Skip to main content

Gesund Leben 2601

Page 1


GESUND LEBEN

+ Schwerpunkt: Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

01 /26

Einfach online weiterlesen!

Ruhige Hand: Orthese hilft bei Parkinson S. 08

Physikalische Therapie: Ambulante Praxis an der Klinik Hohe Warte S. 10

Tut's der Seele weh? Schmerzen und ihre Ursachen S. 24

Spieglein, Spieglein: Gehirn getäuscht, Schmerz schwindet S. 38

Wir suchen dich!

Bei uns kannst du dich einbringen, weiterentwickeln und viel Neues lernen. Egal, was ansteht, gegenseitige Unterstützung im Team wird immer großgeschrieben. Freue dich auf tolle und herausfordernde Projekte mit interessanten Kunden unterschiedlichster Branchen.

Werde Teil eines ausgezeichneten Teams!

GMK GmbH & Co. KG · Kanzleistr. 3 · 95444 Bayreuth Telefon: 0921 76440-0 · gmk@gmk.de

BUDDHISTISCHE WEISHEIT
„Schmerz ist unvermeidlich –Leiden ist oft eine Frage des Umgangs damit.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Schmerz begleitet uns alle – und ist doch höchst individuell. Oft heißt es, Männer seien schmerzempfindlicher als Frauen. Sicher ist: Menschen nehmen Schmerz unterschiedlich wahr. Denn das Erleben von Schmerz ist kein rein physiologischer Prozess. Erinnerungen, Erwartungen, die Stimmung oder sogar die Tageszeit beeinflussen, wie intensiv wir ihn empfinden.

Chronischer Schmerz verändert die Hirnstruktur und aktiviert das Schmerzgedächtnis. Deshalb ist es wichtig, Betroffene durch Prävention, Rehabilitation und individuell angepasste Therapien dabei zu unterstützen, Lebensqualität zurückzugewinnen. Manchmal lässt sich der Schmerz nicht ganz eliminieren, aber verantwortungsvoll begleiten.

In dieser Ausgabe GESUND LEBEN erfahren Sie mehr über verschiedenste Schmerzauslöser und deren Behandlung − vom Geburtsschmerz bis zum schmerzfreien Sterben, von Beschwerden durch Hörgeräte bis hin zu Schmerzen bei Gonarthrose. Auch unsere Psyche kann für Schmerzen verantwortlich sein: Psychosomatische Schmerzen oder Phantomschmerzen sind ernst zu nehmen und bedürfen ebenfalls einer sorgfältigen Behandlung.

Wir, die Partnerinnen und Partner von GESUND LEBEN, möchten Sie ermutigen, Schmerzen anzuerkennen, Verständnis wachsen zu lassen und gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen. So können Betroffene neue Kraft finden und ihren Alltag wieder mit Würde und Zuversicht gestalten.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

GESUND LEBEN

Das ist drin! 20 16 08 12 © Titelbild: Shutterstock / Dragana Gordic

Neues aus Bayreuths führenden Gesundheitseinrichtungen

Medizinisch neu

Neue Wege bei Tremor 08

Physikalische Therapie an der Hohen Warte 10 Krankenhausapotheke: Zukunftssicher versorgt 12

Hilfe finden

Vielfalt. Kompetenz. Teamgeist. Jobs in der Pflege 14

Gemeinsam nah am Menschen 16

BRK: Austausch, Auszeichnung und Ausblick 18

Bewusst leben

Das klingt nach Leben! Welttag des Hörens 20

Impressum

Das Magazin GESUND LEBEN wird herausgegeben von GMK – Marke. Design. Digital. in enger Partnerschaft mit Klinikum Bayreuth GmbH + GeBo Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken + reha team Nordbayern –Gesundheitstechnik GmbH + MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel + Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Bayreuth + Gesundheitsregion plus/Gesundheitsregion Bayreuth + Praxis am Main, Beate Zunner + Akustiks Hörgeräte GmbH

Verantwortlich: GMK GmbH & Co. KG, Jörg Lichtenegger (V.i.S.d.P.)

Editorial-Design: Melanie Gimmel · Media: Daniel Sutter (Anzeigenleitung)

Es gelten die Mediadaten vom 23. Dezember 2025

Gesamtherstellung

GMK GmbH & Co. KG – Marke. Design. Digital. Jörg Lichtenegger (verantw.) · Kanzleistraße 3 · 95444 Bayreuth

Tel.: (0921) 76440-0 · E-Mail: gmk@gmk.de · www.gmk.de © 2026 GESUND LEBEN

Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Kurz & Knapp

Neues aus Bayreuths führenden

Gesundheitseinrichtungen

GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN BEZIRK OBERFRANKEN

Einzug im Herbst geplant

Auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses Bayreuth wird an allen Ecken und Enden gebaut. Derzeit befinden sich drei große Bauvorhaben in der Umsetzung – mit einem Gesamtvolumen von über 157 Millionen Euro. Am weitesten fortgeschritten ist bisher der Neubau der Psychiatrisch-Heilpädagogischen Station. Noch in diesem Jahr – voraussichtlich im Herbst – werden die Patientinnen und Patienten dort einziehen können. Auch auf den Baustellen der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Forensischen Psychiatrie geht es voran. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

REHA TEAM NORDBAYERN – GESUNDHEITSTECHNIK GMBH

Stabwechsel in der Geschäftsführung

Nach drei Jahrzehnten an der Unternehmensspitze hat Arthur Ziegler zum 31. Dezember 2025 seine Funktion als Geschäftsführer der reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH niedergelegt. Die operative Führung des Unternehmens übernahmen mit Wirkung zum Jahreswechsel David Heumann und Jan Hofmann. Beide verfügen über langjährige Betriebszugehörigkeit sowie fundierte Expertise in komplementären Unternehmensbereichen – von der medizinischen Versorgung bis zum technologischen Innovationsmanagement. Ihr gemeinschaftlich ausgelegtes Führungsmodell sichert bewährte Fachkompetenz mit einem klaren Bekenntnis zur zukunftsgerichteten Weiterentwicklung des Unternehmens.

^ Glückwünsche an Yasemin Kurtpinar, die nach erfolgreicher Ausbildung als Hörakustikerin bei Akustiks weiterarbeitet.

AKUSTIKS HÖRGERÄTE GMBH

Mit Verständnis und Erfahrung fürs gute Hören

Der Hörspezialist Akustiks gratuliert Yasemin Kurtpinar herzlich zur erfolgreich bestandenen Gesellenprüfung. Nach drei Jahren Ausbildung unterstützt die 24-jährige Bayreutherin nun die Teams in Bayreuth und Hollfeld als engagierte Hörakustikerin. Da sie selbst seit ihrer Kindheit beidseitig Hörgeräte trägt, weiß sie genau, worauf es beim guten Hören ankommt – und berät Kundinnen und Kunden mit viel Verständnis und Fachkompetenz.

GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN

BEZIRK OBERFRANKEN

Bezirkskrankenhaus erneut zum selbsthilfefreundlichen Krankenhaus ernannt

Das Bezirkskrankenhaus Bayreuth hat die Wiederauszeichnung als selbsthilfefreundliches Krankenhaus erhalten. Das Zertifikat zeigt nach außen, welches Bemühen um Selbsthilfe nach innen geschieht. In den vergangenen drei Jahren entstanden mit Unterstützung der Selbsthilfebeauftragten Susanne Freund viele Selbsthilfegruppen von A wie „Am seidenen Faden“ über H wie „Herausforderung Leben“ und M wie „Männergruppe“ bis N wie „Neustart ins Leben“. Selbsthilfegruppen können ein wichtiger Baustein bei der Bewältigung psychischer Erkrankungen sein. Sie bieten einen Raum zum Austausch mit Menschen, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben. Infos über die Selbsthilfegruppen am Bezirkskrankenhaus Bayreuth unter: www.gebo-med.de/ unternehmen/kooperationen

Mehr Infos

Danke an besondere Pflegekräfte

Mit dem Daisy-Award werden weltweit Pflegekräfte geehrt, die in besonderer Weise für ihre Patientinnen oder Patienten da sind. Auch die KLINIKUM BAYREUTH GMBH vergibt ihn als außergewöhnliches Dankeschön. Zum Beispiel an Franziska Plank von der Frühgeborenenstation, die für ihre ruhige Art, ihren Weitblick und ihre Empathie von Eltern, Kolleginnen und Kollegen geschätzt wird. Auch Sie möchten jemanden nominieren? Alle Infos finden Sie hier: klinikum-bayreuth.de/ pflege-soziales/daisy-award

^ In Stadt und Landkreis Bayreuth steht der März 2026 im Fokus Naturressourcen und Wasser.

REGION BAYREUTH

Warum Wasser Leben bedeutet

Mit inspirierenden Gewässerretter-Kurzfilmen, Fluss-FilmGesprächen und einem preisgekrönten Dokumentarfilm rückt das MainFlussFilmFest 2026 das Thema „Wasser & Klima“ in den Fokus. Der Hauptfilm „Water is Love – Ripples of Regeneration“ zeigt, warum Wasser Leben bedeutet und wie wir Klimakreisläufe stärken können. Die Eröffnung findet am 13. März im Rahmen des „Wassermonat März“ der Region Bayreuth statt, der vom Regionalmanagement Bayreuth mit vielen Partnern organisiert wird. Ausstellungen, Führungen, Workshops, Exkursionen und viele Clean-up-Aktionen laden zum Entdecken und Mitmachen ein. Auch die leitungswasserfreundliche Kampagne der Region nimmt Fahrt auf. Scannen Sie den QR-Code, um das vollständige Programm zu entdecken:

KLINIKUM BAYREUTH GMBH

Attraktiver Wohnraum als Schlüssel für Mitarbeitergewinnung

Mit der Anmietung des ehemaligen Seniorenheims Matthias-Claudius am Geschwister-Scholl-Platz 1 schafft die Klinikum Bayreuth GmbH mit 112 Apartments attraktive Wohnraumalternativen für Mitarbeitende. Ob Pflegekraft, Mediziner oder Auszubildende, ob aus der Region, Deutschland oder international – das Wohnprojekt bringt 112 Menschen unterschiedlicher Altersund Berufsgruppen zusammen und macht Ankommen, Wohnen und Leben in Bayreuth und Arbeiten an der Klinikum Bayreuth GmbH attraktiver. „Wir wünschen uns, dass die Menschen kommen, um zu bleiben. Am Klinikum, in Bayreuth und der Region“, sagt Dietmar Pawlik, Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH.

Geschäftsführer Dietmar Pawlik, Projektleiterin Nicole Embacher, Personaldirektorin Denise Holl und Baudirektorin Sonja Pöhlmann stellten das neue Wohnprojekt der Klinikum Bayreuth GmbH mit Landrat Florian Wiedemann und Oberbürgermeister Thomas Ebersberger vor (v.r.n.l.).

Neue Wege bei Tremor

AUTOR reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH

Wie eine innovative Orthese es schafft, Bewegungen zu beruhigen

Ein Glas sicher zum Mund führen, einen Stift ruhig halten oder mit Besteck essen – für viele Menschen sind diese alltäglichen Handgriffe keine Selbstverständlichkeit mehr. Unwillkürliche Bewegungen der Hände und Arme, medizinisch als Tremor bezeichnet, können den Alltag deutlich erschweren. Besonders bei neurologischen Erkrankungen wie dem essenziellen Tremor oder Morbus Parkinson treten diese Bewegungen häufig auf. Für Betroffene bedeutet das nicht nur eine funktionelle Einschränkung, sondern oft auch Verunsicherung, Rückzug und

^ Die STIL-Orthese unterstützt Menschen mit Tremor im Alltag: Sie stabilisiert Hand und Unterarm und erleichtert so alltägliche Bewegungen wie das Essen –für mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität.

den Verlust von Selbstständigkeit. Moderne Hilfsmittel können hier gezielt unterstützen. Eine besonders innovative Lösung ist die AntiTremor-Orthese des niederländischen Herstellers STIL, die mittlerweile auch in Deutschland über spezialisierte Sanitätshäuser verfügbar ist.

Mechanik statt Elektronik

Das Besondere an der STIL-Orthese ist ihr Ansatz: Sie arbeitet vollständig mechanisch und kommt ohne Strom, Batterien oder elektronische Bauteile aus. Im Inneren der Orthese sorgen speziell entwickelte biomechanische Dämpfer dafür, dass schnelle, unkontrollierte Bewegungen gezielt abgeschwächt werden. Gleichzeitig bleiben bewusste, gewollte Bewegungen erhalten. Für die Anwender bedeutet das: Der Arm wird nicht fixiert oder einge-

 KURZ GESAGT: Unruhige Hände machen Alltag und Selbstständigkeit schwer – beim Essen, Schreiben oder im Umgang mit Gegenständen. Eine Anti-Tremor-Orthese dämpft unkontrollierte Bewegungen, ohne bewusste Gesten zu blockieren, und gibt Sicherheit zurück. Das reha team Nordbayern sorgt für optimalen Sitz und Wirkung.

emotional. Die Möglichkeit, alltägliche Handlungen wieder selbstständig auszuführen, kann das Sicherheitsgefühl deutlich stärken.

Für wen ist die Orthese geeignet?

Die Anti-Tremor-Orthese ist für erwachsene Menschen konzipiert, bei denen unruhige Bewegungen im Bereich von Unterarm und Handgelenk den Alltag beeinträchtigen. Sie kann unter anderem bei essenziellem Tremor, Morbus Parkinson, Multipler Sklerose oder anderen neurologischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Ob die Orthese im individuellen Fall sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Ausprägung und Alltagssituation ab und sollte fachlich beurteilt werden.

Beratung im Sanitätshaus

schränkt, sondern in seiner Funktion unterstützt. Die Orthese wirkt unmittelbar nach dem Anlegen, ist mit rund 315 Gramm angenehm leicht und kann sowohl unter als auch über der Kleidung getragen werden. Eine aufwendige Eingewöhnung ist nicht erforderlich – ein klarer Vorteil im täglichen Gebrauch.

Unterstützung im Alltag

Die Wirkung der Orthese zeigt sich vor allem in alltäglichen Situationen. Tätigkeiten, die zuvor mit Unsicherheit oder Anspannung verbunden waren, können wieder ruhiger ausgeführt werden. Dazu zählen unter anderem:

• Essen und Trinken

• Schreiben und Lesen

• Halten von Besteck, Werkzeug oder Alltagsgegenständen

• soziale Aktivitäten ohne ständige Selbstbeobachtung

Viele Betroffene empfinden die Orthese als entlastend – nicht nur körperlich, sondern auch

Damit eine Orthese im Alltag wirklich hilft, kommt es auf mehr an als nur auf das Produkt selbst. Entscheidend sind der passende Sitz, die richtige Einstellung und die Frage, in welchen Situationen sie entlasten kann. Deshalb steht am Anfang eine persönliche Beratung, bei der mithilfe eines Testkits geprüft wird, welche Ausführung der Orthese zu den körperlichen Gegebenheiten passt. Die Orthese kann vor Ort ausprobiert werden, sodass ihre Wirkung direkt spürbar wird. Auf dieser Basis wird sie individuell konfiguriert. Auch organisatorische Fragen, etwa zur möglichen Kostenübernahme durch die Krankenkasse, beantwortet das Fachpersonal zuverlässig.

MEHR INFOS:

rWussten Sie schon, … … dass ein bis zwei Prozent der deutschen Bevölkerung vom essenziellen Tremor betroffen sind – bei über 65-Jährigen sogar bis zu sechs Prozent?

reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH

Am Bauhof 11, 95445 Bayreuth, Tel. (0921) 74743-0

E-Mail: bayreuth@rehateam-nordbayern.de www.rehateam-nordbayern.de

^ Massagetechniken sind ein zentraler Bestandteil der Physikalischen Therapie und unterstützen Heilung, Durchblutung und Muskelentspannung.

Regeneration und Heilung optimal unterstützt

Ambulantes Angebot an der Klinik Hohe Warte: Physikalische Therapie unterstützt Heilungsprozesse und lindert Beschwerden

Wohlbefinden ist ein wesentlicher Faktor für Heilung und Regeneration. Mit der neuen Praxis für Physikalische Therapie erweitert die Klinik Hohe Warte ihr therapeutisches Angebot und bietet künftig wohnortnah ein umfassendes oberfrankenweit einzigartiges ambulantes Spektrum an.

Die Physikalische Therapie nutzt gezielt natürliche Reize wie Wärme, Kälte, Wasser, Druck oder elektrische Impulse. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Muskeln zu kräftigen, Verspannungen zu lösen sowie Durchblutung und Stoffwechsel anzuregen. Gleichzeitig werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert –schonend und nachhaltig.

Die Behandlungen richten sich sowohl an Menschen mit akuten als auch mit chronischen Beschwerden, etwa nach Operationen,

 KURZ GESAGT: Die Klinik Hohe Warte erweitert mit der Praxis für Physikalische Therapie ihr ambulantes Angebot und bietet künftig unter anderem manuelle

Lymphdrainage und Kompressionstherapie, klassische und spezielle Massagetechniken, Wärme- und Elektrotherapie, Tiefenoszillation sowie verschiedene hydroelektrische und medizinische Bäder auch ambulant an.

bei Rücken- und Gelenkschmerzen, rheumatischen oder dermatologischen Erkrankungen, Lymph- und Lipödem, Arthrose, Durchblutungsstörungen, Fibromyalgie oder muskulären Beschwerden.

Ganzheitliche Behandlung –wohnortnah und professionell

Ein besonderes Merkmal ist das für die Region außergewöhnliche Leistungsspektrum. Behandelt wird durch medizinisch geschultes Fachpersonal, das auch in der Klinik tätig ist und eng mit den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeitet. Zum Angebot zählen unter anderem manuelle Lymphdrainage und Kompressionstherapie, klassische und spezielle Massagetechniken, Wärme- und Elektrotherapie, Tiefenoszillation sowie verschiedene hydroelektrische und medizinische Bäder. Der Zugang zu den barrierefreien Räumen ist für alle Patientinnen und Patienten komfortabel möglich.

Die Leistungen können mit ärztlicher Verordnung (alle Kassen) oder als Selbstzahler in Anspruch genommen werden. Ziel ist es, die Genesung und das Wohlbefinden optimal zu unterstützen und die Lebensqualität spürbar zu verbessern.

MEHR INFOS:

Praxis für Physikalische Therapie

Klinik Hohe Warte – Therapiezentrum Hohe Warte 8, 95445 Bayreuth

Terminvereinbarung ausschließlich telefonisch oder per E-Mail:

Tel: 0921 400-75 3344

E-Mail: terminpt@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de

Zukunftssicher versorgt

Klinikum Bayreuth investiert in neue Krankenhausapotheke

Die Klinikum Bayreuth GmbH stellt die Weichen für eine sichere und moderne Arzneimittelversorgung: Für rund 30 Millionen Euro entsteht eine neue Krankenhausapotheke, die künftig sowohl das Klinikum Bayreuth als auch die Betriebsstätte Hohe Warte und weitere Abnehmer versorgen wird. Die Bauzeit beträgt knapp drei Jahre, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant.

Krankenhausapotheken nehmen eine Schlüsselrolle im Klinikalltag ein. Sie lagern nicht nur Medikamente, sondern stellen hochspezialisierte Arzneimittel selbst her – etwa individuell auf Patientinnen und Patienten

 KURZ GESAGT: Das Klinikum Bayreuth baut eine moderne Apotheke für sichere, patientenindividuelle Arzneimittelversorgung. 2028 soll sie fertig sein. Rund neun Monate plant die Klinikum Bayreuth GmbH alleine für den Einbau sowie die Inbetrieb- und Abnahme der komplexen technischen Einrichtungen ein.

zugeschnittene Zytostatika für die Krebstherapie. Diese Medikamente sind nicht lagerfähig und müssen „just in time“ produziert werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Technik, Hygiene und Sicherheit. Zugleich werden die gesetzlichen Vorgaben immer strenger, etwa beim Umgang mit hochsensiblen Wirkstoffen oder bei der Bevorratung für Krisenund Pandemiefälle.

