Gesund Leben 2504

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GESUND LEBEN

Schwerpunkt: Immunsystem und Autoimmunität

04 /25

Strahlentherapie: Wo Künstliche Intelligenz ein Segen ist S. 08

Alzheimer: Durchbruch mit neuem Medikament S. 12

Krebs-Therapie: Neue Zentren, neue Chancen S. 16

Demenz: Wer aktiv ist, ist klar im Kopf S. 34

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Bayreuth

BAYREUTHER LAND: Die Marke soll heimische Erzeugnisse bzw. ihre Hersteller erkennbar machen und Produzenten sowie Verarbeiter aus der Region stärken. Als Verbraucher sollen Sie auf den ersten Blick erkennen können, dass ein Produkt wirklich aus der Region kommt –und wer an der Herstellung beteiligt war.

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Eckersdorf

· Talstraße 1A, 95488 Eckersdorf, Tel. 0921 50704540

„Gesundheit ist nicht

alles –aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie zuverlässig unser Immunsystem für uns arbeitet, bemerken wir oft erst, wenn es aus dem Gleichgewicht gerät. Unser Körper ist ein fein abgestimmtes System, das im Hintergrund meist unbemerkt funktioniert. Doch sobald etwas nicht mehr rund läuft, spüren wir, wie wichtig diese Balance ist.

Wenn die Abwehr überreagiert, kann sie den eigenen Körper angreifen – Autoimmunreaktionen entstehen. Bleibt sie hingegen zu schwach, werden Infekte zur Belastung. In dieser Ausgabe geben wir Ihnen einen Einblick in die komplexen Abläufe unseres Immunsystems und zeigen, warum Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder chronisch entzündliche Prozesse entstehen können. Auch Infektionen, darunter das Coronavirus, stehen im Verdacht, langfristige Autoimmunreaktionen zu fördern.

Gleichzeitig rücken wir zwei weitere Themen in den Fokus, die viele Familien betreffen: Depression und Demenz. Beide beeinflussen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr Umfeld – und verdienen mehr Aufmerksamkeit und Verständnis.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen – und eine frohe, gesunde Vorweihnachtszeit. Im Namen des gesamten Redaktionsteams vielen Dank für Ihr Interesse an GESUND LEBEN.

Herzlichst, Ihre

Beate Zunner

Fachärztin für Allgemein-, Sport- und Ernährungsmedizin in der Praxis am Main

GESUND LEBEN

Kurz & knapp

Neues aus Bayreuths führenden Gesundheitseinrichtungen

Medizinisch neu

Strahlentherapie: KI denkt mit 08 Oticon Zeal™: Das erste Hörgerät, das alles kann

Ein Durchbruch in der Alzheimer-Therapie

Hilfe finden

COPD: Schleichende Gefahr für die Lunge

Umfassende Krebsversorgung unter einem Dach

Rückenschmerzen? Vielleicht eine Depression

„Wir müssen an unsere Kinder glauben“

Vorteil Perinatalzentrum

Operieren wie vor 100 Jahren – ganz modern

Neue Wege gehen

Pflege international beim BRK

Innovation Pflege: Vielfalt. Kompetenz. Teamgeist. 30 „Man wächst an jeder Herausforderung“

Bewusst leben

Impressum

Das Magazin GESUND LEBEN wird herausgegeben von GMK – Marke. Design. Digital. in enger Partnerschaft mit Klinikum Bayreuth GmbH + GeBo Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken + reha team Nordbayern + MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel + Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Bayreuth + Gesundheitsregionplus/ Gesundheitsregion Bayreuth + Praxis am Main, Beate Zunner + Akustiks Hörgeräte GmbH + Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth / Bayreuther Land + Universität Bayreuth

Verantwortlich: GMK GmbH & Co. KG, Jörg Lichtenegger (V.i.S.d.P.)

Editorial-Design: Melanie Gimmel · Media: Daniel Sutter (Anzeigenleitung)

Es gelten die Mediadaten vom 9. Juni 2025

Gesamtherstellung:

GMK GmbH & Co. KG – Marke. Design. Digital. Jörg Lichtenegger (verantw.) · Kanzleistraße 3 · 95444 Bayreuth

Tel.: (0921) 76440-0 · E-Mail: gmk@gmk.de · www.gmk.de

Das Titelbild dieser Ausgabe stammt von © Shutterstock / Dean Drobot und wurde von GESUND LEBEN mithilfe Künstlicher Intelligenz bearbeitet.

© 2025 GESUND LEBEN

Zwischen Abwehr und Angriff

Kurz & Knapp

Neues aus Bayreuths führenden

Gesundheitseinrichtungen

Frank Kunath (r.) ist jetzt Universitätsprofessor am Medizincampus Oberfranken und Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie an der Klinik Hohe Warte. Dietmar Pawlik, Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH, gratuliert.

KLINIKUM BAYREUTH GMBH

Prof. Dr. Kunath zum

Universitätsprofessor berufen

Prof. Dr. Frank Kunath ist von der Friedrich Alexander Universität zum Universitätsprofessor berufen worden. Bereits seit Anfang 2023 führt Kunath die Klinik für Urologie und Kinderurologie an der Klinik Hohe Warte als kommissarischer Klinikdirektor und war bis dato Außerplanmäßiger Professor am Medizincampus Oberfranken. Unter dem Dach der Klinikum Bayreuth GmbH ist er damit künftig auch berufener Klinikdirektor und Leiter des von ihm aufgebauten zertifizierten Prostatakarzinomzentrums (siehe Seite 18). Damit setzt die Klinikum Bayreuth GmbH ein starkes Zeichen für medizinische Exzellenz und zukunftsorientierte Versorgung in Oberfranken.

ˆ Verschiedene gesellschaftliche und medizinische Aspekte der Suizidprävention kamen bei einer Podiumsdiskussion zur Sprache.

GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN BEZIRK OBERFRANKEN Suizidprävention – eine Aufgabe

für jeden Einzelnen

„Suizidprävention fängt nicht in einer Krise an. Sondern bereits mit dem Zuhören, dem Fragen, dem Ernstnehmen im Alltag“ –mit diesen Worten eröffneten Prof. Thomas W. Kallert, Leitender Ärztlicher Direktor der GeBO, und Prof. Ute Lewitzka, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, ihre Jahrestagung am Bezirkskrankenhaus. Zwei Tage lang tauschten sich die Fachleute zum Thema aus. Außerdem wurden drei Persönlichkeiten für ihren Einsatz im Bereich der Suizidprävention geehrt, unter anderem Kim Hertinger für ihren Videoclip, der Mut macht, zu reden.

Unbedingt anschauen:

ˆ Start für das KI-gestützte Übersetzungssystem ASGARD.

BRK KREISVERBAND BAYREUTH Verstehen rettet Leben

Ein Meilenstein für Sicherheit, Verständigung und Integration in der Notfallhilfe: Gemeinsam drückten Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (Vorsitzender des ZRF BT/KU), Landrat Florian Wiedemann, Staatssekretär Sandro Kirchner (Bay. StMI), BRK-Vorsitzender Peter Herzing, Leiter der ILS BT/KU Christopher Häfner, Frank Wilzok (Verbandsrat ZRF), Günter Schober (AOK Bayern) und BRK-Kreisgeschäftsführer Markus Ruckdeschel (im Bild v. l. n. r.) den Startknopf für das KI-gestützte Übersetzungssystem ASGARD in der Integrierten Leitstelle (ILS) Bayreuth/Kulmbach. Das innovative System der Frequentis GmbH übersetzt Notrufe in Echtzeit und erkennt dabei automatisch über 400 Sprachen.

Sommerer, Sandra Zimmermann, BRK Bayreuth, Robert Götze (Fabrica Lux Photography)

Orthopädie im MedCenter

Die Orthopädische Sprechstunde von Christian Benker und Dr. Mark Schmolze findet künftig in den Räumen des MVZ MedCenter, Spinnereistraße 7, statt. Die beiden Orthopäden mit Schwerpunkt auf Endoprothetik an Hüfte und Knie sind sowohl an der Klinik Hohe Warte also auch für die MEDZENTRUM

KLINIKUM BAYREUTH GMBH tätig, zu der auch das MedCenter gehört. Dank der engen Anbindung an die Klinik bieten sie ambulante und stationäre Behandlung aus einer Hand. Terminbuchungen sind telefonisch unter 0921 1512 686-0 möglich.

^ Bevor die Kinder und Jugendlichen den Boulderwürfel an der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Bezirkskrankenhauses Bayreuth in Beschlag nahmen, gab es ein offizielles Foto.

GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN BEZIRK OBERFRANKEN

Boulderwürfel für junge Patienten

„Kinder bedürfen unserer besonderen Fürsorge.“ Bezirkstagspräsident Henry Schramm liegen die Schwachen der Gesellschaft am Herzen. Für die Kinder und Jugendlichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth wurde jetzt – dank großzügiger Spenden der Adalbert-Raps-Stiftung, Inner Wheel und der Oberfrankenstiftung – ein Boulderwürfel errichtet. Rund 20.000 Euro hat der Würfel gekostet, an dem die Kinder und Jugendlichen im wahrsten Sinn des Wortes über sich hinauswachsen können. Die Idee für einen Boulderwürfel hatte Chefärztin Dr. Kerstin Hessenmöller.

Neue

Sanitätshaus-Filiale

im Klinikum

Seit November ist das reha team Nordbayern mit einer weiteren Filiale in Bayreuth vertreten – direkt im Klinikum. Damit erweitert das Sanitätshaus sein Netzwerk für die schnelle und wohnortnahe Hilfsmittelversorgung. Von der engen Zusammenarbeit mit der Klinikum Bayreuth GmbH profitieren vor allem Patientinnen und Patienten, die sich in stationärer Behandlung befinden. Das Team vor Ort sorgt für eine zügige Versorgung mit Bandagen, Orthesen, Kompressionsstrümpfen und Unterarmgehstützen – individuell angepasst und fachkundig betreut. Mit der neuen Filiale stärkt das reha team Nordbayern seine Präsenz in Bayreuth und setzt ein klares Zeichen für patientennahe, kompetente Versorgung.

^ Dietmar Pawlik (Geschäftsführer Klinikum Bayreuth GmbH, l.) und Andreas Zippel (2. Bürgermeister, r.) gratulieren Jan Hofmann (Mitte links) und David Heumann (Mitte rechts), beide Geschäftsleiter reha team Nordbayern, zur neuen Filiale.

REHA TEAM NORDBAYERN

KI denkt mit

AUTOR Klinikum Bayreuth GmbH

Neue Linearbeschleuniger, neue Maßstäbe in der Strahlentherapie

Mit dem Einsatz modernster Linearbeschleuniger startet das Klinikum Bayreuth in eine neue Ära der Strahlentherapie. Unterstützt von Künstlicher Intelligenz ermöglichen die HighTech-Geräte eine noch präzisere und individuell angepasste Krebsbehandlung. „Richtig gelenkt und kontrolliert hebt uns der Einsatz der neuen Geräte und Techniken deutschlandweit auf universitäres Spitzenniveau“, sagt Prof. Dr. Jochen Willner, Direktor der Klinik für Strahlentherapie der Klinikum Bayreuth GmbH. Im September ging das erste der beiden Geräte in Betrieb, das zweite folgt Anfang 2026.

Mit den neuen Geräten der Firma Elekta (EVO) und Brainlab schafft die Klinikum Bayreuth GmbH das derzeit innovativste und vielseitigste Gerät auf dem Markt an. Experten sehen darin eine der modernsten Installationen in Europa.

^ Der neue Linearbeschleuniger an der Klinikum Bayreuth GmbH arbeitet mit Künstlicher Intelligenz – für punktgenaue Bestrahlung und maximalen Schutz gesunden Gewebes.

Das Gerät kann einfache Behandlungen: Bestrahlungen gutartiger Erkrankungen, beispielsweise des Ellenbogens, Schulter, Knie, Hüfte oder eines Fersensporns. Es kann aber auch die für Krebspatienten so wichtigen komplexen Punkt- und Hochpräzisionsbestrahlungen am Kopf und am Körper realisieren – und ist dabei noch deutlich flexibler und präziser.

Deutlich verbesserte Bildgebung

Das beginnt mit der Bildgebung. „Wir sehen besser, was wir bestrahlen müssen – aber auch, was wir nicht bestrahlen wollen“, sagt Prof. Dr. Willner. Der größte Vorteil: Die Bildgebung berücksichtigt auch kleinste Veränderungen im Inneren der Patientinnen und Patienten – und das bis unmittelbar vor der Bestrahlung. Die KI ermöglicht in Minuten eine Anpassung der Dosisverteilung, beispielsweise bei sich änderndem Füllstand der Blase oder des Darms bei

Bestrahlung im Beckenbereich. „Auch die Verbesserungen durch die Anschaffung der neuen Kernspintomografen im Haus werden direkt in die Behandlungsqualität der Strahlentherapie einfließen. Die Patienten profitieren hier enorm von den Fortschritten in der Radiologie“, sagt Prof. Dr. Willner.

Neue Planungssysteme:

Die Einführung der neuen Planungssysteme für die Vorbereitung der Behandlung erfährt besonders Unterstützung durch die KI. Bisher zeitraubende Konturierung der Zielgebiete und Risikobereiche justiert die Künstliche Intelligenz neu, das erleichtert Ärztinnen, Ärzten und Medizinphysikexperten die Arbeit enorm.

Hochpräzise und punktgenau

„Wir sind damit in der Lage, Tumore und Metastasen noch punktgenauer zu bestrahlen – und umliegendes Gewebe oder wichtige Organe sicherer zu schützen“, sagt Prof. Dr. Willner. Und das wiederum hat Auswirkungen auf die Dosierung: „Je sicherer wir das zu bestrahlende Gebiet abgrenzen können, desto intensiver können wir die Dosierung wählen – und je höher die Dosis, desto effektiver die Wirkung“, sagt der Klinikdirektor.

Bestrahlungszeiten halbieren sich

Höhere Einzeldosen in der Bestrahlung haben für die Patientinnen und Patienten gleich mehrere positive Effekte: „Zum einen werden die Bestrahlungszeiten durch die neuen technischen Möglichkeiten deutlich verkürzt“. Zudem könne in vielen Fällen auch die Anzahl der Bestrahlungen reduziert werden – bei gleicher Wirkung. Das, so Prof. Dr. Willner, belegen aktuelle Studien: „Zum Beispiel beim Brustkrebs, wo wir nur noch selten zu den 7-Wochen-Schemata greifen müssen.“

Mehrere Herde gleichzeitig

Noch deutlicher kommen die Qualitäten der neuen Geräte zur Geltung, wenn es sich um Patientinnen oder Patienten handelt, bei denen mehrere Metastasen oder Herde im Gehirn bestrahlt werden müssen. Das neue Gerät kann zeitgleich alle Herde ins Visier nehmen

und ermöglicht damit eine Multimetastasenbehandlung. „Trotzdem können wir in vielen Fällen noch effektiver behandeln und gesundes Gewebe besser schonen. Im Zeitalter der modernen Onkologie unter Einsatz von Immunsystem-stärkenden Medikamenten erhält diese Therapie ein noch höheres Gewicht.“

Nebenwirkungen reduzieren sich

Durch die reduzierte Anzahl der Sitzungen nehmen auch die zu erwartenden Nebenwirkungen ab. „Patientinnen und Patienten werden sicher davon profitieren“, ist Prof. Dr. Willner überzeugt.

Das Team um Prof. Dr. Jochen Willner in der Klinik für Strahlentherapie vereint Hightech, Präzision und Menschlichkeit in der modernen Krebsbehandlung.

 KURZ GESAGT: Mit den neuen, KI-gestützten Linearbeschleunigern setzt die Klinikum Bayreuth GmbH neue Maßstäbe in der Strahlentherapie. Unter Leitung von Prof. Dr. Jochen Willner ermöglicht die modernste Technik Europas eine noch präzisere, schonendere und schnellere Krebsbehandlung – auf universitärem Spitzenniveau.

MEHR INFOS:

Klinikum Bayreuth GmbH

Klinik für Strahlentherapie

Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth

E-Mail: strahlentherapie@klinikum-bayreuth.de klinikum-bayreuth.de/strahlentherapie

Fotos: © Klinikum Bayreuth GmbH

Kaum sichtbar, aber deutlich hörbar:

Mit Oticon Zeal™ genießt sie ihre Welt in brillanter Balance – komfortabel, diskret und klar.

Das erste Hörgerät, das alles kann

AUTOR Akustiks Hörgeräte GmbH

Für ein aktives Leben macht gutes Hören den Unterschied – diskreter Tragekomfort aber auch.

Das neue innovative Oticon Zeal™-Hörgerät bei Akustiks in Bayreuth und Hollfeld sorgt für beides.

 KURZ GESAGT: Das Oticon Zeal™-Hörgerät kombiniert moderne KI-Technologie mit hohem Tragekomfort und unauffälligem Design. Es passt sich automatisch an verschiedene Hörsituationen an und kann bei Akustiks in Bayreuth und Hollfeld individuell angepasst werden.

Nicht einmal 36 Prozent der Erwachsenen mit einer behandelbaren Hörminderung nutzen derzeit ein Hörgerät. Zu den häufigsten Gründen zählen Schamgefühle und die Angst vor sozialer Stigmatisierung sowie die Annahme, dass Hörgeräte in der Handhabung kompliziert seien oder beim Tragen als unangenehm empfunden werden könnten. Was genau muss ein Hörgerät also bieten, um attraktiv zu werden? Diskret soll es sein, bequem zu tragen, leicht zu bedienen, bluetoothfähig und in jeder noch so komplexen Hörumgebung ein hervorragendes Hörerlebnis garantieren.

Die Welt in brillanter Balance hören

Mit Oticon Zeal™ gibt es jetzt erstmals ein Hörgerät, das all diese Wünsche und Erwartungen erfüllt. Das Hightech-Gerät kann helfen Barrieren zu überwinden, da es mit seinen Features Benutzerfreundlichkeit, Diskretion und Komfort mit höchster Funktionalität kombiniert. Gespräche werden aktiv gestaltet. Klänge, die besonders geschätzt werden, bereichern das Erlebnis. Besseres Hören bedeutet dabei nicht allein erhöhte Lautstärke – vielmehr ermöglicht es Klarheit, Deutlichkeit und eröffnet eine neue Klangwelt.

KI für ein unvergleichliches Klangerlebnis

Wie all das geht? Oticon Zeal™ nutzt fortschrittliche Technologie, um die natürliche Klangverarbeitung des Gehirns zu unterstützen. Denn genau wie das Leben ist auch die KI-gestützte Klangverarbeitung von Oticon immer aktiv. Diese passt sich schnell und automatisch an verschiedene Klangumgebungen an. Dank der klaren Sprachwahrnehmung aus allen Richtungen kann man so den ganzen Tag über Gespräche führen, selbst in geräuschvollen Umgebungen.

Erleben, wie unauffällig gutes Hören sein kann

Oticon Zeal™ punktet aber nicht nur mit Technologie. Es wurde mit Fokus auf Kundenzufriedenheit entwickelt – und dazu gehört an erster Stelle das Thema Diskretion. Denn potenzielle Träger wünschen sich Modelle, die klein sind und trotzdem die volle Funktionalität bereitstellen. Um besondere Diskretion zu gewährleisten und darüber hinaus eine optimale Passform sowie maximalen Tragekomfort zu vereinen, wurde Oticon Zeal™ an über 1.500 Ohren getestet. Das Ergebnis: Es ist nahezu unsichtbar. Möglich macht das unter anderem die sogenannte Encapsulation-Technologie:

Die Komponenten des Hörgerätes sind dabei vollständig in ein kompaktes, robustes Gehäuse eingegossen. Das spart Platz und garantiert zudem eine hohe Haltbarkeit sowie einen effektiven Wasser- und Staubschutz.

Passend zu jedem Stil

Unabhängig davon, ob eine Brille, eine Mütze oder sogar ein Helm getragen wird – Oticon Zeal™ sitzt diskret, sicher und bequem im Ohr und sorgt den ganzen Tag über für ein angenehmes Tragegefühl. Ein weiterer besonderer Vorteil: Da die Hörgeräte von den Experten von Akustiks in Bayreuth und Hollfeld am selben Tag angepasst werden können, müssen Kunden nicht warten, um besser zu hören. Dafür steht ihnen eine Auswahl an Ohrstücken zur Verfügung. Alternativ ist natürlich auch die Anpassung einer individuellen Otoplastik möglich.

„ Gutes Hören kann ganz unauffällig sein.“

Michael Deinlein, Hörakustikmeister, Geschäftsführer und Inhaber von Akustiks Bayreuth, verrät, wie das neue Hörgerät Oticon Zeal™ Menschen voll am Leben teilhaben lässt, ohne dass ihnen alles zu viel wird:

GIBT ES ETWAS, WAS ALL IHRE KUNDEN IN BEZUG AUF EIN NEUES HÖRGERÄT EINT?

