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Clean Energy

das Magazin für nach­haltigkeit,

Green Life

Green Mobility

energie und Mobilität

www.tuev-sued.de

Elektromobilität kommt – wir machen Zukunft sicher! TÜV SÜD berät, testet und zertifiziert, damit Elektromobilität sicher auf die Straße kommt. Schwerpunkte sind die Batteriesicherheit, die Zulassung von Elektrofahrzeugen und die Prüfung der Ladeinfrastruktur. Zusätzlich sorgen wir in den Hochvoltschulungen der TÜV SÜD Akademie für gut ausgebildete Fachkräfte.

Gestalten Sie Zukunft mit uns!

TÜV SÜD AG • Westendstraße 199 • 80686 München • Tel.: 0800 888 4444

Das Team hinter dem Magazin

Jacque

line Boit GreenMobility, ier, Grafiker in Chardon Comm unications <<Unser grösst es Problem -h eute und in de die Über bevölk r er Solange nicht ung und der stetig steige Zukunft- ist nde Egoismus alle (Wirtschaft, . einem Strang ziehen, kann Politik und Bevölkerung) an keine Verbesse rung eintreten. >>

on Petra & Daniel Chard Zukunftsgestalter on Communications GreenMobility, Chard Daniel nsch, wortung ist es, Me <<Unsere Verant gleichins r de gie wie Natur und Technolo Kinder.>> ere uns r fü en gewicht zu bring

Petra mich der Botschaft der <<Selber Mutter - möchte ichchl iessen: ... und mögen die ans r 13 indigenen Grossmütte gehen als wir jemals nächsten sieben Generationen weiter gegangen sind...>>

Corinna CleanEnergLayng , Chefredakteurin Project, Globa lCom «Nachhaltigke it und mode uberhau verbrauchptsozusammen? Ja, rnweenrn Lifestyle - passt zum Beispiel gering wie moglich man den Ressourc das auf kreative ha en Recyclingltprodunud stattdessenkte setzt.»

Ralf Hartmann, Geschaftsfuhrer CleanEnergy Project, GlobalCom <<Erneuerbare Energie und nachhaltige Mobilitat sind untrennbar aneinander gekoppelt. Besonders interessant sind die Konzepte, die energieautarkes Wohnen auf intelligente Art und Weise mit Elektromobilitat kombinieren.>>»

Joachim Kern, Werbeprofi, Schreibt fur GreenMobility <<Being green is no longer for the hippies! Dennoch gilt: Nachhaltige Produkte, Dienstleistungen oder Konzepte mussen alltagstauglich sein und funktionieren.>>

ografin

Josephin Lehnert, Diplom-Ge Project Schreibt für das CleanEnergy

Kleinen. Jeder kann seinen Bei «Energieeffizienz beginnt im min scho und t sink h rauc verb rgie trag dazu leisten, dass der Ene ekt können einen immensen Eff nimale Verhaltensänderungen en.» Ide e vativ inno und ve tiati haben. Gefragt sind hier Eigenini

50 10

38

22 44

14 62

Inhalt Interviews e talk 10  ¯

Nachhaltigkeit beginnt zu Hause

clean energy Efficiency

Interview mit Eric Britton, Pionier des

52

Energieeffiziente Stadt

nachhaltigen Denkens

54 Schlaues Wohnen

Yves Bosshart, Bootsbauer Pro Nautik

56

32

Johanna Tiffe, Berliner Designerin

60 Energieeffizienz im Überblick

e¯talk 46

Peter Arnet, CEO Alpiq e-Mobility



e¯talk 14

 e talk 50  e talk 62  ¯

¯

e talk 66 

Effizienzhaus Plus

Dr. Charlton «Chuck» Adams,

clean tech

Vorstandsmitglied IEEE

62 Preiswerte Sonnenenergie für Alle

Martin Reichel und Dr. Panteleïmon Panagiotou,

66

Schlüssel zur globalen Innovation

Bayerische Forschungsallianz, EU-Projekt Large Cells Richard Youngman, Managing Director

Renewables

Cleantech Group, Europe & Asia

68 Neuartiger Bio-Kraftstoff bindet CO2

76

Moritz Lehmkuhl, Climate Partner

¯

clean practice

green mobility

72

Energiegenossenschaften

green boats

76

CO2 Fußabdruck als Grundlage

14

GreenLine -Porträt

für Klimaschutzaktivitäten

18

Elektro- und Solarboote

bits & pieces green style 22

Bike Design pur – von Ausserirdisch bis Yike

E-Bikes, E-Roller, E-Motorräder mal anders

32

Emotionen auf zwei Rädern

green cars

4

Green Life – für unseren Alltag

8

Konsumgüter aus Autoschrott

49

Ladeinfrastruktur, Stromautobahnen

59

Flower Power, Ethikbank, Thüga

65

Photovoltaik, solarer Anstrich

70

Wind, Nemos, Deep Green

36

Elektromobilität polarisiert – Vision Bamboo

38

Quo vadis, Elektroauto?

Diverses

41

Lampo, Volvo, Well-to-Wheel

78

42

Mia, Autolib, Bubble Car, PG

80 Jobs

44

Renault Twizy, Smart, Peel

80 Impressum

Partner

U4 Was möchtest Du?

infrastructure 46 Sicheres Laden inklusive 50

Standards für grüne Zukunft

© supplii

© OAT Shoes BV

Bits&Pieces

Chice Schuhe, die aufblühen

Handtasche aus Holz Holz ist ein genialer Werkstoff. Aber Handtaschen aus Biegeholz? Was zunächst

Für gewöhnlich bestehen Sportschuhe hauptsächlich aus umweltbelastenden

ein wenig sperrig klingt, erweist sich tatsächlich als alltagstaugliches und au-

Kunststoffen. Dass es auch anders geht, beweist Oat Shoes. Die Schuhmode aus

ßergewöhnlich chices Accessoire. Der US-Designerin Joëlle Andrew ist mit der

den Niederlanden ist zu 100 Prozent kompostierbar und blüht tatsächlich auf.

Entwicklung der neuen Handtaschen aus Ahorn- und Schwarznussholz der gro-

Die Schuhe bestehen aus komplett unschädlichen Materialien wie Hanf, Kork

ße Durchbruch gelungen. Unter dem Namen Supplii bietet sie mittlerweile eine

und biologischer Baumwolle. Der nicht gänzlich zu vermeidende Kunststoff ist

ganze Kollektion der ungewöhnlichen Ac-

zumindest biologisch abbaubar. In der Lasche der Oat Shoes befindet sich ein

cessoires an, die allesamt durch ihre feine

kleiner Beutel, der die Samen unterschiedlicher Wiesenblumen enthält. Werden

Verarbeitung und ihren edlen Charak-

die abgetragenen Schuhe in normaler Erde oder einem Komposthaufen einge-

ter aus der Masse der Alltagshand-

graben, beginnt der natürliche Prozess des Zersetzens. Dieser Vorgang legt die

taschen herausragen. Preislich be-

Blumensamen frei, aus denen anschließend Gänseblümchen und Klatschmohn

wegen sich die optisch absolut nicht

sprießen. Die Oat Shoes sind bereits ab 139,00 Euro in Fachgeschäften sowie im

hölzern wirkenden Taschen in einem

eigenen Onlineshop erhältlich. www.oatshoes.com

Bereich von derzeit rund 230 Euro und sind nun auch in Europa erhältlich. www.supplii.com

Milk goes Fashion Die Mikrobiologin und Modedesignerin Anke Domaske hat mit Qmilch die weltweit erste Naturfaser erfunden, die gänzlich ohne künstliche Chemikalien auskommt und trotzdem industriell erzeugt werden kann. Mit ihrem Verfahren werden die Fasern aus einem Abfallprodukt der Milchindustrie hergestellt. Bei dem rund eine Stunde dauernden Herstellungsprozess fallen keine weiteren Rohstoffe oder Abfälle an. Im Vergleich zu Baumwolle werden bei der Produktion außerdem bis zu 25.000 Liter Wasser pro Kilogramm Milchfaser gespart. Die Faser trocknet leicht, ist relativ reißfest und fördert die Atmung der Haut. Erste Kleidungsstücke © Qmilch GmbH

aus Qmilch sollen Ende 2012 im Handel zu finden sein.

6 | Clean and Green

www.milkotex.de http://www.youtube.com/watch?v=EzrikImN6_8

Altbooken Jeden Tag kommen Lastwagen voller Bücher in den Umlauf. Genau so viele werden entsorgt. Viele werden recycliert, andere hingegen kommen in einen Secondhand-Laden. Das Team von Altbooken holt sich das Rohmaterial, die schönsten Hardcover-Bücher, aus den umliegenden Secondhand Läden. Die alten Buchumschläge werden in Streifen geschnitten und nach Farbe, Material und Motiv sortiert. Der fadengeheftete Buchblock ist ein aus recyclierten Fasern bestehendes Papier. Die Maschinen, auf denen die Altbooken hergestellt werden, sind ebenfalls recycliert. Es sind Geräte, die früher in Buchbindereien, Druckereien und mechanischen Werkstätten standen. Dank eines selbst entwickelten System sind die Notizbücher biegsam, obwohl sie aus einem Hardcover bestehen. Jedes Altbooken ist ein Unikat und von Hand gemacht. Johannes Keel, Erfinder der Altbooken: «Ein Notizbuch ist eine Einladung

© Johannes Keel

zum Denken, Skizzieren und Ausarbeiten von Ideen. Mit einem rezyklierten Buch von

one earth – one ocean

Altbooken fangen Sie nicht bei Null an, sondern Sie nehmen den Faden auf, spinnen Ideen weiter.» www.altbooken.ch

Staubsauger aus Karton

Der one earth – one ocean e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der mit neuen Tech-

Das britische Unternehmen Vax präsentiert den weltweit ersten Staubsauger

nologien den Plastikmüll aus den Meeren sammeln, sortieren und zerkleinern

aus Karton. Das Haushaltsgerät verfügt über einen Hochleistungsmotor und

möchte, um ihn anschließend direkt vor Ort umweltschonend in Öl umzuwan-

verblüfft durch seinen simplen Aufbau sowie durch ausgeklügelte Detaillösun-

deln oder wieder in den Produktionszyklus zurück zu führen. Denn bereits heute

gen. Von außen wurde beinahe jeder Kunststoffteil durch ein Äquivalent aus

schwimmen fünf riesige Teppiche aus Plastik auf den Weltmeeren – der größte

Karton ersetzt. Das Gehäuse, die Räder, das Saugrohr und viele andere Teile des

davon befindet sich im Pazifik und ist so groß wie Deutschland, Österreich,

Haushaltsgeräts sind aus umweltfreundlicher Pappe. Für die notwendige Sicher-

Schweiz, Polen, Luxemburg, Ungarn und Tschechien zusammen. Mit verschie-

heit sorgt eine entsprechend brandhemmende Beschichtung. Die Kosten für die

denen Katamaranen – darunter beispielsweise der sogenannte «Seehamster»

passenden Teile aus Karton belaufen sich, verglichen mit den Gegenstücken aus

beziehungsweise die «Seekuh» – und Schwimmkränen will die Organisation nun

Plastik, auf gerade einmal zehn Prozent. Der neue Besitzer des Vax Ev übernimmt

die Gewässer reinigen. Während der Seehamster stationär vor Flussmündungen

die letzten Handgriffe der Produktion selbst. Teile der Verpackungsschachtel stel-

und nachschleppbar in Seen und auf Meeren eingesetzt werden kann, werden

len zugleich das Staubsaugergehäuse dar. Mit wenigen Handgriffen ist der Vax Ev

die mit regenerativer Energie betriebenen Seekühe vollautomatisch das Plastik

zusammengesetzt. www.cardboardvax.com

selbstständig aus den Gewässern fischen. www.oneearth-oneocean.com Clean and Green | 7

Bits&Pieces

Sonne spielt Musik

Klimaneutral Drucken

Das solarDAB2-Radio von Roberts kann nicht nur den aktuellsten Übertragungs-

Beim klimaneutralen Drucken werden alle relevanten CO2-Emissionen, die bei

standard DAB+ empfangen, sondern auch mit Solarenergie betrieben werden.

der Herstellung eines Druckerzeugnisses entstehen, ermittelt und im weiteren

Das tragbare Gerät verfügt an der Oberseite über Solarzellen, die drei integrierte

Verlauf über den Ankauf und die verbindliche Stilllegung von anerkannten Klima-

AA-Akkus mit Sonnenenergie laden und somit für steckdosen- und emissions-

schutz-Zertifikaten ausgeglichen. So bei diesem Magazin geschehen.

freien Musikgenuss sorgen. Mit vollen Akkus kann solarDAB2 etwa 20 Stunden

www.klimaohnegrenzen.de

betrieben werden. Es verfügt über einen USB-Anschluss für Software-Updates

http://www.myclimate.org/de.html

und einen Line-Eingang für den Anschluss von MP3-Playern oder iPods. Das Kofferradio kann zudem auch im UKW-Betrieb Sender empfangen. http://www.robertsradio.de/index.php/produkte/dab-radios/solardab-2

Aufblasbare Solarlampe

SCUDDY

Die Absolventinnen der New Yorker Columbia School of Architecture Anna Stork

Für Fahrräder ist die Mitnahme in Bus & Bahn teils untersagt, teils kosten-

und Andrea Sreshta haben eine Lampe entwickelt, die sich gut als Teil von Hilfs-

pflichtig.

paketen für Entwicklungsländer oder für Outdoor-Einsätze eignet: LuminAID ist

Ganz anders der SCUDDY: Der klappbare und strassenzugelassene E-Roller

eine aufblasbare Solarlampe, die – nur durch die Kraft der Sonne – Licht spendet.

wandelt sich in Sekunden zu einem «23kg-Würfel», der kostenfrei im öffentli-

Die an ein Kissen erinnernde Solarlampe ist nach sechs Stunden Sonneneinstrah-

chen Nahverkehr mitgenommen werden kann. Die vordere, zweispurige Car-

lung voll aufgeladen und bringt dann für etwa fünf Stunden Licht ins Dunkel. Die

vingachse sorgt mit dem angetriebenen Hinterrad (1,5kW) für Fahrspaß über

Lichtqualität gleicht der einer Laterne und da die PV-Zellen zwischen den Plas-

eine Reichweite von bis zu 40 km mit bis zu 35km/h. Ein integriertes Ladege-

tikschichten eingearbeitet sind, ist sie wasserdicht und schwimmt im aufgebla-

rät, sowie eine zusätzliche, helmpflichtbefreite 20km/h Version erweitern das

senen Zustand.

Nutzungsspektrum des kleinen Stadthelden.

www.luminaidlab.com

www.scuddy.de

http://www.youtube.com/watch?v=2ns-rCaT3MfI 8 | Clean and Green

Männer «Mokos» repräsentieren den Geist der Maori, sind Ausdruck, Traditionen lebendig zu halten.

Männerseminar Tane mahuta Der verborgene Mann Familie, Gemeinschaft, Vorfahren, Natur. Mit den erstmals in Europa weilenden Maori entdecken wir in einem 3-Tages-Workshop unsere Kraft und unsere Wurzeln und entwickeln als Mann unsere eigenen Rituale für das innere Gleichgewicht. Verstand

GREEN

MUSIC

Auch die Musikszene macht sich Ge-

«Die DJs wollen mit Hilfe der Musik

danken zur Nachhaltigkeit. Einer der

das Bewusstsein für Umwelt, Tier und

Pioniere in Sachen «Green Music» ist

Mensch schärfen. CusCus spielt für

Mark Jackus aus Dortmund, alias DJ

alle bedrohten Tierarten, ebenso wie

aMaZe (bürgerl.Markus Zeidler).

Juli 2012 Blue Lodge - CH-9405 Wienacht Fon +41 71 891 21 41 maori@chardon.ch

für partyhungrige und feiernde Paradiesvögel», so Markus Zeidler.

Er legt Mitte der 90er Jahre als 15- Jäh-

Cuscus als innovatives und für die Um-

riger, wohl einer der jüngsten Dj´s aller

welt engagiertes Eventkonzept wird

Zeiten, in den besten Clubs Deutsch-

2009 von der UNESCO ausgezeich-

lands auf. Im Jahr 2003 gründet er

net. Eine deutschlandweite Tour 2010

mit Massimo Santucci, einem Musi-

ist sehr erfolgreich. CusCus geht mit

ker und Producer, ein neues Studio.

der Teilnahme an den BNE UNESCO

Seitdem landen seine musikalischen

Dekade Wochen im Jahr 2011 einen

Veröffentlichungen oder Kooperatio-

Schritt weiter. Dapayk&Padberg wa-

nen in vielen Plattenkoffern namhafter

ren die Gäste des Abends im Artheater

DJ´s aus der Welt.

in Köln.

2006 startet er sein eigenes Event-

Mark Jackus macht unermüdlich

Projekt genannt »CusCus«. «Ich habe

weiter, ist u.a. mit der in Asien be-

hier einfach meine Liebe zur Natur

kanntesten DJ Nakadia unterwegs.

und Tieren mit der Musik verbunden,

2012 präsentiert er CusCus auch als

herausgekommen ist ein wunderba-

Musiklabel. Am 28. Juli 2012 präsen-

res Konzept welches sich stets weiter

tiert CusCus eine Bühne auf dem Juicy

entwickelt», so Jackus.

Beats Festival im Westfalen Park. Der

Der CusCus ist ein nachtaktives, vom

Umweltgedanke lebt weiter: Tags-

Aussterben bedrohtes Beuteltier des

über laut aber nachts leise, man wird

Regenwaldes, zusammen mit dem

nachts eine «Silent-Disco» Kopfhörer-

Paradiesvogel steht es für ein nach-

Party open air feiern.

haltiges Denken in Bezug auf Tier- und

Geplant ist nun die direkte Unterstüt-

Umweltschutz. CusCus-Events spen-

zung der Umwelt des CusCus in Pa-

den 1€ pro Gast. Zusammen mit dem

pua-Neuguinea, mit deren Vertretern

WWF präsentiert er 2008 in seiner

im März ein Treffen stattfand, um das

Heimatstadt Dortmund einen Truck

Projekt zu initiieren.

(Float) auf der Loveparade. Unter

www.cuscus.cc

dem Motto «Music meets Nature» wird für Artenvielfalt, Umwelt- und Klimaschutz getanzt und gefeiert.

Tane Mahuta und weitere Seminare auf www.globalhealingplaces.com

Bits&Pieces von Joachim Kern

Brave Autos kommen in den Recycling-Himmel das finden Modebewusste die be-

Was 2007 als Recyclingprojekt in

hecks, sondern betrachten einge-

edle Stoffe. Aus diesen Werkstoffen

Mexiko begann, fand bald darauf in

hend die Handtaschen und Rucksä-

wurden einst Sitzbezüge, Innenver-

liebten Einzelstücke in ausgesuch-

Kanada seine Fortsetzung als nach-

cke ihrer Mitmenschen.

kleidungen, Sicherheitsgurte sowie

ten Boutiquen in Deutschland und

haltig orientiertes und preisgekrön-

Hinter diesem auffälligen Verhalten

Airbags gefertigt. Nun dienen sie als

Österreich. Darüber hinaus können

tes Designunternehmen: Mariclaro.

steckt jedoch keine raffinierte Mar-

Ausgangsmaterial für Umhängeta-

die hochwertigen Designerstücke

Die dort gefertigten Handtaschen

ketingkampagne eines großen Au-

schen, Rucksäcke, Geldbörsen und

ebenso direkt über die Website von

und Rucksäcke werden zu 99 Pro-

toherstellers. Vielmehr zeichnet ein

andere Accessoires.

Mariclaro für rund 110,- Euro bezo-

zent aus alten Automaterialien ge-

kleines, feines Designunternehmen

Mariclaro verknüpft diese Vielzahl

gen werden.

fertigt. Auf diese Art verleihen die

aus Kanada für dieses gesteigerte

an hochwertigen Rohstoffen mit

Designer jedem Auto einen Hauch

Interesse an Limousinen verant-

einem Bündel ausgefallener Ideen.

Wie alles begann

von Unsterblichkeit. Heute sind die

wortlich. Das Team rund um Sven

So können Individualisten beispiels-

Vor rund fünf Jahren entstand in

modischen Einzelstücke begehrte

Schlegel und Willa Murray fertigt ge-

weise genau festlegen, aus welchem

Mexiko die Idee, neue Taschen aus

fragte Designerstücke zu vernünfti-

Auto das Ausgangsmaterial für ihre

alten Wahlplakaten aus Kunststoff

gen Preisen. Das Ausgangsmaterial

zukünftige Tasche stammen soll.

herzustellen. Der Einfachheit halber

Autos zum Umhängen

hierfür liefern kaputte Autos, welche

Während die einen in den Sitzbezü-

fungierten die damals anwesenden

Wer derzeit mit offenen Augen durch

bereits zum Verschrotten bestimmt

gen eines Cadillac Fleetwood die op-

Damen – Marilyn, Claudia und Rosie

die Stadt spaziert, der entdeckt vie-

sind.

timale Basis für eine Laptoptasche

– als Namensgeberinnen für dieses

sehen, wünschen sich andere einen

Recyclingprojekt. Einige Zeit später

Sammlerobjekte.

lerorts die Logos von solch renommierten Automarken wie Cadillac,

Taschen und Co

Rucksack, der just aus jenem Airbag

versuchte das kreative Team, diese

Lincoln, Jaguar oder Mercedes. An-

Auf den Schrottplätzen in und um To-

genäht wurde, der ihnen zuvor bei

Idee in Kanada zu etablieren. Dort

ders als bisher suchen Logojäger die

ronto lagern unzählige Automobile

einem Unfall das Leben rettete.

traf Sven Schlegel, mittlerweile glück-

Objekte ihrer Begierde heute jedoch

und warten auf ihre Verschrottung.

Außerhalb

lich mit Rosie verheiratet, auf Willa

nicht auf Motorhauben oder an Auto-

In ihrem Inneren jedoch befinden sich hochwertige Materialien wie etwa Leder oder

Kana-

Murray. Gemeinsam verwandelten sie

den

rudimentären

Plan in ein professionelles Designunternehmen. Heute wächst die Fangemeinde der stilvollen Kreationen kontinuierlich an.

10 | Clean and Green

Jedes Einzelstück wird von Hand

möchte Mariclaro seine Neukreatio-

Weitere coole Recycling-Produkte:

gefertigt und spiegelt den einzigar-

nen der Öffentlichkeit präsentieren.

www.freitag.ch

tigen Charakter des ursprünglichen

Worum es dabei gehen wird? Alles

www.goellerbags.de

Automobils wider. Der Fokus von

darf und soll an dieser Stelle nicht

www.kultbag.de

Mariclaro liegt dabei auf hochwer-

verraten werden. Nur so viel steht

www.moxxos.de

tigem Design, lokaler Produktion,

fest: Diesmal geht es um Holz.

www.kar-bag.com

nachhaltigen Materialien und so­

www.mariclaro.de

www.reinstyle.com

zialer Verantwortung. Diese Selbstverpflichtung ist in vielen liebevollen Details erkennbar. Zuletzt wurde das Unternehmen mit dem National Globe Award for Environmental Excellence 2011 für das umweltfreundlichste Konsumgut ausgezeichnet.

Die Zukunft «Wir haben viele neue Ideen in der Schublade. Einige Konzepte haben wir bereits fertig ausgearbeitet», hält sich Ko-Gründer Sven Schlegel bedeckt. Noch vor Sommerbeginn

Nachhaltigkeit beginnt zu Hause Interview mit Eric Britton von Daniel Chardon Wer ist Eric Britton und woher kommt er? Ich komme aus dem armen Teil des Mississippigebietes. Ich wollte ein Arzt wie mein Großvater werden, verfügte aber nicht über den notwendigen Fähigkeits-Baukasten. Nach reiflicher Übelegung kam ich zum Schluss, dass ich «Arzt für das menschliche Alltagsleben» werden wollte. Also doktorierte ich bei den Wirtschaftswissenschaften an der Columbia University. Aber ich wollte nie ein Ökonom werden. Ich wollte wissen, warum Menschen tun, was sie tun. Ich hatte nie einen «Job» und einen Chef, der mir sagte, was zu tun ist. Ich wurde Berater, stellte Teams zusammen, um Probleme zu lösen. Mitte der sechziger Jahre lehrte ich Öko12 | Clean and Green

nomie an der Universität von Rom, als mich aus heiterem Himmel eine Anfrage einer Banken-Gruppe aus Paris ereilte: «Können Sie uns für 80‘000 $ eine Studie über die Zukunft des Verkehrs- und Transportwesens liefern?» Und dies tat ich mit einem kleinen Team. Ich begeisterte mich enthusiastisch für das Thema Transport und Technologie. Ich brauchte ungefähr drei Jahre, um zu verstehen, dass Technologie für sich nicht wirklich den entscheidenden Bereich darstellt, wenn man die Probleme aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive betrachtet. Sie bietet uns Werkzeuge, aber keine Lösungen. Also gründete ich den ersten Think-Tank, EcoPlan. Es ist ein gemeinnütziger Verein, wir versuchen, genügend Geld zu verdienen, um Gehälter und die Miete zu zahlen. Wir tun viele Dinge, für die wir kein Geld einsetzen. Die

Vereinten Nationen, praktisch alle führenden Unternehmen der Automobilindustrie, Ministerien, Forschungs-Gruppen, und vor allem viele Städte sind zu uns gekommen, um Fragen zu stellen. Bis vor zehn Jahren hatte ich Gruppen von jungen Menschen, die mit mir arbeiteten. Zunächst promovierte Wirtschaftswissenschaftler. Bis ich erkannte, dass ihre eigenen Werkzeuge sie am freien Denken hinderten. Also habe ich angefangen, andere junge Leute um mich zu scharen. Wichtig ist Flexibilität im Denken und Selbst-Disziplin, die aber – weil ich ein Anarchist im positiven Sinne des Wortes bin – vom Individuum selbst kommen sollte. Die Arbeit mit mir war und ist harte Arbeit. Wie sieht eine Arbeitsgruppe idealerweise aus? Haben Sie schon einmal darüber nachge-

dacht? Die meisten der politischen Probleme, vor denen wir heute stehen, wurden von Männern geschaffen. Es ist schwierig für jemanden, der ein Problem verursacht, der Teil des Problems ist, sich selbst zu korrigieren. Wir sahen es als wichtig an, die aktive Beteiligung von Frauen in allen Führungspositionen zu erhöhen. Ich halte keine Vorlesung, komme zu keiner Konferenz ohne starke Beteiligung von Frauen, und zwar auch Beteiligung in Führungspositionen. Wenn Sie nur ein paar Frauen in einer bestimmten Gruppe haben, neigen diese dazu, sich wie Männer zu benehmen. Aber wenn viele Frauen anwesend sind, eröffnen sie eine ganz neue Ebene von Interaktion, verändern Sie die Dynamik und die Art der Lösungen. Wann hat die Diskussion über Nachhaltigkeit angefangen? Sie begleitete mich von Beginn weg. Mein Universitätskurs zur Nachhaltigkeit beginnt 1776. In diesem Jahr erfand James Watt die Dampfmaschine, 1776 veröffentlichte Adam Smith «The Wealth of Nations», das erste Ökonomie-Buch und 1776 wurden die Vereinigten Staaten von Amerika gegründet, das erste Land, dessen Gründung schon auf den Prinzipien des kommerziellen Eigeninteresses basiert. Bis 1960 lebten wir in einem weitgehend uneingeschränkten Universum. Niemand dachte je über die Weltbevölkerung nach, über das Ende des Ölzeitalters, über Wasserknappheit u.ä. Es gab ein gewisses Maß an lokalem Bewusstsein wie 1952, als die