Bürgschaft sichert Bau

Die bestehende Apotheke stößt dabei zunehmend an ihre Grenzen. Teile der Infrastruktur sind veraltet, die Flächen knapp. Wie sensibel der Betrieb ist, zeigte sich auch bei einem Zwischenfall: Durch ein Leck an einer Dampfleitung kam es nachts zu einem Schaden im Laborbereich. Innerhalb weniger Stunden wurde reagiert, Trocknungsgeräte installiert und eine Kooperation mit der Uniklinik Erlangen organisiert. Dank Ersatzlabor und Logistikunterstützung kam es zu keiner Unterbrechung der Patientenversorgung – ein Kraftakt, der die Dringlichkeit eines Neubaus unterstrich.

AUTOR Klinikum Bayreuth GmbH

^ Insbesondere die Herstellung von Zytostatika, die individuell für die Patientinnen und Patienten direkt im Klinikum gefertigt werden, stellt enorme hygienische Anforderungen. Diesen wird die neue Apotheke dann zukunftsorientiert noch besser gerecht.

Finanziert werden Krankenhausapotheken nicht durch Fördermittel des Freistaates Bayern, die Klinikum Bayreuth GmbH muss die Investition daher selbst stemmen. Ursprünglich sollten die Mittel aus dem Verkauf eines Gebäudes des Medizincampus Oberfranken stammen. Da sich dieser Schritt derzeit verzögert, haben Stadt und Landkreis Bayreuth Verantwortung übernommen und die Finanzierung über eine Bürgschaft abgesichert. So bleibt das Projekt auf Kurs.

Der Neubau wurde bereits 2017 von der Verbandsversammlung beschlossen. „Noch länger zu warten, hätte ich nicht verantworten können“, betont Klinikums-Geschäftsführer Dietmar Pawlik. Denn neue Therapieformen, etwa Antikörpertherapien, ersetzen zunehmend klassische Chemotherapien und stellen nochmals höhere Anforderungen an Räume, Technik und Sicherheitskonzepte.

Mehr Versorgungssicherheit

Das Gebäude selbst soll rund neun Monate vor der eigentlichen Inbetriebnahme fertiggestellt sein. Diese Zeit wird benötigt, um die komplexe Technik einzuregeln und die umfangreichen Abnahmen durch die Aufsichtsbehörden durchzuführen. Erst danach kann die Apotheke ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten.

Mit dem Neubau investiert das Klinikum Bayreuth nicht nur in Beton und Technik, sondern vor allem in Versorgungssicherheit. Ziel ist es, künftig eine hochwertige, unterbrechungsfreie und patientenindividuelle Arzneimitteltherapie zu gewährleisten – heute und in den kommenden Jahrzehnten.

MEHR INFOS: www.klinikum-bayreuth.de

Foto: © Klinikum Bayreuth GmbH

Vielfalt. Kompetenz. Teamgeist.

AUTOR Klinikum Bayreuth GmbH

Das macht ein starkes Team aus

Pflege ist vielfältig, anspruchsvoll und unverzichtbar – sie lebt von den Menschen, die sie Tag für Tag mit Herzblut ausüben. Im Rahmen dieser Interviewreihe geben Mitarbeitende aus verschiedenen Fachbereichen Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Sie erzählen, was sie motiviert, welche Herausforderungen sie meistern und warum Pflege für sie mehr ist als nur ein Beruf.

Operationstechnische Assistenz

Jessica Wiesheier ist Operationstechnische Assistentin an der Klinikum Bayreuth GmbH.

Was sind deine Aufgaben in deinem Job?

Was gefällt dir besonders an deinem Job?

Jessica sucht Kolleginnen und Kollegen –jetzt bewerben!

JESSICA: Ich sorge dafür, dass im OP alles sicher und strukturiert abläuft. Zu meinen Hauptaufgaben zählt das Instrumentieren – ich assistiere den Operateuren während der OP und arbeite stets unter sterilen Bedingungen. Auch die Vor- bzw. Nachbereitung der Operationen sowie das Sterilgut-Management zählen zu meinen Aufgaben.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

JESSICA: Mein Tag startet mit dem Umkleiden in die OP-Kleidung. Nach einer gründlichen Händedesinfektion überprüfe ich die Geräte und Instrumente, empfange die Patientinnen und Patienten, unterstütze bei der Lagerung und sorge für die sterile Vorbereitung der OP-Materialien. Während der OP instrumentiere ich, assistiere dem Team und denke immer einen Schritt voraus. Im Anschluss wird alles entsorgt, aufgeräumt sowie für den nächsten Eingriff vorbereitet.

JESSICA: Ich liebe die Abwechslung sowie die technischen Herausforderungen! Besonders spannend ist die Zusammenarbeit mit den verschiedensten Berufsgruppen – von der Anästhesie über das Ärzteteam bis hin zur AEMP. Der OP ist für mich das Herz der Klinik –hier passiert, was wirklich zählt.

Was macht das Arbeiten im OP so besonders?

JESSICA: Ich sehe direkt, was ich tue – und das ist einfach motivierend. Ich bin Teil eines großen Ganzen, bei dem jeder Handgriff zählt. Hier trifft Adrenalin auf Präzision – und genau das macht meinen Job so einzigartig.

Drei Worte, die deinen Job am besten beschreiben:

JESSICA: Fokus – Team – Action

Neurochirurgie

Roland Schinkowitsch ist Gesundheits- und Krankenpfleger an der Klinikum Bayreuth GmbH.

Was sind deine Aufgaben in deinem Job?

ROLAND: Zu meinen Aufgaben gehört es, Patientinnen und Patienten zu überwachen und ihren Gesundheitszustand zu dokumentieren. Ich unterstütze sie bei der Grundpflege und der Nahrungsaufnahme. Zudem bestelle, verwalte, richte und verabreiche ich verschiedene Medikamente und setze die ärztlich verordneten Behandlungspläne um. In enger Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten unterstütze ich auch bei der Diagnostik und Behandlung der Patienten.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

ROLAND: Der Tag beginnt mit der Übergabe, im Anschluss messen wir die Vitalzeichen, dokumentieren den Gesundheitszustand und kümmern uns um die Grundpflege, Mobilisation und Lagerung der Patientinnen und Patienten. Auch der Verbandwechsel und die Medikamentengabe gehören zu meinen Aufgaben. Im Verlauf des Tages begleiten wir das Ärzteteam bei der Visite, kümmern uns um Aufnahmen und geplante Entlassungen. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist auch die prä- und postoperative Pflege sowie die Übernahme von Patienten von der Intensivstation.

Was gefällt dir besonders an deinem Job?

ROLAND: Mir gefällt, dass kein Tag wie der andere ist und somit immer Abwechslung im Arbeitsalltag herrscht. Besonders bereichert mich die Arbeit mit den Menschen, da ich ihnen auf ihrem Weg zur Heilung helfen kann. Die Neurochirurgie ist ein sehr spannendes Fachgebiet, bei dem man ständig dazulernt. Am Ende des Tages hat man das Gefühl, etwas Sinnvolles geleistet zu haben.

Was macht das Arbeiten in der Neurochirurgie so besonders?

ROLAND: Zum einen ist das Fachgebiet an sich sehr spannend und abwechslungsreich. Doch was wirklich heraussticht, sind meine Kolleginnen und Kollegen. Unser Team aus Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten arbeitet hervorragend zusammen. Wir unterstützen uns gegenseitig, haben Spaß an der Arbeit und unternehmen auch außerhalb der Arbeit etwas zusammen. Ich weiß sehr zu schätzen, was ich an meiner Station habe.

Drei Worte, die deinen Job am besten beschreiben:

ROLAND: interessant – abwechslungsreich –verantwortungsvoll

Roland sucht Kolleginnen und Kollegen –jetzt bewerben!

Gemeinsam nah

am Menschen

Es menschelt. Und zwar sehr. In der Psychiatrie unverzichtbar. Genau das ist es, was für Dennis Rosch den Pflegeberuf ausmacht.

Aktuell absolviert Dennis eine Ausbildung zum Pflegefachmann an der Berufsfachschule für Pflegeberufe am Bezirkskrankenhaus Bayreuth und zeigt, dass eine psychiatrische Klinik ein guter Ort ist.

DENNIS SUCHT KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!

Triff ihn auf der FUTURE.gram Ausbildungsmesse in der $ Bärenhalle

Bindlach am i 26. und 27. März 2026. Weitere Infos findest du hier: erlebniswelt.kurier.de/ veranstaltungen/future-gram-dieausbildungsmesse-in-bindlach-2026

Welche drei Worte beschreiben deinen Joballtag am besten?

DENNIS: Sinnstiftend, menschlich, abwechslungsreich.

Was war bisher dein schönster Aha-Moment mit einem Patienten?

DENNIS: Wenn ein Patient nach einer schweren Phase wieder Hoffnung fasst. Und dass kleine pflegerische Handlungen eine große Wirkung haben können. Das ist unglaublich erfüllend.

Was würdest du Menschen sagen, die Angst vor der Psychiatrie haben?

DENNIS: Die Psychiatrie ist kein Ort der Angst, sondern ein Ort der Unterstützung.

Welche Aufgabe liegt dir besonders –und welche kostet dich Überwindung?

DENNIS: Besonders liegt mir der Beziehungsaufbau zu den Patientinnen und Patienten. Überwindung kosten mich manchmal schwierige Gespräche. Aber gerade diese führen oft zu wichtigen Entwicklungen. Daran wachse ich sowohl fachlich als auch persönlich.

Welches Klischee über die Psychiatrie stimmt – und welches überhaupt nicht?

DENNIS: Es stimmt, dass die Arbeit emotional fordernd sein kann. Dass die Psychiatrie nur aus Krisen besteht, ist Quatsch. Es gibt hier viele positive Momente, Fortschritte und echte Erfolgserlebnisse.

Was lernt man hier, was man in keinem Schulbuch findet?

DENNIS: Geduld, echtes Zuhören und den Menschen ganzheitlich zu begleiten. Das sind Fähigkeiten, die man nur im echten Kontakt entwickeln kann.

Pflege ist Beziehung. Und genau das lernst du bei uns.

Pflege bedeutet mehr als Blutdruck messen und Tabletten verteilen. Pflege heißt zuhören, begleiten, Halt geben. Gerade in der psychiatrischen Pflege entsteht Heilung oft dort, wo echte Beziehung möglich wird.

Und genau darauf bereiten wir dich vor.

An den Berufsfachschulen der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) wirst du zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ausgebildet – im Rahmen der generalistischen Pflegeausbildung.

In drei Jahren erhältst du eine fundierte, zukunftssichere Qualifikation für alle Bereiche der Pflege:

• Ambulant und stationär, somatisch und psychiatrisch, von der Kinderpflege bis zur Arbeit mit älteren Menschen.

• Der theoretische Unterricht findet an der Berufsfachschule für Pflege am Bezirkskrankenhaus Bayreuth statt.

• Deine praktische Ausbildung kannst du sowohl am Bezirkskrankenhaus Bayreuth als auch an der Bezirksklinik Rehau absolvieren – und damit tief in die Besonderheiten psychiatrischer Pflege eintauchen.

Was dich bei uns erwartet?

< Lernen, was Pflege wirklich ausmacht –in Theorie und Praxis bei den Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken.

DU BIST DIR NOCH NICHT SICHER, OB PFLEGE DAS RICHTIGE FÜR DICH IST?

Dann probiere es aus: Ein Schnupperpraktikum am Bezirkskrankenhaus Bayreuth gibt dir ehrliche Einblicke. Einfach anrufen unter À 0921 283-5022 –wir freuen uns auf dich.

rEin zentrumsnaher Schulstandort in parkähnlicher Umgebung, persönliche Begleitung während deiner Ausbildung und Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, die dich wirklich unterstützen – fachlich und menschlich

Und auch die Rahmenbedingungen stimmen:

• kostenfreie Parkplätze

• günstige Wohnmöglichkeiten

• Dienstkleidung

• vergünstigtes Essen in der Cafeteria

• 500 Euro Zuschuss für EDV-Ausstattung

• Prämien für Jahrgangsbeste

• kostenlose Klassenfahrten

• vielfältige Karriere- und Fortbildungsmöglichkeiten über die GeBO-Akademie

QR-Code scannen und bewerben!gleich

MEHR INFOS: GeBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken Bezirkskrankenhaus Bayreuth, Nordring 2, 95445 Bayreuth Telefon: (0921) 283-0, E-Mail: bayreuth@gebo-med.de www.gebo-med.de

Austausch, Auszeichnung und Ausblick …

AUTOR BRK-Kreisverband Bayreuth

... auf die Zukunft der Medizin beim Rotkreuz-Empfang 2026

Zum ersten Mal seit Ende der CoronaPandemie lud der BRK-Kreisverband Bayreuth wieder zu seinem traditionellen Rotkreuz-Empfang ein. Der Neujahrsempfang bringt alljährlich bedeutende Förderer, Unterstützer, Entscheider und Wegbegleiter des Roten Kreuzes zusammen – Menschen und Institutionen, die die vielfältige Arbeit des BRK in Stadt und Landkreis Bayreuth nachhaltig unterstützen. Durch den Abend führten der Vorsitzende Peter Herzing und Kreisgeschäftsführer Markus Ruckdeschel. Sie präsentierten den versammelten Gästen und den Medien das umfangreiche und vielfältige Leistungsportfolio des BRK-Kreisverbandes Bayreuth.

Impulse zur „Ohnearztmedizin“:

Keynote von Dr. Tobias Gantner

Als Opener und Keynote-Speaker konnte mit Dr. Tobias Gantner ein ausgewiesener Experte für Gesundheitsmanagement, Medizinrecht und Digital Health gewonnen werden. In seinem Vortrag „Schlauer als der Arzt erlaubt“ beleuchtete Gantner die tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen.

Im Mittelpunkt standen dabei die wachsende Rolle informierter Patientinnen und Patienten, der medizinische Fortschritt, der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel. Ebenso thematisierte er die Chancen und Grenzen von Künstlicher Intelligenz sowie die Frage, ob Gesellschaft und Gesundheitssystem bereits bereit für neue Formen der

Selbstversorgung und eine mögliche „Ohnearztmedizin“ sind. Der Vortrag regte nicht nur zur Diskussion an, sondern bot wertvolle Denkanstöße für die zukünftige Ausrichtung von Medizin und Rettungswesen.

Dank und Anerkennung für langjähriges Engagement

Der Rotkreuz-Empfang wurde auch genutzt, um verdiente Wegbegleiter des BRK-Kreisverbandes Bayreuth zu verabschieden und zu ehren. Mit Hermann Hübner und Jürgen Zinnert verabschiedete sich das BRK von zwei Persönlichkeiten, die den Kreisverband über viele Jahre hinweg in seinen Gremien begleitet, unterstützt und mitgestaltet haben. Ihr Engagement wurde im Rahmen des Empfangs gewürdigt und mit großem Dank anerkannt.

Besondere Förderer des Roten Kreuzes

Wie in den vergangenen Jahren nutzte der BRK-Kreisverband Bayreuth den feierlichen Rahmen, um besondere Förderer und Partner auszuzeichnen, die das Rote Kreuz und seine Gemeinschaften nachhaltig unterstützen.

ALS FÖRDERER DES BRK-KREISVERBANDES BAYREUTH WURDEN GEEHRT:

• AOK Bayern – Direktion Bayreuth/Kulmbach

• Klinikum Bayreuth GmbH

• BLSV Sportcamp Nordbayern Bischofsgrün

DARÜBER HINAUS WURDEN

FÖRDERER EINZELNER GEMEINSCHAFTEN AUSGEZEICHNET:

• für die Bereitschaften: Geseeser Landbäckerei

• für die Wasserwacht: Stadtwerke Bayreuth

• für die Bergwacht: Zweckverband zur Förderung des Tourismus und des Wintersports im Fichtelgebirge

• für das Jugendrotkreuz: Firma Sigikid

Mit der Übergabe von Förderer-Plakaten bedankte sich der Kreisverband ausdrücklich für die langjährige Unterstützung und das Vertrauen in die Arbeit des Roten Kreuzes in Bayreuth.

MEHR INFOS: www.brk-bayreuth.de

Verabschiedung Jürgen Zinnert

Herzlich: Danke!

Tourismusregion Fichtelgebirge

Geseeser Landbäckerei

Verabschiedung Hermann Hübner

Stadtwerke Bayreuth

 KURZ GESAGT: Beim Rotkreuz-Empfang wurden langjährige Wegbegleiter verabschiedet sowie engagierte Förderer geehrt und Dr. Tobias Gantner referierte zur Zukunft der Medizin.

Klinikum Bayreuth GmbH
Sigikid
BLSV Sportcamp
AOK Bayern

Das klingt nach Leben!

Gutes Hören schützt die Gesundheit und verbessert die Lebensqualität

Der Welttag des Hörens 2026 steht unter dem Motto „Klingt nach Leben!“ und rückt die Bedeutung des Hörens für Sicherheit, Lebensqualität und soziale Teilhabe in den Mittelpunkt. Denn gutes Hören ist ein Schlüssel zu körperlicher und seelischer Gesundheit. Es ermöglicht, aktiv, selbstbestimmt und mit Freude am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, heute und in Zukunft. Deshalb sind regelmäßige vorbeugende Hörtests – spätestens ab dem 50. Lebensjahr – umso wichtiger.

97 %

der Hörgeräte-Trägerinnen und -Träger berichten laut einer EuroTrak-Studie von einer verbesserten Lebensqualität, 70 % von besserer Kommunikation und 75 % von mehr Sicherheit im Alltag.

Hören bedeutet Teilhabe – es unterstützt Konzentration, Gedächtnis und Orientierung. Ist das Hörvermögen eingeschränkt, steigt die mentale Belastung, was Erschöpfung oder Depressionen begünstigt. Studien zeigen: Wer mit Hörgeräten versorgt ist, fühlt sich seltener erschöpft und bleibt sicherer im Alltag. Unversorgte Hörminderung führt häufig zu Unsicherheit und Isolation. Das Risiko psychischer Belastungen steigt – unabhängig vom Alter.

Warum Hörvorsorge so wichtig ist

Regelmäßige Hörtests beim HNO-Arzt oder Hörakustiker sind deshalb umso wichtiger. Sie sind

 KURZ GESAGT: Gutes Hören ist entscheidend für Lebensfreude, Sicherheit und soziale Teilhabe. Regelmäßige Hörtests helfen, Einschränkungen früh zu erkennen und Lebensqualität langfristig zu erhalten. Moderne Hörlösungen entlasten Körper und Psyche – für ein aktives, selbstbestimmtes Leben in jedem Alter.

einfach durchzuführen, schmerzfrei und entscheidend, um Veränderungen früh zu erkennen. Das Team von Akustiks in Bayreuth und Hollfeld steht Betroffenen gerne beratend zur Seite. „Wir wissen, dass jeder Mensch ganz eigenen Ansprüche an sein perfektes Hörgerät hat. Gemeinsam finden wir mit unseren Kundinnen und Kunden die Hörlösung, die am besten zu deren Leben passt“, so Geschäftsführer Michael Deinlein. „In einem kostenfreien und unverbindlichen Beratungsgespräch mit Höranalyse und Probetragen beraten wir Betroffene ausführlich und helfen ihnen dabei, ihre Lebensqualität zu verbessern.“

Doch was ist eigentlich Schwerhörigkeit?

