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Preis: 3,00 Euro

72. Internationales Stadionfest Olympiastadion Berlin 1. September 2013

Programm: Alle Disziplinen, Startzeiten, Fakten Portr채ts: Die weltmeister von moskau 2013 premiere: istaf indoor am 1. m채rz 2014


Zeitplan 13:20

16 x 50 m Schulstaffel – Vorlauf 1

13:20 Frauen – Speerwurf 13:30

16 x 50 m Schulstaffel – Vorlauf 2

13:30 Frauen – KugelstoSS 13:40

16 x 50 m Schulstaffel – Vorlauf 3

13:50

16 x 50 m Schulstaffel – Vorlauf 4

14:00 Endläufe 50 m Supersprint (4) 14:40

16 x 50 m Schulstaffel – Endlauf

14:55 Präsentation ISTAF 2013 15:15 Frauen – Hammerwurf 15:20

Siegerehrung Supersprint

15:25

100 m Rollstuhlfahrer

15:30

Siegerehrung Schulstaffeln

15:50 Männer – Stabhochsprung 15:55 Männer - KugelstoSS 16:05 Frauen – 200 m 16:05 Männer – Weitsprung 16:15 Frauen – 1500 m 16:35 Männer – 110 m Hürden 16:40 Männer – Diskuswurf 16:45 Männer – 800 m 16:55 Männer – 3000 m Hindernis 17:15 Männer – 100 m 17:25 Frauen – 100 m 17:35 Männer – 1500 m 18:00 Ende ISTAF 2013

Vorläufiger Zeitplan, Stand: 23. August 2013


© camera4

editorial

Liebe ISTAF-Besucher, liebe Leichtathletik-Freunde, mit sieben Medaillen kehrten die deutschen Leichtathleten von den Weltmeisterschaften aus Moskau zurück – das beste Abschneiden einer deutschen Mannschaft bei einer WM seit zwölf Jahren! Alle sieben Medaillengewinner wollen heute vor heimischem Publikum beim ISTAF noch einmal dabei sein. Darunter natürlich die Weltmeister Robert Harting, Christina Obergföll, David Storl und Raphael Holzdeppe. Zudem werden unter den 200 Athleten mehr als 20 internationale Medaillengewinner sein. Aber wir feiern nicht nur Erfolge der Aktiven. Wir verneigen uns vor drei deutschen Sportlern, die ihre großen Karrieren heute beenden: Mit den Kugelstoßern Nadine Kleinert und Ralf Bartels sowie Zehnkämpfer André Nikolaus verliert die Leichtathletik tolle Sportler und langjährige Sympathieträger. Wir wünschen ihnen alles Gute für die Zeit nach dem Sport und hoffen sie in den nächsten Jahren als Gäste beim ISTAF begrüßen zu dürfen.

Mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat das ISTAF in diesem Jahr erstmals einen CharityPartner. Jeden Tag vermittelt die DKMS im Kampf gegen den Blutkrebs durchschnittlich 14 Stammzellspenden. Über 35.000 Mal konnte Patienten bereits die Chance auf Leben ermöglicht werden. Helfen auch Sie, Leben zu retten. Lassen Sie sich auf dem Stadionvorplatz noch heute typisieren. Ein großer Dank gilt den 700 ehrenamtlichen ISTAF-Helfern und unseren Partnern und Sponsoren. Ohne ihre Unterstützung wäre die 72. Auflage des traditionsreichsten LeichtathletikMeetings der Welt nicht möglich. Lassen Sie sich nun von den Leistungen der Sportler auf und neben der blauen Bahn begeistern und honorieren Sie sie mit der tollen Stimmung auf den Rängen, für die unser ISTAF seit 1921 bekannt ist. Herzlichst, Ihre

martin Seeber

GERHARD JANETZKY

Geschäftsführer

Meeting Direktor ISTAF Berlin


Mit den weltmeistern von moskau 2013

WELTMEISTER

Inhalt 07 - 11 GruSSwortE 12 - 13

Zeitplan | übersicht

16 - 17

Speerwurf Frauen

20 - 21

KugelSTOSSen Frauen

23 Hammerwurf Frauen 26 - 27 stabhochsprung männer 30 - 31

KugelstoSSen Männer

33

200 mETER frauen

35 Weitsprung Männer 37

1500 mETER frauen

39

110 mETER Hürden männer

40 - 41

diskuswurf männer

43

800 mETER Männer

46 - 47 ISTAF Indoor – eine legende kehrt zurück 50 - 51

3000 mETER Hindernis Männer

52 - 53 ISTAF Rekorde Männer 54 - 55

100 mETER Männer

58 - 59

100 mETER Frauen

60 - 61 Dankeschön an unsere Sponsoren 62 - 63

1500 mETER Männer

66 Danksagung ISTAF-Supporter 74 - 75

die Weltrekorde beim istaf

81 ISTAF Team 82 Impressum

2013


Grussworte Angela merkel Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

ISTAF – das ist für Kenner und Könner der Leichtathletik geradezu ein Muss. In Berlin präsentiert sich die olympische Kernsportart als Hochleistungssport in Reinkultur; und das seit über neun Jahrzehnten. Längst hat sich das traditionsreiche Stadionfest zum weltweit zuschauerstärksten Eintages-Meeting entwickelt. Dass es sein Publikum jedes Jahr aufs Neue begeistert, mag viele Gründe haben. Vor allem aber ist das ISTAF immer wieder für spannende Überraschungen gut. In diesem Jahr wird erstmals in der ISTAF-Geschichte in einem offiziellen Wettbewerb der Nichtbehinderten der Paralympics-Sieger im Diskuswerfen den Olympia-Sieger herausfordern. Ich freue mich sehr über dieses beispielgebende Zeichen für Inklusion im Sport. Zwei Wochen nach den IAAF-Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau dürfen die Zuschauer auch viele frisch gekürte Weltmeister und deutsche

Medaillengewinner im Berliner Olympiastadion erwarten. Das Teilnehmerfeld garantiert Höchstleistungen und emotionsgeladene Wettbewerbe. So verspricht das ISTAF einmal mehr ein herausragendes Sportereignis für die ganze Familie zu werden. Als Schirmherrin des 72. Internationalen Stadionfestes Berlin grüße ich alle Leichtathletikfreunde aus nah und fern, die die Freude am Sport vereint. Den Zuschauerinnen und Zuschauern wünsche ich unterhaltsame und erlebnisreiche Stunden. Meine Erfolgswünsche für die Athletinnen und Athleten hingegen werden zwangsläufig nicht allesamt in Erfüllung gehen können, aber sie kommen ebenfalls von Herzen.

dr. Angela Merkel Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland


GrusswortE Klaus Wowereit Regierender Bürgermeister von Berlin

Liebe Leichtathletikfreundinnen und –freunde, das Internationale Stadionfest (ISTAF) gehört seit Jahrzehnten zu den herausragenden Leichtathletik-Meetings und zu den Höhepunkten der FreiluftSaison. Berlin heißt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ISTAF 2013 herzlich willkommen im Olympiastadion. Gerade erst fanden die LeichtathletikWeltmeisterschaften in Moskau statt. Das ISTAF bietet dem Berliner Publikum die willkommene Gelegenheit, zahlreiche Sportlerinnen und Sportler zu erleben, die ihre WM-Teilnahme mit einer Medaille gekrönt haben. Spannende Wettkämpfe mit Athleten in Top-Form sind also vorprogrammiert. Die Leichtathletik-Welt schaut am 1. September 2013 auf Berlin. Die Leichtathletik – das zeigt sich alljährlich beim ISTAF – erfreut sich in der internationalen Sportmetropole Berlin großer Popularität. Das Publikum in der deutschen Hauptstadt ist ebenso fachkundig wie fair. Leichtathletik-

Stars aus aller Welt sind regelmäßig begeistert von der besonderen Atmosphäre im Berliner Olympiastadion, die ihnen zusätzliche Kräfte verleiht und sie zu herausragenden Leistungen animiert. Die Berliner Leichtathletik-Fans, die sicherlich wieder zahlreich ins Olympiastadion strömen, dürfen sich also wieder auf ein besonderes Sportereignis freuen. Ich wünsche ihnen unterhaltsame Stunden im weiten Rund unserer traditionsreichen Arena, viele Momente großen Sports und ein rundum gelungenes ISTAF 2013.