Menschen in vielen britischen Städten vor lauter Kohlestaub die Sonne nicht mehr sehen konnten. Aber das Bewusstsein ging nicht darüber hinaus. 1972 veröffentlichte der Club of Rome seinen Bericht «Grenzen des Wachstums». 1973 löste die OPEC-Ölkrise eine lebhafte, letztlich aber wenig fruchtbare Debatte zu den Wachstumsgrenzen aus. Und im Juni 1972 wurde das United Nations Environment Programme (UNEP, deutsch: UN-Umweltschutzprogramm) geschaffen, welches den Beginn der Phase des Umweltbewusstseins symbolisiert, in welcher wir uns heute noch befinden. Was bringt Menschen dazu, weiter zu denken? Jeder Mensch hat zwei Träume: der erste ist der Traum von der Unsterblichkeit. Dies ist Traum und ein Alptraum zugleich. Aber wir leben ihn auf unterschiedliche Weise, entweder durch Kinder, Religion, durch Schreiben von Büchern oder eine lehrende Tätigkeit. Der zweite Traum ist derjenige vom Fliegen, symbolisiert durch den fliegenden Teppich. Dem Fliegen am nächsten kommt das Auto. Als meine 80-jährige Mutter mir die Autoschlüssel gab, weil ich sie aufgrund

Eric Britton

ihres Gesundheitszustandes aufgefordert hatte, mit dem Autofahren aufzuhören, sagte sie zu mir «Du schneidest mir meine Flügel ab». Wenn wir also den Menschen ihr Auto wegnehmen, nehmen wir ihnen auch die Erfüllung eines magischen Traums. Deshalb reagieren die Menschen so sensibel darauf. Car-Sharing z.B. ist eine Lösung, welche nur eine Minderheit anspricht. Aber es ist eine wesentliche Voraussetzung, um von der alten zur neuen Mobilität zu gelangen. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht die Lösung des Problems. Wir müssen viel weiter zurückgehen. Zu unserem Lebensstil, wie wir leben und arbeiten. Es braucht andere Städteplanungen.

e talk Interview  ¯

Von Daniel Chardon

Wir müssen in vielerlei Hinsicht das Gegenteil zu dem suchen, was wir im 20. Jahrhundert gelebt haben. Wir sollten ein harmonisches Zusammenleben anstreben, zu zufriedenen Menschen werden, die weniger «Zeugs» brauchen. Grün, sauber, smart? Diese Worte sind zum größten Teil mit technologischen Möchtegern-Lösungen assoziiert, die oft erst in 20 oder 30 Jahren zur Verfügung stehen. Aber eine Vielzahl von Menschen leidet schon morgen unter schlechten Lebensbedingungen, wenn wir nicht herausfinden, wie wir uns schneller ändern, wie wir in ein besseres Gleichgewicht mit uns selber und dem Universum kommen. Wie könnten wir uns schneller verändern? Wir müssen lernen, glücklicher mit uns selbst zu sein, glücklicher untereinander zu sein. Wir müssen mehr Verantwortung übernehmen, Persönlichkeit zeigen. Wir sollten uns weniger hinter Bildschirmen, Versprechungen und Behörden verstecken. Wir sollten auf unsere Nachbarn zugehen, gemeinsame Mahlzeiten mit unseren Kindern pflegen. Wir sollten kleine Schritte unternehmen, die nicht ein Vermögen kosten, die uns aber helfen, uns im kleinen zu verändern und zu entwickeln. Wir sollten uns nicht an den Milliarden von Menschen orientieren, die in die andere Richtung laufen, uns nicht mit allen im Gleichschritt bewegen, lokale Initiativen ergreifen, damit unsere Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad si-

cher zur Schule kommen. Wir sollten für unsere Kinder keine Uniformen kaufen, irgendwohin fahren, um unser Team gegen ein anderes Team antreten zu lassen. Unsere Kinder sollten in den Straßen spielen und ihre eigenen Spiele erfinden. Sobald wir als Eltern das verstehen, öffnen wir unseren Bezugsrahmen zu vielen Aspekten. Nachhaltigkeit beginnt also zu Hause? Richtig. Wir müssen dies auf ganz einfache Weise umsetzen. Ich habe es auf die harte Weise getan. Ich lebe in Paris. Vor einem Jahr gab ich mein einziges Auto weg. Das war ein Schock. Viele Dinge kann ich nicht mehr sofort tun. Ich musste Geduld gegenüber meinem Leben und mir selbst entwickeln. Ich plane besser, gebe mir mehr Zeit. Ich habe eine Theorie zum Reisen. Z.B. wenn jemand mich freundlicherweise nach Peking oder LA zu einer Konferenz mit den üblichen feinen Hotels, Business-Class-Reisen, etc. einlädt. Das sind zehn Reisestunden. Für mich bedeutet es, 10 Tage an einer NachhaltigkeitsAgenda für 1000 EUR pro Tag zu arbeiten. So sage ich vielen, sorry, ich bleibe zu Hause bei den Menschen, die ich liebe. Die einzige Art, First Class zu reisen, ist, zu Hause zu bleiben (lacht).

nachhaltige Mobilität umzusetzen, weil wir in der Mitte des Problems starten, ohne uns klar gemacht zu haben, woraus Nachhaltigkeit wirklich besteht. Wir organisierten ein erstes Seminar in Paris in einem MBA-Programm. Ich will zehn Seminare (Brainstorming-Sitzungen, Workshops) in zehn verschiedenen Ländern innerhalb der nächsten zwei Jahre organisieren. Die Seminare werden 30-40 Stunden zum Thema Nachhaltigkeit, Unternehmertum und Gesellschaft umfassen.* In den letzten 15 Jahren gingen wir auch in die Schulen und forderten Kinder auf, Transport zu zeichnen, in kleinen Teams rauszugehen und den Verkehr mit eigenen Augen zu beobachten. Sie kommen zurück, tauschen sich aus, sprechen mit ihren Eltern. Und sie fangen an, darüber nachzudenken, was natürlich ist und was nicht. So beginnen sich Dinge zu ändern. Respekt und konzeptionelles Denken sind die Wurzen der Nachhaltigkeit. www.ecoplan.org http://equitytransport.wordpress.com/ http://www.ecoplan.org/ecoplan/eco_index. http://equitytransport.wordpress.com/2012/03/18/ helsinki-2012-program-overview/#more-9893

* Eric Britton startete 2012 in Helsinki: Examining the Prospects for Equity-Based Transpor-

Was ist die Zukunft des Lernens? Ich beobachte, dass wir es nicht schaffen,

tation . An Open Society Dialogue hosted by the City of Helsinki: 15 February – 13 April 2012

ERZIELT BESTNOTEN

k tro ra d 0

Rad Eleketrrraogend üb El

Ekt

ro ra d

EVO 1.0

k tro ra d 0

TIPP TesTUrTeil

Rad Eleketrrraogend üb El

2

1 |2

01

ElE

2

üb

FAZIT: Eine gelungene Komposition: hervorragende Fahreigenschaften, breites Einsatzgebiet und hochwertige Komponenten. Das Wheeler E-Pro ist unser E-MTB Preis-Leistungs-Tipp! „Super Antrieb am Berg, ich bin begeistert.“ Josef L., aktiver Radfahrer

Ekt

k tro ra d 0

1 |2

E-OPERATOR FAZIT: Ein leichtes agiles Tourenrad mit Spaßfaktor. Hier stimmt Ausstattung und Konzept überein. Das Test-Urteil: Überragend! „Ein Super Rad: Es gefällt mir auf jedem Untergrund:Kraftvoll, wendig und leicht zu fahren. „ Uli T., ambitionierter Freizeitfahrer

TIPP TesTUrTeil

Rad ElekterHor 2

s GUTd 01|2

Ekt

01

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E-ALLTERRA FAZIT: Das E-Allterra kombiniert Tiefeinstieg mit Komfort-Elementen wie Federgabel, Tourensattel, ergonomische Lenksituation sowie Scheibenbremsen und einen durchzugsstarken BionX-Heckmotor. Sehr gutes Stadt- und Tourenrad, das mit hervorragenden Bremsen, einer guten Schaltung und einem kultiviert-starken Motor überzeugt.

FAZIT: Ein überragendes E-Mountainbike für den anspruchsvollen Bergfahrer. Das E-Falcon vereint sportliches Fahrverhalten mit Komfort, einem starken Motor und hochwertigen Komponenten. Empfehlung! Das Design des E-Falcon ist gelungen. Es überzeugt durch ein sehr sportliches Fahrgefühl.

TIPP TesTUrTeil

Rad ElekterHor s GUTd 01|2

2

ElE

01

üb

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Rad Eleketrrraogend

01

El

Ekt

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E-PASSERA FAZIT: Das E-Passera ist ein sehr gutes Rad für die sportliche Mountainbikerin. Es überzeugt durch Design, agiles Fahrverhalten und eine top Ausstattung. Mit diesem Rad werden Sie viel Freude haben! „Das E-Passera ist das perfekte Rad für Bergtouren mit meinem Mann.“ Alexandra K. aktive Radlerin

TIPP TesTUrTeil

Rad ElekterHor s GUTd 01|2

2

TIPP TesTUrTeil

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E-FALCON

E-CROSS Lady FAZIT: Das E-Cross Damenrad überzeugt durch seinen starken BionX-Antrieb und durchdacht ausgewählte, qualitativ hochwertige Komponenten. Insgesamt macht das Wheeler E-Cross Damenrad einen sehr sportlichen Eindruck und begeistert durch Fahrkomfort und hochwertige Anbauteile.

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Rad Eleketrrraogend

E-PRO

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FAZIT: Hervorragendes, designstarkes Elektrorad. Eine perfekte Kombi aus Fahrrad und Antrieb. Geeignet für Stadt und Tour. Der exzellente Rahmen passt optimal: Sicherer Lauf, kein Rahmenflattern, hohe Stabilität, sodass sich das souverän und freudig laufende EVO 1.0 auch für Touren eignet. „Das Evo 1.0 ist eines der besten Räder im Test!“

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E-ECORIDER FAZIT: Klassisches Stadtrad mit starkem Motor ,prima in hügeligen Regionen, gut auch als Zugrad für Kinder-/Lastenanhänger. „Das Wheeler geht gut ab. Das Rad ist ideal für den Transport von Gepäck oder Kindern.“ Willi B., ambitionierter Freizeitradler

Find us on Facebook http://www.facebook.com/wheeler.powerofmovement

Hostettler GmbH . Neuenburger Straße 33 . D-79379 Müllheim . www. hostettler.de

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Rad Eleketrrraogend

TIPP TesTUrTeil

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TIPP TesTUrTeil

e talk Interview  ÂŻ

Von Daniel Chardon

Lautlos übers Wasser gleiten Interview mit Yves Bosshart, Bootbaumeister der Pro Nautik AG 2010 hat Greenline 33 als erstes in Serie gebautes Hybridboot die Bootsszene in Bewegung und Aufregung versetzt. 17 internationale Awards sind das Resultat. Viele halten sie für die Innovation schlechthin im Bootsbau der letzten Jahre. Die slowenischen Gebrüder Jakopin, visionäre Idealisten, welche auch im Bereich Windenergie tätig sind, und Prototypen für viele große Bootsfirmen bauen, haben mit der Kombination Diesel, Elektro- und Solarenergie ein stimmiges Gesamtkonzept geschaffen, welches den Nerv der Zeit trifft, preislich attraktiv ist und gegenüber den klassischen Motoryachten ganz konkrete Vorteile bietet. Wie sind Sie zum Thema Greenline und Hybridboote gekommen? Wir wurden darauf angesprochen. Unsere Firma Pro Nautik besteht seit 50 Jahren, unser Senior-Chef hat viele Kontakte. Der Besitzer von Seaway hat uns 2008 mit der Idee und den ersten Plänen in der Hand darauf angesprochen, ob wir Interesse am Projekt hätten. Da war der Prototyp gerade im Bau. Wir wussten auch nicht so recht, was uns da in der Green- und Hybridliga erwartet. Wie viel Schiffe in diesem Bereich zu verkaufen sind, war ein großes Rätsel. Wir rechneten mit einigen wenigen Schiffen pro Jahr. Wir entschieden uns, trotzdem mitzumachen. Nun haben wir innerhalb von zwei Jahren rund 30 Boote

verkauft. Das hat uns dann total positiv überrascht. Weltweit wurden 200 Boote verkauft, womit die Greenline 33 zur bestverkauften 10m-Motoryacht 2010 und 2011 gehört. Die Entwicklungszeit scheint relativ kurz im Vergleich zur Automobilbranche? Es ist nicht so kompliziert. Seaway konnte ihre Stärke, den Prototypenbau, voll zur Geltung bringen. Man braucht einen guten Yachtbauer, der den Unterwasserbereich beherrscht und berechnen kann, und einen guten Designer. Und Seaway hat den Vorteil der schnellen Entscheidungswege. So konnte man in weniger als zwei Jahren ein Hybridboot ent­ wickeln. Und hat auf Anhieb an der BOOT, der weltweit größten Bootsmesse in Düsseldorf, 2010 den Innovations-Award gewonnen. Welches sind die Hauptmärkte für Hybridboote? Die Boote wurden ganz gezielt für Mitteleuropa entwickelt, da hier das Umweltbewusstsein ausgeprägt vorhanden ist. Die großen Bootsmärkte wie Italien und Frankreich kommen erst noch. Holland steht bei den Hybrid-Booten momentan an erster Stelle. Da wurden rund 60 Hybridboote verkauft. Die Schweiz kommt an zweiter Stelle. Wie reagieren andere Bootswerften auf diesen Erfolg? Die beobachten uns ganz genau. Zum Beispiel französische Werften wie Jeanneau. Aber die großen Hersteller verhalten sich noch abwartend.

Wie sieht es mit den verschiedenen Modellen aus? Die Greenline 33 – die Zahl steht ja für 33 Fuß, knapp 10 Meter – weist ein ideales Verhältnis von Gewicht und Motorisierung aus. Die Greenline 40 benötigt bereits zwei Elektroantriebe, zwei Batterien, ist also nicht gleich effizient. Die Greenline 33 liegt bei 4,5 Tonnen Gewicht, die Greenline 40 bei acht Tonnen, obwohl das in der Yachtwelt «Leichtgewichte» sind. Der Greenline 33 liegt ein völlig neues Konzept zugrunde? Das ist das Entscheidende. Die Gebrüder Jakopin wollten ein Boot bauen, das auf das Wasserwandern ausgerichtet ist, wo nicht Tempo, sondern Gemütlichkeit und Naturnähe im Vordergrund stehen. Mit dem speziellen Gleitrumpf schippert man bei mittlerer Geschwindigkeit mit einer vollen Batterie und ein wenig Sonnenlicht von Romanshorn nach Lindau – einer kleinen Eis-Pause mit kurzem Zwischenladen – und wieder zurück (23km), also fast 46 km. Das Boot ist bequem, ideal für Geschwindigkeiten von 5 bis 15 Knoten. In Computersimulationen und Schlepptankversuchen wurde dafür ein spezieller Stufenrumpf entwickelt, der sich an Segelyachten orientiert. Das Ziel war ein stabiles, weiches Gleiten zu ermöglichen. Die zwei Kimmkiele verhindern das Rollen bei seitlichen Wellen. Das Boot liegt beinahe waagrecht und stoisch ruhig im Wasser, eine Folge des optimierten Verdrängungsverhaltens mit einem S-Schlag im Heckbereich, der das Boot hinten leicht anClean and Green | 17

e talk Interview  ¯

Von Daniel Chardon

hebt, was ein Schlagen des Bugs unterbindet. All dies ermöglicht es, den Energiebedarf gegenüber normalen Verdrängerbooten um 50%, gegenüber doppelt motorisierten Gleitern um 75% zu reduzieren. Bei 4,5 Knoten fährt man praktisch nur elektrisch, kann mit einem einfachen Hebel auf vollelektrischen Betrieb umschalten. Das ist die fast unsichtbare Genialität des Bootes. Welche Auswirkungen hat der Elektromotor auf den Komfort? Wir haben bei modernen Motoryachten enorm viel Komfort mit elektrischen Geräten an Bord, von Steamern, Kochfeldern, Heißwasserboiler über Kühlschrank bis TV- und Musikanlagen. Das reduziert einerseits die Leistung und die Reichweite. Das fangen wir aber großteils mit den 1‘400 Watt Solarpanels auf dem Kajütendach wieder auf.

Und ein unschätzbarer Vorteil entsteht, wenn man vor Anker liegt: Die Antriebsbatterien versorgen das gesamte Boot mit 230 Volt und gewährleisten den kompletten Haushaltsbetrieb. Das gibt es sonst nur auf Yachten, auf denen vor Anker der Generator läuft. Wie stehen die Hybride preislich da? Preislich sind wir nicht teurer als die normalen Boote in dieser Klasse. Die Greenline 33 beginnt bei EUR 133‘000 resp. CHF 188‘000. Die Mehrleistung (Elektromotor) steht dann zudem gewaltigen Einsparungen beim Kraftstoff gegenüber. Wie kann man die Käufer charakterisieren? Wir haben zwei Hauptgruppen. Die einen sind die Motoryachtbesitzer, welche schon alles gesehen und erlebt haben und sich sagen, ich

Yves Bosshart (l) im Interview mit Daniel Chardon(r) am Bodensee.

will jetzt mal gemütlich unterwegs sein. Die anderen sind Segler, welche bei der Greenline nicht mehr über eine laute oder wellenschlagende Motoryacht die Nase rümpfen müssen. Oftmals geht es ja gar nicht ums Fahren, sondern man fährt 20 Minuten und genießt es, den Tag auf dem See zu verbringen. Das Boot ist auch klar auf zwei Personen ausgerichtet, also auf die Generation 55plus. Ist das Hauptargument für eine Greenline – bald kommen ja auch die reinen Elektroversionen – die Ökologie? Das ist ein wichtiger Punkt. Mindestens so wichtig ist aber das geräuschlose Gleiten, wie man es vom Segeln her kennt. Greenline verbindet sozusagen das Segelgefühl mit dem Komfort der Motoryacht. Überzeugt sind die Kunden, wenn man mit Ihnen eine Probefahrt unternimmt: Bevor sie es realisieren, läuft der

Motor bereits und das Boot gleitet geräuschlos aus dem Hafen. Zudem haben die meisten Greenline-Besitzer in der Praxis kaum Dieselmotorstunden. Mit wenigen Knoten kann man praktisch alles elektrisch fahren, dann hört man nur noch das Plätschern des Wassers. Ein toller Nebeneffekt ist, dass aufgrund der geringen Dieselstunden ganz wenig Service fällig ist. Und man spart: Eine mittlere Motoryacht braucht zwischen 80 und 100 Liter Treibstoff pro Stunde. Wieso ist der Bodensee Vorreiter? Der Bodensee ist einer der größten Trinkwasserspeicher Europas. Schon 1992 wurden hier die Vorschriften verschärft, noch vor Kalifornien. Gibt es noch weitere grüne Boote? Ich kann heute ein Aluminium-Boot mit Elektro-Außenbordmotor zum Beispiel von Torqueedo oder Yamaha kaufen. Der Markt der leichten Boote wird sich noch stark entwickeln. Wir bringen neu Campion aus Kanada in die Schweiz. Ein solches Power Boot mit Innenbordmotor werden wir rein elektrisch anbieten. Und – nach den bisherigen Erfolgen ist Seaway einen Schritt weitergegangen und bringt beide, das 33 und 40 Fuß-Boot, rein elektrisch.

FACTsheet Greenline 33 Hybrid Gesamtlänge Gesamtbreite Tiefgang Verdrängung Kabinen Kojen Nasszellen/ Toiletten Dieseltank Frischwassertank Standard-Dieselmotor Höchstgeschwindigkeit Reichweite bei 7 kn Maximum Motoroption Höchstgeschwindigkeit

9,99 m 3,49 m ca.0,70 m ca. 4‘500 kg 1/2 plus Salon 3/5/7 1 400 l 300 l VW SDI 75-5 10 kn 700 Seemeilen VW TDI 165-5 15 kn

7kW Elektromotor mit 5kW Generator und Hybrid-Management-System Geschwindigkeit Bis zu 6 kn Reichweite bei 4 kn 20 Seemeilen (37km) Preis: EUR 133‘500, CHF 187’400

Was ist anders gegenüber dem Hybrid? Wir haben die Batterieleistung verdoppelt, um eine genügende Reichweite zu erreichen. Das 33-er Boot bietet 23kWh Leistung, das 40er Boot 46kWh. Verkauft Pro Nautik nur lokal? Wir sind Generalimporteur für die Schweiz. Der Genfersee hinkt noch ein wenig hinterher. Seen wie der Vierwaldstättersee und das 3-Seen-Gebiet sind stark am Aufholen.

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Greenboats Von Petra & Daniel Chardon

SolarstromBootsHaus Das von den Groosman Partners Architekten entworfene Haus hebt sich recht markant von seinen Nachbarn ab – innen wie außen. Das Haus wurde so konstruiert, dass die verwendeten Materialien nach Erreichen des Lebensalters leicht wiederverwendet werden können. Neben der Regenwasser-Nutzungsanlage produzieren 72 nach Süden ausgerichtete Solarpanels 11kWh Strom pro Jahr, genug um rund 1‘385 Elektroboote aufzuladen. Für die Ausstellung letzterer dient denn das Haus auch als Showroom.

Die Awards für elektrogetreibene Boote setzen sich fort. An der größten Indoor-Bootsmesse Europas, der «Düsseldorf Boot» ging 2012 der «Innovation Award» für die interessanteste technische Neuerung an die «Goldfish 23 eFusion» aus Norwegen. Mit seinem ReGen Nautic e 200 Außenboard Motor mit 145 kW (195 PS) und bis zu 47 Knoten (87km/h) Höchstgeschwindigkeit wurde wohl bislang eines der schnellsten Elektroboote entwickelt. ReGen Nautic von Fort Lauderdale stecken sich zum Ziel, Hybrid- und Elektromotoren zu entwickeln, welche die klassischen Antriebe übertreffen. Ein erster Schritt in eine goldene Elektrozukunft scheint gemacht.

www.gp.nl

www.goldfishboat.com

Goldener Elektrofisch

www.regennautic.com 20 | Clean and Green

Solar-SpassBoot Der SunCat 23 ist ein solarbetriebener 7m langer Katamaran für 10-12 Personen. Die leichte Handhabung macht dieses fast geräuschlose Boot mit Solarantrieb vielfältig einsetzbar. Der SunCat 23 hat dank Solarstrom eine nahezu unbegrenzte Reichweite. Der Kräutler Elektroaußenbordmotor mit digitaler Regelung hat eine Leistung von 2,8 kW (führerscheinfrei) oder 4 kW (führerscheinpflichtig) und ist wartungsfrei. Auf dem Dach sind 4 hochwertige Solarmodule mit einer Gesamtleistung von bis zu 860 Watt montiert. Diese Leistung reicht aus, um den notwendigen Fahrstrom und ausreichend Leistung für die Bordsysteme zu erzeugen. Alternativ können die Batterien über den Landanschluss geladen werden. www.solarwaterworld.de

E-Submarine

Solar-Katamaran

Eine nette und zudem recht saubere Art, unterwasser zu sein – mit trockenen Haaren – bietet das erste elektrisch getriebene Teil-Unterwasserboot, das eben kein Glasbodenboot ist, weil es aus der Kabine unter Wasser gesteuert wird. Die Designer sehen das Boot für touristische Zwecke, aber auch zur Beobachtung der Unterwasserwelt in Meeresreservaten. Gesucht werden noch Vertriebspartner. http://luxedb.com/ego-the-electric-semi-submarine-

Seit mehr als 10 Jahren baut Grove Boats Elektro-Solar- und Hybridboote, die Ingenieure zählen zu den Pionieren des sauberen Solarantriebs und verfügen über mehrere Jahrzehnte Erfahrung. Inzwischen sind mehr als 40 Boote auf Seen und Meeren unterwegs. Auch bei Planet Solar hat das Schweizer Team vom Neuenburger See mitgewirkt. Angeboten werden Passagierschiffe für bis zu 100 Personen, darunter auch der 14m lange Aquabus C60, ausgerüstet mit zwei leistungsstarken Elektroantrieben von je 8 kW sowie 20 m² Solarzellen der letzten Generation. Bei einer Betriebsgeschwindigkeit von 10-12 km/h ist der Katamaran dank seinem minimalen Wasserwiderstand rund 8 h autonom unterwegs. Er bietet Platz für bis zu 75 Personen. Die Innenausstattung ist modular aufgebaut und kann so nach Wunsch gestaltet werden.

by-raonhaje

www.grove-boats.com

www.raonhaje.com/main.php Clean and Green | 21

Greenboats Von Petra & Daniel Chardon

PLANET SOLAR – for HOPE le

© App

iPad steuert Elektroyacht Nun präsentiert die Seaway Group einen weiteren Meilenstein: Greenline Yachten sind jetzt auch mit reinem Elektroantrieb lieferbar. Green Boating ist damit auf sehr hohem Leistungs- und Komfortniveau zur Realität geworden. Die zentrale Rolle in der Kontrolle des Bootes spielt neu ein iPad. Zusätzlich zu den üblichen Funktionen wie eMail, Internet, Musik, Filme, Spiele oder eBooks bietet das iPad umfassende Informationen über alle Bordsysteme. Abrufbar sind Daten wie Stromverbrauch, Ladezustand der Batterien, Füllstand der Diesel- und Wassertanks, Ladespannung der Solarpanels und des Landanschlusses oder die Leistung des Generators. Auch Maschinen-Kennwerte wie Drehzahl, Öldruck und Temperatur werden aufbereitet. Die Daten bleiben in einem Journal gespeichert. Alarm-Funktionen und Benachrichtigungen können individuell programmiert werden. Und nicht zuletzt bietet das iPad eine integrierte Bedienungsanleitung mit QR-Codes. Der Aufpreis für eine iPad Integration kostet EUR 1‘950. www.pro-nautik.ch

Wir hatten in unserem Magazin 2010 das erste Mal berichtet. Inzwischen steht die am 27.10.2010 in Monaco begonnene Weltumrundung der Planet Solar kurz vor ihrer Vollendung. Die PlanetSolar ist ein 31m langer Riesen-Katamaran, der ausschließlich mit Sonnenenergie angetrieben wird. Es ist das weltweit größte von Solarenergie angetriebene Wasserfahrzeug. 537 m² Sonnenkollektorfläche erzeugen eine durchschnittliche Motorenleistung von 20 kW, die 11,7 Tonnen Akkus können 1’130 kWh Energie speichern. Bis zum 8.4.2012 legte das Schiff in 559 Tagen 57‘801 km zurück. Halt machte das Schiff in Miami und der Weltklima-Konferenz in Cancun. In Brisbane wurde das weltweite Kinder- und Jugendprojekt «PlanetSolar Relay for Hope» aus der Taufe gehoben. Dabei können Kinder und Jugendliche weltweit ihren Wünschen und Ideen von einer solaren Zukunft Ausdruck verleihen. www.planetsolar.org ; www,wasmoechtestdu.com

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HELIO – Ehret die Sonne Seit 2000 ist die Solarfähre Helio lautlos, abgasfrei und die Ufervegetation schonend auf dem Bodensee unterwegs. Der 20 Meter lange Edelstahl-Katamaran wird von einem futuristisch anmutenden Solar-Dach überspannt. 4,2 Kilowatt Solarstrom treiben zwei Elektromotoren mit einer Geschwindigkeit von immerhin 12 km/h an. Ist das Wetter dauerhaft schlecht, können die Batterien über Nacht an der Steckdose aufgeladen werden. Über ein Jahr gerechnet erzeugt die Flotte fast 70% ihrer Energie selbst. Seit 2002 werden auf fünf Solarbooten pro Saison rund 21’000 Fahrgäste und fast 7000 Fahrräder befördert. Zusätzlich werden gut 300 Sonderfahrten durchgeführt. Aus einem Pionier wurde ein Vorbild. Inzwischen sind Schwesterschiffe in Hamburg, Hannover und Heidelberg unterwegs.