Als Schwerhörigkeit (Hypakusis) bezeichnet man eine eingeschränkte Hörfähigkeit, die von leichter Hörminderung bis Taubheit reichen kann. Sie entsteht, wenn die Schallverarbeitung im Ohr gestört ist. Oft ist sie alters-, lärm- oder krankheitsbedingt, seltener vorübergehend. Eine frühzeitige HNO-Diagnose ist entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden.

Welche verschiedenen Arten gibt es?

Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit gelangt der Schall nicht richtig ins Innenohr – etwa durch Ohrenschmalz, Mittelohrentzündung oder Trommelfellschäden. Bei der Schallempfindungsschwerhörigkeit sind wiederum die Haarzellen im Innenohr geschädigt – durch Alter, Lärm, Infektionen oder Hörsturz. Diese Form ist meist irreversibel. Wenn die Signalverarbeitung im Gehirn gestört ist, etwa nach Schlaganfällen oder Traumata, spricht man von Schallverarbeitungsstörung. Natürlich gibt es auch kombinierte Arten der Schwerhörigkeit aus den genannten Beispielen. Die Grade der Schwerhörigkeit unterscheidet man medizinisch nach vier Stufen: geringgradig (21–40 dB), mittelgradig (41–60 dB), hochgradig (61–80 dB) und taub (über 81 dB).

Ärzte und Hörakustiker sind primäre Begleiter

Doch wie läuft der Weg bis zur perfekten Hörversorgung ab? Nach einem durchgeführten

< Gutes Hören heißt mittendrin sein – im Gespräch, im Moment, im Leben. Ein erster Schritt dahin: der Hörtest.

MEHR VERSTEHEN, MEHR (ER)LEBEN

Beim Welttag des Hörens am 3. März 2026 informieren die Weltgesundheitsorganisation, Ärzte, Kliniken, Hörakustiker, Unternehmen und Verbände über die Bedeutung der Hörgesundheit und einer guten Hörversorgung für die Menschen. Bei Akustiks in Bayreuth und Hollfeld profitieren Sie an diesem Tag von:

• kostenlosen Hörtests

• Beratungen zum Hörprofil

• kostenlosem Probehören neuer Hörsysteme Kommen Sie vorbei – wir freuen uns auf Sie! Weitere Informationen zur bundesweiten Veranstaltungsreihe finden Sie hier: www.weltta g-des-hoerens.de

Hörtest, stellt der HNO-Arzt eine Diagnose und verweist, nach Bestimmung der geeigneten Therapie, an den passenden Ansprechpartner. Die Hörakustikerinnen und -akustiker von Akustiks stehen im nächsten Schritt bei der Auswahl des richtigen Hörsystems zur Seite, helfen außerdem bei der Feinjustierung und Wartung und kontrollieren das Hörsystem regelmäßig.

MEHR INFOS:

Akustiks Hörgeräte GmbH

Badstraße 8, 95444 Bayreuth

Am Weiherer Weg 10, 96142 Hollfeld

E-Mail: info@akustiks.de www.akustiks.de

Vertrauen ist ein wichtiger Teil jeder Therapie: Im Gespräch entsteht die Basis für ein besseres Verständnis von Schmerz –und für eine gezielte, individuelle Behandlung.

Wo tut’s weh?

Schmerz ist nie nur körperlich. Er verändert, wie wir uns bewegen, wie wir denken – und wie wir miteinander umgehen. In diesem Schwerpunkt geht es darum, Schmerz besser zu verstehen: seine Ursachen, seine Wirkung und die Möglichkeiten, ihn zu lindern. Mit fachlichem Wissen, persönlichen Perspektiven und Lösungen, die den Alltag wieder leichter machen können.

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Tut’s der Seele weh?

AUTOR GEBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken

Wenn Schmerzen psychosomatisch sind

 KURZ GESAGT: Schmerzen sind oft eine Mischung aus körperlichen Ursachen und psychischem Stress. Konflikte, Belastungen oder frühe Erfahrungen können sie verstärken. Ärztliche Abklärung, Bewegung, Stressbewältigung und Selbstfürsorge helfen, Körper und Psyche in Einklang zu bringen und Schmerzen besser zu verarbeiten.

Alle Befunde unauffällig. Und doch schmerzt der Rücken. Der Kopf. Der Bauch. Bildet man sich das nur ein? Da muss doch etwas sein, warum sonst sollte man diesen Schmerz empfinden? Spielt die Psyche verrückt? Das sicher nicht. Aber sie spielt mit. Körper und Psyche – die beiden hängen zusammen. Schmerzen sind allgemein häufig und sehr vielfältig, auch der psychosomatisch bedingte Schmerz. Hierzu gibt es sehr viel ärztliches und psychologisches Erfahrungswissen und aus der psychosomatischen und neurologischen Forschung wissenschaftliche Erkenntnisse.

Körper, Psyche und Gehirn im Zusammenspiel

Die Entstehung von Schmerzen und die Schmerzbewältigung haben viele Seiten – körperliche, psychische und die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem, das heißt vor allem im Gehirn. Gerade für das Verständnis und die Behandlung der psychosomatischen Seite des Schmerzes ist die individuelle Perspektive wichtig. Dabei sind frühere und gegenwärtige Belastungen beziehungsweise Stress, Beziehungen und andere persönliche Themen wichtig.

Da gibt es den körperlichen, durch eine Organschädigung verursachten, Schmerz. Weil das Bein gebrochen ist. Weil ein Tumor Schmerzen verursacht. Oder weil Muskeln am Kopf, im Nacken oder im

Dr. med. Michael Purucker ist Neurologe, Psychiater, Psychosomatiker und Psychotherapeut und leitet am Bezirkskrankenhaus Bayreuth die Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Er erklärt die vielen Schichten der Schmerzentstehung und Schmerzbewältigung.

„ Psychosomatische Schmerzen am Bewegungsapparat können sehr belastend und hartnäckig sein.“
DR. MICHAEL PURUCKER LEITET DIE ABTEILUNG FÜR PSYCHOSOMATIK UND PSYCHOTHERAPIE AM BEZIRKSKRANKENHAUS BAYREUTH

Rücken verspannt sind. Die individuellen Ursachen müssen von einem Arzt/einer Ärztin abgeklärt und dann behandelt werden.

Da gibt es aber auch Schmerz, der körperlich ist, jedoch mit psychischen Faktoren verbunden ist. Weil alles zu viel ist, die Pflege von Angehörigen, das Mobbing in der Schule oder Arbeit, oder durch viele Enttäuschungen über sich und andere treten Kopfschmerzen auf, oder Bauchschmerzen, oder Rückenschmerzen. Zudem können sich körperlich und psychisch bedingte Schmerzen überlagern, zum Beispiel nach einer enttäuschend verlaufenden chirurgischen Behandlung von Erkrankungen an der Bandscheibe oder der Wirbelsäule.

Bei der Ursachenforschung von Schmerz gilt es also immer, Patientinnen und Patienten ganzheitlich zu betrachten. Entscheidend sei hier eine gute Differenzialdiagnostik, so Dr. Michael Purucker. Heißt: Erst einmal klären, ob es sich um einen akuten oder einen stärker werdenden chronischen Schmerz handelt. Akute Schmerzen, insbesondere starke, umschriebene Schmerzen, sind ein Warnsignal des Körpers, zum Beispiel für eine Herz- oder Darmerkrankung oder eine Hirnblutung, und bedürfen einer schnellen Untersuchung und Behandlung. Chronische Schmerzen können ganz verschiedene Ursachen haben, wobei zwischen körperlichen Ursachen und psychosomatischen Faktoren zu unterscheiden ist. Wenn wiederkehrende oder

anhaltende Schmerzen gespürt werden, ohne dass ein körperlich erklärender Befund vorliegt, kann es sich um psychosomatische Beschwerden handeln.

Wie Stress Schmerzen beeinflusst

Hier ist die Schmerzbewältigung oft ein zentrales Problem. Die Schmerzbewältigung wird dann besonders schwer, wenn sich Patientinnen und Patienten allein gelassen fühlen, wenn sie keine Möglichkeit haben, mit jemandem darüber zu sprechen, wenn in der Behandlung der psychosomatische Aspekt übersehen wird, wenn über Stress nicht aufgeklärt wird und keine entsprechende Psychoedukation geschieht. Psychoedukation beinhaltet, dem Patienten zu erklären, welche psychischen, sozialen und persönlichen Belastungen in die Schmerzerkrankung hineinspielen und durch welche Verhaltensweise die Schmerzbewältigung verbessert werden kann. Ihm oder ihr muss zum Beispiel erklärt werden, dass die Körperwahrnehmung durch geeignete Maßnahmen verbessert werden kann, dass zum Beispiel eine Schonhaltung bei psychosomatischen Schmerzen auf Dauer ungünstig ist, dass Bewegung wichtig ist und dass eine gute Physiotherapie helfen kann.

Körperlich oder psychosomatisch? Beispiel Migräne. Migräne ist ein körperlich zu erklärender Kopfschmerz, der als Folge komplexer, situativ auftretender Störungen der biochemischen und neuronalen Aktivität in bestimmten Gehirnregionen entsteht. >

^ Stress kann zu Schmerz führen. Ein erster Schritt zu einer Besserung kann sein, ein Schmerztagebuch zu führen.

Schwerpunkt

Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Bei einer Migräneattacke sind auch stressbedingte Faktoren relevant, so dass bei besonders empfänglichen Personen Migräne-Kopfschmerzen in Stresssituationen häufiger auftreten. Nach der ärztlichen Diagnostik und medikamentösen Behandlung ist auch eine psychosomatische Beratung zur Stressbewältigung wichtig. Zum Beispiel hilft ein Stresstagebuch, Belastungsfaktoren oder Verhaltensmuster zu erkennen, die zu Stress führen und dann vielleicht verändert werden können. Öfter treten bei Migränepatientinnen und -patienten auch zusätzlich stressbedingte Spannungskopfschmerzen als primär psychosomatische Schmerzen auf.

Wie frühe Erfahrungen das Schmerzerleben prägen

Etwa einer von sieben Menschen weltweit leidet an Migräne oder häufigen Kopfschmerzen.

Quelle: Auswertung von 357 Studien zwischen 1961 und Ende 2020 –link.springer.com/article/10.1186/ s10194-022-01402-2

Wenn seelische Belastungen körperlich schmerzen

Stressfaktoren, die bei psychosomatischen Schmerzen eine Rolle spielen können, sind auch anhaltende Konflikte, die den Alltag permanent begleiten. Dr. Michael Purucker nennt hier als Beispiel die Situation von pflegenden Angehörigen; hier gehe die konstante Belastung oft mit mangelnder Erholung einher. Auch Personen, die unter einem inneren oder äußeren Druck stehen, funktionieren zu müssen, leiden häufig unter Verspannungen im Rücken-, Schulter- und Nackenbereich und haben eine erhöhte Neigung zu einem Fibromyalgiesyndrom, chronischen Schmerzen in unterschiedlichen Körperregionen. „Natürlich kann depressives Befinden auch zu einer Verstärkung des Schmerzempfindens führen“, sagt Purucker. „Menschen mit einer Angsterkrankung haben auch häufig Kopf- und Rückenschmerzen durch die Anspannung, unter der sie durch die Angst stehen.“

Bei der Schmerzverarbeitung spielen psychische und psychobiologische Faktoren eine große Rolle. Verschiedene Faktoren beeinflussen also, wie intensiv wir Schmerz empfinden. Zu diesen Faktoren gehören Erfahrungen aus der Kindheit, die mit Schmerzen verbunden gewesen waren. Bekam man als Kind, wenn man gestürzt war, zu hören, man soll sich nicht so anstellen? Oder hatten die Eltern auch bei kleineren Verletzungen starke Angst? „Wenn ein Kind keine beruhigende Reaktion auf Schmerz erfährt, ist das ungünstig für das künftige Schmerzerleben“, so Dr. Purucker. Auch Traumatisierungen aus der Kindheit beeinflussen, wie man Schmerz empfindet. „Wir gehen davon aus, dass traumatisierte Kinder eine verstärkte Neigung zu stressbedingten Schmerzen haben.“ Wenn das Nervensystem seit der Kindheit in einer traumatischen Weise in den tiefen Hirnschichten unter dem Eindruck von Angst, Stress und in Erwartung von neuen Schmerzen stand, lässt es Schmerzreize auch später leichter durch. Hier spricht man von einer erfahrungsbedingten ängstlichen Erwartung, dass wieder etwas passiert. Diese Menschen können Schmerzen nicht gut verarbeiten und nehmen sie stärker wahr. In der neuen Forschung wird dies als stressinduzierte Hyperalgesie diskutiert.

Warum Schmerz subjektiv ist

Wie stark Schmerzen empfunden werden, hängt also sehr mit der eigenen Geschichte und den Beziehungserfahrungen in der Kindheit zusammen und ist daher von Person zu Person unterschiedlich. Der eine hat laut Röntgenbild eine deformierte Wirbelsäule und keine Schmerzen. Beim anderen ist nichts festzustellen, und doch ist er wegen Rückenschmerzen stark beeinträchtigt. Für die Schmerzbewältigung spielt auch das Gedächtnis eine große Rolle. Wird beispielsweise ein Kind geschlagen, speichert der Körper nicht nur den Schmerz ab, sondern auch die Angst oder Ohnmacht, die das Kind dabei empfindet. Dieses Zwischenmenschliche wird parallel gespeichert und aktiviert auch körperliche Schmerzen, wenn die Person eine ähnliche zwischenmenschliche Situation erneut erlebt. Bestimmte Hirnregionen reagieren auf soziale Ausgrenzung genauso wie auf körperliche Schmerzen. Soziale Ausgrenzung kann daher durchaus mit einem Schmerzempfinden verbunden sein.

Gibt es ein Fazit? „Nicht jeder Schmerz“, sagt Purucker, „sollte psychologisiert werden“. Dennoch: psychische Belastungen und Schmerzen hängen zusammen. Das gilt es, ernst zu nehmen. Wichtig sei daher immer eine gute Schmerzanamnese, also genau zu besprechen, wie, wann, wie lange und unter welchen Belastungsfaktoren Schmerzen auftreten. Wenn abgeklärt wurde, dass keine organischen Ursachen für den Schmerz verantwortlich sind, müssen Stressfaktoren analysiert werden. Und in einer Psychotherapie muss über Belastungen, Ängste und Leistungsdruck gesprochen werden, gegebenenfalls auch über belastende oder traumatisierende Erfahrungen in der Kindheit. Dann gelte es, den seelischen Aspekt des Schmerzerlebens zu verstehen und einen anderen Umgang mit der Schmerzbelastung oder den psychischen Belastungen zu finden, gelassener zu werden, weniger perfektionistisch. Bei schwerer Kindheitsbelastung oder unbewussten Konflikten ist auch eine Psychotherapie angezeigt. Wenn dann Körper und Psyche wieder mehr in Einklang sind, kann auch der Schmerz besser werden. Wichtig sei die Erkenntnis, dass Fürsorge für die Psyche und den Körper mit geeigneter Bewegung, Massagen, Erholung, gutem Schlaf und guten Beziehungen, dazu beitragen kann, Schmerz weniger stark wahrzunehmen. Rechtzeitig zum Arzt zu gehen, statt selbst erst einmal Schmerzmittel einzuwerfen, gehört ebenfalls zu einer guten Fürsorge für sich selbst. Und: Seien Sie geduldig. Auch mit sich selbst.

MEHR INFOS:

STRESS AKTIV BEWÄLTIGEN

Gezielte Strategien können helfen, Belastungen besser zu meistern und Schmerzen zu reduzieren. Wichtige Ansätze sind:

• Regelmäßige Bewegung (Spaziergang, Yoga, sanftes Training)

• Entspannungstechniken (Atemübungen, Meditation, progressive Muskelentspannung)

• Pausen und Erholung im Alltag bewusst einplanen

• Soziale Unterstützung suchen (Gespräche mit Familie, Freunden oder Fachleuten)

• Stressauslöser erkennen (z. B. durch Tagebuch oder Reflexion)

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Bayreuth Dr. med. Michael Purucker, Leiter der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie Nordring 2, 95445 Bayreuth

Telefon: (0921) 283-0

E-Mail: bayreuth@gebo-med.de www.gebo-med.de

^ Achten Sie auf sich. Selbstfürsorge kann Stress reduzieren und damit auch mögliche Schmerzen lindern.

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz

„Schmerz ist das, was der Patient empfindet“

Notfallmediziner Jürgen Weigand erklärt, warum Schmerz subjektiv ist, wie er in der Notaufnahme eingeordnet wird – und weshalb gute Schmerztherapie ein Qualitätsmerkmal moderner Medizin ist.

 KURZ GESAGT: Schmerz ist subjektiv und kulturell unterschiedlich, spielt aber eine zentrale Rolle in der Notaufnahme. Entscheidend sind eine individuelle Einschätzung, verantwortungsvolle Schmerztherapie und Mitgefühl im oft stressigen Klinikalltag.

Schmerz ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen eine Notaufnahme aufsuchen – und zugleich einer der schwierigsten zu bewertenden. Wie lässt sich etwas behandeln, das jeder Mensch anders empfindet? Jürgen Weigand, Direktor der Klinik für Interdisziplinäre Notfallmedizin am Klinikum Bayreuth, spricht im Interview über individuelle Schmerzgrenzen, medizinische Verantwortung, kulturelle Unterschiede – und darüber, warum Mitgefühl im stressigen Alltag der Notaufnahme unverzichtbar bleibt.

Herr Weigand, haben wirklich alle Patientinnen und Patienten, die in die Notaufnahme kommen, Schmerzen? WEIGAND: Nicht alle, aber ein großer Teil. Zu uns kommen auch Menschen, die nicht verletzt, sondern erkrankt sind – etwa mit hohem Fieber. Das muss nicht zwangsläufig mit starken Schmerzen einhergehen. Bei Verletzungen ist das anders. Positiv ist, dass Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter heute in klar definierten Situationen bereits Schmerzmittel geben dürfen. Ist ein Notarzt vor Ort, stellt sich diese Frage ohnehin nicht. Ziel ist immer, dass Patientinnen und Patienten möglichst schmerzarm oder schmerzfrei in der Notaufnahme ankommen.

Wenn Sie sich in den Finger schneiden und ich mich in den Finger schneide –empfinden wir denselben Schmerz?

WEIGAND: Nein. Schmerz ist individuell. Zudem wird Schmerz in unterschiedlichen Kulturkreisen auch unterschiedlich ausgedrückt. Ich frage deshalb jeden Patienten, ob er ein Schmerzmittel benötigt. Wenn die Antwort „Nein“ lautet, sehe ich keinen Grund, ihn möglichen Nebenwirkungen auszusetzen. Schmerzmedikamente, die häufig eingesetzt werden, können durchaus relevante Komplikationen haben. Unsere Aufgabe ist es, die Schmerztherapie an der Wahrnehmung des Patienten auszurichten – immer unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem empfundenen Schmerz und dem medizinisch bewerteten Schmerz?

WEIGAND: Ja. Wir sind verpflichtet, eine Ersteinschätzung vorzunehmen. Dabei

„Die Patienten verorten sich selbst auf der Schmerzskala –das fällt häufig höher aus, als es medizinisch zu erwarten wäre.“
JÜRGEN WEIGAND, DIREKTOR DER KLINIK FÜR NOTFALLMEDIZIN

spielt Schmerz eine wichtige Rolle. Patientinnen und Patienten mit starken Schmerzen werden höher priorisiert. Wir arbeiten mit einer Skala von null bis zehn. Null bedeutet kein Schmerz, zehn der schlimmste vorstellbare Schmerz. Die Einschätzung erfolgt durch den Patienten selbst. Studien zeigen, dass diese Angaben häufig eher hoch ausfallen. Deshalb arbeiten wir mit Vergleichsbeispielen. Massive Schmerzen gibt es ohne Zweifel – nach meiner Erfahrung liegen die meisten Patientinnen und Patienten jedoch im Bereich zwischen drei und fünf. Um den Schmerz besser einzuordnen, haben wir ein festes Schmerzschema. Es erlaubt der Pflege, bei Bedarf schnell und eigenständig zu handeln. Das ist ein wichtiger Qualitätsfaktor für eine Notaufnahme.