Klaus Wowereit Regierender Bürgermeister von Berlin


GrusswortE Lamine Diack IAAF-President

I am delighted to write this foreword for the programme of the 2013 edition of Germany’s greatest annual and the world’s oldest international athletics meeting, ISTAF Berlin, which takes place on Sunday 1 September. ISTAF Berlin is annually held in the 1936 Olympic stadium and as the meeting’s website rightly and proudly boasts over two million athletics fans have passed through the stadium gates since the Stadionfest was first held in 1921. ISTAF is without any doubt an athletics legend. The 13th fixture on this year’s IAAF World Challenge circuit of 15 meetings, also comprising an IAAF World Hammer Challenge competition for women, ISTAF is renowned and respected worldwide for the annually huge, passionate and knowledgeable audience which the meeting attracts. In 2012, the Berlin crowd welcomed six recently crowned Olympic champions and three of them were victorious. While Felix Sanchez of the Dominican Republic took the 400m Hurdles and

Aries Merritt won the 110m Hurdles with a meeting record of 12.97 by five hundredths of a second, there was no doubt that the presence of Berlin’s Robert Harting was the highlight for the 55,000 spectators. The Olympic Discus champion, who describes Berlin’s Olympic Stadium as „my living room”, was the emphatic winner with 67.40m. This year, two weeks after the end of the IAAF World Championships in Moscow, Russia (10-18 August), Harting will once again return to ISTAF at the head of a galaxy of stars, many recently crowned World champions, many others looking for revenge after defeat in Moscow. The ingredients are all in place for another atmospheric and exciting meeting, the 72nd in ISTAF’s history. I offer my very best wishes to the athletes, officials, media and spectators for what I’m certain will be another wonderful afternoon of world class athletics in the German capital.

Lamine Diack IAAF-President


zeitplan 13:20

16 x 50 m Schulstaffel – Vorlauf 1

13:20 Frauen – Speerwurf 13:30

16 x 50 m Schulstaffel – Vorlauf 2

13:30 Frauen – KugelstoSSen 13:40

16 x 50 m Schulstaffel – Vorlauf 3

13:50

16 x 50 m Schulstaffel – Vorlauf 4

14:00 Endläufe 50 m Supersprint (4) 14:40

16 x 50 m Schulstaffel – Endlauf

14:55 Präsentation ISTAF 2013 15:15 Frauen – Hammerwurf 15:20

Siegerehrung Supersprint

15:25

100 m Rollstuhlfahrer

15:30

Siegerehrung Schulstaffeln

15:50 Männer – Stabhochsprung 15:55 Männer - KugelstoSSen 16:05 Frauen – 200 m 16:05 Männer – Weitsprung 16:15 Frauen – 1500 m 16:35 Männer – 110 m Hürden 16:40 Männer – Diskuswurf 16:45 Männer – 800 m 16:55 Männer – 3000 m Hindernis 17:15 Männer – 100 m 17:25 Frauen – 100 m 17:35 Männer – 1500 m 18:00 Ende ISTAF 2013 Änderungen vorbehalten, Stand: 26. August 2013 Zeitplan Umschlagseiten, Stand: 23. August 2013

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Maifeld | Marathontor

männer – 110 m Hürden

Rollstuhlfahrer – 100 m

Frauen – 100 m

frauen – kugelstossen

ST AR

Männer – 100 m

k ugel stossen -

SI EH EGER RU NG

männer – kugelstossen

T

Frauen – speerwurf

SP E WU eRRF

Frauen – Hammerwurf

männer – 3000 m HinderNIS

WU R RIN FG

Frauen – 200 m

Männer – Diskuswurf

ZIE

L männer – Stabhochsprung

ST AB SP HOC RU H N G --

männer – 800 m

W S P E I TRU NG

Männer – Weitsprung

Männer – 1500 m FRAUEN – 1500 m

OSTTOR

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CHRISTINA OBERGFÖLL SPEERWURF | FRAUEN ALTER: 32 JAHRE LAND: DEUTSCHLAND BESTLEISTUNG: 70,20 M ERFOLGE: WELTMEISTERIN 2013, OLYMPIA-SILBER 2012, EM-ZWEITE 2012, 2010, OLYMPIA-BRONZE 2008, VIZEWELTMEISTERIN 2005, 2007

Dieses GOLD ist OBERAFFENGFÖLL!!! Nach einer langen Serie von zweiten Plätzen steht unsere beste Speerwerferin endlich ganz oben Was haben wir mit ihr gelitten, wenn sie nach einer Niederlage hemmungslos weinte. Fünf Mal wurde Speerwerferin Christina Ober-gföll bei Welt- und Europameisterschaften sowie den Olympischen Spielen „nur“ Zweite. Es schien, als könne sie einfach nicht gewinnen. Und dann haut sie in Moskau einen Traumwurf von 69,05 Metern raus und wird ver-

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dient – aber mit etwas Glück – Weltmeisterin! Das war Oberaffengföll! Ihr Speer landete so gerade eben noch innerhalb der Seitenbegrenzung im Wurfsektor. Und als ihr Sieg über die russische Topfavoritin Maria Abakumova feststand, ließ sie ihren Gefühlen freien Lauf: sie jubelte, sie kniete nieder, sie sprintete in die Arme ihres

Lebensgefährten Boris Henry und holte sich den Siegerkuss ab. All das zeigte, wie viel Druck nun von ihr abfiel. Nach dem zweiten Platz von London hatte sie schnell wieder Spaß am Speerwerfen gefunden. „Ich bin ins Training eingestiegen, war gesund und fit“, sagt Christina. Und wichtig war auch, dass sie ein Trainerduo an


WELTMEISTER

2013

ihrer Seite wusste, das eng zusammenarbeitete. Boris Henry war nach seinem Umzug vom Saarland nach Offenburg für das Techniktraining verantwortlich, ihr langjähriger Trainer Werner Daniels für Trainingsplanung und Athletiktraining. So kam eine Athletin nach Moskau, die mit dem Druck umgehen kann – und

TOP Drei 13:20 uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

plötzlich Erfolg hat. Und als sie in Moskau oben auf dem Podest stand und endlich die so lang ersehnte Nationalhymne für sie erklang, da flossen sie wieder, ihre Tränen. Diesmal waren es Tränen des Glücks.

Trainer wird dann ihren Nachnamen annehmen und fortan Boris Obergföll heißen. Das war sein Wetteinsatz für den Fall, dass sie Weltmeisterin wird.

Noch glücklicher wird sie wohl in drei Wochen sein, wenn sie mit Boris Henry vor den Traualtar tritt. Ihr Freund und

Name Land PB Abakumova, Maria Obergföll, Christina Viljoen, Sunette

RUS GER RAS

71,99 70,20 69,35

13


14


CHRISTINA SCHWANITZ KUGELSTOSSEN | FRAUEN Alter: 27 Jahre Land: DEUTSCHLAND Bestleistung: 20,41 m Erfolge: VIZEWELTMEISTERIN 2013, HALLENEUROPAMEISTERIN 2013, ZWEITE HALLEN-EM 2011

Silber am Hals, Gold am Ringfinger Das Glücksjahr der fröhlichen KugelstoSSerin Christina Schwanitz „Jeder Tag, an dem nicht gelacht wird, ist ein verlorener Tag.“ Es ist das Motto der Kugelstoßerin Christina Schwanitz. Und in diesem Jahr muss sie eigentlich mit einem Dauerlächeln durch die Lande ziehen. Ein Jahr ohne Schmerzen, ein Jahr mit einem stabilen Leistungsniveau zwischen 19,50 und 20,00 Metern. Das Sahnehäubchen aber war ihr Silberstoß von 20,41 Metern, der ihr in Moskau im letzten Durchgang die Silbermedaille bescherte. Lange Zeit galt Christina Schwanitz hinter Nadine Kleinert als beste deutsche Kugelstoßerin. Mit einem 19,68-Meter-Stoß hatte sie bereits 2008 ihr Potenzial angedeutet. Doch dann begann ein Leidensweg mit schweren

TOP Drei 13:30 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

Verletzungen. Die Schrauben im Fuß nach einer OP waren kaum mehr zu zählen. Ende 2012 wurden sie entfernt und Trainer Sven Lang konnte aufatmen: „Endlich können wir richtig trainieren, die Umfänge erhöhen.“ Das Ergebnis: Auf 20,13 Meter flog die Kugel beim Meeting in Shanghai im Mai 2012. „20 Meter ist sehr, sehr weit, da fliegt die Kugel bildlich gesprochen über viele Autos“, urteilte die Athletin. Und mit dem Leistungsanstieg kam auch Ruhe in die Psyche. „Früher habe ich mich bei großen Wettkämpfen so aufgeregt, dass ich einfach blockiert war.“ Geholfen hat die Dresdner Psychologin Grit Reimann. „Wenn ich zu ihr fahre, dann

verbinde ich das immer mit einem Besuch bei den Großeltern“, sagt die gebürtige Dresdnerin Christina Schwanitz. Sie schwört auf diese Zusammenarbeit. „Leistungssport macht mir jetzt großen Spaß, ist nicht mehr nur eine Pflichtveranstaltung“. Spaß wird ihr auch der ISTAF-Auftritt machen. In einem Frauenwettbewerb, der durch die Teilnahme der zweimaligen Olympiasiegerin und Serien-Weltmeisterin Valerie Adams (Neuseeland) veredelt wird. Danach aber gilt alle Aufmerksamkeit der Hochzeit mit ihrem spanischen Freund Tomas. „Ich freue mich sehr darauf, endlich mal eine Prinzessin zu sein.“

