Sozani Bakhadur, Dieter Fritzsche, Goekhan Er-

noon and evening of 4 February, there was a

architectural and social vacuum by staging a

dogan, Sandra Groll, Ulrike Grünewald,

double dose of reception at the University of

group exhibition for the lobby that combined

Anna Pietocha, Marc Ries, Kim Schön

Art and Design. Before the New Year reception

the political with the aesthetic. All of the art

scheduled for this day began, all the guests

and design exhibited could be acquired via

Prof. Dr. Marc Ries Soziologie / Theorie der Medien Sociology / Media Theory


122

Produktgestaltung

Spuren Kompaktseminar Zeichnen II im Zoo Frankfurt In der Zeit vom 10. bis 21. März 2014 waren Studierende des Fachbereichs Produktgestaltung mit dem Kompaktseminar »Zeichnen II – Spuren« zu Gast im Zoo Frankfurt. Unter Spuren sind hier über die Fährte eines Tieres hinaus auch Tätigkeitsspuren, Hinterlassenschaften aller Art (Futterreste, Federn, Häute) oder unsichtbare Spuren in Raum und Zeit (z. B. Bewegungsmuster) zu verstehen. Die elf TeilnehmerInnen widmeten sich jeweils nur einer Tierart und machten mit unterschiedlichen Darstellungsmitteln – wie Handzeichnung, Fotografie und Video – Prozesse sichtbar, die in Raum und Zeit ablaufen. Es entstand gewissermaßen ein Porträt dessen, was für Zoobesucher und Mitarbeiter normalerweise unsichtbar ist. Als Arbeits- und Rückzugsraum diente das Foyer Borgori-Wald des neuen Menschenaffenhauses. Hier wurden die Arbeitsergebnisse der Studierenden gesammelt, ausgestellt und den Zoobesuchern zugänglich gemacht. »Spuren« setzt die erfolgreichen Kooperationen mit bedeutenden naturkundlichen

Traces Compact seminar Drawing II at Frankfurt Zoo

Institutionen in Frankfurt fort: Orchideen (2008) mit dem Palmengarten Frankfurt, Tiergestalt (2009) / Transliquid – zwischen flüssig und fest (2010) / 2011 Transliquid II – Strukturen des Moments (2011) mit dem Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Solche interdisziplinären Projekte bringen Vorteile für alle Beteiligten: Die Studierenden können an interessanten interdisziplinären Themen und an für sie außergewöhnlichen Orten intensiv arbeiten. Die Sammlungen werden unter neuen Gesichtspunkten betrachtet und genutzt. Die Besucher erhalten zusätzliche Attraktionen. Die beteiligten Institutionen werden mit ungewöhnlichen Projekten von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Teilnehmende Valentin Brück, Laura Jil Fugger, Mircea Göller, Alexandra Grysczyk, Julia Haase, Carina Hinterkircher, Marianne Pforte, Pia Scharf, Joseph Schreiter, Yulia Stern, Fenglin Zhang

and well-known natural history institutions in Frankfurt, which in previous years were: Orchids (2008) with the Palmengarten Frankfurt, Animal

From 10 to 21 March 2014, students from the

Figure (2009) / Transliquid – Between Liquid

Product Design faculty visited Frankfurt Zoo

and Solid (2010) / 2011 Transliquid II – Struc-

for their compact seminar “Drawing II – Traces”.

tures of the Moment (2011) with the Sencken-

Traces here not only refers to the tracks left by

berg Naturmuseum Frankfurt.

animals, but also traces of activity, remnants of

Such interdisciplinary projects are advanta-

all kinds (food remnants, feathers, skins) or in-

geous to all involved: Students can work inten-

visible traces in space and time (e. g., move-

sively on interdisciplinary topics and at unusual

ment patterns). Each of the eleven participants

places. The collections are seen and used in a

devoted him or herself to just one kind of ani-

new light. And visitors get to see additional at-

mal and using various depiction methods – such

tractions. The participating institutions are per-

as drawings, photography and video – visual-

ceived by the public as being involved in un-

ized processes that play out in time and space.

usual projects.

The result could be called a portrait of what is normally invisible to visitors and zoo employ-

Participants

ees. The foyer of the new ape enclosure, Bor-

Valentin Brück, Laura Jil Fugger, Mircea Göller,

gori Forest, was used as a space in which to

Alexandra Grysczyk, Julia Haase, Carina Hinter-

work and relax. At the end of the seminar, stu-

kircher, Marianne Pforte, Pia Scharf, Joseph

dents’ works were collected and presented here

Schreiter, Yulia Stern, Fenglin Zhang

in an exhibit for visitors. “Traces” continues the successful cooperation between the university


Projekte

123

Spuren

Laura Fugger

Marianne Pforte

Valentin Br端ck

Arbeitstisch und Affen / Working table and Apes

Pia Scharf

Fotos: Carsten Rhode Alexandra Grysczyk

Prof. Carsten Rohde, Lehrbeauftragter f端r Zeichnen Lecturer for Drawing


124

Visuelle Kommunikation

»Des Chaos Töchter sind wir unbestritten« Inszenierte Räume, Orte, Situationen zu Goethes »Faust I und II« Die thematische Ausrichtung im Sommersemester 2013 war Goethes »Faust I und II«. Die immensen Dimensionen des dramatischen Kosmos von Goethes Faust lassen sich schon nach des Dichters eigenen Worten auf keine »magere Schnur einer einzigen durchgehenden Idee reihen«. Es war Goethes dramatisches Lebensprojekt und zugleich eine Art literarischer Nachlass zu Lebzeiten, dessen Edition er seiner Mitwelt aber bewusst vorenthielt. Goethes Faust ist das Exempel eines künstlerischen Meisterwerks mit einem großen Plan von Anfang an: »Aber auch hier ging es nicht gradlinig vom Ungeheuren ins Ungeheure, vielmehr schoß das Ganze aus Teilen, Gelegenheiten, partiellen Erfahrenheiten zusammen, aus denen das Werk, jenseits des riesig planenden Monologs erst konkret ´begann´. Auerbachs Keller, Gretchentragödie, una poenitentium, gar so viele Einfälle linker Hand waren kaum vorgesehen, dennoch änderten sie dem Urplan, auch dem Urstoff darin die substantielle Richtung.« (Ernst Bloch: Raffael ohne Hände. In: Spuren. Frankfurt 1985. S. 92). Fausts alles entscheidende Frage »Wohin soll es nun gehn?« beantwortet Mephistopheles: »Wohin es dir gefällt! Wir sehn die kleine, dann die große Welt.« Faust und sein künstlerisches Umfeld wurden zum Ausgangspunkt beeindruckender Forschungsreisen und intensiver experimenteller Studien. Entstanden sind neue Situationen zu »Faust I und II« in diversen visuellen, differenzierten Stationen mit unterschiedlichsten Handschriften und Sichtweisen. Vielfältige szenisch-räumliche, performative und mediale Konstellationen wurden erforscht, kreiert und inszeniert. Raum, Objekte, Kostüm, Licht, Video und Klang traten miteinander zu zeitgenössischen Gesamtkunstwerken in Beziehung und der Betrachter wurde zum Akteur. Elena Thirza Rachel Herold »Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten« Raum-Klang-Installation blaue Müllsäcke, weißer Faden, Kopfhörer, Abstandsensoren, Arduino Uno 7,5m x 6,m x 5m Die Arbeit beschäftigt sich mit den unfassbaren Dingen aus »Faust I und II«, ausgehend von der Frage nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. »Wie soll sich da der Sinn entwickeln, der einzig uns zum Rechten führt.« (4801) Es geht um Entschwinden und Schwanken, um den Übergang in andere Dimensionen, um Zweifel und darum, dass am Ende doch immer Rätsel bleiben.

Johanne Schröder FUGE – »In dieser Armut welche Fülle. In diesem Kerker welche Seligkeit.« Tanzperformance, Video Steiftüll, Heftfäden, Teichfolie, Seifenlauge, Musik 5m x 3m x 4,5m Das holde Himmelsangesicht in eine Fuge hineingeboren. Ihr Raum ein Todesurteil. Es grollt und dröhnt. Hure, Dirne, Puppe. Es engt. Was kommen wird, wird kommen. Das Gute verinnerlicht, blickt sie hingebungsvoll ihrem Ende entgegen, sie weiß, dass sie Faust wiedersehen wird. Carla-Luisa Reuter halberstickt Kostümobjekt Teichfolie, Gitter, Polstermaterial, Altkleider 1,5m x 1,5m x 2,6m Sabine Born, David Gonter Intermezzo Die Duration – Performance von und mit Sabine Born und David Gonter als Versuch die Szene zu »freezen«: Felder zwischen Performance und Bild. Veronica Trebini Shelter from the storm Rauminstallation Nessel, Holz, Draht, Klettband 1,5m x 1,5m x 5m Nils Wildegans Die Raben sind wiedergekommen Rauminstallation Verschiedene Materialien, Videoprojektion, interaktiver Klang 8m x 3 m x 2,4 m »Unbehülfliche Apparate zu phantastischen Zwecken« (Regieanweisung 2. Akt, Laboratorium) Die Wunderkammer, das Laboratorium als Ort der Grenzüberschreitung und des Erkennens der eigenen Beschränktheit ist ein abstrakter Raum, in dem das ganze Universum als unvollkommenes Destillat existiert. Vor Goethes »Faust II« stehe ich wie vor solch einer Wunderkammer, in der mir vieles verschlossen bleibt und ebenso vieles verständlich wird. Die Anhäufung der Dinge, die ebenso sinnvoll, wie auch sinnentleert sind, wird zu einem komplexen Versuchsaufbau – künstlich und schräg. Wie in der alchemistischen Praxis werden minderwertige Dinge miteinander vermengt, um daraus ein hochwertiges Material zu erschaffen.


125

Projekte

»Des Chaos Töchter sind wir unbestritten«

“Daughters of Chaos, we by undisputed right” Orchestrated spaces, places, situations on Goethe’s “Faust I and II”

Elena Thirza Rachel Herold

Veronica Trebini

“Ye wavering forms draw near again as ever”

Shelter from the storm

Space-sound-installation

Room installation

Blue bin bags, white thread, headset, distance

Nettles, wood, wire, adhesive tape

sensors, Arduino Uno

1.5m x 1.5m x 5m

The focal topic for summer semester 2013 was

7.5m x 6,m x 5m

Goethe’s “Faust I and II”. To cite the writer’s

The work explores the incomprehensible things

Nils Wildegans

own words, the vast dimensions of the dramatic

from “Faust I + II”, and starting with the ques-

See my (two) ravens come winging

cosmos of Goethe’s Faust cannot be »lined up

tion of what holds the very inside of the world

Room installation

on the thin thread of a single consistent idea”.

together.

Various materials, video projection,

It was Goethe‘s dramatic life project and simul-

“Who are we to develop the only sense that

interactive sound

taneously in a way a literary legacy during his

leads us to what is right.” (4801)

8m x 3 m x 2,4 m

life time, the publication of which he however

It is about disappearing and fluctuating, about

“heavy apparatus for strange purposes”

consciously withheld from his contemporaries.

the transition to other dimensions, about doubt

(Stage direction Act 2, Laboratory)

Goethe’s Faust is a prime example of a literary

and the fact that in the end there are always

The chamber of marvels, the laboratory as

masterpiece that had a big plan from the out-

things we cannot unravel.

a place for crossing borders and recognizing one’s own limitations is an abstract space in

set: “But here too there was not a smooth transition from the tremendous to the tremendous,

Johanne Schröder

which the entire universe exists as an imper-

rather the whole thing emerged from parts, op-

FUGE “In this poverty what abundance. In this

fect distillate.

portunities, partial experiences, from which the

prison what happiness.”

Confronted with Goethe’s “Faust II” I feel like

work ‘began’ aside from the enormous, shap-

Dance performance, video

I’m standing in front of such a chamber of mar-

ing monologue. Auerbach’s Cellar, the Gretchen

Stiff net, tacking thread, pond lining foil, soap

vels, in which many things remain inscrutable,

tragedy, una poenitentium, quite so many left-

suds, music

and just as many are understandable. The ac-

handed creative ideas hadn’t been planned, yet

5m x 3m x 4.5m

cumulation of things that are both sensible

they altered the original plan, the original ma-

The sweet heavenly countenance born into a

but also senseless results in a complex experi-

terial and the substantial direction within it.”

gap in eine Fuge. Her space a death sentence. It

ment – artificial and weird. As in alchemy things

(Ernst Bloch: Raffael ohne Hände. In: Spuren.

rumbles and thunders. Whore, prostitute, doll. It

of a lesser value are mixed together to create a

(Frankfurt 1985). p. 92).

closes in. What will happen, will happen. Inter-

high-quality material.

In answer to Faust’s crucial question “Where

nalizing the good, she awaits her end with rap-

do we go from here?” Mephistopheles replies:

ture, she knows that she will see Faust again.

“Wherever you please! The little world and then the great we’ll see.”

Carla-Luisa Reuter

Faust and his creative context became the

Half-suffocated

starting point for impressive exploratory jour-

Costume object

neys and intensive experimental studies. The

Pond lining foil, wire netting, upholstery mate-

outcome: new situations on “Faust I and II” in

rial, old clothes

various visual, differentiated stations with a

1.5m x 1.5m x 2.6m

wide variety of styles and perspectives. The students explored, created and produced di-

Sabine Born, David Gonter

verse scenic-spatial, performative and media

Intermezzo

constellations.

The duration performance by and with Sabine

Space, objects, costumes, light, video and

Born and David Gonter as an attempt to freeze

sound combined to form contemporary

the scene. Fields between performance and

multi-media performances and the observer was

image.

incorporated as actor.

Prof. rosalie Bühnenbild und Kostümentwurf Stage and Costume Design


126

Visuelle Kommunikation

Elena Thirza Rachel Herold

Sabine Born, David Gonter


Projekte

127

Faust I und II

Nils Wildegans

Prof. rosalie

Johanne Schröder

Bühnenbild und Kostümentwurf Stage and Costume Design


128

Produktgestaltung

Unterwegs sein Unterwegs sein bedeutet, das bekannte Umfeld zu verlassen und sich auf Ungewohntes einzustellen. Wie können Orte der Begegnung gestaltet sein, in denen man Gemeinsamkeit neu erleben kann? In denen Fremde zu Freunden werden, mit denen man sich gerne auch den Schlafraum teilt. Es entstanden Möbel, die verblüffen und die einen anderen Umgang mit den Dingen provozieren. Gemeinsam mit den Deutschen Jugendherbergen suchten wir nach neuen Wegen.

Venturing out Being on the road means leaving your accustomed surroundings and adapting to unusual situations. How can places where people come together be designed so that community can be experienced in them afresh? In which strangers become friends with whom you enjoy sharing your sleeping space. Intriguing furniture resulting from this questioning that provokes a different look at things. We teamed up with German Youth Hostels to find new ways of going about

Teilnehmende Ola Brandsnes, Valentin Brück, Lisa Chiera, Martin Holmann, Na-Young Kwak, Valentin Maskow, Lukas Munser, Marthe Schliephacke, Catalina Villa

this process. Participants Ola Brandsnes, Valentin Brück, Lisa Chiera, Martin Holmann, Na-Young Kwak, Valentin Maskow, Lukas Munser, Marthe Schliephacke, Catalina Villa

IV cubili von Lukas Munser Eltern verreisen mit Kindern. Über dem Doppelbett – erreichbar über Regal-Leitern – haben die Kinder ihr eigenes Reich By Lukas Munser Parents traveling with children. The children have their own space above the double bed, which can be accessed via shelf-ladders

Bonk von Martin Holmann Hochbett mit variabler Bettenanzahl By Martin Holmann Loft bed with variable number of beds


Projekte

129

Unterwegs sein

Sube & Baja von Catalina Villa Über dem ausziehbaren Couch-Bett kann unten ein zusätzliches Bett heruntergeklappt werden By Catalina Villa An additional bed can be folded out below the pull-out sofa bed

Kevin von Ola Brandsnes Ausziehbares Bett für Einzelreisende, die sich ihr eigenes Reich im Mehrbettzimmer schaffen wollen By Ola Brandsnes Pull-out bed for single travelers, who want to create their own space in a multi-bed room

rounded von Valentin Maskow Stapelbarer Hocker

Ilit von Martin Holmann Stapelbares Bett, das sich auch zum Stockbett wandeln lässt

By Valentin Maskow

By Martin Holmann

Stacking stool

Stackable bed that can be converted to a bunk bed

Flying hostel von Valentin Brück Pop-up Herberge für ungenutzte Innenräume. Der einzelne Schlafraum kann zu größeren Einheiten geöffnet werden. Die elastische Wand-Konstruktion ermöglicht dies

noi von Lisa Chiera Modulares Möbelelement für den Außenraum

By Valentin Brück

Modular furniture element

Pop-up hostel for unused interiors. The single sleeping space

for outdoors

By Lisa Chiera

can be expanded to create larger units. This is made possible by the flexible wall construction Prof. Siglinde Spanihel Möbeldesign und Produkte im öffentlichen Raum Furniture Design and Products in Public Spaces


130

Visuelle Kommunikation

Days Of Raging Thunder (D.O.R.T.) Seit September 2012 entstand in der vorlesungsfreien Zeit regelmäßig eine Ausgabe des D.O.R.T.-Magazins. Der Fokus lag auf freien Arbeiten. Es sollte kein Konzept vorgegeben werden, sondern so viele unterschiedliche Arbeiten wie möglich – allein durch Farbkonzept, simple Navigation und Drucktechnik – vereint werden. Zeichner, Grafiker und Fotografen haben die Möglichkeit genutzt, ihre Werke in diesem Rahmen zu präsentieren und gemeinsam zu produzieren. Bis 2014 wurden drei Ausgaben des Magazins und mehrere Plakatserien gedruckt.

Days Of Raging Thunder (D.O.R.T.)

Teilnehmende Henrik Petersen, Felix Tisch, Georg Thanner, Merlin Flügel, Song-nyeo Lyoo, Laura Fugger, Kim Schön, Patrick Haller, Marie Prangenberg, Lukas Kaross daysofragingthunder.tumblr.com

Participant Henrik Petersen, Felix Tisch, Georg Thanner,

Since September 2012, the semester break

Merlin Flügel, Song-nyeo Lyoo, Laura Fugger,

has regularly been used to produce an issue

Kim Schön, Patrick Haller, Marie Prangenberg

of D.O.R.T. magazine. The focus was on unre-

Lukas Kaross

stricted creative work. No concepts were to be specified in advance, so as to produce as great a variety of works as possible – solely connected through color concept, simple navigation and printing technique. Illustrators, graphic artists and photographers used this opportunity to create their works jointly and present them in this format. By 2014, three magazine issues and several poster series had been printed.

daysofragingthunder.tumblr.com


Projekte

131

Days Of Raging Thunder (D.O.R.T.)

Prof. Manfred Stumpf Konzeptionelles Zeichnen / Aktzeichnen Conceptual Drawing / Life Drawing


132

Visuelle Kommunikation

Wandbild Kapelle Das Zeichnen als ältestes bildsprachliches Denken spielt beim Gestalten eine wesentliche Rolle. Die Studien im Kurs Konzeptionelles Zeichnen schärfen vor allem das Bewusstsein für die Ökonomie der Linie. Neben der klassischen Handarbeit sind hier elektronische Zeichenbretter im Einsatz. Durch digitale Schnittstellen, wie Fotografie, Scanner und Vektor-Programme, wird die gezeichnete Körperpoesie in eine präzise reproduzierbare Bildsprache transformiert und in verschiedensten Materialien umgesetzt. Die abgebildeten Zeichnungen von David Schießer sind Teil eines größeren Wandbildes, das speziell für den studentischen Clubraum im Erdgeschoss des Isenburger Schlosses entworfen wurde. Es steht hier stellvertretend für die Arbeit im Seminar.

chapel mural As the oldest expression of visual thinking, drawing plays a fundamental role in design. The prime aim of the Conceptual Drawing course is to hone student awareness for the economy of line. In addition to classic drawing by hand, electronic drawing boards are employed. Using digital interfaces such as photography, scanners and vector programs, the drawn physical poetry is transformed into a precise reproducible visual language and realized in a wide variety of materials. The depicted drawings by David Schießer are part of a larger mural that was conceived for the student club room on the ground floor of Isenburger Schloss. It represents the work done in the seminar.

Entwurf für das Wandbild im Erdgeschoss des Isenburger Schlosses von David Schießer Sketch for the mural on the ground floor of the Isenburger Schloss mansion by David Schießer


Projekte

133

Wandbild Kapelle

Prof. Manfred Stumpf Konzeptionelles Zeichnen / Aktzeichnen Conceptual Drawing / Life Drawing


134

Visuelle Kommunikation

Stadt ergänzen Etwas entwerfen und gestalten, etwas künstlerisch hervorzubringen, was vorher nicht da war und damit eine Möglichkeit aufzuzeigen, die es so vorher nicht gab – das drückt sich nicht nur in künstlerischen Schöpfungsakten aus, sondern spielt in jedes Handeln hinein. Das Vermögen, etwas Neues zu entwerfen, eine Möglichkeit aufzuzeigen – das ist wesentliche Aufgabe der Künste. Dann mündet die künstlerische Gestaltung ins Handeln, setzt etwas in Gang. Räume zum Handeln bietet Offenbach. In der City Passage in Offenbach wurden leerstehende Räume temporär aktiviert, neue Raumstrategien erprobt: Möbel wurden aus Wegwerfgut live zusammengebaut, eine Hängemattenbar lud zum Verweilen ein, original zubereitetes Essen aus Indien und Mexiko wurde geboten, mit Kindern und Jugendlichen wurden Fahnen gestaltet und in der Stadt positioniert, es gab experimentelle Musikdarbietungen, neue Formen des Kleidertauschs und -kaufs konnten ebenso wie Designobjekte ausprobiert werden und die Natur sollte wieder in der Stadt ihren Platz finden – all das lotete die Spannweite der möglichen Gestaltung von Räumen aus.

Stadt ergänzen / Urban additions

Ziel des Projekts »Stadt ergänzen« war es, Konzepte zu entwickeln, die das unmittelbare Umfeld der HfG Offenbach kreativ besetzen, um die Attraktivität der Offenbacher Innenstadt insbesondere auch für Studierende zu erhöhen. Eine Stadt, wie wir sie uns als Künstler und Gestalter wünschen. Entwickelt wurden Orte, die während des Rundgangs 2013 den Alltag auf fantasievolle aber auch praktische Art und Weise ergänzten und erweiterten. Was fehlt, wurde gemacht! Teilnehmende Aldin Sakić, Annkathrin Kluss, Benjamin Slattery, Bettina Hamm, Helena Reinsch, Isabel Blumenthal, Jascha Bernhard, Kevin Egerer, Kim Lotte Stöber, Lilja Friedemann, Markus Paulix, Moritz Urban, Nico Anthony Mason, Nora Etmann, Pablo Olivari, Rushy Rush, Maurice Zimmer, Isabel Scheid Mit freundlicher Unterstützung: GbR Schwind GmbH & Co. KG Jugendkunstschule Offenbach In Kooperation mit: Prof. Peter Eckart und Prof. Dr. Marc Ries

actions explored the scope of options for de-

With the kind support of:

signing spaces.

GbR Schwind GmbH & Co. KG

Devising and designing something, artistically

The object of the project “Stadt ergänzen” (Ur-

Jugendkunstschule Offenbach

producing something that wasn’t there before

ban Additions) was to develop concepts that

(Youth Art School Offenbach)

and in doing so, demonstrating an option that

creatively occupy the immediate vicinity of HfG

In cooperation with:

did not previously exist – this is not solely ex-

Offenbach in order to increase the attraction of

Prof. Peter Eckart and Prof. Dr. Marc Ries

pressed in artistic acts of creativity, but is in-

Offenbach’s downtown area, especially for stu-

volved in all of our actions. Being able to con-

dents. A city as we artists and designers would

ceive something new and reveal a possibility is

wish it. Places were developed, which comple-

a fundamental task of the arts. Then artistic de-

mented and expanded our everyday in an imag-

signing culminates in action, sets something in

inative but also a practical manner during the

motion. Offenbach offers spaces for action. In

Rundgang 2013 exhibition. What was lacking

the City Passage in Offenbach empty spaces

was made!

were temporarily activated, new spatial strategies tested: furniture was assembled from dis-

Participants:

carded objects, a hammock bar invited people

Aldin Sakić, Annkathrin Kluss, Benjamin

to linger, Indian and Mexican food was prepared

Slattery, Bettina Hamm, Helena Reinsch,

and served, flags were designed together with

Isabel Blumenthal, Jascha Bernhard, Kevin

children and youngsters and then installed in

Egerer, Kim Lotte Stöber, Lilja Friedemann,

the city, there were experimental music per-

Markus Paulix, Moritz Urban, Nico Anthony

formances, new forms of garment swapping

Mason, Nora Etmann, Pablo Olivari, Rushy Rush,

and purchase could be tried out, and nature

Maurice Zimmer, Isabel Scheid

was given a place in the city again – all these


Projekte

Fotos: Heiner Blum

135

Stadt ergänzen

Prof. Heiner Blum Experimentelle Raumkonzepte Experimental Space Concepts Prof. Dr. Kai Vöckler Kreativität im urbanen Kontext Creativity in the Urban Context


136

Visuelle Kommunikation

BotschafterInnen-Videos für die Kampagne »Hessen schafft Wissen« Für die Kommunikationsinitiative »Hessen schafft Wissen« des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) haben Studierende unter Leitung von Claus Withopf, Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich Film/Video, 38 Videos erstellt. Das Projekt des VideoLabs wurde mit einem großen Filmteam über zwei Semester hinweg realisiert. Dafür wurden an zwölf hessischen Hochschulen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreter renommierter Forschungseinrichtungen interviewt, die sich als BotschafterInnen der Initiative »Hessen schafft Wissen« engagieren. In den einminütigen Clips werden die WissensbotschafterInnen porträtiert und berichten über ihre aktuelle Forschung und Lehre mit ihren individuellen Themen und Schwerpunkten. Zudem geben die Videos einen kurzen Einblick in ganz unterschiedliche Forschungseinrichtungen, Labore und Lehrgebiete der Universitäten.

Science drive Ambassador videos for the campaign “Hessen schafft Wissen”

Die Videos sind auf der Webplattform von »Hessen schafft Wissen« online zu sehen: hessen-schafft-wissen.de Teilnehmende Doreen Keck, Anna Pietocha, Aleksandar Radan, Thomas Kneffel, Stephanie Kayß, Marco Russo, Maximilian Reimann, Jonatan Schwenk, Denis Carbone, Matthias Lawetzky, Merlin Flügel, Brix Koethe, Oliver Rossol, Thomas Bannier, Ferdinand Paul, Veruschka Bohn, Luana Carina Knipfer, Boris Dörning

focuses were produced. The videos create a brief insight into completely different research institutes, laboratories and subject areas at the universities.

Under the guidance of Claus Withopf, tutor for

The videos can be watched online on the web

special purposes in Film/Video, students cre-

platform of “Hessen Creates Knowledge”:

ated 38 videos for the communication initiative “Hessen Creates Knowledge” of the Hessen

hessen-schafft-wissen.de

Ministry of Science and Art (HMWK). The VideoLab project was executed over two

Participants

semesters by a large film team. Interviews were

Doreen Keck, Anna Pietocha, Aleksandar Radan,

conducted with scientists from twelve univer-

Thomas Kneffel, Stephanie Kayß, Marco Russo,

sities in Hessen as well as representatives of

Maximilian Reimann, Jonatan Schwenk, Denis

renowned research institutes who act as am-

Carbone, Matthias Lawetzky, Merlin Flügel, Brix

bassadors for the initiative “Hessen Creates

Koethe, Oliver Rossol, Thomas Bannier, Fer-

Knowledge”.

dinand Paul, Veruschka Bohn, Luana Carina

One-minute video portraits of the scientific

Knipfer, Boris Dörning

ambassadors talking about their current research and teaching work, individual topics and


Projekte

137

BotschafterInnen-Videos

Wissenschaftsoffensive: BotschafterInnen-Videos (Video-Stills und Setfotos) Science drive: ambassador videos (video stills and set photos)

Claus Withopf Lehrer f端r besondere Aufgaben (VideoLab) Teacher for Special Purposes Film / Video


138

Produktgestaltung

ZeichenSprache Projektarbeit im Sommersemester 2013 Im Rahmen des realitätsnahen Projektes ZeichenSprache wurde die Integration der Markenpositionierung als strategischer Designparameter in das Produktdesign geübt. Die Produktgestaltung repräsentiert dabei die qualitativen und strategischen Zielsetzungen des Unternehmens. Das bedeutet, dass die praktischen und produktsprachlichen Funktionen in der Gestaltung (Design) sowohl die ideellen als auch die kommerziellen Aspekte einer Firmenidentität vereinen bzw. verkörpern (Corporate Design). Dieses Planungsmomentum ist die Grundlage aller Bemühungen bei der Entwicklung eines Erscheinungsbildes und einer Identität: das (Firmen-)Zeichen wird durch die sprachlichen Äußerungen der Produktformen reflektiert. »Marke ist zu einem guten Teil eben pure Formsache.« (Michael Mauer, Porsche Chefdesigner). Wie gestaltet man Produkte für eine Markenidentität? Nach einer Recherche und Analyse von vorbildlichen Designprojekten sowie der Designstrategie der Firma Wöhner (Hersteller für Elektrotechnik und Energieverteilung), die das Projekt finanziell und inhaltlich unterstützte, wurden die Parameter einer zielgerichteten Gestaltungsarbeit zusammengefasst. Am Beispiel von Wöhner sollten schließlich Gestaltungsexperimente zu alternativen Formprogrammen für eine (fiktive) Neudefinition des Produktdesigns als Corporate Design führen. Rafael Berti gestaltete auf der Grundlage einer sehr umfangreichen Vor-Ort-Analyse und Betrachtung des Wettbewerbs das Vermassungskonzept Produktfamilie Sicherungstrennschalter völlig neu. Unter Miteinbeziehung der Marktrestriktionen (Installationsnormen) entwickelte er ein neues Raster für den Formenkanon.

Ayoub Saaif

Natalia Echeverri Pinto entwickelte ein innovatives Konzept für eine Produktform im Bereich Elektro- bzw. Installationstechnik. Um das Ziel – größtmögliche Festigkeit (Kräfte) und leichtes Gewicht zu erreichen – wurde mit Formkontinuitäten eine neuartige Gehäusestruktur angelegt. Dieses Konzept besticht durch seine Ikonizität – als Grundlage eines neuen Corporate Product Designs. Steffen Reiter erstellte in einer höchst professionellen Art und Weise ein Designkonzept für eine sofort umsetzbare Produktform: Praktische und technische Funktionen fallen zusammen mit einem klaren ästhetischen Statement (transparente blaue Fenster, Linienkanon, Proportionen und Ausrichtungen). Lea Rochna versuchte, technische und praktische Notwendigkeit durch eine formalästhetische Raffinesse zusammenzufassen. Zur besseren Luftdurchströmung von unten nach oben wurde ein kaminartiges Gehäuse konzipiert, das gleichzeitig eine in der Branche neuartige besonders feingliedrige Struktur zeigt. Ayoub Saaif entwarf eine Produktfamilie für Trennschalter auf Grundlage einer besonderen Betonung des Rechtecks, versehen mit einem Radienkanon sowie einer Facettierung der Körperkante nach innen und nach außen. Fenglin Zhang entwickelte aus einer Rauten-Form ein Konzept für eine modulare Produktreihe. Das Farberscheinungsbild von Wöhner (hellblau) wird als Erkennungszeichen radikal auf die Vorderseite gesetzt. Das Design wirkt überraschend einfach und plausibel.


139

Projekte

ZeichenSprache

ZeichenSprache / Sign Language Project work in the summer semester 2013

Having conducted an in-situ analysis and ob-

Ayoub Saaif designed a product family for

servation of the competition, Rafael Berti com-

break-switches. Based on a special emphasis

pletely revamped the concept for the product

on the rectangle with a radius canon, it features

As part of the practically-oriented project Sign

family fused circuit breakers. Taking the instal-

a faceting of the body’s edge in and outwards.

Language, students practiced integrating brand

lation norms into consideration he developed a

positioning into product design as a strategic

new framework for the formal canon.

Fenglin Zhang used a diamond shape to develop a concept for a modular product series. In a rad-

design parameter. In this, product design represents the company’s qualitative and strategic

Natalia Echeverri Pinto developed an innovative

ical move, light blue, Wöhner’s corporate color,

objectives. This means that the practical and

concept for a product form in the area of elec-

is placed on the product’s front to act as iden-

product-language functions in design unite or

trical and installation engineering. To achieve

tification. The design appears surprisingly sim-

embody the ideal and commercial aspects of a

her aim of attaining the greatest possible

ple and plausible.

firm’s identity (corporate design). This planning

strength combined with light weight, she con-

momentum is the basis for all efforts in devel-

ceived an innovative housing structure with for-

oping a corporate image and identity: the (cor-

mal continuity. The concept’s outstanding iconic

porate) logo is reflected through the linguistic

quality makes it a suitable foundation for a new

manifestations of the product forms. “To a large

corporate product design.

extent brand is purely a matter of form.” (Michael Mauer, Porsche Chief Designer).

In a highly professional manner Steffen Reiter created a design concept for a product form

In a project funded and supported by the com-

that could be realized immediately: It combines

pany Wöhner (power distribution and control

practical and technical functions with a clear

engineering) students explored how products

aesthetic statement (transparent blue windows,

can be designed for a brand identity. They be-

line canon, proportions and alignments).

gan by doing research into and analyzing exemplary design projects, but also Wöhner’s own

Lea Rochna sought to combine technical and

design strategy. Then parameters were drawn

practical necessities through a formal-aesthetic

up for targeted design work. Finally, taking Wöh-

ingenuity. She conceived a flue-like housing to

ner as an example, design experiments were

ensure a better passage of air upwards, that

conducted to find alternative design programs

is also characterized by an especially delicate

for a (fictional) redefining of product design as

structure new to the industry.

corporate design.

Prof. Frank Georg Zebner Technische Produkte und Produktsysteme Technical Products and Product Systems Prof. Dr.-Ing. (Arch.) Alex Buck Marken- und Designstrategie Brand and Design Strategy


140

Produktgestaltung

Lea Rochna

Natalia Echeverri Pinto


Projekte

141

ZeichenSprache

Fenglin Zhang

Rafael Berti

Prof. Frank Georg Zebner Technische Produkte und Produktsysteme Technical Products and Product Systems Prof. Dr.-Ing. (Arch.) Alex Buck Marken- und Designstrategie

Steffen Reiter

Brand and Design Strategy


142

Produktgestaltung Save 50% – New Materials, New Form, New Use

waagerecht auf das Gestell geschoben werden – und es ergibt sich ein Hoch- oder Querformat.