Seit 1969 werden in der Frauscher Werft Elektro-Boote hergestellt. 2008 wurde das erste serienmässige Hybrid Antriebssystem für Sportboote in Zusammenarbeit mit Steyr Motors, 2009 das erste wasserstoffbetriebende Elektroboot zusammen mit der Bitter GmbH und Fronius entwickelt. Für dieses innovative Projekt wurde der Frauscher Bootswerft im Januar 2012 der Innovationspreis des UIM (Union Internationale Motonautique) verliehen. Getankt werden kann wahlweise per Wasserstoff Tankstelle oder durch den kompletten Austausch einer Wasserstoff-Kartusche. Nach nur 5 Minuten ist das Boot wieder für vier Stunden Fahrzeit fahrbereit. Das System arbeitet völlig emissionsfrei - aus dem «Auspuff» tröpfelt reines Wasser. Die noch recht teure Infrastruktur sowie der hohe Verkaufspreis (Euro 148‘000) machen das Boot eher für Bootsvermieter oder Hotel-Resorts interessant.

www.solarfaehre.de

www.fronius.com

Wasserstoff zu Wasser

www.frauscherboats.com www.steyr-motors.com

Wasserstoff-Kartusche

Elektro-Powerboat Pro Nautik bringt als Generalimporteur die hochwertig gebauten Campion Motorboote aus dem kanadischen British Columbia in die Schweiz. Campion ist bekannt für beste Materialien und modernste Technologie und bereits zweimal mit dem «Green Business Award» ausgezeichnet worden. Campion Marine arbeitet als weltweit einziger Bootsbauer mit dem umweltfreundlichem Envirez®-Harz (EthanolBasis), Maxguard LE Gelcoat (Styrolreduktion) und ecomate® Schaumstoffen. Mit dem innovativen Apex Rumpfdesign erreicht der Campion schneller die Gleitfahrt und reduziert so den Kraftstoffverbrauch. Pro Nautik rüstet diese mit modernsten Katalysator-Aggregaten aus, welche die 4-Star- und die Bodensee III-Normen erfüllen. In Kürze können die ersten E-Campion-Modelle mit 200 PS Elektro-Außenbordmotor getestet werden. Das entspricht der doppelten Leistung, die für Verbrennungsmotoren auf dem Bodensee zugelassen ist und bringt ein enormes Drehmoment mit beträchtlichen Reichweiten. www.pro-nautik.ch www.campionboats.com

Greenstyle Von Daniel Chardon

«Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters»

Stil-Ikone Orlando Bloom fährt es, Lady Gaga räkelt sich drauf. Wenn sich die zurzeit berühmteste Popsängerin und Stilikone der Welt für den Dreh des neuen RTL II-Spots aufs Rad schwingt, dann muss das ein ganz spezielles Bike sein: Der «BlackTrail» der Regensburger Bike- und Lifestyle-Marke PG. Das PG-Bike erfüllt alle Voraussetzungen um zum angesagten Kultobjekt zu werden: Individualisierbare Design-Elemente werden mit hochwertigs24 | Clean and Green

ten Materialien, wie Kohlefasern, Titan und Leder, von Hand zu fahrenden Kunstwerken verarbeitet. Manuel Ostner, Geschäftsführer von PG: «Dass unser BlackTrail von Lady Gaga gefahren wird, macht uns sehr stolz. Aber nicht nur das: Lady Gaga ist bekannt für ihr soziales Engagement und ihr Bewusstsein für Themen wie ökologische Nachhaltigkeit und «GREEN Mobility». www.pg.de

E-Bike DESIGN PUR Noch vor wenigen Jahren wurden E-Bikes belächelt, auch von mir, ich gebe es zu. Als Ex-Triathlet kam so etwas natürlich nicht in Frage. Dann überzeugten E-Bikes durch Technik und Fahrspaß, eine breite Bewegung setzte ein, die Branche boomte, zweistellige Wachstumsraten waren und sind keine Seltenheit. Natürlich gab es auch Pannen wie dies bei zu schnellem Wachstum üblich ist. Gewisse E-Bikes hielten den zusätzlichen Belastungen nicht stand. Batterien wurden ungenügend getestet. Unfälle häuften sich, da Autofahrer nicht damit rechneten, dass Großmutter mit 35 km/h dahergedüst kommt! Aber immer noch fehlte das Quentchen Adrenalin, welches die Snowboard-Bewegung der 90er Jahre auszeichnete. Nun endlich scheint sich das zu ändern! Design findet nicht nur dank der Automobilindustrie Zugang zu den E-Bikes. Kreative Köpfe, von Architekten bis hin zu ÖkoPäpsten, entwerfen komplett neue Konzepte. Das Zweirad verliert endgültig den Nimbus von «interessant», nun wird der Rückspiegel zurechtgerückt und in Sekunden braust ein Teil von eMobilität vorbei, das nicht nur die Autos im Stau hinter sich lässt, sondern diese auch zu «rückständigen 4-Rad-Fanatikern» stempelt. Aber mit zwei Rädern ist es nicht getan, auch dreirädrige Konzepte sind wieder im Aufwind, wenn auch eher der Rubrik Kult zuzuordnen. Womit schon gesagt ist, dass unter unseren Beispielen nicht alle Konzepte serienreif sind und manche ein Stück des Weges vor sich haben. Aber der Trend scheint unaufhaltbar. Das Zweirad mausert sich zum Designstück, das neben iPhone , iPad oder B&O seinen festen Platz einnimmt. Diese Bewegung wird auch vor den Mittelklasse-E-Bikes nicht halt machen – wetten dass? Clean and Green | 25

Greenstyle Von Petra Chardon

E-Bike by Architekt Was passiert, wenn ein Star-Architekt wie Hadi Teherani ein E-Bike entwirft? Es entsteht ein zeitloses e-Bike, dem man das E-Bike nicht ansieht. Das Hadi Teherani E-Bike in limitierter Auflage von nur 200 Stück, als Damen- und als Herrenrad hergestellt, ist sportlich, leicht, filigran und doch markant. Den Leitlinien seines Designers folgend: klassisch, funktional, zeitlos, nachhaltig und dabei einzigartig. Ohne jeden Hinweis darauf, dass im E-Modus Nabenmotor und Akku zugeschaltet werden. Der 244-Wh-Akku verbirgt sich in der leicht abnehmbaren Lenkertasche und lässt sich im Büro oder zu Hause unkompliziert aufladen. Reichweite bis 40 km. Als Cockpit mit Navigation und Tacho ist ein iPhone integrierbar. Preis: EUR 2’950 www.haditeherani-bikes.de

Bike im Quadrat Das, was auf den ersten Blick aussieht wie ein überdimensionaler Koffer, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als E-Bike mit einzigartigem Design. Die amerikanische Boxx bietet Allradantrieb, Traktionskontrolle, Antiblockiersystem, LED-Anzeigen, Staufächer und als Option gar eine Sitzheizung. Der Elektromotor bringt es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 56km/h, das Batteriepack auf eine Reichweite von 130 Kilometern. Das Voll-Aluminium-Quadrat Bike misst 100 x 90 cm und kann einen bis zu 150 kg schweren Fahrer transportieren. Ganz billig ist dieses Designbike sicher nicht (ab 3‘995 US Dollar) aber dafür sind einem bewundernde Blicke sicher. www.boxxcorp.com 26 | Clean and Green

FLOW Konzept Das von der Schweizer Designagentur FLOW für Fairly Bikes Manufacturing Taiwan designte FLOW E-Bike Konzept ist einer der fünf Goldmedaillengewinner für Design und Innovation an der Taipei Cycle Show 2012. Spannend und neu ist die Platzierung der Akkus. Unauffällig und gut zentriert sind sie in der voluminösen Sattelstütze integriert. Zum Laden und für den Diebstahlschutz kann die Batterie samt Sattel mit einem Handgriff entfernt werden.

Unter dem Namen «e.t.» (Electronic Technology) ist das für die Schweiz modifizierte E-Bike ab 3‘890 Schweizer Franken erhältlich (ab Dezember 2012). Der Radnabenmotor im Hinterrad und die Steuerung stammen von der Ostschweizer Firma GoSwissdrive aus Gams. www.fairlybike.com www.flowdesign.ch www.go-swissdrive.com

Streetracer – für Radsportenthusiasten Der EHL Streetracer sieht nicht nur verdammt gut aus, er verfügt auch über innovative Trainings- und Unterstützungsmodi. Leistungsorientierte Fahrer haben so die Möglichkeit, auf ebener Strecke vier unterschiedliche Aufstiege zu simulieren, Unterstützungsmodi zu aktivieren oder den Motor ganz abschalten. Die Motorelektronik sorgt dafür, dass bei

Bergabfahrten oder Simulationsfahrten der als Generator dienende Motor die Akkus auflädt. Ausgerüstet ist das edle Gefährt mit einem 250 Watt BionX Leichtbaumotor, der eine Höchgeschwindigkeit von 45 km/h ermöglicht. Mit dem Akku sind Reichweiten von bis zu 100 Kilometer möglich. Ge-

pante Produktionszahl des Streetracer: 10 Stück! Der Schnellste möge gewinnen und wem die 6’990 Euro dann doch etwas zuviel sind: Die aus Österreich stammende Firma EH*line hat sich ganz dem Motto 100% Green Power verschrieben und hat weitere Pedelec Modelle, E-Golfcars, EScooters im Sortiment. www.ehline-reutte.at Clean and Green | 27

Greenstyle Von Petra Chardon

PiCycle

Retro Kult

Ein ästhetischer Leckerbissen aus dem sonnigen Kalifornien (ab Mai 2103 in Europa erhältlich). Im halbkreisförmigen Rahmen aus recyceltem FlugzeugAluminium, der dem Rad seinen Namen gab, ist die gesamte Elektronik untergebracht. Der im Vorderrad befindliche Nabenmotor beschleunigt das Picycle auf bis zu 65 km/h bei 48 Kilometer Reichweite, rein elektrisch. Das Pi-Fi-System, eine Wi-Fi basierte Technologie, welche mittels Smartphone App die für den Fahrer wichtigen Informationen wie Geschwindigkeit, Reichweite, Ladezustand u.a. erfasst, dient gleichzeitig als Fernüberwachung des PiCycle Akkus, des Motors, elektonischer Teile und erleichtert bei Verlust das Wiederauffinden. Das Limited (1300 Watt, 48km/h, 8-Gang Nabenschaltung) startet ab $5‘995, die Kenny Roberts Signature Edition (1700 Watt, 65km/h, 14-Gang-Rohloff-Nabe) ab $8‘995.

Das weltweit über acht Millionen mal verkaufte VeloSolex ist zurück! Aber diesmal nicht mit 2-Takt-Motor, sondern elektrisch und designt von der Ferrari-Schmiede Pininfarina. Während viele Fahrzeuge mit verlockenden technischen Daten aufwarten und Ihre Zielgruppe suchen, geht Solex den im eMobility Business oft vernachlässigten Weg der Emotionen. Die neue Palette reicht vom Faltpedelec über das CityRad bis hin zum gasgriffbetätigten eSolex - vereint durch das durchgängige Stilelement des ehemaligen Reibrollenmotors. Statt Benzin, ist in der Box nun Platz für umweltfreundliche Picknick Brote. Preis: EUR 1’995

www.picycle.com 28 | Clean and Green

www.solexworld.fr www.e-bikestore.de

Grünes Gewissen trifft auf Luxus Pur! Das in fünf verschiedenen Varianten erhältliche Luxus-Bike ist mit neuester Technologie und hochwertigen Materialen ausgestattet wie sie unter anderem auch beim Formel 1 Rennwagenbau Verwendung finden. Die vorwiegend von Hand gefertigten M55 sind mit 250 - 1500 Watt Elektromotoren ausgestattet, wobei der 1,3 Kilowatt starke Elektromotor eine Spitzengeschwindigkeit von rund 77 km/h erreicht und dies bei einer Reichweite von bis zu 140 Kilometern. Ist der Akku einmal leer dauert es gemäß Hersteller rund 20 Minuten um ihn bis 80 % aufzuladen! Die Preise starten bei 25’000 Euro aufwärts...

Turbo Pedelec Der Newcomer von Specialized ist dazu angetan, das Image der E-Bikes zu ändern. Das E-Bike richtet sich an ein junges urbanes Publikum, welches schnell, gut aussehend mit High-Tech unterwegs sein will. Drei Jahre tüftelten die Ingenieure am schnellen EBike Turbo. Wie auch bei GRACE, Koga und Stromer sitzt der Akku (342 Wh Kapazität) in einem vergrößerten Unterrohr. Specialized indes ist es noch besser gelungen, den Akku schick zu verbergen. Mit nur 20 kg ist das E-Bike leichter als die meisten Räder in der gleichen Leistungskategorie. Im Heck schlummert der 250 Watt-Motor, der den EBike-Fahrer bis 45 km/h beim Pedalieren unterstützt, in der gedrosselten Version aber auch als normales Pedelec (25 km/hMotorunterstützung) gefahren werden kann. Preis: EUR 5’500 www.turbo.specialized.com

www.m55-bike.com Clean and Green | 29

Opels «RAD e» Als komplementäre Erweiterung der Elektromobilstrategie präsentierte der Autohersteller am Genfer Automobilsalon 2012 seine neue E-Bike Konzeptstudie mit Pedelec-Antrieb. Wie beim «Rak e» wurde auch beim «RAD e» mit der Design-Agentur KISKA zusammengearbeitet. Resultat ist ein Stück Designkunst. Leicht und trotzdem robust, erinnern die geschwungenen Formen des fast frei tragenden Pressstahl-Rahmens stark an den Ampera. Angetrieben wird das RAD e von einem 250-Watt-Elektromotor. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h kann je nach Terrain eine elektrisch unterstützte Reichweite von 60 bis 140 Kilometern erreicht werden. Das E-Bike kann auch auf Opels einzigartigem FlexFix-Fahrradträger mit dem Auto befördert und während des Transports aufgeladen werden. www.kiska.com www.opel.de

Ausserirdisch Dieses E-Bike ist nicht mehr ganz von dieser Welt. Die Konzeptstudie INgSOC von den Designern Edward Kim und Benny Cemoli kombiniert aerodynamische Formen aus dem Triathlon Design, flexible Fahrradhandhabung und fortschrittliche Hybrid-Antriebstechnologie zu einer suppereffizienten Fortbewegungsmaschine. Der Rahmen aus Kohlefaser-Kunststoff (CFK) gewährt hohe Festigkeit und geringes Gewicht. Die Batterie treibt den Motor an, integrierte Front-und Heckleuchten sowie eine Ladestation für Kommunikationsgeräte. Unterhaltung, Navigation werden direkt von der Fahrenergie gespeist, um die Effizienz zu maximieren. www.gizmag.com/ingsoc-hybrid-electric-bike-concept/19301/

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e-Roller aus Bambus

Ästhetik trifft auf modernste Technologie Das von dem Art-Tic-Team für den spanischen Motorradhersteller OSSA entworfene E-Monocasco-Konzept-Bike ist eine gelungene Hommage an die urspüngliche 250er OSSA Monocasco und Santiago Herrero, der dieses Bike in den 70er Jahren fuhr und auf tragische Weise während des GP Isle of Man mit dieser Maschine verunglückte.

Die E-OSSA Monocasco gehört sicher nicht zu den komfortabelsten Motorrädern. Aber was bedeutet schon Komfort im Vergleich zu dieser Ästhetik des «around-town cafe-racers».

Der französische Designer Antoine Fritsch hat einen Elektroroller entwickelt, dessen Rahmen völlig aus umweltfreundlichem Bambus hergestellt ist. Bei dem sogenannten T2o-Scooter kommen neben dem Hauptmaterial Bambus auch Kork für den Sitz und die Griffe sowie Stahl und Aluminium für Lenker und Speichen zum Einsatz. Der Elektromotor ist mit dem Hinterrad des Tretrollers verbunden und die Batterie ist direkt in der Standfläche untergebracht. T2o erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 35 km/h. Dabei funktioniert das Beschleunigungsprinzip wie bei einem Tretroller ohne Batterie und bedarf somit fleißiger Beinarbeit. Um die erreichte Geschwindigkeit auch zu halten, greift dann der eingebaute Elektromotor mit ein. www.fritsch-durisotti.com

www.art-tic.com/monocasco.html www.ossamotor.es/EN/index.php

YikeBike Bereits seit 2009 macht YikeBike vor allem in Neuseeland die Straßen unsicher. Das Design des Bikes erinnert eher an die Räder aus den Anfängen des 19. Jh: große Vorder- und kleine Hinterräder. Doch im Unterschied zu seinen Vorfahren ist das YikeBike im Guiness-Buch der Weltrekorde erwähnt als kleinstes faltbares und mit rund 10 Kilogramm auch leichtestes E-Bike der Welt. Der Elektromotor erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 23 km/h. Der Akku des pedallosen Bikes reicht für knapp 10 Kilometer, kann jedoch mit dem entsprechenden Akku-Rucksack bis auf 30 Kilometer erweitert werden. Zur Auswahl stehen 2 Modelle: Das Leichtgewicht «Carbon» und das um 3 Kilogramm schwerere «Fusion». Mit 1‘600 Euro ist das Fusion zwar immer noch kein Schnäppchen, aber sicher eine coole Alternative zum urbanen Chaos, Staus und überfüllten S-Bahnen. Probefahren oder kaufen kann man es in der RWE Lounge im NH-Hotel von Till Esser in Berlin. www.yikebike.com | www.yoove.com | www.nh-hotels.de/friedrichstrasse Clean and Green | 31

Greenstyle

Frecher Flitzer

Von Petra Chardon

Ein irres Feeling: leichte Gewichtsverlagerungen genügen, um das Lyric (ehemals E-Bikeboard) frech durch engste Kurven zu bewegen. Erhöht man die Vorspannung der Heckfederung, wird das Radbrett spurstabiler, was ältere Nutzer schätzen. Mit dem 1000-Watt-Motor kann man rasant durchstarten, erreicht je nach Modell 2545 km/h bei 25 bis 50 km Reichweite – und dies mit europaweiter Straßenzulassung. Auf Wunsch hält der Tempomat die Geschwindigkeit konstant, kräftige Scheibenbremsen stoppen das Gefährt schnell und sicher. Und zusammenklappbar ist das Lyric auch noch, also ideal für Camper und Bootsbesitzer. Die Lyrics sind nicht billig, bieten aber eine im Alltag erprobte hervorragende Qualität. Preis: EUR 2’799 www.e-bikestore.de

Echte Konkurrenz für Benziner Die Zero S ZF9 ist wohl das weltweit erste Serien-Elektromotorrad, dessen Reichweite bis zu 183 km umfasst. Die komplett überarbeitete Zero S verfügt über einen neuen Antrieb mit einem bürstenlosen Motor, der Geschwindigkeiten von rund 142 km/h erlaubt, modernste Batteriezellentechnologie, regenerative Bremsen und 32 | Clean and Green

einen Akku, der bis zu 495‘000 km Lebensdauer bietet. Die neuen 2012 Modelle sind zudem im Design echt gut gelungen! Preise: EUR 11‘495 - 13’995 www.e-bikestore.de

Rock the city! Wer Aufmerksamkeit auf sich ziehen will der muss nicht lange suchen, das E-Bike eROCKIT ist ein Hingucker. E-Bike? Technisch ja, aber mit einer Höchstgeschwindigkeit von 81 km/h ein gefühltes eMotorrad, gesetzlich ein Leichtkraftrad mit Helmpflicht, das der Fahrerlaubnis A/A1 bedarf. Aber da ist ja noch die Tretunterstützung und deshalb ist es ein Pedelec. Man tritt in die Pedale und das Ding fegt richtig los, mit 50Nm Drehmoment, da lässt man die meisten Autos an der Ampel stehen. Das eROCKIT ist pure Unvernunft – im positiven Sinne. Der eROCKIT Preis liegt bei 12‘460 Euro, wer eines sein eigen nennen will, muss sich bis zu vier Monate nach Bestellung gedulden. Die Nachfrage für das eROCKIT ist derzeit hoch im Kurs. PS. GreenMobility-Enthusiasten können selbst Teil der eROCKIT-Erfolgsgeschichte werden. Das Unternehmen bietet eine

Beteiligung an und gibt in Kürze Genussrechte ab einem Beteiligungswert von 100,00 Euro heraus. www.erockit.de www.youtu.be/tzsHFka92X8 www.e-bikestore.de

Globaler e-Bike Markt Gemäss der amerikanischen Pike Research wird der weltweite Markt für eBikes zwischen 2012 und 2018 um jährlich 7,5% wachsen. 2018 werden also 47 Millionen e-Bikes verkauft. 89% des Weltmarktes entfallen dabei auf China. 2012 wird ein Umsatz von 6,9 Mrd. Dollar erwartet, bis 2018 wird sich dieser auf fast 12 Mrd. Dollar steigern. www.pikeresearch.com/research/electric-bicycles

Archiv Weitere Berichte und Artikel zur grünen Mobilität finden Sie in unserem OnlineArchiv auf: www.greenmobility.cc/emagazin/

Emotionen auf zwei Rädern Johanna Tiffe, Frontfrau des Berliner Design-Studios form:f

Funktion und Form optimal zu verschmelzen hat sich das Design-Studio form:f auf die Fahne geschrieben. Frontfrau Johanna Tiffe legt dabei den Schwerpunkt auf die Gestaltung und Entwicklung von Elektrozweirädern. Im Interview mit Susanne Brüsch verrät sie ihre Vision von FahrradDesign und welche Herausforderungen ein Elektroantrieb mit sich bringt.

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Frau Tiffe, Sie beschäftigen sich seit Ihrem Studium mit Elektrozweirädern. Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen? Johanna Tiffe: Alle Wege führen zu E-Bikes (lacht)! Ich bin aus zwei Richtungen dazu gekommen. Während meines IndustriedesignStudiums an der Kunsthochschule Berlin Weißensee habe ich mich intensiv mit dem Thema Verkehr beschäftigt. Da war mir klar, dass Zweiräder ein ganz entscheidender Be-

© Susanne Brüsch

wir das Zentrum des Berliner Bezirks Weißensee neu. Dieses liegt direkt an der 4-spurigen Berliner Straße, wo außerdem noch eine Straßenbahn fährt. Um dort innerstädtischen Flair hineinzubringen, Menschen in Cafés zu locken und zum Flanieren zu animieren, schlugen wir vor, den Autoverkehr umzuleiten. Das fand allerdings keine Zustimmung der Kommune. Dass Autos mehr Berechtigung haben als urbaner Lebensraum, zeigt, dass für zukunftstaugliche Verkehrskonzepte der Individualverkehr unbedingt erhalten bleiben muss, aber in einer anderen Form. Es sollte ein Mobilitätsmix sein, da Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Gewohnheiten haben. Und da der Mensch bekanntlich ein Faultier ist (lacht) sollte man ihn da abholen, wo er steht und neue Mobilitätsformen leicht zugänglich machen. Zum Beispiel an Schnittstellen wie Bahnhöfen und zentralen Plätzen. Das Auto wird dabei nicht verschwinden, sondern in Carsharing weiterhin für eine breite Masse zugänglich sein. Motorroller dienen für längere urbane Strecken. Pedelecs (Pedal Electric Cycles, also Elektrofahrräder die beim Treten unterstützen) decken kurze Strecken ab und sind ideale Flottenfahrzeuge für Mietsysteme, große Firmen und für Lieferdienste. Öffentliche Mietsysteme für Pedelecs und normale Fahrräder sehe ich für Touristen gleichermaßen wie für Einheimische. Ich denke es wird kein kompletter Sinneswandel von heute auf morgen stattfinden, sondern eine Verkehrsrevolution in kleinen Schritten.

standteil eines sinnvollen urbanen Verkehrskonzepts sind. Ich selbst liebe es, Fahrrad zu fahren und begeistere mich für Motorräder. Das hat sich während meines Auslandsjahrs in der Designabteilung des italienischen Motorradherstellers Cagiva noch verstärkt. Was ist Ihrer Meinung nach ein ideales Verkehrskonzept? Im Rahmen eines Uniprojekts konzipierten

Sie haben mehrere Konzepte für öffentliche Ladeinfrastruktur entwickelt. Wie wichtig sind Batterielade- bzw. Wechselstationen für den weiteren Erfolg von Pedelecs? Für den Individual-Fahrer, der ein eigenes Pedelec besitzt, sind öffentliche Stationen zum Laden oder Wechseln der Batterie nicht so entscheidend. Ich denke solche Konzepte werden sich zunächst bei Mietflotten oder im internen Betrieb von Firmen, Behörden, Flughäfen usw. etablieren. Ein guter Schritt in diese Richtung ist sicherlich die Einführung des EnergyBus Standards, der unterschiedliche Batterien mit unterschiedlichen Ladesystemen kompatibel macht.

Welche Rolle spielen Elektroautos? Zur Zeit sehe ich noch zu viele Probleme ungelöst. E-Autos verbrauchen genau so viel Platz wie ihre Benzinbrüder und ihre Ökobilanz ist auch nicht besser. Nach wir vor wird meistens nur eine Person mit einem eigentlich überdimensionierten Fahrzeug durch die Gegend fahren. Es ist toll, dass der Tesla, eine Rakete, die aussieht wie ein Ferrari, 400 Kilometer Reichweite schafft, das aber leider nur mit 90 km/h im Windschatten eines LKWs. Das passt eigentlich nicht zum Image, das der schnelle Flitzer vermitteln will… Die Geschwindigkeit und Reichweite bei Elektroautos ist für die meisten Strecken sicher völlig ausreichend, aber wenn schon ein Auto, dann soll es auch für den Fall der Fälle ausgelegt sein. Die Leute sind es gewöhnt, dass sie sich beim Autofahren keine Gedanken über die nächste Tankstelle machen müssen. Dann braucht man schon ein ausreichend dichtes Netz an Ladesäulen mit schneller Ladefunktion. Und das, wo man endlich die Parkuhren abgeschafft hat für ein ansehnlicheres Stadtbild … Ich denke, für den privaten Automobilverkehr müssen ganz neue Fahrzeugkonzepte her, die kleiner und leichter sind. Wie wird sich das Pedelec weiterentwickeln? Um genau diese Frage zu beantworten arbeite ich gerade an einer Studie die sich dem Pedelec in zehn Jahren widmet. Fest steht: Das EINE Pedelec der Zukunft gibt es nicht. Gestaltung und Funktion hängen immer von der Anwendung und vom Anspruch des Kunden ab. Batterie-Experten gehen davon aus, dass Akkus leistungsfähiger und billiger werden. Kleinere Akkupacks bei gleicher Leistung geben mehr Gestaltungsfreiheit, so dass neue Designs umsetzbar werden. Ich denke die Entwicklung wird in zwei Richtungen gehen: In naher Zukunft werden 50 Prozent des Fahrradmarktes – das wären rund 2 Millionen Pedelecs und E-Bikes im Jahr – 800 bis 1‘000 Euro kosten. Vorausgesetzt die Akku-Prognose tritt ein, sind Preise um die 2‘000 Euro für den Massenmarkt nicht mehr zu rechtfertigen. Gleichzeitig wird es mehr High-end Produkte geben, die weit über 2‘000 Euro liegen. Clean and Green | 35

Interview Von Susanne Brüsch

Hier wird Geld für Design ausgegeben. Generell geht es darum, ein Konzept von Grund auf zu entwickeln und nicht einen Antrieb an ein bestehendes Fahrzeug zu montieren. Die Rahmenkonstruktionen müssen auf wesentlich höhere Belastungen ausgelegt werden. Da sind neue Rahmendesigns gefragt. Außerdem: Wir sind die Großeltern von morgen - würden wir uns mit einem klassischen Tiefeinsteiger abspeisen lassen? Nein! Was reizt Sie als Designerin an Zweirädern? Die Emotionalität, die Dynamik. Man drückt ein Lebensgefühl aus. Bei Fahrrädern reizt mich besonders die scheinbare Simplizität, die aber für das Design eine große Herausforderung darstellt. Man befasst sich zwangsläufig mit der Technik und ist beim Gestalten ganz schnell mit der Konstruktion befasst. Vor allem in Kombination mit einem Elektroantrieb.

Pedelec Entwurf 36 | Clean and Green

Was ist die größte Herausforderung bei der Gestaltung eines E-Bikes oder Pedelecs? Den richtigen Kompromiss zu finden zwischen Kostenvorgaben, attraktivem Design und optimal abgestimmter Technik. Kaufentscheidungen werden sehr emotional getroffen. Im ersten Moment zählt die Begeisterung. Dann die Funktionen. Dann wird nach dem Preis gefragt. Wenn alles ein stimmiges Bild ergibt, hat das Produkt Erfolg. Was macht gutes Pedelec Design aus? Dass der Kunde auf den ersten Blick begeistert ist, ihn nichts am Rad stört. Ich stehe auf klare Linien und wenig Schnickschnack. Deshalb sollten die Komponenten auf das Nötigste reduziert sein. D.h. eine simple Bedienoberfläche, versteckte Kabel und in den Rahmen bzw. die Sattelstütze integrierte Lichter. Den Elektroantrieb an einem Fahrrad konsequent zu verstecken ist sehr schwierig.