Name Land PB Adams, Valerie Schwanitz, Christina Kleinert, Nadine

NZL 21,24 GER 20,41 GER 20,20

15


BETTY HEIDLER HAMMERWURF | FRAUEN ALTER: 29 JAHRE LAND: DEUTSCHLAND BESTLEISTUNG: 79,42 M (WELTREKORD) ERFOLGE: OLYMPIA-BRONZE 2012, VIZE-WELTMEISTERIN 2009, 2011, EUROPAMEISTERIN 2010, WELTMEISTERIN 2007

Werfen am Morgen bringt Kummer und Sorgen Warum Betty Heidler es nicht ins Finale der WM schaffte Im Berliner Olympiastadion lässt Betty Heidler den Hammer besonders gern fliegen – und weit. „Hier fühle ich mich zuhause, hier habe ich immer gut geworfen.“ Und dabei denkt sie besonders an ihren Auftritt bei den Weltmeisterschaften 2009, als sie mit 77,12 Metern so weit wie nie zuvor warf und nur knapp ihrer polnischen Dauer-Rivalin Anita Wlodarczyk unterlag. Die Polin wird auch heute beim ISTAF starten, genau wie die Weltmeisterin von Moskau, Tatyana Lysenko. Denn beim ISTAF findet des Finale der IAAF

TOP Drei 15:15 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013

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PB: Persönliche Bestleistung

Hammer Throw Challenge statt – es geht ums Prestige. Ihren WM-Auftritt von Moskau möchte Betty Heidler am liebsten schnell vergessen. Noch zu frisch ist die Erinnerung an eine Qualifikation, in der sie scheiterte, obwohl vorher alles bestens aussah. Das Jahr über war sie im Wettkampf ungeschlagen, nahm mit einer Weite von 76,48 Metern den vierten Rang in der Weltbestenliste ein und hatte gute Medaillenchancen. Doch Qualifikation am Morgen bringt manchmal Kummer und Sorgen. Drei

Name Land PB Heidler, Betty Lysenko, Tatyana Wlodarczyk, Anita

GER RUS POL

79,42 78,51 78,46

Versuche hatte sie und der weiteste mit mageren 68,83 Metern reichte bei weitem nicht fürs Finale. Aus der Medaillentraum für die Gewinnerin der Bronzemedaille von London 2012. „Die Technik war nicht das, was man für ein WM-Finale braucht“, analysierte sie nach dem Debakel. „Ich habe es ähnlich wie bei der EM 2012 in Helsinki nicht zusammengebracht. Kleine Fehler machen viele Meter aus und heute waren es große Fehler.“ Es kann heute also nur besser werden. Daumen drücken!


WELTMEISTER

2013

KERRON STEWART 200 METER | FRAUEN Alter: 29 Jahre LAND: JAMAIKA BESTLEISTUNG: 21,99 S ERFOLGE: WM-GOLD 2013, OLYMPIA-SILBER 2012, WM-SILBER 2011, WM-GOLD 2009 (ALLE 4x100 m), WM-SILBER 2009 (100 M), OLYMPIA-SILBER 2008 (100 M)

Ihr Durst nach Titeln ist ungestillt Kerron Stewart sammelt Gold mit der JamaikaStaffel. Im Einzel fehlt es ihr An das Berliner Olympiastadion erinnert sich Kerron Stewart mit gemischten Gefühlen. Bei der WM 2009 lief die jamaikanische Sprinterin im 100-Meter-Finale starke 10,75 Sekunden. Doch selbst die persönliche Bestleistung reichte nicht zum Sieg. Eine Landsfrau schnappte ihr das Gold weg: Shelly-Ann Fraser (10,73) lief noch zwei Hundertstelsekunden schneller. Jubeln konnte Kerron Stewart in Berlin dennoch: Mit der Staffel gab es wie auch vor 14 Tagen in Moskau Gold.

TOP Drei 16:05 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

Kerron Stewart wurde 1984 in Kingston auf Jamaika geboren. Sie versuchte sich zunächst in verschiedenen Sportarten, spielte auch Fußball. Doch mit 14 Jahren fand sie den Weg zur Leichtathletik. Wie viele andere Jamaikanerinnen zog sie später in die USA, studierte in Newark und danach in Auburn im Bundesstaat Alabama. Inzwischen gehört Kerron Stewart zu den schnellsten Sprinterinnen der Welt – ein Einzeltitel bei Olympia oder Weltmeisterschaften blieb ihr aber bislang versagt. Silber (100 m) und Bronze

(200 m) bei Olympia in Peking 2008; vier Jahre später in London verpasste sie das 100-Meter-Finale, in Moskau wurde sie WM-Fünfte. Zu wenig für die ehrgeizige Jamaikanerin. Ihr Ziel: „Ich möchte die Beste sein. Immer.“ Das gelang Kerron Stewart zuletzt vor einer Woche– mit dem Sieg über 100 m beim Meeting in Stockholm. Beim ISTAF geht Kerron Stewart über 200 Meter als Favoritin an den Start– gut möglich, dass sie das Olympiastadion diesmal mit tollen Erinnerungen verlässt.

Name Land PB Stewart, Kerron Townsend, Tiffany Tarmoh, Jeneba

JAM USA USA

21,99 22,26 22,28

17


RAPHAEL HOLZDEPPE STABHOCHSPRUNG | MÄNNER ALTER: 23 JAHRE LAND: DEUTSCHLAND BESTLEISTUNG: 5,91 M ERFOLGE: WELTMEISTER 2013, OLYMPIA-BRONZE 2012, EM-BRONZE 2012, U20-WELTMEISTER 2008

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WELTMEISTER

2013

Nicht ganz so stark wie Robert Harting, aber so erfolgreich Er ist der erste deutsche Weltmeister im Stabhochsprung. Und was für einer! Raphael Holzdeppe, 23 Jahre jung, schnell, stark, elegant. Nach seinem Erfolg von Moskau riss er sich das Trikot vom Leib, schwenkte es in der Luft und erinnerte mit seinem Jubellauf durchs Stadion stark an Robert Harting. „Weil ich nicht so stark wie Robert bin, habe ich aber nicht versucht, das Trikot zu zerreißen. Es hätte dumm ausgesehen, wenn ich auf halbem Weg gescheitert wäre“, sagt der frisch gekürte Weltmeister und lacht. Das passt zu ihm. Erst denken, dann handeln. Mit Humor.

(Frankreich, ebenfalls 5,89, aber mehr Fehlversuche) und den zweiten starken Deutschen, Björn Otto (5,82), auf die Plätze verwiesen. Schon in jungen Jahren, spätestens nach dem Gold bei der U20-WM 2008, galt er als Riesentalent. Doch immer wieder stoppten ihn Verletzungen. Erst seit 2011 ist er frei davon. Raphael forcierte das Krafttraining, wurde am Oberkörper muskulöser und kräftiger und wechselte von Zweibrücken nach München. Von Trainer Andrej Tiwontschik zu Chauncey Johnson. Die erste Belohnung gab es 2012 in London: Olympia-Bronze.

Mit 5,89 Metern hatte er den haushohen Favoriten Renaud Lavillenie

Raphael Holzdeppe gehört mit seinen 1,81 Metern nicht zu den Größten

TOP Drei 15:50 Uhr

Name Land PB

Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

Otto, Björn Holzdeppe, Raphael Gibilisco, Giuseppe

GER GER ITA

6,01 5,91 5,90

seiner Zunft, sieht aber darin keinen Nachteil: „Größere Athleten haben zwar bessere Hebelverhältnisse, aber ich bin viel schneller als die anderen. Diese Schnelligkeit übertrage ich am Einstichkasten auf den Stab und lasse mich hoch katapultieren – dieses Mal höher als alle anderen!“ Hoch hinaus soll es für Raphael Holzdeppe auch über die Traummarke der Stabis gehen, die 6,00 Meter. In Rom ließ er schon mal 6,02 Meter auflegen, doch die Latte fiel noch runter. Vielleicht klappt es heute beim ISTAF?