W In der Tat geht bei vielen Kunden, die zum ersten Mal bei uns ein Hörgerät testen, der Blick zuerst in den Spiegel. Wird jemand merken, dass ich ab jetzt ein Hörgerät trage? Gerade in der heutigen multimedialen Zeit ist gutes Hören aber auch ein Stück Lebensqualität, um auch wirklich das gesamte Klangspektrum der Umgebung genießen zu können. Und da kommen wir dann zum Thema volle Funktionalität – besonders Konnektivität.

NUN HEISST ES SO SCHÖN: MAN KANN NICHT IMMER ALLES HABEN. MÜSSEN AUCH IHRE KUNDEN IN BEZUG AUF IHRE WÜNSCHE ABSTRICHE MACHEN?

W Mit dem Oticon Zeal™ zum Glück nicht mehr. Dieses neuartige Hörgerät überzeugt auf allen Ebenen: Es ist super diskret, lässt sich mit fast allen gängigen Streaming-Geräten verbinden, arbeitet mit KI-basierter Klangverarbeitung für eine außergewöhnliche Klangqualität und bietet dank Schnellladung Energie für den ganzen Tag.

GIBT ES NOCH EIN FEATURE, DAS SIE BZW. VIELLEICHT AUCH IHRE KUNDEN ÜBERZEUGT?

W Auf jeden Fall: Das Hörgerät ist flexibel anpassbar. Unsere Kunden können es noch am selben Tag mitnehmen und ausprobieren – dafür sorgt eine große Auswahl an Ohrstücken.

Lassen Sie sich ausführlich und kompetent von den Expertinnen und Experten der Akustiks Hörgeräte GmbH in Bayreuth und Hollfeld beraten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

MEHR INFOS: Akustiks Hörgeräte GmbH

Badstraße 8, 95444 Bayreuth

Am Weiherer Weg 10, 96142 Hollfeld

E-Mail: info@akustiks.de www.akustiks.de

Ein Durchbruch in der Alzheimer-Therapie

Neues Medikament kann Krankheitsverlauf verlangsamen –erste Patientin in der Klinik Hohe Warte

^ Ein neues Medikament kann den Verlauf der Alzheimer-Demenz verlangsamen. Irmela P. und ihr Mann haben sich für die Therapie bei Prof. Dr. Oschmann (rechts) entschieden.

Für Irmela P. ist es eine Chance. Mit Lecanemab wurde erstmals ein Wirkstoff gegen Alzheimer zugelassen, der im frühen Stadium die Erkrankung verlangsamen kann. Sie weiß, dass es kein Heilmittel ist, und sie und ihr Mann erwarten keine Wunder. Aber sie hoffen auf etwas, das auch vielen anderen Patientinnen und Patienten helfen kann: Zeit.

Für Prof. Dr. Patrick Oschmann, Direktor der Klinik für Neurologie der Klinikum Bayreuth GmbH, ist die Zulassung ein Durchbruch. Denn erstmals wurde in Europa ein Wirkstoff als Medikament zugelassen, der nicht nur die Sym-

ptome behandelt, sondern den Krankheitsverlauf tatsächlich deutlich verlangsamen kann. Lecanemab wirkt, indem es gezielt an Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn anknüpft und diese abtransportiert.

Zeit gewinnen – für das Leben und die Forschung

Irmela P. und ihr Mann spüren die Einschränkungen, die die Erkrankung mit sich bringt, bereits deutlich. Ohne Behandlung würde sie nach und nach mehr

 KURZ GESAGT: Mit Lecanemab wurde im September das erste Medikament in Europa zugelassen, das den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung im frühen Stadium tatsächlich verlangsamen kann. Für Patientinnen und Patienten im Frühstadium und auch für die weitere Forschung eine echte Chance auf wertvolle Zeit. An der Klinik Hohe Warte wird gerade die erste Patientin behandelt.

Hilfe im Alltag benötigen und schon bald vieles vergessen haben. Beide hoffen nun darauf, dass die Therapie das Fortschreiten der Erkrankung so weit verlangsamen kann, dass sie noch eine gute gemeinsame Zeit haben – und im Idealfall Zeit gewinnen, bis weitere Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen. Irmela P. ist die erste Patientin in Bayreuth, die das neue Medikament erhält. Alle 14 Tage kommt sie derzeit für die Behandlung aus Nürnberg in die Klinik Hohe Warte.

Foto: ©
Klinikum
Bayreuth GmbH

Prof. Dr. Oschmann engagiert sich stark in der Alzheimerforschung; seine Klinik beteiligt sich seit zehn Jahren regelmäßig an aktuellen Medikamentenstudien. Er kennt und begleitet Irmela P. schon lange. „Das Ehepaar hat auf die Zulassung des Medikaments gewartet, und wir haben uns sehr dafür eingesetzt, es so schnell wie möglich bei uns in der Klinik verfügbar zu haben“, sagt er.

Warum es dennoch keine Heilung ist? „Die BetaAmyloid-Ablagerungen sind nur ein Aspekt der Alzheimer-Erkrankung“, erklärt der Neurologe. Sie begünstigen wiederum die Bildung eines weiteren Proteins im Gehirn, das die Erkrankung vorantreibt: Tau. Tau ist grundsätzlich in den Nervenzellen vorhanden, verändert und vermehrt sich jedoch im Krankheitsverlauf zunehmend. Das führt dazu, dass Nervenzellen ihre Struktur verlieren und nach und nach absterben. „Ist dieser Prozess erst einmal angelaufen, lässt er sich nach dem aktuellen Wissensstand auch mit dem neuen Medikament nicht mehr aufhalten.“

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Wirksam ist das Medikament daher nur in einem sehr frühen Stadium. „Je früher die Therapie ansetzt, desto größer ist die zu erwartende Wirkung“, sagt Prof. Dr. Oschmann. „Studien haben gezeigt, dass das Medikament in der Lage ist, in einem sehr frühen Stadium diese Ablagerungen vollständig aus dem Gehirn zu entfernen. Patientinnen und Patienten gewinnen damit im Durchschnitt etwa sechs Monate.“ Wenn die Voraussetzungen günstig sind und die Therapie bereits bei minimalen Störungen beginnt, könne das Fortschreiten der Erkrankung wahrscheinlich mehrere Jahre hinausgezögert werden. Zeit, die auch der Forschung zugute kommt – um weitere Therapie-

FÜR WELCHE PATIENTINNEN UND PATIENTEN KOMMT EINE BEHANDLUNG IN FRAGE?

• Diagnostizierte AlzheimerErkrankung im Frühstadium

• Keine Einnahme von Blutverdünnern, wie z.B. Marcumar, Apixaban

• Keine genetischen Dispositionen, die das Risiko schwerer Nebenwirkungen wie Hirnblutungen erhöhen

optionen zu entwickeln. Deshalb möchte er Mut machen, schon bei ersten Anzeichen medizinischen Rat einzuholen und frühzeitig abklären zu lassen, ob Gedächtnislücken tatsächlich auf eine Alzheimer-Erkrankung hinweisen. Dies auch, da nach eigenen Daten nur jeder Vierte, der sich in der Klinik vorstellt an einer Alzheimer-Erkrankung leidet. Sein Appell: >

„ Scheuen Sie sich nicht vor dem Arztbesuch. Sollte es sich um eine Alzheimer-Erkrankung handeln, haben wir mit dem neuen Medikament erstmals die Chance, Ihnen Zeit zu verschaffen. Und sollte sich herausstellen, dass die Sorgen unbegründet waren: umso besser. Sie können nur gewinnen.“

Er weiß, dass damit künftig deutlich mehr Patientinnen und Patienten eine umfassende Diagnostik benötigen werden. „Wir stehen nun vor der Herausforderung, Menschen bereits in einem frühen Stadium fachgerecht zu diagnostizieren, um herauszufinden, ob sie für eine Behandlung infrage kommen.“ Die Klinikum Bayreuth GmbH ist dafür gut aufgestellt. Die Klinik für Neurologie arbeitet eng mit der Klinik für Nuklearmedizin unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Förster zusammen. „Im PET-CT lassen sich Ablagerungen im Gehirn bereits deutlich darstellen – lange bevor für die Betroffenen Einschränkungen spürbar werden“, erklärt Prof. Dr. Oschmann. Und das sei der ideale Zeitpunkt für den Therapiebeginn.

WAS IST ALZHEIMER?

Die Alzheimer-Erkrankung ist die häufigste, aber bei weitem nicht die einzige Erkrankung, die zu einer Demenz führen kann. Sie entsteht, wenn Nervenzellen im Gehirn langsam zugrunde gehen und die Verbindung zueinander verlieren. Dadurch verschlechtern sich Gedächtnis, Denken und Orientierung. Warum diese Veränderungen auftreten, ist bisher nicht vollständig geklärt. Man weiß aber, dass Alter, genetische Veranlagung und Vorerkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck oder Diabetes, aber auch Bewegungsmangel und Rauchen das Risiko erhöhen können.Im Gehirn der Betroffenen lagern sich dabei zwei Eiweiße ab:

• Beta-Amyloid: Das Eiweiß sammelt sich zwischen den Nervenzellen und stört deren Kommunikation. Die Verbindung geht verloren.

• TAU-Protein: TAU ist grundsätzlich in den Nervenzellen vorhanden, verändert und vermehrt sich aber durch die Erkrankung. Das führt dazu, dass die Nervenzellen ihre Struktur verlieren und nach und nach absterben.

Die Erkrankung entwickelt sich schleichend über viele Jahre. Erste Anzeichen sind Gedächtnislücken, Verwirrtheit und Orientierungsschwierigkeiten. Im Verlauf werden auch Sprache, Denken und Alltagsfähigkeiten beeinträchtigt.

< Mit modernen Bildgebungsverfahren lassen sich Ablagerungen im Gehirn feststellen, lange bevor Symptome auftreten.

Für Irmela P. ist der Zeitpunkt nicht ideal. Das weiß sie. Dennoch war es für sie und ihren Mann keine Frage, die Therapie zu beginnen – auch wenn mögliche Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen sind. Deren Auftreten wird in der Klinik engmaschig überwacht. „Wir wissen, welches Schicksal uns ohne Behandlung bevorsteht. Jede Möglichkeit, dies hinauszuzögern, ist ein Gewinn“, sagt ihr Mann Johann P..

Ein Türöffner für die Zukunft

Der Faktor Zeit ist aus Sicht von Prof. Dr. Oschmann auf beiden Seiten entscheidend: „Das neue Medikament ist nicht nur eine Chance für die Betroffenen, es ist auch ein Türöffner für die Forschung.“ Die Entwicklung weiterer Wirkstoffe gewinne dadurch an Dynamik. Mit Lecanemab ist ein wesentlicher Baustein gefunden. Nur wenige Wochen nach seiner Zulassung folgte bereits ein weiteres Medikament mit dem Wirkstoff Donanemab, das in ähnlicher Weise wirkt. „Auf dieser Basis geht die Forschung jetzt weiter, und ich bin zuversichtlich, dass wir schon bald weitere Alternativen zur Behandlung haben werden“, sagt der Klinikdirektor. Eine ähnliche Entwicklung habe er bereits vor etwa 20 Jahren bei der Behandlung der Multiplen Sklerose erlebt. „Als der erste Durchbruch gelungen war, wurden schnell weitere Präparate entwickelt. Heute können wir die Erkrankung zwar nicht heilen, aber ihren Verlauf nahezu vollständig zum Stillstand bringen. Für die Alzheimertherapie hoffe ich auf eine vergleichbare Entwicklung.“

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH

Klinik für Neurologie

Hohe Warte 8, 95445 Bayreuth

Tel: 0921 400-4602

E-Mail: neurologie@klinikum-bayreuth.de klinikum-bayreuth.de/neurologie

Schleichende Gefahr

COPD zählt zu den häufigsten, aber meist unterschätzten Volkskrankheiten – auch in Oberfranken

Schätzungen zufolge leiden bundesweit rund sechs bis acht Millionen Menschen an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD. Auch in Bayreuth sind viele Menschen betroffen. Die Krankheit entwickelt sich schleichend – und wird häufig erst erkannt, wenn die Lunge bereits stark geschädigt ist. Die typischen ersten Anzeichen sind harmlos wirkender Husten, manchmal mit Auswurf, der über längere Zeit anhält. Doch dahinter kann bereits eine beginnende COPD stecken. Im Laufe der Jahre zerstört die Krankheit immer mehr Lungengewebe. Das Heimtückische: Die Lunge hat große Reserven –erste Einschränkungen bemerkt man meist erst, wenn rund 30 Prozent der Lungenfunktion verloren sind. Im Alltag wird die Atemnot erst spürbar, wenn mehr als die Hälfte der Lunge irreversiebel geschädigt ist.

Hauptursache: Rauchen – aber nicht nur

Etwa 80 Prozent aller COPD-Fälle sind auf das Rauchen zurückzuführen. Auch moderne Alternativen wie E-Zigaretten oder sogenannte „Heat-not-burn“Produkte stehen im Verdacht, die Lunge dauerhaft zu schädigen. Daneben spielt die Belastung durch Feinstaub und andere Luftschadstoffe eine Rolle. Nur selten liegt eine genetische Veranlagung oder angeborene Schwäche der Lunge – etwa bei Frühgeborenen – zugrunde.

COPD betrifft längst nicht nur die Lunge. Häufig leiden Betroffene zusätzlich an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Eine akute Verschlechterung – medizinisch „Exazerbation“ genannt – kann daher auch Herzprobleme wie Herzinfarkte auslösen. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung so wichtig. „Die COPD ist tückisch, weil sie sich langsam entwickelt und anfangs kaum Beschwerden macht“, erklärt Dr. Claus Steppert, Direktor der Klinik für Pneumo-

logie der Klinikum Bayreuth GmbH. „Wer regelmäßig hustet, vor allem bei inhalativer Belastung, oder häufiger unter Atemnot leidet, sollte das unbedingt ärztlich abklären lassen. Je früher wir die Erkrankung erkennen, desto besser können wir den Verlauf bremsen und die Lebensqualität erhalten.“

Früherkennung rettet Lebensqualität

Mit einer einfachen Lungenfunktionsprüfung kann der Verdacht auf COPD rasch bestätigt werden. In Bayreuth bieten Hausärzte, Lungenfachärzte und das Klinikum Bayreuth entsprechende Untersuchungen an.

Die wichtigste Maßnahme ist der Verzicht auf Rauchen und andere schädliche Inhalationsstoffe. Moderne inhalative Medikamente können die Atemnot deutlich lindern, die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und akute Krankheitsschübe reduzieren. Da COPD auch zum Muskelabbau und zu Osteoporose führen kann, ist regelmäßige Bewegung – idealerweise in Form von Lungensport – entscheidend. In Bayreuth und Umgebung bieten mehrere Reha-Einrichtungen und Lungensportgruppen entsprechende Programme an, beispielsweise über den Bayerischen Behinderten- und RehabilitationsSportverband (BVS). Zwar lässt sich die zerstörte Lungenfunktion nicht wiederherstellen, doch die Lebensqualität und Belastbarkeit steigen erheblich.

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH

Klinik für Pneumologie, Thoraxonkologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin

Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth

E-Mail: pneumologie@klinikum-bayreuth.de klinikum-bayreuth.de/pneumologie

^ Dr. Claus Steppert ist Direktor der Klinik für Pneumologie, Thoraxonkologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin an der Klinikum Bayreuth GmbH.

Umfassende Krebsversorgung unter

einem Dach

Das Onkologische Zentrum am Klinikum Bayreuth wächst weiter und bietet modernste Diagnostik, Therapie und menschliche Zuwendung.

AUTOR Klinikum Bayreuth GmbH

Das Onkologische Zentrum der Klinikum Bayreuth GmbH steht für eine hochqualifizierte, interdisziplinäre und menschlich zugewandte Krebsbehandlung in Oberfranken. Patientinnen und Patienten mit Tumor- und Bluterkrankungen werden hier nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt – wohnortnah und auf universitärem Niveau. „Unser Ziel ist es, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen – medizinisch, psychisch und sozial“, betont Prof. Dr. Alexander Kiani, Direktor der Klinik für Onkologie und Hämatologie und Leiter des Onkologischen Zentrums. „Neben der hochmodernen Therapie legen wir großen Wert auf persönliche Begleitung und Aufklärung.“

Neue zertifizierte Zentren erweitern das Spektrum

Erst kürzlich wurden die Krebszentren der Klinikum Bayreuth GmbH von externen Fachexperten erneut überprüft und zertifiziert. Sie werden damit von der Deutschen Krebsgesellschaft auch zukünftig als Behandlungszentren für Krebspatienten empfohlen.

Zum Onkologischen Zentrum gehören bereits seit Jahren spezialisierte Organkrebszentren –etwa für Brustkrebs und gynäkologische Tumore, Hautkrebs, Darm- und Pankreaskarzinome sowie hämatologische Neoplasien. Neu hinzugekommen sind nun das Neuroonkologische Zentrum und das Prostatakarzinomzentrum, die kürzlich zum ersten Mal erfolgreich zertifiziert wurden. „Wir haben im vergangenen Jahr viel Arbeit und Energie investiert, um die beiden Fachdisziplinen in die Strukturen des Onkologischen Zentrums umfassend einzubinden“, sagen die Klinikdirektoren Prof. Dr. Stefan Linsler, Leiter des Neuroonkologischen Zentrums und Direktor der Klinik für Neurochirurgie, und Prof. Dr. Frank Kunath, Leiter des Prostatakarzinomzentrums und Direktor der Klinik für Urologie. Damit zählt das Onkologische Zentrum der Klinikum Bayreuth GmbH nun zu den umfangreichsten und leistungsstärksten Krebszentren in Oberfranken.

Unter einem Dach finden sich an der Klinikum Bayreuth GmbH jetzt acht spezialisierte Organkrebszentren. Hier bündelt das Zentrum die Expertise aller für die Krebstherapie relevanten Fachabteilungen sowie insbesondere auch der gerade auf den modernsten Stand gebrachten Kli-

niken für Radiologie und Strahlentherapie sowie eine der führenden Pathologien in Deutschland. Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit werden Diagnostik, Therapie und Nachsorge optimal aufeinander abgestimmt. Regelmäßige Tumorkonferenzen sorgen dafür, dass für jeden einzelnen Patienten ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept erstellt wird.

„ Unser Ziel ist es, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen.“
PROF. DR. ALEXANDER KIANI, LEITER DES ONKOLOGISCHEN ZENTRUMS DER KLINIKUM BAYREUTH GMBH

„Zudem haben unsere Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen in unseren Zentren Zugang zu aktuellen wissenschaftlichen Studien und damit zu den modernsten Behandlungsverfahren“, ergänzt Prof. Dr. Kiani.

Statistiken belegen, dass die Heilungschancen – aber auch die Überlebensdauer bei nicht heilbaren Krebserkrankungen – deutlich höher sind, wenn Patientinnen und Patienten in einem zertifizierten Krebszentrum behandelt werden.

Ganzheitliche Versorgung und Forschung auf hohem Niveau

Neben der medizinischen Behandlung bietet das Onkologische Zentrum ein breites Unterstützungsangebot: Psychoonkologie, Sozialdienst, Ernährungsberatung, Physiotherapie und ein strukturiertes Case-Management begleiten Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg. Regelmäßig finden zudem Patiententage, Informationsveranstaltungen und Treffen von Selbsthilfegruppen statt, vor kurzem zum Beispiel der Patientinnentag im Brustzentrum.

„Wir möchten Betroffenen und ihren Angehörigen Sicherheit, Wissen und Hoffnung geben“, sagt Prof. Dr. Kiani. „Die persönliche Begleitung ist uns genauso wichtig wie die medizinische Qualität.“

Prostatakarzinomzentrum

Moderne Robotik und enge Zusammenarbeit zum Wohl der Patienten

Mit der Zertifizierung des neuen Prostatakarzinomzentrums kommt an der Klinikum Bayreuth GmbH ein weiteres spezialisiertes Zentrum für die Region Oberfranken als Anlaufstelle für Patienten mit Prostatakrebs hinzu. Klinikdirektor

Univ.-Prof. Dr. Frank Kunath hat umfangreiche Erfahrung und Fachkompetenz nach Bayreuth mitgebracht, als er die Klinikleitung im Januar 2023 übernahm. Darunter auch das Operieren mit der modernsten Generation des Operationsroboters DaVinci. „Für die Patienten sind Operationen damit in vielen Fällen deutlich schonender bei gleichem, oft sogar besserem Ergebnis“, sagt Univ.-Prof. Dr. Kunath. Alleine in Bayreuth haben davon bereits mehr als 170 Patienten profitiert. Durch spezialisierte Fachärzte und in Kooperation mit anderen Fachabteilungen wie der Nuklearmedizin werden zudem neue zielgerichtete medikamentöse Tumortherapien, beispielsweise die Radioligandentherapie mit Lu-177-PSMA, angeboten.

