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T채tigkeitsbericht der

ComCom 2014

1


VORWORT

1 244 890 MILLIONEN SMARTPHONES WURDEN WELTWEIT IM JAHR 2014 VERKAUFT.

EIDGENÖSSISCHE KOMMUNIKATIONSKOMMISSION COMCOM Marktgasse 9, CH-3003 Bern Telefon +41 (0)58 463 52 90, Fax +41 (0)58 463 52 91

2

www.comcom.admin.ch, www.comcom-ch.mobi


INHALT 2 VORWORT DES PRÄSIDENTEN 4 ÜBERBLICK TELECOM-MARKT 05 Entwicklung der Mobilfunknetze 10 Entwicklung der Festnetze 15 Ausblick

16 KOMMISSION UND SEKRETARIAT 18 TÄTIGKEITEN DER KOMMISSION 18 Zugangsverfahren 21 Konzessionen 23 Freie Wahl der Dienstanbieterin 24 Nummernportierung

25 FINANZEN 26 ABKÜRZUNGEN

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DES PRÄSIDENTEN

VORWORT

2

Beim Lesen dieses Geschäftsberichtes sollen Sie nicht nur erfahren, was die ComCom im letzten Jahr wie gemacht hat, sondern auch viele nützliche Informationen über den Schweizer Telecom- und Kommunikationsmarkt erhalten. Wir konzentrieren uns dabei – unserer Aufgabe entsprechend – auf diejenigen Anbieter von Telecomdiensten, die in der Schweiz ansässig sind. Auch wenn es im 2014 keine spektakulären Entscheide und umwerfenden Ereignisse gegeben hat, zeigen die Zahlen und Berichte doch, dass sich vieles bewegt hat in der Schweiz. Es kommt nicht von ungefähr, dass wir in der Hochbreitbandversorgung an der Weltspitze stehen und wir das drittschnellste mobile Internet der Welt haben. Es wurde von allen Telecom-Anbietern sehr viel investiert im vergangenen Jahr. Sie haben dabei von den guten politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen profitiert – und natürlich auch vom Wohlstand in unserem Lande. Der Schweizer Telecom-Markt zeichnet sich durch hohe Qualität aus. Negative Begleiterscheinung ist dabei, dass der Konsument tiefer in die Tasche greifen muss, als in den übrigen europäischen Staaten. Absolut gesehen sind die Kommunikationsdienste günstig, relativ betrachtet bezahlen wir aber recht hohe Preise. Und auch die Roamingtarife werden nur unter


Der Schweizer Telecom-Markt wird zunehmend von globalen Akteuren beeinflusst

grösstem politischem Druck ge-

Verbund, denn hier stossen natio-

senkt. Wir haben also sicher kei-

nale Lösungen an Grenzen.

nen überbordenden Preiskampf in der Schweiz. Damit haben die Tele-

Im vorliegenden Bericht befassen

com-Unternehmen Geld für Investi-

wir uns aber primär mit dem natio-

tionen und Innovationen. Der Infra-

nalen Telecom-Markt – aber immer

strukturwettbewerb funktioniert in

durchaus im Bewusstsein, dass die-

unserem Land.

ser eben zunehmend von globalen Interdependenzen beeinflusst wird.

Den Wettbewerb generell zu sti-

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre!

mulieren ist eine der Aufgaben der ComCom. Dabei muss aber beachtet werden, dass sich dieser Wettbewerb je länger desto weniger nur in unserem Lande abspielt. Längst

Marc Furrer, Präsident

sind globale Player auch hier aktiv,

im März 2015

die unseren Kommunikationsmarkt bestimmen. Bei den Suchdiensten ist der Hauptkonkurrent der Schweizer Anbieter längst Google. Und Apple beeinflusst mit seinen technologischen Erfolgen unser tägliches Leben. Verschwunden ist die schweizerische und auch die europäische Telecom-Industrie. Die Musik spielt da in Fernost und in den USA. Diese Entwicklungen müssen wir kritisch betrachten – sie prägen zunehmend unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft. Die ComCom setzt sich denn auch intensiv mit diesen globalen Entwicklungen auseinander – im internationalen

3


ÜBERBLICK TELECOM-MARKT Der Telecom-Markt ist im Umbruch. Weltweit wird eine starke Konsolidierung des Marktes beobachtet. In den letzten beiden Jahren hat sich diese in Form von verschiedenen Fusionen, Übernahmen oder strategischen Zusammenschlüssen gezeigt. Dieser Konsolidierung liegen ver-

des 45-Prozent-Anteils von Voda-

DIE KONSOLIDIERUNGS-

schiedene Entwicklungen zugrun-

fone an Verizon Wireless durch den

BEWEGUNG IM TELE-

de. Wegen des intensiven Wettbe-

Konzern Verizon begann, erreich-

COM-MARKT IST EIN

werbs und Preisdrucks versuchen

te 2014 auch Nachbarländer der

ZEICHEN FÜR DIE

die Betreiberinnen, ihre Kosten zu

Schweiz: In Deutschland beispiels-

ATTRAKTIVITÄT DES

senken und ihre Ertragskraft zu

weise fusionierten Mitte Jahr mit

SCHWEIZER MARKTES

steigern. Sie müssen sich auch

O2 (Tochtergesellschaft der spani-

gegen die Web-Giganten (Google,

schen Telefónica) und E-Plus (Mar-

Der ständige Wandel, dem der Tele-

Facebook etc.) behaupten, die eben-

ke der niederländischen KPN) die

com-Markt unterliegt, hat sich

falls immer mehr Übernahmen täti-

Nummern drei und vier des deut-

noch verstärkt.

gen und vor allem auch im Bereich

schen Mobilfunkmarktes. In Frank-

der Smartphone-Applikationen

reich wurde Ende 2014 die zweit-

Das zeigt sich in der technologi-

und des Internets der Dinge ständig

grösste Mobilfunkbetreiberin SFR

schen Entwicklung sowohl der In-

aktiver werden.

durch die Kabelnetz-Marktführerin

frastrukturen der Fest- und Mo-

Numericable übernommen.

bilfunknetze als auch der immer

Im Umfeld der zunehmenden Kon-

4

leistungsfähigeren Multifunk-

vergenz der Medien, aber auch von

Auch vor der Schweiz macht diese

tionsgeräte. Die Bedürfnisse der

Mobilfunk und Festnetz, wird es für

Entwicklung nicht halt: Der Kauf

Kundinnen und Kunden sowie die

die Betreiberinnen immer schwie-

von Orange Schweiz durch Xavier

neuen Nutzungsmöglichkeiten

riger, in nur einem Marktsegment

Niel im Dezember 2014 und der

führen dazu, dass immer mehr Da-

präsent zu sein. Sie sind gezwun-

Börsengang von Sunrise im Februar

ten konsumiert werden, vor allem

gen, zu konvergenten Betreiberin-

2015 sind ebenfalls bezeichnend für

unterwegs. Dies zwingt die Betrei-

nen zu werden.

diese Konsolidierungsbewegung im

berinnen, ihre Festnetz- und Mo-

Telecom-Markt. Sie ist im Übrigen

bilfunkinfrastrukturen auf Hoch-

Diese Konsolidierungsphase, die

ein Zeichen für die Attraktivität des

breitbanddienste auszurichten.

2013 in den USA mit dem Rückkauf

Schweizer Marktes.


Im Festnetz verlegen die Betreiberinnen von Telekommunikations- und Kabelnetzen die Glasfaser-Technologie immer näher zu den Endkunden (FTTH, FTTS). AllIP-Netze lösen die traditionellen Netze ab, und die klassische Telefonie über das Kupferkabel migriert zunehmend auf VoIP. Im Mobilnetz schreitet der Ausbau der Technologie LTE sehr rasch voran. Ende 2014 erreichte die Bevölkerungsabdeckung je nach Betreiberin bereits zwischen 85 % und 94 %. Die Betreiberinnen haben mit der Einführung der Weiterentwicklung dieser Technologie – LTE-Advanced (LTE-A) – begonnen. Dieser

20. Februar 2014

Standard ermöglicht theoretische

FACEBOOK KAUFT DEN RIVALEN WHATSAPP FÜR 19 MILLIARDEN DOLLAR IN BAR UND EIGENEN AKTIEN.

Datenübertragungsraten von 300 Mbit/s. Aufgrund der technologischen Weiterentwicklung begrüsst die ComCom die Publikation des neuen «Fernmeldeberichts zur Entwicklung im schweizerischen Fernmeldemarkt» des Bundesrats. Der Ende November 2014 veröffentlichte Bericht wird zu einer Überarbeitung

Im zunehmend gesättigten Mobil-

Mobilfunkbetreiberinnen in der

des Fernmeldegesetzes und zur Ver-

funkmarkt ist der Anstieg der Zahl

Schweiz für die vergangenen beiden

abschiedung von Gesetzesgrund-

der Mobilfunkkundinnen und -kun-

Jahre an.

lagen führen, welche die jüngsten

den 2014 wie in den vorangegan-

technologischen Entwicklungen

genen beiden Jahren vor allem der

Gemäss dieser neuen Methode

berücksichtigen. Die Kommission

wachsenden Zahl von Smartphones

zählte Orange Ende 2014 insgesamt

unterstützt dieses Vorhaben des

zu verdanken.

2 166 000 Kundinnen und Kunden bei einem stabilen Marktanteil

Bundesrates. Seit Anfang 2013 wendet Orange

von 18,1 %.

ENTWICKLUNG DER MOBILFUNKNETZE

zur Berechnung der Kundenzahl die von Swisscom genutzte 12-Mo-

Mit 3 232 000 Kundinnen und

Ende 2014 zählte der Schweizer

nate-Regel an, wonach alle Pre-

Kunden Ende 2014 sank der

Mobilfunkmarkt fast 12 Millionen

paid-Anschlüsse gezählt werden,

Marktanteil von Sunrise minim

Anschlüsse (vgl. Statistiken,

die in den vergangenen 12 Monaten

auf 27,1 %.

Abb. 1). Bei einer Gesamtbevölke-

im Netz aktiv waren. Sunrise

rung von über 8,1 Millionen erreichte

liefert ebenfalls Zahlen, die auf die-

Swisscom zählte insgesamt

die Mobilfunkpenetration Ende

ser Berechnungsmethode beru-

6 540 000 Kundinnen und Kunden

Dezember 2014 damit 145 %

hen. Zur besseren Vergleichbarkeit

und verfügte über einen Marktan-

(vgl. Abb. 2).

wenden wir diese Regel auf alle drei

teil von 54,8 % (vgl. Abb. 3).

5


ÜBERBLICK TELECOM-MARKT

Mit 111 000 neuen Kundinnen und Kunden über das

verkauften Mobiltelefone Smartphones (im Vergleich

gesamte Jahr 2014 verzeichnen die Mobilfunkbetreibe-

zu 60 % im selben Zeitraum 2013).

rinnen nun 11 938 000 Anschlüsse. Während Swisscom 133 000 neue Kundinnen und Kunden gewann,

Auch in der Schweiz wächst der Anteil der Smartpho-

waren es bei Orange im selben Zeitraum nur 20 000;

nes an den Mobiltelefonverkäufen ständig weiter. Je

Sunrise verlor 42 000.

nach Betreiberin sind 65 bis 95 % der 2014 verkauften Geräte Smartphones. Bei Orange beispielsweise lag der

Mit Ausnahme von upc cablecom, die im Frühling 2014

Anteil der Kundinnen und Kunden mit Smartphones

in den Mobilfunkmarkt einstieg und Ende 2014 8800

Ende Juni 2014 bei 69 %. Auch bei Swisscom betrug der

Kundinnen und Kunden zählte, werden die Zahlen der

Anteil der Smartphones an den Mobiltelefonen knapp

übrigen MVNO-Anbieterinnen und Wiederverkäufe-

drei Viertel (74 %).

rinnen nicht publiziert. WELTWEIT WURDEN 2014 1,3 MILLIARDEN Es ist eine deutliche Verschiebung von den Prepaid-

SMARTPHONES VERKAUFT. IN DER

Angeboten hin zu den Abonnementen auszumachen:

SCHWEIZ SIND JE NACH BETREIBERIN

Während die Betreiberinnen im Segment der Abonne-

65 BIS 95 % DER 2014 VERKAUFTEN

mente 234 000 Neukunden gewannen, verloren sie im

GERÄTE SMARTPHONES

Prepaid-Segment 123 000. Gemäss der von der Zürcher Hochschule für AngeAlle Betreiberinnen konnten im Segment der Abonne-

wandte Wissenschaften Ende Oktober 2014 veröffent-

mente zulegen, aber nur Swisscom und Orange erziel-

lichten JAMES-Studie besassen 2014 sogar 98 % der

ten einen Nettozuwachs an Kundinnen und Kunden.

Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren ein Smartphone

Swisscom gewann 146 000 neue Abonnementskundin-

(gegenüber 79 % 2012 und nur 50 % im Jahr 2010).

nen und -kunden, verlor aber nur 13 000 Prepaid-Kundinnen und -Kunden. Die Zahl der Kundinnen und

Aber die massive Verbreitung dieser intelligenten

Kunden mit Abonnement bei Orange stieg um 26 000,

Mobiltelefone führt auch zu grossen Veränderungen

während sie im Prepaid-Segment um nur 6000 zu-

im Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer, die immer

rückging. Bei Sunrise stand ein Neukundenzuwachs

mehr Daten und vor allem Videos austauschen. Der

von 62 000 im Segment der Abonnemente einem

Datenverkehr auf den Mobilfunknetzen nimmt daher

Kundenverlust von 104 000 bei den Prepaid-Angeboten

enorm zu. Zum Wachstum der Datenmengen tragen

entgegen.

auch die zunehmende Grösse und die hohe Auflösung der Bildschirme von Smartphones und Tablets bei.

MOBILER DATENVERKEHR NIMMT ZU

Der vom Unternehmen Citrix im Februar 2015 publi-

Schon seit mehreren Jahren ist der weltweite Mobil-

zierte Mobile Analytics Report bestätigt zum Beispiel,

funkmarkt durch eine rasant wachsende Verbreitung

dass das iPhone 6 Plus doppelt so viele Daten verbraucht

von Smartphones geprägt. Es zeigen sich keinerlei An-

wie das kleinere iPhone 6.

zeichen einer Verlangsamung dieses Trends. Deshalb nahm der Datenverkehr auf den MobilfunknetGemäss einer Anfang Dezember 2014 publizierten

zen 2014 erneut stark zu. Auf dem Netz von Swisscom

Studie des Marktforschungsunternehmens Inter-

hat er sich sogar verdoppelt.

national Data Corporation (IDC) lag das Wachstum noch über den Erwartungen. Weltweit wurden 2014

Laut dem Mobility Report von Ericsson wird der durch

1,3 Milliarden Smartphones verkauft. Das ist ein

die Nutzung von Smartphones erzeugte mobile Da-

Anstieg um über 26 % gegenüber 2013.

tenverkehr zwischen 2014 und 2020 weltweit um das Achtfache ansteigen. Ursache dafür ist vor allem die

6

In seinem letzten Mobility Report vom Februar 2015

starke Zunahme der Video-Nutzung. Kein anderes Nut-

schreibt Ericsson, dass gegenwärtig 40 % aller Mobil-

zungssegment wächst so stark und so rasch wie Video:

funkanschlüsse mit Smartphones genutzt werden. Vor

Mit einer jährlichen Steigerung um rund 45 % liegt

allem aber waren im vierten Quartal 2014 fast 75 % der

sein Anteil am mobilen Datenverkehr gegenwärtig bei


etwa 45 %. 2020 könnte er über

folgt von Sunrise und Orange gleich

Bis 2020 könnte so die gesamte

55 % des gesamten mobilen Daten-

hinter der Deutschen Telekom. In

Regionalverkehrsflotte aufgerüs-

verkehrs ausmachen.

der Schweiz hat die Kundschaft

tet werden. Ausserdem wollen die

somit sowohl bei der Sprache als

Mobilfunkbetreiberinnen mit der

Um namentlich das enorme Wachs-

auch beim Datenverkehr die Aus-

Installation neuer Antennen die

tum des mobilen Datenverkehrs

wahl zwischen mehreren qualitativ

Versorgung entlang der Bahnlinien

bewältigen zu können, tätigen die

hochstehenden Netzen.

verbessern.

kationsdiensten beträchtliche Inves-

Die Mobilfunkabdeckung ist in der

AUSBAU DER LTE-NETZE

titionen in ihre Netzinfrastruktur.

Schweiz praktisch flächendeckend.

Bei den Mobilfunknetzen hatte

Die Versorgung mit GSM-Mobiltele-

2013 mit der Einführung der neuen

2013 wollte Swisscom insgesamt

fonie liegt bei nahezu 100 % der

Technologie LTE (Long Term Evo-

1,5 Milliarden Franken in den Aus-

Bevölkerung und bei rund 90 % der

lution) durch Sunrise und Orange

bau ihres Mobilfunknetzes bis 2017

Landesfläche. Fast überall kann

ein weiterer Entwicklungssprung

investieren. Nachdem Swisscom be-

mobil telefoniert werden – oft sogar

stattgefunden. Swisscom hatte ihr

reits 2013 Investitionen in Höhe von

in völlig abgelegenen Gebieten des

LTE-Netz bereits ab Ende November

271 Millionen Franken in das Mobil-

Landes.

2012 in 26 Ortschaften in Betrieb

Anbieterinnen von Telekommuni-

genommen.

funknetz getätigt hatte, lag dieser Betrag 2014 bei 235 Millionen Fran-

Bei den UMTS/HSPA-Diensten,

ken. Sunrise hat in den letzten drei

die einen mobilen Internetzugang

Dieser Mobilfunkstandard ermög-

Jahren über eine Milliarde Franken

ermöglichen, erreicht die Bevöl-

licht auch den Hochgeschwindig-

für die eigene Netzinfrastruktur auf-

kerungsabdeckung in der Schweiz

keitszugang zu den Mobilfunk-

gewendet. 2014 investierte das Un-

je nach Betreiberin bis zu 98 %.

netzen und bietet einen deutlich komfortableren und schnelleren In-

ternehmen 356 Millionen Franken, davon allein 213 Millionen in den

Da die mobile Kommunikation ge-

ternetzugang. Mit dieser neuen Ge-

Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur.

rade auch beim Bahnfahren zu-

neration der 4G/LTE-Netze kann das

Im Rahmen ihres 2010 lancierten In-

nimmt, bieten die SBB in rund

mobile Internet mit einer theoreti-

vestitionsprogramms über fünf Jahre

fünfzig Bahnhöfen kostenloses

schen maximalen Geschwindigkeit

investiert Orange mehr als 700 Milli-

WiFi für den Internetzugang an,

von 150 Mbit/s genutzt werden.

onen Franken in die Modernisierung

um den Datenverkehr auf dem

und den künftigen Ausbau ihres Mo-

Mobilfunknetz zu reduzieren.

Die Bevölkerungsabdeckung durch diese neuen modernen Netze in der

bilfunknetzes. 2014 wendete Orange 158 Millionen Franken für die Ver-

Die SBB arbeiten zusammen mit

besserung ihres LTE-Netzes auf.

den Mobilfunkbetreiberinnen aber

Schweiz schreitet rasch voran.

auch weiterhin an der Verbesse-

DIE ABDECKUNG DER

In einem Anfang Dezember 2014

rung des Empfangs in den Zügen.

LTE-NETZE IN DER

von der unabhängigen deutschen

Das Konsortium InTrainCom, ein

SCHWEIZ ERFASSTE

Fachzeitschrift Connect publizier-

Zusammenschluss der Mobilfunk-

ENDE 2014 JE NACH

ten Test wurden die Mobilfunknetze

betreiberinnen und der SBB, hat

BETREIBERIN 85 % BIS 94 %

in Deutschland, Österreich und der

bereits über 90 % der Fernver-

DER BEVÖLKERUNG

Schweiz miteinander verglichen.

kehrszüge mit Signalverstärkern

Er bestätigte die sehr hohe Qua-

ausgerüstet. Auch die als noch un-

Die Abdeckung des LTE-Netzes von

lität sämtlicher Schweizer Mobil-

zureichend beurteilte Mobilfunk-

Sunrise erfasste Ende 2014 über 85 %

funknetze. Erstmals erhielten alle

versorgung in den Regionalzügen

der Bevölkerung.

drei Mobilfunkbetreiberinnen die

soll unter Beteiligung von Bund

Wertung «sehr gut». Auch im Drei-

und Kantonen verbessert werden.

Das Netz von Orange stand Ende

ländervergleich gehören sie zu den

Dafür sollen Investitionen in Höhe

2014 für über 90 % der Bevölkerung,

vier besten Netzbetreiberinnen:

von schätzungsweise über 300 Mil-

jenes von Swisscom bereits für 94 %

An der Spitze steht Swisscom, ge-

lionen Franken getätigt werden.

der Bevölkerung zur Verfügung.

7


3. Dezember 2014 «GANGNAM STYLE» ÜBERSCHREITET MIT 2 147 483 647 KLICKS DIE ZÄHLERLIMITE BEI YOUTUBE.

Auch weltweit verbreitet sich die neue Technologie

Zahl der LTE-fähigen Mobiltelefone ständig. 2015

rasch. Gemäss den von GSMA Intelligence im Feb-

dürften weltweit rund 676 Millionen LTE-Endgeräte

ruar 2015 publizierten Zahlen werden die 4G/LTE-

verkauft werden, dreimal mehr als 2014.

Netze, die Ende 2014 für 26 % der Weltbevölkerung (35 %) erreichen. Zwischen den entwickelten Ländern

EINFÜHRUNG VON LTE-ADVANCED UND VOLTE

mit einem Abdeckungsgrad von 90 % und den Ent-

In der Schweiz haben die Betreiberinnen bereits damit

wicklungsländern, wo nur 15 % der Bevölkerung mit

begonnen, ihre Netze mit der LTE-Advanced-Technologie

LTE versorgt werden, bestehen allerdings enorme

(LTE-A) auszurüsten. Damit sind Geschwindigkeiten

Unterschiede.

von bis zu 300 Mbit/s möglich.

Zum Vergleich: Während die Bevölkerungsabdeckung

Im Rahmen eines Pilotprojekts hatte Sunrise ab Januar

mit LTE-Netzen in den USA Ende 2014 bereits 97 %

2014 LTE-A mit dem Ziel getestet, die Technologie ab dem

erreichte, lag diese in Europa bei 63 %. Im Übrigen

dritten Quartal 2014 zunächst in Zürich einzuführen.

zur Verfügung standen, bis Ende 2015 über ein Drittel

wurden Ende 2014 in den USA über 40 % der Mobilfunkverbindungen über das LTE-Netz hergestellt, in

Orange kündigte Mitte Dezember 2014 an, ihr Netz in

Europa nur 10 %. Gemäss GSMA ist der Umstieg auf

der Stadt Bern auf LTE-A aufzurüsten. Damit soll die

4G gemessen am rasanten Wachstum dieser Netze und

Internetgeschwindigkeit zunächst von 150 auf 300

der Verbindungen eine der schnellsten Technologie-

Mbit/s verdoppelt werden. Nach der Einführung in

migrationen aller Zeiten.

Bern wird LTE-A im Verlauf des Jahres 2015 schrittweise in weiteren grossen Städten verfügbar gemacht.

Neben der Flächenabdeckung setzt der Erfolg einer

8

neuen Technologie auch voraus, dass die Nutzerin-

Ende 2014 hatte Swisscom ihr LTE-A-Netz in verschie-

nen und Nutzer über kompatible Geräte verfügen.

denen Schweizer Städten (Bern, Biel, Lausanne,

Dem Institut ABI Research zufolge wächst auch die

Zürich, Genf, Luzern, Lugano und Basel) eingeführt.


seren Gesprächsqualität und einem

das LTE-Netz in einem Jahr um rund

schnelleren Verbindungsaufbau

88 % zugenommen.

auf den LTE-Netzen profitieren. Um einen Anruf entgegenzunehmen

Die Nachfrage nach Breitband-Mo-

oder zu tätigen, schaltete das Gerät

bilfunkdiensten steigt deshalb

bisher automatisch auf das 2G- oder

ebenfalls weiter. Gemäss Zahlen der

3G-Netz um, da das 4G/LTE-Netz

OECD für Mitte 2014 nahm die Zahl

ein ausschliessliches Datennetz ist.

der Breitbandanschlüsse im Mobil-

VoLTE ist auch für die Betreiberin-

funk in der Schweiz zwischen Juni

nen interessant, da in Form von Da-

2013 und Juni 2014 um über 23 %

tenpaketen übermittelte Telefonge-

auf 5,5 Millionen zu. Die Durch-

spräche weniger Netzkapazitäten

dringungsrate beim Breitband-

beanspruchen. Im Übrigen kön-

Mobilfunk in der Schweiz lag Mitte

nen die bisher für die Gesprächs-

2014 mit 69,3 % (gegenüber 56,7 %

übermittlung benutzten 2G- und

im Juni 2013) unter dem Durch-

3G-Frequenzen – vor allem seit der

schnitt der OECD-Länder (78,2 %),

technologieneutralen Vergabe der

aber über dem Durchschnitt der EU

Frequenzen an die Betreiberinnen

(66,7 %).

im Jahr 2012 – für die Datenübermittlung eingesetzt werden. Die

MOBILFUNKPREISE

VoLTE-Technologie könnte den Be-

Im Jahr 2014 gingen die Preise für

treiberinnen auch ermöglichen, jene

Mobilfunkdienste in der Schweiz

Kundinnen und Kunden an sich zu

erneut deutlich zurück. Die Preis-

binden, die die kostenlosen Sprach-

senkungen variierten zwar je nach

Ende 2015 werden rund 30 %

dienste von OTT-Anbieterinnen wie

Produkt. Dennoch profitierten 2014

der Bevölkerung Übertragungs-

Viber nutzen oder WhatsApp an-

alle Kundentypen vom Preisrück-

geschwindigkeiten von bis zu

wenden, mit der schon bald auch

gang. Im Durchschnitt sanken die

300 Mbit/s nutzen können. Im Üb-

Anrufe getätigt werden können.

