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7,50 Euro

DIE ZEITSCHRIF T FÜR TRENDS IN TECHNIK UND IT

Wie kommen Radiolog:innen am einfachsten und sichersten zu vollständigen Befunden?

Neue Methode der Befundung

Künstliche Intelligenz

Vollständige Module anstatt Templates

Wie kommt der neue Workflow ins System?

Starvision

Lernrad.com

Kompetenzen bündeln und Synergien nutzen

Interaktives Radiolog-E-Learning


Wir haben unser Ohr da, wo Sie Ihre Augen haben. Sectra hat genau zugehört und weiß daher, was Sie in der bildgebenden Diagnostik benötigen. Zuverlässige, innovative VNA- und PACS-Lösungen auf High-End-Niveau, von einem kompetenten Partner mit höchsten Standards bei Qualität und Support. Die ausgezeichnete Zufriedenheit unserer Kunden spricht für sich.

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X- E M P L A R

Liebe Leser:innen, die Radiologie wird immer größer. Nicht nur, dass sich die Kliniken und Praxen zu immer größeren Einheiten zusammenschließen, auch bei den Herstellern nehmen die Übernahmen zu. Denken Sie nur an Canon und Toshiba, Philips und Carestream-IT, Siemens und Varian, Dedalus und Agfa-IT (in D-A-CH), Fuji und Hitachi und allein in diesem Jahr BrainLab und Mint oder Compugroup und Visus. Die Liste ließe sich wohl noch weiter fortsetzen. Letztendlich geht es bei den Übernahmen immer um das selbe Thema: Wie kann man mithilfe von ­Prozessoptimierung die finanziellen Ressourcen schonen? Um „gut aufgestellt“ zu sein – und das ­betrifft in Zukunft bestimmt jeden von uns in jeder Lebenslage – ist es wichtig, sich gut zu informieren und sich gut vertreten zu fühlen. Deshalb lege ich großen Wert darauf, mit Radiologie Magazin nicht nur über neue Technologien zu berichten, sondern auch Organisationen wie die EuSoMII (European Society of Medical Imaging and Informatics) vorzustellen oder auf die neue Lernplattform lernrad.com hinzuweisen, die von drei Radiologinnen initiiert wurde. Außerdem finden Sie im Heft Artikel über neue Methoden der Befundung, ein Update zu den neuesten High-end CTs inklusive zweier Neuvorstellungen und natürlich jede Menge KI. Dabei ist es mir wichtig aufzuzeigen, wie KI in den Workflow kommt. Die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der neuen Technologie unterscheiden sich wesentlich von denen, wie Radiologie in der Vergangen­heit stattfand. Wenn man bei all dem Übel der Pandemie eine gute Seite abgewinnen will, sieht die vielleicht so aus, dass man zukünftig nicht mehr irgendwo hin muss, um sich etwas anzusehen, zu kaufen oder sich zu informieren. Das Leben wurde insgesamt digitaler. Das Virus hat dazu beigetragen, das Kommuni­ kationsverhalten generationsüberreifend zu verändern: Sogar Großeltern können jetzt Videotelefonie. In der Radiologie erfuhr die Online-Terminvereinbarung einen mächtigen Schub. Und die Teleradiologie hat sich zum Ziel gesetzt, die radiologische Versorgung trotz Personalmangels zu gewährleisten und nachts, feiertags oder am Wochenende einen Online-Service anzubieten, um die Kosten­situation zu verbessern. Herzlichst, Ihr

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X-E M PL A R

X- P E R T

6 Neue Methode der Befundung

Wie kommen Radiologen am einfachsten und sichersten zu vollständigen Befunden?

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36 Gemeinsame Wege

Visus Health IT GmbH und die CompuGroup Medical wollen die Zukunft der Branche gemeinsam gestalten

48 Teleradiologische Netze optimieren

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung der Veranstaltungs-­ Plattform „Zukunft Teleradiologie“

56 Teleradiologie – Garant für Wirtschaftlichkeit?

Wie die Teleradiologie die Patientenversorgung auch nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen aufrecht erhält

Die Befundung ist fast so alt wie die Radiologie. Selbstverständlich hat sich der Prozess im Laufe der mehr als hundert Jahre geändert.

60 Pioniere in Sachen Patientenkomfort

Mammographie-Ärztin spricht über Erfahrungen und ­Fallstricke in der Biopsie

70 Künstliche Intelligenz

Wie kommt der neue Workflow ins System?

80 Interaktives Radiolog-E-Learning

lernrad.com: Eine praxisorientierte und interaktive OnlineLernplattform

84 Offene KI-Plattformen

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Mit der Weiterentwicklung des IQon bringt Philips die zweite Generation der detektorbasierten spektralen Computertomographie auf den Markt.

Virtuelle Veranstaltung informiert über Stand der Entwicklung und Nutzungsmöglichkeiten der Teleradiologie

X- E M P E L

„Bei Starvision haben wir uns darauf geeinigt, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und zu nutzen.“

14 Qualität als zentraler Anspruch in der Teleradiologie

Somatom X.ceed erweitert die klinischen Möglichkeiten in anspruchsvollen und rasch wachsenden Bereichen

38 CT-Rekonstruktionstechnologie mit KI und Deep Learning

AiCE (Advanced intelligent Clear Image Quality Engine optimert den Befundworkflow und verbessert Diagnosen

44 First Class Orthopädie

Orthopädisches Krankenhaus Schloss Werneck digitalisiert schrittweise die Radiologie

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Gudio Gebhardt sprach mit dem Geschäftsführer und dem Ärztlichen Direktor von Radiology Advanced

26 CT-Scanner für schnelle Diagnose und präzise Interventionen

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Vielsertiger, effizienter: Wie sich eine Celler Praxis mit dem Revolution Maxima für die Zukunft positioniert.

Nur wenigen ist bekannt, dass die EuSoMII die Nachfolgeorganisation der EuroPACS ist.

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Anfang Januar 2021 ging mit lernrad.com eine praxisorientierte und interaktive Lernplattform online.

Woran liegt es, dass die Umsetzung von KI in der Radiologie nur schleppend vorankommt? Vor allem in der Peripherie ist es schwer, Verweilkanülen sicher zu platzieren.

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AUS DER PR A XIS

X- K L U S I V

18 Fujifilm schließt Hitachi-Übernahme ab

Fujifilm Healthcare Europe präsentiert ganzheitliches und integriertes Portfolio an diagnostischen Produkten und Dienstleistungen

20 Spitzenreiter dank moderner CT-Technologie

Wie sich eine Celler Praxis mit dem Revolution Maxima für die Zukunft positioniert

30 Breites Spektrum

Philips bringt die zweite Generation der detektorbasierten spektralen Computertomographie auf den Markt

52 Kompetenzen bündeln und Synergien nutzen Starvision Service GmbH stärkt die Position ärztlich geführter Praxen

64 Eine digitale Plattform für zahlreiche ­Anwendungen

deepc bietet eine in ganz Europa verfügbare Plattform für Künstliche Intelligenz in der Radiologie

66 In guter Gesellschaft

EuSoMII Präsident Prof. Kotter nimmt Stellung zu den Themen, die ihm am Herzen liegen

TIPPS UND TRI-X

86 Venöse Zugänge in der Computertomographie

Tumorpatienten haben aufgrund unzähliger Blutentnahmen nicht selten sehr schlechte Venen

X-T R A

96 Neuheiten 2021

Innovationen aus dem Online-Industrieportal des 102. Deutschen Röntgenkongresses

I N D E -X

108 Herstellerverzeichnis X- E M P L A R

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3 Editorial 114 Vorschau 114 Impressum

Hauptstraße 255 · 66128 Saarbrücken www.medtron.com R ADIOLOGIE MAGAZIN · 2-2021

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X- P E R T

Die Software führt wie ein virtueller Interview­partner zum fertigen Befund – ausgehend von der Anatomie statt der Pathologie. Am Ende steht ein voll­ ständiger, standardi­sierter Befund mit maschinen­les­baren Daten.

Neue Methode der Befundung Die Befundung ist fast so alt wie die Radiologie. Selbstverständlich hat sich der Prozess im Laufe der mehr als hundert Jahre geändert. Am Anfang stand der klassische Freitext. Da haben die Radiolog:innen das, was im Röntgenbild gesehen wurde, aufgeschrieben, später dann per Diktat festgehalten.

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Strukturierte vs. geführte Befundung

In der Vergangenheit entstanden für Patient:innen neue, originär angelegte Befunde, die kaum standardisiert und sehr anfällig für orthografische Fehler und missverständliche Formulierungen waren. Häufig waren sie – zumindest aus Sicht der Zuweiser:innen – auch unvollständig und Befund und Beurteilung widersprachen sich. Häufig stellte sich die Frage: Wie kommen Radiolog:innen am einfachsten und sichersten zu vollständigen Befunden? Um ein paar dieser Unzulänglichkeiten im Befundprozess aufzufangen, empfehlen die führenden radiologischen Fachgesellschaften ESR (European Society of Radiology), RSNA (Radiological Society of North America) und ACR (American College of Radiology) den Einsatz von Strukturierter Befundung.

Eine konkrete Empfehlung sprach die ESR 2018 aus: „Die Umstellung von konventionellen Prosaberichten auf Strukturierte Berichte wird als positive Entwicklung befürwortet und muss eine internationale Anstrengung sein. Die Beteiligung der Industrie ist der Schlüssel zum Erfolg, basierend auf internationalen Datenstandards und Richtlinien.“ In seinem Übersichtsmanuskript „Radiology reporting – from Hemingway to HAL?“, veröffentlicht in der September-Ausgabe 2018 der Zeitschrift Insights Imaging, wies Dr. Adrian P. Brady, leitender Radiologe am Mercy University Hospital im irischen Cork, darauf hin, dass Überweiser:innen Befunde in einem strukturierten Format bevorzugen sollten und dass Strukturierte Berichte viele Vorteile gegenüber traditioneller Prosa haben.

Was aber sind eigentlich Strukturierte Befunde? Der Begriff des structured reporting wird unterschiedlich ausgelegt: Einige Radiolog:innen verstehen hierunter einfach die Optimierung des Inhalts eines Befundes während des Diktats durch Verwendung einer genau definierten Semantik, von Vorlagen / ­templates für definierte Entscheidungskriterien und abgestimmter Klassifikationen. Es handelt sich also um eine nicht Software-basierte Arbeitsstrategie. Eigentlich sollte hierfür der Begriff „Standardisierte Befundung“ verwendet werden.1 Beim Structured Reporting, so wie es von Nobel et al. genauer definiert wird, handelt es sich um eine Software, die auf einer Aneinanderreihung von Entscheidungsbaumelementen und freiem Text basiert. Sie zeichnet sich durch eine möglichst einfache Benutzeroberfläche mit integrierten grafischen Localizern und Infobuttons aus. Klicks von Radiolog:innen erzeugen einen Befundtext, der individuell modifiziert und um Freitext ergänzt werden kann. Diese Methode ist seit 2016 etabliert. Unter anderem bieten die RSNA und die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) in einer eigenen Bibliothek HTML5-basierte Befundtemplates an. Die geführte Befundung (Guided Reporting) ist die „Befundung 3.0“. Die revolutionäre Methode definiert den Prozess der radiologischen Befundung vollkommen neu. Die Software führt Radiolog:innen schrittweise durch den Befundungsprozess und hat Leitplanken gesetzt, die eine sichere Orientierung bei hoher Geschwindigkeit ermöglichen. Gefolgt wird einem klar definierten, idealtypischen Ablauf, bei dem alle wichtigen Fragen gestellt und beantwortet werden. Lassen sich Radiolog:innen darauf ein,

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Die Neo Q-Gründer Jan Wintzer, Oliver Aretz und Prof. Dr. med. Alexander Huppertz (v. l. n. r) ­entwickelten ein Produkt, das perfekt in den klinischen Alltag passt, weil es drängende ­Anforderungen zielgenau bedient und zudem Maßstäbe im Anwendungs-Komfort setzt.

wird ihr Blick stets und ausschließlich auf das Wesentliche gelenkt. Ein zeitraubendes und fehlerträchtiges Hin- und Herspringen während der Befundung entfällt, Pflichtfelder stellen sicher, dass der Befund am Ende alle wesentlichen Informationen enthält. Integrierte Plausibilitätsprüfungen sorgen zudem dafür, dass der Befund in sich sowie Befund und Beurteilung stimmig sind. Dieses Vorgehen garantiert am Ende einen vollständigen und aussagekräftigen Befund von hoher Qualität. Statt mit Templates arbeitet die Software mit Modulen, die von der Anatomie – nicht wie das Structured Reporting von der Pathologie – ausgehen. Das heißt, dass Radiolog:innen nicht bei der Befundung bereits einen Verdacht haben müssen und danach das Template auswählen. Vielmehr wird ein Modul gewählt und dann die gesamte Region befundet. Das entspricht auch der klinischen Routine, weil so auch typische Zweit- oder Nebenerkrankungen direkt miterfasst werden können. Das Guided Reporting möchte Freitexte so weit wie möglich aus der Befundung heraushalten. Deshalb kommen sie im Kernbefunddokument (Findings-Section) nicht vor, können aber sowohl in der Beurteilung als auch in einem „Diskussions“-Abschnitt hinzugefügt werden, ohne die Kerndaten zu beeinträchtigen.

Verbesserungspotentiale bei den bisherigen Methoden zur Strukturierten Befundung Durch die Strukturierte Befundung wird die Qualität im Vergleich zu vorherigen Methoden zweifelsfrei erhöht. Die Templates können Logiken enthalten, die weitere Elemente kontextsensitiv ein-

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oder ausblenden. Allerdings bleibt der Anteil an unstrukturiertem Freitext recht hoch. Das verringert die Möglichkeiten, die Befunde maschinell auszulesen. Da die Methode in der Befundung lediglich Textbruchstücke liefert, die freitextlich ergänzt werden müssen, ergibt sich keine signifikante Verkürzung der Befundzeit – eher im Gegenteil. Ein weiteres Problem ist der Ansatz, die Befundung von der Pathologie her zu starten. Das setzt voraus, dass Radiolog:innen wissen, welches Krankheitsbild sie befunden werden, weil sie nur dann das korrekte Template auswählen können. Haben Patient:innen aber nun zwei Pathologien im Bild, wird es problematisch. Ein aktuelles

Beispiel: Ein:e Patient:in mit einer CovidErkrankung hat in der Regel auch eine Lungenerkrankung, einen Tumor, eine Lungenembolie oder ein Emphysem. Was tun? Gleiches passiert häufig bei älteren Patient:innen mit Brüchen, die daneben noch klassische Abnutzungserscheinungen und sonstige Degenerationen aufweisen. So kommt das Structured Reporting immer wieder an seine Grenzen. Das Guided Reporting beansprucht alle Vorteile der Strukturierten Befundung für sich, führt sie aber durch weitere Merkmale fort. Als besonderer Vorteil erweist sich – denken wir an die zwei Pathologien in einem Bild – der Ausgang von der Anatomie. Da ist es egal, um welches Krankheitsbild es sich handelt,


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mit dem Modul „CT Thorax“ können alle befundet werden. Pflichtfelder und Plausibilitätsprüfungen sorgen für einen vollständigen Befund ohne Freitext, der komplett maschinenlesbar ist. Der Nachteil der geführten Befundung, wenn man es denn so nennen will: Die Methode ist disruptiv und hoch innovativ. Sie in einer Einrichtung einzuführen und zu etablieren, setzt Offenheit voraus und braucht ein wirkliches Change Management.

RadioReport ist Guided Reporting RadioReport ist eine Software von Radiolog:innen für Radiolog:innen. Die Entwickler:innen haben die Denkmuster erfahrener Expert:innen analysiert und digital

abgebildet. Das Ergebnis: ein Werkzeug, das den Befundungsprozess durch vielfältige Hilfestellungen vereinfacht und beschleunigt – und zwar sowohl für junge als auch für erfahrene Radiolog:innen. Guided Reporting kann man sich wie einen virtuellen Interviewpartner vorstellen, der den:die Radiolog:innen in einem chronologischen Workflow durch einen nahezu perfekten Entscheidungspfad zum fertigen Befund führt. Entlang des Prozesses unterstützen ihn passgenaue Informationen, grafische Auswahltools und Pflichtfelder. Das Resultat ist ein vollständiger und standardisierter Befund in kurzen und klaren Worten – erstellt und ausgeworfen mit einem Mausklick.

Neo Q, das Unternehmen, das RadioReport entwickelt, wurde 2015 von Alexander Huppertz, Oliver Aretz und Jan Wintzer gegründet. Als Unternehmer, Mediziner, HealthcareSoftware­experten und Marketing­experten haben sie alle langjährige Erfahrung im globalen Radiologie­markt in verantwortlichen Rollen. Aus diesen Erfahrungen heraus entwickelten sie ein Produkt, das perfekt in den klinischen Alltag passt, weil es drängende Anforderungen zielgenau bedient und zudem die Digitali­sierung der Radiologie rasant beschleunigen wird.

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RadioReport arbeitet im Gegensatz zu anderen Methoden der digitalen Befundung mit voll­ ständigen Modulen, nicht mit Templates.  Jedes Modul deckt einen ganzen Indikations­ bereich ab, so kann also die jeweilige Körperregion mit allen Pathologien nahtlos beurteilt werden.

Anstelle von hunderten Templates, die schwer zu pflegen und aktuell zu halten sind, deckt RadioReport mit nur 23 Modulen das gesamte  Spektrum der Befundung von MRT-, CT-Aufnahmen und der Brustdiagnostik ab. Die Software ist als Medizinprodukt der Klasse I CE-zertifiziert und wurde von der FDA für den US-amerikanischen Markt freigegeben. Die Vorteile in kurzen Worten: Radiolog:innen vergessen nichts, sie sind schneller, liefern vollständige und verständliche Befunde und können international arbeiten.

Vorteil: Geschwindigkeit RadioReport führt Radiolog:innen anhand definierter Kriterien gezielt durch den Befund und lenkt den Blick dabei auf das Wesentliche. Die Software ist äußerst umfangreich, hinter jeder Klickbox verbergen sich komplexe Sätze, die sich am Ende zu einem umfassenden Befund zusammenfügen. Neo Q hat 2019 in Zusammenarbeit mit Prof. Martin Maurer, einem leitenden Arzt der Radiologie an der Universität Bern, eine Studie zur Bewertung der

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Leistungsfähigkeit und Sicherheit von RadioReport durchgeführt. Untersucht wurde das Modul MR-Mammographie. Die mittlere Befundungszeit betrug zehn Minuten, die minimale lag bei nur 2:36 Minuten. Alle drei Befunder der Studie haben zudem eine Lernkurve in puncto Beschleunigung der Befundung gezeigt. Die Erfahrung lehrt, dass sich nach etwa zwei Stunden Befundung mit Radio­ Report erste Effekte einstellen. Wirklich schneller wird man dann aber noch nicht, das braucht – je nach Befunder:in – rund 30 Befunde. Allerdings muss nicht bei jeder Indikation neu gelernt werden, da alle Module gleich aufgebaut sind. Hat man einige MRT Knie-Untersuchungen befundet, nehmen Radiolog:innen die Erfahrungen mit in die Betrachtung des Fußes und der Hüfte.

Vorteil: Qualität Die wesentlichen Kriterien für die Qualität radiologischer Befunde sind die sechs „C Kriterien: 2Be clear, be correct, be concise, be complete, be consistent, and offer a high confidence level“. Diese Voll-


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ständigkeit („be complete“) gewährleistet RadioReport durch Pflichtfelder, die dabei helfen, Auslassungen zu vermeiden, und dafür sorgen, dass der Befund alle wichtigen Informationen enthält. Plausibilitätschecks helfen, Widersprüche im Befund und daraus resultierende Missinterpretationen zu eliminieren. Der gesamte Befund ist standardisiert, was das Verständnis erleichtert. RadioReport fußt auf einem Entscheidungsbaum, anhand dessen die Befundung abläuft. Dieser Baum ist aktuell um den Faktor zehn komplexer als bei anderen Softwarelösungen. Dadurch steigt die Software sehr tief in die medizinischen und diagnostischen Feinheiten ein und kann detaillierte, unmissverständliche Befunde liefern. Auf diese Weise hilft RadioReport auch weniger erfahrenen Radiolog:innen, vollständige und qualitativ hochwertige Befunde zu erstellen. Die Studie aus Bern hat nicht nur gezeigt, dass RadioReport die Befundung beschleunigt, sondern auch, dass die Befunde korrekter sind. So kann die

Zahl der sogenannten Missense-Fehler – solcher Fehler, die den Sinn eines Satzes verändern –, die der Nonsense-Fehler – Sätze oder Zusammenhänge, die im Kontext keinen Sinn ergeben – und die der Omission-Fehler – ausgelassene Wörter, die nachträglich den Sinn eines Satzes verändern – auf 0 Prozent gesenkt werden.

Mit RadioReport wird bei hoher Qualität eine nie dagewesene Effizienz erreicht. Mit wenigen Klicks werden komplexe Sätze erzeugt. So ist mehr Zeit für die Bild­analyse, Patient:innen oder andere ­operative Tätigkeiten.

Vorteil: Information Während der Befundung müssen Radiolog:innen immer wieder auf Literatur und das Wissen aus anderen Fällen zurückgreifen. RadioReport bietet eine stetig wachsende Bibliothek, die während der Befundung mit einem Mausklick geöffnet werden kann. Dabei schlägt die Software die relevanteste Information automatisch vor und verkürzt so die Recherchezeit immens. Zudem bauen Radiolog:innen die Wissensdatenbank in RadioReport, auf die Kolleg:innen zugreifen können, mit jedem Befund aus. Davon profitieren besonders weniger erfahrene Ärzt:innen, die es mit einer steilen Lernkurve danken.

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Vorteil: Vielsprachigkeit

Die anatomiegetreue Darstellung mit intuitiver Bedienung erlaubt eine schnelle und sichere Befundauswahl.

RadioReport ist multilingual. Das ermöglicht den Einsatz fremdsprachiger Kolleg:innen, die sofort voll in die tägliche Routine eingebunden werden können. Der Befund kann dabei in einer Sprache erstellt und in einer anderen ausgegeben werden. RadioReport sorgt immer für vollständige, fehlerfreie und universell verständliche Berichte in hoher Qualität. Die Mehrsprachigkeit macht Radiolog:innen und ihre Dienstleistungen vom Ort der Nachfrage und Erbringung frei. Sie können aus ihrer Einrichtung heraus weltweit arbeiten – in der Sprache, die gefordert ist. Genauso gut können sie aber auch Dienstleistungen auslagern, wenn sie Unterstützung benötigen. Hier wie dort gewährleistet RadioReport eine standardisierte Qualität.

Vorteil: Für Patient:innen ­verständlicher Befund

Die interaktive visuelle Darstellung der gesamte Wirbelsäule: Ein Beispiel für hervorragende Usability und die moderne Ästhetik der Software.

RadioReport erstellt automatisiert den sogenannten „Patienten-Befund“ (patientfriendly reporting), einen in allgemein verständlicher Sprache verfassten Befundbrief mit allen wesentlichen Informationen aber ohne Fachbegriffe. Damit entlassen Radiolog:innen ihre Patient:innen mit einem guten Gefühl. Untersuchungen zeigen, dass ein solches verständliches Dokument die Therapieakzeptanz und -treue deutlich erhöht. Selbstverständlich kann auch der „Patienten-Befund“ mit einem Mausklick in unterschied­lichen Sprachen erstellt werden.

  www.radioreport.com

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Im „I know“ Modus können gezielt die Merkmale der Raumforderung eingetragen werden. RadioReport formuliert es passend.