„Wir bieten dank einer engen Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung eine umfassende, individuelle und präzise abgestimmte operative und medikamentöse Behandlung bei verschiedensten Tumorerkrankungen an“, beschreibt Univ.-Prof. Dr. Kunath das Leistungsspektrum des Zentrums. Insbesondere die Versorgung komplexer onkologischer Erkrankungen erfordere auch die ambulante Betreuung durch ein hoch qualifiziertes, interdisziplinäres Team: „Das leisten wir im Rahmen der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) für Erkrankungen der Prostata, des Penis, der Hoden, der Nieren und Nebennieren sowie der Harnorgane und des Beckens.“

Dank dieser Struktur können Diagnostik, operative Eingriffe und Nachsorge eng verzahnt erfolgen – von der Vorsorgeuntersuchung im MVZ für Urologie über minimalinvasive Robotik-Operationen bis hin zu medikamentöser Nachbehandlung und psychoonkologischer Betreuung. Die Privatsprechstunde von Univ.-Prof. Dr. Frank Kunath rundet das Spektrum ab.

< Mit dem DaVinciOperationsroboter können Patienten deutlich schonender behandelt werden.

Neuroonkologisches Zentrum

Innovative Technologie für mehr Sicherheit und Präzision

Neue Maßstäbe in der Behandlung von Tumoren des Gehirns, des Rückenmarks und des Nervensystems setzt auch das neu etablierte Neuroonkologische Zentrum –nicht nur für Bayreuth. Besonders innovativ ist der Einsatz der navigierten transkraniellen Magnetstimulation (nTMS) – einer Technik, die in Deutschland bislang nur in wenigen spezialisierten Zentren genutzt wird.

„Mit der navigierten Magnetstimulation können wir schon im Vorfeld einer Operation wichtige Funktionszentren im Gehirn, etwa für Motorik oder Sprache, genau lokalisieren und abgrenzen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Stefan Linsler. Unterstützt wird das zusätzlich durch den Einsatz modernster 3-D-Brillen, die den Operateuren unmittelbar bei der Operation einen detaillierten Überblick über den zu operierenden Bereich geben. „Das erlaubt uns, mutiger und zugleich sicherer zu operieren und Tumorgewebe noch umfassender zu entfernen.“

Bereits jetzt profitieren Patientinnen und Patienten, für die eine Operation früher als zu riskant galt, von diesen innovativen Methoden. Die Klinik erhielt die Zertifizierung, weil sie nicht nur über modernste technische Ausstattung verfügt, sondern auch über die notwendige Erfahrung, um Diagnostik und Therapie auf höchstem wissenschaftlichem Niveau umzusetzen.

„Durch das neue Zentrum können wir Betroffene wohnortnah ambulant und stationär versorgen und gleichzeitig von der engen Kooperation mit dem Universitätsklinikum Erlangen profitieren“, sagt auch Univ.-Prof. Dr. Linsler. Die enge Zusammenarbeit mit dem MVZ für Neurochirurgie – ebenfalls an der Klinik Hohe Warte –ermöglicht darüber hinaus einen reibungslosen Übergang zwischen stationärer und ambulanter Behandlung.

^ Modernste Technik und hohe medizinische Kompetenz zeichnen das Neuroonkologische Zentrum aus.

 KURZ GESAGT: Das Onkologische Zentrum der Klinikum Bayreuth GmbH vereint modernste Medizin, Forschung und menschliche Zuwendung. Acht zertifizierte Organkrebszentren – darunter das neue Prostatakarzinomzentrum und Neuroonkologische Zentrum – bieten Betroffenen eine umfassende, wohnortnahe Versorgung auf universitärem Niveau.

MEHR INFOS:

Klinikum Bayreuth GmbH Onkologisches Zentrum

Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth

Tel.: 0921 400-6360

E-Mail: onkozentrum@klinikum-bayreuth.de klinikum-bayreuth.de/onkologisches-zentrum

Rückenschmerzen? Vielleicht eine Depression.

Wenn der Rücken schmerzt, kann das auch auf seelische Leiden hinweisen – Altersdepression zeigt sich oft zuerst körperlich

Dieser Text beginnt mit einem Herren, dessen Name nur die Menschen kennen dürften, für die dieser Text geschrieben wurde. Er heißt Joachim Fuchsberger. (Sollte sich doch ein junger Mensch zwischen diese Zeilen verirren: Joachim Karl „Blacky“ Fuchsberger war ein deutscher Schauspieler. Er ist längst tot.) Und die Menschen, für die dieser Text gedacht ist, sind vermutlich eines: alt. Sie können vielleicht nachempfinden, was Fuchsberger gesagt haben soll und womit er auch ein Buch betitelt hat: „Altwerden ist nichts für Feiglinge“.

Stimmt, werden die älteren Leserinnen und Leser jetzt zustimmend nicken, denn mit dem Alter kommen die Zipperlein. Der Rücken schmerzt, die Sehkraft lässt nach, die Kondition auch. Lustig ist das alles nicht. Aber bei Rückenund Gliederschmerzen sollte man vielleicht nicht nur an Rücken- oder Gliederschmerzen denken, sondern auch eine andere Erkrankung in Betracht ziehen: Depression.

Wenn Schmerzen mehr bedeuten

Knapp 28 Prozent

… der Frauen zwischen 80 und 84 Jahren sind von einer Altersdepression betroffen. Bei den Männern leiden in der Altersgruppe ab 90 Jahren etwa 18 Prozent darunter.*

Depression kommt im Alter in anderem Gewand als sie es in jungen Jahren tut. Ein typisches Krankheitsbild ist hier kaum zu beobachten. Beim Großteil der Menschen, die von Altersdepression betroffen sind, sind die Anzeichen eher körperlicher Natur, sagt Dr. Christian Mauerer. Er ist Leiter der Gerontopsychiatrie und -psychotherapie am Bezirkskrankenhaus

^ Dr. med. Christian Mauerer, Leiter der Gerontopsychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth, und Oberärztin Sandra Villagran weisen auf die besondere Symptomatik einer Depression im Alter hin.

Bayreuth und zusammen mit seiner Kollegin

Oberärztin Dipl. med. Sandra Villagran unter anderem zuständig für die Behandlung von Altersdepression.

Altersdepression bleibt oft unentdeckt

Diese körperlichen Anzeichen einer Altersdepression machen die Sache kompliziert. Denn die Beschwerden werden – siehe oben – dem zugeordnet, was man vermutet. Man wird alt und damit auch körperlich gebrechlich. Und so kommen Betroffene mit Klagen über ihren allgemeinen Gesundheitszustand zum Arzt und nicht mit Klagen über den Gemütszustand. Das wiederum führt dazu, dass Altersdepression häufig spät erkannt wird.

Erst relativ spät treten dann auch psychische Beschwerden ans Licht – man ist antriebslos, die Stimmung ist gedrückt und es wird nicht besser, die oder der Betroffene zieht sich immer mehr zurück, die negativen Gedanken überwiegen, man fühlt sich nutzlos. Symptome, die für eine Depression typisch sind, im Alter aber die Spitze des Eisbergs, da sich die Altersdepression mit körperlichen Beschwerden ankündigt, so Sandra Villagran.

Männer reagieren anders

Bei depressiven Männern kommt dazu, dass sie nicht selten leicht reizbar und aggressiv sind, selbst geliebten Menschen gegenüber. Auch verstärktes Suchtverhalten kann auf eine Depression hinweisen. Und: Besonders bei Männern steigt das Suizidrisiko.

Ein Kreuz genügt! Sind Sie gefährdet?

LEIDEN SIE VIELLEICHT AN EINER ALTERSDEPRESSION?

Mögliche Symptome können sein …

Antriebslosigkeit, schnelle Erschöpfbarkeit

Niedergeschlagenheit, innere Leere

Interessenverlust (z. B. Hobbys oder soziale Kontakten)

Gefühl der Hoffnungslosigkeit oder Wertlosigkeit

Dass sich Depressionen im Alter zunächst ganz anders äußern als in jungen Jahren, macht es so schwer, sie als solche zu erkennen, sagen Villagran und Mauerer. Vielmehr werden sie eben oft als normaler Alterungsprozess wahrgenommen.

Angst und innere Unruhe

Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme (wird oft mit Demenz verwechselt)

Können Sie mehr als ein Symptom ankreuzen? Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

Um auf Fuchsberger zurück zu kommen. Alt werden ist nichts für Feiglinge. Also nur Mut: Wenn Sie den Verdacht haben, dass mehr hinter Ihren Rückenschmerzen steckt als Rückenschmerzen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt – oder mit uns.

 KURZ GESAGT: Mit dem Alter kommen nicht nur körperliche Beschwerden – manchmal steckt mehr dahinter. Altersdepression zeigt sich oft anders als erwartet. Wer Veränderungen bemerkt, sollte Hilfe suchen.

MEHR INFOS:

Bezirkskrankenhaus Bayreuth

Alterspsychotherapie-Station G3

Oberärztin Dipl. med. Sandra Villagran Nordring 2, 95445 Bayreuth

Telefon: 0921/283-5113 www.gebo-med.de

„Wir müssen an unsere Kinder glauben“

Junge Menschen und Depressionen: Dr. Kerstin Hessenmöller über Ursachen, Folgen, Therapieansätze

Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Der Zulauf in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters (KJP) am Bezirkskrankenhaus in Bayreuth ist so groß wie nie, weiß Chefärztin Dr. med. Kerstin Hessenmöller. Grund genug, über die Ursachen, Folgen und Therapieansätze zu sprechen.

^ Dr. med. Kerstin Hessenmöller ist Chefärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters am Bezirkskrankenhaus in Bayreuth.

„Kinder sind die Gesellschaft von morgen, es lohnt sich um jedes einzelne zu kämpfen“, beschreibt Dr. Hessenmöller ihren Anspruch in ihrer Arbeit. Obwohl der Gipfel der Depression im 20. bis 30. Lebensjahr liegt, erkranken gerade zunehmend jüngere Generationen. Doch lediglich zwölf Prozent der Jugendlichen mit depressiven Symptomen suchen sich Hilfe. Denn es ist immer noch ein großes Stigma. „Ich hab‘ einen an der Klatsche. Ich muss in die Klapse. Das sind leider nach wie vor gängige Aussagen“, sagt Dr. Hessenmöller. Es brauche hier dringend mehr Diskurs und Aufklärung. Privat zu Hause, aber vor allem auch in der Schule. 80 Prozent der 16- bis 21-Jährigen wünschen sich sogar mehr Auseinandersetzung mit dem Thema „seelische Gesundheit“.

Anders als bei Erwachsenen

Eine Depression bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen, sei gar nicht so einfach. „Die Symptomatik ist eine andere. Sie sitzen nicht traurig in der Ecke. Sie sind wütend, gereizt, müde und finden meist keine Worte für ihre Gefühle.

,Mir geht es schlecht‘, heißt es beispielsweise“, sagt Dr. Hessenmöller. Es gebe nun mal nicht „die“ Depression. Jede Depression sei eine ganz individuelle Erkrankung.

So individuell wie die Ursachen: Die heutige Kindergeneration wächst in einer Gesellschaft auf, die von der Auflösung traditioneller Beziehungen, von Umstrukturierung und Werteverschiebung in vielen Bereichen gekennzeichnet ist. Ob Corona-Folgen, Einsamkeit, globale Krisen wie Kriegsereignisse, Anschläge, die Zerstörung der Umwelt, sozialer Stress – auf die Kinder und Jugendlichen prasseln vielfache Anforderungen ein. Und nicht selten entwickeln sich seelische Beeinträchtigungen und große Ängste.

ANGEHÖRIGENBERATUNG

DER KINDER- UND JUGENDPSYCHIATRIE

Wann? Immer am ersten und dritten Mittwoch im Monat von 18.30 bis 19.30 Uhr

Wo? Alte Wäscherei (EG links), Bezirkskrankenhaus Bayreuth, Nordring 2, 95445 Bayreuth

Anmeldung nötig (auch für Termine außerhalb der Sprechstunde): telefonisch unter 0921 283-2090

Weitere hilfreiche Kontakte finden Sie hier:

^ Wenn das Leben schwerer wird: Frühzeitiges Erkennen und Begleiten kann jungen Menschen mit Depression einen neuen Weg öffnen.

Eine im März 2025 durchgeführte deutschlandweite Umfrage unter 2000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 21 Jahren zeigt: Mehr als 50 Prozent fühlen sich durch die politischen Krisen und Konflikte im Alltag belastet. Mit Bildmaterial von Konflikten und Kriegsszenen sowie Gewaltdarstellungen wie Verwundung, Folterung, Tötung und Geiselnahme sind sie häufig ungewollt konfrontiert, beispielweise durch Social-Media-Feeds. Weniger als ein Drittel der Eltern führt vor dem Kauf eines Smartphones oder Tablets für das Kind ein Gespräch über Risiken und Schutzmaßnahmen. Verheerend.

Hier mahnt Dr. Hessenmöller dringend, mit Medien sorgsamer umzugehen: „Begrenzen Sie den persönlichen Nachrichtenkonsum, denken Sie an Schutzfilter, führen Sie digitale Pausen ein, unterstützen Sie stattdessen Hobbys, Bewegung und Entspannung.“ Ansonsten können Gewaltdarstellungen eine posttraumatische Stressbelastung verursachen: Schlafprobleme, Schreckhaftigkeit, Ängste.

Offen reden schützt

Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen berichtet außerdem von erlebten Gefahrenszenarien, wie Cybermobbing, Gewaltandrohung, Pornographie oder Rassismus (laut Cybersicherheitsmonitor des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik). Dr. Hessenmöller rät: „Sprechen Sie transparent und jugendgerecht mit Ihren Kin-

Prävention

Schulprojekt „Verrückt? Na und!“ des Vereins Irrsinnig Menschlich (auch in Bayreuth): Schüler setzen sich einen Tag lang mit seelischer Gesundheit und psychischen Belastungen auseinander.

dern. Hören Sie aktiv, empathisch und wertfrei zu. Und nehmen Sie suizidale Äußerungen unbedingt ernst.“ Die Ursachen hierfür sind sehr komplex und das Ergebnis vieler Faktoren, wie psychiatrische Erkrankungen, Todesfälle in der Familie, körperlicher Misshandlungen, sexueller Missbrauch, Delinquenz, Mobbing, schwere familiäre Konflikte. Jedoch kann eine frühzeitige Therapie Suizidalität verhindern.

 KURZ GESAGT: Rund 50 Prozent der Jugendlichen, die stationär in die Kinderund Jugendpsychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth kommen, haben eine depressive Erkrankung. Aufklärung, Empathie und Präventionsarbeit können helfen, sagt Chefärztin Dr. Kerstin Hessenmöller.

MEHR INFOS: GeBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken Bezirkskrankenhaus Bayreuth Nordring 2, 95445 Bayreuth Telefon: 0921/283-0 www.gebo-med.de

Hilfe für Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte: www.ich-bin-alles.de

Wenn Kinder zu früh oder mit gesundheitlichen Probleme geboren werden, ist man im Perinatalzentrum am Klinikum Bayreuth darauf bestens vorbereitet.

Entbinden im Perinatalzentrum: Ein deutliches Mehr an Sicherheit

AUTOR Klinikum Bayreuth GmbH

Warum Bayreuth beste Voraussetzungen für werdende Mütter bietet – Entbinden im Perinatalzentrum Level 1

Die Geburt eines Kindes ist einer der bedeutendsten Momente im Leben. Damit werdende Mütter und Neugeborene in jeder Situation bestmöglich versorgt sind, bietet das Perinatalzentrum Level 1 der Klinikum Bayreuth GmbH eine medizinische Betreuung auf höchstem Niveau – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Hier arbeiten die Frauenklinik und die Neonatologie der Kinderklinik eng zusammen. Diese Vernetzung ist der Schlüssel für eine sichere Versorgung sowohl gesunder als auch risikobelasteter Schwangerschaften und Geburten.

 KURZ GESAGT: Im Perinatalzentrum Level 1 der Klinikum Bayreuth GmbH arbeiten Geburtshilfe und Kinderklinik Hand in Hand – unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christoph Mundhenke und Univ.-Prof. Dr. Patrick Morhart. Hier finden werdende Mütter und Neugeborene Sicherheit, Kompetenz und Fürsorge auf höchstem Niveau.

Optimale Sicherheit durch Teamarbeit

Kinder sicher und gut betreut ins Leben zu begleiten, ist das Ziel aller Hebammen, Ärztinnen und Ärzte. Was Bayreuth dabei auszeichnet: „Das Perinatalzentrum der Klinikum Bayreuth GmbH verfügt als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe über alle notwendigen Strukturen und Kompetenzen, um neben normalen Geburten auch Frühgeborene ab der Grenze der Lebensfähigkeit sowie Neugeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm zu versorgen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Christoph Mundhenke, Direktor der Frauenklinik. Gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Patrick Morhart, Direktor der Kinderklinik, leitet er das Zentrum. In Oberfranken erfüllen nur Bayreuth und Bamberg diese höchste Anforderung.

Am Klinikum Bayreuth betreut ein erfahrenes Team aus Hebammen, Gynäkologinnen und Gynäkologen, speziell geschulten Pflegekräften sowie Anästhesistinnen und Anästhesisten Mutter und Kind während der gesamten Geburt. Rund um die Uhr sind mindestens zwei festangestellte Hebammen im Dienst, unterstützt von Hebammenstudentinnen und Beleghebammen. Auch ein kompetentes Stillteam steht Müttern auf der Entbindungsstation, in der Kinderklinik oder auf der Intensivstation beratend zur Seite.

Spezialisierte Versorgung für Risikoschwangerschaften

„Unser Zentrum ist auf die Behandlung von Risikoschwangerschaften spezialisiert. Dazu gehört auch die Versorgung von zu früh oder krank geborenen Kindern“, sagt Univ.-Prof. Dr.

^ Gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Christoph Mundhenke, Direktor der Frauenklinik (rechts), leitet künftig Univ.-Prof. Dr. Patrick Morhart (links) als neuer Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche das Perinatalzentrum am Klinikum Bayreuth.

Mundhenke. Neben einer modernen Kinderintensiv- und Frühgeborenenstation verfügt die Klinik über eine eigene Blutbank und ein umfassend ausgestattetes Labor – beste Voraussetzungen, um in Notfällen sofort reagieren zu können. Bei Komplikationen sind Fachärztinnen und Fachärzte für spezielle Geburtshilfe und Neonatologie jederzeit verfügbar. „Unsere Stärke ist die enge Zusammenarbeit“, betonen Univ.-Prof. Dr. Mundhenke und Univ.-Prof. Dr. Morhart. So kann das Team auch bei seltenen Notfällen unmittelbar handeln und Mutter wie Kind optimal versorgen. „Selbst wenn eine Schwangerschaft unauffällig verläuft, können nach der Geburt unerwartet Probleme auftreten – etwa Atem- oder Kreislaufanpassungsstörungen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Morhart. „Dann ist es entscheidend, dass spezialisierte Geburtshelfer und Neonatologen sofort zur Stelle sind, denn Zeit spielt eine große Rolle.“ Einer Entbindung im Perinatalzentrum sei ein wenig „wie Fahrradfahren mit Helm“, verbildlicht Univ.-Prof. Dr. Morhart.

Frühzeitige Unterstützung

Zeichnen sich Risiken bereits während der Schwangerschaft ab, bietet das Team in Kooperation mit dem Ambulanten Zentrum für Gynäkologie neben der regulären Geburtsplanung auch eine Sprechstunde für Risikoschwangere und Pränataldiagnostik an. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte können ihre Patientinnen zur Mitbetreuung oder Zweitmeinung vorstellen. So profitieren werdende Mütter von der engen Anbindung an das Perinatalzentrum und seiner umfassenden Expertise.

UNIV.-PROF. DR. MED. PATRICK MORHART IST NEUER DIREKTOR DER KINDERKLINIK

Univ.-Prof. Dr. Patrick Morhart, geboren in Südafrika und ausgebildet an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, verfügt über langjährige Erfahrung in der pädiatrischen Intensivmedizin und Neonatologie. Seit 2012 war er als Oberarzt auf der Neonatologie und pädiatrischen Intensivstation tätig und übernahm zuletzt die Funktion des geschäftsführenden Oberarztes der Kinder- und Jugendklinik Erlangen. Seit 2018 engagiert er sich zudem im Prüfungsausschuss der Bayerischen Landesärztekammer und bringt internationale Erfahrungen aus Spanien und Argentinien mit. Seit 1. Oktober ist Morhart nicht nur Direktor der Kinderklinik, sondern ist auch Inhaber des Lehrstuhls für Pädiatrie am Medizincampus Oberfranken. „Ich unterrichte und forsche gerne, aber ich bin auch gerne Arzt, insbesondere Neonatologe. „Ich freue mich, dass ich hier beides sein kann – Lehrender und Mediziner.“ Dafür biete Bayreuth die besten Voraussetzungen.

Nach der Geburt – bestmögliche Betreuung

Besondere Unterstützung benötigen Kinder, die sehr früh oder krank geboren werden. „Wir betreuen immer wieder auch Neugeborene mit weniger als 1.000 Gramm Geburtsgewicht“, berichtet Morhart. Diese Kinder sind oft Wochen oder Monate in der Klinik. „Wir binden die Eltern eng in die Pflege ein und ermöglichen ihnen, so viel Zeit wie möglich mit ihrem Kind zu verbringen.“ Damit Eltern nahe bei ihrem Baby sein können, hat die Klinik Angehörigenzimmer eingerichtet.