Ist es manchmal notwendig, zuerst den Schmerz zu lindern, um überhaupt behandeln zu können?

WEIGAND: Ja, das ist in vielen Fällen so. Bei starken Bauchschmerzen kann bereits das Ansetzen eines Ultraschallkopfes zusätzliche Schmerzen auslösen. Ohne vorherige Schmerzlinderung wäre eine Untersuchung dann kaum möglich.

Wie helfen Sie Patientinnen und Patienten konkret bei akuten Schmerzen?

WEIGAND: Oft beginnen wir mit einfachen Maßnahmen, auch wenn sie heute fast banal wirken. Bei einer Verstauchung etwa kann Kühlen und Ruhigstellen sehr hilfreich sein. Solche Basismaßnahmen sind bei uns fest im Schmerzstandard verankert. Bei stärkeren Schmerzen kommen Injektionen oder Infusionen zum Einsatz. Es gibt aber auch alternative Wege, etwa die Medikamentengabe über die Nase –zum Beispiel dann, wenn noch kein venöser Zugang gelegt wurde.

Sie sehen täglich Menschen mit Schmerzen. Stumpft man dabei ab?

WEIGAND: Nein, im Gegenteil. Man fühlt mit. Ich denke oft: Das muss wirklich sehr schmerz-

WIE STARK SIND IHRE SCHMERZEN?

In der Notaufnahme wird Schmerz häufig mit einer Skala eingeschätzt:

0 = kein Schmerz

1–3 = leichter Schmerz, gut auszuhalten

4–6 = mäßiger Schmerz, beeinträchtigt den Alltag

7–8 = starker Schmerz

9–10 = stärkster vorstellbarer Schmerz

Wichtig: Die Einschätzung erfolgt durch die Patientin/den Patienten selbst.

Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte ordnen den Schmerz medizinisch ein und wägen Nutzen und Risiken einer Schmerztherapie sorgfältig ab.

Eine schnelle und angemessene Schmerzbehandlung gilt heute als Qualitätsmerkmal moderner Notfallmedizin.

haft sein. Und gerade dieses Mitgefühl ist der Grund, warum man alles daransetzt, die Patientinnen und Patienten so schnell wie möglich schmerzfrei zu bekommen.

Was war Ihr persönlich schlimmster Schmerz?

WEIGAND: Eine Nierenkolik – keine schöne Erinnerung.

Und wie sind Sie damit umgegangen?

WEIGAND: Mit aggressivem Zuwarten, bis der Schmerz nachgelassen hat.

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH Klinik für Notfallmedizin klinikum-bayreuth.de/notaufnahme

Altersschmerz ist

mehr als ein Symptom

reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH

Wenn körperliche Beschwerden auf Sorgen, Ängste und den Wunsch nach Selbstständigkeit treffen

Lebensqualität zeigt sich oft in den ruhigen Momenten: Wer Schmerzen lindern und Sicherheit gewinnen kann, behält Freiheit und Freude im Alltag.

AUTOR

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Alt zu werden – das klingt nach Erfahrung, nach Erinnerungen, nach einem langen gelebten Leben. Und doch ist das Älterwerden für viele Menschen auch mit Schmerz verbunden. Dieser Schmerz sitzt nicht nur in Gelenken, Muskeln oder im Rücken. Er zeigt sich ebenso in Gedanken, in Sorgen, in stillen Ängsten. Altersschmerz ist deshalb mehr als ein medizinischer Begriff –er beschreibt eine Lebensphase, in der körperliche, seelische und soziale Herausforderungen eng miteinander verbunden sind.

„Viele unserer Kunden kommen mit körperlichen Beschwerden zu uns, sprechen aber sehr schnell auch über ihre Sorgen und Unsicherheiten“, erklärt David Heumann, Geschäftsführer der reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH. „Schmerz im Alter betrifft immer den ganzen Menschen – nicht nur ein einzelnes Gelenk.“ Eine klare Definition dafür, wann ein Mensch „alt“ ist, gibt es nicht. Viele fühlen sich innerlich noch aktiv und lebendig – bis erste Einschränkungen daran erinnern, dass Kraft, Beweglichkeit oder Sicherheit nachlassen. Gerade dieser Gegensatz zwischen innerem Empfinden und äußerer Realität kann schmerzhaft sein.

Wenn Älterwerden Fragen aufwirft

Mit zunehmendem Alter treten häufig Sorgen in den Vordergrund, über die nur selten offen gesprochen wird. Die Angst vor dem Alleinsein, vor dem Verlust des Partners oder davor, irgendwann nicht mehr selbstständig zu sein, beschäftigt viele Menschen. Hinzu kommen Gedanken an Alterskrankheiten, an Pflegebedürftigkeit und an die Frage, wie das eigene Leben künftig aussehen könnte. Besonders präsent ist oft die Unsicherheit, wie lange man noch in den eigenen vier Wänden zurechtkommt. Was früher selbstverständlich war – Treppensteigen, Duschen oder längere Wege – wird plötzlich anstrengend oder unsicher. „Diese Ängste nehmen wir sehr ernst“, so David Heumann. „Viele Menschen wünschen sich vor allem eines: so lange wie möglich selbstbestimmt zu leben.“

Schmerzen machen den Alltag leiser

Viele Menschen erleben Altersschmerz als dauerhaften Begleiter – insbesondere durch

 KURZ GESAGT: Schmerz im Alter betrifft nicht nur den Körper, sondern auch Gedanken, Gefühle und den Alltag. Mit Verständnis, fachlicher Begleitung und passenden Hilfsmitteln lässt sich Lebensqualität erhalten und Selbstständigkeit stärken.

verschleißbedingte Veränderungen des Bewegungsapparates. Diese Schmerzen sind nicht immer heilbar, aber sie lassen sich lindern und besser in den Alltag integrieren. Oft wird unterschätzt, wie stark sich dauerhafte Schmerzen auch auf die Psyche auswirken. Sie können zu Rückzug, Erschöpfung oder einem Verlust an Lebensfreude führen. „Unser Ziel ist es nicht nur, Schmerzen zu reduzieren“, betont David Heumann, „sondern Menschen dabei zu unterstützen, ihren Alltag wieder mit mehr Sicherheit und Vertrauen zu bewältigen.“

Selbstständig bleiben – mit Unterstützung, die entlastet

^ Das gesamte Team der reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH um Geschäftsleiter David Heumann berät Sie gerne.

Moderne Hilfsmittel können heute einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Schmerzen zu reduzieren, Sicherheit zu erhöhen und Selbstständigkeit zu bewahren. Dabei geht es nicht darum, Einschränkungen zu verstecken, sondern den Alltag aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. Sanitätshäuser wie die reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH begleiten Menschen in dieser Lebensphase mit Fachwissen, Erfahrung und persönlicher Beratung. „Hilfe anzunehmen bedeutet keine Schwäche“, sagt David Heumann. „Es ist ein bewusster Schritt, um Lebensqualität zu erhalten.“ Alt zu werden heißt, sich zu verändern. Altersschmerz gehört für viele Menschen dazu – körperlich wie emotional. Mit Verständnis, fachlicher Begleitung und passenden Lösungen lässt sich diese Lebensphase aktiv gestalten.

MEHR INFOS: reha team Nordbayern – Gesundheitstechnik GmbH Am Bauhof 11, 95445 Bayreuth, Tel. (0921) 74743-0

E-Mail: bayreuth@rehateam-nordbayern.de www.rehateam-nordbayern.de

Angst, Sorgen und Schmerz sind

untrennbar verbunden

Warum die Palliativmedizin zur Schmerzlinderung nicht nur auf Pharmazie setzt

Wenn Menschen auf eine Palliativstation kommen, bringen sie nicht nur ihre Krankheit mit, sondern ihr ganzes Leben: Hoffnungen, Sorgen, Beziehungen – und oft die Angst vor Schmerzen und die Frage: „Muss ich das aushalten?“ Die Antwort ist eindeutig: Nein. Niemand soll am Lebensende leiden müssen.

„Rund 90 Prozent unserer Patientinnen und Patienten kommen wegen tumorbedingter Schmerzen zu uns“, sagt Dr. Sabine Gernhardt, Direktorin der Klinik für Palliativmedizin an der Klinikum Bayreuth GmbH. Zunehmend begleiten sie und ihr Team aber auch Menschen mit weit fortgeschrittenen, nicht-onkologischen Erkrankungen. Allen gemeinsam ist der Wunsch nach Linderung und nach einem Mehr an Lebensqualität.

 KURZ GESAGT: Schmerzen werden anders wahrgenommen, wenn Menschen am Lebensende stehen. Neben der körperlichen Komponente haben sie eine psychische, soziale und spirituelle Dimension: Warum ich? Wie geht es weiter? Kommt meine Familie zurecht? Muss ich leiden? All diese Ebenen beeinflussen sich gegenseitig. Die Palliativmedizin setzt daher bei der Schmerzlinderung auf eine ganzheitliche und sehr individuelle Behandlung, die all diese Dimensionen berücksichtigt.

Schmerz hat vier Dimensionen

Tumorschmerzen werden häufig intensiver wahrgenommen als andere chronische Schmerzen. Der Grund: Sie betreffen nicht nur den Körper. „In der Palliativmedizin sprechen wir vom ‚Total Pain‘ – einem Schmerz, der körperliche, psychische, soziale und spirituelle Dimensionen umfasst. Dieses von Cicely Saunders entwickelte Konzept ist seit Jahrzehnten in den Leitlinien verankert. Alle Ebenen beeinflussen sich gegenseitig und können den Schmerz verstärken“, erklärt Gernhardt, die nicht nur Fachärztin für Palliativmedizin ist, sondern auch über die Zusatzqualifikation Spezielle Schmerztherapie verfügt.

Um zu zeigen, wie komplex das sein kann, konstruiert sie ein Beispiel: Ein 50-jähriger Mann wird durch eine Tumordiagnose plötzlich aus seinem Berufs- und Familienleben gerissen. Neben den körperlichen Schmerzen belasten ihn vielleicht Sorgen um Familie und Existenz sowie Ängste und Sinnfragen: „Es ist noch so viel zu erledigen! Was wird aus den Menschen, die ich liebe? Wer bin ich jetzt noch? Warum hat es mich getroffen?“ Diese Belastungen und Gedanken lassen den Schmerz oft intensiver erscheinen.

Die palliativmedizinische Schmerztherapie betrachtet deshalb immer den ganzen Menschen, berücksichtigt alle Aspekte des ‚Total Pain‘.

„Medikamente sind zwar ein zentraler Bestandteil der Schmerztherapie, starke Opioide kommen ebenso zum Einsatz wie Antidepressiva, Antiepileptika oder muskelentspannende Präparate. Aber gleichzeitig wissen wir: auch Wohlbefinden kann Schmerzen lindern. Schmerzlinderung hat für uns daher immer eine somatische und eine psychische Komponente“, sagt Gernhardt.

Ankommen im Hier und Jetzt

Zur ganzheitlichen Behandlung gehört es daher, Patientinnen und Patienten zu begleiten, ihre Situation anzunehmen und im Hier und Jetzt anzukommen. Das schafft Raum für positive Gefühle – für Nähe, Humor und Lachen. Unterstützt wird dies durch ein multiprofessionelles Team und vielfältige Angebote, etwa psychoonkologische Gespräche, Physiotherapie, Musik- oder Hypnotherapie, auch tiergestützte Therapie oder Klangschalentherapie gehören dazu. „Was guttut, wird genutzt – ein festes Schema gibt es nicht“, sagt Gernhardt.

Denn jeder Mensch erlebt Schmerz anders. Eine hochbetagte Frau, die auf ein für sie erfülltes Leben zurückblickt, geht mit einer schweren Erkrankung anders um als jemand, dessen Biografie von Verlusten geprägt ist. „Die persönliche Lebensgeschichte und die Haltung zu Leben und Tod beeinflussen das Schmerzempfinden maßgeblich.“

Tumorschmerzen seien in den meisten Fällen gut behandelbar, verändern sich jedoch im Verlauf, erklärt die Palliativmedizinerin. Die Therapie muss daher regelmäßig angepasst werden. Besonders belastend sind sogenannte Durchbruchsschmerzen – plötzlich auftretende Schmerzspitzen. Moderne Schmerzpumpen, die die Klinik kürzlich angeschafft hat, ermöglichen es den Betroffenen, sich bei Bedarf selbst ein schnell wirksames Medikament zu verabreichen. Für viele ist allein dieses Wissen entlastend: „Ich habe wieder ein Stück Kontrolle.“

Ruhe und Zuwendung

Auch die Atmosphäre auf der Palliativstation trägt zur Schmerzlinderung bei: Ruhe, Zeit, Einzelzimmer und eine zugewandte Pflege. „Unser Ziel ist es, das Lebensende lebenswert zu machen – nicht den Tod um jeden Preis hinauszuzögern, sondern die verbleibende Zeit so beschwerdearm, würdevoll und menschlich wie möglich zu gestalten“, sagt Gernhardt.

MEHR INFOS:

Klinikum Bayreuth GmbH

Klinik für Palliativmedizin

Preuschwitzer Straße 101, 95445 Bayreuth

Tel: 0921 400-6902

E-Mail: palliativstation@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/palliativstation

^ Schmerzen empfindet jeder Mensch anders – um sie zu lindern, braucht es oft mehr als Medikamente, weiß Dr. Sabine Gernhardt, Direktorin der Klinik für Palliativmedizin (rechts) . Besonders wichtig: Ein offenes Ohr für Sorgen und Bedürfnisse.

QR-Code scannen und mehr erfahren!

Klinikum Bayreuth GmbH

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Schmerzen aushalten ist keine Option“

Schmerzen erkennen und behandeln bei den Allerkleinsten – eine Herausforderung

^ Schmerzen zu erkennen, ist insbesondere bei den Allerkleinsten eine Herausforderung: Prof. Dr. Patrick Morhart und Bianca Markhof schauen daher genau hin.

Noch vor etwa 35 Jahren glaubte man, Frühgeborene würden kaum Schmerzen empfinden. Das Gehirn sei dafür noch nicht reif genug – eine Annahme, die heute als widerlegt gilt. „Frühgeborene Kinder empfinden Schmerzen genauso wie ältere Kinder oder Erwachsene. Und sie gehören in jedem Alter konsequent behandelt“, erklärt

Prof. Dr. Patrick Morhart. Er ist Direktor der Kinderklinik am Klinikum Bayreuth, Kinderarzt und Neonatologe. Im Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe behandelt er immer wieder auch die Allerkleinsten.

Wir treffen ihn auf der Frühgeborenen-Intensivstation bei einem seiner Patienten. Er ist in der 25. Schwangerschaftswoche mit rund 1.000 Gramm geboren. Lunge und MagenDarm-Trakt waren noch unreif, der Start ins Leben entsprechend schwierig. Heute hat er fast sein Geburtsgewicht verdoppelt. Eltern und Behandlungsteam sind zufrieden mit seiner Entwicklung.

 KURZ GESAGT: Schmerzen müssen bei den Allerkleinsten ebenso konsequent behandelt werden wie bei Erwachsenen. Das Team der Kinderklinik verrät, wie sie Schmerzen bei Kindern, die noch nicht sprechen, erkennen und wie sie ihnen begegnen. Besonders wichtig: Nähe, Wärme und Geborgenheit. Das Ass im Ärmel: Glukose. Zucker aktiviert das Belohnungszentrum – die daraufhin ausgeschütteten Glückshormone lindern Schmerzen effektiv.

Das Kind schläft ruhig. „Im Moment hat er keine Schmerzen“, sagt Prof. Dr. Morhart –nach einem prüfenden Blick auf das Baby, die Monitore und zur Mutter. Denn fragen kann er seinen kleinen Patienten nicht. Das macht es zu einer besonderen Herausforderung, Schmerzen zu erkennen.

Foto: © Klinikum Bayreuth GmbH

Schmerz erkennen ohne Worte

Bei Neugeborenen und Frühgeborenen stützt sich die Einschätzung auf Beobachtungen und Messwerte. Spezielle Schmerzskalen berücksichtigen unter anderem Unruhe, Muskelspannung, Gesichtsausdruck sowie Veränderungen von Herzfrequenz und Atmung. „Einzelne Zeichen allein sind oft nicht aussagekräftig –im Zusammenspiel ergeben sie jedoch ein verlässliches Bild“, sagt Prof. Dr. Morhart.

Meist macht der Bauch Probleme

Häufige Ursachen für Schmerzen sind Blähungen und Koliken. „Der Darm Frühgeborener ist noch unreif“, erklärt er. Gleichzeitig sei eine rasche Gewichtszunahme wichtig. „Nahrung, aber auch die oft notwendige Atemunterstützung, belasten den Magen-Darm-Trakt, der sich erst an die neuen Anforderungen anpassen muss.“

Viele der sehr kleinen Kinder reagieren nicht mit Weinen – dafür fehlt ihnen die Kraft. Umso wichtiger ist die enge Beobachtung. „Wir verbringen viel Zeit bei den Kindern und beziehen die Eltern aktiv ein“, sagt Bianca Markhof, die das Pflegeteam der pädiatrischen Intensivstation leitet. „Eltern nehmen auch kleinste Veränderungen sehr sensibel wahr. Sie sind daher für uns ein wichtiger Partner in der Behandlung.“

Warum frühe Schmerzlinderung so wichtig ist

Schmerzlinderung ist nicht nur für den Moment entscheidend. Unbehandelte oder dauerhafte Schmerzen können bereits bei Neugeborenen ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entstehen lassen. Der Körper lernt Schmerz falsch zu verarbeiten – mit möglichen langfristigen Folgen. „Das gilt es zu vermeiden“, sagt Prof. Dr. Morhart.

Sanfte Wege gegen den Schmerz

„Grundsätzlich steht uns das gesamte Spektrum der Schmerztherapie zur Verfügung“, sagt Prof. Dr. Morhart. „Doch meist sind sanfte Methoden ausreichend.“ Nähe, Wärme und Geborgenheit spielen dabei eine zentrale Rolle. Ein ruhiges, gedämpftes Umfeld, Pucken und weiches, rötliches

Licht orientieren sich an den Bedingungen im Mutterleib und wirken beruhigend.

Ein besonders wirksames Mittel ist das sogenannte Kangarooing: Haut-auf-Haut-Kontakt mit Mutter oder Vater. Diese Nähe lindert Schmerzen, stabilisiert Atmung und Herzschlag und fördert die Entwicklung. „Nachweislich sind Kinder, die viel Zuwendung und Nähe erfahren, später durchschnittlich intelligenter und resilienter.“ Ist kein Elternteil da, helfen auch gezielte Berührungen durch das Pflegepersonal – etwa ruhiges Handauflegen.

Ein bewährter „Joker“ ist die orale Gabe von Glukose. Dabei geht es weniger um den Zucker selbst. Aber er aktiviert das Belohnungszentrum. „Die Kinder schütten Glückshormone aus –und glückliche Menschen empfinden weniger Schmerz. Die Ablenkung durch das Nuckeln verstärkt den Effekt noch“, erklären Prof. Dr. Morhart und Bianca Markhof. Die Methode ist wissenschaftlich belegt und heute Standard in der Neonatologie.

Bei älteren Kindern bieten nicht-medikamentöse Verfahren wie Akupunktur oder spezielle Schmerzöle weitere Möglichkeiten. „Für Neugeborene sind diese wegen der empfindlichen Haut allerdings noch nicht geeignet“, erklärt Prof. Dr. Morhart.