Preise der günstigsten Angebote für

rigen hat Swisscom damit begon-

Kundinnen und Kunden mit gerin-

nen, die nächste Technologiestu-

Auch in der Schweiz surfen immer

gem Nutzungsbedarf um 15,5 %, für

fe zu testen: Durch die Bündelung

mehr Kundinnen und Kunden mit

Personen mit mittlerem Nutzungs-

mehrerer Frequenzen (Carrier Agg-

ihrem Mobilgerät auf den neuen

bedarf um 3,1 % und für das Kun-

regation) können Geschwindigkei-

Netzen.

densegment mit hoher Nutzung um

ten von bis zu 450 Mbit/s erreicht

8,0 % (vgl. Abb. 4).

werden. Dank der neuen Technolo-

Orange meldete im Herbst 2014 eine

gie, die Ende 2015 eingeführt wer-

Durchdringung mit 4G/LTE-fähigen

Diese Entwicklung ist jedoch nach

den soll, können auch mehr Kun-

Mobiltelefonen auf ihrem Netz

Marktsegmenten zu differenzieren.

dinnen und Kunden gleichzeitig

von 49 %. 90 % aller verkauften

eine Funkzelle nutzen. Aber auch

Smartphones bei Swisscom sind

Aus einem vom BAKOM für 2014

in diesem Fall benötigen die Nut-

4G/LTE-fähig und 25 % der Swiss-

publizierten Bericht über die End-

zerinnen und Nutzer ein Gerät, das

com-Kundinnen und Kunden besit-

kundenpreise im Mobilfunk geht

gleichzeitig mehrere Frequenzbän-

zen bereits ein 4G/LTE-kompatibles

hervor, dass die Preise für Abonnen-

der unterstützt, um die Höchstge-

Gerät. Der gesamte Datenverkehr,

tinnen und Abonnenten mit gerin-

schwindigkeiten nutzen zu können.

der über ihr LTE-Netz floss, hat

gem Nutzungsbedarf stärker zurück-

sich (im Vergleich zum selben Zeit-

gegangen sind, was in den Vorjahren

2015 dürfte den Kundinnen und

raum 2013) mehr als verdoppelt. Bei

nicht der Fall war. Die Preissenkung

Kunden auch die VoLTE-Technolo-

Swisscom stieg der Datenverkehr in

für Prepaid-Kunden war im Übrigen

gie (Voice-over-LTE) zur Verfügung

derselben Periode um 92 % an. Bei

deutlich grösser als für Kundinnen

stehen, dank der sie von einer bes-

Sunrise hat der Datenverkehr über

und Kunden mit Abonnementen.

9


ÜBERBLICK TELECOM-MARKT

Seit 2011 sind Abonnemente für

(Korb mit 900 Anrufen) sank in

(–7,2 %) und deren Gesamtdauer

Personen mit mittlerem und gros-

der Schweiz zwischen 2013 und

gesunken (–3,3 %).

sem Nutzungsbedarf immer güns-

2014 zwar geringfügig von 45 auf

tiger geworden. Gleichzeitig haben

42 Euro. Dennoch bezahlt ein

Hingegen ist die auf dem Internet

die Betreiberinnen ihre Abonne-

Schweizer Nutzer immer noch

Protokoll (IP) basierende Sprach-

mente für das Kundensegment mit

7 Euro mehr als im Durchschnitt

telefonie auf dem Festnetz weiter

geringer Nutzung preislich attrakti-

der OECD-Länder, wo die Kosten

auf dem Vormarsch. Gemäss der

ver gestaltet, um diesen Kundentyp

für diesen Teligen-Korb von 40 auf

vom BAKOM publizierten amtlichen

zu einem Wechsel vom Prepaid-

35 Euro gesunken sind.

Fernmeldestatistik 2013 stieg die

Angebot zu einem Abonnement zu

Anzahl Kundinnen und Kunden, die

bewegen und dadurch langfristig

Für einen durchschnittlichen

Festnetztelefoniedienste über einen

zu binden. Dies erfolgte häufig im

Korb mit Sprach- und Datenver-

von der Telecom-Anbieterin bereit-

Rahmen von Kombiangeboten, die

bindungen bezahlte ein Nutzer

gestellten VoIP-Anschluss (DSL,

noch weitere Dienste umfassen.

mit mittlerem Bedarf (100 Anrufe

Kabel usw.) beziehen, im Jahr 2013

und 500 MB Daten) in der Schweiz

um 4,8 % auf 785 349 Ende Jahr.

ZWAR SINKEN DIE

20 Euro mehr als im OECD-wei-

MOBILFUNKPREISE IN

ten Durchschnitt (42 Euro gegen-

Nachdem sich die Preise für die

DER SCHWEIZ, ABER IM

über 22 Euro). Die Schweiz ran-

Festnetztelefonie 2013 in der

OECD-VERGLEICH

gierte hier auf dem zweitletzten

Schweiz geringfügig erhöht hat-

GEHÖREN SIE ZU DEN

Platz (vgl. Abb. 5). Der Preis für

ten, stiegen sie im Jahr 2014 erneut

TEUERSTEN

einen Kunden mit grossem Nut-

deutlich an. Die Zunahme war aber

zungsprofil (900 Anrufe und 2 GB

nicht für alle Nutzerprofile gleich

Bei den Wiederverkäuferinnen

Daten) ist in der Schweiz weni-

gross. Nach einer BAKOM-Stu-

von Telekommunikationsdiensten

ger stark gesunken als in den üb-

die über die Endkundenpreise für

bleibt das Prepaid-Segment am

rigen OECD-Ländern. Zwischen

Festnetztelefonie 2014 wurden die

günstigsten.

2013 und 2014 hat sich diese Diffe-

preisgünstigsten Angebote für Per-

renz noch verstärkt. Auch hier be-

sonen mit mittlerem Nutzungsbe-

Trotz des allgemeinen Preisrück-

zahlt der Schweizer Verbraucher 7

darf nur geringfügig um 0,5 % teu-

gangs gehören die Mobilfunkpreise

Euro mehr als im Durchschnitt der

rer. Diese profitieren davon, dass

in der Schweiz im Vergleich zu den

OECD-Länder (49 Euro gegenüber

die Betreiberinnen in diesem Seg-

anderen OECD-Ländern nach wie

42 Euro).

ment Kombiangebote mit Flatrate

vor zu den teuersten.

10

offerieren. Hingegen betrug der Anstieg für Kundinnen und Kunden

Dies bestätigen die vom Markt-

ENTWICKLUNG DER FESTNETZE

forschungsunternehmen Strategy

Die Anzahl der Festnetzanschlüs-

4,8 % und für Nutzerinnen und

Analytics publizierten Teligen-

se sinkt seit zehn Jahren ständig

Nutzer mit grossem Bedarf 5,1 %.

Preiskörbe, die auf den OECD-

(–28 % zwischen 2004 und 2013).

Methoden basieren und die vorteil-

Dies ist auf den anhaltenden Auf-

Im internationalen Vergleich be-

haftesten Angebote der grössten

schwung der Mobiltelefonie zu-

wegen sich die Preise für Festnetz-

Betreiberinnen für jedes Land

rückzuführen, der sich seit dem

telefonie in der Schweiz im Durch-

berücksichtigen. Für einen Korb,

Aufkommen des Smartphones

schnitt der OECD-Länder.

der nur Sprachverbindungen über

noch verstärkt hat. So hat sich der

Mobilfunk (100 Anrufe) enthält,

Rückgang der Anzahl Festnetzan-

In den vergangenen Jahren gab es

bezahlte ein Nutzer mit mittlerem

schlüsse beschleunigt: Betrug er

bei den Marktanteilen in der Fest-

Bedarf in der Schweiz Mitte 2014

zu Beginn der 2000er-Jahre durch-

netztelefonie nur geringfügige Ver-

fast doppelt so viel wie im Durch-

schnittlich 1 bis 2 % jährlich, liegt

schiebungen. Mit fast 70 % bleibt

schnitt der OECD-Länder (32 Euro

er seit 2009 bei 5 % pro Jahr.

der Marktanteil von Swisscom hoch,

gegenüber 17 Euro). Die Rechnung

Gleichermassen sind 2013 die Ge-

wobei ihre Kundenzahl 2014 gleich-

für Nutzer mit grossem Bedarf

samtanzahl der Festnetzgespräche

zeitig um rund 101 000 sank. Sunrise

mit geringem Nutzungsbedarf 2014


verlor ebenfalls Kunden und ihr

Bedeutung und wird nicht durch

zur Auswahl. Er ist aber auch für

Marktanteil sinkt weiter: Ende 2014

den Mobilfunk ersetzt.

die Gesamtwirtschaft und die Infor-

versorgte sie weniger als 11 % der

mationsgesellschaft in der Schweiz

Anschlüsse und ist in diesem Markt-

Das Volumen des Festnetz-Daten-

segment nicht mehr die wichtigste

verkehrs in der Schweiz verdoppelt

Konkurrentin von Swisscom.

sich etwa alle 16 Monate. Vor die-

In Sachen Breitbanddienste steht

sem Hintergrund ist es unabding-

die Schweiz damit bereits seit meh-

Die Kabelbetreiberinnen konnten

bar, dass weiterhin Investitionen

reren Jahren an der Spitze. Unter

ihrerseits in der Festnetztelefonie

in die verschiedenen Hochbreit-

den weltweit führenden Ländern

weiter zulegen. Allerdings war das

band-Infrastrukturen fliessen.

bezüglich Breitbandpenetration ist

Wachstum weniger stark als in den

von grosser Bedeutung.

die Schweiz seit bald drei Jahren das

Vorjahren. Nachdem die CATV-

Sowohl der wachsende Markt des

Land mit dem stärksten Wachstum

Firmen bereits 2012 fast 90 000

Digitalfernsehens über DSL-Leitun-

(+7 % zwischen 2013 und 2014).

und 2013 beinahe 69 000 Neukun-

gen als auch die Netzmodernisie-

den gewinnen konnten, kamen

rung und der Aufbau von Glasfaser-

Mit 47,3 % der Bevölkerung, die

im Laufe des Jahres 2014 lediglich

netzen sprechen dafür, dass sich

Mitte 2014 über einen Breitband-

23 300 zusätzliche Kunden hinzu

Festnetz- und Mobiltelefonie in Zu-

Internetanschluss verfügten, hat

(+3,6 % im Vergleich zu Ende 2013).

kunft ergänzen werden.

die Schweiz ihre Position im

Ende 2014 wies upc cablecom als

OECD-weiten Vergleich bestätigt

wichtigste Anbieterin von Telefon-

Abgesehen von drei Mobilfunk-

diensten via Kabelnetz 468 700 Te-

netzen verfügt die Schweiz im Fest-

lefonkunden aus. Ihr Marktanteil

netzbereich über mehrere Back-

BEI BREITBAND-INTERNET-

beträgt mittlerweile 13 %. Die zahl-

bone-Netze sowie über qualita-

ANSCHLÜSSEN STEHT DIE

reichen weiteren Anbieterinnen

tiv hochstehende Anschlussnetze.

SCHWEIZ MIT EINER

haben alle nur sehr bescheidene

Das Anschlussnetz von Swisscom

PENETRATION VON 47,3 %

Marktanteile.

(2 778 000 Anschlüsse Ende 2014)

AN DER WELTSPITZE

(vgl. Abb. 7).

ist landesweit verfügbar. Daneben Die Zahl der Teilnehmeranschlüsse,

bieten mehrere gut ausgebaute Ka-

Sie liegt weit vor den Niederlanden

die von alternativen Anbieterinnen

belfernsehnetze ebenfalls Fest-

(40,8 %) und Dänemark (40,6 %).

direkt den Endkunden in Rechnung

netzanschlüsse an, auch wenn die

Der Durchschnitt der OECD-Länder

gestellt wurden (anstatt von Swiss-

meisten von ihnen (mit Ausnah-

betrug im selben Zeitraum 27,4 %,

com), war im Berichtsjahr erneut

me von upc cablecom) nur in geo-

derjenige der EU-Länder 30,9 %.

stark rückläufig und lag Ende 2014

grafisch eng begrenzten Gebieten

bei 61 135 (gegenüber 73 058 per

Breitband- und Telefondienste

Die Schweiz weist nicht nur eine

Ende 2013). Dies entspricht einer

offerieren.

hohe Breitbandpenetration auf,

Abnahme von rund 16 %. Sowohl

sondern bietet den Internetnutzerinnen und -nutzern auch immer

der fest eingestellten Anbieterwahl

BREITBANDMARKT IM FESTNETZ

(–49 700 im Jahr 2014, vgl. S. 23)

Dank der umfangreichen Investi-

ternationalen Vergleich zählt die

ist auf die zunehmende Migration

tionen der verschiedenen Akteure

Schweiz somit zu den am besten

der Kundinnen und Kunden zu

in die Weiterentwicklung der Breit-

vernetzten Ländern. Laut einer An-

den Kabelnetzbetreiberinnen und

banddienste verfügt die Schweiz

fang Januar 2015 von Akamai Tech-

den Erfolg der Kombiangebote mit

über eine äusserst leistungsstarke

nologies veröffentlichten Studie

VoIP-Telefonie zurückzuführen.

