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BN&P GOOD GROWTH FUND

Nachhaltigkeitsreport 2011/12


Inhaltsverzeichnis 1. Vorwort ....................................................................................................................................3 2. Philosophie ...............................................................................................................................4 Hintergrund ..............................................................................................................................4 Ziele des Fonds .........................................................................................................................4 Nachhaltigkeitsstil ....................................................................................................................5 „Social Business“ als Kernidee des GOOD GROWTH FUND .....................................................6 Umsetzung eines ganzheitlich nachhaltigen Investments .......................................................7 3. Handlungserfolge im Bereich des „Förderns“......................................................................8 Positivkriterien .........................................................................................................................8 4. Handlungserfolge im Bereich des „Vermeidens“...............................................................10 Ethikprüfung 2012..................................................................................................................10 5. Handlungserfolge im Bereich des „Beeinflussens“ ............................................................13 A. Beeinflussung durch direkten Dialog .............................................................................13 Prinzipien des UN-Global Compact ....................................................................................13 Prüfung UN Global Compact ..............................................................................................13 B. Beeinflussung durch Spenden........................................................................................15 Spenden 2011/12 ...............................................................................................................15 Spendenhistorie .................................................................................................................17 C. Beeinflussung durch Gesellschaftliches Engagement....................................................17 6. Zusammenfassung..................................................................................................................18 Eurosif Nachhaltigkeitssiegel .................................................................................................18 7. Fazit und Ausblick...................................................................................................................19


1. Vorwort

von Peter Spiegel

„DIE NEUE ÖKONOMISCHE VERNUNFT“

Wer sein Geld sowohl ökonomisch nachhaltig als auch gleichzeitig ökologisch und sozial verantwortungsvoll anlegt, ahnt vielleicht gar nicht, wie sehr er damit die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft beeinflusst. Der Good Growth Fund ist, aus der Perspektive eines Trendforschers gesehen, nicht einfach nur „eine gute Sache“. Denn niemand trifft weitreichendere Entscheidungen über unsere Zukunft, als jene, die entscheiden, wohin investives Geld fließen soll – also die Anleger, die darüber entscheiden, welcher Philosophie von Geldanlage sie ihr Geld anvertrauen. Anleger und deren Anlagemanager sitzen am längsten Hebel an jenem Tisch, an dem Zukunftsinnovationen, Unternehmensführungen und Kapital die großen Richtungsentscheidungen wirtschaftlichen Handelns treffen. Verantwortungsbewusste Anleger sollten sich daher einerseits ihrer faktischen Handlungsmacht bewusst sein – und andererseits des vielleicht bedeutendsten Trends der Gegenwart, der allgemein verantwortungsvollem Handeln in die Hände spielt. Der nach Umfragen von Forbes und Times Magazine wichtigste ökonomische Vordenker unserer Zeit, Prof. S.K. Prahalad, formulierte diesen Trend so: „Das schlichte Überleben von Unternehmen hängt immer mehr davon ab, wie gut und innovativ sie die sozialen und ökologischen Probleme der Welt lösen.“ Ökonomie, Ökologie und Soziales sind, mit jedem Tag sichtbarer, keine Widersprüche mehr, sondern untrennbare Voraussetzungen und wechselseitige Treiber füreinander. Dies ist die neue ökonomische Vernunft. Zu dieser Vernunft gehört auch, dass sowohl die Wirtschaft als auch Fonds ihre gesellschaftliche Verantwortung an der allerwichtigsten gesellschaftlichen Baustelle und Voraussetzung auch für ökonomische Entwicklung wahrnehmen: der Sorge um eine bestmögliche Bildungsrepublik. Er trug dadurch bei zu den erstaunlichen Erfolgen der EduAction Bewegung. Mehr dazu unter: www.genisis-institute.org. Peter Spiegel Leiter des GENISIS Institute for Social Business and Impact Strategies gGmbH 3


2. Philosophie

H INTERGRUND „Ich möchte mein Vermögen verantwortungsvoll anlegen.“

Dies war der konkrete Wunsch von Michael Horbach, dem Gründer der Horbach Wirtschaftsberatung, an seinen Vermögensverwalter und das GOOD GROWTH Institut (GGI). Aus diesem Wunsch hat sich die Idee des GOOD GROWTH FUND (GGF) entwickelt. Die Vorstellung dieses Konzepts bei den Förderern der Idee des Social Business fand so viel Anklang, dass dieser Fonds seit Juli 2008 als Publikumsfonds auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Private Anleger können durch Einmalanlagen ab 500 Euro und Sparpläne ab 50 Euro in den GOOD GROWTH FUND mit der ISIN LU0360706096 investieren. Bei der HDI Gerling Versicherung und bei der Skandia ist es zudem möglich, mit steuerlicher Förderung Altersvorsorge über den GGF zu betreiben.