In dem Entwurfsseminar im Sommersemester 2013 wurden projektorientiert neue Denk- und Entwurfansätze in der Möbel- und Bekleidungsgestaltung diskutiert und erforscht – und zwar unter dem Aspekt der Reduktion als Konzept für die Problemlösung. Im Fokus standen dabei – neben einem kreativen Anspruch auf Gestaltungsqualität – auch die sozialen und ökologischen Aspekte des Industriedesigns. Ziel war, mittels designrelevanter – und in diesem Sinne sowohl theoretischer als auch praktischer Forschungsstrategien – neue Grenzen des Designs auszuloten, um auf diesem Gebiet eigenständig und identitätsstiftend agieren zu können. Neben visionärem Denken und formal sicherem Gestalten stand das Experiment mit Materialien, Fertigungsprozessen und Vertriebsstrukturen im Vordergrund. Die Projektarbeit sollte zur Suche nach der eigenen Position anregen. Annika Bonner Unter dem Stichwort Save 50% entstand das Projekt Formpresse als Versuch jegliche konzeptionelle, formale und fertigungstechnische Verantwortung in eine Hand zu legen. Die mithilfe von Lasercut-Technologie entstandene Formpresse greift das essentiell organische Prinzip der Schichtung auf und veranschaulicht den natürlichen Ursprung des Materials genauso wie den Rückgriff auf organische Phänomene. Na Young Kwak Der Grundgedanke des Regals und der Garderobe ist die Idee eines Stecksystems zur vereinfachten Montage. Die Flexibilität wird durch unterschiedlich lange Rundhölzer erreicht. So kann die Regalkiste senkrecht oder

Save 50% – New Materials, New Form, New Use

Sarah Langerfeldt Der Entwurf des Hockers basiert auf der Idee, eine stabile Verbindung durch Seile herzustellen – auf Schrauben oder Leim wird gänzlich verzichtet. So kann der Hocker jederzeit wieder in seine Einzelteile zerlegt werden. Das gespannte Seil sorgt dafür, dass auch unter Druck (Körpergewicht) die Beine in Position bleiben und der Hocker noch stabiler steht. Birthe Sülwald Die Kleiderkollektion ist auf die 180-Grad-Drehung aufgebaut: oben wird unten, unten wird oben. So bekommt ein Kleidungsstück mindestens zwei Nutzen. Es gibt kein vorne und hinten – und manchmal auch kein innen und außen. Dem Wunsch nach Vielfältigkeit in Farbe und Form, Länge und Weite wird so nachgegeben. Entstanden sind acht Kleidungsstücke mit vielen unterschiedlichen Nutzungen. Vanessa Woznik Mit der Kreuzverbindung als Basis und dem Connector als Verbindungselement lassen sich Tisch, Stuhl, Hocker, Freischwinger und viele weitere Objekte schaffen. Shang-Che Wu Durch ein schraubfreies Montagesystem wird die Lebensdauer des Einrichtungsgegenstandes Sofa sowohl hinsichtlich Transport und Aufbau als auch der dauerhaften Benutzung erhöht. Das elastische Band fixiert die Sofakissen und das Chassis. Zusätzlich wird durch die Gewichtskraft des Sitzenden eine Eigenstabilität erzeugt.

responsibility for all conceptual, formal and

Birthe Sülwald

production technology aspects with a single

The idea behind the clothing collection is a

source. Created using laser cut technology, the

180-degree turn: the top becomes the bottom

In the design seminar in the summer semes-

forming press takes up the essential organic

and vice versa. Accordingly, a garment has at

ter of 2013 students discussed and explored –

principle of layering, and not only demonstrates

least two uses. There is no front and back – and

by way of projects - new conceptual and design

the natural origin of the material, but also the

sometimes no inside or outside either. It caters

approaches in furniture and clothing design. In

employing of organic phenomena.

to wearers’ desire for variety regarding colour and shape, length and width. The eight gar-

these, reduction as a concept for problem-solv-

ments permit many different options.

ing was the key aspect. Apart from aiming at

Na Young Kwak

design quality, the focus was also on the so-

Both the shelving and wardrobe rely on a plug-in

cial and ecological aspects of industrial design.

system for easier assembly. Round timber of

Vanessa Woznik

The objective was to apply design-relevant the-

different lengths makes for flexibility. It means

Using the classic cross connection as a basis

oretical and practical research strategies to ex-

the shelving section can be inserted either ver-

and the connector as a linking element, a table,

plore new boundaries of design, so as to oper-

tically or horizontally onto the frame, producing

chair, stool, cantilever and many more objects

ate independently and forge an identity in this

either a portrait or landscape format.

can be created.

confident designing, the emphasis was on ex-

Sarah Langerfeldt

Shang-Che Wu

perimenting with materials, production pro-

The stool’s design rests on the idea of using

As the sofa does not feature any screws it can

cesses and marketing structures. The project

rope to create stability, entirely without us-

withstand being dismantled, transported and

work was intended to help students find their

ing screws or adhesives. This means the stool

re-assembled more times, and even when used

own position.

can easily be taken apart at any time. The use

permanently its service life is increased. The

of the rope means that even when the stool is

elastic strap holds the sofa cushions and chas-

Annika Bonner

subjected to pressure (through the sitter’s body

sis in place. In addition, further stability is pro-

Save 50% was the motto for the project Form-

weight), its legs remain in position, and the

duced through the sitter’s own weight.

presse (forming press), which sought to place

stool stands even more firmly.

area. Apart from visionary thinking and formally


Projekte

143

Save 50 %

Annika Bonner

Birthe S端lwald

Sarah Langerfeldt

Na Young Kwak

Shang-Che Wu

Prof. Frank Georg Zebner

Vanessa Woznik

Prof. Thomas Feichtner Technische Produkte und Produktsysteme Technical Products and Product Systems


144

Produktgestaltung

Twelve Times Tinkering Projekt im Sommersemester 2013 »Twelve Times Tinkering« – Interaktivität entwerfen: Mit Hilfe von Open Source Technologien haben die Studentinnen Teresa Mendler, Marianne Pforte, Eda Temucin, Pia Scharf, Sarah Schmid und Janina A. Schmitt interaktive Objekte entwickelt, gestaltet und als Funktionsmodelle gebaut, um Erfahrungen und Erkenntnisse für zukünftige Projekte in der Interaktions- und Produktgestaltung zu sammeln und um im Bereich des User Experience Designs eine zusätzliche Fachkompetenz als Designer entwickeln zu können. Janina A. Schmitt Virtual Clay Die Idee dieses Projektes war eine virtuelle Modelliermasse zu gestalten, welche durch drucksensitive Elemente verformt werden kann. Zur Realisierung dieses Konzeptes bedarf es eines realen Modells mit haptischen Eigenschaften sowie eines virtuellen Modells mit verformbaren Eigenschaften. Marianne Pforte Vocal Sphere Die Stimme eines jeden Menschen ist einzigartig – so wie ein Fingerabdruck. Tonlage, Höhen und Tiefen bei der Betonung von Worten sowie die Sprechgeschwindigkeit sind Faktoren, die sie zu einem unverwechselbaren Erkennungsmerkmal machen. Diese Eigenheiten der Stimme nutzt »Vocal Sphere«, um ein einzigartiges virtuelles Objekt zu generieren. Mithilfe verschiedener Methoden des Rapid Prototyping wird die Erzeugung eines realen Schmuckstücks möglich. Pia Scharf TanzMusik Zunächst wird eine Kinect-Kamera im Raum positioniert, die die Position einer sich bewegenden Person im Raum aufzeichnet und danach an das in Processing geschriebene Programm »TanzMusik« übermittelt. Dieses Programm wertet die Kamera-Daten aus, indem es diese mit zuvor bestimmten Parametern abgleicht. So werden aus Position und Art der Bewegung MIDI-Signale erstellt, die an das DJ-Programm Ableton Live weitergeleitet werden. Dort sind verschiedene Tonspuren hinterlegt, die durch die Bewegungen an- und ausgeschaltet sowie manipuliert werden können. Die so erzeugte Musik wird ohne Verzögerung abgespielt, so dass der Tanz nicht der Musik folgt – die Musik folgt dem Tanz!

Sarah Schmid Minnja Die vier Acrylglas-Platten bilden mit ihren Radien nur in genau einer Kombination ein lückenloses Viereck. Eine Projektion von oben hilft dem Nutzer mit jedem einzelnen Teil und gibt die geeignete Anleitung für die Positionierung. Mit einem einfachen Versuchsaufbau werden verschiedene kleine Anleitungen programmiert und direkt getestet.

Teresa Mendler Tracking Space Führt man die Hand über die Oberfläche einer Projektionsfläche, entstehen und verblassen Bilder – je nachdem, wie schnell sich die Hand bewegt. Bei der Installation werden die 3D-Koordinaten von einer Kamera (Kinect) ausgelesen und mit Hilfe eines Open Source- Programms zu Visuals verarbeitet. Ein Videoprojektor, der sich unter einer transparenten Fläche befindet projiziert die Visuals. Der Interakteur erhält den Eindruck, man würde digitales Material verformen. »Tracking Space« kann auch als Bühnenbild seinen Einsatz finden: Bewegungen eines Akteurs werden durch Farbverläufe und aufkommende Strukturwandlungen im Hintergrund verstärkt.


Projekte

145

Twelve Times Tinkering

Janina A. Schmitt

Marianne Pforte Prof. Frank Georg Zebner Markus Jaritz Technische Produkte und Produktsysteme Technical Products and Product Systems


146

Produktgestaltung

Pia Scharf

Sarah Schmid


Projekte

147

Twelve Times Tinkering

Teresa Mendler

Twelve Times Tinkering Project work in the summer semester 2013

Pia Scharf

Teresa Mendler

TanzMusik / Dance Music

Tracking Space

First a Kinect camera is installed to record the

Moving your hand over the surface of a projec-

“Twelve Times Tinkering” – designing interactiv-

position of a person moving about and transmit

tion area causes images to be created or fade

ity: With the help of open source technologies

this data to the program “TanzMusik”. The lat-

away, depending on how quickly you move your

the students Teresa Mendler, Marianne Pforte,

ter evaluates the camera data by comparing it

hand. In the installation the 3D coordinates are

Eda Temucin, Pia Scharf, Sarah Schmid and

with pre-determined parameters. Consequently,

selected by a camera (Kinect) and processed

Janina A. Schmitt developed and designed in-

MIDI signals are created from the position and

with the help of an open source program to

teractive objects, then built these as functional

type of movement, which are forwarded to the

form visuals. A video projector located beneath

models. Their aim: to gather experiences and

DJ program Ableton Live. The sound tracks in-

a transparent surface projects the visuals. This

know-how for future projects in interaction and

stalled there are activated or deactivated by

creates the impression that you can shape dig-

product design so as to develop additional ex-

the movements. The music generated hereby

ital material. “Tracking Space” can be employed

pertise in the area of user experience design.

is played immediately so that the dance does

for set design: colors and structural transforma-

not match the music – but the music matches

tions in the background serve to underline an

the dance!

actor’s movements.

Janina A. Schmitt Virtual Clay The idea behind this project was to create vir-

Sarah Schmid

tual clay that can be shaped using pressure-

Minnja

sensitive elements.

A seamless square can be formed from the ra-

To realize this concept a real model with haptic

diuses of four acrylic glass panels – but only

characteristics and a virtual model with mallea-

when they are arranged in a certain way.

ble properties were needed.

A projection from above helps the user with each individual part and provides directions on

Marianne Pforte

positioning them. In a simple test series vari-

Vocal Sphere

ous short instructions were programmed and

Each person’s voice is unique, just like their fin-

tested directly.

gerprints. Register, pitch and depth when accentuating words and the speed of speech are all distinct identifying features. “Vocal Sphere” exploits these properties of the voice to generate a unique virtual object. With the help of various rapid prototyping methods it is then possible to produce a real piece of jewelry. Prof. Frank Georg Zebner Markus Jaritz Technische Produkte und Produktsysteme Technical Products and Product Systems


148

Produktgestaltung

Medical Design Projekt im Wintersemester 2013/2014 Moderne Medizintechnik ist ohne Industriedesign nicht mehr denkbar. In den verschiedenen Benutzungsräumen und -situationen dieser Branche entscheiden unter anderem Zeit und Zuverlässigkeit über Leben und Tod. Produkte müssen demnach in diesem Bereich den Benutzern eindeutige Bedienangebote machen. Im Lehrgebiet Technische Produkte und Produktsysteme wurden verschiedene Produktideen untersucht, u.a. ein akustisches Orientierungssystem für Blinde und ein innovatives Flurprofil für Krankenhäuser. Frauke Taplik hat »AudioView« entworfen. Ein akustisches Orientierungssystem für blinde Personen zum akustischen Orten von mit RFID-Chips markierten Objekten. Der Aufbau aus den Komponenten einer individuellen Otoplastik und einem seriellen Sender bzw. Lautsprecher verbindet Tragekomfort und Präzision. Der die Raumposition anzeigende Klang ist nur für den Träger hörbar – und erleichtert die Orientierung. Victoria Hammel und Sarah Langerfeldt haben sich mit dem Projekt »InMed« mit dem systemischen Ganzen bei der Neugestaltung von Fluren in medizinischen Bereichen (u.a. Krankenhäuser) auseinandergesetzt. Entstanden ist ein modulares Wand-, Decken- und Lichtsystem, das den sich differenzierenden Anforderungen der unterschiedlichen Abteilungen gerecht wird. Der Patient, als schwächstes Glied der Kette, tritt in den Fokus der Entwurfsarbeit.

Medical Design Project in winter semester 2013/2014 Modern medical equipment would be inconceivable without industrial design. In the world of medicine situations occur where time and reliability can make the difference between life and death. So it is only logical that medical products must offer users distinct advantages in these areas. Technical Products and Product Systems students explored various product ideas including an acoustic orientation system for blind people and an innovative corridor profile for hospitals. Frauke Taplik designed “AudioView.” It is an acoustic orientation system for the visually impaired to aurally locate RFID tagged objects. Made from three components: an individual ear mold, a serial transmitter and loudspeaker, the device is comfortable to wear and precise. The sound indicating the object’s position is only audible to the wearer – and facilitates orientation. With the project “InMed” Victoria Hammel and Sarah Langerfeldt adopted a systemic approach in re-designing corridors in hospitals and the like. The result is a modular wall, ceiling and lighting system that caters to the different requirements of the various departments. The design focuses on the patient as the weakest link in the chain.


Projekte

149

Medical Design

Frauke Taplik

Victoria Hammel und Sarah Langerfeldt

Prof. Frank Georg Zebner Technische Produkte und Produktsysteme Technical Products and Product Systems


Ausstellungen


152

Visuelle Kommunikation

Produktgestaltung

euro Semesterabschlusspräsentation & Party

EURO End of semester presentation & party 1st Semester Design Basics

1. Semester Gestaltungsgrundlagen  Visuelle Kommunikation bei Prof. Heiner Blum

Visual Communication with Prof. Heiner Blum 1st Semester Color Design

1. Semester Farbiges Gestalten Visuelle Kommunikation bei Prof. Gunter Reski

Visual Communication with Prof. Gunter Reski 1st Semester Product Design

1. Semester Produktgestaltung Workshop Mensch-Objekt-Interaktion bei Prof. Peter Eckart und Knut Völzke, Modelle bei Andreas Klober, Zeichnung bei Prof. Carsten Rohde

Workshop man-object-interaction with Prof. Pe-

Donnerstag / 20. Februar 2014 / 19 bis 24 Uhr Ausstellung ab 24 Uhr / Party in der Schlosskapelle

Thursday / 20.2.2014 / 7 p.m. - midnight

Mit freundlicher Unterstützung von satis & fy AG Deutschland

With the kind support of satis & fy AG

ter Eckart and Knut Völzke Models with Andreas Klober Drawing with Prof. Carsten Rohde

exhibition From midnight / party in the Schlosskapelle

Deutschland

Fotos: Heiner Blum Knut Völzke


Ausstellungen

EurO

153


154

Produktgestaltung

Im Prozess imm cologne 2O14

den Entwurf mit Originalität und schließlich mit einer Geschichte versieht. Dieses Moment wurde im Rahmen der imm cologne 2014 mitsamt dem Prozess ausgestellt.

Auf der Möbelmesse imm cologne 2014 (13. bis 19. Januar) präsentierte der Fachbereich Produktgestaltung unter dem Titel »Im Prozess« Arbeiten von Studierenden und Absolventen. Das Konzept des Messestandes machte den Arbeitsprozess zum Ausstellungsobjekt. Die Dinge des Designs sind keine archäologischen Artefakte, die man findet, ausgräbt und dann enträtselt. Vielmehr stehen Designprodukte in einem jeweils sozialen, technischen und funktionalen Kontext. Dieser Kontext bildet die besondere Geschichte des jeweiligen Designprodukts, das immer auch auf eine Vielzahl von Operationen verweist, die notwendig waren, um die originelle Grundidee – also die Vorlage des Designprodukts – hervorzubringen. Das Designprodukt wird dann anhand dieser Vorlage (meist ein Modell oder Prototyp) reproduziert.  Die spezifische Konstellation von Techniken, Materialien und eben dem Gestalter selbst, die den Designprozess bilden, sind jedoch sein einmaliges Moment, das

Teilnehmende Karl Becker, Mervyn Bienek, Judith Block, Felix Bruder, Lilian Dedio, Annika Frye, Jakob Gresch, Brita Jaichner, Markus Mau, Teresa Mendler, Marc Schönemann, Nils Mayer, Raoul Wilken

In Process Design objects are not like archaeologic artifacts that are discovered, grubbed out and then unriddled. Design objects always relate to their social, technical and functional context. This context constitutes the particular story of the design product. The product, in the smaller sense, always relates to a multitude of operations that were necessary to establish the original idea for the product. The design product is then being reproduced using this idea (which is often incorporated by a model or prototype). The specific constellation of techniques, materials and the designer himself that constitute the design process are the moment of originality of the serial product. Thus we are exhibiting the process (as a story) that is containing this moment of originality.

Betreut durch Academic Supervisor Prof. Eckart, Vizepräsident Vicepresident, Bereich Integrierendes Design Department integrating design Konzept Concept Prof. Eckart, Vizepräsident Vicepresident, Bereich Integrierendes Design Department integrating design Meike Langer, Dipl. Des. wissenschaftliche Mitarbeiterin scientific assistant Organisation und Umsetzung Organisation and implementation  Karl Becker, Mervyn Bienek, Judith Block, Lilian Dedio, Annika Frye, Dipl. Des. Doktorandin, Jakob Gresch, ­Martin­Hirth,­Brita Jaichner,­Markus­Mau,­Nils­Mayer,­ Teresa­­Mendler,­Felix­Pape,­Marc­Schömann,­Raoul Wilken

Im Pro ze ss

In Pro ce ss

Plakatgestaltung / Posterdesign: Karin Rekowski

Die Dinge Im Prozess des Designs sind keine archäologischen Artefakte,­die­man­findet,­ausgräbt,­und­ dann enträtselt. Vielmehr stehen Design­ produkte in einem jeweils sozialen, technischen und funktionalen Kontext. Dieser Kontext bildet die besondere »Geschichte« des jeweiligen Design­ produkts, denn es verweist immer auch auf eine Vielzahl von Operationen, die notwendig waren, um die »originelle« Grundidee, also die Vorlage des Design­ produkts hervorzubringen. Das Design­ produkt wird dann anhand dieser Vorlage (meist ein Modell oder Prototyp) reproduziert. Die spezifische Konstellation von Techniken, Materialien und eben dem Gestalter selbst, die den Designprozess bilden, sind jedoch sein einmaliges Moment, das den Entwurf mit Originalität und schließlich mit einer Geschichte versieht. Dieses Moment haben wir hier mitsamt dem Prozess ausgestellt.


Ausstellungen

Im Prozess

Im Prozess / Process Furniture fair imm cologne 2014

herself, which form the design process, and

155

they constitute its unique quality, which lends the design its originality and ultimately also it

From 13 to 19 January the Product Design fac-

its story. This uniqueness and the process be-

ulty presented works by students and gradu-

hind the products were what was exhibited at

ates at the imm cologne 2014 under the title

imm cologne 2014.

»Im Prozess« (In Process). The exhibition stand concept turned the work process into the exhi-

Participants

bition object.

Karl Becker, Mervyn Bienek, Judith Block, Felix

Design objects are not archaeological artefacts

Bruder, Lilian Dedio, Annika Frye (postgraduate

that are found, dug out and then deciphered.

student and Dipl. Des. qualified designer), Jakob

Rather, design products stand in a social, tech-

Gresch, Brita Jaichner, Markus Mau, Teresa Men-

nical and functional context. This context forms

dler, Marc Schönemann, Nils Mayer, Raoul Wilken

the special story behind the respective item, which always also refers to a great many operations that were necessary to bring about the original basic idea – in other words the draft of the design product. The design product is then reproduced, generally using a model or prototype. However, it is the specific constellation of techniques, materials and the designer him- or

Prof. Peter Eckart Dipl. Des. Meike Langer Produktgestaltung, Integrierendes Design Product Design, Integrated Design


156

Visuelle Kommunikation

Show me your love Ausstellung in der Shanghai Library In Kooperation mit dem Shanghai Institute of Visual Arts (SIVA) unter der Leitung von Prof. Gu Chuanxi haben Studierende der HfG Offenbach und des SIVA gemeinsam Plakate mit demTitel Show me your love in der Shanghai Library ausgestellt. Die 1847 gegründete Shanghai Library ist eine der größten Bibliotheken der Welt, neben der National Library in Beijing ist sie zudem die bedeutendste Chinas. Die Eröffnung der Ausstellung fand am 23. November 2013 unter regem Interesse der Öffentlichkeit statt. Kuratiert hat die Plakatausstellung der HfG-Alumnus Jian Xu. Einen Tag vor Eröffnung der Ausstellung gab es für die chinesischen und deutschen Studierenden die Möglichkeit, sich bei einer gemeinsamen Frage-Antwort-Runde über die eigenen Plakatentwürfe auszutauschen. Jian Xu sprach über die Unterschiede des deutschen und chinesischen Designs sowie über die Identitätssuche chinesischer Designer. Er erklärte, dass die chinesische Kulturrevolution zu einer gewaltsamen Marginalisierung der reichen Geschichte und zu einer vielfältigen Folklore Chinas geführt hat. Chinas Designer der Gegenwart

stellen sich vielfach Fragen nach der eigenen Identität und setzen sich wissbegierig mit der eigenen Kulturgeschichte auseinander. Inhaltlich haben die Studierenden beider Länder das Thema Show me your love genutzt, um persönliche Statements in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Teilnehmende Thorben Borgmann, Jennifer Gelardo, Simon Keckeisen, Lea Keppler, Felix Kosok, Anne Krieger, Nicole Landwehrs, Timo Lenzen, Polina Livshits, Marcus Lüttgau, Svetlana Mijc, Karolina Novoselskaja, Sophia Preußner, Fabian Sollinger, Tobias Teickner Tobias Teickner / Klaus Hesse

Mit diesem großen Zulauf hatte keiner gerechnet: mehr als tausend Besucher bei der Eröffnung Nobody had reckoned with so many visitors: over a thousand guests attended the opening


Ausstellungen

157

Show Me Your Love

Plakatgestaltung / Posterdesign von HfG-Alumnus Jian Xu aus Shanghai

參 展 方 上海视觉艺术学院(中方) Shanghai Institute of Visual Art 德国奥芬巴赫设计学院 (德方) HfG Offenbach, Germany

課 程 教 授

Poster design by HfG alumnus Jian

Show

顾传熙 Gu Chuanxi (中方) 克劳斯-海瑟 Klaus Hesse (德方)

課程合作 上海视觉艺术学院 — 设计学院包装传播设计专业(学生) Shanghai Institute of Visual Art — Packaging & Communication Design Department, College of Design (Students)

Xu from Shanghai

德国奥芬巴赫设计学院 — 海瑟班(学生) Klasse Hesse, HfG Offenbach, Germany (Students)

秀 出 你 的 愛

策展團隊 许鉴 胡继俊

ME

方俊 蒋艺

主 辦 單 位 上海视觉艺术学院(SIVA) 德国奥芬巴赫设计学院 HfG Offenbach, Germany 上海图书馆行业协会 Shanghai Library Association

協辦單位 上海图书馆 Shanghai Library

鳴謝單位 中国惠普HP

YOUR

北京紫光恒越数码科技有限公司 UNIS-HY 艾利丹尼森

入 選 學 生 程溯 李丹男 梁洋 钱婷 彭烈勇 邱之本 冉宇强 邹淑洁 朱树森 徐青 许媛博 赵信媛 Jennifer Katarina Gelardo Simon Keckeisen Lea Katharina Keppler

LOVE

Felix Kosok

中 德 設 計 課 程 對 話 展

2013 23 11 至 26 11 23 11 / 1 5 時 開 幕

Anne Krieger Nicole Landwehrs

上海图书馆目录大厅·上海市淮海中路1555号

Polina Livshits Marcus Luttgau Svetlana Mijic Karolina Novoselskaja Sylvia Sophia Preusser Fabian Sollinger

Show Me Your Love Exhibition in Shanghai Library

Chinese Cultural Revolution had led to a violent marginalization of the country’s rich history and diverse folklore. Many of China’s contempo-

In cooperation with the Shanghai Institute of

rary designers ask themselves about their own

Visual Arts (SIVA) and managed by Prof. Gu

identity and apply themselves eagerly to learn-

Chuanxi, students from HfG Offenbach and the

ing about their own cultural history. Students of

SIVA exhibited posters on the topic Show me

both Germany and China used the topic Show

your love in a joint exhibition in Shanghai Li-

me your love to place personal statements in a

brary. Founded in 1847, Shanghai Library is one

societal context.

of the largest libraries in the world, and together with the National Library in Beijing it is

Participants

also the most important in China. The exhibition

Thorben Borgmann, Jennifer Gelardo, Simon Ke-

opened on 23 November, 2013 amidst great

ckeisen, Lea Keppler, Felix Kosok, Anne Krieger,

public interest. The poster exhibition was cu-

Nicole Landwehrs, Timo Lenzen, Polina Livshits,

rated by HfG alumnus Jian Xu.

Marcus Lüttgau, Svetlana Mijc, Karolina

One day before the exhibition opening Chinese

Novoselskaja, Sophia Preußner, Fabian Sollinger,

and German students had the opportunity to

Tobias Teickner

chat about their own poster designs with each other in a question and answer session. Jian

Tobias Teickner / Klaus Hesse

Xu spoke about the differences between German and Chinese design and Chinese designers’ search for identity. He explained that the Prof. Klaus Hesse Konzeptionelle Gestaltung Conceptional Design


158

Visuelle Kommunikation

Hesse Class 6th China International Poster Biennale in Hangzhou Vom 28. November bis 3. Dezember 2013 wurden Corporate Designs, Bücher und Plakate der Studierenden von Prof. Klaus Hesse in Hangzhou/China großflächig präsentiert. Kuratiert und initiiert hat die Ausstellung Chen Zhengda (Chairman ADI/China Academy of Art). Die Ausstellung war Teil des Begleitprogramms des 7th National Forum for Education of Design, der 6th China International Poster Biennial und des Hangzhou International Design Festival an der China Academy of Art (CAA). Die ausgestellten Arbeiten wurden in einem Katalog und einer Broschüre mit Begleittexten in chinesischer Sprache dokumentiert.  Parallel zur Ausstellung hielt Prof. Klaus Hesse zwei Vorträge. Mit »Identity in a crossmedia world« stellte er das Erscheinungsbild der B3 Biennale des bewegten Bildes dar. Als einziger ausländischer Redner auf dem 7th National Forum for Education of Design sprach Prof. Hesse über das Kongressthema »Between poetic and reason«. In diesem Vortrag präsentierte er vor ca. 600 Universitätspräsidentinnen und -präsidenten sowie Dekaninnen und Dekanen das Offenbacher Modell sowie Arbeiten von international herausragenden chinesischen Künstlerinnen und Künstler, die in China weitgehend unbekannt sind.

Teilnehmende Sara Nahid Abtahi, Catrin Altenbrandt, Katja Baumann, Susanne Beck, Sandra Beer, Steffen Bergemann, Carina Böhler, Nikolas Brückmann, Kim Angie Cicuttin, Oliver Dignal, Helene Deutsch, Fan Ding, Irini Divaris, Berenike Eimler, Angelina Fieres, Christina Föllmer, Magdalena Fournillier, Sabine Funk, Marco Gabriel, Sven Gabriel, Martin Gorka, Teresa Habild, Laura Hartmann, Felix Heine, Lara Hies, Mario Hombeuel, Yuwei Hu, Agnes Kalla, Marina Kampka, Indre Kasulaityte, Lorenz Klingebiel, Robin Klußmann, Kristina Knoblich, Nadine Kolodziey, Felix Kosok, Nicole Landwehrs, Xi Luo, Yuriy Matveev, Svetlana Mijic, Nora Mohr, Jan Münz, Adrian Nießler, Olga Petrova, Marco Poblete, Kathrin Polikeit, Fabia Pospischil, Sophia Preußner, Karin Rekowski, Thomas Reuter, Nick Ritter, Katrin Schacke, Fabian Sollinger, Catrin Sonnabend, Rike Stephani, Tobias Teickner, Aline Toussaint, Jack Wolf, Astrid Wolter, Jian Xu Tobias Teickner und Klaus Hesse

Neben den Arbeiten der HfG Offenbach wurden auch die frischgekürten Gewinner der 6th China International Poster Biennial und des National University Students Competition gezeigt Besides the works by HfG Offenbach students, the recently selected winners of the 6th China International Poster Biennial and the National University Students Competition were also shown


159

Ausstellungen

Hesse Class

hesse class 6th China International Poster Biennale in Hangzhou

reason”. In his talk he presented the Offenbach

Sonnabend, Rike Stephani, Tobias Teickner, Aline

model to some 600 university presidents and

Toussaint, Jack Wolf, Astrid Wolter, Jian Xu

deacons as well as presenting works by Chinese artists with international reputations, who

From 28 November to 3 December 2013, cor-

Tobias Teickner and Klaus Hesse

are largely unknown in China itself.

porate designs, books and posters by the Prof. Klaus Hesse’s students were on show in an ex-

Participants

tensive exhibition in Hangzhou, China.

Sara Nahid Abtahi, Catrin Altenbrandt, Katja

The exhibition was curated and initiated by

Baumann, Susanne Beck, Sandra Beer,

Chen Zhengda, Chairman of ADI/China Acad-

Steffen Bergemann, Carina Böhler, Nikolas

emy of Art. The exhibition was part of the ac-

Brückmann, Kim Angie Cicuttin, Oliver Dignal,

companying program of the 7th National Forum

Helene Deutsch, Fan Ding, Irini Divaris, Berenike

for Education of Design, the 6th China Inter-

Eimler, Angelina Fieres, Christina Föllmer,

national Poster Biennial and the Hangzhou In-

Magdalena Fournillier, Sabine Funk, Marco

ternational Design Festival at the China Acad-

Gabriel, Sven Gabriel, Martin Gorka, Teresa

emy of Art (CAA). The exhibited works featured

Habild, Laura Hartmann, Felix Heine, Lara Hies,

in a catalog and a brochure with accompanying

Mario Hombeuel, Yuwei Hu, Agnes Kalla,

texts in Chinese.

Marina Kampka, Indre Kasulaityte, Lorenz

During the exhibition Prof. Klaus Hesse held two

Klingebiel, Robin Klußmann, Kristina Knoblich,

lectures. With “Identity in a Crossmedia World”

Nadine Kolodziey, Felix Kosok, Nicole Landwehrs,

he presented the corporate identity of the B3

Xi Luo, Yuriy Matveev, Svetlana Mijic, Nora Mohr,

Biennal of the Moving Image. As the only for-

Jan Münz, Adrian Nießler, Olga Petrova, Marco

eign speaker invited to the 7th National Fo-

Poblete, Kathrin Polikeit, Fabia Pospischil, Sophia

rum for Education of Design Prof. Hesse spoke

Preußner, Karin Rekowski, Thomas Reuter, Nick

on the congress topic “Between poetic and

Ritter, Katrin Schacke, Fabian Sollinger, Catrin

Große Beachtung fanden die in zwei Hallen ausgestellten Arbeiten der HfG-Studierenden The works by HfG students exhibited in two halls received great attention

Neben Print wurden auch die interaktiven Arbeiten von HfG-Studierenden präsentiert Alongside print, interactive works by HfG students were also presented Prof. Klaus Hesse Konzeptionelle Gestaltung Conceptional Design


160

Visuelle Kommunikation

preview Berlin Die HfG Offenbach hat vom 19. bis 22. September 2013 mit vier der besten Kunst-Diplomanden des Jahres an der PREVIEW BERLIN teilgenommen, die während der Berlin Art Week stattfand. Schluss mit lustig! Nach dem Abschluss des Studiums geht es um die Wurst! Um den Einstieg in den Wurstmarkt zu erleichtern, gab die HfG zum zweiten Mal vier ihrer besten Diplomanden die Chance, auf der Preview Berlin Art Fair ihre Arbeiten einem internationalen Kunstpublikum zu präsentieren. Es kamen 16.400 Besucher. Im FOCUS ACADEMY zeigten neben bereits aus den letzten Jahren bekannten Hochschulen – wie der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der Muthesius Kunsthochschule Kiel, der HfG Offenbach und der Bauhaus Universität Weimar – auch die HfBK Dresden sowie die Academy of Fine Arts and Design der Universität Ljubljana die vielversprechenden Arbeiten ihrer jungen Künstler.

Gelohnt hat es sich allemal: neben Kontakten zu Kollegen, Sammlern, Kuratoren und Galeristen wurden die Arbeiten von Karolin Back und Jessica Schäfer mit dem Förderpreis der BERLIN HYP ausgezeichnet. »Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit« (Karl Valentin) – Das Konzept von täglich wechselnden Einzelpositionen machte zwar viel Arbeit, da nach anstrengendem Messetag noch der Auf- und Abbau erfolgen musste. Es brachte aber auch eine klare Positionierung der unterschiedlichen künstlerischen Standpunkte. Soloshows 19. September: Stefan Stark 20. September: Jessica Schäfer 21. September: Karolin Back 22. September: Emilia Neumann

Karolin Back OO:O1 (Nr.1) 241 cm x 155 cm Fotomontage, Direktdruck auf Aludibond 2o12

Emilia Neumann Installationsansicht Installation view


Ausstellungen

preview Berlin

preview Berlin

and the Academy of Fine Arts and Design of

161

Ljubljana University. And it certainly paid off: Aside from new con-

From 19 to 22 September 2013, HfG Offenbach

nections to colleagues, collectors, curators and

took part in PREVIEW BERLIN, held during Ber-

gallery owners, the works of Karolin Back and

lin Art Week, with four of the best art gradu-

Jessica Schäfer received the prize awarded by

ates from 2013.

BERLIN HYP to support young artists.