Ich finde man sollte zur Technik stehen und sie auf eine harmonische Art und Weise integrieren so dass sie weder komplett versteckt ist noch zu dominant wirkt. Wegen der besseren Gewichtsvertei-

lung gehört der Antrieb ins Tretlager, die Batterie am besten mit dazu. Entweder um den Antrieb herum oder direkt darüber. Wie muss ein Pedelec für Frauen aussehen? Jedenfalls nicht pink! Es muss ein in sich stimmiges Konzept sein, eine Harmonie in Rahmendesign, Komponentenauswahl, und Farbgebung. Und vor allem muss es einwandfrei funktionieren, intuitiv zu bedienen sein und am besten wartungsfrei. Da die Menschen unterschiedlich sind, ist es wichtig, dass Nutzerinnen zu Wort kommen, bevor man mit dem Entwurf los legt. Ich habe Frauen im Alter zwischen 38 und 49 Jahren aus Berlin und Hamburg befragt. Sie alle nutzen

das Fahrrad als Alltags-Verkehrsmittel. Sie wollen es bequem, wartungsarm und unauffällig. Mattschwarz und bitte keine Teile, die kaputtgehen können, also keine Kettenschaltung, keine Federung oder Display mit vielen Funktionen. Ach so, eine

klassische Fahrradkette ist o.k., aber mit Kettenkasten im alten Stil. Keine neumodischen Dinger. Ein schlichtes Design mit StandardRahmenform, damit es den Fahrraddieben nicht ins Auge fällt. Einen bequemen Sattel sollte ihr Rad haben und auf keinen Fall eine Batterie auf dem Gepäckträger, denn der wird viel zu schwer, wenn noch ein voller Korb dazukommt.

Pedelec-Entwurf mit Tretlagerantrieb

Und wenn Sie ein Pedelec für sich entwerfen? Dann ist es ein praktisches, wartungsarmes Stadtrad, 45 km/h schnell, eine Mischung aus elegant und sportlich, das um die 15 Kilo wiegt. Damit Sie dann ein dickes, schweres Schloss mitnehmen können? (lacht) Nein, damit ich das Rad in meine Wohnung in den 3. Stock hochtragen kann. Denn es wird auf jeden Fall ein sehr hochwertiges Pedelec sein, das ich über Nacht nicht auf der Straße stehen lassen will. Qualitätskomponenten sind das A&O. Eine integrierte 3-5 Gang Schaltung in Kombination mit einem perfekt abgestimmten Elektroantrieb reicht

für eine Stadt wie Berlin völlig aus. Schutzbleche, Zahnriemen statt Kette, gerader Lenker, Sitzhaltung 70-80 Grad. Mein Pedelec wäre matt und hochglanz weiß mit ganz schlichter Grafik, die evtl. Komponenten wie die Batterie dezent hervorhebt. Die Herausforderung ist das geringe Zielgewicht mit schlankem, individuellem Rahmendesign zu vereinbaren. Ich bin ein Fan von Kreuzrahmen, weil ich die klare Formsprache liebe. Wenn der Rahmen jedoch sehr filigran sein soll, wird es mit der Stabilität schwierig. Als Diplomarbeit habe ich ein Pedelec mit Kreuzrahmen konstruiert, das den Fahrradstil sehr stark beibehält und dabei doch futuristisch wirkt. Was machen Männer falsch wenn sie Pedelecs für Frauen entwerfen? Nicht alle Frauen stehen auf Poser-Bikes, mit eckig-aggressiven Details, übertrieben viel Technik und Verschleißteilen. Sie stehen aber auch nicht auf extra blumige Grafik, die ganz explizit für Frauen entworfen wurde. Meinem Stil entspricht eher eine dezente, harmonische Grafik. Und auch nicht jede Frau hat genug Selbstironie um Tiger und Kunstfingernägel zu tragen und passende Accessoires an ihrem Fahrrad zu mögen. Was sind Ihre Pedelec-Vorbilder? Elektrolyte hat wunderschön filigrane, leichte Rahmen mit einem unscheinbaren Antriebssystem was für meine Begriffe den Anspruch an ein Stadt-Pedelec sehr gut trifft. Das Rahmendesign des A2B Metro von Hero Eco (früher Ultramotor) finde ich für einen Roller ausgesprochen gelungen. Von der BatterieIntegration hat mir der ganz alte Flyer F8 der Schweizer Firma Biketech sehr gut gefallen. Welche Ansprüche stellen Sie mit form:f an sich selbst? Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen dem

Nutzer und der produzierenden Industrie. Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit der Handhabung eines Produkts, z.B. einer Batteriebox, bevor wir mit dem eigentlichen Design beginnen, das Produkt konstruieren und dann ein Modell bauen. Dank unseres Netzwerkes können wir ein Produkt von der Idee bis zur Vorserie begleiten. Die ideale Verschmelzung von Form und Funktion ist unser Anspruch. Daher der Name form:f.

«e-bikeP23» Wie sehen E-Bikes 2022 aus? Mit diesem spannenden Thema befasst sich Johanna Tiffe und ihr Studio form:f in den kommenden Monaten. Grundlage des Projekts ist eine intensive Recherche, die sich sowohl mit den technischen als auch mit den gesellschaftlichen Entwicklungen befasst. Die Designerin geht ab 7. Mai 2012 mit einem Blog zu diesem Thema online. Das Ergebnis des Projekts wird ein E-Bike Modell sein, das ab dem 20. März 2013 auf der Taipei Cycle Show zu sehen sein wird. www.blog.formf.de

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Greencars

Quelle: www.rinspeed.com

Von Petra & Daniel Chardon

Elektromobilität polarisiert. Das beginnt in unserer Redaktion. «Da reden alle von Energiesparen und nun soll ich ein Elektroauto fahren?» so unsere Grafikerin. Was viele nicht wissen, erklärt Peter Arnet auf Seite 46: Auch bei einer Million eAutos stiege der Stromverbrauch nur um wenige Prozent. Autobatterien werden zukünftig sogar wichtige Strompuffer, da sind sich alle Experten einig. Fehlt denn ein Steve Jobs in der Automobilindustrie? Bleiben die Visionen von Frank Rinderknecht Visionen? Tatsache ist, dass die Elektroautos noch nicht gekauft werden. Ja man kann sie sogar nur schwerlich testen, diese Erfahrung machen Leute, die sich anschicken, ein eAuto zu testen. Sodann überhaupt vorhanden, stehen sie oft in Hinterhöfen. Also haben die Chefs ihre Hausaufgaben nicht gemacht? Ihre Händler nicht 38 | Clean and Green

gebrieft? TV-Werbung absurd? Oder steckt mehr dahinter? Sogar in China ist die Elektro-Euphorie gebremst. Tatsache ist, es braucht Zeit, Umdenken braucht Zeit. Industrie und Forschung haben zu lange geschlafen, unser Leben war schlicht zu bequem. Wir stehen vor einer weltweiten Herausforderung, einer «Crown Challenge», wie es Chuck Adams von IEEE formuliert. Nicht mal ein Weltkonzern schafft den Turnaround im Alleingang. Das Drehmoment ist noch nicht da. Positiv stimmt, dass sogar ein anfänglicher Skeptiker wie VW-Konzernchef Winterkorn plötzlich ankündet, 2013 werde «das Jahr der Elektromobilität».

Tatsache ist, dass Elektromobilität nur in Kombination mit erneuerbaren Energien Sinn macht. Wir stehen also vor einer mehrfachen Herausforderung. Atomkraft weg, kriselnde PV-Industrie, neue Starkstromleitungen für die Windenergie wollen die Menschen auch keine. Da haben wir wohl noch ein Stück des Weges vor uns.

Tatsache ist, dass die Autohersteller nach einer EU-Verordnung bis 2015 den durchschnittlichen CO2-Verbrauch ihrer neuen Pkw auf 130 Gramm pro Kilometer reduzieren müssen, ansonsten drohen gerade den Premiumherstellern milliardenschwere Strafgelder! Tatsache ist, dass das Ölzeitalter ein kurzes 200-jähriges Aufflackern in der Erdgeschichte «war». Das sollte uns antreiben, Visionen weiterzuentwickeln, nicht nachzugeben, wieder aufzustehen und alles zu tun, um die Welt schneller nachhaltiger zu gestalten. Die Mobilität ist darin ein kleiner Teil.

Quelle: www.rinspeed.com

Tatsache ist, wenn wir heute nicht Gas geben – in der Forschung – werden wir in wenigen Jahrzehnten ziemlich dumm dastehen. Schon heute denken viele junge Leute für sich, dass «wir» (Alten, alle über 40) die Welt mit unserem MehrMehr-Mehr konsequent zugrundegerichtet hätten. Und China, Indien und Brasilien beginnen ja erst mit der Aufholjagd. Bekommen sie am Ende recht?

BamBoo – die Guten werden siegen Das Fahrzeug, das in Buggy-Manier nur über eine Frontscheibe und eine Plastikplane als Dach verfügt und im Innenraum weitgehend aus Bambus gefertigt ist, wurde 2011 am Genfer Auto-Salon präsentiert. Es weckt den Wunsch nach Sommer, nach Sonne und Strand, nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Es ist eine Reminiszenz an die 70er Jahre, aber nicht nur das: Der BamBoo fokussiert die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, gepaart mit dem Wunsch, mit der Schöpfung im Einklang zu sein. Da ist der reine E-Antrieb gesetzt. Dies gilt natürlich auch für das an Bord mitgeführte faltbare Zweirad. Er überzeugt durch einfache, saubere Linien. Kein Schnick-Schnack. Nichts ist überflüssig. Es soll aber kein Einzelstück bleiben. A.T. Kearney hat gemeinsam mit Frank M. Rinderknecht die Leitlinien für ein modulares Geschäftsmodell für den Markteinstieg des BamBoo entwickelt, die «Automotive Lifestyle Company». Denn hinter dem BamBoo steckt ein ausgeklügeltes Modell von erfahrenen Automobilbauern. Ziel ist es, das Konzept «Regions build for regions» in «Low cost countries» zu verankern. Mit Polen, Brasilien und Indien sollen die Wachstumsregionen optimal abgedeckt werden. Das Netzwerk ist offen für Kooperationsund Lizensierungsmodelle. www.rinspeed.com Clean and Green | 39

Greencars Von Joachim Kern

Quo vadis, Elektroauto? Tesla Model S

Selten zuvor waren sich Umweltexperten, Techniker und die Autokonstrukteure so uneinig, in welche Richtung sich das Automobil in Zukunft entwickeln wird. Selbst Opinionleader ringen oftmals nach konkreten Antworten, wenn es um eine möglichst klare Antwort auf die Fragestellung geht: In welche Richtung entwickelt sich unsere Mobilität in den kommenden zehn oder gar zwanzig Jahren? Welche Perspektiven haben Fahrzeuge mit Elektroantrieb? Clean & Green liefert eine Zusammenschau der aktuellen Entwicklungen auf dem Automobilsektor. Dieser Überblick beinhaltet Erkenntnisse der E-Mobility-Conference 2012, wirft einen Blick auf den 82. Autosalon in Genf und beleuchtet das Selbstverständnis der Automobilimporteure. Die E-Mobility-Conference 2012. Eigentlich waren es primär zukunftsentscheidende Fragen, die bei der dritten Konferenz zum Thema Elektromobilität in der österreichischen Stadt Graz auf der Tagesordnung standen. Im Rahmen 40 | Clean and Green

der mehrtägigen Zusammenkunft trafen sich daher unter anderem Techniker, Umweltexperten, Politiker und Vertreter der Automobilbranche, um gemeinsam die Perspektiven für alternative Antriebe bis ins Jahr 2030 auszuloten.

die ursprünglichen Erwartungen, die in die Elektromobilität gesetzt wurden, größtenteils überzogen waren. Dieser übertriebene Optimismus wurde durch die tatsächliche Marktentwicklung zum Teil heftig eingebremst.

Dabei stand die Wichtigkeit der Thematik generell außer Zweifel. Dennoch war zu bemerken, dass die intensiv geführten Gespräche oftmals zurück zu den grundsätzlichen Fragestellungen schwenkten. Insbesondere am Rande der Veranstaltung setzten sich die Tagungsteilnehmer eingehend mit der Rolle der Opinionleader, den politischen Rahmenbedingungen sowie dem wirtschaftlichen Potenzial der Elektromobilität in den kommenden zwei Jahrzehnten auseinander.

- - - Die Vorbereitungen für eine breite Markteinführung des Elektroautos laufen international auf Hochtouren. - - -

Auch wenn die Meinungen der Vertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilweise im krassen Gegensatz zueinander standen, so waren sich die Anwesenden dahin gehend einig, dass

Derzeit jedoch lenken die Verantwortlichen ihre Erwartungen in eine realistische und umsetzbare Richtung. International betrachtet läuft die Weiterentwicklung der Elektrofahrzeuge auf Hochtouren. Auch wenn es nach außen hin nicht erkennbar ist, so laufen hinter den Kulissen gezielte Vorbereitungen, um eine breite Markteinführung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb zu ermöglichen. Als unumstößliches Hauptargument, das für eine breite Markteinführung der Elektrofahrzeuge spricht, gilt weiterhin die Reduktion von Emissionen und Lärm. Dies wird sich auch in den kommenden

Jahren nicht ändern. Dennoch muss festgehalten werden, dass konkrete Rahmenbedingungen erforderlich sind, um ebendiese Umweltvorteile gänzlich ausschöpfen und realisieren zu können. Zu diesen Rahmenbedingungen zählt in erster Linie die gemeinsame Bereitschaft der Länder, die Erzeugung von Strom mithilfe erneuerbarer Energiequellen im großen Stil auszubauen. Gerade dieser Punkt scheint jedoch eine außerordentliche Herausforderung darzustellen, ist doch die Investitionsbereitschaft für Kraftwerke, welche auf fossile Brennstoffe zurückgreifen, nach wie vor sehr hoch. Der 82. Internationale Autosalon in Genf. Die alljährlich im März stattfindende Automobilfachmesse zählt zu den weltweit wichtigsten Veranstaltungen ihrer Art. Dutzende Automobilhersteller präsentieren ihre neuesten Modelle und lassen so konkrete Rückschlüsse darauf zu, in welche Richtung sich der Markt in naher Zukunft entwickeln wird. Seitens der Konstrukteure herrscht Konsens darüber, dass das Elektroauto momentan unsere Mobilität bestenfalls ergänzt. Folglich widmen sich die Autobauer verstärkt der Optimierung konventioneller Motoren, reduzieren die Größe des Hubraums und setzen auf die Zylinderabschaltung. Dabei werden, bei moderater Fahrweise, vorübergehend zwei der vier Zylinder abgeschaltet. Diese Technologie zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs wurde zwar bereits vor rund 35 Jahren entwickelt, stößt jedoch erst jetzt auf breite Gegenliebe seitens der Hersteller. - - - Das Elektroauto eignet sich als Sportauto für Puristen oder als umweltfreundlicher Zweitwagen. - - Bei den Elektroautos hingegen zeichnet sich der nicht ganz nachvollziehbare

Der Opel Ampera ist schon da. Ein umgangfreiches sechsseitiges Porträt lieferte unser Magazin Okt/2011: http://www.greenmobility-magazin.de/#/28

Trend zum schnellen Sportauto ab. Ansonsten wird das Fahrzeug mit Elektroantrieb thematisch eher im Abseits geparkt. Die anfängliche Begeisterung für alternative Antriebssysteme ist merklich abgekühlt. Wirklich alltagstaugliche Angebote sind selten, wobei die leistbaren Serienautos im Regelfall als Zweitwagen konzipiert sind. Einige von ihnen werden noch heuer ausgeliefert oder sollen demnächst als Kleinserien starten. Diese Lösungen stellen jedoch durchwegs ein ernst zu nehmendes Angebot für all jene dar, welche die Anschaffung eines umweltfreundlichen Zweitautos ins Auge fassen. Das Selbstverständnis der Automo­ bilimporteure. Ähnlich fällt die Meinung der Automobilimporteure aus. Für sie führt in näherer Zukunft kein Weg am klassischen Verbrennungsmotor vorbei. Alternative Antriebe werden in den Publikationen der Automobilimporteure zwar der Vollständigkeit halber erwähnt,

große Aufmerksamkeit wird dieser Thematik jedoch nicht gewidmet. Um die Meinung der Öffentlichkeit in die gewünschte Richtung zu steuern, startete der Arbeitskreis der Automobilimporteure kürzlich eine eigene Internetkampagne. Dabei liegt der Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Aspekten sowie Umweltthemen. Wie nicht anders zu erwarten, ist ebendort nachzulesen, dass es keinen besseren Zeitpunkt als den jetzigen gibt, um sich ruhigen Gewissens einen Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotor zu kaufen. Demzufolge ist es auch ein überholtes Klischee, das Auto als Umweltsünder zu betrachten. - - - Die Klimadebatte sensibilisiert die Menschen zwar für das Elektroauto, die Kaufentscheidung fällt jedoch zugunsten des klassischen Automobils aus. - - Unabhängig davon sind sich die Importeure dahin gehend einig, dass LuxusClean and Green | 41

Greencars Von Joachim Kern

denken, kombiniert mit Bequemlichkeit und wirtschaftlichen Überlegungen, die Basis für jede Kaufentscheidung bildet. Die erhöhte Umweltsensibilität der Käufer ist zwar spürbar, hindert diese jedoch nicht am Kauf eines Automobils mit konventionellem Antrieb. Fazit und Perspektiven. Anhand der oben angeführten Kernaussagen ist erkennbar, dass derzeit viele Wege in die Zukunft führen. Welche Straße langfristig zum Erfolg führt, darüber herrscht oftmals Uneinigkeit. Dennoch lässt sich aus den divergenten Kernaussagen eine allgemeingültige Aussage destillieren: Es ist essenziell, die jeweils eingesetzte Technologie auf ihre optimale Einsatzmöglichkeit hin zu überprüfen. Andere Lösungen müssen parallel dazu untersucht oder gar miteinbezogen werden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bewegt sich der Anteil der reinen Elektroautomobile in etwa im Bereich von 0,02 bis 0,03 Prozent. Von einer massiven, breiten Bewegung kann also seriöserweise nicht die Rede sein. Folglich gibt es hier ausreichend Potenzial nach oben hin. Sämtliche Automobilhersteller haben dieses lukrative Marktsegment erkannt. Unbemerkt von der Öffentlichkeit stellen namhafte Automobilbauer daher in letzter Zeit junge Talente ein, die auf dieses Fachgebiet spezialisiert sind.

480 Kilometer Reichweite, kombiniert mit 362 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 97 km/h in 5,6 Sekunden machen in der Tat ein schlankes Bein. Tesla Motors passt sich jedoch auch dem Luxusdenken der breiten Käuferschicht an und hat bereits das Model X in der Pipeline. Diese Verknüpfung aus SUV und Minivan ist voraussichtlich Anfang 2014 lieferbar und wird den Wünschen einer statussymbolfordernden, zahlungskräftigen und zugleich umweltbewussten Käuferschicht gerecht.

- - - 480 Kilometer Reichweite gibt es beim Elektroauto serienmäßig: gegen Aufpreis. - - Einen möglichen Weg in die Zukunft der Limousine mit Elektroantrieb zeichnet Tesla Motors vor. Die Limousine Tesla Model S ist in Europa ab Ende 2012 erhältlich. Was 2007 mit einem sportlichen Zweisitzer auf Basis der Elise von Lotus begann, wird nun als Sedan fortgesetzt. Mia Press Kit 42 | Clean and Green

Der Vollständigkeit halber muss festgehalten werden, dass Tesla Motors seit 2008 bislang knapp 2.000 Tesla Roadster verkaufte. Weltweit. Um die Limousine Tesla Model S wirtschaftlich rentabel produzieren zu können, muss sich das sportliche Familienauto weltweit 20.000 Mal verkaufen. Jährlich.

Well-to-Wheel «Well-to-Tank» (Kraftstoff): Berechnung des Energieverbrauchs und der Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Kraftstoffpfad, vom Ausgangsbrennstoff bis zur Zapfsäule. «Tank-to-Wheel» (Fahrzeug): Berechnung des Energieverbrauchs und der Treibhausgas-Emissionen bei Nutzung des Fahrzeugs im Fahrzyklus. «Well-to-Wheel» bedeutet die kumulierte Berücksichtigung beider. www.optiresource.org

Passion Autos - und vor allem Elelektroautos gehören zur Passion von Marco Piffareti. Seit über 20 Jahren treibt den unermüdlichen Visionär die Suche nach Lösungen für die emissionsfreie Mobilität voran, ob für bekannte Autofirmen wie Daimler, General Motors, Nissan, für staatlich geförderte Elektromobilitäts-Grossversuche oder die Entwicklung seines eigenen Traumes: dem Lampo. Mit seiner 1987 gegründeten Entwicklungs- und Designfirma Protoscar entwickelte er nicht nur GreenCars sondern die passende Photovoltaik-Anlage gleich mit dazu. Ganz nach dem Motto Piffaretis «emissionsfreie Mobilität und Stromleistung aus erneuerbaren Energiequellen gehören unabdingbar zusammen». 2012 wurde das Designstück LAMPO3 vorgestellt. Die drei Elektromotoren leisten 570 PS mit einem Drehmoment von 900 Nm und dies bei einem Verbrauch von 16 kWH auf 100 Kilometer. Aufgeladen wird entweder 12h an der heimischen Steckdose oder mittels Schnellladung. Damit stehen bereits nach 10 Minuten weitere 100 Kilometer Reichweite zur Verfügung. Beim Auftanken verfolgt Protoscar den «Well-to-Wheel»-Ansatz. Aufgeladen wird der LAMPO3 mit Solarenergie aus Vitabella Palazzetto/Italien, welche Strom ins Energienetz einspeisen. www.protoscar.com

Volvo startet Das erste Elektroauto von Volvo basiert auf dem leichtesten Fahrzeug, dem dreitürigen C30. Der Volvo C30 Electric ist ein Konzeptfahrzeug: 250 Testfahrzeuge sollen wichtige Erkenntnisse zur Alltagstauglichkeit liefern. Die Batterie mit einer Kapazität von 24 kWh bietet eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern. Ein mit Ethanol betriebenes Klimasystem sorgt dafür, dass es beim Heizen im Winter nicht zu Einbußen bei der Reichweite kommt. Beim Antriebssystem setzt Volvo auf verlässliche Technologie des Schweizer Spezialisten Brusa. Mit einem Drehmoment von 220 Nm beschleunigt der Elektromotor (111 PS/82 kW) von 0 auf 50 km/h in 4,0 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 130 km/h abgeriegelt. Die Lithium-Ionen-Batterien werden über eine normale 230-VoltSteckdose aufgeladen. Der C30 ist in Deutschland im Geschäftskunden-Leasing erhältlich und kostet über eine Laufzeit von drei Jahren monatlich 950 Euro zzgl. MwSt. www.volvocars.com | www.brusa.biz

http://youtu.be/GAaCHDDQVCs Clean and Green | 43

Greencars Von Petra Chardon

Als besonderen Hingucker präsentierte mia electric auf dem Genfer Autobilsalon 2012 das neue Konzept: die mia rox. Ein GreenCar - drei Möglichkeiten: Free Mode, das Cabriolet. Top Mode je nach Bedürfnis ganz oder teilweise verkleidet oder den Coach Mode, die kleine umweltfreundliche Stadtlimousine.

Öko-Elektroauto mit Kulleraugen Gerademal zwei Jahre nach der Gründung des Unternehmens und sechs Monate nach Produktionsstart rollte im Februar im französischen Cerizay der 1000. Mia vom Band. Das auffälligste Merkmal des vom ehemaligen VW-Chefdesigner Murat Günak entwickelten E-Cars ist sein zentraler Fahrersitz. Dieser ermöglicht beidseitiges Ein- und Aussteigen sowie grosse Beinfreiheit in einem 3 Meter-Auto. Erhältlich ist die mia in vier Modellen: Mit gerade einmal 2,87 Meter ist das Basismodell der kleinste und als Dreisitzer konzipiert. 3,19 Meter lang sind die mia L, die mia K und die miaParis. Einmal als Viersitzer für die Kleinfamilie, als City Transporter mit einem Ladevolumen von 1.500 Liter oder als Luxusvariante mit Lack und Leder. Die Batterieleistung ist wahlweise 8 kWh oder 12 kWh, die damit erreichte Reichweite 80 bis 130 Kilometer. Die Höchst44 | Clean and Green

geschwindigkeit liegt bei 100 km/h. Die mia ist in Frankreich, Deutschland, den Benelux-Ländern, Kanada und der Tschechischen Republik erhältlich. Einstiegspreis für die kleine mia komplett mit Batterie rund 24‘500 Euro. Eine neue «Batterieleasing» Variante ist zur Zeit in Ausarbeitung. www.mia-electric.com Deutschland: www.lautlos.com

Ganzheitlich gedacht Der Ansatz der CO2-Reduktion beginnt bei mia in der Planungsphase über die Fertigung bis hin zum Recycling des von Anfang an als reines Elektroauto konzipierten Fahrzeugs. Als nächster Puzzelstein wird im Frühjahr 2012 das zur Kohl-Gruppe, Eigen-

tümerin der mia electric, gehörende Unternehmen TimberTower in der Nähe von Hannover die erste Windkraftanlage mit einem umweltfreundlichen Holzturm einweihen. Die Windkraftanlage wird jährlich rund 4,5 Millionen kWh erzeugen, das entspricht dem Stromverbrauch von 3‘000 mias mit einer jährlichen Kilometerleistung von jeweils 15‘000 km. Der erzeugte Strom wird in das deutsche Netz eingespeist. So kann ein mia-Kunde sicher sein, dass der Strom für sein Fahrzeug regenerativ erzeugt wird. In einem zweiten Schritt können miaKunde Anteile an einem Windrad erwerben. Diese Anteile eröffnen einen Anspruch auf garantierte jährliche Erträge aus dem Verkauf von Windenergie.

PG Elektrus by Michael Fröhlich Die Düsseldorfer Rennwagenschmiede von Michael Fröhlich verwandelte das Basismodell des Lotus Elise in einen Elektro-Flitzer der Luxusklasse. Technisches Herzstück des PG Elektrus ist der E-Motor mit 200 Kilowatt Leistung - rund 272 PS und einer Beschleunigung von null auf 100 in drei Sekunden. Das mit 240‘000 Euro nicht gerade preiswerte Designerstück wird nach Auftrag und in limitierter Stückzahl in Kleinserie gefertigt. www.pg-cars.com

Der von Pininfarina und der Groupe Bolloré entwickelte BlueCar ist ein familientauglicher Fünftürer mit vier Sitzplätzen. Länge: 3,65 m, Breite 1,72 m. Reichweite: 200 bis 250 Kilometer.