Z IELE

DES

F ONDS

Um den Bedürfnissen der Anleger, die neben der finanziellen auch eine ethische und soziale Rendite erzielen wollen, optimal entgegen zu kommen, strebt der Fonds die folgenden Ziele an:

Keines der vier Ziele dominiert, vielmehr sollen alle Ziele in Einklang miteinander gebracht werden, was zwangsläufig auch Kompromisse bedeutet: Die Rendite soll so angemessen sein, dass der Vermögenszuwachs über den Inflationsschutz hinaus groß genug ist, um z.B. den 4


Aufbau einer Altersvorsorge zu ermöglichen. Dies lässt die Spielräume zu, die notwendig sind, um Teile des Geldes auch niedrig verzinslich im Bereich Mikrofinanz arbeiten zu lassen. Um das Risiko zu begrenzen, ist eine sehr breite Streuung des Vermögens unerlässlich. Dadurch müssen bei der Prüfung der Nachhaltigkeit Toleranzbereiche definiert werden. Bei dem Good Growth Fund als Publikumsfonds haben alle Anleger einen Anspruch auf tägliche Rückgabe ihrer Anteile. Aus dieser Verantwortung heraus darf der Fondsmanager nur in begrenztem Umfang Investments mit eingeschränkter Liquidität eingehen. Das grenzt vor allem bei den Mikrofinanzanlagen die Möglichkeiten ein. Je erfolgreicher der Fondsmanager in wirtschaftlicher Hinsicht arbeitet, desto stärker wird auch die gesellschaftliche Mission des Fonds ausgebaut.

N ACHHA LTIGKEITSSTIL Immer mehr Anleger erwarten, dass mit ihrer Geldanlage Gutes bewirkt und Schlechtes vermieden wird. „Socially Responsible Investments“ (SRI) kommen diesem Kundenwunsch entgegen und können drei verschiedenen Nachhaltigkeitszielen gewidmet sein: 1. UMWELTSCHUTZ:

Schutz von Natur und Umwelt und nachhaltige Nutzung der Naturgüter.

2. SOZIALER FRIEDEN:

Förderung von Frieden, Schutz der Menschenwürde und lokaler Kulturen.

3. VERANTWORTLICHE FÜHRUNG:

Kooperative, faire, transparente, gesellschaftlich verantwortliche Führung von Unternehmen und öffentlichen Organen.

Der GOOD GROWTH FUND hat sich dem verantwortungsvollen Umgang mit dem investierten Kapital unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsziel SOZIALER FRIEDEN verschrieben und unterstützt das Ziel der verantwortlichen Unternehmensführung. Um im Hinblick auf die Ziele das Risiko und die Rendite die Interessen der Anleger im Blick zu halten, werden (abgesehen von dem Ausschluß von Investments in Atomkraft) nicht gleichzeitig noch ökologische Ziele verfolgt. Zur Umsetzung der nachhaltigen Zielsetzungen stehen dem Fonds drei verschiedene Maßnahmen zur Verfügung: 1. FÖRDERN:

Hierunter versteht man die unmittelbare Unterstützung des jeweiligen Nachhaltigkeitsziels durch Bereitstellung von Kapital für positive Anlagekriterien, z.B. die Investition in ein Windkraftwerk zur Förderung des Umweltschutzes.

2. VERMEIDEN:

Hier werden bestimmte Branchen, Produkte oder Verhaltensweisen als negative Investitionskriterien ausgeschlossen, z.B. Rüstungsunternehmen, sowie Unternehmen und Länder, denen 5


Menschenrechtsverletzungen nachgewiesen wurden. 3. BEEINFLUSSEN:

Diese Methode reduziert nicht die Anlagemöglichkeiten, sondern nutzt die Chance, durch gesellschaftliches Engagement, z.B. in Form von Spenden, einen Beitrag zum gewünschten Ziel zu leisten. Konkret wird mit einzelnen Unternehmen im Portfolio ein Dialog geführt, Mitglied des UN Global Compact zu werden oder sich zu ethischem Handeln zu bekennen.