The fun is over! Once you finish studying, it’s

“Art is beautiful, but it creates a lot of work”

crunch-time! And to facilitate their entry into

(Karl Valentin). And it is true that having single

the crunch market, HfG gave four of their best

positions that changed every day was a con-

graduates the chance to present their works to

cept that did create a lot of work as things had

an international art public at Preview Berlin Art

to be assembled or dismantled after a tiring fair

Fair for the second time. It attracted 16,400

day. But it also created a clear positioning of

visitors. The promising works of young artists

the various artistic standpoints.

were shown in FOCUS ACADEMY, which not only included universities from previous years

Solo shows

such as University of Art and Design Halle, Burg

19 September: Stefan Stark

Giebichenstein, Muthesius Academy of Fine

20 September: Jessica Schäfer

Arts and Design, Kiel, HfG Offenbach and Bau-

21 September: Karolin Back

haus University Weimar but also HfBK Dresden

22 September: Emilia Neumann

Stefan Stark Installationsansicht Installation view

Organisation: Prof. Martin Liebscher


162

Visuelle Kommunikation

All Hands Manöver Kunstverein Speyer 9. bis 29. Juni 2O13 Weil es vieles über die Kunst in diesen Räumen und die Zusammenhänge, aus denen heraus sie entstanden ist, klar macht, will ich Ihnen erzählen, wie es zu dieser Ausstellung kam: Zunächst war eine Einzelausstellung mit Martin – Martin Liebscher – im Kunstverein Speyer gedacht. Insofern ist Liebscher mit seiner Kunst der Ausgangspunkt für alles, was Sie hier und heute sehen können und zwar auf zweierlei Weise: Zum einen ist er (ich schätze, die meisten hier kennen ihn) in Speyer aufgewachsen und bis heute hier verwurzelt. Zum anderen lehrt er – neben seiner eigenen Tätigkeit als Künstler – als Professor an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach Fotografie. Er selbst hatte die Idee, seine Einzelausstellung zu einer Gruppenausstellung zu erklären und junge Künstlerinnen und Künstler seines Lehrgebiets einzuladen, gemeinsam mit ihm Arbeiten zu präsentieren. Manche von ihnen haben ihr Studium bereits abgeschlossen, andere stehen kurz davor. Was Sie sehen, ließe sich also als eine Art Stammbaum begreifen, der die fotografische Familiengeschichte von Martin Liebscher, seinen Schülerinnen und Schülern veranschaulicht. Hier gibt es einen tief verwurzelten Stamm, aus dem zahlreiche Äste und Verzweigungen hervorgehen, die alle in ihre eigene Richtung wachsen. Wie beim aus der Schifffahrt bekannten »All Hands Manöver«, für das alle Besatzungsmitglieder Hand anlegen müssen, agiert jeder individuell und findet eine eigene Umsetzung, wobei sie alle zusammen ein fotografisches Gefährt durch wilde Gewässer steuern. Allen gemeinsam ist die Fotografie, einzigartig ist der jeweilige Blick aufs Motiv. Das ist der Hintergrund. Ganz grob, ganz einfach. Ich will aber noch einmal von vorne anfangen, um dem näher zu kommen, was hier zu sehen ist. Nüchtern betrachtet sehen Sie dies: neun Plattencover, sechs Berglandschaften, sechs Meeresmotive, 21 Himmels- und Wolkenbilder, davon 14 bei Nacht, 13 Markusplätze, einen Eiffelturm, eine Raketenspitze und einen Astronauten, einen ausgestopften Bären und einen präparierten Vogel, einen Chinesen mit Zigarette im Mund und Fliegenklatsche in der Hand, zehn Personen von hinten und viele

Porträts: sechs Einzelporträts, fünf Gruppenbilder und zwei Arbeiten, bei denen es schwer zu sagen ist, ob es sich um Einzelporträts oder Gruppenbilder handelt. Auch wenn diese Aufzählung ziemlich schlicht daherkommt, lässt sich daran ablesen, dass es Tendenzen gibt: Zum einen häufen sich Motive wie Porträt, Himmel, Berge, Meer. Zum anderen gibt es die Kategorie der außergewöhnlichen Entdeckungen und Sehenswürdigkeiten. Interessant sind diese Gruppierungen gerade deshalb, weil sie in der Geschichte der Fotografie schon seit jeher vorkommen. Statt sich zu verbrauchen, scheint es wieder und wieder reizvoll, neue, jeweils zeitgenössische Umsetzungsformen zu finden. (...) Vor diesem Hintergrund können Sie es nachvollziehen, dass das Lehrgebiet von Martin Liebscher dasjenige an der Offenbacher Hochschule ist, das (nach meiner Beobachtung) die meisten Exkursionen unternimmt. Und weil ich auch das Glück habe, an der einen oder anderen Exkursion teilnehmen zu dürfen, kann ich Ihnen verraten, welcher Satz stets in der letzten E-Mail an alle kurz vor der Abreise geschrieben steht: »Diese Exkursion ist eine Arbeitsreise, also bitte Kameras mitbringen und benutzen.« Keiner der hier ausgestellten Künstlerinnen und Künstler fotografiert nur – im Sinne eines bloßen technisch versierten Umgangs mit der Kamera. Alle gehen darüber hinaus und reflektieren mit jeder Arbeit das fotografische Medium als solches, denken seine Motive und technischen Entwicklungen, seine Eigenheiten und Qualitäten grundsätzlich mit. Jule Hillgärtner (Auszug aus der Eröffnungsrede) Teilnehmende Martin Liebscher, Stefan Stark, Ornella Fieres, Timo Klos, Jan Nikolai Nelles, Lilly Lulay, Karolin Back, Oliver Dignal

Plakatgestaltung: / Posterdesign: Stefan Stark

Prof. Liebscher Karolin Back Oliver Dignal Ornella Fieres Timo Klos Jan Nikolai Nelles Lilly Lulay Pujan Shakupa Stefan Stark


163

Ausstellungen

All Hands Manöver

All Hands Manöver Kunstverein Speyer 9. bis 29. Juni 2o13

waters together. Photography is what they all

can tell you the sentence that always features

have in common, but each individual view of

in the last e-mail sent shortly before we leave:

the motif is unique. That, putting it simply and

“This excursion is a working trip, so please bring

crudely, is the background.

your cameras with you and use them.”

Since it clarifies a lot about the art on show

But I would like to start again so as to get

None of the artists exhibited here approaches

here, and the contexts from which the works

closer to what is on show here. Considered ob-

photography solely as the skilful handling of

were created, I’d like to tell you how this exhibi-

jectively, what we see is: nine record covers,

a camera. All of them surpass this with each

tion came about: Initially, the idea was to have

six mountain landscapes, six seascapes, 21 im-

work by reflecting on the photographic medium

a solo showing with Martin – Martin Liebscher

ages of sky and clouds, of which14 were taken

as such, and essentially incorporating its mo-

– in Kunstverein Speyer. As such, Liebscher and

at night, St. Mark’s Square – 13 times, one Eiffel

tifs and technical developments, its properties

his art form the starting point for everything

Tower, the nose of a rocket and an astronaut, a

and qualities.

you can see here today, in two regards:

stuffed bear and a stuffed bird, a Chinese man

Firstly, he grew up in Speyer and still has roots

with a cigarette in his mouth and holding a fly-

Jule Hillgärtner (excerpt from the opening

here. And indeed, I imagine that most people

swatter; ten persons from behind and many por-

speech)

here know him.

traits: six solo portraits, five group images and

Secondly, aside from his own work as an art-

two works where it is difficult to say whether

Participants

ist he is a professor at the University of Art and

they are solo portraits or group pictures.

Martin Liebscher, Stefan Stark, Ornella Fieres,

Design Offenbach, where he teaches photog-

Even though this list is rather simple, it is pos-

Timo Klos , Jan Nikolai Nelles, Lilly Lulay, Karolin

raphy. He himself had the idea of declaring his

sible to detect trends in it: There are recurring

Back, Oliver Dignal

solo show a group exhibition, and inviting young

themes such as portraits, sky, mountains, sea.

artists from his department to present their

And there is a category of extraordinary discov-

works with him. Some of them have already

eries and sights.

completed their studies, others are about to do

What makes these groupings interesting is that

so. As such, the exhibition can be viewed as a

they have occurred in the history of photog-

kind of family tree, which illustrates the photo-

raphy since time immemorial. Rather than the

graphic family history of Martin Liebscher and

topics becoming exhausted, artists repeatedly

his students. What we have is a deeply rooted

seem to find new, interesting and contemporary

trunk that has produced numerous branches

ways of expressing them. (...)

and branchings, which all grow in their own di-

Bearing this in mind you can perhaps under-

rections. As with the all hands on deck maneu-

stand why Martin Liebscher’s department at

ver, which requires the involvement of all crew

HfG Offenbach is the one which (as I have ob-

members, everyone operates individually and

served) undertakes the most excursions. And

arrives at an individual realization, as they all

because I have been lucky enough to be in-

steer a photographic vehicle through turbulent

cluded in one or another of these excursions I

Ornella Fieres

Martin Liebscher

Prof. Martin Liebscher Fotografie Photography


164

Visuelle Kommunikation

gout 9 Transmateria Die Kooperation der HfG mit dem Sheraton Offenbach Hotel ist 2013 in die neunte Auflage gegangen. Vom 7. November an wurde das Hotel wieder zur Ausstellungsfläche (bis 30. September 2014). Zum ersten Mal präsentierte der Fachbereich Produktgestaltung in den Räumen des Hotels Arbeiten, Entwürfe und Inszenierungen. »Transmateria – Analoge und digitale Gestaltungsprozesse im Spannungsfeld von Material und Struktur« lautete der Titel der Schau, die Gestaltungsprozesse zeigte, die sich durch ihre unmittelbare Nähe zum Material auszeichnen, und die sich mit der Beschaffenheit, den Eigenschaften, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Material auseinandersetzen. In der überraschenden Kombination von Materialien oder deren Verbindungen und dem Transfer von Gewohntem in neue Zusammenhänge ergeben sich vielfältige Impulse für die Gestaltung. Aber nicht nur das.

gout 9 Transmateria

Der kreative Umgang mit beispielsweise Holz und Pflanzenfasern, traditionellen Industriematerialien wie Metallen und Kunststoffen und vollkommen neuartigen Materialien führt zu Ergebnissen, die eine ganz eigene sinnliche Kraft und eine höchst künstlerische Ästhetik besitzen. Ausstellende Vasiliki Corakas, Karl Becker, Lilian Dedio, Timothy Ekins, Aldo Freund, Anna-Michele Hamann, Alix Huschka, Steven Kaufmann, Philip Kliem, Annalena Kluge, Marlies Kolodziey, Teresa Mendler, Marianne Pforte, Sophia Polywka, Steffen Reiter, Chi Sohns, Marc-Samuel Ulm, Barbara Wildung, Johannes Wöhrlin, Benjamin Würkner, Xiaojia Yao Studierende der Grundlagen Produktgestaltung unter der Leitung von Prof. Petra Kellner und Prof. Peter Eckart und in Zusammenarbeit mit Andreas Klober

proximity to material, which address the nature,

Exhibitors

properties, possibilities and impossibilities of

Vasiliki Corakas, Karl Becker, Lilian Dedio, Timo-

the material they use.

thy Ekins, Aldo Freund, Anna-Michele Hamann,

In 2013, the cooperation between the HfG and

Diverse ideas for design emerge from the un-

Alix Huschka, Steven Kaufmann, Philip Kliem, An-

the Sheraton Offenbach Hotel saw its ninth edi-

usual combination of materials or their com-

nalena Kluge, Marlies Kolodziey, Teresa Mendler,

tion. From 7 November onwards (until 30 Sep-

pounds, and from transferring the customary to

Marianne Pforte, Sophia Polywka, Steffen Re-

tember 2014), the hotel was once again trans-

new contexts. But not only that.

iter, Chi Sohns, Marc-Samuel Ulm, Barbara Wil-

formed into an exhibition area. For the first

Adopting a creative approach, for example to

dung, Johannes Wöhrlin, Benjamin Würkner,

time, the Product Design department exhib-

wood and plant fibers, traditional industrial ma-

Xiaojia Yao

ited works, designs and productions in the ho-

terials such as metals and plastics and totally

tel. Titled “Transmateria – Analog and digital

new materials produces results that possess a

Students from the basic Product Design course

design processes in the interface of material

highly individual, sensuous energy and a highly

taught by Prof. Petra Kellner and Prof. Peter Eck-

and structure” the exhibition presented design

creative aesthetic.

art, in cooperation with Andreas Klober

processes characterized by their immediate


Ausstellungen

165

gOut

TRANSMATERIA

Analoge und digitale Gestaltungsprozesse im Spannungsfeld von Material und Struktur

Sheraton Offenbach Hotel, Am BĂźsing Palais, Berliner StraĂ&#x;e 111, 63065 Offenbach

Prof. Dr. Markus Holzbach Dipl.-Des. Nico Reinhardt Visualisierung und Materialisierung Visualization and Materialization


166

Produktgestaltung

Euromold 2o13 Auch 2013 war der Fachbereich Produktgestaltung mit einem Stand auf der Euromold (3. bis 6. Dezember) auf der Messe Frankfurt vertreten. Unter der Leitung von Prof. Frank Georg Zebner, wurden auf mehr als 70 Quadratmetern studentische Arbeiten ausgestellt, um das Spektrum des technischen Designs an der HfG Offenbach zu repräsentieren. Gezeigt wurden Projekte von Julia Liedtke, Miriam Schmidt, Johannes Ott, Nils Mayer, Raoul Wilken, Marc Schömann, Marianne Pforte, Stephan Brühl, Lilian Dedio und Lina Wullenweber. Die Studierenden waren auch verantwortlich für die Vorbereitung, Organisation und den Aufbau des Messestandes.

Hannover Messe 2o14 Auch 2014 war die HfG Offenbach wieder auf der internationalen Hannover Messe am Stand des Technologie-Transfer-Netzwerk (TTN) Hessen vertreten. Dort wurden vom 7. bis 11. April neue Produktentwicklungen von Studierenden präsentiert. Die HfG unterhält seit vielen Jahren eine Repräsentanz in der Forschungshalle. Ulrike Grünewald, Büro für Wissenstransfer, begleitet und organisiert das Projekt. Prof. Frank Georg Zebner war vor Ort, um gemeinsam mit den Studierenden die Designinnovationen vorzustellen. Der hessische Staatssekretär Ingmar Jung besuchte die Ausstellung und zeigte sich begeistert über die Entwürfe der Studierenden. Teilnehmende Miriam Schmitt, Eda Temucin, Johannes Ott, Lina Wullenweber, Frauke Taplik, Stephan Brühl, Annalena Kluge, Nils Mayer, Marc Schömann, Raoul Wilken

3D-Printer »Cobot«


Ausstellungen

167

Euromold / Hannover Messe

AudioView - Orientierung durch Sound Frauke Taplik

Messer Tamara Eda Temucin

Volleyballnetz Lina Wullenweber

Seismo Light Anna Lena Kluge Euromold 2013

Hannover Messe 2014

Once again in 2013 the Product Design faculty

Once again in 2014 HfG Offenbach was repre-

had a stand at Euromold (3 to 6 December) at

sented at the international Hannover Fair at

Messe Frankfurt. Under the supervision of Prof.

the stand of the Technology Transfer Network

Frank Georg Zebner, and on an area of over 70

(TTN) Hessen, where from 7 to 14 April 2014

square metres, student works were presented,

new product developments by HfG students

which represented the spectrum of technical

were showcased.

design at HfG Offenbach.

HfG has maintained a presence in the research

Projects were shown by Julia Liedtke, Mir-

hall for many years. Ulrike Grünewald, Office for

iam Schmidt, Johannes Ott, Nils Mayer, Raoul

Knowledge Transfer, accompanies and organizes

Wilken, Marc Schömann, Marianne Pforte,

the project. Prof. Frank Georg Zebner was pres-

Stephan Brühl, Lilian Dedio and Lina Wullenwe-

ent to show the design innovations together

ber. The students were also responsible for pre-

with the students. Hessen’s State Secretary In-

paring, organizing and assembling the exhibi-

gmar Jung visited the stand and was enthusias-

tion stand.

tic about the students’ projects. Participants Miriam Schmitt, Eda Temucin, Johannes Ott. Lina Wullenweber, Frauke Taplik, Stephan Brühl,

Tourenskibindung Miriam Schmitt

Annalena Kluge, Nils Mayer, Marc Schömann, Raoul Wilken

Prof. Frank Georg Zebner Technische Produkte und Produktsysteme Technical products and product systems


Exkursionen


170

Produktgestaltung

Exkursion nach Basel und Weil am Rhein Im Rahmen des Semesterprojektes »minimal« haben wir eine Exkursion zu den Badezimmerherstellern Duravit und Hans Grohe, dem Möbelhersteller Vitra und zu verschiedenen Architekturprojekten zu den Themen Wohnen im Alter und minimalem Wohnen in Basel durchgeführt. Die Besuche bei den Herstellern vermittelten uns nicht nur fundierte Einblicke in die Produktentwicklung und die Produktion, sondern erlaubten auch Blicke hinter die Kulissen. Beeindruckend war, dass in einer Zeit, in der Produktion schleichend aus Deutschland verschwindet, mitten im Schwarzwald Unternehmen tätig sind, die die vollständige Herstellung leisten und trotzdem auf dem Weltmarkt eine führende Position einnehmen. Neben der Tour durch das Unternehmen Vitra, mit der Besichtigung der offenen Arbeitswelten, der Montage und der weltbekannten Architektur, erhielten wir spannende Einblicke in die Entwicklung des neuen Bürostuhls »physix« von Alberto Meda. Schon unsere Unterbringung in der Jugendherberge Basel St. Alban der Architekten Buchner Bründler war aufgrund der außergewöhnlichen Lage und Architektur eine eigene Exkursion wert. In Basel selbst besichtigten wir historische Arbeiterhäuser von 1870, ein Wohnprojekt für

Senioren von Herzog & de Meuron und ein Wohngebäude für Musiker, ebenfalls von Buchner und Bründler. Diese Projekte bildeten mit ihrer Konzeption und Besonderheit der Details ein wunderbares Spektrum und Inspiration für unsere eigenen Entwürfe. Teilnehmende Barbara Kremm, Daniel Gemmecke, Edvin Klasson, Julia Haase, Selma Haase, Jun Du, Karl Becker, Madita Morgenstern, Maja Kroeger, Markus Mau, Martin Hirth, Meike Langer, Nick Hoffmann, Xiaobei Wang, Yidi Chen, Yuying Jia

Werksführung bei Duravit Factory tour at Duravit

Zaha Hadid »Feuerwehrhaus«, Vitra Design Museum

Vitra Design Museum, Weil am Rhein


Exkursionen

Exkursion nach Basel und Weil am Rhein

Excursion to Basel and Weil am Rhein

architecture. In Basel we visited historical work-

171

ers’ houses built in the 1870s, a residential projAs part of the semester project “minimal” we

ect for senior citizens by Herzog & de Meuron,

visited bathroom manufacturers Duravit and

and a residential building for musicians, also by

Hans Grohe, furniture maker Vitra and various

Buchner & Bründler. The conception of these

architectural projects on the topics of accom-

projects and their attention to detail provided

modation for the elderly and minimal living in

a wonderful spectrum and inspiration for our

Basel. In visiting the manufacturers we not only

own designs.

gained sound insights into product development and production, but could also glimpse behind

Participants

the scenes.

Barbara Kremm, Daniel Gemmecke, Edvin

It was impressive to see that in an age when

Klasson, Julia Haase, Selma Haase, Jun Du,

production is gradually disappearing from Ger-

Karl Becker, Madita Morgenstern, Maja Kroeger,

many, there are firms operating in the middle of

Markus Mau, Martin Hirth, Meike Langer, Nick

the Black Forest that handle their entire own

Hoffmann, Xiaobei Wang, Yidi Chen, Yuying Jia

production while occupying leading positions on the world market. Apart from the tour of Vitra, which included visiting the open-plan working environments and seeing the world famous architecture, we also had fascinating insights into the development of the new office chair “physix” by Alberto Meda. Even staying in the youth hostel Basel St. Alban by architects Buchner & Bründler was worth a trip in itself thanks to the unusual location and

Prof. Peter Eckart Produktgestaltung, Integrierendes Design Product Design, Integrating Design


172

Visuelle Kommunikation

Wir sind China 20. November bis 4. Dezember 2013 Ein Jahresbericht kann gar nicht genug Raum zur Verfügung stellen, um nur annähernd die Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der China-Exkursion wiederzugeben. Bubble City, Ghost City, Lightning City, Moving Image City, Star-Architektur, HD-Giga-Screens, Ultra Shopping, Mega Dinner, Cayenne, Q7, BMW X5, 10-Spuren-Stau, Schönheitsideal, Nachtmärkte, Straßenküche, Mülleimer, Trikes, Elektroantrieb, Handkarren, Tee-Zeremonie, Chili Chinese Cuisine. Ganz zu schweigen von den Gerüchen und Geräuschen – und von der Ausstattung der Kunsthochschulen. Ein eigenes Museum und eine Performance Hall in der Größe von Städel Museum und Alte Oper zusammen sind dort nahezu Standard. China ist nicht einfach zu verstehen. China überrascht auch langjährige Kenner immer wieder aufs Neue. China befindet sich immer noch auf einer sehr rasanten Fahrt in das 21. Jahrhundert. Die Chancen sind so groß wie die Risiken. Genauso groß sind auch die Fragen nach der eigenen Identität. Dies war einer das wichtigste Thema bei allen Begegnungen mit Studierenden und Lehrenden der chinesischen Kunsthochschulen. Die Megacity Shanghai war der erste Anlaufpunkt der Exkursion mit 13 Studierenden. Danach folgten die ehemaligen Kaiserstädte Hangzhou und Beijing. Die

We are China

vierzehntägige Reise wurde von Prof. Klaus Hesse organisiert und geleitet. Alumnus Jian Xu und diePromotionsstudentin Xuan Zheng unterstützten die Durchführung maßgeblich. Neben den Besuchen von Museen, Kultureinrichtungen und Kunsthochschulen standen auch eigene Ausstellungen, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen auf dem Programm. So fand u.a. an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Beijing ein intensiver Austausch im Media Lab von Prof. Fei Jun statt. Die Studierenden Jennifer Gelardo, Felix Kosok, Nicole Landwehrs, Sophia Preußner und Tobias Teickner hielten im Austausch mit Studierenden der CAFA Vorträge. Ein weiterer Höhepunkt in Beijing war der Besuch des Designstudios von Prof. Lu Jingren. Lu gilt als einer der besten Buchgestalter weltweit und als einer der wichtigsten Dokumentaristen der chinesischen Kulturgeschichte. Nachfolgende Partneruniversitäten haben diese Exkursion intensiv unterstützt: Shanghai Institute of Visual Arts (SIVA), China Academy of Art (CAA) / Hangzhou und Central Academy of Fine Arts (CAFA) / Beijing Tobias Teickner & Klaus Hesse

about identity. This was also one of the most

of the best book designers worldwide and one

important topics in all the encounters with stu-

of the most important chroniclers of Chinese

An HfG annual report does not have the capac-

dents and lecturers at Chinese art universities.

cultural history.

ity to even begin to capture the impressions

The megacity Shanghai was the first stop on

of participants on the China excursion. Bub-

the excursion with the 13 HfG students. It was

The following partner universities intensively

ble City, Ghost City, Lightning City, Moving Im-

followed by the former imperial cities Hang-

supported this excursion: Shanghai Institute of

age City, star architecture, HD giga screens, ul-

zhou and Beijing. Prof. Klaus Hesse organized

Visual Arts (SIVA), China Academy of Art (CAA)

tra shopping, mega dinner, the Cayenne, Q7,

and was in charge of the 14-day (20 Novem-

Hangzhou and Central Academy of Fine Arts

BMW X5, 10-lane tailbacks, beauty ideals, night

ber to 4 December 2013) trip. He was substan-

(CAFA) / Beijing

markets, street food, rubbish bins, trikes, elec-

tially assisted by HfG alumnus Jian Xu and HfG

tric vehicles, handcarts, the tea ceremony, Chili

doctoral student Xuan Zheng. Aside from vis-

Chinese cuisine. Not to mention the smells and

iting museums, cultural institutes and art uni-

sounds – or the equipment of the art univer-

versities, the program also included HfG exhibi-

sities. It is almost standard there for universi-

tions, lectures and discussion events. Amongst

ties to have their own museum and a perfor-

other things, there was an intensive exchange

mance hall the size of the Staedel Museum and

at the Central Academy of Fine Arts (CAFA) in

Alte Oper together. China is not easy to under-

Beijing in the Media Lab of Prof. Fei Jun. HfG

stand. China continually surprises even those

students Jennifer Gelardo, Felix Kosok, Nicole

who think they have known it for years. China is

Landwehrs, Sophia Preußner and Tobias Teick-

still in the middle of a meteoric journey into the

ner and students from CAFA held talks. Another

21st century. The opportunities and risks are

highlight in Beijing was the visit to the design

equally large. And there are also big questions

studio of Prof. Lu Jingren. Lu is considered one

Tobias Teickner & Klaus Hesse


Exkursionen

173

Wir sind China

Fotos: Klaus Hesse

Die Teilnehmenden von links nach rechts: Felix Kosok, Simon Keckeisen, Nicole Landwehrs, Karolina Novoselskaja, Polly Livshit, Fabian Sollinger, Sophia Preußner, Tetyana Kovalchuk, Tobias Teickner, Lea Keppler, Xuan Zheng, Jennifer Gelardo und Marcus Lüttgau vor dem CAFA Art Museum The participants from left to right: Felix Kosok, Simon Keckeisen, Nicole Landwehrs, Karolina Novoselskaja, Polly Livshit, Fabian Sollinger, Sophia Preußner, Tetyana Kovalchuk, Tobias Teickner, Lea Keppler, Xuan Zheng, Jennifer Gelardo and Marcus Lüttgau in front of the CAFA Art Museum

Prof. Klaus Hesse Konzeptionelle Gestaltung Conceptual Design


174

Visuelle Kommunikation

New York 13. bis 22. September 2013 OFNY was a shit show at the Cooper Union in NYC. Not the type of shit show you regret the next morning but the one you tell all your friends about. The workshop had all sorts of wild shit like a ten meter table that we filled with food and beer. The long table went through the window out onto the street so we could share the wealth and good health. Funny sculptures on the street sidewalk that looked like real construction work. Funny fake signs on the bus pole. Collaborative drawings hanging on the walls inside. Cooper and HfG students didn’t know how to start but the finish is all that matters. Troy Kreiner Teilnehmende / Participants Tom Król, Max Eulitz, Oriana Fenwick, Manuel Tayarani, Andrea Farrenkopf, Nadine Kolodziey, Jan Buchczik, David Schießer, Sven Prothmann, Maria Anisimova, Dennis Siering, Emilia Neumann, Lutz Pillong, Malte Zenses, Martin Dörr, Ruben Fischer


Exkursionen

175

New York

Prof. Eike Kรถnig Illustration und Grafik-Design Illustration and Graphic Design Prof. Wolfgang Luy Bildhauerei Sculpture


176

Visuelle Kommunikation

agi Open 2013, London Die Designkonferenz AGI Open war 2013 eines der Highlights der internationalen Grafik-Designszene. Das Lehrgebiet Typografie von Prof. Sascha Lobe nutzte mit 18 Studierenden diese Gelegenheit für eine Exkursion nach London. Zwei intensive Tage im großen Saal des Barbican mit mehr als vierzig Sprechern, die man als die Crème de la Crème der Szene bezeichnen darf: Stefan Sagmeister, Paula Scher, Michael Beirut, Adrian Shaughnessy, Nick Bell, Peter Saville, Tony Brook, Sascha Lobe, Sean Perkins usw. Ein Programmpunkt war die Diskussionsrunde »Less is more or Less is a bore?« mit Stefan Sagmeister und Marian Bantjes als Cavaliers sowie Sean Perkins, Dean Poole und Sascha Lobe als »Roundheads«, also als Vertreter einer eher minimalistischen Designhaltung. Den beiden unter dem Motto »Dialog« stehenden, vollen und sehr inspirierenden Konferenztagen folgten Besuche in den Designstudios North, Spin und bei Fraser Muggeridge. Teilnehmende Saskia Krauss, Jan Münz, Timo Lenzen, Mario Hombeuel, David Brose, Marina Kampka, Karin Rekowski, Brenerike Eimler, Young eun Park, Thorben Borgmann, Felix Kosok, Xi Luo, Sophia Preußner, Ines Feyrer, Astrid Wolter, Mathias Bär, Wioleta Kuzniak, Julia Wanders, Philipp Möller

AGI Open 2013, London

as “roundheads”, in other words representatives of a more minimalist design position. These two

The AGI Open design conference was one of

inspiring and full days under the motto “dialog”

the highlights of the international graphic de-

were followed by visits to the design studios

sign calendar of 2013. Prof. Sascha Lobe and

North, Spin and to Fraser Muggeridge.

18 students from the typography department seized the opportunity for an excursion to Lon-

Participants

don. They experienced two intensive days in the

Saskia Krauss, Jan Münz, Timo Lenzen, Mario

large hall of the Barbican with over forty speak-

Hombeuel, David Brose, Marina Kampka, Karin

ers, who can be described as the crème de la

Rekowski, Brenerike Eimler, Young eun Park, 

crème of the scene: Stefan Sagmeister, Paula

Thorben Borgmann, Felix Kosok, Xi Luo, Sophia

Scher, Michael Beirut, Adrian Shaughnessy, Nick

Preußner, Ines Feyrer, Astrid Wolter, Mathias

Bell, Peter Saville, Tony Brook, Sascha Lobe,

Bär, Wioleta Kuzniak, Julia Wanders, Philipp

Sean Perkins, etc.

Möller

One item on the agenda was the panel discussion “Less is more or Less is a bore?” with Stefan Sagmeister and Marian Bantjes as cavaliers and Sean Perkins, Dean Poole and Sascha Lobe


Exkursionen

177

AGI Open, London Fotos: Ina Bauer

Prof. Sascha Lobe Typografie Typography


178

Tony Brook, Spin

Visuelle Kommunikation


Exkursionen

179

AGI Open, London

Sean Perkins, North

Fraser Muggeridge

Prof. Sascha Lobe Typografie Typography


180

Visuelle Kommunikation

Istanbul 24. bis 30. Oktober 2013 In den Wochen vor Reiseantritt war nicht ganz klar, welche Einschränkungen die aktuellen politischen Entwicklungen rund um den Taksim-Platz unserem Exkursionsprogramm auferlegen würden. Zu den bedauerlichen Auswirkungen zählte dann prompt die räumlich-zeitliche Einkürzung der mit Spannung erwarteten Istanbul Biennale, die bei unserer Ankunft bereits seit einer Woche ihre Tore geschlossen hatte. Doch blieb umso mehr Zeit, die Kunstschätze, die Architektur, die Atmosphäre(n) einer Stadt zu entdecken, deren Bedeutung durchaus derjenigen Roms vergleichbar ist – wobei der Umstand, dass eine Vorstellung eben davon eher nur schemenhaft in das Bewusstsein des westlichen Reisenden sich hat einschreiben können, schon vieles sagt über die willkürliche Weichenstellung innerhalb historischer Kanonisierungsprozesse. (Der städtebaulich ignorante, bestenfalls indifferente Umgang mit der Theodosianischen Landmauer gibt dafür ein illustres Beispiel, insofern jedes nur annähernd vergleichbare Monument in Rom heute von christlich bis 〚bildungs〛humanistisch überformter Ehrfurcht und freilich auch von ungemein ausgefeilterer Kommerzialisierung begleitet wäre.) Das einstige griechische Byzantion, dann römisches Konstantinopel, lange Zeit oströmisches Byzanz, umkämpft und im Mittelalter von Kreuzfahrern besetzt, war nach zunehmend türkischer Umfassung schließlich 1453 erobert worden. Istanbul wurde von nun an Zentrum eines sich über das südöstliche Europa und teils Nordafrika ausdehnenden osmanischen Weltreiches – und dies in gründlicher und islamischer ‘Überschreibung’ jeweils vorgefundener Bauwerke und Gebräuche. Die Hagia Sophia ist das berühmteste Beispiel dafür, entfaltet sich doch an diesem frühchristlichen Vorbild die gleichermaßen orientierte, wie auch dieses Vorbild umformende Moscheenbaukunst der vergleichsweise späten, d.h. bereits höchstentwickelten islamischen Kultur in osmanischem Sinne. Daher muss sich, wer heute mit christlich-eurozentrischem Blick der Stadt sich zuwendet, durch das kulturell-religiöse wie architektonische Palimpsest hindurch sehen und -denken. Seit dem 15. Jahrhundert in engem Austausch, aber auch in kriegerischer Auseinandersetzung mit den christlichen Kulturzentren, haben sich etliche Einflüsse in der Sakral- wie Profanbaukunst niedergeschlagen, die auch noch und gerade die Zeiten des Niedergangs des osmanischen Reiches im 19. Jahrhundert charakterisieren, als in Istanbul Prachtstraßen nach französischem oder habsburgischem Zuschnitt entstehen. Es zeigt sich hier die Aufgeschlossenheit gegenüber jenem Geist der Moderne, welcher nach dem Ersten Weltkrieg – als Istanbul Geburtsstätte der kemalistischen

Theorie

türkischen Republik wird – zu harter Säkularisierung und im Zuge dessen zu einschneidenden Reformen im Sinne westlicher Prinzipien, Techniken und Denkweisen führt. Dass diese Metropole mit heute 14 Millionen (oder noch mehr) Einwohnern zu den größten Städten weltweit zählt, ist spürbar, es begleitet oder beschwert den Reisenden allerdings kaum – nicht nur, weil die bedeutenden Kunstschätze selten peripher liegen, sondern vor allem, weil sie von Bosporus und Goldenem Horn durchzogen werden und schon deswegen die Enge mancher Gasse, die urbane Dichte immer wieder der Weite, dem Glanz oder dem milden Licht auf weiten Wasserflächen stattgibt. Neben der Moscheebaukunst (überwiegend des 16. bis 18 Jahrhunderts), der Yerebatan Zisterne, dem Großen Bazar, einem Besuch (und auf Wunsch auch Nutzung) eines alten Hamam des großen Sinan, einer Besichtigung der unglaublichen Kunstschätze des Topkapi-Palast-Areals waren es auch byzantinische Kunststätten wie etwa das Chora Kloster, die wir aufsuchten: teils zu Fuß, aber auch mittels Fähre oder ad hoc gecharterter Fischerboote. Die moderne und jüngste Kunst konnte in Galerien, in der Santral Istanbul, aber auch im Rahmen einer herrlichen, uns bis ans Schwarze Meer bringenden Bosporus-Schifffahrt besichtigt werden, nämlich die Sabanci-Sammlung und die Borusan Contemporary. Zwischenzeitlich und gegen Ende bestand für Einzelne oder Gruppen Gelegenheit, zu weiteren Attraktionen vorzudringen: sei es zu dem von Orhan Pamuk initiierten Museum der Unschuld, zur in Üsküdar gelegenen, erstmals von einer Frau entworfenen Sakirin-Moschee, oder sei es zum bedenklich von Kitsch, politisch-historischem Gewicht und majestätischer Bosporus-Lage prangenden Dolmabahce-Palast – Erlebnisse der besonderen Art, sofern sie mehr oder weniger begleitet sein konnten von den im vergangenen Jahr politisch brisanten Aufladungen, Instrumentalisierungen bzw. Umdeutungen des Tags der Republik am 29. Oktober. Die Abende und je nach Fasson mutmaßlich auch die Nächte wurden, ausgehend vom pittoresken Galata-Viertel und mitunter auch wieder dort eintreffend, kulinarisch, musikalisch und feiernd begangen. Die Studierenden haben, soweit man das als Lehrender im Nachhinein beurteilen kann, ziemlich begeistert reagiert, haben in der Stadt künstlerisch gearbeitet, haben Inspiration und Denkanstöße empfangen für ihre weitere Entwicklung – und viele möchten einmal in diese Stadt zurückkehren. Von den zahlreichen Erinnerungen und Eindrücken kündet auch eine Website mit vielen Bild- teils auch Film- und Tondokumenten. hfgistanbul.tumblr.com Christian Janecke


Exkursionen

181

Istanbul

Robert Schittko

Florian Albrecht-Schoek

Nikolaus Kockel

Prof. Martin Liebscher Fotografie Photography Prof. Dr. Christian Janecke Kunstgeschichte History of Art Prof. Wolfgang Luy Bildhauerei Sculpture Organisation: Altan Eskin, Sertan Satan, Philipp Gr端newald


182

Visuelle Kommunikation

Istanbul 24 to 30 October 2013

Theorie

Byzantium, fought over and occupied in the

in Istanbul. This demonstrates the openness

Middle Ages by crusaders, was finally con-

towards that spirit of modernity, which after

quered in 1453 following increasing encircle-

World War I – when Istanbul became the birth-

In the weeks before we left it was not clear in

ment by the Turks. From then onwards Istan-

place of the Kemalist Turkish Republic –

what way the ongoing political developments

bul became the center of an Ottoman empire

resulted in strict secularization and as a con-

around Taksim Square would impose restric-

extending across Southern Europe and parts

sequence brought radical reforms with regard

tions on our trip. One of the regrettable conse-

of North Africa – an act that involved the fun-

to Western principles, techniques and ways

quences was that the eagerly anticipated Istan-

damental, Islamic ‘writing over‹ of any exist-

of thinking.

bul Biennale was curtailed, and on our arrival

ing structures and customs. The Hagia Sophia

The fact that this metropolis with a current

had already been closed for a week.

is the most famous example of this practice,

population of 14 million (or even more) inhabi-

But that left us all the more time to discover

given that the equally oriented mosque archi-

tants is one of the largest cities in the world is

the art treasures, architecture and atmosphere

tecture that unfurls in reshaping this early

palpable, but this tends not to impinge on trav-

of a city whose importance is comparable to

Christian model is of the comparatively late,

elers much – not only because the important

that of Rome - while the fact that only a vague

and therefore highly developed Islamic culture

art treasures are seldom located on the out-

notion of it has been able to inscribe itself in

in the Ottaman sense. Consequently, anyone

skirts, but above all because both the Bospo-

the minds of Western travelers says much

who approaches the city today with a Chris-

rus and Golden Horn run through it, and con-

about the arbitrary course that was set within

tian-Eurocentric outlook must look and think

sequently the confinement that is felt in some alleyways, the urban density, always gives way

historical canonization processes. (A famous ex-

through the cultural-religious but also architec-

ample of this is the urban planning’s ignorant,

tural palimpsest. Since the 15th century, nu-

to a glow, or a mild light on expansive stretches

at best indifferent treatment of the Theodosian

merous influences have taken effect through

of water.