19


DAVID STORL KUGELSTOSSEN | MÄNNER ALTER: 23 JAHRE LAND: DEUTSCHLAND Bestleistung: 21,86 Meter Erfolge: Weltmeister 2013, Olympia-zweiter 2012, Europameister 2012, Hallen-Vizeweltmeister 2012, Weltmeister 2011

David Storl hat ein Gefühl für weite Stöße. In Moskau wusste er schon als die Kugel seine Hand verließ, dass sie weit fliegen würde. Entsprechend seine Siegespose, beide Arme in die Luft gestreckt und gejubelt. Doch mit Schrecken sah er die rote Fahne des Kampfrichters hochschnellen.

20

„Ich war aber nicht auf den Balken getreten, soviel Gefühl habe ich in meinen Füßen“, war er sicher. Und dann kam die Rettung in Person des Fotografen Kai Pfaffenbach. Er konnte mit seiner Fotoserie vom Kugelstoßring beweisen, dass Storls Versuch astrein war. Nun wurde er doch gewertet, David Storl jubelte über seine

21,73 Meter mit einem bei einem Fan geliehenen Deutschland-Hut. Dem favorisierten Amerikaner Ryan Whiting blieb diesmal nur der zweite Rang. Mit olympischem Silber war Storl 2012 aus London zurückgekehrt. „Danach fehlte mir ein wenig die innere Spannung“, gesteht er. So kam es


Ach, du meine hüte...

WELTMEISTER

2013

...war das knapp! Warum David Storl seine Goldmedaille von Moskau einem Fotografen verdankt

nicht ganz ungelegen, dass er wegen einer Operation eine Trainingspause einlegen musste. Zudem kamen Rückenprobleme, deretwegen er die Hallensaison ausließ. Doch dann brachten ihn Trainingslager in Portugal und Südtirol zurück in die Spur. In der so genannten Wurfspit-

TOP Drei 15:55 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

ze wurde ein immenses Pensum mit rund 400 Stößen pro Woche abgearbeitet. David Storl, im Kreis der Kugelstoßer eher ein Leichtgewicht, legte zwei Kilogramm an Körpermasse zu. Nun bringt er 126 Kilo auf die Waage. „In allen Kraftwerten (Bankdrücken, Knie-

beugen) verbesserte er sich“, so sein Trainer Sven Lang. Aber die Schnelligkeit blieb trotzdem erhalten. Sie ist die Stärke des David Storl. Die 22 Meter möchte er bald schaffen, im Training klappte es schon. Vielleicht packt er es heute auch beim ISTAF.

Name Land PB Storl, David Prasil, Ladislav Bartels, Ralf

GER CZE GER

21,86 21,47 21,37

21


CHRISTIAN REIF WEITSPRUNG | MÄNNER Alter: 28 Jahre LAND: DEUTSCHLAND BESTLEISTUNG: 8,47 ERFOLGE: EUROPAMEISTER 2010, 5. HALLEN-WM 2010

Mit Ballett zurück aufs Treppchen? 5 Zentimeter fehlten ihm in Moskau zur Medaille. Lesen Sie mal, was das Tanzen damit zu tun hat Weitspringen ist für Christian Reif nicht nur Lust, sondern auch manchmal eine Last. Die Last ist immer mit Verletzungen verbunden, mal reißt ein Muskel, mal schmerzt die Achillessehne. Das Jahr 2013 war da für den smarten Athleten aus Saarbrücken eher eine positive Ausnahme. Wenig gab es zu klagen: „Ich konnte so gut wie nie zuvor trainieren und meine Trainingswerte sind ebenfalls besser denn je gewesen.“ Bei der HallenEM in Göteborg sprang Bronze heraus und auch bei der WM in Moskau schien sich das fortzusetzen. Im Finale

aber fehlten dann fünf Zentimeter zur Medaille. Der Russe Alexander Menkow war zwar mit 8,56 Metern weit enteilt, aber der Zweitplatzierte, der Niederländer Ignisious Gaisah (8,29), und der Mexikaner Luis Rivera (8,27) lagen durchaus in seiner Reichweite. Doch leider reichten die 8,22 Meter für den 28-Jährigen nur zu einem sechsten Rang. „Ich verwende ja nicht so oft den Begriff Glück, aber diesmal war es nicht auf meiner Seite.“

TOP Drei 16:05 Uhr

Name Land PB

Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013

22

PB: Persönliche Bestleistung

Interview hellseherische Fähigkeiten bewies. Er nahm an einem Balletttraining teil und staunte: „Es ist unglaublich, wie Balletttänzer ihre Sprunggelenke ausdehnen können. Das brauche ich in dieser Form zwar nicht. Aber wenn ich etwas schneller oder kräftiger geworden bin oder eben beweglicher im Sprunggelenk, dann schaffe ich es vielleicht, im Wettkampf fünf Zentimeter weiter zu springen.“ Da waren sie, die fünf Zentimeter, die am Ende fehlten...

Später wurde Christian Reif daran erinnert, dass er im Mai in einem

Mokoena, Godfrey Reif, Christian Gaisah, Ignisious

RSA GER NED

8,50 8,47 8,43

22


WELTMEISTER

EUNICE SUM 1500 M | FRAUEN

2013

Alter: 25 Jahre Land: KENIA BESTLEISTUNG: 1:57,38 MIN (800 M), 4:02,05 (1500 M) ERFOLGE: WELTMEISTERIN 2013 (800 M)

Vor allen anderen ins Ziel gesummt Eunice Sum überraschte im 800 m-Finale von Moskau die Konkurrenz Die kenianische Mittelstrecklerin Eunice Sum überraschte alle bei den Weltmeisterschaften in Moskau. Mit ihrem WM-Erfolg über 800 Meter in persönlicher Bestzeit von 1:57,39 Minuten hatten nur wenige gerechnet. Als sie vor Olympiasiegerin und Weltmeisterin Maria Sawinowa, der großen Favoritin, ins Ziel kam, konnte sie ihr Glück kaum fassen. „Ich hatte nicht damit gerechnet, überhaupt aufs Podium zu kommen“, so die 25-Jährige. In diesem Jahr hatte sie außerhalb der Landesgrenzen keinen 800-MeterLauf absolviert und war auch in den

Jahren zuvor eher über 1500 Meter angetreten.

TOP Drei 16:15 Uhr

Name Land PB

Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

Zudem war der bis dahin letzte kenianische WM-Sieg über 800 Meter auf das Jahr 2007 datiert. Auch diesmal sah es nicht danach aus. Das Finale begann wenig überraschend. Wie gewohnt schlug die Amerikanerin Alysia Montano das schnellste Tempo an und lief weit vor dem Feld. „Ich hatte sie im Vorlauf und im Semifinale beobachtet, auch dort lief sie so“, analysierte Sum später. „Ich wollte das Tempo nicht mitgehen.“ Sie behielt

Obiri, Helen Kibiwot, Viola Sharmina, Ekaterina

KEN KEN RUS

3:58,58 3:59,25 3:59,49

die Nerven und profitierte von einem taktischen Fehler der Favoritin, die die Endgeschwindigkeit der Kenianerin einfach unterschätzt hatte. Die Überraschungs-Siegerin stammt aus dem Läufer-Mekka Eldoret. Fast schon die Garantie, dass sie auch Läuferin wird. Aber ihre Erfolge hielten sich bisher in Grenzen. Ein Sieg bei den Afrikanischen Meisterschaften, das war es schon. Nun aber brillierte die Polizistin mit kluger Taktik. Beim ISTAF wird sie über 1500 Meter laufen. Achten Sie auf ihren Schlussspurt!