Statt in einer Methodik extrem fokussiert vorzugehen, kombiniert das Fondsmanagement die verschiedenen Methoden, um die nachhaltigen Zielsetzungen zu verfolgen. So wird das Spannungsfeld zwischen einer risikostreuenden Anlagestrategie und den Einschränkungen durch Berücksichtigung der Nachhaltigkeitskriterien aufgelöst. Die Graphik auf der folgenden Seite gibt einen detaillierten Überblick über den Nachhaltigkeitsstil des Fonds:

„S OCIAL B USINESS “

ALS

K ERNIDEE

DES

GOOD GROWTH FUND

Wie die Graphik oben zeigt, hat die Förderung sozialer Zielsetzungen beim GGF eine besondere Priorität. Das Fondsmanagement unterstützt deshalb soziale Unternehmen in jeder Entwicklungsstufe. Der Vertrieb und die Initiatoren des Fonds spenden einen Teil der Vertriebsprovision, um so die Gründung von gesellschaftlich wertvollen Unternehmen zu fördern. Gleichzeitig legt der Fondsmanager den Fokus auf Investitionen in etablierte 6


Sozialunternehmen, insbesondere Mikrofinanzinstitute.

U MSETZUNG

EI NES GA NZH EITLICH NACHHALTIGEN I NVESTMENTS

Da der Bereich Social Business, z.B. im Hinblick auf Liquidität oder Rentabilität, nicht allen Zielen des Fondsmanagers gleichermaßen gerecht werden kann, ist eine Beimischung weiterer Investments unvermeidlich. Auch aus aufsichtsrechtlichen Gründen darf der Fondsmanager nicht mehr als 30% in Mikrofinanzspezialfonds investieren. Nur so kann u.a. die tägliche Verfügbarkeit der Gelder für die Anleger sichergestellt werden, ohne dass dafür Mikrokredite gekündigt werden müssten. Neben den Anlagen in Mikrofinanz und dem Gesundheitssektor investiert der Fondsmanager auch in einen breiten Korb von traditionellen Wertpapieren. So spiegelt der Fonds den Charakter einer Vermögensverwaltung mit ethischen wie auch monetären Zielen wieder, der mit dem Mikrofinanzkern eine Aktien- und Rentenstrategie ausbalanciert.

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3. Handlungserfolge im Bereich des „Förderns“

P OSITIVKRITERIEN Durch die Anwendung von Positivkriterien ist es Ziel des Good Growth Funds, insbesondere durch Mikrofinanzinvestments, einen Mehrwert für arme und benachteiligte Menschen zu schaffen. Deshalb wird bis zu 30% des Fondsvolumens in Mikrofinanzfonds investiert. Diese Fonds ermöglichen sehr einkommensschwachen Menschen, die keine banküblichen Sicherheiten bieten können, den Zugang zu Kleinkrediten. Durch die breite Streuung der Mikrofinanzfonds wurden die Mittel des GOOD GROWTH FUND letztlich auf rund 1,96 Mio. Mikrounternehmer verteilt.

In den vergangenen Jahren wurde der Umfang der Mikrofinanzinvestments stetig erhöht und beträgt aktuell über 3,7 Mio. Euro. Bei einem Durchschnittskredit von ca. 2.000 Euro pro Kreditnehmer können über die Investments des Fonds letztlich rd. 1.900 Mikrokredite refinanziert werden. Die Investments basieren auf acht verschiedenen Mikrofinanzfonds und zwei Zertifikaten.

8


Anteil Mikrofinanz 2008-2012 14.000.000 € 12.000.000 € 10.000.000 € 8.000.000 € 6.000.000 € 4.000.000 € 2.000.000 € -

2008

Mikrofinanzinvestments Fondsvolumen

2009

2010

2011

2012

Dez 08

Dez 09

Dez 10

Jun 11

Jun 12

889.573 €

2.335.610 €

2.980.004 €

3.117.335 €

3.779.542 €

7.156.658 €

8.650.407 € 11.037.052 € 12.988.894 € 13.078.000 €

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4. Handlungserfolge im Bereich des „Vermeidens“

Der Fonds definiert folgende Negativkriterien: • Vertrieb von Waffen und Rüstungsgütern mit einem Umsatzanteil von mehr als 5% • substantielle Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen • substantielle Verletzungen gegen die 10 Prinzipien des UN Global Compact . • Erzeugung von Atomkraft / Zulieferung mit einem Umsatzanteil von mehr als 5%. Bei der Analyse gibt es verschiedene Grenzen und Fristen, um die Ziele von Risikostreuung, Rendite und Nachhaltigkeit in Einklang zu halten: 1. Beobachtungsgrenze: Die Portfolioüberprüfung erfolgt ab der Beobachtungsgrenze von mehr als 0,05% Anteil je Unternehmen/Emittent am Gesamtportfolio. 2. Reaktionsgrenze:

Ab einem Portfolioanteil des Unternehmens/Emittenten von mehr als 0,2% ist eine Reaktion bzw. eine Anpassung des Portfolios erforderlich.