Walls, in so far as every remotely comparable

exchange as well as military conflict with the

Besides admiring the mosque architecture

monument in Rome is today accompanied by

Christian cultural centers and found their ex-

(largely 16th-18th century), the Yerebatan Cis-

reverence colored by Christian to (educational)

pression both in sacral but also profane ar-

tern, the Grand Bazaar, visiting (and where de-

humanistic sentiments and naturally also by a

chitecture, and are still very much in force

sired also using) one of the old hamams of the

highly sophisticated commercialization.

during the demise of the Ottoman empire in

Great Sinan, and seeing the incredible art trea-

The onetime Greek Byzantion, then Roman

the 19th century, when magnificent streets af-

sures of the Topkapi Palace complex, we also

Constantinople, for many years East Roman

ter the French or Habsburg style were created

frequented Byzantine sights such as the Chora

Veruschka Bohn


Exkursionen

183

Istanbul

Veruschka Bohn

Monastery: some on foot, but also by ferry or

To the extent that it is possible for a teacher to

a spontaneously chartered fishing boat. Stu-

make such an assessment retrospectively, the

dents could see modern and contemporary art

students were enthusiastic, engaged in artistic

in galleries, in the Santral Istanbul, but also

work in the city, and drew inspiration and ideas

as part of a magnificent Bosporus boat trip

for their further development. Many of them

taking us as far as the Black Sea, and includ-

would like to return some day. Their numerous

ing the Sabanci Collection and the Borusan

recollections and impressions are captured in

Contemporary.

images, film and sound documents on a spe-

In between this sightseeing and towards the

cial website.

end of our trip students had the opportunity to visit other attractions alone or in groups: these

hfgistanbul.tumblr.com

included the Museum of Innocence initiated by Orhan Pamuk, the Sakirin Mosque in Üskü-

Christian Janecke

dar, the first to be designed by a woman, or the Dolmabahce Palace majestically located on the Bosporus and questionably resplendent with its elements of kitsch, political and historical

Prof. Martin Liebscher

weight. These were all experiences of a special

Fotografie

nature, especially since they were more or less

Photography

accompanied by the politically explosive and charged instrumentalizations and re-interpretations of the Day of the Republic on 29 October. Eating, drinking, music and celebrating accounted for the evenings and in some cases,

Prof. Dr. Christian Janecke Kunstgeschichte History of Art Prof. Wolfgang Luy Bildhauerei

depending on inclination, presumably the nights.

Sculpture

We set out from the picturesque Galata quarter,

Organisation:

and sometimes ended our tours there.

Altan Eskin, Sertan Satan, Philipp Grünewald


184

Visuelle Kommunikation

Grand Safari #17 Paris 14. bis 17. November 2013 Do 14.11. AF 1435, ICE 9558, 10:43 im Sofitel Nr. 1295 le Faubourg eingecheckt. 16 direkt los mit 55.239 anderen Besuchern zur weltweiten Nr.-1-Messe für Fotografie. Grand Palais: 14:00 Sophie Calle +1.45 min in Französisch. Fr 15.11. 9:30 zu Stan Douglas, 5, rue de Constantine und 10:45 Araki (6 Bilder), 11:15 Musée Rodin, 79 Rue de Varenne, 75007 Paris, +33 1 44 18 61 10, 12:15–14:00 Café Figue, dann 14:23 René Burri, 14:52 Fondation Henri Cartier-Bresson, ca.16:15 Catacombes geschlossen, 17:13 Voyage dans l’ancienne Russie, Oct 09, 2013–Apr 13, 2014, Musée Zadkine, 20:12 Palais de Tokyo Philippe Parreno, Eiffelturm Blick: 18.038 Einzelteile. Sa 16.11. 11:13 Erwin Blumenfeld (1897-1969), 12:46 SALGADO, 13:58 24 Austern, dann Galerien im Marais, Lee Friedlander, Oct 12, 2013–Nov 30, 2013, 17:23 Centre Pompidou, 21:42 Le Petit fer a cheval. So 17.11. Mark Cohen le Bal 75018 Paris, ab 14:28–15:47, am Ende wie immer: Weppler 356,50 €.

Raffaela Fehrekampf

Teilnehmende Felicitas von Lutzau, Houda Moqaddem, Ilka Schön, Janine Bächle, Julia Eichler, Margret Hoppe, Max Eulitz, Philipp Grünewald, Raffaela Fehrekampf, Robert Schittko, Sarah Schweizer, Thomas Weyand, Tim Stieffenhofer


Exkursionen

Grand Safari #17 Paris

Grand Safari #17 Paris 14 to 17 November 2013

Sat 16

185

November 11:13 Erwin Blumenfeld (1897-1969), 12:46 SALGADO,13:58 24 oysters, then galler-

Thur 14

ies in Marais, Lee Friedlander, Oct 12, 2013–Nov

November AF 1435, ICE 9558,10:43 checked

30, 2013, 17:23 Centre Pompidou, 21:42 Le Pe-

into Sofitel Nr. 1295 le Faubourg.16 set off im-

tit fer a cheval.

mediately to join 55,239 other visitors to the world’s top photography fair. Grand Palais:

Sun 17

14:00 Sophie Calle +1.45 min in French.

November Mark Cohen le Bal 75018 Paris, from14:28–15:47, in the end, as always: Weppler

Fri 15

356.50 €.

November 9:30 to Stan Douglas, 5, rue de Constantine and 10:45 Araki (6 images),11:15

Participants:

Musée Rodin‎, 79 Rue de Varenne, 75007 Paris,

Felicitas von Lutzau, Houda Moqaddem, Ilka

+33 1 44 18 61 10, 12:15–14:00 Café Figue,

Schön, Janine Bächle, Julia Eichler, Margret

then 14:23 René Burri, 14:52 Fondation Henri

Hoppe, Max Eulitz, Philipp Grünewald, Raffaela

Cartier-Bresson, at about16:15 Catacombes

Fehrekampf, Robert Schittko, Sarah Schweizer,

closed,17:13 Voyage dans l’ancienne Russie, Oct

Thomas Weyand, Tim Stieffenhofer

09, 2013–Apr 13, 2014, Musée Zadkine, 20:12 Palais de Tokyo Philippe Parreno, View from the Eiffel Tower: 18, 038 individual parts

Robert Schittko

Janine Bächle

Prof. Martin Liebscher LfbA Clemens Mitscher Fotografie Photography


186

Visuelle Kommunikation

Venedig Safari 18. Juni bis 4. Juli 2013 C´era una volta ... besser gesagt: es begab sich nun zum vierten Mal in Liebschers Heuer an der HfG, dass die Besatzung des Fotoklassenwindjammers nach Venedig schipperte, um die Biennale der Seelenverkäufer – das Treasure Island des Kunstmarkts – zu entern. Wenn auch noch nicht mit allen Wassern gewaschen, so meisterten die Kadetten die Überfahrt des Canal Grande im Traghetto trotz rauer See im Stehen »alla Veneziana«. Seetüchtigkeit und Standhaftigkeit sind rare Tugenden in den Untiefen und Riffen der krakenhaft mit dem Kunstmarkt verschlungenen Biennale. Wir navigierten von den Giardini zu den Arsenale, kreuzten von der Scuola San Rocco zur Punta della Dogana, landeten am Lido und machten an der Accademia fest. Bis zum Morgengrauen wurde am Campo Santa Margherita diskutiert: ob der verschwurbelte Beitrag Ai Weiweis (Chinese für Deutschland im französischen Pavillon) zum diskursiven Kielholen auffordert, ob wegen

Rudi Weißbeck

nieder-intellektueller Havarie einige Länderpavillions geflutet werden sollten oder ob alle Kollaborateure des Future Generation Art Prize beim Kartoffelschälen im Unterdeck über ihr Tun sinnieren sollten. Eine Odyssee auf den stürmischen Weltmeeren der Kunst. Klar zum Entern! Teilnehmende Ilka Schön, Max Eulitz, Philipp Grünewald, Pujan Shakupa, Sarah Schweizer, Thomas Weyand, Chris von Harbou, Dominik Dresel, Felicitas von Lutzau, Houda Moqaddem, Julia Eichler, Manuel Roßner, Nikolaus Kockel, Raffaela Fehrekampf, Robert Schittko, Rudi Weißbeck


Exkursionen

187

Venedig Safari

Raffaela Fehrekampf

Chris von Harbou

Venice Safari 18 June to 4 July 2013

At Campo Santa Margherita we talked till daybreak: discussed whether the discombobulated contribution of Ai Weiwei (Chinese for Ger-

C´era una volta ...

many in the French pavilion) demands a discur-

Or rather: and it came to pass a fourth time

sive keelhaul, whether some national pavilions

during Liebscher’s time on the vessel that is

should be flooded due to sub-intellectual sea

the HfG that the crew of the photography class

damage, or whether all collaborators of the Fu-

windjammer sailed to Venice to storm the Bien-

ture Generation Art Prize should reflect on their

nale of soul-sellers – the Treasure Island of the

actions while peeling potatoes below deck.

art market.

An odyssey on the stormy oceans of art. Ready

Despite the rough waters and though they

to board!

might not yet know all the tricks, the cadets survived their crossing of the Canal Grande in

Participants

a traghetto standing “alla Veneziana”. Seawor-

Ilka Schön, Max Eulitz, Philipp Grünewald,

thiness and steadfastness are rare virtues in

Pujan Shakupa, Sarah Schweizer, Thomas

the depths and reefs of the Biennale whose

Weyan, Chris von Harbou, Dominik Dresel,

tentacles are so intertwined with the art mar-

Felicitas von Lutzau, Houda Moqaddem, Julia

ket. We navigated from the Giardini to the Ar-

Eichler, Manuel Roßner, Nikolaus Kockel, Raffaela

senale, crossed from the Scuola San Rocco to

Fehrekampf, Robert Schittko, Rudi Weißbeck

the Punta della Dogana, landed at the Lido und moored at the Accademia.

Prof. Martin Liebscher Dr. Jule Hillgärtner Fotografie Photography


188

Visuelle Kommunikation

hd-lu-ma State-Of-Mind 16. bis 17. Januar 2014 Spinnen, die unter Drogeneinfluss seltsame Netze weben, Medizin aus geriebenen Mumien, der mystische und spiritistische Wahnsinn der Bildfindung. In Bars, die aus nur einem Baum gemacht wurden und in Kellern, die aus einem anderen Jahrtausend stammen, wird schon am Vorabend bewusst, dass es mehr gibt im Himmel und auf Erden. Unsere Schulweisheit hilft nicht viel weiter im manisch von Studierenden vollgekritzelten Karzer. Die Säfte der Temperamente brodeln: Im Heidelberger Kunstverein kocht die Gelbe Galle, Trockels gedopte Spinnen weben cholerische Netze, Sarah Schönfeld entwickelt mit LSD und Heroin ihre Negative, Mulligan beforscht sich selbst unter Hypnose. Das Apotheken-Museum verspricht Heilung mit Säften von Erhängten, Penizillin und geriebenem Nashorn.

HD-LU-MA State-Of-Mind Excursion 16 to 17 January, 2014

In der Sammlung Prinzhorn sehen wir den Irrsinn in präziser künstlerischer Ausformung: die schwarze Galle, das melancholische Werk des ent- und verrückten Ex-Profikünstlers Georg Müller vom Siel. Zeitdilatation mittels VRN zum Mannheimer Kunstverein. Dort finden wir in Ulu Brauns langsamen Pan über irreale Landschaften die phlegmatisch-surrealen Züge des Schleims urbaner Zukunftsvisionen. Mit Saumägen in der Speisegaststätte Hemmlein gepusht, vagabundieren wir zum Ziel unserer Reise. Die Ausstellung von Susa Templin im Mannheimer Zephyr – hier kocht das sanguinisch-temperamentvolle Blut der Einraumwohnung. Ein Entzündungsherd des künstlerischen Selbst als fotografische Humoralpathologie.

In the Prinzhorn collection we see a precise, artistic form of madness: the black bile, the melancholy work of the enraptured, lunatic ex-professional artist Georg Müller vom Siel.

Spiders weaving strange webs under the in-

Making use of time dilation via VRN, we make

fluence of drugs; medicine from ground mum-

our way to Mannheimer Kunstverein. There, in

mies, the mystic und spiritistic madness of pic-

Ulu Braun’s slow panning across unreal land-

ture composition. In bars that were made from

scapes, we find the phlegmatic-surreal traits

a single tree and in cellars that originate from

of the slime of urban future visions. High on

another millennium you realize the night before

the meal of pig’s stomach in the restaurant

that there is more between heaven and earth.

Hemmlein, we wind our way to our final desti-

Book-learning is not much use in detention cells

nation. The exhibition of Susa Templin’s works

covered in manic scribbles by scholars. The

in Zephyr-Mannheim – where the sanguine-tem-

temperamental juices bubble up: In the Heidel-

peramental blood of the bed-sit is boiling. An in-

berger Kunstverein the yellow bile boils, Trock-

flammatory site of the artistic self as a humor-

el’s doped spiders weave choleric nets, Sarah

ous photographic pathology.

Schönfeld develops her negatives with LSD and heroin, Mulligan investigates himself under hypnosis. The apothecary museum promises healing using juices from hanged persons, penicillin and ground rhinoceros horn.


Exkursionen

189

HD-LU-MA

Dominik Dresel Im Karzer

Markus Neunhobel Apotheken-Museum

Prof. Martin Liebscher Fotografie Photography


190

Visuelle Kommunikation

Haldern Pop Stage Photography 2013 Backstage on Tour again Bereits zum vierten Mal fotografierten Studierende des Kurses Stage Photography auf renommierten Rock Festivals. Bevor es Anfang August an den Niederrhein, zum 30. Haldern Pop Festival ging, hatten die Studierenden schon ein Festival und viele Einzelkonzerte hinter sich gebracht und auf dem Mannheimer »Maifeld Derby« sowie rund um das Rhein-Main-Gebiet knapp 80 Konzerte fotografiert. Auf dem Haldern Pop Festival (8. bis 10. August 2013) schließlich wurde im Backstage-Bereich ein Basislager mit Produktionseinheit errichtet – ausgestattet mit Fotostudio, Rechnern und einem Großdrucker. Rund um das Fotostudio schliefen die Studierenden in mitgebrachten Zelten. Die der HfG-Crew zugedachte Position, in unmittelbarer Nähe des Festival-Pressezentrums und des WDR Rockpalasts, war vom Veranstalter gut ausgesucht. Hier

The Adicts

entwickelten sich viele Kontakte. Einen Besuch im Übertragungswagen des WDR begleitete Rockpalast-Chef Peter Sommer persönlich. Eine spezielle Vereinbarung mit der Festivalleitung und der Security ermöglichte das Fotografieren sogar auf den Bühnen. Für jeweils einen Studierenden gab es das Privileg, ein komplettes Konzert aus dem Bühnengraben zu fotografieren – ein Erlebnis der besonderen Art, bei dem immer auch ordentlich Adrenalin ausgeschüttet wird. Die Studierenden überraschten die Interpreten beim Verlassen der Bühnen meist schon mit fertig gedruckten Bildern vom gerade zu Ende gegangenen Auftritt. Bereitwillig ließen sich Bands danach noch einmal im HfG-Festival-Fotostudio fotografieren. Der Veranstalter war vom Einsatz und der Disziplin der Studierenden überrascht und lud sie gleich zum Haldern Pop Festival 2014 ein.


Exkursionen

191

Haldern Pop

Efterklang

Haldern-Crew

Die goldenen Zitronen

Stage Photography 2013 Backstage on Tour again

Rock show WDR Rockpalast, was well chosen by the organizer, and resulted in many contacts being formed. Rockpalast director Peter Som-

For the fourth time, students from the Stage

mer personally accompanied students on a visit

Photography course took photographs at the re-

to the WDR broadcast van.

nowned Haldern Pop Festival. Before embark-

Thanks to special arrangements made with the

ing on the 30th Haldern Pop Festival in early

Festival management and security, it was even

August, the students had already completed

possible to take photographs on the stage. One

a festival and many individual concerts, and at

student at a time enjoyed the privilege of pho-

the Mannheim “Maifeld Derby” as well as in the

tographing an entire concert from the stage

Rhine-Main region they had photographed at al-

pit – a special experience that really gets the

most 80 concerts.

adrenaline going.

At the Haldern Pop Festival (8 to 10 August,

Typically, the students surprised the performers

2013) a base camp with production unit was in-

with printed out images as they left the stage

stalled in the backstage area. It was equipped

after their concert. And later bands were happy

with a photo studio, computers and a large

to have their photos taken again in the HfG Fes-

printer. Students slept in their own tents ar-

tival photo studio. The organizer was pleasantly

ranged around the photo studio. The position

surprised by the student’s work and discipline

assigned to the HfG crew, in the immediate vi-

and immediately invited them to the Haldern

cinity of the Festival press center and cult TV

Pop Festival 2014.

Ben Caplan

Fotos: Malte Sänger David Gonter Robert Schittko Markus Neunobel Rudi Weissbeck Laura Brichta Tillmann Ächtner Veruschka Bohn

LfbA Clemens Mitscher Fotografie Photography


192

Visuelle Kommunikation

Weltenschöpfer Leipzig im Juli 2013 Im Rahmen des Besuchs der Ausstellung »Weltenschöpfer. Richard Wagner, Max Klinger, Karl May mit Räumen von rosalie« im Museum der bildenden Künste Leipzig führte Prof. rosalie die Studierenden und Dozenten der Fachrichtung Bühnenbild und Kostümentwurf der HfG Offenbach zunächst durch die historisch gewachsene Füllle an Kunstschätzen des Museums, die sich bis zur zeitgenössischen Kunst erstrecken. Anschließend wurde die aktuelle Ausstellung erkundet, deren Anlass der 200. Geburtstag Richard Wagners war, der in Leipzig geboren wurde. Für jeden der drei ursprünglich mit Leipzig verbundenen Künstler – Wagner, Klinger, May – hatte rosalie großdimensionierte, kinetisch interaktive Licht-Klang-Installation für die Ausstellung entworfen, die historische Stoffe und Themen in eine zeitgenössische mediale Präsenz transformieren und den Betrachter in experimentelle Raum- und Klangwelten eintauchen lassen. »Hier wird Kunst zum Traum, zum Weltraum. Man will ihn nicht mehr verlassen«, schrieb Andreas Platthaus in der Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber. Eine medial gesteuerte Rauminszenierung lässt Richard Wagners Welten und Naturereignisse mit ihren Göttern, Helden und Außenseitern als virtuelle Matrix des Lichts erscheinen. Karl Mays abenteuerliche Reisewelten entführen den Betrachter in den Grand Canyon – »May – Dead End« – ein schillerndes Vexierspiel ständiger Verwandlungen. Max Klingers fantastische Bildwelt wird für die Besucher auf ganz andere Weise erlebbar – als poetische Sehnsuchtslandschaft begehbarer Melancholie, welche der Besucher durch Interaktion von Licht und Klang erleben und als Akteur selbst gestalten kann. Dieser Raum schuf eine besondere Assoziation zu einer der berühmtesten Skulpturen, der im Museum der bildenden Künste ebenfalls ein eigener Raum gewidmet ist – Klingers Beethoven-Statue für die Wiener Secession 1902. Eine überraschende Ergänzung zu Max Klinger und Richard Wagner ergab sich durch die Besichtigung des gerade im

öffenlichen Raum der Stadt Leipzig eingerichteten Wagner-Denkmals von Stephan Balkenhol. Es steht auf einem historischen Sockel von Max Klinger und zeigt den jungen Wagner, der von einer hohen Silhouette überragt wird. Die Führungen wurden ergänzt durch die groß angelegte Ausstellung »Starker Auftritt. Experimentelles Schuh-Design« im Grassi Museum für Angewandte Kunst, die den Schuh als Kunstobjekt globaler Künstler und berühmter Designer zeigte und als großes sinnliches und mediales Erlebnis inszenierte. Die Exkursionsteilnehmer/innen bewunderten hier auch die berühmten Josef-Albers-Fenster, deren Farb- und Lichteffekte ebenso für Begeisterung sorgten wie die imposanten Art-Déco-Räume des Museums. Ein weiterer Rundgang galt der Erkundung der historischen und dennoch aktuellen Thomas- und Nikolaikirche. Die Friedensgebete der Zeitgenossen vor 25 Jahren im Ohr, hörten wir Johann Sebastian Bachs Orgelwerk live. Gleich nebenan, in der Nikolaischule, hatte bekanntlich Richard Wagner seine Schulbildung absolviert. Im Rahmen eines Vortrags über den »Hang zum Gesamtkunstwerk« hat anschließend Dr. Wolfgang Hofer 200 Jahre Richard Wagner Revue passieren lassen und das Schaffen des Komponisten insbesondere unter dem Blickwinkel der Leipziger Philosophen und Denker Hans Mayer und Ernst Bloch beleuchtet. Von letzterem stammt übrigens der Satz aus seiner Jugendzeit: »Ich kenne nur Karl May und Hegel; alles, was es sonst gibt, ist aus beiden eine unreine Mischung«. Insofern wurde aus der Leipziger Exkursion – samt Blick auf den Johannesfriedhof hinter dem Grassi-Museum – auch eine ästhetische Entdeckungsreise, eine Erkundung der Stadt als Modell für das Zusammenwirken verschiedener Künste. Eine große Rolle spielt auch Leipzig als Musikstadt mit dem berühmten Gewandhausorchester, dem Thomanerchor und den Denkmälern von Bach, Beethoven und Mendelssohn. Der Abend der Exkursion klang im Szenelokal »Piloten« im Schauspielhaus aus, hier wurde noch lange und ausgiebig gefeiert.

Fotos: Wolf-Dieter Gericke


193

Exkursionen

Weltenschöpfer

Creators of Worlds Excursion to Leipzig, July 2013

the Grand Canyon – “May – Dead End” – a shim-

St. Thomas and St Nicholas churches, which

mering game of illusion with constant transfor-

though historical have gained a more cur-

mations. Visitors can encounter the fantastic

rent relevance. You could almost still hear the

During a visit to the exhibition “CREATORS OF

imagery of Max Klinger in a completely differ-

prayers for peace people uttered here 25 years

WORLDS - Richard Wagner, Max Klinger, Karl

ent manner – as a poetic yearning landscape of

ago as we listened to a live rendering of Johann

May with rooms by rosalie” in the Museum der

walk-through melancholy, which they experience

Sebastian Bach’s work for the organ. Richard

bildenden Künste, Leipzig, Prof. rosalie con-

through the interaction of light and sound, and

Wagner is known to have attended the adjacent

ducted students and lecturers of the Stage

can actively shape themselves.

Nikolai School.

and Costume Design Department of HfG Offen-

This room created a special association to one

Afterwards, in a lecture about the “Trend to-

bach through the museum’s wealth of art trea-

of the most famous sculptures, to which a room

wards a gesamtkunstwerk”, Dr. Wolfgang Hofer

sures amassed over many years, which include

of its own is devoted in the museum – Klinger’s

looked back on 200 Years of Richard Wagner, il-

contemporary art. Subsequently, they explored

Beethoven statue for the Wiener Secession

luminating the composer’s work under the as-

the current exhibition marking the 200th birth-

1902. There was a surprising addition to Max

pect of Leipzig philosophers and thinkers Hans

day of Richard Wagner, who was born in Leipzig.

Klinger and Richard Wagner in a visit to Stephan

Mayer and Ernst Bloch in particular. Incidentally,

For each of the artists originally connected with

Balkenhol’s Wagner monument that has re-

in his youth the latter uttered the following sen-

Leipzig, namely Wagner, Klinger and May, rosa-

cently been installed in the public space of

tence: “I only know Karl May and Hegel; every-

lie had designed large-format, kinetic, interac-

Leipzig. It stands on a historical plinth produced

thing else is an impure mixture of the two.”

tive light-sound installations for the exhibition,

by Max Klinger and depicts the young Wagner,

As such, the trip to Leipzig, which included

which transform historical material and top-

who is towered over by a tall silhouette. In addi-

a look at the St. John’s cemetery behind the

ics into a contemporary media presence and

tion to these tours students visited the exten-

Grassi Museum, also became an aesthetic jour-

let the observer immerse himself in experimen-

sive exhibition “Stepping into the Limelight. Ex-

ney of discovery, exploration of the city as a

tal worlds of space and sound. Writing of these

perimental Shoe Design” in the Grassi Museum

model for the interplay of different arts. Leipzig

spaces in the FAZ newspaper, Andreas Plat-

für Angewandte Kunst, which showed the shoe

also plays a big role as a music city with the fa-

thaus says “here art becomes a dream, space

as an art object by international artists and fa-

mous Gewandhaus Orchestra, St. Thomas Boys

that you do not wish to leave.”

mous designers, and which was presented as a

Choir and the monuments of Bach, Beethoven

A media-controlled staging of space transforms

huge sensual and media experience. Excursion

and Mendelssohn.

Richard Wagner’s worlds and natural phenom-

participants also admired the famous Josef-Al-

The evening ended in the hip restaurant “Pilot”

ena with their gods, heroes and outsiders into

bers window here, whose colour and light ef-

in the theatre, where the celebrations went on

a virtual matrix of light. The world of Karl May’s

fects they found as delightful as the museum’s

into the night.

adventurous travels entices the observer into

imposing Art-Deco rooms. We also explored the

Prof. rosalie Bühnenbild und Kostümentwurf Stage and Costume Design


194

Produktgestaltung

Nils Holger Moormann und »Haus berge« in Aschau Exkursion Unsere Exkursion zu Nils Holger Moormann bestand aus zwei Teilen: auf einen Firmenbesuch folgte ein Aufenthalt in »Haus berge«, der Herberge, die kein Hotel sein will. Der Kontakt zwischen dem Lehrgebiet Möbeldesign der HfG Offenbach und dem Hersteller für Designmöbel, Nils Holger Moormann GmbH, besteht seit mehr als 25 Jahren. Das Unternehmen legt Wert auf den Austausch mit jungen Möbeldesignern. Zahlreiche HfG-AbsolventInnen haben hier während ihres Praktikums fundiertes Wissen über die Entwicklungsschritte erworben, die wesentlich sind, um einen Entwurf zu einem Möbel weiter zu entwickeln. Bereits 1989 konnte der HfG-Entwurf »Asket« von Susanne Röver und Sabine Wald in die Produktpalette aufgenommen werden. Die Kollektion zeichnet sich durch unsichtbare Qualitäten aus: nachhaltige, unbehandelte Materialien und regionale Fertigung, Langlebigkeit und formale Reduktion. Wir konnten vor Ort alle Möbel im Gebrauch testen und Nils Holger Moormann persönlich kennenlernen. Ein außergewöhnlicher Unternehmer, inspirierend und motivierend für uns. Den Aufenthalt in »Haus berge« nutzten wir dazu, unsere ersten Ideen für das Projekt »unterwegs sein« zu entwickeln. Im Workshop »Neue Wege« stellten wir die konventionelle Einrichtung von Jugendherbergen in Frage. Gemeinsam mit den Teilnehmenden der Deutschen Jugendherbergen arbeiteten, kochten und aßen wir in der Großen Stube, unserem Seminarraum mit Kaminofen und Kochinsel.

Jugendherberge Nürnberg Exkursion Im Sommer 2013 wurde die Jugendherberge Nürnberg nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet. Im Oktober führte uns die Leiterin Frau Natterer durch den Essbereich, die Seminarräume und die Zimmer. Ein kontrastreiches Konzept: ein nach außen hin geschlossen wirkendes historisches Gebäude, gelegen auf dem Burg-Gelände hoch über der Stadt, ist innen einladend, unkompliziert und jung. Teilnehmende Ola Brandsnes, Valentin Brück, Lisa Chiera, Martin Holmann, Julian Kuhn, Valentin Maskow, Lukas Munser, Marthe Schliephacke, Catalina Villa


Exkursionen

Nils Holger Moormann und Jugendherberge Nürnberg

Nils Holger Moormann and Haus berge in Aschau Excursion

“Asket” a design by HfG students Susanne Röver and Sabine Wald was added to Moor-

195

Nuremberg Youth Hostel Excursion

mann’s product range. The collection is characterized by invisible qualities: sustainable, un-

In summer 2013 Nuremberg Youth Hostel re-

There were two parts to our excursion to Nils

treated materials and regional production, long

opened after extensive modernization work. In

Holger Moormann: a visit to the firm was fol-

service life and formal reduction.

October the Director Ms. Natterer showed us

lowed by a stay in Haus berge, a hostel that

We were able to test all the furniture there and

around the dining area, the seminar rooms and

doesn’t want to be a hotel.

meet Nils Holger Moormann in person. He is an

bedrooms. A richly contrasting concept: A his-

For over 25 years there has been contact be-

extraordinary entrepreneur, an inspiration and

torical building that appears closed to the out-

tween the Furniture Design subject area at HfG

motivation for us all.

side, and which is located on the castle com-

Offenbach and the maker of design furniture,

We used our stay in the hostel Haus berge to

plex high above the city is actually inviting,

Nils Holger Moormann GmbH. The firm places

develop initial ideas for the project “On the

uncomplicated and young inside.

great importance on exchanging ideas with

road”. In the workshop “New Ways“, we ques-

young furniture designers. During their intern-

tioned the conventional furnishing of youth hos-

Participants

ships here, numerous HfG graduates have ac-

tels. We worked, cooked and ate with members

Ola Brandsnes, Valentin Brück, Lisa Chiera,

quired a sound knowledge of the development

of the German youth hostels in the Große Stub

Martin Holmann, Julian Kuhn, Valentin

stages essential to advancing a design con-

(Large Room), our seminar room with an open

Maskow, Lukas Munser, Marthe Schliephacke,

cept into a piece of furniture. As early as 1989,

fire and a cooking island.

Catalina Villa

Prof. Siglinde Spanihel Möbeldesign und Produkte im urbanen Raum Furniture Design and products in urban space


Vortr채ge


198

Visuelle Kommunikation

Exchange Vorträge zum Thema Auslandssemester – Studierende berichten über ihr Auslandsstudium 2012 und 2013 Seit vielen Jahren fördert das Studierendensekretariat unter der Leitung von Ute Schulz und dem dort angeschlossenen International Office von Marianne Löhr den Studierenden bei der Suche nach einem Gaststudium im Ausland. Am 13. Februar 2014 haben Studierende ihre Erlebnisse, die sie während eines Auslandssemeste gesammelt haben, hochschulöffentlich präsentiert. Es handelte sich um nachfolgende Studierende und Universitäten: Alexandra Helm, Queensland University of Technology (QUT ) Brisbane / Australien, Hessen-Queensland Programm 

Exchange Talks on terms spent abroad – HfG students report on studying abroad in 2012 and 2013

Berenike Eimler, Xi'an Academy of Fine Arts, Xi'an / China, China-Stipendium des Deutsch-Chinesischen Kulturaustauschs (DCKD)    Felicitas von Lutzau, Camberwell College of Arts, London England, Erasmus Programm    Martin Pohlmann, Høgeskolen i Oslo og Akershus, Norwegen, Erasmus Programm    Cosima Peth, Robin Klußmann und Eda Temucin, Cape Peninsula University of Technology, Cape Town / South Africa, DAAD-Stipendium    Laura Hartmann, University of Massachusetts (UMass), Darthomouth / Massachusetts / USA, Fulbright-Stipendium 

Berenike Eimler, Xi'an Academy of Fine Arts, Xi'an, China, China Scholarship DCKD   

For six years the Admission and Registrar’s Of-

Felicitas von Lutzau, Camberwell College of Arts,

fice headed by Ute Schulz and the International

London, England, Erasmus Program

Office under Marianne Löhr have assisted HfG

students in finding a course of study abroad.