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 obel JM, Kok EM, Robben SGF. Redefining the N structure of structured reporting in radiology. Insights Imaging 2020;11 Armas RR. Letter: qualities of a good radiology report. AJR. 1998;170:1110.

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Virtual Non Contrast

Monochromatic

Iodine map with fusion

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Qualität

als zen­traler Anspruch in der Teleradiologie Guido Gebhardt sprach mit dem Gründer und Geschäftsführer Dr. Ehssan Ghadamgahi und Prof. Dr. Dr. Martin Maurer, dem Ärztlichen Direktor von Radiology Advanced.

Mit der Smart-Report-Funktion verbindet Radiology Advanced Qualität mit Geschwindigkeit. Ein Click auf die Pathologie im Befundtext führt unmittelbar zur passenden Serie und Bild im Webportal. Aufwendiges Suchen durch die CT- und MRT-Untersuchung gehört damit der Vergangenheit an.

þ  Sehr geehrter Dr. Ghadamgahi, was sind die zentralen Elemente Ihres Teleradiologie-Angebotes? Dr. Ghadamgahi (EG): Unser zentrales Konzept ist die Erbringung von innovativer „Qualitäts-Teleradiologie“ zu jeder Zeit und an jedem Ort für unsere Kunden:innen. Dies ist für uns nicht nur eine Aussage, wir meinen es auch so und setzen es entsprechend um. Wir arbeiten fortlaufend an Prozessen und Standards, um dieses Leistungs-

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versprechen zu erfüllen und haben dies bisher mit Erfolg geschafft. Damit heben wir uns klar im Markt hervor. Der Innovations- und Qualitätsanspruch bezieht sich dabei auf diverse Aspekte in unserem Unternehmen wie die Fachkompetenz unserer angestellten Mitarbeiter:innen, unser Service-Portfolio, die hochmoderne technische Infrastruktur sowie die stark standardisierten Prozesse, welche professionell aufeinander abgestimmt sind.

þ  Wie wählen Sie die Mitarbeiter:innen aus, die für Ihr Unternehmen tätig sind? Prof. Dr. Dr. Martin Maurer (MM): Grundsätzlich kommen für eine Mitarbeit bei uns nur sehr erfahrene Fachärzt:innen in Frage. Wir unterziehen die zahlreichen Bewerber:innen einem mehrtägigen, rigorosen Assessmentverfahren, bei dem wir querbeet in den verschiedenen Teilbereichen der Radiologie wie Notfallbildgebung, Bildgebung von Thorax und Abdomen sowie muskuloskeletaler Radiologie und Neuroradiologie prüfen. Zusätzlich legen wir auch großen Wert auf ausgeprägte „Social-Skills“ unserer Bewerber:innen und prüfen diese in mehreren Interviews im Rahmen des Assessments. Bevor neue Mitarbeiter:innen schlussendlich bei uns operativ zum Einsatz kommen, muss noch ein einmonatiges Praktikum im Unternehmen durchlaufen werden, in dem eine intensive Einarbeitung in unsere Prozesse erfolgt. þ  Wie stellen Sie eine höchstmögliche Qualität sicher? MM: Die Qualität unserer Arbeit hat für uns den höchsten Stellenwert. So werden beispielsweise sämtliche Untersuchungen bei Radiology Advanced von zwei Fachärzt:innen für Radiologie befundet. Damit erfüllen wir zu 100 Pro-


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Radiology Advanced schafft es, seinen Kund:innen die Teleradiologie der nächsten Generation zu bie­ ten. Erreicht wird dies durch höchste medizinische Qualität und modernste Technologien.

zent den Doppelfacharztstandard. In der teleradiologischen Versorgung unserer Kliniken nachts und an den Wochenenden wird ein ausführlicher endgültiger Befund durchschnittlich innerhalb von maximal 30 Minuten von unserem Personal erstellt und passgenau mit den überweisenden Kolleg:innen vor Ort kommuniziert. Im Anschluss werden dann nicht nur stichprobenartig einzelne, sondern alle Untersuchungen und Befunde aus dem Dienst von einer zweiten Radiolog:inüberprüft. Intern nehmen wir dabei eine Qualitätsbeurteilung mittels dem international etablierten RADPEERTM-System vor. Wir haben hierfür ein proprietäres Modul entwickelt, das diese Überprüfung schnell und einfach in unserem Workflow abbildet. Dieser doppelte Facharztstandard ist für uns sicherlich kostenintensiv, aber er lohnt sich unbedingt zu Gunsten einer exzellenten Befundqualität.

þ  Das hört sich ja sehr spannend und vor allem auch einzigartig an. Welche weiteren Aspekte haben Sie für Ihre „Qualitäts-Teleradiologie“ bei sich im Unternehmen etabliert? EG: Wir legen viel Wert auf eine maximale Standardisierung und Verlässlichkeit unserer Leistungen. Unsere Mitarbeiter:innen orientieren sich in den verschiedenen Teilbereichen der Radiologie an zahlreichen Checklisten und verwenden jeweils klar vorgegebene Befundtextstrukturen im Sinne einer strukturierten Befundung. Ferner arbeiten wir in subspezialisierten Abteilungsstrukturen und setzen die Mitarbeiter klar nach ihren jeweiligen Stärken ein. Zusätzlich testen wir aktuell eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Anbietern von „artificial intelligence“ (AI) in der Radiologie, sodass durch solche AI-Tools neben dem etablierten doppelten Facharztstandard eine weitere Kontrollinstanz geschaffen wird, um die Befundqualität auf ein Maximum zu steigern. Damit bieten wir die wohl höchste inhaltliche Qualität an, die man unter Teleradiologie-Anbietern aktuell finden kann. Regelmäßige Online-Fort-

bildungen, die wir über unsere Radiology Advanced Academy mehrmals im Monat für unsere Mitarbeiter:innen veranstalten, stellen sicher, dass das Team fachlich stets auf dem aktuellen Wissensstand der Radiologie ist. þ  Kommunikation zwischen Ihrem Team und den Kolleg:innen vor Ort in den verschiedenen Kliniken ist sicherlich ein relevantes Thema. Wie haben Sie dies gelöst? MM: Ja, Kommunikation ist für uns ein wichtiges Thema. Nach der neuen Strahlenschutzverordnung wird dieser Punkt der tieferen Einbindung des Teleradiologen in die klinische Routine auch explizit gefordert. Es reicht nicht aus, einen präzisen und richtigen Befund zu schreiben und diesen digital über unser Webportal zur Verfügung zu stellen. Vielmehr ist die zusätzliche Einordnung in den klinischen Kontext ungemein wichtig. Sowohl vor als auch nach Durchführung der Untersuchungen herrscht zwischen unseren Teleradiolog:innen und den klinischen Kolleg:innen stets ein reger fachlicher Austausch, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Zusätzlich zum schriftlichen Befund,

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bildgebenden Untersuchung verknüpft sind. Unsere Kund:innen sind von dieser Funktion regelrecht begeistert, da sie durch Anklicken des Hyperlinks eine gezielte und nachvollziehbare Erklärung anhand des Bildmaterials innerhalb von Sekunden erhalten, indem sie auf die entscheidende Sequenz mit dem entscheidenden Bild zur Pathologie geführt werden.

Dr. med. Ehssan Ghadamgahi, MBA ist der Gründer und Geschäftsführer von Radiology Advanced.

werden wichtige Pathologien stets auch telefonisch an die Kolleg:innen vor Ort kommuniziert. Zudem verwenden unsere Mitarbeiter:innen bei der Befunderstellung durchweg unsere sehr nützliche „Smart-Report-Funktion“. Diese ermöglicht es, wichtige Inhalte der Befundbeurteilung in unserem Webportal jeweils mit Markierungen zu versehen, die mittels Hyperlink an die relevanten Einzelbilder einer schnitt-

þ  Und die IT-Technik, wie funktioniert diese bei Ihnen? EG: Eine stets sicher funktionierende Technik ist bei uns natürlich zu jeder Zeit gewährleistet durch ein Konzept mit redundanten Absicherungen unserer eigenen in Deutschland stationierten Server. Sollte wider Erwarten ein Server einmal ausfallen, dann springt unmittelbar ein anderer Server ein. Während rein technische Aspekte des IT-Systems sehr sicher geworden sind, arbeiten wir zudem mit einem sehr kompetenten Team von IT-Spezialist:innen, die einen großen Erfahrungsschatz in der Teleradiologie vorweisen können. Dies ist wichtig für einen reibungslosen Anschluss neuer Kliniken an unser System und bei der Erlangung der behördlichen Genehmigungen.

Checkliste

Worauf ist bei der Auswahl eines passenden ­Teleradiologie-Anbieters zu achten? Zusammenarbeit nur mit gut ausgebildeten fest im Team integrierten Fachärzt:innen für Radiologie mit lückenloser Umsetzung eines Doppelfacharzt-Standards Verwendung modernster digitaler Technologien, die sich flexibel und kostengünstig an jedes System anbinden lassen, inklusive ausfallsicherer IT-Infrastruktur Professionelles Qualitätsmanagement mit maximaler Standardisierung der Abläufe und der Befundberichte Zertifizierter Anbieter, der seine internen Prozesse regelmäßig im Rahmen einer neutralen Prüfung und Begutachtung vor externen Auditoren offen legt

Prof. Dr. Dr. med. Martin Maurer ist der Ärztliche Direktor von Radiology Advanced.

þ  Sie haben gerade die behördliche Genehmigung zur Ausübung der Teleradiologie angesprochen. Viele Kliniken sehen eine große Hürde darin, die erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen. Wie sehen Sie das? EG: Das ist vollkommen richtig. Die behördlichen Vorgaben zur Erteilung einer Genehmigung sind sehr komplex. Eine gute und vor allem strukturierte Vorbereitung der geforderten Unterlagen ist hier wichtig. Nach unserer Auffassung ist es die Aufgabe des TeleradiologieDienstleisters, die Kliniken bei diesem Prozess zu begleiten und engmaschig zu unterstützen. Seitens der Behörden wird dies dann in der Regel auch gerne gesehen, da eine klare Ordnung der Dokumente die Prüfung der selbigen maßgeblich erleichtert. Bei Radiology Advanced haben wir uns im Prinzip auf diesen Prozess spezialisiert und stehen unseren Kund:innen schon von Beginn an mit unserem Team von IT-Spezialist:innen, Medizinphysiker:innen und Back-Office Mitarbeiter:innen tatkräftig zur Seite.

Erfahrung mit und Unterstützung bei behördlichen Genehmigungen zur Ausübung der Teleradiologie   www.radiology-advanced.com

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Die universelle klinische Plattform Alle Teile ergeben ein großes Ganzes

Bestehende Radiologie IT-Lösungen sind für Fachbereiche und Abteilungen entwickelt worden. Doch im Laufe der Zeit sind die Grenzen zwischen ihnen verschwommen. So ist die herkömmliche Softwarelandschaft divers und kaum zu vereinbaren. DeepUnity löst dieses Problem. Es integriert zum Beispiel DICOM und Non-DICOM Daten und verbindet klinische mit radiologischen Abläufen. Barrierefrei, ohne Anwendungen wechseln zu müssen. Damit bringt es Lösungen zusammen. Weiterführende Informationen auf

dedalusgroup.de

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Fujifilm schließt Hitachi-Übernahme ab Im Rahmen einer virtuellen europäischen Veranstaltung präsentierten die neu benannte Fujifilm Healthcare Europe und die bestehende European Medical Systems Division von Fujifilm Europe ein ganzheitliches und integriertes Portfolio an diagnostischen Produkten und Dienstleistungen, darunter CT-, MRT-, Röntgen-, KI-, PACS-, Endoskopieund Ultraschallsysteme.

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Die Markteinführung folgt auf den Abschluss der Übernahme des Diagnostic Imaging-Geschäfts von Hitachi durch Fujifilm am 31. März 2021 für 179 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro), und markiert gleichzeitig den Markteintritt der neu benannten Fujifilm Healthcare Europe. Die Synergie von Fujifilm Healthcare Europe und Fujifilm ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Wachstumsstrategie des japanischen, multinationalen Unternehmens, das sich als Marktführer im Gesundheitswesen etablieren möchte. Die Kombination der Produktpalette der beiden Organisationen verbessert Fujifilms Fähigkeit, eine umfassende Lösung anzubieten, die ein breites Spektrum an klinischen Anforderungen abdeckt. Mit diesem verstärkten Angebot will Fujifilm das Diagnostikgeschäft als einen der führenden Wachstumstreiber des Konzerns weltweit deutlich ausbauen und strebt innerhalb der nächsten drei Jahre einen Umsatz von 860 Milliarden Yen (6,6 Milliarden Euro) an; ein Wachstum von mehr als 50 Prozent gegenüber des letzten Geschäftsjahres. Die virtuelle Veranstaltung präsentierte den Teinehmern aus dem europäischen Gesundheitswesen ein umfassendes Portfolio. Die Expertise von Fujifilm Healthcare Europe in den Bereichen

CT, MRT und Ultraschall, kombiniert mit den Kernkompetenzen des FujifilmGeschäfts in den Bereichen Röntgen, Endoskopie, Frauengesundheit, KI, PACS und IVD, ermöglicht es dem Unternehmen, seine Dienstleistungen und Produkte in mehreren Bereichen der Prävention und Diagnose zum Nutzen der Patient:innen in Europa zu verstärken. Zu den Highlights des erweiterten Portfolios, die diese neue Stärke demonstrieren, gehören: ◾ Das hochqualitative und robuste CT von Fujifilm Healthcare Europe in Kombination mit der KI-Technologieplattform REiLI von Fujifilm und SYNAPSE 3D, welches das Post-Processing unterstützt, bietet radiologischen Abteilungen eine Lösung mit geringer Strahlendosis und eine umfassende Unterstützung von der Bildgebung bis zur Diagnose.

„Wir haben hart gearbeitet, um diesen wichtigen Meilenstein für Fujifilm und seine zukünftige Entwicklung zu erreichen. Heute sind wir ­gemeinsam stärker, und unser Ziel ist es, diese neuen umfassenden und vollständigen Portfolio-Synergien zu maximieren. Unser Ziel ist es, uns als Marktführer und umfassenden Partner Nummer Eins für das Gesundheitswesen in Europa im Bereich der Prävention und Diagnose zu positionieren.“ Toshi Iida, Präsident und Geschäftsführer von FujifilmEurope

◾ Ein erweitertes Fujifilm-Angebot für noch mehr Abteilungen innerhalb eines Krankenhauses, einschließlich Gastroenterologie, Radiologie, Gynäkologie, Chirurgie und Urologie. ◾ Erweiterter Anwendungs- und technischer Support und Service über das gesamte Portfolio von Fujifilm Medizinprodukten.

  www.fujifilm.de/medical

Die neue Fujifilm Healthcare Europe verfügt über ein umfassendes Radio­ logieportfolio mit den Schwerpunk­ ten Mammographie, CT/MR, digitale Radiographie und digitale Bildnach­ bearbeitung sowie Ultraschall.

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Spitzenreiter dank moderner CT-Technologie Vielsertiger, effizienter: Wie sich eine Celler Praxis mit dem Revolution Maxima für die Zukunft positioniert Anfang Dezember 2020 ging in der Radiologisch-Nuklearmedizinischen Gemeinschaftspraxis Celle mit dem CT Revolution Maxima ein echter Allrounder für das Tagesgeschäft in Betrieb. Das leistungsfähige CT-System ist auf maximale Effizienz bei jedem Schritt des CT-Verfahrens – von der Überweisung bis zum Befund – ausgelegt und bietet innovative Lösungen für die gesamte CTUmgebung, darunter auch eine beeindruckende neue Methode zur automatischen Patient:innenpositionierung. Gegründet wurde die fachübergreifende Gemeinschaftspraxis im Norden von Hannover in den 1970er Jahren. Lag der Fokus in den ersten Jahren noch rein auf der Nuklearmedizin, so bietet die Radiologisch-Nuklearmedizinische Gemeinschaftspraxis der Bevölkerung des auch unter dem Namen „Südheide“

bekannten Einzugsgebiets um Celle (70 km nördlich sowie westlich bis Hamburg und Lüneburg) heute ein umfassendes Spektrum radiologischer und nuklear-medizinischer Leistungen an. Erklärtes Ziel der Praxis mit zwei Standorten ist es, ihren Patienten:innen, überweisenden Kolleg:innen und kooperierenden Kliniken – wie beispielsweise Das AKH Celle – jederzeit eine zeitnahe, effektive und qualitativ hochwertige radiologische und nuklearmedizinische Versorgung zu garantieren. So arbeiten die insgesamt 76 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unermüdlich daran, modernste Diagnostik auf einem konstant hohen Niveau anzubieten. Ersetzt wurde ein in die Jahre gekommener CT, der insbesondere in Sachen Dosis auf Dauer nicht mehr überzeugen konnte. Mit ASiR-V bietet der jetzt

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„Es zählt zu unserer Philosophie, unseren zuweisenden Ärzt:innen aussagekräftige Untersuchungsbefunde schnell und zuverlässig zur Verfügung zu stellen. Durch elektronische Befundübermittlung erhalten die Kolleg:innen diese Befunde in der Regel bereits am Tag der Untersuchung, spätestens am Folgetag” Dr. Tobias Deutsch, Radiologe in der Radiologisch-­ Nuklearmedizinischen Gemeinschaftspraxis Celle

genutzte Revolution Maxima eine bewährte GE Dosisreduzierungssoftware zur Rausch- und Objektmodellierung. Diese ermöglicht eine konsistente Bildgebung mit bis zu 82 Prozent1 weniger Dosis als bei einer Bildrekonstruktion mit gefilterter Rückprojektion. Da die Praxis besonderen Wert auf die Zufriedenheit ihres Personals legt, kam den MTRA-Kolleg:innen im Entscheidungsprozess eine wichtige Rolle zu: „Die Meinung des Teams am System ist uns sehr wichtig – letztendlich sind es die MTRA, die täglich mit den Systemen arbeiten.“ erläutert Dr. Deutsch. Daher setzt das Team auf Geräte, die eine möglichst schnelle Ausbildung des Personals ermöglichen. Zudem erlauben es standardisierte Workflows, spontan auf Erkrankungen im Team oder Änderungen in der Personalplanung reagieren zu können. Unabhängig von der Perspektive der MTRA besteht bei allen CT-Untersuchungen ein Risiko der Fehlpositionierung. Werden Patient:innen nicht korrekt positioniert, so kann dies einen Anstieg der Strahlendosis um 38 Prozent2 sowie des Bildrauschens um 22 Prozent3 zur Folge haben. Positionierungsbedingte Probleme werden durch eine Kombination unterschiedlicher Variablen verursacht: natürliche Variationen eines manuellen Verfahrens, Beschwerden bei Patient:innen und ein unterschiedliches MTRA-Erfahrungsniveau können hier Einfluss nehmen.

Automatische Positionierung mit nur einem Klick Einen deutlichen Vorteil sieht Dr. Deutsch nach knapp vier Monaten mit dem CT Revolution Maxima daher im Bereich der Positionierung: „Unser Team hat einen deutlich einfacheren Workflow, wir garantieren den Patient:innen eine optimale Positionierung, was sich auch in Bildqualität und applizierter Dosis bemerkbar

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macht – und dies mit einer großen Konstanz über alle Untersuchungen.“ Dies verdankt das System der innovativen KIbasierten Positionierungsautomatik Auto Positioning. Mithilfe ihrer Echtzeit-Tiefenmesstechnologie erstellt die deckenmontierte Xtream-Kamera ein 3D-Modell des Körpers. Im Anschluss an die dreidimensionale Konturierung der Patient:innen und die vollautomatische Erkennung der Referenzpunkte ermittelt der CT Revolution Maxima mit seinem Lernalgorithmus das 3D-Zentrum des Scan-Bereichs und richtet dieses automatisch am Isozentrum der Gantry aus. Mit nur einem Klick wird der Tisch durch Auto Positioning in die richtige Position gebracht und die Patient:innen zentriert. Das Aufrufen der Patientendaten sowie die Auswahl des passenden Scanprotokolls, welches durch einen speziellen Algorithmus direkt vom System vorgeschlagen wird, erfolgt ebenfalls direkt an den Tablets, welche an der CT Gantry angebracht sind. Somit können alle Arbeitsschritte bis hin zum Auslösen des Scans in einem Arbeitsgang direkt neben den Patient:innen ausgeführt werden. Für den Radiologen ergeben sich aber auch weitere perspektivische Punkte in der Arbeit mit dem neuen CT. Entscheidend ist für Dr. Deutsch das Gesamtbild, das sich aus vielen Puzzleteilen zusammensetzt. „Wir sehen zudem den Mehrwert, dass sich unsere Mitarbeiter:innen mehr um Patient:innen kümmern können. Sie sind einfach ‚näher dran‘, wovon Patient:innen und Personal gleichsam profitieren.“ In Anbetracht des zukünftigen Fachkräftemangels sieht Dr. Deutsch die KI in Form der Xtream-Kamera als unvermeidbar für die Gewährleistung eines gleichbleibend hohen Standards in der CT. „Alles, was uns dabei hilft, Fehler zu reduzieren, schafft ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau. Zusätzlich sehe ich die Möglichkeit einer Expansion bei


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Anna Schlothauer, Ausbildungsleiterin für Schnittbildgebung

gleichbleibender Personenzahl durch Prozessoptimierung.“

MTRAs empfinden Bedienung als ­einfach Die für die Praxis so essentiellen Verbesserungen im Workflow konnten in den vergangenen Monaten ebenfalls bestätigt werden. So berichtet Dr. Deutsch von einem erhöhten Durchsatz, der sich insbesondere durch eine zuverlässigere

Planung der Untersuchungsslots erzielen lässt. „Zudem hat sich die Belastung des Personals reduziert und die Zufriedenheit erhöht, da jetzt einfach mehr nach Plan läuft. Das System nimmt uns Arbeit ab – und somit haben wir bei gleicher Auslastung weniger Arbeitsbelastung für unser Personal“, so Dr. Deutsch. Seine Kollegin, Anna Schlothauer, Ausbildungsleiterin für Schnittbildgebung, kann dies bestätigen: „Unsere CT-Taktung hat sich mit dem Revolution Maxima von bisher 20 auf jetzt 15 Minuten pro Patient:innen verkürzt und kann eventuell in Zukunft weiter auf zehn Minuten reduziert werden.“ Der Einsatz des neuen Systems ging mit einem Anbieterwechsel und somit auch einer neuen Bedienoberfläche einher – beides lief reibungslos: „Das Team hat sogar bevor die Einweisung begann die ersten Schritte ausprobiert, da die Benutzeroberfläche durch unsere Arbeit mit einem GE-MRT-System bereits bekannt war. Die Schulung war schnell und sehr erfolgreich. Unsere MTRAs empfinden

Gantry Panel zum Aufrufen der Patientendaten und des Scanprotokolls

Kombination aus Qualität und Effizienz Qualität wird in der Celler Gemeinschaftspraxis großgeschrieben: Das Team sichert die Weiterentwicklung seines Qualitätsniveaus durch ständige Fort- und Weiterbildung sowie stetige Anpassung und Optimierung seiner Arbeitsabläufe. „Dies geht einher mit gezielten Investitionen in modernste Untersuchungsgeräte“, so Dr. Deutsch. „Daher fiel unsere Entscheidung im vergangenen Jahr ganz klar auf den CT Revolution Maxima von GE, der für uns Qualität und Effizienz in einem System vereint. Im Vergleich zu ähnlichen Produkten in diesem Leistungssegment hat uns insbesondere der mit der automatischen Positionierung einhergehende Mehrwert überzeugt. Das System verfügt zudem über ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis über die geplante Laufzeit. Und für einen CT sieht es auch gut aus.“

