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Ausgabe 1/ 2022

MENSCH & AUFMERKSAMKEIT IM INTERVIEW

LADISLAV „LACI“ LEGENSTEIN Tennislegende


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Aufmerksamkeit? Respekt …!

STANDPUNKT

Wenn ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten darf: Es ist mein fester Standpunkt, dass wir dem Thema Corona-Krise mehr Aufmerksamkeit widmen, als es uns guttut. Und damit: Themenwechsel. Es gab schon immer gute Gründe, etwas für die eigene Gesundheit zu tun: Die Erhaltung von Kraft und Beweglichkeit, die Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems zur Vorbeugung von Gefäßkrankheiten, die Stärkung des Immunsystems und vieles mehr. Zahlreich sind die Gründe dafür, nicht nur irgendwie aktiv zu sein, sondern seine Muskulatur zu trainieren. Wir nennen das Muskelhygiene. Schenken wir also unserem Körper mehr Aufmerksamkeit – und freilich auch unserem Geist und unserer Seele. Aufmerksame, aktive Prävention ist die beste Altersvorsorge und ein Zeichen des Respekts gegenüber uns selbst! Zur größten Errungenschaft der Menschheit zählt das wissenschaftliche Leistungsvermögen, welches dazu führt, dass Krankheiten erst gar nicht entstehen oder mit milden Symptomen bewältigt werden. Innovative Technologien, vor allem auf dem Gebiet der „Life Science“, eröffnen großartige Chancen für unsere Lebensqualität. Daher meine ich, dass Spitzenforscher, die sich in ihrem Fachbereich zu weltweit anerkannten Größen herausgebildet haben, nicht nur unsere Aufmerksamkeit, sondern unseren Respekt verdienen. Eben jener Respekt zeigt sich darin, Spitzenforscher von Pseudowissenschaftlern zu unterscheiden. Dies bedarf der differenzierten, durchaus kritischen, vor allem aber konstruktiven Auseinandersetzung mit der Arbeit von Medizinern und Pharmakologen. Nirgendwo ist alles Gold was glänzt. Genauer hinschauen und aufmerksam zuhören ist Bürgerpflicht. Wer aber mit verschwörerischen Thesen und kruden Anschuldigungen die Pharmaindustrie beschimpft, soll bitte auch so konsequent sein und bei der nächsten Wurzelbehandlung auf jegliche Schmerzmittel verzichten. Oder versuchen Sie doch mal, nur mit der Einnahme von Globuli ruhig und gelassen auf dem Zahnarztstuhl zu verweilen. Auch die Dankbarkeit gegenüber Arzneimittelforschern und Medikamentenentwicklern will gelernt sein! Ich hoffe, mit dieser leicht ironischen Einlassung niemandem weh zu tun, denn: Mir ist daran gelegen, dass wir wieder zusammenfinden und den Spalt, der sich quer durch unsere Gesellschaft zieht und breiter zu werden droht, gemeinsam überwinden. Die Kolumne zur Frage, was Homöopathie und mRNA-Technologie gemeinsam haben, darf als laienhafter Versuch verstanden werden, einen bescheidenen Beitrag dazu zu leisten. Die Wissenschaftler von heute sind Zwerge auf den Schultern von Riesen, und können dadurch weiter blicken als die Generationen vor ihnen. Daher sage ich: Samuel Hahnemann gebührt Respekt! Und ich wage die kühne Behauptung: Der Begründer der Homöopathie wäre heute der größte Fan der mRNA-Technologie. Na, wenn solch eine These mal keine Aufmerksamkeit weckt und zum Lesen anregt?! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen – und uns allen, dass wir einander mit Aufmerksamkeit begegnen. Wer kann heute schon sagen, was das Jahr 2022 bringen mag? Ich bin mir sehr sicher: Mit aufmerksamem Zuhören und gegenseitigem Respekt viel Gutes …! Ihr

Dr. Matthias Zimmermann

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INHALT

Bildung & Wissen

S. 68

S. 74

Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

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KURZ NOTIERT ...

HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

18

SPORTLEHRE

TITEL

Mensch und Aufmerksamkeit

KOLUMNE

Homöopathie und mRNA – passt das zusammen?

STICHWORT

Stress : eine große Gesundheitsgefahr? Schlaf: erholsam und gesund!

KOMMENTAR

Über Aufmerksamkeit

FÖRDERPROJEKT

Schule pflegt soziale Patenschaft trotz Pandemie

ARBEITEN IM RC Aufmerksamkeit im Arbeitsalltag

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20 24 26 28 30 32

EXPERTENRAT Volksleiden Rückenschmerzen

Sport und Achtsamkeit Aufmerksamkeitssteuerung im Sport

THERAPEUTENRAT Weniger Arthrose-Schmerzen durch Training

HIDDEN DEVICE Aufmerksam mit Ihren Muskeln

FIT & GESUND

milon hat das Training der Zukunft Open Air-Fitnesskurse in schönem Naturambiente Yoga – kein Sport und nur Esoterik? InBody BIA – Ein verlässlicher Partner Core- und Functional-Training

ERNÄHRUNG Achtsam essen – viel mehr als nur Genuss

GESUND & LECKER Minestrone mit Nudeln und Gemüse

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IMPRESSUM

Leistung & Erfolg

S. 76 66

WHO´S WHO

72

Ladislav „Laci“ Legenstein

Boris Schwarz

3 FRAGEN – 3 ANTWORTEN Timo Grober

FIRMENPORTRAIT Braun EDL

PARTNERUNTERNEHMEN

cook&more epicto

HERZLICH WILLKOMMEN KINDERSPORT Kinder und Aufmerksamkeit

LEISTUNGSSPORT & MEDIZIN Sportmedizinische Untersuchung für die Leistungskinder und -jugendlichen der TARN

DAS LIFE SKILLS-MAGAZIN AUS DEM RACKET CENTER

Herausgeber Racket Center Nußloch GmbH & Co. KG Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt Dr. Matthias Zimmermann (zimmermann@gsm-mbh.net)

KURZ NOTIERT ...

IM INTERVIEW

Premium

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74 76 80 82 84 86 90

Anzeigen & Beratung Dr. Matthias Zimmermann (partner@gsm-mbh.net) Fragen an ... interesse@racket-center.de Produktion GSM Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Layout, Satz, Grafik Denis Herrmann (herrmann@gsm-mbh.net) Fotos Denis Herrmann, Adobe Stock Auflage 6.000 Druck printmedia solutions GmbH Weinheimer Straße 62 • 68309 Mannheim

ID-Nr. 21111318

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Bildung & Wissen

KURZ NOTIERT ...

LED

CANCEL

MLP-Cup 2022 – worauf wir leider verzichten müssen ...

Schweren Herzens müssen wir bekannt geben, dass der MLP-Cup 2022 abgesagt ist. Zum zweiten Mal in Folge müssen wir auf das hochklassige Tennisevent im Racket Center verzichten. Der MLP-Cup, als internationales Tennisturnier zu Beginn des Jahres, ist in seiner Strahlkraft für die gesamte Region etwas Besonderes. In Zeiten einer Pandemie jedoch birgt diese Internationalität auch ein hohes Risiko. Dutzende Spieler mit ihren Begleitpersonen kommen aus über 20 Nationen in Nußloch zusammen. Als Gesundheitszentrum sind wir unseren Mitgliedern und Patienten zu besonderer Verantwortung verpflichtet. So bleibt uns nur, in Erinnerungen an vergangene MLP-Cups zu schwelgen und voller Zuversicht auf den MLP-Cup 2023 zu blicken. Wir hoffen auf Ihr Verständnis, wünschen alles Gute und vor allem: Bleiben Sie gesund!

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Events im Racket Center abgesagt!

Da sich die Corona-Situation im Herbst 2021 immer weiter zuspitzte, mussten wir die letzten beiden Veranstaltungen im Rahmen unserer ZAP Gesundheitslinien leider absagen. Wir dürfen allerdings in Aussicht stellen, dass wir die Buchlesung von Dr. h. c. Manfred Lautenschläger aus seinem Buch „Aufgeben war nie eine Option …“ im Sommer und der Vortrag von Prof. Michael Clarius zum Thema Arthrose im Herbst nachholen werden. Trotzdem konnten wir den Großteil unserer Vortragsreihe stattfinden lassen, auch wenn wir aus Raumgründen die Teilnehmerzahl auf 70 Personen begrenzen mussten. Dafür sagen wir den Referentinnen und Referenten unser herzlichstes Dankeschön!


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TITEL

Mensch und Aufmerksamkeit

Über die Psychologie und Ökonomie der Aufmerksamkeit, Konzentration und Entspannung, Müßiggang und Langeweile, wahrgenommen werden und vom grassierenden Anspruch auf Wertschätzung. von Matthias Zimmermann „Uffbasse“, heißt es am Anfang der Show. „Aaaaachtung“, schallt es über den Aufmarschplatz beim großen Zapfenstreich. „Meine Damen und Herren“, hört man und weiß, dass der Vortrag beginnt. Genauso wie ein Comedian, ein Kommandierender oder ein Referent an die Aufmerksamkeit seines Auditoriums appelliert, möchte auch ich Ihre Aufmerksamkeit gewinnen, denn: Es folgt ein Essay über Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut. So wird Aufmerksamkeit zum Gegenstand der Ökonomie, die es ohne Knappheit gar nicht bräuchte. Da es sich dabei zuallererst um ein Bewusstseinsphänomen handelt, beschäftigen sich vor allem Psychologen damit, für die sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts Aufmerksamkeit zu einem zentralen wissenschaftlichen Thema entwickelt hat. Auch Hirnforscher und Pädagogen stellen sich die Frage, wie es trotz überbordender Umweltreize und -einflüsse gelingen kann, stets Herr seines Geistes zu bleiben. Dieser Aspekt der Geisteskraft ist ein wesentlicher leistungsbestimmender Faktor. Leistung

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und Erfolg im Beruf, im Sport und im Leben bedürfen der Lenkungshoheit über die eigene Aufmerksamkeit. Und natürlich strebt jeder von uns nach Aufmerksamkeit. Immerhin sehnen sich neun von zehn Befragten, laut der Studie “Jobzufriedenheit 2017”, nach Wertschätzung durch ihren Vorgesetzten. Aufmerksamkeit und Anerkennung werden wohl dringend gebraucht! Doch in welcher Form, mit welcher Konsequenz, und überhaupt: Wovon genau ist hier eigentlich die Rede? Mal schauen, ob es mir gelingt, mit den aufgeworfenen Fragen Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen und diese während der Antwortsuche zu binden. Werden Ihre Aufmerksamkeitsreserven ausreichen, um diesen Beitrag bis zu Ende zu lesen? Und wenn nicht? Dann muss ich mir freilich die Frage stellen, ob das an diesem Text gelegen hat! Ich hoffe nicht … Also dann: „Auf die Plätze, fertig, los“, um mit der Sprache des Sports um Ihre ganze Aufmerksamkeit zu bitten.


Aufmerksamkeit aus psychologischer Sicht – Die Besitzergreifung des Geistes

So – und jetzt: Konzentration, bitte! „Konzentrier‘ Dich“ ist die wohl geläufigste Coaching-Anweisung, die man zu hören bekommt, wenn man auf Sportplätzen unterwegs ist. Wer im Sport aktiv ist und sich dem Wettkampf stellt, sagt diesen Satz häufig zu sich selbst. So wie der Autor dieses Beitrags, der sich zur Ordnung ruft, um am Ball zu bleiben und sich zu konzentrieren. Nur – worauf denn eigentlich? Diese Anweisung zu sich selbst und zu anderen ist sicher nicht falsch, aber auch nicht richtig, sondern schlicht völlig sinnfrei. Ohne sich mit dem Phänomen der Aufmerksamkeit zu beschäftigen, laufen Ratschläge dieser Art ins Leere. Und Trainingsprogramme zur Steigerung der Aufmerksamkeitsfähigkeit erst recht. Schaffen wir also Ordnung auf diesem Feld. Die „Besitzergreifung unseres Geistes“ wollen wir schließlich selbst bestimmen. Keinesfalls soll der Zugriff anderen überlassen werden – nicht den Medien, nicht anderen Personen und auch nicht Objekten, die uns in ihren Bann ziehen und uns davon abbringen, unseren selbstbestimmten Weg zu gehen und unsere Ziele zu erreichen, denn: die Fähigkeit zur selbstbestimmten Aufmerksamkeitssteuerung ist ein wesentlicher leistungsbestimmender Faktor! Handlungsleistungen im Beruf, in der Schule, beim Sport oder auf anderen Gebieten sind das Ergebnis des Zusammenspiels vieler verschiedener Faktoren, die sowohl innerhalb als auch außerhalb der Person liegen. Wir Menschen verfügen über unterschiedliche kognitive Voraussetzungen (z. B. Gedächtnis – besonders das Arbeitsgedächtnis – Merkfähigkeit, Problemlösen etc.), intellektuelle Entwicklungsstände sowie motivationale und affektive Dispositionen. Die individuellen Umgebungsbedingungen unterscheiden sich durch das soziale Umfeld (Familie, Erziehung, Vorbilder etc.) und die Handlungssituation (bekannt/unbekannt, reich/arm an Störquellen, mentaler, sozialer oder materieller Druck etc.). Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit gezielt zu lenken, spielt eine besondere Rolle bei der Erreichung von Handlungsergebnissen. Nach Hendrik Niemann und Siegfried Gauggel (Heidelberg 2010) besteht diese Fähigkeit aus fünf Faktoren: 1. Alterness – die Aufmerksamkeitsaktivierung: die Fähigkeit, kurzfristig eine allgemeine Reaktionsbereitschaft herzustellen, also sehr schnell mit allen physiologischen (geistigen und körperlichen) Ressourcen präsent zu sein, wenn es die Situation (exogen) oder der eigene Anspruch (endogen) erforderlich macht. 2. Selektive Aufmerksamkeit – die Fokussierung oder Konzentration: aus einer Fülle von Reizen diejenigen auszuwählen und zu bearbeiten, die für die Handlungsleistung relevant sind, dementsprechend voll und ganz „bei der Sache zu sein“ und andere Reize auszublenden. 3. Vigilanz (unter monotonen Bedingungen) und Daueraufmerksamkeit (unter verschiedentlichen Störeinflüssen): die Aufrechterhaltung der selektiven Aufmerksamkeit über einen langen Zeitraum.

4. Geteilte Aufmerksamkeit: das Vermögen, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. 5. Exekutive Aufmerksamkeit: die Fähigkeit der willentlichen Steuerung von Informationsverarbeitungsprozessen, z. B. beim Umschalten der Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand zu einem anderen oder die Bewältigung unterschiedlicher Einflüsse, z. B. ein Pilot im Krisenfall.

Die Aufmerksamkeit steuern: Beleuchter, Kameramann und Regisseur zugleich

Ein Musterbeispiel für eine überragende Aufmerksamkeitsleistung ist die Notwasserung einer Airbus 320 auf dem Hudson River im Januar 2009, verfilmt mit Tom Hanks in Clint Eastwoods Blockbuster „Sully“. Nachdem kanadische Wildgänse in beide Triebwerke eines startenden Flugzeugs geraten, müssen Flugkapitän Chesley B. Sullenberger und sein Co-Pilot Jeffrey B. Skiles innerhalb kürzester Zeit und unter enormem Druck Entscheidungen treffen und eine fliegerische Meisterleistung außerhalb des üblichen und möglichen Pilotentrainings vollbringen. Sie realisieren schnell die Tragweite des Unglücksereignisses und sind in kürzester Zeit hellwach (1). Als sie erkennen, dass die Lösungsvorschläge, die aus dem Tower per Funk übermittelt werden, nicht zielführend sind, treffen sie einen folgenschweren Entschluss („We´re gonna end up in the Hudson“), fokussieren sich auf die wesentlichen Ablaufschritte bis zur Notwasserung und blenden alle Störreize – inklusive eigener Gedanken an den möglichen Tod – konsequent aus (2). Gemessen an der Intensität der Einflüsse, der Situation, des Handlungs- und Entscheidungsdrucks, ist die Aufrechterhaltung der Daueraufmerksamkeit trotz der nur wenigen Minuten bemerkenswert. Sie verlieren zu keinem Zeitpunkt die Nerven und bleiben über die Aufmerksamkeitsspanne hochkonzentriert (3). Hier zeigt sich, dass die Ausdauer der Aufmerksamkeit immer im Zusammenhang mit der Intensität ihrer Beanspruchung zu betrachten ist. Es sind viele, nicht nur fliegerische Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen – von der Abarbeitung des Notfallhandbuchs bis hin zur Kommunikation mit dem Tower und den Anweisungen an Crew und Passagiere (4). Schlussendlich beweisen die Piloten mit der Umschaltung der Aufmerksamkeit von einer Aufgabe zur nächsten höchste Handlungskompetenz – nicht nur bis zur Wasserlandung, sondern bis zur vollständigen Evakuierung der Maschine, die von den Piloten als letztes verlassen werden(5). Dank dieser übermenschlichen Aufmerksamkeitsleistung haben alle Passagiere und Crewmitglieder überlebt. So ging der 15. Januar 2009 in die Luftfahrtgeschichte ein. Dass insbesondere Chesley „Sully“ Sullenberger ein herausragender Luftfahrtexperte und ein genauso langjährig wie vielfältig erfahrener Pilot ist, gehört freilich zu den wesentlichen Bedingungen dieses Erfolgs. Dennoch erfordern komplexe Herausforderungen unter maximalen Druckbedingungen nicht nur Können und Erfahrung, sondern die Fähigkeit, in ganz unterschiedlicher Weise aufmerksam zu sein. Was mit einem allgemeinen, ungerichteten Aktivierungszustand der Piloten bei einem Routinestart beginnt, wird in kürzester Zeit zu einer mehrdimensionalen Aufmerksamkeitsleistung höchsten Grades. Jetzt wird auch klar, weshalb der Hin-

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weis, „konzentrier´ Dich“, ein nutzloses Axiom ist – und zwar sowohl für Piloten als auch für Sportler, Chirurgen, Unterrichtende oder andere Professionen. Konzentration? Ja klar – aber wie und worauf? Vergleichen wir dazu den Bewusstseinszustand mit einem Scheinwerfer. Die handelnde Person – Beleuchter, Kameramann und Regisseur zugleich – kann diesen mit größter Helligkeit auf einen klitzekleinen Punkt ausrichten. Dieses Höchstmaß an Konzentration taucht das Objekt der Betrachtung in gleißendes Licht und lässt alles um den Brennpunkt herum in Dunkelheit verschwinden (Fokussierung der Aufmerksamkeit, Konzentration). Man kann die Blende vor dem Scheinwerfer auch öffnen, so dass das Licht mehrere Gegenstände gleichzeitig erfasst, womit man zwar den Überblick gewinnt, gleichwohl aber mit weniger hellem Schein (Verteilung der Aufmerksamkeit). Im Sinne eines Spotlights lässt sich der Lichtkegel abwechselnd auf verschiedene Gegenstände richten, um diese möglichst gezielt und bedarfsgerecht zu erhellen (Umschaltung der Aufmerksamkeit zwischen verschiedenen Objekten oder auch von eng auf weit, von konzentriert auf verteilt). Die Energie und Leuchtkraft eines Scheinwerfers aber ist begrenzt. Um nicht zu überhitzen muss die Wattleistung gelegentlich reduziert werden. Geschickt gewählte Pausen gewähren Abkühlung bzw. die Erholung, die es braucht, um genauso wirksam (effektiv) wie ökonomisch (effizient) wieder da zu sein, wenn es darauf ankommt. In dieser Weise bedingen Intensität und Beständigkeit der Aufmerksamkeit einander. Die begrenzte „Nervenenergie“ verlangt nach Aufmerksamkeitspausen. Auch der weltbeste Tennisspieler kann nicht über fünf Sätze hinweg höchstkonzentriert agieren. Frank Schubert (Psychologie zwischen Start und Ziel, Ber-

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lin 1981) zeigte, dass die mentale Kraft nur etwa ein Drittel einer Spielzeit vollumfänglich zur Verfügung stehen kann. Wohl dem, der weiß, wann’s drauf ankommt – und dann seinen Scheinwerfer in Vollleistung auszurichten vermag. Dennoch gilt dabei: Aufmerksamkeit ist immer Pflicht. Also: Niemals den Faden verlieren …

Die Aufmerksamkeit nach Außen gerichtet: Hinwendung und Abwendung

Die Hinwendung zu einer Aufgabe bedingt eine Abwendung von anderen Einflüssen, Reizen oder Erscheinungen. Diese trachten fortwährend danach, vom eigenen Geist Besitz zu ergreifen. Das völlige Aufgehen im Denken und Tun, die vollkommene Ausgrenzung von Störfaktoren, gelingt leichter, wenn die Aufgabe unserem Interesse entspricht. Wenn uns die Spannung fesselt, kann uns kaum etwas aus der gedankenversunkenen Zuwendung zu einer Aufgabe herausreißen. Man ist ganz bei sich, alles fließt – schnurgerade in Richtung Ziel, ohne Kurven, Abzweigungen oder Stolpersteine. Dann ist das Buch schnell gelesen, der Text zügig geschrieben, die Präsentation rasch und in guter Qualität vollbracht. Wohl denen, die ihre Lebensaufgabe gefunden haben – die Wissenschaftler, Autoren oder Sportler ... Und dann – muss die Steuererklärung gemacht werden! Alle Aufmerksamkeit gehört fortan Belegen und Formularen. Das Interesse daran? Null! Spaß? Unter null! Schon lauert der Feind der Aufmerksamkeit: die Ablenkbarkeit! Also was tun? Ignorieren hilft sich zu konzentrieren – Störquellen sind abzustellen oder auszublenden. Weg mit dem Smartphone und seinem verführerischen Vibrieren oder Klingelton. Bitte keine Musik, kein Fernseher, auch keine Unordnung und kein Krimskrams. Nichts und niemand in greif- oder erreichbarer Nähe –


nur, was wirklich benötigt wird. Stattdessen absolute Selbstkontrolle. Jetzt braucht die Aufmerksamkeit alle Energie, um sich auf das zu richten, was zu tun ist, weil es getan werden muss: das Wichtige und Dringliche, Notwendige und Unabdingbare – freudlos und trotzdem gut. Pflichtbewusst eben! Kaum hat man sich aufgerafft, alle Voraussetzungen hergestellt und die äußerliche Reizflut unterbunden, die mentale Energie mobilisiert und den Geist voll und ganz auf die Aufgabe gerichtet – da regt sich plötzlich die eigene Phantasie. Im Unterbewusstsein rumort es. Manch unerklärbare Eingebungen drängen an die Oberfläche und bemächtigen sich unseres Bewusstseins. Das Aufkeimen störender, gar zweifelnder Gedanken zerrt am Steuerrad der Aufmerksamkeitskontrolle. Der Fokus auf den Return beim Tennis, auf die Argumentationsfolge beim Schreiben oder auf das Zuhören bei einem Gespräch – plötzlich weg. Perdu. Der menschliche Wahrnehmungsapparat und das Fokussierungsvermögen geraten ins Trudeln. An eine effiziente Informationsaufnahme und -verarbeitung ist nicht mehr zu denken. Was habe ich da gerade eigentlich gelesen? Wie geht der nächste Schritt gleich noch mal? Wir sind vom rechten Weg abgekommen. Die Handlung verfehlt ihr Ziel und die Zeit fließt erbarmungslos dahin. Wir alle wissen: Die Wirksamkeit des Orientierens, Planens, Entscheidens und Ausführens wächst mit zunehmender Fokussierung – doch ist diese dienstwillig und launisch zugleich. Kaum ist der Zustand höchster Konzentration erreicht, zerplatzt dieser im nächsten Augenblick wie eine Seifenblase. Unser Gehirn ist eben gar nicht darauf ausgelegt, sich lange zu konzentrieren. Es neigt dazu, ständig hin- und herzuspringen, möglichst alle Umgebungsreize aufzunehmen und stets wachsam zu sein. Evolutionsbiologisch lässt sich das gut begründen. Die gefahrenreiche Umwelt unserer Urahnen machte die absolute Hingabe an eine Handlung und das selbstvergessene Eintauchen ins Tun zu einem lebensgefährlichen Risiko. Ein Geräusch oder ein optisches Signal einfach auszublenden konnte tödlich enden. Jetzt verstehen wir auch, warum Ablenkungen so verführerisch sind.

Die Aufmerksamkeit nach innen gerichtet: Zerstreuung und Langeweile

Die Aufmerksamkeit gebündelt, alle Sinne fokussiert, ganz bei der Sache sein – und trotzdem geht´s nicht weiter. Wo bleibt die Idee, wo steckt die Lösung? Gerade haben wir alles wunderbar beherrscht, und plötzlich fühlen wir uns beherrscht. Die Konzentration wird zur Falle, der Geist steckt fest – rien ne va plus. Nichts geht mehr, weil statt eines klaren Geistes nur wild kreisende Gedankenfetzen unsere Sinne in Beschlag nehmen. Wir sind ablenkt. Darüber mag man sich ärgern. Oder es hilft zu akzeptieren, dass eine Ablenkung bisweilen geradezu lebensnotwendig ist, um den Geist aus der Gefangenschaft und – wie Pater Anselm Grün das nennt – das Selbst aus seiner „Verzwecktheit“ zu befreien. Es ist an der Zeit, den Scheinwerfer der Aufmerksamkeit einmal nicht nach außen, sondern nach innen zu richten und in sich hineinzuhorchen, die tiefen

Wünsche und Hoffnungen zu beleuchten und Energie zu tanken. Also was tun? Chillen? Sich der Zerstreuung hingeben und am Computer zocken? Das Smartphone traktieren und sich durchs Fernsehprogramm zappen? Die digitale Moderne bietet vielfältige Möglichkeiten, die an- und überspannte Aufmerksamkeit zu zerstreuen. Unzählige Kanäle und Arten von Medien, Interneträume und Wege des virtuellen Austausches befreien von leidvoller Langeweile, die unerträglich scheint. Schöne neue Welt! Dabei sediert der überhand- und gefangennehmende Konsum von sozialen Medien das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen. Faulheit in diesem Sinne bedeutet, seine Aufmerksamkeit nicht mehr selbst lenken zu müssen, sondern lenken zu lassen. Dazu kennen intelligente Algorithmen die tiefsitzenden Bedürfnisse der Nutzer beinahe besser als die Nutzer selbst. Emotionsgeladene Reize machen es leicht, die Aufmerksamkeit darauf zu richten. Youtube, Facebook & Co kennen die Interessen, Einstellungen und Motive ihrer Nutzer und absorbieren so deren Aufmerksamkeit. Das ist nicht die Art des faul seins, die Entspannung und Erholung schafft. So kommt das Konzentrationsvermögen nicht zurück, das wir benötigen, um uns wieder zielgerichtet unseren Aufgaben zuzuwenden! Es stellt sich die Frage, wie wir mit unserer Aufmerksamkeit umgehen – und wie viel sie uns wert ist. Ein kurzer kulturhistorischer Vergangenheitsexkurs lässt den besonderen Wert der Aufmerksamkeit deutlich werden. In den Jahrhunderten, in denen die christliche Kirche das Sagen hatte, musste die Aufmerksamkeit des Einzelnen allein der religiösen Versenkung gelten. Das Gegenständliche der Natur und auch des menschlichen Schaffens sei als Werk Gottes zu betrachten, das für den Menschen nur begreifbar wird, wenn er seine Aufmerksamkeit durch Meditation und Beten darauf ausrichtet. Erst mit der ersten Phase der Säkularisierung im 17. Jahrhundert vollzieht sich eine Entsakralisierung der Objektwelt. Statt Gegenstände als gottgegeben und heilig zu betrachten, sind sie mit wissenschaftlichem Interesse und eigenem Denken zu erschließen. Es ist der französische Philosoph René Descartes, der erkennt: Die Aufmerksamkeit ist als Eigenschaft im Individuum angelegt und macht ihn selbst zum Herrscher über den eigenen Geist. So wird hundert Jahre später die Aufmerksamkeit zur Grundtugend der bürgerlichen Aufklärung. Die aufgeklärte Gesellschaft gesteht dem Einzelnen zu, sich allen Dingen der Welt mit Sorgfalt zuzuwenden, ob nun in der Wissenschaft, in den Künsten oder im Gewerbe. Die Eigenständigkeit des bürgerlichen Subjekts beweist sich durch seine Befähigung zur Steuerung seiner Aufmerksamkeit und die Selbstermächtigung seines Geistes. Kurzum: Die Aufklärung traut es den Menschen zu, sich konzentrieren zu können. Dieses Zugeständnis ist zugleich Verpflichtung. Fortan gilt alle Aufmerksamkeit der Produktivität, dem fortwährenden Streben nach Erkenntnis und Fortschritt. Aufmerksamkeit ist das Mittel der Vernunft. Ihre Disziplinierung mit unentwegtem

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Fleiß führt den Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Die aufklärerische Idee der Selbstvervollkommnung wird zum moralischen Motor aller Willensübungen. „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ wird zum geflügelten Leitsatz. Faul sein war verpönt – und sind wir ehrlich: das ist es bis heute ...

Faul sein und Müßiggang

Faulheit oder Trägheit zählt in der christlichen Theologie zu den sieben Hauptlastern, den „Wurzeln“ von lässlichen (Tod-) Sünden. Wieder macht die Kirche ihre Macht geltend und postuliert: „Müßiggang ist der Feind der Seele“. Doch schon immer provoziert sie damit Widerspruch – gegen ihre theologischen Ansichten und gegen sich selbst. Sein Vorname Gotthold hält den jungen Studenten Lessing in seiner Leipziger Studentenbude nicht davon ab, der geltenden Moraltheologie eines tugend- und arbeitssamen Lebens in der Mitte des 18. Jahrhunderts sein „Lob der Faulheit“ dagegenzustellen: Faulheit, jetzt will ich dir Auch ein kleines Loblied bringen. O wie sauer wird es mir, Dich nach Würden zu besingen! Doch, ich will mein Bestes tun, Nach der Arbeit ist gut ruhn. Höchstes Gut! wer dich nur hat, Dessen ungestörtes Leben Ach! ich gähn´ ich werde matt Nun so magst du mir‘s vergeben, Dass ich dich nicht singen kann; Du verhinderst mich ja dran.