Autolib-erté in Paris Was 2007 als Pariser Fahrrad-Verleihsystem «Vélib» begann, fand 2011 seine Fortsetzung in der Autolib Self-Service Autovermietung mit reinen Elektroautos. Nach einer zweimonatigen Testphase fiel am 5.12.2011 der Startschuss mit 250 BlueCars und rund 300 Ladestellen. Ähnlich wie bei Vélib kauft man sich am Metro-Schalter eine Abo-Karte, deren Preis je nach Laufzeit gestaffelt ist (10€/Tag, 15 €/7Tage; 144 €/Jahr). Hinzu kommen Nutzungskosten von vier bis acht Euro pro halbe Stunde. Bis Ende Januar 2012 hatten sich 8‘000 Abonnenten angemeldet. Geht es nach den Plänen des Unternehmens, sollen bis 2013 rund 3000 E-Cars und 6600 Ladestationen in Paris und 45 Nachbargemeinden zur Verfügung stehen. www.autolib.eu/an-urban-revolution www.bluecar.fr http://youtu.be/IvAcwOByBfg

Bubblecar mit Vierradantrieb Bereits 2010 ist das von der Media-LabForschungsgruppe entwickelte Kleinstwagenkonzept «Hiriko» das erste Mal vorgestellt worden. Januar 2012 wurde nun der Prototyp in Brüssel präsentiert. Der 2,50 Meter lange Hiriko besitzt einen Vierradantrieb: jedes der Räder verfügt über einen eigenen, direkt ansteuerbaren Radnaben-Motor und Lenkmechanismus und kann sich auf der Stelle um die eigene Achse drehen. Auch die Parkplatzsuche wird mit dem Zwerg einfacher: er lässt sich bei Nichtgebrauch auf ganze 1, 50 Meter zusammenfalten. Ganze drei Hirikos können so auf einem Parkplatz abgestellt werden. Die Motorleistung des nur 500 Kilo schweren Stadtautos ist auf 50 km/h abgeregelt, die Akkureichweite beträgt 120 Kilometer. Nun sollen 20 Faltautos gebaut und in der baskischen Stadt Vitoria Gasteiz* getestet werden. Mit 12‘500 Euro soll der Zwerg auch für den privaten Käufer erschwinglich sein, das Ziel sind aber vor allem städtische Car-Sharing Modelle. www.hiriko.com http://youtu.be/zdChAA_mKLo http://youtu.be/dSKpE2d3BaY

* Vitoria Gasteiz im span. Baskenland ist der Gewinner des European Green Capital Awards 2012 (http:// ec.europa.eu/environment/europeangreencapital/ vgcor) Clean and Green | 45

Greencars Von petra & Daniel Chardon

Green Fleet Grüne Flotte Mit dem Projekt «Conquest 2015» hat die Orange-Gruppe sich zum Ziel gesetzt, ihre CO2-Emissionen um 20 Prozent und den Energieverbrauch um 15 Prozent (bis 2020) zu reduzieren. Dazu wird der Fuhrpark von 35.000 Fahrzeugen, davon 23.000 allein in Frankreich, suksessive durch GreenCars ersetzt. Seit 2008 fördert Orange auch Mitfahrgelegenheiten, Eco-Driving-Kurse, Videokonferenzen an­stelle von Geschäftsreisen sowie die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Hierzu wird das Unternehmen 2012 ihren Mitarbeitern 100 Twizys auf Leihbasis für die innerstädtischen Fahrten zur Verfügung stellen.

Jugendlich & Cool Twizy, Renaults Lösung für die urbane Ökomobilität hat eine Reichweite von 100 km und kann an 220 Volt Steckdosen innerhalb von dreieinhalb Stunden aufgeladen werden. Das ultracoole Gefährt ist eine Mischung zwischen Auto und Motorroller mit PKW-ähnlichem Komfort, Sicherheitsgurten, Fahrerairbag, einem 31-Liter Gepäckfach, abschliessbarem Handschuhfach sowie Bordcomputer. Ohne Türen und Heizung kann es im Winter jedoch recht kühl werden. Die Basisversion des Twizy 45 mit 5 PS und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit darf auf Deutschlands Strassen schon mit dem Führerschein Klasse S (ab 16 Jahren) gefahren werden. Kostenpunkt 6990 Euro. Die Vollversion (Leichtfahrzeuge EU Führerscheinklasse B) mit 13kW/17 PS und 80km/h Höchstgeschwindigkeit ist ab 7690 Euro erhältlich. Bei allen Modellen kommt 50 Euro Batterie-Monatsmiete hinzu, je nach Laufzeit und Leistung. www.renault.com 46 | Clean and Green

L’Atelier Renault, Paris, http://en.atelier.renault.com/index, 24.3 bis 8.7.2012 Twizy – »Plug Into The Positive Energy”

Smartfor us. To understand better the US: http://www.youtube.com/watch?v=pNpdstRpgR8

SMART kommt Bald kommt er, der smart fortwo electric drive. Bei der Weiterentwicklung konnte das Unternehmen auf umfangreiche Erfahrungen und das Kundenfeedback aus Elektromobilitätsprojekten zurückgreifen. Das spiegelt sich in den deutlich verbesserten Leistungsdaten wider: 55 kW Höchstleistung, Höchstgeschwindigkeit über 120 km/h, die Reichweite der 17,6 kWh Lithium-Ionen Batterie liegt deutlich über 140 km. Die Markteinführung wird im Herbst 2012 erfolgen. Der Preis wird sich irgendwo bei € 19.000, also um die CHF 24.000 bewegen. Möglich wird das durch sale&care. Man kauft das Auto und mietet die (teure) Batterie. Das reduziert den Preis und das Risiko für das teuerste Autoteil. Bis zum Verkaufsstart können sich Interessenten in einigen Ländern über smart.com ihr Fahrzeug vorreservieren lassen. Interessant sind auch die Visionen wie smartforvision mit Leichtbaudesign, organischen PV-Zellen und den Innenraum kühlenden reflektierenden Lacken. Wer das smart eBike aufladen will (siehe unser Bericht, http://www.greenmobilitymagazin.de/#/68), muss warten, bis der Konzept-Pick up smartforus (Bild links) realisiert wird... www.smart.com

Kult eMobil Vorreiter Mit den Car2go Mietflotten beschritt Smart mutig Neuland, und dies erfolgreich. So erfolgreich, dass inzwischen viele andere Autohersteller das System kopieren. Was 2008 als kleines Projekt in Ulm begann, hat sich inzwischen auf sieben Städte in Europa und fünf in USA/ Kanada ausgeweitet, und ein Ende ist nicht abzusehen. Immer mehr werden dabei rein elektrische Smart-Flotten zum Einsatz kommen. www.car2go.com http://blog.car2go.com

Um ehrlich zu sein, es gibt fast mehr Gründe, die dafür sprechen, keinen Peel zu fahren – aber die zählen bei einem solchen Kultauto nicht wirklich! Die Neuauflage des dreirädrigen Peel P50 aus der Beatles-Zeit ist gerade mal 1’372 Milimeter lang, 1’041 Milimeter breit und 1’200 Milimeter hoch. Die aus Fieberglas gefertigte Karosserie drückt das Gewicht des Peel auf nur 60 kg. Der 300 Watt Elektromotor ermöglicht eine Reichweite von 20-30 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h. Hergestellt und verkauft wird nur eine limitierte Anzahl beider Modelle. www.peelengineering.co.uk

e talk Interview  ¯

© Alpiq E-Mobility AG

Von Daniel Chardon

SICHERES LADEN INKLUSIVE So könnte ein Schnellladenetz an einer Autobahnraststätte in Zukunft aussehen.

Interview mit Peter Arnet, Geschäftsführer Alpiq E-Mobility AG. Herr Arnet, wie entstand das Unternehmen Alpiq? Das Unternehmen ging aus dem Zusammenschluss der Atel Holding AG (Aare-Tessin AG für Elektrizität) und der EOS S.A. (Energie Ouest Suisse) hervor und ist heute in 33 Ländern tätig. Alpiq ist mit rund 38% Marktanteil der größte Energiekonzern der Schweiz. 48% entfällt auf Wasserkraft, ein weiterer großer Anteil auf Atomkraft und ein noch geringer Anteil stammt aus erneuerbaren Energien. In genau diesen Bereich werden aber immer mehr Investitionen getätigt. Wie kam Alpiq zur E-Mobilität? Der Start zu Alpiq E-Mobility entstand vor rund 4 Jahren mit der Vision 2020. Die darin – oft falsch zitierte – Zahl von 720‘000 Elektrofahrzeugen entspricht dabei nicht unserer Prognose, sondern diese Zahl entstammt der Umrechnung des im Kyoto-Protokoll formulierten Zieles, dass der CO2-Ausstoß 2020 48 | Clean and Green

demjenigen von 1990 minus 20% entsprechen sollte. Überträgt man diesen Ansatz auf den Schweizer Straßenverkehr, müsste ein Anteil von rund 15% auf Elektro-Automobile entfallen. Worin sehen Sie die Herausforderung der E-Mobilität? Interessanterweise stiege der Strombedarf bei 720‘000 E-Fahrzeugen nur um 1,8 bis 2,6 %. Der Großversuch der Firma Protoscar im Tessin hat zudem gezeigt, dass die Nutzer überwiegend zu Hause laden. Das bestätigen auch neuere Feldversuche. Andere Firmen, welche sich mit öffentlichen Ladestationen beschäftigt haben, schwenken nun immer mehr zu den Heimladestationen um, bei uns Home Charge Devices genannt. Die Herausforderung liegt aber nicht im Standort des Ladens, sondern im richtigen Laden. Die Herausforderung ist nicht der Strombedarf von 720‘000 E-Fahrzeugen, sondern dass diese gleichzeitig ans Netz gehen, nämlich abends um 18 bis 19 Uhr. Zu einer Zeit, wo man nach Hause kommt, dann noch Wäsche

macht, kocht, also ein enormer Energie-Peak entsteht, den es abzufangen gilt. Wie sieht die E-Mobilitätsstrategie von Alpiq aus? Wir sind nicht nur ein führendes Energieunternehmen, sondern auch eines der großen Elektroinstallationsunternehmen. Das ist unser großer Vorteil, Steckdosen montieren, Kabel verlegen, ist das Tagesgeschäft der Alpiq InTec und unserer ausländischen Tochter- und Partnergesellschaften. Personal und Infrastruktur haben wir bereits in diesem Bereich. Ein ganz wichtiger Partner ist heute die Firma Protoscar von Marco Piffaretti, da diese gegenüber Großkonzernen einen Know-how Vorsprung besitzt. In wenigen Jahren wird sich der Angebotsmarkt aber rasch verändern. Wir sind nicht der Hersteller von Ladesäulen, sondern die Installationsfirma und können uns langfristig die besten Produkte aussuchen. Wie könnte man die E-Mobilität besser sichtbar machen? Ein Schnellladenetz an den Autobahnrast-

stätten, wäre wohl das beste Mittel, um allen Automobilisten zu zeigen, dass die Elektromobilität anrollt. Der – mehrheitlich unbegründeten – Angst vor der zu geringen Reichweite könnte so wohl am besten begegnet werden. Die Massenmedien redeten die E-Mobilität anfangs 2012 fast tot. Was stimmt sie so optimistisch, dass sie dennoch den Durchbruch erzielt? Das ist richtig, die Medien kommunizieren das Thema sehr kontrovers. Alleine die Investitionen der Automobilhersteller zeigen doch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich die E-Mobilität durchsetzt. Fast alle grossen Hersteller investieren Milliarden in die Entwicklung. Derjenige, der die beste Technologie bietet, wird große Marktanteile an sich reißen. Dieser Anreiz und die Angst, den Anschluss an die Zukunft zu verlieren, treibt alle an. Es geht nicht mehr um Versuche, sondern um strategische Positionierung. Was ist mit der Option Wasserstoff? Diese Entwicklung wird einfach länger dauern. Die E-Mobilität hat einen riesigen Vorteil: Das Versorgungsnetz ist bereits vorhanden. Um die ganze Schweiz oder Deutschland mit Ladestationen auszurüsten, sind verschwindend kleine Investitionen nötig im Vergleich zum Aufbau eines Tankstellennetzes!

Wir reden über Millionen und nicht über Milliarden. Wie hängen Smart House und Elektroautos miteinander zusammen? Das Elektroauto macht natürlich auch Druck auf die Entwicklung beim Smart House und Smart Grid. Wir gehen davon aus, dass das Elektroauto zuerst da sein wird. Dabei kann das Elektroauto, falls es in genügender Anzahl vorhanden ist, auch die Netzschwankungen ausgleichen. Es geht um den Ausgleich der Spitzen im Netz. Heute haben wir in Deutschland z.B. die Situation, dass zeitweise PV- oder Windanlagen vom Netz genommen werden müssen, weil der erzeugte Strom zeitweise die Nachfrage der Kunden übersteigt. In solchen Situationen fungieren die Elektroautos als Speicher. Ziel ist es also, in den Versorgungstälern die Autos zu laden und in den Peaks nicht zu laden resp. den Strom von den Autos abzurufen. Eine weitere Entwicklung könnte sein, dass das Modell von Hoch- und Niedertarif eines Tages überholt ist, dass Strom-Minibörsen entstehen, mittels derer Hausbesitzer entscheiden können, wann sie Strom produzieren, verkaufen oder dazukaufen.

Zur Stromgewinnung nutzt Alpiq Wasserkraft, fossile Brennstoffe, Kernenergie und erneuerbare Energiequellen wie Wasser-, Wind-, und Solarkraftwerke. Betrieben werden die Kraftwerke in der Schweiz, in Italien, Deutschland, Frankreich, Norwegen, Ungarn, Bulgarien, Spanien und in der Tschechischen Republik. Alpiq arbeitet für Energieversorger, für kommunale Einrichtungen, für Industrieunternehmen sowie für institutionelle und private Investoren. Mit über 11‘000 Mitarbeitern erzielte die Alpiq Holding AG 2010 einen konsolidierten Nettoumsatz von 14,10 Milliarden Franken. Zum Umsatz trug das Segment Energie 12 Milliarden Franken bei, das Segment Energieservice 2,1 Milliarden Franken. Im europäischen Energiehandel ist Alpiq an allen großen Strombörsen und Handelsplattformen vertreten. Im Bereich Energieservice (Alpiq InTec) umfasst die europäische Präsenz 30 Gesellschaften an rund 200 Standorten.

Was ist die Stärke von Alpiq? Bei Ladestationen gilt es drei Aspekte zu beachten: - Aus Sicherheitsgründen sollte man nicht direkt an der normalen Haushalts-Steckdose laden. - Es sollte eine Kommunikation zwischen Ladestation und Automobil stattfinden.

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e talk Interview  ¯

Von Daniel Chardon

Zukünftig kann so vom Energieversorger gesteuert werden, wann, wie und wo das Auto idealerweise geladen wird. - Was viele vergessen haben, ist das Verhalten der Nutzer: Viele Ladestationen waren bisher bessere Stecker. Bei uns ist Diebstahlschutz, Timer für Ladung, Verbrauchszähler usw. alles mit enthalten. Dabei werden die Ladestationen mit zunehmenden Stückzahlen preislich attraktiver werden. Die Ladestation ist auch nicht die Herausforderung. Das hat auch die Automobilindustrie erkannt, bei der der Fokus zu Beginn auf dem Preis lag. Inzwischen heißt es: «Wir wollen, dass unsere Kunden im Bereich Ladestation gleich behandelt werden, wie wenn sie zu einer unserer KfZ-Werkstätten gehen.» Für die Hersteller muss gewährleistet sein, dass es beim Heimladen nicht zu Komplikationen

kommt. Dieses Risiko wollen die Hersteller nicht mehr dem Markt überlassen. Das ist die Basis unserer Zusammenarbeit mit Citroën, Fisker, m-way, Mitsubisihi, Peugeot und Toyota. Im Verkauf des Elektroautos ist die Heimladestation, deren Installation und Betreuung bereits enthalten. Wohin geht die Zukunft? Zu Beginn werden vorausichtlich die Plug-in Hybrid obenaus schwingen. In die Batterietechnologie wurde nicht mehr viel investiert, das hat sich völlig gedreht. Es entstehen Lehrstühle, es werden Milliarden investiert. Experten gehen davon aus, dass sich die Leistung der Batterien um den Faktor 3 bis 6 verbessern wird, bei sinkenden Preisen. Der andere Bereich ist das Abrechnungssystem, da gibt es verschiedene Ansätze von Roaming bis zur Auto- und Ladestationskom-

munikation. Ziel muss es sein, dass der Autofahrer europaweit unterwegs sein und überall einfach Strom tanken kann. Was will Alpiq im Markt Deutschland erreichen? Die AAT-Gruppe, unsere deutsche Tochtergesellschaft, ist in einem Verkaufsprozess. Wir sind mit AAT im Gespräch wie auch mit allen anderen Gesellschaften in Europa. Unser Ziel ist es, das Geschäft mit der Installation und dem Betrieb von privaten und öffentlichen Ladesäulen europaweit zu betreiben. Wir haben noch 1-2 Jahre Zeit, uns richtig aufzustellen bis die großen deutschen Automobilhersteller mit ihren Elektroautos auf den Markt kommen.

Bits&Pieces

Plugs for the world

Neue Stromautobahnen

Nach intensiver Arbeit der involvierten Gremien stehen jetzt die wesentlichen

Veraltete Stromnetze zählen zu den größten Hindernissen beim flächende-

Anforderungen an Ladesteckvorrichtungen für Elektrofahrzeuge fest. Die inter-

ckenden Umstieg auf erneuerbare Energien. Um den Ausbau der Stromnetze

nationale Elektrotechnische Kommission (IEC) hat kürzlich die entsprechenden

voranzutreiben, sind nicht nur neue Leitungen erforderlich, sondern auch neue

Normen veröffentlicht. Damit wurde der weltweite Standard für das Laden von

Technologien. Über sogenannte Stromautobahnen soll künftig Ökostrom per

Elektrofahrzeugen festgeschrieben. Durch die Definition der Norm gewinnen alle

Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) über das Land verteilt werden.

Beteiligten vom Automobilhersteller bis zum Stromversorger mehr Planungssi-

Im Gegensatz zum herkömmlichen Wechselstromnetz kann mittels HGÜ eine

cherheit. Der in Deutschland von Mennekes entwickelte Typ 2 bietet dabei das

große Menge Strom unter nur geringen Spannungsverlusten über weite Strecken

größte Leistungsspektrum und die größte Flexibilität. Die Steckvorrichtungen

transportiert werden. HGÜ ist außerdem die einzige Möglichkeit, technisch in-

können sowohl auf der Fahrzeug- als auch auf der Infrastrukturseite eingesetzt

kompatible Stromnetze miteinander zu verbinden. Die Netzbetreiber TenneT, 50

werden. Diese sind mittlerweile an über 10.000 Ladepunkten im Einsatz. Die Er-

Hertz, Ampirion und die EnBW Transportnetze wollen Milliarden in neue Strom-

fahrung aus vielen Pilotprojekten spiegelt sich in den aktuellen Produkten wider.

autobahnen investieren. Die Leitungen sollen unterbrechungsfrei und zum Teil

Gemeinsam mit Energieversorgern und Automobilherstellern hat Mennekes Lö-

auf schon vorhandenen Masten montiert werden, um Kosten zu sparen und Bür-

sungen entwickelt, die das «Tanken» der Elektrofahrzeuge einfach, bequem und

gerproteste gegen Neuerrichtungen zu umgehen.

sicher ermöglichen.

www.cleanenergy-project.de/wirtschaft-a-unternehmen/303-wirtschaft-und-

Auf dem Infoportal www.DieLadestation.de finden sich Informationen über die

unternehmen/4617-neue-strom-autobahnen

verschiedenen Einsatzbereiche von Ladestationen, Grundlagenwissen sowie Informations- und Schulungsangebote zum Thema Elektromobilität. www.mennekes.de

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Mit SolarMax ans Netz! Bei Solaranlagen ist es wie beim Fußball: Was zählt, ist das Resultat. Und der Wechselrichter ist der Champion, der den Unterschied macht. Seit mehr als 20 Jahren entwickelt und vertreibt SolarMax netzgekoppelte Solarwechselrichter. Dabei liefern wir Schweizer Qualität der Spitzenklasse: Unsere Produkte überzeugen durch höchste Effizienz, maximale Erträge und absolute Zuverlässigkeit. Zudem unterstützt und berät Sie unser Service-Center während der gesamten Laufzeit Ihrer Anlage. Setzen Sie auf den Champion. Wählen Sie SolarMax in Ihr Team.

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e talk Interview  ¯

Von Daniel Chardon und wibke sonderkamp

Intelligente STANDARDS für eine grünere Zukunft Ein wichtiges Thema für die Weiterentwicklung moderner Technologie, Smart Grids oder der Integration erneuerbarer Energieressourcen in das Stromnetz sind gemeinsame Standards. Nur mit branchen- und länderübergreifenden Grundlagen können Technologien und Endanwendungen miteinander und mit intelligenter Infrastruktur integriert werden. Clean&Geen sprach zu diesem Thema mit Dr. W. Charlton Adams. Er gehört zum Vorstand der IEEE-Organisation und ist ein Experte für den Bereich Smart Grids und Industriestandards. Standardorganisationen versuchen bei der Entwicklung weit vorauszuschauen und die technologischen und rechtlichen Grundlagen für Technologie und Produkte zu schaffen, die unsere Kinder in zehn, 20 oder 30 Jahren nutzen werden. Für was steht eigentlich IEEE? IEEE steht für «Institute of Electrical and Electronics Engineers». Die Organisation ist mit über 400.000 Mitgliedern die weltweit größte Vereinigung zur Technologieförderung. Rund 45 Untergruppen vereinen verschiedenste technische Gebiete wie IT, Energie-, Kommunikations-, Medizin- und Transporttechnik sowie Raumfahrt- und Nanotechnologie. Über Publikationen, mehr als 1.000 Konferenzen, Standards und Fortbildungsaktivitäten, ist IEEE weltweit anerkannt. Welche Rolle spielt die IEEE Standard Association? IEEE-SA ist eine weltweit führende Organisation zur Etablierung von Standards. Wir entwickeln und verabschieden Standards im Rahmen eines offenen Prozesses unter aktiver Beteiligung der Industrie und unter Berücksichtigung zahlreicher Interessengruppen. Ein 52 | Clean and Green

wichtiger Schwerpunkt sind dabei die Anforderungen für die Interoperabilität zwischen verschiedenen Technologien. Wir arbeiten dabei mit vielen Standardorganisationen, wie ISO, IEC oder ITU, rund um die Welt zusammen. Standards sollten möglichst grenzübergreifend einsetzbar sein – für Branchen wie für Regionen.

ropa, den USA und Asien. Die europäischen Regierungen arbeiten dazu bereits zusammen und haben ein entsprechendes EU-Mandat verabschiedet. Sie kooperieren auch mit USOrganisationen wie NIST, um Rahmenbedingungen abzustimmen. Denn letztendlich wollen alle Branchen ihre Technikprodukte in vielen Märkten verkaufen. Wie werden Standards in der Praxis interdisziplinär entwickelt? Das ist ein sehr komplexer Prozess – lassen Sie uns das Beispiel des Standard IEEE 2030™ betrachten, in dem es um eine Informationsgrundlage für das Zusammenwirken unterschiedlicher Komponenten von Smart Grids geht – von Energietechnik und -netzen, über IT und Kommunikation bis hin zu Endverbrauchergeräten.

Dr. W. Charlton Adams

Haben Standards und Standardorganisationen auch eine Vermittlungsrolle zwischen Technologie und Politik? Da sprechen Sie einen interessanten Punkt an. Noch vor 15 Jahren wurden Standards nur von der Industrie entwickelt. Heute gibt es viele Überschneidungen zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft bei der Standardisierungsarbeit. Sie wird als Teil der wirtschaftlichen Entwicklung betrachtet und soll zur Verbesserung der Gesellschaft und unseres Lebensstandards beitragen. Beim Thema Smart Grid, also intelligenten Netzen und Infrastruktur, wird dies besonders deutlich. Dieser Bereich steht auch im Fokus der Regierungen in Eu-

Die Wurzeln zur Entwicklung von IEEE 2030 entwickelten sich aus der Arbeit zum Energy Independence Act im Jahr 2007 in den USA, als verschiedene Branchen realisierten, dass wir uns auf eine neue Generation der Stromerzeugung zubewegen und dazu die Effizienz unserer Netze genauer betrachten und sie mit neuen Fähigkeiten erweitern müssen. Es galt also in die Zukunft zu blicken und zu überlegen: Wie muss unser Netz in 20 oder 40 Jahren aussehen? IEEE 2030 ist ein Beispiel für Standards wie wir sie in Zukunft sehen werden. Es war einer der ersten Standards, der von Anfang an interdisziplinär entwickelt wurde und die schon erwähnten Branchen an einen Tisch brachte. Er soll eine schnellere Weiterentwicklung und Implementierung von Smart Grids unterstützen, von deren Vorteilen Unternehmen und Konsumenten weltweit profitieren können: größere Auswahlmöglichkeiten für Endver-

Standards versuchen weit vorauszuschauen. Sie erschaffen die technologischen und rechtlichen Grundlagen für die Produkte, welche unserer Kinder in zehn, 20 oder 30 Jahren nutzen werden.

braucher, verbesserte Elektrizitätssysteme mit hoher Sicherheit und Stabilität sowie eine verbesserte Einbindung von Ressourcen aus erneuerbaren Energiequellen, ohne die Netzstabilität zu beeinflussen. Das Netz der Zukunft bietet nicht nur Strom, sondern auch Services. In vielen Bereichen wird daran schon gearbeitet, aber alle Industrien benötigen Kommunikationsschnittstellen zum Netz. Daher brauchen wir eine Architektur, die auch auf lange Sicht alle Anforderungen dafür erfüllen kann. IEEE 2030 «macht» man nicht einmal und das war es. Er ist die Basis einer Evolution von sich ergänzenden Standards, die wir laufend erweitern müssen. 1990 hätte ja auch niemand erwartet, dass wir in 20 Jahren unterwegs per SmartPhone Internetzugriff haben würden. Technologie entwickelt sich immer schneller. Wir erwarten eine ähnliche Entwicklung auch im Bereich Smart Grid und müssen daher eine offene Architektur aufbauen, die Raum lässt für zukünftige Veränderungen. Auch die Schnittstellen zu erneuerbaren Energien müssen beachtet werden. Eine der großen Herausforderungen ist die Fluktuation und Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie – wann und wie viel Wind- oder Sonnenener-

gie zur Verfügung steht. Erweiterungen des 2030-Standards 2030.2 und 2030.3 beschäftigen sich mit Fragen zur Speicherung von erneuerbaren Energien, wenn diese im Überfluss verfügbar sind, um sie dann bei Bedarf ins Netz einzuspeisen. Zusätzlich bieten sie einen Leitfaden für Transportinfrastruktur im Bereich Elektromobilität (2030.1). Wie bringen Sie die verschiedenen Interessensgruppen zur Entwicklung eines Standards an einen Tisch? Zum Start jedes Standard-Entwicklungsprojektes gibt es eine offene Einladung zur Teilnahme an Unternehmen und Einzelpersonen. Man muss dazu kein Mitglied von IEEE sein. Jährlich beteiligen sich über 20.000 Personen an der Entwicklung von IEEE-Standards. Beim Standard 2030 gab es rund 400 interessierte Unternehmen weltweit und letztendlich haben zwischen 200 und 300 Personen aktiv an der Entwicklung mitgearbeitet. Sie erwähnten die dritte Entwicklungsphase des Smart Grids, die wir zurzeit durchlaufen. Wie profitieren Unternehmen und Konsumenten von dieser Entwicklung?

In der ersten Phase um 2009 lag der Schwerpunkt auf Planung und Organisation: Wie bringt man die Interessensgruppen zusammen? Phase zwei beschäftigte sich mit den Anforderungen und der Entwicklung von Rahmenbedingungen und Architekturen. Heute richten wir unseren Blick auf die Unterstützung und den Ausbau der Infrastruktur. Bekannt sind in diesem Zusammenhang beispielsweise Smart Meter. Ziel für die nächsten vier bis fünf Jahre ist es, intelligente Geräte in Haushalten zu etablieren, die mit Smart Metern und anderen Geräten zur Energiekon­ trolle kommunizieren können. Diese Geräte werden auch untereinander kommunizieren, um den Energieverbrauch im Haushalt auszubalancieren. Auf längere Sicht wird auch der Transport von hohen Energiemengen ein Thema. Energie sollte sich nicht an nationale Grenzen halten. Europa könnte zum Beispiel Solarenergie aus der tunesischen Wüste nutzen und Elektrofahrzeuge sollten in Frankreich genauso mit dem Netz kommunizieren können wie in Deutschland. Diese Entwicklung kommt nicht über Nacht, sondern wird sich schrittweise fortsetzen.