Gantry Panel zur Auto-Positionierung des Patienten

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die Bedienung des Revolution Maxima als einfach“, freut sich Anna Schlothauer. Eine Erweiterung der Untersuchungen im Hinblick auf Herzuntersuchungen konnte bereits nach wenigen Wochen stattfinden. In Bezug auf das Untersuchungsspektrum der Gemeinschaftspraxis sieht Dr. Deutsch ebenfalls klare Vorteile: „Generell sehen wir über alle Untersuchungen eine deutliche Verbesserung der Bildqualität, eine Reduktion des Rauschens sowie eine deutliche Reduktion der Dosis bei gesteigerter Bildschärfe. Die in den Scanprotokollen hinterlegte Funktionalität von Direkt MPR erspart dem Personal weitere manuelle Rekonstruktionen. Zudem liefert uns die Möglichkeit der 1024 Matrix eine sichtbare Verbesserung der Auflösung, insbesondere in Untersuchungen von Felsenbeinen oder Gelenken.“

Breiteres Untersuchungsspektrum und zuverlässigere NiedrigdosisAnwendungen Das Institut führt eine große Anzahl an Low-Dose-Lungen-CT-Untersuchungen durch. Auch für diese ist laut Dr. Deutsch eine signifikante Verbesserung in der Bildqualität erkennbar: „50 Prozent unserer CT-Untersuchungen sind onkologische CTs, die nun von einer besseren Bildqualität in der Verlaufsbeurteilung profitieren – und das bei zirka 50 Prozent Reduktion der Dosis durch iterative Rekonstruktion. Auch eine lagerungsbedingte Fehldosierung der CT ist mit dem Revolution Maxima nun obsolet. Unser Untersuchungsspektrum erfordert einen hohen Anteil an Low-DoseUntersuchungen – beispielsweise bei ­Thorax-CTs, Steinsuche, NNH oder Plasmo­ zytom-CTs. Hier sehen wir große Fortschritte in der Dosisreduktion.“

Im Bereich der kardialen Computertomographie eröffnen sich durch den Revolution Maxima ebenfalls neue Perspektiven für die Celler Gemeinschaftspraxis. Bereits seit längerer Zeit besteht eine Zusammenarbeit mit einem benachbarten Kardiologen, der die Indikation zu einer Cardio-CT stellt, Patient:innen werden von dort aus überwiesen sowie zur Untersuchung in der Gemeinschaftspraxis prämediziert. Die Erstellung des koronaren CT in der Gemeinschaftspraxis erfolgt als privatärztliche Leistung.

  www.gehealthcare.de   www.radiologie-celle.de

❶ Lungenknötchen gut sichtbar ❷ 3D Volumenrendering der Koronararterien ❸ Karotiden-Stenose mit kalzifiziertem Plaque ❹ Verbesserter Kontrast in der Neuro-Bildgebung ❺ HWS sagittal

Im Vergleich zur gefilterten Rückprojektion (FBP). In der klinischen Praxis kann durch den Einsatz der ASiR-Technologie die Patientendosis für die CT je nach klinischer Aufgabe, Patient:innengröße, anatomischer Lokalisierung und klinischen Verfahren reduziert werden. Um die angemessene Dosis zu bestimmen und gleichzeitig für die spezielle klinische Aufgabe eine gute diagnostische Bildqualität zu erhalten, sind der:die Radiolog:in und ein:e Medizinphysiker:in zu Rate zu ziehen.

1

Kaasalainen, T., Palmu, K., Reijonen, V., & Kortesniemi, M. (2014). Effect of patient centering on patient dose and image noise in chest CT. American journal of roentgenology, 203(1), 123-130.

2

Toth T, Ge Z, Daly MP. The influence of patient centering on CT dose and image noise. Med Phys 2007; 34:3093–3101

3

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BESSERE VERSORGUNG.

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PP-M-CEN-DE-0064-1

WENIGER AUFWAND.


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Lungengefäßembolie und Lungen­ erkrankung ausschließen: Selbst in schwierigen Notfall­ szenarien muss kein Kompromiss aus field-of-view, low-kV-Bild­ gebung und Scangeschwindigkeit eingegangen werden. Mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikum Erlangen

Visualisierung struktureller Veränderungen im Lungengewebe. Hohe Auflösung in der ganzen Lunge unter allen Umständen. Mit freundlicher Genehmigung des Kantonspital Baden, Schweiz

CT-Angiographie der Beine mit pe­ ripheren Gefäßerkrankungen und Arteriosklerose. Von statischer bis dynamischer CT-Angiographie – der klinische Bedarf bestimmt den Scanparameter. Mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikum Erlangen

Follow-up nach chirurgischer Immobilisierung der unteren Lendenwirbelsäule, ohne Metallartefakte. Spektrale CT und intelligente iterative Rekonstruktionen helfen, dass Antworten statt der Metall­ artefakte gefunden werden. Mit freundlicher Genehmigung des Kantonspital Baden, Schweiz

Beurteilung der Herzkranzgefäße mit einem EKG-Gated Scan bei einem Patienten mit hohem Risiko für koronare Gefäßerkrankungen. 0,25 Sekunden Rotationszeit und höchste Auflösung helfen, sich an alle Aspekte des Herzens anzupassen. Mit freundlicher Genehmigung des Kantonspital Baden, Schweiz

Bewertung der gesamten Aorta und Aneurysmen bei einem Patienten mit Schulterfunktionsstörung. Selbst in schwierigen Notfall­ szenarien muss kein Kompromiss aus field-of-view, low-kV-Bild­ gebung und Scangeschwindigkeit eingegangen werden.

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Mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikum Erlangen


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CT-Scanner

für schnelle Diagnose und präzise Interventionen Der hochauflösende Hochgeschwindigkeits-CT-Scanner Somatom X.ceed mit intelligentem Bedienkonzept vereinfacht die Bildaufnahme für medizinisches Fachpersonal und Patient:innen. Somatom X.ceed erweitert die klinischen Möglichkeiten in anspruchsvollen und rasch wachsenden Bereichen, wie Herzbildgebung und Notfallbildgebung oder CT-geführter Intervention. myNeedle Companion unterstützt flexible und schnelle Arbeitsabläufe bei CT-geführten Interventionen. Mit Somatom X.ceed1 stellte Siemens Healthineers im Mai einen neuen, hochauflösenden Hochgeschwindigkeits-CT-Scanner vor, der speziell für besonders anspruchsvolle klinische Einsätze konzipiert wurde, bei denen Zeit und Präzision essenziell sind. Für die automatisierte Anwenderführung zur Unterstützung der Arbeitsabläufe des medizinischen Fachpersonals in kritischen Situationen sind zwei Neuheiten integriert: myExam Companion führt Anwender:innen durch die Bilderstellung; myNeedle Companion2 unterstützt modalitätsübergreifend die gezielte Planung des Nadelpfads, sowie das lasergestützte Einführen von Nadeln. Daher eignet sich der schnellste Single-Source-CT-Scanner von Siemens Healthineers besonders bei der Entscheidungsfindung in rasch wachsenden klinischen Bereichen, wie der Notfallbildgebung, CT-Herzbildgebung und CT-geführten Interventionen.

„Die Schlüssel zu guter Trauma-Bild­ gebung sind Geschwindigkeit und Präzision. Somatom X.ceed deckt das sowohl mit seiner hohen Rotationszeit als auch mit ultrahochauflösender Bildgebung ab. Meiner Meinung nach ist die eigentliche Kunst der CT-Bildgebung heute die Personalisierung und Automatisierung der verschiedenen technischen Features. Wir freuen uns sehr, dass myExam Companion es uns ermöglicht, den Scanner in wenigen Tagen schnell einzurichten, sehr schnell eine hohe Patientenzahl zu erreichen und jeden Bedarf des Patienten in den Protokollen zu abzudecken“, beschreibt PD Dr. med. Matthias May, Oberarzt Radiologie am Universitätsklinikum Erlangen, die Vorzüge des neuen Computertomographen. Somatom X.ceed ist mit seiner großen Geräteöffnung von 82 Zentimetern und seiner benutzerfreundlichen Bedienung mittels Tablet von Grund auf dazu konzipiert, zwei der drei wichtigsten

­ rioritäten einer medizinischen AbteiP lung anzugehen: die Anwendererfahrung und die Patientenerfahrung3. Dank der intelligenten Automatisierung mit myExam Companion können die Leistung und die schnelle Rotationszeit des Systems vollständig ausgenutzt werden und – ganz wesentlich für die Herz-, Notfall- und spektrale Bildgebung – eine äußerst schnelle, hohe räumliche Auflösung ermöglichen.

myNeedle Companion für minimal­ invasive Behandlung Die Computertomographie ist eine der meistverwendeten Bildgebungsmodalitäten, wenn Schnittbildführung für perkutane interventionelle Verfahren wie Biopsien, Ablationen oder für die Schmerztherapie benötigt werden. Fast die Hälfte aller Klinik-Standorte führt pro Tag mindestens drei CT-geführte Interventionen durch4. Bei diesen Verfahren spielen Zeit und Präzision eine

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Somatom X.ceed erweitert die klinischen ­Möglichkeiten in anspruchsvollen und rasch ­wachsenden Bereichen, wie Herzbildgebung und Notfallbildgebung oder CT-geführter ­Intervention.

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entscheidende Rolle. Die benötigte Zeit und die Erfolgsrate hängen jedoch in hohem Maße von den Anwender:innen und deren Erfahrung ab. Wie gut Patient:innen kooperieren, wirkt sich ebenfalls auf die Erfolgsrate aus. Komplexe Hardware und Bedienoberflächen oder eine eingeschränkte Führung können diese Probleme verstärken und zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Mit myNeedle Companion vereinfacht Siemens Healthineers den Arbeitsablauf bei minimalinvasiven Behandlungen. Durch die Kombination von Hard- und Software kann myNeedle Companion die Komplexität bei CTgeführten Interventionen erheblich reduzieren. Zusätzlich handelt es sich um die erste Universallösung mit einer harmonisierten Bedienoberfläche für

die übergreifende Planung über mehrere Bildgebungsmodalitäten hinweg, und für die Führung von perkutanen Nadelverfahren – für CT- oder Angiographie Systeme. Nach absolviertem Training an einer Modalität ist der Trainingsaufwand für eine andere Modalität erwartungsgemäß geringer. Dies reduziert ungewünschte Variationen und minimiert den Trainingsaufwand . Dank der vertrauten Bedienoberflächen können sich Radiolog:innen besser auf die präzise Positionierung der Nadel konzentrieren. Zur Unterstützung projiziert myNeedle Laser – ein integrierter Laser – selbst bei erweiterten, doppelt angulierten Verfahren mit mehreren Nadelpfaden den Eintrittspunkt der Nadel und den Einstichwinkel direkt auf den Körper der Patient:innen.


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Notfall- und kardiovaskuläre Verfahren sind anspruchsvolle und wachsende klinische Bereiche für CT Die Notfallradiologie macht eine rasante Entwicklung durch: Der Bedarf an CT-Bildgebung in Notfallstationen ist in den letzten 20 Jahren um 250 Prozent gestiegen3. In einer hektischen Notfallumgebung bedeuten ineffiziente Arbeitsabläufe ein Hemmnis für Mediziner:innen, die Patient:innen triagieren und mehrere komplexe Aufgaben schnell durchführen müssen. Mit der intelligenten Unterstützung von myExam Companion kann das medizinische Personal das volle Potenzial von Somatom X.ceed ausschöpfen und die Abläufe von der Vorbereitung der Patient:innen bis hin zur Bildauswertung bei gleichbleibender Qualität beschleunigen. Durch Künstliche Intelligenz unterstützte Anwendungen liefern befundungsbereite Ergebnisse zur Vereinfachung der diagnostischen Aufgaben. Dank der Möglichkeit, dass mit einem Herz-CT mehrere HerzKreislauf-Zustände schnell beurteilt werden können, ist der CT bei stetig wachsenden Zahlen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) ein wichtiges Diagnoseinstrument geworden5. Herz-CTAnwendungen haben sich zwischen 2011 und 2019 von 1,4 Mio. auf 3 Mio. mehr als verdoppelt6. All diese Verfahren – bei denen es sich teilweise um die komplexesten Verfahren in der Computer­tomographie handelt – werden jetzt von Mitarbeiter:­ innen aller Qualifikationsstufen routinemäßig durchgeführt. Wie bei der Notfallbildgebung unterstützt auch hier myExam Companion, indem es mehr standardisierte Ergebnisse bei niedrigerer Strahlendosis ermöglicht. „Durch die steigende Anzahl und Komplexität radiologischer Verfahren werden die Anforderungen an das Personal immer höher. Dies führt weiterhin zu unerwünschten Variationen, sowohl bei Diagnoseverfahren als auch bei interventionellen Verfahren. Zusammen mit myNeedle Companion setzt Somatom X.ceed bei CT-geführten Interventionen völlig neue Akzente. Nach der Einführung von myExam­ Companion im letzten Jahr war dies der nächste logische Schritt, um die Gesamtkomplexität des Scanner-Betriebs in möglichst vielen Aspekten zu reduzieren,“ so Philipp Fischer, Leiter von ­Computed Tomography bei Siemens Healthineers.

Wir führen die Teleradiolgie in die Zukunft

1

… mit innovativen digitalen Technologien

2

… mit unserem Team aus festangestellten, subspezialisierten Radiologen und lückenloser Erfüllung des 4-Augen-Prinzips für eine herausragend präzise Befundung

3

… mit einem vom TÜV zertifizierten Qualitätsmanagement und maximaler Standardisierung aller Unternehmensprozesse nach DIN EN ISO 9001:2015

  www.siemens-healthineers.com/de

1

Somatom X.ceed ist 510(k) pending, und noch nicht in den USA käuflich zu erwerben.

2

myNeedle Companion und dessen Funktionen sind nicht in allen Ländern im Handel erhältlich. Die Verfügbarkeit in der Zukunft kann nicht garantiert werden.

3

IMV (2020): CT Market Outlook Report

4

Gupta R, et al. (2014): CT-Guided Interventions: Current Practice and Future Directions.

5

https://www.acc.org/about-acc/press-releases/2020/12/09/18/30/cvd-burdenand-deaths-rising-around-the-world

6

IMV (2019): CT Market Outlook Report

+49 (0) 30 403 664 660

office@radiology-advanced.com radiology-advanced.com

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Der Spectral CT 7500 akquiriert automatisch bei jedem Scan ­konventionelle plus spektrale Datensätze – und das dosis­ neutral bei allen Patientinnen und Patienten.

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Breites Spektrum Mit der Weiterentwicklung des IQon bringt Philips die zweite Generation der detektor­basierten spektralen Computertomographie auf den Markt. Der acht Zentimeter breite Detektor des Spectral CT 7500 akquiriert automatisch bei jedem Scan einen konventionellen und einen spektralen Datensatz. Die spektrale Computertomographie erweitert die Möglichkeiten der radiologischen Diagnostik. Doch dazu bedarf es zweier unterschiedlicher Bildinformationen: Es müssen sowohl hoch- als auch niederenergetische Bilddaten ausgewertet werden. Die bekannten CT-Hersteller setzen in diesem Fall auf unterschiedliche Technologien (siehe Grafik Seite 32). Philips verwendet einen Detektor mit zwei übereinander gelagerten Schichten, die über verschiedene Szintillatoren verfügen.

Maximum an Information Mit dem Spectral CT 7500 verbreiterte Philips im Vergleich zum IQon nicht nur den Detektor von vier auf acht Zentimeter, sondern entwickelte einen komplett neuen Tisch, um das gesamte System den schnellen Scangeschwindigkeiten anzupassen. Gleichzeitig sind die spektrale Rekonstruktion und Bilddatenanalyse nahtlos in den radiologischen

Workflow integriert. Untersuchungen von Thorax und Kopf dauern weniger als eine Sekunde, eine CT des gesamten Oberkörpers weniger als zwei Sekunden. Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Kauczor, M.D., Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Heidelberg, und sein Team gehören seit Februar 2021 zu den ersten Anwendenden weltweit. „Der Spectral CT 7500 macht es denkbar einfach, spektrale Bildgebung in der Routine zu etablieren. Die Datensätze sind immer verfügbar, sodass wir bei unklaren Veränderungen oder abklärungsbedürftigen Zufallsbefunden jederzeit ohne Mehraufwand retrospektive Analysen durchführen und weitere Untersuchungen vermeiden können. Das ist nicht nur unter Effizienzgesichtspunkten sinnvoll, sondern erspart unseren Patient:innen auch nochmalige Ungewissheit und gegebenenfalls Strahlenbelastung“, so Kauczor.

„Bei kardiologischen Fragestellungen liefert die detektorbasierte spektrale CT selbst bei Patientinnen und Patienten mit hoher und unregel­mäßiger Herzfrequenz eine qualitativ hochwertige Darstellung der Anatomie.“ Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Kauczor, M.D., Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Heidelberg

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Im Gegensatz zur klassischen CT-Untersuchung beinhalten die Bilddaten des CT 7500 von Philips immer auch spektrale Informationen, ohne spezielle Planung oder zusätzliche Vorbereitungen. Das bedeutet, dass die Bilddaten unterschiedlicher Energieniveaus nach jeder Untersuchung mit umfangreichen Diagnosetools analysiert werden können. So ist es mit wenigen Klicks möglich, monoenergetische Energielevels anzupassen, um beispielsweise die Materialzusammensetzung zu isolieren. „Das Beeindruckendste am Doppel­ detektorsystem von Philips ist die ständige Verfügbarkeit der unterschiedlichen Energieinformationen. Jeder Scan bietet ohne Mehraufwand neben dem klassischen CT-Bild zusätzlich spektrale Bildinformationen. So zeigt die Mono-E-

Subendokardiale Perfusion

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Ansicht berechnete, monoenergetische Bilder bei vorgegebenen keV-Werten von 40 bis 200 an“, beschreibt Professor Kauczor einen wesentlichen Vorteil des neuen CTs.

„Anhand von Jodkarten lassen sich Perfusionsausfälle leicht erkennen“ Die Darstellung der Bilder ändert sich entsprechend der eingestellten keVWerte, auch wenn die Fenster-Einstellungen sich nicht ändern. Bei niedrigen keV-Werten erscheint das jodhaltige Kontrastmittel heller, während höhere keV-Werte Metallartefakte reduzieren. Rechnerisch können jederzeit zwei unterschiedliche Bilder rekonstruiert werden. Geht es beispielsweise um das Thema Lungenembolie, sieht man sofort, wo sich der Verschluss befindet.

Prof. Kauczor erklärt: „Jod hat eine gewisse Charakteristik, Röntgenstrahlen zu absorbieren, und zeigt bei niedrigeren Energien mehr Kontrast. Früher mussten Scans, bei denen „die Kontrastmittelgabe nicht wirklich gut gelaufen ist“, wiederholt werden, da der Kontrastmitteleffekt sehr schwach war.“ Dank der spektralen Bildinformationen des CT 7500 und der nachträglichen Analyse berechneter monoenergetischer Bilder hat sich bereits während der Testphase im Universitätsklinikum Heidelberg die Anzahl der Wiederholungsuntersuchung spürbar verringert. Neben den Mono-E-Bildern bietet das System eine „Jod ohne Wasser“, eine „Wasser ohne Jod“ und eine „Z-effektiv“-Ansicht. Bei Jod ohne H2O stellen die Pixelwerte die Jodkonzentration


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des angezeigten Gewebes in mg /ml dar. Wasserähnliche Gewebe werden identifiziert und unterdrückt, damit sich der Betrachter auf die Verteilung des mit Jod angereicherten Gewebes konzentrieren kann. Umgekehrt kann der Betrachter von jodfreien Bildern sich auf Gewebe ohne Jod konzentrieren. Daraus lassen sich Jodkarten errechnen, die das Kontrastmittel pseudoselektiv darstellen, und man sieht genau, welche Bereiche perfundiert sind und welche nicht. Perfusionsausfälle in der Lunge oder im Herzen sind damit schnell analysiert. „Jodkarten sind auch wichtig, wenn ich den Verdacht auf eine Läsion habe und wissen will, ob das auffällige Gewebe durchblutet ist oder nicht. Nicht durchblutete Raumforderungen sind per se immer gutartig. Mit Jodbildern können wir das sehr zuverlässig erkennen“, erläutert Professor Kauczor. In der Zeff-Ansicht wird eine Serie von Bildern dargestellt, bei der Voxelwerte einer effektiven Kernladungszahl entsprechen, die ein Element, eine Verbindung oder Mischung repräsentiert. Das Ganze lässt sich mit der Kalziumsuppression in der Corticalis und der Spongiosa noch weiter treiben, sodass man genau sehen kann, was im Knochenmark passiert. Damit ist der Radiologe in der Lage, Knochenmarkinfektionen durch Lymphome oder Metastasen viel besser zu erkennen, als es früher der Fall war.

Myokardiale Perfusion

„Der Spectral CT 7500 setzt einen neuen Standard, in dem Bildqualität, Dosis und Workflow zusammenkommen, um wertvolle klinische Erkenntnisse zu liefern. Bei einfacher Anwendung unterstützt das System die Sicherheit und Zuverlässigkeit in jedem klinischen Bereich – von der Herzbildgebung über die Notfalldiagnostik bis hin zur diagnostischen Onkologie, Intervention und Radioonkologie“, so Kees Wesdorp, Chief Business Leader Precision Diagnosis bei Philips. Mit dem Spectral CT 7500 lässt sich die Zeit bis zur Diagnose um bis zu 34 Prozent verkürzen, die Anzahl der Wiederholungsuntersuchungen um bis zu 25 Prozent verringern und die ­Kosten für Folgeuntersuchungen um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Breiter Detektor und schneller Tisch Bislang kam die detektorbasierte spektrale CT vor allem in der Onkologie zum Einsatz. Doch der potenzielle Nutzen ist auch für zahlreiche andere Fächer groß. Das neue Philips System erlaubt eine breitere Anwendung als die Vorgängergeneration, damit alle Patientengruppen einschließlich Kinder, Jugendliche und Menschen mit Adipositas von den Vorteilen profitieren können. Bei kardiologischen Fragestellungen liefert es selbst bei Patientinnen und Patienten mit hoher und unregelmäßiger Herzfrequenz eine qualitativ hochwertige Darstellung der Anatomie.