Martin Pohlmann, Høgeskolen i Oslo og Aker-

On 13 February 2014 HfG students presented

shus, Norway, Erasmus Program

the experiences they had during a term abroad

to fellow students for the first time. Below is a

Cosima Peth, Robin Klußmann and Eda Temucin,

list of the students in question and the univer-

Cape Peninsula University of Technology, Cape

sities they attended:

Town, South Africa, DAAD Scholarship  

Alexandra Helm, Queensland University of

Laura Hartmann, University of Massachusetts

Technology (QUT) Brisbane, Australia, Hes-

(UMass), Dartmouth, Massachusetts, USA, Ful-

sen-Queensland Program

bright Scholarship


Vorträge

199

Exchange

Australien England Nor wegen

China

EXCHANGE

Internationales Büro

Frankreich

13. Februar 2014 10 Uhr, Raum D301

Hochschule für Gestaltung 63065 O ffenbach am Main Schlossstraße 31

Südafrika

Vor tragsreihe von HfG-Studierenden

USA

Australien England Norwegen

China

EXCHANGE

Internationales Büro

Frankreich

13. Februar 2014 10 Uhr, Raum D301

Hochschule für Gestaltung 63065 Offenbach am Main Schlossstraße 31

Südafrika

USA

Vortragsreihe von HfG-Studierenden

Australien England Nor wegen

China

EXCHANGE

Internationales Büro

Frankreich

13. Februar 2014 10 Uhr, Raum D301

Hochschule für Gestaltung 63065 O ffenbach am Main Schlossstraße 31

Südafrika

USA

Australien England Nor wegen

China

EXCHANGE

Internationales Büro

Frankreich

13. Februar 2014 10 Uhr, Raum D301

Hochschule für Gestaltung 63065 O ffenbach am Main Schlossstraße 31

Südafrika

USA

Vor tragsreihe von HfG-Studierenden

Australien England Norwegen USA

China

EXCHANGE

Internationales Büro

Frankreich

13. Februar 2014 10 Uhr, Raum D301

Hochschule für Gestaltung 63065 Offenbach am Main Schlossstraße 31

Südafrika

Vortragsreihe von HfG-Studierenden

Australien England Nor wegen USA

Australien England

China

EXCHANGE

Internationales Büro

Frankreich

13. Februar 2014 10 Uhr, Raum D301

Hochschule für Gestaltung 63065 Offenbach am Main Schlossstraße 31

Plakatgestaltung / Posterdesign: Robin Klußmann Norwegen

USA

Südafrika

Vortragsreihe von HfG-Studierenden

Vor tragsreihe von HfG-Studierenden

China

EXCHANGE

Internationales Büro

Frankreich

13. Februar 2014 10 Uhr, Raum D301

Hochschule für Gestaltung 63065 O ffenbach am Main Schlossstraße 31

Südafrika

Vor tragsreihe von HfG-Studierenden

Prof. Klaus Hesse Konzeptionelle Gestaltung Conceptional Design


200

Visuelle Kommunikation

babel #2 Typografie Symposium 20. November 2013 Die zweite Ausgabe von babel stand unter dem Motto »so social – who are we designing for?« Stefan Sagmeister konstatierte einmal, dass ein berühmter Grafik-Designer für die Gesellschaft in etwa so wichtig wäre wie ein berühmter Elektriker. Ob dieser Umstand gerecht ist, darüber ist es müßig zu diskutieren. Das Zitat beschreibt aber sehr treffend, wie das Verhältnis von Grafik-Design und Gesellschaft im Jahr 2013 aussieht – und vermutlich weit darüber hinaus. Typografen und Grafik-Designer sehen sich zwar immer mehr als Produzenten eines kulturellen Kapitals mit gesellschaftlicher Relevanz, wechselseitige Anerkennung wird ihnen deshalb aber nicht unbedingt zuteil. Allerdings hat die digitale Welt offensichtlich den Blick der Grafik-Designer aufeinander verändert. Man nimmt sich wahr, bloggt, verbindet und »liked« sich – es ist eine große, internationale Community entstanden, die sich gegenseitig den auf anderer Ebene verweigerten Zuspruch zugesteht. Das Symposium widmete sich verschiedenen Fragestellungen, unter anderem: Hat sich das Grafik-Design durch diese neue Visibilität und den intensiven Austausch verändert? Steht diese neue Community für sich und hat sich von der wirklichen Society nicht nur emanzipiert, sondern auch verabschiedet? Gibt es mehr Ausdrucksformen oder ist der Mainstream gewachsen? Ist das neue Selbstwertgefühl Auftakt für eine auch gesellschaftliche Anerkennung – steht das goldene Zeitalter des Grafik-Designs noch bevor? Und: für wen gestalten wir denn eigentlich? 500 Studierende der HfG Offenbach und zehn anderer Hochschulen folgten den Ausführungen und Antworten internationaler Grafik-Design-Größen wie z.B. Paula Scher, Fanette Mellier und Adrian Shaughnessy. Sie sind für die eintägige Veranstaltung teilweise große Strecken gereist – so hatte Hung Lam aus Hongkong die weiteste Anreise. Alle waren beeindruckt von der intensiven Atmosphäre und den inspirierenden Beiträgen der Sprecher. Next babel will come! babel-type.eu


Vortr채ge

201

babel#2

Adrian Shaughnessy

Hung Lam

Prof. Sascha Lobe Typografie Typography


202

Visuelle Kommunikation

babel #2 Typography Symposium 20 November, 2013 The motto for the second edition of babel was “so social – who are we designing for?” Stefan Sagmeister once claimed that a famous graphic designer was roughly as important for society as a famous electrician. It is futile to discuss whether his claim is justified or not. But his quote is an apt description of the relationship between graphic design and society in 2013 – and presumably for years to come. While typographers and graphic designers might increasingly see themselves as producers of a cultural capital with social relevance, they are not necessarily granted recognition for their service. That said, the digital world has evidently altered the view graphic designers have of one another. One takes an interest in one another, blogs, networks and “likes“ one another; a big, international community has evolved, whose members grant each other the acclaim that they are denied elsewhere. The symposium addressed various issues, including: Has graphic design changed due to this new visibility and intense exchange? Does this new community stand alone, and has it not only liberated itself from society but also withdrawn from it? Are there more forms of expression now or has the mainstream grown? Does this new self-confidence also mark a move towards social recognition – is the golden age of graphic design still imminent? and: who are we then designing for? 500 students from the HfG and ten other universities followed the comments and answers by renowned international graphic designers such as Paula Scher, Fanette Mellier and Adrian Shaugnessy. Some of them had travelled a long way for the one-day event, with Hung Lam from Hong Kong making the longest journey. Everyone was impressed by the intense atmosphere and the inspiring contributions of the speakers. Next babel will come!


Vorträge

203

babel #2

Will Hudson (It‹s nice that), Hung Lam, Sascha Lobe, Paula Scher, Nikki Gonnissen (thonik), Fannette Mellier, Adrian Shaughnessy, Vinca Kruck (Metahaven)

Fotos: Jaewon Chung Nora Mohr Plakate: Young Eun Park

Prof. Sascha Lobe Typografie Typography


204

Visuelle Kommunikation

Theorie

Die Gegenwart der Gegenwartskunst: Vortragsreihe Gegenwartskunst, könnte man etwas tautologisch formulieren, hat Konjunktur. Kaum eine Stadt, die nicht durch ein Museum der Gegenwartskunst demonstrierte, was sie auf sich hält. An immer mehr Orten weltweit widmen sich Biennalen regelmäßig ihrer Bestandsaufnahme und ziehen damit ein internationales Massenpublikum an. Professuren und Forschungsprogramme werden zu ihrer Erklärung eingerichtet. Aber was meint der Begriff Gegenwartskunst eigentlich genau, und vor allem: auf welche Gegenwart bezieht er sich? Über vier Semester hinweg hat die HfG Offenbach (Lehrgebiet Philosophie und Ästhetik) international renommierte Gäste eingeladen, zu dieser Frage Stellung zu beziehen. In insgesamt neun Vorträgen wurde die Gegenwartkunst aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei spielten Fragen nach der Rolle des Sozialen für die Kunst, nach partizipatorischen Ästhetiken und dem Begriff der Verantwortung (Tom Holert, Berlin) ebenso eine Rolle wie die nach der Rolle des Zynismus für die Protagonisten der Kunstwelt (Peter Osborne, London), wurde die Funktion des Films als Amateur im Feld der Historiographie konturiert (Simon Rothöhler, Berlin), die Funktion der Affekte

The Contemporaneity of Contemporary Art: Lecture series

in ihrer Kopplung an medienästhetische Phänomene erörtert (Christiane Voss, Weimar), die Biennalen-Kultur im Horizont der postkolonialen Herausforderung verhandelt (Ruth Sonderegger, Wien), die künstlerische Form des Reenactment zum Anlass genommen, die umstandslose Identifikation von Kritik mit Distanz zur Disposition zu stellen (Maria Muhle, Stuttgart), der Zusammenhang von politischer Kunst und Demokratiekritik im Blick auf das Hollywoodkino der Gegenwart diskutiert (Frank Ruda, Berlin), die Aktualität des Historischen in der zeitgenössischen Kunst mit der Geschichtlichkeit der Gegenwart selbst zusammengedacht (Helmut Draxler, Nürnberg) und das Verhältnis von utopischem Versprechen und ökonomischer Realität der Kunst im Zeichen der Finanzkrise von 2008 neu aufgerollt (Kerstin Stakemeier, München). Dokumentationen der Vorträge sind in der Mediathek der HfG ausleihbar. Weitere Informationen zu Vorträgen und Gästen: hfg-offenbach.de/archiv_gegenwartskunst

only did questions about the social role of art

Hollywood cinema (Frank Ruda, Berlin), con-

play a part, concerning participatory aesthetics

verged the topicality of the historical in contem-

and the concept of responsibility (Tom Holert,

porary art with the historicity of the present

To phrase it somewhat tautologically: contem-

Berlin), but equally the question of the mean-

itself (Helmut Draxler, Nuremberg) and re-con-

porary art is so now. There is hardly a city that

ing of cynicism for the protagonists of the art

sidered the relationship between the utopian

does not demonstrate its significance by hav-

world (Peter Osborne, London). Other speakers

promise and economic reality of art in the con-

ing a museum of contemporary art. More and

addressed the function of film as an amateur

text of the 2008 financial crisis (Kerstin Stake-

more biennales in different places around the

in the field of historiography (Simon Rothöhler,

meier, Munich).

world regularly devote themselves to taking

Berlin), explored the function of emotions in

stock and in doing so attract an international

their interconnection with media aesthetic phe-

Documentations of the lectures can be loaned

mass public. Chairs and research programmes

nomena (Christiane Voss, Weimar), examined

out from the HfG multimedia centre.

are set up to explore it. But what exactly does

the Biennale culture against the background of

the term contemporary art mean, and above

the post-colonial challenge (Ruth Sonderegger,

Further information on lectures and guest

all: what time does the contemporary refer to?

Vienna), used the artistic form of re-enactment

speakers: hfg-offenbach.de/archiv_gegenwartskunst

For four semesters, the HfG Offenbach (sub-

as an opportunity to put up for consideration

ject Philosophy and Aesthetics) invited interna-

the unconditional identification of criticism with

tionally renowned guests to give their opinion

distance (Maria Muhle, Stuttgart), discussed

and comments. Contemporary art was explored

the connection between political art and criti-

from different perspectives in nine lectures. Not

cism of democracy with regard to contemporary


Vorträge

205

Gegenwart der Gegenwartskunst

Plakatgestaltung / Posterdesign: Sascha Lobe

Prof. Dr. Juliane Rebentisch Philosophie / Ă„sthetik Philosophy / Aesthetics


206

Visuelle Kommunikation

Theorie

ars quaerendi. Die Kunst des fragenden Suchens. Eine Vortragsreihe

ars quaerendi. The art of interrogative exploration A lecture series

Julika Rudelius: »Die Inszenierung der Frage« Vortrag vom 24. März 2013

von Rudelius zu ihren Themen befragt. Die Absicht ist jedoch nicht, private oder intime Details und Geständnisse hervorzuholen, als vielmehr jene von der Gesellschaft in die Körper eingeschriebenen Muster und Selbststilisierungen in ihren repetitiven Strukturen aufzudecken. Dabei werden die Körper selbst für die filmische Ästhetik wesentliches Ausdrucksmittel dieser Prozesse, so dass die Bilder zwischen einer biologischen und einer sozialen Markierung offen changieren und auch dem, der Zuschauer/in die »authentische« Vibration vom Hiersein – der Körper – zum Dortsein – latenter Sinnstrukturen – ermöglichen. »Als diskursives Verfahren der Meinungsbildung wird das Interview hier zu ethischen und epistemischen Prüfungsinstanz, die nicht nur Prozesse der Stereotypen- und Meinungsbildung veranschaulicht, sondern sich auch selbst als instabiles Vexierspiel unterschiedlich fixierbarer Deutungspotentiale und –hoheiten freilegt.« (Antonia Rahofer) Mit ihrer zugleich explorativen wie analytischen Ästhetik gelingen Julika Rudelius Porträts sehr unterschiedlicher Menschen, ihrer Realitäten, Einschreibungen und Imaginationen.

Das Interview als Teil einer ästhetische(n) Praxis ist ein Phänomen, das verstärkt seit den 90er-Jahren in der Gegenwartskunst zu beobachten ist. Ein kunstfremde Technik oder Medialität wird zunehmend angeeignet, um bestimmte Intentionen und Interessen – etwa der Institutionenkritik oder eines neuen Dokumentarismus – mit Sprache und »epistemischen Gesprächen« in eine adäquate Darstellung zu holen. Julika Rudelius hat die »systematische Befragung« ihrerseits in einer Reihe von Arbeiten genutzt, jedoch hierzu eine eigene methodische Anordnung entwickelt. Ihre Protagonist/innen in den Niederlanden und den USA geben Auskunft über Schönheit und Glück, Geld und Macht, charismatic leadership, Mode und sexuelle Praktiken, doch sie tun dies scheinbar nur für sich – im prolongierten Selbstgespräch – sind sie doch stets nur alleine im Bilde zu sehen, beschäftigt mich sich, ihrem Körper und ihren quasi-monologischen Ausführungen. Damit es zu diesen exquisiten Selbstdarstellungen kommt, werden die Akteur/innen zum Material für die Komposition der Künstlerin, werden sie in ausführlichen Vorgesprächen und in einer Verkabelung während den Aufnahmen (»ich rede die ganze Zeit in ihrem Ohr«)

Julika Rudelius: “The staging of the question” Lecture held on 24 March 2013

Seit dem Wintersemester 2013/14 ist Julika Rudelius Stiftungsprofessorin für Elektronische Kunst an der HfG Offenbach.

whole time via earphones”). But the aim is not to prise private or intimate details and confessions out of them, but rather to reveal those patterns and self-stylizations society ascribes

It could be observed from the 1990s onwards

to the body in their repetitive structures. In this

that the interview is increasingly being em-

process the bodies themselves become a fun-

ployed as part of an aesthetic practice. A tech-

damental means of expression for the film’s

nique or form of media unrelated to art is ever

aesthetic, and the images openly alternate be-

more being appropriated to clothe intentions

tween a biological and social marking while also

and interests – such as institutional criticism or

permitting observers to experience the “authen-

a new desire to document – with language and

tic” vibration from the physical sense of being

“epistemic talks”, lending it a suitable means

here to the being there of latent sensual struc-

of representation. For her part, Julika Rudelius

tures. “As discursive method of opinion-forming,

has not only exploited “systematic questioning”

the interview here becomes an ethical and epis-

in a series of works, she has also developed an

temic examining authority, which not only visu-

individual methodical structure. Her protago-

alizes the processes behind the formation of

nists in the Netherlands and the United States

stereotypes and opinions but which also reveals

provide information on beauty and happiness,

itself to be an instable, deceptive game with dif-

money and power, charismatic leadership, fash-

ferent definable interpretation potential and au-

ion and sexual practices, yet they seem to do

thorities.” (Antonia Rahofer)

so by themselves and for their own benefit, in

With her simultaneously explorative and analyt-

a prolonged soliloquy. After all, they are always

ical aesthetic, Julika Rudelius achieves portraits

shown alone, busy with themselves, their bod-

of very different people, their realities, attribu-

ies and their monolog-type comments. In order

tions and imaginations.

to achieve these exquisite self-presentations, the actors become the material for the artist’s

Julika Rudelius has been endowed professor of

composition. They are interviewed by Rudelius

Electronic Art at HfG Offenbach since the win-

in extensive talks on the topics in advance and

ter semester of 2013/14.

wired during the recordings (“I talk to them the

Plakatgestaltung / Posterdesign: Viktor Balko


Vorträge

207

ars quaerendi Robert Pfaller: »Wofür es sich zu forschen lohnt« Vortrag vom 18. Juni 2013

Der Wiener Philosoph Robert Pfaller ist in den vergangenen Jahren weit über den akademischen Raum hinaus bekannt geworden mit seinen Studien zur »Interpassivität«, der Feier »delegierten Genießens«, einer spätmodernen Praxis der Substituierung der eigenen Ausdrucksformen des Begehrens an unterschiedliche Sozial- und Medientechniken. In seinem Buch »Wofür es sich zu leben lohnt. Elemente einer materialistischen Philosophie«, hat Pfaller gegen den Einbruch asketischer Ideale in die Gegenwartskultur dafür geworben, »das Adverb stets seinem Adjektiv voranzustellen«, also danach zu trachten, »auf erwachsene Weise erwachsen zu sein« oder »auf vernünftige Weise vernünftig«, »auf elegante Weise elegant«, vor allem aber »auf maßvolle Weise maßvoll zu sein«. Zur Frage nach der Forschungswürdigkeit von Kunst entwickelt Pfaller ein Gegenprogramm. Kunst anverwandelt sich – vergleichbar den Wissenschaften – eine bestimmte »Grundmaterie« und transformiert diese äußerlich (Althusser), so dass das Ergebnis sie selbst, also Kunst ist. Dieserart ist Kunst stets auch – ihren eigenen Produktionsbedingungen gemäß – Forschung. Deshalb erscheint das Label Research based Art als fragwürdig, da hier unterstellt wird, es gäbe auch Kunst, die nicht auf

Forschung gründet. In diesem Kontext ist wichtig, der Kunst gleichfalls ihre eigenen »Validitätskriterien« zuzusprechen und sie nicht zu zwingen, auf fremden Territorien – etwa der Geisteswissenschaften – zu dilettieren. Insofern ist auch die Aufforderung nach Transdisziplinarität, angewendet auf Kunst, für diese wenig produktiv. Die von der neoliberalen Gesellschaft »kontroll-parasitär« eingesetzte Erwartung, selbstreflexiv das eigene Arbeiten zu begleiten und stets bereit zu sein, über die »Idee der Idee« Auskunft geben zu müssen, ist für Kunst und Wissenschaft gleichermaßen störend. Gilt doch die Ausbildung eines reflexiven Bewusstseins oder einer selbstjustierenden Methodologie gleich als Garant, dass auch die jeweiligen Forschungsergebnisse besser werden. Eher das Gegenteil scheint der Fall. Pfaller macht die Diagnose, dass fortschrittliche Gesellschaften dazu neigen, die Kunst in den Wissenschaften wahrnehmen, während rückschrittliche Gesellschaften die Andienung der Kunst an die Wissenschaft fordern. Mit Freud wird dieser Zwang zum reflexiven Bewusstsein eher als Abwehr und Verkennung gedeutet, denn als Voraussetzung für eine zeitgemäße Suche nach neuen Ausdrucksformen. Es gilt, die immanente Schlauheit der Künste anzuerkennen und sie in keine Abhängigkeiten von kunstfernen Einrichtungen zu stoßen. Die beiden Vorträge sind auf DVD, Video-Talk#42 und Video-Talk#49, in der Bibliothek der HfG erhältlich.

based on research. In this context it is import-

Robert Pfaller: “What is worth researching for” Lecture held on 18 June, 2013

ant to award art its own “validity criteria“ and not to oblige it to dabble in foreign territories such as the humanities. As such, the demand for trans-disciplinary is not very productive

In recent years, the Viennese philosopher Rob-

when applied to art. The controlling, parasitic

ert Pfaller has become known far beyond the

expectation of the neo-liberal society that art-

academic sphere for his studies on “interpassiv-

ists should reflect on their own work and al-

ity“, the celebration of “delegated enjoyment“,

ways be willing to provide information on the

a late-modern practice of delegating one’s own

“idea behind the idea” is equally disruptive for

forms of pleasure to various social and media

art and science. Although the formation of a re-

techniques. In his book “Wofür es sich zu leben

flexive consciousness or a self-adjusting meth-

lohnt. Elemente einer materialistischen Philos-

odology is generally considered a guarantee

ophie“ (What Life is Worth Living For. Elements

that the respective research results will also im-

of a Materialist Philosophy), Pfaller speaks out

prove, the opposite seems to be the case. Ac-

against the incursion of ascetic ideals into

cording to Pfaller, progressive societies tend to

contemporary culture, “of always placing the

perceive art in the sciences, while regressive

adverb before its adjective,” in other words,

societies demand that art offer its services to

striving to be “maturely adult” or “rationally

science. With Freud this compulsion vis-à-vis a

rational,” “elegantly elegant ”, but above all

reflective consciousness is interpreted more as

“moderately moderate”.

defence and misjudgement than as a precondi-

Pfaller develops a counter programme on the

tion for an up-to-date search for new forms of

question of whether art is worthy of research.

expression. The thing is to recognize the imma-

In a similar way to the sciences, art assimilates

nent intelligence of the arts and not to push

a certain “basic material” and transforms its ap-

them into dependence on institutes that have

pearance (Althusser), so that the result is it-

no connection with art.

self, in other words, art. Consequently, art is always also – in keeping with its own production

The two lectures are available on DVD,

conditions – research. This is why the label re-

Video-Talk#42 and Video-Talk#49, from the

search-based art appears so questionable as it

HfG library.

implies that a type of art exists that is not

Prof. Dr. Marc Ries Soziologie / Theorie der Medien Sociology / Media Theory


Preise / Externes


210

Visuelle Kommunikation

Produktgestaltung

Theorie

Mathias Bär

Berenike Eimler

Nadine Kolodziey

Plakatwettbewerb »Mut zur Wut 2014«

China-Stipendium des DCKD

Plakatwettbewerb »Mut zur Wut 2014«

(100 Beste)

(100 Beste) Merlin Flügel

Leslie Bauer

Red Dot für B3-Corporate Design

Lichter Filmpreise

Kristina Knoblich 27. Plakatwettbewerb des Deutschen

Bester Kurzfilm für »RE50 Richtung

Daniel Frerix

Studentenwerks

Wächtersbach«

Hessischer Film- und Kinopreis 2013

Preis für »Der große Zirkus ums Essen«

Hessischer Hochschulfilmpreis für Kathrin Baumgartner

»Pieces of Venus«

Plakatwettbewerb »Mut zur Wut 2014« (30 Beste)

Felix Kosok Graphic Design Festival Breda

Salma Gabriel

für »Show me your love«

Festival International du Film de l’Etudiant

Plakatwettbewerb »Mut zur Wut 2014«

Eva Becker

1. Preis, Kategorie Dokumentarfilm für

(100 Beste)

Content Awards Vienna 2013

»Ich bin keine Tomate«

für »n gschichtn« in Kategorie »Shorts«

Nicolas Kremershof Marcus Hein

Loimi Brautmann

Golden Bee Moscow Biennale of Graphic

Red Dot für B3-Corporate Design

Design Kategorie: Plakat

Red Dot für B3-Corporate Design

Timo Lenzen Graphic Design Festival Breda

Nikolas Brückmann

für »Save Individualität«

Nominated German Design Award

Daniel Herzog

für »Vor-/Nachbilder«

B3 Biennale des bewegten Bildes: Ultrashort

Nominated German Design Award

Vine-Filme, 2. Platz

Carolin Liebl

für »sushi 14«

Lichter Filmpreise

B3 Biennale des bewegten Bildes: BEN

iF Award

Publikumspreis für »The Scrapbox«

Nachwuchs-BEN in der Kategorie Transmedial

für »sushi 14«

für »Vincent & Emily«

Berliner Type

Hans Hess

für »sushi 14«

Staatspreis Universelles Design

Xi Luo

Red Dot Best of Best

Anerkennung

Plakatwettbewerb »Mut zur Wut 2014«

für »sushi 14«

(100 Beste)

Red Dot

Martin Hirth

Deutsches Studentenwerk »Diversity«

für B3-Corporate Design

blickfang fördert

3. Preis

European Design Award, Silber

für »loveless school chair«

Graphic Design Festival Breda

für B3-Plakate

für »Restriction«

Aufnahme Sammlung Museum Kunst &

Mario Hombeuel

Lahti Poster Triennial

Gewerbe Hamburg

TDC Awards 2014

für »Restriction«

B3-Plakate

für Plakat zum HfG-Rundgang 2013

Mut zur Wut IPoster Competition

Sammlung Museum Kunst & Gewerbe Hamburg

100 beste Plakate 2013

für »Restriction«

»Vor-/Nachbilder«

für Plakat zum HfG-Rundgang 2013

Denis Carbone

Stephanie Kayß

Nachwuchswettbewerb des Verbandes

Mashup Festival Rome

Europe at heart. The heart of Europe

Deutscher Industriedesigner

Music Award für Musikvideo »MNS«

1. Preis für den Film »damals zu hause«

Selected Participants für energieunabhängiges

Daniel Daub

Dominik Keggenhoff

»Recreate Textiles: Think Forward« Award 2013

Red Dot für B3-Corporate Design

Mirko Marchetti

Lichtsystem

für »Dawinikusli«

Yuriy Matveev Nominated German Design Award

Tanita Klein

für »Vor-/Nachbilder »

Martin Dörr

blickfang fördert

Nominated German Design Award

Plakatwettbewerb »Stress« Techniker

für »kad«

für »sushi 14«

Krankenkasse 2. Preis Simon Ehses

IF Award Annalena Kluge

für »sushi 14«

Art of Engineering 2014

Berliner Type

für »Seismo Light«

für »sushi 14«

Mia Seeger Designpreis 2013

Red Dot Best of Best

Anerkennung für »Collective«

für »sushi 14«


211

Preise | Externes

Auszeichnungen

Red Dot

Karin Rekowski

Yang Xiang

für B3-Corporate Design

ADC Nachwuchsfestival 2014

Plakatwettbewerb »Mut zur Wut 2014«

European Design Award, Silber

Auszeichnung für den B3-Reader

(100 Beste)

für B3-Plakate

Plakatwettbewerb »Mut zur Wut 2014«

Sammlung Museum Kunst & Gewerbe Hamburg

(100 Beste)

B3-Plakate

Graphic Design Festival Breda

Sammlung Museum Kunst & Gewerbe Hamburg

Ina Riedel

»Vor-/Nachbilder »

Staatspreis Universelles Design Förderpreis, 2. Preis

Teresa Mendler blickfang fördert

Oliver Rossol

für »cage«

B3 Biennale des bewegten Bildes: Ultrashort Vine-Filme, 1. Platz

Marcus Morgenstern (sternmorgenstern) output award 2013

Oliver Rossol

für »conterform« in der Katgegorie Urbanismus

B3 Biennale des bewegten Bildes: Ultrashort Vine-Filme, 1. Platz

Jan Münz TDC Awards 2014

Nikolas Schmid-Pfähler

für Plakat zum HfG-Rundgang 2013

B3 Biennale des bewegten Bildes: BEN

100 beste Plakate 2013

Nachwuchs-BEN in der Kategorie Transmedial

für Plakat zum HfG-Rundgang 2013

für »Vincent & Emily« Förderpreis, 2. Preis

Christian Öhl (in Zusammenarbeit mit Philipp Boß, h_da)

Tim Seger

FullDome Festival Jena 2014

FullDome Festival Jena 2014

SPATIAL SOUND AWARD für »Handmade«

CREATIVE AWARD für »Beat«

Young Eun Park

Dennis Siering

100 beste Plakate 2013

Studienstiftung des Deutschen Volkes

für »Take Some Brain Shower«

Stipendium

Sophia Preußner

Fabian Sollinger

Nominated German Design Award

Plakatwettbewerb »Stress« Techniker

für »sushi 14«

Krankenkasse

iF Award

3. Preis

für »sushi 14« Berliner Type

Daniel Stern (sternmorgenstern)

für »sushi 14«

output award 2013

Red Dot Best of Best für »sushi 14«

Georg Thanner

Deutschlandstipendium

Studienstiftung des Deutschen Volkes

Wettbewerb »Stress« Techniker Krankenkasse

Stipendium

1. Platz Frankfurter Buchmesse »Brasilien«

Marc Samuel Ulm

Auszeichnung

Red Dot für B3-Corporate Design

Fabia Pospischil

Yuan Wang

ADC Nachwuchsfestival 2014

Plakatwettbewerb »Mut zur Wut 2014«

Silberner Nagel für die Plakatserie zu

(100 Beste)

Nippon Connection 2013 Robin Wissel Steffen Reiter

Lichter Filmpreise

Nachwuchswettbewerb des Verbandes

Publikumspreis für »The Scrapbox«

Deutscher Industriedesigner Selected Participants für Bahnpassagiersitz

Liu Xu für »Restriction«


212

Visuelle Kommunikation

Produktgestaltung

Theorie

Prof. Dr. Juliane Rebentisch VORTRÄGE UND DISKUSSIONEN PUBLIKATIONEN

Bücher Theorien der Gegenwartskunst zur Einführung, Hamburg: Junius 2013.

Zeitschriften Mitherausgeberin von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung Mitglied des Beirats von Texte zur Kunst seit 2013 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift für philosophische Literatur

Aufsätze »Emanzipierte Zuschauer und spekulative Kollektivitäten«, in: Schauspiel Frankfurt: Die Zeitung zur Spielzeit 2013/14, S. 44-46. »Erzählung des Lebens. Die Filmbiographie und ihre Dekonstruktion in Todd Haynes’ I’m Not There«, in: Bernd Kracke, Marc Ries (Hg.), Das neue Erzählen / Expanded Narration, Bielefeld: Transcript 2013, 211-232; engl. 199-218. »Mein Ausweg«, Einleitung und Kommentare für ein Dossier zum Thema »Wie werde ich (ein bisschen) freier?« in: Philosophie Magazin Nr. 6 (2013), 44-49. »Identität und Potenzialität. Überlegungen zum Verhältnis von Spiel und Wirklichkeit«, in: Theater der Zeit, Nr. 6 (2013), 26-29. »Über eine materialistische Seite von Camp. Naturgeschichte bei Jack Smith«, in: Zeitschrift für Medienwissenschaft, Nr. 1 (2013), 165-177. »Rousseau’s Heterotopia of the Theatre«, in: Erika Fischer-Lichte, Benjamin Wihstutz (Hg.), Performance and the Politics of Space. Theatre and Topology, New York/ London: Routledge 2013, 142-165. »Participation in Art: 10 Theses«, in: Alexander Dumbadze/Suzanne Hudson (Hg.), Contemporary Art. Themes and Histories, 1989 to the Present, Chichester 2013, 267-276.

Interviews Zu Richard David Precht für Peter Unfried, »Auf der Suche nach Adorno«, in: die tageszeitung, 29./30.06.2013, S. 20-22, hier S. 21. Über Kulturkritik (zus. mit Rahel Jaeggi, Andreas Reckwitz, Hartmut Rosa), 3Sat Kulturzeit, 28.06.2013.

»Das Erbe des Gesamtkunstwerks«, Vortrag im Rahmen des 12. Internationalen Bauhaus-Kolloquiums über Henry van de Velde und die Idee des Gesamtkunstwerks, Bauhaus-Universität Weimar, 04.-07.04.2013. »Jacques Rancières »Der emanzipierte Zuschauer‘» Statement und Gespräch im Rahmen der von Maria Muhle organisierten Veranstaltungsreihe French Friends: Philosophische Miniaturen, Hebbel am Ufer, Berlin 29.04.2013. »Dilettantismus heute«, Statement und Paneldiskussion mit Vanessa Joan Müller und Vitus Weh im Rahmen der Veranstaltungsreihe What Would Thomas Bernhard Do, Kunsthalle Wien, 24.05.2013. »Kritik der Institution/Institution der Kritik: Kunst im Kontext«, Vortrag im Rahmen des Kolloquiums Kritik in der Krise? Kulturdiagnosen der Gegenwart, 6. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel in Verbindung mit der Universität Tübingen, Literaturarchiv Marbach, 27.-28.06.2013. »Das Erbe der Land Art«, Festvortrag zum Auftakt eines Workshops im Rahmen der Künstler- / DesignerFörderung der Studienstifung des Deutschen Volkes, Berlin, 16.09.2013. »Emancipated Spectators and Speculative Collectivities«, Vortrag im Rahmen der Konferenz Thinking on/of the Stage, Goethe-Universität Frankfurt / Mousonturm, 28.09.2013. »Open Museum: Politics of Institutions/Politics of Art«, Diskussion mit Krzysztof Pijarski, Muzeum Sztuki Nowoczesne, Warschau, 04.10.2013. Paneldiskussion mit Martin Gessmann, Hans Ulrich Reck, Ramón Reichert und Claudia Söller-Eckert (Leitung: Marc Ries) zum Thema »Expanded Narration, B III – Biennale des Bewegten Bildes, Frankfurter Kunstverein, 03.11.2013. Workshop zu »Die Kunst der Freiheit« mit Studierenden des Instituts für Politische Wissenschaft, RWTH Aachen, 15.11.2013. Paneldiskussion mit Caroline Douglas, Richard Hughes, Corin Sworn (Leitung: Àngels Miralda Tena) zum Thema »Installation Art Now: Theatre, Site, Object«, ICA London, 21.11.2013. Paneldiskussion mit Sonja Buckel, Robin Celikates, Teivo Teivainen (Moderation: Thomas Biebricher) zum Thema »Academia and Critique« im Rahmen der Tagung


Preise / Externes

213

Aktivitäten

Practices of Critique, Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« / Goethe-Universität Frankfurt, 07.12.2013.

am Widerstand. Politik im Zeitalter der Subjektivierung, 27.03.2014; Gastkommentatorin der Winterschool, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, 27.-29.03.2014.

Paneldiskussion mit Matthias Lilienthal, Kathrin Rhomberg (Moderation: Anna-Catharina Gebbers) über das Verhältnis von Spiel und Wirklichkeit bei Christoph Schlingensief, KunstWerke Berlin, 12.12.2013.

Veranstaltungsreihe

»On the Contemporaneity of Contemporary Art«, Vortrag und Workshop über Aesthetics of Installation Art, Sandberg Instituut Amsterdam (Masters Rietveld Academy), 13.01.2014.

Theoriekantine. Diskussionsreihe zu wechselnden philosophischen Themen mit Maria Muhle, Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton im Berliner Theater »Vierte Welt«.

Prof. Dr. Christian Janecke PUBLIKATIONEN

Leitung eines Workshops über Das kreative Subjekt. Zum Verhältnis von Subjektivierung und Ästhetisierung in Geschichte und Gegenwart, organisiert vom DFG-Graduiertenkolleg »Selbstbildungen«, Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, 24.01.2014.

»Wege zur Erübrigung heutiger Künstlertheorie«, in: E. Ehninger / M. Nieslony (Hrsg.): Theorie². Potenzial und Potenzierung künstlerischer Theorie, Berlin: Peter Lang Verlag (Reihe: Kunstgeschichten der Gegenwart), 149-158

»Unendliches Gespräch« über Die Kunst der Freiheit mit Tarun Kade am Theater Bremen, 27.01.2014.