Clean and Green | 53

Efficiency Von Josephin Lehnert

Energieeffiziente Stadt – zwischen Vision und Wirklichkeit – Seit jeher zieht es Menschen in die Stadt. Man erhofft sich bessere Lebensbedingungen und Arbeit, kulturelle Vielfalt und einen hohen Lebensstandard. Mitte des vorigen Jahrhunderts lebten etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, inzwischen sind es rund 50 Prozent. Städte sind Herde der Umweltverschmutzung. Zugleich können sie aber die Umwelt nachhaltig entlasten. So findet beispielsweise bereits heute mehr als die Hälfte der Menschheit auf rund vier Prozent der urbaren Landfläche Platz, was der Natur mehr

Raum lässt. David Owen stellt in seinem Buch «Green Metropolis» fest, dass die Umweltbilanz von Stadtbewohnern besser ist als die der ländlichen Bevölkerung. Straßen, Abwasserkanäle und Energieleitungen sind kürzer. Mehrfamilienhäuser benötigen weniger Energie für Heizung, Kühlung und Beleuchtung als Einfamilienhäuser und aufgrund geringerer Reichweiten sowie gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrsnetzen, fahren Stadtbewohner weniger mit dem 54 | Clean and Green

Auto. Dennoch verursachen Städte 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen. Doch durch Steigerung von Energieeffizienz, Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien und intelligente Nachhaltigkeitskonzepte sind Städte Hoffnungsträger für eine klimafreundliche und lebenswerte Zukunft.

Städte mit Vorbildcharakter In der bayerischen Stadt Bad Aibling entsteht auf dem Gelände eines aufgelassenen Geheimdienst-Stützpunktes die Nullenergiestadt Mietraching, eine Siedlung, die ausschließlich durch erneuerbare Energien betrieben werden soll. Auf dem Testgelände will man erforschen, wie das Heizen ohne fossile Energieträger möglichst effizient und wirtschaftlich sein kann. Solarthermieanlagen versorgen bei gutem Wetter die Häuser mit Strom und Heizwärme. Genügt dies nicht, werden mit Sonnenenergie betriebene Wärmepumpen dazu geschaltet. Im Winter stellt ein Hackschnitzelheizwerk zusätzliche Energie bereit. So kann die Siedlung wirtschaftlich, effizient und regenerativ das ganze Jahr über mit Strom und Wärme versorgt werden. Das ganze Energiesystem der Siedlung wird zentral überwacht und gesteuert. Langfristig soll sich das System durch intelligente Regelungstechnik selbst steuern. Vorreiter in Sachen energieeffiziente

Stadt ist auch Güssing in Österreich. Die Kleinstadt hat es geschafft, ihr Energiesystem sowie das der umliegenden Gemeinde vollständig auf heimische und erneuerbare Energien umzustellen. Mit einem Biomassekraftwerk mit Holzvergasung, einer Biodieselanlage auf Basis von Rapsöl, der Installation zweier Fernwärmenetze, die Biomasse nutzen, sowie zusätzlicher Stromversorgung mittels Solar- und Holzhackschnitzelanlagen hat Güssing es geschafft, vollständig energieautark zu werden.

Die Null-Energie-Stadt Die ideale energieeffiziente Stadt vereinigt die unterschiedlichen Effizienzmaßnahmenpakete zu einer effektiven und übergreifenden Einheit. Während die Bemühungen vielerorts auf eine Optimierung und Effizienzsteigerung bestehender städtebaulicher Strukturen und Systeme abzielen, entsteht in der arabischen Wüste ein Effizienzprojekt der besonderen Art. Das Emirat Abu Dhabi will eine vollständig energieautarke Stadt von Grund auf neu errichten. Masdar, die Null-Energie-Stadt, soll rund 40.000 Einwohnern und 50.000 Pendlern ein vollkommen emissionsfreies Leben und Arbeiten ermöglichen. Da hier an 360 Tagen im Jahr die Sonne scheint, setzt man vor allem auf Solarenergie. Solarthermische Kraftwerke transformieren und speichern Sonnenenergie in Flüssigsalztanks, so dass auch nach Sonnenuntergang Strom zur Verfügung steht. Für die Trinkwasserversorgung sind solarbetriebene Meerwasserentsalzungsanlagen in Planung.

In Masdar werden keine konventionellen Autos fahren, stattdessen soll es sogenannte Personal-Rapid-Transit-Netze (PRT-Netze) geben, eine Form individuellen Personenverkehrs. Um die Müllbelastung zu reduzieren will man in Masdar ganz auf Wiederverwendung setzen. Geothermische Wärmetauscher ersetzen herkömmliche Klimaanlagen, indem sie die Kühle tieferer Erdschichten zutage fördern und nutzen. Spezielle Windtürme leiten kühle Luft durch die eng gestalteten Straßen der Planstadt.

Ausblick Ob Masdar City ein Erfolg wird, ist noch nicht sicher. Gescheitert sind schon weniger komplexe Vorhaben, etwa die Ökostadt «Dongtan» vor der Küste Shanghais. Bisher steht in Masdar lediglich das Masdar Institute for Science and Technology. Hier will man sich der weiteren Forschung und Entwicklung von Strategien zum Einsatz erneuerbarer Energien widmen. Letztlich aber geht es in Masdar darum zu testen, ob eine ökologische und

© TU Wien

Masdar City

Biomassekraftwerk Güssing in Österreich

energieeffiziente Bau- und Lebensweise großmaßstäblich überhaupt möglich ist. Sollte das Vorzeigeprojekt vollendet werden, wird es sicherlich wertvolle Erkenntnisse und neue Ansatzpunkte für eine künftige ökologische und energetische Stadtentwicklung liefern. www.wettbewerb-energieeffiziente-stadt.de www.masdarcity.ae

Masdar City Clean and Green | 55

Efficiency Von Corinna Lang

Schlaues Wohnen Lichter, die automatisch immer nur dann brennen, wenn man sie braucht. Waschmaschinen, die von selbst anspringen, wenn der Strom am günstigsten ist. Stromzähler, die angeben, wie viel Energie welches Elektrogerät gerade frisst. – «Intelligentes Wohnen» kann unterschiedliche Gesichter haben. Doch wie kommen die «Smart Homes» in der Bevölkerung an? Im März 2012 führten wir eine Umfrage rund um das Thema Smart Homes durch, an der über 1.000 Personen teilnahmen. Dabei stellte sich heraus, dass 81 Prozent der Verbraucher gerne in einem Smart Home wohnen würden. Für die meisten spielen dabei ein geringerer Energieverbrauch (81 Prozent) sowie bessere Kontrollmöglichkeiten und eine bessere Übersicht (76 Prozent) die größte Rolle. Kein Wunder, denn «der Energieverbrauch lässt sich mit intelligenten Lösungen deutlich senken – was nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel schont», wie Jean-Philippe Faure von der Standardorganisation von IEEE (IEEE-SA) unser Umfrageergebnis kommentiert. Faure ist Vorsitzender einer IEEE-SA Arbeitsgruppe, die sich dafür einsetzt, dass verschiedene Smart Home-Lösungen international kompatibel sind. Dass intelligente Zähler (sogenannte «Smart Meters»), die den Strom-, Was56 | Clean and Green

ser-, Gas- oder auch Wärmeverbrauch verschiedener Geräte im Haushalt messen und anzeigen, einen Einfluss auf ihr eigenes Verbrauchsverhalten hätten, glauben 83 Prozent der Befragten. Der Austausch veralteter Geräte käme immerhin für 66 Prozent der Teilnehmer in Frage – insbesondere wenn sich dies durch Einsparungen beim Energieverbrauch rechnen würde. Sind Smart Homes schon heute Realität? Etwa 44 Prozent denken, dass es in fünf bis zehn Jahren soweit sein wird und sogar 47 Prozent, dass sie schon heute Realität sind. Nur neun Prozent der Befragten halten intelligente Häuser für Zukunftsmusik, die sich erst in zehn bis 20 Jahren realisieren lassen. Und was sagt der Experte? «Die Technologien sind bereits vorhanden. Die Frage ist nur: Wann werden sie wirtschaftlich? Hotels können schon heute mit Hilfe von Smart Home-Lösungen zehn bis 15 Prozent Energie einsparen und damit effektiv Kosten reduzieren. Für Privathaushalte amortisieren sich die Kosten dagegen heute noch nicht», erklärt Dr. Michael Koch, Vice President Strategic Positioning bei der develo AG, dem führenden europäischen Unternehmen im Markt für Powerline-Kommunikationslösungen und Mitglied von IEEE-SA. Auch auf die Frage, ob Häuser oder Wohnungen zu Smart Homes umgerüstet

werden können oder neu gebaut werden müssen, hat Koch eine klare Antwort: «Smart Home-Lösungen sind solche, die die bestehende Infrastruktur nutzen.» Es ist also möglich, jeden Haushalt in ein schlaues Zuhause umzurüsten. Weitere Informationen zu der Umfrage finden Sie auf www.cleanenergy-project.de.

Jean-Philippe Faure

© Frauenhofer

inHaus2 (Smart Building) Fraunhofer

Das Hauptziel von inHaus2 ist die zukunftsorientierte Entwicklung und Markteinführung von neuartigen, intelligenten Raum- und Gebäudesystemen (Smart Building) zur Steigerung der Gesamtattraktivität einer Nutzimmobilie. www.inhaus.fraunhofer.de Clean and Green | 57

Efficiency

© Ulrich Schwarz

Von Josephin Lehnert

«Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität» an der Fasanenstraße in Berlin

Leben im Haus der Zukunft:

Das Effizienzhaus Plus In der Berliner Fasanenstraße steht Deutschlands erstes voll funktionsfähiges und bewohnbares Energieüberschusshaus. Das sogenannte «Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität» erzeugt innerhalb eines Jahres mehr Energie als eine durchschnittliche vierköpfige Familie und zwei Elektrofahrzeuge benötigen. Anfang März begann eine 15-monatige Evaluierungsphase, in der das Effizienzhaus Plus unter realen Nutzungsbedingungen getestet wird. Das Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität ist ein Pilotprojekt der Bundesregierung und bietet Lösungsansätze für eine zukünftige Energieversorgung sowohl im Gebäudebereich als auch im Verkehrswesen. Das Gebäude entstand im Rahmen eines Wettbewerbs, ausgeschrieben vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Forschungsgruppen an Hochschulen und Architekturbüros beteiligten sich daran und reichten insgesamt 16 Beiträge ein, von denen eine Jury drei auswählte und prämierte. Der erste Platz ging an das Institut für Leichtbau, Ent58 | Clean and Green

werfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart und das Büro des Architekten Werner Sobek. Der gemeinsame Entwurf überzeugte die Juroren vor allem durch seine intelligente Vernetzung der Bereiche «energieeffizientes Wohnen» und «Elektromobilität». Das Effizienzhaus Plus produziert so viel Energie, wie für die Klimatisierung der Räume, die Warmwasserbereitstellung, den Betrieb elektrischer Geräte und mindestens zweier Elektrofahrzeuge benötigt wird. Zugleich wurde der Entwurf als innovativ und architektonisch zeitgemäß gelobt. Der Entwurf verbindet ästhetische Klarheit und Transparenz mit einer kompakten Bauweise, wie es typisch für die Entwürfe Werner Sobeks ist. «Ich bin der Meinung, Häuser dürfen nicht aussehen wie Effizienzhäuser. Nachhaltige Häuser müssen fulminant und atemberaubend schön sein und das können sie auch, wenn wir es nur richtig machen. Wir haben ja kein Energieproblem als solches, wir haben nur das Problem, dass wir die falsche Energie, nämlich fossile Energieträger nutzen», erklärt Sobek.

© BMVBS

Das zweigeschossige Gebäude bietet auf rund 130 Quadratmetern genügend Raum für eine vierköpfige Familie. Die Stromversorgung übernehmen Photovoltaikmodule auf dem Dach und an der Fassade. Diese erzeugen Strom für die Beleuchtung und den Haushalt. Was übrig bleibt, wird in einer 40 Kilowattstunden-Lithium-Ionen-Batterie zwischengespeichert und steht dann beispielsweise nachts zur Verfügung. Mit überschüssiger Energie können zudem die Elektrofahrzeuge an der integrierten Ladestation betankt werden. Bei besonders gutem Wetter liefert das Effizienzhaus Plus so viel Strom, dass ein Teil davon sogar in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Zur Not kann das Haus umgekehrt aber auch Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Mittels Wettervorhersage und intelligenter Steuerungstechnologie findet ein spezielles Energiemanagement statt. Die nötige Wärmeenergie wird durch eine Wärmepumpe bereitgestellt, die im Grunde wie ein Kühlschrank funktioniert, nur umgekehrt. Sie ist auch für die Warmwasserversorgung zuständig. Die kompakte Gebäudehülle ist sehr gut isoliert und hält dadurch die zugeführte Wärme im Inneren. Wände, Böden und Decken sind in Holztafelweise ausgeführt und mit Zellulosedämmung ausgekleidet. Die Ost- und Westseite des Gebäudes bilden großflächige Glasfronten aus Dreifachverglasung. Hierdurch entsteht einerseits eine gute Dämmung, andererseits wird ein hoher Durchlassgrad der wärmenden Sonnenenergie erzielt, wenn die Sonne im Winter tief steht und ihre Wärme nötigt ist. Die Energieeffizienz wird durch die kompakte Bauweise und die Nord-Süd-Ausrichtung begünstigt. Das Effizienzhaus Plus soll nach einer Projektzeit von maximal drei Jahren vollständig zurückgebaut und recycelt werden. Sämtliche Elektrogeräte im Haushalt arbeiten besonders energieeffizient. Der Energiebedarf des Hauses beträgt durch den Einsatz energieeffizienter

Jörg Welke und Simone Wiechers mit ihren zwei Kindern Freyja und Lenz

Kurz gefragt So lebt es sich im Effizienzhaus Plus Seit Anfang März wohnt Familie WelkeWiechers im Effizienzhaus Plus (EH+) in Berlin. Wir waren neugierig, wie es sich darin lebt und haben Vater Welke nach den ersten Eindrücken befragt. Seit wann wohnen Sie im EH+ ? Seit 3. März 2012 Wie gefällt es Ihnen und Ihrer Familie? Sehr gut, es ist hell, luftig und spektakulär. Was hat Sie und Ihre Familie dazu bewogen, sich als Testfamilie für das EH+ zu bewerben? Wir haben bislang immer darauf geachtet, aus Umweltschutzgründen, aber auch um die Haushaltskasse zu schonen, nicht zu viel Energie zu verbrauchen. Wir fahren kein Auto, vermeiden Flüge, ernähren uns fleischarm, regional, saisonal und biologisch und achten beim Heizen auf Effizienz. Da ist uns das EH+ gelegen gekommen, denn hier können wir unseren Lebensstil komplett verwirklichen. Was für Umstellungen bringt der Umzug ins EH+ mit sich? Wir müssen unseren Alltag besser planen, da die Wege zu Schule, Arbeit und Freizeit länger geworden sind.

sumverhalten? Nein, wir haben nun aber ein besseres Gefühl, wenn wir Strom verbrauchen, weil er nun wirklich grün ist. Ändert sich etwas an Ihrem Mobilitätsverhalten? Ja, wir sind vorher mit Fahrrad und ÖPNV unterwegs gewesen, nun fahren wir Elektroauto. Was sagen Ihre Kinder zu dem Umzug? Unsere Kinder finden das Projekt toll. Ohne ihre Zustimmung hätten wir das nicht gemacht. Was gefällt Ihnen nicht am Effizienzhaus Plus? Die Inneneinrichtung ist teilweise eher an ästhetischen als an praktischen Gesichtspunkten orientiert, zum Beispiel sieht die Dusche zwar schön aus, ist aber unpraktisch zu bedienen. Können Sie sich vorstellen, auch dauerhaft in einem Energieeffizienzhaus zu wohnen, oder zieht es Sie langfristig doch in Ihre Altbauwohnung? Ich kann mir das sehr gut vorstellen, allerdings wäre es schön, wenn das Haus im Prenzlauer Berg stehen würde.

Ändert dadurch, dass der Strom für Sie nichts kostet, sich etwas an ihrem KonClean and Green | 59

Efficiency

«Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität» - Über die fahrzeugeigene Vehicle Homepage und die entsprechende App können die wichtigsten Fahrzeugdaten vom Computer oder per smartphone unterwegs jederzeit abgerufen werden. Im «Effizienzhaus-Plus» hat die Familie zusätzlich die Möglichkeit, die Vehicle Homepage über den hauseigenen LCDMonitor zu nutzen.

Außenansicht «Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität»

© Leukefeld

Anlagentechnik mit intelligenter Steuerungstechnologie nur etwa 10.000 Kilowattstunden pro Jahr. Per Smartphone können die Hausbewohner die gesamte Haustechnik interaktiv steuern, von der Regulierung der Heiztemperatur über die Steuerung der Jalousien bis zum Dimmen der LED-Beleuchtung. Anfang März ist eine vierköpfige Familie in das Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität eingezogen, die per Losverfahren unter anderen Bewerbern ausgewählt wurde: Jörg Welke (42) und Simone Wiechers (42) mit ihren zwei Kindern Freyja (11) und Lenz (8). Über 15 Monate hinweg wollen sie das Effizienzhaus Plus unter realen Bedingungen testen und haben dafür ihre Altbauwohnung im Prenzlauer Berg vorübergehend eingetauscht. Während der Testphase stehen ihnen für drei Monate jeweils zwei Elektrofahrzeuge sowie zwei Elektrofahrräder zur Verfügung. Das Effizienzhaus Plus ist komplett ausgestattet, wobei bei Möbeln und Gebrauchsgegenständen darauf geachtet wurde, ökologisch besonders verträgliche Materialien und Produkte zu verwenden, die möglichst rückstandsfrei recycelbar sind. Begleitet wird die Familie vom Fraunhofer Institut für Bauphysik, das während der Wohnphase das Konzept des Hauses, die Gebäudetechnik und das Energiemanagement auf Alltagstauglichkeit prüfen wird. Insgesamt 1.000 Messpunkte wurden im und am Haus installiert, die kontinuierlich Temperatur, Feuchte und Wärmestrom überwachen. Die Ergebnisse sollen dann für die breitenwirksame wirtschaftliche Errichtung derartiger Gebäude und die Weiterentwicklung technischer Systeme zur Verfügung gestellt werden.

© Ulrich Schwarz

Von Josephin Lehnert

Energieautark können die Bewohner dieses Hauses in Lehrte wohnen. Weitere Energieeffiziente Projekte: www.enbausa.de/daemmung-fassade/aktuelles/artikel/energieautarkes-haus-in-lehrte-eroeffnet-2170.html

http://www.naheimst.de/nc/presse/detailansicht/article/frankfurt-am-main-am-riedberg-plant-die-nassauischewww.bmvbs.de/SharedDocs/DE/Artikel/B/effizienz-

heimstaette-ein-aktivhaus/217.html?tx_ttnews[pS]=1187382581&cHash=45fee1b216e35d8f4f2f4c3026d26e9d

haus-plus-infos-zum-projekt.html?nn=75502 www.bmvbs.de/effizienzhausplus 60 | Clean and Green

www.igs.bau.tu-bs.de/_news/_2012/images/PlusenergieBerghalde.PDF

Bits&Pieces

Flower Power Wissenschaftler der RWTH Aachen und des Massachusetts Institute for Technology (MIT) haben ein neues Design für thermische Solarkraftwerke entwickelt, das sich an der Anordnung der Samen einer Sonnenblume orientiert. Dadurch lässt sich Sonnenlicht effizienter in Energie umwandeln. «Man wandert von der Mitte aus spiralförmig nach außen und platziert die Spiegel wie bei den Sonnenblumensamen immer um einen festen Winkel weiter», erklärt RWTH-Forscher Manuel Torrilhon. Die Spiegel stehen so näher beieinander, das spart Fläche. Am Beispiel des Solarkraftwerks PS10 in der Nähe von Sevilla, Andalusien, haben die Wissenschaftler vorgerechnet, dass sich die Stellfläche um 15,8 Prozent reduzieren ließe, bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung des Feldes. www.cleanenergy-project.de/wissenschaft/305-wissenschaft/4749-flower-power-sonnenblumen-optimieren-solarkraftwerke

Thüga gründet Gesellschaft für Ethikbank senkt Zins für ÖkoKredit Energieeffizienz Die Bundesregierung will den Wärme-

wurden, lassen auf sich warten, da

Die Thüga AG, Deutschlands größter Verbund kommunaler Energie- und Was-

bedarf im Gebäudebestand bis 2020

Bund und Länder sich bisher nicht ei-

serversorger, gründet eine eigene Gesellschaft für Energieeffizienz. Die Thüga

um 20 Prozent reduzieren. Doch die

nig sind, wer die entstehenden Steu-

Energieeffizienz GmbH soll die Unternehmen der Thüga-Gruppe von 2012 an mit

Rahmenbedingungen

erausfälle tragen soll. Eine Alterna-

einem breiten Spektrum an Energieeffizienzdienstleistungen und -konzepten

erschweren

die­ses Vorhaben. Anfang 2012 wur-

tive für sanierungswillige Bauherren

versorgen. Dazu gehört, dass sie mit den Energieversorgern vor Ort konkrete

de bekannt, dass die Finanzierung

ist der ÖkoKredit der Ethikbank, den

Maßnahmen erarbeitet, um die Kunden bei der Energieeinsparung und der effizi-

der KfW-Förderprogramme für Ge-

diese zuletzt auf 3,87 Prozent gesenkt

enten Energienutzung zu beraten und ihnen wirksame Klimaschutzinstrumente

bäudesanierung offenbar wegbricht.

hat. Es handelt sich um einen Sofort-

an die Hand zu geben. Des weiteren soll die Gesellschaft bei der Recherche und

Statt 1,5 Milliarden Euro sollen vom

kredit, der speziell für umweltgerech-

Beantragung von Fördermitteln behilflich sein.

Bundesfinanzministerium für dieses

te Sanierungen im Umfang von bis zu

www.thuega.de/thuega-gruppe/loesungen/beratung-und-dienstleistungen/die-thuega-

Jahr zunächst nur 900 Millionen Euro

40.000 Euro gedacht ist. Für größere

energieeffizienz-gmbh.html

freigegeben werden. Auch die steuer-

Investitionen bietet das Institut einen

www.effizienz.thuega.de

lichen Erleichterungen, die im vorigen

ÖkoBaukredit an.

Jahr von der Koalition beschlossen

www.ethikbank.de Clean and Green | 61

Efficiency Von Josephin Lehnert und Corinna Lang

Quick Steps: Energieeffizienz im Überblick Mit einem geringeren Energieaufwand eine hohe Ausbeute erzielen – unser kleines ABC zeigt, wie es geht.

A

B

C

uto Viele Autos werden in unterschiedlichen Motorisierungsvarianten angeboten. Ein leistungsfähiger und effizienter Motor senkt nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern auch die Spritkosten.

eleuchtung Wer bei der Beleuchtung auf Energiesparlampen beziehungsweise LED setzt oder effektive Reflektoren anbringt, kann hier bis zu 75 Prozent Energie einsparen.

omputer Computer weisen große Unterschiede im Stromverbrauch auf. Hier lohnt es sich, auf «Blauer Engel»- oder GEFA-Siegel zu achten.

D

E

F

ämmung Durch energetische Sanierungsmaßnahmen lässt sich der Energiebedarf von Gebäuden massiv senken. Eine Dämmung der Außenfassaden kann die Heizkosten um rund ein Drittel mindern.

G

ebäude Ein bedeutender Sektor für Effizienzmaßnahmen ist der Gebäudebereich. Grundsätzlich gilt: Je kompakter die Bauweise eines Gebäudes ist, desto geringer sind die Wärmeverluste.

62 | Clean and Green

nergie-Einspar-Contracting Beim Energie-Einspar-Contracting sorgt ein spezialisierter Energiesparpartner dafür, den Energiebedarf seines Auftraggebers durch geeignete Maßnahmen gezielt zu senken und wird dafür von diesem vergütet.

H

aushaltsgeräte Bei Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Kühlschränken oder LCD-Fernsehern gibt das EU-Label Auskunft über die jeweilige Energieeffizienzklasse und erleichtert so die Auswahl eines sparsamen Gerätes.

enster Fenster sind typische Wärmebrücken in Gebäuden. Moderne Fenster mit Mehrfachverglasung können helfen, hohe Energieverluste zu vermeiden.

I

ntelligente Gebäudetechnik Eine intelligente Gebäudetechnik verbindet und steuert verschiedene Komponenten wie Beleuchtung, Heizung, Belüftung und Jalousien. Je individueller die Technik an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst ist, desto effizienter ist sie auch.

N

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eitungen Bei der Stromübertragung und -verteilung lässt sich die Effizienz durch unterschiedliche Maßnahmen steigern. Spannungsverlusten in den Leitungen kann man durch effizientere Transformatoren oder eine Systemoptimierung entgegenwirken.

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obiltelefon Handy ist nicht gleich Handy. Beim Kauf ist es sinnvoll, ein Mobiltelefon zu wählen, das wenig Energie verbraucht. Viele Hersteller bieten Energiesparfunktionen an; einige zeigen sogar die CO2-Ersparnis auf dem Display an.

R

iedertemperaturheizung Fußboden- sowie Wandheizungen gehören zu den Niedertemperaturheizungen. Sie arbeiten mit geringer Vorlauftemperatur, da sie die Wärme sehr gleichmäßig verteilen.

assivhaus Passivhäuser reduzieren den Energieverbrauch um fast 100 Prozent. Die im Vergleich zum herkömmlichen Hausbau aufwendigeren und teureren Baumaßnahmen amortisieren sich relativ schnell.

ebound Produkte mit höherer Energieeffizienz verleiten häufig zu einem nachlässigeren Umgang. Macht eine höhere Nutzungsrate die Energieersparnis wieder wett, sprich man vom sogenannten ReboundEffekt.

S

T

V

olararchitektur Ein Gebäude planerisch an die Klimabedingungen des Standortes, wie Sonneneinstrahlung und Niederschläge, anzupassen, lohnt sich. Durch Solararchitektur wird der Energiebedarf für Heizung und Kühlung auf ein Minimum gesenkt.

W

ärmepumpe Wärmepumpen gewinnen aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie und drei Kilowattstunden Umgebungswärme rund vier Kilowattstunden Niedertemperaturwärme. Sie sind also viermal effizienter als normale Elektroheizungen.

ransparente Isoliermaterialien Transparente Isoliermaterialien (TIM) bestehen aus lichtleitenden Elementen, die Sonnenstrahlen auf eine schwarze Absorberschicht führen. Da die Wirkung der TIM vom Sonnenstand abhängig ist, wird gewährleistet, dass Wärme nur im Winter erzeugt wird. Die gute Isolationswirkung wirkt sich dagegen im Winter und im Sommer aus.

irtueller Anrufbeantworter Ein virtueller Anrufbeantworter ähnelt der Mailbox eines Mobiltelefons und benötigt 27-mal weniger Energie als ein konventioneller AB.

Z

ertifizierung Wer für sein Haus eine EnergieeffizienzZertifizierung durchführen lässt, stellt damit sicher, dass die Bedingungen für eine KfW-Förderung eingehalten werden.

© phanie www.vecteezy.com

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WK-Anlagen In Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen wird aus einem Energieträger zugleich Wärme und Strom gewonnen. Durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung lässt sich der Gesamtnutzungsgrad der Energie auf 80 bis 90 Prozent steigern und bis zu 40 Prozent Primärenergie einsparen.

e talk Interview  ¯

Von Daniel Chardon

Preiswerte Sonnenenergie für Alle Interview mit Martin Reichel und Dr. Panteleïmon Panagiotou von der Bayerischen Forschungsallianz in München. Organische PV-Zellen in Schwellenländern vor Ort produzieren, drucken, installieren, Ressourcen effizient nutzen – preiswerte Sonnenenergie für alle. Von dieser Utopie sind wir nicht mehr so weit entfernt. Das EU-Forschungsprojekt LARGECELLS (Large-area Organic and Hybrid Solar Cells), in dem die Universität Bayreuth für die Koordination des europäischen Konsortiums und die enge Zusammenarbeit mit dem indischen Konsortium und die Bayerische Forschungsallianz für das Projektmanagement auf EU-Ebene verantwortlich sind, will Grundlagen für einen Durchbruch liefern. Wie ist das Projekt LARGECELLS für die Entwicklung von organischer Photovoltaik (OPV) aufgebaut? PP: Das Projekt LARGECELLS besteht aus zwei separaten Konsortien, die eng miteinander kooperieren. Dabei finanziert Indien ein Konsortium, die EU das andere. Zunächst führen die Wissenschaftler die Synthese von Polymeren durch. Sie wollen besser leitende Polymere entwickeln, wenn diese auch nicht an die Leitfähigkeit von Metallen herankommen werden. In der Testphase werden die synthetisierten Polymere auf dem Träger64 | Clean and Green

material als dünner Film aufgetragen. Dieser Film wird mittels nanotechnologischer Methoden auf die Morphologie überprüft, wobei diese stark von den verwendeten Polymeren abhängig ist und einen direkten Einfluss auf den Wirkungsgrad der Zellen hat. Deshalb ist deren Analyse essenziell für das Vorankommen. Für diese Überprüfung ist die TU Eindhoven zuständig. Nun kommen zwei Partner aus Dänemark (RISØ National laboratory der TU Dänemark und Mekroprint Electronics A/S) ins Spiel. Sie entwickeln eine Paste, die sie in der Konsistenz den modernen Beschichtungsmethoden anpassen. Die Paste muss von der chemischen Zusammensetzung und der Viskosität so beschaffen sein, dass sie im modernen Produktionsablauf verwendet werden kann. Danach werden verschiedene Varianten der OPV-Zellen in Israel und Indien getestet. Zudem hat Prof. Katz von der Ben-Gurion Universität ein Gerät entwickelt, das das Sonnenlicht bündelt und die Zellen zu Testzwecken hoch konzentrierter Sonnenstrahlung aussetzt. Nach den Auswertungen werden Optimierungszyklen gefahren. Wie bearbeiten andere das Feld der OPV? PP: In Japan ist beispielsweise Mitsubishi sehr engagiert. Mitsubishi hat Ende 2011 mit 10 Prozent Wirkungsgrad bei den organischen PV-Zellen geworben. Firmen wie Mitsubishi und Konarka übertreffen sich gegenseitig in Effizienzmessungen.