Doch auch nach der Entlassung sind Familien nicht allein. „Um den Übergang nach Hause so reibungslos wie möglich zu gestalten, begleitet das Team des Bunten Kreises und der sozialmedizinischen Nachsorge Eltern und Kind noch mehrere Wochen – bei Bedarf auch Monate – weiter“, erklärt der Kinderarzt. „Diese ganzheitliche Betreuung ist ein wichtiges Merkmal unseres Perinatalzentrums.“

MEHR INFOS:

Klinikum Bayreuth GmbH Klinik für Kinder und Jugendliche Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth Tel: 0921 400-5599 www.klinikum-bayreuth.de/kinderklinik

Operieren wie vor 100 Jahren – ganz modern

Was sich in der Tumorchirurgie geändert hat und was nicht

Schlüssellochoperation. Operationsroboter. Interdisziplinäre Tumorkonferenzen und individualisierte Therapiepläne. Nie zuvor war die Behandlungsqualität für Patientinnen und Patienten mit einer Tumorerkrankung besser, nie waren ihre Chancen höher. Und dennoch: Manche Methoden haben sich in ihren Grundzügen kaum verändert.

Präzision statt großer Schnitte

„Es ist schon erstaunlich“, sagt Dr. Oliver Ponsel, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Bayreuth. „Am Grundprinzip hat sich so viel nicht verändert.“ Fast 150 Jahre nach der ersten erfolgreichen teilweisen Entfernung des Magens einer Krebspatientin folgt der Eingriff noch immer dem prinzipiellen Vorgehen des Chirurgie-Professors Theodor Billroth. Das heißt aber nicht, dass Operieren mit Methoden wie vor 150 Jahren heute noch angezeigt wäre.

„ Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt eine Blinddarmoperation offen gemacht habe.“
DR. OLIVER PONSEL, DIREKTOR DER KLINIK FÜR ALLGEMEIN- UND VISZERALCHIRURGIE AN DER KLINIKUM BAYREUTH GMBH

„Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt eine Blinddarmoperation offen gemacht habe“, sagt Ponsel. Offen heißt: mit Skalpell, Schnitt und ziemlich großer Narbe. Laparoskopisches Operieren hat sich durchgesetzt. Mit Hilfe einer Kamera schaut der Chirurg in den Körper, die Bilder sind dreidimensional oder zumindest so perfekt, dass der Operateur sehr genau weiß, wo und was er schneidet. Denn jeder Schnitt kann für die Patientin oder den Patienten ein Leben lang Folgen haben. Zum Beispiel, wenn ein Darmtumor entfernt werden soll. Anatomie-Experten sagen manchmal, der Mensch ist eine Zwiebel. Weil er aus Schichten besteht. Ist ein Tumor gewachsen, durchdringt er in der Regel mehrere solcher Schichten. „Dann muss ein Operateur sein Werkzeug sehr genau und sehr vorsichtig bewegen“, sagt Ponsel. Und wie gut sie diese beherrschen, zeigt auch die Tatsache, dass die Klinikum Bayreuth GmbH über ein zertifiziertes Darmkrebszentrum und ein zertifiziertes Pankreaskarzinomzentrum verfügt. Kleine Schnitte statt einer größeren Narbe, vor allem aber weniger Schmerzen und schnellere Genesung sind weitere Vorteile des Schlüssellochoperierens. Im Durchschnitt gerade einmal sechs Tage bleibt eine Patientin oder ein Patient nach einer Operation im Krankenhaus, sagt Dr. Ponsel.

Wann Technik an ihre Grenzen stößt

Ob Operieren mit laparoskopischen Instrumenten oder mit einem Roboter, den der Chirurg von einer eigenen Steuereinheit aus lenkt: Im Outcome für die Patientin oder den Patienten macht das nach Dr. Ponsels Meinung keinen allzu großen Unterschied. Er selbst mag das taktile Empfinden, das ihm die Operationslanzen beim laparoskopischen Operieren vermitteln. „Wenn ich operiere, mein Instrument in der Hand und das andere Ende am Gewebe, dann spüre ich das.“ Und manchmal, wenn der Tumor besonders groß oder verklebt ist, kommt selbst die Technik an ihrer Grenzen. Dann, sagt Dr. Ponsel, muss offen operiert werden. „Dann muss man auf die noch herkömmlichen Methoden zurückgreifen. Aber die muss man auch beherrschen.“ Ein Plädoyer für eine umfassende Ausbildung der Chirurginnen und Chirurgen von morgen.

Individuelle Therapiepläne und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Bevor eine Patientin oder ein Patient mit einem Tumor operiert wird, kommt ein System ins Rollen, das für jede und jeden einzeln optimiert wird. Für manchen stehen Bestrahlung oder

 KURZ GESAGT: Ob Schlüssellochoperation, Operation mit dem Roboter oder offene Operation. In der modernen Tumorchirurgie gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Wichtig ist: Der Operateur muss alle Techniken sicher beherrschen, um den Patientinnen und Patienten die bestmögliche Alternative bieten zu können.

Chemo an erster Stelle, für andere eine Immuntherapie und für wieder andere die sofortige Operation. „Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten und wir gehen den gesamten Algorithmusbaum durch, bis wir die individuell beste Therapiefolge gefunden haben“, sagt Dr. Ponsel.

„Wir“ – das sind Expertinnen und Experten für Krebsbehandlung aus unterschiedlichen medizinischen Disziplinen, die alle unter dem Dach der Klinikum Bayreuth GmbH vertreten sind und im Onkologischen Zentrum (siehe auch Seite 16) zusammenarbeiten. Ein Vorteil, den ein großes Krankenhaus im Status eines Maximalversorgers bieten kann. Die Klinikum Bayreuth GmbH ist ein solches Krankenhaus.

^ Das laparoskopische Operieren hat sich durchgesetzt. Für die Patientinnen und Patienten heißt das: kleinere Narben, vor allem aber weniger Schmerzen und schnellere Genesung.

MEHR INFOS:

Klinikum Bayreuth GmbH

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Dr. med. Oliver Ponsel

Tel.: 0921 400-4902

E-Mail: allgemeinchirurgie@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/ allgemein-viszeralchirurgie

Fotos: © Klinikum Bayreuth GmbH, Shutterstock / Svitlana Hulko

Pflege international

BRK Bayreuth macht Fachkräfte fit für Deutschland

^ Dr. Gerlinde

Wunder (r.) führt die Teilnehmenden des ersten Anpassungskurses für internationale Pflegekräfte durch das BRKKompetenzzentrum Bayreuth.

Im September 2025 hat der BRK Kreisverband Bayreuth in seinem Kompetenzzentrum für Fort- und Weiterbildung in der Weiherstraße erstmals einen Anpassungslehrgang für internationale Pflegekräfte gestartet. Sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Ländern werden bis Ende des Jahres praxisnah auf ihre Tätigkeit als Pflegefachkräfte in Deutschland vorbereitet.

Theorie und Praxis im Einklang

Der Lehrgang kombiniert theoretische Inhalte mit praktischen Einsätzen in unterschiedlichen BRKEinrichtungen, darunter der BRK-Ruhesitz, der BRK-Altstadtpark und die BRK-Sozialstationen. Ziel ist es, die bereits im Ausland erworbenen Qualifikationen anzuerkennen und gleichzeitig die spezifischen Kenntnisse und Fertigkeiten für die Arbeit im deutschen Gesundheitswesen zu vermitteln.

Der Kurs orientiert sich an den Vorgaben der Initiative Fastlane Bayern sowie des Bayerischen Landesamtes für Pflege. Das BRK-Kompetenzzentrum Bayreuth hat die Maßnahme nach den Standards der AZAV zertifizieren lassen, wodurch die Qualität der Ausbildung sichergestellt ist.

Begleitung durch erfahrene Fachkräfte

Zum Auftakt des Kurses begrüßten Bildungsreferent Marcel Hauswurz, Kompetenzzentrumsleiter Tobias Korn und Dr. Gerlinde Wunder die neuen Teilnehmenden. Begleitet werden sie von Projektleiterin Chen Chen von Care and Career, die die Verzahnung von Theorie und Praxis unterstützt und das Onboarding in den BRK-Einrichtungen koordiniert.

Care and Career: Perspektiven für internationale Fachkräfte

Das Projekt Care and Career soll internationale Fachkräfte für die Pflege gewinnen, den Fachkräftemangel lindern und den Teilnehmenden neue berufliche Perspektiven eröffnen. Dabei erhalten sie eine fundierte Ausbildung, praxisnahe Erfahrung und die Chance, sich in einem zukunftssicheren Berufsfeld zu etablieren.

Was ist ein Anpassungslehrgang?

Ein Anpassungslehrgang dient dazu, Unterschiede zwischen ausländischen und deutschen Pflegequalifikationen auszugleichen. Er umfasst theoretischen und fachpraktischen Unterricht sowie praktische Einsätze mit begleitender theoretischer Unterweisung. Je nach festgestelltem Ausgleichsbedarf gibt es drei Module: von 240 bis 640 Unterrichtseinheiten. Die praktischen Einsätze erfolgen in Akutkrankenhäusern, Pflegeheimen und

^ Aus aller Welt nach Bayreuth: Der BRK-Kreisverband Bayreuth unterstützt internationale Pflegekräfte dabei, sich an die Standards des deutschen Gesundheitswesens anzupassen.

> Der BRK-Kreisverband Bayreuth begrüßt die Teilnehmenden des ersten Anpassungskurses für internationale Pflegefachkräfte im BRK-Kompetenzzentrum –mit Tobias Korn (Leiter BRK-Kompetenzzentrum), Marcel Hauswurz (Bildungsreferent BRK-Kreisverband Bayreuth), Projektleiterin Care and Career Chen Chen und Dr. Gerlinde Wunder – zum Start des Kurses.

ambulanten Pflegediensten, teilweise auch in spezialisierten Bereichen wie Geriatrie, Palliativpflege oder geriatrischer Rehabilitation.

Abschlussgespräch und Anerkennung

Am Ende des Lehrgangs steht ein Abschlussgespräch, in dem die Fachprüfer die erworbenen Kompetenzen überprüfen. Wer Theorie und Praxis erfolgreich absolviert und das Gespräch besteht, erhält die Anerkennung für die Arbeit als Pflegefachkraft in Deutschland.

Ein starkes Signal für Integration und Fachkräftegewinnung

Mit dem Start des Anpassungslehrgangs setzt der BRK Kreisverband Bayreuth ein deutliches Signal für Integration, Fachkräftegewinnung und die Sicherstellung hochwertiger Pflege. Die internationalen Fachkräfte werden

herzlich willkommen geheißen und optimal auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet. Der Kreisverband wünscht allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen erfolgreichen Kursverlauf und einen guten Start in ihre neue berufliche Heimat – in der „Championsleague der Gesellschaft“.

 KURZ GESAGT: Im BRK-Kompetenzzentrum Bayreuth startet der erste Anpassungslehrgang für internationale Pflegekräfte. Ziel: Qualifikation anerkennen, Praxis stärken, Integration fördern – für gute Pflege in der Region.

MEHR INFOS:

Bayerisches Rotes Kreuz – Kreisverband Bayreuth Hindenburgstraße 10, 95445 Bayreuth www.brk-bayreuth.de

Foto: © BRK-Kreisverband
Bayreuth

Vielfalt. Kompetenz. Teamgeist.

AUTOR Klinikum Bayreuth GmbH

Das macht ein starkes Team aus

Pflege ist vielfältig, anspruchsvoll und unverzicht bar – sie lebt von den Menschen, die sie Tag für Tag mit Herzblut ausüben. Im Rahmen dieser Interviewreihe geben Mitarbeitende aus verschie denen Fachbereichen Einblicke in ihren Arbeits alltag. Sie erzählen, was sie motiviert, welche Herausforde rungen sie meistern und warum Pflege für sie mehr ist als nur ein Beruf. Wir möchten einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen und Menschen begeistern, Teil unseres Teams zu werden. Denn Pflege braucht ein starkes Team.

Kardiologie

Was sind Deine Aufgaben in Deinem Job?

AHMAD: Ich bin auf unserer kardiologischen Station für die Betreuung und Pflege der Patientinnen und Patienten zuständig. Dazu gehört unter anderem die Verabreichung von Medikamenten. Insgesamt begleite ich die Menschen während ihres gesamten Klinikaufenthalts und stehe ihnen in dieser Zeit unterstützend zur Seite.

Wie sieht Dein typischer Arbeitsalltag aus?

AHMAD: Morgens starten wir mit der Übergabe – danach geht es direkt los: Vitalzeichen kontrollieren, Patienten versorgen, Fragen beantworten, bei Untersuchungen unterstützen … Jeder Tag bringt neue Situationen und Herausforderungen mit sich.

Was gefällt Dir besonders an Deinem Job?

AHMAD: Es ist schön zu sehen, wie sich der Zustand der Patienten Schritt für Schritt verbessert.

Ahmad Oriakhail ist Gesundheits- und Krankenpfleger an der Klinikum Bayreuth GmbH.

Vor allem schätze ich es, sie auf diesem Weg begleiten und ein Stück weit mithelfen zu dürfen.

Was macht das Arbeiten auf deiner Station so besonders?

AHMAD: Zum einen die Vielfalt an kardiologischen Krankheitsbildern, die den Arbeitsalltag spannend und abwechslungsreich machen. Zum anderen das familiäre Miteinander auf der Station und mein tolles Team – wir unterstützen uns gegenseitig und ziehen an einem Strang.

Drei Worte, die Deinen Job am besten beschreiben:

AHMAD: Herzlich, verantwortungsvoll, vielseitig

Ahmad sucht Kolleginnen und Kollegen – jetzt bewerben!

Intensivstation

Christina Sonnenberg ist Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege.

Was sind Deine Aufgaben in Deinem Job?

CHRISTINA: Auf der Intensivstation versorgen und betreuen wir schwerstkranke Patienten, die sich in einer vital bedrohlichen Lage befinden. Gemeinsam mit unseren ärztlichen und therapeutischen Kollegen erarbeiten wir für unsere Patienten ein ganzheitliches Therapiekonzept.

Wie sieht Dein typischer Arbeitsalltag aus?

CHRISTINA: Einen typischen Arbeitsalltag gibt es auf der Intensivstation nicht, da wir unsere Grundstrukturen stets situationsadaptiert anpassen müssen.

Was gefällt Dir besonders an Deinem Job?

CHRISTINA: Die Arbeit auf der Intensivstation ist vielfältig und bietet sehr viel Abwechslung im Arbeitsalltag. Neben den grundlegenden pflegerischen Aufgaben gestalten wir aktiv unterschiedliche Therapien mit. Durch die komplexen

Krankheitsbilder wird täglich ein hohes Fachwissen gefordert - und zugleich wertgeschätzt.

Was macht das Arbeiten auf der Intensivstation so besonders?

CHRISTINA: Definitiv die Zusammenarbeit in einem großen interdisziplinären Team sowie der starke Zusammenhalt untereinander. Vor allem in schwierigen Situationen ist es wichtig, füreinander da zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen.

Drei Worte, die Deinen Job am besten beschreiben:

CHRISTINA: Teamarbeit, Wissen, Zusammenhalt.

Christina sucht Kolleginnen und Kollegen – jetzt bewerben!

„Man wächst an jeder Herausforderung“

Seit über 30 Jahren steht der Name Akustiks Hörgeräte in Bayreuth für Fachkompetenz, ehrliche Beratung und innovative Lösungen rund ums gute Hören.

Ob Hörgeräte, Gehörschutz oder professionelles In-Ear-Monitoring – der inhabergeführte Meisterbetrieb verbindet Handwerk mit Herz und modernster Technik. Nach der umfassenden Modernisierung der Geschäftsräume folgt nun der nächste Schritt: Simon Deinlein, Sohn des Firmeninhabers und Hörakustikmeisters Michael Deinlein, steigt mit Beginn seiner Ausbildung in das Familienunternehmen ein.

^ Simon Deinlein ist der Sohn des Firmeninhabers und Hörakustikmeisters Michael Deinlein.

Mit seinem Berufseinstieg beweist der angehende Hörakustiker Mut zur Neuorientierung und setzt zugleich ein deutliches Zeichen für die Zukunft des traditionsreichen

Betriebs. Zuvor war Simon in einem anderen Berufsfeld tätig, bis gesundheitliche Gründe ihn zu einer neuen Perspektive führten. Heute lernt er das Handwerk von Grund auf – die schulische Ausbildung in Lübeck, die praktische im Bayreuther Familienbetrieb.

 KURZ GESAGT: Simon Deinlein startet seine Ausbildung zum Hörakustiker im Familienbetrieb Akustiks in Bayreuth. Nach einem beruflichen Neuanfang verbindet er Technik, Handwerk und Menschlichkeit mit dem Ziel, das Unternehmen künftig mitzugestalten.

Im Interview mit GESUND LEBEN erzählt Simon Deinlein, was ihn dazu bewegt hat, im Familienbetrieb einzusteigen und was ihn an seinem zukünftigen Beruf besonders fasziniert.

Warum hast du dich für die Hörakustik und den Einstieg im Familienbetrieb entschieden?

DEINLEIN: Ich gehe gerne auf Menschen zu und arbeite gern mit ihnen. Da ich schon seit meiner Kindheit mit dem Thema Hörgeräte aufgewachsen bin, war der Schritt eigentlich nur logisch. Mich begeistert, wie viel man im Leben anderer Menschen bewegen kann – wenn man ihnen ihr Hörvermögen zurückgibt, schenkt man ihnen Lebensqualität.

Wie hast du dich auf den Neustart vorbereitet?

DEINLEIN: Mein Vater und ich haben schon Wochen vor Ausbildungsbeginn vieles besprochen und vorbereitet, sodass ich mich vom ersten Tag an gut aufgehoben gefühlt habe.

Welche Fähigkeiten sind in der Hörakustik besonders wichtig?

DEINLEIN: Handwerkliches Geschick und ein gutes Gespür für Menschen. Man muss feinmotorisch arbeiten können, aber auch viel Einfühlungsvermögen zeigen.

Wie ist es, mit dem eigenen Vater zusammenzuarbeiten?

DEINLEIN: Unser Verhältnis ist sehr gut –privat wie beruflich. Er gibt viel Wissen an mich weiter und unterstützt mich in allen Bereichen. Gleichzeitig bringe ich neue Ideen ins Unternehmen ein, worüber wir uns regelmäßig austauschen.

Was fasziniert dich an deiner Ausbildung bzw. an der Arbeit mit Hörgeräten?

DEINLEIN: Ich fand es beeindruckend zu lernen, wie komplex das Ohr aufgebaut ist und wie exakt Hörgeräte darauf abgestimmt sind, damit der Klang natürlich wirkt. Das ist Präzisionsarbeit. Letztendlich ist es faszinierend, wie viel Technik in diesen winzigen Geräten steckt.

Gibt es technische Entwicklungen, die du besonders spannend findest?

DEINLEIN: Auf jeden Fall die Integration von künstlicher Intelligenz. Schon jetzt sind erste Hörgeräte auf dem Markt, die KI nutzen, um Sprache besser zu verstehen oder Umgebungsgeräusche automatisch anzupassen. Auch die Kombination mit Smartphones eröffnet viele neue Möglichkeiten.

Wie unterscheidet sich das Lernen in Lübeck vom Arbeiten bei Akustiks?

DEINLEIN: In Lübeck geht es hauptsächlich um Theorie – Anatomie, Akustik, Technik. Im Betrieb kann ich das Gelernte direkt praktisch umsetzen. Nach jeder Schulphase komme ich mit einer Menge neuem Wissen zurück, das ich gleich anwenden kann.

Wie bekommst du Arbeit, Schule und Familie unter einen Hut?

DEINLEIN: Wenn ich zur schulischen Ausbildung nach Lübeck fahre, nehme ich für gewöhnlich meine Verlobte, unseren

sieben Monate alten Sohn und unseren Hund mit. Das ist manchmal stressig, aber auch schön – denn die beste Ergänzung zu der spannenden „Lernzeit“ in der Schule ist die Zeit mit meiner Familie.

Dein Alltag scheint also – trotz der weit entfernten schulischen Ausbildung – sehr gut zu funktionieren?

DEINLEIN: Im Grunde schon. Außerdem profitiere ich ja auch davon, mich mit Mitschülerinnen und Mitschülern aus ganz Deutschland austauschen zu können – so wächst mein Netzwerk in der Hörgerätebranche stetig. Und natürlich freuen sich alle im Akustiks-Team, wenn ich jedes Mal mit einer ganz besonderen Leckerei aus dem hohen Norden zurückkomme: dem berühmten Lübecker Marzipan.

Was ist dein Ziel nach der Ausbildung?

DEINLEIN: Ich möchte Verantwortung übernehmen und das Unternehmen Akustiks langfristig mitgestalten. Und wer weiß – vielleicht eines Tages in die Fußstapfen meines Vaters treten.