„Die spektrale Computertomographie erweitert die Möglichkeiten der Diagnostik, zum Beispiel durch Materialkarten, Zeff-Karten, VNC-Bilder und Kalziumsuppression. Mit dem Spectral CT 7500 lassen sich die Zeit bis zur Diagnose um 34 Prozent, die Anzahl der Wiederholungsuntersuchungen um 25 Prozent und die Kosten für Folgeuntersuchungen um 30 Prozent reduzieren. Kees Wesdorp, Chief Business Leader Precision ­Diagnosis bei Philips

Pankreasläsion

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„Durch die Kombination von Geschwindigkeit und Spectral-Information erreicht die Computertomographie ein ganz neues Level. Der acht Zentimeter breite Detektor sorgt in Verbindung mit dem neuen Tisch für extrem schnelle Scans. Damit können wir an zwei Stellschrauben drehen, um die Akquisition zu beschleunigen“, beschreibt Prof. Kauczor die wesentlichen Vorteile des neuen Computertomographen und fährt fort: „Diese Kombination schafft für zahlreiche unterschiedliche Applikationen deutliche Vorteile, und wir waren wirklich überrascht, wie toll das funktioniert. Der Scanner ist so schnell, dass bei wenig kooperativen Patient:innen, die nicht lange beziehungsweise gar nicht die Luft anhalten können, so schnell über die Lunge und den Oberbauch gescannt werden kann, dass keine Atemartefakte zu sehen sind. Auch bei Patienten:innen von der Intensivstation, die nicht beatmet sind und kaum die Luft anhalten können, sind die Bilder gestochen scharf. In weniger als fünf Sekunden ist mithilfe der hohen Scan-Geschwindigkeit ein Staging-CT vom Hals bis zu den Leisten fertiggestellt. Erste Erfahrungen zeigen ebenfalls, dass selbst die Triple-rule-out-Untersuchung zur gleichzeitigen Beurteilung von Aortendissektion, Lungenembolie und Koronararterien ohne Atemanhalten möglich erscheint. Patienten:innen müssen weniger häufig ergänzenden bildgebenden Untersuchungen zugeführt werden.

COVID-19 Thorax

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Selbst Patient:innen sind von der enormen Geschwindigkeit des CT 7500 überrascht. „Auch ein Patient, der zu einer Kontrollaufnahme einbestellt war und der den alten Scanner kannte, zeigte sich von der Geschwindigkeit überrascht. Nachdem die Untersuchung so schnell fertig war, hat er uns gefragt, ob denn mit der Maschine alles in Ordnung wäre“, erzählt der Ärztliche Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie lächelnd. „Das fanden wir schon klasse.“

Weniger Kontrastmittel und geringere Dosis Das Team der Radiologie am Universitätsklinikum in Heidelberg hat ebenfalls bereits damit begonnen, die Kontrastmittelgabe zu reduzieren. Dabei sind die Radiologen zu dem Ergebnis gekommen, dass die Kontrastmittelmenge um 20 bis 50 Prozent reduziert werden kann. Zahlreiche Fachgesellschaften und Personen gehen davon aus, dass man sich bei einer verabreichten Menge von 30 ml beim Thema „beschränkte Nierenfunktion und Kontrastmittelgabe“ eigentlich keine Gedanken mehr zu machen braucht. „Sollten sich die ersten Erfahrungswerte bestätigen, würde das im Vergleich zu den bisher verwendeten Scannermodellen einen signifikanten Unterschied bedeuten. Unzureichende Hydrierung und eingeschränkte Nierenfunktion kommen in der älteren Bevöl-

kerungsgruppe häufig vor. Die Verabreichung von 100 ml Kontrastmittel pro Scan war normal, inzwischen liegen die Werte bei etwa 70 ml, und wenn wir es auf 30 ml schaffen würden, wäre das sensationell“, bestätigt Kauczor. Neben der Reduzierung der Kontrastmittelgabe haben die Heidelberger Radiologen auch damit begonnen, die Dosisexposition zu verringern, indem sie BMI-adaptierte Werte verwendeten. Mithilfe geringerer Röhrenstrom- und Hochspannungswerte ist es bei schlanken Patienten:innen gelungen, die applizierte Dosis um 30 bis 50 Prozent zu reduzieren. Diese Werte konnten die Radiologen in Heidelberg gut kontrollieren, indem sie von Patient:innen, die häufiger zur Nachsorge kamen, einfach die Werte des alten Scanners mit denen des neuen verglichen haben. Prof. Kauczor zieht Bilanz: „Ich bin selbst überrascht, dass wir bereits in der Testphase einen substanziellen Effekt feststellen konnten. Scans mussten weniger oft wiederholt werden und es gab weniger Verweise auf ergänzende bildgebende Untersuchungen. Zu Beginn hatte ich nicht wirklich geglaubt, dass beides so häufig vorkommt.“

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Klaus Kleber (Chief Technology Officer Visus)

Guido Bötticher (General Manager Visus)

Thomas Simon (Senior Vice President Clinical DE-CH CGM)

Gemeinsame Wege Die Nachricht kam für viele Akteure in der Gesundheits-IT überraschend: Am 1. Juni 2021 verkündeten die Visus Health IT GmbH (Visus) und die CompuGroup Medical (CGM), dass sie die Zukunft der Branche gemeinsam gestalten möchten. Die CGM erwarb 100 Prozent der Anteile der Visus Health IT GmbH einschließlich ihrer Tochtergesellschaften in Deutschland und der Schweiz. So überraschend die Verlautbarung war, so wohl überlegt und akribisch war die Planung des Zusammenschlusses in den vergangenen Monaten. Von dem Ergebnis der guten Vorarbeit profitieren nun alle Beteiligten maximal: Die Kunde:innen, die Partner:innen und die Mitarbeitenden beider Unternehmen. Im Interview erklären die Geschäftsführer der Visus Health IT GmbH die Gründe für den Schritt, die künftige Zusammenarbeit mit den Kund:innen und die gemeinsame Strategie für die Zukunft.

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þ  Viele Marktteilnehmer, vor allem die Kund:innen von Visus, trauten ihren Augen und Ohren kaum, als der Zusammenschluss bekannt wurde. Dass ein wirtschaftlich erfolgreiches und technisch innovatives Unternehmen wie Visus von einem der wichtigsten Player der Branche gekauft wird, lag nicht unbedingt auf der Hand. Was war passiert und warum so plötzlich? Thomas Simon: Dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstand, es handele sich um eine „Ad-hoc Aktion“ ist nicht der Sache selbst, sondern der Gesellschaftsstruktur der CGM zuzuschreiben: Als AG unterliegen wir extrem strengen Verschwiegenheitsregeln, jede Speku-

lation über einen Zusammenschluss hat potenziell Auswirkungen auf den Börsenkurs. So gern wir schon viel früher mit Kund:innen, Partner:innen und Mitarbeiter:innenn gesprochen hätten – es war rechtlich einfach nicht möglich. Klaus Kleber: Den Schritt haben wir uns gut überlegt. Als Gründer und Geschäftsführer von Visus haben Jörg Holstein und ich in den vergangenen Jahren schon einige – durchaus lukrative – Angebote für den Kauf des Unternehmens erhalten. Allerdings passte die Kaufmotivation, die zugrundeliegenden Geschäftsmodelle und die Philosophie der Interessenten


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nicht. Uns war immer klar: Wenn wir ­verkaufen, dann nur, wenn der VisusSpirit erhalten bleibt. Und mit ihm unsere Unternehmenswerte, unsere Mission und unsere Vision. Im Klartext heißt das: Wenn wir als Visus am Standort Bochum mit allen Mitarbeitenden und Kund:innen als eigenständige Einheit erhalten bleiben. Und dann kam die CGM und bekundete Interesse. Ein Unternehmen, das den Gesundheits-IT Markt seit Jahren aktiv prägt, das für alle Sektoren vielfältige Lösungen bietet und gleichzeitig eine extrem agile, innovative und partnerschaftliche Firmenkultur am Wirtschaftsstandort Deutschland pflegt – es wäre fahrlässig gewesen, diese Chance liegenzulassen. þ  Wird die Bedingung der Eigenständigkeit der Visus denn tatsächlich erfüllt? Guido Böttcher: Ja, absolut. Der Firmensitz auf dem Gesundheitscampus in Bochum bleibt nicht nur bestehen, er wird ausgebaut. Ein „Stühlerücken“ wird es nicht geben, alle Kolleginnen und Kollegen arbeiten wie bisher weiter. Auch der Unternehmensauftritt bleibt bestehen, Visus bleibt orange, JiveX bleibt JiveX. Unsere Kund:innen werden weiterhin die gewohnten Ansprechpartner:innen haben. Eine weitere Botschaft, die mir sehr wichtig ist: Bei dem Visus Partnergeschäft – sowohl national als auch international – ändert sich nichts. Wir werden die Zusammenarbeit mit komplementären Unternehmen in Projekten auch weiterhin danach bewerten, welches die beste Lösung für den jeweiligen Kunden ist. Da gibt es keine Denk- oder Handlungsverbote. Thomas Simon: Ganz im Gegenteil. Die Visus war für die CGM auch deshalb ein so attraktives Unternehmen, weil das Partnernetzwerk wirklich exzellent ist. Die dafür notwendigen Bedingungen und Strukturen möchten wir lernen und – wo passend – auf das CGM Portfolio anwenden.

þ  Was hat die CGM sonst noch an Visus gereizt? Thomas Simon: Visus hat über die letzten 20 Jahre eine enorme Entwicklung durchlaufen. Die Fähigkeit, Trends zu erkennen, die Entwicklungen des Gesundheitswesens zu erfassen und in Bits und Bytes umzuwandeln, ist einzigartig. Mittlerweile kommt kaum ein Anbieter von Krankenhaus-IT im Daily Doing an Visus vorbei. Themen wie Datenkonsolidierung mit dem JiveX Healthcare Content Management, die sehr konsequente Verwendung von Standards, der allgegenwärtige Vernetzungsgedanke und der Wille zum Brückenbau in andere Welten mit JiveX Healthcare Connect sind heute ausschlaggebend für die Versorgungsqualität. Die CGM ihrerseits hat ebenfalls exzellente Technologien und teilt die Passion für Interoperabilität. Und sie hat etwas, das Visus nicht hat: Starke Lösungen für alle Sektoren – Krankenhaus, Arzt-, Zahnarzt- und Psychotherapiepraxen, Apotheken usw. Und natürlich die gute Verknüpfung zur Telematikinfrastruktur. Beides passt perfekt zum Vernetzungsund Patientenstärkungsgedanken von Visus. Das Zusammenwirken der Portfolios hätte man sich am Reißbrett nicht effizienter ausdenken können. þ  Inwiefern profitieren Visus Kunden von der „Hochzeit“? Guido Bötticher: Thomas hat es schon gesagt: Know-how und Technologie ergänzen sich perfekt. Was wir nicht vergessen dürfen: Der Markt der Gesundheits-IT rotiert in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Jedes Unternehmen muss gut achtgeben, dabei nicht aus der Kurve zu fliegen. Und bei allem, was neu auf uns einprasselt, erkennen wir doch einen Trend: Die Technologien müssen ineinandergreifen, Informationen müssen fließen. Krankenhäuser müssen künftig geschlossene Informationskreisläufe bauen, die definierte Schnittstellen für die Kommunikation nach außen haben.

Das heißt nicht, dass es wieder in Richtung monolithischer Systeme geht. Im Gegenteil. Es heißt, dass die IT-Lösungen sich untereinander perfekt ergänzen und miteinander interagieren müssen. System­ grenzen werden verschwinden. Das zeigen nicht zuletzt die Fördertatbestände des KHZG. Dafür sind wir nun gerüstet und wir freuen uns darauf, unsere Kundschaft künftig noch besser für den wirtschaftlichen Erfolg rüsten zu können. Klaus Kleber: Ich sehe noch weitere Vorteile, die weniger mit der Technologie als vielmehr mit den Menschen, die mit uns verbunden sind, zu tun haben. Ein Unternehmen, das aus eigener Kraft und gesund auf gut 200 Mitarbeiter:innen gewachsen ist, gelangt unweigerlich an eine Gabelung mit zwei Wegweisern. Der eine zeigt in Richtung „Konservieren“, der andere in Richtung „Transformieren“. Wir haben uns für die Transformation in einen größeren Kontext entschieden, damit sowohl unsere Kund:innen als auch unser Personal die Chance haben, sich weiterzuentwickeln. Damit stellen wir die Weichen dafür, dauerhaft die notwendigen Investitionen für sich weltweit stetig verändernde Gesundheitssysteme tätigen zu können. Ich bin überzeugt, dem richtigen Weg zu folgen. Dieser wird an einigen Stellen vielleicht ein bisschen steinig werden, aber er ist keinesfalls eine Sackgasse, sondern führt Richtung Erfolg.

  www.cgm.com/deu_de   www.visus.com

Innerhalb der CompuGroup Medical wird ­Visus künftig der Business Unit „CGM Hospital Information Systems (HIS)“ zugeordnet sein. Die Geschäfte werden ab sofort von Klaus Kleber (Chief Technology Officer Visus), Guido Bötticher (General Manager Visus) und Thomas Simon (Senior Vice President Clinical DE-CH bei CGM) geführt.

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CT-Rekonstruktions­ technologie mit KI und Deep Learning Die Ansprüche steigen und die Radiologie wird komplexer – immer mehr ist in immer ­kürzerer Zeit zu bewältigen. Die richtige und sichere Diagnose ist und bleibt der Schlüssel für die weitere Behandlung der Patient:innen. Dabei profitieren Radiolog:innen von neuester Technologie, die sie in der Klinik unterstützt.

Prof. Dr. med. Dr. rer. medic. Stefan M. Niehues, MHBA Leitender Oberarzt der Klinik für Radiologie Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin – und Prof. Dr. med. Johannes

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Weßling, Chefarzt, Leiter des Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, Clemenshospital und Raphaelsklinik, Münster berichten darüber, wie der Einsatz der Rekonst-

ruktionstechnologie „AiCE“ (Advanced intelligent Clear Image Quality Engine) von Canon Medical, den Befundworkflow optimiert und die Diagnosen verbessert.


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Prof. Dr. med. Dr. rer. medic. Stefan M. Niehues, MHBA Leitender Oberarzt der Klinik für Radiologie Charité – Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin

Deep Learning wurde zum Standard Seit Mitte 2020 arbeiten wir in unserer Abteilung mit einem Volumen-CT Aquilion PRISM mit der neuen KI-Technologie „AiCE“ (Advanced intelligent Clear Image Quality Engine). Das System bietet eine fundamental neue Bildrekonstruktion mit überragender Bildqualität,

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einer enormen Detailschärfe und dem gewohnten Bildkontrast. Von Beginn an wurde die Deep-Learning-basierte Rekonstruktion (DLR) als neuer Standard festgelegt. Das bedeutet: Wann immer möglich, erfolgt die Rekonstruktion mit AiCE. Nach einem Dreivierteljahr Erfahrung mit dem High-End-CT kann ich

sagen: AiCE hat eine neue Ära der Bildrekonstruktion eingeläutet, die wir nicht mehr missen möchten. Wir hatten initial die Möglichkeit, die neue Deep-LearningRekonstruktion entweder für eine weitere Dosisreduktion zu nutzen oder alternativ die Bildqualität noch einmal anzuheben. Bei der Dosisreduktion waren wir mit den


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Canon CTs immer sehr weit vorn, in den bisherigen Untersuchungsprotokollen liegen wir teils deutlich unter den diagnostischen Referenzwerten des Bundesamtes für Strahlenschutz. Daher haben wir uns bewusst dafür entschieden, die neue Technik für eine höhere Bildqualität zu nutzen. Das hat sich extrem bewährt: Wir profitieren tagtäglich von einer deutlichen Aufwertung der Bilder. Diese Entscheidung für den Aquilion PRISM war auch richtig, was das Kollegium hier ebenso wertet. Am liebsten hätten wir AiCE an allen CTs verfügbar. Auch der Übergang von den bekannten Geräten zum CT Aquilion PRISM mit der AiCE-Technologie wurde von allen Mitarbeiter:­ innen als angenehm empfunden. Weder muss man sich neu „einfinden“ noch neu lernen, die Bilder zu interpretieren.

Aquilion PRIME (AIDR 3D)

Die Bilder sind wesentlich klarer und zeigen ein deutlich erhöhtes Signal-RauschVerhältnis (SNR) mit einer deutlich besseren Abgrenzung von möglichen Prozessen als bei den herkömmlichen CTs. Gerade das Rauschen hat noch einmal deutlich abgenommen. In der Folge fällt die Diagnosestellung leichter. Die Begeisterung teilen viele unserer Spe­ zialist:innen. So erhalten wir zum Beispiel aus der Kardiologie die Rückmeldung, dass unsere Abteilung mit dem Hightech-CT im Vergleich zu anderen radiologischen Untersuchungen die beste Bildgebung vorweisen kann. Gerade bei Fällen, wo es um kleine Strukturen geht, Beispiel „Revaskularisierung chronischer Koronarobstruktionen“: Hier gilt unsere Bildgebung für die Planung der Rekanalisationen von chronischen Koro-

Aquilion PRISM (AiCE)

narverschlüssen (CTO) mittlerweile als Standard. Wir bekommen aus der Kardiologie ausschließlich Lob und eine große Zufriedenheit zurückgespiegelt. Bei der Kardiodiagnostik wird der Volumen-CT absolut priorisiert. Die Herzuntersuchungen sind damit in unserer Abteilung auf einem Niveau angekommen, das – Stand heute – schwer zu toppen ist. Die notwendige Dosis – schon beim zweiten Kardio-CT weniger als 1 Millisievert – ist durchgehend sehr gering. Dank der kurzen Scanzeit und der hohen zeitlichen Auflösung untersuchen wir heute selbst Herzen im Volumen- CT, bei denen wir früher gezögert hätten. Auch die Rekonstruktionsgeschwindigkeit hat sich mit dem Aquilion PRISM nochmal verbessert. Da diese jedoch auch bei den alten CTs aus dem Hause Canon schon enorm schnell ist, also alle Bilder fertig rekonstruiert sind, sobald der:die Patient:innen die Liege verlassen hat, merken wir diesen Unterschied kaum. Wir haben mit der Rekonstruktionsgeschwindigkeit noch nie ein Problem gehabt, sie ist im Workflow nie ein Nadelöhr gewesen. Fazit: Der Einsatz der Deep Learning Rekonstruktionstechnologie AiCE liefert extrem klare, extrem deutliche Bilder. Schon die bisherige Bildgebung mit AIDR 3D der Canon CTs hatte sich schnell etabliert und galt im Team lange als die höchste technische Stufe. Nun zeigt die AiCE-Technologie: Es geht noch besser. Das führt zwangsläufig dazu, dass wir diese hohe Bildqualität gern all unseren Patient:innen zukommen lassen würden und nicht nur denen, die mit dem neuesten System untersucht werden.

39-jähriger Patient, Z. n. venöser Stent-Anlage bei postthrombotischem Syndrom. Erbitte Gefäßdarstellung zur Stent-Revision.   radiologie.charite.de

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Prof. Dr. med. Johannes Weßling, Chefarzt, Zentrumsleiter Zentrum für Radiologie, Neuro­ radiologie und Nuklearmedizin, Clemenshospital und Raphaels­ klinik, Münster

AiCE im Bereich der Thorax- und Abdomendiagnostik

Weniger Dosis und bessere Bilder Als im Clemenshospital Münster die Entscheidung zur Anschaffung eines zweiten CT-Scanners getroffen werden sollte, fiel die Wahl schnell auf den Canon CT Aquilion Prime SP, insbesondere da zuvor schon lange gute Erfahrungen mit dem Betrieb des Canon Aquilion ONE gemacht worden waren.

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Als dann kurz darauf noch AiCE nachgerüstet wurde, stieg der Wert der Investition durch die Möglichkeiten der Dosisreduktion und Bildqualitätsverbesserung nochmals an. In vielen Bereichen der CT-Diagnostik sind die neuen, KI-basierten Rekonstruktionen im Clemenshospital nun fester Bestandteil der Standardprotokolle. Vor allem die rasche Implementierung und der nur wenig

größere Zeitaufwand für die Bildrekonstruktion fielen hierbei äußerst positiv auf. Der Mehrwert lässt sich leicht anhand einiger Beispiele aus dem klinischen Alltag belegen. Zusammenfassend bieten sich mit AiCE deutliche Vorteile: zum einen bei der Bildqualität und somit auf dem Weg zur richtigen Diagnose zum anderen durch die Dosisreduktion auch im Bereich der Patientensicherheit.


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Portalvenöse Abdomen-CT. Auch hier ist die Dosis am Aquilion Prime SP mit AiCE geringer, zudem auch hier geringeres Bildrauschen mit sehr guter Abgrenzbarkeit beispielsweise von Leberläsionen.

Portalvenöse Abdomen-CT, Canon Aquilion ONE, Rekonstruktion: AiDR 3D; DLP 304,9 mGy × cm/ 5,5 mSv

Portalvenöse Abdomen-CT, Canon Aquilion Prime SP, Rekonstruktion: AiCE; DLP 221,5 mGy × cm/ 4,0 mSv

Einer der ersten Patienten, die nach der Installation der AiCE-Algorithmen untersucht wurden. Hier wurde zum Vergleich aus derselben Untersuchung jeweils eine Rekonstruktion mittels AiDR 3D und eine Rekonstruktion mit AiCE angefertigt. Auch hier fällt die bessere Detailauflösung beispielsweise im Bereich der Interlobulärsepten oder der Emphysembullae auf.

Low-Dose-TCT, Canon Aquilion Prime SP, Rekonstruktion: AiDR 3D; DLP 115,8 mGy × cm / 2,1 mSv

Selbe Untersuchung, Rekonstruktion: AiCE

  www.clemenshospital.de

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First Class Orthopädie Orthopädisches Krankenhaus Schloss Werneck digitalisiert schrittweise die Radiologie „Ohne Röntgen kann man keine Orthopädie machen“, davon ist Prof. Dr. Christian Hendrich, Ärztlicher Direktor im Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck, überzeugt. „Bei uns geht es um die Darstellung des Bewegungsapparates, um Frakturdiagnostik, um Erkrankungen der Wirbelsäule und um Endoprothetik. Da benötigen wir hochauflösende Systeme für die Diagnostik, die präoperative Planung und die Qualitätskontrolle.“ Um das zu ermöglichen und die Daten des MRT-Kompetenzzentrums an allen Arbeitsplätzen aufrufen zu können, hat die Fachklinik unweit von Schweinfurt – untergebracht in einem renovierten Barockschloss – 2015 innerhalb von ORBIS, dem Krankenhaus-Informationssystems (KIS) von Dedalus HealthCare, eine PACS-Lösung aufgebaut. Aufgrund der vorhandenen ORBIS-Umgebung fiel die Entscheidung auf IMPAX von Dedalus HealthCare. „Unsere Maxime war, dass wir aus der laufenden Anwendung her-

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aus, etwa der Stationsgrafik oder dem OP-Plan, nahtlos auf die Bilder zugreifen können. Dadurch erschien uns die Integration eines Systems eines anderen Anbieters aufgrund der notwendigen Schnittstellen wenig sinnvoll“, so der Ärztliche Direktor. Auch bei der Kommunikation mit den Zuweiser:innen setzt das Krankenhaus Schloss Werneck seit 2019 auf die Lösung seines Bonner Partners: IMPAX / web.Access. Statt einer CD-ROM mit den Bildern – deren Herstellung Personal und Zeit bindet – bekommen die Patient:innen heute einen Zettel mit einem QR-Code in die Hand. Mit dem können Zuweiser:innen oder andere Kolleg:innen die Daten öffnen, ansehen und direkt in das eigene Informationssystem speichern – schnell, einfach und ohne manuelle Tätigkeit. „Die nachbehandelnden Kliniken finden diese Möglichkeit sehr gut und nehmen sie auch gerne an. Die Kolleg:innen in den Praxen tun sich schwerer


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„Wir haben durch die Digitalisierung der ­Radiologie und durch bessere Methoden in der Kommunikation mit Patient:innen und Zuweiser:innen einen erheblichen Mehrwert geschaffen.“ Prof. Dr. Christian Hendrich, Ärztlicher Direktor im Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck

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– es geht tatsächlich alles schneller.“ Durch die holistische Strategie in Werneck war die Eingewöhnung in die einzelnen neuen Systeme ganz einfach. Die Bedienphilosophie blieb gleich, der Workflow ebenso, Mitarbeiter:innen mussten sich nicht an neue Abläufe und Handgriffe gewöhnen, alles läuft in der bekannten Umgebung mit dem geschätzten Komfort. Das war auch der erste Schritt für die erfolgreiche Implementierung. „Letztlich haben wir die Umstellung fast nicht gespürt“, freut sich Prof. Hendrich.