So gesehen ist es nur folgerichtig, dass sich Gotthold Ephraim Lessing just zu dieser Zeit vom Studium der Theologie abwandte und anfing, sich mit Poesie und Theater zu beschäftigen. Hundert Jahre später formuliert ausgerechnet der Schwiegersohn von Karl Marx („Religion ist das Opium des Volkes“) eine Streitschrift. Und unter der Überschrift „Das Recht auf Faulheit“ entwirft der französische Sozialist Paul Lafargue im Jahre 1883 das Zukunftsmodell einer Gesellschaft, die sich von ihrem verinnerlichten Arbeitszwang befreit hat. Die herrschende Arbeitsmoral und der immerwährende Verdacht der Leistungsverweigerung beim kleinsten Anschein von Rast und Ruh´ ruft auch den Philosophen Friedrich Nitzsche auf den Plan: „Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: Der Hang zur Freude nennt sich bereits „Bedürfnis der Erholung“ und fängt an, sich vor sich selbst zu schämen. ‚Man ist es seiner Gesundheit schuldig‘ — so redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird. Ja, es könnte bald so weit kommen, dass man einem Hange zur vita contemplativa (das heißt zum Spazierengehen mit Gedanken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgäbe“.

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Vita Contemplativa – das kontemplative Leben. Wenn da mal keine Verwechslung vorliegt, denn: Weder die Langeweile (Folge eines erzwungenen Zustands), noch die Faulheit (das zeitverschwenderische Nichts[sinnvolles]tun), verhilft dem Menschen wirklich zur nachhaltigen Regeneration seiner Aufmerksamkeitsressourcen. Müßiggang – das Aufsuchen der schöpferischen Muße – mit Faulheit gleichzusetzen, ist unzutreffend. Vielmehr folgt Müßiggang der Erkenntnis der experimentellen Psychologie, die zeigt, dass man sich nach einem konzentrierten Ausnahmezustand unweigerlich entspannen und zerstreuen muss. Der Dichter Paul Valéry bringt diese Anstrengung in das treffende Gleichnis des Tauchers, der nur begrenzte Ressourcen hat und wieder auftauchen muss, bevor es lebensgefährlich wird. So gebührt der Kontemplation auch in viele Religionen und philosophischen Entwürfen über Jahrtausende hinweg ein wichtiger Stellenwert. In der Kontemplation richtet der Mensch seine Aufmerksamkeit nach innen und pflegt sein Sinnesvermögen. Heute ließe sich dies mit „Sinnes- oder Aufmerksamkeitshygiene“ umschreiben. Und genau dieser Idee folgend hat sich erst jüngst ein – wie könnte es anders sein – striktes, wissenschaftlich evaluiertes Trainingsprogramm herausgebildet. Tatsächlich wird ein solches standardisiertes Achtsamkeitstraining sogar von den Krankenkassen anerkannt. An eine Kostenübernahme durch Leistungsträger hat der Philosoph, Mathematiker und Religionskritiker Bertrand Russell wohl nicht mal im Traum zu denken gewagt, als er 1935 mit seinem Essay „Lob des Müßiggangs“ einen literarischen Kontrapunkt zur strengen britischen Arbeitsmoral setzte. Und dass der moderne, digital vereinnahmte Mensch sogar mal ein Trainingsprogramm zur Schärfung der Sinne, Pflege der Aufmerksamkeit und Schulung der Achtsamkeit braucht, wohl erst recht nicht. Heute jedoch boomen die Achtsamkeitstrainingskurse. Das Programm „Mindful Based Stress Reduction“ entfaltet eine anerkannt positive Wirkung gegen das Gefühl, gestresst und fremdgesteuert zu sein. Teilnehmer solcher Programme erwerben die Kompetenz, äußere Reize abzuwehren oder zu filtern, und damit keiner spontanen, irreführenden Bewertung zu unterwerfen. Sie lernen, ihre Aufmerksamkeit nach innen zu richten, um daraus die Kraft zu schöpfen, die es braucht, um die Konzentration nach außen wiederzuerlangen. Dazu bedarf es zuallererst die Einsicht, dass jeder Mensch über individuelle Aufmerksamkeitsressourcen verfügt, die zwar trainierbar, aber in jedem Falle begrenzt sind. Gleichzeitig nimmt die Reiz- und Informationsflut unentwegt zu. Die Folge ist ein zunehmendes Missverhältnis.

Aufmerksamkeit aus ökonomischer Sicht: Knappheit und Konkurrenz

Die Zeiten, in denen der Mensch aktiv nach Informationen suchte und Nachrichten schwer zu kriegen waren, gehören spätestens seit dem Zeitalter der Digitalisierung endgültig der Vergangenheit an. Wir werden aus allen Kanälen be-


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Wir sehen uns geschätzten 3.000 Werbebotschaften pro Tag ausgeliefert ... I Foto: Nataliya Hora - stock.adobe.com

feuert. Der Entscheidungsforscher und spätere ÖkonomieNobelpreisträger Herbert Simon erkannte schon vor einem halben Jahrhundert: „Information frisst Aufmerksamkeit“. Dabei möchten wir so gerne immer auf dem Laufenden sein und mitreden können. Die moderne Berufswelt stellt den Anspruch, stets gut informiert, konzentriert bei der Sache und gleichzeitig flexibel zu sein. „Die Pathologie des flexiblen Menschen besteht darin, eine Art von permanenter Anpassungsleistung zu erfüllen, indem er seine Konzentrationsfähigkeit auf alles richtet, was erforderlich erscheint“, meint der Wissenschaftshistoriker Michael Hagner (DIE ZEIT Nr. 18/2011 vom 28. April 2011). Die Knappheit der Aufmerksamkeit ruft die Ökonomie auf den Plan. Das Missverhältnis zwischen den Aufmerksamkeitsressourcen und dem Informationsangebot nimmt zu. Alle Medienschaffenden in Print, Funk und Fernsehen, vor allem aber im Internet, konkurrieren nicht primär um das finanzielle Budget ihrer Rezipienten, sondern um ihre begrenzten Kapazitäten an Zeit und Aufmerksamkeit. Zum Beispiel sehen wir uns geschätzten 3.000 Werbebotschaften pro Tag ausgeliefert. Doch welche dringen in unser Gedächtnis? Welche Botschaften bleiben darin haften? Darüber bestimmt die individuelle Aufmerksamkeit. Und so ist um das knappe Gut Aufmerksamkeit ein gesellschaftlicher Kampf entbrannt, den die Medien ebenso verbissen führen wie PR-Strategen, Politiker und sogar Wissenschaftler. Aber vor allem auch jeder Einzelne von uns …!

Aufmerksamkeit als Währung

Gesellschaftlich betrachtet ist die Aufmerksamkeit eine harte Währung. Dem einen, der mit Aufmerksamkeit bezahlt, steht ein anderer gegenüber, der die Aufmerksamkeit erwirbt. Dass man – den sozialen Medien sei´s gedankt – durch Auf-

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merksamkeit sehr reich werden kann, zeigt beispielhaft die Instagram Rich List 2021. Die bestverdienenden Stars auf Instagram Platz Name Abo-Zahl 1 Cristiano Ronaldo 307 Millionen 2 „The Rock“ 250 Millionen 3 Ariana Grande 247 Millionen 4 Kylie Jenner 244 Millionen 5 Selena Gomez 240 Millionen 6 Kim Kardashian 232 Millionen 7 Lionel Messi 224 Millionen 8 Beyonce 189 Millionen 9 Justin Bieber 180 Millionen 10 Kendall Jenner 172 Millionen

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Eine einzige, mit kommerziellem Interesse platzierte Nachricht – ein so genannter Internet-Post – beschert manch einem „populären Sender“ ein Millioneneinkommen. Was jedoch noch schwerer wiegt als Geld, sind Prestige und Reputation. Der Architekt, Softwareentwickler und Ökonom Georg Franck schreibt in seiner Ökonomie der Aufmerksamkeit (München 1998) schon vor über zwanzig Jahren: Der Bezug von „Aufmerksamkeit sticht jedes andere Einkommen aus. Darum steht der Ruhm über der Macht, darum verblasst der Reichtum neben der Prominenz.“ Dabei gilt: Prominenz ist der Status des Großverdieners an Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist mehr denn je die modernste Währung unserer Zeit. Der mediale Rummel um (mal mehr, mal weniger) bekannte Gesichter erweckt den Eindruck, es gäbe mehr Prominente denn je. Gleichwohl kann im Gegensatz zu materiellem Reich-


“WIR VERFÜGEN ÜBER EINE BREITE UND STETIG WACHSENDE KOMPETENZ IN DEN BEREICHEN MEDIZINISCHE FORSCHUNG, THERAPIE UND ORGANISATION.“ Ahmet Pekkip

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EIN GUTER NAME SEIT 1962


tum das Prominentsein kein Massenphänomen werden. Es sind wenige, die in den Olymp von höchstem Bekanntheitsgrad aufsteigen. Dazuzugehören zur exklusiven Gesellschaft der „Promis“ – davon träumen viele, wie unzählige CastingShows beweisen. Das ist es, was die Aufmerksamkeit anderer Menschen „zur unwiderstehlichsten aller Drogen“ (Franck) macht. Gesetztere Leser und Freunde des bairischen Humors erinnern sich an „Kir Royal“, die Gesellschaftssatire der 80er Jahre aus der Feder von Helmut Dietl und Patrick Süsskind („Das Parfüm“). In der Folge „Wer reinkommt, ist drin“ mimt Mario Adorf in seiner Paraderolle den Generaldirektor Heinrich Haffenloher. Süchtig nach Aufmerksamkeit ist der Klebstofffabrikant, der „endlich mal die Sau rauslassen will“, um keine Peinlichkeit verlegen, damit sein Foto auf die erste Seite der Münchner Allgemeinen Tageszeitung gelangt. Genauso, wie ein vermeintlicher Promizahnarzt, diverse Edelrestaurantbetreiber und eine Berliner Göre, die sich zu diesem Zwecke dem Fotografen „Herbi“ (Dieter Hildebrand) hingibt. Doch „wer reinkommt, bestimme ich. Ich allein, und sonst niemand“. Der Klatschkolumnist Baby Schimmerlos – verkörpert vom unnachahmlichen Franz-Xaver Kroetz – sieht sich selbst als den Münchner Promimacher. Schlussendlich aber beugt sich der Macho-Reporter dann doch der Macht des Geldes, dem Einfluss seiner Redaktion – und den Reizen der Blondine. Der Großunternehmer (und Anzeigentreibende) aus dem „kleinen Kaff Kleinweilersheim bei Tauberbischofsheim“ erhält seine „schöne große Geschichte mit einem schönen großen Foto“ in Baby Schimmerlos´ Klatschkolumne mit dem Titel „Prächtig amüsiert sich Generaldirektor Haffenloher im Kreise seiner Freunde“. Außer jeder Menge Fernsehfreude passt diese Serie in ihrer sehr anschaulichen Weise zur ökonomischen Theorie von Georg Franck. Danach ist Aufmerksamkeit sowohl knappe Ressource, begehrtes Einkommen, ökonomisches Kapital als auch soziale Währung. Weit gefehlt, wer glaubt, dieses Gebaren sei allein Gegenstand einer Persiflage auf die (Münchner) Schickimicki-Gesellschaft. Georg Franck erklärt mit dem Austausch und der Bewirtschaftung von Aufmerksamkeit ganze Gesellschaftsmodelle. Für einen Schriftsteller oder Wissenschaftler mag es eine schlimme Erfahrung sein, wenn seine Publikation in der Fachwelt „zerrissen“ wird. Unvergleichlich schlimmer aber ist es, wenn sein Werk gar keine Beachtung findet. Auch in der Welt der Wissenschaft ist Aufmerksamkeit die Währung, die den Wert innerhalb der Science Community bestimmt. Die globale Wahrnehmung eines Wissenschaftlers in Fachkreisen findet ihren Niederschlag im so genannten Hirschfaktor. Der h-Index (ein Bewertungsindex, der auf den Physikers Jorge E. Hirsch zurückgeht) ist eine Kennzahl dafür, wie häufig Publikationen eines Wissenschaftlers in anderen Veröffentlichungen zitiert werden. Um auf einen dementsprechend hohen Aufmerksamkeitswert zu kommen, entwickeln manche Wissenschaftler mitunter kreative Optimierungsstrategien. Da werden Veröffentlichung schon mal in mehrere Teile aufgeteilt

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und mit reichlich Selbstzitaten publiziert. Es werden „Denkschulen“ gebildet, die sich in eigenen Zeitschriften gegenseitig zitieren. Und so genannte „Zitierkartelle“ berücksichtigen sich wechselseitig als Co-Autoren, um den Aufmerksamkeitswert ihrer „Mitglieder“ nach oben zu treiben. Schöne neue Welt …

Anerkennung und Wertschätzung

Wir lernen: Sogar in der Wissenschaft kann eine Leistung durch die Messung anhand von Aufmerksamkeitswerten zum subversiven Handelsgut verkommen. Allen Opportunisten aber sei gesagt: Aufmerksamkeit kommt schnell und akut, Anerkennung entsteht langsam und chronisch. Trotzdem vermag nichts dem eigenen Leben mehr Bedeutung zu geben als die Aufmerksamkeit der anderen – manchmal um jeden Preis, denn im Spiegel des Interesses unserer Mitmenschen glauben wir, unseren eigenen Wert zu erkennen. Ohne dies hier evolutionsbiologisch zu begründen, leuchtet es durchaus ein, dass dies unserer Natur entspricht. Geborgenheit ist überlebensnotwendig. Daher erscheint uns nichts angenehmer als die wohlwollende Zuwendung anderer Menschen und die Wohltat ihrer teilnehmenden Einfühlsamkeit. Für Kinder ist die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Eltern von höherem, vor allem nachhaltigerem Wert als jedes materielle Geschenk. In der heutigen Berufswelt ist es die Anerkennung im Sinne einer Wertschätzung von außen, die bei vielen Beschäftigten einen höheren Stellenwert genießt als das Einkommen. Führungskräfte sehen sich mehr denn je mit dem Anspruch auf Wertschätzung konfrontiert – keine Führungsleitlinie kommt mehr ohne diesen Begriff aus. Doch was ist damit gemeint? Der Begriff Wertschätzung entstammt der Ökonomie. Danach wird einem Objekt nach bestimmten Maßstäben ein Wert beigemessen. Geschätzt werden Leistung und Erfolg, das Verhältnis von Geben und Nehmen. Einen Wert gibt es weder ohne Leistung noch ohne Schätzung. Darauf gründet der Unternehmensberater und Erfolgsautor Reinhard Sprenger (Das anständige Unternehmen. Gütersloh 2018, S. 284ff.) seine Kritik an der grassierenden Forderung nach Wertschätzung. Leistung ist ohne Gegenleistung nicht möglich und ein Verhalten nicht per se wertvoll. Hingegen ist – um die Unterscheidung deutlich zu machen – „die Achtung vor der Menschenwürde ein Gut, das einem Menschen allein aufgrund der Tatsache zusteht, dass er ein Mensch ist“. Der unantastbare Wert eines Menschen und der berechtigte Anspruch darauf, wahrgenommen zu werden, darf nicht in einen Topf mit dem ökonomischen Wert seiner Arbeitsleistung geworfen werden. Trotzdem ist die Wertschätzung gerade im beruflichen Kontext ein durch Anstrengung erworbenes Gut und unbedingt an folgende Voraussetzungen gebunden: Leistung und Erfolg. Insofern bleibt trotz aufmerksamster Suche der wahre Selbstwert unauffindbar, solange er nicht von anderen anerkannt wird. Zu der Frage, „Was kann ich kriegen?“ gehört eben auch die Frage: „Was kann ich bieten?“. So darf man kritisch fragen, ob der Hunger nach schneller Aufmerksamkeit und allgemei-


ner Wertschätzung nicht gerade deshalb so sehr grassiert, weil es zu anstrengend ist, Konzentration zu lernen und um Anerkennung zu kämpfen. Dieser Kampf darf sich nicht darin erschöpfen, nur Aufmerksamkeit für sich selbst zu entwickeln. Gerade anderen Personen schulden wir eine besondere Form von Respekt: Gemeint ist unsere Aufmerksamkeit im Sinne eines grundsätzlichen Achtgebens bzw. einer rücksichtsvollen Achtsamkeit.

FAZIT

Wir lernen, dass die viel beschworene Konzentration nur ein Aspekt der menschlichen Aufmerksamkeit ist. Aufmerksamkeitssteuerung ist eine weit komplexere Fähigkeit. Aufmerksamkeit kann eng und weit, starr und flexibel bzw. wechselhaft sein. Sie kann nach außen gerichtet sein, um (komplexe) Aufgaben zu bewältigen. Sie kann sich auch nach innen richten, um die erforderliche Erholung oder Selbsterkenntnis zu finden. Wir erleben mehr denn je auch ein Streben nach Aufmerksamkeit. Die moderne Zeit ist nicht mehr nur gekennzeichnet von einem Kampf um Geld, sondern von einem Kampf um Wahrnehmbarkeit, Anerkennung und Achtung. Wir werden jeden Tag aufs Neue in diesen Kampf verwickelt und ringen dabei um die Selbstermächtigung des eigenen Geistes. William James, ein Gründervater der Psychologie, fasst die Phänomenologie der Aufmerksamkeit in einem Satz zusammen: „Durch die Art, wie Menschen aufmerksam sind, treffen

sie eine Wahl, welche Art Welt es sein soll, in der sie leben wollen“. Der denkbar schlechteste Wahlhelfer dabei ist die Gier nach Aufmerksamkeit durch andere. Neben einer psychologischen oder ökonomischen Betrachtung der Aufmerksamkeit gibt es auch eine ethische Perspektive. So meint ein „Ethos der Aufmerksamkeit“, bewusst hinzusehen oder hinzuhören, anstatt andere zu übersehen oder einfach wegzuhören. Seinen Gegenüber stets als Mensch wahrzunehmen ist eine wertschätzende Grundhaltung. Wertschätzung im ökonomischen Sinne, womit man im Arbeitsleben konfrontiert wird, sucht nach einem Gleichgewicht aus Geben und Nehmen – und macht Kritik sogar unabdingbar erforderlich, wenn die Leistungs- und Gegenleistungsbeziehung mal in Schieflage geraten ist. Es ist begrüßenswert, dass Krankheiten – von A wie Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bis Z wie Zerstreutheit – heutzutage nicht mehr als moralische Verfehlung angesehen werden! Alles und jedes allerdings auf Gene oder evolutionsbiologisch begründete Gehirnfunktionen zu schieben, ist ein heikler Versuch, den Menschen ausgerechnet von der Fähigkeit zu entlasten, an sich arbeiten zu können: Am gelebten Respekt vor anderen und vor sich selbst. An der Widerstandskraft gegen die Reizattacken von außen und an der Lenkung der Aufmerksamkeit nach innen. An Wünschen, Zielen – und der ganz eigenen Idee von einem gelingenden Leben ...

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HÄTTEN SIE´S GEWUSST?

Hätten Sie gewusst, …

… dass die Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen kürzer ist als die eines Goldfischs? In einer Studie von Microsoft fand man heraus, dass die Teilnehmer im Durchschnitt nur acht Sekunden lang vollständig aufmerksam waren – eine Sekunde kürzer als ein Goldfisch. Außerdem hat sie sich im Vergleich zum Jahr 2000 um ca. 33 Prozent verschlechtert.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer beeinflussen können? Hat Ihr Vortrag einen roten Faden und verwenden Sie eine bildliche Sprache, hören die Leute konzentrierter zu. Wenn dazu auch noch Emotionen entstehen und sich die Zuhörer persönlich angesprochen fühlen, trägt das ebenfalls zu einer erhöhten Aufmerksamkeit bei.

Solange man selbst redet, erfährt man nichts.

Marie von Ebner-Eschenbach

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Hätten Sie gewusst, …

… dass, laut einer Umfrage von Statista in Zusammenarbeit mit YouGov aus dem Jahr 2019, nicht das Handy, sondern die Arbeitskollegen diejenigen sind, die Sie beim Arbeiten am meisten ablenken? Die Gespräche untereinander „stehlen“ am meisten Zeit. Der Lärmpegel im Büro ist übrigens der zweite Platz in der Liste, was unsere Aufmerksamkeit am Arbeitsplatz stört. Interessant hier ein Blick auf die Altersklassen: Bei den Millennials findet man das Handy auf Platz zwei der Ablenkungsfallen.

Hätten Sie gewusst, …

… dass das Handy auch im Auto nur auf Platz 2 auf der Liste der Dinge liegt, die die Aufmerksamkeit beim Fahren stören? Das hat der Kfz-Versicherer DA Direkt bei einer Umfrage mit 1000 deutschen Autofahrern festgestellt. Auf Platz 1 liegt der Überbegriff „herabfallende Gegen-


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stände“. Weitere Ablenkungsursachen: Bedienen des Navigationssystems, Essen und Trinken. Knapp die Hälfte der Befragten der Studie sind durch solche Ablenkungen schon einmal in eine gefährliche Situation geraten. Beifahrer – auch Kinder – lenken auch ab, allerdings viel geringer als die zuvor genannten Aspekte.

Hätten Sie gewusst, …

… dass das Gehirn kreative Aufgaben besser erledigt, wenn man müde ist? Für Frühaufsteher lohnt es sich, die täglichen Herausforderungen auf die Morgenstunden zu legen – umgekehrt wird die Nachteule erst am Nachmittag richtig aktiv. Kreative Lösungen sind aber generell besser zu bewältigen, wenn man bereits etwas müde ist. Das erklärt, warum einem die besten Ideen abends unter der Dusche oder auf dem Sofa kommen. Warum das so ist: Wenn man müde ist, kann das Gehirn sowohl Ablenkungen nicht mehr so gut herausfiltern als auch nicht mehr so gut auf eine bestimmte Tätigkeit fokussieren. Es ist auch weniger effizient dabei, sich an Verbindungen zwischen Ideen oder Konzepten zu erinnern. Das sind beides gute Voraussetzungen, wenn es um kreative Arbeit geht. So sind wir dazu gezwungen, in neuen Bahnen zu denken.

Hätten Sie gewusst, …

… dass laut dem ADHS Deutschland e. V. ca. fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter ADHS leiden? Dabei wird die Erkrankung bei Jungen vier Mal häufiger diagnostiziert als bei Mädchen. Bei etwa 60 Prozent der Betroffenen bleiben wesentliche Symptome der ADHS auch im Erwachsenenalter bestehen. Charakteristisch sind dabei folgende drei Hauptsymptome: Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität.

Hätten Sie gewusst, …

… dass laut der TU München die maximale Aufmerksamkeit im Sport als FlowZustand bezeichnet wird, in welchem die/der Athlet/in völlig in der Aufgabe aufgeht – so dass Körper und Geist miteinander verschmelzen? Zudem verfliegt die Zeit in solch einem Zustand, da die Bewältigung der Aufgabe im Mittelpunkt steht und man in dieser Aufgabe gänzlich „aufgeht“.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Multi-Tasking nicht funktioniert? Unser Gehirn kann sich nur auf eine Aufgabe wirklich einstellen. Laut Spektrum steigt die Fehlerquote um bis zu 50 Prozent, wenn mehrere Erledigungen gleichzeitig ausgeführt werden, da das Gehirn jedem Aufgabenbereich durch das gleichzeitige Ausführen weniger Aufmerksamkeit schenkt.

Hätten Sie gewusst, …

… dass Ihre Aufmerksamkeit alles Mögliche vorsortiert? Als Beispiel: Wenn Sie schwanger sind, sehen Sie plötzlich ganz viele Schwangere. Wenn Sie als Single unglücklich sind, nehmen Sie besonders viele glücklich verliebte Paare wahr. Das liegt daran, dass Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit schon innerlich bei diesen Themen, also offen dafür sind. Denn alles können Sie gar nicht wahrnehmen. In der Regel nehmen wir weniger als ein Prozent unserer Umwelt wahr, sonst wären wir aufgrund der so zahlreichen Informationen, die auf uns einströmen, überlastet. Das bedeutet: schenken Sie Ihren Zielen Aufmerksamkeit, denken Sie so oft es geht daran, schon damit kommen Sie den Zielen näher. Allerdings müssen Sie irgendwann auch handeln und nicht nur denken.

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Hätten Sie gewusst, …

… dass Aufmerksamkeit die emotionale Sicherheit fördert? Demnach reichen drei Mal 90 Sekunden am Tag aus, um eine Beziehung langfristig stabil zu halten. In dieser Zeit sollte man seinem Partner die ungeteilte Aufmerksamkeit, Anteilnahme und Zugewandtheit widmen.

Hätten Sie gewusst, …

… dass obwohl beim Sprechen viele Prozesse auf niedriger Stufe automatisiert sind (z. B. die lexikalische Aktivierung), sie nicht völlig aufmerksamkeitsfrei durchgeführt werden können? Jeder explizite, direkte Abruf aus dem Gedächtnis erfordert ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit. Dies wurde in einer Publikation der Brandenburg Klinik veröffentlicht.

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KOLUMNE Homöopathie und mRNA – passt das zusammen? Ein Versöhnungsversuch … von Matthias Zimmermann

A

nhänger der Homöopathie sind oft keine Freunde von Impfungen. Ebenso hängen viele Impfgegner der Homöopathie an. Mein Appell an die Opponenten: Blickt auf die Gemeinsamkeiten – und versöhnt euch. So, wie die Fronten verhärtet sind, fragt man zurecht: Wie kann das gehen? Mithilfe einer mutigen Interpretation! Homöopathische Heilkunst und die mRNA-Technologie haben drei wichtige gemeinsame Wesenskerne. Und mithilfe einer nicht minder kühnen Unterstellung: Samuel Hahnemann wäre heute ein Fan der mRNA-Technologie!

„Gleiches mit gleichem heilen“

„Similia similibus curantur“ – so lautet die Vorstellung, die der Behandlungsmethode zugrunde liegt, die Samuel Hahnemann Homöopathie (homóios = gleich, páthos = Leid) nannte. Danach ist für die Behandlung einer Erkrankung ein Arzneimittel anzuwenden, das bei einem Gesunden genau die Krankheitssymptome auslöst, die bei geringer Konzentration einen Kranken heilt und die Symptome verschwinden lässt. Eine Theorie im wissenschaftlichen Sinne ist das nicht. Es finden sich auch keine empirischen Belege dafür, dass das funktioniert. Bestechend ist der Gedanke dennoch, wenn es darum geht, das Entstehen von Erkrankungen zu vermeiden. Interessant dabei ist, dass Samuel Hahnemann – als er zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstmals von „Homöopathie“ sprach – von einem menschlichen Immunsystem allenfalls etwas ahnen konnte. Wenn überhaupt darf man vermuten, dass er von dem britischen Landarzt Edward Jenner Kenntnis erlangte. Dieser machte etwa zur gleichen Zeit eine Entdeckung, die zu einem der größten Triumphe der heutigen Medizin geführt hat. Jenner beobachtete, dass Milchmädchen, die an den vergleichsweise harmlosen Kuhpocken erkrankt waren, auch bei den tödlichen Pockenepidemien nahezu verschont blieben. Daraufhin injizierte er einem Jungen die Flüssigkeit aus einer Kuhpockenpustel. Die ausgelöste Kuhpockeninfektion überstand der Junge mit milden Symptomen. Anschließend infizierte er den 8-Jährigen mit potenziell tödlichen Pocken – ohne Krankheitsfolge. Damit war das Zeitalter der Vakzination (von vacca = Kuh) eröffnet. Heute gilt Edward Jenner als Begründer der Immunologie und Wegbereiter einer Präventivmedizin, die darauf ausgerichtet ist, Erkrankungen zu verhindern, statt sie zu therapieren.

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Samuel Hahnemann 1841

Was ließe sich daraus lernen? Das Ähnlichkeitsprinzip fand in besonderer Weise Anwendung, funktionierte und veränderte das Leben der Menschheit auf revolutionäre Weise. Zwar dauerte es noch fast 200 Jahre, bis die Schutzimpfung gegen Pocken weltweit verfügbar war, obwohl schon im Jahre 1807 der Bayerische König Max I. Joseph eine Impfpflicht erließ, wodurch Bayern zum ersten pockenfreien Gebiet wurde. Doch erst im Jahre 1979 konnte die WHO die Pockenerkrankung weltweit als ausgerottet erklären. Es wird angenommen, dass ohne eine flächendeckende, verpflichtende Impfung im Schulkindalter bis heute vermutlich über 200 Millionen Menschen weltweit an Pocken verstorben wären. Dass es dennoch so viele Impfskeptiker und -gegner gibt, liegt an einem Phänomen, das man „Opfer des eigenen Erfolgs“ oder auch „Präventionsparadoxon“ nennt. Dadurch, dass das Impfen vor allem im vergangenen Jahrhundert so erfolgreich verlaufen ist, ist sich kaum mehr jemand bewusst, was es bedeuten würde, gäbe es keine Impfungen. Dabei ist das Impfen der beste Beleg: „similia similibus“.