MEHR INFOS: Akustiks Hörgeräte GmbH Badstraße 8, 95444 Bayreuth Am Weiherer Weg 10, 96142 Hollfeld E-Mail: info@akustiks.de www.akustiks.de

^ Michael und Simon Deinlein geben Einblick in eine Ausbildungssituation rund ums Hörgerät.

Wer Neues wagt, bleibt geistig beweglich: Ob Tanzen, Spazierengehen oder Gymnastik – Bewegung ist das beste Training für Kopf und Körper.

Fangen Sie an

Schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, das Risiko einer Demenz zu senken. Dr. Christian Mauerer erklärt, wie einfach Vorbeugung ist – und warum Sie jetzt beginnen sollten.

AUTOR GEBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken

Den wichtigsten Rat gibt Dr. Christian Mauerer gleich zu Beginn seines Vortrags. Fangen Sie an. Jetzt. Es sollte ein Rat sein, den er den Zuhörern seines Vortrags im Rahmen der Demenzwoche nicht stark genug ans Herz legen kann. Jetzt. Jetzt anfangen. Denn tun könne man tatsächlich auch selbst einiges, um einer Demenz vorzubeugen. Klar, eine Garantie gibt auch das gesündeste Leben nicht, doch Studien zeigen auch, dass fast die Hälfte der Demenzerkrankungen vermieden werden könnten, wenn man aktiv etwas dafür tut.

Alles im Blick: Erst zum Hausarzt

Ob jemand an Demenz erkrankt, hängt von vielen Faktoren ab. Wie alt man wird (klar, wer jung stirbt, bekommt im Alter keine Demenz mehr), aber auch von genetischen und gesundheitlichen Faktoren. Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse spielen auch eine Rolle. Der erste Ansprechpartner, so Mauerer, sei erst einmal der Hausarzt. Er oder sie soll abchecken, ob körperlich alles passt und gegebenenfalls beeinflussbaren Risiken gegensteuern. Ist das Hörvermögen noch in Ordnung? Oder braucht man vielleicht ein Hörgerät? Hat die Brille die richtige Stärke? Sind Blutdruck und Diabetes richtig eingestellt? Passt der Vitamin- und Hormonspiegel? Dies alles checken und wenn nötig behandeln zu lassen, trage laut Mauerer schon sehr dazu bei, Demenz zu vermeiden.

Gesund leben schützt das Gehirn

An vielen Stellschrauben kann jede und jeder Einzelne dann selbst drehen. Man soll in Bewegung und aktiv bleiben, besser nicht rauchen, auf Alkohol verzichten, auf sein Gewicht achten, sich ausgewogen ernähren, sich ausreichend Schlaf holen. Eine Ursache von Demenz sind Durchblutungsstörungen des Gehirns. Es gilt daher also, Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen oder Cholesterin zu behandeln. Auch Verletzungen am Kopf erhöhen das Demenzrisiko. Einfachstes Gegenmittel: Tragen Sie beim Radfahren oder Skaten einen Helm.

Kontakte halten das Gedächtnis wach

Mauerer verweist auch auf die Bedeutung von sozialen Kontakten. Gerade in höherem Lebens-

alter sei es auch wichtig, mit Gleichaltrigen Kontakt zu halten – weil man die gleiche Sprache spreche. Aktiv und neugierig bleiben –auch das helfe einer Demenz vorzubeugen. „Lernen Sie gerne einmal etwas Neues, gehen Sie tanzen“, die vielbeschworenen Kreuzworträtsel helfen indes wenig. „Irgendwann weiß man einfach, dass der Fluss mit drei Buchstaben der Nil ist.“

Jetzt beginnen – für morgen

Demenz ist nicht heilbar. Aber mit der richtigen Vorsorge kann man viel dafür tun, die Krankheit gar nicht erst entstehen zu lassen oder zumindest hinauszuzögern. Also fangen Sie damit an. Jetzt.

Am Bezirkskrankenhaus Bayreuth gibt es enge Kooperationen mit Selbsthilfegruppen. Kontakte zum Thema Demenz finden Sie hier: gebo-med.de/unternehmen/kooperationen

ˆ Dr. med. Christian Mauerer ist Leiter der Gerontopsychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Sein Rat: Sofort loslegen mit dem gesunden Leben.

„ Lernen Sie gerne einmal etwas Neues, gehen Sie tanzen.“

DR. MED. CHRISTIAN MAUERER, LEITER DER GERONTOPSYCHIATRIE AM BEZIRKSKRANKENHAUS BAYREUTH

 KURZ GESAGT: Wer aktiv lebt, bleibt länger klar im Kopf: Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Kontakte und regelmäßige Gesundheitschecks senken das Risiko einer Demenz erheblich. Der beste Zeitpunkt, damit zu beginnen? Jetzt.

MEHR INFOS:

GeBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken Bezirkskrankenhaus Bayreuth, Gerontopsychiatrie Nordring 2, 95445 Bayreuth, Telefon: 0921 283-0 www.gebo-med.de

Fit durch den Winter

AUTOR Gesundheitsregion Bayreuth

Bewegter Advent in Stadt und Landkreis Bayreuth

^ Winterfreude statt Winterblues: Der Bewegte Advent lädt ein, aktiv zu bleiben und gemeinsam Bewegung zu genießen.

Hier gibt's dasProgrammvollständige

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken – und viele Menschen sehnen sich nach Wärme, Ruhe und Gemütlichkeit. Doch gerade jetzt, wenn der Winterblues anklopft und die Couch besonders verlockend erscheint, ist Bewegung der beste Stimmungsaufheller.

Raus aus dem Winterschlaf –rein in die Bewegung

In der dunklen Jahreszeit produziert unser Körper mehr Melatonin – das macht müde und schlägt aufs Gemüt. Gleichzeitig sinkt der Serotoninspiegel, unser „Glückshormon“. Die Folge: Antriebslosigkeit, schlechte Laune und der Griff zu süßen Snacks, die zwar kurzfristig trösten, aber langfristig auf die Hüften gehen. Doch es gibt eine einfache, wirksame und sogar kostenlose Lösung: Bewegung! Sie bringt den Kreislauf in Schwung, hebt die Stimmung, stärkt das Immunsystem und macht gute Laune.

Bewegung stärkt das Immunsystem

Regelmäßige körperliche Aktivität aktiviert die Abwehrkräfte und hilft dem Körper, Krankheitserreger besser zu bekämpfen. Durch Bewegung werden Immunzellen mobilisiert, die sich schneller im Körper verteilen und Viren oder Bakterien effektiver erkennen. Gleichzeitig wird die Durchblutung verbessert, was die Versorgung der Organe und Schleimhäute unterstützt – ein wichtiger Schutzmechanismus in der Erkältungszeit. Schon moderate Bewegung wie tägliches Spazierengehen kann die Immunfunktion deutlich verbessern.

Bewegung für mehr Lebensfreude

In der Adventszeit laden die VHS Bayreuth und die Gesundheitsregion Bayreuth alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, bei vielfältigen Bewegungsangeboten mitzumachen. Ob Spaziergänge im Winterwald, energiegeladene Tanzworkouts, gemeinsames Joggen oder sanfte Mobilisationsübungen – es ist für Jede und Jeden etwas dabei.

Gemeinsam aktiv – für Körper, Geist und Gemeinschaft

„Bewegung ist gerade im Winter ein echter Stimmungsbooster“, sagt Katrin Kürzdörfer, Geschäftsstellenleitung der Gesundheitsregionplus Bayreuth. „Unser Adventskalender soll motivieren, sich selbst etwas Gutes zu tun – und dabei vielleicht neue Menschen kennenzulernen“, betont Eva Rundholz. Alle Angebote sind kostenlos, unverbindlich und ohne Anmeldung nutzbar. Also: Raus aus dem Haus, rein ins Vergnügen – und mit jedem Schritt dem Winterblues und den Winterviren davonlaufen.

 KURZ GESAGT: Der „Bewegte Advent“ bringt Bayreuth in Schwung. Mitmachaktionen für mehr Fitness, gute Laune und ein starkes Immunsystem in der Winterzeit laden ein sich aktiv zu betätigen.

MEHR INFOS: www.region-bayreuth.de

© Shutterstock / Ground Picture

Unsere körpereigene Abwehr ist stark – doch manchmal kämpft sie auf der falschen Seite. Gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht, können Autoimmunerkrankungen entstehen.

Zwischen Abwehr und Angriff

Es ist unser wichtigster Verbündeter – und manchmal auch unser größter Gegner: das Immunsystem. Wenn die körpereigene Abwehr sich gegen uns selbst richtet, kann das schwerwiegende Folgen haben. Wir erklären, wie Autoimmunerkrankungen entstehen, wie man sie behandeln kann und was hilft, das Immunsystem zu stärken, bevor es aus der Balance gerät.

Schwerpunkt

Wenn der Körper auf Abwehr schaltet

Es kann auch zu sauber sein: Warum sich Allergene und Immunsystem anfreunden müssen und welche Rolle Genetik und Kindheit dabei spielen.

Bestimmte Lebensmittel werden plötzlich zur Gefahr. Beim Besuch im Restaurant gilt der erste Blick den Zusatzstoffen. Die Vorfreude auf den Frühling ist getrübt, weil dann vermehrt Gräser blühen und Pollen fliegen. Das Summen einer Wespe genügt, um Panik auszulösen. Wer an einer Allergie leidet, hat gelernt sich umzustellen und zu verzichten. Doch häufig gibt es eine Chance auf Linderung, weiß Dr. Saleh Al Hamoud, Chefarzt am Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg.

^ Ein Stich, der zur Gefahr

wird: Bei Insektengiftallergien kann schon eine geringe Dosis heftige Reaktionen auslösen.

Was passiert im menschlichen Körper bei einer allergischen Reaktion?

DR. AL HAMOUD: Bei einer Allergie reagiert das menschliche Immunsystem überschießend auf eigentlich harmlose Substanzen, so genannte Allergene. Das können Nahrungsmittel, aber auch Pollen oder Insektengifte sein. Es kommt

zu einer Sensibilisierung bei der das Immunsystem Antikörper gegen das Allergen bildet. Kommt es in der Folge zu einem erneuten Kontakt, werden Botenstoffe, wie etwa Histamine freigesetzt. Sie verursachen dann die typischen allergischen Reaktionen, wie etwa Juckreiz, Niesen oder auch Atemnot. Dabei reicht die Bandbreite von den genannten leichten Symptomen, bis hin zu extremer Atemnot oder einem lebensbedrohlichen, sogenannten anaphylaktischen, Schockzustand.

Welche Rolle spielt die Genetik im Zusammenhang mit Allergien?

DR. AL HAMOUD: Die genetische Veranlagung eines Menschen spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von allergischen Erkrankungen. Sind beispielsweise beide Elternteile allergisch, dann steigt das Risiko der Kinder ebenfalls überempfindliche Reaktionen zu entwickeln. Deren Auftreten hängt dabei nicht mit einem einzelnen „Allergie-Gen“ zusammen, sondern vom Zusammenspiel vieler Gene ab. Es existieren rund 150 Genvarianten, deren unterschiedliche Kombination die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine oder mehrere allergische Erkrankungen zu entwickeln. Umgekehrt muss eine genetische Veranlagung jedoch nicht zwangsläufig zur Allergie führen. Weitere Faktoren, wie etwa Umwelteinflüsse, Ernährung oder Lebensstil können die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Allergie entscheidend beeinflussen.

Nicht selten leiden Betroffene unter Kreuzallergien. Was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?

DR. AL HAMOUD: Bei einer Kreuzallergie ist das betroffene Immunsystem nicht in der Lage zwischen einem bestimmten Allergen, zum Beispiel

^ Im Bezirksklinikum Obermain begleitet Dr. Saleh Al Hamoud Betroffene bei der Hyposensibilisierung – einer Therapie, die das Immunsystem langsam an Allergene gewöhnt und das Leben spürbar erleichtert.

Pollen, und ähnlichen Stoffen zu unterscheiden. Allergiker, die auf Birkenpollen reagieren, entwickeln meist auch Reaktionen gegen Äpfel oder Haselnüsse. Der Grund: Der Abwehrmechanismus des menschlichen Körpers reagiert auf bestimmte Eiweiße, die in ähnlicher Form in unterschiedlichen Lebensmitteln vorkommen. Ein weiteres Beispiel für eine Kreuzallergie ist die Reaktion auf Erdnüsse, Soja oder Hülsenfrüchte bei gleichzeitiger Gräserpollen-Allergie.

Hilfe verspricht die sogenannte Hyposensibilisierung. Welche Idee steckt dahinter?

DR. AL HAMOUD: Im Laufe eine Hyposensibilisierung, einer speziellen Immuntherapie, wird das betroffene Immunsystem langsam an bestimmte Allergene herangeführt. Bei einer vorliegenden Allergie gegen Wespengift werden die Patientinnen oder Patienten langsam an das Gift gewöhnt. Die Gabe in niedrigen Dosen erfolgt am Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg mittels Spritzentherapie. Die sogenannte Einleitungsphase findet unter ärztlicher Aufsicht statt, da schwere allergische Reaktionen auftreten können. Im zweiten Schritt, der Erhaltungsphase, erfolgt die Dosierung in monatlichen Abständen über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. Das Verabreichen der Spritzen kann in der hausärztlichen Praxis erfolgen. Die Erfolgsquote liegt bei über 95 Prozent, wenn wir von Wespengift sprechen. Wichtig ist, dass die Hyposensibilisierung die Symptome nur abschwächt und keinesfalls die Allergie heilt. Daher sollten Betroffene weiterhin immer ein Notfallset mit den nötigen Medikamenten mit sich führen.

 KURZ GESAGT: Allergien sind Fehlreaktionen des Immunsystems. Durch gezielte Hyposensibilisierung lässt sich die Empfindlichkeit langfristig senken – mit Erfolgsquoten von bis zu 95 Prozent.

Was ist dran an der Meinung, dass Kinder, die auf dem Land aufwachsen, weniger Allergien entwickeln als Kinder, die in der Stadt leben?

DR. AL HAMOUD: Diese Meinung ist weit verbreitet. Und ich kann sagen: Das stimmt. Kinder, die viel draußen in der Natur sind, haben ein stärkeres Immunsystem als Kinder, die viel Zeit drinnen verbringen. Ihr Immunsystem hat über Jahre Zeit, sich an bestimmte potenzielle Allergene zu gewöhnen. Man könnte sagen: Das Immunsystem freundet sich mit den Stoffen an. Davon profitieren die Menschen dann später im Erwachsenenalter. Häufig ist das Umfeld, in dem wir aufwachsen, im Hinblick auf Allergene, zu sauber, zu rein. Das Immunsystem hat somit weniger Möglichkeiten sich zu entwickeln und wird dadurch später anfälliger für Angriffe durch gefährliche Stoffe, die häufig überhaupt nicht schädlich sein müssten.

„ Kinder, die viel draußen sind, haben ein stärkeres Immunsystem.“
DR. MED. SALEH AL HAMOUD, CHEFARZT, BEZIRKSKLINIKUM OBERMAIN

MEHR INFOS: www.gebo-med.de

Schwerpunkt Immunsystem und Autoimmunerkrankungen

Ist Corona vorbei?

Wie wir gelernt haben, mit dem Virus zu leben

Die Antwort gleich vorweg: Nein — Corona ist nicht „vorbei“, aber die Lage ist deutlich entspannter als während der Pandemie-Spitzenjahre. Für Bayreuth heißt das: es gibt weiterhin Infektionen und saisonale Wellen, schwere Verläufe sind aber seltener.

^ PD Dr. med. habil.

Thomas Bollinger ist Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (ILMH).

„Die Langzeit-Zahlen zeigen, dass seit Beginn der Pandemie viele Menschen in Stadt und Landkreis Bayreuth bereits eine SARS-CoV2-Infektion durchgemacht haben“, sagt Privatdozent Dr. Thomas Bollinger, Leiter des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Klinikum Bayreuth GmbH. Die kumulierten Fallzahlen liegen im fünfstelligen Bereich. In den vergangenen Wochen wurden regional wieder mehr Fälle registriert und das Klinikum Bayreuth berichtete von einem Anstieg, der sich auch in der Virenbelastung des Abwassers widerspiegelt – ein Hinweis auf eine zunehmende lokale Zirkulation. Gleichzeitig blieben schwere Erkrankungen und daraus folgende Krankenhausaufenthalte unter dem Niveau früherer Wellen.

Das Virus verändert sich – wir passen uns an

SARS-CoV-2 hat sich seit 2019 laufend verändert. Einige zentrale Stationen:

• ALPHA, BETA, GAMMA (2020–2021): frühe Variants of Concern mit teils höherer Übertragbarkeit.

• DELTA (2021): deutlich ansteckender und mit höherer Krankenhaus-Belastung verbunden.

• OMICRON (ENDE 2021, 2022 UND FOLGEJAHRE): deutlich ansteckender, aber insgesamt oft milder in der Krankheitslast; zahlreiche Subvarianten und Rekombinanten folgten.

Seit 2023 bis heute beobachten Forschende viele Sublineages und gelegentliche rekombinante Linien. Das heißt: „Das Virus adaptiert weiter, aber die Kombination aus Immunität durch Impfung oder Infektion und verbesserten Therapien hat die Gefährdung pro Fall verringert“, sagt Bollinger.

Bedeutet das Ende der Pandemie, dass wir nichts mehr tun müssen? Nein. Auch wenn die Weltgesundheits-Organisation (WHO) im Mai 2023 erklärte, COVID-19 sei keine internationale gesundheitliche Notlage mehr, heißt das nicht, dass das Virus verschwunden ist. Es ist fortan ein sogenanntes established, ongoing health issue mit saisonalen und regionalen Schwankungen. Bollinger: „Wir bewegen uns vom Notfall-Modus in einen längerfristigen Management-Modus. Maßnahmen sind heute zielgerichteter: Impfangebote für Risikogruppen, Tests und Isolation bei Symptomen, sowie Schutzmaßnahmen in besonders verletzlichen Settings wie Pflegeheimen und Krankenhäusern bleiben wichtig. Ein Problem für die Umsetzung der Impfempfehlung bleibt der Fakt, dass es die COVID-19 mRNA-Impfstoffe in Deutschland noch immer nicht als Einzeldosis gibt. Dies führt zu einem hohem logistischen Aufwand für die impfenden Hausärzte, es müssen sechs Patienten fast gleichzeitig geimpft werden, und reduziert meiner Einschätzung nach substantiell die Impfquote.“

Corona bleibt – aber anders

Experten wie der Bayreuther Institutsdirektor rechnen damit, dass SARS-CoV-2 künftig ähnlich wie andere Atemwegsviren, etwa . saisonale Coronaviren oder die Grippe, regelmäßig auftauchen wird — mit jahreszeitlich bedingten Ausschlägen, lokalen Ausbrüchen und neuen Subvarianten. „Mutationen werden weiterkommen, aber nicht jede neue Variante bedeutet automatisch mehr Schwere“, sagt Bollinger. Entscheidend sind Übertragbarkeit, Immunevasion

und Virulenz der neuen Linien. Die Beobachtung durch Labore, Sequenzierung und Gesundheitsbehörden bleibt daher wichtig. Angepasste Impfstoffe für aktuelle Varianten und gezielte Auffrischungen für Ältere, Vorerkrankte und Gesundheitspersonal dürften zentral bleiben. Nationale Stellen (RKI, Landesämter) geben dazu Empfehlungen je nach Lage heraus. Von Zeit zu Zeit tauchen neue Subvarianten oder Rekombinanten auf. Lokale Berichte sprechen aktuell von verstärkter Zirkulation bestimmter Linien. „Solche Meldungen sind ein Grund zur Aufmerksamkeit — sie sind aber nicht automatisch ein Alarmsignal für deutlich mehr schwere Erkrankungen“, sagt Bollinger, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Entscheidend sind die Bewertungen durch Fachbehörden und die Krankenhauslage vor Ort. Aktualisierte Impfstoffe sind wichtig, da die derzeit zirkulierenden Virusvarianten bereits hunderte Mutationen, Veränderungen in der Erbsubstanz, im Vergleich zum 2019 identifiziertem Virus durchlaufen haben und sich somit auch für das körpereigene Abwehrsystem verändert haben. Neue Impfstoffvarianten trainieren Idas Immunsystem auf das aktuelle Virus als Gegner und schützen besser.

Fazit: Ist Corona „vorbei“?

^ Einfach, aber wirksam: Gute Raumlüftung senkt das Infektionsrisiko – nicht nur für Corona.

TIPPS FÜR SIE

• Lassen Sie sich beraten und impfen, wenn Sie zur Risikogruppe gehören oder wenn Auffrischungen empfohlen werden (Abklärung über Hausarzt oder lokale Impfstellen).

• Bei Atemwegsbeschwerden: testen, zu Hause bleiben, vulnerable Kontakte meiden. Tests helfen, Infektionsketten früh zu erkennen.

• In Gemeinschafts- und Pflegeeinrichtungen sowie Kliniken gelten weiter besondere Schutzregeln. Dort treffen Beschäftigte und Besucher oft auf vulnerable Personengruppen.