Tiefe Integration der OP-Planung

Die nahtlose Integration von mediCAD in ORBIS erlaubt einen direkten Zugriff auf die Bilddaten und damit eine reibungslose OP-Planung.

damit, weil sie einen neuen Workflow etablieren müssen. Allerdings erkennen sie an, dass auch sie Zeit sparen und die Fehleranfälligkeit gesunken ist“, berichtet Prof. Hendrich von unterschiedlichen Reaktionen. Medizinisch sieht er aber ganz klare Vorteile. „IMPAX /web.Access erleichtert uns Konsile, weil die Aufnahmen auf beiden Seiten unmittelbar digital vorliegen. Bei einer Verlegung oder Kontrolle gewinnen wir enorm viel Zeit, weil ich Kolleg:innen den QR-Code auch schnell zumailen kann.“

Digitalisierung für Prozessoptimierung Bis 2020 haben die Wernecker Orthopäd:innen bewusst auf klassische FilmFolienkombinationen gesetzt, weil sie nur so eine exzellente Bildqualität und Grenzflächenbeurteilung in Originalgröße gewahrt sahen. Zudem war es

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einfach, während der OP das Röntgenbild mit dem chirurgischen Situs zu korrelieren. Aus Gründen der Prozessoptimierung hat sich das geändert. Um wirklich alle Bilddaten einzubinden und diese dann sehr schnell überall aufrufen zu können, hat das Krankenhaus Werneck 2020 das PACS um ein Radiologie-Informationssystem (RIS) – wieder von Dedalus HealthCare – erweitert. Wie aber wurde der Ärztliche Direktor überzeugt? Durch ein spezielles, 50 Zoll großes chirurgisches Display am OP-Tisch. Durch die Größe und hohe Leuchtdichte des Monitors können die Orthopäd:innen die Röntgenaufnahmen quasi in Original­größe mit dem OP-Situs vergleichen. Gerade ORBIS RIS hat unmittelbar spürbare Erleichterungen für den Arbeitsablauf der Röntgenabteilung gebracht, so Prof. Hendrich: „Mussten die Kolleg:innen vorher unmittelbar auf die Anforderung etwa von der Station reagieren, arbeiten sie heute einfach die Patientenliste im RIS ab. Damit können wir die Geschwindigkeitsvorteile unserer Modalitäten nutzen und Wartezeiten verkürzen

Typischerweise kommen die Patient: innen im Krankenhaus Schloss Werneck über eine Sprechstunde ins Haus. Dort werden dann auch bereits die Röntgenbilder für die anstehende Operation erstellt. Geplant wird die mit mediCAD. „Ich rufe in ORBIS ausgehend vom OPPlan das Planungsbild auf und plane an jedem beliebigen Arbeitsplatz direkt innerhalb des IMPAX-Viewers. Die abgeschlossene Planung speichere ich einerseits in einer Tagesliste, um gegebenenfalls noch einmal darauf zugreifen zu können, und andererseits im PACS“, beschreibt Prof. Hendrich den Ablauf der OP-Planung. Erst die nahtlose Integration von mediCAD in ORBIS erlaubt einen direkten Zugriff auf die Bilddaten und damit eine reibungslose Planung. Im OP werden die Planungsdaten von mediCAD dann direkt aus dem OP-Plan geladen. So gut wie das Zusammenspiel zwischen den Informationssystemen läuft auch das Miteinander von Krankenhaus und Dedalus HealthCare – nach zwischenzeitlichen Tiefs, wie der Ärztliche Direktor sagt: „Ich fand das Unternehmen früher zum Teil recht unnahbar, es war schwer für mich, einen persönlichen Kontakt aufzubauen. Im Zuge der Neuausrichtung unserer IT, in die ich mich verstärkt eingebracht habe, bekamen wir dann allerdings eine Mitarbeiterin aus der Region zur Seite gestellt, die schnell


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für ein angenehmes Klima gesorgt hat“, lobt Prof. Hendrich. „Wir haben gemeinsam unser Lastenheft durchgearbeitet, sie ist auf unsere Wünsche eingegangen und hat schließlich ein individuelles Konzept für uns erstellt.“ Zudem hätte sie dem Haus interessante Perspektiven und Möglichkeiten innerhalb der Lösungen für die Zukunft aufgezeigt. Schlussendlich hat dann noch eine IT-Expertin des Industriepartners die Software von unnötigem Ballast befreit, Einstellungen angepasst und fehlerhafte Arbeitsabläufe aufgespürt. „Das hat uns nochmals erheblich weitergebracht“, so der Ärztliche Direktor.

Digitalisierung mit Mehrwert schaffen Genau das ist es aber auch, wonach das Orthopädische Krankenhaus Schloss Werneck sucht: an die individuellen Gewohnheiten und Anforderungen angepasste IT-Lösungen. „Wir folgen nicht dem Fetisch des Digitalen um seiner selbst willen. Digitalisierung muss einen konkreten Mehrwert bringen. Zukunft haben nur Lösungen, die uns die Arbeit erleichtern, die unsere Arbeit beschleunigen, die uns von leidigen und lästigen Aufgaben befreien“, formuliert Prof. Dr. Christian Hendrich seine Forderungen an die IT-Anbieter. Erste Überlegungen für eine weitere Digitalisierung gibt es in Werneck bereits. Der nächste Schritt könnte die digitale Visite mittels iPad sein, auf dem der Ärzt:innen einerseits Informationen, Befunde und Bilddaten aufrufen, andererseits aber auch Notizen, Aufträge und Anord-

nungen per Spracherkennung eingeben könnten – oder zumindest per Klickboxen dokumentieren können. Besonders interessant sind für die Fach­klinik mit deutschlandweitem Einzugsgebiet auch Videosprechstunden, die den Patient:innen lange Anfahrtswege ersparen. Konkret ist bereits das Projekt „Virtuelle Aufnahmestation“, das 2021 startet. Das soll viele Tätigkeiten der klassischen Aufnahme nach Hause verlagern und den Patient:innen Wartezeiten ersparen.

Gerade das RIS hat im Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck ­unmittelbar spürbare Erleichterungen für den Arbeits­ ablauf der Röntgen­abteilung gebracht.

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Teleradiologische Netze optimieren Erfolgreiche Auftaktveranstaltung der Veranstaltungs-Plattform „Zukunft Teleradiologie“ Das Krankenhauszukunftsgesetz bietet mit seinen Fördermitteln auch für die Weiterentwicklung der Teleradiologie viele Möglichkeiten. Darin waren sich alle Experten der mit 90 Teilnehmern gut besuchten virtuellen Auftaktveranstaltung der neuen Plattform „Zukunft Teleradiologie“ einig. Klar war allerdings auch, dass Krankenhäuser schnell handeln müssen, um Fördermittel zu erhalten. Aber, wie schafft man es am besten, mit dem Krankenhauszukunftsgesetz teleradiologische Netze zu optimieren, fragte Moderator und Mitbegründer von „Zukunft Teleradiologie“, Detlef Hans Franke, die Expertenrunde. „Die Fördermittel werden nach dem Prinzip ‚first come first serve‘ verteilt. Wer zuerst Fördergelder beantragt, hat demnach auch gute Chancen diese zu erhalten. Doch Schnelligkeit allein reicht nicht aus“, erklärte Daniel Heine, Mitglied der Geschäftsleitung der Nexus AG. Auch sei eine zukunftsweisende Digitalstrategie nötig, um Fördermittel zu erhalten: „Jedes Krankenhaus, das Fördermittel beantragen möchte, braucht ein gutes Konzept und die Projekte müssen sinnvoll in die IT-Strategie des Krankenhauses eingebunden werden. Ein Projekt der Teleradiologie sollte in das Krankenhausinformations-

system (KIS) und das klinische Arbeitsplatzsystem (KAS) integriert sein, damit Insellösungen vermieden werden. Außerdem sollte das Projekt in weitere telemedizinische Verfahren, Tumorkonferenzen sowie in interdisziplinäre Fallbesprechungen eingebunden sein. Insbesondere plattformübergreifende teleradiologische Konzepte, die offenen internationalen Standards folgen, werden bei der Vergabe der Fördermittel bevorzugt,“ erklärte Heine.

Strukturierte Bedarfsmeldungen sind nötig Ferner sollten die Krankenhäuser bei ihren Anträgen für Fördermittel darauf achten, passgenaue Bedarfsmeldungen anzugeben und erläutern, inwiefern das zu fördernde Projekt dem Krankenhaus weiterhilft, das Pflegepersonal entlastet oder die Sicherheit der Patient:innen gewährleistet. Eine strukturierte Bedarfsermittlung und -anmeldung könne durch zertifizierte Berater:innen unterstützt werden, indem sie beispielsweise die digitale Reifegradmessung des Krankenhauses begleiten. Die Leistungen von Berater:innen seien ebenfalls förderfähig, erklärte Daniel Heine. Insbesondere bei der Teleradiologie sei außerdem darauf zu achten, welchem Fördertatbestand

das jeweilige Projekt zugeordnet wird. So könne ein Förderantrag eines Projektes der Teleradiologie zum Fördertatbestand neun im Rahmen der elektronischen Übermittlung und digitalen Bereitstellung aller für die Einholung und Erbringung für Telekonsile relevanter Informationen gehören. Ebenso könnte ein Projekt aus der Teleradiologie aber auch dem Fördertatbestand vier mit dem Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) zugeordnet werden. Das Ziel des Krankenhauszukunftsgesetzes liege darin, die Binnendigitalisierung zu fördern, erklärte Thomas Süptitz, Referatsleiter für den Bereich Digitalisierung im Bundesministerium für Gesundheit und einer der Entwickler des Krankenhauszukunftsgesetzes. Dafür werden von der Bundesregierung rund 3 Milliarden Euro zur Förderung bereitgestellt – Bundesländer und Krankenhausträger steuern ebenfalls 1,3 Milliarden Euro bei. Die insgesamt 4,3 Milliarden Euro Fördermittel dürften allerdings rasch verteilt sein. Thomas Süptitz rechnet mit einer großen Nachfrage. Für Anträge sei es allerdings noch nicht zu spät. Neben den Investitionskosten seien auch personelle und Beratungsleistungen förderfähig. Mindestens 15 Prozent der für die Förderung eines Projekts beantragten

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Bei der virtuellen Veranstaltung konnten die Referenten und Veranstalter zahlreiche Fragen der 90 Teilnehmer:innen beantworten. Moderator Detlef Hans Franke, Dr. Torsten Möl­ ler, Dr. Uwe Engelmann, Daniel Heine, Thomas Süptitz (von links oben nach rechts unten)

Mittel müssen allerdings dazu verwendet werden, die Informationssicherheit zu verbessern. Das Antragsverfahren verläuft zweispurig. Zuerst muss der Antrag für die Fördermittel beim jeweilig zuständigen Bundesland gestellt werden. Diese prüfen den Antrag und stellen ihn dann wiederum an das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS), welches für die Ausschüttung des Krankenhauszukunftsfonds zuständig ist. Die Bundesländer müssen die Förderanträge bis zum 31. Dezember 2021 stellen. Daher müssen die Anträge weit vorher beim jeweiligen Bundesland eingehen – teilweise bereits bis Ende Mai. Die Fristen können in jedem Land unterschiedlich sein. Die Fördermittel verfallen allerdings nur dann, wenn das BAS den Antrag ablehnt. Daher müssen die Gelder nicht bis zum 31. Dezember verbraucht sein, sondern können auch über diese Frist hinaus noch verwendet werden. Ab 2023 werden die nicht genutzten Mittel vom BAS zurückgefordert. Einen Überblick über die zum Thema Teleradiologie gestellten Anträge gibt es derzeit noch nicht. Zu viel ist noch in Bewegung. Aber Ende 2021, wenn die Bewerbungsfrist ausläuft, dürten alle schlauer sein. Dr. Torsten Möller, Vorstand der diagnostic-network AG und Vorsitzender der

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Deutschen Gesellschaft für Teleradiologie, und Dr. Uwe Engelmann, Geschäftsführer der NEXUS / CHILI GmbH, waren sich einig, dass im Bereich der IT bei einigen Krankenhäusern noch Verbesserungspotential besteht. Zwar haben viele Krankenhäuser in diesem Bereich bereits Fortschritte erzielt, allerdings gingen diese noch nicht weit genug. Das Krankenhauszukunftsgesetz könne dabei weiterhelfen, indem es die Digitalisierung und Vernetzung der Krankenhäuser fördere. „Zukunft Teleradiologie“ ist eine neue Veranstaltungs-Plattform für alle, die sich mit Teleradiologie und deren Weiterentwicklung durch Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigen. Initiatoren sind die Deutsche Gesellschaft für Teleradiologie, Reif und Möller – Netzwerk für Teleradiologie, die Nexus / Chili GmbH und die Fachagentur FuP Kommunikation. Zum Erfolg der ersten Veranstaltung haben auch die Kompetenzpartner Eizo und Fuse-AI beigetragen. Eizo entwickelt und produziert seit 1968 hochwertige Monitore und Display-Lösungen für den Einsatz in teils hoch spezialisierten Märkten. Die Fuse-AI ist Spezialist für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitswirtschaft. Die Kompetenzen des Start-up-Unternehmens liegen in der Softwareentwicklung, also der intel-

ligenten Bildanalyse mit den Methoden Deep Learning und Machine Learning, Software- und Schnittstellen-Engineering sowie Entwicklung grafischer Nutzeroberflächen. Bei der nächsten Veranstaltung im September geht es um offene KI-Plattformen und deren Nutzungsmöglichkeiten für die Teleradiologie.

Nächste Veranstaltung am 2. September Weil die Künstliche Intelligenz in der bildgebenden Diagnostik eine immer wichtigere Rolle spielt, geht es bei der zweiten Veranstaltung im kommenden September um offene KI-Plattformen. Prominenter Hauptreferent ist Prof. Dr. med. Michael Forsting, Chef der Radiologie und Medizinischer Leiter der IT im Universitätsklinikum Essen. Der Träger des Titels „Vordenker des Jahres 2020“ hat sich schon vor einem Jahr für offene KI-Plattformen eingesetzt, die trainierte Algorithmen zur Verfügung stellen, die sich aber gleichzeitig Schwarmintelligenz öffnen. Es dürfte also spannend werden. Unter anderem werden Philips, Aidoc, deepc und Fraunhofer MEVIS ihre Konzepte offener KI-Plattformen vorstellen.

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Kompetenzen bündeln und Synergien nutzen Die Radiologische Allianz in Hamburg, die Röntgenpraxis Am Marstall in Hannover, radiomed in Wiesbaden und das Düsseldorfer Röntgeninstitut haben die Starvision Service GmbH mit Sitz in Hamburg gegründet. Diese neue Kooperation ist ein Schulterschluss zur Nutzung von Synergien und Stärkung der Position ärztlich geführter Praxen, insbesondere im Wettbewerb mit investorengeführten medizinischen Einrichtungen. Mit zusammen über 40 Praxisstandorten in fünf Bundesländern, mehr als 140 Fachärzt:innen und über 100 Großgeräten sowie zahlreichen Klinik- und Screeningkooperationen ist die Starvision der größte radiologische Praxisverbund in Deutschland in freiberuflicher, ärztlicher Hand. Ziel des Zusammenschlusses ist die Nutzung von Synergien und die Optimierung von Prozessen, um gemeinsam und langfristig den höchsten technischen und medizinischen Standard zu bieten und den Mitarbeiter:innen optimale und attraktive Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.

Gemeinsam nach Lösungen suchen „Wir müssen in Deutschland eine stetig steigende Nachfrage nach radiologischer Diagnostik bedienen. Dabei dürfen die Kosten nicht außer Acht geraten, da mit einer Erhöhung des Honorar­

volumens mittelfristig nicht zu rechnen ist. Eine Steigerung der Effizienz ist nur mithilfe von MTRAs, Ärzt:innen und weiterer Digitalisierung zu realisieren“, beschreibt Prof. Jörn Sandstede die aktuelle Herausforderung in der Radiologie. Die vier Starvision-Partner werden zukünftig Einkauf, Logistik, IT- und Großgerätemanagement gemeinsam gestalten. Und auch das Thema Digitalisierung steht ganz oben auf der Starvision-Agenda. Darüber hinaus wollen die neuen Partner im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung kooperieren. Die Geschäftsführung übernahm Uwe Pfeifer, MBA, der seit drei Jahren bereits die PSG Praxis Service GmbH der Radiologischen Allianz leitet und am Konzept der deutschlandweit verteilten Praxisstandorte beteiligt war, während andere Praxiskonglomerate sich eher regional orientieren.

„Bei Starvision haben wir uns darauf geeinigt, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und zu nutzen, um die Effizienz der Praxen zu erhöhen. Denn wir rechnen nicht damit, dass sich der Honorarrahmen in den nächsten Jahren verbessern wird.“ Prof. Dr. med. Jörn Sandstede, Geschäftsführender Gesellschafter, Radiologische Allianz

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Uwe Pfeifer erklärt: „Eine räumliche Konzentration hat unserer Meinung nach oftmals zur Folge, dass aus Freunden Wettbewerber werden. Das Starvision-Konzept sieht vor, dass wir Dinge gemeinsam entwickeln möchten, die uns anschließend nicht im Wettbewerb gegenseitig auf die Füße fallen sollen. Wir haben größtmögliches Interesse daran, Lösungen zu entwerfen, die funktionieren weil wir sie nicht gegeneinander einsetzen.“

Standardisierung von Verwaltungsprozessen „Glücklicherweise verfügen alle beteiligten Praxen über viel Know-how und ausgezeichnete Ressourcen. Unsere Chance besteht darin, diese Ressourcen gemeinsam zu nutzen und nicht in jeder Praxis das Rad neu zu erfinden.“ Uwe Pfeifer, Geschäftsführer Starvision Service GmbH

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Prof. Sandstede teilt die Tätigkeiten in einer Radiologischen Praxis in eine Umsatzseite und eine Kostenseite auf. Bei der Konzeption des Zusammenschlusses zu Starvision hatte das Management bewusst die Umsatzseite ausgenommen. Jede Praxis ist vor Ort für die eigenen Medizin verantwortlich. Man profitiert vom Austausch durch das kollegiale Gespräch und sucht eine gewisse Horizonterweiterung, aber es findet keine institutionalisierte Zusammenarbeit statt. Auf der Kostenseite sieht das jedoch anders aus. Der Bereich, in dem Starvision sich abspielt, sind der Einkauf, die Verwaltung und die Digitalisierung. In diesen Bereichen wird die Gruppe zusammenarbeiten, um positive Effekte durch eine Bündelung des Einkaufs, gemeinsame Digitalisierungsprozesse und einer Standardisierung von Verwaltungsabläufen – insbesondere im Personalwesen – zu realisieren. Tamara Umundum, M.A., die zuvor erfolgreich im Consulting von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen tätig war, unterstützt Uwe Pfeifer im Projektmanagement. „In der Verwaltung sind standardisierte Prozesse sinnvoll.

Denn die zentrale Frage lautet, wie schaffen wir es, dass Ärzt:innen mehr Zeit für die Patient:innen bekommen? Wir möchten die Mediziner im Praxisverbund von administrativen Aufgaben entlasten und gleichzeitig die Verwaltung schlank halten“, beschreibt Tamara Umundum das primäre Ziel für die nächsten Wochen und Monate. Unterschiedliche Projektgruppen arbeiten an den verschiedenen Standorten bereits an dedizierten Lösungen. Dabei soll das Rad nicht an jedem Standort neu erfunden werden, sondern jede Praxis wird zukünftig auf die Arbeitsergebnisse der anderen Standorte zugreifen können.

Synergien nutzen Laut Uwe Pfeifer kommt der Trend, dass sich radiologische Praxen zu großen Einheiten zusammenschließen daher, dass in der Radiologie ein Großteil der Wertschöpfung über die Modalitäten funktioniert: „Je günstiger der Einkaufspreis ist, umso höher ist meine Marge. Deshalb versuchen Investoren und Praxisketten ihre Größenvorteile zu nutzen.“ Inhabergeführte kleinere Einheiten verfügen gegenüber den Großen über eine schlechtere Ausgangssituation, da mit steigendem Einkaufsvolumen die Preise für Geräte samt Wartung und Verbrauchsmaterialien sinken. „Starvision will inhabergeführt bleiben. Deshalb haben wir eine gemeinsame Servicegesellschaft gegründet. Wir lösen die Probleme beziehungsweise kümmern uns selbst um die Themen, die sonst der Investor erledigt, und schaffen damit strategisch eine Wettbewerbsgleichheit“, so der Geschäftsführer. Professor Sandstede sieht einen weiteren Vorteil seiner inhabergeführten Organisationsform darin, dass von Investoren zur Zeit gekauft wird, was zu


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bekommen ist. Daraus wird ein größeres Bündel geschnürt, um es mit einem Multiplikator weiter zu verkaufen. Die nächsten Inhaber müssen jedoch an die Strukturen rangehen, um mit Konsolidierung und Projektarbeit Synergien zu erzielen. Durch die frühzeitige Schaffung einer zentralen Organisation mithilfe von Uwe Pfeifer und Tamara Umundum vollzieht Starvision diesen Schritt schon jetzt. Uwe Pfeifer: „Wir starten glücklicherweise nicht bei Null. Alle Praxen verfügen bereits über sehr qualifizierte Ressourcen, müssen aber nicht mehr alles allein machen, denn Tamara Umundum steuert zukünftig, welche Praxis sich beispielsweise um Digitalisierung, neue Modalitäten oder Kommunikationsplattformen kümmert.“

Individualität der Standorte bleibt erhalten Auf der Liste der neuen Projekte steht die Digitalisierung ganz oben. Die Anbindung von Patientenakten, der Austausch von Bildern und Befunden und die Künstliche Intelligenz haben Priorität. „Wenn man sich dazu bekennt, gemeinsame Lösungen zu nutzen, hat das für alle nur Vorteile. Man wird schneller, effizienter und günstiger. Das ist die Chance, an der wir arbeiten“, so Pfeifer. Das Managementteam ist sich sicher, mit einer Vereinheitlichung der IT, die Kosten zu senken und die Betriebssicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig werden ebenfalls die kaufmännischen Prozesse zusammengefasst, um ein Best-PracticeSchema zu implementieren. Nicht vereinheitlicht wird bei Starvision die Betreuung bzw. die Umsatzseite der Praxen des Zusammenschlusses. Wer mehr Orthopädie macht, macht mehr Orthopädie, und wer mehr Onkologie macht, macht mehr Onkologie. Denn jede Praxis muss

sich selbst mit passender Gerätetechnik regional im Wettbewerb positionieren. Trotzdem wird versucht, bei den Geräteherstellern gute Preise zu erzielen, ohne alles zu vereinheitlichen. Die jeweilige Individualität soll erhalten bleiben. Sandstede, Pfeifer und Umundum sehen Künstliche Intelligenz als große Chance, den Workflow in der radiologischen Praxis zu verbessern: von Beginn der Anmeldung über die Untersuchung, die Bildanalyse und Übermittlung des Befundes. KI wird die Radiolog:innen unterstützen, auf die stetig ansteigenden Anforderungen zu reagieren, schneller, besser und effizienter zu untersuchen. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung wird der Stellenwert von MTRAs und Ärzt:innen weiter steigen. „Unser Anspruch ist eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau – mit hochqualifizierten Ärztinnen und  Ärzten und modernsten Geräten. Aber unabhängig und von freiberuflichen Fachärztinnen und -ärzten geführt“, so Prof. Dr. med. Jörn Sandstede, Leiter der ärztlichen Geschäftsführung der Radiologischen Allianz. „Wenn die gesamte Vergütung medizinischer Leistungen in den Praxen bleibt und Entscheidungen aus  ärztlicher Sicht mit den Patienten im Blick und nicht im Sinne von Investoren getroffen werden, sichert dies die Qualität der medizinischen Versorgung und den langfristigen unabhängigen Bestand der Praxen. Das können wir uns langfristig aber nur leisten, wenn wir unsere Kräfte im starken Verbund weiter bündeln.“

Tamara Umundum leitet von Hamburg aus die Pro­ jektgruppen in den Praxen vor Ort. Die Gesund­ heitsökonomin sorgt dafür, dass die wichtigen Themen des Verbunds vorangetrieben werden. Ob die lokal entwickelten Lösungen im Verbund umgesetzt werden, entscheidet jede Einheit für sich, denn die Individualität soll erhalten bleiben.

  www.star-vision.com/

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Teleradiologie –

Ein Garant für Wirtschaftlichkeit? Die Rahmenbedingungen für eine flächendeckende medizinische Versorgung werden von Jahr zu Jahr schwieriger. Weniger Radiolog:innen sollen immer mehr Unter­ suchungen durchführen. Die Teleradiologie bietet die Möglichkeit, auch nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen die Patientenversorgung aufrecht zu erhalten.