»Abzüge vom Wald«, in: Album, Magazin für Fotografie #4 (Themenheft: »Mein Freund der Baum«), noch o. S.

»Andy Warhols Geisterwissenschaft. Über Outer and Inner Space«, Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Easier than Painting. Die Filme von Andy Warhol, Goethe Universität Frankfurt / Filmmuseum, 06.02.2014.

»Weit herumgekommen …« »Über den Mobilitätslook in der Gegenwartskunst« (engl. / dt.), in: Akten des 33. Internationalen Kunsthistorikerkongresses, CIHA, Nürnberg, 15.-20. Juli 2012, (zugl. 32. Wiss. Beiband zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums), Bd. 2, Nürnberg 2013, S. 696-698

Teilnahme am Symposium Vergegenwärtigung – Die verschwundenen Orte der Bonner Republik im Rahmen des deutschen Beitrags für die Architektur-Biennale Venedig 2014, Bonn, 10.03.2014. Teilnahme am Workshop Rechtfertigungsnarrative. Terror und Krieg im Kino, Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« / Goethe-Universität Frankfurt, 14.-15.03.2014. »Remarks on the Politics of Curating«, Vortrag in der Reihe The Visitor Talks: Pre-Ambulation and Retrospection, Center for Curatorial Studies at Bard College, Annandale-on-Hudson, 17.03.2014. »The Contemporaneity of Contemporary Art«, Vortrag Williams College / Clark Art Institute, Williamstown, 19.03.2014. Gallery Talk über Monika Baer im Williams College Museum of Art, Williamstown, 20.03.2014.

»Inneres Dolpo – Innere Fotografie« (engl. / dt.), in: Dierk Maass: Shades° of Dolpo, Heidelberg / Berlin: Kehrer 2013, o. S. Narrativer Grenznutzen. Format und Immersion beim 360°-Dome-Film (engl. / dt.). In Bernd Kracke / Marc Ries (Hrsg.): Expanded Narration. Das neue Erzählen. Begleitbuch zur B3-Biennale des bewegten Bildes 2013, Frankfurt am Main 30.1003.11.2013, Heidelberg: Kehrer 2013, S. 115-127 u. 109-121 »Selbstbefall, Fremdbefall, Bild des Befalls – das Werk von Jáchym Fleig«. In Kat.: KOLLATERAL. Jáchym Fleig, Stadt und Kunstverein Viernheim, 19.10.2013-16.11.2014, S. 34-45

»Ethical and Aesthetic Autonomy«, Vortrag im Rahmen der ACLA (American Comparative Literature Association), New York University, New York City, 21.-23.03.2014.

»Shaped canvas und shaped performance. Zur Tragweite der Form in der Kunst und über sie hinaus«. In: Hans Zitko (Hrsg.) : Theorien ästhetischer Praxis. Wissensformen in Kunst und Design. Köln / Wien / Weimar: Böhlau, 2014, S. 197-224

»Option Exit. Kleine politische Landkarte des Entzugs«, Vortrag im Rahmen der Winterschool Die Arbeit

»Selbstkuratierung, Ausstattungsverhältnisse, Bei-sichbleiben. Über einige in Vergessenheit geratene und einige


214

Visuelle Kommunikation

neuerliche Gepflogenheiten der Malerei.« In: Hans-Jürgen Hafner / Gunter Reski (Hrsg.): The Happy Fainting of Painting. Ein Reader über zeitgenössische Malerei. Köln: Verlag der Buchhandlung Walter König, 2014, noch o. S.

Produktgestaltung

Theorie

Eröffnungsrede für Klasse Adam Jankowski. Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, 3.5.2013 ›Cut‹ - Eröffnungsrede für Jens Trimpin. OPQ Mannheim, 9.4.2014

VORTRÄGE UND DISKUSSIONEN »Selbstkuratierung. Über Kunst vor dem Muster ebendieser Kunst.« Für Tagung: Muster im Transfer. Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, 4.-6. Dez. 2013

Prof. Dr. Martin Gessmann

Formeinschlüsse. »Shaped Canvas« als Paradigma eines gemeinschaftsformenden Theaterbaus der Moderne. Für: Zweiter Schweizerischer Kongress für Kunstgeschichte / Deuxième Congrès Suisse en Histoire de l’Art, (Section VIII: »Darstellung und Inszenierung von Gemeinschaften in den bildenden und performativen Künsten«), Lausanne (UNIL), 22. – 24. August 2013

Bücher:

PUBLIKATIONEN

»Wenn die Welt in Stücke geht. Warum wir philosophieren«, München / Paderborn (Fink-Verlag), Juni 2014. »Mit Nietzsche im Stadion. Der Fußball der Gesellschaft«, München / Paderborn (Fink-Verlag), Juni 2014.

Aufsätze: »Geometrische Allianzen. Vidal Sassoons Frisuren und künstlerische Entwicklungen« Mitte der 1960er Jahre. Für Ludwig Galerie Oberhausen, 28. Nov. 2013 »Verkröpfung, Aufwuchs, Ableitung, Selbsteinschluss. Vermögen der Linie bei Yves Netzhammer«. Für THE VIEW – CONTEMPORARY ART SPACE (Ausstllg.: »YVES NETZHAMMER«, Salenstein (CH), 6. Okt. 2013 »Bildsprache und Fotografie. Wer oder was spricht da eigentlich? für LEICA-Tagung«, Gießen 17.9.2013 »Expaaaaaaaaaanded Narration. Über gestretchte Sujets und die Bewegungsförmigkeit auch unbewegter Bilder«. Für B3 Biennale des bewegten Bildes, Frankfurter Kunstverein 31.10.2013 Lecture für die Klasse Jochem Hendricks (AdBK Nürnberg). basis Frankfurt (Elbestraße), 3.5.2014

Eröffnungsreden und Künstlergespräche: Eröffnungsrede zur Fred Thieler-Retrospektive. Kunstsammlungen Chemnitz, 24.5.2014 Opening speech / Fulldome Film Presentation. Für b3 Biennale des bewegten Bildes, Weißfrauen Diakoniekirche, Frankfurt am Main, 31.10.2013 Eröffnungsrede für Klasse Tomma Abts (Kunstakademie Düsseldorf) & Klasse Christa Näher (Städelschule Frankfurt a. M.). Art Space Rhein Main, Offenbach a. M., 11.10.2013 Edgar Diehl – ›Der ewige Ruf der Wälder‹ – CJ im Gespräch mit Petra Roth. Kunsttreppe, Hospital zum Hl. Geist, Frankfurt a. M., 3.11.2013

»Das Ende der Einbildungskraft? Phantasie und Wahrnehmung im Spiegel neuer Kino-Technologien«, erscheint in: M. Clemenz, H. Zitko, M. Büchsel, D. Pflichthofer (Hg.), IMAGO, Bd. 3, Gießen 2014. »Der Phantom-Ball«, erscheint in: Form, 10.06.2014. »Max Weber und das Ende der Geisteswissenschaften«, in: Philosophische Rundschau Band 61, (2014) Heft 2, S. 140-166. »Die politische Philosophie Frankreichs in der Krise«, in: Deutsch-Französisches Institut (Hg.), Frankreich Jahrbuch 2013, Berlin 2014, S. 29-42. »Willi Buchers OLED-Box und die Höhlenausgänge der Philosophie«, in: Merck KGaA (Hg.), Lighting Up the future. The Emergence of OLED. (Reihe: displaying futures), Frankfurt 2014, S. 113-123. »Heidegger really goes America. Don Ihde und das Erbe kontinentaler Technikphilosophie«, Review-Essay, in: Philosophische Rundschau Band 61, (2014) Heft 1, S. 67-77. »Die Rückkehr des Realismus. Wie aus einer philosophischen Stimmung Literatur wird«, in: Fr. Reents/ B. Meyer-Sickendiek, Stimmung und Methode, Tübingen 2013, S. 43-59. »Transmediales Storytelling und die neue Produktsprache im Film. Oder: Was geschieht, wenn sich auch noch die Dinge zu Wort melden«, in: B. Kracke/M. Ries (Hg.), Das neue Erzählen, Bielefeld 2013, S. 251-267. Englische Übersetzung: »Transmedia Storytelling and New Product Language in Film. Or: What happens When Objects Even Speak«, in: B. Kracke/M. Ries (Hg.), Das neue Erzählen, Bielefeld 2013, S. 235-249.


Preise / Externes

215

Aktivitäten

»Die Rückkehr des Analogen. Eine philosophische Betrachtung zur ästhetischen Gegenwart«, in: H. Zitko (Hg.), Theorien ästhetischer Praxis. Wissensformen in Kunst und Design (Schriften der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main), Köln, Weimar, Wien 2014, S. 75-98.

»Conceptual Design by doing«, Vortrag, Guangzhou Academy of Fine Arts (GAFA), Guangzhou/China,  5. März 2014

»Vom Ende der Macht des Deklarativen. Michel Foucault nach der Postmoderne«, in: Ekkehard Felder (Hg.), Felder, Ekkehard (Hrsg.): Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen. VIII/387 S. - Berlin / New York: de Gruyter, 2013., S. 225-246.

»Identity in a crossmedia world«, Vortrag, Chongqing Jiaotong University, Chongqing/China, 26. März 2014

»The way to create a new brand«, Vortrag, Shenzhen Imagram Graphic Design, Shenzhen/China, 3. März 2014

»Expanded Narration«, The B3-Biennale of Moving Image, Vortrag, National Chiao Tung University (NCTU), Hsinchu/Taiwan, 26. Dezember 2013

VORTRÄGE »Philosophie und Fußball. Oder: wie aus einem Sport ein Gesellschaftsmodell wurde«, gehalten in der Staatliche Kunsthalle Karlsruhe am 21.05.2014 »Produktsprache im 21. Jahrhundert«, gehalten bei der Tagung Re/Set der HfG Offenbach am 17.5.2014 »Mensch – Auto – Gott«, gehalten am Drive-it-Day, Museum für für Angewandte Kunst Köln, 26.04. 2014. »OLED und Zukunft im Design«, gehalten zur Vorstellung des Buches »Lighting Up the future. The Emergence of OLED’ am Museum für angewandte Kunst in Frankfurt, am 2.4.14 »The inscrutability of the very notion of the copy«, Vortrag beim workshop des Exzellenz-Cluster Asia Europa der Ruprecht Karls-Universität Heidelberg »The Transformative Power of the Copy« am 15.02.2014. »Kann man die bessere Welt 3D drucken?«, Vortrag bei der Tagung »Die Politik der Maker« bei der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF) am 22. November in Hamburg

Prof. Klaus Hesse VORTRÄGE »Identity in a crossmedia world«, Vortrag und Podiumsdiskussion, Shantou University, Shantou/China  31. März 2014 »Conceptual Design by doing«, Vortrag, Nanjing University of the Arts (NUA), Nanjing/China, 21. März 2014 »Expanded Narration«, The B3-Biennale of Moving Image, Vortrag, South China University of Technology (SCUT), Guangzhou/China, 6. März 2014

»Between poetic and reason«, Keynote, 7th National Forum for Education of Visual Communication Design, China Academy of Art (CAA), Hangzhou/China,  29. November 2013  »Expanded Narration«, The B3-Biennale of Moving Image, Vortrag, China International Poster Biennale Graphic Design Senior Forum, China Academy of Art (CAA), Hangzhou/China, 28. November 2013 »Expanded Narration«, The B3-Biennale of Moving Image, Vortrag, Central Academy of Fine Arts (CAFA), Media Lab, Beijing/China, 2. November 2013 »Print dies. Print lives«, Vortrag, Queensland Universtity of Technology (QUT), Brisbane/Australia,  29th of August 2013 »Identity in a cross-media world«, Vortragsserie in Shanghai/China: Shanghai Institute of Visual Art, Fudan University, 26. März 2013, School of Art and Design of Shanghai Institute of Technology, 27. März 2013, Fine Arts Department of the East China Normal University, 27. März 2013, Fashion & Art Design Institute of Donghua University, 28. März 2013  WORKSHOPS UND VISITING PROFESSORSHIPS »Branding«, Workshop, Shantou University, Shantou/ China, 31. März bis 3. April 2014 »Pointed«, Workshop, Nanjing University of the Arts (NUA), Nanjing/China, 7.-21. März 2014 »Books like a movie«, Workshop, Jingren‹s Paperlogue, Beijing, 20.-22. Februar 2014 »The task«, Visiting Professor at the Cape Peninsula University of Technology (CPUT), Cape Town/South Africa, 22. bis 28. September 2013


216

Visuelle Kommunikation

»Visual Communication«, Visiting Professor at the Griffith University Brisbane/Australia, Queensland College of Art, South Bank, 31st of July until 16th of September 2013  »Uniqueness«, Workshop, Cape Peninsula University of Technology (CPUT), Cape Town/South Africa, 18. bis 22. Februar 2013

Prof. Dipl.-Phys. Werner W. Lorke

Produktgestaltung

Respondent zum Vortrag von Prof. Klaus Overmeyer, »Radar: der Kongress. Frankfurt kreativ entwickeln«, Haus am Dom, 19. Juni 2013 Moderation der Podiumsdiskussion zur Zukunft der Hochschule für Gestaltung (HfG), HfG, 29. August 2013 Podiumsdiskussion »Fenster zur Kunst«, Forum für Kunst und Kultur der Sozialdemokratie in Hessen e.V, Mousonturm, Frankfurt, 14. September 2013

VORTRÄGE

Prof. Frank Georg Zebner

»Energy-Mapping« (im Rahmen Climate KIC Summerschool der Provadis Hochschule mit Energie-Referat der Stadt Frankfurt 17.9.2013)

VORTRÄGE

Prof. Dr. Kai Vöckler PUBLIKATIONEN

Bücher: »Die Welt als Stadt. Ein Raumbild des 21. Jahrhunderts«, Berlin 2014

Aufsätze: »Schauplatz aller Künste«, in: Susanne Märtens, Hannes Böhringer (Hg.), »Vorsicht Wagnis! Kunst/Wissen/Forschen«, Nürnberg 2013 »Was ist die Neustadt wert? Zukunftsszenarien für Halle-Neustadt«, in: Peer Pasternack (Hg.), »50Jahre Streitfall Halle-Neustadt. Halle 2014«, Halle 2014 »Ort der Gestaltung«, in: Hans Zitko (Hg.), »Theorien ästhetischer Praxis, Wissensformen in Kunst und Design«, Wien, Köln, Weimar 2014 VORTRÄGE, MODERATIONEN, PRÄSENTATIONEN Sprecher des Architektursommers Rhein-Main Moderation der Diskussionsveranstaltung »80 Jahre Bücherverbrennung auf dem Schlossplatz«, HfG Offenbach, 22. Mai 2013 »Wechselwirkungen zwischen Kultur- und Kreativszene und Stadtentwicklung«, Vortrag, Workshop und Symposium New Design University St. Pölten, 29. Mai 2013

Theorie

»Von der Vision zum Produkt«, Vortrag auf der Tagung »Zukunftsfaktor Design - innovativ. erfolgreich. wettbewerbsfähig«, veranstaltet von der IHK Offenbach und dem Rat für Formgebung Frankfurt in der Industrie- und Handelskammer Offenbach, 27.6.2013. »Design Research«, Vortrag am College of Humanities and Social Science der National Chiao Tung University in Hsinchu (Taiwan), 23.9.2013 »Design Research«, Vortrag am Department of Industrial Design der National Taipei University of Technology in Taipei (Taiwan), 1.10..2013 »Technical Products« Vortrag vor der Fakultät der School of Design an der CAFA Central Academy of Arts in Beijing (China), 11.9.2013 Vortrag an der School of Arts an der Beijing University in Beijing (China), 14.11.2013 »Technical Products«, Vortrag und Diskussion mit Designern im Design Center der Guangdong Industrial Design City in Shunde (China), 15.11.2013. »Designprozesse verändern mit generativen Techniken«, Vortrag auf dem Abschlussforum der Reihe »Material formt Produkt II/ Materialien für die ressourceneffiziente additive Produktion« der Aktionslinie Hessen Nanotech des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung auf der Euromold 2013 Messe Frankfurt, 5.12.2013. WORKSHOPS, AUSSTELLUNGEN

»Kreativität als Entwicklungsressource? Das Beispiel Offenbach«, Vortrag, Beitrag zur Pecha Kucha-Veranstaltung des Deutschen Architektur Museums auf dem 7. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklung, Mannheim, 17. Juni 2013

»Syntax of Design«, Workshop am Graduate Progamme des Department of Design am College of Humanities and Social Science der National Chiao Tung University in Hsinchu (Taiwan), 24.9.2013 bis 27.9.2013 »The Knot«, Workshop am Department of Industrial


Preise / Externes

217

Aktivitäten

Design der National Taipei University of Technology in Taipei (Taiwan), 28.9.2013 bis 6.10.2013 »Bejing City Face«, Workshop am CAFA Media Lab als Visiting Professor – unterstützt von Prof. Fei Jun, Professor für Medienkunst an der CAFA Central Academy of Fine Arts in Beijing (China), 11.11.2013 bis 13.11.2013.

»Im Dunkeln sehen wir die Sterne. Über das Verhältnis von Licht, Ware und Gemeinschaft«. Beitrag für das Künstlerbuch »FAMED. As if nothing happend« als Publikation des Kunst-am-Bau Projektes der Höfe am Brühl in Leipzig 2013/2014. Famed Books 2014, D: S. 34-41, E: 72-80

Ausstellung der gestalterischen Forschungsarbeiten entstanden im Lehrgebiet Technische Produkte und Produktsysteme von Prof. Frank Georg Zebner auf der Euromold 2013 Messe Frankfurt, 12.2013 bis 6.12.2013

Ohne Titel (Immanenz). Beitrag für den Katalog von Stefan Guggisberg, »Beginn«. Berlin: MMKoehn Verlag 2013, D: S. 29-32, E: 33-36

Ausstellung über das Lehrgebiet Technische Produkte und Produktsysteme von Prof. Frank Georg Zebner anlässlich des Workshops »Beijing City Face« an der CAFA Central Academy of Arts in Beijing (China), 11.11.2013 bis 13.11.2013

Prof. Dr. Marc Ries

»Portrait of a Unity«. 19.06.2013. Teilnehmende Anmerkungen. Beitrag für den Katalog von Jonas Englert zur Ausstellung »Unity« im 1822-Forum. Frankfurt/M. 2013 VORTRÄGE »Kabel. Anmerkungen«. Vortrag im Programm der Ausstellung »Connecting Sound Etc. Cable Works, Cable Sounds, Cables everywhere, freiraum quartier21 INTERNATIONAL, MuseumsQuartier Wien, 6.06.2014

PUBLIKATIONEN

Bücher: Neues Erzählen / Expanded Narration. Hg., gemeinsam mit Bernd Kracke, für die Biennale BIII, Festival of the Moving Image. Bielefeld: transcript Verlag 2013 Textbeitrag: Erzählen im Netz / Online Narration. S. 29-43

Texte: »Figurationen schicklicher Bilder. Überlegungen zu ›Living a beautiful Life‹ von Corinna Schnitt«. In: Ilka Becker; Heike Klippel (Hg.), »How Do You Imagine a Beautiful Life?« Die Fremdheit des Alltäglichen im Werk von Corinna Schnitt. Frankfurt a.M., Basel: Stroemfeld, vorauss. Erscheinen Sommer 2014 »Anmerkungen zu einigen Voraussetzungen in den Arbeiten von Ornella Fieres«. Beitrag für den Katalog »Not Found. An Exploration of Space by Ornella Fieres«: Stiftung der Frankfurter Sparkasse 1822. Frankfurt am Main 2014

»Massmedia et nouvelle narration«. Vortrag auf dem Colloque International »Perspectives du cinéma et de l´audiovisuel dans un monde arabe en devenir«, Sidi Bousaïd, Tunisie, 11. – 12. April 2014 »Von magischem und phatischem Konsum mit Neuen Medien«. Vortrag auf dem Workshop »Konsumobjekte im bewegten Bild, Bildkonsum und Bildproduktion«, 20. – 21. Januar 2014, Goethe Universität Frankfurt am Main, Institut für Kunstpädagogik, im Rahmen des Verbundprojekts »Konsumästhetik – Formen des Umgangs mit käuflichen Dingen«, gefördert von der VolkswagenStiftung »Die Kunst der Angst«. Vortrag auf der Tagung »Produktives Unbehagen« der Kunsthalle Wien, 11.1.2014, überarbeitet publiziert in: Imago. Interdisziplinäres Jahrbuch für Psychoanalyse und Ästhetik, Band 3 Vortragsreihe ars quaerendi Sommer 13 mit Julika Rudelius und Robert Pfaller.

»Design und DeSign«. In: Hans Zitko (Hg.), Reflexionen ästhetischer Praxis. Wissensformen in Kunst und Design. Böhlau-Verlag 2014, S. 185-195

Winter 13/14, »ALGO-RHYTHMEN. Wege des abstrakten Bildes in der Gegenwart«. Gemeinsames Seminar mit Alex Oppermann und als special guest Rainer Kohlberger (Medienkünstler, Berlin)

»Studiose Welten. Zur Logik eines Raumes«. In: Barbara Büscher; Verena Elisabeth Eitel; Beatrix von Pilgrim (Hg.), Raumverschiebung: Black Box - White Cube, Hildesheim: Olms 2014, S. 201-210

Herbst 2014 Mitgründung der Arbeitsgruppe »Institutionen-theoretische Analyse und experimentelle Neugestaltung der HfG« und der Arbeitsgruppe und Vorlesungsreihe »NS-Geschichte der HfG Offenbach«.

»10 Thesen zur Leitdisziplin Graphik Design – aus kulturtheoretischer Perspektive«. Beitrag für Babel #2 ›so social‹, Typographie-Symposion, konzipiert von Sascha Lobe, 26.11.2013.


Diplome


220

Visuelle Kommunikation

karolin back Was ist eine Sekunde, wenn neben ihr die Welt steht?

Das Matterhorn, unser Prototyp des Berges, ist ein gefährliches Kliff klischeebeladener Nichtfotografierbarkeit. Karolin Back schafft in der Überlagerung eines Fotonegativs und eines Positivfilms eine gegenseitige Auslöschung beider Bilder. Wie zwei gegenläufige Wellen eliminieren sie sich oder steigern sich zu doppelter Höhe. Der Betrachter navigiert durch den Raum, und befindet er sich im Projektionsstrahl, offenbart der Schatten plötzlich die Realität der Bildwelten. Einerseits löscht er die Projektionen aus, andererseits wird so erst das Gegenbild sichtbar. Die beiden Projektionen sind wie zwei konkurrierende Leuchttürme, die mit gegensätzlicher Richtungsangabe nicht mehr einen sicheren Hafen markieren. Das Tafelbild der festen Positionsfeuer der Zentralperspektive verschwindet am Horizont und uns wird klar, dass wir uns auf dem schwankenden Wellen der Weltmeere befinden. Text: Martin Liebscher


221

Diplome

karoline back What is a second, if the world stands besides you?

The Matterhorn, our prototype of the mountain, is a dangerous clichĂŠ-laden cliff that is seemingly impossible to photograph. Karolin Back creates the superposition of a photographic negative with a positive film, a mutual

cancelling out of both images. Like two counter-rotating waves, they eliminate or rise to double their height. Should viewers find themselves within the projection beam, as they navigate themselves through the space, a shadow would suddenly reveal the reality of the visual world. On the one hand, it eliminates the projections, on the other, only the counter image is visible. The two projections are like two competing

lighthouses facing opposite directions that no longer indicate a safe harbour. The panel of the fixed lighting position of the central perspective disappears on the horizon and we realize that we find ourselves on the fluctuating waves of the oceans. Text: Martin Liebscher

Prof. Martin Liebscher (Praxis / practice) Prof. Dr. Marc Ries (Theorie / theory)


222

Produktgestaltung

tina blau Handschweißextruder Milan 1.22.

Mit einem Handschweißextruder werden Kunststoffelemente permanent gefügt. In der Produktion hat das Kunststoffschweißen heute eine ähnliche Relevanz wie das Schweißen von Metallen. Die existierenden Extruder besitzen ergonomisch und funktional keine optimalen Eigenschaften. Diese herauszuarbeiten und gleichzeitig mit einem durchdachten technischen Aufbau die Ausmaße und das Gewicht des Werkzeuges zu minimieren, und diese Vorteile in der formalen Gestaltung des Werkzeuges widerzuspiegeln, war das Ziel meiner Arbeit. Eine einfache und verständliche Handhabung stand dabei im Fokus der Form- und Farbgebung und führte so zu einer klaren Anzeichenfunktion. Kooperationspartner: Frank GmbH


223

Diplome

tina blau Manual welding extruder Milan 1.22

Plastic items are joined permanently with a manual welding extruder. In production methods today, the welding of plastics has a similar application as with the welding of metals. The existing extruders have no optimal ergonomic and functional properties. The goal of my work is to improve these aspects, while minimising the dimensions and weight of the tool with a considered technical structure, and to reflect these benefits in the formal design. A simple and understandable handling was placed in the focus, when dealing with form and colour. This led to a clear functional outcome. Cooperation partner: Frank GmbH

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Bernhard E. B端rdek (Theorie / theory)


224

Visuelle Kommunikation

gonzalo arilla bielsa mw

In MW nimmt der Roboter ment a.i (gesprochen von Jörg Ritter) neben den humanoiden Charakteren Mela und Wadim (gespielt von Nadine Dubois und Ulrich Faßnacht) die dritte Hauptrolle ein. In Anlehnung an die erste Schachpartie, spielen Wadim und ment die Züge von Gari Kasparow und Deep Blue nach. Ein Szenario, das in keinem Science Fiction-Film mit einer künstlichen Intelligenz fehlen darf! MW konzentriert sich entgegen dieser Erwartung auf die Umstände, die dazu führen, dass Wadim und MENT sich in einer fullereneförmigen Makroporterkapsel ins Quanten-Vakuum teleportieren, um Melas Lieblingsblume in die Realität zurückzuholen. Mit: Nadine Dubois als Mela, Ulrich Faßnacht als Wadim und Jörg Ritter als MENT a.i

Stab: Buch, Regie & Schnitt: Gonzalo Arilla Bielsa Kamera: Matthias Lawetzky Licht: Max Eichhorn 3D-Artist: Matthias Wolf Semiotik: Edvinas Zukauskas Musik: Herrmann Laven Szenenbild: Nils Wildegans, Cornelia Marschall, Jaqueline Stevens, Markus Bujak Gefördert mit Mitteln der Hessischen Filmförderung (HFF)


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Diplome

gonzalo arilla bielsa mw

In MW, the robot ment a.i (spoken by Jörg Ritter) takes the third leading role, together with the humanoid characters Mela and Wadim (played by Nadine Dubois and Ulrich Faßnacht). In the style of the first chess party, Wadim and ment play the moves made by Gari Kasparow and Deep Blue. A scene that should not be missing in any science fiction film involving artificial intelligence! MW focuses on countering this expectation of the conditions that lead to the teleportation of Wadim and MENT in a fullerene-shaped macro porter capsule into quantum vacuum, in order to bring Mela’s favourite flowers back into existence.

Crew: Script, direction and editing: Gonzalo Arilla Bielsa Camera: Matthias Lawetzky Light: Max Eichhorn 3D artist: Matthias Wolf Semiotics: Edvinas Zukauskas Music: Herrmann Laven Stage design: Nils Wildegans, Cornelia Marschall, Jaqueline Stevens, Markus Bujak Supported by the Hessen Film Fund

With: Nadine Dubois as Mela, Ulrich Faßnacht as Wadim and Jörg Ritter as ment a.i

Prof. Rotraut Pape (Praxis / practice) Prof. Dr. Burghart Schmidt (Theorie / theory)


226

Produktgestaltung

franziska bock cella

Das modulare Aufbewahrungssystem CELLA lässt Lebensmitteln in funktionaler und in ästhetischer Hinsicht einen eigenen Stellenwert in der Küche zukommen. Es besteht aus neun Einzelelementen, die auf die vielseitigen Anforderungen der Aufbewahrung eingehen. In Analogie zur Vielfalt von Lebensmitteln und deren Lagerbedingungen bestehen die Module aus unterschiedlichen Materialien und beinhalten verschiedene Behältnisse. Durch CELLA werden frische Lebensmittel nicht länger in Schränken versteckt, sondern stehen als elementare Grundlage der Ernährung im Mittelpunkt der Küche.

franziska bock cella

The modular storage system, CELLA, allows foodstuffs to take on their own functional and aesthetic qualities in the kitchen. It consists of nine individual elements that respond to diverse storage demands. Analogous to the variety of foodstuffs and their storage conditions, the modules consist of different materials and involve various containers. With CELLA, fresh foodstuffs will no longer be hidden away in cabinets. Instead they assume an elementary basis in nutrition and the centre of attention in the kitchen.


227

Diplome

Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


228

Visuelle Kommunikation

carina böhler Loops

Die Rauminstallation zeigt auf neun nebeneinander hängenden Bildschirmen permanent wechselnde, zehnsekündige Gif-Loops, die jeweils die Aufmerksamkeit auf sich ziehen (und sich so gegenseitig ablenken). Die aus vier bis 2O Einzelbildern bestehenden, stopmotionartigen Hybride zwischen Bild und Film, spielen mit den Seh- und Rezeptionsgewohnheiten in einer von Reizüberflutung geprägten Umgebung. Die Arbeit bietet verdichtete Zerstreuung und macht Kurzweil und Ablenkung bewusst von der Neben- zur Hauptsache. Das Gif-Format besitzt Aktualität, da medial übermittelten Informationen oft nur ein Minimum an Zeit zur Verfügung steht. Die stark verkürzte, komprimierte Erzählweise des Formates wird in diesem Zusammenhang zu einem relevanten gestalterischen Experimentierfeld.

carina böhler Loops

The installation displays constantly changing, ten-second gif loops on nine screens that hang side by side, each drawing attention to themselves (yet also distracting from one another). The existing four to twenty individual images, a stop motion-like hybrid of image and film, play with visual and receptive habits in an environment marked by sensory overload. The work provides condensed disarray and intentionally turns amusement and distraction from a secondary to a primary issue. The GIF format has relevance, because information transmitted via the media is often only available for a minimum amount of time. The highly shortened, compressed narrative of the format becomes a relevant field of creative experimentation in this context.


229

Diplome

Prof. Klaus Hesse (Praxis / practice) Prof. Dr. Hans Zitko (Theorie / theory)


230

Produktgestaltung

stephan brühl 3D- / 4D-Wirbelsäulen- und Haltungsvermessung

In Zusammenarbeit mit der Firma Diers International GmbH sind zwei Geräte im Bereich lichtoptischer, medizinischer Messtechnik entstanden. Statico 3D ist eine Low-Budget-Version, die aus leichtem Aluminium und Rapid-Manufacturing-Teilen besteht. Formetric 4D ist die zugehörige High-End-Variante, die mit dem Mammut-Stereolithographie-Verfahren komplett aus einem Stück 3D gedruckt wurde. Die sehr dünne Wandstärke ist mit einer rautenförmigen Struktur verstärkt und ergibt einen Kanal, der die perfekte Analogie zur menschlichen Wirbelsäule bildet.

stephan brühl 3D / 4D Spinal and Postur Measrement

In cooperation with the company Diers International GmbH, two devices have emerged in the field of optical medical measuring technology. Statico 3D is a low-budget version, which is made of lightweight aluminium and Rapid Manufacturing parts. Formetric 4D is the related high-end variant, which was printed entirely from one piece in 3D with Mammoth Stereolithography. The very thin wall thickness is reinforced with a diamond-shaped structure, resulting in a channel that forms the perfect analogy for the human spine.


231

Diplome

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Bernhard E. B端rdek (Theorie / theory)


232

Visuelle Kommunikation

mira bussemer o.t.

Wenn man in den Raum tritt und die Türe hinter sich schließt (mit Achtsamkeit, denn sofort verspürt man Respekt), betritt man eine äußerst dichte Situation. Neonröhren an der hinteren Wand des Raumes, ein großes Rechteck grauen Teppichs, darauf sieben Kinder in Strümpfen, ihre Schuhe um den Teppich herum verteilt. Zwischen ihnen ein großer Karton, in dem ohne Weiteres ein Mensch Platz haben könnte. Der überraschend stabile Gesang der Kinder wird von einem gleichmäßigen, schweren Basston kontrapunktiert, der den Raum zu einem Klangkörper auszudehnen scheint. Den

Kindern ist ihre Anstrengung anzusehen, trotzdem wirken sie in keinem Moment ausgeliefert. Es entsteht eine bemerkenswerte Spannung zwischen der stetigen Wiederholung ihres Liedes und der Greifbarkeit ihres über die Zeit ausgedehnten Verweilens in dieser Situation. Es fällt schwer, wieder zu gehen.


233

Diplome

mira bussemer Untitled

On stepping into the room and closing the door behind one (with mindfulness and an immediate sense of respect), one enters a very dense environment. Neon lamps can be seen on the far wall of the room, as well as a large rectangular grey carpet on the floor on which seven children are dressed in stockings with their shoes strewn on the carpet. Between them lies a large box, which someone may have spontaneously placed. The surprisingly constant singing of the children is counter-pointed by a steady,

heavy bass, which seems to turn the room into a sound body. The children’s effort is noticeable, yet they do not at any time appear as though they are left to the mercy of the situation. The result is a remarkable tension between the constant repetition of their song, and the tangibility of their lingering over an extended period of time. It feels hard to return.

Text: Anja Nowak

Prof. Wolfgang Luy (Praxis / practice) Prof. Dr. Juliane Rebentisch (Theorie / theory)


234

Visuelle Kommunikation

janina conner monotown

Ewige Autofahrten auf schnurgeraden Straßen, die bis zum Horizont reichen: Willkommen in Amerika! Die meisten Amerikaner leben – fernab vom Tourismus – in Auto dominierten Metropolregionen ohne Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wahrnehmung und das Körpergefühl werden durch das Automobil beeinflusst. mOnOtOwn erzählt von der besonderen Perspektive einer außerordentlich autodependenten Gesellschaft und lädt dazu ein, sich mit der eigenen Sichtweise kritisch auseinanderzusetzen. Die ganze Geschichte auf: janinaconner.de/monotown


235

Diplome

janina conner monotown

Endless drives on straight roads that extend into the horizon: Welcome to America! Most Americans live in car-dominated metropolitan regions, far away from tourism and without access to public transportation. It is not only the environment that is influenced by the automobile, but also one’s perception and physical well-being. mOnOtOwn tells of the unique perspective of an extraordinarily auto-dependent society and invites one to critically to grapple with one’s own point of view. The whole story can be found at: janinaconner.de/monotown

Prof. Eike König (Praxis / practice) Prof. Dr. Hans Zitko (Theorie / theory)


236

Produktgestaltung

daniel daub Wachsen Chicken-Nuggets auf Bäumen?