• Achten Sie auf gute Innenraum-Lüftung –das reduziert das Risiko nicht nur für Corona, sondern für viele Atemwegsinfektionen.

• Bewegen Sie sich, schlafen Sie regelmäßig und ausreichend, duschen Sie wechselwarm (kalt zum Schluss). All dies sind Maßnahmen, die Ihr Immunsystem stärken und Ihnen helfen, besser durch die Atemwegsinfekt-Saison zu kommen

Nicht im Sinn von: vollständig verschwunden. Aber die akute, weltweite Notlage ist vorbei und wir leben inzwischen mit dem Virus in einem längerfristigen, beherrschbaren Zustand. Für Bayreuth bedeutet das: Vereinzelte Anstiege und saisonale Wellen sind möglich und passieren bereits. Doch durch Immunität, Impfungen und bessere Versorgung sind schwere Verläufe im Vergleich zu früher seltener. Wachsamkeit, gezielte Vorsorge (Impfungen, Lüften, Tests bei Symptomen) und vor allem der Schutz vulnerabler Menschen bleiben weiterhin sinnvoll.

 KURZ GESAGT: Corona ist nicht vorbei –aber unter Kontrolle. Dank Immunität, Impfungen und besserer Therapien verläuft die Krankheit heute meist milder. Wachsamkeit, Vorsorge und Rücksicht bleiben dennoch wichtig, um vulnerable Gruppen zu schützen.

MEHR INFOS:

Klinikum Bayreuth GmbH

Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (ILMH)

Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth

E-Mail: ilm.sekretariat@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/frauenklinik

Schwerpunkt Immunsystem und Autoimmunerkrankungen

Long COVID –eine bunte Mischung

am

Unterschiedliche Ursachen, verschiedene Verläufe:

Eine individuelle, fachübergreifende Versorgung ist entscheidend für die Genesung von Long-COVID.

Seit nunmehr sechs Jahren ist die Infektion mit dem SARS-Coronavirus Typ 2 Bestandteil unseres weltweiten Erregerreservoirs und als Multiorgankrankheit mit einem breiten Spektrum an Manifestationen endemisch. Ähnlich wie bei anderen Infektionserkrankungen können auch hier nach der akuten Phase noch anhaltende Beschwerden auftreten. Die gängige Nomenklatur unterscheidet hier zwischen „Long COVID“ (vier Wochen) und „Post COVID“ (bei einer Persistenz von mehr als zwölf Wochen). Eine weitere Möglichkeit der Definition unterscheidet, ob die Symptome nach einer Infektion persistieren, oder nach einem symptomfreien Intervall neu auftreten. Die Prävalenz beträgt derzeit fünf bis zehn Prozent der an Covid-19 erkrankten Personen.

^ Beate Zunner ist Fachärztin für Allgemein-, Sportund Ernährungsmedizin in der Praxis am Main.

Was ist Long/Post COVID?

Nach bisherigem Erkenntnisstand handelt es sich nicht um ein einheitliches Krankheitsbild. Da der Virus nahezu alle Körperzellen befallen kann, zeigt sich im langfristigen Verlauf ein buntes Bild an Symptomen. Ebenso konnten verschiedenste pathophysiologische Ursachen gefunden werden.

Was Long/Post COVID im Körper auslöst

VIRUSRESTE UND SCHLAFENDE ERREGER:

Bei einigen Betroffenen bleiben Reste des Virus länger im Körper aktiv – Mediziner sprechen von Viruspersistenz. In anderen Fällen werden „schlummernde“ Viren wie Epstein-Barr oder Gürtelrose wieder geweckt.

WENN DAS IMMUNSYSTEM ÜBERREAGIERT:

Das Immunsystem kann aus dem Gleichgewicht geraten. Es reagiert zu stark oder in die falsche Richtung – eine sogenannte Immundysregulation. Dadurch kann es passieren, dass der Körper eigene Zellen angreift oder dauerhaft Entzündungen auslöst. Und es kann zu Histamin-ähnlichen Beschwerden führen, etwa Hautrötungen, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen.

VERÄNDERTE GEFÄSSE UND GESTÖRTER STOFFWECHSEL: Manchmal sind auch die Blutgefäße betroffen. Ihre Innenwände reagieren empfindlicher, was Herzstolpern, Sehstörungen oder Nervenschmerzen verursachen kann (sog. Endotheliale Dysfunktion). Wenn die Bauchspeicheldrüse befallen ist, kann der Zuckerstoffwechsel durcheinander geraten.

ENERGIEHAUSHALT UND MAGEN-DARMMIKROBIOM AUS DEM GLEICHGEWICHT: Bei manchen Betroffenen arbeiten die „Kraftwerke der Zellen“ nicht mehr optimal (Mitochondriale Dysfunktion) – das erklärt Erschöpfung und Muskelschwäche. Auch Veränderungen der Darmflora können Beschwerden verstärken.

GERINNUNG AUSSER KONTROLLE: In den ersten Wochen nach einer Infektion kann das Gerinnungssystem überaktiv sein – das erhöht das Risiko für Thrombosen, Embolien oder Schlaganfälle, vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen.

Wie wird Long/Post COVID behandelt?

Eine kausale Therapie existiert bis dato nicht. Die gute Nachricht jedoch ist, dass in den bis-

Symptome erkennen

Long COVID kann sich auf verschiedenste Arten und Weisen äußern:

Sehr häufig Häufig

Fatigue

Dyspnoe

Leistungsknick

Kopfschmerzen

Muskel- oder Gelenkschmerzen

Geschmacks- oder Riechstörungen

Husten

Schlafstörung

Depressive Verstimmung

Verschlechterung

psychischer Erkrankungen

Allg. Schmerzen

Kognitive Einschränkungen

Stress-Syndrome

herigen Datenanalysen bei 96 Prozent der Betroffenen nach zwei Jahren die Beschwerden komplett rückläufig waren. Hierbei benötigten die Symptome „Fatigue“ und „neurokognitive Beeinträchtigung“ am längsten zur Rückbildung.

Auf Grund der großen Vielfalt an Symptomen muss eine interdisziplinäre Versorgung angestrebt werden, die sich individuell an den jeweilig vorherrschenden Symptomen orientiert. Haus- und Fachärzte, sowie nicht-ärztliche Gesundheitsberufe und Hochschulambulanzen arbeiten hier eng zusammen, um den Betroffenen abhängig von der jeweiligen Symptomatik die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Da die Symptome in der Regel den Alltag und die Leistungsfähigkeit stark einschränken, ist das Ziel in der Behandlung nicht nur das Abwehren von möglichen Komplikationen, sondern das Wiederherstellen der Leistungsfähigkeit. Leider ist dies bisher nicht in allen Fällen möglich. So leiden etwa vier Prozent der Betroffenen unter anhaltender Symptomatik. Hier sollte ein entsprechender Umgang mit der Erkrankung vermittelt und entsprechende Versorgung und Unterstützung organisiert werden.

Selten

Neuropathien

Schwindel

Übelkeit

Diarrhoe

Tinnitus

Palpitationen

Tachykardie

Orthostatische

Dysregulation

Long COVID kann lähmen – körperlich wie seelisch. Besonders die anhaltende Fatigue schränkt

Betroffene im Alltag stark ein.

 KURZ GESAGT: Long COVID zeigt sich sehr unterschiedlich – von Erschöpfung bis Herzrasen. Eine einheitliche Therapie gibt es nicht, doch die meisten Beschwerden bilden sich mit der Zeit zurück. Wichtig ist eine individuelle, interdisziplinäre Behandlung.

Ein Leitfaden zur Basisdiagnostik bildet die „S1-Leitlinie Long/Post COVID“ der deutschen Fachgesellschaften. Aktuelle Informationen zum Stand der Therapie und Forschung werden regelmäßig auf der Website des Robert-Koch-Institutes aktualisiert (www.rki.de).

MEHR INFOS:

Praxis am Main, Beate Zunner Am Main 3, 95444 Bayreuth

Telefon (0921) 507366-0

E-Mail: info@praxis-am-main.de www.praxis-am-main.de

Gerade bei autoimmuner Gastritis gilt es, das Feuer am besten im Keim zu ersticken. Eine frühzeitige Diagnose kann entscheidend sein, wie gut man mit der Erkrankung leben kann.

Schwerpunkt

Immunsystem und Autoimmunerkrankungen

Wie ein Brand im eigenen Körper

Autoimmune Gastritis: Wie kann man der Erkrankung begegnen?

Es ist wie ein unsichtbaren Brand, den die eigene „Feuerwehr“ mit ausgelöst hat. Autoimmune Gastritis ist eine Sonderform einer chronischen Gastritis, die zu lebensbedrohlichen Folgen führen kann. Die Ursache ist der eigene Körper. Prof. Dr. Alexander Link, Direktor der Klinik für Gastroenterologie an der Klinikum Bayreuth GmbH, kennt die Erkrankung genau. Er sagt: Man kann trotzdem sehr gut damit leben. Wenn man sich an ein paar Spielregeln hält.

 KURZ GESAGT: Bei der autoimmunen Gastritis bekämpft das körpereigene Immunsystem Zellen des Magens, die dann ihre Funktion nicht mehr ausüben können. Bleibt die Krankheit unerkannt, kann sie Tumoren begünstigen. Mit früher Diagnose, Behandlung und gesundem Lebensstil lässt sich gut damit leben. Univ.-Prov. Alexander Link, Direktor der Klinik für Gastroenterologie klärt, wie.

Was genau ist Gastritis?

Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut und gehört zu den häufigsten Entzündungen beim Menschen. Oft verläuft sie ohne Symptome, kann aber ein potenzielles Risiko für die Entwicklung von Tumorerkrankungen darstellen. Die häufigste Form wird durch Helicobacter pylori-Bakterien verursacht. Eine andere Form entsteht durch die Einnahme bestimmter Medikamente – vor allem Schmerzmittel –, die bei falscher Anwendung eine Gastritis und in der Folge auch Magengeschwüre auslösen können. Daneben gibt es spezielle Formen von Gastritis mit chronischen, entzündlichen Darmkrankheiten. „Und es gibt die autoimmune Gastritis“, sagt Prof. Dr. Link. In diesen Fällen bekämpft das körpereigene Immunsystem des Patienten Zellen des Magens, die dann ihre eigene Funktion nicht mehr ausüben können und in der Folge die Funktion des Magens nicht mehr gegeben ist. Konkret wird die Säureproduktion ausgeschaltet. Zusätzlich verschwinden weitere Faktoren - etwa die, die für die Aufnahme des Vitamins B12 notwendig sind. „So entsteht eine chronische Kaskade.“

Was bedeutet es, wenn der Magen keine Säure produziert?

Fangen wir mal mit einem gesunden Patienten an: Aus dem Mund- und Rachenbereich wandern Bakterien in den Magen. Dort besteht ein stark geschütztes System, die auf der Magensäure basiert. Der pH-Wert im Magen liegt im Normalfall bei eins bis zwei. Bakterien und auch alles, was der Patient isst, werden verarbeitet und damit entstehen keine weiteren Probleme. „Wenn dieser Säureschutz des Magens allerdings ausfällt, können Bakterien ungehindert in den gesamten gastroenterologischen Bereich des Körpers vordingen und dort sehr wohl große

Probleme verursachen“, erklärt Prof. Dr. Link. Die Folgen können nicht nur den Magen, sondern auch den Dünn- und Dickdarm betreffen. Durch die chronische Entzündung und das veränderte Mikromilieu kommt es im Magen zu einer Akkumulation molekularer Veränderungen. Prof. Dr. Link erklärt: „Auf diesem Weg entsteht eine Risikokonstellation, die mit einer erhöhten Gefahr für die Entwicklung von Magentumoren verbunden ist und somit eine wichtige Kaskade in der Tumorentstehung darstellt.“

Wie wichtig ist die Diagnose?

Gerade für Patientinnen und Patienten mit einer autoimmunen Gastritis ist eine frühzeitige und präzise Diagnose von entscheidender Bedeutung. Nur so können Folgeschäden rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Durch regelmäßige endoskopische Kontrollen lassen sich Veränderungen der Magenschleimhaut frühzeitig erfassen, und minimal-invasive Eingriffe ermöglichen die Entfernung von Vorstufen bösartiger Gewebe, bevor ein Tumor entsteht.

Da bei der autoimmunen Gastritis die Produktion von Magensäure und des sogenannten „Intrinsic Factors“ eingeschränkt ist, kommt es häufig zu einer verminderten Aufnahme von Vitamin B12 und Eisen. Eine gezielte Substitution dieser Nährstoffe – meist in Form von Injektionen für Vitamin B12 und oralen oder intravenösen Präparaten für Eisen – ist daher essenziell, um Blutarmut und neurologischen Komplikationen vorzubeugen.

Wie verändert eine autoimmune Gastritis das Leben?

„Eine absolut relevante Frage.“ Autoimmune Gastritis ist keine seltene Erkrankung und verläuft häufig ohne erkennbare Symptome. Dennoch können verschiedene Faktoren die Schädigung der Magenzellen verstärken und damit das Risiko für Komplikationen erhöhen – ein Beispiel ist Alkohol. Dessen Abbauprodukte greifen die ohnehin empfindliche Magenschleimhaut zusätzlich an. Daher sollte möglichst darauf verzichtet werden. Prof. Dr. Link weiter: „Mit der Kenntnis, dass man an einer autoimmunen Gastritis leidet, ist es grundsätzlich ratsam, gesund zu leben und sich ausgewogen zu er-

ZUR PERSON:

Univ.-Prof. Dr. Alexander Link ist seit Oktober neuer Klinikdirektor der Klinik für Gastroenterologie an der Klinikum Bayreuth GmbH. Zuletzt war er am Universitätsklinikum Magdeburg tätig und bringt umfassende klinische und wissenschaftliche Expertise in die Region. Er leitete dort die Sektion für Molekulare Gastroenterologie und Mikrobiota-assoziierten Erkrankungen und war verantwortlich für das GI-Forschungslabor. Seine Ausbildung absolvierte er unter anderem an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie am Baylor University Medical Center in Dallas, USA. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Mikrobiomforschung, der endoskopischen Diagnostik und Therapie sowie der Entwicklung innovativer Lehrformate für Medizinstudierende.

nähren.“ Wichtig ist außerdem, die regelmäßige Einnahme notwendiger Medikamente sowie die Kontrolle des Vitamin- und Eisenhaushalts sicherzustellen, da Mangelzustände häufig auftreten. Ebenso entscheidend sind regelmäßige Magenspiegelungen: „Wenn Veränderungen frühzeitig erkannt werden, kann beispielsweise eine endoskopische Abtragung erfolgen. So lässt sich eine große Operation am Magen, mit dem Risiko eines fortgeschrittenen Tumors und einer schlechteren Prognose, vermeiden.“ Der Magen hat einen hohen Stellenwert für die Lebensqualität. Eine Magenentfernung bedeutet daher einen erheblichen Einschnitt und kann langfristig die Verdauung und das Wohlbefinden stark beeinträchtigen.

^ Univ.-Prof. Dr. Alexander Link ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie an der Klinikum Bayreuth GmbH.

MEHR INFOS: Klinikum Bayreuth GmbH

Klinik für Gastroenterologie

Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth

Tel: 0921 400-6402

E-Mail: gastroenterologie@klinikum-bayreuth.de www.klinikum-bayreuth.de/gastroenterologie

Schwerpunkt Immunsystem und Autoimmunerkrankungen

Wenn der Körper sich selbst bekämpft

AUTOR GEBO – Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken

Rheuma – über ein Leben mit dem Schmerz

Starke Schmerzen und geschwollene Gelenke. Zwei Inbegriffe für das Sinnbild einer rheumatischen Erkrankung. Dabei bezeichnet diese Definition eigentlich nur einen Überbegriff für unterschiedliche Erkrankungen der Bewegungsorgane. Sicher ist jedoch: Die Betroffenen leiden fast immer unter Schmerzen und häufig unter Bewegungseinschränkungen. Die Symptome treten dabei entweder in Schüben auf, oder zeigen sich permanent, in Form chronischer Beschwerden. Deutschlandweit leben rund 1,8 Millionen Erwachsene und 20.000 Kinder und Jugendliche mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Diese entsteht, weil das körpereigene Immunsystem plötzlich nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheidet und sich selbst attackiert. Was die Abwehrzellen zu dieser Reaktion bewegt, ist noch immer unklar. Teilweise liegt es an den Genen der Betroffenen. In einigen Fällen treten entzündlich rheumatische Symptome jedoch erstmals nach einer überstandenen Infektion auf. Das Immunsystem fährt dann nicht herunter, sondern bekämpft, im Anschluss an den erfolgreichen Einsatz gegen einen Eindringling, nun körpereigene Strukturen – häufig Gelenke, aber auch Organe, die Haut, oder die Wirbelsäule.

einer zu hohen Konzentration von Harnsäure im Körper bilden sich dabei Harnsäurekristalle in den Gelenken und führen so zu schmerzhaften Entzündungen.

Früherkennung erhöht Therapierfolg

^ Dr. Dirk Günthel leitet die Klinik für Internistische Rheumatologie am Bezirksklinikum Obermain

An der Klinik für internistische Rheumatologie des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg hat man sich auf die komplexe Diagnostik spezialisiert. Dabei werden Patientinnen und Patienten zunächst intensiv untersucht um eine möglichst exakte Diagnose zu stellen. Zur umfassenden Anamnese gehören unter anderem Röntgenaufnahmen des Skelettsystems und der Organe, Ultraschalluntersuchungen der Bauchorgane, der Schilddrüse, der Gelenke und des Herzens. Zusätzlich wird die Dauer der Beschwerden, ihr Auftreten und ihre Intensität genauestens dokumentiert. Die Therapie besteht dann im Wesentlichen aus zwei Bereichen: der medikamentösen und der physikalischen Therapie. Bei dieser sogenannten multimodalen Komplexbehandlung arbeiten verschiedene Klinikabteilungen zusammen und bündeln somit ihre Kompetenzen. Einige der in der Rheumatologie erfolgreich eingesetzten Maßnahmen sind: Physiotherapie, Elektrotherapie, Ergotherapie und Lymphdrainagen.

Ein sehr bekanntes Beispiel für eine rheumatische Erkrankung, hinter der keine Störung des Immunsystems steht, ist die Gicht. Als Folge

Rheuma gilt als nicht heilbar, je früher eine Erkrankung jedoch erkannt wird, desto größer

^ Wer Rheuma hat, hat Schmerzen. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf Linderung der Symptome.

Zahlen, bitte Deutschlandweit leben rund 1,8 Millionen Erwachsene und 20.000 Kinder und Jugendliche mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. sind die Chancen auf Linderung und auf die Eindämmung der Symptome. Bleiben die Beschwerden dagegen über einen Zeitraum von mehreren Jahren unbehandelt, können Betroffene als Begleiterscheinung ein sogenanntes Schmerzsyndrom entwickeln, gegen welches erprobte Rheumamedikamente nicht helfen. Zudem entsteht in der Zeit ein nicht mehr rückgängig zu machender Schaden an den betroffenen Körperregionen, wie Gelenken oder Organen.

Psychologische Hilfe ist essentiell wichtig

Betroffene leiden sprichwörtlich unter ihrer Erkrankung. Körperlich und seelisch. Und das häufig über Jahre ohne Aussicht auf Heilung. Die nicht enden wollenden Schmerzen, Schwäche, Antriebslosigkeit, aber auch soziale und emotionale Ausgrenzung und Isolation münden nicht selten in einer Depression. Dann ist eine professionelle psychologische Betreuung, wie sie am Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg angeboten wird, unabdingbar. Das Ziel ist, das Leben mit der Erkrankung wieder lebenswerter zu machen. Auch Rheumapatienten sollen die Möglichkeit haben, wieder am Alltag teilzunehmen und sich nicht ausgegrenzt fühlen.

Was bleibt ist die Frage nach dem warum? Sicher ist, dass genetische Vorbelastungen eine Erkrankung begünstigen und Rauchen die Wirksamkeit der Medikamente schwächt. Ein gesunder, gemäßigter Lebensstil, mit genügend Bewegung und ausgewogener Ernährung trägt ohnehin zu einer guten Konstitution bei. Ein Patentrezept zum Schutz vor einer Rheumaerkrankung gibt es leider nicht.

 KURZ GESAGT: Rheuma ist ein Sammelbegriff für viele schmerzhafte Erkrankungen der Bewegungsorgane. Je früher erkannt, desto besser behandelbar. Im Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg hilft ein spezialisiertes Team mit moderner Diagnostik, Therapie – und psychologischer Begleitung.

MEHR INFOS:

Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken Bezirksklinikum Obermain Klinik für Internistische Rheumatologie Kutzenberg, 96250 Ebensfeld www.gebo-med.de/akademie

Einmal Sofa und zurück

Über eine Frau, die sich durch die Diagnose „Multiple Sklerose“ nicht unterkriegen lässt.