3. Reaktionsfristen:

Bezogen auf die Ausschlusskriterien beträgt die Reaktionsfrist für ein Desinvestment bzw. eine Portfolioanpassung maximal 6 Monate. Laut UN Global Compact (Engagement s. unten) liegt die Frist derzeit bei 12 Monaten.

Im Rahmen der Ethikprüfung überprüft Sustainalytics jährlich alle Unternehmen und Emittenten deren Anteil am Fondsvolumen mehr als 0,05% beträgt. Zudem erfolgt eine Prüfung eines jeden Neuinvestments, sofern dieses nicht über einen Nachhaltigkeitsfonds erfolgt.

E THIKPRÜFUNG 2012 Im Jahr 2012 hat Sustainalytics im Auftrag des GOOD GROWTH FUNDS 424 (Vorjahr 372) Emittenten und Unternehmen im Hinblick auf die Ausschlusskriterien des Fonds überprüft. Dabei wurden die Unternehmen berücksichtigt, die einen Anteil von mehr als 0,02% am Fondsportfolio haben und in der Datenbank von Sustainalytics bereits hinterlegt sind. Die verbleibenden 1,28% sind Kleininvestments, die aus Effizienzgründen nicht geprüft wurden. Wie der nachstehenden Tabelle zu entnehmen ist, verstoßen 14 (Vorjahr 17) Kleinstinvestitionen maßgeblich gegen die Negativkriterien. Diese Wertpapiere haben zusammengerechnet einen Anteil von rd. 1% am Fondsportfolio.

10


Die nachstehende Übersicht zeigt im Detail, welche Wertpapiere / Emittenten maßgeblich gegen unsere Ausschlußkriterien verstoßen haben: Rüstungsgüter > 5% European Aeronautic Defense & Space Co.

Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen KazMunaiGas Exploration 0,03% Production GDR

0,19%

CNOOC ltd

0,07%

WAL-MART STORES INC

0,31%

POSCO ADR

0,02%

Weitere UN Global Compact Exclusions

Atomenergie > 5%

WAL-MART STORES INC

0,31% E.ON AG

0,10%

MTN Group Ltd

0,03% RWE AG

0,01%

Freeport-MMoran 8.375 04/1/17

0,03% UPMKYM 7.45 11/27

0,05%

DUKE ENERGY CORP

0,04%

Alstom 09-14

0,03%

AMEREN CORPORATION

0,01%

Lediglich Walmart, die vor allem wegen Korruptionsfällen in Südamerika negativ auffällig sind, liegt über den Schwellenwert von 0,2%. Hier wurde der Dialog mit dem Fondsmanagement aufgenommen, über den wir diese Position erworben haben. Ziel ist es, dass der Fondsmanager entweder seinerseits den Dialog mit den Unternehmern aufnimmt oder die Position mindestens reduziert. Neben den schwerwiegenden Verstößen wurden erstmal auch leichtere Verstöße bei 11


den Kriterien mit überprüft. Hier wurden weitere 4 Unternehmen aufgegriffen, wobei lediglich Nestle mit rd. 0,4% über dem Schwellenwert liegt. Nestle ist wegen Arbeitsrechtsverletzungen stark in der Diskussion. Auch hier wurde der Dialog mit zwei Investmentfondsmanagern begonnen, die das Investment von Nestle zu verantworten haben. Der Dialog wurde weiter in das Unternehmen getragen und uns zugänglich gemacht. Danach wurden umfangreiche Maßnahmen durchgeführt, um die Konflikte zu beseitigen und für die Zukunft sicher zu stellen, dass es keine Auffälligkeiten mehr gibt. Wir werden daher Nestle weiter engmaschig (oder streng) beobachten. Die nachstehende Graphik zeigt, dass die Qualität der Anlagen im Hinblick auf die Ausschlusskriterien im Fonds seit der Auflage kontinuierlich gesteigert werden konnte.