Die oberste Priorität einer medizinischen Einrichtung lässt sich kurz zusammenzufassen: Die medizinische Versorgung von Patient:innen. Was simpel klingt hat deutlich mehr Tiefe, als auf den ersten Blick vermuten lässt. Der Druck, diese Versorgung aufrecht zu erhalten, nimmt zu: Weniger Personal, der demografische Wandel und Gesetzesauflagen erschweren es Krankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren und Arztpraxen wirtschaftlich zu agieren und gleichermaßen das Wohl von Patient:innen und Mitarbeiter:innen im Auge zu behalten. Die Balance aus Menschlichkeit und Ökonomie ist die Königsdisziplin geworden. Eine Hoffnung, diese Balance halten zu können, ist die Telemedizin, speziell die Teleradiologie. Doch sind Teleradiologieanbieter wirklich die Lösung?

Kostenfaktor Personal Es ist unumstritten, dass der größte Kostenpunkt für Kliniken das Personal ist. Ein Punkt, den man nicht einsparen

kann: Ohne kompetente Fachärzt:innen, Pflegekräfte und Verwaltung kann die modernste Ausrüstung die Wirtschaftlichkeit einer medizinischen Einrichtung nicht garantieren, insbesondere bei immer weniger Bewerbern. Dem Fachkräftemangel stehen darüber hinaus Nachtschichten und die Versorgung an Feier- und Wochenendtagen gegenüber. Für die stetige Aufrechterhaltung der Notfallversorgung werden in der Regel drei bis fünf Ärzt:innen, plus medizinisches Fachpersonal benötigt. Daher müssen Krankenhäuser, größere Arztpraxen bzw. Medizinische Versorgungs­zentren mit klinischer Anbindung häufig auf Ruf- oder Präsenzbereitschaftsdienste zurückgreifen. Diese sind zwar wirtschaftlich attraktiver als die Beschäftigung von Ärzt:innen vor Ort, stehen aber häufig noch immer in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Auslastung von Personal und Geräten in Nebenzeiten. Eine Garantie für Fälle und somit eine Vollaus­lastung gibt es nicht.

„Teleradiologie ermöglicht es medizinischen Einrichtungen den ärztlichen Ressourcenmangel zu kompensieren und vorhandene Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Während die medizinische Vollversorgung dadurch für die Patient:innen abgedeckt ist, sparen Einrichtungen Kosten und Zeit und sichern sich einen starken Wettbewerbsvorteil.“ Fabian Groß, Geschäftsführer TelradKo & COO RAD-x Gruppe

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Der richtige Partner macht den Unterschied: Weitreichende Erfahrung, moderne Kommunikationsmöglich­ keiten sowie eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe machen den richtigen Teleradiologieanbieter schnell zu einem wertvollen Partner.

Geringere Kosten bei gleichbleibender Qualität Die Vollauslastung der Geräte kann zwar auch bei der Inanspruchnahme von teleradiologischen Dienstleistungen nicht immer gewährleistet werden, aber die Teleradiologie kann die Reduzierung der Fixkosten unterstützen. Besonders durch: ◾ Zeit- und Kosteneinsparungen durch die Vermeidung von Anfahrtswegen ◾ Keine Zahlung von Bereitschaftslöhnen ◾ Reduzierung des Aufwandes für die Erstellung von Dienstplänen für Nacht- und Wochenendschichten ◾ Keine Ausfälle durch Urlaub, Krankheit oder Elternzeiten, gleichzeitig volle Einsetzbarkeit des eigenen Personals in Regelschichten ◾ Kurze Kommunikationswege und somit schnelle Handlungsfähigkeit Trotz der vielen Vorteile stehen Fachärzt:innen und Geschäftsführung den geringen Kosten von Teleradiologieanbietern noch immer skeptisch gegenüber. Neben einer geringen Grundpauschale stellen Dienstleister nur die Ist-Aufwandskosten in Rechnung. Und auch diese fallen häufig geringer aus als der Stundensatzes eines Arztes. Häufig wird dies mit mangelnder Qualität in Verbindung gebracht. Dies trifft jedoch keinesfalls zu.

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„Die geringen Kosten für Kund:innen basieren auf unserer Auslastung“, erklärt Fabian Groß, Geschäftsführer des Teleradiologieanbieters TelradKo. „Befunder:innen betreuen pro Schicht mehrere Krankenhäuser. Auch wenn in einer der Einrichtungen nur ein Notfall eingeliefert wird, so passiert das in drei oder vier weiteren ebenfalls. Die Befunder:innen eines Teleradiologieanbieters sind damit durch die Vielzahl an betreuten Einrichtungen viel stärker ausgelastet, als dies bei der einzelnen Einrichtung vor Ort der Fall sein kann.“ Dem Anbieter ist es somit möglich, eine geringe Fallpauschale zu berechnen und dennoch die Qualität der Befunde aufrecht zu erhalten bzw. durch die umfangreiche klinische Erfahrung der Befunder:innen sogar noch zu steigern.

Wirtschaftlichkeit ist mehr als ein monetärer Aspekt Neben harten monetären Aspekten spielen auch weiche Faktoren eine wichtige Rolle bei der Krankenhausökonomie. Ist es einer Einrichtung möglich, Radiologie und dazu noch eine permanente Notfallversorgung anzubieten, hat dies langfristige, positive Effekte auf die Auslastung. Menschen aus der Region bringen ­Kliniken mit einer Notfallversorgung und angeschlossener Radiologie mehr Ver-

trauen entgegen und entscheiden sich bei planmäßigen Eingriffen häufiger für diese. Ähnliches ist bei medizinischem Fachpersonal zu beobachten. Rettungsdienste und Notärzt:innen wissen, welche Notfälle sie in welche Kliniken bringen können. Auch überweisen andere Einrichtungen bei Überlastung ihre Patient:innen bevorzugt in Kliniken, bei denen sie wissen, dass diese nicht mangels fehlender Radiologie auf eine bestmögliche Versorgung verzichten müssen.

Voraussetzungen Teleradiologie Auch wenn die Inanspruchnahme der Dienstleistungen eines Teleradiologieanbieters viele wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt, kann der Start gerade für kleine Einrichtungen eine Herausforderung sein. Während die technischen Voraussetzungen – zumeist eine stabile Internetanbindung – inzwischen im Regelfall gegeben sind, bedeuten die gesetzlichen Anforderungen v. a. im Zusammenhang mit dem Strahlenschutzgesetz einen erhöhten Aufwand für Einrichtungen. Genehmigungen, unter anderem auch das Nachweisen des Bedarfs (im Falle einer 24/7-Versorgung), des Fachpersonals mit den entsprechenden Weiterbildungen und vor allem eines verlässlichen Notfall-


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konzeptes bei Ausfall der Verbindung müssen gegeben sein. Nicht zuletzt müssen Interessierte sich im Klaren sein: Ein Teleradiologieanbieter kann eine radiologische Abteilung nicht allein betreuen. Auch wenn Radiolog:innen nicht selbst vor Ort sein müssen, ist die Anwesenheit von medizinischtechnischen Radiologieassistent:innen (MTRA) und eines Arztes oder einer Ärztin mit Fachkunde vor Ort verpflichtend. Dies garantiert die gute Betreuung der Patient:innen sowie Einbeziehung aller Symptome und sichert eventuelle Notfallsituationen für die Patient:innen ab.

Den richtigen Dienstleister wählen Auch bei der Wahl eines Teleradiologieanbieters gilt demnach: Der richtige Partner macht den Unterschied. Medizinische Einrichtungen sollten sich vor der Beauftragung eines Anbieters mit dessen Erfahrungen und Referenzen aus-

einandersetzen. Schon beim Beginn der Zusammenarbeit können mit dem richtigen Anbieter Hürden deutlich leichter genommen werden. Medizinische Einrichtungen sollten sich informieren, ob der in Frage kommende Anbieter bereits Erfahrung mit der regional zuständigen Behörde gesammelt hat, da diese sich deutschlandweit stark unterscheiden können. Auch sollte darauf geachtet werden, dass ein Zugang zu einem Netzwerk aus Partnern und strukturierte Abläufe gegeben sind. Moderne Kommunikationsmöglichkeiten sowie eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe machen den richtigen Anbieter schnell zu einem wertvollen Partner. Ein Partner, der Einrichtungen nicht nur finanziell, sondern auch personell entlastet. Eine durchdachte eingespielte Routine sorgt für einen „geräuschlosen“ Betrieb der Teleradiologie ohne Anpassen interner Prozesse.

Im besten Fall lässt einen die tägliche Zusammenarbeit vergessen, dass die Teleradiologen meist mehrere hundert Kilometer entfernt sitzen.

Teleradiologie als wertvolle ­Unter­stützung Die Teleradiologie ist kein alleiniger Garant für die Wirtschaftlichkeit einer medizinischen Einrichtung. Dennoch kann der richtige Anbieter für eine langfristige Entlastung hinsichtlich monetärer Aspekte und Personal sorgen. Direkte Potenziale wie das Einsparen von erhöhten Kosten für Bereitschaftsdienste gehen Hand in Hand mit öffentlichkeitswirksamen Vorteilen, die langfristig die Auslastung der Einrichtung erhöhen können.

  www.telradko.de

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Pioniere in Sachen Patientinnenkomfort Auch in der Medizin kann Geschwindigkeit ein Qualitätsmerkmal sein. Bei der röntgengeführten Biopsie im Rahmen des Mammographie-Screenings beispielsweise. Hier geht es zum einen darum, die Welle der Frauen, die nach dem Lockdown ihre Screeningtermine nachholen, abzuarbeiten. Zum anderen um eine möglichst geringe Kompressionszeit der Brust, um die P ­ atientinnen zu entlasten. Ein wichtiger Hebel, um Untersuchungszeit einzusparen, ist die Begutachtung der Präparate. Als erste Praxis in Deutschland entschied sich die Gemeinschaftspraxis für Brustdiagnostik in Tübingen darum 2018 für ein Biopsiesystem mit integrierter Bildgebung, das Entnahme und Präparate-Röntgen in einem Arbeitsschritt ermöglicht. Durchschnittliche Zeitersparnis: Knapp fünf Minuten pro Biopsie. Prof. Dr. Ute Krainick-Strobel, Programmverantwortliche Ärztin des Mammographie-Screenings Neckar-Alb und Praxisinhaberin, spricht über ihre Erfahrungen und Fallstricke in der Biopsie.

„Die Gemeinschaftspraxis für Brustdiagnostik in Tübingen ist ­spezialisiert auf die Untersuchung der Brust bei Frauen und Männern. Neben der bildgebenden Diagnostik (Tomosynthese, Ultraschall, Mammographie) werden bis zu 700 Biopsien durchgeführt, davon 35 Prozent röntgengeführt.“ Prof. Dr. Ute Krainick-Strobel, Programmverantwortliche Ärztin des Mammographie-Screenings Neckar-Alb und Praxisinhaberin

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þ  Frau Prof. Krainick-Strobel, wie viele Biopsien führen Sie jährlich durch? Wir sind eine kurative Praxis für Brustdiagnostik und gleichzeitig programmverantwortliche Ärzte für das MammographieScreening Neckar-Alb. In dieser Funktion betreuen wir die Landkreise Tübingen, Böblingen, Reutlingen und den Zollernalbkreis mit insgesamt 140.000 anspruchsberechtigen Frauen. Das Screening-Zentrum, in dem die Interventionen und die Abklärung stattfinden, befindet sich ebenfalls in Tübingen. Darum müssen wir unterscheiden zwischen den Biopsien, die aus der kurativen Brustsprechstunde resultieren und denen, die im Rahmen des Screenings durchgeführt werden. Aus dem Screening heraus führen wir etwa 400 bis 500 Biopsien jährlich durch, im kurativen Bereich sind es zirka 200.


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þ  Wie läuft eine Biopsie klassischerweise bei Ihnen ab? Das hängt von der Biopsieform ab. Es gibt Befunde, die ausschließlich unter Röntgen sichtbar sind, wie zum Beispiel Mikrokalk, und andere, die wir primär unter Ultraschallsicht detektieren. Diese beiden Biopsieformen bieten wir auch an, wobei die ultraschallgeführte Biopsie etwa 65 Prozent und die röntgengeführte rund 35 Prozent ausmachen. Beide Formen finden in Lokalanästhesie statt.

eingenommen, um eine zielgerichtete Therapie einleiten und durchführen zu können. Bei einer Mikrokalkbiopsie unter Röntgen-Sicht beispielsweise wird der Mikrokalk meist komplett entfernt. Dann gehört es mittlerweile zum Standard, einen Marker zu verwenden. Der Einsatz von Lokalisationsmarkern ist unabdingbar zum Auffinden des Befundes und wird von den zertifizierten Brustzentren für eine optimale chirurgische Therapie erwartet.

þ  Wie häufig setzen Sie Marker nach der Gewebeentnahme ein? Im Screening haben wir häufig sehr kleine, schwer zu detektierende Befunde, bei denen wir sicher sind, dass es sich um ein Karzinom handelt. Diese werden prinzipiell mit einem Clip markiert. Das Setzen der Clips hat generell einen höheren Stellenwert

þ  Wie lange dauern die Biopsien im Durchschnitt? Bei der Ultraschallbiopsie können wir schneller arbeiten, inklusive Lokalanästhesie und Einbringung eines Clips dauert die Untersuchung rund zwei bis drei Minuten. Die röntgengeführte Biopsie ist aufwendiger, hier brauchen wir durchschnittlich rund acht Minuten.

Bessere Sichtbarkeit von Proben und Mikrokalken durch optimiertes Design zur Flüssigkeitsreduzie­ rung im Gewebegehäuse Quelle: Hologic, MISC-06652-EUR-DE Rev001 (04/21)

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Quelle: Hologic

­ revera þ  Seit 2018 arbeiten Sie mit dem B Biopsiesystem von Hologic. Das Mamma­ biopsiesystem kombiniert Gewebeent­ nahme und Überprüfung mit EchtzeitBildgebung und spart dadurch die Arbeitsschritte rund um den Transport und das separate Röntgen der Präparate. Wie macht sich das bemerkbar? Wir waren seinerzeit die ersten in Deutschland, die Brevera eingeführt haben. Und ich bin nach wie vor sehr begeistert von dem System. Zeitgleich während der röntgengeführten Biopsie wird der Biopsiezylinder „angesaugt“ und geröntgt. Ich sehe also sofort, ob die Entnahme, zum Beispiel des Mikrokalks, erfolgreich war. Ganz davon abgesehen, dass sich die Biopsiezeit stark verkürzt hat – von etwa 13 Minuten auf die oben genannten acht Minuten. Das klingt gering, für die Patientinnen sind fünf Minuten aber eine halbe Ewigkeit, in der die Brust unangenehm komprimiert ist und in der große Unsicherheit herrscht. Die direkte Beurteilung der Gewebe­ proben stellt gleichzeitig auch für mich als Ärztin und für das Team eine enorme Erleichterung dar. Wir verlassen den Raum nicht mehr für das PräparateRöntgen, ich kann die ganze Zeit bei der Patientin bleiben und direkt mir ihr kommunizieren, dies ist eine sehr große Erleichterung für die Patientin.

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Der gesamte Prozess der röntgengeführten Biopsie ist mit Brevera für alle Beteiligten wesentlich einfacher, sicherer und effizienter geworden. þ  Kommt diese Steigerung der Prozessqualität auch bei den Patientinnen an? Ja, absolut. Wir hören häufig den Satz: „Das hätte ich mir schlimmer vorgestellt“. þ  Wie haben Sie vorher die Biopsien durchgeführt? Röntgengeführte Biopsien bieten wir seit 2015 an. Wir haben direkt auf stereotaktische Untersuchungen unter Tomosynthese-Sicht gesetzt, planen die Entnahme also unter 3D-Sicht. Dadurch ergibt sich bereits eine Zeitersparnis, weil keine Stereotaxiaufnahme mehr nach dem Eingriff notwendig ist. Mit dem Einsatz von Brevera konnten wir die Zeit noch einmal deutlich reduzieren von den genannten 13 auf acht Minuten, also um 40 Prozent. þ  Konnten Sie auch die Cores verringern? Tatsächlich wären wir mit Brevera dazu in der Lage, denn es gibt zwei Kammeröffnungen von zwölf bzw. 20 Millimetern an der 9G Nadel, die flexibel direkt am Gerät entschieden werden können. Und noch wichtiger, wir sehen das Entnahmeergebnis in Echtzeit. Wir halten uns aber strikt an die Konsensusempfehlung und neh-

men mindestens zehn Zylinder. Erhöhte Nachblutungen stellen wir dabei nicht fest. Ich denke, dass es auch die Geschwindigkeit des Eingriffs ist, die das Auftreten von Nachblutungen beeinflusst. Je schneller wir sind, desto geringer das Komplikationsrisiko. Und in Sachen Schnelligkeit kommt an Brevera keiner vorbei. þ  Bei all der Erfahrung, die Sie mit Brevera gesammelt haben, gibt es Optimierungsbedarf? Ein kleiner Kritikpunkt in der Vergangenheit war die Probenlagerung in dem dafür vorgesehenen Behältnis. Dieses ist wie ein geschnittener Kuchen aufgeteilt, die einzelnen Stücke bieten Platz für die Proben A-L. Bevor das Behältnis mit einem Filter im Boden ausgestattet wurde, lagen die Proben schon mal in der SpülFlüssigkeit, bzw. auch im Blut. Mit dem neuen Filtersystem sind die einzelnen Proben leichter zu entnehmen. Außerdem müssen weniger Blutkoagel vor der pathologischen Untersuchung entfernt werden. Das steigert die Qualität noch einmal – und wird uns von den MTRAs und den Patholog:innen gedankt.

  www.hologic.de   www.mammo-praxis-tue.de


Joint Conference of the ÖGMP, DGMP & SGSMP

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Dreiländertagung der Medizinischen Physik

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19–22 September 2021 VIENNA

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Eine digitale Plattform für zahlreiche Anwendungen Das Münchener Medizintechnikunternehmen deepc bietet mit dem KI-Betriebssystem deepcOS eine in ganz Europa verfügbare Plattform für Künstliche Intelligenz in der Radiologie. KI-Anbieters bis zur Installation von einzelnen KI-Lösungen in die eigenen ITSysteme, einen großen Aufwand für ein Krankenhaus oder eine radiologische Praxis. Auch stellen die Cybersecurity- und Datenschutzstandards eine große Hürde für die Akzeptanz dar. Zudem müssen die verwendeten Algorithmen auch zukünftig auf dem jeweils neuesten Stand der Technik gehalten werden bzw. durch neuere, überlegene Lösungen ersetzt werden. All diese Prozessschritte binden Ressourcen und verursachen unnötige Extrakosten.

Über deepcOS kann eine Vielzahl ausgewählter und geprüfter KI-Anwendungen führender weltweiter Partner mit einer einmaligen Installation DSGVO-konform in bestehende Krankenhaus-, Praxisoder andere IT-Infrastrukturen integriert werden. Die digitale Plattform bietet bereits für mehr als 25 Indikationen nutzbare KI-Lösungen mit CE-Kennzeichnung. Schon für die nahe Zukunft ist eine kontinuierliche Ausweitung des Angebots der Plattform geplant. Guido Gebhardt sprach mit dem Arzt und Datenwissenschaftler Dr. Franz

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Pfister, Mitgründer und CEO der deepc GmbH, über die Chancen und Herausforderungen bei der Implementierung von Künstlicher Intelligenz in den radiologischen Workflow. þ  Warum steckt der Einsatz von KI in der Radiologie bei aller Begeisterung in Deutschland noch in den Kinderschuhen? Aufgrund der meist begrenzten KIExpertise sowie beschränkter personeller Kapazitäten und oft auch finanzieller Möglichkeiten bedeutet der gesamte Prozess, von der Auswahl des „richtigen“

þ  Welche Chancen sehen Sie im Einsatz von KI für Radiolog:innen? KI ersetzt nicht die ärztliche Erfahrung und Expertise, und das soll sie auch gar nicht. Aber sie ermöglicht eine Qualitäts- und Effizienzsteigerung und kann auch als eine zusätzliche Unterstützung im Sinne einer „KI-basierten Zweitmeinung“ dienen. Das erhöht die Behandlungsqualität und durch die Reduktion der Turnaround Time und der Time to Diagnosis auch die Patientensicherheit. Wir sehen als Kernchancen: mehr Konzentration auf komplexe Fälle und schnellere Versorgung kritisch Betroffener!


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þ  Können Sie dafür konkrete Beispiele nennen? Bei der Detektion kritischer Befunde im nativen Kopf-CT ist durch KI die Priorisierung auffälliger Scans möglich. Dadurch beschleunigt sich die Diagnosestellung bei kritischen Fällen von 65 Minuten auf oft nur noch 2 Minuten.1 Ein zweites Beispiel: KI reduziert die Zahl übersehener Frakturen im MSK Röntgen um bis zu 30 Prozent. Das ist elementar für eine bessere Versorgung von Patient:innen und kann auch geringere Komplikationsraten im Heilungsverlauf bedeuten. þ  Was bietet die von Ihnen entwickelte KI-Plattform für Radiolog:innen? Für uns stehen Anwenderfreundlichkeit und klinische Validierung im Vordergrund. Besonders wichtig, um Berührungsängste gegenüber KI abzubauen und mehr Vertrauen zu schaffen: Wir haben Radiolog:innen im Team und beraten individuell bei der Auswahl der passenden und geprüften KI-Algorithmen. Wir achten ganz besonders auf den klinischen Nutzen und die nachweisliche Qualität der ausgewählten KI-Lösungen. Mit dem DSGVO- und MDR-konformen KI-Betriebssystem „deepcOS“ befähigen wir Kliniken und Praxen direkt und ohne Mehraufwand, die passenden Lösungen für das jeweilige radiologische Anwendungsgebiet in ihre interne IT-Struktur zu integrieren und kosteneffektiv zu betreiben. Durch eine Schnittstellen-Funktion ergibt sich eine einfache Möglichkeit zum regel­ mäßigen „Update“ des eigenen KI-Toolkits. Die Unabhängigkeit von bestehenden Softwareanbietern zur Vermeidung möglicher Interessenkonflikte bleibt gewahrt, und unser Preismodell ist maximal transparent. Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) werden un­sere KI-Lösungen nun übrigens auch im Rahmen des Fördertatbestandes 4 gefördert.