Breitbandinfrastruktur (vgl. Abb. 6).

(The State of Internet, 3rd Quarter

dieser Rückgang wie auch jener bei

höhere Übertragungsraten. Im in-

2014) surften im Herbst 2014 93 % Aufgrund der technologischen

Durch den Wettbewerb zwischen

der Schweizer Internetnutzerinnen

Entwicklung und dem schrittwei-

Infrastrukturen und Diensten steht

und -nutzer mit einer Geschwin-

sen Übergang zur Telefonie über IP

den Konsumentinnen und Konsu-

digkeit von mehr als 4 Mbit/s (ge-

bleibt das Festnetz weiterhin von

menten eine breite Angebotspalette

genüber 90 % 2013). Im weltweiten

11


ÜBERBLICK TELECOM-MARKT

Durchschnitt waren es 60 %. Mit

betrug sie 7,6 %. Der Markt für Breit-

2013), wovon allein 9,4 % auf Sunrise

einer durchschnittlichen Über-

bandanschlüsse in der Schweiz

entfielen. Bei den Kabelnetzanbiete-

tragungsrate von rund 14,5 Mbit/s

wuchs 2014 im Vergleich zu den Vor-

rinnen ist upc cablecom mit einem

belegt die Schweiz weltweit den

jahren etwas langsamer. 2014 nahm

Marktanteil von 20,9 % führend, die

vierten Rang, während die durch-

die Zahl der Breitbandanschlüsse

übrigen CATV-Betreiberinnen kom-

schnittliche Verbindungsgeschwin-

um 4,4 % zu (gegenüber 5,5 % im

men zusammen auf 12,1 %.

digkeit weltweit nur 4,5 Mbit/s

Jahr 2013, 5,1 % 2012 und 5,4 % im

erreicht.

Jahr 2011).

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Marktanteil der historischen

IN SACHEN BREITBAND-

Die Zahl der Internetzugänge über

Anbieterinnen in den EU-Ländern

DIENSTE BELEGT DIE

das Telefonnetz (DSL) ist dem Zu-

lag im Juli 2014 bei rund 42 % (vgl.

SCHWEIZ MIT EINER

gang über das Kabelnetz immer

Abb. 11).

DURCHSCHNITTLICHEN

noch weit voraus: Ende 2014 verfüg-

ÜBERTRAGUNGSRATE

ten 67 % der Nutzerinnen und Nut-

Betrachtet man nur den DSL-Markt

VON RUND 14,5 MBIT/S

zer (2 332 000 Einheiten) über einen

(inkl. entbündelter Leitungen), so

WELTWEIT DEN VIERTEN

DSL-Anschluss der Telekommuni-

hat sich die Zahl der Kundinnen und

RANG UND EUROPAWEIT

kationsanbieterinnen und 33 % über

Kunden 2014 um 50 000 (gegenüber

DEN ERSTEN RANG

einen CATV-Anschluss (1 150 000

69 000 zwischen 2012 und 2013)

Einheiten) (vgl. Abb. 8).

beziehungsweise um 2,2 % erhöht.

ke Zunahme bei den Hochbreit-

2014 gewannen die Internetanbiete-

Swisscom ist die einzige Anbiete-

bandanschlüssen festzustellen: Bei

rinnen (CATV und DSL) zusammen

rin, deren Kundenzahl 2014 wuchs

54 % der Breitbandanschlüsse in der

145 200 neue Kundinnen und Kun-

(79 000 Neukunden). Mit 1 890 000

Schweiz surfen die Nutzer mit Ge-

den (2013: 173 300), und die Zahl der

DSL-Leitungen stieg ihr Marktanteil

schwindigkeiten von 10 Mbit/s und

Breitbandanschlüsse in der Schweiz

zwischen Ende 2013 und Ende 2014

mehr (gegenüber 39 % im Jahr 2013,

erhöhte sich auf 3 482 000.

von 79,4 % auf 81,0 %.

Internetnutzerinnen und -nutzer

Wie bereits seit mehreren Jahren

Sunrise verlor im selben Zeitraum

in der Schweiz verfügen über einen

zählten die Kabelbetreiberinnen

rund 19 000 Kundinnen und Kun-

Breitbandanschluss mit einer

mehr Neukunden als die DSL-

den. Mit 327 000 Breitbandkunden

Geschwindigkeit von mindestens

Anbieterinnen. 2014 vermeldeten

Ende 2014 reduzierte sich ihr Markt-

15 Mbit/s (Zunahme um 61 %).

die CATV-Firmen 95 200 neue

anteil im Berichtsjahr um über einen

Internet-Kunden, bei den DSL-

Punkt auf 14,0 % (gegenüber 15,2 %

Gemäss einer weiteren, vom BAKOM

Anbieterinnen waren es 50 000

2013). Die Betreiberin verzeichnete

herausgegebenen Studie über End-

(vgl. Abb. 9).

eine Zunahme der Abonnentinnen

Schliesslich ist auch eine sehr star-

Zunahme um 39 %). Gar 30 % der

kundenpreise bei Breitbanddiens-

und Abonnenten von Sunrise TV

ten wurde der Anstieg der Übertra-

Betrachtet man die Gesamtheit

(+32 800 im Jahr 2014), das Anfang

gungsraten 2014 von sehr starken

der Breitbandanbieterinnen

2012 lanciert worden war, verlor

Preissenkungen begleitet.

(CATV und DSL), so zeigt sich, dass

aber zahlreiche entbündelte Kun-

Swisscom noch immer den weit-

den. Deren Zahl sank von 211 000

So gingen die Preise von Breitband-

aus grössten Teil des Marktes be-

Ende 2013 um 67 000 auf 144 000

diensten für eine Person mit mittle-

herrscht (vgl. Abb. 10). Mit einem

Ende 2014.

rem Nutzungsbedarf zwischen 2013

Marktanteil von 54,3 % per Ende

und 2014 um 18 % zurück.

2014 liegt sie weit vor ihren wich-

Die übrigen DSL-Wiederverkäufe-

tigsten Konkurrentinnen.

rinnen, deren Kundenzahl zwischen

Bei den Personen mit grosser

12

2010 und 2012 um 24 900 abgenom-

Nutzung erreicht diese Abnahme

Der Marktanteil aller alternativen

men hatte, haben nach einem Neu-

über 28 %, bei Kundinnen und Kun-

DSL-Anbieterinnen zusammen sank

kundenzuwachs von 6000 im Jahr

den mit geringer Nutzung

auf 12,7 % (gegenüber 14,1 % Ende

2013 im Berichtsjahr erneut rund


9800 Kunden verloren. Ihr Marktanteil verringerte sich

Ende 2014 machten die vollständig entbündelten

wiederum und lag Ende 2014 bei 3,3 % (gegenüber 3,7 %

Leitungen (Full Access) deshalb nur noch 7,7 % der

Ende 2013).

DSL-Leitungen und knapp 5,2 % aller Breitbandleitungen (inkl. CATV-Anschlüssen) aus.

Bei der Entbündelung schliesslich wurde im zweiten Nachdem die Zahl der Einheiten bereits 2013 um 43 000

RASCHER AUSBAU DER HOCHBREITBANDNETZE

gesunken war, ging sie 2014 um weitere 76 000 zurück.

Die Schweiz belegt bei den Breitbandanschlüssen

Die Zahl der entbündelten Leitungen, die Ende 2013

(DSL und CATV) im Festnetz einen Spitzenplatz.

noch 256 444 erreicht hatte, lag Ende 2014 bei nur noch

Auch die Nachfrage nach Hochbreitbanddiensten

180 160 (vgl. Abb. 12).

über Glasfasernetze wächst weiter. Ende 2013 wurde

Jahr in Folge ein sehr starker Rückgang verzeichnet.

die Schweiz erstmals in das Ranking des FTTH Council Dieser Rückgang ist einerseits mit der Entwicklung des

Europe aufgenommen, das die Länder mit einer

digitalen Fernsehens via Festnetz zu erklären. Es hat

FTTH-Abdeckung von mindestens 1 % der Haushalte

sich gezeigt, dass die ADSL-Technologie für ein

berücksichtigt.

qualitativ hochstehendes TV-Angebot Die Zahl der Abonnemente im Glas-

über das Telefonnetz – insbesonde-

fasernetz war 2013 stark gewach-

re auch in HD-Qualität – nicht

sen, und zwar um rund 235 %

ausreicht. Auf einer entbündelten Leitung kann in der

Im Jahr 2014

Schweiz jedoch nur ADSL

SOCIAL MEDIA NUTZER WELTWEIT: 1,8 MILLIARDEN, DAVON FACEBOOK: 1,4 MILLIARDEN

und kein VDSL eingesetzt werden. Um ihre Kundinnen und Kunden mit Fernsehen versorgen zu können, sind die alternativen Telekommunikationsanbieterin-

nen somit gezwungen, bei Swisscom ein Wiederverkaufsangebot für VDSL zu beziehen, das in der Schweiz

auf 74 000 Einheiten. Das entspricht 2 % der Schweizer Haushalte. Bis Ende 2014 erhöhte sich die Durchdringung auf 3,5 %, d. h. rund 130 000 Abonnenten. Obwohl die Schweiz weit hinter den asiatischen Ländern (Hongkong, Südkorea, Japan) oder bestimmten europäischen Ländern wie Litauen (34 %) oder Schweden (26 %) rangiert, ist

nicht reguliert ist.

dieses Wachstum sehr ermutigend.

Im Übrigen hat Sunrise, die in den vergangenen

2014 schritt der Ausbau der Hochbreitbandnetze in

Jahren den weitaus grössten Teil aller Entbündelungen

der Schweiz im Übrigen sehr rasch weiter voran.

in der Schweiz vollzogen hat, mit Swisscom eine Vereinbarung in Höhe von 74 Millionen Franken abgeschlos-

Ende 2014 hatten Swisscom und ihre Kooperations-

sen. Diese erlaubt Sunrise, über das Netz von Swisscom

partner über 920 000 Haushalte und Betriebe bis

schweizweit Breitband- und TV-Angebote mit der leis-

mindestens in den Keller mit Glasfaser erschlossen

tungsfähigsten Technologie zu erbringen.

(Fiber to the Home; FTTH). Das sind 26 % der Haushalte (homes passed). Seit 2013 stützt sich Swisscom

Andererseits wirkt sich das zunehmende Interesse der

auch auf einen Mix aus verschiedenen Technologien,

Kundinnen und Kunden an Kombiangeboten für Telefo-

um die nutzbare Bandbreite der bestehenden Kupfer-

nie, Internet und digitales Fernsehen zum Nachteil für

leitungen deutlich zu erhöhen.

die Entbündelungstechnik aus, die dafür nicht mehr geeignet ist.

Durch die Verbindung von zwei technologischen Innovationen können Bandbreiten von mehreren

Die Angebote der Kabelnetzbetreiberinnen und die zu-

Hundert Mbit/s erreicht und noch mehr Haushalte

nehmende Nutzung der Glasfaseranschlüsse verschär-

in der Schweiz mit einem Hochbreitbandanschluss

fen den Infrastrukturwettbewerb weiter.

versorgt werden. Zu diesen Technologien gehört

13


ÜBERBLICK TELECOM-MARKT

zum einen das «Vectoring», das Störungen auf den

wie im Wallis oder auf kantonaler Ebene wie in Frei-

DSL-Leitungen eliminiert und bis zu doppelt so hohe

burg mit ftth fr, einem Gemeinschaftsunternehmen

Bandbreiten wie bisher ermöglicht. Zum anderen wer-

von Groupe E, dem Kanton Freiburg, Gruyère Energie

den dank des von der ITU Anfang Dezember 2014

und IB Murten.

validierten Standards «G.fast» über Kupferleitungen Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s

Verschiedene Anbieterinnen offerieren ihre Dienste

über kurze Distanzen erzielt.

über das Glasfasernetz der Stadtwerke. Sunrise hat auch Kooperationsvereinbarungen mit den Stadtwer-

26 % DER SCHWEIZER

ken mehrerer grosser Städte wie Zürich, Bern, Genf

HAUSHALTE SIND MIT GLASFASER

oder Basel abgeschlossen und baut ihr Glasfaserange-

(FTTH) ERSCHLOSSEN

bot in anderen Städten weiter aus.