945 Hühner isst der Deutsche durchschnittlich in seinem Leben. Das didaktische Mittel Wachsen Chicken-Nuggets auf Bäumen? besteht aus einer Arbeitsstation, Anleitungen, Illustrationen und teils vorgegebenen Materialien. Lehrerinnen und Lehrern wird so die Durchführung eines umfassenden Schulprojekts erleichtert, welches das Wissen über Nahrungsproduktion vermittelt. Die Arbeit gibt dabei nur den Rahmen vor und ermöglicht eine individuelle, den jeweiligen Lern- und Lehrbedingungen angepasste Durchführung von Projekten. Durch positives Feedback werden Kinder für die Lebewesen sensibilisiert und können dadurch ein differenziertes Verständnis für Nutztierhaltung und Ernährung entwickeln.


237

Diplome

daniel daub Do Chicken Nuggets Grow on Trees?

Germans eat on average 945 chickens in their lifetimes. The didactic project, Do Chicken Nuggets Grow on Trees?, consists of a workstation, instructions, illustrations, and partly specified materials. Teachers are thus alleviated in the implementation of a comprehensive school project, which provides knowledge on food production. It is intended to only present a framework in which to work and allows the individual to adapt its implementation for particular learning and teaching conditions. Through positive feedback, children are sensitised to living creatures and can therefore develop a sophisticated understanding of animal husbandry and nutrition.

Prof. Petra Kellner (Praxis / practice) Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


238

Produktgestaltung

douglas da silva costa MODUL.A

Das Erscheinungsbild der heutigen Küche ist das Resultat des Kompromisses zwischen Geräte- und Möbelindustrie. Man kann es auch als die symbiotische Konvergenz zwischen Arbeits- und Lifestyle-Objekten im selben Raum betrachten. Beide Richtungen haben ihre eigenen Ansprüche und zwingen die beiden Industrien, nach universellen und generischen Lösungen zu streben. Große Innovationen können dabei jedoch nicht entstehen. Diese zwei Welten müssen als ein geschlossenes System betrachtet werden, und zwar in Hinsicht auf die Ansprüche des Nutzers, so dass man über die weitere Entwicklung der Küche sprechen kann. MODUL.A hätte in Zusammenarbeit mit keiner anderen Marke als Gaggenau entwickelt werden können, in deren Werte sich die Projektidee nahtlos einfügt.

Das System besteht aus drei Teil-Familien: dem Fundament (Basisstruktur und Anbindung an die Haushaltsnetze), Boxen (für Aufbewahrung, Waschen, Backen und Kühlen) und Flächen (Arbeitsfläche mit eingebauten Kochgeräten). Alle Komponenten leiten Strom und Wasser und halten sie zuverlässig voneinander getrennt. Die Elemente wurden mit Hilfe des Soft-Kill-Option-Verfahrens gestaltet, so dass sie wenig Material verbrauchen und trotzdem die maximale physische Leistung erbringen. Schließlich wurde für MODUL.A nach einem Erscheinungsbild gesucht, das den Werten der Marke Gaggenau entspricht, und das die Lebendigkeit filigraner Regale und die Ruhe und Wertigkeit präsenter Geräte in einer klaren Linie verbindet.


239

Diplome

douglas da silva costa MODUL.A

The appearance of today’s kitchen is the result of a compromise between the appliance and furniture industries. One can also see it as the symbiotic convergence between work and lifestyle objects. Both areas have their own demands, and force the two industries to strive for universal and generic solutions. However, major innovations cannot take place in such a situation. These two worlds must be considered as a closed system, in regard to the demands of the user, in order that one can consider the further development of the kitchen. MODUL.A could never have been developed in collaboration with any other brand than Gaggenau, in whose values the project idea fits seamlessly.

The system consists of three sub-groups: the foundation (base structure and link to the household nets), boxes (for storage, washing, baking and cooling) and surfaces (work surface with built-in cooking appliances). All components conduct electricity and water and keep them separated from each other reliably. The elements were designed with the aid of the SoftKill-Option process, so they use less material and still provide the maximum physical performance. Lastly an image was sought for MODUL.A that corresponds with the values of the Gaggenau brand, combining the dynamism of filigree shelves with the tranquillity and significance of devices present in a clear line.

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Sven Baacke, Head of Brand Design, Gaggenau (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


240

Produktgestaltung

lilian dedio Sound Textil

Die Klanginstallation Sound Textil nutzt die Eigenschaften von Metallfäden in einem Textilgewebe. Metall ist leitfähig und kann ferromagnetische Eigenschaften besitzen. Ein einzelner Metallfaden spielt hier die Rolle des Initiators und Bewegers, der Information in Bewegung umsetzt. Das Textil besitzt Qualitäten wie Leichtigkeit, Beweglichkeit, und Geschmeidigkeit und dient als Membran, die vom Metalldraht bewegt wird. In der Verbindung interagieren und reagieren die beiden Materialien aufeinander und eröffnen völlig neue Funktionsmöglichkeiten. Das Magnetfeld, das ein analoges Audiosignal in dem durchwobenen Metalldraht im Textil erzeugt, stößt sich rhythmisch von einem zweiten Magnetfeld in seiner Umgebung ab. Das Textil gibt diese mechanische Schwingung an die Luft weiter – es entsteht hörbarer Schall, die Materialkombination wird zum funktionalen und technisch ästhetischen Klangprodukt

lilian dedio Sound Textil

The sound installation Sound Textil uses the material properties of metal threads in a textile fabric. Metal is conductive and can have ferromagnetic properties. Here a single metal thread plays the role of initiator and mover, translating information into movement. The textile, which is light, flexible and supple, serves as a membrane that is being moved by the metal wire. In this combination the two materials interact with and react to each other, opening up completely new functional capacities. The magnetic field, which produces an analogous audio signal in the textile shot through with metal wire, is rhythmically repelled by a second magnetic field in its vicinity. The textile transmits these oscillations to the air and an audible sound is produced. The combination of materials becomes a functional and aesthetic sound product.


241

Diplome

Prof. Dr. Markus Holzbach (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


242

Visuelle Kommunikation

dorothee diebold o.t.

Meine Malerei bewegt sich zwischen Figuration und Abstraktion. Mich interessiert die inhaltliche und formale Auflösung und Zersetzung von scheinbaren Ideal- und Klischeebildern. Ich gehe meistens von Bildern aus, die medial vermittelt werden. Diese dienen mir als Ausgangsmotive, welche von mir zerteilt und auf der Leinwand collagenartig zu neuen Kompositionen

zusammengesetzt werden. Außerdem möchte ich mit den Figuren auf meinen Bildern keine Geschichte erzählen, damit diese sich nicht über die Möglichkeiten der Malerei stellt. Schon bei zwei Figuren auf der Leinwand kann sich schnell eine Story einschleichen, die oft in elender Langeweile endet. Um die Geschichte zu unterbinden, zersetze oder verforme ich die Figuren in abstrakte Strukturen.


243

Diplome

dorothee diebold Untitled

My painting alternates between figuration and abstraction. I am interested in the dissolution of form and content, as well as in the disintegration of apparently ideal and clichĂŠd imagery. I usually start with images I find in the media and take them further. They act as starting motifs,

which I cut up and use to create new compositions on the canvas, like a collage. Further, I do not want to tell a story with the figures in my paintings, so this does not affect the potential of painting. A narrative can creep in even with two just figures on the canvas and this often ends in utter boredom. In order to prevent a narrative from appearing, I distort the figures into abstract structures.

Prof. Adam Jankowski (Praxis / practice) Prof. Dr. Marc Ries (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

eva eich Der Code ist die Bindung Jacquardgewebe, 144 x 240 cm 100% Merinowolle

Der Code ist die Bindung ist ein gewebtes Bild, das aus der intensiven Beschäftigung mit dem digitalen Medium der Weberei entstanden ist. Bei genauem Hinschauen erschließt sich dem Betrachter, dass das Gewebe aus hunderten von QR-Codes verschiedener Größen besteht. Der QR-Code, der in seiner Struktur große Ähnlichkeit mit Gewebenotationen aufweist, wurde in dieser Arbeit auf doppelte Weise verwendet: der Code erscheint auf der Fläche als Bildelement und ist im selben Moment die Bindung, die angibt, in welcher Weise Kett- und Schussfäden miteinander verkreuzt werden.

eva eich The code is the link Jacquard textile, 144 x 240 cm, 100 % merino wool

The Code is the Link is a woven image that came into being through an intensive exploration of weaving in the digital medium. On closer inspection, the viewer finds that the fabric consists of hundreds of QR codes in varying sizes. The QR Code, which is very similar to textile notations structurally, was used in this work in two ways: the code appears on the surface as a graphic element, while at the same time the link indicates the manner in which warp and

Der Inhalt der Codes wurde ausschließlich über kurze selbstbezügliche Aussagen wie etwa ›Gewebe sind textile Flächengebilde‹ oder einzelne Wörter wie beispielsweise ›Codebindung‹ generiert. Für die gesamte Komposition wurden essenzielle Elemente von orientalischen Teppichen entlehnt, die in ihrer Anordnung ›Bindungszitate‹ in Formen enthalten

weft threads cross each other. The content of the code was purely generated through short self-referential phrases such as “fabrics are textile images” or “code links”. For the entire composition, basic elements were borrowed from oriental rugs that contain “link quotes” in their arrangements.


245

Diplome

Prof. Manfred Stumpf (Praxis / practice) Prof. Dr. Marc Ries (Theorie / theory)


246

Produktgestaltung

svantje fenz Tautau

Funktionale und ästhetische Aspekte bedingen einander. Dies wirkt direkt auf den Werkcharakter und die Materialität des Objekts. Das auf einer Netzstruktur aufbauende Design bedient sich der physikalischen Vorteile von Beweglichkeit und Stabilität. Formgebend ist die Knüpftechnik mittels in Hanfseil eingereepten Glasfasersträngen. Die Übertragung des Lichts auf das Objekt versinnbildlicht die Immaterialität von Licht. Tautau ist ein neuartiger Leuchten-Archetypus, der funktional durch flexible Materialbeschaffenheit und freie Interaktion und ästhetisch durch Struktur und Form besticht.

svantje fenz Tautau

Functional and aesthetic aspects are mutually dependent. This directly affects the nature and materiality of the object. The building up of a network structure design, takes advantage of the physical benefits of mobility and stability. What determines the form is the knotting technique used in hemp glass fibre strands. The transmission of light onto the object symbolizes the immateriality of light. Tautau is a new kind of lighting archetype that aesthetically captivates functionally flexible material quality and free interaction, through form and structure.


247

Diplome

Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


248

Produktgestaltung

sabine fuss SenSoma Mobiles System zur Analyse und Therapie von Fehlhaltungen

Rückenschmerzen aufgrund von Muskelverspannungen sind ein verbreitetes, nicht einfach zu behandelndes Leiden. Nicht zuletzt deshalb, weil u.a. Muskelverspannungen nicht sichtbar gemacht werden können. Motion Capturing-Systeme arbeiten bereits mit Sensoren, deren Messergebnisse in 3D-Darstellungen des Körpers umgesetzt werden. Auf dieser Basis wurde SenSoma zur medizinischen Anwendung entwickelt. Dabei waren Anbringung, Tragbarkeit im Alltag, Messung über eine längere Zeit und eine einfache Bedienbarkeit zu berücksichtigen. Das Produkt baut auf Hard- und Softwarebestandteilen auf: den Sensoren und ihren Befestigungskomponenten sowie der Anwendersoftware, eine Smartphone-Applikation.

sabine fuss SenSoma Mobile system for the analysis and treatment of bad posture

Back pain due to muscle spasms are a common, not easily treatable ailment. Not least because, among other aspects, muscle tension cannot be made visible. Motion capture systems are already working with sensors, with readings that are converted into 3D representations of the body. SenSoma was developed on this basis for medical use. The mounting, portability in everyday life, measurements achieved over a lengthy period and ease of use were all taken into account. The product consists of hardware and software components: the sensors and their mounting components as well as their application software, and a smartphone application.


249

Diplome

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


250

Produktgestaltung

janina heiliger Impuls / Reaktion / Interaktion // Das bewegte Möbel

Möbel / mobilis (lat.) – beweglich. Stillstand und Bewegung, vorwärts und seitwärts, hart und weich. Diese vermeintlichen Gegensätze werden im Entwurf »polar« thematisiert und in einem Möbel umgesetzt, das die Schaukelbewegung in zwei Richtungen ermöglicht. Eine Richtungsänderung der Bewegung sensibilisiert für unterschiedliche Bewegungsabläufe, die durch die eigene Verlagerung des Schwerpunktes hervorgerufen werden. Bewegung und Interaktion gleichermaßen – ohne technische Hilfsmittel und allein als Reaktion auf den Impuls des Nutzers.

janina heiliger Impulse / Reaction / Interaction // Mobile Furniture

Furniture / mobilis (Latin) - mobile. Standstill and motion, forwards and sideways, hard and soft: these apparent opposites are addressed in the design polar and transformed into a piece of furniture that allows swinging motion to occur in two directions. A change in motion direction sensitises for different movement processes, triggered by an individual centre of equilibrium. Movement and interaction function likewise, without technical aids and solely in response to the user’s impulse.


251

Diplome

Prof. Siglinde Spanihel (Praxis / practice) Prof. Dr. Bernhard E. B端rdek (Theorie / theory)


252

Visuelle Kommunikation

tobias hornig Über den Schatten

Der stereoskopische 3D-Film erreichte - initiiert durch technisch aufwändige Produktionen - in der Filmgeschichte immer wieder Phasen großer Popularität. Anders als bei seinem monoskopischen Pendant, fand aber über viele Jahrzehnte hinweg keine kontinuierliche künstlerische Auseinandersetzung statt. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Natur des Raumbilds und dem Versuch, eine eigenständige Tiefendramaturgie zu entwickeln, die zum integralen Bestandteil der Erzählung wird.


253

Diplome

tobias hornig Across the shadow

The stereoscopic 3D film, which was initiated through technically complex productions, achieved repeated periods of great popularity in the history of film. Unlike its monoscopic counterpart, however, which was not taken up in any continuous artistic exploration spanning many decades. The work deals with the nature of the spatial image and the attempt to develop a stand-alone depth dramaturgy that is an integral part of the narrative.

Prof. Heiner Blum (Praxis / practice) Prof. Dr. Marc Ries (Theorie / theory)


254

Produktgestaltung

brita jaichner herder – Licht Collage

Die Licht Collage herder besteht aus vielen gleichen Leuchtkörpern, deren variierende Farbe, Temperatur, Helligkeit und Intensität durch den Einsatz unterschiedlicher Leuchtmittel wie Halogen-, LED-, Glühfaden- und Energiesparlampen erzeugt werden. Die geschlossenen Porzellanschirme streuen das Licht und erzeugen eine formale Gleichheit zwischen den Lichtquellen. Seit dem Verbot der traditionellen Glühlampe für den privaten Gebrauch – das verkaufsstrategisch technologisch innovativen Leuchtmitteln zugute kam, deren Akzeptanz durch das traditionelle Leuchtmittel bisher eingeschränkt war – werden von Verbrauchern

diverse ökonomische und ökologische Entscheidungen gefordert. herder hingegen betont das positive Moment der Ästhetik und die Vielfalt des Lichts.


255

Diplome

brita jaichner herder – Light Collage

The light collage, herder, consists of many of the same luminous bodies, each producing a varying colour temperature, brightness and intensity. This quality is due to the utilization of various light sources, such as halogen, LED, filament and energy saving bulbs. The closed porcelain shades disperse light and create a formal consistency between the light sources. A ban was imposed on traditional incandescent light bulbs for private use, which benefited the sale of strategically and technologically innovative

bulbs that had had a limited acceptance in comparison to traditional bulbs until then. Consumers have since created a demand for a variety of economical and ecological approaches in this area. In contrast, herder emphasizes a positive moment in time that considers the aesthetic and diverse nature of light.

Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Bernhard E. BĂźrdek (Theorie / theory)


256

Produktgestaltung

anna lena kluge Seismo Light Transformation seismischer Aktivität als Gestaltungsaufgabe

Das Echtzeit Licht- und Medienobjekt Seismo Light macht die komplexen Realtime-Daten der weltweiten seismologischen Institute in schlüssig gestalteter Minimalform sichtbar. Die Beben der Erde werden als dynamisch pulsierende Lichtereignisse in unseren alltäglichen Wahrnehmungsraum transformiert. An der Schnittstelle zwischen Kunst und Design bildet das aus Corian und Aluminium geformte Licht-Objekt Seismo Light eine sinnliche Analogie zu den Phänomenen Ferne und Nähe in der modernen Mediengesellschaft.

annalena kluge Seismo Light The transformation of seismic activity as a design undertaking

The real-time lighting and media object, Seismo Light, makes the complex real-time data transmitted from global seismological institutes visible in a coherently and minimally designed form. Tremors in the earth are transformed as dynamically pulsating light events, as part of our everyday perception of space. Shaped from Corian and aluminium, Seismo Light is situated at the boundary between art and design. It produces a sensual analogy to the phenomena of distance and proximity in our modern media-orientated society.


257

Diplome

Prof. Dr. Markus Holzbach (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


258

Visuelle Kommunikation

luana carina knipfer Der Segelwolf Dokumentarfilm, 2013, 28:50 min, HD 16:9

Die Segel blähen sich dick auf, das Boot fährt mit voller Geschwindigkeit. Am Ruder steht Wolf Knipfer und lenkt sein Schiff. In ihrem Dokumentarfilm Der Segelwolf portraitiert die Filmemacherin Luana Knipfer ihren Vater. Sie lädt uns ein, einen Blick ins Familienalbum zu werfen. Mit der Kamera begleitet sie ihren Vater beim Schippern über das Mittelmeer. Herausgekommen ist eine einfühlsame Reflexion über die Liebe, das Leben und die Natur.

Regie, Kamera, Schnitt, Produktion: Luana Knipfer Buch: Luana Knipfer, Pascal Yorks Musik: Björn Bock Unterstützt durch die Hessische Filmförderung (HFF) und die HfG Offenbach


259

Diplome

luana carina knipfer Der Segelwolf

Mediterranean. The result is an insightful reflection on love, life and nature.

Documentary, 2013, 28:50 min, HD 16:9

The sails billow large, the boat cruises at full speed. At the helm, Wolf Knipfer stands and steers his ship. In her documentary, Der Segelwolf, the filmmaker Luana Knipfer portrays her father and invites us to take a look at the family album. With the camera, she accompanies her father on the cruise takes over the

Direction, camera, editing and production: Luana Knipfer Script: Luana Knipfer, Pascal Yorks Music: Bjรถrn Bock Supported by the Hessen Film Fund (HFF) and the HfG Offenbach

Prof. Rotraut Pape (Praxis / practice) Prof. Dr. Christian Janecke (Theorie / theory)


260

Visuelle Kommunikation

kristina knoblich linie 12

Die App Linie 12 bietet für Besucher und Bürger Frankfurts eine neue und unkomplizierte Möglichkeit, die Stadt und ihre Geschichte zu entdecken. Hierfür wird die Route der Straßenbahnlinie 12 genutzt, die Frankfurt von Westen nach Osten durchquert. Über GPS wird der Nutzer während seiner Fahrt mit der Straßenbahn geortet und bekommt daraufhin Informationen auf sein Smartphone gesendet. Auf dem Display erscheinen mehrere Grafiken, die durch Klicken Informationen

zu den Orten abrufen, die gerade mit der Bahn passiert werden. Dies können zum Beispiel Inhalte zu berühmten Bauwerken, zur Frankfurter Lebensart, kulturelle Tipps oder Anekdoten von Frankfurter Bürgern und Zeitzeugen sein. Der Nutzer kann so einen ständigen Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart ziehen.


261

Diplome

kristina knoblich line 12

The app Line 12 offers a new and easy way for visitors and citizens to discover the city of Frankfurt and its history. The route of tramline 12 was selected for this, which crosses Frankfurt from the west to the east. The user is located via GPS, while on the tram, and is sent information onto his smartphone. Various graphics appear on the display and clicking on them retrieves information on the current travel locations.

This can, for example, relate to famous buildings, the Frankfurt lifestyle, cultural tips or the anecdotes of Frankfurt citizens and observers. The user can then establish a constant comparison between past and present.

Prof. Klaus Hesse (Praxis / practice) Prof. Dr. Hans Zitko (Theorie / theory)


262

Produktgestaltung

özge köroglu vibracare Schmerztherapie der weiblichen Brust

Viele Frauen leiden unter Brustschmerzen, wie z.B. im Rahmen des prämenstruellen Syndroms, in der Schwangerschafts- und Stillzeit oder nach Brustkrebsoperationen. Die Folgen sind schmerzende Wassereinlagerungen. Lymphdrainagen und Kinesio-Tapes lindern die Schmerzen kurzzeitig und dienen als Vorbild für vibracare. vibracare besteht aus einer Funktionswäsche, dem vibracare_top, das aus Algenfasern 3D-gestrickt wurde, und kleinen vibrierenden elektronischen Motoren, dem vibracare_motor. vibracare_top massiert mit jeder Eigenbewegung das Gewebe der Patientin und kann mit oder ohne vibracare_motor angewendet werden. Die Motoren lassen sich auch ohne Top direkt auf die Haut aufkleben.


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Diplome

รถzge kรถroglu vibracare Female breast pain therapy

Many women suffer from breast pain, such as the types experienced during premenstrual syndrome, in pregnancy and breastfeeding, or after breast cancer surgery. The consequences are painful water retention. Lymph drainage and Kinesio Taping relieve the pain for a short time and serve as a model for vibracare. vibracare consists of functional underwear, the vibracare_top that was knitted in 3D from algae fibres, and small vibrating electronic motors, known as the vibracare_motor. vibracare_top massages the skin tissue of the patient with each individual movement and can be applied with or without the vibracare_motor. The motors can be stuck directly onto the skin, accompanied or unaccompanied by the top.

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

nicolas kremershof Offenbach loves you

OFlovesU.com ist dein Werkzeugkasten zum Leben in unserer Stadt. Hier sind Räume, Menschen, Geschichten, Wege und vieles mehr. So machst du mit dem Raumfinder deine vier Wände klar, lässt dich mit Little Globe zu deinem neuen Lieblingsladen im größten internationalen Freilufteinkaufszentrum der Welt führen oder erlebst die Stadt mit den OFlovesU-Touren neu und hautnah. OFlovesU ist dein Bewegungsmelder, für alles, was sich unter dem offiziellen Radar bewegt. oflovesu.com


265

Diplome

nicolas kremershof Offenbach loves you

OFlovesU.com is your toolkit to explore the city of Offenbach. On this website you will find people, stories, spaces and a lot more. For example there is Raumfinder to find your own home in the city. There is “Little Globe” to guide you to your new favorite store in Germanys largest international open-air shopping mall. Or there are “OFlovesU-Tours” to see the city in a new light. OFlovesU is your sensor for everything that flies under official radar. oflovesu.com

Prof. Klaus Hesse (Praxis / practice) Prof. Dr. Marc Ries (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

steffen kunkel Tissu urbain

Entfernungen werden in Form von Kilometerangaben dargestellt und über die Kartografie in eine absolute Ordnung gebracht – durch die Globalisierung und Rapidität erscheint dies allerdings obsolet. Das tissu urbain ist über das Land verteilt. So ist es möglich, innerhalb kürzester Zeit von den ruralen in die globalen Felder vorzurücken. Diese Arbeit ist der Versuch,

die verschiedenen Strukturen der gebauten Wirklichkeit, gekoppelt mit dem Erfahren in der Zeit, als RaumZeit- und Zeit-Raum-Kontinuum in Graphen darzustellen. Inhalt der Grafiken sind die Zeit-Räumlichkeit und der Zusammenprall von Strukturen.


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Diplome

steffen kunkel Tissu urbain

Distances are displayed in terms of kilometres and placed in order with aid of cartography. However, globalization and the speed of life make this information seem obsolete. The tissu urbain is spread across the country and it is possible to jump from rural to global fields within a very short time. This work is an attempt to present the different structures of

constructed reality in graphs, coupled with the experience in time, represented as space-time and time-space continuum. The contents of the graphics consist of a time-space nature and of the clash of structures.

Prof. Sascha Lobe (Praxis / practice) Prof. Dr. Hans Zitko (Theorie / theory)


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Produktgestaltung

leonie langenstein light.ly Zwei Leuchten in einer

LIGHT.LY ist eine LED-Schreibtischleuchte. Ihre Entstehung beruht auf einer Beobachtung, die jedem bekannt ist, der länger am Schreibtisch sitzt: Nach einem langen Arbeitstag kommt es häufig zu einem stechenden Gefühl in den Augen. Wir sind oft fixiert auf das zu Erledigende und übersehen im wahrsten Sinne, dass die Umgebungshelligkeit inzwischen immer weiter geschwunden ist. Lediglich das Licht der Schreibtischleuchte oder des Bildschirms erleuchten noch ein wenig die Umgebung. Die Leuchte LIGHT.LY schafft Abhilfe bei diesem Problem.

bar – 360 Grad um die eigene Achse heads rotate independently of one another - 360 degrees on its own axis


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Diplome

Leonie Langenstein light.ly

Two lights in one LIGHT.LY is an LED desk lamp. Its emergence is based on an observation that is familiar to anyone who sits for long periods at a desk: a stinging sensation in the eyes. We are often so fixated on what has to be completed that we totally overlook the fact that the ambient brightness is dwindling. The light emitted from the desk lamp or screen provides only a little illumination in the immediate environment. LIGHT.LY offers a solution to this problem.

Gestensteuerung ber端hrungslos An-/Ausschaltbar und dimmbar on, off and dimmable states are controlled through gesture and without any contact

Ein Spiel aus indirektem und direktem Licht interplay of direct and indirect light

Prof. Dr. Markus Holzbach (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


270

Visuelle Kommunikation

xenia lesniewski Dubiosen Inkasso

Mit ihrer Abschlussarbeit Dubiosen Inkasso hat Xenia Lesniewski sich in einer utopischen Expedition vom zeitgenössischen Malereibegriff bis hin zu den erweiterten Trägern der Kunst vorgetastet. Ausgehend von ihrer bisherigen ästhetischen Vorgehensweise hat Lesniewski im theoretischen Teil Salon d‘amour Vom Bild und seinem Faktotum eine Arbeit verfasst, die der Selbstverständigung der Künstlerin über Bedingungen ihrer eigenen Praxis dient. In ihrer praktischen Diplomarbeit »Disco Solo im Weltgetümmel« inszenierte Lesniewski ein raumgreifendes Ensemble, das aus unterschiedlichen Elementen und Trägermedien besteht.

xenia lesniewski Dubiosen Inkasso

With her Diplom thesis Dubiosen Inkasso, Xenia Lesniewski went on a utopian expedition that travelled from contemporary painting all the way though to an extended conception of what the media of art should consist of. Based on her prior aesthetic approach, Lesniewski’s Salon d‘amour - Of the Image and its Factotum, serves as theoretical basis for the artist’s reflection on the conditions of her own practice. In her practical work, “Disco Solo im Weltgetümmel”, Lesniewski staged a considerable ensemble that consisted of different elements and media.


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Diplome

Prof. Adam Jankowski (Praxis / practice) Prof. Dr. Juliane Rebentisch (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

jenica lewis o.t.

In meinem deutschen Lebensumfeld sind Schwarze eine kleine Minderheit, eine Marginalie. Die US-amerikanisch geprägte Medienlandschaft vermittelt einen gegensätzlichen Eindruck. Dort war die afroamerikanische Gemeinde stets prägend und präsent. Ausgangspunkt meiner Arbeit war der Wunsch, mich mit dieser vermeintlichen Marginalie dort zu beschäftigen, wo sie wesentlichen Einfluss ausübt. Fünf Videoloops zeigen Persönlichkeiten, die die Grenzen des Menschenmöglichen scheinbar transzendieren. Angelehnt an das Funktionsprinzip des GIF-Formats habe ich Bilder verfremdet und ihnen eine neue Aussage gegeben. Zu jedem Loop habe ich ein Heft gestaltet.


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Diplome

jenica lewis o.t.

Black people are a small minority in my German living environment. The media landscape, so influenced by America, conveys a different impression, however. In this context, the African-American community has always been influential and present. The starting point of my work was the desire to study this supposedly marginal group in places where it exercises a significant influence. Five video loops show people who seemingly transcend the limits of human prospects. Based on the operating principle of the GIF format, I have abstracted images and given them a new perspective. For each loop, I have designed a booklet.

Prof. Eike Kรถnig (Praxis / practice) Prof. Dr. Christian Janecke (Theorie / theory)


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Produktgestaltung

julia liedtke Reinigungs- und Desinfektionsgerät für Urinflaschen und Bettpfannen

Das Reinigungs- und Desinfektionsgerät für Urinflaschen und Bettpfannen besteht aus Gerätekorpus sowie Modulkasten zum geruchssicheren Verschließen von kontaminiertem Pflegegeschirr. Es unterstützt den komplexen Hygieneprozess im Krankenhaus und optimiert für das Pflegepersonal als Nutzer den Prozess der Aufbereitung von Pflegegeschirr und dessen Benutzung am Patienten. Weitere Innovationen bildet die Verlagerung des vorher extern gelegenen Wasserbehälters in das doppelwandige Gehäuse der Waschkammer sowie die Verwendung des fluoreszierenden Farbstoffs Indocyaningrün (Ghada Omar / University College London 2008) in der Waschkammer, um zusätzlich zu lebensbedrohlichen Wundinfektionen führende Bakterien abzutöten. Kooperationsprojekt: meiko

julia liedtke Cleaning and disinfection device for urine bottles and bedpans

The cleaning and disinfection device for urine bottles and bedpans consists of a device body and module container for the odour-safe sealing of contaminated patient care utensils. It supports the complex hospital hygiene process. The preparation procedure for equipment care, as well as its use on the patient, is optimised for the nursing staff as users. Further innovations are the relocation of the previously externally-located water tank into the double-walled housing of the washing chamber and the use of the fluorescent dye indocyanine green (Ghada Omar / University College London 2008) in the washing room, in order to kill in any additional bacteria that could lead to life-threatening wound infections. Cooperative project : meiko


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Diplome

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Bernhard E. B端rdek (Theorie / theory)


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Produktgestaltung

mirko marchetti cue 360 Urbanes Mobilitätskonzept der Zukunft

Der motorisierte Individualverkehr ist in den vergangenen Jahrzehnten rasant gestiegen und stößt – gerade im urbanen Kontext – regelmäßig an die Grenzen. Viele Menschen betrachten das Automobil als Mobilitäts-Garant. Doch gerade in der Stadt bieten sich Lösungen an, die weitaus nachhaltiger und bequemer sind. Die bestehende Infrastruktur (Liniennetz des ÖPNV) dient der Diplomarbeit CUE 360 als grundlegendes Element. Wenn die Trassen aller Systeme vereinheitlicht werden, ergibt sich ein enormes mobiles Potenzial. CUE 360 gewährleistet individuelle sowie nachhaltige Fortbewegung. Die Einheiten bewegen sich vollautomatisiert auf dem »Supraleiter-Netzwerk« und können mit der Schnittstelle zu einem Seilbahn-Netz auch durch die Stadt schweben.


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Diplome

mirko marchetti cue 360 Urban mobility concept of the future

Motorized individual transport has increased rapidly in recent decades and regularly reaches its limits, especially in an urban context. Many people consider the automobile as a guarantee of mobility. However, it is precisely in the city where solutions are available that are far more sustainable and convenient. The existing infrastructure (public transport route network) serves as a fundamental element for the Diplom thesis CUE 360. If the routes of all systems are unified, it creates an enormous mobility potential. CUE 360 guarantees individual and sustainable mobility. The units move in a fully automated capacity on the “superconductor-network� and can also ride through the city suspended in the air, using a cable car network interface.

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Bernhard E. BĂźrdek (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

krisztina meggyesy Perpetuum Immobile Fünf Plastiken, diverse Größen und Materialien, 2012-2013

Die Arbeit beschäftigt sich mit Konflikten, die aus einem tripolaren Spannungsverhältnis erwachsen, das sich zwischen den ökonomisch-gesellschaftlichen Forderungen, den verinnerlichten sowie den eigenen Ansprüchen im Subjekt bewegen. Die kinetischen Objekte sind in einer Art Scheinbewegung gefangen, die Freiheit und Mobilität suggeriert. Materialien, Formen, Oberflächen und Bewegungen stehen zueinander im Widerspruch, befinden sich im wahnwitzigen inneren Streitgespräch zwischen Ideal und Faktum.


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Diplome

krisztina meggyesy Perpetual immobile Five sculptures, diverse sizes and materials, 2012-2013

The work deals with conflicts that arise from a tri-polar tension. It moves between economic and social demands, as well as the internalised and individual ideals in the subject. The kinetic objects are trapped in a kind of apparent movement, which suggests freedom and mobility. Materials, shapes, surfaces and movements contradict each other, finding themselves caught in a crazy internal contest operating between ideal and fact.

Prof. Mariola Brillowska (Praxis / practice) Prof. Dr. Hans Zitko (Theorie / theory)


280

Visuelle Kommunikation

emilia neumann Fragmente Rauminstallation, Gips, Pigment, Stahl, Styrodur, Armierungsgitter


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Diplome

emilia neumann Fragments Installation, plaster, pigment, steel, Styrodur, mesh reinforcement

Prof. Wolfgang Luy (Praxis / practice) Prof. Dr. Marc Ries (Theorie / theory)


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Produktgestaltung

jil nixdorffi camaflex Pflegebett

Der Fokus des Entwurfes CAMAFLEX liegt auf der Flexibilität der Liegefläche, die von einem mehrfach verstellbaren Gestell unterstützt wird, das gesundheitsschädigenden Liegepositionen vorbeugen soll. Hierbei ist die Fläche in fünf Segmente unterteilt, die von der tragenden Unterkonstruktion gesteuert bzw. positioniert werden. Die Aufteilung der Matratze in fünfzehn austauschbare Polster führt zu einer verbesserten Hygiene und ermöglicht eine Gewichts- und Volumeneinsparung. Zum Schutz des Patienten sind unterhalb der äußeren Liegesegmente integrierte Gitter befestigt, die je nach Gebrauch nach oben geklappt werden. Die mit der Unterkonstruktion und Trägern verbundenen Streben sind vielfältig positionierbar und ermöglichen dem Pflegepersonal durch Höhenverstellbarkeit eine optimale Behandlung des Patienten. Gelöst von wohnlichen Attributen, spiegelt die Gestaltung des Pflegebettes bewusst den Charakter eines technischen Gerätes wider und zeigt offen die Funktionen der einzelnen Bestandteile.


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Diplome

jil nixdorff CAMAFLEX Nursing Bed

The focus of the design of CAMAFLEX is on the flexibility of the bed, which is supported by a multi-adjustable frame that is designed to prevent detrimental lying positions. Here, the area is divided into five segments, which are controlled and positioned by the supporting substructure. The mattress partitioning in fifteen replaceable pads provides improved hygiene, allowing a weight and volume saving as well. For the protection of the patient, an integrated grid is mounted below the outer lying segments that can be folded upwards, as needed. The supports connected to the substructure and beams provide manifold positioning and afford the nursing staff, through height adjustability, optimal patient treatment. Detached from homely attributes, the design of the nursing bed consciously reflects the characteristic of a technical device and openly displays the functions of its individual components.

Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

naciye özsu 8235813 Performativer Film in drei psychogrammatischen Sequenzen; ca. 10 Minuten

Bewegung und Ausdruck sind Teil der menschlichen Existenz. Atmen, Schlucken oder Motorik sind dabei Grundwerte, auf die Stück für Stück die Bühne der Selbstdarstellung ihre Nuancen ausprägt. Es sind gerade diese Feinheiten des Körperausdrucks, die Menschen elegant, plump oder durchschnittlich werden lassen. Dabei ist der Körperausdruck immer auch die Bühne der psychosozialen Genesis jedes Einzelnen, Teil der individuellen Biografie und Spiegel der Selbstwahrnehmung. Naciye Özsu beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit

naciye öszü

8235813 Performative film in three psychogrammatical sequences; ca. 10 minutes

Movement and expression is part of human existence. Breathing, swallowing, or motor skills are fundamental qualities on which, bit by bit, the staging of self-expression conveys its nuances. It is precisely these subtleties of body expression that make people seem elegant, clumsy or average. Body expression is always the platform of the psychosocial genesis of each distinct part of the individual‘s biography

der Möglichkeit, aber auch der Unmöglichkeit, die eigene Vision in Raumartikulation umzusetzen. Dabei kann Bewegung zu Führung und Ordnung verleiten, Poesie verbildlichen, aber auch Stress und Chaos generieren. Am Ende stellt sich jedoch die Frage: Was ist echt, was ist konditionierter Ausdruck?

and level of self-perception. In her work, Naciye Özsu deals with the possibility, but also the impossibility of implementing one’s own vision for the articulation of space. Movement can thereby encourage direction and order, illustrate poetry, and yet also generate stress and chaos. In the end, however, the question arises: what is real and what is conditioned expression?


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Diplome

Prof. Heiner Blum (Praxis / practice) Prof. Dr. Burghart Schmidt (Theorie / theory)


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Produktgestaltung

kamile poliksaite Architektonisches Objekt am Hafen

Ziel der Arbeit war es, einen externen Raum für das Café und Kulturzentrum HAFEN 2 in Offenbach zu schaffen. Der Raum soll einerseits als Rückzugsort für die Künstler und andererseits als Plattform für öffentliche Veranstaltungen dienen. Die Idee ist es, Insel und Ufer architektonisch zu verbinden. Der schon vorhandene Schacht dient nun als Stütze für den Steg. Für die Formfindung ist eine Fläche gewählt worden, welche formal wie ein Band zu einem dreidimensionalen Objekt gefaltet wird. Der daraus entstandene Körper setzt sich aus einem Raum und einer Plattform zusammen, die als Steg dient.


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Diplome

kamile poliksaite Architectural Object on the Harbour

The aim of this work was to create an external space for the cafĂŠ and cultural centre, PORT 2, in Offenbach. The room should serve both as a retreat for the artist and as a platform for public events. The idea is to connect the island and the shore architecturally. The already existing shaft now serves as a support for the bridge. In determining the shape, an area was selected that is folded formally like a band into a three-dimensional object. The resulting body is made up of both a room and a platform that serves as a dock.

Prof. Dr. Martin Gessmann (Praxis / practice) Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


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Produktgestaltung

sophia polywka dye.light Materialstudie mit Lichttextil

Das Ziel meiner Arbeit war die Auseinandersetzung mit dem Material Lichttextil. In diesem Gewebe sind Lichtleitfasern (LWL) verarbeitet, die – an LEDs angeschlossen – das Textil zum Leuchten bringen. Das Ergebnis meiner Materialstudie ist DYE.LIGHT, eine zwei Quadratmeter große Installation in einem abgedunkelten Raum: An einer tragenden Deckenplatte sind in sich verschlungene Bahnen des Lichttextils befestigt, dessen leuchtende Kanten eine linienförmige, organisch fließende Struktur ergeben. Mit Hilfe eines Arduino-Boards wurden die ansteuerbaren RGB-LEDs auf einen langsamen, kontinuierlich durchlaufenden Farbwechsel von kontrastarmen und kalten Farben (Blau, Grün, Türkis, Violett) programmiert. 

sophia polywka dye.light Material study with light textile

The aim of my work was to analyse light-emitting textile material. Optical fibres (fibre optics) are located within this material that, when connected to LEDs, cause the fabric to glow. The outcome of my material exploration is DYE.LIGHT, a two-square-meter installation in a darkened room. Entwined strips of the light textile are mounted the on a load-bearing ceiling plate, whose glowing edges result in a linear, organic, fluid structure. With the aid of an Arduino board, the controllable RGB LEDs were programmed to display a slow continuous

Als Inspiration zu DYE.LIGHT dienten Formen, Strukturen und Phänomene aus der Natur. DYE.LIGHT kann man sich als Teil oder Ausschnitt eines Ganzen bzw. eines größeren Formats vorstellen. Als abstrakte Materialstudie, die formal noch nicht weiter konkretisiert wurde, ist eine Weiterentwicklung zum additiven Produktsystem vorstellbar. Mögliche Situationen und Orte können Lounges Bars, Clubs, Bühnenbilder, Messe- oder Ausstellungsbereiche sein. Unterstützt wurde ich von der Textildesignerin Noelle von Wyl, die das Lichttextil entwickelt hat und mir Material zur Verfügung stellte.

movement of colour variation of low contrasting and cool colours (blue, green, turquoise, violet). DYE.LIGHT was inspired by forms, structures and natural phenomena. It can be thought of as part of a whole, or of a larger format. As an abstract material study, which was not formally defined further into a concrete form, more development as an additional product system is conceivable. Possible situations and places can be lounges, bars, clubs, stage sets, trade shows or exhibition areas. I was supported by the textile designer Noelle von Wyl, who developed the light textile and who made material available to me.


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Diplome

Prof. Dr. Markus Holzbach (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


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Produktgestaltung

ina riedel OSCAR. Elektronisch. Adaptiv. Sehen.

Der Schimmel auf dem Joghurt, die wilde Verfolgungsjagd auf der Kinoleinwand oder etwas von der Menükarte bestellen: scharfes Sehen spielt in vielen Lebenssituationen eine wesentliche Rolle. Als intelligente Sehhilfe macht OSCAR uneingeschränktes Sehen im Alltag möglich. Im Glas befinden sich Flüssigkristalle, die sich unter elektrischer Spannung stufenlos ausrichten und den Brennpunkt verändern. So lassen sich Objekte, unabhängig von der Entfernung, automatisch fokussieren. Der Entwurf bildet eine neue Produktkategorie, die dem Zeitgeist der elektronischen Geräte folgt.


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Diplome

ina riedel OSCAR. Electronic. Adaptive. Sight.

From the mould on the yogurt, to the wild chase on the big cinema screen, or ordering something from the menu: sharp vision plays an essential role in many situations. As an intelligent visual aid, OSCAR makes unrestricted sight in everyday life possible. In the glass are liquid crystals that continuously align under electrical voltage, thus changing the focal point. This allows one to focus on objects spontaneously, regardless of distance. The design forms a new product category that follows the Zeitgeist of electronic devices.

Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Bernhard E. B端rdek (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

maziar rastegar o.t.

Maziar Rastegar befasste sich in seinem Diplom mit dem Thema Ordnung und Unordnung. Seine geflochtenen Bilder setzen sich aus mehreren Ebenen zusammen. Sie zerstรถren durch den manuellen Prozess des Ineinanderwebens ihre bestehende Ordnung und lassen dadurch ungeahnte Formen entstehen. Viele seiner Werke sind inspiriert durch persische Teppiche oder orientalische Mosaikkunst.


293

Diplome

maziar rastegar

Untitled

For his Diplom, Maziar Rastegar examined the topic of order and disorder. His interwoven images are made up of several levels. Through the manual process of interweaving, they destroy their existing order and give rise to unexpected shapes. Persian rugs and oriental mosaic art inspire many of his works.

Prof. Heiner Blum (Praxis / practice) Prof. Dr. Burghart Schmidt (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

jessica schäfer Schaukel

Bei der Installation handelt es sich um eine frei stehende Schaukel, die permanent im Zustand des Ausschwingens verweilt.Â


295

Diplome

jessica sch채fer

Swing

This installation involves a freestanding swing that stays permanently in a state of swinging out.

Prof. Heiner Blum (Praxis / practice) Prof. Dr. Christian Janecke (Theorie / theory)


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Visuelle Kommunikation

hanne schirmacher Innere Bilder

Diese Arbeit ist Ausdruck der Suche nach einer persönlich neuen Ausdrucksform und zugleich der Versuch des Ausbruchs aus vertrautem Terrain. Sie ist Experiment und verbleibt im Stadium der Unvollkommenheit. Im Zuge eines Road Trips entstanden Polaroids, die für die Präsentation auf eine Größe von 5O x 5O cm hochgezogen wurden.

hanne schirmacher

Inner imagery

This work is the manifestation of the search for a new personal form of expression and, at the same time, an attempt to break out of familiar territory. It is an experiment and remains in a state of imperfection. Polaroids were taken in the course of a road trip, one of which was enlarged to 5O x 5O cm for the presentation.


297

Diplome

Prof. Eike Kรถnig (Praxis / practice) Prof. Dr. Hans Zitko (Theorie / theory)


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Produktgestaltung

johannes schmidt-knatz Iris Licht im Operationsbereich

Bei der Gestaltung von Iris steht die modulare Bauweise im Vordergrund. Iris setzt sich aus drei Schalen und drei Halterungen zu einem Ring zusammen. In die Schale werden LED-Riegel eingeklipst. Das Besondere an Iris ist, dass die Leuchte nicht mehr von Hand gerichtet werden muss. Die Ausrichtung des Lichts erfolgt verbal und mit Hilfe eines RFID-Chips. Ein Riegel kann mit LEDs in Warmweiß oder Kaltweiß bestückt werden. Dadurch kann die gewünschte Lichttemperatur eingestellt werden und bei langen Operationen durch den Wechsel der Lichttemperatur-Müdigkeit vorgebeugt werden. Die LEDs werden in einem jeweils unterschiedlichen Winkel aufgebracht und erzielen mit Hilfe des gerichteten Lichts, das durch die Linsen entsteht, einen erhöhten Kontrast für den operierenden Arzt. Dies wird zusätzlich durch die im Kreis angeordneten Riegel verstärkt, die eine Stelle aus verschiedenen Richtungen beleuchten.


299

Diplome

johannes schmidt-knatz Iris Light in the operating area

In the design of Iris, its modular construction stood in the foreground. Iris is composed of three dishes and three brackets that together form a ring. LED bars are clipped on in the shell. What makes Iris special is that the light no longer needs to be directed by hand. The orientation of the light is carried out verbally and by means of an RFID chip. A bar can be fitted with LEDs in a warm or cool white. The desired temperature can thus be set and changed during long operations in order to prevent fatigue. The LEDs are applied in correspondingly different angles and achieve, with the aid of the directional light that is formed by the lenses, a higher contrast for the operating surgeon. This feature is enhanced by the bar that is set in a ring, which illuminates a spot from different directions.

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


300

Produktgestaltung

friedrich söllner Patcha

Patcha ist ein Computersystem zur modularen Installation auf vorhandene Strukturen. Die Module beinhalten individuelle Funktionen, die – je nach Anwendung – gezielt zusammengestellt werden können. Eine rückseitige Haftbeschichtung ermöglicht es, das Modul wie einen Aufkleber zu verwenden, der an Wänden, Tischen und anderen Möbeln befestigt werden kann. So erschließt sich ein völlig neuer Umgang mit elektronischen Installationen. Dieses System steht beispielhaft für die Tendenz der schwindenden Wahrnehmbarkeit von Elektronik im menschlichen Umfeld.


301

Diplome

friedrich sรถllner Patcha

Patcha is a computer system for modular installation on existing structures. The modules include individual functions that, depending on the application, can be assembled with a specific aim in mind. A coating on the rear side makes it possible to use the module like a sticker that can be attached to walls, tables and other furniture. This system opens up a completely new approach to dealing with electronic installations. It exemplifies the trend towards the dwindling visibility of electronics in our environment.

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


302

Produktgestaltung

dane smith-horn moDest

moDest ist ein mobiler Dentalstuhl, der die ambulanten Behandlungssituationen in Krankenhäusern, Seniorenheimen und bei Patienten zu Hause erleichtert. Die stufenlose Verstellbarkeit und synchrone Bewegung der Rückenlehne und Fußstütze von der Sitzin die Liegeposition und umgekehrt führt zu komfortableren Bedingungen während der Dentalversorgung – sowohl für den Zahnarzt als auch für den Patienten. Eine Höhengewinnung der Liegeposition innerhalb der Senkbewegung schafft die Voraussetzung für eine optimale Behandlungshöhe. Ist die Behandlung abgeschlossen, kann moDest kompakt zusammengeklappt und leicht transportiert werden

dane smith-horn moDest

moDest is a mobile dental chair, which facilitates outpatient treatment in hospitals, nursing homes and home care. The smooth adjustability and synchronous movement of the backrest and footrest, from the sitting to reclining position and vice versa, offers more comfort during dental care, both for the dentist and the patient. Raising the reclining position, while lowering the chair, allows for an optimal level of treatment. Once treatment is completed, the moDest can be folded up compactly and transported easily.


303

Diplome

Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


304

Visuelle Kommunikation

aline toussaint Holy Youth

Die Arbeit Holy Youth soll nicht nur alleine einen retrospektiven Blick auf den Entstehungsmoment deutscher Jugendkultur bieten, sondern möchte ebenso Anreiz geben, einmal über die gesellschaftliche Entwicklung der heutigen Zeit nachzudenken. Das vorgegebene Idealbild der Gesellschaft, das nach ewiger Jugend strebt, bietet den Jugendlichen kaum noch die Möglichkeit, sich als eigene Generation auszudrücken. Auch aus diesem Grund werden wir sicherlich bald einen Wendepunkt erreichen. Denn durch das nicht zu bändigende

Verlangen der Gesellschaft, Jugend konsumieren zu können, erscheinen die Moden der heutigen Jugendkulturen kaum noch mehr als eine Art Tracht.


305

Diplome

aline toussaint

Holy youth

consumption of youthful approaches, the fashions of today‘s youth cultures appear as nothing more than a kind of costume.

The work Holy Youth is intended to not only retrospectively provide a look at the moment of formation of German youth culture, but also to stimulate thought on social development today. The ideal image that is presented in society, which strives for eternal youth, scarcely offers actual youth the possibility to express themselves as their own generation. For this reason we will be reaching a certain tipping point soon. For by not controlling societal demand for the

Prof. Sascha Lobe (Praxis / practice) Prof. Dr. Marc Ries (Theorie / theory)


306

Produktgestaltung

benjamin vogt Tritent

Tritent ist ein Hängezelt, das sowohl zwischen Bäume gespannt als auch auf dem Boden aufgebaut werden kann. Dadurch ist es möglich – unabhängig vom Gelände – in waagerechter Position zu schlafen. Das Zelt wird durch eine Drei-Punkt-Aufhängung an den jeweiligen Befestigungsmöglichkeiten angebracht und bietet genug Platz für den Nutzer und sein Gepäck. Tritent wiegt nicht mehr als herkömmliche Ein-Mann-Zelte und ist simpel auf- und abzubauen. Durch die Erweiterung der Aufbauoptionen, erleichtert es die Schlafplatzsuche. Es ist ein Zelt für überall.


307

Diplome

benjamin vogt Tritent

Tritent is a hanging tent that can be both strung up between trees and set up on the ground. This makes it possible to sleep in a horizontal position, regardless of terrain. The tent makes use of a three-point hanging system, which is attached to the corresponding mounting options and provides enough space for the user and their luggage. Tritent weighs no more than conventional one-man tents and is simple to assemble and disassemble. By extending the construction options, it makes finding a sleeping place easier. It is a tent for anywhere.

Prof. Frank Georg Zebner (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie | theory)


308

Visuelle Kommunikation

rachel von morgenstern Die Nacht hat mich zum Klassensprecher gewählt Wirtschaftsbrösel, 40 x 50 cm, 2O Arbeiten, Öl auf Leinwand

Die Malereien zeigen dubiose Orte in nächtlich, zwielichtiger Stimmung. Mehrere Bildebenen sind übereinander gelagert; die dargestellten Situationen funktionieren atmosphärisch und entziehen sich einer eindeutigen Lesbarkeit. Präsentiert wurden die Arbeiten im »Salon d’amour« – in Zusammenarbeit mit Xenia Lesniewski.

rachel von morgenstern The night elected me as class president Economic breadcrumbs, 40 x 50 cm, 2O works, oil on canvas

The paintings show dubious places in nocturnal, seedy atmospheres. Multiple image planes are superimposed. The situations presented function atmospherically and defy clear interpretation. The works were presented at “Salon d‘amour”‚ in cooperation with Xenia Lesniewski.


309

Diplome

Prof. Adam Jankowski (Praxis / practice) Prof. Dr. Christian Janecke (Theorie / theory)


310

Produktgestaltung

judith weber Kinder im Quartier

Kinder im Quartier ist ein Betreuungskonzept, welches das bestehende Angebot an Kitas ergänzt. Kern des Konzepts ist es, zusätzliche Betreuungsangebote auf dezentralisierter und flexibler Basis anzubieten. Dabei arbeiten Stadtverwaltung, kommunale Einrichtungen, Kita-Träger und professionelle ErzieherInnen zusammen. Das Kinder im Quartier-Organisationsteam initiiert und koordiniert diese Prozesse. Quartiere bezeichnet dabei einen Aktionsradius von jeweils einem Kilometer. Als Betreuungsräume werden vorhandene leerstehende Wohn- oder Ladenräume genutzt. Eine qualitativ hochwertige Betreuung von Kleinkindern steht im Fokus des pädagogischen Ansatzes, dem parallel ein intelligentes Logistikkonzept zur Seite gestellt ist. Dazu gehört auch die Einrichtung, die aus bestehenden und eigenen Entwürfen besteht

judith weber Children in the Neighbourhood

Children in the Neighbourhood is a care concept that supplements the existing range of day-care centres. The core element of the concept is that it offers additional care services on a decentralised and flexible basis. Here, the city council, communal facilities, day-care support as well as professional educators all work together. The Children in the Neighbourhood organisational team initiates and coordinates these processes. Neighbourhood denotes an action radius, which is equal to one kilometre. Existing vacant residential or retail spaces are used to this end. A high level of quality care for young children is the focus of the pedagogical approach that provides an intelligent logistics model, in parallel. This includes the facility, which consists of existing and individual designs.


311

Diplome

Prof. Petra Kellner (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


312

Produktgestaltung

viola wengler roots

roots ist ein nachhaltiges Ladenkonzept zur Vermeidung von Müll. Jeder kann sich seine Lebensmittel in beliebiger Menge abfüllen. Es gibt Behältnisse für Obst und Gemüse, kleinteilige Nahrungsmittel, Backwaren und eine große Tasche für den gesamten Einkauf. Über eine App und die Homepage werden zusätzliche Funktionen angeboten. Dort kann man sich über die Waren und deren Inhaltsstoffe informieren, abrufen was zu Hause fehlt, sich mit Freunden messen u.v.m. Bei jedem Einkauf gibt es Bonuspunkte, die gegen Warengutscheine oder Serviceleistungen eingetauscht werden können. Diplomfilm unter folgendem Link: vimeo.com/84000463


313

Diplome

viola wengler roots

roots is a sustainable store concept created to avoid waste. Customers can help themselves as they wish. There are containers for fruits and vegetables, small-scale foodstuffs, baked goods, as well as a large bag for the entire shopping experience. Extra features are offered via an app and the website. There you can find information on the goods and their ingredients, check what has run out at home, compete with friends and much more. Bonus points can be exchanged with each purchase for vouchers or services. The Diplom film can be found at the following link: vimeo.com/84000463

r

ts

Prof. Peter Eckart (Praxis / practice) Prof. Dr. Martin Gessmann (Theorie / theory)


314

Visuelle Kommunikation

pia zölzer Nach Fest Kommt Lose

Die Diplomarbeit mit dem Titel Nach Fest Kommt Lose beschäftigt sich mit der grotesken Ambivalenz bestehender Bildwelten internationaler Märchen, Mythen und volkstümlicher Erzählungen. Die ungenauen Neuinterpretationen der etablierten Figuren sollen eine Demontage gängiger Moralschemata und Geschichten bewirken. Die zentrale Frage, wer hierbei als Held hervorgeht oder als geächteter Bösewicht verliert, rutscht in

den Bereich der individuellen Deutung. Die Charaktere können und sollen so in unterschiedlichster Weise miteinander agieren und zu neuen Bild- und Erfahrungswelten zusammengesetzt werden.


315

Diplome

pia zรถlzer Nach Fest Kommt Lose

The thesis Nach Fest Kommt Lose, deals with the grotesque ambivalence of imagery in international fairy tales, myths and folklore. The imprecise new interpretations of established characters are expected to dismantle prevailing morality schemes and stories. The central question of who is presented as the hero, or as

the losing villain, slips into the realm of individual interpretation. The characters can and should interact with each other in varying ways and are assembled into new image and experiential worlds.

Prof. Eike Kรถnig (Praxis / practice) Prof. Dr. Christian Janecke (Theorie / theory)


316

Visuelle Kommunikation

Präsidium / presidency

Produktgestaltung

Theorie

Präsident / president

Kracke, Prof. Bernd

Vizepräsidenten / vice presidents

Eckart, Prof. Peter Ries, Prof. Dr. Marc

Hochschulrat / university council

Kanzlerin / cancellor

Sponheimer-Bram, Dr. Vera

Vorsitzender / chairman

Corts, Dr. h.c. Udo

Stellvertretender Vorsitzender / deputy chairman

Steinberg, Prof. Dr. Rudolf

Mitglieder / members

Apitzsch, Dr. Julia Clouth, Alfred Hollein, Max Kupetz, Andrej von Metzler, Sylvia Raettig, Dr. Lutz R. Reck, Prof. Hans Ulrich Schneider, Prof. Dr. Ulrich

Beisitzerin / attendee

Wolff, Caroline

Einrichtungen des Präsidenten /

Referent des Präsidenten / personal assistant of the president

von Ilberg, Dr. Moritz

facilities of the president

Büro für Wissenstransfer, Leitung / office of knowledge transfer,

Grünewald, Ulrike

conductor

Zentrale Einrichtung / service

Verwaltung / administration

Mitarbeiterin / assistant

Ramic, Samira

Pressestelle, Leitung / press office, conductor

Kupfer, Katja

Bibliothek, Leitung / library, conductor

Scheld, Christa

Mitarbeiterin / assistant

Schreiber, Oda

Auszubildende / trainee

Westfehling, Lisa-Marie

Kanzlerin / cancellor

Sponheimer-Bram, Dr. Vera

Vorzimmer des Präsidenten / secretary of the president

Indinger, Silke

Vorzimmer der Kanzlerin / secretary of the cancellor

El Hamdaoui, Yasmina

IT, Systemadministration / IT, system administration

Kirsten, Heiko

Finanzabteilung, Leitung / finances, conductor

Kreiter, Joachim

Mitarbeiterinnen / assitants

Auth, Renate Heberer, Petra Schirmer, Silke

Personalstelle / human resources

Dertinger, Christine Ullrich, Theresa Truber, Yvonne

Studierendensekretariat, Leitung / student services, conductor

Schulz, Ute

Mitarbeiterinnen/assitants

Blanke, Anja Alban, Carolin

Internationales Büro / international office

Löhr, Marianne Loris, Dagmar

Hausverwaltung /

Technischer Dienst / technical service

Kappel, Manfred

facility maintenance operations

Hausmeister / facility manager

Herbert, Hans-Kurt

Hausdienst / facility service

Runkel, Michael Wachtel, Matthias Bolotin, Ivan

Pförtner/reception

Hufnagel, Frank

Hausreinigung/cleaning service

Vogt, Antonius Kostadinovic, Mirjana Tangorra, Elena


Organigramm

317

HfG im Überblick

Fachbereich Produktgestaltung /

Dekan/dean

Zebner, Prof. Frank Georg

department of product design

Prodekan/vice dean

Holzbach, Prof. Dr. Markus

Studiendekanin/dean of students

Spanihel, Prof. Siglinde

Fachbereichsbüro/department office

Kühn-Wilkens, Christiane

Prüfungsausschuss/office of the examination committee

Werner, Elvira

Produktdesign, Integrierendes Design, Produktsprache /

Eckart, Prof. Peter

ProfessorInnen / professors

product design,integrated design, product language Visualisierung und Materialisierung/visualization and materialization

Holzbach, Prof. Dr. Markus

Produktdesign Interkulturelle Designprojekte, Farbe, Produktsprache

Kellner, Prof. Petra

product design, intercultural design projects, color, product language Neue Materialien und Technologien im Design, Ökology /

Lorke, Prof. Werner W.

new materials and technologies in design, ecology Möbeldesign und Produkte im öffentlichen Raum /

Spanihel, Prof. Siglinde

product design and products in public space Technische Produkte und Produktsysteme /

Zebner, Prof. Frank Georg

technical products and product systems Honorarprofessur /

Interkulturelles Design / intercultural design

Bertsch, Prof. Georg-Christof

honorary professorship

Marken- und Designstrategie / brand and design strategy

Buck, Prof. Dr. Alex

Theorie Produktgestaltung /

Kultur- und Techniktheorien / cultural and technical theorie

Gessmann, Prof. Dr. Martin

theory product design

Designmethodologie und -theorie / design methodology and theory

N.N.

Lehrkräfte für besondere Aufga-

3D-Visualisierung / 3D visualization

Klober, Andreas

ben, Werkstätten / lecturers with

Objektfotografie, 2D-Visualisierung / object photography, 2D visualization

Seibt, Wolfgang

special duties, workshops

Medienlabor / media lab

Langhorst, Jörg

CNC-Modellbau / cnc-modeling

Heide, Wolfgang

Modellbau, Holzwerkstoffe / modeling and derived timber products

Happ, Stefan

Allgemeiner Modellbau, Metall / general modeling, metal

Bauer, Reinhard Bernhardt, Anja

Lehrbeauftragte/lecturers

Modellbau Textil / textile modelin

Vormann, Henrik

Designmethodologie / design methodology

Hoffmann, Susanne

Material und Technologie / material and technology

Peters, Dr. Sascha

Zeichnen / drawing

Rohde, Prof. Carsten

Präsentationstechniken / presentation techniques

Meidl, Rudy C. Herd, Chris

Farbe II / color II

Völzke, Knut

Darstellungstechniken / visualization techniques

Zraikat, Hasan Cicuttin, Kim Angie

Designtheorie II und Produktsprache / design theory II and product

Schwer, Thilo

language Designgeschichte / history of design

Grätz, Ina

Wissenschaftliche MitarbeiterInnen

Frye, Annika

scientific assistants

Groll, Sandra


318

Visuelle Kommunikation

Produktgestaltung

Theorie

Fachbereich Visuelle Kommu-

Dekan / dean

Hesse, Prof. Klaus

nikation / department visual

Prodekanin / vice dean

Pape, Prof. Rotraut

communication

Studiendekan / dean of students

Blum, Prof. Heiner

Fachbereichsbüro / department office

Truber, Yvonne

Prüfungsausschuss / office of the examination committee

Wittich, Christina

Gestaltungsgrundlagen und Experimentelle Raumkonzepte / design basics

Blum, Prof. Heiner

Kunst / fine arts

and experimental space concepts Malerei / painting

Reski, Prof. Gunter

Konzeptionelles Zeichnen, Aktzeichnen / conceptual drawing, life drawing

Stumpf, Prof. Manfred

Bildhauerei / sculpture

Luy, Prof. Wolfgang

Bühnenbild / stage design

Bühnenbild und Kostümentwurf / stage design and costume design

rosalie, Prof.

Medien / media

Fotografie / photography

Liebscher, Prof. Martin

Elektronische Medien / electronic media

Oppermann, Prof. Alexander

Film / Video

Pape, Prof. Rotraut

Elektronische Kunst / electronic arts

Rudelius, Prof. Julika

Konzeptionelle Gestaltung / conceptual design

Hesse, Prof. Klaus

Illustration und Grafik-Design / illustration and graphic design

König, Prof. Eike

Typografie / typography

Lobe, Prof. Sascha

Philosophie, Ästhetik / philosophy, aesthetics

Rebentisch, Prof. Dr. Juliane,

Kunstgeschichte / art history

Janecke, Prof. Dr. Christian

Soziologie, Theorie der Medien / sociology, media theory

Ries, Prof. Dr. Marc

Wahrnehmungstheorie / theory of perception

Zitko, Prof. Dr. Hans

Dramaturgie / dramaturgy

Drescher, Prof. Hans-Jürgen

Siebdruck / screen printing

Fritzsche, Dieter

Freie Druckgrafik / etching

Steinbacher, Volker

Lehrkräfte für besondere Aufga-

Werkstatt Ton, Gips, Bronze, Keramik/

Hüter, Georg

ben, Werkstätten / lecturers with

workshop clay, plaster, bronze, ceramic, sculpture

special duties, workshops

Bühnen- und Kostümbild / stage and costume design

Zoller, Nina

Fotografie / photography

Mitscher, Clemens

Bildnerische Informatik / visual informatics

Blanché, Stephan

Film / Video

Withopf, Claus

Werkstatt Film, Video und Audio / workshop film, video and audio

Zimmermann, Bernd

Bucheinband und Papierverarbeitung / bookbinding and paper

Dorn, Sven

Desktop Publishing, Typografie / desktop publishing, typography

Meyer-Wilmes, Agnes

Digital Publishing/digital publishing

Shapiro, Alan

Werkstatt Reproduktionstechniken / workshop reproduction technics

Tietze, Klaus

Werkstatt Industrielle Drucktechniken / workshop offset printing

Rademacher, Wolfgang

3D-Kompetenzzentrum / 3D expertice centre

Baumann, Anselm

Kommunikationsdesign/ communication design

Theorie/theory

Cyran, Uli Lehrebeauftragte / lecturers

Geschichte und Theorie der Theaterregie / history and theory of theatre

Becker, Prof. Hans-Ulrich

directing Licht im Realraum / light in real space

Reinhardt, Susanne

Kostümgestaltung / costume design

Mohr, Berit

Ästhetik des Theater, Neue Musik / aesthetics of theatre, new music

Hofer, Dr. Wolfgang

Interactive, Motion Design / interactive, motion design

Eisert, Roland Heiler, Tim Dhanab, Al Rössler, Axel Wild, Sascha


Organigramm

Theorie / theory

319

HfG im Überblick

Elektronische Medien / electronic media

Brühl, Michael

Film / Video

Schoormann, Kai

Visual Design (Film, Video III)

Andersen, Erika

Texten / writing

Böhler, Dipl.-Des. Jan

Typografie / typography

Schütz, Marc Schoppmann, Marie

Kommunikationsdesign / communication design

Hildebrandt, Dr. Norman

Wahrnehmungstheorie / theory of perception

Hesse Badibanga, Susanne Ziegler, Marc

Fotogeschichte / history of photography

Hillgärtner, Dr. Jule

Wissenschaftliches Arbeiten / scientific working

Kwag, Hyo Jung

Wissenschaftliche MitarbeiterInnen

Bonnert, Sarah

scientific assistants

Mühl, Sebastian Wagner, Ellen

Interdisziplinäre Einrichtungen /

Stiftungsprofessur Kreativität im urbanen Kontext / Endowed Professor-

interdisciplinary facilities

ship creativity in urban context Zentrales Computerlabor, DTP / central computer lab, dtp

Vöckler, Prof. Dr. Kai Meyer-Wilmes, Agnes Langhorst, Jörg

Fotopool / photo studio

Mitscher, Clemens Seibt, Wolfgang

Berufsvorbereitung / career service

Blum, Prof. Heiner Eckart, Prof. Peter Hesse, Prof. Klaus Grünewald, Ulrike

AStA / student‘s union

Vorsitzende / chairman

Schön, Kim

Stlv. Vorsitzende / deputy chairman

Taplik, Frauke

Vertrauensstudierende/confidential matters

Slattery, Benjamin Morgenstern, Madita

Kulturreferat / cultural department

Gelardo, Jennifer

Kapellenreferat / chapel department

Radan, Aleksandar Scharf, Pia

Inforeferat / information department

Kockel, Nikolaus

Sportreferat / sport department

Stöber, Kim Lotte Petersen, Henrik

RMV-Referat / RMV department

Nguyen, Minh-Ta

Referat für Interkulturelles / intercultural department

Sakić, Aldin

Finanzreferat / financial department

Zhang, Linnan

StuPa Präsidium /

Präsidentin / president

Marlies Kolodziey

student parliament chair

Stlv. Präsident / vice president

Jonatan Schwenk


320

Impressum / Imprint

Papier / paper Umschlag / Cover: Munken Polar 300g

Herausgeber / publisher

Inhalt / Inside: Igepa Circle Offset White 115g

Präsident/president Prof. Bernd Kracke

Schrift / typeface

Hochschule für Gestaltung Offenbach

Newzald (Klim Type Foundry)

Schlossstraße 31

Urban Grotesk (Suitcase)

63065 Offenbach am Main Tel:

+49 (0) 69 800590

Fax:

+49 (0) 69 80059109

E-Mail:

info@hfg-offenbach.de

Copyright 2014 bei den Autoren, Künstlern, Gestaltern und Fotografen

Web:

hfg-offenbach.de

copyright 2014 by the authors, artists, designers and

ISBN: 978-3-921997-99-4

photographers Redaktion und Organisation / editor and organisation Katja Kupfer

Mit freundlicher Unterstützung von / kindly supported by satis&fy AG Deutschland

Verantwortliche Redakteure / editors

Kulturstiftung der Städtischen Sparkasse Offenbach

Prof. Bernd Kracke

Stiftung der Frankfurter Sparkasse

Prof. Klaus Hesse

Wöhner GmbH & Co. KG

Prof. Frank Zebner

Dr. Marschner-Stiftung Deutsche Börse AG

Betreuung Gestaltung / supervisor design

freunde der hfg e.v.

Prof. Sascha Lobe

Frankfurter Verein für Künstlerhilfe e.V. Deutsch-Chinesischer Kulturaustausch für

Gestaltung, Entwurf und Konzept / design

Kunst und Design (DCKD) e.V

Anne Krieger

Ernst & Young AG Stadt Offenbach am Main

Umsetzung / realisation

Deutscher Akademischer Austauschdienst

Anne Krieger

Rotary Club Offenbach

Tim Jüdemann

Johannes-Mosbach-Stiftung IHK Offenbach am Main

Gestaltung & Umsetzung DVD / design & realisation DVD

Medienpartner / media partners

Denis Carbone

Frankfurter Allgemeine Zeitung Journal Frankfurt

Betreuung DVD / supervision DVD Prof. Rotraut Pape Bernd Zimmermann Ulrike Grünewald Korrektorat / proofreading Ulrike Grünewald Jonas Englert Übersetzung / translation Dr. Jeremy Gaines, Frankfurt am Main Mark Schreiber, Frankfurt am Main (Diplome) Herstellung / production Henrich Druck + Medien GmbH, Frankfurt am Main Auflage / printed edition 999


HfG annual report 2014  

Jahresbericht 2014 der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main - Projekte & Diplome

HfG annual report 2014  

Jahresbericht 2014 der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main - Projekte & Diplome

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