þ  Sie sprachen von klinischer Validierung. Wie steht es um Forschungsaktivitäten im Bereich KI? Besonders stolz sind wir auf unsere beiden großen Forschungsprojekte mit der Hochschule Landshut und dem Klinikum rechts der Isar. Mit der Hochschule Landshut erforschen wir unter Leitung von Professorin Stefanie Remmele im Rahmen von „Neuro­Test“, wie sich künstliche Patientendaten zur Verwendung in KI-Modellen bei der medizinischen Bildgebung entwickeln lassen. Gleichzeitig arbeiten wir als Projektpartner an einer Online-Plattform, um Herstellern von medizinischen Geräten eine Möglichkeit zu bieten, ihre KI-basierten Medizinprodukte testen zu können, bevor sie eine Zulassung beantragen. Unser Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 400.000 Euro gefördert, wir steuern 225.000 Euro aus Eigenmitteln bei. Bereits seit 2020 läuft das Projekt „NeuroPIPE“ mit dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, das von der Initiative „Bayern Innovativ“ gefördert wird. Wir erproben hier eine automatisierte Integration und Orchestrierung von KI-Algorithmen für den klinischen Alltag. Die Ergebnisse sind vielversprechend! þ  Und was gibt es von deepc noch in der Produkt-Pipeline? Wir arbeiten ständig an weiteren Lösungen, die helfen, den radiologischen Workflow zu verbessern und auch die Plattform einer noch größeren Kundengruppe zugänglich zu machen. Unser nächstes Produkt werden wir voraussichtlich im Herbst zur Marktreife bringen.

  www.deepc.ai/

Quelle: https://www.accessdata.fda.gov/cdrh_docs/ pdf20/K200921.pdf

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Dr. Franz Pfister, CEO und Mitgründer deepc

Weitere Literatur zur Vertiefung Deep learning algorithms for detection of critical findings in head CT scans: a retrospective study – The Lancet 2018 (https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/ PIIS0140673618316453/fulltext) Automated Lateral Ventricular and Cranial Vault Volume Measurements in 13,851 Patients Using Deep Learning Algorithms – World Neurosurgery 2021 (https://doi.org/10.1016/j.wneu.2020.12.148 ) Deep learning in chest radiography: Detection of findings and presence of change – PLoS One 2018 (https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0204155) Can Artificial Intelligence reliably report chest x-rays? Radiologist Validation of an algorithm trained on 2.3 Million x-rays -arXiv 2018 (https://arxiv.org/abs/1807.07455 ) Utility of Artificial Intelligence Tool as a Prospective Radiology Peer Reviewer – Detection of Unreported Intracranial Hemorrhage – Academic Radiology 2021 (https://www.sciencedirect.com/science/article/ abs/pii/S1076633220300842) Deep Learning in fracture detection: a narrative review Acta Orthopaedica 2020 (https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/1745 3674.2019.1711323) Deep neural network improves fracture detection by clinicians – Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 2018 (https://www.pnas.org/content/115/45/11591.short) Efficient Pneumonia Detection in Chest XRay Images Using Deep Transfer Learning – Diagnostics 2020 (https://www.mdpi.com/20754418/10/6/417)

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In guter Gesellschaft Nur wenigen ist bekannt, dass die EuSoMII (European Society of Medical Imaging Informatics) die Nachfolgeorganisation der EuroPACS ist. Mittlerweile geht die Radiologie-IT weit über das PACS hinaus und in der EuSoMII geht es inzwischen um so unterschiedliche Themen wie 3D-Visualisierung und –Druck, Schnittstellen, Workflowsysteme, KI, Strukturierte Befundung und NLP. Seit März 2021 ist Prof. Elmar Kotter, Geschäftsführender Oberarzt an der Universitätsklinik Freiburg im Breisgau, auch EuSoMII Präsident. Prof. Kotter sprach mit Guido Gebhardt darüber, welche Themen ihm als EuSoMII-Präsident am Herzen liegen. þ  Um welche Themen geht es in der EuSoMII? Das Spektrum der EuSoMII ist deutlich weiter gefasst, als das der EuroPACS und PACS ist auch nicht mehr das zentrale Thema in der Radiologie. PACS funktioniert inzwischen europaweit in Kliniken und Praxen weitgehend problemlos. Es gibt aber eine ganze Menge anderer Themen, die uns heute in den Kliniken beschäftigen. Die Künstliche Intelligenz oder die Strukturierte Befundung, der 3D-Druck und 3D-Lab müssen genauso weiter bearbeitet werden wie die quantitative Radiologie. Das sind Themen, die

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wichtig sind und die EuSoMII vorantreiben wird. Die EuSoMII kann man sich als europäischen Counterpart zur AGIT (Arbeitsgemeinschaft-IT in der DRG) vorstellen, nur dass wir eine eigenständige Gesellschaft sind und keine Arbeitsgruppe innerhalb einer Fachorganisation. Mir geht es darum, den Bekanntheitsgrad der EuSoMII zu steigern und die Präsenz weiter zu erhöhen. Während unser letzter Präsenzkongress 2019 in Valencia von etwa 200 Teilnehmer:innen besucht wurde, nahmen am Online-Kongress 2020 bereits mehr als 400 Interessent:innen teil. Das war schon gar nicht so schlecht. Und für dieses Jahr erwarten wir erneut mehr Teilnehmer:innen. Für mich ist die EuSoMII eine hervorragende Gesellschaft. Die Mitglieder verfügen nicht nur über viel Know-how, sondern sind auch engagiert und wollen Dinge voranbringen. Mit etwa 300

Mitgliedern sind wir noch keine große Organisation. Aber die Tendenz ist deutlich steigend und das Wachstum wird sich mit dem Bekanntheitsgrad zukünftig hoffentlich noch weiter beschleunigen. þ  Wie möchten Sie dieses Wachstum erreichen? Eines unserer Ziele ist, dass wir uns deutlich breiter aufstellen wollen. Momentan haben wir überproportional viele Mitglieder aus den Benelux-Ländern und Spanien. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir dort schon Kongresse live durchgeführt haben. Aber speziell in Ost- und Nord-Europa sind wir noch unterrepräsentiert und würden uns, wie in Deutschland, über mehr Mitglieder freuen. Das Wachstum soll mithilfe einer breit angelegten Diversifizierung realisiert werden. Wir werden uns zum einen in Europa länderübergreifend aufstellen,


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zum anderen bestehen unsere Mitglieder bislang vorwiegend aus Radiolog:innen und Physiker:innen. Da die Vernetzung im Gesundheitswesen jedoch ein interdisziplinäres Thema ist, werden wir uns anderen Fachgruppen gegenüber öffnen und uns fachbereichsübergreifend multiprofessionell aufstellen. Sehr freuen würden wir uns in der EuSoMII über MTRAs bzw. Radiologietechniker:innen oder Radiographer. Denn deren interessantes Betätigungsfeld und praktische Erfahrung kann sehr zur Weiterentwicklung der Gesellschaft beitragen und ihnen ebenfalls tolle Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Wir gehen davon aus, dass MTRAs ihr Tätigkeitsspektrum zukünftig erweitern und Aufgaben im Bereich „Imaging Informatics“ übernehmen werden. Das kann beispielsweise die Leitung eines Nachbearbeitungslabs sein, da wir bereits jetzt deutlich mehr Post-Processing an den Modalitäten sehen. Es werden Fachkräfte benötigt die sich nicht nur professionell um die Bildnachbearbeitung, sondern auch um die KI-Algorithmen und das Funktionieren des gesamten Radiologie-Workflows kümmern.

Prof. Dr. Elmar Kotter, Geschäftsfüh­ render Oberarzt IT & QM in der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg und seit März 2021 Präsident der European Society for Medical Imaging and Informatics (EuSoMII)

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Natürlich wünschen wir uns auch deutlich mehr Frauen in der EuSoMII, um deren Erfahrungen gleichermaßen in der Gesellschaft zu berücksichtigen. Noch gibt es einen Männerüberhang. Das soll ein deutlicher Aufruf für alle Frauen sein, sich in der EuSoMII einzubringen. Ganz nach dem Vorbild von Merel Huismann, die ganz hervorragend unseren Young Club leitet. Seitdem steigt der Frauenanteil unter den jüngeren Mitgliedern bereits an. Automatisierte Diagnose und ­quantitative Analyse von COVID-19 in der Bildgebung

In Zusammenarbeit mit der EuSoMII wurde unter Federführung von Eric Ranschaert die Imaging COVID-19 AI Initiative ins Leben gerufen: Die Imaging COVID-19 AI Initiative ist ein multizentrisches europäisches Projekt zur Verbesserung der Computertomographie (CT) bei der Diagnose von COVID-19 durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Die Projektgruppe wird ein Deep-Learning-Modell für die automatisierte Erkennung und Klassifizierung von COVID-19 auf CT-Scans sowie für die Beurteilung der Krankheitsschwere bei Patient:innen durch Quantifizierung der Lungenbeteiligung erstellen. Viele verschiedene Krankenhäuser und Institutionen in ganz Europa werden zusammenarbeiten, um in diesem zeitkritischen Forschungsprojekt schnell eine Lösung mit Künstlicher Intelligenz zu entwickeln. Das KI-Modell wird allen Teilnehmer:innen zur klinischen Validierung frei zur Verfügung gestellt.

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þ  Wo sehen Sie in der EuSoMII die Herausforderung in der Radiologie? Die Künstliche Intelligenz kommt immer mehr in der Routine an, das spüren wir deutlich. Es werden immer mehr Algorithmen in der Routine eingeführt. Trotzdem erlebt man noch zu viele Enttäuschungen. Die wahrscheinlich größte Herausforderung in den nächsten Monaten und Jahren wird sein, die zahlreichen KI-Systeme zu validieren, um dem Nutzer:innen und dem Patient:innen mehr Sicherheit zu bieten. Auf das Ergebnis dieser Algorithmen muss man sich einfach verlassen können. Ich gehe davon aus, dass sich bald unabhängige Validierungsstellen etablieren werden, bei denen Hersteller ihre Algorithmen überprüfen lassen können und dafür eventuell ein Zertifikat bekommen. Wenn gezeigt werden kann, dass die KI-Algorithmen gewissen Qualitätsansprüchen genügen, würde das die Akzeptanz im Markt sicherlich erhöhen, das Angebot transparenter machen und

zu einer besseren und schnelleren Verbreitung der Algorithmen führen, und gleichzeitig natürlich die Risiken minimieren. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa gibt es auf vielen Ebenen diesbezüglich bereits Initiativen, wie zum Beispiel im DIN. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich in den nächsten zwei bis drei Jahren viel bewegen wird, um Strukturen für die KI-Validierung aufzubauen. Eine weitere Herausforderung ist immer noch die Integration von KI in den Workflow. Das kann zum einen auf die harte Tour geschehen, so wie wir es momentan handhaben, indem wir jeden Algorithmus einzeln anpassen. Das ist natürlich sehr aufwendig, da man sich mit jedem einzelnen Algorithmus von den Vertragsverhandlungen über die Datensicherheit bis hin zum Aufruf aus dem System auseinandersetzen muss. Alternativ gibt es die so genannten KI-Orchestratoren oder Marktplätze von unterschiedlichen Anbietern. Doch auch da ist noch einiges an Arbeit zu leisten. Es gibt zwar bereits sehr gute Ansätze, aber als Nutzer sehe ich immer noch das Problem, dass die Marktplätze nicht voll umfänglich bestückt sind. Nicht jedes Angebot beinhaltet eine ausreichende Anzahl an Algorithmen, um das gesamte Spektrum sinnvoller Applikationen abzudecken. Für die Nutzer:innen gibt es bisher leider nur wenig Möglichkeiten, sich zu orientieren. Vielen ist unklar, wie die Systeme überhaupt in den Workflow


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gelangen, welche technischen Voraussetzungen gegeben sein müssen und wie die Algorithmen installiert werden. Außerdem ist bisher kaum überschaubar, welche Anbieter es gibt und welche Algorithmen sie bereits jetzt zur Verfügung stellen. „Arbeiten die Systeme on-premise oder gibt es sie nur in der Cloud?“, „kann ich sie kaufen, handelt es sich um reine Abomodelle oder Pay-per-Use?“ sind ebenfalls wichtige Fragen, die es zu klären gilt. Meine Kolleg:innen in der radiologischen Praxis haben wahrscheinlich gar nicht so viel Zeit, sich um sich um die ganzen Details zu kümmern. Marktplätze, die nur sieben oder acht Algorithmen anbieten können, sind großen Universitätskliniken nicht gut genug. Wenn ich gerne einen weiteren Algorithmus hätte und die Antwort bekomme „den haben wir aber nicht im Programm“, würde mich das sicher nicht freuen. þ  Und wie sieht es mit der Strukturierten Befundung aus? Auch in der Strukturierten Befundung ist das Ei des Kolumbus noch nicht gefunden. Neben den bekannten Programmen gibt es heute eine qualitativ hochwertige Auswahl an dedizierten Befundvorlagen. Der Umgang mit allen bisher verfügbaren Systemen verlangt immer noch nach einer extra Runde mit der Maus, um den Befund zusammenzustellen. Für Radiolog:innen bedeutet das weiterhin zusätzlichen Aufwand. Das müssen Sie sich so vorstellen: Meist haben Radiolog:innen das Mikro

in der linken Hand und in der rechten Hand die Maus, um sich durch die Bilder zu bewegen und gleichzeitig den Befund zu diktieren. Das funktioniert nicht mehr, wenn noch ein drittes System bedient werden muss. Meines Erachtens sollten wir es schaffen, aus der gesprochenen Sprache der Radiolog:innen, während der Befund diktiert und gleichzeitig die Bilder analysiert werden, on-the-fly einen strukturierten Befund zu erstellen. Die Systeme zur Spracherkennung und natürlicher Sprachverarbeitung werden immer besser und es wird eine Frage der Zeit sein, das Problem zu lösen. Dann glaube ich, wird es sehr schnell gehen. Denn dass der Strukturierte Befund für alle einen deutlichen Mehrwert bietet, liegt auf der Hand. Siri und Google sind heute schon fantastisch gut. Nachdem Microsoft kürzlich Nuance übernommen hat, gehe ich von einem weiteren positiven Effekt aus. Wie Sie sehen gibt es in der EuSoMII zahlreiche Themen – alles gute Gründe sich zu engagieren. Die Radiolog:innen gehören zu den Innovationstreibern im digitalen Gesundheitswesen. Damit das so bleibt, braucht es ein konstantes Engagement in den Fachgesellschaften. Der EuSoMII-Jahreskongress 2021 findet am 23. Oktober 2021 erneut online statt.

  www.eusomii.org

EuSoMII Young Club Merel Huisman leitet seit 2019 den EuSoMII Young Club. Schon während des Medizin­studiums interessierte die angehende Radiologin sich sehr für Technik und IT. Mit dem Young Club versucht Merel Huismann, junge Ärztinnen und Ärzte fachübergreifend und international zu vernetzen, um sie mit der zunehmenden Technisierung des Arztberufs vertraut zu machen. Ihrer Meinung nach ist nur ein sehr geringer ­Anteil der Mediziner:innen an Technik interessiert. Den Young Club versteht Merel Huismann als Plattform, um ihre Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, die Hemmschwelle zu überwinden und sich mit den zukünftigen Anforderungen im mehr und mehr datengetriebenen Gesundheitswesen auseinanderzusetzen. Die Entwicklungen der modernen Datenwissenschaft – insbesondere die Themen rund um KI – kann man beispielsweise nur im eignen Sinne vorantreiben, wenn man sich aktiv damit auseinandersetzt. Im EuSoMII Young Club vernetzt die junge engagierte Weiterbildungsassistentin nicht nur Interessierte Mediziner:innen, sondern stellt ihnen auch ein breites Angebot an multimedialen Inhalten zur Verfügung. ­Besonders wichtig ist Huisman die KI-bezogene, multidisziplinäre Interaktion beispielsweise mit Datenwissenschaftler:innen, IT-Mitarbeiter:innen, technischen Ärzt:innen, Forscher:innen oder Patholog:innen.

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Künstliche Intelligenz Das Thema Künstliche Intelligenz ist mittlerweile seit mehreren Jahren ein Dauerbrenner. Doch woran liegt es, dass die Umsetzung dieser modernen Technologie in der Radiologie nur schleppend vorankommt, obwohl die technischen Voraussetzungen und die zu erwartenden Ergebnisse nicht besser sein könnten? Dass die Radiologie innerhalb des Gesundheitswesen ein Technologietreiber ist, bezweifelt wohl niemand. Keine andere Facharztgruppe ist technologisch so gut ausgestattet und bereits so gut digitalisiert. Die Einführung von PACS und RIS ging allerorts lautlos vonstatten. Modalitäten wurden anfangs gar mithilfe von Merge-Boxen integriert, um sie auf DICOM-Niveau zu bringen. Doch Standards sind in der Radiologie inzwischen so omnipräsent, dass nicht mal mehr darüber gesprochen wird. Die Daten fließen von der Anmeldung bis zur Modalität und zurück, Bilddaten werden von dedizierten Applikationen analysiert und mit klinischen Kolleg:innen sowie Zuweiser:innen geteilt. Einer der Punke, die auf der Wunschliste der Verbesserungen in der Radiologie ganz oben stehen, ist die Optimierung des Workflows. Tiefe neuronale Netzwerke sind in der Lage, den Workflow nicht nur zu beschleunigen, sondern auch fehleranfällige Aufgaben mit hoher Zuverlässigkeit auszuführen. Denn wo viele Zahnräder getriebeartig ineinander greifen wird die „Eingangsleistung“ über alle betreffenden Räder übertragen, bis die „Ausgangsleistung“ – mit einer gewissen „Verlustleistung“ abgegriffen werden kann.

KI braucht valide Daten Sogenannte Workflow-Orchestratoren bilden diese Getriebe digital ab und sind in der Lage, die Verlustleistung zu reduzieren. Natürlich passt das gewählte Analogon des Getriebes nur bedingt, denn auch jetzt laufen die Prozesse bereits digital, aber trotzdem oftmals sequenziell ab. Workflow-Orchestratoren kommunizieren mit allen beteiligten Systemkomponenten, werten Abläufe aus und nutzen diese Ergebnisse, um TNN (tiefe neuronale Netzwerke) zu trainieren, die Vorgänge zu beschleunigen und Fehler zu reduzieren. Informationen werden nicht mehr sequentiell durch die Stationen ge­schleust, sondern anhand des Trainings wird jede neue Systemeingabe mit einer Prognose versehen: Je besser das Training ist, umso besser trifft die Prognose zu. Das Entscheidende ist, dass anhand dieser berechneten Prognose im Vergleich zum bisherigen Ablauf einzelne Stationen übersprungen werden können. Deshalb laufen KI-Prozesse nicht nur schnell, sondern auch mit großer Zuverlässigkeit ab. Zudem eigenen sich die von der Radiologie bereits massenhaft produzierten Daten bestens, um tiefe neuronale Netzwerke zu trainieren. Was uns zum nächsten Punkt der Wunschliste führt, der

Strukturierten Befundung. Natürlich steht am Anfang der Strukturierten Befundung ein Mehraufwand. Mit den derzeit verfügbaren Lösungen muss man mal mehr oder mal weniger klicken, doch am Ende des Wegs könnte man mit einer gewissen Standardisierung rechnen, die es jungen Radiologinnen und Radiologen oder auch Ärzt:innen mit geringer Erfahrung im Lesen von Röntgenbildern ermöglicht, zu verstehen um was es genau geht. Außerdem bietet ein Strukturierter Befund die Gewähr, dass Fragestellungen bzw. Organe in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Und verfügt man erst mal über eine ordentliche Anzahl an strukturiert befundeten Bildern, sitzt man auf einem Goldschatz an Daten, die wiederum zum Training von KI-Algorithmen verwendet werden können. Denn derzeit fehlt es wohl zum einen an einer ausreichenden Anzahl valider Daten. Zum anderen fehlen noch Instanzen, die in der Lage sind KI-Algorithmen zu validieren und deren „Wirksamkeit“ zu bestätigen.

Viele KI-Unternehmen – geringe Technik­begeisterung bei Radiolog:innen Die Voraussetzungen für KI in der Radiologie sind also ideal: Der Digitalisierungsgrad ist bereits sehr hoch, das technische Know-how um die Work-

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Tiefe neuronale Netzwerke sind in der Lage durch gezieltes Training, die Wichtung unterschiedlicher Parameter in den einzelnen Schichten so anzupassen, dass das Ergebnis im Output Layer das Eingangssignal im Input Layer mit hoher Präzision erkennt. Der Wichtungsfaktor jeder einzelne Verbindung zwischen den  Layern wird solange variiert, bis das optimale Ergebnis erreicht ist.

flows zu beschleunigen ist vorhanden und würde die tägliche Flut an fertiggestellten Befunden ausgewertet werden, hätten wir schnell ausreichend valide Daten, die mithilfe von KI zu sicheren Diagnosen führen. Bei so vielen Vorteilen, müsste eigentlich jeder daran interessiert sein, die Möglichkeiten der neuen Technologie zu nutzen. Doch an der Umsetzung hapert es gewaltig. Umfragen in Fachorganisationen belegen, dass die Hemmschwelle vieler Ärzt:innen im Umgang mit Technologie sehr hoch ist. Aber bei KI muss man wissen, wie der Algorithmus funktioniert und wo es zu Fehlern kommen kann. Die Modalitäten werden von MTRAs bedient und die Bildananalyse am PC ist nicht sehr komplex. Deshalb hat sich beispielsweise die technikbegeisterte junge Radiologin Merel Huismann mit dem Young Club der EuSoMII zum Ziel gesetzt, Kolleginnen und Kollegen fachbereichsübergreifend international zu vernetzen und mit Informationen zu versorgen, die dazu dienen, diese Hemmschwelle abzubauen, um zukünftig sicherer mit der Informationstechnik umzugehen (siehe Heftseite 66). Erschwerend kommt hinzu, dass Informationstechnik bisher im Medizinstudium nicht sehr präsent ist. Ein Umstand, den auch PD Dr. med. Bettina

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Baeßler mit lernrad.com aufgreift (siehe Heftseite 80). Ein weiteres Thema, das die Umsetzung von KI in der Radiologie erschwert, ist die schiere Vielfalt an jungen Unternehmen, die sich mit Begeisterung der automatisierten Auswertung radiologischer Bilddaten annimmt. Wer verfügt schon über die Zeit, sich mit allen möglichen Start-ups auseinanderzusetzen, Verträge zu verhandeln und die Installation und Integration in die eigene Infrastruktur zu begleiten. Hinzu kommt, dass es nicht nur zahlreiche neue Unternehmen gibt. Diese neuen Unternehmen funktionieren auch ganz anders. Bevor man eine neue Modalität kauft, bespricht man mit den Verkaufsingenieuren der unterschiedlichen Anbieter vor Ort nicht nur die Anwendung, sondern besichtigt auch die Räume, um ein optimales Konzept zu erarbeiten. Danach kommt ein LKW, es wird ausgeladen und ein paar Tage lang installiert. Manchmal braucht man auch einen Kran und das ganz große Spektakel mit Wand raus oder Dach weg.