„Es ist die Information, die Heilung bringt“

Wie es funktionieren soll, dass bis zur „Unendlichkeit“ verdünnte Arzneimittel eine Wirkung entfalten, erklärt Samuel Hahnemann mit einem Energieübertrag. „Energia ut sanat“. So behaupten Homöopathen, die so genannte Potenzierung – also die starke Verdünnung bei gleichzeitiger „Dynamisierung“ (das Verschütteln und Verreiben) der Grundsubstanzen – belässt in dem Medikament nur noch die „Information“. Hahnemann führte diese Potenzierung um 1789 ein, wodurch sich „die Materie roher Arzneisubstanzen zuletzt in ihr individuelles geistartiges Wesen auflöste“. Der bisweilen grotesk anmutende Aufwand der Verfahren (z. B. das zehnmalige, rhythmische Schlagen der Arzneimittelflasche gegen ein Lederkissen in Richtung Erdmittelpunkt und die fortwährende Zugabe von Verdünnungsmittel), mit dem bis heute Globuli, Tröpfchen oder Pülverchen hergestellt werden, führt dazu, dass sich schlussendlich kein Wirkstoff mehr nachweisen lässt. Also: Was ist dran, wenn nichts drin ist? Ein Scharlatan war Samuel Hahnemann nicht. Sein Lebenswerk zeugt von unbändigem Fleiß, tiefgründigem Interesse an der Heilkunst und großer Fürsorglichkeit für die Menschen, die er auch psychotherapeutisch behandelte. Dass er zur damaligen Zeit 88 Jahre alt wurde und eifrig auch an sich selbst experimentierte, ließe sich als gutes Zeichen für seine Fähigkeiten als Arzt deuten. Kurzum: er war ein Kreativer – und seiner Zeit voraus! Die Idee, man könne über eine Arznei dem Körper eine Information verabreichen, um Selbstheilungskräfte zu entfalten, ist bestechend, denn: Moderne mRNA-Vakzine tragen ihre Wirkungsweise schon im Namen: „Messenger Boten-Ribonukleinsäuren“. Diese mRNA übertragen genetische Informationen aus der DNA im Zellkern in die Zelle. Die Zelle erhält quasi die Information, so genannte „funktionelle Zielproteine“ herzustellen. Proteine sind die Bausteine jeder Zelle, also auch für Antikörper, Hormone und Enzyme, die für unsere Gesundheit wichtig sind.

Daher wird mRNA auch als Botenmolekül bezeichnet, das Nachrichten der DNA überbringt, die den Körper auffordert, seine eigene „Medizin“ herzustellen. mRNA-Vakzine enthalten demnach keine Virusbestandteile, sondern lediglich Teile der Erbinformation des Virus. Mit der Verabreichung eines mRNA-Wirkstoffes in Form einer intramuskulären Injektion wird der Bauplan für einzelne Virusproteine in die Körperzelle übertragen. Die Antwort der Körperzelle besteht darin, die entsprechenden Virusproteine herzustellen, die eine Immunreaktion in Form von Antigenen anregen. So trainiert unsere „körpereigene Apotheke“ den Kampf gegen Virenangriffe und lernt, diese zu besiegen, bevor sie (größeren) Schaden anrichten können. Dass mRNAVakzine in so kurzer Zeit mit solch enormer Wirksamkeit entwickelt werden konnten, liegt an den Erfahrungen aus 30 Jahren Grundlagenforschung, insbesondere im Bereich der Krebsmedizin. Ein Patent zur künstlichen Herstellung von mRNA wurde von der mRNA-Pionierin Katalin Karikó und ihrem Forscherkollegen Drew Weissmann bereits im Jahr 2005 eingetragen – und später von Moderna und BioNTec als Lizenz übernommen. Was ließe sich daraus lernen? Die moderne Medizin aus mRNA-Technologie baut auf die Aktivierung des Immunsystems durch die gezielte Platzierung einer heilbringenden Information, die da lautet: liebe Körperzellen – hier ist der Bauplan der Angriffswaffe eines Virus, baut sie nach und trainiert daran Eure Abwehrbereitschaft für den Ernstfall.

„Leben retten“

Zum Wesenskern medizinisch-wissenschaftlicher Bemühungen gehört es, Leben zu retten. Sich ein berufliches Leben lang mit einem einzigen Molekül zu beschäftigen, braucht vermutlich diese höhere Motivation. Jetzt beobachten zu dürfen, wie gut die mRNA-Technologie funktioniert, ist der Lohn für alle, die über Jahrzehnte hinweg dazu beigetragen

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haben, dass die Impfstoffe von Moderna und BioNTec mittlerweile milliardenfach verabreicht werden konnten. Seit einem Jahr wird die Menschheit Zeuge der größten Feldstudie, die jemals in der Medizingeschichte stattgefunden hat. Dr. Alison Galvani, die Direktorin des Yale Center for Infectious Disease Modeling and Analysis, rechnet vor, dass die Covid19-Impfstoffe jeden Tag Tausende Leben retten. Die Impfung gegen Covid-19 ist das wirksamste Instrument, um die Sterblichkeit und Morbidität der Pandemie einzudämmen und die Gesundheitsversorgung in den Ländern dieser Welt vor dem Kollaps zu bewahren. Auch die Homöopathie hat zur Lebzeit ihres Erfinders unzählige Leben gerettet. Dieser damals revolutionären Heilslehre aber blies der Wind ganz heftig ins Gesicht. Mutig stemmte sich Samuel Hahnemann gegen die Anfeindungen der Schulmedizin, die mit Beginn des 19. Jahrhunderts noch der so genannten Humoralpathologie anhängte. Bis ins 19. Jahrhundert reichte die Krankheitslehre, die schon in der Antike ihren Ursprung hatte. Danach ist die Voraussetzung für Gesundheit die richtige Zusammensetzung der vier Körpersäfte. Geraten Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle in ein Ungleichgewicht, entstehen Krankheiten. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wälzte die Zellularpathologie nach Rudolf Virchow die Vorstellung von der Krankheitsentstehung vollkommen um. Bis dahin aber bestand die Heilslehre ganz wesentlich darin, schlechte Säfte auszuleiten: es wurde geschröpft, erbrochen und auf sonstige Weise entwässert. Brechweinstein, Salze von Quecksilber, Arsen in Fowlersche Lösung und diverse Mischpulver gehörten in die damals gängige Haus- und Reiseapotheke. Aderlässe waren die übliche Therapie. Dank der Leistungen von Generationen an Forschern wird mit dem Wissen von heute schnell klar: Hätte man Erkrankte mit einer guten Dosis „Nichts“ behandelt, wäre dies vermutlich für viele lebensrettend gewesen. Die Behauptung, Wolfgang Amadeus Mozart wäre unter dem Einfluss homöopathischer Behandlungsmethoden älter als nur 35 Jahre geworden, ist durchaus vertretbar. Stattdessen ist anzunehmen, dass eine massive Interaktion von abstrusen Arzneimittelmischungen mit einem Aderlass zum plötzlichen Tod des Genies geführt hat. Betrachtet man im Lichte dieser abwegig anmutenden schulmedizinischen Heilslehre von damals die Entwicklung der ärztlichen Kunst in den letzten 200 Jahren, belegen die Zunahme der Lebenserwartung und der gesunden Lebensjahre einen fantastischen medizinischen Fortschritt. Dennoch hat sich die Homöopathie ohne irgendeine bahnbrechende Neuerfindung ihrer Heilslehre bis heute gehalten – als Opponent gegen die moderne Schulmedizin. Und mit jährlich steigenden Umsätzen! Ein entscheidender Grund dafür ist sicherlich, dass sie – im Gegensatz zu Impfungen und spitzenmedizinischen Maßnahmen – vollkommen nebenwirkungsfrei ist. Diese absolute Nebenwirkungsfreiheit liegt darin begründet, dass in den Tröpfchen, Pülverchen und Globuli kein Wirkstoff nachweisbar ist, sich folglich überhaupt keine Wirkung entfalten kann und nach empirischem Erkenntnisstand auch tatsächlich nicht entfaltet. Keine einzige

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Studie nach dem heute geltenden Goldstandard – also in der Methodik der randomisierten Doppelblindstudie – kann eine Wirksamkeit nachweisen, die über den Placeboeffekt hinausgeht. Und trotzdem gebührt Samuel Hahnemann, für seine ärztlich-therapeutische Lebensleistung und für seinen Widerstand gegen die damalige Schulmedizin Respekt. Wer weiß, vermutlich wäre er sogar hocherfreut zu sehen, dass sich in der mRNA-Technologie seine Grundideen auf höchstem innovativem Forschungsniveau wiederfinden. Und vielleicht würde er als reflektierter Wissenschaftler und starker Charakter anerkennen, dass die heutigen Methoden der empirischen Forschung und Datenauswertung („big data“) Ergebnisse zu Tage fördern, die – und das zeigt die Geschichte der medizinischen Wissenschaft eindrucksvoll – viele Theorien als nicht haltbar entlarven. Es wäre ihm eine Bestätigung, wenn sich fundiert belegen lässt, dass die Homöopathie im Vergleich zur Humoralpathologie die bessere Heilslehre war. Gleichzeitig würde er wohl akzeptieren, dass die Homöopathie trotz kluger Ideen mehr eine Glaubenslehre als ein naturwissenschaftlich haltbares Konzept ist. Stattdessen – das sei hier kühn behauptet – würde er dringend empfehlen: Leute, lasst Euch impfen …!

Fazit – oder: die Heilkraft der Aufmerksamkeit

Wenn man sich anschaut, wie Impfungen funktionieren und auf welche Art und Weise sie die Entstehung von Krankheiten verhindern, lässt sich darin das Ähnlichkeitsprinzip erkennen. Die Idee, man könne mit kleinsten, instabilen und kaum nachweisbaren Molekülen einem Organismus Informationen zum Selbstschutz und zur Selbstheilung übermitteln, ehrt Samuel Hahnemann als Visionär. Schlussendlich sind mRNA-Wirkstoffe das Ergebnis einer zwar bereits wohlerprobten, dennoch erst am Anfang stehenden Technologie, die schon viele Leben gerettet hat und erst recht noch retten wird – wenngleich auf andere Weise als die Homöopathie, mit der sein Erfinder zu seiner Lebzeit viele Menschen vor dem Tode bewahrt hat. Heutzutage rettet man mit Homöopathie kein Menschenleben – im Gegenteil. Wer sich heute bei ernsthaften Erkrankungen auf die Homöopathie verlässt, vertraut dem „Nichts“. Nebenwirkungsfreie Medikamente, was homöopathische Arzneimittel zweifellos sind, haben eben auch sonst keine Wirkung. Als Alternativmedizin ist die Homöopathie eine potenziell tödliche Heilslehre. Als Komplementärmedizin – also den schulmedizinischen Weg begleitend – richten homöopathische Arzneimittel wenigstens keinen Schaden an, denn: Über einen Placeboeffekt reicht die Wirkung von Globuli nicht hinaus. Doch zumindest den Placeboeffekt einer zugewandten und einfühlsamen medizinischen Behandlungsweise haben auch die Schulmediziner anerkannt und akzeptiert. Um in dem Tenor des Leitthemas dieser Ausgabe zu bleiben, ist es vielleicht genau das, was Samuel Hahnemann der Welt vermacht hat: Die Heilkraft der Aufmerksamkeit …!


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STICH WORT

Stress: eine große Gesundheitsgefahr?

Was bedeutet Stress? Und wie wirkt er sich auf unseren Körper aus? von Isabella Münstermann, ZAP Fitness

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er Begriff Stress hat sich in unserem Alltag fest etabliert. „Wie war dein Tag?“ – „Es geht so, die Arbeit war sehr stressig.“ „Geht es dir nicht gut? Du siehst so gestresst aus.“ Jeder kennt eine Situation aus dem privaten oder beruflichen Alltag, in der er sich „gestresst“ fühlt. Aber was bedeutet Stress überhaupt? Stress stellt ein kurzfristiges Ungleichgewicht zwischen wahrgenommenen belastenden Anforderungen, sogenannten Stressoren und den verfügbaren Regulationsressourcen dar. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Stress sogar als die größte Gesundheitsgefahr im 21. Jahrhundert. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahre 2009 leiden mehr als 80 Prozent der Deutschen subjektiv gelegentlich unter Stress. Mehr als 30 Prozent klagen über häufige oder ständige Belastung durch Stress. Diese andauernde Überlastung wird auch chronischer Stress genannt. Chronischer Stress tritt dann auf, wenn die Reaktion darauf nicht zur Bewältigung des Stressors führt und das Ungleichgewicht bestehen bleibt.

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Dies kann letztendlich folgenschwere Auswirkungen auf die Gesundheit sowie die Psyche haben und sich in folgenden Krankheitsbildern darstellen: • Angststörungen • Depressive Störungen • Burnout • Alkoholabhängigkeit • Erkrankungen des Herz-KreislaufSystems • Erkrankungen des Muskel-SkelettSystems • Reproduktive Störungen (Impotenz) • Störungen des Immunsystems • Tinnitus • Demenz

Wenn das Ungleichgewicht dauerhaft besteht, droht der oben schon genannte „Burnout“. Diese Folge von chronischem Stress kann sich auf unterschiedlichste Weise bemerkbar machen und trifft meistens Menschen, die zu hohe Erwartungen an sich und andere an den Tag legen. Die Symptome sind sehr individuell und können entweder psychischer oder körperlicher Art sein. Dazu zählen beispielsweise Niedergeschlagenheit, Antriebs-/Schlaflosigkeit oder Tinnitus. Wenn ein Burnout nicht frühzeitig erkannt und professionell behandelt wird, droht im schlimmsten Falle der Tod!

Doch nicht nur zu viel Stress führt zu Einschränkungen der Gesundheit! Ob man es glaubt oder nicht, zu wenig Stress ruft ebenso negative körperliche oder psychische Reaktionen hervor. Bei dieser Problematik ist vom sogenannten „Boreout“ die Rede. Erst vor wenigen Jahren wurde das Gegenstück zum Burnout entdeckt. Die Symptome bei dieser Erkrankung sind allerdings recht ähnlich und werden aus diesem Grund auch häufiger mit einem Burnout verwechselt. Der Boreout ist aber genau das Gegenteil und muss, trotz fehlender „gesellschaftlicher Anerkennung“, psychotherapeutisch und unter Umständen zusätzlich mit Medikamenten behandelt werden. Schlussendlich zeigen die Ausführungen, dass weder zu große noch zu kleine Herausforderungen auf Dauer eine Lösung sind. Der Mensch kommt genau dann in den „Flow“, wenn die Waage zwischen Herausforderung und Langeweile gehalten wird. Realistisch gesehen, ist das ständige „Flow“-Gefühl jedoch absolut utopisch. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, sich auf Stresssituationen vorzubereiten und sich dadurch möglichst resistent gegen Stress zu machen.


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Als generalisierte Widerstandsressource gegen Stress wird die Kohärenz verstanden. Dazu gehören: • Verstehbarkeit = Fähigkeit, Zusammenhänge des Lebens zu verstehen • Handhabbarkeit = Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können • Sinnhaftigkeit = Glaube an den Sinn des Lebens Wer diese drei Dinge in seinem Leben unterbringt, schützt sich präventiv gegen Stress. Weitere Widerstandsressourcen, die nachhaltig wirken können, sind unter anderem: • Persönlichkeitsmerkmale (z. B. Intelligenz, Optimismus, Widerstandsfähigkeit) • Kognitive Ressourcen (z. B. Gesundheitswissen) • Handlungskompetenz • Soziale Kompetenz • Soziale Ressourcen • Kulturelle Ressourcen • Körperliche Fitness Nun wurde die ganze Zeit über gesundheitliche Auswirkungen von Stress und individuelle Widerstandsressourcen gesprochen, aber wann und warum fühlen wir uns denn überhaupt gestresst und wie reagiert unser Körper in solchen Ausnahmesituationen? Stress kann durch viele verschiedene Situationen entstehen, vor allem jedoch in Ereignissen, die traumatisch, unkontrolliert oder unvorhersehbar sind. Auch Herausforderungen an den Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit oder des Selbstverständnisses führen zu Stress. Zuletzt sind innere Konflikte auch oftmals die Auslöser für das Gefühl, unter Stress zu leiden. Wenn ein Stressor eine Stressreaktion auslöst, geschieht dies sowohl auf physiologische als auch auf psychische Weise. Der Körper reagiert mit der Ausschüttung von Glukose, Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Daraufhin steigen Blutdruck, Herzfrequenz und Atmung an. Ebenso erhöht sich die Muskelspannung und führt dazu, dass der Grundumsatz steigt. Gleichzeitig wird die Verdauung heruntergefahren, wodurch Speichel und Schleimhäute austrocknen.

Psychisch kann sich diese Reaktion sehr unterschiedlich auswirken. Es kann zu positiver Erregung oder Angst führen. Wut und Aggression oder auch andere posttraumatische Belastungsstörungen können die Folge sein. Oftmals macht sich die psychische Stressreaktion ebenfalls durch kognitive Beeinträchtigung wie beispielsweise Aufmerksamkeitsstörungen bemerkbar. Es kommt zu Einschränkungen der Konzentration und des logischen Denkens. Negative Gedanken treten vermehrt auf und können schließlich zur Apathie und zu einer erlebten Hilflosigkeit führen. Diese rasche körperliche und seelische Anpassung von Lebewesen in Gefahrensituationen wird auch Kampf-oderFlucht-Reaktion genannt. Sie hat ihren Ursprung in den Zeiten, als der Mensch noch um sein Überleben bangen musste. Es handelt sich hierbei um eine Alarmreaktion, die das Individuum in eine erhöhte Abwehr- und Fluchtbereitschaft versetzt. Hierfür werden im Körper zusätzliche Energien zur Verfügung gestellt, was im konkreten Fall durchaus hilfreich sein kann, da wir unter Umständen im nötigen Augenblick wahre „Bärenkräfte“ entwickeln. Wenn diese Energie dann verbraucht wurde, setzt der wichtigste Teil der Reaktion ein: Die Erholungsphase. Das Problem heutzutage ist nur, dass die Erholungsphase so nicht mehr eingeleitet wird, da oftmals „Kampf“ bzw. „Flucht“ fehlen und die überschüssige Energie nicht richtig genutzt wird. Eine Möglichkeit dem entgegenzuwirken, ist beispielsweise die körperliche Betätigung durch Training! Abschließend lässt sich sagen, dass chronischer Stress unsere Lebensqualität auf dramatische Weise beeinträchtigen kann. Dennoch gibt es die Möglichkeit, sich, sowohl präventiv als auch in akuten Fällen, gegen Stress und seine Auswirkungen zu schützen. Je mehr man an sich selbst und seiner Stressresistenz arbeitet, desto stärker wird man im Kampf gegen die Gesundheitsgefahr Stress! Achtsamkeitstraining und körperliche Aktivität sind die besten Möglichkeiten sie zu stärken.

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STICH WORT

Schlaf: erholsam und gesund!

Durch Achtsamkeit die Melatoninausschüttung anregen von Helen Baus, studentische Praktikantin ZAP Fitness

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erade in den kalten Monaten graut es uns vor der finsteren Tageszeit. Die Helligkeit schwindet und die Dunkelheit tritt früher wieder ein. Doch sind unsere Nächte noch so dunkel wie sie es zu Zeiten unserer Vorfahren waren? Wann haben Sie zuletzt einen prachtvollen, funkelnden Sternenhimmel beobachtet und achtsam das Strahlen von Mond, Sternen und Sternschnuppen auf sich wirken lassen? Diese Momente zu erleben ist gar nicht mehr so leicht. Gerade in den Metropolen ist es dafür schlicht und ergreifend zu hell geworden. Blinkende Reklametafeln, grelles Neonlicht, Straßenlaternen und Scheinwerfer erleuchten unsere Nacht. Wissenschaftler sprechen mittlerweile von einer „Lichtverschmutzung“, einem „Lichtsmog“. Viele Städte leuchten bis zu 4000-mal heller, als sie es durch das nächtliche Licht von Mond und Sternen tun würden. Tendenz steigend. Die Größe der beleuchteten Fläche weltweit steigt jährlich um etwa zwei Prozent an. Nachts durch eine gut beleuchtete Straße zu laufen, verleiht uns das Gefühl der Sicherheit. Doch für unsere Gesundheit ist der übermäßige Einfluss von Licht alles andere als förderlich. Damit unser Körper optimal funktioniert, benötigen wir die Dunkelheit genauso wie das Licht. Ausschließlich bei Dunkelheit können wir Menschen das körpereigene Hormon Melatonin bilden. Melatonin wird aus dem als Glückshormon bekannten Serotonin gebildet und reguliert den SchlafWach-Rhythmus. Wird von der Zirbeldrüse, auf Grund von Lichteinfluss, zu wenig Melatonin produziert, kommt es zu Schlafstörungen, Depressionen und Übergewicht. Da sich unsere Körperzellen dadurch nicht ausreichend regenerieren können, kann es sogar zu Krebs und Parkinson führen. Ein natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus, wie wir ihn von unseren Vorfahren kennen, ist bei uns schon lange nicht mehr vorhanden. Weder die ersten Sonnenstrahlen, noch das Einbre-

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chen der Dunkelheit, geben uns den Rhythmus vor. Doch wie regeln wir dann unseren Tag-Nacht-Rhythmus? Der Wecker ist unser täglicher Begleiter. Zu jeder Zeit können wir in den Tag starten und bevor wir abends im Dunkeln sitzen, knipsen wir einfach das Licht wieder an. In jedem Falle praktisch, für die Regeneration des Körpers aber nachteilig. Schäden, die tagsüber entstehen, werden auf Zellebene vor allem nachts repariert. Dafür muss den Zellen ein Signal gegeben werden, dass es Nacht ist. Genau das bewirkt Melatonin. Die Ausschüttung von Melatonin lässt das Immunsystem und den Stoffwechsel auf Hochtouren laufen. Fällt im Schlaf jedoch Licht auf die Netzhaut, kommt es erst gar nicht dazu, dass Melatonin ausreichend produziert wird. Somit können Schäden nicht repariert werden und die Regeneration des Körpers ist beeinträchtigt. Mit kleinen Veränderungen kann der Lichteinfall bereits minimiert werden. Schauen Sie sich in ihrer Wohnung um – seien Sie achtsam! Mit lichtundurchlässigen Vorhängen können Sie einen besseren und erholsameren Schlaf hervorrufen. Somit werden negative Effekte von zu viel Licht verhindert und ihr Schlaf wird langfristig gesünder. Besonders aufmerksam sollte man bei der abendlichen Nutzung von Handy- und Computerdisplays sein. Blauwelliges Licht von LED-Lampen und Displays unterdrückt die Melatoninausschüttung. Hilfreich sind daher spezielle Filter für Smartphones, um gelbe, rote oder grüne Lichtquellen einzusetzen. Im Laufe der menschlichen Evolution hat sich unser Körper an den Wechsel von Licht und Dunkelheit als Taktgeber aktiv und passiv angepasst. Damit unser Körper optimal funktioniert, ist das richtige Maß von Helligkeit und Dunkelheit erforderlich. Tagsüber sollten wir ausreichend Sonnenlicht genießen, beim Einsetzen der Dämmerung sollte auf gedämpftes Licht geachtet werden und nachts dunkeln Sie die Räume am besten komplett ab.


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KOMMENTAR

Über Aufmerksamkeit von Dipl.-Psych. Peter Fauser

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urch die Art, wie Menschen aufmerksam sind, treffen sie die Wahl, welche Welt es sein soll, in der sie leben wollen. William James

Wenn man wissen will, wie es um die eigene körperliche Fitness wirklich bestellt ist, kann man sie mittels verschiedener Kraft- und Ausdauerübungen auf die Probe stellen und fordern, – ziemlich schnell bekommt man ein entsprechendes Feedback. Um herauszufinden, wie es um die Qualität der eigenen Aufmerksamkeit bestellt ist, machen wir im Kurs „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ im ersten Kurstreffen die sogenannte Rosinenübung: Jeder Teilnehmer bekommt eine Rosine und wir erforschen gemeinsam diese Rosine mit unseren Sinnen: Wir beschreiben, was wir sehen (braun, runzelig, glänzend), hören (indem wir sie zwischen zwei Finger nehmen und sie leicht drücken, hören wir es knistern), an ihr riechen (muffig süßlich), sie in den Mund nehmend und sie kauend schmecken (ranzig, süßlich, herb), sie dann schlucken, um dann den zurückbleibenden Nachgeschmack zu beschreiben … Die Aufforderung ist dabei, mit 100 Prozent der Aufmerksamkeit in dieser Weise

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diese Rosine zu erforschen. Die Teilnehmer beschreiben hinterher ihre Erfahrungen. Einerseits: Der durchaus gesteigerte Aufmerksamkeitsfokus (über die verschiedenen Sinnesmodalitäten) intensiviert die sensorische Erfahrung der Rosine, d. h. die Qualität der Erfahrung ist eine andere. (Das weiß im Übrigen auch jeder, der mal unter fachkundiger Anleitung eine Weinprobe mitgemacht hat.) Andererseits: Erst mit der Absicht zu 100 Prozent mit der eigenen Aufmerksamkeit bei dieser Rosine zu bleiben, bemerkt man auch, dass dies nur sehr bedingt funktioniert: Die Gedanken schweifen unwillkürlich (also ohne, dass man es bewusst möchte) in die Vergangenheit ab („Komische Situation heute Morgen mit den Kollegen …“) oder man beschäftigt sich unversehens damit, was man heute noch alles zu erledigen hat. Schnell wird bei dieser Übung klar, dass dies eigentlich unser Normalzustand ist: unsere Anwesenheit in den diversen Situationen unseres Alltags ist dadurch gekennzeichnet, dass wir aufmerksamkeitsmäßig nur zum Teil präsent und gegenwärtig sind und dieses mentale Multitasking für uns eigentlich der Normalzustand ist. Manchmal bemerken wir das gar nicht mehr (weil es so normal

ist, es passiert einfach) und wenn wir es bemerken, begründen wir es mit den vielfältigen Anforderungen unseres Alltags. Obwohl wir uns sozusagen körperlich im Hier und Jetzt aufhalten, – unsere Aufmerksamkeit ist oft auf Zeitreisen. Gleichzeitig wird bei der Übung aber auch einsichtig, wieviel dabei im Hinblick auf eine Erfahrung (sei es mit einer Rosine oder was auch immer) verloren geht. Das eigentliche Problem dabei ist nicht, dass es passiert, sondern dass es unwillkürlich und unbemerkt passiert, – also ohne, dass wir dies absichtlich (willkürlich) tun. Bewusstes gedankliches Abschweifen ist uns manchmal – insbesondere bei Routinetätigkeiten – sogar willkommen. Wer kennt das nicht: beim Autofahren brauchen wir oft nicht die vollen 100 Prozent unserer Aufmerksamkeit für diese Aktivität und können uns leicht mit einem größeren Teil unserer Aufmerksamkeit mit anderen Themen beschäftigen (Selbstredend macht ein Fahranfänger hier andere Erfahrungen.). Zwar wissen wir hinterher oft nicht, wie wir von A nach B gekommen sind, aber wir kommen so manchmal durchaus auf gute und kreative Ideen, wie wir mit einem bestimmten Thema umgehen könnten.


Dagegen führen unbemerkte Aufmerksamkeitsdrifts zu unwillkürlichen emotionalen Drifts, da die Themen, mit denen wir uns unwillkürlich beschäftigen (man könnte auch sagen: die Themen beschäftigen sich mit uns!) oft mit entsprechenden Emotionen und Stimmungslagen verbunden sind, – bzw. diese auslösen. Themen (in Form von Erinnerungen und Erwartungen) triggern Stimmungslagen. Emotionales Selbstmanagement ist aus dieser Perspektive also Aufmerksamkeitsmanagement! Dafür müssen wir bemerken, was unsere Aufmerksamkeit im jeweiligen Moment in Beschlag nimmt. Dafür braucht es Aufmerksamkeit für die Aufmerksamkeit. Das Training und die Stärkung dieser Meta-Aufmerksamkeit – mit dem Ziel sie in vielen Lebenslagen verfügbar zu haben – ist ein wichtiges Ziel des Achtsamkeitstrainings. • Was ist gerade jetzt im Feld meiner Aufmerksamkeit präsent? • Welche Themen treiben mich gerade um? • Welche Sinneseindrücke, Gedanken (in Form von Erinnerungen, Erwartungen, Ansprüchen, Hoffnungen, Sorgen, etc.) oder Gefühle sind anwesend? • Was ist im Vordergrund, – was ist eher im Hintergrund oder an der Peripherie meiner Aufmerksamkeit?