Gemäss Swisscom waren Ende 2014 über 1,4 Millio-

Diese Konkurrenzsituation hat sich 2013 mit der

nen Wohnungen und Betriebe mit Hochbreitband

neuen Marktteilnehmerin Swiss Fibre Net (SFN) noch

erschlossen. Über ein Drittel (34 %) der Schweizer

verstärkt. Unter ihrem Dach haben sich verschiedene

Haushalte sind bis in den Keller oder zumindest bis in

Energieversorgungsunternehmen und weitere Part-

Gebäudenähe mit Glasfaser versorgt. Swisscom inves-

ner, wie ftth fr, zusammengeschlossen. Swiss Fibre

tiert weiter in den Ausbau der Hochbreitband-Infra-

Net wird über 650 000 Haushalte mit einem Glasfa-

struktur und will so bis Ende 2015 2,3 Millionen Haus-

seranschluss versorgen. Über die gemeinsame Platt-

halte und Betriebe erschliessen. Bis 2020 sollen es

form ALEX, deren Entwicklung im Rahmen des Run-

85 % der Wohnungen und Betriebe sein.

den Tisches angestossen wurde, bietet Swiss Fibre Net schweizweit den Dienstanbieterinnen einheitliche

Die ComCom und das BAKOM hatten zwischen 2008

Glasfaserprodukte an.

und 2012 Gespräche am Runden Tisch zu FTTH organisiert, die verschiedene Weichenstellungen ermöglicht

Die CATV-Betreiberinnen tragen ebenfalls ihren Teil

haben. Diese tragen weiterhin Früchte. Die Glasfa-

zum Wettbewerb auf dem Markt für Hochbreitband-

sernetze werden – meistens in Form von Kooperatio-

dienste via Festnetz bei. Sie investieren weiter in die

nen – koordiniert ausgebaut. Damit wird verhindert,

Modernisierung ihrer Netze und rüsten schrittweise

dass parallel mehrere verschiedene Glasfasernetze

alle Anschlüsse mit DOCSIS 3.0 und bald DOCSIS 3.1

errichtet werden. Im Übrigen verfügen die einzelnen

aus. Damit können die meisten Schweizer Haushal-

Investoren dank dem Mehrfasermodell, das sich nach

te mit Kabelnetzanschluss Hochbreitbanddienste mit

den Gesprächen am Runden Tisch durchgesetzt hat,

Bandbreiten von bis 1 Gbit/s nutzen.

jeweils über eine eigene Glasfaser. Auch die übrigen Anbieterinnen haben damit Zugang zum Glasfasernetz, so dass die Konsumentinnen und Konsumenten ihre Telekommunikationsanbieterin weiterhin frei wählen können. Wo keine Zusammenarbeitsvereinbarung gefunden wurde, investiert Swisscom im Alleingang. Dies ist in rund 30 Ortschaften der Fall. Andernorts wurden zwischen Swisscom und verschiedenen Gemeinden oder Stadtwerken – wie insbesondere in den meisten grossen Städten wie Basel, Bellinzona, Bern, Luzern, Genf – Kooperationen abgeschlossen. Der Glasfaser-Ausbau findet nicht nur in den grossen Agglomerationen statt. Auch auf dem Land wurden 14

verschiedene Projekte gestartet, auf regionaler Ebene


Anzahl in 1 000 12 000

10 000

8 000

6 000

4 000

2 000

0 1999

2000

2001

SWISSCOM

2002

2003

SUNRISE

2004

2005

2006

2007

ORANGE

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Quellen: Geschäftsberichte Swisscom, Sunrise, Orange

Abb. 2

MOBILFUNK-MARKTDURCHDRINGUNG IN EUROPA & DER SCHWEIZ, SEPTEMBER 2014 Pro 100 Einwohner 200%

180%

160%

140%

Durchschnitt EU 15

120%

100%

80%

60%

40%

20%

FRANKREICH

SPANIEN

IRLAND

BELGIEN

NIEDERLANDE

GRIECHENLAND

VER. KÖNIGR.

NORWEGEN

DEUSCHLAND

ÖSTERREICH

DÄNEMARK

SCHWEIZ

ITALIEN

SCHWEDEN

PORTUGAL

FINNLAND

0%

Quellen: Analysys Mason, Telecoms Market Matrix, February 2015, ComCom Abb. 3

MARKTANTEILE DER MOBILFUNKANBIETERINNEN IN DER SCHWEIZ SWISSCOM

18,1%

ORANGE 27,1%

16,9%

19,9%

SUNRISE Total 11 938 000

Total 5 086 000

54,8%

42,5%

37,6% Quellen: Geschäftsberichte Swisscom, Sunrise, Orange

MOBILFUNKMARKT Marktanteile, in %, Ende 2014

PREPAID-MARKT Marktanteile, in %, Ende 2014

19,3%

Total 6 852 000 63,9%

POSTPAID-MARKT Marktanteile, in %, Ende 2014

STATISTIKEN

Abb. 1

MOBILFUNKANSCHLÜSSE IN DER SCHWEIZ 1999–2014


Abb. 4

ENTWICKLUNG DER ENDKUNDENPREISE IM SCHWEIZER MOBILFUNK 1998–2014 Kostenindizes nach Konsumprofil, 100 = Jahr 2012 INDEX «GERINGE NUTZUNG»

400

INDEX «MITTLERE NUTZUNG» INDEX «HOHE NUTZUNG»

350

300

250

200

150

100

50

0

Quelle: BAKOM, Kosten der Mobilfunkdienste, November 2014

1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Abb. 5

WARENKORB MOBILFUNK OECD SPRACH- UND DATENVERBINDUNGEN, 100 ANRUFE + 500 MB Euro inkl. MWST, kostengünstigstes Produkt nach Land, August 2014 LÄNDER, ANBIETER Estland, Tele2

7.56

Türkei, Vodafone

10.14

Österreich, T-Mobile

10.28

Ver. Königreich, T-Mobile

11.34

Polen, Polkomtel

11.85

Südkorea, SK Telecom

12.01

Dänemark, Telenor

14.27

Israel, Orange Israel

15.04

Italien, TIM

15.08

Finnland, Elisa

15.91

Mexiko, MoviStar

17.19

Schweden, Telia

18.05

Slowenien, Si.mobil

18.33

Neuseeland, Vodafone

18.48

Niederlande, Vodafone

19.78

Frankreich, Orange

19.99

Belgien, Mobistar

20.00 20.85

Australien, Optus Luxemburg, Tango

21.61

Slowakei, T-Mobile

22.00 22.15

OECD-Durchschnitt Deutschland, Vodafone

22.75

Island, Vodafone

23.02 23.70

Norwegen, Telenor

24.50

Spanien, MoviStar

25.41

Tschech. Republik, T-Mobile

26.19

Ungarn, T-Mobile

27.78

Chile, Entel Movil

28.28

Portugal, MEO Irland, Vodafone

29.00

Griechenland, Vodafone

29.21 32.66

Canada, Bell Mobility

33.93

Vereinigte Staaten, AT&T

42.00

Schweiz, Sunrise

64.81

Japan, KDDI au 0.00

10.00

20.00

30.00

40.00

50.00

60.00

70.00

Quelle: Results from Teligen Price Benchmarking System. Copyright Strategy Analytics, UK


Abb. 6

Abb. 8

BREITBANDVERSORGUNG DER SCHWEIZ

BREITBANDANSCHLÜSSE IN DER SCHWEIZ

% der Schweizer Haushalte, September 2014

xDSL und Kabelmodem, 2005–2014 3 600 000

Grundversorgung (2 Mbit/s ab Jan. 2015)

3 200 000 ADSL (bis 25 Mbit/s) 2 800 000

FTTC/VDSL (bis 50 Mbit/s)

2 400 000

2 000 000

Vectoring mit FTTS/C (100 Mbit/s)

1 600 000 FTTH homes passed (über 1 Gbit/s) 1 200 000

Haushalte mit CATV-Anschluss

800 000

400 000

CATV mit DOCSIS 3.0 (100–200 Mbit/s)

0 0%

25%

50%

75%

100%

2005

2006

2007

KABELMODEM

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

xDSL Quellen: Swisscom, Swisscable

Quellen: Betreiberinnen, Swisscable

Abb. 7

BREITBANDPENETRATION IN OECD-LÄNDERN Pro 100 Einwohner, Juni 2014

50%

SCHWEIZ

45%

NIEDERLANDE DÄNEMARK

40%

SÜDKOREA NORWEGEN ISLAND

35%

SCHWEDEN

30%

25% 2008 Q2

2008 Q4

2009 Q2

2009 Q4

2010 Q2

2010 Q4

2011 Q2

2011 Q4

2012 Q2

2012 Q4

2013 Q2

2013 Q4

2014 Q2 Quelle: OECD


Abb. 9

BREITBANDMARKT IN DER SCHWEIZ Neukunden pro Jahr, nach Technologie, 2001–2014 350 000

300 000

250 000

200 000

150 000

100 000

50 000

0

2001

2002

2003

KABELMODEM

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

DSL

2013

2014

Quellen: Swisscom, Swisscable

Abb. 10

Abb. 12

MARKTANTEILE DER BREITBANDANSCHLÜSSE IN DER SCHWEIZ, ENDE 2014

ENTWICKLUNG DER ENTBÜNDELUNG IN DER SCHWEIZ, DEZ. 2014

3,3% 9,4%

20,9%

Anzahl Teilnehmeranschlussleitungen (TAL)

320 000 280 000 240 000

Total 3 482 000

12,1%

200 000 160 000

54,3% 120 000 80 000

CATV CABLECOM

DSL SUNRISE

CATV ÜBRIGE ANBIETER

DSL ÜBRIGE ANBIETER

40 000 0

DSL SWISSCOM

JAN. 2008

JUNI 2008

DEZ. 2008

JUNI 2009

DEZ. 2009

JUNI 2010

DEZ. 2010

JUNI 2011

DEZ. 2011

JUNI 2012

DEZ. 2012

JUNI 2013

DEZ. 2013

JUNI 2014

DEZ. 2014

Quelle: Swisscom

Quellen: Betreiberinnen, Swisscable Abb. 11

MARKTANTEILE DER BREITBANDANSCHLÜSSE IN DER SCHWEIZ UND IN DER EU, 2006–2014 60% CATV CABLECOM 50%

CATV ÜBRIGE ANBIETER

40%

DSL SWISSCOM

30%

DSL SUNRISE DSL ÜBRIGE ANBIETER

20% DURCHSCHNITT EU* 10%

* Marktanteil der historischen Anbieterinnen.

0% 2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014 Quellen: Anbieterinnen, EU-Kommission


AUSBLICK

Bereichen aus ihrer Sicht eine Gesetzesrevision be-

Die Ziele der ComCom sind auch künftig, im Interesse

sonders vordringlich ist.

der Wirtschaft und der Konsumenten eine gute Grundversorgung sicherzustellen, den Wettbewerb im Tele-

INTERNATIONALES

com-Markt zu fördern und für eine effiziente Nutzung

Gemeinsam mit dem BAKOM verfolgt die ComCom

des Frequenzspektrums zu sorgen. Weiter setzt sich die

die Regulierungspraxis in den übrigen europäischen

ComCom für investitionsfreundliche Rahmenbedin-

Staaten. Hierfür nimmt sie an Sitzungen des BEREC

gungen und für technologische Innovation im Tele-

teil und engagiert sich aktiv in der Independent

com-Markt ein.