Bemerkung: Mitsubishi Chem schreiben auf ihrer Webseite davon, dass bis 2015 eine Fabrik zur Produktion von OPV-Zellen ihren Betrieb aufnehmen soll. Bis dahin rechnet man bei Mitsubishi schon mit einem Wirkungsgrad von 15 Prozent. Zum Vergleich: Die besten anorganischen PVZellen erreichen heute einen Wirkungsgrad von mehr als 20 Prozent.

Effizienz ist aber nicht alles. Angegeben ist dann vielleicht eine OPV-Fläche von einem Quadratzentimeter! Im Projekt LARGECELLS geht es um die Herstellung großflächiger Solarzellen, 50 mal 50 Zentimeter. Diese sind viel preisgünstiger in der Produktion. Hier werden also verschiedene Maßstäbe miteinander verglichen. Zusätzlich geht es auch um die Langlebigkeit. Die Zellen sollten mindestens einige Jahre halten. Welches sind die Einsatzgebiete und Vorteile von OPV? PP: Der größte Reiz von OPV besteht darin, dass sie flexibel ist. Dadurch kann man sie in viele Materialien integrieren. Die OPV zeigt nicht die hohe Effizienz, verglichen mit z. B. Silizium-basierten Systemen. Sie zeichnet sich aber dadurch aus, dass man flexible Substrate verwenden kann. Dazu sind die Produktionskosten viel niedriger als bei anorganischen PV‘s. Des weiteren sind OPV-Zellen leichter als anorganische,

Prof. Frederik C. Krebs von Danmarks Tekniske Universitet

sind also auf Dächern auch kostengünstiger nachzurüsten. Es gibt auch kein Problem im Falle eines Brandes, weil «Plastik» bei viel niedrigeren Temperaturen schmilzt als Silizium (800 Grad) und somit die Brandlöschung nicht erschwert. Die ins Gespräch gekommenen Dünnschichttechnologien weisen zwar bessere Wirkungsgrade auf, kommen aber weder vom Preis noch von der Flexibilität an OPV heran. Hier liegen die Chancen von OPV im Masseneinsatz. In Schwellenländern kann OPV vor Ort produziert und preiswert zur Verfügung gestellt werden. Dort müssen wir noch an der Akzeptanz der Solarenergie in der Bevölkerung arbeiten. Das geht aber nur mit preiswerten Produkten, welche unmittelbaren Nutzen bieten. Im Rahmen von LARGECELLS ist die Abgabe von einfachen Solar-Give-aways geplant. Die Kommunikation der Forschungsresultate und deren Nutzen für die Menschen gehört zum Projekt.

Wo liegen noch Verbesserungsmöglichkeiten? PP: Indium ist ein seltenes und teures Material. Indiumzinnoxid (engl. ITO) wird aber in der OPV oft als Elektrodenmaterial verwendet. Deshalb sucht man hier noch nach Alternativen, etwa Mischungen aus leitenden Polymeren. Richtung Produktion sucht man zudem nach Stoffen, die die Kosten senken.

Da geht es um die «Grand Challenges», vor denen die ganze Welt steht. Die alternative Energieversorgung gehört sicher dazu. Gerade in den Schwellenländern kommt da noch eine Welle an Wachstum von Bevölkerung und Energieverbrauch auf uns zu, die wir irgendwie bewältigen müssen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass unser Projekt hier einen Beitrag leisten kann.

Wie sieht die Langfristigkeit der Projekte im Rahmen der EU-Förderung aus? MR: Das Projekt LARGECELLS wurde zunächst für eine Laufzeit von zwei Jahren bewilligt und inzwischen auf vier Jahre ausgedehnt. Im künftigen Rahmenprogramm Horizon 2020 der EU werden gerade die Fragestellungen für 2014 bis 2020 herausgearbeitet. http://ec.europa.eu/research/horizon2020/ index_en.cfm?pg=documents http://ec.europa.eu/research/horizon2020/ index_en.cfm?pg=home&video=none

PP: Energieversorgung ist ja ein weites Feld. Es gibt nicht eine Lösung. Neben Effizienz geht es um Speicherung, Verteilung und Infrastruktur. So hat Indien selbst ein millionenschweres Projekt zum Thema PV aufgesetzt. Hier geht es darum, entlegene Regionen günstig mit Strom zu versorgen. Die Idee der autarken, dezentralen Energieversorgung, bei der dann auch Smart Grids eine tragende Rolle spielen, wird immer bedeutender. MR: Das Ineinandergreifen der verschiedenen Disziplinen wird bereits in der (GrundClean and Green | 65

e talk Interview  ¯

Von Daniel Chardon

lagen-)Forschung immer wichtiger. Das hat auch die EU-Kommission erkannt. Die verschiedenen «Player» und Wissenschaftler an einen Tisch zu bringen und dazu anzuregen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, ist dann unsere Aufgabe.

Das Projekt in Kürze Die PV spielt bei der Erzeugung elektrischer Energie zukünftig eine wichtige Rolle. Allerdings erfordert die Produktion anorganischer PV-Elemente einen hohen Energie- und Kostenaufwand. Darüber hinaus ist der Einsatz von giftigen beziehungsweise teurer werdenden Materialien wie Galliumarsenid (GaAs), Cadmiumtellurid (CdTe) oder Kombination aus Kupfer, Indium, Gallium, Schwefel und Selen (CIS) bei der Herstellung problematisch. Eine Alternative stellt die organische Photovoltaik dar, die die Umwandlung von Sonnenenergie mithilfe von organischen Materialien wie Polymeren ermöglicht. Anders als bei anorganischen Halbleitern werden die organischen «Polymersolarzellen» auf ein Trägermaterial (Kunststofffolien) im Roll-to-Roll-Verfahren aufgebracht und anschließend versiegelt. So lassen sie sich günstig, schnell und energieeffizient produzieren. Bis dato scheitert die großflächige Anwendung an der niedrigen Effizienz. Das Projekt LARGECELLS will kostengünstige und umweltfreundliche OPV-Lösungen entwickeln. Ziel ist eine deutliche Verbesserung der Effizienz und Langzeitstabilität der OPV.

besser nutzen und eine Adresse für Fragen der Forschungsförderung etablieren soll. Jeder der vier involvierten Partner deckt mit seinen Leistungen einen Teilschritt ab. Die Bayerische Forschungsstiftung fördert Forschungsvorhaben und -verbünde in Bayern, wir, die Bayerische Forschungsallianz, helfen geeignete europäische und internationale Fördergelder für bayerische Forscher zu erlangen und diese international zu vernetzen, das ITZB hilft u. a. bei der Finanzierung der Proof-of-Concept und Bayern Innovativ versucht die Ergebnisse gegenüber der Industrie publik zu machen und Forschung und Industrie in Kontakt zu bringen, um Produkte schließlich zur Marktreife zu bringen. Demzufolge wurden diese vier Partner unter einem Dach, dem Haus der Forschung, zusammengeführt. Ziel der Bayerischen Forschungsallianz ist es, die 11 bayerischen Universitäten und 20 Hochschulen für angewandte Wissenschaften international und bei der EU besser zu verlinken. Wir helfen diesen, die Förderbarriere zu überwinden, damit sie sich nicht alleine durch den «Förderdschungel» kämpfen müssen. Wir sind zudem auch vollwertiges Mitglied des Enterprise Europe Network, womit die Aufgabe verbunden ist, die KMU über die Förderprogramme und -möglichkeiten zu informieren und Zugang zu anderen KMU in anderen Ländern zu vermitteln.

Testanlage in Indien

www.bayfor.org www.hausderforschung.bayern.de http://www.enterprise-europe-network.ec.europa. eu/index_en.htm

www.largecells.eu

Haus der Forschung Wie entstand das Haus der Forschung und was ist das Ziel? MR: 2010 hat das bayerische Wissenschaftsministerium sowie das bayerische Wirtschaftsministerium vorgeschlagen, dass man die Synergien inhaltlich wie finanziell zwischen den bereits vorhandenen Bereichen 66 | Clean and Green

Testanlage in der Negev Wüste

PV-Zellen auf Papier

Wissenschaftler der TU Chemnitz haben Solarmodule vorgestellt, die auf einfaches Papier gedruckt werden können. Dabei kommen spezielle Druckfarben mit elektrischen Eigenschaften zum Einsatz, die bestimmte Strukturen auf Papier bilden, so dass bei Sonnenlichtbestrahlung Strom entsteht. Die 3PV («printed paper photovoltaics») genannte Technologie stellt einen Paradigmenwechsel in der Solartechnologie dar, insbesondere im Hinblick auf Materialkosten. Denn Photovoltaikzellen sind bislang relativ teuer in der Herstellung. Aktuell erreichen die neuartigen Zellen einen Wirkungsgrad von 1,3 Prozent. Ziel ist es, den Wirkungsgrad durch Materialoptimierung auf bis zu fünf Prozent zu steigern. Damit setzt die Technologie nicht unbedingt auf hohe Effizienz und lange Haltbarkeit, aber auf billige Materialien und kostengünstige Massenproduktion. Außerdem sind die Zellen relativ umweltfreundlich, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und problemlos im Altpapier entsorgt werden können. http://www.cleanenergy-project.de/wissenschaft/305-wissenschaft/4467-solarzellen-auf-papier

Solarer Anstrich Wissenschaftler der University of Notre Dame in In-

der richtigen Energie auf die Oberfläche der Cadmi-

Herstellungsverfahren. Theoretisch könnte man

diana, USA, haben eine spezielle Farbe entwickelt,

um-Komponente, entweicht ein Elektron und das

in Zukunft Solarzellen einfach auf Hausfassaden

die unter Sonnenlicht elektrischen Strom erzeugt.

Titandioxid absorbiert es. Mit dieser einfachen Me-

pinseln. Zunächst wollen die Wissenschaftler aber

Die Solarfarben bestehen aus zwei Schichten: Sie

thode ist es den Forschern gelungen, elektrischen

die Langzeitstabilität der Farbe untersuchen, sowie

enthalten einen Titandioxid-Kern (ein Nanokristall)

Strom zu erzeugen. Der derzeitige Wirkungsgrad

deren Wirkungsgrad erhöhen. Sollte dies gelingen,

der mit einer lichtabsorbierenden Schicht umman-

liegt allerdings bei nur einem Prozent - für die erste

wäre das ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte

telt ist, entweder Cadmiumsulfid oder Cadmium-

Generation jedoch ein zufriedenstellender Wert. Die

der Solarindustrie.

selenid. Trifft ein Photon, also ein Lichtteilchen, mit

Stärke der Solarfarbe liegt in ihrem relativ einfachen

www.youtube.com/watch?v=BCtCqXfs82c

Clean and Green | 67

e talk Interview  ¯

Von Daniel Chardon

Schlüssel zur Globalen Innovation Interview mit Richard Youngman, Managing Director Cleantech Group (CTG), Europe & Asia. Was ist die Mission der Cleantech Group (CTG)? Die Cleantech Group wurde 2001 mit dem Gedanken gegründet, dass es ein Wachstum bei Start-ups im Bereich der sauberen Technologien geben wird. Die Bestrebung war immer, die innovativen Jungunternehmen mit den richtigen Partnern zusammenzubringen. Zu diesen Partnern gehören sowohl Finanz- und Investmentgesellschaften als auch die Käufer und Nutzer der Technologien, die häufig große Konzerne sind. Wir sind eine gewinnorientierte Organisation, die drei Arten von Leistungen anbietet: die Online-Forschungsmitgliedschaft, genannt i3 (insight into innovation), die Beratung und Durchführung direkter Kundenforschung sowie das Veranstalten von Konferenzen. Wie hat die CTG angefangen und wie hat sie sich entwickelt? Die beiden Gründer der CTG waren Investoren und Unternehmer, die zwei Ideen verfolgten. Die eine war ein Event, welches heute das Cleantech Forum San Francisco ist. Damals wurden 20 oder 30 Start-ups mit 20 bis 30 Investoren zusammengebracht. Heute ist es eine große Veranstaltung mit bis zu 1.000 Teilnehmern. Die andere Idee ist der Ursprung von i3 und widmete sich den fehlenden Informationen über Clean Tech Firmen, wer sie sind, was sie machen und welche Investitionsmöglichkeiten es gibt. Investoren brauchen eine solide Datenbasis. i3 ist heute eine der größten, wenn nicht sogar DIE größte Datenbank globaler Cleantech Unternehmen. Die Datenbank umfasst rund 68 | Clean and Green

15.000 Cleantech Unternehmen weltweit. Wenn Sie zurückschauen, wie hat sich in den letzten zehn Jahren der Cleantech Markt verändert? Am Anfang war der Markt eine Nische. Inzwischen hat er sich in das Bewusstsein der Gesellschaft katapultiert. Die Clean Tech Jungunternehmen als Investitionsmarkt haben sich aus der Nische heraus zu einem Investitionsmarkt für Risikokapital (venture capital) entwickelt, der mit demjenigen der IT Branche gleichgezogen hat. Der Markt ist «erwachsen» geworden. In den Anfängen haben wir viel experimentiert und gelernt. Fehler wurden gemacht, Geld ging verloren, aber es gab auch Erfolgsgeschichten. Vor zehn Jahren hatten wir Unternehmen, die Träume verkauften, heute sind Investoren ein bisschen vorsichtiger. Aber einige intensive Anlageinvestitionen wurden getätigt und haben die Grundlage geschaffen, auf denen einfachere Geschäftsmodelle in Zukunft aufbauen können. Es schwirren viele interessante Ideen herum, die Informationstechnologien, Mobilität und Energie verknüpfen, auch Smart Grids haben ein großes Potential, aber sie benötigen zuerst materielle Vermögenswerte, um effektiv zu werden. Auf dieser Reise müssen noch viele Meilensteine gesetzt werden. Sie haben andernorts schon geäussert, dass nicht die innovativen Start-ups fehlen, sondern der kritische Punkt die Anziehungskraft für institutionelle Anleger sein wird. Der schwierigste Teil des Fortschritts ist nicht, neue Dinge zu erfinden. Innovation braucht es bei der Entwicklung neuer Modelle und Strukturen, um einfacher institutionelles

Kapital in den Bereich Clean Tech fließen zu lassen. Momentan sind wir in einer Situation, in der die Anleger sich sehr zurückhalten. Erfolg muss nachweisbar sein, um Kapital freizulegen. Investoren wollen Szenarien-erprobte Technologien sehen. Deshalb müssen wir Erfolgsbilanzen vorlegen.

Richard Youngman

Was war die Motivation, zusammen mit dem WWF einen globalen Cleantech Innovationsindex zu veröffentlichen? All unsere Aktivitäten drehen sich um Innovationen. Es wurde auf der Mikroebene katalogisiert, wer sind die Firmen, wer die Investoren. Wir unternehmen auch Anstrengungen, diese Daten zu analysieren, verschiedene Standpunkte darzulegen, um zu verstehen, was gerade in den verschiedenen Branchen und Regionen passiert. Der Index zeigt, dass es überall in der Welt viele Innovationen gibt. Wenn man diese zusätzlich in Bezug zu der Größe der Volkswirtschaft setzt, bekommt man ein differenziertes Bild. Es ist bequem zu denken, dass alle

> 3.3 © Source: Cleantech Group Analysis

2.7 - 3.3 2.2 - 2.7 1.6 - 2.2 < 1.6 No data

interessanten Start-ups aus den USA kommen, weil die USA der dominierende Markt für Risikokapital sind. Aber in verschiedenen Erdteilen kommt es auf völlig unterschiedliche Weise zu Innovationen. Die Treiber von Firmengründungen sind von Land zu Land verschieden. Der Index ist der erste Versuch ein relativiertes Gesamtbild zu erfassen. In einer zweiten Ausgabe können wir dann leichter sehen, wie sich die Dinge verändern. Worin sehen Sie die Herausforderungen für die kommenden Jahre? Es ist weniger Geld verfügbar auf der Suche nach einem zu Hause als in den Jahren zuvor. Die Mittel, die zwischen 2006 und 2008 angelegt wurden, haben nicht die erwartete Leistung erbracht. Vielleicht wird sich dies als eine gesunde Reinigungsperiode herausstellen – wir sind zurück vom Berg im Tal. Eine der Herausforderungen auf der Makroebene ist es, zu erkennen, wo die Märkte und wo die Technologien angesiedelt sind. Es gibt Ausnahmen, aber Regelfall ist immer noch, dass die bestentwickeltste Technologie in Westeuropa und Nordamerika vorhanden ist. Aber die Märkte mit dem größtem Wachstum und dem größtem Bedarf in Bezug auf Umweltprodukte sind ganz wo anders (lacht). Also besteht die Herausforderung heutzutage darin, Unternehmen zu gründen, die

in den USA oder Europa zu Hause sind, aber ihre Hauptmärkte in Indien, China, Indonesien und Russland haben… Orte, an denen unsere bisherige Erfahrung und unser Knowhow nicht immer Garant für Erfolg sind. Über welche Unternehmen sprechen wir? Die multinationalen Konzerne sind nicht am innovativsten. Wir reden über innovative klei­­ne und mittelgroße Unternehmen. Aber es gibt eine für beide Seiten profitable Beziehung zwischen den globalen Konzernen und den kleineren Firmen. Die kleinen brauchen die «Grossen» wegen deren Vertrauenswürdigkeit und deren Zugang zu den Märkten. Und die großen Unternehmen erkennen langsam, dass viele Innovationen außerhalb der eigenen F&E Abteilung stattfinden. Glauben sie, dass die Lösungen von Seiten der Märkte und/oder der Politik geben kommen? Ob man es will oder nicht, die Politik ist immer involviert. Das ist eine problematische Diskrepanz, der sich Investoren stellen müssen, weil uns bewusst wurde, wie schnell sich die Politik und damit die Rahmenbedingung für Investitionen ändern kann. Das hat einen direkten Einfluss auf die Investitionsattraktivität einzelner Märkte. Natürliche Voraussetzungen wie Energie und Sicherheit von Ressourcen bestimmen das Verhalten.

Regierungsentscheidungen und Richtlinien können Prozesse vorantreiben, sie aber auch bremsen. Die Ankündigung, dass Deutschland sich aus der Atomenergie zurückzieht und die erneuerbaren Energien radikal vorantreiben will, ist ein sehr wichtiger Antrieb für Langzeit-Aktivitäten. Aber in einem System, in dem die Regierung alle vier Jahre neu gewählt wird, weiß keiner, ob wir uns auf diese Entscheidung verlassen können. In China kann man sich auf den Fünfjahresplan verlassen. Das ist ein einfaches und stabiles Umfeld für Investitionen. Was erhoffen Sie sich vom Cleantech Forum in München? Es ist ein Zusammentreffen von führenden Firmen und Leuten aus dem Cleantech Bereich. Wir wollen es Unternehmen ermöglichen, sich International zu verknüpfen. Für die diesjährige Konferenz hoffe ich, dass wir den Schwerpunkt weniger auf die Vergangenheit legen und uns wieder mehr der Zukunft widmen. Wir wissen von der Schuldenkrise, aber wir müssen die nächste Welle von Innovationen aufbauen – den Technologietransfer vereinfachen. Simple Botschaft: Was die Grundtrends anbelangt, ist das Thema so überzeugend wie immer, aber wir müssen neue Denkansätze finden, um Unternehmen in diesem speziellen Umfeld aufzubauen. www.cleantech.com

Clean and Green | 69

Renewables Von Corinna Lang

Neuartiger Biokraftstoff bindet CO2 Die in München ansässige recotrol GmbH hat einen Dieselkraftstoff auf pflanzlicher Basis entwickelt, der während seines gesamten Lebenszyklus mehr CO2 bindet als er freisetzt. «recotrol® natural green diesel», so der Name des Kraftstoffs, wird in einem natürlichen Mischverfahren aus 70 Prozent Pflanzenöl und 30 Prozent biologisch abbaubarer Additivverdünnung hergestellt. Dadurch ist der Pflanzendiesel weniger aggressiv als konventioneller Biodiesel und kann in jedem handelsüblichen Dieselmotor ohne Umrüstung verwendet werden. Für die Gewinnung des Pflanzenöls können verschiedene Ölpflanzensamen wie Raps, Sonnenblume, Leindotter und Jatropha genutzt werden. Die bei der Pressung der Samen zurückbleibende Pflanzensamenmasse (Presskuchen) steht bei Bedarf der Nahrungs- beziehungsweise Futtermittelindustrie zur Verfügung oder liefert

Energie in Form von Brennstoff. Aus den nicht für den Kraftstoff verwendeten Pflanzenteilen (Wurzeln, Stängel, Blätter, Blüten, Presskuchen) wird mittels Pyrolyse Pflanzenkohle hergestellt. Diese wird anschließend in der Landwirtschaft als Bodenverbesserer eingesetzt, wo sie den Kohlenstoff dauerhaft bindet und so einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Auf diese Art und Weise schließt sich der Zero-Waste-Kreislauf.

Umwelt und Klima Der Pflanzendiesel selbst setzt während seines Lebenszyklus zirka ein Kilogramm CO2 frei. Laut des Unternehmens nehmen die verwendeten

Ölpflanzen jedoch über ihre gesamte Wachstumsphase hinweg etwa 20 Kilogramm CO2 pro Liter Kraftstoff auf und speichern dieses in ihrer Biomasse. Durch die Pyrolyse kann bis zu drei Kilogramm CO2 pro Liter recotrol dauerhaft gebunden werden. Möglich ist dies, da der in der Pflanzenkohle enthaltene Kohlenstoff von Mikroorganismen nicht (beziehungsweise nur sehr langsam) abgebaut werden kann. Insgesamt können also theoretisch bis zu zwei Kilogramm CO2 pro Liter Kraftstoff eingespart und dauerhaft gebunden werden. Die von der recotrol GmbH verwendeten Energiepflanzen werden, wie in Europa vorgeschrieben, nach europäischen Nach­haltigkeitskriterien angebaut, die eine ökologische und soziale Verträglichkeit garantieren. Darüber hinaus legt das Unternehmen Wert auf Mischfruchtanbau, die Optimierung von Fruchtfolgen sowie den Einsatz

standortgerechter, wenig kulturintensiver Pflanzensorten. Um die Umwelt zu schonen bemüht sich die Firma außerdem, den Einsatz von Arbeitsmaschinen und -mitteln so gering wie möglich zu halten.

Mischen möglich Da sich jeder handelsübliche Dieselmotor mit dem Biokraftstoff betreiben lässt, entsteht durch seinen Gebrauch weder ein zusätzlicher finanzieller noch technischer Aufwand. Außerdem ist es möglich, den Kraftstoff auch beliebig mit mineralischem Diesel zu mischen. Im Gegensatz zu konventionellem Biodiesel weist recotrol keinen höheren Kraftstoffverbrauch als fossiler Diesel auf. Unternehmensangaben zufolge entspricht der Verbrauch des neuartigen Pflanzendiesels dem Verbrauch von mineralischem Diesel oder liegt – je nach Fahrzeugtyp – sogar darunter.

Teller-Tank-Debatte Ob Biokraftstoffe für den Nahrungsmittelmangel in Entwicklungsländern verantwortlich zu machen sind, hat in den Medien viele Diskussionen ausgelöst. Es gibt immer wieder Fälle, in denen der Anbau von Energiepflanzen in Entwicklungsländern durch Verdrängung zu einer regionalen Verknappung des Nahrungsmittelangebots beiträgt. Hier müssen Wirtschaft und Politik ihre Verantwortung wahrnehmen. Weiterführende Infos zu Pros und Kontras: Pro Broschüre der Agentur für Erneuerbare Energien www.unendlich-viel-energie.de/uploads/media/AEE_Durchblick_Bioenergie_online_jun11.pdf

Kontra «Biokraftstoffe machen nicht satt» von Stefano Valentino www.presseurop.eu/de/content/article/1633651-biokraftstoffe-machen-nicht-satt

© Frauenhofer

Für den privaten Autobesitzer ist der Pflanzendiesel jedoch nicht vorgesehen. «Zu unserer Hauptzielgruppe zählen in erster Linie Halter von Schwertransportern, wie Lkws, Schiffen, Zügen sowie Arbeits- und Baustellenfahrzeugen. Denn für diese Gruppe wird es innerhalb der nächsten Jahrzehnte keine adäquate ökologische sowie kostengünstige Alternative zum Diesel geben», erklärt Dominikus Brettner, Geschäftsführer der recotrol GmbH. recotrol natural green diesel wird es daher nicht an Tankstellen zu kaufen geben. Stattdessen vertreibt das Unternehmen seinen Pflanzenkraftstoff zu rentablen Festpreisen an Großabnehmer. Zu den potenziellen Kunden gehören neben Firmen auch Städte, Kommunen oder Institutionen, denen der Kraftstoff hilft, ihren ambitionierten CO2-Einsparungszielen näher zu kommen. www.recotrol.de

© Bio Architecture Lab, Inc.

Schwertransporter im Fokus

In dieser Stuttgarter Anlage wird aus Abfällen von Großmärkten Biogas hergestellt.

Meeresalgen

Marktabfälle im Tank

Kraftstoff aus Meeresalgen

Aus verdorbenen Lebensmitteln Biokraftstoff herzustellen – daran arbeiten aktuell Forscher des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Bei dem Projekt mit dem Namen «EtaMax» produzieren in einem zweistufigen Vergärungsprozess verschiedene Mikroorganismen aus organischen Marktabfällen in wenigen Tagen das Biogas Methan. http://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/

Das US-Unternehmen «Bio Architecture Lab» stellt erneuerbare Kraftstoffe aus Meeresalgen her und wurde dafür von der World Biofuels Markets Congress & Exhibition mit dem Sustainable Biofuels Award 2012 ausgezeichnet. Meeresalgen gelten als besonders nachhaltig. Sie benötigen für ihr Wachstum weder Süßwasser noch Kulturland und können sogar Meeresverschmutzungen reduzieren.

presseinformationen/2012/kraftstoff-aus-marktabfa-

www.ba-lab.com

ellen.html Clean and Green | 71

Bits&Pieces

Agile Windturbine

Unterwasserdrache produziert Ökostrom

Die beiden Schweizer, Patrick Richter und Karl Bahnmüller, wollten ursprünglich

Deep Green, ein Unterwasserkraft-

«nur» ein Kinderkarussell mit Windkraft antreiben. Doch schon bald verfolgten

werk, das vom Prinzip her wie ein Dra-

sie mit ihrem Windturm größere Dimensionen und gründeten die Agile Wind

che funktioniert, soll erneuerbaren

Power AG. Ihre vertikale Windkraftanlage dreht sich zwar langsamer als

Strom aus Gewässern mit geringer

herkömmliche, dreiflügelige Windräder, soll dabei aber leiser, günstiger

Strömung und großer Wassertiefe

und effizienter arbeiten. Das Konzept des Unternehmens sieht vor, dass

liefern. Das macht den Unterwasser-

immer drei Turbinen übereinander montiert werden, sodass gleichzei-

drachen gerade für Meeresabschnitte

tig verschiedene Windrichtungen in den verschiedenen Windhöhen

interessant, die mit anderen Tech-

genutzt werden können. Zwischen 0,5 und 6,8 Megawatt liegen die

nologien nur schwer nutzbar sind.

erwarteten Nennleistungen der verschiedenen Produkttypen, de-

Im Detail besteht das von der Firma

ren Turbinen insgesamt einen Durchmesser zwischen 12,5 und 48

Minesto entwickelte Kraftwerk aus

Metern aufweisen. Im Jahr 2014 soll die Serienreife des Wind-

einem am Meeresboden verankerten

turms erlangt werden.