Wenn Medikamente nötig sind

Manchmal reichen sanfte Maßnahmen nicht aus. Dann werden Schmerzmittel eingesetzt –abgestimmt auf Alter und Gewicht und nach klaren Leitlinien. „Aushalten ist keine Option“, betont Prof. Dr. Morhart. „Unsere Entscheidungen stellen immer das Kindeswohl in den Mittelpunkt. Die Kinder sollen möglichst bald gesund und schmerzfrei nach Hause gehen können.“

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH

Klinik für Kinder und Jugendliche mit Perinatalzentrum Level 1

Tel: 0921 400-6202

E-Mail: kinderklinik@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/kinderklinik

GESUND LEBEN Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Neuer Umgang mit dem Schmerz

Wie die Schmerztagesklinik an der Hohen Warte Menschen hilft, ihr Leben zurückzugewinnen

I„ch kam keine Minute mehr zur Ruhe, habe kaum noch geschlafen“, erinnert sich Martina Seidel (Namen der Patientinnen geändert). „Der Schmerz war immer da – Tag und Nacht.“ Auch Claudia Berger kennt dieses Gefühl. Beide Frauen berichten von einem Alltag, der sich immer weiter verengte: Rückzug, kaum soziale Kontakte, wenig Lebensfreude. Medikamente und Reha brachten keine nachhaltige Linderung.

Heute sprechen sie darüber in der Vergangenheitsform. Die fünf Wochen in der Schmerztagesklinik der Klinikum Bayreuth GmbH an der Betriebsstätte Hohe Warte haben etwas verändert. In ihren Gesichtern liegt Erleichterung – und Hoffnung.

„Diese Zeit hat mir mehr geholfen als alles, was ich zuvor versucht habe“, sagt Martina Seidel. Kann eine solche Therapie das Leben verändern? „Ja – wenn Patientinnen und Patienten bereit sind, sich aktiv einzubringen und neue Wege zu gehen“, sagt Tanja Nüßlein Saraiva, Psychologische Psychotherapeutin und organisatorische Leiterin der Schmerztagesklinik. Ziel sei nicht Schmerzfreiheit um jeden Preis, sondern ein neuer, selbstbestimmter Umgang mit chronischen Schmerzen. Bewegung, Entspannung, Achtsamkeit und das Erken-

 KURZ GESAGT: Chronische Schmerzen können das Leben vollständig bestimmen – doch die Schmerztagesklinik an der Hohen Warte zeigt neue Wege auf. In einem interdisziplinären, alltagsnahen Therapieansatz lernen Patientinnen und Patienten, aktiv mit ihrem Schmerz umzugehen. Das Ergebnis: mehr Selbstvertrauen, mehr Bewegung – und neue Zuversicht für den Alltag.

nen eigener Grenzen stehen im Mittelpunkt. Patientinnen und Patienten lernen, ihren Alltag bewusster zu gestalten und ungünstige Verhaltensmuster zu verändern.

Interdisziplinär und alltagsnah

In der Tagesklinik gibt es keine einfache Lösung für die Ursache des Schmerzes. Umso wichtiger ist der ganzheitliche Ansatz: Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, Physio-, Ergo- und Sporttherapie sowie der Sozialdienst arbeiten eng zusammen. „Unsere Aufgabe ist es oft, Mut zu machen“, erklärt Anja Wasserzier, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Viele erleben, dass gezielte Bewegung – im eigenen Tempo – wieder mehr Lebensqualität bringt.“

Struktur gibt Halt

Der Tagesablauf ist klar gegliedert: ärztliche Visiten, Einzel- und Gruppentherapien, Bewegung und bewusst eingeplante Pausen. Gerade zu Beginn sei das anstrengend, so Saraiva. Doch Fortschritte würden schnell sichtbar – wenn man lernt, sie auch als solche wahrzunehmen.

Zurück ins Leben – Schritt für Schritt

Claudia Berger lebt seit Jahren mit Multipler Sklerose. Nach einer Corona-Infektion kamen neue, brennende Schmerzen hinzu. Der Aufenthalt in der Tagesklinik war für sie „die beste Entscheidung“. Beide Frauen berichten, dass sie heute besser spüren, was ihnen guttut. „Ich habe gelernt, Nein zu sagen – zu anderen, aber auch zu mir selbst“, sagt Martina Seidel. Bewegung und Entspannung sind feste Bestandteile ihres Alltags geworden. Besonders angetan

ist sie von Qi Gong: „Da bin ich ganz bei mir.“

Am Nachmittag kehren die Patientinnen und Patienten in ihr gewohntes Umfeld zurück –und können Erlerntes direkt erproben. Viele berichten, dass sie wieder mehr Freude an Begegnungen und Unternehmungen haben.

Auch nach der Therapie nicht allein

Manche Entscheidungen brauchen Zeit – etwa zur beruflichen Zukunft. Dabei unterstützt bei Bedarf der Sozialdienst. Drei Monate nach Abschluss der Therapie lädt die Schmerztagesklinik zu einer Auffrischungswoche ein. „Wir schauen gemeinsam, was gut funktioniert und wo noch Unterstützung nötig ist“, sagt Saraiva. Martina Seidel freut sich schon darauf. Und lacht: „Ich habe jetzt so etwas wie einen kleinen Therapeuten auf der Schulter – der erinnert mich im richtigen Moment an das Gelernte.“

MEHR INFOS:

Klinikum Bayreuth GmbH

Schmerztagesklinik

Klinik Hohe Warte

Hohe Warte 8, 95445 Bayreuth

Tel.: 0921 400-753488

www.klinikum-bayreuth.de/schmerztagesklinik

< Anja Wasserzier ist Oberärztin und Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie - an der Klinik Hohe Warte bietet sie Schmerzpatientinnen und -patienten auch ambulant Hilfe: in der Schmerzambulanz.

SCHMERZAMBULANZ AN DER KLINIK HOHE WARTE

An der Klinik Hohe Warte hat Oberärztin Anja Wasserzier eine Schmerzambulanz aufgebaut.

Sie richtet sich an Patientinnen und Patienten mit chronischen oder akuten Schmerzen, die eine ergänzende schmerztherapeutische Betreuung zur hausärztlichen Versorgung benötigen. Sie ergänzt das Konzept der Interdisziplinären Schmerztagesklinik, da sie eine weiterführende – bei Bedarf auch langfristig angelegte – Betreuung zwischen oder unabhängig von teilstationären Aufenthalten ermöglicht.

In den Sprechstunden setzt das Team auf einen ganzheitlichen Ansatz. Neben medikamentösen Optionen kommen unterstützende Maßnahmen wie Ohrakupunktur, Taping oder Aromaanwendungen zum Einsatz. Ein wichtiger Bestandteil ist das Gespräch: „Oft hilft es schon sehr, über den Schmerz zu reden“, so Wasserzier. Chronischer Schmerz habe fast immer auch eine psychische Komponente, die mit berücksichtigt werde.

Termine können telefonisch vereinbart werden: À 0921 400-753488. Benötigt wird eine Überweisung vom Hausarzt.

„Diese fünf Wochen haben mir mein Leben ein Stück zurückgegeben.“
EINE PATIENTIN
Foto: © Klinikum Bayreuth GmbH

Spieglein, Spieglein

… in der Therapie

Spiegeltherapie – das klingt nach Schneewittchen. Den Patientinnen und Patienten im MEDICLIN RehaZentrum Roter Hügel werden jedoch keine Märchen erzählt, sondern mit neuesten, evidenzbasierten Therapiemethoden Schmerzlinderung verschafft.

Ein Spiegel als therapeutisches Werkzeug: Die Spiegeltherapie wird im MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel seit vielen Jahren erfolgreich zur Unterstützung verschiedener Krankheitsbilder eingesetzt.

AUTOR MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel

Die Ergotherapie im Reha-Zentrum

Roter Hügel nutzt die Spiegeltherapie schon seit vielen Jahren zur Behandlung verschiedener Erkrankungen, unter anderem auch zur Linderung von Phantomschmerzen. Ergotherapeutin Christina Maier berichtet im Interview von dieser ungewöhnlich scheinenden Methode.

Was sind eigentlich Phantomschmerzen?

MAIER: Phantomschmerzen sind Schmerzen, die in einem Körperteil empfunden werden, das nicht mehr vorhanden ist – häufig nach Amputationen von Gliedmaßen.

Wie kann denn ein nicht mehr vorhandener Körperteil Schmerzen verursachen?

MAIER: Zum einen kann es durch die Amputation zu einer Fehlleitung von Nervenreizen oder zur Verletzung von Nerven kommen. Zum anderen geht man davon aus, dass unseren Körperteilen unterschiedliche Hirnregionen zugeordnet sind. Diese Hirnregionen verarbeiten Signale dieser Körperteile. Wird ein Körperteil amputiert, wird die Wahrnehmung in der entsprechenden Region verringert, was zu Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit führen kann. >

„ Durch regelmäßiges Training zeigen sich Verbesserungen der Motorik und der Wahrnehmung.“
ERGOTHERAPEUTIN CHRISTINA MAIER

 KURZ GESAGT: Bei der Spiegeltherapie wird eine „Brücke“ zwischen der Wahrnehmung und dem Bewegungsablauf geschaffen. Die moderne Forschung zeigt, dass unser Gehirn in der Lage ist, sich durch gezielte Übungen zu verändern, sich anzupassen. Bewegungsabläufe können so durch neurokognitives Training bewusster wahrgenommen werden. Dadurch können auch Schmerzen vermindert werden.

Wie kommt die Spiegeltherapie ins Spiel?

MAIER: Bei der Spiegeltherapie wird ein Spiegel so vor der Körpermitte des Patienten platziert, dass Bewegungen der nicht betroffenen Seite (zum Beispiel die Bewegung eines Arms oder Beins) im Spiegel als Bewegung der betroffenen Seite wahrgenommen werden. Kurz zusammengefasst, wird das visuelle Feedback von zwei intakten Armen oder Beinen therapeutisch eingesetzt, um die Beweglichkeit und Wahrnehmung der schmerzenden Seite zu verbessern und die Schmerzen zu reduzieren.

Wussten Sie schon, dass … … eine Aktivierung unseres Gehirns nicht erst erfolgen muss, wenn eine Beeinträchtigung zugrunde liegt? Sie ist zu jeder Zeit, insbesondere mit fortschreitendem Alter, sinnvoll.

Los geht’s!

AKTIVIERUNGSÜBUNG

FÜR ZWISCHENDURCH

Tippen Sie nacheinander Daumen und Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger usw. einer Hand so schnell wie möglich aufeinander. Anschließend rückwärts. Diese Übung stärkt Koordination und Konzentration.

Ist die Wirkung der Spiegeltherapie wissenschaftlich belegt?

MAIER: Hier muss man einen kurzen Blick auf die Forschungsgeschichte werfen. Im Jahr 1988 wurde bei einem Experiment an Affen festgestellt, dass Bewegungsneuronen im Gehirn aktiv wurden, als sie einen Mitarbeiter mit Eis am Stiel ins Labor kommen sahen. Diese Neuronen wurden aktiv, ohne dass der Affe eine Greifbewegung durchführte. Die visuelle Vorstellung der Bewegung eines Körperteils kann also das Gehirn dazu anregen, neue Nervenzellen-Verbindungen (Synapsen) zu bilden. Der Effekt der Spiegeltherapie ist zurzeit vor allem in Bezug auf die Motorik bzw. der Unterstützung der Funktionen der oberen Extremitäten nach Lähmungserscheinungen durch einen Schlaganfall nachgewiesen. Allerdings ist die Anzahl der untersuchten Patientinnen und Patienten und die Qualität der Studien noch nicht ausreichend. Wir machen jedoch gute Erfahrungen mit der Spiegeltherapie. Durch das regelmäßige Training zeigen sich Verbesserungen der motorischen Fähigkeiten und der Wahrnehmung sowie auch Schmerzlinderungen.

Ist die Spiegeltherapie auch für andere Krankheitsbilder geeignet?

MAIER: Ja, die Spiegeltherapie kann unterstützend angewendet werden bei CRPS (Complex regional-pain-syndrom), Peripheren Nervenläsionen einer Extremität, Schlaganfällen, Neglect (Halbseitenvernachlässigung), Hypästhesien einer Extremität (Taubheitsgefühle und Sensibilitätsstörungen), oder bei Lähmungen, z. B. Fußheberparesen.

Wie läuft eine typische SpiegeltherapieSitzung am Krankheitsbild Schlaganfall zum Beispiel ab?

MAIER: Die Patientin oder der Patient sitzt in einem reizarmen Raum in einer passenden Sitzposition am Tisch. Beide Unterarme liegen auf der Tischplatte auf. Jeglicher Armschmuck sollte abgenommen werden. Das Spiegelbild ist der gesunden Extremität zugewandt. Die oder der Betroffene blickt in die Spiegelseite und beobachtet die von ihm selbständig durchgeführte Bewegung mit dem nicht betroffenen Arm. Während der Therapieeinheit können große Unterarmbewegungen oder kleine feinmotorische Bewegungen mit der Hand und den Fingern durchgeführt werden. Zusätzlich können therapeutische Medien oder Materialien,

^ Die Spiegeltherapie nutzt visuelle Wahrnehmung, um Bewegungsabläufe zu fördern und Schmerzen zu lindern.

wie beispielsweise Bürsten, zur Verbesserung der Sensibilität in die Therapieeinheit integriert werden.

Wie häufig und über welchen Zeitraum sollte die Spiegeltherapie für einen guten Erfolg durchgeführt werden?

MAIER: Die Therapieeinheit dauert ca. 25 bis 30 Minuten. Sie sollte über einen Zeitraum von etwa vier Wochen täglich (fünf Tage pro Woche) durchgeführt werden.

Kann ich die Spiegeltherapie auch selbständig zu Hause durchführen?

MAIER: Ja, die Spiegeltherapie kann auch selbständig im häuslichen Umfeld durchgeführt werden. Grundvoraussetzung ist dafür allerdings, dass der Patient/die Patientin entsprechend durch seine/seinen Ergotherapeuten geschult wurde und die Grundlagen dieser Therapie erlernt hat.

MEHR INFOS:

MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel

Jakob-Herz-Straße 1, 95445 Bayreuth, Tel.: 0921 / 3090 www.reha-zentrum-roter-huegel.de

DIE SPIEGELTHERAPIE …

• aktiviert Gehirn und Nervensystem durch optische Täuschung: Der gespiegelte Körperteil bzw. die gespiegelte Bewegung setzt die Aktivierung bestimmter Gehirnregionen in Gang, die unter anderem für Bewegung, Wahrnehmung und Schmerzempfinden zuständig sind.

• wurde 1996 zur Behandlung von Phantomschmerzen nach Amputationen entwickelt. Später kamen noch weitere Einsatzfelder dazu.

• gehört zu den sogenannten neurokognitiven Trainingsmethoden, einer Art „mentalem Training“.

• sollte über einen längeren Zeitraum regelmäßig durchgeführt werden. Nach guter Anleitung kann sie auch zu Hause fortgesetzt werden.

^ Das Dessintey-Therapiesystem ist ein in Frankreich entwickeltes System für die neuromotorische Rehabilitation. Es nutzt intensive visuelle Simulation (IVS) – eine Form der „digitalen Spiegeltherapie“ – um die Gehirnplastizität zu fördern: Mit der „gesunden“ Hand der Patienten wird eine Bewegung aufgenommen und anschließend auf die andere Bildschirmseite gespiegelt.

Fotos:

^ Ohrakupunktur ist nur eines der integrativen Verfahren, mit denen die Klinikum Bayreuth GmbH gute Erfahrungen macht.

Ein anderer Blick auf den Schmerz

AUTOR Klinikum Bayreuth GmbH

Wie Integrative Medizin am Klinikum Bayreuth hilft, Schmerzen ganzheitlich zu lindern – und warum Erfahrung manchmal mehr überzeugt als Theorie.

Schmerz lässt sich messen, dokumentieren, behandeln – und doch bleibt er immer etwas zutiefst Persönliches. Am Klinikum Bayreuth setzt man deshalb nicht nur auf Medikamente und Leitlinien, sondern auf einen erweiterten Blick: Integrative Medizin verbindet Schulmedizin mit naturheilkundlichen Verfahren. Akutschmerzexperte Stefan Scharnagel weiß aus jahrelanger Praxis, warum dieser Ansatz für viele Patientinnen und Patienten den entscheidenden Unterschied macht.

Skepsis war für Stefan Scharnagel lange Zeit ein beruflicher Begleiter. Seine Laufbahn begann klassisch: examinierter Krankenpfleger,

zahlreiche Weiterbildungen, jahrelange Arbeit auf einer Intensivstation. Er kennt die Möglichkeiten moderner Medizin, ihre Wirksamkeit –aber auch ihre Grenzen. Medikamente, Apparate, Standards: All das rettet Leben und lindert Leid. Doch nicht immer reicht es aus.

Heute leitet Scharnagel den Akutschmerzdienst der Klinikum Bayreuth GmbH und ist Teil des Leitungsteams des Zentrums für Integrative Medizin. Sein Ansatz hat sich erweitert, nicht ersetzt. „Das eine tun und das andere nicht lassen“ – so beschreibt er das Prinzip, das Schulmedizin und Naturheilverfahren miteinander verbindet. Nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzung.

Dass dieser Weg auch Kritiker hat, überrascht ihn nicht. Schließlich war er selbst lange einer von ihnen. Ein Erlebnis aus dem Klinikalltag hat seine Haltung nachhaltig geprägt: Ein Intensivpatient litt nach einer Operation im Brustraum unter starken Schulterschmerzen, verursacht durch die notwendige Lagerung während des Eingriffs. Als Scharnagel ihm Akupressur und ein ätherisches Öl vorschlug, reagierte der Mann ablehnend und ungehalten. Dennoch ließ er sich schließlich auf einen Versuch ein. Das Ergebnis kam schneller als erwartet. Eine Stunde später meldete sich die Station erneut – der Patient wollte Scharnagel sprechen. Nicht aus Ärger, sondern aus Interesse: Wo könne er diese Behandlung nach seiner Entlassung fortsetzen?

„Ich glaube auch nur, was ich sehe – und ich habe gesehen, dass es wirkt.“

STEFAN SCHARNAGEL, LEITER AKUTSCHMERZDIENST DER KLINIKUM BAYREUTH GMBH

Solche Erfahrungen sind kein Einzelfall. Eine interne Befragung von 226 Patientinnen und Patienten nach schmerztherapeutischer Behandlung zeigt: Rund zwei Drittel waren zufrieden oder sehr zufrieden. Von den übrigen wünschte sich die überwiegende Mehrheit zusätzliche nicht-medikamentöse Verfahren. Auch externe Studien bestätigen diesen Trend: Der Einsatz integrativer Methoden kann die Symptomlast senken, den Medikamentenbedarf reduzieren und die Genesung beschleunigen.

Interessant ist auch der Blick auf die ärztliche Perspektive. Eine Umfrage am Klinikum Nürnberg hatte gezeigt: Während jüngere Ärztinnen und Ärzte naturheilkundlichen Verfahren häufig reserviert gegenüberstehen, wächst mit der Berufserfahrung die Offenheit. Chefärztinnen und Chefärzte äußern sich mehrheitlich positiv. Für Scharnagel ist das kein Widerspruch: „Man muss es erleben. Sehen, was es mit Menschen macht.“

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

WAS BEDEUTET INTEGRATIVE MEDIZIN?

Integrative Medizin verbindet evidenzbasierte Schulmedizin mit ausgewählten naturheilkundlichen Verfahren wie Akupressur, Aromatherapie, Wickel, Entspannungs- und Atemtechniken.