Sustainalytics Prüfung 2008 - 2012 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

2008

2009

2010

2011

2012

5%

1%

0,57%

1,36%

1,00%

Geprüft

85%

83%

79,46%

92,83%

97,19%

ungeprüfte Kleinstinvestments

11%

15%

19,62%

5,50%

1,28%

Ausschluss

12


5. Handlungserfolge im Bereich des „Beeinflussens“

Der Fonds nutzt drei verschiedene Methoden, um die Nachhaltigkeitsziele SOZIALER FRIEDEN und VERANTWORTLICHE UNTERNEHMENSFÜHRUNG zu unterstützen. Unabhängig von der Auswahl der Titel im Portfolio wird ein direkter Dialog mit den Unternehmern geführt. Ein Teil der Erlöse aus dem Fondsmanagement wird gespendet und darüber hinaus gibt es ein umfangreiches gesellschaftliches Engagement.

A. B EEINFLU SSUNG

DURCH D IREKTEN

D IALOG

Im Rahmen des Engagementansatzes wird einmal jährlich überprüft, ob alle Investments mit einem Anteil von mehr als 0,2% des Portfolios Mitglied des UN Global Compact sind. Fällt die Prüfung negativ aus, versendet das Fondsmanagement einen Brief an den Vorstand der betreffenden Unternehmen und bittet ihn innerhalb von 6 Monaten dem UN Global Compact beizutreten. Erfüllen die Unternehmer die Anforderungen des Fondsmanagers auch nach wiederholter Aufforderung nicht, behält sich das Fondsmanagement vor das Investment zu reduzieren oder zu verkaufen. Prinzipien des UN-Global Compact Das Mitglieder des UN-Global Compact stimmen zu,… 1. die international verkündeten Menschenrechte zu respektieren und innerhalb der eigenen Einflusssphäre zu fördern. 2. sicherzustellen, dass sie nicht an Menschenrechtsverletzungen mitwirken. 3. das Recht der Beschäftigten, auf gewerkschaftliche Betätigung, zu respektieren und deren Recht auf Kollektivverhandlungen effektiv anzuerkennen. 4. alle Formen von Zwangsarbeit bzw. erzwungener Arbeit auszuschließen. 5. an der Abschaffung von Kinderarbeit mitzuwirken. 6. jede Diskriminierung in Bezug auf Beschäftigung und Beruf auszuschließen. 7. eine vorsorgende Haltung gegenüber Umweltgefährdungen einzunehmen. 8. Initiativen zur Förderung eines größeren Umweltbewusstseins zu ergreifen. 9. die Entwicklung und die Verbreitung umweltfreundlicher Technologien zu fördern. 10. gegen alle Arten der Korruption einzutreten, einschließlich Erpressung und Bestechung. Prüfung UN Global Compact In der Summe wurden im Rahmen des Engagementprozesses bislang 102 Briefe versendet. Die folgende Graphik zeigt die Entwicklung der Korrespondenz sowie die Resultate des Dialogs mit den Unternehmensvertretern:

13


Übersicht Engagement 120 100 80 60 40 20 0

2008

2009

2010

Anzahl Briefe kumuliert

2011

Positive Nachprüfung kumuliert

Im Zuge der Dialoge ergaben sich bislang 17 positive Entwicklungstendenzen. In den meisten Fällen ergab die Korrespondenz, dass die Unternehmen sich zu anderen Ethikrichtlinien als UNGlobal Compact verpflichtet haben. In einigen Fällen konnte auch ein Impuls zur Konkretisierung von Vorhaben gegeben werden. Unternehmern, bei denen sich im Zuge des Dialogs positive Entwicklungen ergeben haben waren unter anderem: • • • • • • • •

Burcon Nutrascience Deutsche Pfandbriefbank AG Eurohypo AG Incity Immobilien AG Sto AG Thyssen-Krupp Vodafone Group Gerresheimer 14


Unternehmen, die seit Erhalt des Briefs keine Reaktion gezeigt haben, waren beispielsweise: • Goldman Sachs • American Express • Escada • Nomura Bank • Samsung

B. B EEINFLU SSUNG

DURCH

S PENDEN

Viele Sozialunternehmen, auch hier in Deutschland, erfüllen noch nicht die betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen, um Beteiligungskapital oder Fremdkapital in nennenswertem Umfang aufnehmen zu können. Um dennoch im Frühstadium des sozialen Unternehmertums schon aktiv werden zu können, haben sich der Vertrieb und die Initiatoren des GGF Fonds dazu entschieden, 20 Basispunkte des jeweiligen Volumens der Publikumstranche an die unabhängige Spendenorganisation terra e.V. weiterzuleiten. Gemeinsam mit Peter Spiegel (sh. Seite 3) und unserem Investmentbeirat werden dann die Spenden an verschiedene Organisationen oder Projekte weitergeleitet. Auf diesem Wege wurden seit Auflage des Fonds in 2008 insgesamt rd. 40.000 Euro in soziale Projekte investiert.