Antonia Lanuschni war immer ein Energiebündel, Herausforderungen stemmte sie „mit links“, organisierte Arbeit und Familie, Haushalt und Ehrenamt, übernahm Aufgaben „weil die ja gemacht werden müssen“ und kümmerte sich um Probleme anderer. Ihre eigenen „Wehwehchen“ waren Nebensächlichkeiten. Bis sie eines Tages auf ihrem Sofa lag und im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr aufstehen konnte: sie war völlig ausgepowert, selbst kleine alltägliche Bewegungen waren eine nicht zu bewältigende Herausforderung. Die Diagnose: Multiple Sklerose, Fibromyalgie und Burnout.

Zwischen Sandkasten und Baustelle

Antonia wuchs im Baubetrieb ihrer Eltern auf. Gegründet durch ihren Opa, wurde die Firma später von ihrem Vater und ihrem Onkel übernommen. „Wir lebten direkt auf dem Firmengelände. Als Kind wuchs ich da richtig mit rein. Es war wie ein riesiger Spielplatz. Große Betonrohre eigneten sich wunderbar zum Verstecken spielen, das Sandlager war wie ein überdimensionaler Sandkasten.“ Als Jugendliche betreute sie Jugendfreizeiten und Pfadfindergruppen. Daraus reifte schon damals der Berufswunsch, Sozialpädagogik zu studieren.

Doch nach 13 Jahren Schule, das Abi in der Tasche, hatte sie das Lernen satt. Sie hatte keine Lust mehr auf Schule, keine Lust auf Studium.

 KURZ GESAGT: Antonia Lanuschni lebte lange über ihre Grenzen – bis zur MS-Diagnose. Reha, Achtsamkeit und neue Routinen helfen ihr heute, gut mit der Erkrankung zu leben und andere zu unterstützen.

Sie wollte arbeiten. „Mein Plan war: mein soziales Engagement in der Freizeit auszuleben und im Baugewerbe zu arbeiten und Geld zu verdienen.“ Schließlich hat sie sich in einem Architekturbüro beworben und eine Ausbildungsstelle als Bauzeichnerin bekommen. „Ich bin darin aufgegangen“, schildert sie. Später wechselt sie die Stelle, wird dort stellvertretende Bauleiterin und übernimmt die komplette Büro-Orga. „Das war genau mein Ding“, erinnert sich Antonia. „Das Zeichnen hat mir Spaß gemacht und zudem dann als Frau auf der Baustelle den Männern sagen zu können, was sie tun sollen …“ (Sie lacht). Im Berufsausbildungszentrum von SOS Kinderdorf e.V. konnte sie als Ausbilderin ihre beiden Leidenschaften – das Bauzeichnen und ihre Erfahrungen aus der Jugendarbeit –miteinander verknüpfen. In dieser Funktion war sie bis zu ihrer Schwangerschaft tätig. Während der Erziehung der Kinder wuppt sie gleichzeitig Bürojobs, Jugendarbeit, Hausarbeit, …

„Und dann konnte ich mich nicht mehr bewegen“

Mit 45 Jahren kam der Wunsch nach einem Pädagogik-Studium erneut auf. Und sie zieht durch. Im Jahr 2020 erkrankte ihr Vater schwer an Krebs. Antonia hatte gerade die Zusage für eine Elternzeitvertretung bekommen − ihre erste Stelle als Pädagogin nach ihrem Studium. Eine Woche nach der Beerdigung war zudem noch der erste Lockdown. Als stellvertretende Leiterin eines Freiwilligenzentrums führte sie durch die Krise, unterstützte ihre Mutter, arbeitete, kümmerte sich um Haushalt und Familie und beendete parallel ihre Bachelorarbeit. Irgendwann hatte sie immer weniger Energie und ging schließlich zu ihrer Ärztin. Diese schrieb sie zwei Wochen krank.

STARK MIT MS

Antonia Lanuschni hat ihren Traum erreicht und ist inzwischen Gründerin und Seminarleiterin der Agentur perspekTEAM. Sie entwickelt maßgeschneiderte Workshop-Konzepte, die Menschen stärken, motivieren und nachhaltig begleiten. Regelmäßig gibt sie mit ihrer Geschichte „Einmal Sofa und zurück“ auch Patientinnen und Patienten im MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel neue Anregungen.

„Ich bin nach Hause gefahren, hab mich auf die Couch gelegt. Ja, und dann konnte ich mich nicht mehr bewegen. Es ging gar nichts mehr“, berichtet sie. „Ich lag da, habe gesehen, dass die Sonne draußen scheint und habe es nicht geschafft, fünf Schritte zur Terrassentür zu gehen. Dieses Burnout begleitete mich eineinhalb Jahre.“ Die Hausärztin schickte sie schließlich zum Neurologen. „Dort wurde dann festgestellt, dass ich MS (Multiple Sklerose) habe, und das wohl schon seit längerem“, sagt Antonia. „Ich hatte die Symptome immer ignoriert.“

Meine Krankheit namens Daisy

Antonia stand zunächst unter Schock. „Denn was weiß man über MS? Es ist unheilbar, irgendwann landet man im Rollstuhl und es gibt Menschen, die daran sterben“, erzählt sie. „Als ich es so

langsam realisiert habe, war kurioserweise mein erster Gedanke: Hey, jetzt musst du nie mehr auf einen Berg steigen“, lacht sie. „Ich hasse es nämlich, auf Berge zu steigen.“ Auf die Frage, wie sie jetzt mit der MS umgeht, erwidert sie: „Mir hat es geholfen, die Krankheit zu personalisieren. Ich nenne meine MS Daisy, wie die Ente aus Entenhausen. Genau wie Daisy ist auch meine MS meist nett und freundlich. Aber wenn ihr etwas nicht passt, weil ich zum Beispiel zu viel arbeite, wird sie wütend. In schlechten Phasen habe ich Schwierigkeiten beim Gehen, dann stelle ich mir vor, dass sie an meinem Bein zerrt, so dass ich es wirklich hinter mir herziehen muss. An diesen Tagen kann ich fast gar nichts machen. An guten Tagen beeinträchtigt mich die MS jedoch kaum.“

Abschließend sagt sie: „Die Krankheit hat das Tempo aus meinem Leben herausgenommen. Ich habe gelernt, achtsam mit meinem Körper umzugehen, und mir meinen positiven Blick aufs Leben bewahrt. Und genau diese Erfahrungen fließen in meine Workshops ein: sie eröffnen neue Perspektiven und inspirieren Menschen zu einem bewussteren Umgang mit sich selbst.“

^ Nach einem völligen Erschöpfungszustand erhält Antonia Lanuschni die Diagnose MS.

> MEHR INFOS: www.reha-zentrum-roter-huegel.de

^ Im MEDICLIN Podcast erfahren

Sie von den Vorteilen, die eine ambulante, stationäre oder rehabilitative Behandlung für MS-Patientinnen und Patienten hat.

Diagnose ohne Stillstand

Mit Multipler Sklerose gut leben:

Dr. med. Burkhard Thomas über Behandlung, Alltag und neue Perspektiven.

Herr Dr. Thomas, was ist Multiple Sklerose eigentlich?

DR. THOMAS: Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der das körpereigene Immunsystem Teile von Gehirn und Rückenmark angreift. MS zählt zu den Autoimmunerkrankungen, da der Körper gegen eigene Strukturen Abwehrreaktionen startet. Die autoimmunen Prozesse bei einer MS bewirken, dass unter anderem Nervenfasern und Nervenzellen geschädigt werden und so Informationen fehlerhaft oder gar nicht weitergeleitet werden. Dadurch können vielfältige neurologische Funktionen gestört sein, wie z. B. das Sehen oder Bewegungsabläufe. Die Symptome können entweder in Schüben auftreten oder sie entwickeln sich langsam und schleichend.

Ist MS heilbar?

DR. THOMAS: Die Multiple Sklerose ist derzeit nicht heilbar. Es gibt aber Therapien, die die Schübe verhindern, die Zunahme der Behinderung reduzieren und MS-Symptome lindern können. Häufig gelingt es auch, die Krankheitsaktivität für Jahre zu stoppen. Mit dem Einsatz moderner Medikamente ist die Lebenserwartung der meisten Menschen mit MS heute vermutlich normal.

Wie häufig ist eine Multiple Sklerose?

DR. THOMAS: Bei jungen Erwachsenen ist die Multiple Sklerose die häufigste neurologische Erkrankung, die zu einer dauerhaften Behin-

„ MS wird nicht umsonst die Krankheit der 1.000 Gesichter genannt.“

DR. MED. BURKHARD THOMAS, CHEFARZT DER NEUROLOGIE, MEDICLIN REHA-ZENTRUM ROTER HÜGEL

derung führen kann. Weltweit sind mehr als zwei Millionen Menschen an Multipler Sklerose erkrankt. In Deutschland leben rund 280.000 Menschen mit MS. Jedes Jahr diagnostizieren Ärztinnen und Ärzte etwa 2.500 neue Fälle. Diagnostiziert wird die Multiple Sklerose bei den meisten Betroffenen zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr. Sie kann aber auch bereits im

Wie sieht die Behandlung von MS hier im Reha-Zentrum Roter Hügel aus?

< Sprache finden, Balance spüren, Kraft schöpfen: Mit individuell abgestimmten Therapien begleitet das MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel Menschen mit MS auf ihrem Weg zu mehr Lebensqualität.

Kindesalter oder erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter auftreten. Von der schubförmigen Multiplen Sklerose, der häufigsten MS-Form, sind Frauen zwei bis dreimal häufiger betroffen als Männer.

Gibt es Risikofaktoren, für die Entstehung einer MS?

DR. THOMAS: Die Ursachen für die Multiple Sklerose sind noch nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Wissensstand handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Gene und Umweltfaktoren zusammenwirken. Man vermutet, dass Risikofaktoren wie genetische Veranlagung, Viren (z. B. das Epstein-Barr-Virus), Rauchen, Übergewicht in der Kindheit und die individuelle Darmflora eine Rolle spielen.

Welche Symptome treten bei MS auf?

DR. THOMAS: Die MS kann zu einer Vielfalt an Symptomen führen und wird nicht umsonst die Krankheit der 1.000 Gesichter genannt. Zu den typischen Symptomen gehören Kraftlosigkeit einzelner oder mehrerer Extremitäten, Gefühlsstörungen wie Taubheit oder Kribbeln, Sehstörungen, erhöhte Muskelanspannung, Gangstörungen, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen, vermehrte Ermüdbarkeit, gestörte Entleerung von Harnblase und /oder Darm und sexuelle Störungen. Häufiger als in der allgemeinen Bevölkerung treten bei der MS auch Depressionen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Epilepsien auf.

DR. THOMAS: In der Rehabilitation arbeiten interdisziplinäre Teams aus Ärzten, Therapeuten und anderen medizinischen Fachkräften eng zusammen. Gemeinsam erarbeiten wir einen Behandlungsplan, der auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt ist. MS-Betroffene lernen z. B., wie sie typischen Komplikationen infolge der Krankheit, etwa häufige Harnwegsinfektionen, vorbeugen können. Ebenso trainieren sie, wie sie mit körperlichen Beeinträchtigungen, die infolge der MS entstanden sind, umgehen können. Auch Hilfen zur psychischen Bewältigung der Krankheit spielen eine wichtige Rolle. Und auch die geistige Leistungsfähigkeit wird mit Hilfe der Therapeutinnen und Therapeuten gezielt gefördert und trainiert. In der Praxis enthält das Behandlungspaket zum Beispiel Schulungen zu unterschiedlichen Aspekten der Erkrankung, medikamentöse Therapie, Spezialsprechstunden, Ergotherapie, Psychotherapie, Logopädie, Physiotherapie, vielfältige Sport- und Bewegungsprogramme, Gesprächsgruppen oder Sozialberatung. Eine Rehabilitation bei MS kann ich sehr empfehlen, weil sie die Lebensqualität langfristig verbessern kann.

 KURZ GESAGT: Multiple Sklerose verändert das Leben – aber nicht die Möglichkeiten. Im MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel erhalten Betroffene Therapie, Training und Unterstützung, um Alltag, Bewegung und Lebensfreude bestmöglich zu bewahren.

MEHR INFOS:

MEDICLIN Reha-Zentrum Roter Hügel

Jakob-Herz-Straße 1, 95445 Bayreuth Tel.: 0921 / 3090 www.reha-zentrum-roter-huegel.de

^ Kleine Hilfe, große Wirkung:

Ein passender Gehstock bedeutet mehr Sicherheit – und mehr Unabhängigkeit.

Wenn Bewegung zur Stärke wird

reha team Nordbayern

Hilfsmittel, die bei Multipler Sklerose Mobilität und Selbstständigkeit erhalten

Mobilität bedeutet Lebensqualität – sie steht für Freiheit, Selbstständigkeit und Teilhabe am Leben. Gerade bei einer Erkrankung wie der Multiplen Sklerose (MS), die sich bei jedem Menschen unterschiedlich entwickelt, können im Laufe der Zeit Einschränkungen in Kraft, Koordination oder Gleichgewicht entstehen. Oft sind es kleine Veränderungen, wie ein unsicherer Gang oder eine beginnende Fußhebeschwäche, die den Alltag verändern. Doch Stillstand ist keine Option –für nahezu jede Form der Bewegungseinschränkung gibt es heute passende Hilfsmittel. Das reha team Nordbayern unterstützt Betroffene dabei, aktiv und mobil zu bleiben – mit individuell angepassten Lösungen, die den Alltag erleichtern und die Lebensqualität erhalten.

Halt finden, Balance bewahren

Der Weg zu mehr Sicherheit beginnt mit kleinen Schritten. Schon einfache Gehhilfen wie ein stabiler Gehstock oder eine Unterarmgehstütze mit ergonomisch geformtem Griff können spürbar entlasten und das Gleichgewicht verbessern. Besonders bei beginnender Unsicherheit im Gangbild geben sie Halt und Vertrauen in die eigene Bewegung zurück. „Entscheidend ist, dass die Hilfsmittel optimal auf den Körper und die Situation des Einzelnen abgestimmt werden“, erklärt David Heumann. „Eine zu niedrige oder zu hohe Einstellung kann das Gehen erschweren, während eine individuell angepasste Gehhilfe die Mobilität deutlich verbessert.“ Wenn Gehhilfen allein nicht mehr ausreichen oder längere Strecken

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zur Herausforderung werden, bietet ein Rollator die nächste sinnvolle Unterstützung.

Bewegung mit Leichtigkeit

Rollatoren helfen, das Gleichgewicht zu halten, ermöglichen kleine Pausen und schenken zugleich ein Stück Unabhängigkeit. Besonders beliebt sind Leichtgewichtsrollatoren aus Carbon – sie sind extrem stabil, lassen sich leicht lenken und mühelos heben oder zusammenklappen. „Gerade bei Menschen mit MS ist die körperliche Kraft oft begrenzt“, betont David Heumann. „Ein Carbonrollator ist etwa halb so schwer wie ein Standardmodell – das macht im täglichen Gebrauch einen großen Unterschied.“ Je nach Lebenssituation gibt es Rollatoren für den Innenbereich, besonders wendige Modelle für kleine Räume oder robuste Varianten für Spaziergänge im Freien. Praktisch sind auch Kombimodelle, die sich mit wenigen Handgriffen zu einem Rollstuhl umbauen lassen – ideal für gemeinsame Ausflüge mit Angehörigen. Wenn die Kraft unterwegs nachlässt, kann der Nutzer einfach geschoben werden; einige Varianten lassen sich sogar zu einem Elektrorollstuhl erweitern. So bleibt Bewegung in fast jeder Situation möglich und sicher.

Gezielt unterstützen – Hilfsmittel bei Fußhebeschwäche

Eine Fußhebeschwäche kann im Verlauf einer Multiplen Sklerose häufig auftreten und das Gehen erschweren. Dabei gelingt es nicht mehr, den Fuß beim Schritt ausreichend anzuheben – das Risiko zu stolpern oder zu stürzen steigt. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern und die Beweglichkeit gezielt zu fördern. Bewährt haben sich Fußheberorthesen, die den Fuß stabilisieren und in der richtigen Position halten. Sie bestehen aus leichten, hautfreundlichen Materialien und lassen sich unauffällig im Alltag tragen – ob bei kurzen Wegen in der Wohnung oder unterwegs. Auch elektrische Stimulationssysteme können hilfreich sein. Sie senden sanfte Impulse an die Nerven und aktivieren gezielt die Muskeln, die den Fuß anheben. Das unterstützt ein natürlicheres Gangbild, verringert Stolpergefahr und gibt Sicherheit bei jedem Schritt. „Oft sind es genau diese kleinen technischen Hilfen, die den Alltag spürbar verändern“, so David Heumann. „Sie schenken den Menschen nicht nur mehr

Schwerpunkt Immunsystem und Autoimmunerkrankungen

Bewegungsfreiheit, sondern auch Selbstvertrauen – und das ist ein entscheidender Faktor für Lebensqualität.“

Mobilität durch individuelle Lösungen

Und wenn das Gehen trotz Unterstützung zunehmend schwerfällt, schaffen individuell angepasste Rollstühle neue Wege der Bewegung. Ob leichter Aktivrollstuhl oder komfortabler Elektrorollstuhl mit moderner Steuerung – die Auswahl ist heute so vielfältig wie die Bedürfnisse der Betroffenen. Sitz- und Rückenflächen lassen sich individuell anpassen, Steuerungen werden exakt auf die jeweiligen Fähigkeiten abgestimmt. So bleibt auch bei fortschreitender Erkrankung die Beweglichkeit bestmöglich erhalten. „Dank der technischen Entwicklung können wir heute nahezu jedes Modell präzise auf die persönlichen Anforderungen abstimmen“, erklärt David Heumann. „Unser Ziel ist es, so viel Eigenständigkeit und Komfort wie möglich zu bewahren.“ Zur Mobilität gehört jedoch nicht nur das richtige Hilfsmittel, sondern auch ein barrierefreies Umfeld. Haltegriffe im Bad, rutschfeste Bodenbeläge oder Aufstehhilfen können den Alltag spürbar erleichtern. Eine Wohnumfeldberatung hilft, den Wohnraum individuell anzupassen – für mehr Bewegungsfreiheit und Lebensqualität.

„ Oft sind es kleine technische Hilfen, die den Alltag spürbar verändern.“

DAVID HEUMANN, GESCHÄFTSLEITUNG DER REHA TEAM NORDBAYERN GESUNDHEITSTECHNIK GMBH

 KURZ GESAGT: Mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl hilft das reha team Nordbayern Menschen mit MS, in Bewegung zu bleiben – für mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und Lebensqualität im Alltag.

MEHR INFOS: reha team Nordbayern Gesundheitstechnik GmbH Am Bauhof 11, 95445 Bayreuth, Tel. (0921) 74743-0 E-Mail: bayreuth@rehateam-nordbayern.de www.rehateam-nordbayern.de

Unter die Haut

Neue Therapiemöglichkeiten der Schuppenflechte

Rund zwei Millionen Menschen alleine in Deutschland leiden unter Schuppenflechte. Die Haut ist gerötet und schuppig, sie juckt und brennt und es kommt zu schmerzhaften Hautrissen. Aber nicht alle Ausprägungen der Schuppenflechte sind auf den ersten Blick sichtbar. Und das macht die Therapie so komplex. Dr. Ina Haendle leitet das Ambulante Zentrum für Dermatologie am Klinikum Bayreuth. In diesem Interview sprich sie über die unterschiedlichen Ausprägungen der Erkrankung, vor allem aber über neue Behandlungsalternativen, insbesondere bei schweren Verläufen.

Dr. Haendle, was macht die Behandlung der Schuppenflechte so komplex?

DR. HAENDLE: Viele Menschen glauben, dass es sich bei Schuppenflechte um eine reine Hauterkrankung handelt. Wir wissen heute aber, dass

^ Rötungen, Schuppen, Juckreiz – chronische Psoriasis trifft häufig Ellbogen und Knie. Eine moderne Therapie kann helfen, die Entzündung zu bremsen — und Lebensqualität zurückzugewinnen.

die Psoriasis, so der lateinische Name, eine systemische Autoimmunerkrankung ist. Das heißt, auch, wenn überwiegend die Haut betroffen ist, die Erkrankung spielt sich im ganzen Körper ab. Betroffene leiden also nicht nur unter Hautveränderungen, sondern oft auch unter einer Reihe von Begleiterkrankungen.

Welche Begleiterkrankungen können das sein?

DR. HAENDLE: Sehnen und Gelenke, Organe, ja selbst die Psyche können betroffen sein. Am häufigsten sind entzündliche Gelenkbeschwerden, eine Psoriasis-Arthritis. Aber auch Diabetes Typ II, Herz-Kreislauferkrankungen, Gicht oder eine Depression können unmittelbar durch eine Schuppenflechte ausgelöst werden.

Wo liegen die Ursachen?