Sammlung und Selbstbesinnung – und eine Wohltat. Eine einfache Methode sich im Alltag selbst zu diesem Innehalten einzuladen – und sich so an diese Möglichkeit der mentalen Erfrischung und Neuausrichtung zu erinnern – ist folgende:

Solche Fragen adressieren und stimulieren diese Aufmerksamkeit für die Aufmerksamkeit. Sie können nur gestellt und beantwortet werden, wenn wir lernen immer mal wieder innezuhalten und aus unserem mentalen Hamsterrad auszusteigen. Allein dies ist ein Akt der

„Niemand ist bei klarem Verstand, der dieses Vermögen nicht besitzt. Eine Erziehung, die dieses Vermögen ausbildet, wäre die Erziehung par excellence.“

Man kann sich angewöhnen im Alltag immer mal wieder eine kleine Pause einzulegen, mit jeglichen inneren oder äußeren Aktivitäten zu stoppen und die eigene Aufmerksamkeit (und zwar die vollen 100 Prozent!) zum eigenen Atem zu bringen, – ein bis drei Atemzüge reichen. Also vom mentalen Multitasking zur Bündelung der Aufmerksamkeit im Spüren des Atems im Hier und Jetzt. Wenn man die fragmentierten Aufmerksamkeitsanteile in einen Zusammenhang mit unterschiedlichen Teilaspekten unserer Persönlichkeit bringt („Wir sind viele.“), könnte man auch sagen, dass diese Teilaspekte im Spüren des Atems wieder zusammenkommen, – man sich in dieser Weise wieder finden, reintegrieren und neu ausrichten kann. „Das Vermögen, eine wandernde Aufmerksamkeit willentlich zurückzubringen, wieder und immer wieder, ist die eigentliche Wurzel von Urteilskraft, Charakter und Wille.“

Unbemerktes mentales Multitasking im Umgang mit einer Rosine ist das eine. Mentales Multitasking im Umgang mit anspruchsvollen Situationen unseres beruflichen und privaten Alltags das andere. Man kann sich leicht vorstellen, dass mangelnde mentale Präsenz, als Folge von fragmentierter Aufmerksamkeit, die Qualität unseres Handelns enorm beeinflusst. Insbesondere in der Kommunikation und Kooperation mit anderen ist mentale Präsenz ein Erfolgsfaktor (Vor diesem Hintergrund ist es auch verständlich warum z. B. „Präsenz als Führungskraft“ in entsprechenden Weiterbildungs- und Entwicklungsprogrammen für Führungskräfte immer wieder ein Thema ist.). Präsenz meint vollständige und eindeutige mentale Anwesenheit – ungeteilte Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt, – eben Geistesgegenwart! Diese Form der Anwesenheit spüren unsere jeweiligen Gegenüber, – sie wird als Würdigung und Wertschätzung ihrer Person und ihres Anliegens wahrgenommen.

Der nächste Kurs Stressbewältigung durch Achtsamkeit startet im Frühjahr 2022. Termine, Infos und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter: zap-nussloch.de/kurse.html Der Infovortrag vorab findet am 2. Februar 2022 um 19.00 Uhr statt.

William James, Die Prinzipien der Psychologie (1890)

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gesellschaftender Geschäftsführer Frank Brunner


FÖRDER PROJEKT

v. l. n. r.: Susanne Zimmermann, Yonas Gebre Woldetsadik, Dr. Matthias Zimmermann und Richard Kornmeier I Foto:Benjamin Starke

Schule pflegt soziale Patenschaft trotz Pandemie

Bronner-Schule übergibt Spenden von über 900 Euro an drei Projekte und vertieft Partnerschaft mit Racket Center von Benjamin Starke, interne und externe Kommunikation an der Bronner-Schule

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ie Schülermitverantwortung (SMV) der Johann-Philipp-Bronner-Schule Wiesloch veranstaltet alljährlich in der Adventszeit die Spendensammelaktion „einen Euro für den guten Zweck“ unter allen Lernenden und Lehrenden. Wegen der Corona-Pandemie konnte die Spendenübergabe erst jetzt stattfinden. Die kaufmännische Bronner-Schule unterstützt seit vielen Jahren mit den gesammelten Spenden partnerschaftlich drei Projekte in Entwicklungsländern, die jeweils eine nachhaltige Entwicklung möglich machen, so der stellvertretende Schulleiter Michael Ries: „Wir sind dankbar für die langjährige Kooperation und es ist gut zu sehen, was sich über die Jahre dort alles entwickelt hat!“ Neben Entwicklungsprojekten in Ghana und Ecuador, bei denen Lernmaterialien

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und Mahlzeiten für Kinder finanziert werden, unterstützt die Bronner-Schule ebenfalls mit 311 Euro das Projekt „Tariku & Desta Kids‘ Education through Tennis Development Ethiopia – TDKET“, welches durch vielfältige Unterstützung des Racket Center Nußloch gefördert wird. Die Spende übernahmen stellvertretend der Geschäftsführer des Racket Centers Dr. Matthias Zimmermann und Yonas Gebre Woldetsadik. Er war ein Kind der ersten Generation des TDKETProjekts. Mittlerweile hatte er durch seine herausragenden schulischen und sportlichen Leistungen die Möglichkeit eines Highschool-Abschlusses, woraufhin er dann ein Studium in den USA aufnehmen konnte. TDKET ist eine in Addis Abeba, Äthiopien, agierende Non-Profit-Organisation, die Kinder an Bildung sowie Tennis heran-

führt und ihnen damit neue Perspektiven im Leben eröffnet. Durch die Spenden werden die Kinder mit regelmäßigen Mahlzeiten versorgt. Auch Schulbücher und das Gehalt der Lehrer werden davon finanziert. In diesem Zusammenhang konnte die Partnerschaft der Bronner-Schule mit dem Nußlocher Racket Center auf Grundlage eines neuen Kooperationsvertrags vertieft werden, der von Schulleiterin Susanne Zimmermann und Dr. Matthias Zimmermann unterzeichnet wurde. Dieser bildet die Basis für eine engere Zusammenarbeit im Rahmen der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation von Lernenden und Lehrenden der Schule.


Eine Zehntelsekunde – so lange benötigt das menschliche Gehirn, um einen ersten Eindruck zu fällen. Nur ein Bruchteil einer Sekunde. Aber ein Bruchteil, der zählt. Dieser Eindruck ist vor allem eins: ausschlaggebend für Ihren Erfolg.

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ARBEITEN IM RC

Aufmerksamkeit im Arbeitsalltag

Mitarbeiter*innen des Racket Centers treffen sich zum alljährlichen „Plenum“ im Golfclub Hohenhardter Hof von Carolin Kohlenberg, studentische Praktikantin Racket Center

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ertschätzung ist verbunden mit Respekt, Wohlwollen und drückt sich in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit aus. Das spiegelt sich nicht nur im Privatleben, sondern auch am Arbeitsplatz wider. Aufmerksamkeit muss nicht immer nur auf die eigene Person gerichtet sein oder von einer Person ausgehen, um selbst beachtet zu werden. Aufmerksamkeit bedeutet vor allem auch, dem anderen zuzuhören und Wertschätzung entgegenzubringen. Nicht umsonst heißt es: „Schenke eine kleine Aufmerksamkeit!“. Im Arbeitsalltag kommen solch kleine Zeichen der Wertschätzung oft zu kurz. Dabei entsteht ein gutes Arbeitsklima doch gerade dadurch, dass Mitarbeiter und Kollegen einander mit aufrichtigem Interesse begegnen. Und wenn es nur ein freundliches „Guten Morgen!“ oder ein kurzer Blickkontakt ist. Gerade jetzt, wenn Kurzarbeit, Homeoffice und Unsicherheit täglicher Begleiter der Pandemie sind. Nicht jeder geht mit der aktuellen Situation gleich um und genau deshalb ist es jetzt umso wichtiger, darauf zu achten, wie es um das Miteinander im Team steht.

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Unter diesem Leitgedanken startete das Team des Racket Centers am 09. Oktober 2021 in das alljährliche traditionelle Plenum. Wo es diesmal genau hingehen sollte, erfuhren die Mitarbeiter*innen erst, als der Bus sich der Golfanlage des Hohenhardter Hofs näherte. Dabei ist es ein Ziel der Geschäftsleitung, eine Atmosphäre zu schaffen, damit das gesamte Team auf ungezwungene, sportliche, aber auch informative Weise zusammenkommen kann. Neben vielen entspannten Gesprächen und lustigen Anekdoten bot der Tag auch die Möglichkeit, sich auf die kommenden Aufgaben einzuschwören und Zuversicht zu tanken. Ein gemeinsames Frühstück im Tagungsraum des Clubhauses eröffnete den Tag. Die Geschäftsführung stellte die Zahlen und Entwicklungen des vergangenen Jahres vor. Vorherrschendes Thema waren die Folgen der Pandemie und des Lockdowns, der unser Racket Center hart getroffen hat, weil uns damit auch der Kontakt zu unseren geschätzten Gästen, Mitgliedern und Kunden versagt wurde. Doch konnte auch einmal deutlich gemacht werden, was in dieser schwierigen Zeit alles geleistet wurde. Was man nicht auf den ersten Blick ersehen kann, sind die Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten, die stattfanden. Im Bereich der Digitalisierung hat


das Racket Center einen großen Schritt nach vorne getan, neue Softwaresysteme implementiert und Online-Inhalte für die Kunden geschaffen. Dass diese investiven Maßnahmen auch als Wertschätzung für die Kunden und die Mitarbeiter zu sehen ist, haben einige langjährige Mitarbeiter zum Ausdruck gebracht. Sie machten deutlich, wie hoch sie die zwischenmenschliche Kommunikation schätzen – sowohl innerhalb des Teams als auch mit Führungskräften und im Kundenkontakt. Wertschätzung ist nun mal etwas, das nur in Gegenseitigkeit entsteht – auch für Führungskräfte ist es wohltuend zu hören, wenn im Team manch einer das Wort ergreift und zeigt, dass all die Maßnahmen wahrgenommen und positiv aufgenommen wurden. Wahrnehmen und wahrgenommen werden: das zählt nicht nur im Alltag auf der Arbeit, sondern auch im Sport. Beim anschließenden „Adventure Golf Turnier“ versuchten sich die Mitarbeiter in Kleingruppen an „Hole-in-Ones“ oder hatten einfach nur Freude daran, eine neue Sportart auszuprobieren. Denn es ging nicht wirklich darum, zu gewinnen. Der Spaß und das Gefühl, im Team zu agieren, standen klar im Vordergrund. So konnte der Alltagsstress bei Seite gelegt und die Pandemie für kurze Zeit vergessen werden. Gewinner dieses Tages waren alle, die dabei gewesen sind! So wurde das Plenum des Racket Centers zu einem vollen Erfolg. Viele Mitarbeiter, die im Arbeitsalltag wenige Schnittstellen haben, kamen bei lockerer Atmosphäre und ein paar Golfschlägen in persönliche Gespräche. Und natürlich gab es beim anschließenden Essen die ein oder andere lustige Geschichte von missglückten Schlägen oder sonstigen „Ausrutschern“, bevor es mit dem Bus zurück zum Racket Center ging.

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Gesundheit & Fitness

KURZ NOTIERT ...

Hip-Hop Kurs mit Coby Li für Jugendliche im Racket Center

Coby Li geht in seiner Freizeit und auch beruflich seiner Passion nach – dem Tanzen. Momentan absolviert er eine professionelle Tanz-Ausbildung zum HipHop Pädagogen in Freiburg. Seit diesem Jahr bietet er einen Hip-Hop Kurs für Jugendliche ab 14 Jahren im Racket Center an. Sein Ziel ist es, den Jugendlichen die Leidenschaft am Tanzen und die Vielfalt von Musik zu vermitteln. In erster Linie soll die Bewegung und die daraus resultierende sportliche Aktivität natürlich aber vor allem Spaß machen. Denn hinter der Musik und dem Tanzen verbirgt sich noch viel mehr als nur ein Lied oder eine Choreografie. Es hat auch eine therapeutische Wirkung und einen positiven Einfluss auf den Körper, die Emotionen sowie die Gefühls-lage. Darüber hinaus hilft Bewegung und Musik, sich wohler im eigenen Körper zu fühlen und steigert das Selbstbewusstsein. Der Hip-Hop Kurs wird den Teilnehmenden ein Lachen auf das Gesicht zaubern und Freude versprühen. Alle Fitness-Kurse finden Sie auf www.zap-nussloch.de.

Wir freuen uns auf deine Mitarbeit

Den Blick hoffnungsfroh in die Zukunft gerichtet eröffnen sich für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vielfältige Einsatzfelder in unserem Hause: Aufmerksamen Servicekräften, die sympathisch und zugewandt sind, bietet sich am Empfang unseres ZAP ein angenehmes Arbeitsumfeld. Auch am Zentralempfang mit Shop suchen wir neue Teammitglieder mit Leidenschaft für Kommunikation und Beratung. Lizenzierte Fitnesstrainer*innen können sich auf der Fläche oder in Kursen für unsere Mitglieder engagieren und entfalten. Zuschriften bitte unter bewerbung@racket-center.de

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Wie viele neutralisierende Antikörper habe ich eigentlich noch? Corona Antikörperbestimmung im ZAP des Racket Centers

Im weltweiten Vergleich sind in Deutschland bereits eine Vielzahl an Menschen gegen das Coronavirus geimpft oder von Covid-19 genesen. Doch wie lange liegt Ihr letzter Impftermin eigentlich zurück? Und wie hat Ihr Körper den Impfstoff angenommen, das heißt, wie viele neutralisierende Antikörper besitzen Sie noch? Genau das ermittelt ein Schnelltest im Racket Center Nußloch. Mit einem kleinen Pikser in die Fingerkuppe werden von unserer medizinischen Fachangestellten zwei Tropfen Kapillarblut entnommen. Nach 15 Minuten wird der Teststreifen, wie man ihn von den herkömmlichen Teststreifen der Antigen-Schnelltests kennt, in ein Analysegerät des Herstellers VitaLab (nach WHO Standard zertifiziert) geschoben. Das Ergebnis Ihres Antikörperstatus in der Einheit BAU/ml (= binding antibody units) erhalten Sie sofort.


Studio SAP | 76642deDE (21/06) © 2021 SAP SE oder ein SAP-Konzernunternehmen. Alle Rechte vorbehalten.

ZUSAMMENHALT MACHT STARK

SAP UND TSG STEHEN FÜR SOLIDARITÄT

Zusammen erreichen wir mehr – nicht nur auf dem Fußballplatz. Für die TSG Hoffenheim ist das rücksichtsvolle Miteinander Teil ihrer DNA – in allen Mannschaften, mit allen Fans und Zuschauern. Das gibt uns die Stärke, Heraus­ forderungen anzunehmen und sie in Chancen zu verwandeln. Gemeinsam mit SAP. Mehr erfahren auf sap.de


EXPERTEN RAT

Volksleiden Rückenschmerzen

Wie kann die Bildgebung bei der Ursachenforschung helfen? Was kann sie hingegen nicht? von Prof. Maria-Katharina Ganten, Radiologische Praxis Philip G. Petry

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ückenschmerz verursacht erhebliche Krankheitskosten in Deutschland. 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal im Leben von Rückenschmerzen betroffen. Doch die Auslöser zu finden, ist meist komplex. Daher ist die Bildgebung eine wichtige Ergänzung zur Anamnese und Untersuchung des Patienten, um die Ursache von Rückenschmerzen einzugrenzen. Sie kann jedoch nicht isoliert als Erklärung für Patientenbeschwerden stehen. Gleichwohl kann mit Unterstützung der Bildgebung eine schmerzlindernde lokale, infiltrative Therapie angeboten werden. Gerade weil die Ursachenforschung bei Rückenschmerzen so umfassend ist, sollte sie auf mehreren Säulen aufbauen: Gründliche Anamnese (Befragung des Patienten über die Umstände), dezidierte körperliche Untersuchung und ergänzende Bildgebung. Wegen der großen Gefahr der Chronifizierung von Rückenschmerzen – also dem Übergang von nur vorübergehenden Schmerzen zu chronischen Schmerzen – kommt der Diagnostik eine große Verantwortung zu. Weil Verschleißerscheinungen bereits in der zweiten bis dritten Lebensdekade beginnen, werden sie häufig beschrieben und erscheinen für Patienten oft missverständlich. Bei der Anamnese sollte deshalb der genaue Schmerzcharakter aber auch die relevante mentale Belastung des Patienten erfragt werden. Nicht

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Prof. Maria-Katharina Ganten Die Autorin ist Professorin für Radiologie und in der Radiologischen Praxis Philip G. Petry in der Bahnstadt/Heidelberg tätig. Zudem ist sie auf verschiedene Weise wissenschaftlich aktiv. Foto: Klaus Hecke

ohne Grund gibt es in unserer Sprache Redewendungen, wie: „das Rückgrat brechen“ oder „man muss etwas schultern“. Viele psychische Belastungen gehen mit Rückenschmerzen einher.

Veränderungen erkennen mit dem MRT

Die bilddiagnostische Untersuchung kann relevante Veränderungen aufzeigen. Insbesondere bei Warnsignalen, die auf

einen Bruch, eine Tumorerkrankung, Infektion oder eine Nervenwurzelsymptomatik hinweisen, erfordern eine zeitnahe Bildgebung. Eine Nervenwurzelsymptomatik kann sich beispielsweise als Blasenentleerungsstörung oder Lähmung zeigen. Eingesetzt werden Untersuchungen mit Röntgenstrahlen, wie die klassische Röntgenuntersuchung, Computertomographie (CT) und die „strahlenfreie“ Untersuchung mit Magnetresonanztomographie (MRT). Der Begriff Kernspintomographie und NMR wird synonym verwendet. Während klassische Röntgenuntersuchungen vor allem die anatomischen Verhältnisse und die Integrität des Knochengerüsts (Brüche, Schiefstand etc.) zeigen, erlaubt die Computertomographie noch mehr Aussagen zur Knochenstabilität und auch zu Bandscheibenveränderungen. Vor allem bei Bandscheibenvorfällen kann das MRT degenerative und entzündliche Veränderungen sowie Tumore abbilden. Viele Metastasen oder nicht verschobene Knochenbrüche sind sogar nur über die MRT zu erkennen.

Mögliche Ursachen des Rückenschmerzes

Rückenschmerzen werden in spezifische und unspezifische Rückenschmerzen unterteilt. Bei akuten Rückenschmerzen wird in 80 bis 90 Prozent der Fälle kein schlüssiger Zusammenhang (Korrelat) gefunden, was aber keine Rückschlüsse


auf die Beeinträchtigung des Patienten zulässt. Erfreulicherweise haben diese sogenannten unspezifischen Schmerzen eine sehr gute Prognose. Mögliche Ursachen hierfür sind Muskelfunktionsstörungen, Veränderungen in der Wirbelsäulen-Statik oder das IliosakralgelenkSyndrom. Als spezifisch gelten 10 bis 20 Prozent der akuten Rückenschmerzen, sie haben ein pathologisches Korrelat. Das können beispielsweise Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen (enger Wirbelkanal für das Rückenmark), Gleitwirbel, Wirbelbrüche oder Entzündungen der Bandscheibenfächer sein. Außer Acht gelassen werden sollte nicht, dass auch organische Erkrankungen, wie beispielsweise Nierensteine, Rückenschmerzen verursachen können.

Kaputte Stoßdämpfer an der Lendenwirbelsäule: Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfälle sind häufig. Sie verursachen aber in den meisten Fällen keine beziehungsweise kaum Beschwerden. Für das korrekte Verständnis eines Befundes ist es wichtig, die Bezeichnungen für die verschiedenen Arten von Bandscheibenvorfällen zu kennen. Obwohl Begriffe leider häufig nicht einheitlich verwendet werden. Empfohlen wird der Überbegriff „Herniation“. Dieser wiederum wird in zwei Formen unterteilt: „Protrusion“ betrifft mehr als 90 Prozent

Die Radiologische Praxis Philip G. Petry ist in Heidelbergs neues und größtes Gesundheitszentrum salutem (Bahnstadt) gezogen.

des Bandscheibenumfangs, „Prolaps“ weniger als 90 Prozent. Zusammen mit Osteochondrosen sind Bandscheibenvorfälle die häufigsten degenerativen Veränderungen. Osteochondrose bezeichnet die degenerative Veränderung des Bandscheibenfaches und der angrenzenden Grund- und Deckplatte mit knöchernen Anbaureaktionen. Dazu gehört auch die sogenannte Spondylarthrose. Sie ist die degenerative Veränderung des kleinen Wirbelgelenks – auch

Facettengelenk genannt. Werden sie von einer altersbedingten Verdickung der Gelenkbänder und knöchernen degenerativen Anbauten begleitet, kann diese Kombination zu einer Einengung des Spinalkanals mit Symptomen führen. Der akute Bandscheibenvorfall hingegen bereitet plötzliche Schmerzen und tritt meist im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule auf. Rückenschmerzen im Lendenbereich, genannt Lumboischialgien,

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stellt man sich meist mechanisch ausgelöst vor durch direkten Druck des herausgedrückten Bandscheibenmaterials auf die angrenzenden Nervenstrukturen. Tatsächlich ist aber bereits das Einreißen der bindegewebigen Bandscheibenhülle (Anulus fibrosus) schmerzhaft, da diese mit Schmerzfasern versorgt ist und das Einreißen eine Entzündung, Narbengewebe und Durchblutungsstörungen verursacht. Unterschätzt wird auch die Häufigkeit von Wirbelkörperbrüchen, die meist bei Frauen mit Osteoporose auftreten. Empfehlenswert ist daher immer eine Knochendichtemessung bei Osteoporose, damit das Frakturrisiko und der Präventionsbedarf abgeschätzt werden können. Seltener ist der Grund für Rückenschmerzen eine Spondylodiszitis (Bandscheibenfachentzündung). Spondylosis oder Spondylolisthesis bedeutet, dass ein Wirbelkörper gegenüber dem darunterliegenden verschoben ist. Männer sind davon dreimal häufiger betroffen als Frauen. Zugrundeliegende Risikofaktoren begünstigen eine hämatogene (über das Blut) Streuung bei anderen Entzündungen im Körper (zum Beispiel einer Zahnentzündung) in das Bandscheibenfach. Die Schmerzen sind stark und werden von einer allgemeinen Abgeschlagenheit begleitet, ebenso wie Druckempfindlichkeit im entsprechenden Bereich und eine dadurch eingenommene Schonhaltung. Der Vollständigkeit halber sollten bei der Diagnose auch spinale Tumore (selten) und Knochenmetastasen (Brust-, Prostata-, Lungenkrebs beispielsweise) in Betracht gezogen werden.

Mithilfe der Infiltrationstherapie direkt behandeln

Wenn aus Sicht des Therapeuten keine absolute Operationsindikation besteht, beispielsweise aufgrund einer Blasenentleerungsstörung, kann die sogenannte konservative Therapie zielgerichtet erfolgen. Das umfasst die manuelle Therapie, Physiotherapie sowie Osteopathie als auch die gezielte Infiltrationstherapie.

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Bei der Infiltrationstherapie wird mithilfe

Wirbelkanal aus. Hierdurch kommt das

Es handelt sich hier um ein Wirbelsäulen-MRT einer 50-jährigen Patientin. Nach Einladen eines Fahrrads ins Auto erlitt sie starke, ins linke Gesäß ausstrahlende Rückenschmerzen. Die Symptome sind nicht einer Wurzelhöhe zuordbar, es gibt keine Ausfallerscheinungen. Auf den Bildern sieht man einen Bandscheibenprolaps in Höhe des Lendenwirbel/Kreuzbeinübergangs neben der Mitte links mit beginnender Abschnürung von Bandscheibenmaterial. Mit Beschwerdefreiheit ist nach zwei Monaten konservativer Therapie zu rechnen.

eines CT oder MRT Lokalanästhetika und Kortikosteroide (Betäubung und Cortison) zielgenau im Rücken platziert. Diese Methode kann bei länger bestehender Beschwerdesymptomatik lokal für Schmerzlinderung sorgen. Bei der „Facettengelenksinfiltration“ werden die kleinen Wirbelgelenke bildgesteuert infiltriert. Die Nervenwurzelbehandlung, die sogenannte Periradikuläre Therapie, kommt bei Nervenwurzelreizsyndrom (z. B. enger Nervenaustrittskanal) zum Einsatz. Hier wird das Betäubungsmittel direkt an die Nervenaustrittsstelle gespritzt. Wenn ausstrahlende Schmerzen durch Bandscheibenvorfall, chronische Schmerzen oder Schmerzen nach erfolgloser Bandscheibenoperation vorliegen, kann stattdessen eine „epidurale Umflutung“ vorgenommen werden. Hierzu wird das Medikament direkt unter die sogenannte Dura gespritzt – die Dura kleidet wie eine Haut den knöchernen

Schmerzmittel direkt an die möglicherweise schmerzhafte Bandscheibe oder die gereizte Nervenwurzel heran. Eine genaue Bildgebung spielt demnach bei der Diagnostik als auch bei der Therapie eine wichtige Rolle. Allerdings empfiehlt sich stets, eine Radiologische Praxis mit erfahrenen Fachärzten und modernsten, hochsensitiven Geräten aufzusuchen. Sie liefern präzise dreidimensionale Bilder. Klaustrophobische Patienten sind in einer Praxis mit einem offenen MRT gut aufgehoben. Außerdem ist gerade bei Rückenschmerzen ein engmaschiger interdisziplinärer Austausch besonders wichtig. Nur so kann in Zusammenschau mit den Beschwerdeangaben des Patienten und dem körperlichen Erscheinungsbild der Rückenschmerzen die Veränderung im Bild richtig eingeordnet werden, um dann auch gezielt therapieren zu können.


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SPORT LEHRE

Sport und Achtsamkeit

Positive Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit von Isabella Münstermann, ZAP Fitness

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port und Bewegung wirken sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus – das gehört zum anerkannten Wissenstand, und spricht sich auch zunehmend herum. Es gibt kaum noch Krankheiten, bei denen Bewegung als kontraindiziert gilt. Sportliche Bewegungsprogramme helfen, um bei orthopädischen Problemen die Leistungsfähigkeit wiederzuerlangen, bei Stoffwechselkrankheiten den Bedarf an Medikamenten zu verringern und vor allem präventiv, dass all diese Beschwerden gar nicht erst auftreten. Denn die Ursache vieler Probleme, die unsere Lebensqualität beeinträchtigen, lautet schlichtweg: Zu wenig Bewegung. Was vielen jedoch nicht bewusst ist: Bewegung steigert auch die Konzentrationsfähigkeit. Konzentration beschreibt die gewollte Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, z. B. das Lösen einer sportlichen, mathematischen oder anders gearteten Aufgabe – häufig auch im Zusammenspiel von körperlichen und mentalen Leistungsanforderungen. Je besser oder höher eine Konzentrationsfähigkeit ist, desto länger ist ein Mensch in der Lage, sich auf ein Ziel zu fokussieren und es zu erreichen. Körperliche Bewegung beeinflusst gleich mehrfach unsere kognitiven Gehirnfunktionen, also Wahrnehmung, Erinnerung, Denken, Konzentration, Lernen und auch Emotionen positiv. Sport steigert die Herzaktivität, also Puls und Blutdruck und sorgt damit für eine verstärkte Durchblutung des Gehirns, was wiederum eine verbesserte Versorgung der

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Zellen mit Sauerstoff und Glukose zur Folge hat. Durch all diese Reaktionen erhöht sich deutlich die Leistungsfähigkeit des Nervensystems. Zudem fördert jegliche muskuläre Aktivität die Ausschüttung von Botenstoffen – z. B. Neurotransmitter, Hormone, Pheromone etc. – die den Informationsaustausch zwischen den Körperzellen und damit zwischen allen Organen fördert. Bei Nervenzellen fördert dies die Bildung neuer Synapsen. Es entstehen also Verbindungen (Vernetzungen) zwischen den Nervenzellen. Mitunter kommt es sogar zur Neubildung von Zellen, der so genannten Neurogenese. All diese Effekte steigern die geistige Vitalität. Die Aufmerksamkeitsleistungen, insbesondere die Konzentration, nehmen zu. Damit fällt z. B. auch das Lernen leichter. Inaktivität und insbesondere Bewegungsmangel hingegen liefern dem Gehirn diese Form der Unterstützung nicht und wirken stattdessen der Entstehung neuer Nervenzellenverbindungen entgegen, bzw. führen sogar zum Abbau der Zellen. Als Folge werden Bewegungen schlechter koordiniert, Gedächtnisleistung, Konzentration und Reaktionsfähigkeit nehmen ab. Die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken ist eine großartige Fähigkeit unseres Gehirns. Diese Reflexionsleistung ist grundlegend für das, was wir Achtsamkeit nennen.


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Achtsamkeit bezeichnet einen Zustand, in dem der Mensch hellwach seine direkte Umwelt sowie die Verfassung seines Körpers und Gemüts erfährt, ohne von Gedankenströmen abgelenkt zu sein und ohne die Wahrnehmungen in irgendeiner Art und Weise zu bewerten. Achtsamkeit kann demnach als Form der Aufmerksamkeit im Sinne eines besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustands verstanden werden. Sport zählt zu den besten Möglichkeiten, diesen Zustand bewusst herbeizuführen. Jeder der schon mal gespürt hat, dass „Sport den Kopf frei macht“, kennt das. Sport ermöglicht, sich auf seinen Körper zu konzentrieren, sich selbst einfach mal wahrzunehmen – ohne jegliche Ablenkung. In einer Art in Selbstvergessenheit einzutauchen durch eine körperliche Aktivität, dabei Anstrengung positiv zu erleben und voll im Tun aufzugehen, ist eine „seelenreinigende Erfahrung“. Dieses Gefühl kommt in unserer schnelllebigen, zunehmend digitalisierten Welt oft zu kurz. Ständig strömen über alle Sinnesorgane Reize auf uns ein und nehmen den Kopf in Beschlag. „Gedankenkarussell“ ist dafür ein beliebter Begriff, wenn man zum Beispiel vor lauter Grübeln nicht in den Schlaf findet. Auch nach Feierabend fällt es vielen schwer, von der Arbeit und den damit einhergehenden Gedankenströmen abzuschalten. Probleme im Privatleben kommen hinzu, was es beinahe unmöglich macht, sich selbst zu spüren und seine Seele einfach mal baumeln zu lassen. Wer sich jedoch auf Bewegung ein- und Anstrengung zulässt, dem kann sich etwas offenbaren, das man „Flow-Moment“ nennt. Einen Moment, indem es nur sich selbst, seinen Körper und seine Seele gibt. Wer regelmäßig Sport treibt, wird lernen dürfen, was es heißt: „Sport macht den Kopf frei“.