Spenden 2011/12

Die Projektspenden wurden dieses Jahr dem Bereich Bildung gewidmet. Als Einzelspende wurde Rüdiger Iwan mit seinem Projekt perpetuum novile mit 3.000 Euro ausgezeichnet. Dieses Bildungsprojekt hat zum Ziel, die Erziehung junger Menschen im schulischen, außerschulischen und berufsbildenden Bereich zu fördern. In Zusammenarbeit mit Erwachsenen entwickeln Schüler unter anderem ein eigenes Stärkenprofil, dass nicht zuletzt beim Einstieg ins Berufsleben eine wichtige Hilfe darstellen kann.

15


Rüdiger Ivan, Perpetuum Novile bei der Preisverleihung im Rahmen des Vision Summit in Potsdam im Mai 2012.

Wer schon in der Schule die Lust am eigenen Entdecken und Gestalten verliert, wird nicht darauf vorbereitet, sich als kompetenter, engagierter, verantwortungsbewusster und engagierter Mensch an der Gestaltung wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und politischer Entwicklungsprozesse zu beteiligen, weiß der Gehirnforscher Gerald Hüther. Die Lösung sieht er darin, herausragende Bildungsinnovatoren zu identifizieren, neue Einrichtungen zu schaffen um die Bildungsmotivation zu fördern und alle Stakeholder in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik dafür zu mobilisieren. Das Thema Bildung stand daher dieses Jahr im Mittelpunkt der internationalen Leitkonferenz für soziale Innovationen vom 17.- 19. Mai in Potsdam. Besonders gern haben wir daher dieses Jahr 20 Studenten und Schülern ein kostenfreies Stipendium zum Vision Summit ermöglicht. Diese Spende in Höhe von 5.000 Euro steht bereits in der Tradition des Vorjahres und wird auch in Zukunft weiter geführt. Andreas W. Korth, Initiator des GOOD GROWTH FUND bei der Laudation für Perpetuum Novile im Rahmen der Preisverleihung des Vision Summit im Mai 2012.

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Nachstehend finden Sie die vollständige Übersicht über unsere Spendenaktivitäten. An dieser Stelle danken wir den vielen Beratern und Investoren ganz herzlich, die durch ihr Vertrauen erst diese Spenden ermöglicht haben.

Spendenhistorie Betrag

Organisation/Projekt

10.000 €

5.000 €

5.000 €

GEXSI BoP Fund

5.000 €

Grameen Bank Berlin

2.565 €

Selfhub Projekt Berlin

3.981 €

Beschreibung Sponsoring von 39 Teilnahmestipendien für Studenten zur Teilnahme an den Vision Summit 2011 über das Genesis Institut. Wir halten diesen Weg der Förderung von Social Business für besonders effektiv, da wir so gerade jungen Menschen es ermöglichen, Zugang zu den Innovationen und den Möglichkeiten des Social Business zu gewähren. Urban Inform hat sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensverhältnisse in den Slums zu verbessern, indem man Bautechniken fördert, die mit lokalen Baustoffen und einfachen Technologien signifikante Fortschritte ermöglichen. Mit der Spende wurde der urbaninform Wettebewerb „The Architecture of Social Investment“ gefördert, der Architekten aus aller Welt motivierte, kreative Vorschläge zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Slums einzureichen. Der GEXSI BoP Fund vergibt Mikrokredite in der Höhe von 5.000 bis 100.000 Euro zu günstigen Konditionen an soziale Unternehmen, die sich beispielsweise der Herstellung organischer Pestizide in Bolivien oder der nachhaltigen dezentralen Energieversorgung durch Biokraftstoffe auf Madagaskar verschrieben haben. Co-finanzierung einer Machbarkeitsstudie der Grameen Bank in Deutschland, die überprüft inwiefern in Deutschland die regulatorischen und sozialen Bedingungen vorliegen, um ein Pilotprojekt für Mikrokredite nach dem Grameen-Modell in Deutschland umzusetzen. Der Selfhub Berlin vereint in einer umgebauten Fabrikhalle Elemente eines Cafés, einer Bibliothek, eines Gründerzentrums und einer Bürolounge und stellt eine Art Knotenpunkt für soziale Unternehmer dar. Er bietet den Mitgliedern, welche die unterschiedlichsten Hintergründe haben, ein Forum zum Gedankenaustausch, zur gegenseitigen Unterstützung und Beratung, zur Entwicklung gemeinsamer Projekte und Ideen und die Gelegenheit zur Weiterbildung. Die Vorführungen des People’s Theaters bestehen typischerweise aus einem Minidrama, das einen alltäglichen sozialen Konflikt darstellt. Auf dem Höhepunkt des Konfliktes wird dieser von einem Moderator eingefroren. Nun haben die Zuschauer die Möglichkeit, die Situation zu analysieren, Lösungsvorschläge zu machen und sie selbst schauspielerisch umzusetzen. So können Kinder und Jugendliche Lösungen auf ihre Realisierbarkeit überprüfen und lernen, dass es oft viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ein Problem zu lösen.