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DAYRON ROBLES 110 M HÜRDEN | MÄNNER Alter: 26 Jahre Land: Kuba BESTLEISTUNG: 12,87 S ERFOLGE: OLYMPIASIEGER 2008, HALLENWELTMEISTER 2010

Wird der Hürden-König bald Franzose? Dayron Robles meldet sich nach Verletzungspause zurück. Für Kuba will er aber nicht mehr laufen Der Kubaner Dayron Robles bestimmte einige Jahre die internationale Szene im Hürdensprint. Seine erste Silbermedaille hatte er 2006 bei der Hallen-WM in Moskau geholt. Zwei Jahre später der größte Erfolg seiner Karriere: Olympiasieg in Peking. Schon damals war er selbstbewusst: „Alles ist möglich, wenn ich ein perfektes Rennen laufe.“ Und das hatte er im gleichen Jahr in Ostrau mit einem Weltrekord von 12,87 Sekunden. Sportlich schien ihn niemand aufhalten zu können. Immer mit Sonnenbrille und Goldkette mit Kreuz um den

TOP Drei 16:35 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

Hals war er der Auffälligste unter den Hürden-Assen. Aber das Pech kam schneller, als ihm lieb war. Im Berliner Olympiastadion streikte bei der WM 2009 sein Körper – im Halbfinale war Schluss. 2011 in Daegu trafen mit Robles, dem Chinesen Liu Xiang und dem US-Amerikaner David Oliver die drei schnellsten Hürdensprinter unserer Zeit aufeinander. In 13,14 Sekunden ließ Robles alle hinter sich, fühlte schon die Goldmedaille um den Hals. Dann der Protest: Robles hatte den Chinesen bei der letzten Hürde behindert. Das Gold

war futsch! 2012 sollte alles besser werden, die Form stimmte. Doch im olympischen Finale in London schied Robles verletzt aus. Anfang des Jahres 2013 verkündete er, nicht mehr für Kuba laufen zu wollen. Die Querelen mit dem Verband setzen sich bis heute fort. Zwischenzeitlich wurde nun kolportiert, dass Robles bei Olympia 2016 für Frankreich starten wolle. Man darf gespannt sein, wie er sich heute nach langer Verletzungspause präsentiert.

Name Land PB Robles, Dayron Ortega, Orlando Thomas, Mikel

CUB CUB TRI

12,87 13,08 13,19

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WELTMEISTER

MOHAMMED AMAN

2013

800 M | MÄNNER Alter: 19 Jahre Land: KENIA Bestleistung: 1:42,53 Min WELTMEISTER 2013, OLYMPIA-6. 2012, HALLEN-WELTMEISTER 2012

Gut, dass er auf seinen Vater hörte! Sonst hätte Weltmeister Mohammed Aman womöglich lieber FuSSball gespielt Von der Statur her gehört Mohammed Aman mit seinen 1,74 Metern meistens zu den Kleinsten im 800-MeterFeld. Von der Qualität her ist der Äthiopier spätestens nach seinem Sieg bei den Weltmeisterschaften in Moskau der Allergrößte. Auf den letzten Metern überholte er den lange führenden Amerikaner Nick Symmonds und gewann in 1:43,31 Minuten. Damit unterstrich Aman seine Klasse, die er schon 2012 bewiesen hatte. Bei Olympia wurde er Sechster, gewann außerdem die Diamond League-Serie. Mohammed Aman kommt aus dem

Ort Assela, 166 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba. In dieser Region wurden auch Spitzenläufer wie Haile Gebreselassie, Kenenisa Bekele und Tirunesh Dibaba geboren. Doch wie die meisten Äthiopier tummeln sich die auf den langen Distanzen ab 5000 Meter. Da ist Mohammed Aman die große Ausnahme. „Ich will Äthiopien auch über 800 Meter bekannt machen”, so sein Motto.

TOP Drei 16:45 Uhr

Name Land PB

Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

Schon mit zwölf Jahren nahm ihn ein Freund mit zur Leichtathletik, doch dort tobte sich Mohammed zunächst über

Aman, Mohammed Kitum, Timothy Solomon, Duana

ETH KEN USA

1:42,53 1:42,53 1:43,27

100 und 200 m aus. Erst nach zwei Jahren wechselte er zu den 400 und 800 Metern. Er spielte auch gern Fußball, war ein quicklebendiger Stürmer, verletzte sich aber. So entschied er sich endgültig für die zwei Stadionrunden. Sein Vater hatte ihn darin bestärkt: „Du hast Läuferfüße, eines Tages wirst Du so wie Haile und Tirunesh laufen – und so bekannt sein.“ Hat geklappt!


Brüder

SEBASTIAN DIETZ DISKUSWURF | MÄNNER ALTER: 28 JAHRE LAND: DEUTSCHLAND BESTLEISTUNG: 42,18 M (WELTREKORD) ERFOLGE: PARALYMPICSIEGER 2012, WELTMEISTER 2013

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im Geiste

WELTME

201


ROBERT HARTING

EISTER

13

DISKUSWURF | MÄNNER ALTER: 28 JAHRE LAND: DEUTSCHLAND BESTLEISTUNG: 70,66 M ERFOLGE: OLYMPIASIEGER 2012, WELTMEISTER 2009 - 2013, EUROPAMEISTER 2012

Was die GOLD-Gewinner im Diskuswurf verbindet. Und was sie trennt Zwei Männer zeigen stolz ihre Goldmedaillen von London. Beide haben sie für Deutschland errungen. Beide im Diskuswurf. Beide wurden 2013 auch Weltmeister. Es gibt viele Parallelen zwischen ihnen. Aber auch riesige Unterschiede. Der eine misst 2,01 Meter, wiegt 125 Kilogramm. Der andere ist nur 1,85 Meter, wiegt 82 Kilo. Der größte Unterschied aber ist: Sebastian Dietz ist seit einem schweren Autounfall halbseitig gelähmt, hat kein Gefühl in seiner linken Körperhälfte. Er gewann seine Goldmedaille bei den Paralympics, Harting seine nur wenige Wochen zuvor bei den Olympischen Spielen.

TOP Drei 16:40 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

Heute, beim ISTAF, werfen sie zum ersten Mal gegeneinander in einem Wettkampf. Während für Harting die 65-Meter-Markierung das Ziel ist, gibt es für Sebastian Dietz eine Linie bei 40 Metern. Übrigens reisen beide Diskusriesen erneut mit Gold im Gepäck an. Harting holte vor zwei Wochen in Moskau seinen dritten WM-Titel in Folge, Dietz gewann im Juli Gold bei den Weltmeisterschaften der Behinderten in Lyon (Frankreich). Und warf dabei sogar zwei Weltrekorde in seiner Startklasse.

auch. Ich freue ich mich sehr, dass uns die Veranstalter gleich behandeln. Wir sind beide Olympiasieger.“ Sebastian Dietz: „Wenn man so will, hat das Diskuswerfen mein Leben gerettet. Es blieben ja nicht mehr viele Sportarten übrig, die ich als Gelähmter nach meinem Unfall betreiben kann. Ich habe hart dafür gekämpft, nicht im Rollstuhl sitzen zu müssen. Es ist eine Ehre, heute hier vor so vielen Menschen werfen zu dürfen.“

Robert Harting: „Ich habe allergrößten Respekt vor Sebastian und seiner Leistung. Die Chemie zwischen uns stimmt

Name Land PB Alekna, Virgilijus Malachowski, Piotr Harting, Robert

LTU POL GER

73,88 71,84 70,66

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Das gibt’s wirklich nur in Berlin:

ISTAF INDOOR am 1. März 2014

mit Diskuswurf in der O2 World!


Eine Legende kehrt zurück – und wie! Am Sonnabend, 1. März 2014, gibt es erstmals seit 1968 wieder ein ISTAF-Meeting unterm Dach! Das ISTAF INDOOR präsentiert in der O2 World die besten Athletinnen und Athleten Deutschlands und der Welt in mindestens sechs spannenden Lauf-, Wurf- und Sprung-Disziplinen. Mit einem modernen Konzept, viel Musik und einem absoluten Hammer: Diskuswurf! Sie haben richtig gelesen: DISKUSWURF IN DER HALLE! Bei der weltweit

einzigen Hallen-Veranstaltung mit dieser Disziplin werden die Zuschauer durch extra sichere Netze geschützt. Olympiasieger und Weltmeister Robert Harting: „Das wird eine sensationelle Veranstaltung, ich freue mich riesig darauf. Die Veranstalter wollen das größte Hallen-Meeting der Welt auf die Beine stellen, dabei unterstütze ich sie gern.“

gab es in den 90er Jahren die großen Berliner Springermeetings in der Schöneberger Sporthalle mit grandiosen sportlichen Leistungen und Riesenstimmung! Sichern Sie sich jetzt Ihre Tickets ab 15,00 Euro für das ISTAF INDOOR am 1. März 2013: Unter www.istaf.de und der Hotline: 030/20 60 70 88 99.