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Aufmerksamkeitssteuerung im Sport und Verletzungsrisiko von Luis Fuchs, studentischer Praktikant Racket Center

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portverletzungen können unerwünschte Nebenwirkungen des Sporttreibens sein. Laut Techniker Krankenkasse verletzen sich jährlich rund zwei Millionen Menschen beim Sport.

Vor allem dann, wenn die eigene wirtschaftliche Existenz bedroht ist, können Verletzungsereignisse bei Sportlerinnen und Sportlern heftige Krisen auslösen. Dies kann negative psychische Reaktionen wie Depressionen, erhöhte Ängstlichkeit, Grübeln, Gefühle von Ärger und Wut sowie ein schwaches Selbstbewusstsein zur Auswirkung haben. In der sportpsychologischen Forschung wird sich deshalb immer öfter damit beschäftigt, welche psychologischen Determinanten die Verletzungswahrscheinlichkeit von Sportlerinnen und Sportlern beeinflusst. Alfermann und Würth haben ermittelt, dass vor allem kognitive Prozesse, insbesondere die Aufmerksamkeit, dabei eine große Rolle spielen. So leiden laut dem ADHSRatgeber beispielweise Menschen mit Aufmerksamkeitsstörungen unter einer erhöhten Verletzungs- und Unfallgefahr.

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Die Aufmerksamkeit kann laut Nideffer in vier Formen eingeteilt werden. Mit der nach außen-weit gerichteten Aufmerksamkeit können komplexe Situationen gelesen und ein guter Überblick über die Situation geschaffen werden. Die nach außen-eng gerichtete Aufmerksamkeit wird benötigt, um spezifische Situationen ins Auge zu fassen und auf diese Anforderungen zu reagieren. Macht man sich ein Bild von dem eigenen Befinden, ist die Aufmerksamkeit nach innen-weit gerichtet. Man hört in sich hinein und macht sich ein Bild darüber, wie man sich fühlt. Die nach innen-eng gerichtete Aufmerksamkeit konzentriert sich nur auf einen inneren Punkt des Körpers. Unsere Aufmerksamkeitssteuerung basiert des Weiteren auf drei verwandten und eng miteinander verbundenen neuronalen Netzwerken in unserem Gehirn: Unser Wachheitsnetzwerk sorgt dafür, dass wir einen Zustand hoher Wachsam-

keit für eintreffende Reize erreichen und aufrecht erhalten. Das Orientierungsnetzwerk trifft eine adäquate Auswahl der Information aus allen eintreffenden Sinnesreizen. Mit Hilfe unseres Kontrollnetzwerks, welches sich auf Mechanismen bezieht, werden widersprüchliche Tendenzen in unseren Gedanken, Gefühlen und Reaktionen ausgelöst. Die Aufmerksamkeitskontrolle bezieht sich auf das individuelle Vermögen zu entscheiden, wem oder was wir Aufmerksamkeit schenken und was wir ignorieren. In der heutigen Zeit nimmt die Aufmerksamkeitskontrolle immer weiter ab. So geht eine Studie sogar so weit zu sagen, dass während der Internetnutzung unsere Aufmerksamkeitsspanne auf 9 Sekunden sinkt – ungefähr auf die eines Goldfisches. Einhergehend mit einem erhöhten Stresslevel sinkt die Aufmerksamkeit der Sportlerinnen und Sportler, wodurch die Anfälligkeit für Verletzungen steigt. Deshalb sollten Sportler, Trainer, Betreuer und Eltern sich dem Thema Aufmerksamkeit widmen.


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THERAPEUTEN RAT Weniger Arthrose-Schmerzen durch Training von Cedric Bender, ZAP Physiotherapeut und Isabell Weinmann, Praktikantin ZAP Physiotherapie

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assen Sie uns zunächst ein zähes Vorurteil aus dem Weg räumen: Ein korrekt durchgeführtes Training wird Ihren Hüft- oder Knieschmerz nicht verschlimmern und Ihre Arthrose nicht vorantreiben. Auf der anderen Seite können sich Ihre Arthrose verschlechtern oder Ihre Schmerzen verstärken, wenn Sie nicht trainieren. Aus diesem Grund stellt das Training der Muskulatur bei Arthrose einen der wichtigsten Behandlungspfeiler dar. Einige Strukturen im Gelenk werden durch arthrotische Veränderungen weniger belastbar und neigen bei überschüssiger Bewegung zu Entzündungen. Eine starke Muskulatur rund um das Gelenk kann diese Defizite zum Teil kompensieren und das Gelenk belastbarer machen. Mittlerweile gibt es genügend wissenschaftliche Belege dafür, dass ein gezieltes Krafttraining zur Verringerung von Schmerzen und Steifheit sowie einer gesteigerten Flexibilität führen kann und Bewegungen dadurch leichter fallen. Darüber hinaus trägt ein Training dazu bei, das Gleichgewicht zu fördern, das Energielevel zu steigern, die Schlafqualität zu verbessern und das Körpergewicht besser zu kontrollieren.

Bei dieser Vielzahl an positiven Effekten erscheint das Ergebnis einer Studie zur Untersuchung der Auswirkung von Training auf Hüftbeschwerden nicht überraschend. Die Studie zeigt, dass die Anzahl derer, die innerhalb von sechs Jahren eine neue Hüfte benötigen, um 44 Prozent geringer ist, wenn sie zwölf Wochen lang mindestens zweimal pro Woche eine Stunde Sport betrieben haben.

Präventionsprogramm

Auf internationaler Ebene haben sich daher bereits mehrere Präventionsprogramme gegen Hüft- und Kniearthrose bewährt. Eines, das sehr häufig untersucht wurde, stellen wir Ihnen nachfolgend vor. Insgesamt enthält dieses Programm vier Übungsprogramme mit vier unterschiedlichen Zielsetzungen, um die Belastbarkeit und Stabilität der Hüfte und des Knies zu verbessern. Jedes Übungsprogramm hat ein bis zwei Übungen, welche in drei Schwierigkeitsgrade unterteilt werden. Sie bestehen aus drei Sätzen mit 10 bis 15 Wiederholungen und werden am betroffenen, sowie am nicht betroffenen Bein durchgeführt.

Ziel 1: Rumpfstabilität

Übung: Hüftstreckung in Rückenlage Leicht: Schultern auf dem Boden ablegen, Füße aufstellen und das Becken aufrichten. Gesäß anspannen und Hüfte strecken. Oberkörper und Oberschenkel bilden in der oberen Position eine Linie. Das Gesäß immer abgehoben lassen. Der Kniewinkel beträgt bei Streckung 90°. Mittel: Ein Gummiband über die Hüfte spannen und mit beiden Armen am Boden festhalten. Die Hüfte anheben, in die komplette Streckung bringen und wieder absenken.

Übungsbeispiel: leicht

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Schwer: Die Füße auf einer Erhöhung oder auf einer instabilen Unterlage aufstellen.


Ziel 2: Haltungskontrolle

Übung: Zurück- und vorrutschen Leicht: Stand an einer Sprossenwand oder einem Geländer zum Festhalten. Das betroffene oder nicht betroffene Bein wird auf ein Handtuch gestellt, dann nach hinten und wieder zurück zur Ausgangsposition rutschen. Das Standbein soll sich dabei beugen und strecken. Mittel: Stand an einer Sprossenwand oder einem Geländer zum Festhalten. Ein Bein auf ein Handtuch stellen, das andere Bein auf eine unebene Fläche (z. B. Weichkissen) und anschließend den Fuß auf dem Handtuch nach hinten und wieder zurück rutschen. Das Standbein soll sich dabei beugen und strecken. Schwer: Ausfallschritt nach vorne. Großer Schritt nach vorne und wieder zurück, bei Bedarf an einem Geländer oder einer Sprossenwand festhalten.

Übungsbeispiel: mittel

Übungsbeispiel: mittel

Übung: Seitliches rutschen Leicht: Siehe Übung „Zurück- und vorrutschen“. Anstatt nach hinten zu rutschen, wird nun zur Seite (nach rechts oder links) und wieder zurück gerutscht. Mittel: Das Standbein steht auf einer unebenen Fläche, wie z. B. einem Airex-Kissen. Das Spielbein bewegt sich seitlich nach rechts oder links. Schwer: Ein großer Schritt zur Seite (rechts oder links), bei Bedarf an einem Gelände oder einer Sprossenwand festhalten. Anzeige

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Ziel 3: Kraft der unteren Extremität

Übung: Beinabspreizen in Seitlage Leicht: In Seitlage mit kompletter Körperstreckung, das Becken aufrichten und gerade halten. Das obere Bein strecken, die Zehenspitzen anziehen und den Fuß leicht eindrehen. Mittel: Die Bewegung bleibt gleich, es wird eine Gewichtsmanschette um das Fußgelenk gebunden.

Übungsbeispiel: mittel

Schwer: Beinabspreizen im Seitstütz auf dem Unterarm. Die Schulter ist senkrecht zum Ellenbogen, die Hüfte anheben, sodass der Oberkörper und die Beine eine Linie bilden. Das obere Bein gestreckt nach oben abheben.

Ziel 4: Alltagsfunktionsfähigkeit Übung: Vom Stuhl aufstehen

Leicht: Ausgangsposition ist sitzend auf einem Stuhl. Beine sind parallel und hüftbreit positioniert. Das Gewicht wird nun auf beide Beine verlagert, leicht unterstützt durch die Hände an den Lehnen oder dem Sitz. Endposition ist der aufrechte Stand. Mittel: Übung wird ohne Unterstützung der Hände durchgeführt. Schwer: Die Füße werden versetzt voneinander aufgesetzt um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, mit oder ohne Unterstützung der Hände. Übungsbeispiel: leicht Übungsbeispiel: schwer

Übung: Treppen steigen Leicht: Ein Schritt hoch auf eine Stufe (auch Stepper möglich), gefolgt von einem Schritt runter. Die Höhe des Trittbretts ist niedrig. Mittel: Siehe Leicht Dieses Mal wird ein Schritt auf eine höhere Stufe durchgeführt, wenn möglich. Gewichte wie z. B. Hanteln oder eine Wasserflasche können hinzugefügt werden. Schwer: Siehe Leicht Gewichte wie z. B. Hanteln oder eine Wasserflasche können erhöht werden.

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Aufmerksam mit Ihren Muskeln

Wie sie mit mehr Aufmerksamkeit richtig trainieren von Timo Weilemann, ZAP Gesundheitsberater und Personal Trainer

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ie haben Ihre Trainings-Routine perfektioniert: Brust, Bizeps, Beinstrecker und Beinbeuger sowie all die anderen bekannten Muskeln trainieren Sie systematisch und regelmäßig innerhalb Ihres Trainingsplans ab. Und dennoch kommen Sie irgendwann an den Punkt, an dem Sie keinen Fortschritt mehr sehen, Ihr Training stagniert! Woran kann das liegen? Oftmals konzentrieren Sie sich zu sehr auf die üblichen Muskeln und vernachlässigen dabei weniger bekannte (aber essenzielle) Muskeln, die bei der Verletzungsprävention, Muskeldefinition und beim Kraftaufbau eine entscheidende Rolle spielen. Hierfür stellen wir Ihnen heute zwei vernachlässigte Muskeln vor, denen Sie gemeinsam mit Ihrem Gesundheitstrainer etwas mehr AUFMERKSAMKEIT schenken sollten. Dazu gibt es Beispielübungen, die Sie in ihrem Training integrieren können, um Ihren Körper wirklich komplett zu trainieren und dabei die Definition Ihrer Muskeln zu verbessern und Verletzungen sowie muskulären Dysbalancen vorzubeugen.

Kapuzenmuskel und Rautenmuskel

Der Kapuzenmuskel (Musculus Trapezius) und die Rautenmuskeln (Musculi rhomboidei) sind wichtig für die Körperhaltung sowie die Vorbeugung und Linderung von Rückenbeschwerden. Um einem Rundrücken oder Probleme in der Halswirbelsäule entgegenzuwirken, ist es empfehlenswert diese Muskeln regelmäßig zu trainieren. Der Kapuzenmuskel gehört zur Rückenmuskulatur, wird aber auch dem Schultergürtel bzw. der Schultermuskulatur zugeordnet. Er bedeckt den oberen Rücken und prägt die Form des Nackens maßgeblich. Unter dem Kapuzenmuskel liegen die Rautenmuskeln. Zusammen bilden sie eine funktionelle Einheit. Die Rautenmuskeln, auch Rhomboid-Muskeln genannt, werden in zwei großenGruppen unterteilt.

Kleine Rautenmuskeln

Sie beginnen im unteren Teil des Nackenbandes, zwischen dem siebten Halswirbel und dem ersten Brustwirbel. Die kleinen Rautenmuskeln entspringen an den Rändern der Wirbel, in der Nähe des Bereiches, an dem die Wirbelsäule auf das Schulterblatt trifft.

Große Rautenmuskeln

Sie beginnen an den Dornfortsätzen der Brustwirbel 2 bis 5 und dem Ligamentum supraspinale. Sie setzen am Rand der Schulterblätter (Scapula) an. Die großen Rautenmuskeln sind oberflächlich, sie befinden sich unter dem Trapezmuskel und den kleinen Rautenmuskeln. Außerdem haben sie die Form einer Raute (daher auch ihr Name).

Kapuzenmuskel Rautenmuskel

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T-Bar Rudern, vorgebeugt, mit der Langhantel

Übung Kapuzenmuskel: T-Bar Rudern

Haltung: Positionieren Sie das Ende der Langhantel in der vorgesehen Halterung am Tower, damit die Hantelstange nicht wegrutscht. Die Langhantel wird mit der Griff Variante versehen, so dass die Hantelscheibe Sie nicht stört. Gehen Sie leicht in die Hocke und beugen Sie sich im Hohlkreuz etwas nach vorne. Achten Sie auf eine gerade Halswirbelsäule.

Ausführung: Nutzen Sie primär die Kraft im Trapezmuskel und Latissimus, um die Hantel langsam nach oben zu ziehen. Sobald die Hantelscheibe Ihre Brust leicht berührt, senken sie das Gewicht langsam wieder ab. Behalten Sie die Arme immer in einer leichten Beugung, um die Spannung in den Muskeln aufrecht zu erhalten.

Zielmuskeln: Beim T-Bar Rudern stärken Sie als erstes den Kapuzenmuskel und als zweites den Latissimus. Als Nebenzielmuskeln beanspruchen Sie den Bizeps und Brachialis, die hintere Schultermuskulatur und die Muskulatur nahe den Schulterblättern. Alternativübung: Rudern am Gerät

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Übung Rautenmuskeln: Klimmzüge am Gerät

Haltung: Positionieren Sie sich kniend auf die Plattform der Klimmzugmaschine. Richten Sie nun Ihren Oberkörper auf und greifen Sie die montierte Klimmzugstange wahlweise im breiten Obergriff oder im engen Untergriff. Bilden Sie ein leichtes Hohlkreuz im Bereich des unteren Rückens, und spannen Sie Ihre Bauchmuskulatur an. Ausführung: Nun ziehen Sie sich langsam und kontrolliert nach oben, bis Ihr Kinn auf Höhe der Stange ist. Hier stoppen Sie die Bewegung und halten die Position kurz in der Spannung.

Klimmzüge, am Gerät, Handflächen zueinander

Zielmuskeln: Bei Klimmzügen am Gerät können Sie durch verschiedene Griffpositionen auch unterschiedliche Muskelgruppen ansprechen. Neben dem großen und kleinen Rautenmuskel werden hier ebenfalls der breite Rückenmuskel (Latissismus), die Schulterblattmuskulatur, der Trapezmuskel sowie die Armbeugemuskulatur trainiert. Dies kann durch die angesprochene Griffposition variieren. Alternativübung: Latziehen am Gerät

Probieren Sie es einfach mal aus und finden heraus, was für Sie am besten funktioniert und Sie weiterbringt! Sie haben weitere Fragen? Sprechen Sie mich gerne auf der ZAP Fläche an oder schreiben Sie mir eine E-Mail an weilemann@zap-nussloch.de

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FIT & GESUND

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Es kommt auf die Gesundheit an milon hat das Training der Zukunft

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eim Training rückt immer mehr der Gesundheitsaspekt in den Fokus. Kein Wunder, weiß Trainingsexperte und milongroup Geschäftsführer Wolf Harwath: „Schmerzen, Arthrosen, Rückenprobleme, Adipositas, Bluthochdruck und noch viele weitere Zivilisationskrankheiten sind allgegenwärtige Phänomene unserer Zeit. Lockdown und Homeoffice haben diese Probleme zusätzlich verschärft.“ Die milongroup hat sich diesem Thema intensiv gewidmet und bietet an ihren Geräten ein ganzheitliches, nach neuesten sportwissenschaftlichen und physiotherapeutischen Erkenntnissen ausgerichtetes Gesundheitstraining an.

Ein gutes Training – so geht’s los!

Für Neu- und Wiedereinsteiger in das Training ist eine professionelle Ermittlung des Ist-Zustandes der erste Schritt. Wie fit ist man? Wo gibt es Defizite? Hier bietet der milonizer einen schnellen und komfortablen Einstieg. Sekundenschnell vermisst das innovative Scan-System den Körper auf Basis biometrischer Marker. Innerhalb weniger Augenblicke sind alle milon Geräte optimal eingestellt. Zusammen mit den integrierten milon Fitness-Tests und den neuen Beweglichkeitstests von five – den Experten in Sachen Beweglichkeit – wird für den Trainierenden eine umfassende Analyse seines aktuellen Leistungsniveaus erstellt. Alle ermittelten Daten sind vollautomatisch für eine exakte und individuelle Voreinstellung der milon Geräte und die persönliche Trainingsplangestaltung nutzbar. Zusätzlich zum milonizer lässt sich mit einem isokinetischen Krafttest, wie ihn die milon Q Geräte ermöglichen, der Status für jede einzelne Muskelgruppe genau herausfinden.

Mit dem optimalen Trainingsplan an die Geräte

Die digital vernetzten milon Q Geräte machen das anschließende Gesundheitstraining einfach, sicher und effektiv. Man wählt sein Motiv (z.B. Muskelaufbau, Schmerzreduktion, Abnehmen) und erhält automatisch einen optimalen Trainingsplan auf Basis der vom milonizer ermittelten Werte. Die smarte Hightech der Geräte erkennt den Trainierenden und stellt Sitze und Hebel automatisch ein. Beim Training werden die Bewegungen anschließend so sauber geführt, dass man nichts falsch machen kann. Zusätzlich zum Trainingsmotiv können auch unterschiedliche Trainingsarten gewählt werden – von klassisch über exzentrisch bis hin zu adaptiv und isokinetisch. Die Geräte der Q Serie verfügen darüber hinaus auch über ein spezielles Therapiemodul, das körperliche Einschränkungen berücksichtigt. In der Zirkelanordnung wechseln sich verschiedene Geräte in einer festen Taktung ab. Die unterschiedlichen Belastungsreize verbunden mit kurzen Erholungsphasen dazwischen

Der milonizer bietet einen schnellen und komfortablen Einstieg ins Training. Die Beweglichkeitstests und Bioimpedanzanalysen geben Aufschluss über die körperliche Fitness und mögliche Problemstellungen.

führen zu einem konstanten Fortschritt in kurzer Zeit. Das milon Training eignet sich für alle Zielgruppen: Von jung bis alt und vom Anfänger bis zum Leistungssportler. Selbst Spitzensportler können damit arbeiten, denn jeder trainiert mit dem für sich und seine individuelle Situation optimalen Setup. Fehlbelastungen sind dadurch ausgeschlossen.

Q snake – die optimale Motivation per Schlange

Bei der milon Q Serie zeigt eine Animation auf dem Gerätedisplay in Echtzeit an, wie gut die Bewegungen ausgeführt werden. Dies geschieht entweder über eine klassische Pendel-Optik oder in Gestalt von Q snake. Diese innovative Art der Darstellung steht für ein noch besseres Trainingserlebnis. Der schlangenförmig visualisierte Verlauf der Bewegung ermöglicht eine noch saubere Bewegungsausführung mit der perfekt dosierten Geschwindigkeit, um zu jedem Zeitpunkt des Trainings den idealen Reiz auf die Muskulatur auszuüben. Nach einigen richtigen Wiederholungen leuchtet auf dem Display ein Stern auf, der – wie bei einem Handyoder Konsolen-Spiel – für zusätzliche Motivation sorgt.

milon industries GmbH An der Laugna 2 • 86494 Emersacker Tel.: +49 (0) 8293 965 50 0 E-Mail: info@milongroup.com www.milongroup.com

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FIT & GESUND

Open Air-Fitnesskurse in schönem Naturambiente Die Umgestaltung des ZAP Außenbereichs erweitert den Angebotskomfort für unsere Mitglieder von Helen Baus, studentische Praktikantin ZAP Fitness

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achdem die Geräte auf der ZAP Trainingsfläche durch Austausch und Modernisierung auf den aktuellsten Stand der Trainingswissenschaft gebracht wurden, steht bereits das nächste Projekt vor der Tür – im wahrsten Sinne des Wortes. Der bisher nur sporadisch und provisorisch genutzte Außenbereich des ZAP bietet genügend Platz, um durch einen Ausbau noch mehr sportliche Vielfalt anzubieten. Angrenzend an das ZAP besteht eine Rasenanlage, die zur Flächenerweiterung des ZAP wunderbar genutzt werden kann. Diese gestalterisch auszustatten wird eine spannende Aufgabe für die Zukunft. Je nachdem, wie der Außenbereich genutzt wird, werden wir durch entsprechendes Zubehör dieser Fläche seinen besonderen Charakter geben. Das können Wellnessmöbel sein, Skulpturen, Arrangements aus Glas etc. Auch

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die Illumination wird schon in den Wintermonaten für ein besonderes Ambiente sorgen. Kurzum: So nach und nach wird dort ein Kleinod entstehen, das dank kreativer Gestaltungsideen immer wieder neue Akzente setzen wird. In jedem Falle sind Vorschläge dazu herzlich willkommen – unsere Mitglieder dürfen sich gerne einfallsreich einbringen. Besonders einbringen dürfen sich alle, wenn es darum geht, diese Außenanlage aktiv zu nutzen und zu bespielen. So wird dem Thema Yoga, aber auch Pilates, Viet Tai Chi und anderen Kursformen eine besondere Bedeutung zukommen. Dafür bildet eine trapezförmige Fläche das Herzstück der Anlage. Etwa 90 Quadratmeter Trainingsfläche, eingebettet in die Topografie des Geländes, laden zum Training unter freiem Himmel ein und gewähren uns die Möglichkeit, Sport vielseitiger und intensiver wahrzunehmen.

Die beispiellose Luftqualität im Landschaftsschutzgebiet entfaltet ihre belebende Wirkung auf Körper und Geist. Die Sonne wird ihren Beitrag zu guter Stimmung leisten. Der Belag der Trainingsfläche folgt den Standards eines erstklassigen Sportbodens für Außenbereiche und ist farblich in die natürliche Umgebung eingebunden. Ein Podest für den Kursleiter ist für die Sichtbarkeit enorm hilfreich. Natürlich kann der Außenbereich, neben dem Kursangebot, noch anderweitig genutzt werden. Die Fläche bietet eine einladende Atmosphäre für Firmenveranstaltungen und Events. Freiluftveranstaltungen gehören seit Jahren zum Kulturangebot des Racket Centers – und zum 30-jährigen Firmenjubiläum sind besondere Freiluft-Events schon jetzt in der Planung.


Verantwortlich für die Gestaltung ist das Landschaftsarchitekturbüro Wolfgang Roth aus Eppelheim und – in bewährter Weise – Firma Becker GmbH Garten- und Landschaftsgestaltung. Als mittelständisches Familienunternehmen gestaltet, baut und pflegt das Unternehmen aus Zuzenhausen seit über 50 Jahren sämtliche Arten von Außenanlagen im gesamten Rhein-Neckar-Kreis. Wolfgang Roth zählt seit Jahrzehnten zu den gefragtesten Landschaftsarchitekten mit Referenzobjekten auf der ganzen Welt! Mit Beginn des Frühlings wird der fertiggestellte Außenbereich dann in Betrieb gehen. Wir freuen uns sehr darauf, mit unseren Mitgliedern und interessierten Gästen das Gelände feierlich zu eröffnen.

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dank Tradition und Innovation.

Wer viel bewegen möchte, braucht ein starkes Team. Das haben wir. Zudem bringen wir als Familienunternehmen in 3. Generation über 50 Jahre Erfahrung ins Spiel. In der Metropolregion kennen wir uns aus. Und hier kennt man auch uns - und vertraut auf unsere professionelle Projektabwicklung und termingerechte Übergabe. Mit innovativen Methoden und Freude an der Verwirklichung anspruchsvoller Aufgaben meistern wir alle Herausforderungen.

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FIT & GESUND

Yoga – kein Sport und nur Esoterik? von Lena Franz, ZAP Kursleiterin

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ibt man Yoga in die Suchmaschine ein, dann findet man zahlreiche Bilder von hübschen Mädchen und Frauen mit „Traumfiguren“, die akrobatische Meisterleistungen und die höchste Form der Körperverbiegung zeigen. Das sieht gut aus und lässt sich gut vermarkten, hat aber mit Yoga an sich nicht viel zu tun. Weitere Vorurteile sind, dass Yoga nur Esoterik und Spiritualität beinhaltet. Andere meinen, es sei nur für Frauen und generell kein Sport, da es nicht anstrengend genug sei.

Aber was versteht man wirklich unter Yoga?

Das Wort Yoga kommt aus dem Altindischen und leitet sich von „yui“ ab, was als „zusammenbinden“ oder „anspannen“ übersetzt wird. So kann Yoga als eine

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Praxis zur Verbindung von Körper und Geist verstanden werden.

Das hat im ersten Sinne nichts mit Verbiegen oder Spiritualität zu tun. Das Ziel von Yoga ist viel mehr die Gesundheit von Körper und Geist zu erhalten und zu fördern. Es geht eben NICHT darum, möglichst schnell in den Spagat zu kommen, sondern darum, Übungen achtsam und gesundheitsorientiert auszuführen. Somit ist Yoga auch für jeden geeignet und zu empfehlen, egal ob als Sport, zur Entspannung, als Ausgleich oder als Achtsamkeits-Training.

Die Inhalte einer Yogastunde

Die Basis-Elemente einer Yogastunde sind Meditation, Atemübungen (Pranayama) – meist zu Beginn, um anzu-

kommen – Asanas (Körperhaltungen) und Entspannungsübungen. Die Asanas werden separat oder verbunden als dynamischer Flow ausgeführt und fördern Kraftausdauer, Koordination, Beweglichkeit und Gleichgewicht. Während der Praxis wird immer wieder auf eine bewusste Atmung verwiesen. Der genaue Verlauf, Themen und Inhalte können je nach Yoga-Stil, Studio und Yogalehrer variieren. Entsprechend kann der Fokus auf der Spiritualität, auf dem sportlichen Aspekt oder auch auf der Entspannung liegen. Daher ist es als Anfänger wichtig, nicht nach der ersten Stunde enttäuscht aufzugeben, sondern auszuprobieren, welcher Yoga-Stil und welcher Yogalehrer zu einem passen.


Warum sollten SIE Yoga machen?

Yoga hat nachweislich viele positive Effekte auf die Gesundheit, denn durch die verschiedenen Körperhaltungen ist Yoga ein Ganzkörpertraining. Dabei wird insbesondere auf eine gesunde Ausrichtung der Wirbelsäule geachtet. So können bestehende Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates vorgebeugt und deutlich verbessert werden! Bewusste Atemübungen können bei Lungenerkrankungen helfen. Auch auf andere weit verbreitete Erkrankungen wie Brustkrebs, Herz-KreislaufErkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) wirkt sich Yoga positiv aus. Außerdem ist Yoga Sport fürs Gehirn! Gutes Zuhören, gleichmäßige Atmung, gute Ausrichtung und das Halten der Balance – das ist echtes Multitasking und fördert Konzentration, Merkfähigkeit sowie Körperwahrnehmung. Dennoch wird Yoga meist als weniger anstrengend und ruhiger empfunden, weil Meditations- und Atemübungen einen guten Ausgleich schaffen. Dadurch reduziert Yoga Stress und führt zu mentaler und körperlicher Entspannung. Diese Effekte können bei Schlafproblemen und psychischen Erkrankungen helfen, wie beispielsweise bei Depressionen. Yoga kann zudem eine optimale Ergänzung zu anderen, intensiveren Trainingseinheiten sein.

Yoga im Racket Center Nußloch: Was bieten wir für Sie an?

Na, sind Sie neugierig geworden? Sehr gut! Denn wir bieten Ihnen im Zentrum Aktiver Prävention ab sofort ein neues, erweitertes Yogaangebot an. Sie können also direkt reinschnuppern und Yoga für sich entdecken! Zusätzlich zu einem erweiterten Angebot an Yogakursen, wird am 30.04.2022 unsere neue Yoga-Lounge im OutdoorBereich mit einer Yoga Convention eröffnet. An diesem Tag können Sie neben Yoga auch andere ähnliche Kursformate und tolle Trainer aus diesem Bereich kennen lernen. Also tragen Sie sich den Termin schon einmal fett in Ihren Kalender ein! Mit dabei sind auch Franziska Piel und Lena Franz, die unser ZAP-Team als Neuzugänge unterstützen.