People‘s Theater Kreis Offenburg

17

C. B EEINFLU SSUNG

DURCH

G ESELLSCHAFTLICHES E NGAGEMENT

Aus tiefster Überzeugung engagiert sich das GOOD GROWTH INSTITUT als Fondsinitiator und


6. Zusammenfassung

Das Nachhaltigkeitskonzept des Fonds lässt sich mit der folgenden „Greenbox“ verdichten:

Die Ethikprüfung 2009 hat in Bezug auf die einzelnen Nachhaltigkeitsfilter folgendes ergeben: • Rd. 98% der Investments des Fonds sind nachhaltig in Bezug auf die gesetzten Ziele. • Mehr als ein Drittel dieser Investments wurden auf Grund der Positivkriterien ausgewählt. • Im vergangen Jahr spendeten die Fondsberater rd. 10.000 Euro zur Förderung von Social Business.

E UROSIF N ACHHALTIGKEITSSIEG EL Auch für das Jahr 2012 hat der GOOD GROWTH FUND wieder das Nachhaltigkeitssiegel des European Social Investment Forum (Eurosif)* erhalten. Eurosif ist ein europaweiter Zusammenschluss, dessen Ziel es ist, nachhaltige und verantwortliche Investments und Corporate Governance anzuregen und zu fördern. Mittlerweile umfasst das Anlagevolumen aller Mitglieder über 600 Milliarden Euro. Das Eurosif Siegel zeichnet Investments aus, die nachhaltig und ethisch investieren und die Kriterien und Ansätze mit denen sie Nachhaltigkeit umsetzen transparent und nachvollziehbar offenlegen. 18


7. Fazit und Ausblick

Je „sauberer“ die einzelnen Investments innerhalb eines Fonds, desto nachhaltiger ist der Fonds! Mit dieser These wird in Deutschland seit Jahren die öffentliche Diskussion über Nachhaltigkeit in der Geldanlage geführt. Dabei bleibt unklar, was eigentlich „sauber“ bzw. „ethisch“ ist. Im Ergebnis führen nachhaltige Geldanlagen in Deutschland immer noch ein Schattendasein. Unser Nachhaltigkeitsbericht soll Ihnen das Gefühl geben, dass es uns nicht darum geht, den „saubersten“ Fonds zu führen, sondern durch eine Vielzahl von Methoden und Maßnahmen eine möglichst große Wirkung für nachhaltige Zielsetzungen zu bewirken. Der Erfolg nachhaltiger Investments in Deutschland wird wahrscheinlicher, wenn es uns gelingt, die positiven Wirkungen dieser Geldanlagen stärker in den Vordergrund zu stellen. Der Erfolg wird dann zu einer sich selbst bestätigenden Prophezeiung: Denn je mehr Gelder unter nachhaltigen Aspekten angelegt werden, desto größer wird der gesellschaftliche Hebel. Die notwendige Voraussetzung für den breiten Erfolg der nachhaltigen Investments ist dabei eine angemessene Rendite. Wenn die Nachhaltigkeit sich deutlich schlechter rechnet, als die konventionellen Anlagen, wird die breite Masse der Anlagegelder sich nicht für die Nachhaltigkeit öffnen. Mit drei Sternen bei Morningstar erhielten wir die unabhängige Beurteilung, dass der GOOD GROWTH FUND ökonomisch leistungsfähiger als die Mehrheit vergleichbarer (konventioneller) Investmentfonds ist. Uns ist bewusst, dass der Fonds auch eine absolute Rendite aufweisen muss, um die Treue der Anleger zu belohnen. Nachdem wir in den letzten Jahren konzeptionell sehr stark an der Glaubwürdigkeit und der Wirkung unseres Nachhaltigkeitskonzepts gearbeitet haben, steht im kommenden Jahr die wirtschaftliche Leistung des Fonds wieder sehr stark im Fokus. Die vorliegenden Ansätze und erste Ergebnisse machen uns sehr zuversichtlich, dass der GOOD GROWTH FUND in den kommenden Perioden durch einen gesunden Wertzuwachs einen zusätzlichen Beitrag zur Verbreitung nachhaltiger Geldanlagen leisten wird.