In den Jahren 1938 bis 1968 hatte es bereits fünf ISTAF Hallenmeetings in der legendären Deutschlandhalle gegeben. Bis zu 8.000 Zuschauer sahen die besten Athleten ihrer Zeit. Zuletzt

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EZEKIEL KEMBOI 3000 M HINDERNIS | MÄNNER ALTER: 31 JAHRE LAND: KENIA BESTLEISTUNG: 7:55,76 MIN ERFOLGE: WELTMEISTER 2009 - 2013, OLYMPIASIEGER 2004, 2012, VIZEWELTMEISTER 2003 - 2007

Unbezwingbar! Der Kenianer Ezekiel Kemboi gewinnt über 3000 m Hürden einfach alles

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Über Hindernisse zu jagen, ist seit vielen Jahren die Domäne der Kenianer. Sie bestimmen das Geschehen über die 3000-Meter-Hindernisstrecke in den Stadien. Allein zehnmal schürften sie bei den bisherigen Weltmeisterschaften Gold und frisches WM-Gold holte sich Ezekiel Kemboi nun in Moskau.

Ezekiel Kemboi gehörte als Jugendlicher nicht zu den unzähligen Kenianern, die mit ihrer Schultasche zur Schule rannten und so erstmals am Laufen schnupperten. Den Sohn eines Farmers zog es vielmehr anfangs zum Fußball. Und weil er sich für Musik interessierte, probierte er sich auch als DJ bei Schulpartys aus.

31 Lenze zählt der 1,75 Meter große Athlet, der schon mal mit einem Irokesenhaarschnitt auffällt, ansonsten aber zu den zurückhaltenden Zeitgenossen zählt. Aus sich herauskommen durfte er bei der WM in Moskau, als er nach 8:06,01 Minuten als Sieger ins Ziel kam. Vor seinem 18-jährigen Landsmann Conseslu Kipruto, der die meiste Zeit geführt hatte, aber kurz vorm Ziel am letzten Hindernis strauchelte. So war der Weg frei für die dritte WM-Goldmedaille in Serie, nach Berlin 2009 und Daegu 2011.

Erst spät wurde er vom früheren Weltklasseläufer Paul Ereng für das Laufen entdeckt, und holte sich 2002 bei den Commonwealth-Spielen in Manchester seine erste Silbermedaille, weshalb er seinen Sohn auf den Namen Manchester taufen ließ. 2004 und 2012 gewann Kemboi bei Olympia zweimal Gold. Über die Hindernisse hat er also alles erreicht. So verwundert es nicht, dass er erklärte: „Ewig werde ich nicht mehr über die Hindernisse rennen. Es zieht mich zum Marathon.“ Wir dürfen gespannt sein.


WELTMEISTER

2013

TOP Drei 16:55 Uhr ร„nderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persรถnliche Bestleistung

Name Land PB Kipruto, Brimin Koech, Paul Kemboi, Ezekiel

KEN KEN KEN

7:53,64 7:54,31 7;55,76

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ISTAF - REKORDE Frauen Disziplin Name Land Ergebnis Jahr 100 m

Marion Jones USA 10,78 Sek. 2000

200 m

Katrin Krabbe GER 21,96 Sek. 1991

400 m T. Williams-Darling BAH 49,07 Sek. 2004 800 m Pamela Jelimo KEN 1:54,99 Min. 2008 1.500 m Süreyya Ayhan TUR 3:58,43 Min. 2002 3.000 m Natalya Artyomova URS 8:46,66 Min. 1989 (Edith Masai) Ken 8:44,49 Min. 2001* 5.000 m Olga Yegorova RUS 14:29,32 Min. 2001 100 m Hürden

Yordanka Donkova BUL

12,37 Sek.

1986

400 m Hürden Deon Hemmings JAM 53,26 SEK. 1997 3.000 m Hindernis Sofia Assefa eth 9:21,64 Sek. 2012 4 x 100 m Brown Williams Griffith Marshall USA 41,55 SEK. 1987 Hochsprung Ariane Friedrich GER 2,06 METER 2009 Stabhochsprung Elena Isinbayeva RUS 4,83 METER 2009 Weitsprung Heike Drechsler GER w+ 7,10 METER 1992 J. Joyner-Kersee USA 7,08 METER 1993 Dreisprung Tatyana Lebedeva RUS 14,89 METER 2003 Kugel Helena Fibingerová TCH 20,98 METER 1984 Diskus Margitta Pufe GDR 68,64 METER 1979 hammerwurf Betty heidler ger 77,40 Meter 2011 Speerwurf (alt) Petra Felke GDR 74,56 METER 1985 Speerwurf (neu) Trine Solberg-Hattestad NOR * Zwischenzeit über 5000 Meter w = Rückenwind uber 2,0 m/Sek + = einwandfrei 7,08 Meter (1991)

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68,32 METER

2000


ISTAF - REKORDE MÄNNER Disziplin Name Land Ergebnis Jahr 100 m yohan blake jam 9,82 Sek. 2011 200 m Frank Fredericks NAM 19,97 Sek. 1996 400 m Michael Johnson USA 43,94 Sek. 1993 800 m David rudisha ken 1:41,09 Min. 2010 1.500 m Said Aouita MAR 3:29,46 Min. 1985 2:000 m Hicham El Guerrouj MAR 4:44,79 Min. 1999 3.000 m tariku bekele eth 7:28,99 Min. 2010 5.000 m Masai Moses Ndiema KEN 12:50,55 Min. 2008 10.000 m Arturo Barrios MEX 27:08,23 Min. 1989 Meile Hicham El Guerrouj MAR 3:45,64 Min. 1997 110 m Hürden Aries Merritt USA 12,97 Sek. 2012 400 m Hürden Edwin Moses USA 47,17 Sek. 1980 3.000 m Hindernis

paul kipsiele koech ken

8:04,48 Sek.

2011

Hochsprung Javier Sotomayor CUB 2,36 Meter 1994 Stabhochsprung Sergej Bubka uKR 6,05 Meter 1994 Weitsprung Mike Powell USA 8,57 Meter 1992 Dreisprung Jonathan Edwards GBR 17,69 Meter 1996 Kugel ryan whiting usa 21,61 Meter 2011 Diskus Lars Riedel GER 70,60 Meter 1996 Hammerwurf Heinz Weis GER 82,84 Meter 1989 Speerwurf (alt) Bob Roggy USA 93,52 Meter 1982 Speerwurf (neu) Jan Zelezny CZE 91,30 Meter 1995

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Kim Collins 100 m | männer Alter: 37 Jahre Land: st. kitts and nevis Bestleistung: 9,97 s (100 m) 20,20 s (200 m) Erfolge: WELTMEISTER 2003, wm-bronze 2001 (200 m), wm-Bronze 2005 (100 m), wm-Bronze 2011 (100 m, 4x100 m)

Der schnellste Stammgast von Berlin Kim Collins sprintet oft und gern beim ISTAF Kim Collins ist in Berlin gern gesehen. Der 37-jährige Sprinter von der karibischen Insel St. Kitts and Nevis ist Stammgast beim ISTAF. Nicht nur, weil er ein freundlicher Typ ist, sondern vor allem, weil er immer seine Leistung bringt.

Vor genau zehn Jahren landete der 1,80 Meter große und 77 kg schwere Sprinter mit dem Gewinn der Goldmedaille bei der WM in Paris seinen größten Erfolg. Seitdem hielt er sich in der Weltspitze. 1997 scheiterte er in Athen zwar noch im WM-Vorlauf, aber bereits 2000 war er bei den Spielen in Sydney der erste Athlet seines Landes, der ein olympisches Finale bestritt. Mit 10,17 Sekunden wurde er Siebter. Es folgte WMBronze in Edmonton über 200 m. 2002 siegte er bei den CommonwealthGames in Manchester mit persönlicher Bestzeit von 9,98 Sekunden und holte im Jahr darauf seinen größten Erfolg in Paris: den WM-Titel. Es folgten viele weitere Medaillen bei Weltmeisterschaften.

TOP Drei 17:15 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

Wie schnell man aber die Gunst der Funktionäre verlieren kann, musste auch ein Kim Collins schmerzhaft erfahren. Nach seinem Gold von Paris wurde der Tag seines Erfolges noch zum offiziellen „Kim Collins Day“ ausgerufen. Neun Jahre später – in London – erfuhr er einige Tage vor dem olympischen Vorlauf, dass er nicht starten dürfe. Als Grund wurde angegeben, dass er mehrfach das olympische Dorf verlassen habe, um seine Frau in einem Londoner Hotel zu besuchen. Kim Collins aber lief weiter und stellte 2013 in Lausanne mit 9,97 Sekunden einen neuen Landesrekord auf. Seine Fans forderten per Internet, dass er für die WM in Moskau nominiert werden müsste, doch das war vergebens.

