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Kollege Roboter

Die Technologie dafür liefert die Firma A-Lab aus Tokio. Sie arbeitet auch für den Elektronikkonzern Toshiba, der ebenfalls humanoide Roboter entwickelt. „Wir sehen ein großes Potenzial für den Markt“, sagt Hitoshi Tokuda, der früher als Entwickler und nun als Marketingverantwortlicher bei Toshiba für die Verbreitung der Technologie zuständig ist. Studien gehen davon aus, dass in den kommenden 20 Jahren bis zu 50 Prozent aller Arbeitsstellen durch unterschiedliche Formen künstlicher Intelligenz ersetzt werden könnten. Während Industrieroboter künftig noch mehr Mitarbeiter am Fließband ersetzen dürften, sind menschenähnliche Roboter geeignet, Jobs im In der Industrieproduktion arbeiten Dienstleistungssektor zu übernehmen. Teilweise tun sie das bereits: Menschen und Roboter schon lange Seite Pepper, der Service-Roboter von Softbank, arbeitet nicht nur in an Seite. Doch nun rollen die Maschinen einigen Läden des Mobilfunkanbieters, sondern auch in Filialen der Großbank Mizuho und in Verkaufsstellen der Nestlé-Tochter auch den Dienstleistungssektor auf – die Nescafé in Japan. Selbst in Altenheimen und Schulen sind humaZukunftsmusik spielt in Japan. noide Roboter im Einsatz. Ihre relativ weite Verbreitung in Nippon kommt nicht von ungefähr: Über Dekaden ist Japans Jugend Von Birga Teske mit Comics von Doraemon aufgewachsen – einer Roboterkatze, die mit einem kleinen Jungen zusammenwohnt und diesen regelmäßig vor Schwierigkeiten bewahrt. Unzählige Zeichentrickfilme (Anime) werden von gigantischen Kampfrobotern bevölkert. „Die Japaner sind verwöhnt, sie haben hohe Ansprüche an Roboter“, sagt Tokuda von Toshiba. In Comics und Filmen können sie springen und reden – und zwar besser als jeder Mensch. Das sollen sie bitteschön auch im wirklichen Leben tun. Von solcher Perfektion sind die Entwickler jeForscher Hiroshi Ishiguro und sein Android (vorne) doch noch weit entfernt, auch wenn Toshibas Roboterschwestern Aico und Junco zumindest auf den iroshi Ishiguro betreibt Arbeitsteilung 4.0: Wenn der renommierte Roboterforscher ersten Blick manche Menschenfrau in den Schatten in seinem Labor im japanischen Osaka unabkömmlich stellen mit ihren perfekten Maßen, ebenmäßigen Gesichtszügen ist, schickt er gelegentlich seinen Android auf Konfeund fließenden Japanisch-, Englisch- und Chinesischkenntnissen. „Anfangs wollten wir Aico als Übersetzerin für Gebärdensprache renzen oder internationale Fachausstellungen. Der sieht Ishiguro nutzen“, berichtet Tokuda. Doch dafür ließen sich die Finger nicht nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern lässt sich per Fernexakt genug bewegen. Also wurde sie kurzerhand zur Informationssteuerung und moderner Übertragungstechnik dazu einsetzen, mit anderen Teilnehmern zu kommunizieren. Das erspart dem dame für Touristen in Tokios Hafengegend Odaiba umfunktioniert. Wissenschaftler Jetlag und ein Leben aus dem Koffer. Mehr als 100 menschenähnliche Roboter hat Ishiguro im Laufe Forscher arbeiten an der Emotionserkennung seiner Karriere entwickelt. Darunter die Kopie eines inzwischen Weil sie Menschen zu schlecht versteht, müssen die Reisenden verstorbenen japanischen Komikers. „Nun kann der Android sein ihre Fragen per Touchscreen und Sprachauswahl bisher noch aus Lebenswerk fortsetzen“, erklärte der Forscher bei einem Vortrag im Goethe-Institut Tokio. Im Frühjahr 2015 stahl ein humanoider einer fertigen Liste auswählen. „Es wird nicht lange dauern, die Spracherkennung zu verbessern, den Wortschatz zu erweitern und Roboter aus Ishiguros Labor dem TV-Entertainer Matsuko Deluxe die Schau. Vollgestopft mit Silikon, pneumatischen Antrieben und weitere Sprachen hinzuzufügen“, glaubt Tokuda. Schwieriger sei die Perfektionierung der Bewegungsabläufe: Wenn etwa die Mimik Computertechnologie kopierte der Matsukoroid die Gesten des nicht zur Situation passt, oder sich der Kopf zu hektisch bewegt, Transvestie-Stars, debattierte dank Sprachprogramms mit den Gästen und sang wie ein Popstar. beschleicht Beobachter schnell ein ungutes Gefühl. Laufen können die Androide nicht, aber Oberkörper, Kopf und Vor allem die Verständigung zwischen Mensch und Maschine Arme sind beweglich, die Augen klimpern, die Lippen bewegen bereitet den Entwicklern Kopfzerbrechen: „Seit langem arbeiten Forscher daran, die Motivations- und Emotionserkennung von Rosich synchron zur Sprache und eine Software kopiert unbewusste botern zu verbessern“, sagt Christian Becker-Asano. Der Entwickler menschliche Bewegungen wie Atmen oder leichte Kopfdrehungen. 50

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Foto: Osaka University

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