Lena – Unsere neue Ansprechpartnerin für Yoga

Lena ist unsere neue Ansprechpartnerin für Yoga. Nach mehreren Jahren als Fitnesstrainerin hat sie ihre zweite Leidenschaft im Yoga gefunden und im letzten Jahr in Köln eine Ausbildung zur 200h Vinyasa-Yogalehrerin absolviert. Falls Sie mehr über Yoga wissen wollen, Wünsche oder Fragen haben, können Sie sich jederzeit gerne an Lena wenden, zum Beispiel in einem ihrer Yogakurse, die sie ab sofort bei uns im ZAP anbieten wird. Hier sind alle herzlich willkommen, egal ob sportlich und fit oder mit kleinen

„Wehwehchen“. Lena setzt ihr Fachwissen aus dem Sportwissenschafts-Studium mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation und ihre Erfahrung als Fitnessund Gesundheitstrainerin gerne ein, um den Yogakurs für alle angemessen zu gestalten. Im Power-Yoga wird sie Sie etwas mehr fordern und zum Schwitzen bringen. Im Entspannungs-Yoga liegt der Schwerpunkt auf sanfter Dehnung, Mobilisation und Stressreduktion. Das Rücken-Yoga beinhaltet, wie der Name schon sagt, vor allem Übungen zur Mobilisation und Kräftigung von Rücken und Rumpf, um Rückenschmerzen zu reduzieren bzw. vorzubeugen.

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FIT & GESUND InBody BIA – ein verlässlicher Partner in Sachen Gesundheit

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ie bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) ist ein innovatives Tool, das in weniger als einer Minute ein detailliertes Bild über die menschliche Körperzusammensetzung liefert. InBody ist seit über 25 Jahren erfolgreich auf dem Medizintechnikmarkt. Allein in Deutschland setzen über 4.000 Gesundheitseinrichtungen auf InBody, darunter Fitness- und GesundheitsClubs, führende DAX Unternehmen, niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Olympiastützpunkte, namhafte Forschungseinrichtungen und zahlreiche physiotherapeutische Praxen. Ab Januar 2022 finden Sie das InBody Körperanalysegerät auch im Zentrum Aktiver Prävention (ZAP) im Racket Center Nußloch. Das Körpergewicht allein besitzt keine Aussagekraft, wenn es um individuelle Gesundheitsrisiken geht. Eher ist das Verhältnis zwischen der Skelettmuskelmasse und Körperfettmasse entscheidend.

Die bei der InBody-Analyse ermittelten Daten wie z. B. der Körperfettanteil, die segmentale Magermasse und das Körperwasser, liefern eine fundierte Grundlage für die Erstellung von individuellen Trainings- und Ernährungsplänen durch Gesundheitstrainer des ZAP. Ob die Maßnahmen von Erfolg gekrönt sind oder ob es einer Anpassung bedarf, erfahren Sie bei dem Folge Check-Up den wir nach ca. drei Monaten empfehlen. Für die aktuelle Situation ist insbesondere der Zusammenhang zwischen der Körperzusammensetzung und dem Im-

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munsystem von großer Bedeutung. Ein genauer Einblick in die einzelnen Körperkompartimente (Wasser, Fett, Proteine und Mineralien) ermöglicht durch individuell angepasste Maßnahmen eine Stärkung des Immunsystems. Die Bedeutung eines starken Immunsystems wird in Anbetracht der derzeitigen Gesundheitssituation offensichtlicher denn je. Eine ausgewogene, vitamin- und proteinreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Erholung spielen in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Doch wie stellt man fest, ob die ergriffenen Maßnahmen das Immunsystem stärken? Und in welcher Verbindung steht die Körperzusammensetzung mit dem Immunsystem?

SKELETTMUSKULATUR

Die Skelettmuskulatur steht in direkter Verbindung mit dem Immunsystem. Personen mit einer höheren Skelettmuskelmasse weisen auch eine höhere Anzahl an Immunzellen im Blut auf. Eine geringe Skelettmuskelmasse kann das Risiko für Diabetes Typ 2, Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – unsere Todesursache Nr. 1 – erhöhen. Mithilfe einer segmentalen Körperanalyse wird die Muskelmasse in allen Körpersegmenten bestimmt. Dadurch können individuelle Defizite, hinsichtlich des Immunsystems und muskulärer Dysbalancen, ermittelt und gezielt behandelt werden.


VISZERALER FETTLEVEL

Das Fett, insbesondere das viszerale Fett, im Gegensatz zum subkutanen Fett, steht mit dem Immunsystem in direkter Verbindung.

Die Gesundheitsdienstleistungen des Zentrum Aktiver Prävention im Racket Center haben eine positive Wirkung auf das Immunsystem und diese werden durch den InBody Check-Up sichtbar.

Bei einem zu hohen viszeralen Fettanteil werden zahlreiche entzündungsfördernde Stoffe (Adipokine) produziert. Ein normaler viszeraler Fettanteil erfüllt dagegen gesundheitsfördernde Aufgaben für den Körper, denn das viszerale Fett enthält Immunzellen und dient als Energielieferant für das Immunsystem.

KÖRPERWASSERANALYSE

Das Körperwasser sorgt zunächst dafür, dass alle wichtigen Stoffe zu den Zellen transportiert werden, wo sie dann im letzten Schritt verstoffwechselt werden.

Bsp. Befundbogen

InBody Deutschland Mergenthalerallee 15 – 21 D-65760 Eschborn

+49 (0) 6196 76916-62 erfolg@inbody.com I www.InBody.com

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FIT & GESUND

Core- und Functional-Training – ein Training für Jedermann und Jederfrau von Helen Baus, studentische Praktikantin ZAP Fitness

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as versteckt sich eigentlich hinter dem Core-Training und warum ist es für viele Sportarten von grundlegender Bedeutung? Das Core-Training bezieht sich auf den Rumpfbereich. Es dient zur Stabilisation der Körpermitte und somit zur Stärkung des gesamten Körpers, besonders auch in seiner dynamischen Aktivität. Um Stabilisierungsmuskeln zu entwickeln, werden Vorderseite, Rückseite und die Rumpfseiten, im Rahmen eines funktionellen Muskeltrainings beansprucht. Eine gekräftigte Rumpfmuskulatur ist nicht nur Grundlage der hohen Leistungsentfaltung eines Athleten, sondern wichtig bei sämtlichen Alltagsaktivitäten. Das sind die Gründe, weshalb das ZAP zahlreiche Functional- und Core-Trainingskurse anbietet – zielgruppenangepasst, damit diese sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene geeignet sind. Beispielsweise leitet am Montag und Freitag Eric Sattel das funktionelle Training am Tower für die Cracks. Am Mittwochabend findet bei Carsten Eggersglüß die Trainingseinheit für Beginner statt. Grundsätzlich aber sind alle Übungen und der Aufbau für nahezu alle Zielgruppen geeignet, sofern diese in der Lage sind, die Intensität selbstständig zu steuern. Wie das geht, zeigt der Trainer. Zusätzlich zu dem bestehenden Kursangebot hat in den letzten vier Monaten die Ninja Warrior Athletin Rita Benker jeden Sonntag den Teilnehmer*innen einen Einblick in ihr allgemeines Fitness-

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Unsere Rita-Trainingsgruppe am Sonntagmorgen nach der zweiten Leistungskontrolle zum Abschluss des Kurses – Fazit: Die Verbesserungen sind beeindruckend und können sich sehen lassen!

training gegeben und deutlich werden lassen, wie wichtig der Core für ihre Sportart ist. Neben Kraft und Ausdauer lag ein Schwerpunkt des Ganzkörpertrainings auch auf Koordination und

Balance. Der Kurs ist herausfordernd und trotzdem sehr motivierend. Das spiegelt sich auch in der positiven Resonanz der Mitglieder wider. Nina Elzer, eine Teilnehmerin des Kurses, berichtet über den


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wöchentlichen Sport: „Es war das härteste, aber auch effektivste Training meines Lebens. Das mag übertrieben klingen, aber es war wirklich ein anstrengendes und fantastisch konzipiertes Training, welches mich definitiv weitergebracht hat. Hier gab es nie eine Ausrede, nur den Willen, gemeinsam im Kurs besser zu werden. Und das haben wir zusammen geschafft – der Vorher-NachherVergleich hat es bewiesen!“. Auf Grund dieser begeisterten Rückmeldungen, möchten wir den Sonntagskurs auch in 2022 fortsetzen. Rita Benker und ihr Trainerkollege Eric Ruf werden den Kurs aus terminlichen Gründen nicht mehr fortsetzen, da neue und größere Herausforderungen auf sie warten. Allerdings begleiten sie das „Ninja Warrior Core-Training“ weiterhin konzeptionell, was es für Carsten Eggersglüß einfacher macht, diesen Kurs in der gewohnten Qualität fortzusetzen. Schließlich sind die Teilnehmer an die klare Struktur der Übungsabfolgen vom Aufwärmen bis zum Cool Down und den optimalen Geräteeinsatz gewöhnt. Weiterhin kann während der Trainingseinheit jeder seine Belastungsintensität eigenverantwortlich steuern, um die Übung richtig und effektiv auszuführen. Der Spaß am Trai-

ning und die enormen Trainingsfortschritte bleiben uns also erhalten. Als kleine Anregung, aktiv in den Sonntagvormittag zu starten und das CoreTraining einmal auszuprobieren, hier noch ein weiterer Kommentar von Teilnehmer Simon Lederer: „Ich würde das Training mit einem Zahnarztbesuch vergleichen: Man weiß, dass es unangenehm wird, aber danach ist man noch mehr froh darüber, dass man es getan hat, weil man sich unglaublich viel besser fühlt. Das Functional-Training war für mich eine ganz neue Erfahrung. Mittlerweile habe ich viele der Übungen in mein reguläres Training mit eingebaut. Mir gefällt besonders gut, wie sich die enorme Vielfalt der Übungen auf Körperbereiche auswirkt, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt.“ Ab dem 09. Januar wird somit Carsten Eggersglüß, neben seinem Mittwochabend-Kurs „Funktionelles Training für Einsteiger“, das Core-Training jeden Sonntag um 11.00 Uhr leiten. Er freut sich sehr darauf, seine enorme Motivation mit den bisherigen Teilnehmern zu teilen und viele weitere Interessierte bei sich im Kurs begrüßen zu dürfen, um zusammen aktiv den Sonntag zu nutzen.

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ERNÄHRUNG

Achtsam essen – viel mehr als nur Genuss Wie wir unser Leben durch den aufmerksamen Umgang mit Lebensmitteln gesünder gestalten können von Vanessa Dietz, ZAP Ernährungsberaterin

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ie oft hört man, man solle achtsam sein. Achtsam auf seine Mitmenschen, achtsam auf die Worte, die man spricht. Man solle achtsam und gewissenhaft mit seiner Zeit umgehen, denn unsere Lebenszeit ist begrenzt. Warum also gehen wir nicht achtsam genug mit uns und unserem Körper um? Achtsamkeit verbindet man oft mit Yoga oder anderen Entspannungsübungen. Und das ist auch wichtig, Entspannung in unseren Alltag zu bringen, Methoden zur Stressregulation zu finden und anzuwenden. Doch eines bleibt oft auf der Strecke: Die richtige Ernährung. Eine gesundheitsfördernde Ernährung kann uns im besten Fall zusätzliche Lebensjahre schenken. Warum also widmen wir diesem Thema meist so wenig Aufmerksamkeit? Warum greifen viele immer wieder zu Lebensmitteln, die den Körper in „Stress“ versetzen, indem wir ihn mit Zucker überschütten

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oder ihn Energiereserven in Form von Fett einlagern lassen. Wir rufen in unserem Körper chronische Entzündungen hervor, nur weil wir uns von unserem Verlangen dazu verführen lassen. Nach dem schnellen Abendessen aus der Fertigpackung greifen wir dann doch noch zu der Keksdose – und diese wird dann meist unkontrolliert leer gegessen. Dass wir mit unbewussten Snacks unseren Blutzucker- und damit auch den Insulinspiegel mehrmals pro Tag in die Höhe treiben, ist den meisten dabei leider nicht bewusst. Wir belasten unsere Bauchspeicheldrüse, denn sie ist diejenige, die für die Hormonproduktion zuständig ist. Zudem ist in dieser Zeit kaum Fettverbrennung möglich, denn sobald Insulin im Blutkreislauf vorhanden ist, wird diese eingestellt. Heißt: Zwischenmahlzeiten, ja, aber auf die richtige Zusammenstellung kommt es an!


Und wie sähe es aus, wenn wir uns mehr Zeit nehmen würden? Mehr Zeit für uns, für das Essen, aber auch für den Einkauf. Mal nicht nur blind ins immer gleiche Regal greifen, auch mal die Verpackungen in die Hand nehmen, auf die Zutaten und vor allem die Nährwerte schauen. Dann geht´s nach Hause und an die Zubereitung. Kochen macht Freude, kann entspannen und lässt Alltagsprobleme vergessen. Achtsam sein – auch beim Essen: sich setzen, Zeit nehmen und genießen. Handy zur Seite legen, Fernseher ausschalten. 20 Minuten sollten es in etwa sein. Besonderes Augenmerk sollte auf das Kauen gelegt werden, denn so entlastet man den Magen-Darmtrakt und unsere Verdauungsenzyme können bereits ihre Wirkung entfalten. Ganz nach dem Motto: Gut gekaut ist halb verdaut. Auf der Couch dann etwas Schokolade? Ein bis zwei Stück – keine ganze Tafel. Auch hier gilt: Achtsam sein. Wie schmeckt die Schokolade? Wie fühlt sie sich auf der Zunge, im Mund an?

Im besten Fall vergehen mindestens fünf Minuten, in denen man zwei Stücke isst und dann „gesättigt“ ist. Denn man hat viel mehr davon, wenn man genießt. Wenn man sich Zeit nimmt. Man hat viel mehr vom Leben, wenn man achtsam is(s)t.

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GESUND & LECKER

Zutaten für eine Portion 200 ml Gemüsebrühe 50 ml Tomatensaft 75 g Kidneybohnen, Dose 50 g Vollkornnudeln 50 g grüne Bohnen, Dose 50 g Zucchini 1 Stangensellerie 1 Möhre 1 Knoblauchzehe 0,5 Zwiebel 0,5 Paprika, rot 0,5 Paprika, gelb 1 TL italienischer Kräutermix 1 TL Öl 1 TL Weißweinessig Salz und Pfeffer Dieses und weitere tolle Rezepte finden Sie in Ihrem individuellen figurscout Kochbuch.

MINESTRONE MIT NUDELN UND GEMÜSE

ZUBEREITUNG

1. Nudeln nach Anleitung zubereiten und beiseite stellen.

2. Zwiebel und Knoblauchzehe abziehen und klein würfeln.

3. Grüne Bohnen und Kidneybohnen in einem Sieb kurz abspülen.

4. Stangensellerie, Zucchini und Möhre schälen und klein schneiden. 5. Paprika entstielen, waschen und ebenfalls klein schneiden.

6. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel- und Knoblauchwürfel andünsten, das klein geschnittene Gemüse dazu geben, kurz umrühren und mit Brühe auffüllen. Alles ca. 15 Minuten kochen. 7. Tomatensaft, Bohnen und Nudeln unterrühren und weitere 5 bis10 Minuten kochen, bis die Nudeln al dente sind. 8. Mit Salz, Pfeffer und Weißweinessig abschmecken und mit Kräutern garniert servieren.

1 Portion enthält ca.: 436 kcal I 63 g Kohlenhydrate I 17 g Eiweiß I 7 g Fett I 19 g Ballaststoffe

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Marea Ristorante & Bar im Racket Center Nußloch • Walldorfer Straße 100 • 69226 Nußloch Tel.: 06224 99 09-55 • info@marea-nussloch.de • www.marea-nussloch.de


Leistung & Erfolg

KURZ NOTIERT ...

Sandplatzwühler aufgepasst!

Nach der Sandplatzsaison ist vor der Sandplatzsaison! Wer gerne die Vorzüge eines Sandplatzes auch im Winter nutzen möchte, kann dies wunderbar in unserer Traglufthalle tun. Aber warum sollte man im Winter auf Asche trainieren? Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Teppichhalle sind Ascheplätze wesentlich gelenkschonender. Sie absorbieren Kräfte, die auf Bänder, Sehnen und Gelenke wirken, deutlich besser. Somit entlasten sie den aktiven Bewegungsapparat. Zudem kann sich jeder optimal auf die kommenden Mannschaftsspiele im Sommer vorbereiten und sein Sandplatzspiel bereits im Winter perfektionieren. Mit tatkräftiger Unterstützung des gesamten Racket Center Teams wurde die Halle, bestehend aus mehreren Lagen unterschiedlicher Kunststoffplanen und einer Stahlseilkonstruktion, Ende September aufgebaut. Diese schützen einerseits vor Niederschlag und Sonneneinstrahlung, andererseits dienen die Planen der Wärmeisolierung im Winter und ermöglichen so das Tennisspielen in der Halle bei angenehmen Temperaturen. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Spielen.

Thomas Schroers holt bei der Deutschen Squash-Meisterschaft der Senioren den Titel

Toller Erfolg für den Squash Sport im Rhein-Neckar-Kreis! Thomas Schroers vom Squash-Club Wiesloch wurde bei den Deutschen Senioren-Einzelmeisterschaften 2021 (DSEM) in Hamburg Deutscher Meister in der Altersklasse 55+. Nach seinem deutlichen Sieg im Achtelfinale deklassierte er Jörg Westphal vom RS Celle im Viertelfinale mit einem (11:3 / 11:3 / 11:1) gnadenlos. Nach einem spannenden Halbfinale gegen Andreas Scharnhorst-Rohr vom SRV Hannover-Langenhagen zog Schroers dann ohne Satzverlust in das Finale ein. Die packende Partie führte zum Verlust des ersten Satzes (9:11), doch Schroers trumpfte in den beiden folgenden Sätzen (11:8 / 11:9) gestärkt auf. Mit beeindruckendem Tempo bezwang er seinen Gegner, Bernd Weichler vom TSC Halstenbeck, im vierten Satz mit 11:6 und verteidigte so seinen Titel von 2020.

Foto: Martino Carbotti

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Übrigens: Beim Squash Club Wiesloch ist jede/r Squash-Interessierte gern gesehen! Das Training findet dienstags und freitags von 18.00 bis 21.00 Uhr im Racket Center Nußloch statt! Infos unter: www.squashclub-wiesloch.de



LADISLAV „LACI“ LEGENSTEIN

IM INTERVIEW

„Tennis war zu meiner aktiven Zeit immer der Kampf um den Pokal, und sicherlich auch ein Kampf um Aufmerksamkeit, aber niemals um Geld …!“

Ladislav „Laci“ Legenstein – Tennislegende und Botschafter einer „Lifetime-Sportart“ im persönlichen Gespräch mit Matthias Zimmermann 68 RC Premium 1/2022


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issenschaftlich betrachtet ist es völlig klar: Tennis ist der Sport, der die Lebenserwartung am meisten steigert – genau genommen um 9,7 Jahre, wenn man der Statistik einer internationalen Wissenschaftsgruppe Glauben schenken darf („Diese Sportarten verlängern dein Leben“, Die Welt vom 27.09.2021). Und wenn es einen Beweis für diese These braucht – hier ist er: Ladislav „Laci“ Legenstein. Vor genau vier Wochen hat er gemeinsam mit Dr. Jobst Wellensiek im Heidelberger Schloss seinen 95sten Geburtstag gefeiert. Wir haben uns in der SNP Arena Heidelberg zu einem Heimspiel der MLP Academics verabreden. Seine eigentliche sportliche Heimat ist die Sinsheimer Fußballarena, der Golf Club St. Leon-Rot und das Racket Center mit seinen acht Tenniscourts. Dort traf er sich bis dato immer mittwochs zu einer regelmäßigen Trainerstunde,

Lieber Herr Legenstein, ich nehme an, Sie haben im Laufe Ihres Lebens zahlreiche Interviews gegeben. Wieviel Aufmerksamkeit ist Ihnen vor allem in Ihrer Sportlerkarriere zuteilgeworden? LEGENSTEIN: Wenn man gewinnt, ist man gefragt – und man wird gefragt. Zu meiner aktiven Zeit fanden die Interviews zumeist direkt auf dem Court statt. Große Resonanz von TV-Sendern und Pressekonferenzen mit unzähligen Reportern, wie das heute normal ist, all das steckte noch in den Kinderschuhen. Meine aktive Sportlerkarriere liegt bald ein Dreivierteljahrhundert zurück. Ab Beginn der 50er Jahre ging ich auf Turnierreisen und erlebte meinen sportlichen Höhepunkte um das Jahr 1960 herum. Eine Profitour gab es erst ab 1963, also drei Jahre vor meinem Rücktritt. Als die ATP (Association of Tennis Professionals, Anm. d. R.) im Jahre 1972 gegründet wurde und den Sport massiv professionalisiert hat, war ich schon 46 Jahre alt und meine Karriere auf den großen Turnierschauplätzen lag ein gutes Jahrzehnt zurück. Da war die Welt eine völlig andere. Aber das Interesse am Tennissport war schon damals groß. Wieviel bedeutete Ihnen die Zuschauerresonanz? LEGENSTEIN: Natürlich haben wir schon damals – vor allem bei den großen Grand Slam Turnieren – vor vielen Zuschauern gespielt. Wimbledon hat eine bald 150-jährige Geschichte (die ersten Lawn Tennis Championships auf dem heiligen Rasen wurden am 9. Juli 1877 ausgetragen, Anm. d. R.), dort waren die Ränge

die sich dann immer bald vom Tennisplatz an den Tresen des Racket Center Restaurants verlagerte. Schließlich sorgt nach ein wenig Bewegung mit Ball und Schläger ein Gläschen Sekt für Entspannung und gute Laune – obwohl: Gute Laune hat Laci eigentlich immer. Dafür ist er bekannt – und für sein aufmerksames Wesen, seine zuvorkommende Freundlichkeit und seinen liebenswerten Charme „alter Schule“. So ist er nicht nur als herausragender Tennisspieler, sondern auch als lebensbejahende Persönlichkeit ein wahrer Botschafter des weißen Sports. Er ist ein echtes Vorbild – für unzählige Athleten, mit denen er sich auf den Centercourts der Tenniswelt duellierte, für Freizeittennisspieler, die er als Trainer begleitet hat und vor allen Dingen als ein besonderer Mensch…

immer voll und die Atmosphäre einzigartig. Dank geringerer Sicherheitsbestimmungen waren die Zuschauer sogar noch näher dran am Spielfeld als heute. Da spürst Du die Resonanz der Zuschauer förmlich körperlich, wenn so viele Menschen klatschen. Ich stand 1959 im Doppelhalbfinale auf dem Centercourt vor ausverkauftem Haus. Uns gegenüber stand das australische Superdoppel Roy Emerson und Neale Fraser, das zwei Tage später auch gegen Rod Laver und Robert Mark den Titel holte. Auch wenn wir verloren haben – diese Gänsehautmomente vergisst Du ein Leben lang nicht. Und damit wurden Sie auch lebenslanges Mitglied des „Last Eight Clubs“ von Wimbledon. LEGENSTEIN: Ja, und auch das ist ein Teil meiner Lebensgeschichte. Für mich waren die beiden Wochen in Wimbledon immer das Highlight des Jahres. Aber auch zwischen Hamburg und Kitzbühel waren Tennisturniere stets ein großes Stelldichein, bei dem den Spielern viel Aufmerksamkeit zuteilwurde, auch wenn Fernsehübertragungen erst nach und nach eine Rolle gespielt haben. Diese Epoche war zweifellos geprägt von dem Gewinn der Fußball WM 1954, wo man zum Fernsehschauen noch in eine Kneipe ging, weil sich nur die wenigsten ein TV-Gerät für Zuhause leisten konnten. Dennoch war dieses historische Sportereignis eine Art Geburtsstunde für die Bundesrepublik nach den dunklen Jahren der Naziherrschaft. Dagegen verblasste unser Sport ein wenig, obwohl

Deutschland mit Gottfried von Cramm ein Tennisidol hatte, dessen persönliche und sportliche Geschichte bis heute unseren Sport prägt. Seine grandiose Karriere mit drei Finalteilnahmen in Wimbledon (1935 – 1937) und zwei French Open Siegen (1934, 1936) fand mit Beginn des 2. Weltkriegs ein jähes Ende. Er blieb dem Sport Zeit seines Lebens verbunden. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich 1955 – als ich anlässlich einer Turnierteilnahme in Nürnberg um Asyl bat und mich aus Jugoslawien absetzte – nach Neu-Ulm kam. Wimbledon hat insofern etwas verbindendes, zum Beispiel auch mit dem ehemaligen Kapitän der Deutschen Davis Cup Teams Wilhelm Bungert. Dem gebürtigen Mannheimer gebührt Anerkennung dafür, dass mit seinem Erfolg als Finalist von Wimbledon 1967 der Tennissport in Deutschland wieder mehr Aufmerksamkeit erzielen konnte. Aber erst die Triumphe von Boris Becker und Steffi Graf – übrigens allesamt „Kinder des regionalen Tennissports“ – katapultierten das Profitennis in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit. Und natürlich auch in den Fokus des Kommerzes. Da wurden ein rotblonder Leimener Bub und ein junges Mädel aus dem beschaulichen Brühl plötzlich zu Weltstars – und zu Multimillionären. LEGENSTEIN: Davon konnten wir damals natürlich nur träumen. Wir waren waschechte Amateure. Die Annahme eines Preisgeldes war uns untersagt, also gab es auch keins. Das besagten die Statuten

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des Amateurwesens. Wir bekamen ein Ticket für Zug oder Flugzeug, das Hotel und die Verpflegung, vielleicht da oder dort mal ein Handgeld. Die Topathleten wurden diesbezüglich ein wenig großzügiger bedacht. Wir aber lebten, das darf man schon so sagen, von der Hand in den Mund. Als der Australier Rod Laver als der Star der Szene 1963 ins Profitennis wechselte und Preisgeld annahm, wurde er von der ITF (International Tennis Federation, Anm. d. R.) von allen Grand-Slam-Turnieren ausgeschlossen, obwohl er zuvor alle vier großen Turniere innerhalb eines Jahres gewann. Dieser Gewinn des so genannten Grand Slams konnte ihm bis heute keiner nachmachen. Novak Djokovic war in diesem Jahr am nächsten dran, scheiterte aber bei den US Open, so dass der Rekord von Rod Laver nach wie vor Bestand hat. Also ein bald 70-jähriger Rekord, der die Australische Tennislegende bis heute zum überragenden Athleten der Tennisgeschichte macht. Und Sie konnten ihn besiegen? LEGENSTEIN: So ist es. Bei den French Open in Paris 1959 in fünf Sätzen. Rod Laver war damals 20 Jahre alt, also 12 Jahre jünger als ich, und der aufsteigende Stern am Tennishimmel, der später auch einer der ersten Großverdiener der Szene

wurde, was mir trotz Turniersiegen im niederländischen Hilversum (1957) und in Kanada (Canadian Open Toronto, 1960) verwehrt geblieben war. Ich war einfach ein bisschen zu früh dran mit meiner Karriere, und die Australier hatten als führende Tennisnation der Welt natürlich andere sportliche Entwicklungsmöglichkeiten. Wilhelm Bungert hat zu mir in einem Interview mal gesagt: „Tennis hat mich reich gemacht – reich an Freunden in der ganzen Welt“. War das auch für Sie ein Motiv, mit dem Tenniszirkus um die Welt zu ziehen? Geld konnte es ja nicht gewesen sein. LEGENSTEIN: Sie müssen sich vorstellen, dass ich für meinen Sieg beim Rogers Cup in Toronto 150 kanadische Dollar bekam. Und das war wohlgemerkt ein großes Turnier. Wenn Sie mich also nach meiner Motivation fragen, dann kann ich Ihnen sagen: Tennis war damals – nicht nur für mich – neben dem sportlichen Wettkampf auch eine riesengroße Party. Bei aller sportlichen Rivalität waren wir, das kann man wirklich so sagen, Freunde. Es war immer der Kampf um den Pokal, und sicherlich auch um Aufmerksamkeit, aber niemals um Geld. Vielleicht hat das manches im Umgang miteinander auch einfacher gemacht.

Ladislav „Laci“ Legenstein wurde am 19. November 1926 in Čakovec im Königreich der Slowenen, Kroaten und Serben, (heute Kroatien) geboren. Seine Vielseitigkeit bewies er beim Tischtennis, Fußball und Volleyball auf sportlichem Spitzenniveau. Dennoch wandte er sich dem Tennissport zu. Als er im Jahre 1955 in Nürnberg ein Turnier spielte, nutzte er die Gelegenheit und beantragte Asyl. Da sein Vater Österreicher war und die österreichische Davis Cup Mannschaft ein Auge auf ihn geworfen hatte, bekam er 1960 die österreichische Staatsbürgerschaft. Er wurde ins Nationalteam berufen und kehrte dem damaligen Jugoslawien endgültig den Rücken, wo er Anfang der 1950er Jahre zu den besten Tennisspielern des Landes gehörte.