ZIEL:

• Linderung von Schmerzen

• Reduktion von Nebenwirkungen

• Aktivierung der Selbstheilungskräfte

• Steigerung der Patientenzufriedenheit

^ Von Patientinnen und Patienten positiv angenommen: naturheilkundliche Alternativen wie ätherische Öle als Therapieunterstützung.

 KURZ GESAGT: Am Klinikum Bayreuth kombiniert Stefan Scharnagel Schulmedizin und Naturheilkunde. Integrative Methoden wie Akupressur ergänzen Medikamente, lindern Schmerzen effektiv und steigern Patientenzufriedenheit bei schnellerer Genesung.

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH Zentrum für Integrative Medizin (ZIMB) Preuschwitzer Straße 101, 95445 Bayreuth Tel.: 0921 400-3090

E-Mail: zimb@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/ zentrum-fuer-integrative-medizin

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Warum wir im OP keinen Schmerz spüren

Wie moderne Anästhesie schützt – und warum Patientinnen und Patienten heute keine Angst mehr vor Operationen haben müssen

Viele Menschen fürchten sich vor einer Operation – weniger vor dem Eingriff selbst als vor der Frage: Werde ich etwas spüren?

Prof. Dr. Jörg Reutershan, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Klinikum Bayreuth, erklärt, warum Patientinnen und Patienten während einer Operation zuverlässig schmerzfrei bleiben – und wie moderne Anästhesie Sicherheit gibt.

Drei Säulen der Narkose

Wenn von einer Vollnarkose die Rede ist, denken viele Menschen vor allem an tiefen Schlaf. Tatsächlich besteht eine moderne Anästhesie aus drei genau aufeinander abgestimmten Bausteinen. Der erste ist der Schlaf. Spezielle Medikamente schalten das Bewusstsein aus. Die Patientin oder der Patient schläft tief und bekommt von der Operation nichts mit. Der zweite Baustein ist die Muskelentspannung. Sie sorgt dafür, dass sich die Muskulatur während des Eingriffs nicht verkrampft. Für den Operateur schafft das optimale Bedingungen und erhöht zugleich die Sicherheit. Der wichtigste Baustein aber ist das Ausschalten des Schmerzes. Und genau hier liegt für viele Patientinnen und Patienten das größte Rätsel.

 KURZ GESAGT: Moderne Anästhesie sorgt dafür, dass Schmerzreize während einer Operation das Gehirn gar nicht erreichen. Bewährte Medikamente, präzise Dosierung und die ständige Überwachung durch erfahrene Anästhesisten gewährleisten einen sicheren, schmerzfreien Eingriff.

Schmerz kommt aber nicht an

Ein weitverbreiteter Irrtum: Schmerzmittel verhindern, dass Schmerz überhaupt entsteht. Tatsächlich ist es anders. Wenn der Chirurg zum Beispiel die Haut mit dem Skalpell schneidet, entsteht zunächst ganz normal ein Schmerzreiz. Entscheidend ist jedoch, dass dieser Reiz nicht im Gehirn ankommt.

„Man kann sich das vorstellen wie eine WhatsApp, die geschrieben wird, aber nie beim Empfänger ankommt“, erklärt Prof. Reutershan. Die Schmerzmittel unterbrechen gezielt die Nervenleitung zwischen dem Ort des Eingriffs und dem Gehirn. Das Signal wird zwar ausgelöst, aber es bleibt unterwegs stecken.

Ein Vergleich aus dem Alltag macht es anschaulich: Stoßen wir uns den Fuß, dauert es minimal länger, bis wir den Schmerz spüren, als wenn wir uns an der Hand verletzen – einfach, weil der Weg zum Gehirn weiter ist. In der Anästhesie wird dieser Weg bewusst blockiert. Das Gehirn erfährt nichts vom Schmerz.

Und noch eine gute Nachricht: Anders als bei verpassten Nachrichten sammelt sich im Körper nichts an. Nach dem Aufwachen gibt es kein „Nachhallen“ der Schmerzen – sie sind schlicht nicht angekommen.

Bewährte Medikamente mit klarer Wirkung

Zur Schmerzausschaltung werden im OP vor allem Opioide eingesetzt. Viele kennen den Begriff vom Morphin. Diese Medikamente wirken über spezielle Rezeptoren im Körper, die Schmerzsignale blockieren. Es gibt unterschiedliche

Präparate, die sich in Stärke und Wirkungsdauer unterscheiden. Welches Medikament eingesetzt wird, hängt vom Eingriff, seiner Dauer und vom individuellen Patienten ab. Allen gemeinsam ist: Sie sind seit vielen Jahren erprobt und gut kontrollierbar. Ergänzt werden sie häufig durch weitere Schmerzmittel wie Paracetamol oder Novalgin – vor allem für die Zeit nach der Operation, etwa im Aufwachraum oder auf der Station.

Wird das alles wieder abgebaut?

Auch diese Sorge ist verständlich – und unbegründet. Die eingesetzten Medikamente werden im Körper vollständig abgebaut. In der Regel übernimmt das die Leber, ausgeschieden werden die Abbauprodukte über die Nieren. Selbst Patientinnen und Patienten, die über längere Zeit – etwa auf der Intensivstation – Schmerzmittel erhalten, bauen diese Substanzen wieder vollständig ab. Sie verbleiben nicht dauerhaft im Körper.

Wie Ärzte sicherstellen, dass niemand Schmerzen hat

Während der Operation behalten Anästhesisten ihre Patientinnen und Patienten permanent im Blick. Moderne Technik hilft dabei: Die Tiefe des Schlafs und die Muskelentspannung lassen sich heute exakt messen. Die Schmerztiefe selbst wird noch nicht direkt gemessen, allerdings gibt es dazu erste apparative Messmethoden, die weiterentwickelt und in Kürze auch an dem Bayreuther Großkrankenhaus getestet werden.

Auch dieser technische Fortschritt wird Ärzte nicht ersetzen. Sie achten auf zuverlässige körperliche Zeichen: Steigen Herzfrequenz oder Blutdruck? Verändert sich die Hautfarbe? All das kann darauf hindeuten, dass der Körper auf einen Reiz reagiert.

Vor allem aber zählt Erfahrung. Anästhesisten wissen genau, wann besonders schmerzhafte Momente zu erwarten sind – etwa beim Hautschnitt. Dann wird das Schmerzmittel bewusst vorab angepasst, bevor der Reiz entsteht. „Das Ziel ist immer, dem Schmerz einen Schritt voraus zu sein“, so Reutershan.

Vertrauen in moderne Medizin

Für Patientinnen und Patienten bedeutet all das: Sie sind während einer Operation nicht ausgeliefert. Moderne Anästhesie ist präzise, individuell angepasst und wird kontinuierlich überwacht. Angst vor Schmerzen im OP muss heute niemand mehr haben. Im Gegenteil: Ein erfahrenes Anästhesieteam sorgt dafür, dass Patientinnen und Patienten schlafen, entspannt bleiben – und vor allem eines sind: schmerzfrei.

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin Preuschwitzer Straße 101, 95445 Bayreuth Tel.: 0921 400-5102 www.klinikum-bayreuth.de/ anaesthesie-intensivmedizin

^ Im OP greifen Erfahrung, Technik und Teamarbeit ineinander – für einen Eingriff ohne Schmerz und mit maximaler Sicherheit.

Foto: © Klinikum Bayreuth GmbH

Gut versorgt

nach dem Eingriff

Wie moderne Schmerztherapie Patientinnen und Patienten hilft, schneller wieder zu Kräften zu kommen

Die Sorge vor Schmerzen gehört für viele Menschen zu den größten Ängsten rund um eine Operation oder einen medizinischen Eingriff. Dabei hat sich die Schmerztherapie in Krankenhäusern enorm weiterentwickelt. Ziel ist heute nicht nur, Leiden zu lindern, sondern die Genesung aktiv zu unterstützen – individuell, wirksam und möglichst schonend.

Schmerz: wichtiges Warnsignal –aber kein Dauerzustand

 KURZ GESAGT: Moderne

Schmerztherapie sorgt dafür, dass Patientinnen und Patienten nach Operationen möglichst wenig leiden und schneller wieder zu Kräften kommen. Grundlage ist eine individuelle Einschätzung des Schmerzempfindens und eine passgenaue Kombination aus Medikamenten und unterstützenden Verfahren. Ziel ist es, Sicherheit zu vermitteln, Heilung zu fördern und die Angst vor Schmerzen zu nehmen.

Schmerzen haben im Körper eine klare Aufgabe: Sie warnen uns, wenn etwas nicht stimmt oder wir uns überfordern. Sie zeigen an, wo eine Verletzung oder Erkrankung vorliegt, und zwingen uns zur nötigen Schonung. Doch was im Alltag sinnvoll ist, kann nach einer Operation zum Problem werden. Denn anhaltende Schmerzen belasten nicht nur die Psyche, sondern können auch den Heilungsprozess verzögern. „Schmerzen beeinträchtigen das Wohlbefinden und können dazu führen, dass Patientinnen und Patienten langsamer wieder auf die Beine kommen“, erklärt Prof. Dr. Jörg Reutershan, Direktor der Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin. „Im ungünstigen Fall besteht sogar die Gefahr, dass sich Schmerzen verselbstständigen und chronisch werden. Genau das wollen wir verhindern.“

Akut ist nicht gleich dauerhaft

Medizinisch wird zwischen verschiedenen Schmerzformen unterschieden. Akute Schmerzen entstehen durch einen konkreten Auslöser – etwa einen Unfall oder eine Operation – und verschwinden in der Regel wieder, sobald die Ursache behoben oder die Wunde verheilt ist. Sie erfüllen eine Warnfunktion und sind zeitlich begrenzt. „Diese akuten Schmerzen sind es, die wir nach operativen Eingriffen gezielt behandeln“, sagt Reutershan. Ziel sei es, sie so weit zu lindern oder auszuschalten, dass sich der Körper auf das Wesentliche konzentrieren kann: die Genesung.

Wie viel tut weh? Der Patient entscheidet

Schmerz ist ein sehr persönliches Empfinden. Was der eine als kaum spürbar empfindet, kann für den anderen sehr belastend sein. Deshalb gibt es keine Messgeräte, die Schmerz objektiv erfassen können. „Die wichtigste Informationsquelle ist immer der Patient selbst“, betont Reutershan. Zur Einschätzung kommen sogenannte Schmerzskalen zum Einsatz. Sie reichen von Zahlenwerten über anschauliche Gesichtssymbole bis zu Farbskalen. Manche Menschen beschreiben ihren Schmerz lieber in Worten. „Patientinnen und Patienten können die Darstellung wählen, die für sie am besten passt“, so Reutershan. Die Angaben bilden die Grundlage für die Dosierung der Schmerzmittel. In den Tagen nach einer Operation wird das Schmerzempfinden regelmäßig abgefragt und die Therapie angepasst.

Maßgeschneiderte Schmerztherapie statt Standardlösung

Welche Form der Schmerzlinderung zum Einsatz kommt, hängt von mehreren Faktoren ab: Art und Umfang des Eingriffs, der allgemeine Gesundheitszustand und die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. Direkt nach einer Operation werden Schmerzmittel häufig zunächst über eine Infusion verabreicht. Bei kleineren Eingriffen reicht anschließend oft die Einnahme von Tabletten oder Tropfen aus.

Nach größeren Operationen – etwa beim Einsatz eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks oder bei komplexen Eingriffen im Bauch- oder Brustraum – kommen oft spezielle Verfahren zum Einsatz. Dazu gehört beispielsweise die Periduralanästhesie (PDA), bei der über einen dünnen Katheter kontinuierlich Schmerzmittel verabreicht werden. „Über solche Möglichkeiten informieren wir unsere Patientinnen und Patienten bereits im Vorfeld ausführlich“, sagt Reutershan.

Selbstbestimmt mit Schmerzpumpen

Bei längeren Heilungsverläufen haben sich sogenannte Schmerzpumpen bewährt. Sie ermöglichen es den Patientinnen und Patienten, innerhalb sicherer Grenzen selbst zu entscheiden, wann sie eine zusätzliche Dosis Schmerzmittel abrufen möchten.

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

„Diese Form der Eigenständigkeit nimmt vielen das Gefühl der Hilflosigkeit“, erklärt der Klinikdirektor. „Wer erlebt, dass er den Schmerz aktiv beeinflussen kann, fühlt sich sicherer – und das wirkt sich oft positiv auf die Genesung aus.“

Mehr als Medikamente: Sanfte Unterstützung für den Heilungsprozess

Moderne Schmerztherapie beschränkt sich längst nicht nur auf Medikamente. Ergänzend kommen nicht-medikamentöse Verfahren zum Einsatz, die Schmerzen lindern oder deren Wahrnehmung positiv beeinflussen können. Dazu zählen etwa spezielle Lagerungstechniken, physikalische Maßnahmen, Akupunktur oder Aromapflege. Sie helfen insbesondere bei Verspannungen, Unruhe oder Übelkeit.

„Wir verfügen über speziell geschulte Pflegeexperten für nicht-medikamentöses Schmerzmanagement“, sagt Reutershan. Das entsprechende Ausbildungskonzept wurde am Klinikum Bayreuth entwickelt und wird seit Jahren erfolgreich als anerkannte Weiterbildung angeboten. Der Vorteil: „In vielen Fällen lässt sich dadurch die Medikamentendosis reduzieren – und damit auch das Risiko von Nebenwirkungen.“

„Schmerzen sollen nach einer OP nicht ausgehalten, sondern gezielt behandelt werden.“
PROF. DR. JÖRG REUTERSHAN, DIREKTOR DER KLINIK FÜR ANÄSTHESIOLOGIE UND OPERATIVE INTENSIVMEDIZIN

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin Preuschwitzer Straße 101, 95445 Bayreuth Tel.: 0921 400-5102 www.klinikum-bayreuth.de/ anaesthesie-intensivmedizin

GESUND

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Schmerz wirksam

lindern

Moderne Therapie mit Mitbestimmung

 KURZ GESAGT: Moderne Schmerztherapie ermöglicht eine wirksame und sichere Linderung von Schmerzen nach Operationen. Je nach Situation können Patientinnen und Patienten ihre Schmerzmittel sogar selbst und kontrolliert abrufen. Ziele sind mehr Wohlbefinden, schnellere Erholung und ein gutes Gefühl von Sicherheit.

Schmerzen nach einer Operation oder bei schweren Erkrankungen lassen sich heute gezielt und sicher behandeln. Die moderne Schmerztherapie bietet verschiedene Möglichkeiten, die individuell auf die Situation der Patientinnen und Patienten abgestimmt werden. Dabei spielt auch die eigene Mitbestimmung eine wichtige Rolle, sagt Prof. Dr. Jörg Reutershan, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Klinikum Bayreuth.

Schmerzmittel selbst abrufen –sicher und kontrolliert

Bei bestimmten Verfahren können Patientinnen und Patienten ihre Schmerzmittel selbst auslösen, zum Beispiel per Knopfdruck. Möglich ist das über eine Schmerzpumpe mit Infusion oder über ein kleines Gerät mit Tabletten für unter die Zunge. Der Vorteil: Das Medikament wirkt genau dann, wenn der Schmerz beginnt – und nicht erst, wenn er stärker geworden ist. Eingebaute Sperrzeiten sorgen dafür, dass keine Überdosierung möglich ist.

Gezielte Schmerzlinderung nach größeren Operationen

Nach Eingriffen im Bereich von Brustkorb, Bauch oder Beinen kommt gegebenenfalls eine Schmerztherapie über einen dünnen Katheter nahe der Wirbelsäule zum Einsatz. Diese Methode wirkt besonders zielgerichtet und kann kontinuierlich Schmerzen lindern. Bei Bedarf dürfen Patientinnen und Patienten zusätzlich eine kleine Extra-Dosis abrufen – ebenfalls sicher begrenzt.

Regionale Betäubung bei Arm- und Beinoperationen

Bei Operationen an Armen oder Beinen werden oft einzelne Nerven gezielt betäubt. Dadurch bleibt das betroffene Körpergebiet schmerzarm, ohne den gesamten Körper zu belasten. Diese Methode ist gut verträglich und ermöglicht häufig eine frühere Mobilisation.

Tabletten, Tropfen und Infusionen

Nicht immer sind Pumpen oder Katheter nötig. Moderne Schmerzmittel in Tabletten- oder Tropfenform sind gut wirksam und werden regelmäßig durch das Pflegepersonal verabreicht. Direkt nach einer Operation erhalten viele Patientinnen und Patienten ihre Medikamente zunächst als Infusion, individuell abgestimmt auf ihre Bedürfnisse.

Mehr Sicherheit, mehr Wohlbefinden

Alle modernen Schmerztherapien verfolgen ein gemeinsames Ziel: Schmerzen zuverlässig zu lindern und gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Eine gute Schmerzbehandlung hilft, sich schneller zu erholen und den Krankenhausaufenthalt angenehmer zu gestalten.

MEHR INFOS:

Klinikum Bayreuth GmbH

Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Preuschwitzer Straße 101 95445 Bayreuth

Tel.: 0921 400-5102 www.klinikum-bayreuth.de/ anaesthesie-intensivmedizin

Mobile Tierphysiotherapie und alternative Behandlung

Analyse und Beweglichkeit

Von der Bewegungstherapie über manuelle Techniken bis zur Laufganganalyse – ich helfe Ihrem Tier, fit und schmerzfrei zu bleiben. Auch private Social Walks für eine individuelle Betreuung und Beratung sind möglich.

Massage und manuelle Anwendungen

Massagen, Dehnungsübungen und Kinesiotaping fördern die Regeneration Ihres Tieres und unterstützen seine körperliche Balance.

Medizinische Unterstützung

Ich biete Licht-, Laser- und Elektrotherapie, Thermotherapie, Blutegelbehandlungen, Wund- und Narbenpflege sowie orthopädische Hilfsmittel für Handicap-Tiere

Natürliche & beratende Therapien Beratung zu Senioren, Demenzhunden und Welpentraining, ergänzt durch Phytotherapie, CBD- und Hanftherapie – für eine ganzheitliche Tiergesundheit.

Tiergesundheit – direkt bei Ihnen zu Hause.

 KURZ GESAGT:

Nicht-suizidale Selbstverletzung bei Jugendlichen ist oft ein Zeichen seelischer Belastung. Frühes Erkennen, ruhige Gespräche und professionelle Hilfe sind entscheidend.

Mit Schmerz gegen die Anspannung

AUTOR GEBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken

Dr. Stephanie Steinmann über selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen

^ Narben sind sichtbar. Die seelische Not dahinter oft nicht. Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen ist ein Warnsignal.

Wenn sich Jugendliche selbst verletzen, geht es meist darum, negative Gefühle und Anspannung abzubauen. Dahinter liegen oft psychische Probleme oder Traumata. Was Eltern tun können und wo es Hilfe gibt, verrät Dr. med. Stephanie Steinmann, Leitende Oberärztin der Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche am Bezirkskrankenhaus Bayreuth sowie der Tagesklinik und Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche in Hof, im Interview.

Jemand verletzt sich selbst. Was versteht man darunter?

DR. STEINMANN: Die Jugendlichen beißen oder kratzen sich bis es blutet oder reißen sich Haare aus. Oder sie verletzen sich mit Rasierklingen oder Messern selbst an Armen, Beinen oder anderen Körperteilen. Sie verbrennen sich mit Zigaretten oder Feuerzeugen, verbrühen sich mit

kochendem Wasser. Diese Jugendlichen wollen sich jedoch meist nicht das Leben nehmen. Sie nutzen den Schmerz als Bewältigungsstrategie für emotionalen und körperlichen Stress. Fachleute bezeichnen es daher als nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV). Es ist häufig Ausdruck einer Emotionsregulationsstörung, also keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom einer dahinterliegenden psychischen Erkrankung.