Andreas W. Korth

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Kontakt: GOOD GROWTH INSTITUT für globale Vermögensentwicklung mbH Im Auel 13 53773 Hennef Tel. 02242 - 911 486 Fax: 02242 - 911 487 Mobil: 0177 - 50 76 096 Mail: ak@goodgrowthfund.com www.goodgrowthfund.com

*) Das Europäische Transparenz-Logo für Nachhaltigkeitsfonds kennzeichnet, dass BN & Partner sich verpflichtet, korrekt, angemessen und rechtzeitig Informationen zur Verfügung zu stellen, um Interessierten, insbesondere Kunden, die Möglichkeit zu geben, die Ansätze und Methoden der nachhaltigen Geldanlage des jeweiligen Fonds nachzuvollziehen. Ausführliche Informationen über die Europäischen Transparenzleitlinien finden Sie unter www.eurosif.org. Informationen über die Nachhaltige Anlagepolitik und ihre Umsetzung des GOOD GROWTH FUND finden Sie unter: www.goodgrowthfund.com. Die Transparenzleitlinien werden gemanagt von Eurosif, einer unabhängigen Organisation. Dieses Dokument wurde von dem GOOD GROWTH INSTITUT für globale Vermögensentwicklung (nachfolgend "GGI") mit größter Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. GGI gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich dessen Inhalt und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Informationen ergeben. Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen sind diejenigen von GGI zum Zeitpunkt der Redaktion und können jederzeit und ohne Mitteilung geändert werden. Ist nichts anderes vermerkt, sind alle Zahlen ungeprüft. Das Dokument dient ausschließlich Informationszwecken und der Nutzung durch den Empfänger. Es stellt weder ein Angebot noch eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Bankdienstleistungen dar und entbindet den Empfänger nicht von seiner eigenen Beurteilung. Insbesondere ist dem Empfänger empfohlen, allenfalls unter Beizug eines Beraters, die Informationen in Bezug auf die Vereinbarkeit mit seinen eigenen Verhältnissen, auf juristische, regulatorische, steuerliche u.a. Konsequenzen zu prüfen. Dieses Dokument darf ohne schriftliche Genehmigung der GGI weder auszugsweise noch vollständig vervielfältigt werden. Es richtet sich ausdrücklich nicht an Personen, deren Nationalität oder Wohnsitz den Zugang zu solchen Informationen aufgrund der geltenden Gesetzgebung verbieten. Mit jeder Anlage sind Risiken, insbesondere diejenigen von Wert- und Ertragsschwankungen verbunden. Bei Fremdwährungen besteht zusätzlich das Risiko, dass die Fremdwährung gegenüber der Referenzwährung des Anlegers an Wert verliert. Historische Renditeangaben und Finanzmarktszenarien sind keine Garantie für laufende und zukünftige Ergebnisse. Die Performance-Angaben berücksichtigen die bei der Ausgabe und Rücknahme erhobenen Kommissionen und Kosten nicht. Es kann außerdem nicht garantiert werden, dass die Performance des Vergleichsindex erreicht oder übertroffen wird. Der Verkaufsprospekt, die vereinfachten Prospekte sowie der Jahres- und Halbjahresbericht des GGI GOOD GROWTH Fonds sind auf Anfrage kostenlos bei der Zahlstelle (Hauck & Aufhäuser PrivatBank KGaA, Kaiserstrasse 24, D-60311 Frankfurt am Main) und der Informationsstelle (BN&P Schweiz AG, Wohlerstr. 2, CH5620 Bremgarten) erhältlich. Die Genauigkeit, Vollständigkeit oder Richtigkeit der Angaben in dieser Publikation wird nicht garantiert. Wenn nicht ausdrücklich erwähnt, sind alle Zahlen ungeprüft. Personen mit Domizil oder Nationalität USA ist es nicht erlaubt, Anteile vom GGI GOOD GROWTH Fonds zu halten und es ist verboten, Personen mit Nationalität oder Domizil USA diese Anteile öffentlich anzubieten, auszugeben oder zu verkaufen. Diese Publikation ist nur für Anleger in Deutschland bestimmt.

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GOOD GROWTH FUND Nachhaltigkeitsbericht 2012  

Der Bericht beschreibt die Ziele, Methoden und die Wirkungen des Nachhaltigkeitsansatzes des BN&P GOOD GROWTH FUND.

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