Seine ersten Jahre in Deutschland verbrachte er in NeuUlm. Bei der Teilnahme am legendären Tennisturnier von Monte Carlo im Frühjahr 1964 traf er den damaligen Präsidenten des Heidelberger Tennisclubs, dem just zuvor

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Wie sehr galt Ihnen denn die Aufmerksamkeit außerhalb des Platzes, wenn Sie schon davon sprechen, dass Partys eine große Rolle gespielt haben. LEGENSTEIN: Sie dürfen sich die Partys von damals ruhig anders vorstellen als die von heute. Es wurde Wert daraufgelegt, sich auch noch unterhalten zu können. Die Musik war eher im Hintergrund, wobei man sich auch da – wenn Sie so wollen – nach vorne spielen konnte. Und das habe ich getan, denn: Als ich in Zagreb in jungen Jahren Volkswirtschaftslehre studiert habe, konnte ich mir als versierter Pianist in den Bars der Stadt ein durchaus schönes Geld für mein Studium verdienen. Dabei durfte ich meine Leidenschaft für Musik ausleben und meine Fähigkeiten am Klavier weiterentwickeln. Als ich mein Studium hingeschmissen und mit dem Tenniszirkus eingetauscht habe, konnte ich diese Leidenschaft und Fähigkeiten bei den Spielerpartys durchaus zur Geltung bringen … … was Ihnen auch die Aufmerksamkeit des weiblichen Geschlechts einbrachte – sagt man zumindest in einschlägigen Sportlerkreisen. LEGENSTEIN (lacht): Das war ja beinahe unvermeidlich. Ich habe eben genauso gefühlvoll Klavier wie Tennis gespielt.

ein Trainer abhandengekommen war. Nur zwei Monate später siedelte er nach Heidelberg um und übernahm das Traineramt beim HTC Heidelberg. Zu dieser Zeit besuchte er regelmäßig Weltranglistentennisturniere der Senioren, später auch der Supersenioren. Dies brachte ihm 85 Europameister- und 16 Weltmeistertitel ein. Mehrfach belegt er die Nummer eins der ITF Weltrangliste. Selbstverständlich – wie könnte es anders sein – erwies er sich auch als versierter Golfspieler, der es auf ein einstelliges Handicap brachte. Ihm zu Ehren veranstaltet der Golfclub St. Leon-Rot alljährlich das Laci Legenstein GeburtstagsBratwurstturnier. Der Club-Präsident Dietmar Hopp zählt genauso zu seinen Weggefährten wie HTC Ehrenpräsident Jobst Wellensiek und Racket Center Inhaber Angelika und Manfred Lautenschläger. Über all seinen sportlichen Erfolgen stehen für ihn die langjährigen und vertrauensvollen Beziehungen zu den Menschen, die ihn über Jahrzehnte hinweg begleitet haben und die er zu seinen Freunden zählt.


Sie dürfen nicht vergessen: der Umgang untereinander war von Respekt, Charme und Freundlichkeit geprägt, und zwar „grenzenlos“ insofern, als es keine Unterschiede zwischen den Nationalitäten gab und die Herkunft keine Rolle spielte. Wir waren ein bisschen wie eine große internationale Familie mit guten Manieren. Das wussten zur damaligen Zeit auch die Damen sehr zu schätzen. Womit Sie auch zu einem besonderen Ruf gelangt sind, stimmt’s? LEGENSTEIN: Ja ja, ich weiß schon, worauf Sie hinauswollen. Jetzt erzähle ich Ihnen mal die Geschichte dazu. Schauplatz war bei einem großen Turnier im Jahre 1955 in Bielefeld. Es gab – wie könnte es anders sein – eine dieser Spielerpartys. Plötzlich erhob sich der damalige Veranstalter, Johann Dietrich Broelemann, Schwiegersohn des großen Rudolf August Oetker, um in großer Runde kund zu tun: „Mütter, sperrt die Töchter ein, es kommt der Laci Legenstein“. Das war in dem Augenblick sicherlich ganz amüsant, wenngleich nur bedingt schmeichelhaft. Doch wer konnte damals schon ahnen, dass mich dieser Satz ein Leben lang verfolgen sollte? Wobei ich Sie, wenn ich das sagen darf, seit der Zeit, als wir uns vor 20 Jahren zum ersten Mal begegnet sind, immer als einen großen Charmeur wahrgenommen habe. Sie gelten als Kavalier alter Schule. Und das ist ja nun etwas anderes als ein Schürzenjäger. LEGENSTEIN (schmunzelnd): Tja, lieber Herr Zimmermann. Was soll ich dazu jetzt sagen …? Akzeptiert! Was mich, die Menschen, die Sie kennen und bestimmt unsere Leser viel mehr interessiert, ist das Geheimnis Ihrer Lebensfreude und Energie. Sie sind von allseits bewunderter Vitalität. Woher kommt das? LEGENSTEIN: Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, ob Sie das hören möchten, aber ich habe Zeit meines Lebens unvernünftig gelebt (lacht). Aus Essen habe ich mir nie viel gemacht. Ich esse alles, was auf den Tisch kommt – nur einmal am Tag, das reicht mir. Lieber trinke ich ein schönes Glas Sekt und gerne auch ein kühles Bier, und das stets mit guter Laune und nie mit schlechtem Gewissen. Sport habe

ich immer aus Leidenschaft betrieben, und immer mit Bällen, also spielerisch. Hanteln sind mir fremd. Ich war noch nie in meinem Leben in einem Kraftraum, außer allenfalls bei Ihnen, und auch nur dann, um jemanden zu treffen. Mein Lebensglück ist weniger das des Tüchtigen, sondern mehr das des Freundlichen. Natürlich war ich immer auch fleißig, aber das, was mich weitergebracht hat, waren Vertrauen, Zugewandtheit und gute Laune. Und natürlich hatte ich an vielen Weichenstellungen meines Lebens einfach Glück. So sind die Stationen meines Lebens begleitet von Menschen, die mir stets viel Freundlichkeit entgegengebracht oder meine Freundlichkeit erwidert haben. Meine positive Energie ziehe ich bis heute aus Begegnungen mit Menschen, die meinen bejahenden, zuversichtlichen und dankbaren Blick auf das Leben teilen. Ich glaube, diejenigen, die diese Abschrift unseres Gesprächs hier lesen, wissen, dass sie gemeint sind. Das sind achtbare Persönlichkeiten, und zwar in dem Sinne, dass sie anderen mit Achtung gegenübertreten. So habe ich es immer gehalten und bin zeitlebens gut damit gefahren. Genau so darf auch ich Sie erleben, wenn Sie zum Beispiel den MLP-Cup begleiten, wie Sie das über all die Jahre

getan haben. Es gehört zur guten Tradition, dass die Finalisten den Pokal aus Ihren Händen entgegennehmen dürfen. Was sagen Sie zur Absage unseres Turniers? LEGENSTEIN: Die Absage ist natürlich traurig, aber wohl unumgänglich. Das Hallenweltranglistenturnier hat internationales Tennisflair nicht nur ins Racket Center, sondern in unsere Region gebracht. Genau diese Internationalität aber ist mit der Pandemie leider unvereinbar. Aber bestimmt wird im Jahre 2023 das Turnier wieder stattfinden können, ich war immer Optimist und werde das immer bleiben. Und gerne werde ich bei der Siegerehrung dann auch wieder mit dabei sein – so wie seit Jahrzehnten mein australischer Tennisfreund Rod Laver beim Finale der Australian Open …! Ein wunderbarer Satz zum Abschluss unseres Gesprächs. Den MLP-Cup mit einem Grand Slam Turnier in Verbindung zu bringen ist natürlich eine große Ehre. Und mit einem – wie könnte es anders sein – etwas schelmischen Lächeln auf den Lippen eher ein sympathischer als ein vermessener Vergleich. Vielen Dank, lieber Laci Legenstein, wir freuen uns und fühlen uns geehrt, wenn Sie wieder mit dabei sein werden, hoffentlich beim MLP-Cup 2023 …!

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WHO´S WHO

Gäste in unserer Rubrik “Who´s Who” sind dem Racket Center in besonderer Weise verbunden. Mit Erfahrung, Reputation und guten Kontakten leistet man sich gerne Unterstützung, wo es erforderlich und gewünscht ist – frei nach William Shakespeare: „Wozu hätten wir Freunde nötig, wenn wir sie nie nötig hätten?“

So sind die folgenden Zeilen immer auch ein Ausdruck von Respekt und Verbundenheit für ein Engagement, das uns in sehr selbstverständlicher und anspruchsfreier Weise zuteilwird – dem Racket Center und dem gesamten Team. Foto: Dennis Weissmantel

Wir wissen das zu schätzen …

Boris Schwarz

Speaker & Experte für Gesundheit und mehr Lebensenergie, Autor, Online-Coach von Helen Baus, studentische Praktikantin des ZAP Fitness

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as kauft sich ein Junge von seinem ersten selbstverdienten Geld? Heutzutage bestimmt ein Smartphone oder ein Computerspiel. Vor knapp 40 Jahren gehörten Videospiele noch in das Reich der Fantasie. Die Anschaffung einer Kettler Hantelbank ist allerdings auch nicht unbedingt das, was man erwarten würde, wenn man an die Erfüllung eines Jugendtraums denkt. Wer aber anstatt den Stars der Fußball-, Tennis- oder Leichtathletikszene eher Popeye oder Bruce Lee zu seinen Idolen zählt, tut alles für sein Muskelwachstum. Und so fing der junge Boris Schwarz damit an, seinen schmächtigen Körper aufzutrainieren.

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An seiner Leidenschaft, die schnell auch erstaunliches Wissen nach sich zog, lässt er gerne andere teilhaben: außer selbst wie ein Wahnsinniger (wie er von sich sagt) zu trainieren, schreibt er Trainingspläne für seine Klassenkameraden – schließlich erlebt das Body Building in den Achtzigerjahren einen Boom. Zudem meldet er sich im „Boxclub MainzKostheim“ an, womit sich sein Trainingsumfang zusätzlich steigert. Bemerkenswert daran ist, dass sein Boxtraining und die ersten Kämpfe ohne das Wissen seiner Eltern – folglich also heimlich - stattfinden.


Nachdem seine Eltern sich 1988 trennen, zieht auch Boris von zu Hause aus. Das Einzige was er behält: Seinen alten Mercedes Diesel, eine Klappcouch, eine Ottoversand-KompaktStereoanlage und selbstverständlich seine Kettler-Hantelbank – allerdings auch 16.000 DM Schulden, weil er Mist gebaut hat. Der Bundeswehrdienst in Lahnstein bei Koblenz hilft ihm, da herauszukommen. Ein echter Meilenstein für seinen späteren Weg ist seine erste Mitgliedschaft in einem Sportstudio. Allerdings veranlasst ihn eine Hyperlordose (Hohlkreuz), mit dem Boxen vorerst aufzuhören. Der kampfsportbegeisterte Boris hängt seine Boxhandschuhe an den Nagel. Durch seine Mitgliedschaft im Sportstudio, etlichen Body-Building-Magazinen und 5 Kilogramm Eiweißeimern steigert er sein Gewicht von 68 auf 80 Kilogramm – dank Muskelmasse, versteht sich! Und so war es um ihn geschehen: Noch keine 27 Jahre alt stürzt er sich 1995 in die Selbständigkeit und eröffnet sein eigenes Fitnessstudio. Ein Traum geht in Erfüllung: Zum ersten Mal fühlt er sich endlich angekommen ... Bis heute besuchte Boris Schwarz rund 100 Fortbildungen um die Themen Fitness und Ernährung und coachte weit über 1.000 Menschen im „eins zu eins“. Immer wieder mussten neue Herausforderungen für ihn her. Er nahm an Marathons, Triathlons und Ironmans teil. Doch was ihn auf seinem Lebensweg wirklich prägt, war sein Freund, der an Krebs erkrankte. Seitdem befasst er sich fast jeden Tag mit den Funktionen des menschlichen Körpers und dem Einfluss von Ernährung auf den Körper. Er hat dauerhaft das Bedürfnis, immer mehr Menschen zu den Themen zu erreichen, sie aufzuklären und vor allem den Menschen dabei zu helfen, gesünder, schlanker und fitter zu werden und zu bleiben. Somit startet er als Personal Trainer durch und hält seine ersten Vorträge und Seminare. Seit 2009 ergibt sich ihm die Möglichkeit, als Vertriebsaußendienstmitarbeiter bei der

Firma inkospor®, sein Wissen für noch mehr Menschen zugänglich zu machen. Seine Vision: durch Mitarbeiterschulungen seine Kunden erfolgreicher zu machen, da somit letztlich auch die Firma profitiert. Innerhalb von 5 Jahren verdoppelt er seinen Gebietsumsatz. Freiberuflich bei inkospor® hält er 600 Seminare und Vorträge über Ernährung, Fitness und gesunde Lebensführung. 2011 und 2012 schrieb er seine ersten Bücher. Immer im Hinterkopf: Seine Vision, möglichst viele Menschen zu erreichen. Seit Januar 2017 gehört Boris Schwarz zu dem exklusiven Kreis der Referentenagentur 5 Sterne Redner, die zu den bekanntesten Redneragenturen im deutschsprachigen Raum gehören. So wird er mit seinen Vorträgen und Seminaren europaweit vermittelt. Boris Schwarz hat das gefunden, was ihn erfüllt und eine Arbeit, die er liebt und lebt. Er zieht Menschen in seinen Bann, lebt vor, worüber er spricht, und verfolgt sein Ziel: Menschen zu motivieren, ihre Lebensweise zu hinterfragen und ein bewusst gutes Leben zu führen. Sein Bestreben ist es, immer mehr Menschen zu den Themen Ernährung und körperliche Fitness zu erreichen und zu einem gesünderen Leben zu verhelfen. Über allem steht die Ehrlichkeit zu sich selbst und zu anderen – und dazu gehört auch das Zitat, das ihn kennzeichnet: „Ich bin jetzt seit rund 30 Jahren Trainer, und ich liebe diesen Job. Doch weißt du was? Ich als Trainer kann dir lediglich deine Schuhe binden, gehen musst du selbst.“ (Boris Schwarz) Boris Schwarz, Fitnessexperte und 5-Sterne-Speaker, geboren am 28. Dezember 1968 in Mainz am Rhein, dürfen wir im Jahr 2022 im Racket Center begrüßen. Mit großer Vorfreude erwarten wir seinen Vortrag, in dem er sein Wissen und seine Erfahrungen am Beispiel seiner Lebensgeschichte vermittelt und offenlegt, wie man Rückenbeschwerden am besten loswird.

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Weitere Informationen finden Sie in der Auslage im Racket Center oder unter www.gchl.de

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FRAGEN ANTWORTEN

„Aufmerksam sein“ – wie sehen Sie das, Herr Grober? Timo Grober, geboren in Heidelberg und wohnhaft in Nußloch, verheiratet und Vater einer kleinen Tochter, hat nach erfolgreich abgeschlossener kaufmännischer Ausbildung und einigen Jahren im Anstellungsverhältnis 2020, mit 25 Jahren den Schritt in die Selbständigkeit gewagt.

2021 erhielt er mit seinem Unternehmen den Immobilien Dienstleister Award für innovative Dienstleistung und hervorragende Business-Qualitäten in der Immobilienbranche.

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Foto: DanBro-Fotography


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„Aufmerksam sein“ – wie wichtig ist das für Ihre Tätigkeit als Immobilienmakler?

Aufmerksamkeit ist mit das wichtigste, was wir unseren Kunden, sowohl Käufern, als auch Verkäufern entgegenbringen können. In unserer Branche geht es schon lange nicht mehr um das reine Verkaufen von Immobilien. Die Leute wollen sich betreut wissen und das ist uns auf einer Augenhöhe und einer persönlichen Ebene extrem wichtig. Grundsätzlich muss man verstehen und sich immer wieder bewusst machen, dass wir nicht nur Immobilien verkaufen. Wir vermitteln in den meisten Fällen eine Lebensgeschichte, ein Zuhause, sowie Erinnerungen und Emotionen. In unserem Tagesgeschäft die Zeit aufbringen zu können, an einer solchen Geschichte teil zu haben und unsere Kunden auf diesem Weg begleiten zu dürfen, ist ein Privileg. Mir verschafft es persönliche Zufriedenheit, den Verkauf eines Objektes nicht nur fachkundig, sondern mit aufmerksamem Einfühlungsvermögen zu begleiten. Da sich der gemeinsame Weg vom Erstgespräch bis zur Grundbuchübertragung durchaus über mehrere Wochen hinzieht, entwickelt sich Vertrauen dann, wenn man einander mit Aufmerksamkeit und Achtung begegnet. Um es also auf den Punkt zu bringen: unsere Aufmerksamkeit gebührt vor allem den Menschen.

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Wie viel Ihrer Aufmerksamkeit bleibt für das Familiäre?

Als junger Papa einer kleinen Tochter ist das einfach zu beantworten, wem meine gesamte Aufmerksamkeit gebührt. Unsere wunderbare Tochter zieht mich jeden Tag und mit jedem Lachen in ihren Bann. So hoffe ich natürlich, dass es mir gelingt, auch meiner Frau und der Familie insgesamt gerecht zu werden. Umso wichtiger ist die Qualität des Miteinanders – also die „Quality Time“, wie man auf Neudeutsch sagt! Aber ich denke, jeder junge Vater kann nachvollziehen, wie sehr ein Baby nach Aufmerksamkeit verlangt und wie wenig Raum und Zeit einem am Ende des Tages noch bleibt. Trotz der teilweise langen Tage genieße ich jeden Augenblick mit unserem kleinen Wunder!

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… vor allem auch für sich selbst: wieviel Aufmerksamkeit widmen Sie sich?

Je enger der Terminkalender getaktet ist, desto weniger freie Zeit bleibt natürlich. Dennoch versuche ich die Zeit zu nutzen, um zu reflektieren: Werde ich meiner Familie gerecht, kann ich den Kundenerwartungen entsprechen, funktioniert der Aufbau unseres neuen Büros in Nußloch, so wie wir es uns vorgestellt haben. Die Zeit für mich verbringe ich hauptsächlich mit einem sportlichen Ausgleich.

Grober Immobilien I Sinsheimer Straße 22 I 69226 Nußloch

Telefon: 06224 9065020 I E-Mail: info@grober-immobilien.de Internet: www.grober-immobilien.de

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FIRMEN PORTRAIT Energie(management): Grundlage unseres Wohlstands …

Höchste Aufmerksamkeit und erstklassige Expertise widmet das Team der Braun EDL den Fragen rund um die Energiesysteme der Zukunft für Mobilität sowie dem privaten und gewerblichen Gebäudebetrieb

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ine öffentliche Ladestation auf dem Parkplatz für die Kunden, zwei Wallboxen im Hinterhof für den firmeneigenen Fuhrpark, das Zusammenwirken aus herkömmlichen Gaskesseln, Blockheizkraftwerk (BHKW) und Photovoltaik für die Strom- und Wärmeversorgung, effiziente LED-Beleuchtungssysteme in Büros und Hallen, digitale Gebäudeleittechnik mit Fernwartungssystemen und Leitungsverläufe für Strom mit Pumpen für den Wasserkreislauf: Zahlreich sind die Aspekte einer energie- und wassertechnischen Infrastruktur eines vielseitig genutzten Gebäudekomplexes, denen von fachkundiger Seite mehr denn je höchste Aufmerksamkeit gilt. Warum ist das so?

Zukunft der Versorgungstechnik in (komplexen) Gebäuden

Dass die versorgungstechnische Infrastruktur funktioniert – bei jedem Beanspruchungsmaß, zuverlässig und energieop-

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timiert – wird gerne als selbstverständlich betrachtet. Dabei wirft der komplexe Wirkprozess aus umweltschonender Erzeugung, verlustarmem Transport und effizientem Verbrauch von Wärme und Strom ein ganzes Spektrum an energetischen und letztlich auch wirtschaftlichen Fragen auf. Hinzu kommen der Drang nach Klimaneutralität, der Umweltmaßstab des CO2-Fußabdrucks, ISO Vorschriften (14001 für das Umweltmanagement und 15001 für das Energiemanagement) und nicht zuletzt mögliche neue Regeln zum Umweltschutz (z. B. Energieausweis) aufgrund der neuen Regierung. All diese Fragen bringen einen kaufmännischen Geschäftsführer, der eine multifunktionale Einrichtung mit mehreren Gebäudeteilen führt, den Komfort für tausende Gäste (und rund achtzig Mitarbeiter) verantwortet und den Klimawandel mit all seinen Herausforderungen stets im Hinterkopf hat, schnell an die Grenzen des Wissens und Verstehens.


Braun EDL: Wissen, Erfahrung und Verstehen

Grenzen des Wissens und Verstehens? Ganz anders bei den Expertinnen und Experten aus dem Hause Braun Energiedienstleistungen! Deren Ingenieurherz schlägt höher im Angesicht der Herausforderungen, die sich auftun, wenn sie die Gebäudetechnik in einem Objekt wie dem Racket Center Nußloch zu Optimierungszwecken analysieren. Genau das passiert nicht einmalig, sondern fortwährend und begleitend im laufenden Betrieb – auch dank digitalisierter Gebäudeleittechnik mit der Möglichkeit der Einsichtnahme immerzu und von überall. Dazu baut das Energieberatungsunternehmen in Mühlhausen auf fundiertes Können aus ingenieurwissenschaftlichen Qualifikationen und technisch-praktischen Erfahrungen. In Summe kann das Team über 200 Jahre Berufserfahrung aus unterschiedlichen Einsatzfeldern rund um das technische Gebäudemanagement aufweisen. Grundlage ihrer Expertise ist das Verstehen, welche Fragen der Betrieb einer Firma aufwirft und welche Lösungen es für diese gibt: Wo liegt der Bedarf des Betreibers? Wohin entwickelt sich modernes Energiemanagement? Auf welche energietechnologischen Innovationen lässt sich zurückgreifen?

Energieberatung ist eben kein Verkaufsgespräch

Angetrieben von den Fragestellungen und Bedürfnissen der Kunden einerseits und den Entwicklungen und Möglichkeiten andererseits gründete Monika Braun im Jahr 2012 die BRAUN Energiedienstleistungen GmbH & Co. KG. Das enorme Wachstum des Beratungshauses ist auch die Konsequenz aus einer positiven Haltung gegenüber den Herausforderungen unserer Zeit: Monika Braun sieht in der Energiewende eine großartige Chance. Was vielfach als Gegensatz diskutiert wird, ist für die Unternehmerin die Zukunft, die schon begonnen hat: der Gleichklang aus ökologischer und ökonomischer Erneuerung des Energiemanagements im Gebäudewesen. Dabei ist der ökonomische Druck größer denn je: die Preise für fossile Brennstoffe sind in den letzten Monaten enorm gestiegen. Es muss gespart werden, und das an beiden Enden: beim Verbrauch (durch effizientere Beleuchtungssysteme, Reduzierung von Energieverlusten durch die Isolierung der Gebäudehülle, insbesondere Dächer und in Leitungssystemen etc.) und bei der Erzeugung (durch BHKWs, ggf. mit regenerativen Energieträgern, Wärmepumpen, Solarenergie etc.).

Technische Analyse – ökonomische Investition, Amortisation und Finanzierung

Einsparungen gibt es nicht umsonst. Um langfristig wirtschaftliche Vorteile zu verzeichnen, muss zunächst investiert werden. Das ist insofern die schlechte Nachricht: innovative Gebäudetechnik, die den Finanzhaushalt und die Umwelt schont, kostet erst einmal Geld. Die gute Nachricht lautet: Geld dafür kommt auch von der öffentlichen Hand. Öffentliche Fördermittel der EU, des Bundes und der Länder spielen

Monika Braun, Geschäftsführerin Braun EDL

bei der Art der Investition und damit bei der Amortisationsrechnung eine wesentliche Rolle. Doch was wird gefördert? Unter welchen Voraussetzungen? Und ergibt das immer auch unter technischen Gesichtspunkten Sinn – vor allem unter Berücksichtigung von Folgekosten? Diese Fragen sind zu stellen, zum Beispiel dann, wenn ein Investitionszuschuss von der Art und Größe einer Maßnahme abhängt. Betrachtet man die Fülle und Vielfalt der Förderprogramme, wird die unternehmerische Aufgabe, für eine nachhaltig optimale Gebäudetechnik zu sorgen, nochmal ein Stück komplexer. Dies sorgt nicht nur für eine Überforderung eines Entscheidungsträgers in technischer, sondern auch in ökonomischer Hinsicht. Kurzum: es bedarf einer kompetenten Fördermittelberatung.

Fördermittelberatung – und weitere Serviceaspekte im Visier von Braun EDL

Für eine kompetente und auch legitime Fördermittelberatung ist es unabdingbar, die hohen Anforderungen u. a. des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu erfüllen. Neben einer fundierten Ausbildung ist die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen obligatorisch. Damit wird gewährleistet, Investitionen in gebäudetechnische Innovationen aus zwei Blickrichtungen zu betrachten – aus einer technologischen und einer ökonomischen. Beide Perspektiven sind stets sorgsam abzuwägen, wenn auf eine umfassende Beratung weitreichende unternehmerische Entscheidungen folgen.

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Prinzip Anwendungskomfort aus Kundensicht und Nachhaltigkeit

Wie weitreichend solche Beratungen aus dem Hause Braun EDL sind, offenbart das Portfolio des Beratungshauses. Die Elektromobilität und die damit einhergehende Ladeinfrastruktur zählt zu einer Kernexpertise der Firmeninhaberin persönlich. Ein Webshop mit unterschiedlichen Komponenten zur Einrichtung von Wallboxen gehört ebenso zum Service wie digitale Lösungen bei Abrechnungs- und Steuerungssystemen. Dabei ist der Anwendungskomfort aus Kundensicht stets oberstes Prinzip.

Flexibel und zukunftsorientiert

Dieses Know-how kommt auch dann besonders zum Tragen, wenn Betriebe unter umwelttechnischen, -ökonomischen und rechtlichen Gesichtspunkten auditiert werden. Einhergehend mit dem Auditing eröffnen sich weitere Themenfelder, die das Unternehmen fachlich erschlossen und in ihrem Beratungsservice integriert hat: Abfallwirtschaft, Arbeitsschutz und Umwelt. Damit komplettiert sich der Anspruch an ein umfassendes Gebäudemanagement. Gerade bei Unternehmen, die sich schnell entwickeln, muss eine qualifizierte Energieberatung dem räumlich-technischen Wachstum immer einen Schritt voraus sein.

Langfristige Kundenbindung durch Betriebsbeauftragte

Bisweilen stellt Braun EDL auch so genannte Betriebsbeauftragte, wozu Unternehmen durch rechtliche Anforderungen und Genehmigungen verpflichtet werden können. Hierbei kommt das Prinzip der Nachhaltigkeit vor allem für die Gestaltung der Kundenbeziehung hin zu einer echten, weil langfristig vertrauensvollen Kundenbeziehung besonders zum Tragen. Beweis dafür ist der Verzicht auf jegliche Provisionsmodelle. Die reine Honorarberatung gewährleistet, stets und allein den Kundeninteressen verpflichtet zu sein, was mittlerweile über 500 Kunden an über 2.000 Standorten in 13 Branchen (gem. statistischem Bundesamt WZ 2008) von Gewerbe, Industrie und Handel bis zu sozialen Einrichtungen und Kommunen zu schätzen wissen …!

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Mit uns wird die Mobilitätswende EINFACH, GUT, ERLEDIGT!

experts4mobility bietet Ihnen Dienstleistungen rund um das Thema Mobilität der Zukunft. Dabei lösen wir uns von klassischen Ansätzen und bieten Ihnen ein vollumfängliches Portfolio beginnend bei der Fuhrparkanalyse über die Auswahl geeigneter Fahrzeuge bis hin zum kompletten Mobilitätskonzept.

Darüber hinaus unterstützen wir Sie bei der Auswahl, Planung und Implementierung von Ladeinfrastruktur, der Auswahl des passenden Backend und sorgen für die reibungslose Installation sowie den anschließenden Betrieb Ihrer Ladeinfrastruktur.

Warum wir das tun?

Wir sind überzeugt, dadurch einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Mobilität und somit zum Klimaschutz zu leisten. Denn die Mobilitätswelt der Zukunft ist mehr als schwarz oder weiß und für jedes Unternehmen existiert die passende individuelle Lösung.

Die Herausforderung ist, aus der Vielzahl der Möglichkeiten die wirtschaftlichste Variante für Ihre Mobilitätsanforderungen zu finden. Hierbei begleiten wir Sie von der Planung bis zur Umsetzung, koordinieren die Schnittstellen und stellen die Zusammenarbeit der einzelnen Beteiligten sicher. Neugierig? – Dann sprechen Sie uns an! www.experts4mobility.de


Das Brennstoffzellen-Heizgerät Vitovalor PT2 versorgt einen 4-Personen-Haushalt mit Wärme, deckt einen großen Teil des Strombedarfs und spart dabei bis zu 40 Prozent Energie sowie 50 Prozent CO₂ gegenüber separater Wärme- und Stromerzeugung ein.

Effizienzsystem für Wärme und Strom

Überschüssiger Strom kann im Stromspeicher-System Vitocharge VX3 vorgehalten und später bei Bedarf abgerufen werden. Damit steht der selbst erzeugte Strom genau dann zur Verfügung, wenn er gebraucht wird – zum Beispiel für das Aufladen eines Elektrofahrzeugs.

Brennstoffzellen-Heizgerät, Stromspeicher und intelligentes Energie-Management

Mit der innovativen GridBox haben Anwender die Stromerzeugung, den Stromverbrauch und den Ladezustand des Speichers stets im Blick. Die GridBox verbindet alle strombasierten Komponenten und liefert detaillierte Energiebilanzen für ein intelligentes Energie-Management.

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PARTNER UNTERNEHMEN

cook&more

Wie der Küchenchef des Badischen Hof Seckenheim und Betreiber von cook&more mit Mut und innovativen Ideen gestärkt aus der Corona-Krise hervorgeht.

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ährend der ein oder andere, ohne dass man es ihm verdenken mag, im Angesicht der Corona Krise den Kopf in den Sand steckt, beweisen andere unternehmerischen Mut und Kreativität. In vielen Berufsfeldern war dies auch dringend nötig – allen voran im Gastgewerbe. Oder was soll ein Caterer tun, wenn Veranstaltungen von einem Tag auf den anderen schlicht und einfach nicht mehr stattfinden? Ganz einfach: mit einer innovativen Idee einen komplett neuen Geschäftsbereich eröffnen! Zugegeben – ganz so einfach ist das nicht.