European Regulators Group (IRG). Ende 2014 wurde der ComCom-Präsident zum Vice-chairman des IRG

FOLGENDE TÄTIGKEITEN STEHEN FÜR DIE COMCOM 2015 IM FOKUS: ZUGANGSVERFAHREN

gewählt, dadurch nimmt Marc Furrer auch Einsitz im Board von BEREC/IRG. Bereits im Februar 2015 führt die ComCom zusammen mit dem BAKOM in Bern

Die bereits hängigen Zugangsverfahren werden

eine Plenartagung von BEREC und IRG durch. Im

vorangetrieben. Im Jahr 2015 werden neben dem

Herbst 2015 dürfte zudem die Jahrestagung der fran-

Verfahren «Interconnect Peering» die erstmali-

zösischsprachigen Regulierungsbehörden (FRATEL)

ge Umsetzung der neuen Verordnungsbestimmun-

in der Schweiz stattfinden.

gen bezüglich Preisberechnungsmethodik und der Wechsel zur Glasfaser-Technologie als «Modern Equivalent Asset» (MEA) im Vordergrund stehen (vgl. die Ausführungen hinten). NUMMERNPORTIERUNG

Die ComCom wird 2015 auch die Frage angehen, wie die Mitnahme der bisherigen Telefonnummer zu einem neuen Anbieter verkürzt werden kann. FREQUENZEN DER «DIGITALEN DIVIDENDE II» (694–790 MHz)

Im November 2015 wird in Genf die World Radio Conference (WRC) stattfinden. Es wird erwartet, dass an dieser Konferenz entschieden wird, Frequenzen im 700 MHz-Band primär für die Nutzung mit Mobilfunkdiensten zu reservieren. Im Anschluss an die WRC wird die ComCom entscheiden, wie und wann diese Frequenzen vergeben werden könnten. Voraussetzung für die störungsfreie Nutzung dieser Frequenzen mit Mobilfunkdiensten ist, dass diese Frequenzen in der Schweiz und in den Nachbarländern nicht mehr mit DVB-T genutzt werden. REVISION DES FERNMELDEGESETZES (FMG)

Der Bundesrat hat im Herbst den Fernmeldebericht 2014 publiziert. Die ComCom begrüsst die darin erwähnte Absicht des Bundesrates, «noch während der laufenden Legislaturperiode eine Revision des FMG in Angriff» nehmen zu wollen, sowie die vorgeschlagene Etappierung. Die ComCom wird sich 2015 eingehender mit der Frage beschäftigen, in welchen

15


KOMMISSION UND SEKRETARIAT Die ComCom ist eine unabhängige, ausserparlamentarische Behördenkommission, die für die Konzessionierung und Marktregulierung im Bereich der Telekommunikation zuständig ist. Die Kommission besteht aus sieben unabhängigen Sachverständigen, die vom Bundesrat ernannt werden. Die Kommission setzte sich 2014 aus folgenden Mitgliedern zusammen: MARC FURRER, PRÄSIDENT Fürsprech und Notar MONICA DUCA WIDMER, VIZEPRÄSIDENTIN

Dr. dipl. Chem.-Ing. ETH, Tessiner Unternehmerin ANDREAS BÜHLMANN

Dr. rer. pol ., Chef des Amtes für Finanzen des Kt. SO ADRIENNE CORBOUD FUMAGALLI

Doktorin in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Vizepräsidentin der ETH Lausanne, Beauftragte für Innovation und Valorisierung REINER EICHENBERGER

Dr. oec. publ., Ökonomieprofessor an der Universität Freiburg JEAN-PIERRE HUBAUX

Elektroingenieur, Professor an der ETH Lausanne STEPHAN NETZLE Dr. iur., LL.M., Rechtsanwalt

16


Die Kommission tritt in der Regel fast monatlich zu einer Sitzung zusammen. Die Mitglieder wenden zudem viel Zeit für die Sitzungsvorbereitung und für Stellungnahmen auf dem Zirkulationsweg auf. Ausserdem befasste sich die Kommission 2014 in einem zweitägigen

Selfie der ComCom, v.l.n.r: Reiner Eichenberger, Monica Duca Widmer (Vizepräsidentin), Jean-Pierre Hubaux, Adrienne Corboud Fumagalli, Marc Furrer (Präsident), Stephan Netzle, Andreas Bühlmann.

internen Weiterbildungsseminar mit dem Ausbau und der Weiterentwicklung der Informations- und Telekommunikationstechnologien. Die Kommission verfügt über ein eigenes Sekretariat, das für die Koordination der Geschäfte, die Organisation der Kommissionsaktivitäten und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Im Sekretariat sind eine Mitarbeiterin und zwei Mitarbeiter tätig; die drei Teilzeitpensen entsprechen zusammen 240 Stellenprozenten.

17


TÄTIGKEITEN DER KOMMISSION Die Tätigkeit der ComCom orientiert sich am Zweckartikel des Fernmeldegesetzes (Art. 1 FMG): Ziel des Gesetzes ist die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit vielfältigen, preiswerten und qualitativ hochstehenden Fernmeldediensten. Neben der Grundversorgung der ganzen Schweiz mit einem Basisangebot an TelecomDiensten soll dieses Ziel über wirksamen Wettbewerb realisiert werden. Die wichtigsten Aufgaben der ComCom gemäss

sion anschliessend die Geschäfte zum Entscheid vor.

Fernmeldegesetz sind:

Die Entscheide der Kommission werden von ihrem

• die Vergabe von Konzessionen für die Nutzung

Sekretariat oder dem BAKOM vollzogen.

des Funkfrequenzspektrums (Art. 24a FMG), • die Erteilung der Grundversorgungskonzession

Die nachfolgenden Kapitel geben einen Überblick über

(Art. 14 FMG),

die Tätigkeiten der ComCom im Jahr 2014.

• die Festlegung der Zugangspreise und -bedingungen, wenn die Anbieter unter sich keine Einigung erzielen

ZUGANGSVERFAHREN

können (Art. 11 und 11a FMG),

Seit April 2007 sieht das Fernmeldegesetz

• die Genehmigung der nationalen Nummerierungs-

(Art. 11 FMG) die folgenden Varianten des Zugangs

pläne (Art. 28 FMG),

zur Infrastruktur und zu Diensten einer marktbe-

• die Regelung der Nummernportabilität und der

herrschenden Anbieterin vor:

freien Wahl der Dienstanbieterin (Art. 28 FMG),

1

vollständige Entbündelung des Teilnehmeranschlusses,

• Verfügung von Massnahmen und Sanktionen bei Verletzung des anwendbaren Rechts im Rahmen

2

schneller Bitstromzugang (während vier Jahren),

einer von der ComCom vergebenen Konzession

3

Verrechnen von Teilnehmeranschlüssen des Festnetzes,

(Art. 58 FMG). 4

Interkonnektion,

Als unabhängige schweizerische Konzessions- und

5

Mietleitungen,

Regulierungsbehörde im Bereich der Telekommuni-

6

Zugang zu den Kabelkanalisationen, sofern diese

kation unterliegt die ComCom keinen Weisungen von

über eine ausreichende Kapazität verfügen.

Bundesrat und Departement. Bei der Erfüllung ihrer

18

Aufgaben arbeitet die ComCom eng mit dem BAKOM

Zu Beginn des Jahres 2014 war bei der ComCom ein Zu-

zusammen. Im Auftrag der Kommission bereitet das

gangsverfahren betreffend Interconnect Peering hän-

BAKOM mit seinen Fachdiensten die meisten Kommis-

gig. Im Verlaufe des Jahres 2014 haben verschiedene

sionsgeschäfte selbständig vor und legt der Kommis-

Firmen fünf neue Zugangsgesuche eingereicht, die


– abgesehen vom Bitstromzugang –

tragen hätte, wenn sie mit moder-

fahren kommt dieser per 2014 an-

alle in Artikel 11 des FMG aufge-

ner Technologie («Modern Equiva-

gekündigte MEA-Wechsel nun zur

führten Formen des Netzzugangs

lent Assets», MEA) ein neues Netz

Anwendung.

betreffen.

erstellen würde. Der Bundesrat hat

Gegen ComCom-Entscheide kann

hen, dass die Bewertung des Netzes

NEUE BESTIMMUNGEN IN DER FDV

beim Bundesverwaltungsgericht

auf aktuellen Wiederbeschaffungs-

Nach längerer Evaluation hat der

(BVGer) Beschwerde geführt wer-

kosten und nicht, wie oft gefordert,

Bundesrat im März 2014 im Rah-

den. Seit Januar 2014 ist beim

auf historischen Kosten der markt-

men einer FDV-Revision verschie-

BVGer gegen die Verfügung der

beherrschenden Anbieterin beruht.

dene Anpassungen an der Metho-

in der Verordnung explizit vorgese-

dik zur Berechnung regulierter

ComCom vom 18. Dezember 2013 betreffend die Preise 2012/2013

Die LRIC-Methode berücksichtigt

Zugangspreise beschlossen (vgl. die

für Interkonnektion, Entbünde-

als relevante Kosten zudem den

Medienmitteilung des Bundesrates

lung, Zugang zu Kabelkanalisatio-

branchenüblichen Kapitalkosten-

vom 14.3.2014 und weitere Materia-

nen und Verrechnung von Teilneh-

satz (WACC) sowie einen Anteil

lien auf der BAKOM-Website

meranschlüssen eine Beschwerde

an den Gemeinkosten. Der Kapi-

www.bakom.ch). Auch der Bundes-

hängig. Das Urteil stand Ende 2014

talkostensatz bezieht sowohl die

rat ist der Ansicht, dass Glasfasern

noch aus.

Fremdkapitalkosten als auch die

heute als die moderne etablierte

Renditeerwartungen der Eigenkapi-

Technologie (MEA) zu betrachten

talgeber ein.

ist, mit der ein Betreiber ein neues

NEUERUNGEN BEI DER BERECHNUNG VON ZUGANGSPREISEN

Festnetz bauen würde. Für die Preisberechnung durch die

Zugangspreise primär geprägt von

GLASFASER-TECHNOLOGIE ALS MODERN EQUIVALENT ASSET

Anpassungen des Bundesrates an

Bei der Berechnung regulierter In-

dere folgende Neuerungen in der

der Berechnungsmethodik in der

terkonnektions- und Zugangsprei-

FDV:

Verordnung über Fernmeldedienste

se mit der oben kurz erläuterten

(FDV) und von einem Technologie-

LRIC-Methode wurden bisher her-

wechsel, den die ComCom vorge-

kömmliche Vermittlungstech-

Bezüglich Entbündelung des Teil-

nommen hat.

nik und die Kupfertechnologie als

nehmeranschlusses hat der Bun-

«moderne» etablierte Technologie

desrat klare Vorgaben gemacht,

(MEA) herangezogen.

wie der Wert des heute regulier-

Das Jahr 2014 ist bezüglich regulierte

Das Fernmeldegesetz (FMG)

ComCom von Belang sind insbeson-

ENTBÜNDELUNG

ten Kupferanschlusses bei einem

schreibt vor, dass eine marktbeherrschende Anbieterin die ver-

Hier findet aktuell jedoch ein Tech-

Glasfasernetz als moderner Re-

schiedenen in Artikel 11 auf-

nologiewechsel statt, denn eine ef-

ferenztechnologie zu bestimmen

geführten Zugangsformen zu

fiziente Anbieterin würde ein neues

ist. Die Berechnung dieses so ge-

kostenorientierten Preisen

Telecom-Netz heute mit moder-

nannten Performance-Delta ist

anbieten muss.

ner Vermittlungstechnik und un-

für die Kalkulation des Entbünde-

ter Einsatz von Glasfasern erbauen.

lungspreises deshalb notwendig,

Liegt ein Gesuch um Preisfestle-

Diesem technologischen Wandel

weil ein Glasfasernetz viel leis-

gung vor, so berechnet die ComCom

muss bei Preisfestlegungen künf-

tungsfähiger ist als das alte Kup-

diese mit der Berechnungsmetho-

tig Rechnung getragen werden.

fernetz.

de «Long Run Incremental Cost»

Bereits im Juli 2012 hatte die Com-

(LRIC), die vom Bundesrat in Arti-

Com angekündigt, die Umstellung

kel 54 der FDV definiert wurde.

auf die neue Technologie um ein

Hier hat der Bundesrat eine ganz

Jahr, d. h. auf 2014 zu verschieben,

neue Vorgehensweise beschlos-

In diese Preisberechnung werden

um das Ergebnis der bundesrätli-

sen. Künftig basiert die Preisbe-

jene Kosten einbezogen, die eine ef-

chen FDV-Revision abzuwarten. Im

rechnung nicht mehr auf Modell-

fiziente neue Markteintreterin zu

Rahmen der laufenden Zugangsver-

Kosten, sondern auf den realen

KABELKANALISATIONEN

19


TÄTIGKEITEN DER KOMMISSION

Kosten für den langfristigen Erhalt und den Ausbau der Kabelkanalisationen. Die ComCom wird hier für die Preisberechnung also die tatsächlichen Aufwendungen der betroffenen Firma heranziehen. VERMEIDUNG VON PREISDISKRIMINIERUNG

Die Anbieter müssen die Netzinfrastrukturen zu denselben Konditionen nutzen dürfen, wie sie auch Swisscom zur Verfügung stehen. Der Bundesrat hat dieses unbestrittene Gebot der Nichtdiskriminierung in der FDV präzisiert: Swisscom muss Zugangsprodukte anbieten, die es einer effizienten Anbieterin erlauben, auf dem Endkundenmarkt Produkte zu konkurrenzfähigen Preisen anzubieten. PREISUNTERGRENZE

Eine Untergrenze stellt sicher, dass der Preis für den entbündel-

nungsrevision durch den Bundes-

Hintergrund des Verfahrens ist

ten Teilnehmeranschluss in je-

rat zu tun haben dürfte. Weiter

die Auflösung des Peering-Ab-

dem Fall zumindest die kurzfris-

läuft ein Verfahren betreffend In-

kommens zwischen den beiden

tig anfallenden Kosten für deren

terconnect Peering.

Verfahrensparteien und der von

Bereitstellung deckt. GLEITPFAD BEI DER UMSET- ZUNG DER ANPASSUNGEN

Swisscom geforderte Wechsel von Die Instruktion der verschiedenen

einem unentgeltlichen zu einem

Verfahren laufen beim BAKOM

entgeltlichen Peering.

auf Hochtouren. Die erstmalige

Im Fall von Interkonnektion und

Anwendung der neuen Verord-

Im Juni 2013 hatte die ComCom die

Mietleitungen sieht die FDV

nungsbestimmungen in den

beantragte vorsorgliche Massnahme

einen gestaffelten Übergang zu

laufenden Verfahren erhöhen

erlassen. Damit wurde die alte Ver-

den neuen Preisberechnungs-

den zeitlichen und personellen

tragsbeziehung zwischen den Partei-

regeln über drei Jahre vor.

Aufwand beträchtlich.

en wiederhergestellt: Init7 kann für die Dauer des Zugangsverfahrens die

20

LAUFENDE ZUGANGSVERFAHREN

INTERCONNECT PEERING

bisherigen Datenverbindungen un-

Abschliessend einige Informatio-

entgeltlich nutzen. Init7 kann wäh-

Wie eingangs erwähnt, sind bei

nen zum seit 2013 laufenden Zu-

rend des Verfahrens somit keinen

der ComCom seit 2014 fünf neue

gangsverfahren betreffend «In-

Nachteil erleiden, der nicht leicht

Zugangsgesuche betreffend die

terconnect Peering»: Die Firma

wieder gutzumachen wäre. Eine von

Zugangsformen Interkonnektion,

Init7 (Schweiz) beantragte, Swiss-

Swisscom verlangte Sicherheitsleis-

Entbündelung, Mietleitungen, Ka-

com sei zu verpflichten, ihr unent-

tung lehnte die ComCom ab. Die Be-

belkanalisationen und Verrech-

geltliches Peering zu gewähren,

schwerde von Swisscom gegen die-

nung des Teilnehmeranschlusses

und dies sei auch als vorsorgliche

sen Entscheid der ComCom wurde

hängig, was auch mit der Verord-

Massnahme zu verfügen.

am 13. November 2013 vom BVGer


den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnissen sowie dem Stand der Technik angepasst. Die ComCom wiederum ist zusammen mit dem BAKOM für die Ausschreibung und Vergabe der Grundversorgungskonzession zuständig.

15. Januar 2014 SKYPE-TO-SKPE ANRUFE SIND IM JAHR 2013 AUF 214 MILLARDEN MINUTEN ANGESTIEGEN.

Zur Grundversorgung gehören die Sprachtelefonie, der Fax, der Festnetzanschluss oder der breitbandige Internetzugang. Weiter müssen eine ausreichende Versorgung mit Telefonkabinen sowie der Zugang zu Notrufdiensten und Teilnehmerverzeichnissen gewährleistet sein. Zur Erleichterung der Kommunikation für Hörund Sehbehinderte kommen zudem verschiedene Spezialdienste hinzu (wie ein Transkriptionsdienst und Vermittlungsdienste). Neben dem herkömmlichen Te-

abgewiesen; das Urteil wurde im In-

zur Verbreitung von zugangsbe-

lefonanschluss gehört seit 2008

ternet publiziert (www.bvger.ch).

rechtigten Radio- und Fernsehpro-

auch ein breitbandiger Internet-

grammen vorgesehen sind.

anschluss zur Grundversorgung.

Nach dem Schriftenwechsel wurde

Die minimale Übertragungsge-

im Jahr 2014 im Hinblick auf die

Der nachfolgende Überblick befasst

schwindigkeit dieses Breitbandan-

Klärung der Frage der Marktbe-

sich einzig mit jenen Konzessionen,

schlusses hat der Bundesrat per

herrschung vom BAKOM eine

die von der ComCom selbst verge-

1. Januar 2015 auf 2000/200 Kbit/s

sehr aufwändige Marktbefragung

ben werden.

erhöht. Die Preisobergrenze für

durchgeführt und die Wettbewerbskommission (Weko) konsultiert.

diesen Internetanschluss hat der

GRUNDVERSORGUNG

Bundesrat auf 55 Franken pro Mo-

Die Grundversorgung umfasst ein

nat festgelegt (exkl. MWST).

KONZESSIONEN

Basisangebot an Telecom-Diens-

Gemäss Fernmeldegesetz (FMG) ver-

ten, die landesweit allen Bevölke-

gibt die ComCom die Funkkonzessio-

rungskreisen in guter Qualität und

GRUNDVERSORGUNGSKONZESSION

nen und die Grundversorgungskon-

zu einem erschwinglichen Preis

Die aktuelle Grundversorgungs-

zession.

angeboten werden müssen.

konzession wurde 2008 erteilt

Diese Basisdienste sollen der Be-

und läuft bis Ende 2017. Sie wird

Ans BAKOM delegiert hat die Com-

völkerung in der ganzen Schweiz

seit der ersten Vergabe im Jahr

Com die Vergabe derjenigen Funk-

die Teilnahme am gesellschaftli-

2003 von Swisscom gehalten. Die

konzessionen, die nicht Gegenstand

chen und wirtschaftlichen Leben

vom Bundesrat vorgeschriebe-

einer öffentlichen Ausschreibung

ermöglichen.

nen Qualitätskriterien hat Swisscom auch 2014 eingehalten und

sind (z. B. Konzessionen für Amateur-Funker oder für privaten Firmen-

Der Inhalt der Grundversorgung

teilweise übertroffen, wie die

funk) und die ganz oder überwiegend

wird vom Bundesrat periodisch

Überprüfung der Grundversor-

21


TÄTIGKEITEN DER KOMMISSION

gungsqualität durch das BAKOM

Gemeinden – den Abbau von insge-

primär für Telefongespräche und

ergeben hat.

samt 202 öffentlichen Sprechstel-

Dienste mit kleineren Datenmen-

len genehmigt; damit wurden 2014

gen (z. B. SMS) eingesetzt. Mit GSM

Die Grundversorgung der Bevöl-

ähnlich viele Publifone aufgehoben

und EDGE werden aktuell beinahe

kerung mit einem qualitativ guten

wie 2013 (207), aber deutlich weni-

100 % der Bevölkerung und rund

und erschwinglichen Basisange-

ger als im Jahr 2012 als noch 544 Pu-

90 % der Landesfläche versorgt.

bot an Telecom-Diensten ist somit

blifone entfernt wurden. Ende 2014

in der ganzen Schweiz sicher-

gab es in der Schweiz 3105 öffent-

UMTS-KONZESSIONEN

gestellt.

liche Sprechstellen (Publifone), die

Im Jahr 2000 wurden vier UMTS-

zur Grundversorgung gehören.

Konzessionen versteigert. Diese

ÖFFENTLICHE SPRECHSTELLEN

DIE GRUNDVERSORGUNG

Die Schweiz verfügt im interna-

MIT TELEKOMDIENSTEN

tionalen Vergleich über eine gute

IST IN DER GANZEN

Aktuell wird je eine UMTS-Kon-

Erschliessung mit öffentlichen

SCHWEIZ GEWÄHRLEISTET

zession von Orange, Sunrise und

Konzessionen laufen noch bis Ende

Sprechstellen bzw. Telefonkabi-

Swisscom genutzt. Die ungenutz-

nen. Die Telefonkabinen werden

Ausserhalb der Grundversorgung

te vierte UMTS-Konzession wurde

in den letzten Jahren jedoch ge-

betreibt Swisscom auf kommerzi-

der Firma 3G Mobile bereits im Jahr

nerell immer weniger genutzt, da

eller Basis freiwillig weit über 1000

2006 entzogen. Die damals frei ge-

die meisten Einheimischen und

zusätzliche öffentliche Telefone.

wordenen Frequenzen wurden im

Reisenden über ein Mobiltelefon

Rahmen der Auktion aller Mobil-

GSM-KONZESSIONEN

funkfrequenzen im Februar 2012

Zu Beginn der Öffnung des Tele-

versteigert und sind nun Teil der

Bei der Erteilung der Grundver-

com-Marktes im Jahr 1998 vergab

technologieneutralen Mobilfunk-

sorgungskonzession wurde ur-

die ComCom drei GSM-Konzes-

konzessionen.

sprünglich für jede Gemeinde die

sionen an Diax, Orange und Swiss-

Mindestanzahl an öffentlichen

com. Durch Fusion mit Diax wurde

Alle drei Betreiberinnen halten

Sprechstellen festgelegt (unter

Sunrise im Jahr 2000 GSM-Konzes-

ihre Konzessionsauflagen ein.

Einbezug der historischen Gege-

sionärin.

Nach Angaben der Betreiberin-

verfügen.

benheiten). Dabei wurde der Ein-

nen liegt die Bevölkerungsabde-

wohnerzahl und der Fläche der

Diese drei Konzessionen sind Ende

ckung mit UMTS bei bis zu 98 %.

Gemeinde Rechnung getragen.

2013 ausgelaufen. Die GSM-Konzes-

Gerade in ländlichen Gebieten, die

sionen umfassten Frequenzen im

noch in geringerem Umfang mit

Die Gemeinden haben jedoch

900 MHz- und 1800 MHz-Bereich.

LTE erschlossen sind, erlaubt die

auch das Recht, auf öffentliche

Im Rahmen der Versteigerung aller

UMTS-Weiterentwicklung HSPA+

Sprechstellen zu verzichten. Bei

Mobilfunkfrequenzen im Februar

eine mobile Breitbandversorgung

vielen selten benutzten Telefon-

2012 wurden auch diese Frequenz-

mit bis zu 42 Mbit/s.

kabinen kamen die zuständigen

bänder an die drei Betreiberinnen

Gemeinden zusammen mit Swiss-

Orange, Sunrise und Swisscom für

com in den letzten Jahren häufig

die Nutzung ab 2014 bis 2028 neu

TECHNOLOGIENEUTRALE MOBILFUNKKONZESSIONEN

zur Überzeugung, auf bestimmte

vergeben.

Im Februar 2012 wurden alle aktuell in der Schweiz verfügbaren Mo-

Sprechstellen verzichten zu

22

2016.

wollen. Erklärt sich eine Ge-

Das Ende der GSM-Konzessionen

bilfunkfrequenzen neu vergeben.

meinde mit der Aufhebung ei-

ist jedoch nicht gleichbedeutend

Versteigert wurden die Frequenzen

ner Sprechstelle einverstanden,

mit dem Ende der GSM-Technolo-

in den Bändern 800 MHz,

so beantragt die Swisscom bei der

gie: Diese sehr erfolgreiche Mobil-

900 MHz, 1800 MHz, 2100 MHz

ComCom deren Aufhebung. Im Jahr

funktechnologie wird voraussicht-

und 2600 MHz. Im Juni 2012 wur-

2014 hat die ComCom – aufgrund

lich noch mehrere Jahre parallel zu

den die neuen Konzessionen mit

von Verzichtserklärungen der

UMTS und LTE weiterbetrieben und

einer Laufzeit bis 2028 erteilt.


Damit besteht für Mobilfunkbetreiberinnen langfris-

Im Mobilfunk haben die Konsumentinnen und Kon-

tige Planungssicherheit, da sie genau wissen, welche

sumenten die Wahl zwischen drei Netzbetreiberin-

Frequenzen sie bis 2028 nutzen können.

nen und verschiedenen Dienstanbieterinnen, die eine kommerzielle Partnerschaft mit einer Betreiberin ein-

DIE BEVÖLKERUNGSABDECKUNG MIT DEN

gegangen sind.

MODERNEN LTE-NETZEN IN DER SCHWEIZ SCHREITET RASCH VORAN

Neben dem herkömmlichen Telefonanschluss von Swisscom stehen im Festnetz jedem Haushalt Breit-

Alle drei Mobilfunkbetreiberinnen Orange, Sunrise

band-Internet- und Telefoniedienste zur Verfügung,

und Swisscom haben im Rahmen der Auktion eine

die von verschiedenen Anbieterinnen von Telefonie-

deutlich grössere, zukunftssichere Frequenzausstat-

diensten und Kabelnetzbetreiberinnen offeriert wer-

tung erworben. Damit ist sichergestellt, dass die Betrei-

den. Mit dem Ausbau der Glasfasernetze durch ver-

berinnen über ausreichend Frequenzen verfügen, um

schiedene Stadtwerke steht den Konsumentinnen und

die stark wachsende Nachfrage nach mobilen Breit-

Konsumenten eine dritte Netzinfrastruktur und damit

banddiensten auch langfristig befriedigen zu können.

ein zusätzliches Angebot offen.

Dank der technologieneutralen Vergabe der Frequen-

Um den Wechsel der Anbieterin im Festnetz möglichst

zen können die Betreiberinnen selbst entscheiden,

einfach zu gestalten, wurden im Jahr 1999 die manuel-

welche Technologien sie in welchen Frequenzbändern

le Wahl der Anbieterin für jeden Anruf (Carrier Selec-

einsetzen wollen. Aktuell ist LTE die neue Technolo-

tion Call by Call) und die fest eingestellte Auswahl (Car-

gie, in welche alle drei Mobilfunkbetreiber nach der

rier Preselection) eingeführt.

Versteigerung massiv investiert haben. Bereits drei Jahre nach der Versteigerung erreichen die Betreibe-

Gerade zu Beginn der Liberalisierung war die feste

rinnen sehr hohe LTE-Versorgungsraten von 85–95%

Wahl der Anbieterin ein wichtiges Instrument zur

der Bevölkerung.

Wettbewerbsförderung. Bis 2002 stieg die Zahl der Anschlüsse mit Carrier Preselection auf 1,37 Millionen,

UMSTELLUNG VON FREQUENZEN IM SOMMER 2014

was einem Drittel aller Anschlüsse entsprach. Seither

Aufgrund der Versteigerung im Jahr 2012 wurden

2014 noch bei 230 353, das sind 49 703 Preselections

die Mobilfunkfrequenzen teilweise einer andern Be-

weniger als ein Jahr zuvor. Im Berichtsjahr betrug der

treiberin zugeteilt. Dies zog entsprechende Frequenz-

Anteil der Anschlüsse mit fest eingestellter Wahl der

umstellungsarbeiten in den Bändern 900 MHz und

Anbieterin somit nur noch knapp über 8 %. Dass die

1800 MHz nach sich.

Zahl der Preselections stark rückläufig ist, hat damit zu

geht diese Zahl kontinuierlich zurück und lag Ende

tun, dass die Kundinnen und Kunden vermehrt zu KaDiese nötige Umstellung der Mobilfunkfrequenzen

belnetzanschlüssen oder zu kombinierten Angeboten

wurde von den Betreiberinnen im Sommer 2014 in

mit VoIP-Telefonie wechseln.

enger Zusammenarbeit mit dem BAKOM durchgeUmstellungen wie geplant und ohne Zwischenfälle

SCHUTZ DER KONSUMENTINNEN UND KONSUMENTEN

ausführen. Lediglich nachts während des Neustartens

Um die Konsumentinnen und Konsumenten besser

bestimmter Netzkomponenten kam es lokal zu kurz-

vor einem unerwünschten Wechsel der Anbieterin zu

zeitigen Versorgungsausfällen.

schützen, verschärfte die ComCom im Jahr 2007 die

führt. Die Mobilfunkanbieterinnen konnten diese

Vorschriften für die Aktivierung einer Preselection

FREIE WAHL DER DIENSTANBIETERIN

(Anhang 2 zur Verordnung der ComCom). Seither müs-

Die freie Wahl der Anbieterin wurde bei der Marktli-

sen beispielsweise telefonische Preselection-Anträge

beralisierung als wichtiges Instrument zur Förderung

aufgezeichnet und von einer anerkannten Drittstelle

des Wettbewerbs eingeführt. Die Konsumentinnen

überprüft werden (Third Party Verification; TPV). Wäh-

und Konsumenten sollen ihre Anbieterinnen ohne

rend der Aufzeichnung darf der Kunde auf keinen Fall

Einschränkungen frei wählen und wechseln können.

beeinflusst werden und seine mündliche Zustimmung

23


2. September 2014 DIE ALS ICE BUCKET CHALLENGE WAR EIN VIRALER RIESENERFOLG UND ERHIELT WELTWEIT SPENDEN VON ÜBER 106 MIO. $, U.A. VON BILL GATES PERSÖNLICH.

zum Vertrag muss eindeutig sein.

Jahr verzichtet hatte, haben Sunrise

res 2014 rund 230 000 Nummern

Auch das Verkaufsgespräch, das

und Orange diese ihrerseits nun

portiert. Dies entspricht knapp 2 %

dem eigentlichen Preselection-An-

ebenfalls abgeschafft. Nach Ablauf

aller Mobilfunkanschlüsse. Bei den

trag vorausgeht, muss vollständig

der ursprünglichen Vertragsdauer

Abonnementen hat die Anzahl Num-

aufgezeichnet werden. Im Streit-

kann der Vertrag jeden Monat in-

mernportierungen (+30 % gegen-

fall kann der Kunde die Herausgabe

nerhalb von einem oder zwei Mona-

über 2013) deutlich zugenommen.

dieser Aufzeichnung verlangen.

ten, je nach Betreiberin, gekündigt werden. Sunrise hat im Frühling

Im Festnetz findet die Nummern-

Die ComCom begrüsst zudem die

2014 sogar Mobilfunkabonnemen-

portierung nur beim Wechsel

von den Betreiberinnen 2014 vor-

te ohne Mindestlaufzeit eingeführt,

zwischen Betreiberinnen eigener

genommene Lockerung bestimm-

die monatlich kündbar sind.

Anschlüsse statt (also z. B. beim

ter Bedingungen für die Kündigung von Anschlüssen.

Wechsel zu einer CATV-Betreiberin, Im Übrigen haben die Kundinnen

einer VoIP-Anbieterin oder zu einer

und Kunden neu die Möglichkeit,

anderen Anbieterin im Zuge der

Dauer und Kündigungsfristen der

ihren Vertrag im Falle von unvor-

Entbündelung). Im Jahr 2014 wur-

Verträge sind in den Allgemeinen

teilhaften einseitigen Vertragsän-

den rund 120 000 Nummern zu ei-

Geschäftsbedingungen der Anbie-

derungen (z. B. bezüglich Preis,

ner anderen Betreiberin wegpor-

terinnen geregelt. Verträge, die

Übertragungsrate etc.) ohne zusätz-

tiert (–13 % gegenüber 2013), was

über eine Mindestdauer von 12 oder

liche Kosten zu kündigen.

rund 3 % der Festnetzanschlüsse

24 Monaten abgeschlossen wer-

entspricht.

den und den Bezug eines Mobil-

NUMMERNPORTIERUNG

telefons beinhalten, können nicht

Seit dem Jahr 2000 ist es möglich,

Seit 2002 können die Festnetzanbie-

ohne zusätzliche Kosten (einmalige

eine bestehende Telefonnummer zu

terinnen die «geografische Num-

Abgeltung oder restlicher Abon-

einer neuen Anschlussbetreiberin

mernportabilität» schweizweit of-

nementsbetrag) vor Vertragsablauf

mitzunehmen.

ferieren: Bei einem Umzug können

gekündigt werden.

24

die Kundinnen und Kunden ihre Im Mobilfunk wurden gemäss der

Telefonnummer auch in eine ande-

Während die Swisscom bereits 2011

Firma Teldas, welche die zentrale

re Vorwahlzone mitnehmen, sofern

auf die stillschweigende Vertrags-

Portierungsdatenbank in der

ihre Anbieterin dies anbietet.

verlängerung um ein zusätzliches

Schweiz betreibt, im Laufe des Jah-


FINANZEN Dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Ver-

wendungen des BAKOM im Rahmen seiner verschiede-

kehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sind Re-

nen Tätigkeiten für die ComCom beliefen sich im Jahr

gulatoren aus verschiedenen Infrastrukturbereichen

2014 auf insgesamt 3,2 Mio. Franken. Im Rahmen von

administrativ angegliedert. Zusammen mit der Eid-

Verfahren vor der ComCom hat das BAKOM Verwal-

genössischen Elektrizitätskommission (ElCom), der

tungsgebühren in der Höhe von 0,23 Mio. Franken ein-

Postkommission (PostCom), der Schiedskommis-

genommen.

sion im Eisenbahnverkehr (SKE) und der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI)

Die Ausgaben der Kommission und ihres administra-

wurde die ComCom 2012 zur Verwaltungseinheit «Re-

tiven Sekretariates fallen 2014 gleich hoch aus wie im

gulierungsbehörden Infrastruktur» (RegInfra) zusam-

Vorjahr. Sie betrugen 2014 erneut 1,32 Mio. Franken

mengefasst. Das Generalsekretariat UVEK erbringt der

(detailliertere Informationen sind in den Voranschlägen

Verwaltungseinheit RegInfra Leistungen in den admi-

und Staatsrechnungen des Bundes publiziert; vgl.

nistrativen Bereichen Logistik, Informatik, Personalwe-

www.efv.admin.ch).

sen, Übersetzungen, Haushalt- und Rechnungsführung. Jährlich geschuldete Gebühren für die Nutzung von Die Unabhängigkeit der ComCom in ihrer Tätigkeit ist

Funkkonzessionen, die von der ComCom vergeben wur-

weiterhin gewährleistet. Eine sehr enge inhaltliche Zu-

den, führen zu zusätzlichen Einnahmen für die Bundes-

sammenarbeit besteht selbstverständlich weiterhin mit

kasse. Aufgrund der ausgelaufenen GSM-Konzessionen

dem BAKOM, das die meisten Geschäfte der ComCom

reduzierten sich die Einnahmen an Konzessionsge-

vorbereitet und juristische Verfahren instruiert. Will

bühren von 12,7 Mio. Franken im Jahr 2013 auf 1,2 Mio.

man die Einnahmen und Ausgaben des Telecom-Regu-

Franken für das Berichtsjahr.

lators als Ganzes darstellen, so müssen auch Aufwand und Erlöse des BAKOM einbezogen werden. Die Auf-

Tabelle 1: Aufwendungen und Einnahmen des BAKOM im Auftrag der ComCom im Jahr 2014

KOSTEN­DECKUNGS­GRAD

in CHF

EINGENOMMENE VERWALTUNGS­GEBÜHREN in CHF

1 934 119

0

0

Grundversorgung mit Fernmeldediensten

591 756

211 340

36

Zugangsverfahren

666 910

5 040

1

PRODUKT

Allgemeine Regulierungsgrundlagen

Funkkonzessionen: Ausschreibung und Vergabe Aufsichtsmassnahmen Total

KOSTEN

442

in %

0

10 422

13 100

126

3 203 649

229 480

7

25


ABKÜRZUNGEN ADSL

LTE

Long Term Evolution (Standard

BAKOM Bundesamt für Kommunikation

für Mobilfunknetze der

BEREC

Body of European Regulators for

4. Generation/3,9G-Standard)

Electronic Communications

LTE-A

LTE-Advanced (Standard für

BVGer

Bundesverwaltungsgericht

Mobilfunknetze der 4. Generation)

CATV

Cable Television

MMS

Multimedia Messaging System

ComCom Eidgenössische

NGA

Next Generation Access Network

Kommunikationskommission

PSTN

Public Switched Telephone Network

DVB-H

Digital Video Broadcasting for

(herkömmliches Telefonnetz)

Handheld Terminals

RTVG

Bundesgesetz über Radio und

EDGE

Enhanced Data rates for

Fernsehen (SR 784.40)

GSM Evolution (GSM-Technik)

SMS

Short Message System

FDD

Frequency Division Duplex (für eine

TDD

Time Division Duplex (bidirektionale

Verbindung werden zwei Funkkanäle

Kommunikation über nur einen

Asymmetric Digital Subscriber Line

gebraucht)

Funkkanal)

FDV

Verordnung über Fernmeldedienste

UMTS

Universal Mobile Telecommunications

(SR 784.101.1)

System (Standard für Mobilfunknetze

FMG

Fernmeldegesetz (SR 784.10)

der 3. Generation)

FTTB

Fibre to the Building (Glasfaser

UVEK

Eidgenössisches Departement

bis zum Gebäude)

für Umwelt, Verkehr, Energie und

FTTC

Fibre to the Cabinet (Glasfaser bis

Kommunikation

zum Verteilkasten im Quartier)

VoD

Video on Demand

FTTH

Fibre to the Home (Glasfaser bis

VoIP

Voice over IP

zum Haushalt)

WEKO

Wettbewerbskommission

FTTS

Fibre to the Street (Glasfaser bis

WI-FI

Wireless Fidelity (drahtlose lokale

kurz vor die Gebäude)

Netzwerke)

GPRS

General Packet Radio Services

(GSM-Technik) GSM

Global System for Mobile

Communications (Standard für

Mobilfunknetze der 2. Generation)

HDTV

High-Definition Television

HSDPA

High Speed Downlink Packet Access

(UMTS-Technik)

26

IC

Interkonnektion

IP

Internet Protocol

IPTV

Internet Protocol Television

ISDN

Integrated Services Digital Network

ISP

Internet Service Provider

LRIC

Long Run Incremental Costs

(Modell zur Berechnung von

Interkonnektionspreisen)


2014 LAG DIE ANZAHL DER INTERNETNUTZER BEI KNAPP 3 MILLIARDEN.

27


28. Oktober 2014 MIT DER ENTWICKLUNG EINER NEUEN GLASFASER KONNTEN 255 TERABIT/SEK. ÜBERTRAGEN WERDEN 21-MAL SCHNELLER ALS BISHER.

28


BILDVERZEICHNIS

Titel

U-Bahn, GettyImages

S. 3

Marc Furrer, Präsident der ComCom, Foto: Michael Stahl

S. 5

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, iStockphoto

S. 8–9

PSY «Gangnam Style», Screenshot Youtube

S. 13

Social Media Graphic User Interface, Screenshot G&P

S. 20–21

Skype Video Call, Screenshot Skype

S. 24

ALS Ice Bucket Challenge von Bill Gates, Screenshot Youtube

S. 27

Weltkugel, Screenshot Youtube

S. 28

Space Shuttle, Fotolia

IMPRESSUM Herausgeber:

ComCom

Druck:

Prolith AG, Schönbühl

Konzept/Grafik:

Giger & Partner, Zürich

Ausgabe in Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch

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Profile for Giger&Partner

ComCom Tätigkeitsbericht 2014  

ComCom Tätigkeitsbericht 2014  

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