In welchem Alter tritt dieses Verhalten auf?

DR. STEINMANN: Selbstverletzendes Verhalten kommt häufiger vor als viele denken – besonders häufig im Jugendalter, meist bei Mädchen. Jungen können aber genauso davon betroffen sein.

Was steckt dahinter?

DR. STEINMANN: Die Ursachen für nicht-suizidales selbstverletzendes Verhaltens sind vielschichtig. Selbstverletzungen sind als eine Art

Ventil zu verstehen, mit dem die Jugendlichen versuchen, psychischen Druck abzubauen und negative Gefühle und Anspannung loszuwerden. Die Jugendlichen spüren kurzzeitig eine Entlastung durch den mit der Selbstverletzung verbundenen Schmerz. Die eigentlichen Ursachen des nicht-suizidalen selbstverletzenden Verhaltens bleiben aber bestehen. Häufig zeigen sich psychische Probleme, wie Depressionen, Angst- oder Essstörungen, oder auch Traumata in der Vorgeschichte. Eher selten tritt das selbstverletzende Verhalten isoliert auf. Soziale Medien oder der Freundeskreis können Jugendliche mit nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten in Berührung bringen. Ob jemand dann damit weitermacht, hängt von anderen Faktoren ab.

Welche Rolle spielen Scham- und Schuldgefühle?

DR. STEINMANN: Die Problematik ist häufig für die Betroffenen sehr schamhaft besetzt und die Jugendlichen versuchen dies zu verstecken, indem sie auch im Sommer lange Ärmel tragen oder den Schwimmbadbesuch meiden.

Wie kann ich als Elternteil dieses Verhalten bei meinem Kind bemerken oder erkennen, dass das Kind gefährdet ist?

DR. STEINMANN: Es finden sich Verletzungen –häufig mehrere Schnittverletzungen an einer Körperstelle – zum Beispiel den Armen, aber auch an den Beinen, dem Bauch oder anderen Körperstellen. Oder Betroffene erfinden Erklärungen für die Verletzungen, die nicht nachvollziehbar sind. Oft erleben Eltern auch Veränderungen im Verhalten ihres Kindes (zum Beispiel Rückzug), oder sie finden Rasierklingen im Zimmer des Kindes oder blutiges Verbandsmaterial.

Wie kann ich als Elternteil unterstützend darauf reagieren?

DR. STEINMANN: Für Eltern ist es häufig zunächst ein großer Schock, wenn sie erkennen, dass sich ihr Kind selbst verletzt. Wichtig ist dann, nicht selbst in Panik zu verfallen und dem Kind oder sich selbst Vorwürfe zu machen. Auch der Versuch, das selbstverletzende Verhalten zu „verbieten“, ist meist wenig hilfreich, sondern verstärkt eher die Tendenz Selbstverletzungen noch mehr zu verheimlichen. Sinnvoll ist, dass Eltern in einem ruhigen Moment den Verdacht ansprechen, dabei ihre

Zuneigung und Fürsorge zeigen, eigene Unterstützung anbieten, aber auch die Bereitschaft zeigen, fremde Hilfe anzunehmen.

Wo gibt es Hilfe?

DR. STEINMANN: Erster Ansprechpartner ist häufig der Haus- oder Kinderarzt, gerade auch in den Fällen, in denen Verletzungen ärztlich behandelt werden müssen. Weitere Ansprechpartner können Kinder- und Jugendpsychiater und -psychotherapeuten, psychologische Beratungsstellen oder Schulpsychologen sein. Wichtig wird dabei sein, dass nicht nur das Symptom der Selbstverletzung, sondern auch die dahinterliegenden psychischen Probleme, Belastungen und Gefährdungen erkannt und behandelt werden.

Wie läuft das ab?

DR. STEINMANN: Dies kann im Einzelfall sehr unterschiedlich aussehen. In vielen Fällen ist eine ambulante Psychotherapie hilfreich, in anderen Fällen auch eine tagesklinische oder auch stationäre Behandlung. Bei ausgeprägten Mobbingerlebnissen kann ein Schulwechsel hilfreich sein, oder bei wiederkehrenden familiären Konflikten eine Familienberatung oder -therapie. Wichtig ist vor allem auch, dass die Eltern selbst mit ihrem Kind in eine vertrauensvolle Beziehung kommen und auch bleiben.

Hilfe finden Auf der Website der Gesundheitseinrichtungen Oberfranken finden Sie – unter „Angehörigenberatung Kinder- und Jugendpsychiatrie“ – viele Hilfsangebote. QR-Code scannen und mehr erfahren!

MEHR INFOS UND KONTAKT:

Dr. med. Stephanie Steinmann, Leitende Oberärztin der Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche am Bezirkskrankenhaus Bayreuth sowie der Tagesklinik und Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche in Hof Mail: stephanie.steinmann@gebo-med.de Institutsambulanz Bayreuth, Tel.: 0921 / 283-3203 www.gebo-med.de

^ Entzug ist ein Prozess – körperlich wie mental. Der erste Schritt ist oft der schwerste.

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Der schmerzhafte Weg in die Freiheit

AUTOR

Warum

ein Alkohol- und Drogenentzug nicht nur körperliche Schmerzen bedeutet

„ Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“
GEORG CHRISTOPH LICHTENBERG

 KURZ GESAGT: Ein Entzug beginnt im Kopf: Veränderungsschmerz, Angst und Rückfälle gehören dazu – doch Abstinenz schenkt Freiheit, Klarheit und neue Lebensqualität.

Zittern, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verspannungen – diese gängigen Symptome kommen einem in den Sinn, wenn man an einen Alkohol- oder Drogenentzug denkt. Und die gibt es auch – keine Frage. Dass der Leidensweg aber ein viel längerer ist, erklärt Markus Salinger. Er ist der Leitende Oberarzt der Abteilung für Klinische Suchtmedizin am Bezirkskrankenhaus Bayreuth und weiß: Bevor die Menschen für die Entgiftung in die Klinik kommen, hat der schmerzhafte Prozess längt begonnen.

Erkenntnisschmerz statt Betäubung

Sich aufzuraffen und sich dafür zu entscheiden, einen Entzug zu machen, ist der erste Schritt auf einem steinigen, harten Weg. „Das ist kein feiner, weicher Sandboden, auf dem diese Patienten gehen. Und nicht alle sind Fakire und halten das aus“, sagt Markus Salinger. Angst vor Rückfällen, Scham, sich Konflikten stellen – er spricht von „Erkenntnisschmerz“ oder „Veränderungsschmerz“, den seine oft polytoxen (Mischkonsum) Patienten erleben, wenn sie die Komfortzone verlassen. Und zwar bevor sie in die Klinik kommen. Man müsse schließlich erstmal an dem Punkt sein, etwas ändern zu wollen. Und das sei unbequem und tue eben oft auch weh.

Vor allem, weil sich die meisten oft gut eingerichtet haben mit ihrer Sucht, sagt Salinger. Allerdings dreht sich eine Suchterkrankung wie eine Spirale immer weiter nach unten. „Die Sucht wird langjährig intensiver“, sagt Salinger. Schließlich steht hinter der Sucht oft eine andere Problematik. 40 Prozent der Patienten sind traumatisiert, haben in ihrer Kindheit unschöne Erfahrungen gemacht. Ein Entzug und eine Therapie bedeuten auch, sich mit der

Vergangenheit und schmerzhaften

Gefühlen auseinanderzusetzen und diese nicht mehr zu betäuben. Das wird vielen hier dann klar.

Wieviel emotionalen

Schmerz lasse ich zu? Kann ich das aushalten? Was kostet mich das? Was bringt’s mir? Die Patienten machen für sich eine Rechnung auf. Und Salinger sagt klar: Man kann nicht jeden retten. „Manche fühlen sich wertlos, stecken so tief im Schmerz fest, dass sie eher einen Suizid billigend in Kauf nehmen, als den großen und herausfordernden Schritt des Entzugs zu gehen.“

Ein harter Weg – mit neuer Perspektive

Sein Durchhalte-Apell: „Es lohnt sich. Immer!“ Der Gang über eine seiner Entzugs- und Therapiestationen zeigt, wie wertvolle Arbeit dort geleistet wird. „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll“, steht an der Wand im langen Flur geschrieben. Das Zitat des Physikers und Schriftstellers Georg Christoph Lichtenberg soll motivieren, abstinent zu bleiben. 21 Tage dauert ein qualifizierter Alkoholentzug in der Regel. In Verbindung mit zusätzlichen Erkrankungen (Komorbiditäten) auch mal zwei bis drei Monate. Psychovegetative Entzugssymptome inklusive: Zittern, schlechter Schlaf, Nervenschmerzen, Verspannungen. Ein Alkoholentzug lasse sich gut steuern, sagt Salinger. „Um ein Delir zu verhindern, gibt es gute Medikamente.“

Man bekomme durch die erreichte Abstinenz so viel geschenkt. Dies kann man intoxikiert gar nicht richtig erkennen. Zum Beispiel ein ganz anderer Kontakt zu Familie und Freunden. Oder wieder richtig schlafen können, unabhängig von der Substanz.

MEHR INFOS UND KONTAKT:

Markus Salinger, Leitender Oberarzt der Abteilung für Klinische Suchtmedizin am Bezirkskrankenhaus Bayreuth

Nordring 2, 95445 Bayreuth

Tel.: 0921 / 283-3031 (Sekretariat) www.gebo-med.de

< Markus Salinger ist Leitender Oberarzt der Abteilung für Klinische Suchtmedizin am Bezirkskrankenhaus Bayreuth.

Anlaufstellen bei Suchterkrankungen

rDie Abteilung für Klinische Suchtmedizin am Bezirkskrankenhaus Bayreuth besteht aus drei Stationen sowie einer Suchtambulanz und einer Substitutionsambulanz. Mitte 2026 eröffnet eine Tagesklinik für Abhängigkeitserkrankungen auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses.

• Die Station S1 ist eine beschützende Station zum qualifizierten Alkohol- und Medikamentenentzug sowie zur Krisenbehandlung bei Spielund Internetsüchten: À 0921 283-5110

• Die Station S2 ist eine beschützte Aufnahmeund Kriseninterventionsstation für alle Patientinnen und Patienten mit Suchterkrankungen: À 0921 283-5120

• Die Station S3 ist eine offene niedrigschwellige Entzugsstation für Abhängige illegaler Drogen: À 0921 283-5130

• Die Substitutionsambulanz bietet Opiatabhängigen eine geregelte Substitutionsbehandlung entsprechend der Richtlinien: À 0921 283-5611

• Suchtmedizinische Ambulanz mit aufsuchender Pflege: Terminvereinbarung unter À 0921 283-5600

HILFE ZUR SELBSTHILFE

Die Selbsthilfebeauftragte Susanne Freund erreichen Sie Dienstag bis Freitag unter À 0921 283-2090.

Weitere Infos, Ansprechpartner, Selbsthilfegruppen

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Muskelkater verstehen

Praxis am Main –

Warum er eigentlich entsteht und wie wir richtig und gezielt reagieren können

Die meisten von uns kennen ihn, den Schmerz in den Muskeln, nach einem intensiven Training. Oft tritt er am nächsten Tag auf, manchmal auch erst zwei bis drei Tage später. Die Muskeln fühlen sich steif und unbeweglich an, gerade zu Beginn einer Bewegung schmerzt es, besonders bei exzentrischer Belastung. Jeder, der schon mal versucht hat, sich mit starkem Beinmuskelkater auf einen Stuhl zu setzen, oder die Treppen hinunterzugehen, kennt dieses Gefühl. Der Schmerz scheint bei Bewegung etwas besser zu werden, kommt jedoch nach jeder Ruhephase gnadenlos wieder. Den meisten hilft der Gedanke, dass jetzt die Muskeln bestimmt richtig schön wachsen werden, um mit dem Schmerz umzugehen. Doch stimmt das tatsächlich? Wächst der Muskel bei Muskelkater? Und woher kommt der Muskelkater überhaupt?

 KURZ GESAGT: Muskelkater entsteht durch Mikroverletzungen im myofaszialen System, nicht durch Muskelwachstum. Er ist kein Zeichen für effektives Training. Wärme, leichte Bewegung und Schlaf helfen bei der Regeneration am besten.

^ Beate Zunner ist Fachärztin für Allgemein-, Sport- und Ernährungsmedizin und leitet die Praxis am Main.

Mythos vs. Wissenschaft

Muskelkater entsteht nach aktuellem Stand der Wissenschaft durch mikroskopisch kleine Verletzungen in der Muskulatur, beispielsweise in den Sarkomeren und Zellmembranen. Aber auch das kollagenhaltige Bindegewebe spielt eine große Rolle. Auch hier treten Mikroverletzungen auf. Es kommt zur Ausschüttung von Entzündungsmediatoren, Wassereinlagerungen und einer reduzierten Gleitfähigkeit im faszialen Gewebe.

Unsere Faszien besitzen sogar noch mehr Schmerzrezeptoren als die Muskulatur selbst, so dass wir eigentlich eher von einem „Faszienkater“, als von einem „Muskelkater“ sprechen müssten. Mittlerweile ist sehr gut belegt, dass bei Muskelkater die Steifigkeit in der Faszie deutlich verändert und die Gleitfähigkeit reduziert ist. Die Faszien sind also mehr als nur eine Verpackung für unsere Muskeln, sondern sind durch ihr feines Nervengeflecht auch maßgeblich an unseren Bewegungsabläufen beteiligt. Muskelkater betrifft also nicht nur die Muskulatur, sondern das gesamte Myofasziale System. Leider ist Muskelkater auch keine Garantie für Muskelwachstum. Umgekehrt, ist für Wachstum der Muskulatur ein Muskelkater auch nicht zwingend erforderlich.

Was bei Muskelkater hilft

Hitze, Kälte, Bewegung, Massage, Dehnen – die Liste an Ideen, um den Schmerz zu lindern, ist lang. Aber was hilft am besten bei Muskelkater? Auch hier müssen wir umdenken. Wir wollen den Schmerz und das Gefühl der Steifigkeit oder Unbeweglichkeit im myofaszialen System reduzieren, und dürfen uns

^ Muskelkater betrifft nicht nur die Muskeln, sondern auch die Faszien: Gezielte Massage –zum Beispiel mit einer Massagepistole – unterstützt die Regeneration.

nicht auf die Muskulatur allein konzentrieren. Es eignen sich daher Methoden, die das Fasziengleiten fördern, die mechanische Spannung reduzieren, und die Durchblutung fördern.

Wärme, lockere Bewegung, leichte Mobilisation und vor allem ausreichend Schlaf und Proteinzufuhr wirken aktuellen Studien zufolge besonders gut. Und dann hilft nur noch Geduld und warten. Bis zum nächsten Muskelkater.

MEHR INFOS:

Praxis am Main, Beate Zunner

Am Main 3, 95444 Bayreuth

Telefon (0921) 507366-0

E-Mail: info@praxis-am-main.de www.praxis-am-main.de

Muskelkater richtig behandeln

DO – WIE SIE DIE REGENERATION UNTERSTÜTZEN KÖNNEN

 Wärme

 Leichte Bewegung (Gehen, locker Radfahren, locker Schwimmen)

 Leichtes Myofascial Release (Faszienrolle, kurzfristig wirksam)

 Dynamische Mobilisation

 Schlaf

 Protein- und Flüssigkeitszufuhr

DON'T – WAS MUSKELKATER VERSCHLIMMERN KANN

 Komplette Ruhe

 Harte Triggerpunktbehandlungen

 Ausgedehntes „Rollen“

 Statisches Dehnen

 Maximalbelastungen (exzentrisch)

 Einnahme von Schmerzmitteln

Schwerpunkt Schmerz verstehen, Schmerz behandeln

Wenn Hörgeräte Probleme machen

Druckstellen, Juckreiz, Schmerzen?

Hörakustiker können schnell Abhilfe schaffen

Ein Hörgerät soll den Alltag erleichtern – nicht zur Belastung werden. Doch wenn das Gerät drückt, juckt oder gar Schmerzen verursacht, fühlen sich viele Trägerinnen und Träger hilflos. Michael Deinlein, Hörakustikermeister und Geschäftsführer von Akustiks in Bayreuth und Hollfeld weiß aus Erfahrung, dass solche Beschwerden häufig ganz einfach zu beheben sind: „Viele Probleme entstehen durch kleinen Verschleiß oder minimale Anpassungsfehler. In der Regel lässt sich das schnell korrigieren.“

Wenn das Hörgerät drückt

Ein häufiges Problem sind fehlerhaft sitzende Otoplastiken – also die individuellen Ohrpassstücke. Sie können zu Druckstellen, Reizungen oder gar Entzündungen führen. „Oft sind verhärtete Schallschläuche oder Materialermüdung die Ursache. Das lässt sich über eine Anpassung leicht beheben”, erklärt Deinlein. Da sich Form und Empfindlichkeit der Haut im Ohr im Laufe der Jahre verändern, sollten Ohrpassstücke regelmäßig überprüft und spätestens nach zwei bis drei Jahren ausgetauscht

 KURZ GESAGT: Drückende oder juckende Hörgeräte lassen sich meist durch Anpassung, Austausch der Ohrpassstücke oder Materialwechsel beheben. Schmerzen oder Entzündungen immer ernst nehmen und Fachkraft aufsuchen.

werden. Eine Kontrolle beim Fachbetrieb hilft, Druckstellen zu vermeiden und zugleich die Hörqualität zu sichern.

Allergien und Hautreizungen

Auch Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Materialien können Beschwerden verursachen. Die Otoplastiken und Gehäuse vieler Hörgeräte bestehen aus Kunststoff, was bei empfindlicher Haut zu allergischen Reaktionen führen kann. „Zum Glück gibt es inzwischen hervorragende Alternativen aus Titan oder Keramik, die völlig kunststofffrei sind”, so Deinlein. „Wer weiß, dass er zu Allergien neigt, sollte das in der Beratung unbedingt ansprechen.“

Darüber hinaus kann auch die falsche Hautpflege Probleme machen: Bestimmte Cremes oder Seifen enthalten Reizstoffe, die in Verbindung mit Reibung durch das Hörgerät zu Irritationen führen. Bei einem passend angepassten System sollte das jedoch nicht vorkommen.

Ohrenschmerzen und Kopfdruck immer ernst nehmen

Ohren- oder Kopfschmerzen stehen oft im Zusammenhang mit der Passform oder der Lautstärkeeinstellung des Hörgeräts. „Das Ohrpassstück kann zu eng oder zu groß sein – oder das Gerät drückt auf den Knochen hinter der Ohrmuschel“, erklärt Deinlein. Daraus können Hautreizungen oder Entzündungen entstehen. Bei derartigen Beschwerden ist es ratsam, zeitnah einen Hörakustiker aufzusuchen. Schon eine kleine Veränderung des Sitzes oder eine Neuprogrammierung kann das Problem lösen – und das Hörgerät wieder angenehm tragbar machen.

Wenn sich Entzündungen im Ohr bilden

Insbesondere Im-Ohr-Hörgeräte begünstigen manchmal Entzündungen, weil sie den Gehörgang teilweise verschließen. Der sogenannte Okklusionseffekt führt dazu, dass sich Feuchtigkeit sammelt und das Ohr schlechter belüftet wird. „Dadurch können sich Keime und Bakterien leichter vermehren“, erläutert Deinlein.

Sein Rat: Hörsysteme nachts unbedingt ablegen, damit das Ohr trocknen und sich die Haut regenerieren kann. Hinter anhaltenden Schmerzen oder Entzündungen kann aber auch eine Mittelohrentzündung oder eine frühere Ohrerkrankung stecken – in diesen Fällen sollte unbedingt ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden.