Name Land PB Collins, Kim Ndure, Jaysuma Demps, Jeff

SKN NOR USA

9,97 9,99 10,01

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ISTAF und IFA kooperieren erneut Zwei Berliner GroSSereignisse – ein Ticket Zwei Berliner Traditionsveranstaltungen starten gemeinsam durch. Das Internationale Stadionfest ISTAF kooperiert erneut mit der IFA, der globalen Leitmesse für Unterhaltungselektronik und Hausgeräte. Die IFA wird in diesem Jahr vom 6. bis 11. September stattfinden. Ein attraktives Kombi-Ticket ermöglicht für nur 16 Euro den Zutritt zu beiden Veranstaltungen. Durch das gemeinsame Ticket erleben die Zuschauer die besten Leichtathleten und die modernste Unterhaltungselektronik für einen familienfreundlichen Preis.

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IFA bedeutet auch jede Menge Unterhaltung: Ob im Sommergarten oder auf den Ständen der Aussteller - Sterneköche, Schauspieler, Sportler, Musiker und Prominente aus Medien und Politik können bei der IFA hautnah und live erlebt werden. Allein mit 5 Konzerten im IFA Sommergarten bietet die IFA eine Programmvielfalt wie noch nie: 5. September, HELGE SCHNEIDER & GÄSTE - 6. September, PHILIPP POISEL & Band - 7. September, Die Neuen DeutschPoeten - 8. September, UNHEILIG und am 9. September, HEINO.

Lassen Sie sich mitreißen und genießen Sie die einzigartige Vielfalt der IFA mit Ihren faszinierenden Marken, neuen Produkten und magischen Momenten - sehen, hören und fühlen Sie das weltweit einmalige Branchenerlebnis IFA. Mehr Infos unter www.ifa-berlin.de


ISTAF und Spielbank Berlin – zum zweiten Mal ein Team Wenn in den Dependancen der Spielbank Berlin die Gäste Spaß beim Spiel haben, kommt dies auch dem Berliner Sport zugute. Seit Jahren ist die Spielbank sportlich aktiv. Allein 2012 flossen über 250.000 Euro aus Spielerlösen in den Berliner Sport. „Die öffentliche Hand in Deutschland leistet viel für den Sport. Aber auch Haushalts- und Lottomittel sind nicht unerschöpflich. Will man im Sport das berühmte Sahnehäubchen, so geht es nicht ohne privates Engagement als Ergänzung. Für Veranstaltungen und Athleten unserer Sportmetropole ist die Spielbank Berlin ein großzügiger und verlässlicher Partner, natürlich auch für das ISTAF“, sagt Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes.

„Seit vielen Jahren bin ich ein Freund der Leichtathletik und besonders froh, dass auch Robert Harting wieder 2013 beim ISTAF startet“, sagt Günter Münstermann, Geschäftsführer der Spielbank Berlin, die das Stadionfest zum zweiten Mal in Folge unterstützt. „Ich war im Vorjahr erstmals dabei und begeistert von Atmosphäre und sportlichen Leistungen“, so Dr. Franz Wohlfahrt, Vorstandsvorsitzender der Novomatic AG, Hauptgesellschafter der Spielbank. „Deshalb war ich mir noch während der Veranstaltung 2012 mit Günter Münstermann einig, dass wir die Zusammenarbeit 2013 fortführen wollen.“ Die Spielbank Berlin ist dem Sport schon seit ihrer Gründung 1975 eng verbunden.

Mitbegründer Gustav Jaenecke war als mehrfacher Medaillengewinner mit der Nationalmannschaft und 13-facher Deutscher Meister mit dem Berliner Schlittschuhclub der erfolgreichste deutsche Eishockeyspieler aller Zeiten. Nach seinem Karriereende 1951 wurde Jaenecke Chef der Spielbank Bad Neuenahr. 1975 gründete er die Spielbank Berlin, deren Mitgesellschafter er bis zu seinem Tod im Jahr 1985 blieb. „Die Förderung des Sports ist neben vielen anderen sozialen Einrichtungen, die wir unterstützen, ein Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung“, sagt Münstermann und fügt hinzu: „Ich wünsche dem ISTAF 2013 gutes Wetter und sportlich packende Wettkämpfe.“

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Die 11 SekundenMarke in Reichweite Verena Sailer möchte sie endlich knacken Deutschlands schnellste Frau und die 11-Sekunden-Marke. Sie liegen nicht mehr weit auseinander... Zweimal kam Verena Sailer ihr zuletzt ganz nah. Erst bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm, als sie mit 11,09 Sekunden den Titel gewann. Und das bei Gegenwind! „Oh nein,

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wenn ich da richtigen Rückenwind gehabt hätte...“, ärgerte sie sich. Und kurz darauf wehte der Wind in Weinheim auch nicht so kräftig. Und trotzdem sprangen 11,02 Sekunden heraus. Ihrem Naturell entsprechend, nahm sie das gelassen hin. Für die WM in Moskau ließ sie sich keine besonderen Erwartungen einreden.

Verena Sailer, die mit zwei EM-Titeln über 100 (2010) und 4x100-Meter (2012) ihre größten Erfolge feierte, neigt nicht zur Euphorie, äußert aber ein Ziel, das sie noch hat: „Einmal in einem internationalen Finale bei einer WM oder Olympischen Spielen sein, oder aber unter 11 Sekunden zu laufen, das fehlt mir noch.“


VERENA SAILER 100 M | FRAUEN ALTER: 27 JAHRE LAND: DEUTSCHLAND BESTLEISTUNG: 11,02 S ERFOLGE: EUROPAMEISTERIN 2012 (4x100 M), EUROPAMEISTERIN 2010, WM-BRONZE 2009 (4x100 M), BRONZE HALLEN-EM 2009

Nach Olympia 2012, als sie bis ins Halbfinale kam und mit der Staffel Fünfte wurde, hatte sie sieben Wochen Pause eingelegt und dann ein reduziertes Training begonnen. „Mein Trainer Valerij Bauer und ich haben es etwas langsamer angehen lassen. Ich habe viele harte Trainings-

TOP Drei 17:25 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

jahre hinter mir und muss auf meinen Körper hören.“ Ihrer Schnelligkeit aber schadete das nicht. Nur knapp verfehlte sie in Moskau den Einzug ins Finale über 100 m. Wie gut sie in Form war, bewies sie in der Staffel, als sie auf der Zielgeraden ihr Team noch auf den vierten Rang

vorbrachte. Heute im Olympiastadion aber werden für sie die Erinnerungen an den umjubelten Staffelauftritt der WM 2009 wieder hochkommen. Als Schlussläuferin führte sie das deutsche Quartett zu Bronze. Nicht ihre einzige Weltklasse-Leistung.

Name Land PB Sailer, Verena Bailey, Aleen Calvert, Schillonie

GER JAM JAM

11,02 11,04 11,05

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Das Internationale Stadionfest ISTAF bedankt sich herzlich bei allen Sponsoren und Partnern für ihre großzügige Unte rstützung, ohne die eines der erfolgreichsten internationalen Leichtathletik-Meetings der Welt nicht möglich wäre.

Vielen Dank für die Unterstützung


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HOMIYU TESFAYE 1500 M | MÄNNER ALTER: 20 JAHRE LAND: DEUTSCHLAND BESTLEISTUNG: 3:34,76 Min ERFOLGE: WM-FÜNFTER 2013 1500 M, DEUTSCHER MEISTER 2013 10.000 M, DEUTSCHER VIZEMEISTER 2013 800 M

HOMIYU TESFAYE mit florian ortH und carsten schlangen nach den deutschen meisterschaften 2012

Medaillen für Deutschland sind sein Ziel Lieb und nett stand Homiyu Tesfaye nach seinem WM-Finale von Moskau über 1500m Rede und Antwort. Soeben hatte er bei seinem ersten internationalen Auftritt im deutschen Trikot einen beachtlichen fünften Rang belegt. Noch nach dem Vorlauf hatte er gemeint: „Ich will eine Medaille.“ Und so ganz weit entfernt war die nicht. Aufregende drei Jahre liegen hinter ihm. 2010 floh der gebürtige Äthiopier nach Deutschland, stellte einen Asylantrag. Er lebte in einem Wohnheim in Frankfurt/Main und glänzte bald mit schnellen Zeiten auf Strecken von 800 Meter bis 10.000 Meter. Im Juni 2013 wurde er eingebürgert, erhielt den

TOP Drei 17:35 Uhr Änderungen vorbehalten | Stand 26.08.2013 PB: Persönliche Bestleistung

deutschen Pass. Die Behörden hatten alles geprüft und für rechtens befunden. Doch immer wieder tauchen im Internet Zweifel an Tesfayes Geschichte auf. In Wirklichkeit sei er ein anderer als er vorgibt, heißt es. „Ich zweifle nicht an einem Dokument, das die Bundesrepublik Deutschland ausgestellt hat“, sagt Anja Wolf-Blanke, Präsidentin des Hessischen Leichtathletikverbandes. Sie tritt den Spekulationen entschieden entgegen, dass Tesfaye alle an der Nase herumgeführt hätte. Auch sein Trainer Wolfgang Heinig reagiert empört auf die Kampagnen, die er für das Werk von Neidern hält. Er selbst hatte seinen Schützling bei der Suche nach amtlichen Doku-

menten zum Nachweis seiner Identität unterstützt. Eine Taufbescheinigung aus der äthiopischen Kirchengemeinde brachte den Durchbruch bei der Einbürgerung. Es ist erstaunlich, wie der 20-Jährige das alles wegsteckte und nach einer Oberschenkelzerrung im Juli in letzter Sekunde noch die WM-Norm für Moskau schaffte. Beim ISTAF kann sich Homiyu Tesfaye heute wieder beweisen, eine positive Überraschung ist nicht ausgeschlossen. Und auch sein Landsmann, Berlins Lokalmatador Carsten Schlangen, will eine schnelle Zeit laufen.