Seil, an dem der Unterwasserdrache

www.agilewindpower.com

– eine Art Segel mit eingebauter Turbine – von der Strömung hin und her bewegt wird. Dabei soll sich der Drache zehnmal schneller bewegen als die Meeresströmung in der er treibt. Durch den simplen Aufbau sind die Kosten des Unterwasserdrachens

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

überschaubar und machen Deep

Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland ist 2011 auf 11,9 Prozent ge-

pektive in der nachhaltigen Energie-

stiegen. Während sich der Anteil im Strombereich um rund vier Prozent auf 20,1 Prozent erhöhte, ging er im Wärmesektor um 0,2 Prozent auf 9,4 Prozent zurück. Zugpferd bei der Stromerzeugung war erneut die Windenergie, gefolgt von Wasserkraft, Photovoltaik und Biogasanlagen. Problematisch zeigt sich weiterhin die Lage im Kraftstoffsektor. Hier sank der Anteil regenerativer Kraftstoffe im vergangenen Jahr auf 5,5 Prozent, nach 5,8 Prozent im Vorjahr. Der Rückgang geht vor allem auf den Absatzeinbruch bei reinem Biodiesel und reinen Pflanzenölen zurück. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnten die EU-Ziele – den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrsberiech bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern – verfehlt werden.

72 | Clean and Green

Green zu einer interessanten Persgewinnung. www.minesto.com/deepgreentechnology/ index.html

Schwimmende Solarkraftwerke

Energie aus Wind & Wellen Jan Peckolt gewann 2008 gemeinsam mit seinem Bruder Hannes die Segel-Bron-

Das israelische Unternehmen Sola-

ze-Medaille bei den Olympischen Spielen in China. Der Wirtschaftsingenieur ist

ris Synergy hat eine Solarkraftwerk-

aber nicht nur sportlich talentiert, sondern hat im Rahmen seiner Diplomarbeit

konstruktion entwickelt, die auf der

ein innovatives Energiekonzept namens Nemos entwickelt, bei dem Offshore-

Wasseroberfläche von Gewässern

Windparks zusätzlich auf die Kraft der Meereswellen zurückgreifen und so einen

schwimmt und dadurch immense Flä-

deutlich gleichmäßigeren Gesamtenergieeintrag erzielen. Peckolt ist dabei auch

chen zur Erzeugung von Sonnenstrom

eine erhebliche Weiterentwicklung gängiger Wellenkraftwerke gelungen: Im

nutzen kann. Für die Umsetzung

Detail besteht Nemos aus einem mit drei Seilen am Meeresgrund befestigten

ihrer Idee verwendeten die Wissen-

Auftriebskörper. Durch die Kraft der Wellen wird dieser bewegt und überträgt

schaftler vergleichsweise preiswerte

die Energie über die Seile an einen Generator, der am Turm der Windkraftanlage

Siliziumsolarzellen, die direkt vom

befestigt ist. Während bisherige Systeme deutlich unter 50 Prozent der Wellen-

darunter liegenden Wasser gekühlt

energie verwerten konnten, hat das von Peckolt optimierte Verfahren einen Wir-

werden. Den vorrangigen Einsatzort

kungsgrad von bis zu 80 Prozent.

der schwimmenden Solarkraftwer-

www.nemos.org

ke sieht das Unternehmen nicht auf natürlichen Gewässern, sondern auf bereits industriell genutzten Wasserflächen. In Frage kommen dafür beispielsweise die Oberflächen von Abwasseraufbereitungsanlagen oder künstlich angelegten Aquädukten, Flüssen und Stauseen, wodurch keine Eingriffe in natürliche Biotope erfolgen. Außerdem verbessert sich durch die Installation der Module sogar die Wasserqualität, da weniger Wasser verdunstet und das Wachstum von Algen eingedämmt wird. www.solaris-synergy.com www.youtube.com/watch?v=pl8dfRuR10s

Clean and Green | 73

Cleanpractice Von Josephin Lehnert

Energiegenossenschaften in Deutschland In den letzten Jahren entstanden in Deutschland immer mehr Energiegenossenschaften. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, eine zukunftsfähige und nachhaltige Energiewirtschaft unter Bürgerbeteiligung aufzubauen, um regionale Strukturen zu stärken. Fossile Kraftwerke sollen nicht länger die Regionen belasten und verschmutzen, während die Gewinne der Energieerzeugung und Steuereinnahmen abfließen. Um die Wertschöpfung vor Ort zu halten, setzen sich Energiegenossenschaften nach den Grundsätzen «Kooperation», «gesellschaftliche Verantwortung» und «Selbstorganisation» für den Aufbau dezentraler Versorgungsstrukturen durch erneuerbare Energien ein, stärken die Wirtschaftskraft von Kommunen und leisten zugleich einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Als Ende Februar im fränkischen Tauberbischofsheim der «Solarpark Dittwar» eingeweiht wurde, freute sich die «Bürgerenergie Tauberfranken 2 eG». Die Energiegenossenschaft, die in kürzester Zeit auf 190 Mitglieder angewachsen war, hatte insgesamt 850.000 Euro eingesammelt, um eine geplante Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 1,8 Megawatt zu installieren. Die Anlage deckt den Energiebedarf von mehr als 500 Haushalten und sichert ihren Eigentümern attraktive Renditen über die nächsten 20 Jahre hinweg. Von dem Zusammenschluss profitieren alle – Genossenschaftsmitglieder, Kommune und die Umwelt. Die Genossenschaft sorgt dafür, dass Erfolg und Ren74 | Clean and Green

dite regenerativer Energieprojekte in der Region verbleiben, erklärte Joachim Thees, Vorstand der BürgerEnergie Tauberfranken, im Rahmen der feierlichen Eröffnung des Solarparks. Die Genossenschaft ist per definitionem eine Unternehmensform, in der sich natürliche oder juristische Personen zusammentun, um gemeinsame, zumeist wirtschaftliche Ziele zu erreichen, oft in Verbindung mit sozialen, kulturellen oder ökologischen Prinzipien. Genossenschaften arbeiten wirtschaftlich, indem sie an ihre Mitglieder Gewinne ausschütten. Mitglieder zahlen in der Regel einen Mitgliedsbeitrag und unterschreiben eine Beitrittserklärung. Genossenschaften bieten dabei eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Rechtsformen, wie etwa Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), die häufig kleinere Gemeinschafts-Photovoltaikanlagen betreiben. Genossenschaften sind etwa erweiterungsfähig und können den Bau beliebig vieler Anlagen vorantreiben, während eine GbR jeweils nur eine Anlage betreibt. Anders als in einer GbR ist zudem eine Haftungsbegrenzung möglich, so dass die Mitglieder nicht mit ihrem Privatvermögen einstehen. Das minimiert das Investitionsrisiko erheblich. Genossenschaften sind darüber hinaus demokratisch organisiert. Jedes Mitglied hat unabhängig seiner Genossenschaftsanteile jeweils eine Stimme. Dadurch wird das Mitbestimmungsrecht der kommunalen Bevölkerung bei der Ausgestaltung der Energielandschaft gestärkt.

In Deutschland entstanden in den vergangenen fünf Jahren über 300 Energiegenossenschaften. Sie verpflichten sich dem Aufbau und der Finanzierung umweltverträglicher und dezentraler Versorgungsstrukturen durch erneuerbare Energien- und Energieeffizienzprojekte sowie der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Viele bemühen sich um die Installation und den Betrieb von Photovoltaikanlagen. Einige spezialisieren sich auf den Anbau von Energiepflanzen oder nehmen schlicht eine Beraterfunktion wahr. Die Mehrzahl der Genossenschaften hat einen lokalen Projektbezug, einige sind auch überregional organisiert oder vernetzt.

Bewährtes Prinzip Zahlreiche Projektbeispiele belegen den Erfolg des Genossenschaftsprinzips. Im brandenburgischen Potsdam hat sich Anfang 2008 als Initiative des Potsdamer Solarvereins die «Neue Energie Genossenschaft eG» gegründet. Mit einem Genossenschaftsanteil von 500 Euro beteiligen sich Mitglieder an den unterschiedlichen Vorhaben der Vereinigung. 2008 wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Potsdamer MontessoriSchule installiert. Im Stadtteil Potsdam Eiche konnte eine 180 Kilowatt Photovoltaikanlage realisiert werden, die seit Ende September 2011 Strom in das Potsdamer Netz einspeist. In Heidelberg haben Studenten 2010 die Initiative «UniSolar« gestartet, nachdem zunächst eine Photovoltaikanlage

«Was den einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele...»

© EWEA / WINTER

Friedrich Wilhelm, Raiffeisen

Cleanpractice Von Josephin Lehnert

auf dem Dach der Pädagogischen Fakultät installiert worden war. Aus der Initiative erwuchs die «HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG», die durch den genossenschaftlichen Zusammenschluss eine Plattform realisieren will, um vor Ort einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft zu leisten. Inzwischen wurde eine zweite Solaranlage errichtet, vier weitere sind in Planung. Auch in Freiburg hat man mit der genossenschaftlichen Idee Erfolg. Die Genossenschaft «Energie in Bürgerhand eG» hat sich zusammengetan, um den ökologischen und sozialen Umbau der Energiewirtschaft voranzutreiben, die großen Energiekonzerne aus ihren Stadtwerksbeteiligungen zu drängen und ihnen so Vermögen und Entscheidungsgewalt aus der Hand zu nehmen. Anders als die Großkonzerne verfolgt die Energiegenossenschaft nicht ausschließlich Profitziele, sondern setzt sich für eine

76 | Clean and Green

aktive Bürgerbeteiligung und eine ehrliche Preispolitik ein. Dies sind nur einige Beispiele für ein erfolgreiches genossenschaftliches Engagement. Als Genossenschaft ist auch der Ökostromanbieter Greenpeace Energy organisiert. Rund 21.000 Verbraucher, Unternehmen oder Initiativen sind Miteigentümer des Energieversorgers; Mitglieder haben einen Mitgliedsbeitrag von mindestens 55 Euro zu entrichten. Zweck der sogenannten Einkaufsgenossenschaft ist in erster Linie der gemeinsame Einkauf und die Produktion von Strom sowie sämtlicher damit verbundener Dienstleistungen. Die Greenpeace Energy eG investiert zudem in den Bereich Forschung und Entwicklung, etwa neuer Konzepte zur Elektromobilität. So baut der Elektrofahrrad-Anbieter movelo gemeinsam mit dem Unternehmerverband MiLaN («Mit Lust an Natur») mit Unterstützung von Greenpeace Energy eG in der Ferienregion Vorpommersche Flusslandschaft ein

flächendeckendes Netz von Verleih- und Akkuwechselstationen. Für jene, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Energiegenossenschaft gründen zu wollen, bietet die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE), die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft sowie die innova eG eine Weiterbildung zum Projektentwickler für Energiegenossenschaften an. Die Weiterbildung dient dazu, sich mit der Rechtsform der Genossenschaft, der Geschäftsplanung beziehungsweise mit Finanzierungskonzepten vertraut zu machen. In einem mehrmonatigen Lehrgang wird eine konkrete Geschäftsidee entwickelt und das nötige Know-how vermittelt, um die Energiezukunft von Regionen nachhaltig und klimafreundlich zu gestalten und damit die Energiewende voranzutreiben. www.buergerenergie-tauberfranken.de www.neue-energie-genossenschaft.de www.energie-in-buergerhand.de

Von Corinna Lang

(Touristischer Klima-Fußabdruck pro Person)

An und Abreise Unterkunft Verpflegung Aktivitäten vor Ort

7‘218 kg

1‘221 kg 258 kg

6361 kg 925 kg 487 kg

80 kg 148 kg

205 kg 165 kg

91 kg 58 kg

52 kg 56 kg 70 kg

Warum in die Ferne schweifen…? Der Tourismus ist weltweit für fünf Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wie viel CO2 eine Reise verursacht hängt dabei maßgeblich von der Wahl des Verkehrsmittels sowie der Entfernung zum Zielort ab. So machen Fernreisen per Flugzeug zwar nur drei Prozent aller Reisen aus, verursachen aber 17 Prozent der klimaschädlichen Emissionen im Tourismus. Weitere CO2-Emissionen entstehen im Urlaub durch Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten vor Ort. Der WWF hat 2009 die acht beliebtesten Urlaubsreisen der Deutschen auf ihren CO2-Fußabdruck hin untersucht. Mit einem Ausstoß von 7.218 Kilogramm CO2 pro Person schlägt die 14-tägige All inclusive-Reise nach Mexiko am stärksten zu Buche, gefolgt vom zweiwöchigen Urlaub auf Mallorca mit 1.221 Kilogramm CO2. Ein Ostseeurlaub verursacht hingegen nur 258 Kilogramm CO2 pro Reisendem. Am besten schneiden aber die Daheimgebliebenen ab: Ihre urlaubsbedingten CO2-Emissionen erreichen gerade einmal 58 Kilogramm.

CO2-Fußabdruck der beliebtesten Urlaubsreisen der Deutschen (WWF, 2009): All inclusive nach Mexiko für 14 Tage: Mittelmeer-Kreuzfahrt für 7 Tage: Strandurlaub auf Mallorca für 14 Tage: Skiurlaub in Österreich für 7 Tage: Wellnessurlaub im Allgäu für 10 Tage: Familienurlaub auf Rügen für 14 Tage: Südtirol für 5 Tage: Balkonien für 14 Tage:

7.218 kg CO2 1.224 kg CO2 1.221 kg CO2 422 kg CO2 297 kg CO2 258 kg CO2 216 kg CO2 58 kg CO2

Hier können Sie Ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck berechnen: www.wwf.ch/de/aktiv/bewusst/footprint/ www.klimaktiv.de

CO2-Kompensation www.atmosfair.de www.myclimate.org www.thecompensators.org Clean and Green | 77

Quelle: WWF

CO2-Fußabdruck

Cleanpractice

Interview Von Wibke Sonderkamp und Corinna Lang

Der CO2-Fussabdruck als Grundlage für Klimaschutzaktivitäten Die Klimaschutzberatung «ClimatePartner» ist spezialisiert auf individuelle Klimaschutzlösungen für Unternehmen. Zu ihren Kunden zählen weltweit mehr als 1.000 vorwiegend große und mittelständische Betriebe. Wir sprachen mit Moritz Lehmkuhl, Gründer und Geschäftsführer von ClimatePartner, über die Bedeutung des CO2-Fußabdrucks. Herr Lehmkuhl, weshalb macht es für Unternehmen Sinn, sich einen CO2Fußabdruck erstellen zu lassen? Das allgemein steigende Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz verändert Konsumenten und Märkte. Zahlreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen übernehmen zunehmend Verantwortung für diesen Bereich. Klimaschutz hat sich mittlerweile von einem hippen PR-Thema zu einem ernst zu nehmenden Element im realen Geschäft entwickelt. Sowohl Unternehmen als auch Konsumenten werden in Zukunft immer mehr Transparenz

über die Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen erwarten und entsprechend von Unternehmen fordern, dass sie gezielt Maßnahmen zur CO2-Reduktion und -Kompensation umsetzen. Eine Bestandsaufnahme der verursachten CO2-Emissionen, der sogenannte CO2-Fußabdruck, bildet hierbei die Grundlage für alle Klimaschutzaktivitäten. Gibt es Branchen, für die dies besonders interessant ist? Grundsätzlich ist Klimaschutz ein Thema, welches für alle Branchen interessant ist. CO2-Emissionen werden durch die Aktivitäten von Unternehmen, die Bereitstellung von Dienstleistungen und entlang des Lebenszyklus von Produkten verursacht. Ein Corporate Carbon Footprint zeigt, wie viel CO2 durch die Aktivitäten eines Unternehmens emittiert werden. Ein Product Carbon Footprint verdeutlicht, wie viel CO2 über den Lebenszyklus (oder eines Teils daraus) eines Produktes oder einer Dienstleistung entsteht.

Die erste Branche, für die ClimatePartner Carbon Footprints erstellt und darauf basierend Klimaschutzlösungen entwickelt hat, war der Druckereimarkt. Hierfür erfanden wir den Prozess des klimaneutralen Druckens, mit dem die CO2-Emissionen von Druckerzeugnissen automatisch berechnet und klimaneutral gestellt werden können. Aufbauend auf unserer Erfahrung mit über 400 Druckereien haben wir seit mehr als fünf Jahren Lösungen für eine Vielzahl weiterer Märkte entwickelt, angefangen bei Papier- und Verpackungsherstellern, über Logistik bis hin zu Konsumgüterproduzenten, Markenartiklern und Automobilzulieferern. Insgesamt arbeiten wir an individuellen Klimaschutzlösungen für weltweit mehr als 1.000 Unternehmen aus diversen Industrien. Welche Vorteile haben Unternehmen davon, ihren CO2-Fußabdruck zu kennen? Ein Engagement im Klimaschutz eröffnet Unternehmen viele Chancen. Sie positionieren Was verbindet Licht mit dem CO2-Fußabdruck?

sich als klimabewusste, verantwortungsvolle Unternehmen und bedienen einerseits die Ansprüche von Konsumenten, werden andererseits aber auch Forderungen des Handels nach mehr Transparenz über die Umweltauswirkungen von Produkten gerecht. Der CO2-Fußabdruck verdeutlicht ihnen die wesentlichen Emissionsquellen. Damit wissen sie, wo sie ansetzen müssen, um wirksam CO2 zu reduzieren. Eine in der Regel große Emissionsquelle stellt beispielsweise der Stromverbrauch eines Unternehmens dar. Neben der Energieeinsparung können Unternehmen durch den Wechsel auf Ökostrom effektiv CO2-Emissionen reduzieren und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Im letzten Schritt können unvermeidbare CO2-Emissionen durch die Unterstützung von anerkannten Klimaschutzprojekten, zum Beispiel Windenergie in Indien oder Waldschutz in Mosambik, klimaneutral gestellt werden. Ein Engagement im Klimaschutz ermöglicht es Unternehmen, sich von ihren Wettbewerbern zu differenzieren. Konsequent umgesetzter Klimaschutz bietet Unternehmen langfristig wirtschaftliche Chancen. Können Unternehmen damit ihren Kunden einen Mehrwert anbieten? Durch ihr Engagement im Klimaschutz handeln die Unternehmen zukunftsgerichtet und übernehmen Verantwortung. Somit bieten sie

ihren Kunden einen zeitgemäßen Service und befähigen sie, selbst einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Sie stärken das Vertrauen ihrer Kunden in das Unternehmen, bieten bestehenden Kunden einen Mehrwert und können neue Kundengruppen erschließen, die für das Thema Klimaschutz sensibilisiert sind. Wie ist der Ablauf, um sich einen solchen Abdruck machen zu lassen? Für die Erstellung eines Coporate Carbon Footprints müssen die emissionsrelevanten Daten eines Unternehmens wie Strom, Heizung, Fuhrpark, Geschäftsreisen etc. erfasst werden. Wir von ClimatePartner erstellen Carbon Footprints nach international festgelegten Standards, wie dem Greenhouse Gas Protocol. Dabei achten wir darauf, dass bei geringem Aufwand höchstmögliche Qualität entsteht. Für den Corporate Carbon Footprint erfolgt die Dokumentation der emissionsrelevanten Daten durch individualisierte Erfassungs-Tools, die wir für eine Branche oder speziell für ein Unternehmen entwickelt haben. Für eine Vielzahl von Branchen haben wir Software-Lösungen mit onlinebasiertem Zugang entwickelt, welche die Erfassung und Berechnung von Carbon Footprints effizienter gestalten. Unternehmen können ihre Daten somit selbst eintragen, im Anschluss daran berechnen wir den CO2-Fußabdruck.

Mit welchen Kosten muss ein Unternehmen für die Erstellung eines CO2-Fußabdrucks rechnen? Wir haben für mehrere Branchen standardisierte Prozesse entwickelt. Dadurch können wir eine preiswerte Erstellung eines Company Carbon Footprints ermöglichen. So betragen beispielsweise die Kosten für Dienstleistungsunternehmen, je nach Größe des Unternehmens, zwischen 300 und 1.200 Euro pro Jahr. Es ist empfehlenswert, den Fußabdruck jedes Jahr zu aktualisieren, um die gesetzten Ziele transparent und nachvollziehbar überprüfen zu können. Für die Berechnung des CO2-Fussabdrucks bei komplexeren Prozessen erstellen wir individuelle Angebote. Herr Lehmkuhl, herzlichen Dank für das Gespräch. www.climatepartner.com

weitere Anbieter: www.trusted-footprint.de www.gallehr.de www.carbontrust.com www.tuv.com

© Max Dannenbaum, Quelle: http://janten.com/2006/05/14/rising-nations/

Viel Licht ist identisch mit viel Wohlstand, hohem Energie- und Ressourcenverbrauch und korreliert letztlich mit dem CO2 Fußabdruck.

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Opel Ampera - Gewinner des eCarTec Award in der Kategorie Elektrofahrzeug: Auto

eCarTec Bayerischer Staatspreis für Elektromobilität wird in acht Kategorien ausgelobt Anmeldeschluss: 31. August 2012

Das weltweit bedeutendste Technologieereignis wird vom 23. bis 27. April 2012 in Hannover ausgerichtet. Die HANNOVER MESSE 2012 vereint acht Leitmessen an einem Ort: Industrial Automation, Energy, MobiliTec, Digital Factory, Industrial Supply, CoilTechnica, IndustrialGreenTec und Research & Technology. Die zentralen Themen der HANNOVER MESSE 2012 sind Industrieautomation und IT, Energie- und Umwelttechnologien, industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. China ist das Partnerland der HANNOVER MESSE 2012.

Gut 130 Jahre nach Erfindung des Verbrennungsmotors werden jetzt die Weichen gestellt für die Antriebskonzepte der Zukunft – die gesamte Wertschöpfungskette der Fahrzeugherstellung ist betroffen. Allein in Deutschland wird der kumulierte Umsatz mit Elektrofahrzeugen bis 2020 auf bis zu 74 Milliarden Euro geschätzt. Um diesen Prozess zu beschleunigen und zu fördern lobt die MunichExpo Veranstaltungs GmbH anlässlich der eCarTec 2012, 4. Internationale Leitmesse für Elektromobilität, den eCarTec Award aus. «Gesucht werden die innovativsten und zukunftsträchtigsten Projekte, Technologien und Produkte aus dem Bereich der Elektromobilität. Mit der Teilnahme am Wettbewerb können Unternehmen ihre Innovationskompetenz unterstreichen und gewinnen zudem ein wertvolles Marketinginstrument, um ihr Produkt noch erfolgreicher am Markt zu positionieren», stellt Robert Metzger, Veranstalter der Messe eCarTec, fest. Die hochkarätige Jury vergibt den Elektromobilitätspreis in sieben Kategorien. Die Awards werden vom bayrischen Staatsminister Martin Zeil in einer feierlichen Zeremonie im Rahmen der Night of eMotion am 23. Oktober 2012 verliehen.

www.hannovermesse.de

www.ecartec.de

Munich Network Munich Network ist ein Verein von Technologieunternehmen zur einen und zur anderen Hälfte von Forschungseinrichtungen, Beteiligungsinvestoren, Finanzdienstleistern, Beratungshäusern und Unternehmerpersönlichkeiten. In den Netzwerken verbindet Munich Network Technologieunternehmer – untereinander, mit Industrie und Anwendern, mit Forschung und Entwicklung, mit Investoren und über alle regionalen und nationalen Grenzen hinweg. Die zahlreichen Plattformen bieten den Zugang zu Kontakten, Innovationen, Kapital, Know How und Perspektiven. Munich Network unterstützt so die Anstrengungen der Mitglieder für erfolgreiche Innovationen in etablierten und in jungen Technologieunternehmen. Die Mitglieder verstehen den industriellen Innovationsprozess als ein vernetztes, ineinander verzahntes System. Im Munich Network ist cleantech_net die Plattform für Clean Technology-Unternehmer, -Investoren, -F&E und -Interessierte. www.munichnetwork.com

HANNOVER MESSE

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die Cleantech Group, LLC Cleantech Group, die führende auf saubere Cleantech-Innovation spezialisierte globale Forschungs- und Beratungsfirma, bereitete den Weg für saubere Technologie (Cleantech) im Jahr 2002. Heute unterstützt sie ihre Kunden dabei, kritische Geschäftsentscheidungen zu treffen, indem sie ihnen die neuesten Marktkenntnisse durch registrierungsbasierte Forschung, individuelle Beratungsdienste und globale Networking-Events anbietet. Der wachsende internationale Kundenstamm des Unternehmens umfasst globale Organisationen, Investoren, Unternehmer, Regierungen und Dienstleistungsanbieter.

Schweizer Forum Elektromobilität

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Electric Avenue in Friedrichshafen Was gibt es Neues auf dem Markt der Elektromobilität? Welche neuen Berufe ergeben sich aus der E-Mobilität und wie fühlt sich das Fahren mit einem Elektroauto an? Die Expo «the electric avenue» gibt von 17. bis 20. Mai 2012 Antworten auf die unterschiedlichsten Fragen. «Experten und Endverbraucher sind gleichermaßen angesprochen und können in zweierlei Hinsicht viel ‚erfahren’: Zum einen durch das aktive Erlebnis bei Probefahrten, zum anderen erhalten die Besucher viele Informationen von den Ausstellern und auch von den Referenten des neuen eTalks», beschreibt Messe-Chef Klaus Wellmann das Konzept. Bei der vierten Auflage der Expo präsentieren rund 30 Aussteller wie Mitsubishi, Nissan, Opel und Smart ihre aktuellen Modelle. Erstmals findet im Vorfeld der Messe mit der «Bodensee Elektrik» eine Rallye für elektrisch angetriebene Fahrzeuge statt. Die Verleihung des Auto Test E-Car Awards am Vorabend der Messe zieht die Augen der Fachwelt auf sich. Beim neuen eTalk mit Podiumsgesprächen und Kurzvorträgen stehen täglich wechselnde Themen im Fokus, wie beispielsweise das Gebiet Aus- und Weiterbildung mit Referent Daniel Müller vom TÜV Süd. Am Freitag steht das Thema «Nachhaltige Mobilität für kommunale Fahrzeugflotten» auf dem Programm.

Um den Prozess hin zur E-Mobilität technisch, wirtschaftlich und im Hinblick auf die Umweltauswirkungen optimal zu gestalten, erfordert es eine vernetzte Zusammenarbeit. Als größter Treffpunkt der elektromobilen Szene in der Schweiz hat der 3. Kongress des «Schweizer Forum Elektromobilität» gezeigt, dass es wichtig ist, sich aktuelle Informationen über den Entwicklungs- und Wissensstand im Bereich E-Mobilität einzuholen und mit anderen Fachleuten auszutauschen. Auch klar wurde, dass die Branche für die sichere, reibungslose und zügige Einführung der E-Mobilität Standardisierungen braucht, um den Nutzern den Einstieg zu erleichtern. Gesetzliche und politische Rahmenbedingungen müssen stimmen, um etwa eine landesweite Ladeinfrastruktur aufzubauen. Auf Initiative der Mobilitätsakademie wurde deshalb 2011 eine «Schweizer Road Map Elektromobilität» erstellt. Diese wurde anlässlich des 3. Kongresses präsentiert und bereits 30 Institutionen unterstützen diese. Sie soll die Grundlage dafür schaffen, dass bis 2020 bereits 15% der Fahrzeuge in der Schweiz steckdosenfähig und damit elektrisch unterwegs sein können. www.forum-elektromobilitaet.ch

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