Wie Deinlein betont, ist die regelmäßige Überprüfung entscheidend: „Ein Hörgerät ist ein

VORBEUGUNG IM ALLTAG

Viele Nebenwirkungen lassen sich vermeiden, wenn das Hörgerät regelmäßig gepflegt wird. Dazu gehören einfache, aber wichtige Grundsätze:

• Hörgeräte nachts ablegen, um dem Ohr Ruhe zu gönnen.

• Geräte und Ohrpassstücke regelmäßig reinigen und trocknen.

• Schutz vor Feuchtigkeit und starker Hitze beachten.

• Hörsysteme bei Druck, Juckreiz oder ungewohnten Geräuschen überprüfen lassen.

• Reparaturen ausschließlich von Fachpersonal durchführen lassen.

• Hörgeräte täglich tragen – so gewöhnt sich das Gehör an das neue Klangbild.

kleines, technisches Wunderwerk. Es braucht Pflege, Aufmerksamkeit und manchmal eine Feinjustierung – dann funktioniert es zuverlässig und schmerzfrei.“ Fast immer lassen sich die Ursachen beheben, wenn frühzeitig ein Fachmann hinzugezogen wird.

Wer Unterstützung braucht, findet bei Akustiks kompetente Ansprechpartner. So bleibt das Hörgerät, was es sein soll – eine Hilfe für mehr Lebensqualität und nicht eine Quelle für neue Beschwerden.

MEHR INFOS:

Akustiks Hörgeräte GmbH

Badstraße 8, 95444 Bayreuth

Am Weiherer Weg 10, 96142 Hollfeld

E-Mail: info@akustiks.de www.akustiks.de

^ Michael Deinlein, Hörakustikmeister, Geschäftsführer und Inhaber der Akustiks Hörgeräte GmbH, steht Ihnen mit seiner Expertise zur Verfügung.

Fotos: © Akustiks Hörgeräte GmbH, Shutterstock / Andrey Popov

^ Von einfach bis hochkomplex: Die neuen Linearbeschleuniger in der Klinik für Strahlentherapie können das gesamte Leistungsspektrum abdecken.

SReizbestrahlung gegen Fersensporn, Sehnen- und Gelenkschmerzen

AUTOR Klinikum Bayreuth GmbH

Im Ambulanten Zentrum für Strahlentherapie

geht es nicht nur um Krebsbehandlung

trahlentherapie, das verbinden viele mit Krebsbehandlung. „Stimmt auch, aber Strahlentherapie kann auch anders“, sagt Prof. Dr. Jochen Willner. Er ist Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Klinikum Bayreuth GmbH und auch im Ambulanten Zentrum für Strahlentherapie tätig. Hier behandeln er und sein Team immer wieder auch Patientinnen und Patienten, die mit orthopädischen Problemen zu kämpfen haben: Fersensporn, Tennisarm oder eine Arthrose, Schmerzen an der Patella- oder Achillessehne, die durch

Überlastung entstehen, manchmal auch Erkrankungen der Wirbelsäule.

„Bei vielen dieser Krankheitsbilder handelt es sich um sogenannte entzündliche degenerative Erkrankungen. Eine niedrig dosierte Bestrahlung kann die Entzündung im Körper bremsen oder dämpfen und damit die Schmerzen lindern“, erklärt Prof. Dr. Willner. Neu ist diese Erkenntnis nicht. „Dennoch ist diese therapeutische Möglichkeit in vielen Fällen nach wie vor eine sehr gute Behandlungsoption und wird von vielen zuweisenden Fachkollegen

und -kolleginnen sehr geschätzt.“ sagt Prof. Dr. Willner. Sogar auf dem größten strahlentherapeutischen Kongress in den USA hat man nun diese Behandlungsoption gewürdigt und will aus den langjährigen deutschen Erfahrungen lernen.

„Röntgenreizbestrahlung“ nannte man früher das, was hier im Ambulanten Zentrum gemacht wird. „Im Klinikum Bayreuth verwenden wir dafür die neueste Generation von Linearbeschleuniger“, sagt der Klinikdirektor. Ein Behandlungszyklus umfasst in der Regel sechs Termine in zwei Wochen. Verwendet werden ionisierende Strahlen. Die Dosis, die bei einer Sitzung verabreicht wird, ist minimal, das zu bestrahlende Gebiet wird exakt eingegrenzt und andere Körperteile durch die Strahlfokussierung abgeschirmt. Eine Behandlung dauert nur wenige Sekunden, kann aber durchaus große Wirkung entfalten. „Wir machen damit sehr gute Erfahrungen.“

Viele Patientinnen und Patienten leben in einem Teufelskreis: Die Entzündung verursacht Schmerzen, die Schmerzen führen zu Schonhaltungen und Fehlbelastungen und diese zu weiteren Schmerzen. „Diese Spirale können wir häufig durchbrechen. Neu wird das Gelenk durch diese Therapie natürlich nicht, allerdings können mehr als zwei Drittel unserer Patientinnen und Patienten nach der Therapie die Schmerzmittel reduzieren oder operative Eingriffen noch verschieben oder im günstigsten Fall auch vermeiden“, bestätigt Prof. Dr. Willner.

Man sieht sie nicht, man spürt sie nicht und helfen tun sie doch

Von der Behandlung selbst merkt die Patientin oder der Patient nichts. Man sieht und spürt die Strahlen nicht. Und: Im Gegensatz zu Medikamenten ist die Therapie extrem nebenwirkungsarm. „Das Einzige, was wir gelegentlich beobachten, ist ein „Aufbäumen“ der Schmerzen im Laufe der Behandlung. Das ist unangenehm, aber sogar ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass der Körper auf die Therapie anspricht. Im Anschluss stellt sich meist schnell eine Besserung ein“, sagt Prof. Dr. Willner.

Was er nicht wegdiskutieren will: Es ist und bleibt eine Bestrahlung. „Wir nehmen die Beratung auch hinsichtlich des Strahlenrisikos im Vorfeld daher sehr ernst.“ Vor allem bei jüngeren Patientinnen und Patienten werden auch therapeutische Alternativen erwogen.

Nach Fertigstellung der Modernisierung der Linearbeschleuniger hofft er mit den zur Verfügung stehenden Behandlungskapazitäten den schmerzgeplagten Patientinnen und Patienten dann auch wieder zeitnahe Termine anbieten zu können.

Der Weg zu uns

Die Diagnosesicherung sollte im Vorfeld durch Haus- oder Facharzt (meist Orthopädie) erfolgen. Liegen der Befund und eine Überweisung an die Strahlentherapie vor, kann der nächste Weg direkt zu Willner und seinen Kollegen führen. „Die Behandlung ist eine Kassenleistung. Patientinnen und Patienten müssen also keine Bedenken haben, dass zusätzliche Kosten auf sie zukommen.“

^ Prof. Dr. Jochen Willner. Er ist Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Klinikum Bayreuth GmbH

 KURZ GESAGT: Fersensporn, Tennisellenbogen oder Arthrose, Schmerzen in der Patella- oder Achillessehne, die durch Überlastung entstehen – mit Hilfe von ionisierenden Strahlen lassen sich diese Beschwerden wirkungsvoll und völlig schmerzfrei bekämpfen. Das Ambulante Zentrum für Strahlentherapie bietet die Behandlung mit der neuesten Generation von Linearbeschleunigern an. Voraussetzung ist eine Überweisung durch den behandelnden Arzt – dann übernimmt auch die Krankenkasse die Kosten.

MEHR INFOS: Ambulantes Zentrum für Strahlentherapie am Klinikum Bayreuth Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth

Tel: 0921 400-3610

E-Mail: strahlentherapiesekretariat @klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/strahlentherapie

Das ist los!

Vorträge, Seminare und Events für Ihre Gesundheit

Jeden Montag, 17.00–18.30 Uhr

Treffpunkt: Klinikum Bayreuth, Foyer

Infoabend für werdende Eltern

Werdende Eltern erfahren alles Wissenswerte rund um die Geburt im Perinatalzentrum am Klinikum Bayreuth. Das Team des Perinatalzentrums beantwortet offene Fragen und führt durch den Kreißsaal.

ANMELDUNG: klinikum-bayreuth.de/veranstaltungen

Mo, 23. Februar und 23. März, 10.00–12.00 Uhr, Klinikum Bayreuth, Vortragsraum des Hospizvereins Café Känguru im Bunten Kreis

Das Elterncafé findet monatlich statt und richtet sich an alle, die rund um die Geburt schwierige Zeiten erlebt haben, weil ihr Kind zu früh oder nicht ganz gesund zur Welt gekommen ist. Bei Kaffee und Kuchen in entspannter Atmosphäre können sich betroffene Eltern miteinander und dem Team des Bunten Kreises austauschen. Eintritt frei.

ANMELDUNG:  0921 400-756284 oder  foerderverein@bunter-kreis.de

Di, 24. Februar bis Mi, 18. März, RW21 Stadtbibliothek Bayreuth

„Alles im Fluss!? Wasser in der Krise“ und „Witzig, aber wahr!“

(Interaktive Karikaturen)

Wanderausstellungen im Rahmen des Wassermonats der Region Bayreuth Vernissage: Do, 5. März, 16:30 Uhr

+ H ILHGI G TH · H IGHLI G HT ·

Mi, 25. Februar, 18.00–19.30 Uhr

Klinik Hohe Warte Bayreuth, Speisesaal Therapiezentrum

Alzheimer-Krankheit –neue Therapiemöglichkeiten und Frühdiagnose

Die Klinik für Neurologie lädt zu einem informativen Vortrag rund um das Thema Alzheimer-Krankheit ein. Der Vortrag von Prof. Dr. Patrick Oschmann, Direktor der Klinik für Neurologie, richtet sich an Angehörige und Interessierte und bietet verständliche Einblicke in aktuelle und neue Therapien, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und den Alltag mit der Erkrankung.

EINTRITT FREI!

Di, 3. März , Akustiks Hörgeräte GmbH in Bayreuth und Hollfeld

Welttag des Hörens

Die Weltgesundheitsorganisation, Kliniken, Hörakustiker und Verbände informieren über die Bedeutung der Hörgesundheit und einer guten Hörversorgung. Auch Akustiks in Bayreuth und Hollfeld ist dabei, z. B. mit kostenlosen Hörtests, Beratungen zum Hörprofil und kostenloses Probehören neuer Hörsysteme.

MEHR INFOS: www.akustiks.de

Ei, Ei, Ei – und mehr!

Mit einem Besuch des Ostermarkts im Klinikum können Sie sich schon Anfang April auf das Osterfest einstimmen.

Fr, 6. März, 9.30–11.00 Uhr, Vitality Flow, Egerländer Straße 4

Das Stillteam der Klinikum Bayreuth GmbH bietet kostenfrei ein offenes Treffen für alle werdenden, stillenden und nicht-stillenden Mütter an. In lockerem Rahmen soll Raum sein für neue Bekanntschaften, gegenseitigen Erfahrungsaustausch untereinander und mit den erfahrenen Stillberaterinnen der Klinikum Bayreuth GmbH.

Sa, 7. und So, 8. März, 10.00–17.00 Uhr, Klinikum, Foyer und Verwaltungsgang Ostermarkt im Klinikum

Hobbykünstlerinnen und -künstler aus der Klinik und Marktbeschicker aus Bayreuth und der Region bieten beim traditionellen Ostermarkt ihre Waren an. Darunter Osterschmuck, Florales, hangemachte Geschenkideen, Schmuck, Strick- und Häkelarbeiten, außergewöhnliche österliche Verpackungen und Schnitzereien. © Klinikum Bayreuth GmbH, Welttag des Hörens, Shutterstock / Kulkova Daria, Unsplash / Aleyna Catak, Florian Maßen

Cafe la mama

Di, 10. März und Di, 14. April, 14.00–19.00 Uhr, Rotkreuzhaus, Hindenburgstraße 10, Bayreuth

Blutspenden: Helfen Sie helfen

In Bayern werden jeden Tag rund 2.000 Blutkonserven benötigt. Ohne freiwillige, engagierte Blutspenderinnen und Blutspender ist dieser Bedarf nicht zu decken. Leisten Sie Ihren Beitrag und besuchen Sie den nächsten Blutspendetermin in Bayreuth und der Region.

MEHR INFOS: blutspendedienst.com

Mi, 11. März bis Do, 30. April Rathaus Creußen

Wasserwelten:

Text & Bild im Fluss

Fotoausstellung von Jan-Dirk MüllerEsdohr, Vernissage: 11. März, 18:00 Uhr, Rathaus Creußen

Mi, 11. März, 18.00–19.30 Uhr, Klinik Hohe Warte Bayreuth, Speisesaal Therapiezentrum

Hauts nimmer hi mitm Knie?

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Orthopädie, dem Endoprothetik-Zentrum und dem Ambulanten Zentrum für Orthopädie beschäftigen sich Dr. Mark Schmolze und Christian Benker mit neuen Behandlungsmethoden, von konservativ bis operativ. In ihrem Vortrag zeigen sie Optionen für mehr Beweglichkeit auf.

EINTRITT FREI!

Fr, 13. März, 18.00–21.30 Uhr, franz & gloria Bayreuth

MainFlussFilmFest

Eröffnung mit Kurzfilmen, Gesprächen und dem Hauptfilm „Water is Love – Ripples of Regeneration“ zum Thema Wasser und Klima

MEHR INFOS: www.mainflussfilmfest.de

Mo, 23. März und 20. April, Klinik Hohe Warte Bayreuth, Foyer Therapiezentrum, Konferenzraum 10

„Nie wieder XXL“ …

… ist ein kostenfreies Seminar für Patientinnen und Patienten und deren Angehörige. Regelmäßig informieren Ärztinnen und Ärzte des Adipositaszentrums detailliert über das Krankheitsbild Adipositas und die verschiedenen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten.

ANMELDUNG:  0921 400-5270 oder 0921 400-5272 oder  adipositaszentrum @klinikum-bayreuth.de

Fr, 27. März, 17.00–18.30 Uhr

Elternkurs: Notfall! Erste Hilfe und Reanimation bei Kindern

Eltern werden für mögliche Gefahrenquellen sensibilisiert und erhalten konkrete Anleitung, wie im Notfall zu reagieren ist. Erfahrene Pflegekräfte aus der Kinderkrankenpflege demonstrieren Erste Hilfe bei Blutung, Fieber oder Krupp-Anfall und vermitteln alles Wichtige zur Kinderreanimation.

INFOS UND ANMELDUNG: klinikum-bayreuth.de/veranstaltungen

Wissen, was läuft

AUTOR Region Bayreuth

Alle Events der Region auf einen Klick

Stadt, Land, Leben ist das Veranstaltungsportal für die Region Bayreuth. Interessierte finden hier –unabhängig ihres Alters – leicht tolle Anregungen für Veranstaltungen und Aktivitäten im Umkreis. Seien es Kultur-, Sport-, Wirtschafts- oder Gesundheitstermine – alles ist schnell auffindbar. Durch vielfältige Filtermöglichkeiten nach Orten, Kategorien oder Zielgruppen, lässt sich die Suche individuell anpassen.

Stadt, Land, Leben ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Landkreis Bayreuth, welches durch das Regionalmanagement der Region Bayreuth umgesetzt wurde. Das Portal wurde mit Mitteln des Regionalmanagements in Bayern aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit 90 Prozent gefördert.

Hierdirektgeht’szum Veranstaltungsportal

MEHR INFOS: www.region-bayreuth.de

Rätselzeit

lischer Beutelbär

44. USPräsident (Barack)

Bauchorgan ugs.: einwandfrei Hinterhalt Bogenreihe

Vorbild, Leitfigur

Zigarrensorte

plötzlich auftretend

poet.: Sage, Kunde

spanisch: Mutter

Unterarmknochen

zuvor, zunächst

Gewürz

Wir verlosen unter allen richtigen Einsendungen:

1. PREIS: eine 10er-Karte im Wert von 179 EUR

2. PREIS: eine 5er-Karte im Wert von 95 EUR

3. PREIS: 3× Yoga im Wert von 39 EUR vom Yogastudio YOGISONO in Bayreuth.

Fitness, Kondition

Wassertiefenmesser

besitzanzeigendes Fürwort

Heilbehandlung bei Rheuma

niederländ. Name der Rur

Blutadern

Bürde

ohne Verpackung

andauerndes Flüstern

tropische Schlingpflanze

Abk.: Achillessehnenreflex

Stadt in Oberösterreich

Mensch, der nicht an Gott glaubt

organischer Giftstoff

lateinamerikanischer Tanz

Fliegenlarve

Sinnbild, Kennzeichen

RheinZufluss in der Schweiz

Laubbaum, Ölbaumgewächs

gebratene Fleischschnitte

Gleichgewicht

Trinkgefäß

Handelsgut

Teil der Blüte in hohem Grade

türk. Anisbranntwein

sich ernähren

kleiner Heringsfisch

Ungeziefer

Hinterschiff

Miträtseln und gewinnen!

aufgebracht, entrüstet

Schilddrüsenvergrößerung

Beaufsichtigung, Schutz

Weite, Fremde Nervenzentrum

Bitte senden Sie das Lösungswort mit Angabe der persönlichen Daten per E-Mail an raetselzeit@gmk.de, Betreff „Rätselzeit“ oder per Post an GMK GmbH & Co. KG, „GESUND LEBEN“, Kanzleistr. 3, 95444 Bayreuth. Einsendeschluss: 31. März 2026.

Die Angaben dienen ausschließlich der Übersendung des Gewinns und werden anschließend gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren.

griech. Göttin d. Ackerbaus Blutgefäß

Maschinenteil

Kohleprodukt

Hautknötchen (Med.)

Raubkatze, Leopard

Kurzwort für einen Dünger

Holzblasinstrument

Kehre im Kunstfliegen

grünliche kleine

Zitrusfrucht

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON:

EA-B in Vorbereitung. Abbildung aus Sicht des Illustrators.

Physikalische Therapie, Eigenbluttherapie, Krankengymnastik

Wie nicht-operative Therapien bei orthopädischen Beschwerden helfen

Viele Menschen haben orthopädische Beschwerden. Das liegt auch am jeden betreffenden Verschleiß der Wirbelsäule und der Gelenke. Von zahlreichen Patientinnen und Patienten müssen allerdings nur wenige operiert werden. Denn: Häufig helfen nicht-operative, sogenannte konservative Therapien. Die effektivsten Maßnahmen werden auch im Zentrum für Orthopädie und Neurochirurgie in Bayreuth eingesetzt. Wir sind gern für Sie da!

1. Chirotherapie konzentriert sich auf die Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. / 2. Kinesiotape wird zur Verbesserung der Muskelfunktion, Unterstützung der Gelenke und Förderung der Durchblutung eingesetzt. / 3. Die Stoßwellentherapie nutzt hochenergetische Schallwellen, um Heilungsprozesse im Körper anzuregen und Schmerzen zu lindern. / 4. Akupunktur wird zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit eingesetzt. / 5. Dr. medic (Ro) Oana Grigore demonstriert die Eigenbluttherapie, bei der PRP (plättchenreiches Plasma) verabreicht wird, um die Regeneration von Gewebe zu unterstützen.

Diese Expertinnen und Experten sind in Bayreuth gern für Sie da:

Zentrum für Orthopädie und Neurochirurgie in Bayreuth

Romanstr. 12

95444 Bayreuth

Tel.: 0921 / 51 20 11

Zentrum für Orthopädie und Neurochirurgie in Hof

Eppenreuther Str. 28 95032 Hof Tel.: 09281 / 90 98

Martinsberger Str. 8 95119 Naila Tel.: 09282 / 9 51 60 Kompetent, professionell und regional

Praxisfiliale in der Klinik Münchberg Hofer Str. 40 95213 Münchberg Tel.: 09251 / 60 63 99 9

Qr-Code scannen und mehr erfahren!

Praxisfiliale in Naila

Dr. medic (Ro) Oana Grigore

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook