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Freundschaft


I) „Freundschaft- Was bedeutet es für mich und was für andere?“  Finde Begriffe die für dich zum Thema „Freundschaft“ gehören!  Begriffe, die für dich besonders wichtig sind, platzierst du näher an die Mitte der Zielscheibe.  Begriffe , die dir weniger wichtig erscheinen, platzierst du weiter weg von der Mitte.

Freundschaft


Begriffsmolek체l zum Thema Freundschaft

1) Erkl채re den Aufbau deines Begriffsmolek체ls! (Welche Begriffe habt ihr verwendet? Wie wurden die Begriffe angeordnet?)


2) Kommentiere und vergleiche deine Zielscheibe mit dem in der Gruppe erarbeiteten Begriffsmolek체l. Welche Gemeinsamkeiten/Unterschiede fallen dir auf? :

3) Bei der Verwendung welcher Begriffe gab es die meisten Diskussionen in der Gruppe? Erkl채re wieso!


Fragebogen zu den während der Gruppenarbeit erfahrenen Kompetenzen:

sti mmt ganz genau

stimmt überwiegend

Bei der Arbeit in der Gruppe hatte ich eigene Standpunkt (persönliche Meinung), die ich auch vertreten habe? Ich habe bei der Gruppenarbeit auch die Standpunkte der anderen eingenommen. Ich habe während der Gruppenarbeit auf den anderen geachtet. Ich habe dem anderen in der Gruppe zugehört und mitgeredet.

Freiwillige Zusatzaufgabe: Finde die folgenden Wörter. Sie haben alle etwas mit Freundschaft zu tun! ( c kl i hE e h itr ) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( an h Lec) _ _ _ _ _ _ ( n ne ei h tl ur r z nc ) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( eü l h f G) _ _ _ _ _ _ ( ue e n fc l u hd Sr ) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( ser n ttö ) _ _ _ _ _ _ _ ( en z ü s nt u t gt Ur ) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( k ne ia et mi s G me ) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( ne er fd r u f iB ) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( ß p Sa) _ _ _ _ ( eae tr nr V u) _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( i fl He) _ _ _ _ _ ( ua a mt n Z e s h ml) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( b en er e t Au) _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( ke h r C ar t a) _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( u g se h nr ö n V) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( üc ez n seb h t) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ( eep sil n ) _ _ _ _ _ _ _ ( g ne h n u n Ut r e m) _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

stimmt überwiegend nicht

stimmt gar nicht


In diesem Suchrätsel sind 10 Wörterversteckt. Sie haben alle etwas mit Freundschaft zu tun. Finde sie und schreibe sie auf die Linien!

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

A A S B H G L N O F V V E V X C U

B I H G H Y P P K Q R S B E E J J

C N Ö N N B T I N Y S Ö E C P Ä M

D H R H V M L P B R W V H C E E T

E M B Ö M E L Z L P D M R L Z J M

F P P O S U I X Ö Z H U H T I H H

G G F V P N U N A U K A V L V C V

H W R Z V E N P L S B V U P E J H

I G E B U R T S T A G S P A R T Y

J L I G C S E Ä V M D Q Ä S T U W

K Ü H K T E R X V M G U X Z R K F

L C E B H T N S K E P Z N Q A K C

M K I I Ä Z E J S N T G B G U Z W

N L T A Ä L H V E H T C X M E X I

O I L E Ö I M Z O A A J Ö D N A W

P C A M I C U Q D L C A B P Y A P

Q H O Q P H N U T T P Ä Ä V Z L H

R D I T E Y G B E S C H Ü T Z E N

S H G E Ö F E K P Ä C M D A H I R

T Y F T K F L X D Ö L Y L V A Z Ö


II)

„Was erfordert Freundschaft?“

M1 Wenn du einen Freund willst.. »Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache«, sagte der Fuchs. »Es bedeutet: sich -vertraut machen- [ ... ]. Noch bist du für mich nichts als ein kleiner Junge, der hunderttausend kleinen Jungen völlig gleicht. Ich brauche dich nicht und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt [ ... ]. Ich werde den Klang deines Schrittes kennen, der sich von allen andern unterscheidet […]. Der deine wird mich wie Musik aus dem Bau locken. [ ] du hast weizenblondes Haar. Oh es wird wunderbar sein, wenn du mich gezähmt hast. Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde das Rauschen des Windes im Getreide lieb gewinnen! [... ] „Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“, sagte der Fuchs [...] Du musst sehr geduldig sein“ [...]. So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut. Und als die Stunde des Abschieds nahe war: „Ach!“, sagte der Fuchs, „ich werde weinen. [...] Hier mein Geheimnis [...]: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. [...] Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ ANTOINE DE SAINT-EXUPERY: Der kleine Prinz Wenn du einen Freund willst… in: Praktische Philosophie 2, S.44

1) Was erfährst du in dieser Geschichte über Freundschaft? Trage die im Text gefundenen Merkmale von Freundschaft in das beigefügte Cluster ein!


M2 Der Junge mit dem schlechten Charakter Es war einmal ein Junge, der einen schlechten Charakter hatte. Sein Vater gab ihm einen Sack voll Nägel und sagte ihm, er müsse jedesmal, wenn er die Geduld mit jemanden verliere, einen

Nagel

in

den

Gartenzaun

schlagen.

Am ersten Tag schlug der Junge 37 Nägel in den Gartenzaun. In den folgenden Wochen lernte er, sich zu beherrschen. Die Anzahl Nägel im Gartenzaun wurde immer weniger. Er hatte herausgefunden, dass Nägel zu schlagen mühsamer ist als sich zu beherrschen. Endlich kam der Tag an dem der Junge keinen Nagel mehr schlagen musste. Also ging er zum Vater und sagte ihm das. Der Vater sagte ihm also, er solle jeden Tag einen Nagel aus dem Gartenzaun herausreißen, wenn er sich beherrscht. Endlich konnte der Junge dem Vater sagen, dass er alle Nägel aus dem Gartenzaun herausgezogen hatte. Der Vater brachte den Jungen vor den Gartenzaun und sagte ihm: "Mein Sohn, du hast dich gut benommen, doch schau dir den Gartenzaun an. Er ist voller Löcher. Der Gartenzaun wird nie mehr so sein wie früher. Wenn du mit jemandem streitest und du sagst ihm was Böses, dann lässt du ihm eine Wunde wie diese hier. Du kannst ein Messer in einen Menschen stecken, und du kannst es nachher herausnehmen, die Wunde bleibt. Es macht nichts aus wievielmal du dich entschuldigst, die Wunde wird bleiben. Eine verbale Wunde, ist gleich schmerzhaft wie eine körperliche Wunde. Die Freunde sind rare Juwelen, sie bringen dich zum Lachen und sie geben dir Mut. Sie sind bereit dir zuzuhören, wenn du sie brauchst, sie unterstützen dich und sie öffnen ihr Herz."

2) Was erfährst du in dieser Geschichte über Freundschaft? Trage die im Text gefundenen Merkmale von Freundschaft in das beigefügte Cluster ein!


M3 Die Geschichte von zwei Freunden Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht. Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand: "Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen." Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute. Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein: "Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet." Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: "Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?" Der andere Freund antwortete: "Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann."

1) Was erfährst du in dieser Geschichte über Freundschaft? Trage die im Text gefundenen Merkmale von Freundschaft in das beigefügte Cluster ein!


M4 Textcluster Weil Weil

Weil

M1 M3

Weil

Freundschaft erfordert‌

Weil

Weil Weil

M2

Weil Weil


Der Philosoph Thomas Rentsch (* 1954) hat eine Liste zusammengestellt, die sieben wesentliche Merkmale von Freundschaft enthält: 1. Dauerhaftigkeit und Beständigkeit Eine Freundschaft ist nichts, was schnell entsteht und ebenso schnell wieder vergeht, sondern sie ist eine feste Beziehung zwischen zwei Menschen. 2. Hilfe in der Not Auf einen Freund muss man sich verlassen können, auch wenn die Umstände seht echt sind. Man MUSS sich sicher sein können, dass man in der Not nicht im Stich gelassen wird, dass in Mangelsituationen geteilt wird usw. 3. Wechselseitiges Bemühen um Verbesserung des Lebens Wesentliche Erfahrungen werden miteinander geteilt, man nimmt Anteil am Leben des anderen, an seinen Vorstellungen, Wünschen und Lebenszielen. 4. Verschwiegenheit Diese ist nicht nur wichtig, wenn es um gemeinsame Geheimnisse geht, sondern man muss sich allgemein' darauf verlassen können, dass ein Freund nicht hinter dem Rücken seines Freundes über ihn redet. 5. Offenheit der Aussprache Alle wichtigen Dinge, auch Schwierigkeiten, die man miteinander hat, müssen offen angesprochen worden können, ohne dass man sich dies übel nimmt. 6.Verzeihen und Vergeben Jeder macht mal Fehler, auch Freunden gegenüber. Diese sollten von einem Freund nicht einfach nur ignoriert werden, sondern er sollte sich darum bemühen, die Situation besser zu verstehen und zu helfen, das Verhalten zu ändern. 7. Kommunikative Weiterungen Zwei Freunde bleiben nicht nur unter sich, sondern lernen auch die Familie, andere Freunde oder Arbeitskollegen kennen und bemühen sich darum, mit diesen Menschen ein gutes Verhältnis zu entwickeln.

nach Thomas Rentsch.

Aufgaben: 1. Sucht euch zu zweit eines der sieben Merkmale aus und entwickelt eine kleine Szene, in der dieses Merkmal besonders zum Tragen kommen. Spielt die Szene in eurem Kurs vor, ohne vorher zu verraten, für welches Merkmal ihr euch entschieden habt. Lasst die anderen herausfinden, um welches es sich handelt.

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2. Vergleiche die im Textcluster M4 gefundenen Merkmale/Begriffe mit denjenigen deines BegriffsmolekĂźls. Welche Gemeinsamkeiten/ Unterschiede kannst du feststellen?

3. Ăœberlege, in welchen Situationen du gern einen Freund oder eine Freundin an deiner Seite hättest?

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III) Ist Freundschaft im Leben wichtig? Zitate über Freundschaft „Wer braucht schon Freunde, wenn er Milliarden Gründe hat, glücklich zu sein?“

Ingo Hillenbrand über Mark Zuckerberg

»Wer braucht wohl Freunde, wenn der Himmel hold ihm ist? « – Aristoteles über

den Volksmund

„Wer braucht schon Freunde, wenn er_________________________hat?“

Die „Västeras“ - Methode Anleitung: Kennzeichne die Zitate mit den nachfolgenden Zeichen: ? = das habe ich nicht verstanden? ! = das hat mich berührt :-) = das gefällt mir /das finde ich interessant = hier erfahre ich etwas über Katharinas Gefühle und Gedanken

Ist Freundschaft notwendig? In dem folgenden Romanauszug geht es um die sechzehnjährige Katharina, die mit ihren Eltern in eine Kleinstadt im Osten Deutschlands gezogen ist. Der Vater hat dort Arbeit gefunden. Katharina fühlt sich fremd und überflüssig, ihr fehlt die alte Clique. Fast ein Jahr lang lebt sie nun schon in dieser Kleinstadt und immer noch hat sie fast keinen Kontakt zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern. Als sie zum ersten Mal in ihrer neuen Umgebung Geburtstag hat, muss sie wie immer in die Schule. Katharina trottet mechanisch, den Blick zu Boden gerichtet, den gewohnten Schulweg. Sie wusste nichts, worauf sie sich an diesem Tag freuen sollte. Nur dass sie Geburtstag hatte und niemand es erfahren würde erfüllte sie mit Genugtuung. Kurz vor der Schule kamen drei Mädchen aus ihrer Klasse aus einer Seitenstraße und bogen vor Katharina auf den Gehweg ein. Sie waren ihr so nah, dass sich die Ärmel ihrer Jacken fast streiften, trotzdem gelang es ihnen, die Mitschülerin zu übersehen. Katharina verlangsamte ihren Schritt. Von denen will ich keine länger als unbedingt notwendig um mich haben, dachte sie. An meinem Geburtstag schon gar nicht. Sie hatte sich eine Taktik angewöhnt mit der offenkundig abweisenden Haltung ihrer Mitschüler umzugehen. Obwohl sie selten angesprochen wurde, stellte sie selber Fragen, bedankte sich höflich für jede Auskunft und schien von unerschütterlicher gleich bleibender Freundlichkeit. Nach einigen Wochen war ihr diese Technik zur Gewohnheit geworden, die keine Anstrengung

mehr kostete. Sie begann den Vorteil aller Außenseiter zu schätzen: den Standort des Betrachters. Obwohl niemand mit ihr über Liebeleien, Zerwürfnisse oder Freundschaften sprach, teilte sich ihr die unterschiedliche Art der Bindungen mit: wer mit wem sprach, welche Art von Blicken in unbeobachteten Momenten zwischen einem Mädchen und einem Jungen schwirrten, wo es Berührungen gab, die zufällig schienen und es doch nicht waren. Mit heimlichem Triumph dachte sie: Von mir wisst ihr nichts - aber ich kenne euch. Als die erste Stunde anfing, die Klassenlehrerstunde, dachte sie mit leichter Beunruhigung, dass vielleicht doch jemand zufällig auf die Spalte mit den Geburtstagen gesehen hätte. Im Biologieunterricht schrieb die Lehrerin wie gewohnt das Datum über den zu behandelnden Stoff an die Tafel. „Eh", rief einer der Jungen von den hinteren Tischen, „das war mal unser höchster Fest- und Feiertag!" Halb verlegenes, halb belustigtes Murmeln war die Reaktion, mit Katharinas Geburtstag hatte es nichts zu tun

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Ich fühle mich:

Katharina fragt dich: Ist Freundschaft im Leben notwendig? Was würdest du ihr raten? Begründe deine Antwort!

Bonus:

Schwieriges Rätsel für Hobbydetektive: Der Text von Jutta Schlott gibt genügend Hinweise, um herauszufinden an welchem Tag Katharina Geburtstag hat. Welcher Tag ist das? ________________________________________________________________________-

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Zwei Philosophen über Freundschaft Wie ist wahre, echte Freundschaft möglich? Nur durch eine starke Teilnahme am anderen, an seinen Problemen und an dem, worüber er sich freut. […] Kann es diese echte Freundschaft überhaupt geben? Die Menschen sind so egoistisch, dass man nicht weiß, ob diese Art von Freundschaft überhaupt existiert. [...] Eigentlich ist es sehr begrenzt, was einer dem andern geben kann und letztlich bleibt doch jeder allein. Deswegen muss sich jeder alles selbst geben, was er sich wünscht und ersehnt und darf dies nicht von anderen erwarten. nach Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)

deutscher Philosoph

Der Mensch benötigt keine Freunde! Jeder soll sich alles selbst geben, was er sich wünscht!

weil,_____________________________________ ________________________________________ ________________________________________ ___________________________ weil,_____________________________________ ________________________________________ ________________________________________ ___________________________

Bist du mit Schopenhauers Position einverstanden? Was würdest du ihm antworten:

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Wie kann denn ein Leben ohne die Zuneigung zwischen zwei Freunden lebenswert sein? Was ist denn angenehmer als jemanden zu haben, mit dem du alles besprechen kannst und weißt, dass er dich versteht? Was wäre ein noch so großes Glück wert, wenn du keinen hättest, der sich mit dir freut? Unglück dagegen wäre noch schwerer auszuhalten ohne jemanden, der es ebenso wie du erleidet. [...] Wohin du dich auch wendest, gibt es Freundschaft, denn es gibt keine Situation, in der sie nicht möglich wäre. nach M. Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.) römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph

Jeder Mensch benötigt Freunde! Ein Leben ohne die Zuneigung von Freunden ist nicht lebenswert?

weil,_________________________________________ ____________________________________________ Finde weitere Argumente, die Ciceros Position stützen: ____________________________________________ _______________________________ weil,_________________________________________ ____________________________________________ ____________________________________________ Bist_______________________________ du mit Ciceros Position einverstanden? Was würdest du ihm antworten:

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IV) Gibt es verschiedene Arten von Freundschaft? 1) Darf Freundschaft auch nützlich sein?

Als meine beste Freundin muss du mich auch abschreiben lassen!

Wenn du meine Freundin sein möchtest, lässt du mich auch abschreiben!

Was könnte das Mädchen antworten? Schreibt dazu einige Ideen auf!

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2) Aristoteles über die Freundschaft

Freundschaft ist seit mehr als 2000 Jahren ein wichtiges Thema der Ethik. Der griechische Philosoph Aristoteles (384 v. Chr. - 322 v. Chr.) hat sich als erster ausführlich damit beschäftigt. Für ihn war Freundschaft der wichtigste Bestandteil des Lebens. Er beschrieb sie als das Notwendigste, ohne dass niemand leben möchte. Aristoteles unterschied drei Arten von Freundschaften: angenehme, nützliche und vollkommene Freundschaften.

Kurze Biographie: Aristoteles wurde 384 oder 383 v. Chr. in der griechischen Stadt Stageira geboren. Er war Sohn eine Arztes und verfügte über ein stattliches Vermögen. Das ermöglichte ihm seinen philosophischen Interessen nach zu gehen. Als 17-Jähriger zog Aristoteles aus dem väterlichen Haus aus und machte sich auf den Weg nach Athen. Er trat in die Schule des Platon ein und studierte dort 20 Jahre lang. Anschließend war er Lehrer von Alexander dem Großen. Später gründete er in Athen seine eigene Schule. Er starb 322 v. Chr. Aristoteles war sehr daran interessiert einzelne Naturphänomene zu erforschen. Besonders beschäftigte ihn die Veränderung der natürlichen Dinge. Er wollte wissen: Wer sagt einer Blume, dass sie wachsen, blühen und wieder verblühen soll? Woher weiß sie, wann sie das tun soll? Woher weiß sie, wieso sie das tun soll? Und warum verändert sie sich überhaupt? Die Antwort die Aristoteles fand lautete so: Alle Veränderung, also das Werden und Vergehen der Blume ist in ihr von Anfang an angelegt. Es ist nur nicht sichtbar. Zum Beispiel: Beim Wachstum einer Blume ist ihr verblühen bereits im Blumensamen vorhanden. Man sieht es nur noch nicht. Mit dieser Annahme lag Aristoteles gar nicht so falsch. Obwohl er noch keine Ahnung von Biologie hatte. Aristoteles hinterließ seiner Nachwelt nicht nur ein umfangreiches, sondern auch ein klar gegliedertes Werk. Seine Nachwelt konnte so die schwierigen Themen leichter verstehen.

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Freundschaft der Lust Die erste Art der Freundschaft beschrieb Aristoteles als die „Freundschaft der Lust“. Dabei dachte er nicht an die sexuelle Lust, sondern daran, dass Menschen miteinander befreundet sind, weil sie sich angenehm finden, die gleichen Dinge mögen oder gern etwas miteinander unternehmen. Sie sind nicht miteinander befreundet, weil sie die Persönlichkeit des anderen mögen, sondern gern gemeinsam etwas erleben wollen. Oft verbringen Menschen Zeit miteinander, die die gleichen Interessen haben. Zum Beispiel können zwei Jungs miteinander befreundet sein, weil sie gern miteinander Fußball spielen. Das bringt ihnen Vergnügen, also im alten Sinne „Lust“. Wenn die Fußballbegeisterung nachlässt, dann wird auch die Freundschaft vorbei sein, denn der Grund der Freundschaft war, dass man mit dem anderen so gut Fußball spielen kann.

Freundschaft der Lust ist:

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Freundschaft des Nutzens Hier sind nach Aristoteles Menschen miteinander befreundet, die sich gegenseitig Nutzen bringen. Dieser Nutzen ist der einzige Zweck der Freundschaft. Das bedeutet, dass der Freund nur aus dem Grund gemocht wird, weil er nützlich ist. Unter dem Nutzen kann man auch ein gemeinsames Ziel verstehen, das beide Partner erreichen wollen. Es geht dann darum, dass beide ein Ziel verfolgen. Dieses Ziel muss für beide Freunde nützlich sein. Wenn dieser Nutzen weg ist, ist auch die Freundschaft gefährdet oder sogar beendet. Die Freundschaft der Lust und die Freundschaft des Nutzens müssen allerdings auf Gegenseitigkeit beruhen. Das bedeutet, dass beide Freunde gern miteinander etwas unternehmen oder beide Freunde aus der Freundschaft einen Nutzen ziehen. Nutzt nur der eine dem anderen, kann man in diesem Fall nicht von Freundschaft sprechen. Möchte man den Stellenwert dieser beiden Freundschaften bestimmen, so könnte man sie als Freundschaften zweiter Klasse bezeichnen. Im Gegensatz dazu beschrieb Aristoteles die vollkommene Form der Freundschaft, die als die höchste Form beschrieben wird.

Freundschaft des Nutzens ist:

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Vollkommene Freundschaft Anders als bei den Freundschaftsformen der Lust oder des Nutzens wird der Partner nicht aufgrund von nützlichen oder angenehmen Aspekten geliebt, sondern wegen seiner persönlichen Eigenschaften, den so genannten Tugenden. Als wichtigstes Merkmal der vollkommenen Freundschaft führt Aristoteles an, dass man dem Freund um seinetwillen Gutes wünschen muss. Bei der vollkommenen Freundschaft ist man an dem Menschen interessiert und um des Menschen selbst willen mit ihm befreundet. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht gern mit dem Freund Zeit verbringt, etwas unternimmt oder sich gegenseitig hilft. Wenn sie es aber tun, weil sie „auf der gleichen Wellenlänge“ liegen und dem Freund Gutes wünschen, dann ist es die vollkommene Freundschaft nach Aristoteles.

Vollkommene Freundschaft ist:

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3) Um welche Art von Freundschaft (nach Aristoteles) handelt es sich bei den Beispielen?

BegrĂźnde deine Antwort! a.

Peter hilft Jonas 3 Mal in der Woche bei den Hausaufgaben. Jonas beschĂźtzt

Peter in der Schule vor den Jungs aus der 8. Klasse. AuĂ&#x;er in der Schule und an den Hausaufgabentagen unternehmen die Jungs nichts weiter zusammen.

b.

Mechmed und Adnan treffen sich nach der Schule immer zum Zocken. Als Adnans

Computer zur Reparatur ist, sehen sie sich nachmittags nicht mehr und reden auch in der Schule nicht miteinander.

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c.

Eva und Ella kennen sich seit dem Kindergarten. Sie gehen gemeinsam durch dick

und dünn. Eva wünscht sich für Ella, dass sie sich wieder mit ihrer Schwester verträgt, auch wenn das für Eva bedeutet, dass Ella weniger Zeit mit ihr verbringen kann. Ella hingegen hofft und wünscht sich für Eva, dass sie in der nächsten Mathearbeit eine drei schreibt und hilft ihr dabei. Auch wenn das für Ella bedeutet, dass sie ihre geliebte Fernsehserie nicht schauen kann.

d.

Julia und Anne wollen abnehmen. Sie trainieren gemeinsam an den Wochenenden

im Fitnessstudio. Danach gehen sie immer noch in ein Café, um über ihre Erfolge zu sprechen.

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Freiwillige Zusatzaufgabe Aussage

R

Aristoteles wurde im Jahr 384 nach Christus geboren. Freundschaft war für Aristoteles der wichtigste Bestandteil des Lebens. Bei der Freundschaft der Lust sind Menschen miteinander befreundet, weil sie gern gemeinsam etwas erleben wollen. Bei der Freundschaft der Lust sind Menschen miteinander befreundet, weil sie die Persönlichkeit des anderen mögen. Der Nutzen ist nicht der einzige Zweck der Freundschaft des Nutzens. Die Freundschaft des Nutzens endet, wenn sich die Freunde keinen Nutzen mehr bringen oder das gemeinsame Ziel erreicht ist. Bei der vollkommenen Freundschaft mögen sich die Partner wegen ihrer persönlichen Eigenschaften. Bei der vollkommenen Freundschaft ist man an dem anderen interessiert, weil der Freund einen Nutzen bringt.

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F


V)

Echte oder falsche Freundschaft?

1) Auf welches Problem spielt die Werbung hier an?

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2) Was sind „Soziale Netzwerke“?

Soziale Netzwerke

In vielen Sozialen Netzwerken werden die Kontakte, die man in einer Liste hat, als Freunde bezeichnet. Aber ist eine Freundschaft in einem Sozialen Netzwerk auch zu vergleichen mit Freundschaften im echten Leben? Welche Unterschiede gibt es?

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3) Welcher der 3 Freundschaftsarten von Aristoteles w체rdest du OnlineFreundschaften zuordnen? Erkl채re kurz wieso!

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Text 1:

Soziale Netzwerke wie Facebook bedeuten das Ende von Freundschaften! Der Kulturkritiker William Deresiewicz lehrte von 1998 bis 2008 Literaturwissenschaft an der Universität Yale. Im vergangenen Jahr veröffentlichte u.a. einen vielbeachteten Aufsatz über Freundschaften im Internetzeitalter: In "Faux Friendship" (deutsch: Falsche Freundschaft) vertritt Deresiewicz die These, dass soziale Netzwerke unsere Freundschaftserfahrungen negativ beeinflussen.

Interviewer: Wie beeinflusst das Internet unsere Freundschaften? Deresiewicz: Das Internet ist Teil einer Entwicklung, bei der wir die Qualität der Freundschaft durch Quantität ersetzen. Wir können mit hundert Menschen gleichzeitig kommunizieren, mit Menschen, die wir kennen oder die wir nie getroffen haben. Aber worüber tauschen wir uns aus? Facebook besteht nur aus schnellen kleinen Botschaften zu meist trivialen Dingen. Für mehr gibt es keinen Platz. Und weil die Qualität dieses Austausches so unbefriedigend ist, bekommt man bei genauerem Nachdenken ein Gefühl der Einsamkeit. (…) Ähnlich wie das Fernsehen eigentlich dazu gedacht war, Langeweile zu vertreiben, hat es sie in der Realität verstärkt. Genauso verhält es sich mit dem Internet. Es verstärkt die Einsamkeit. Je mehr uns eine Technik die Möglichkeit gibt, eine Angst zu bekämpfen, umso schlimmer wird diese Angst bei uns werden. Weil wir ständig mit Menschen in Kontakt treten können, fürchten wir uns umso mehr, allein mit uns und unseren Gedanken zu sein. Interviewer: Liegt Ihre Kritik vielleicht darin begründet, dass wir das Wort "Freund" im Internet falsch verwenden? "Kontakt" würde es in vielen Fällen vielleicht besser treffen. Deresiewicz: Natürlich ist es Unsinn, jeden als Freund zu betrachten. Das Problem ist: Indem wir unsere bestehenden Freundschaften zu Facebook umziehen lassen, wird es immer schwerer den Unterschied zu machen.

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4) Zu Text 1: Erstelle mit Hilfe der K채rtchen ein Schema, das die wichtigsten Aussagen des Textes wiedergibt! Erg채nze die Begriffe gegebenenfalls durch eigene Begriffe oder Verben die dir sinnvoll erscheinen.

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Text 2:

„Das Internet macht Kontakte oberflächlich.“ Blödsinn! Wahre Freundschaften bleiben bestehen – und neue kommen im Netz hinzu.

Von Christoph Koch

[…] Das Internet und seine inzwischen 500 Millionen Menschen große Nation von Freunden namens Facebook sind nicht das Ende der Freundschaft – sondern eine Bereicherung. Mag sein, dass manch virtueller Austausch ("Tolles Foto!" / "Danke, hat Tina auf Sardinien gemacht.") trivial erscheint – aber ist diese angebliche Oberflächlichkeit wirklich so schlimm? Tatsächlich liegt gerade in der Möglichkeit, mal unverbindlich und schnell, mal intensiv und direkt zu kommunizieren, ein großer Gewinn. […]Da sind die alten Freunde, die vor Jahren eine WG teilten, nun in verschiedenen Städten wohnen und sich nur noch alle paar Jahre treffen. Wenn das geschieht, müssen sie sich nicht mehr mühsam auf den neuesten Stand bringen, sondern sind über das Leben des anderen durch Facebook-Updates so auf dem Laufenden, als würden sie sich viel öfter treffen. Und kommen so schneller zu den tatsächlich relevanten, persönlichen Themen. […] […]Wer glaubt, dass seine Mitmenschen ihren besten Freund nicht von einem OnlineProfil unterscheiden können, ist mindestens so naiv, wie er es diesen Mitmenschen unterstellt. Jedem ist klar, dass die Tatsache, ob man jemanden um Hilfe bitten würde oder im Krankenhaus besucht, nicht im Geringsten davon abhängt, ob man auf Facebook befreundet ist oder nicht.[…] "Freund" konnte schon immer vieles bedeuten: vom Kindergartenfreund, den man seit Ewigkeiten kennt, aber mit dem man nicht mehr allzu viel zu tun hat, über den besten Freund, den man vielleicht noch gar nicht so lange kennt, aber dafür sehr gut, bis zu dem Kollegen, der eben mehr ist als nur das, weil man auch privat gerne Zeit miteinander verbringt. Von dem Wandel, den das Konzept Freundschaft im Lauf der Geschichte durchgemacht hat, gar nicht zu reden.

Erschienen in: Die Zeit Online: http://www.zeit.de/digital/internet/2010-08/sozialenetzwerke-freunde/komplettansicht

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5) Zu Text 2: Erstelle mit Hilfe der K채rtchen ein Schema, das die wichtigsten Aussagen des Textes wiedergibt! Erg채nze die Begriffe gegebenenfalls durch eigene Begriffe oder Verben die dir sinnvoll erscheinen.

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6) Verfasse einen Brief an Mark Zuckerberg (Gründer von Facebook), in dem du ihm erklärst, wieso Freundschaft im Internet keine echte Freundschaft darstellt. ODER: Verfasse einen Brief an Mark Zuckerberg, in dem du ihm erklärst, dass Freundschaft im Internet die Freundschaft der Zukunft darstellt und die alten Freundschaftsbeziehungen zwangsläufig auflöst.

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VI) „Grenzen der Freundschaft?“ (Was heißt es unter Freunden zu streiten?)

1)

Was möchte die Karikatur deiner Meinung nach verdeutlichen?

2) Ist es deiner Meinung nach „normal“ unter Freunden zu streiten?

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3) Fünf Arten zu streiten ... 1. Finde für jede Szene jeweils eine kurze Überschrift. 2. Beschreibe zu jedem Bild kurz Verlauf und Ausgang des Konflikts.

__________________________________

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4) Welche Variante der Konfliktaustragung hältst du selbst für annehmbar? Begründe.

5) Überlege dir eigene Beispiele von Streit unter Freunden und stelle dieses als Standbild dar.

3 Standbilder für einen Streit. 1 Szene, die zum Streit geführt hat. 2. Darstellung des Konfliktfalls. 3. Bild demonstriert, wie sich der Konflikt entwickelt, bzw. auflöst.) I.

II.

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III.

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6) Wie kann ein Streit „gelingen“? Streiten kann »gelingen« , wenn die Beteiligten anerkennen:

1. Konflikte sind nicht unnötig oder überflüssig, sondern notwendiger Teil menschlichen Zusammenlebens. 2. Meine Wahrnehmung und mein Standpunkt dürfen überprüft werden. Ich bin bereit, meine Meinung zu korrigieren. Dabei können mir unabhängige Dritte helfen. 3. Ich muss nicht verlieren oder gewinnen. Die Lösung eines Konflikts kann ein Zugewinn für alle Beteiligten bedeuten. 4. Ich will nicht offen oder versteckt (mit Gewalt) drohen. Ich möchte im Gespräch Klarheit über mich selbst und den oder die anderen gewinnen. Im Gespräch ergeben sich für mich Handlungsperspektiven, die ich mit einem oder mehreren Konfliktpartnern verhandeln werde. 5. Die Bedürfnisse aller Beteiligten gehören auf den Tisch! Ich bin daran interessiert, einen Interessenausgleich zu schaffen. Es ist keine Konflikt-lösung, wenn der Stärkere oder die Stärksten den Ton angeben.

7) Wie könnte eine Lösung für den oben dargestellten Streit aussehen? Beachte bei der Lösung die 5 Punkte, die für „Gelingen“ eines Streites wichtig sind.

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Zusatzmaterial Maulwurf und Igel Als es Winter wurde, kam der Igel zum Maulwurf. „Es ist kalt“, sagte er, „und ich habe keine Bleibe. Gib mir ein Plätzchen in deiner Höhle.“- „Wie du willst“, entgegnete der Maulwurf. Doch kaum war der Igel drinnen, da machte er sich breit. „Du stichst mich“, sagte der Maulwurf: „Sei so gut und rolle dich wenigstens ein bisschen zusammen.“ Der Igel tat, als hätte er nicht gehört; und der Maulwurf konnte versuchen, was er wollte; immer stach er sich an den Stacheln des Igels. Endlich wurde es ihm zu viel und er sagte: „Andauernd stichst du mich. Meine Wohnung ist zu klein für uns beide. Ich bitte dich, geh wieder hinaus!“ Aber der Igel lachte nur und sprach: „Wer nicht bleiben kann, der muss eben gehen. Mir ist das Haus groß genug, also werde ich bleiben.“

Fabel, die dem griechischen Dichter AESOP (um 6oov. Chr.) zugeschrieben wird aus: Praktische Philosophie 2, S.70.

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Arbeitsheft Freundschaft3