Name Land PB Komen, Daniel K. Lagat, Bernard Ndiku, Caleb

KEN USA KEN

3:29,02 3:29,30 3:29,50

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Weltrekorde beim ISTAF Was für ein Jubel war das am 22. August 2010, als der Kenianer David Rudisha dem ISTAF nach 21 Jahren endlich wieder einen Weltrekord in einer Olympischen Disziplin schenkte. Es war der 15. in der über 90-jährigen Geschichte des Meetings. Achtmal sorgten Frauen für die Verbesserung oder Einstellung eines Weltrekordes, darunter vier Deutsche. Lesen Sie mal, welche Rekorde wann fielen!

Weltrekord Nr. 1 01.08.1937

Stanislawa Walasiewicz (POL) 100 m Frauen: 11,6 SEKUNDEN

Weltrekord Nr. 4 04.07.1970

Kerry O’Brien (AUS) Weltrekord Nr. 3 30.07.1939

8:22,0 min über 3000 m Hindernis Weltrekord Nr. 2 01.08.1937

Christl Schulz (GER) Weitsprung Frauen: 6,12m

Barbara Burke (RSA) 80 m Hürden Frauen: 11,6 Sekunden

Weltrekorde Nr. 7 und 8 26.08.1977 Weltrekord Nr. 6 22.08.1975

Guy Drut (FRA)

13,0 Sekunden über 110 m Hürden

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Rosemarie Ackermann (SC Cottbus) Weltrekord eingestellt mit 1,97 m, verbessert auf 2,00 M nur Minuten später

Weltrekord Nr. 5 22.08.1975

Steve Williams

stellt Im strömenden Regen über 100 m mit 9,9 sekunden den Weltrekord ein


Weltrekord Nr. 10 18.08.1978

Krystyna Kacperczyk (POL) 55,44 sekunden über 400 m Hürden

Weltrekord Nr. 9 18.08.1978

Weltrekord Nr. 11 23.08.1985

Ulrike Bruns (SC Cottbus)

Said Aouita (MAR)

1.000 m in 2:32,0 min

1.500 m in 3:29,46 min

Weltrekord Nr. 14 07.09.1999

Hicham El Guerrouj (MAR) Weltrkordler über 2000 m in 4:44,79 min Foto / Photo: IAAF / Getty Images

Weltrekord Nr. 13 17.08.1990

Weltrekord Nr. 12 18.08.1989

Christine Wachtel (SC Neubrandenburg)

Arturo Barrios (MEX) 27:08,23 min über 10.000 M

2:30,57 MIN über 1.000 m

Weltrekord Nr. 15 22.08.2010

David RUDISHA (KEN) 800 m Männer in 1:41.09 min

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Vielen Dank an den ISTAF Supporterclub Be More

heilmann PHYSIOTHERAPIE

Der ISTAF-Supporterclub ist eine Solidargemeinschaft von LeichtathletikFreunden, die sich zum Ziel gesetzt hat, das älteste und berühmteste Leichtathletik-Meeting der Welt langfristig zu sichern. Viele kleine und mittlere Unternehmen aber auch Privatpersonen sind bereits ISTAF-Supporter. Sie alle tra-

gen als Mini-Sponsoren ihren wichtigen Teil zum Erhalt des größten Leichtathletik-Meetings der Welt bei. Denn hier gilt wie im Sport der Teamgedanke: Gemeinsam sind wir noch stärker! Das Internationale Stadionfest Berlin dankt oben stehenden Personen und Unternehmen für ihre großartige Unterstützung.


istaf-team 2013 Gerhard Janetzky

Martin Seeber

rolf maier

Meeting Director: Gerhard Janetzky Managing Director: Martin Seeber Head of Organization: Rolf Maier Head of Corporate Affairs: Barbara Vogel Head of Communications: Claus Frömming Head of Services: Antje Jüntgen Head of Ticketing: Jana Krahn Athletes Liaison Officer: Thomas Kremer Competition Manager: Dr. Winfried Heinicke Technical Competition Manager: Marc Klages IAAF-Technischer Delegierter: Can Korkmazoglu IAAF-Anti-Doping Delegierte: Dr. Anne Jakob-Milicia DLV-Verbandsaufsicht: Guido Mussehl Jury: Dr. Winfried Heinicke Marc Klages Guido Mussehl Competition Management: Kai-Thomas Arndt Andreas Diehl Steffi Harendt Gerry Knopf Frank Neuer Robert Sammler Helmut Scheel Moderationskoordination: Olaf Schuster Moderation: Karsten Holland Sigi Heinrich Christian Stoll Videoregie: Peter Betten Materialservice, Logistik & Akkreditierung: Andreas Diehl Robert Sammler Materialservice Stadion: Rainer Falkenberg Assistant Competition Manager: Anne Heinicke Leitung BLV-Kampfgericht: Thomas Müller Markus Pede Schiedsrichter Lauf: Harald Koch Daniel Möller Schiedsrichter Ziel: Katrin Eckert Obmann Zielbildauswertung: Peter Schütze Schiedsrichter Start: Simon Fischer Startkoordinator: Marc Klages Starter: Erik Maaz Andree Steiring Gerd Winter Schiedsrichter Hammer-/Diskuswurf: Karsten Bechley Schiedsrichter Kugelstoß: Matthias Kroel

Claus Frömming

Antje Jüntgen

Dr. Winfried Heinicke

Schiedsrichter Speerwurf: Tobias Alwast Schiedsrichter Stabhochsprung: Edmund Gödde Schiedsrichter Weitsprung: Florian Handke Ergebnisdienst: Gudrun Hadrian Siegerehrung: Marleen Woßmann Anti-Dopingkontrolle: Global Quality Sports GmbH Weiten-/Höhenmessung: Trimble (Sportmessung Jena GbR) Zeitmessung + Daten-Service: ST Sportservice GmbH Ordnungsdienst + Helfer: Cindy Schwarz Patrick Schwarz Wettkampfbüro: Jeanette Kottonau Callroom: Jens Schwarzenberger Schülerstaffeln: Dr. Thomas Poller Bernd Kunze Läuferdienst: Bernhard Eckstein VIP-Ticketing: Anne Cämmerer Assistant Athletes Liaison Officer: Vera Michallek Hotel Management: Sabrina Mehler Shuttle-Service: Steffen Schumacher Athletenlounge: Rotraud Zylka Meeting-Ärzte: Prof. Dr. med. Lars Brechtel PD Dr. med. Matthias Krüll Dr. med. Margrit Lock Matthias Jaworski Dr. med. Paul Hacke Physiotherapie: Bernhard Hodneland Raimond Igel Marko Pelz Ute Schwering Director of Press Stand Services: Jutta Rottmann Press Accreditation Services: Jenke Schaumann Sabrina Mehler Assistant to Head of Communications: Nadine Busch Sarah Gentzsch Dennis Giffeler Promotion Services: Susann Götz Sabrina Mehler Press Photo Chief: Nils Hermann Pressekonferenz Moderation: Thomas Schöneich Flash-Interviews: Anja Ulrike Philipp Michael Wiener Anna Schwedler Joyce Möwius Layout/Graphic Design: Gundi Secker Tino Deus

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wir freuen uns auf ein wiedersehen Beim ISTAF INDOOR AM 1. März 2014 und beim 73. ISTAF AM 31. August 2014 Impressum Herausgeber TOP Sportevents GmbH Hanns-Braun-StraSSe Friesenhaus 1 14053 Berlin Telefon: +49 (30) 30 111 86-16 Telefax: +49 (30) 30 111 86-20 E-mail: press@istaf.de

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