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Eine neue Produktlinie zu entwerfen braucht auch jede Menge Knowhow und Erfahrung. Der Küchenchef des Restaurants Badischer Hof Seckenheim, KlausPeter Wamich, hat sein Team schnell auf die neue Situation eingestellt und von Catering auf Fertigprodukte umgestellt. Unter dem Motto „Frisch & Einfach“ kann nun das, was sonst im Catering serviert oder im Restaurant á la Carte angeboten wird, vor Ort gekauft oder online bestellt werden. Wie das geht? Ganz ohne Konservierungs- oder sonstige künstliche Zusatzstoffe, sondern aus der „ehrlichen Küche“ in den Frischhaltebeutel. So werden alle Produkte – klassische, gutbürgerliche Gerichte – frisch zubereitet und abgepackt. Was man ansonsten nur auf den Teller serviert bekommt, lässt sich nun in Bio-Qualität und auf Restaurantniveau ganz einfach selbst zubereiten. Ohne die eigenen (vermeintlichen) „Kochkünste“ zu bemühen, lässt sich nach nur etwa 20 Minuten zum Beispiel eine gegarte Grillente mit Orangensauce oder auch handgemachte Maultaschen verzehren. Letztere gibt es auch als vegetarische Alternative mit einer Ziegenfrischkäse-Füllung.


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Seit je her widmet der Macher des Badischen Hofs Seckenheim seine ganze Aufmerksamkeit den regionalen Produkten. Mit kurzen Transportwegen und artgerechter Tierhaltung steht das Prinzip der Nachhaltigkeit ganz oben. Für KlausPeter Wamich ist die kulinarische Reichhaltigkeit unserer Rhein-Neckar Region ein Segen. Wenngleich die Herausforderungen der letzten Monate drückend gewesen sind, ist es gelungen, sich auch mit dieser Produktlinie treu zu bleiben: Ehrliche Küche prägen Inhalt und Zubereitung der einzeln abgepackten Mahlzeiten.

Mit zum bestellten Gericht kommt eine Zubereitungsanleitung und eine Verzehrempfehlung, auch wenn die Zubereitung denkbar einfach ist. Die Rinderroulade

zum Beispiel muss im ungeöffneten Beutel für nur 10 Minuten in kochendes Wasser gelegt werden. Anschließend wird das Wasser entfernt und der Beutelinhalt im leeren Topf kurz aufgekocht. Dann sind die Rouladen mit einer Sauce nach gutem alten Hausmacher-Rezept servierfähig. Einfacher geht´s nicht – und schmackhafter auch nicht …! Ohne jegliche Zusatzstoffe für eine überlange Haltbarkeit können die Produkte im Kühlschrank bis zu zwei Wochen gelagert werden, wenn das Gericht doch nicht direkt gekocht werden soll oder auf Vorrat bestellt wurde. Das kann empfehlenswert sein, da die Produktion auf Qualität und nicht auf Quantität ausgerichtet ist. Eine Vorbestellung empfiehlt sich immer – und besondere Freude macht es dem Koch aus Leidenschaft, wenn der Einkauf direkt vor Ort erfolgt. Trotz Online-Shop und Verkauf bei wenigen sorgsam ausgewählten Firmenpartnern ist es Klaus Wamich am allerliebsten, seine Kunden direkt im Badischen Hof Seckenheim versorgen zu dürfen … Der Online-Shop findet sich über die Website www.badischerhof.net oder auf Ebay unter „Kochen und mehr“. Einfach mal reinklicken – oder doch eher direkt in den Badischen Hof Seckenheim gehen, um gut-bürgerliche Kulinarik zu erleben? „Frisch & Einfach“ überzeugt in jedem Falle – so oder so …

cook&more Catering bietet Ihnen Fullservice im Bereich des Event-, Location- und Messecatering, erstellt Ihnen ein attraktives und individuelles Angebot passend zu Ihrer Veranstaltung und wickelt diese von der Logistik, über den Service und die Küchenleistung für Sie ab.

Firmenevents Private Anlässe Messe Catering

Kochen bereitet Dir Freude und Du möchtest Deine Leidenschaft zum Beruf machen? Dann bewirb Dich im Restaurant Badischer Hof Seckenheim für eine Ausbildung zum Koch (m, w, d).

Hier hast du die Möglichkeit, in einer Ausbildungsstätte mit à la carteGeschäft und Veranstaltungen jeglicher Art Deinen beruflichen Weg erfolgreich zu beginnen. Deine Bewerbung sendest Du bitte an: info@badischerhof.net

cook & more services GmbH Seckenheimer Hauptstrasse 114 68239 Mannheim Telefon: +49 (0)621 – 97 60 17 40 81 E-Mail: info@cookandmore.net


PARTNER UNTERNEHMEN

„SAS Forum digital“ live aus dem epicto Studio1

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ür die Online-Veranstaltung „SAS Forum digital“ mit über 1.000 Teilnehmern hat der weltweit agierende BusinessSoftware-Anbieter SAS einen Partner gesucht, der die Produktion zuverlässig und professionell umsetzt. Deshalb wandte sich der KI- und Analytics-Spezialist an epicto. Das Unternehmen aus Edingen-Neckarhausen bei Mannheim hat jahrzehntelange Erfahrung in der Produktion großer Industrieveranstaltungen wie Tagungen und Messen sowie bei der Inszenierung von Konzerten. Mit einem eigenen Studio samt fest verbauter Technik bietet epicto die ideale Bühne für professionelle Online-Live-Events und für das vielschichtige „SAS Forum digital“. So konnte sich SAS voll auf die Inhalte konzentrieren, während epicto für den reibungslosen Ablauf und die technisch perfekte Produktion des Live-Streams sorgte. Für die fünf Stunden des Online-Events „SAS Forum digital“ tauschten die Softwarespezialisten von SAS ihre Büros gegen die Kulissen des epicto Studio1 mit seiner mehr als 18 Meter langen, geschwungenen LED-Wand. Auf der zwölf mal fünf Meter großen Bühne präsentierten sie den online zugeschalteten Teilnehmern ein – wie SAS es ankündigte – „Erlebnis für Anwender, Entscheider, Digital Transformers und alle, die mit Daten Großes vorhaben“ rund um die Themen künstliche Intelligenz und Analytics.

epicto Studio1: maximale gestalterische Flexibilität, professionelle Technik vor Ort

Als kreative Leitidee für sein Live-Event wählte SAS das Thema „New Yorker Loft“. „Gemeinsam mit SAS haben wir das komplette Bühnenbild inklusive der passenden Dekoration, sowie die Hintergrund-Grafik entwickelt“, erzählt Robert Oeldorf, der bei epicto als Projektmanager die Veranstaltung organisierte. „Über die gesamte, drei Meter hohe LED-Wand, die die Bühne einrahmt, zieht sich als Hintergrund eine Backsteinmauer mit Fenstern und Deko. Ganz so, als wäre das ein SAS Büro in so einem trendigen Loft.“. Davor steht links auf

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der Bühne eine gemütliche Sitzecke mit Sofa und Sesseln, rechts lädt eine Bar samt Stehhockern zur kurzen Talk-Runde ein und in der Mitte ist Platz für Ansprachen und Vorträge. „Als wir das Bühnenbild mit epicto entwickelt haben, war uns wichtig, dass es modern, aber nicht übertrieben wirkt und nicht von den Inhalten ablenkt“, erklärt Karin Pees, Marketing Managerin bei SAS. Deshalb ist hier weniger mehr: „Darum wollten wir nicht die gesamte Bildschirmfläche mit Animationen zum Leben erwecken. Das hätte einfach nicht ins Konzept gepasst. Trotzdem nutzen wir das Potenzial dieser tollen Technik, z. B. um einen Teilnehmer an einem der Panels, der nicht vor Ort sein konnte, live aus München dazu zu schalten – sowie begleitende Pollings, Grafiken und Einspieler mitten auf der Backsteinwand abspielen. Ganz so, als laufen sie auf einem großen, an der der Wand montierten Monitor. Der Rest der Kulisse bleibt dabei unverändert. Durch diese Picture-inPicture Simulation wirkte die Inszenierung sehr natürlich und trotzdem eindrucksvoll. Genau so, wie wir es uns gewünscht hatten.“

Anspruchsvoller Kunde mit genauen Vorstellungen

Mehr noch als das perfekte Bühnenbild, ist bei einem anspruchsvollen Kunden wie SAS aber der reibungslose Ablauf der Veranstaltung wichtig. Der ist das Ergebnis professioneller Vorbereitung. „SAS hat von Anfang an sehr genau gewusst, was während der Veranstaltung wann passieren soll. Sie sind da extrem gut vorbereitet auf uns zugekommen“, berichtet Oeldorf. „Das ist außergewöhnlich, denn in der Regel ist ein wichtiger Teil unserer Aufgabe, die Kunden zu beraten und mit ihnen gemeinsam die Inszenierung und Abfolge zu erarbeiten. Dabei greifen wir auf unsere umfangreiche Erfahrung aus der Entwicklung von Bühnenshows und anderen Events zurück. Aber bei SAS war das gar nicht nötig. Wir konnten sofort in die Umsetzung einsteigen.“


Grundlage für den reibungslosen Ablauf des Online-Forums war der gemeinsam erstellte, umfangreiche Regie-Plan, der genau abbildet, wann was passiert, wer wo was macht und wie das Bild aussehen soll. Auf der Grundlage dieser Aufstellung wurden die personellen und technischen Ressourcen geplant. „In unserem Studio haben wir umfangreiche professionelle Bild-, Ton- und Lichttechnik verbaut. Da ist alles schon aufeinander abgestimmt und sofort einsatzbereit. Wir müssen da praktisch nur den Schalter umlegen und können loslegen. Dieser Part der Vorbereitungen war also eher Routine“, verrät Oeldorf. „Aber das ist auch ungeheuer wertvoll, weil wir uns jederzeit darauf verlassen können, dass technisch alles passt. Und dadurch können wir uns mehr auf das Organisatorische konzentrieren.“

Über 50 Mann am Set in perfekter Choreografie

Neben den zwölf Mitarbeitern, Experten und Kunden von SAS, die über den Tag verteilt auf der Bühne standen, waren 40 weitere Personen hinter der Kamera im Einsatz. Vier davon als Studio-Band, der Rest kümmerte sich darum, dass alles reibungslos ablief: dass jeder zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, dass alle verkabelt waren und die Funkstrecken für den Ton standen, dass die Ausleuchtung stimmte, dass die Kameras auf Position waren und vieles mehr. „Es gibt eine Million Dinge, auf die man bei so einer Produktion achten muss“, erklärt Oeldorf. „Damit wirklich alles klappt, muss jeder wissen, was er wann tun muss – vom Assistenten bis zum Regisseur. Deshalb haben wir immer ein eingespieltes Team vor Ort, das sich kennt und die Abläufe verinnerlicht hat.“ Weil epicto nichts dem Zufall überlässt, ist am Tag vor dem Event noch einmal eine große Probe mit allen Beteiligten. Sicher ist sicher. Eine besondere Herausforderung des „SAS Forum digital“ war, dass sich die Teilnehmer nach der Begrüßung und der Keynote inmitten der vierstündigen Veranstaltung auf vier Unter-Foren verteilten. Diese thematisch orientierten Breakout-Sessions betreuten teilweise dieselben Personen, die kurz davor noch auf der großen Bühne standen. „Dafür hat uns epicto direkt ans Studio angrenzende Büros eingerichtet, in denen unsere Experten ihre Laptops anschließen und die Sessions ungestört moderieren konnten“, berichtet Pees.

Von der Aufnahme bis zum Stream – epicto sorgt für alles

Neben der Produktion war epicto auch für die Verteilung des Video-Signals zuständig. „Wir halten extra Serverkapazitäten vor, die den Livestream sicher stemmen können, sodass wir von dieser Seite die bestmögliche Qualität garantieren können“, erklärt Oeldorf. So muss sich der Veranstalter auch darum nicht kümmern, sondern das Video-Signal wird direkt an die Zuschauer geliefert. „Uns war es sehr wichtig, dass wir einen Partner an der Seite haben, der sich von Anfang bis Ende um alles kümmert. Wir wollten nicht in die Situation kommen, dass wir neben dem Live-Stream auch noch verschiedene Dienstleister koordinieren müssen. Im Studio1 von epicto haben wir die perfekte Umgebung gefunden“, freut sich Pees.

Fotos: Marvin Ruppert

Die über 1.500 Teilnehmer des „SAS Forum digital“ konnten sich voll auf die spannenden Inhalte rund um Künstliche Intelligenz und Analytics Software konzentrieren, denn die Technik tat exakt das, was sie sollte: unauffällig im Hintergrund bleiben und dafür sorgen, dass alles läuft. „Trotz aller Vorbereitung fällt mir immer ein Stein vom Herzen, wenn alles durch ist und genau so geklappt hat, wie wir das vorher geplant haben. Das ist einfach eine Aufregung, die wird wohl nie verschwinden. Und das ist auch gut so“, zieht Oeldorf sein Fazit.

epicto GmbH Flößerstraße 4 I D-68535 I Edingen-Neckarhausen Telefon: +49 (0) 62 03 - 40 46–0 E-Mail: info@epicto.de I Web: www.epicto.de

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HERZLICH WILLKOMMEN

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allo, mein Name ist Patrick Pfanne, ich bin 29 Jahre alt und seit Anfang Oktober 2021 als dualer Student im Zentrum Aktiver Prävention. Möglicherweise kommt Ihnen mein Name bereits bekannt vor, da ich im September 2020, im Rahmen eines Praktikums im Racket Center, eine Mitgliederumfrage zum Thema Mitgliedschaftsstatus während der coronabedingten Schließung im ZAP durchgeführt habe. Nun absolviere ich an der Deutschen Hochschule für Prävention- und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken den dualen Master-Studiengang Sportökonomie. Die Ausbildung im Sport- und Fitnessbereich ergänze ich zudem mit dem Absolvieren der Fitnesstrainer A-Lizenz an der BSA Akademie in Baunatal. Ursprünglich komme ich aus Ludwigshafen am Rhein und wohnte hauptsächlich in Mutterstadt. Von 2008 bis 2011, nach dem Abschluss der Mittleren Reife an der Realschule Limburgerhof, ging ich zunächst meiner Leidenschaft dem Kochen nach und absolvierte die Ausbildung zum Koch dual im italienischen Restaurant „Ristorante Roma“ in Mutterstadt. 2013 entschied ich mich das Abitur an der Abendschule nachzuholen. Eine sehr wegweisende Entscheidung, da sich dadurch nicht nur Türen für einen weiteren Berufsweg öffneten, sondern ich mich auch persönlich weiterentwickeln konnte. Darauf aufbauend schrieb ich mich ab Sommer 2017 für das Bachelor-Studium Sport und Sportwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz ein. So konnte ich auch über meine zweite Leidenschaft – den Sport – sehr viel wissenschaftlichen Hintergrund erlernen. Seit 15 Jahren trainiere ich aktiv im Verein die Sportart Floorball, eine rasante und dynamische Mischform aus Hallenhockey und Eishockey. Ich spiele beim TV Schriesheim Floorball in der 1. Bundesliga auf nationalem Niveau. Zudem bin ich gerne auf Inlinern oder zu Fuß unterwegs und leidenschaftlicher Fan des 1. FC Kaiserslautern sowie der Adler Mannheim.

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allo, mein Name ist Vanessa Dietz, ich bin 24 Jahre alt und seit Oktober darf ich Ihnen als Diätassistentin zur Seite stehen. Eine entsprechende Ernährung kann viel zum körperlichen Wohl beitragen und hat mehr Einfluss auf die Gesunderhaltung als man lange Zeit gedacht hat. Aus diesem Grund habe ich 2016 die Ausbildung zur Diätassistentin in Heidelberg begonnen. 2020 habe ich zusätzlich die Fitnesstrainer B-Lizenz erworben. Nach der Ausbildung hat es mich zunächst in eine Großküche verschlagen und danach glücklicherweise schnell in eine Rehaklinik, in der ich viele Jugendliche beraten, sowie Lehrküchen betreut habe und für die Diätkostenzubereitung (für Zöliakiepatienten, histaminintolerante Patienten oder Veganer) zuständig war. Sport und die richtige Ernährung gehören einfach zusammen, weshalb ich auch in meiner Freizeit regelmäßig Krafttraining betreibe. Bei meiner Arbeit in der Rehaklinik hat mir schnell der Aspekt der Bewegung, aber auch die Nähe zu Freunden und Familie gefehlt (ich bin in Mannheim geboren), weshalb ich bei der Stellenausschreibung des Racket Center Nußloch nicht lange zögerte und meine Bewerbung versandte. Im ZAP leite ich nun den Bereich Wohlfühlfigur, wozu auch der zertifizierte und krankenkassenbezuschusste Ernährungsund Abnehmkurs figurscout gehört. Gerne berate ich Sie zu allen Fragen rund um das Thema gesundheitsfördernde Ernährung und Lebensmittelauswahl, Unverträglichkeiten oder Training. Ich bin sehr froh, von nun an Teil des Teams zu sein, für das Racket Center und vor allem für Sie zu arbeiten!

Ich freue mich sehr, die ZAP Mitglieder nun auch auf der Trainingsfläche kennenzulernen. Ich stehe Ihnen als Fitnesstrainer und Gesundheitsberater zur Verfügung und assistiere zudem als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bereichsleitung. Anzeige

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KINDER SPORT

Kinder und Aufmerksamkeit

Von der uneingeschränkten Aufmerksamkeitsbreite in der Mini-Ballschule zur spezifischen Aufmerksamkeitslenkung in der Ballschule Tennis von Klaus Roth, Christina Roth

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as große Anliegen der Ballschule Heidelberg ist es, Kindern die Welt des Ballspielens zu eröffnen und sie auf dem Weg in die einzelnen Zielspiele, also die Zielsportarten, zu begleiten. Vom Erstkontakt mit verschiedenen Bällen bis zur Ausübung eines spezifischen Sportspiels liegt ein Entwicklungsprozess, dessen Entfaltung maßgeblich davon abhängt, welche Spiel- und Übungsangebote dem sich entwickelnden Kind zur Verfügung gestellt werden. Ein häufig anzutreffender Denkfehler ist, dass in diesem Entwicklungsprozess Spiel- und Übungsformen, die am sportartspezifischen Ende des Kontinuums stehen also z. B. eine perfekte Vorhand – mit vereinfachten Übungsformen schon zu Beginn des Kontinuums auf gleiche Weise angeboten und „einfach nur häufig genug“ geübt werden müssen. In den meisten Fällen erreichen die Erwachsenen dadurch, dass das Kind relativ schnell die Lust am Training verliert. In unterschiedlichen Entwicklungsstufen gelingt der Einstieg in Sportspiele auf unterschiedliche Weise. Und hier kommt das Thema Aufmerksamkeit im wahrsten Sinne des Wortes „ins Spiel“.

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Dazu soll der Blick auf den Unterschied zwischen implizitem und explizitem Lernen gerichtet werden. Von implizitem Lernen spricht man, wenn beiläufig und unangeleitet gelernt wird. Wir eignen uns also Wissen oder Können quasi nebenbei an, ohne uns anzustrengen. Wir erwerben z. B. die Grammatiken von Sprachen vorwiegend implizit. Durch ständiges Sprechen beherrschen wir irgendwann die wesentlichen Regeln, ohne dass uns das klar sein muss und es uns möglich wäre, diese vollständig zu benennen. Heute gilt es als unstrittig, dass das Meiste von dem, was sich Menschen über die Lebensspanne hinweg aneignen, implizit erworben worden ist. Einen theoretischen Erklärungsansatz hierfür liefert z. B. das Modell der Antizipativen Verhaltenskontrolle von Hoffmann (1993), das von Roth (2015) genauer beschrieben worden ist. Von explizitem oder intentionalem Lernen spricht man hingegen, wenn der Lernprozess angeleitet wird und sich der Lernende im Sinne der vorgegebenen Aufgabe anstrengt. Wir kennen solche Lernprozesse aus der Schule, etwa vom Vokabeln Lernen oder vom Lernen mathematischer Formeln.


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In der Mini-Ballschule folgt die Art des Spielens und Übens dem Grundgedanken des impliziten Lernens, also dem Motto „Probieren geht über Studieren“. Vor allem in diesem Alter (3-6 Jahre) ist es wichtig, dass die Kinder ihre Lernprozesse von Anfang an mitgestalten und nicht dauernd instruiert oder korrigiert werden: Reden ist „Silber“; Sicherheit, Vertrauen und herausfordernde Impulse geben ist in der Ballschule „Gold“! Die Frage, warum implizites Lernen sogar besser sein kann als ein Spielen/Üben mit bewusster Reflexion bzw. mit Instruktionen und Korrekturen, beantworten Mack und Rock (1998) mit dem Verweis auf ein Phänomen, das sie als Inattentional Blindness bezeichnen. Dieser Begriff lässt sich nur schwer übersetzen, aber ganz gut erklären.

Dreiergruppen haben jeweils einen Basketball, den sie prellen und/oder sich untereinander zuspielen. In den Studien von Simon und Chabris haben die Probanden dann z. B. die Aufgabe erhalten, die Anzahl der Bodenberührungen des Balles und die Pässe der weißen Spieler zu zählen. Es hat sich gezeigt, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Person in einem schwarzen Gorilla-Kostüm übersehen, die in der Mitte des Films das Bild durchquert. Ohne diese Anweisung ist der Gorilla dagegen nicht zu übersehen. Das ist das, was Forscher mit Inattentional Blindness umschreiben. In der Mini-Ballschule erhalten die Kinder dementsprechend keine bzw. nur sehr wenige Instruktionen und Korrekturen. Sie handeln bei den Spielen und Übungen zunehmend kompetenter und kreativer/ideenreicher, weil sie – mit uneingeschränkter Aufmerksamkeitsbreite – umfangreiche, sinnvoll strukturierte spielerische Erfahrungen sammeln können. Das Prinzip des impliziten Lernens findet in allen Ballschulstufen Anwendung von der U3-Ballschule über die Mini-Ballschule und die Ballschule im Grundschulalter bis hin zu den sportspielspezifischen Ballschulen wie der Ballschule Tennis. Die Anteile der angebotenen Lernmöglichkeiten passen sich aber dem Entwicklungsprozess an. In der Ballschule Tennis wird auch intentional, also durch Instruktion, gelernt. Wenn es darum geht, an tennisspezifischen Techniken zu feilen, verhilft uns das explizite Lernen zu relativen schnellen Teilerfolgen, z.B. zum Erwerb des Bewegungsablaufs der Vorhand, wenn der Trainer den Ball immer exakt gleich zuspielt und die entsprechenden Anweisungen gibt. Das Einbetten der erworbenen Technik in die Spielfähigkeit des Kindes oder Jugendlichen erfolgt dann wieder spielerisch-implizit, weil wir damit kreativere, selbstgesteuerte und motivierende Resultate erzeugen können.

Wenn ein Kind gesagt bekommt, worauf es zu achten hat, dann wird seine Aufmerksamkeit eingeengt. Es schaut dann – je nach Anweisung – nur noch auf einen kleineren Situationsausschnitt und wird blind für das restliche Geschehen. Diesen Effekt machen sich auch Zauberer zu Nutze. Viele ihrer Tricks beruhen darauf, dass der Magier durch Hinweise oder Gesten die Aufmerksamkeit seines Publikums auf einen anderen Gegenstand oder eine andere Handlung lenkt. So merkt man nicht, wie der Hase in den Hut gelangt oder eine Kugel unter einem Becher verschwindet. Wie gut das funktioniert, haben Simons und Chabris (1999) mit ihrem berühmten Gorilla-Film veranschaulicht. Sie zeigen ein 23 Sekunden dauerndes Video, in dem sechs Personen zu sehen sind: drei in dunkler und drei in heller Kleidung. Die Spieler der beiden

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In der Ballschule Tennis kommt es aus methodischer Sicht also darauf an, die richtige Mixtur zwischen impliziten und expliziten Vermittlungsprozessen zu finden. Dabei will das richtige Instruieren/Korrigieren gelernt sein. Die Ergebnisse aus der traditionsreichen sportwissenschaftlichen Forschung zum sensomotorischen Lernen (vgl. u. a. Daugs, Blischke, Olivier & Marschall, 1988) legen u. a. nahe, dass • das Vormachen bzw. Demonstrieren durch den Übungsleiter/Lehrer oder durch andere Kinder wirksamer ist als „tausend Worte“ (Art der Information), • „Weniger mehr ist“! Nicht jede Handlung darf kommentiert werden. Am Anfang von Lernprozessen mehr, dann zunehmend weniger (Fading; Frequenz der Information), • die Aufmerksamkeit der Kinder auf höchstens zwei Ausführungsmerkmale gelenkt werden sollte (Menge der Information) und • Korrekturen zeitnah erfolgen müssen. Am besten innerhalb von wenigen Sekunden nach den Bewegungshandlungen (Zeitpunkt der Information)


Instruktionen, Korrekturen und „explizite“ Aufgabenstellungen dienen dabei nicht der Optimierung der Bewegung im Sinne einer normierten, biomechanischen Ausführung. Vielmehr kommt es in der Ballschule darauf an, dass die expliziten Lernmethoden immer auch im Sinne der Erweiterung funktionaler Lösungskompetenzen eingesetzt werden. Ein Schmetterschlag beispielsweise sollte nicht isoliert betrachtet werden mit dem Ziel, eine technisch einwandfreie Bewegung auszuführen. Der Schmetterschlag soll als Angriffs- oder Punktmöglichkeit gesehen werden, die es ermöglicht, den Gegenspieler unter Druck zu setzen. Eine funktionale Lösung für einen effektiven Schmetterschlag ist eine gute technische Ausführung, sie ist aber nicht das einzige Element der Lösungskompetenz in dieser Spielsituation. In der Ballschule sammeln die Kinder also Lösungskompetenzen, die sie sich häufig implizit, in sportspielgerichteten Ballschulen je nach Könnens- und Entwicklungsstand aber auch explizit aneignen. Zusammenfassend halten wir fest, dass in der Ballschule die Welt der Spiele implizit, also mit breiter Aufmerksamkeit erobert wird. Der enge Aufmerksamkeitsfokus mit expliziten Lernanteilen wird im Laufe des Entwicklungsprozesses der Kinder und Jugendlichen genutzt, um Techniken zu vermitteln. In den sportspielspezifischen Ballschulen ist er daher häufiger vertreten als in den sportspielübergreifenden Einstiegsmöglichkeiten. Der gezielte Einsatz intentionaler Methoden und die Grundphilosophie des impliziten Lernens bewahrt aber alle Ballschulkinder – unabhängig vom Zeitpunkt des Einstiegs in die Ballschule – vor Inattentional Blindness. Diese Art der Herangehensweise gibt ihnen damit eine ausgeprägte Spielfähigkeit mit auf den Weg in ihr selbstgewähltes Sportspiel, vermittelt mehr Freude am selbst entdecken und fördert die Kreativität.

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LEISTUNGSSPORT & MEDIZIN

Sportmedizinische Untersuchung für die Leistungskinder und -jugendlichen der TARN von Luis Fuchs, studentischer Praktikant Racket Center

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Jede Sportart hat ihr eigenes Anforderungsprofil. So spielt im Tennis vor allem die Schnelligkeit, die Schnellkraft und die Schnelligkeitsausdauer eine bedeutende Rolle. Dabei muss eine Koordination unter Zeit- sowie Präzisionsdruck aufrechterhalten werden. Psychisch bedeutet dies, dass eine hohe Aufmerksamkeit und Konzentration geschaffen werden muss. Sportarttypische Verletzungen sind zum Beispiel das Tennisbein (Einrisse der distalen Wadenmuskulatur) oder Verletzungen der Achillessehne. Sportarttypische Überlastungsfolgen können beispielsweise das Impingement-Syndrom oder Dysbalancen des Bewegungsapparats sein.

port ist in vielerlei Hinsicht wichtig für eine ausgeglichene körperliche und seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. So dient er beispielsweise als Ausgleich für den steigenden Medienkonsum und den zunehmenden Leistungsdruck in Schulen. Bei all den positiven Aspekten einer regelmäßigen sportlichen Aktivität entstehen jedoch auch Risiken. Deshalb sollten alle Kinder, Jugendliche und Eltern Interesse an sportmedizinischen Untersuchungen haben.

Was ist das Ziel einer sportmedizinischen Untersuchung?

Kurz gesagt: Das Erkennen von Gefährdungen durch Sport sowie das Entwickeln von konkreten Trainings- und Regenerationsempfehlungen. Kinder sowie Jugendliche bewegen sich gerne und häufig individuell und ungebremst im hohen Leistungsbereich. Dabei ist die Fähigkeit des Erkennens von eigenen Grenzen, Leistungsbeschränkungen und Beschwerden oft begrenzt. So können gerade Herzkreislauf- und Lungenerkrankungen oder Fehlbelastungen des Skelettsystems lange Zeit unbemerkt bleiben. Sportmedizinische Untersuchungen müssen dabei jeweils immer individuell

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auf das einzelne Kind abgestimmt sein. Jugendliche, die sich für die Intensivierung des Trainings – zwei oder mehr Trainingseinheiten in der Woche ergänzt durch Wettkämpfe – entschieden haben, sollten regelmäßig alle ein bis zwei Jahre zu einer sportmedizinischen Untersuchung gehen.

Um Verletzungen und Verschleiß vorzubeugen, bot die Tennisakademie RheinNeckar (TARN) eine sportorthopädische Untersuchung an. An einem Samstagvormittag wurden 13 leistungsorientierte Jugendliche von Dr. med. Stephan Maibaum (SPORTOPAEDIE Heidelberg, Mannschaftsarzt Rhein-Neckar Löwen und der MLP Academics Heidelberg) untersucht – mit (weitestgehend) positiven Ergebnissen.



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