DR. HAENDLE: Als Auslöser kommt nicht ein Faktor alleine in Frage. Es ist bekannt, dass die Veranlagung zu einem Teil vererbt wird. Für

Fotos: © Shutterstock / Nina Buday, Klinikum Bayreuth GmbH

einen Ausbruch reicht das familiäre Risiko alleine aber nicht aus. Man nimmt an, dass Stress, bestimmte Infektionen im Körper, aber auch manche Medikamente den Ausbruch begünstigen. Konkret weiß man das aber bis heute nicht. Sicher ist, dass die entzündlichen Prozesse einer Schuppenflechte von einem fehlgeleiteten Immunsystem ausgehen.

Kann ich Schuppenflechte heilen?

DR. HAENDLE: Nein, Schuppenflechte ist immer chronisch. Aber die Behandlung ist in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden. Das gilt insbesondere für schwere Fälle. Eine gute Therapie kann Schuppenflechte im Idealfall heute soweit in den Hintergrund drängen, dass Betroffene über einen langen Zeitraum beschwerdefrei leben.

Wie sieht die Therapie aus?

Schwerpunkt Immunsystem und Autoimmunerkrankungen

schalten dabei gezielt Botenstoffe im Immunsystem aus, die die entzündlichen Prozesse der Schuppenflechte auslösen. Die Wirkung setzt schnell ein: Schon nach etwa zwei Wochen bessern sich die Symptome deutlich.

Warum setzt man diese Medikamente dann nicht bei allen Psoriasis-Patienten ein?

DR. HAENDLE: Medikamente, die in einem solchen Umfang in das Immunsystem eingreifen, haben immer auch Nebenwirkungen. Nutzen und Risiko müssen daher stets gut abgewogen werden. Kommt eine Therapie in Frage, besprechen wir es mit den Betroffenen und treffen die Therapieentscheidung gemeinsam.

„ Schuppenflechte ist immer chronisch

DR. HAENDLE: Ziel der Therapie ist es, zunächst die offensichtlichen Hautbeschwerden in den Griff zu bekommen und neue Schübe zu verhindern. Daneben müssen wir immer auch ein Auge auf Begleiterkrankungen haben und diese entsprechend in der Behandlung berücksichtigen. Die Therapie folgt einem Stufenplan. Kleinere Hautstellen lassen sich gut mit Salben und Cremes behandeln. Auch UV-Licht und Meersalzbänder im Rahmen der physikalischen Therapie zeigen gute Ergebnisse. Der Vorteil: Beides ist so zu wie nebenwirkungsfrei.

Bei schwereren Verläufen reicht das aber meist nicht aus …

PROF. DR. KUNATH: Das stimmt. Je schwerer der Krankheitsverlauf, desto mehr sind wir gezwungen, systemisch in das Immunsystem einzugreifen. Im ersten Schritt sind das Spritzen und Tabletten, die die Entzündungen im Körper zurückdrängen. Hilft auch das nicht, haben wir im Ambulanten Zentrum für Dermatologie eine weitere Option: Im Raum Bayreuth sind wir derzeit die einzigen Dermatologen, die eine Behandlung mit Biologika durchführen. Biologisch-technisch hergestellte Eiweiße

– aber heute gut behandelbar.“

DR. INA HAENDLE, FACHÄRZTIN FÜR HAUT- UND GESCHLECHTSKRANKHEITEN

 KURZ GESAGT: Schuppenflechte ist keine reine Hauterkrankung, sondern eine Autoimmunerkrankung, die den ganzen Körper betrifft. Moderne Therapien können die Entzündung gezielt stoppen und Betroffenen spürbare Erleichterung bringen.

MEHR INFOS: Ambulantes Zentrum für Dermatologie

Dr. med. Ina Haendle, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth Tel: 0921 400-3680 ambulanteszentrum-bayreuth.de

^ Das gesamte Team der reha team Nordbayern Gesundheitstechnik GmbH um Geschäftsleiter David Heumann berät Sie gerne.

Gezielter Druck für eine bessere Heilung

AUTOR reha team Nordbayern Schwerpunkt

Maßgefertigte Narbendruckpelotten bei Hautveränderungen durch Autoimmunerkrankungen

Narben erzählen Geschichten – von Operationen, Verletzungen oder Entzündungen. Doch nicht jede Narbe verheilt unauffällig. Besonders bei Autoimmunerkrankungen wie Sklerodermie, Lupus erythematodes oder Pemphigus vulgaris kann die Haut auf Entzündungen mit dauerhaften Veränderungen reagieren. Blasenbildung, Gewebsverhärtungen oder Wundheilungsstörungen hinterlassen Spuren – oft sichtbar, manchmal schmerzhaft. Wenn die natürliche Regeneration der Haut aus dem Gleichgewicht gerät, entstehen unregelmäßige, verhärtete Narben, die Druck, Bewegung und Berührung empfindlich machen. Beim reha team Nordbayern kommen hier maßgefertigte Narbendruckpelotten zum Einsatz, die gezielt Druck ausüben und die Heilung unterstützen.

Gezielter Druck für mehr Elastizität

Kompression ist in der modernen Narbentherapie ein bewährtes Prinzip. Durch gleichmäßigen Druck wird die Bildung von überschüssigem Bindegewebe gehemmt, die Durchblutung verbessert und das Gewebe elastischer. Eine Narbendruckpelotte geht dabei über die klassische Kompressionsversorgung hinaus: Sie ist ein maßgefertigtes, druckverteilendes Polster, das punktgenau auf die betrof-

fene Hautregion wirkt. Der gezielte Druck sorgt dafür, dass das Narbengewebe flacher, weicher und beweglicher wird – und trägt so wesentlich dazu bei, Schmerzen und Spannungsgefühle zu lindern. „Jede Narbe ist anders – und jede Haut reagiert anders“, erklärt David Heumann, Geschäftsleitung der reha team Nordbayern Gesundheitstechnik GmbH. „Darum ist es so wichtig, den Druck individuell zu gestalten. Eine passgenaue Pelotte kann genau dort wirken, wo die Haut besondere Unterstützung braucht.“

Maßarbeit mit Fingerspitzengefühl

Beim reha team Nordbayern werden Narbendruckpelotten in der eigenen Werkstatt gefertigt – mit Erfahrung, Präzision und viel handwerklichem Geschick. Zunächst wird das betroffene Areal sorgfältig vermessen und bei Bedarf durch Abdrücke oder digitale Scans ergänzt. Anschließend wird die Pelotte so modelliert, dass sie sich der Körperform millimetergenau anpasst. Je nach Narbenbild kommen Silikonoder Schaumstoffmaterialien mit unterschiedlichen Druckzonen zum Einsatz. So kann der Druck exakt an die Beschaffenheit der Haut angepasst werden – ob im Gesicht, an Armen oder Beinen. „Unsere Stärke liegt in der Kombination aus moderner Technik und traditioneller Handarbeit“, so Heumann weiter. „Dadurch können wir nicht nur standardisierte Hilfsmittel anpassen, sondern echte Unikate herstellen – abgestimmt auf die medizinische Situation und das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten.“

Unterstützung bei chronischen Hautveränderungen

Gerade bei Sklerodermie führt die übermäßige Kollagenbildung zu einer harten, verdickten Haut, die sich oft wie ein zu enges Kleid anfühlt. Eine individuell gefertigte Narbendruckpelotte kann helfen, diese Spannung zu reduzieren und die Elastizität zu fördern. Auch bei Lupus erythematodes oder Pemphigus vulgaris, wo es durch Entzündungen und Blasenbildung zu Narben und unregelmäßiger Hautstruktur kommt, unterstützt der gezielte Druck die Heilung und beugt schmerzhaften Verwachsungen vor. Neben der medizinischen Wirkung spielt auch das emotionale Wohlbefinden eine Rolle. Eine glattere, weichere Haut verbessert das Selbstvertrauen und erleichtert den Alltag – besonders bei sichtbaren Arealen wie Gesicht, Hals oder Händen.

„ Jede Narbe ist anders –und jede Haut reagiert anders.“

DAVID HEUMANN, GESCHÄFTSLEITUNG

DER REHA TEAM NORDBAYERN

GESUNDHEITSTECHNIK GMBH

Starkes Zusammenspiel von Medizin und Handwerk

Die Herstellung einer Narbendruckpelotte ist Teamarbeit: Ärzte und Ärztinnen, Therapeuten und Therapeutinnen sowie die Fachkräfte aus dem reha team Nordbayern arbeiten eng zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Die individuell gefertigten Pelotten werden immer in eine bestehende Kompressionsversorgung integriert, da sie ohne äußeren Halt nicht haften. So entsteht

 KURZ GESAGT: Wenn Narben spannen oder schmerzen, kann gezielter Druck viel bewirken. Individuelle Narbendruckpelotten vom reha team Nordbayern machen verhärtete Haut wieder beweglicher, lindern Beschwerden und unterstützen die natürliche Heilung – für mehr Komfort und Lebensqualität im Alltag.

ein gezielter, gleichmäßiger Druck auf das betroffene Areal. Ergänzend kommen in manchen Fällen auch Silikonpflaster zum Einsatz. Diese können – im Gegensatz zu Pelotten –auch ohne Kompressionskleidung verwendet werden und wirken ebenfalls druckverteilend und feuchtigkeitsregulierend auf das Narbengewebe. So verbindet sich medizinisches Wissen mit präziser Fertigung und individueller Betreuung zu einer Versorgung, die Heilung und Hautkomfort gleichermaßen fördert.

^ Wenn Narben spannen, fühlt sich selbst Kraft anstrengend an. Druckpelotten helfen, das Gewebe zu lösen und Beweglichkeit spürbar zurückzubringen.

MEHR INFOS:

reha team Nordbayern Gesundheitstechnik GmbH

Am Bauhof 11, 95445 Bayreuth, Tel. (0921) 74743-0

E-Mail: bayreuth@rehateam-nordbayern.de www.rehateam-nordbayern.de

Das ist los!

Vorträge, Seminare und Events für Ihre Gesundheit

Gemeinsam statt allein

In der Alzheimersprechstunde finden Angehörige Verständnis, Rat und neue Perspektiven – für mehr Sicherheit, Entlastung und Zuversicht im Alltag mit Demenz.

Jeden Montag, 17–18.30 Uhr

Treffpunkt: Klinikum Bayreuth, Foyer

Infoabend für werdende Eltern

Werdende Eltern erfahren alles Wissenswerte rund um die Geburt im Perinatalzentrum am Klinikum Bayreuth. Das Team des Perinatalzentrums beantwortet offene Fragen und führt durch den Kreißsaal.

ANMELDUNG: klinikum-bayreuth.de/veranstaltungen

Sa/So, 22./23. November, 10–17 Uhr, Klinikum Bayreuth, Foyer

Advents- und Hobbykünstlermarkt

Im Foyer des Klinikums bieten Beschäftigte und Freunde des Klinikums und der Hohen Warte ihre Arbeiten an, u.a. Kerzen, Sterne, Adventskränze und -gestecke, Laubsägearbeiten, Holzmarionetten, Krippen, Lichter- und Schwippbögen, Schmuck, Weihnachtsdeko und Verpackungsideen, selbst gestrickte Socken und Schals, Strickwaren, Selbstgenähtes, Korktaschen, Treibholzengel, Marmelade, Plätzchen, Honig, Likör und vieles andere mehr.

Mi, 26. November, 18 -19.30 Uhr, Klinik Hohe Warte Bayreuth, Speisesaal Therapiezentrum

Palliativmedizin: Lebenswerte Zeit schenken

Ihre Patientinnen und Patienten sind unheilbar krank. Ihnen lebenswerte Zeit schenken, ohne Schmerzen und möglichst beschwerdefrei, darin sieht Dr. Sabine Gernhardt, Direktorin der Palliativstation am Klinikum Bayreuth, ihre Aufgabe. Am Mittwoch, 26. November, stellt sie die Möglichkeiten der Palliativmedizin im Rahmen eines Medizinischen Vortrags in der Klinik Hohe Warte vor. Eintritt frei.

Do, 4. und 18. Dezember, 14.30–16.30 Uhr, Klinikum Bayreuth, Geriatrische Tagesklinik (Ebene -2)

Alzheimersprechstunde und Angehörigenberatung

Die Geriatrische Tagesklinik bietet in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft BayreuthKulmbach e.V. einen kostenfreien Beratungstermin für An- und Zugehörige von Patientinnen und Patienten der Klinik für Geriatrie und der Geriatrischen Tagesklinik an. Beantwortet werden Fragen rund um das Thema Demenz.

TERMINVEREINBARUNG: Telefonisch unter 0170-6965886 (Alzheimergesellschaft Bayreuth Kulmbach e. V.)

rWussten Sie schon, dass … in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz leben –Tendenz steigend? Etwa zwei Drittel von ihnen sind von der AlzheimerKrankheit betroffen.*

Sa, 6. Dezember, 10–12 Uhr, Fichtelsee

Eisbaden – erfrischendes Erlebnis für Körper und Geist

Erleben Sie die belebende Kraft des Fichtelsees! Unter Anleitung eines zertifizierten Wim-Hof-Instruktors lernen Sie Atemtechniken, Achtsamkeit und Kältetraining in sicherer Umgebung kennen – für mehr Energie, Fokus und innere Stärke. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden für die Wasserwacht sind willkommen.

ANMELDUNG: Bis spätestens 1. Dezember über vhs-bayreuth.de

Mo, 8. Dezember, 10–12 Uhr, Klinikum Bayreuth, Vortragsraum des Hospizvereins

Café Känguru im Bunten Kreis

Das Elterncafé findet monatlich statt und richtet sich an alle, die rund um die Geburt schwierige Zeiten erlebt haben, weil ihr Kind zu früh oder nicht ganz gesund zur Welt gekommen ist. Bei Kaffee und Kuchen in entspannter Atmosphäre können sich betroffene Eltern miteinander und dem Team des Bunten Kreises austauschen. Eintritt frei.

ANMELDUNG: Mail an foerderverein @bunter-kreis.de oder telefonisch unter 0921 400-756284

Di, 9. Dezember, 14–19 Uhr, Rotkreuzhaus, Hindenburgstr. 10, Bayreuth

Blutspenden: Helfen Sie helfen

In Bayern werden jeden Tag rund 2.000 Blutkonserven benötigt. Ohne freiwillige, engagierte Blutspenderinnen und Blutspender ist dieser Bedarf nicht zu decken. Leisten Sie Ihren Beitrag und besuchen Sie den nächsten Blutspendetermin in Bayreuth und der Region.

ANMELDUNG UND WEITERE INFOS: blutspendedienst.com

Mo, 15. Dezember und 26. Januar, Klinik Hohe Warte Bayreuth, Foyer Therapiezentrum, Konferenzraum 10

„Nie wieder XXL“ …

… ist ein kostenfreies Seminar für Patientinnen und Patienten und deren Angehörige. Regelmäßig informieren Ärztinnen und Ärzte des Adipositaszentrums detailliert über das Krankheitsbild Adipositas und die verschiedenen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten.

ANMELDUNG: Telefonisch unter 0921 400-5270 oder 0921 400-5272 sowie per E-Mail an adipositaszentrum@ klinikum-bayreuth.de

GESUND LEBEN

wünscht frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2026!

Elternkurs: Notfall! Erste Hilfe und Reanimation bei Kindern

Eltern werden für mögliche Gefahrenquellen sensibilisiert und erhalten konkrete Anleitung, wie im Notfall zu reagieren ist. Erfahrene Pflegekräfte aus der Kinderkrankenpflege demonstrieren Erste Hilfe bei Blutung, Fieber oder Krupp-Anfall und vermitteln alles Wichtige zur Kinderreanimation.

INFOS UND ANMELDUNG: klinikum-bayreuth.de/veranstaltungen

Wissen, was läuft

Alle Events der Region auf einen Klick

Stadt, Land, Leben ist das Veranstaltungsportal für die Region Bayreuth. Interessierte finden hier –unabhängig ihres Alters – leicht tolle Anregungen für Veranstaltungen und Aktivitäten im Umkreis. Seien es Kultur-, Sport-, Wirtschafts- oder Gesundheitstermine – alles ist schnell auffindbar. Durch vielfältige Filtermöglichkeiten nach Orten, Kategorien oder Zielgruppen, lässt sich die Suche individuell anpassen.

Stadt, Land, Leben ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Landkreis Bayreuth, welches durch das Regionalmanagement der Region Bayreuth umgesetzt wurde. Das Portal wurde mit Mitteln des Regionalmanagements in Bayern aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit 90 Prozent gefördert.

Hierdirektgeht’szum Veranstaltungsportal

MEHR INFOS: www.region-bayreuth.de

AUTOR Region Bayreuth
Fr, 23. Januar, 17–18.30 Uhr

Rätselzeit

Wir verlosen unter allen richtigen Einsendungen:

Zwei Tageskarten für die Lohengrin Therme Bayreuth im Wert von je 29,50 Euro (Thermenwelt inkl. Saunalandschaft)

Mädchen

verzeihende Milde

Angehöriger eines semit. Volkes (A. T.)

Blütengewächs

Körperteil

Sommermonat, siebter Monat Futterpflanze Verdauungsorgan

Bein des Hundes

früherer Zarenerlass gut trainiert, in Form

Grundgerät für elektron. Spiele europ. Volk

Vorname der Minnelli

Abk.: antiseptisch

Rüsseltier

Spender

krampfartiger Leibschmerz

Krankheitskeim Gesangsstück das Bestmögliche Tresor

Teil des Beines glänzendes Gewebe

Verbindungsstelle, Furche ugs.: Fahrrad (engl.)

Kettengesang

Halteklemme am Kugelschreiber

Laden-, Schanktisch, Tresen

Luftbewegung

Hahnenfußgewächs

Teil des Unterschenkels

Nachschlagewerk

Fahrer zwischen Wohn- u. Arbeitsort

Geschwulst (Med.)

flüssige Speisewürze

flaches Schnittholz

chines. Beere

Genus sich nahestehender Arten Gewässerrand

schweizerisch: Aperitif

Vogelbrutplatz

Krankheitshöhepunkt

Ausflug zu Pferd

Filmberühmtheit kleine Büchse

Eröffnungsmusik (Ballett)

Miträtseln und gewinnen!

ein wenig, ein bisschen

entzündet, verletzt

Dunstglocke über Städten

Schachfigur

Musikrichtung d. 60erJahre wurmstichig

plötzlich, unerwartet

Bitte senden Sie das Lösungswort mit Angabe der persönlichen Daten per E-Mail an raetselzeit@gmk.de, Betreff „Rätselzeit“ oder per Post an GMK GmbH & Co. KG, „GESUND LEBEN“, Kanzleistr. 3, 95444 Bayreuth. Einsendeschluss: 21. Dezember 2025.

Die Angaben dienen ausschließlich der Übersendung des Gewinns und werden anschließend gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren.

vertraulich

immergrüne Kletterpflanze

Futterbehälter

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Starke Marken für starke Medizin.

Sollen wir Ihre Praxis, Ihr medizinisches Zentrum oder Ihre Dienstleistung zu einer starken, unverwechselbaren Marke machen? Eine, die Patientinnen und Patienten begeistert, Vertrauen schafft und Ihre Expertise klar vermittelt? Machen wir gerne. Rufen Sie uns an – wir beraten Sie persönlich.

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Physikalische Therapie, Eigenbluttherapie, Krankengymnastik

Wie nicht-operative Therapien bei orthopädischen Beschwerden helfen

Viele Menschen haben orthopädische Beschwerden. Das liegt auch am jeden betreffenden Verschleiß der Wirbelsäule und der Gelenke. Von zahlreichen Patientinnen und Patienten müssen allerdings nur wenige operiert werden. Denn: Häufig helfen nicht-operative, sogenannte konservative Therapien. Die effektivsten Maßnahmen werden auch im Zentrum für Orthopädie und Neurochirurgie in Bayreuth eingesetzt. Wir sind gern für Sie da!

1. Chirotherapie konzentriert sich auf die Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. / 2. Kinesiotape wird zur Verbesserung der Muskelfunktion, Unterstützung der Gelenke und Förderung der Durchblutung eingesetzt. / 3. Die Stoßwellentherapie nutzt hochenergetische Schallwellen, um Heilungsprozesse im Körper anzuregen und Schmerzen zu lindern. / 4. Akupunktur wird zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit eingesetzt. / 5. Dr. medic (Ro) Oana Grigore demonstriert die Eigenbluttherapie, bei der PRP (plättchenreiches Plasma) verabreicht wird, um die Regeneration von Gewebe zu unterstützen.

Diese Expertinnen und Experten sind in Bayreuth gern für Sie da:

Zentrum für Orthopädie und Neurochirurgie in Bayreuth

Romanstr. 12

95444 Bayreuth

Tel.: 0921 / 51 20 11

Zentrum für Orthopädie und Neurochirurgie in Hof

Eppenreuther Str. 28 95032 Hof Tel.: 09281 / 90 98

Martinsberger Str. 8 95119 Naila Tel.: 09282 / 9 51 60 Kompetent, professionell und regional

Praxisfiliale in der Klinik Münchberg Hofer Str. 40 95213 Münchberg Tel.: 09251 / 60 63 99 9

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Praxisfiliale in Naila

Dr. medic (Ro) Oana Grigore

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