Kaum überschaubare Vielfalt KI bekommt man im Digital Marketplace und es wird nichts mehr installiert, sondern „deployed“. Außerdem wird kaum noch gekauft sondern man schließt eine „Sub-

scritption“ ab. Und selbst wenn deployed wird, kann es in der Cloud sein oder onpremise. Wer blickt da noch durch? Selbst wenn man guter Dinge ist und sagt, jetzt fange ich dann doch mal an, ich will ja nicht der Letzte sein und der frühe Vogel fängt den Wurm, geht es daran, die schwierigste Frage zu beantworten: Soll ich beim bewährten Modalitäten- / PACS-Hersteller bleiben oder einen unabhängigen Marktplatz wählen? Dass die KI-Marktplätze souverän arbeiten, steht außer Frage. Trotzdem gibt es unterschiedliche Konzepte mit Vor- und Nachteilen, die es abzuwägen gilt. Bei diesen vielen Fragen und Hürden haben wir bisher für viele potenzielle Anwender:innen den allerwichtigsten Punkt ausser acht gelassen und das ist die Vergütung. Letztendlich kann jedoch noch niemand sagen, zu welchem Preis sich welche Anwendung rechnet. Aber das Gute daran ist: Die Deinstallation der Software reduziert sich auf einen Klick und wenn es sich nicht rechnet, ist das Abo – gemeint ist natürlich die Subscription – schnell gekündigt. Die Übersicht auf den folgenden Seiten zeigt einige unterschiedliche bereits erhältliche Algorithmen und deren technische Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start.


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Künstliche Intelligenz Die Übersicht auf den folgenden Seiten zeigt einige unterschiedliche bereits erhältliche Algorithmen und deren technische Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start.

Brainomix · e-STROKE Die umfassendste Lösung für die Schlaganfall-Bildgebung Die Brainomix AI e-Stroke Software ist eine Sammlung von Tools, die hoch­moderne KI-Algorithmen nutzt, um Ärzt:innen eine Echtzeit-Interpretation von Hirnscans zu ermöglichen und dient somit der automatisierten Diagnose-­Unterstützung um Behandlungs- und Verlegungsentscheidungen für den S troke-Patienten zu beschleunigen. Folgenden Softwaretools werden angeboten: e-ASPECTS · e-CTA · e-CTP Optional und bei Bedarf die Möglichkeit, Bildanalysedaten via der Mobile e-STROKE App innerhalb der Klinik oder auch über die Klinikgrenzen hinaus zu verteilen.

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Coreline · AVIEW AVIEW wird weltweit in namhaften Screening-Projekten verwendet und findet auch ab 2021 in der größten deutschen LCS-Studie Verwendung. AView umfasst die Analyse der sogenannten „Big 3“. Lungenrundherde: Volumetrische Analyse; Lung RADS 1.1 / EUPS; Volume Doubling Time; Gewebeanalyse (solide, teilsolide Läsionen, Milchglasherde); Brock Score COPD-Analyse: Automatische Segmentierung (Lunge, Lungenlappen und Atemwege); Quantitative Analyse (Emphysem, Chronische Bronchitis, Pulmonalgefäße, Air-Trapping, Fissurenintegrität); Phänotypisierung & Verlaufskontrolle Calcium Scoring der Koronararterien: CAC- Analyse aus Low Dose CT-Unter­ suchungen; Ohne EKG-Gating; Ohne Kontrastmittel

contextflow · SEARCH Lung CT contextflow SEARCH Lung CT ist eine auf KI-basierende inhaltsbasierte Bildsuchmaschine für 3D-Daten aus der medizinischen Bildgebung. Die Applikation liefert Informationen, die für die Identifikation und Interpretation lungenspezifischer Bildmuster in CT-Scans relevant sind, wie: ◾ Bilder mit ähnlichem Erscheinungsbild aus einer vorhandenen Wissensdatenbank, die retrospektive Fälle enthält ◾ Visualisierungen von Bereichen der Lunge in denen eine pathologische ­Veränderungen vermutet wird ◾ Vorschläge für mögliche lungenspezifische Bildmuster für ausgewählte Bereiche ◾ Referenzinformationen, wie Links zu Literatur, Artikeln oder Leitlinien, Tipps sowie mögliche Differentialdiagnosen

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FUSE-AI · ProstateCarcinoma.ai Seit seiner Gründung 2017 widmet sich FUSE-AI der Entwicklung innovativer ­Algorithmen im Bereich der medizinischen Computer Vision insbesondere für die MRT Bildverarbeitung. FUSE-AI bietet Lösungen zur Erkennung, Segmentierung und Klassifizierung von medizinischen radiologischen Bildern. Dabei setzt das Unternehmen sowohl konventionelle Bildverarbeitung als auch moderne Machine Learning / Deep Learning ­Berechnungen ein. Einer der ersten Anwendungsfälle ist die KI-gestützte Visualisierung bei der Prostata-Magnetresonanztomographie (MRT). ProstateCarcinoma.ai annotiert und segmentiert automatisch die Prostata und die Läsionen wie erfahrene Radiolog:innen. Mit einer sehr hohen Sensi­tivität bei der Genauigkeit der Markierung der Läsionen unterstützt das Produkt die Arbeit des medizinischen Fachpersonals.

GE Healthcare · Edison-Ecosystem Das Edison Ecosystem ist die Intelligenzplattform von GE Healthcare: Eingebettet in bestehende Arbeitsabläufe, wandelt seine breite Palette an Anwendungen den aus allen klinischen Prozessen entstehenden Datenberg mithilfe von Analysen und künstlicher Intelligenz (KI) um, für eine schnellere und bessere Patientenversorgung. ◾ Edison Apps Marktplatz: Online-Store mit einer großen Auswahl von KI-gesteuerten Apps ◾ Edison Developer Tools: 100+ Services, die beim Training, der Erstellung und dem Einsatz von Anwendungen helfen ◾ Edison Accelerator: Programm zur Beschleunigung von Start-ups und zur Zusammenarbeit mit Gesundheitsdienstleistern

ImageBiopsy Lab · MSK Platform Mit den neuen Medizinprodukten von ImageBiopsy Lab im Telepaxx Market Place erstellen Sie schnell und unkompliziert attraktive Auswertungen für Ihre Zuweiser:innen. Die KI-basierten Assistenzsysteme erkennen und vermessen MSK-Fragestellungen vollautomatisch, integrieren standardisierte Befundberichte nahtlos in Ihr RIS & PACS und liefern somit in wenigen Sekunden eine objektive Zusatzbefundung. An über 100 Standorten in Europa und den USA kommt die MSK Platform von ImageBiopsy Lab bereits zum Einsatz. Zur Nutzung schalten wir einfach Ihren vorhandenen Telepaxx Server frei. Alternativ dazu installieren wir die KI-Software bei Ihnen. Patientendaten verlassen in keiner Form Ihre Einrichtung.

Gleamer · BoneView und ChestView BoneView und ChestView sind Medizinprodukte der Klasse IIa, die Radiolog:innen und Klinikpersonal durch den Einsatz von KI-Technologie bei der Erkennung und Lokalisierung von Läsionen unterstützen. Sie fügen sich nahtlos in Arbeitsabläufe ein, dienen als Zweitkontrolle zur Vermeidung von Diagnosefehlern und können zur Priorisierung von Befunden auf Basis von KI-Ergebnissen verwendet werden. Beide Softwarepakete steigern die Produktivität und unterstützen die Befunderhebung bei der Rationalisierung und Standardisierung von Behandlungspfaden. BoneView unterstützt Röntgenaufnahmen der Gliedmaßen, des Beckens, der T/L-WS und des kn. Thorax und kann Frakturen, Ergüsse, Luxationen und fokale Knochenläsionen erkennen. ChestView detektiert u.a. Pneumothorax, Pleuraergüsse, Rundherde, mediastinale Wucherungen, Alveolarsyndrom, Aortenverkalkung, Hiatushernien, Mineralisierungen und Fremdkörper. Beide Algorithmen sind für die Behandlung von Kindern und Erwachsenen zugelassen.

mediaire · mdbrain Die quantitative Neuro-MRT ist von besonderem Mehrwert für die Früherkennung, Differentialdiagnose und Verlaufskontrolle von neurodegenerativen, entzündlichen und neoplastischen Erkrankungen des ZNS. mediaire bietet Radiolog:innen und Neurolog:innen mit mdbrain ein praktikables, wirtschaftliches Neuroradiologie-Paket mit Lösungen von Gehirnvolumetrie über Läsionscharakterisierung bis hin zur Aneurysmadetektion. Die Software wird vollständig in das lokale PACS-System integriert und ermöglicht damit sowohl eine schnelle Reporterstellung innerhalb weniger Minuten als auch einen höchstmöglichen Datenschutz. Patientendaten verlassen in keiner Form die Praxis bzw. Klinik.

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MeVis · Veolity LungCAD Mit dem Medizinprodukt Veolity LungCAD im Telepaxx MarketPlace erkennen Sie Lungenrundherde automatisch in der Health Cloud und erhöhen so Ihre diagnostische Qualität. Die finale Diagnose bleibt dabei Ihnen überlassen. Markieren, vermessen und dokumentieren Sie auffällige Regionen direkt in den DICOM Bildern automatisch – ergänzt durch Volumen, Durchmesser, Dichte und Masse – und beurteilen Sie so Veränderungen pathologischer Strukturen. Dank der datenschutzkonformen Telepaxx Health Cloud nutzen Sie Veolity LungCAD von MeVis überall und jederzeit einfach im Internetbrowser und teilen Ihre Diagnosen mit anderen Ärzt:innen oder auch Patient:innen geschützt online.

Quantib · Prostate Die auf Künstlicher Intelligenz basierende Software Quantib Prostate bietet einen Workflow für die Erkennung und Befundung von Anomalien auf Prostata-MRTs. Die Software bietet eine KI-basierte Volumetrie der Prostata und PSA-Dichteberechnung, präzise Registrierung und Bewegungskorrektur, halbautomatische Segmentierung und Klassifizierung von Läsionskandidaten sowie eine standar­ disierte Befunderstellung, um eine einfache und umfassende Kommunikation der Ergebnisse zu ermöglichen.

Siemens Healthineers · AI-Rad Companion Philips · IntelliSpace AI Workflow Suite Die mit dem EuroMinnie Award 2020 in der Kategorie „Beste neue Radiologie-Software“ ausgezeichnete herstellerneutrale Plattform automatisiert die ­Zuordnung von Bilddaten aller Modalitäten an die passenden KI-Tools. Die Analyse findet im Hintergrund ohne zusätzliche Interaktion statt. Durch die Anbindung an das PACS werden die Ergebnisse gleich bei Beginn der Befundung im Result Board bereitgestellt. Zusätzlich bietet die Lösung Zugang zu einem Marktplatz für KI-Anwendungen von Drittunternehmen und zur ­Forschungsplattform Philips IntelliSpace Discovery, sodass die Anwendenden eigene KI-Algorithmen auf der Grundlage lokaler Daten entwickeln können.

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Der AI-Rad Companion ist eine auf Künstlicher Intelligenz (KI) und Deep Learning (DL) basierende Software für unterschiedlichen Modalitäten in der Radiologie, wie CT, MRI und konventionellen Röntgen. Die zugrundeliegenden Algorithmen wurden in Wissenschaftsteams bei Siemens Healthineers anhand von umfangreichen klinischen Datensätzen trainiert und via der Cloudplattform teamplay zur Verfügung gestellt. Die Software kann für verschiedenen Körperregionen, wie Brustkorb, Gehirn oder Prostata, Strukturen voneinander unterscheiden, einzeln herausstellen und etwaige Auffälligkeiten kennzeichnen und quantifizieren. Durch die Einbindung im normalen Befundungsprozess, soll der AI-Rad Companion Radiologen helfen, die Interpretation von Bildern schneller und präziser durchzuführen sowie die Dokumentation der Befunde zu beschleunigen.


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abhängig von der ­genutzten Viewer Software

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mit Viewer Software

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abhängig von der ­gewählten Applikation

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monthly or annual license

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DICOM, SR, GSPS, HL7

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1 

mdbrain

Veolity LungCAD

Prostate

IntelliSpace AI Workflow Suite

AI-Rad Companion

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 1

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Demo

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DICOM SR Strahlentherapie Plannings System (AI-Rad Companion Organs RT) Ultraschall Fusionsbiopsie (AI-Rad Companion Prostate MR)

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Interaktives Radiolog-E-Learning Anfang Januar 2021 ging mit lernrad.com eine praxisorientierte und interaktive ­Lernplattform online. Das Ziel der drei Gründerinnen mit viel Erfahrung im medizinischen Lehrbetrieb ist, die Teilnehmer*innen ihrer Lehrveranstaltungen aktiv ins Geschehen einzubinden, um durch eine unmittelbare, praktische Anwendung der Lerninhalte, einen anhaltenden Lernerfolg zu gewährleisten.

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Gleichzeitig habe ich damit begonnen, Lehrvideos auf YouTube zu veröffentlichen, die von den Studierenden sehr gut angenommen wurden. Die Neu­ gestaltung der radiologischen Lehre an der Uniklinik Köln führte sogar zu einer Nominierung für den Ars legendi Fakultätenpreis Medizin durch die medizinische Fakultät und die Fachschaft. Doch meiner Meinung nach musste das alles weiter professionalisiert werden. Selbst mit Hilfe von Fördermitteln war es kaum mehr möglich, alles alleine umzusetzen. Gerade wenn man sehr professionelle Inhalte gestalten möchte, ist es schwer, alles aus der Akademie heraus zu erledigen, da oftmals die richtigen Ressourcen fehlen. Irgendwann blieb nur der Weg in ein eigenes Unternehmen.

CHL ASS AU F A LLE KUR SE Guido Gebhardt sprach mit PD Dr. med. Bettina Baeßler, Gründerin und Geschäftsführerin der LernRad GmbH und Oberärztin Radiologie am Universitätsspital Zürich, über die neue Lehr- und Lernplattform. þ  Wie kamen Sie auf die Idee, lernrad.com zu gründen? Schon während meiner Facharztweiterbildung an der Uniklinik Köln begann ich mich für die Lehre zu interessieren, da ich der Meinung war, dass es bessere Wege geben könnte, um Lehrinhalte effektiv zu vermitteln. Damals bekam ich noch als Assistenzärztin schnell freie Hand, um das gesamte Curriculum neu zu organisieren und konnte frühzeitig viel Erfahrung mit interaktiver Lehre sammeln.

þ  Wie haben Sie Ihre Mit-Gründerinnen gefunden? Während sich alles nebenbei weiterentwickelte, wechselte ich erst nach Mannheim und anschließend nach Zürich. Auch dort fand ich mich nach kurzer Zeit im Lehrbetrieb wieder. Als ich Köln verlassen habe, hat meine Kollegin PD Dr.med. Nienke Lynn Hansen meine Rolle als Lehr-Koordinatorin übernommen. Sie führte meine Arbeiten mit sehr großem Engagement fort und wir blieben immer in Kontakt. Als Dr. med. Mareike Franke, die dritte in unserem Bund, als interventionelle Radiologin von Köln nach Stade wechselte, dachte ich mir: Es wäre doch eine gute Idee, unser Know-how zusammenzubringen und etwas richtig Gutes daraus zu entwickeln. Das gipfelte im Zuge der COVID-Pandemie in einer Arbeit für die Deutsche Röntgengesellschaft, denn die DRG hat mit Conrad bekanntlich bereits eine

eigene Lernplattform. Basierend auf den bereits vorhandenen Unirad-Inhalten innerhalb dieser Plattform stellten wir einen eigenen Kurs für die COVIDZeit auf die Beine: CoRad-19. Das Ziel lautete, die Universitäten zu entlasten, indem interaktives Lehrmaterial über die Fachgesellschaft zur Verfügung gestellt wird. Dafür sind meine Mitgründerin PD Dr. Hansen und ich neben weiteren Beteiligten 2020 mit dem Wachsmann Innovationspreis der Deutschen Röntgengesellschaft ausgezeichnet worden. Die Ausarbeitung interaktiver Lehrinhalte „aus dem echten radiologischen Leben“ hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir dieses Projekt unbedingt ausweiten wollten. Dafür haben wir dann überlegt, dass wir eine eigene Lernplattform gründen sollten, bei der man noch flexibler seine Visionen und Ideen umsetzen kann und Inhalte aus dem radiolo­ gischen Alltag in Form einer digitalen Lehre zur Verfügung stellen könnte. Von diesem Konzept waren meine beiden Co-Gründerinnen Nienke Lynn Hansen und Mareike Franke sofort überzeugt. Da haben wir gesagt: Wir machen das. Und seit Januar gibt es uns jetzt tatsächlich. þ  Wie positionieren Sie sich gegenüber Conrad von der DRG? Unser Angebot folgt unserem eigenen didaktischen Konzept und wir verstehen und als komplementär zum Angebot der DRG, weshalb wir sehr eng mit der DRG zusammenarbeiten. Wir sind alle drei sehr tief in der DRG verwurzelt und verstehen unser Angebot als Ergänzung zur Conrad-Plattform. Mit der Lernrad-Plattform entwickeln wir aktuell Inhalte komplementär zu

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Den Gründerinnen von lernrad.com ist die ­Interaktion mit den Studierenden sehr wichtig. PD Dr. med. Bettina Baeßler, Dr. med. Mareike Franke und PD Dr. med. Nienke Lynn Hansen (v. l. n. r.) haben ein Lernkonzept entwickelt, bei dem die aktive Einbindung der Nutzer:innen im Vordergrund steht.

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Conrad und Unirad, sodass sich die Angebote ergänzen und einen zusätzlichen Nutzen bilden. Wir beobachten genau, dass wir möglichst keine Überschneidungen zu den anderen Angeboten liefern. Das betrifft nicht nur die Ausbildung, sondern auch die Weiterbildung. Für unsere Hauptzielgruppe, die Radiologie, gibt es im deutschsprachigen Raum im Gegensatz zum Beispiel zum angloamerikanischen Raum bisher einfach noch zu wenige Inhalte. Unter guter digitaler Lehre verstehen wir bei Lernrad dabei vor allem interaktive digitale Lerninhalte. Unser didaktisches Konzept beruht auf mehreren Säulen. Zum einen über die Interaktion mit dem Fall, das heißt wir stellen den Nutzer:innen Lernfälle in Form von DICOM-Bildern zur Verfügung, die es ermöglichen, ganz praxisnah mit dem gesamten Bilddatensatz zu arbeiten, ganz so als würde einem der Fall in der täglichen Routine begegnen. Zum anderen verfügen wir über sehr viele interaktive Quiz-Formate: angefangen mit „klick doch mal auf den pathologischen Befund im Bild“ bis hin zu Memory-Games. Inzwischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, möglichst viele Sinne anzusprechen. Im

Gegensatz zum Frontalvortrag erhöht die aktive Beschäftigung mit dem Material den Lerneffekt. Und das Beste: jeder Fall endet mit einem Auflösungs­video, in dem Pathologie und Nebendiagnosen erläutert werden, ganz so wie eine erfahrene Oberärztin den Fall erklären würde, immer im Sinne eines geduldigen „guide on the side“. Dieses multimodale Konzept ist das Kernelement aller Kurse von Lernrad und hebt uns von allen anderen Anbietern ab! þ  An welche Zielgruppe richten Sie sich mit Lernrad? Was die Zielgruppe angeht setzen wir auf mehrere Standbeine. Angefangen haben wir mit den Studierenden, da hatten wir die größte Erfahrung. Die ersten drei von insgesamt vier „Basics“-Kursen sind inzwischen online. Das Angebot richtet sich an Studierende aber auch Assistenzärzt:innen, die gerade am Arbeitsplatz anfangen und eine gewisse Grundahnung haben wollen. Generell sind die Kurse aber nicht nur für Radiolog:innen sondern für alle Assistenzärzt:innen unterschiedlicher Fachrichtungen geeignet, die im Nachtdienst


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Die Kurse von lernrad.com richten sich zunächst an Studierende und Weiterbildungsassistent:innen und möglicherweise bald auch an MTRAs.

auch mal ein Bild angucken müssen oder mit den Radiolog:innen auf Augenhöhe kommunizieren wollen. Die nächsten Kurse, die wir planen, richten sich dann tatsächlich an Weiterbildungsassistent:innen. Dabei möchten wir uns am gesamten Weiterbildungs-Curriculum der European Society of Radiology (ESR) und bald auch an dem der DRG orientieren und so Assistenzärzt:innen bei der Vorbereitung auf die Facharztprüfung ein möglichst optimales Angebot machen. þ  Was ist das besondere an Ihrem Angebot? Die Idee hinter Lernrad ist, dass wir von einer dozierenden-zentrierten Lehre weg wollen, hin zu einer lernenden-zentrierten Lehre. Wir bieten das, was sich zahlreiche Lernende wünschen. Gleichzeitig sind wir immer offen, flexibel und agil genug, um beispielsweise Beta­ tester:innen einzubinden, die kostenlos an unseren Kursen teilnehmen und ihr Feedback geben möchten. Derzeit sind wir noch sehr Radiologie orientiert. Doch unsere Plattform eignet sich natürlich auch für alle ande-

ren Fachrichtungen. Da sind wir vollkommen offen für Kooperationen und werden in allen Bereichen, die wir nicht selbst abdecken können, Dozent:innen suchen, mit denen wir auf einer transparenten Honorarbasis zusammenarbeiten möchten. þ  Was sind die nächsten Schritte von Lernrad? Auf alle Fälle wird die Technik ein wesentlicher Bestandteil von Lernrad werden, denn damit habe ich – wie eingangs erwähnt – auf YouTube angefangen. Tatsächlich hatten wir am Anfang in unserem Konzept die Technischen Grundlagen für die Facharztprüfung als wichtigen Punkt identifiziert. Das nächste halbe Jahr werde ich daher gemeinsam mit einer externen Dozentin, die sich im Strahlenschutz sehr gut auskennt, und mehreren Medizinphysik-Expert:innen einen Technikkurs für die Facharztprüfung entwickeln. Die praxisrelevante Aufarbeitung technischer Inhalte liegt uns dabei besonders am Herzen, denn wir haben bei unserer eigenen Prüfungsvorbereitung schon gedacht, dass sich diese eher trockenen Inhalte doch auch

unterhaltsam und anschaulich vermitteln ­ließen. Auch Künstliche Intelligenz (KI) ist zum Beispiel ein Thema, das wir aus edukativer Sicht gerne auf unsere Plattform holen würden, denn digitale Kompetenzen werden zukünftig auch im Curriculum eine wichtige Rolle spielen. Durch die verschiedenen Themenschwerpunkte und Kompetenzen, die wir drei Gründerinnen mitbringen – Frau Hansen ist Spezialistin für die Prostatabildgebung und bildet sich gerade in Muskuloskelettaler Bildgebung fort, Frau Franke ist als Interventionelle Radiologie in der DeGIR sehr engagiert und kennt sich in der Notfalldiagnostik gut aus und mein Schwerpunkt ist die Kardiovaskuläre Bildgebung – und unserer Erfahrungen in der Lehre sind wir davon überzeugt, dass wir diese Inhalte ähnlich wie die Grundlagenthemen unterhaltsam und interaktiv – quasi wie im echten Leben – an die ­Nutzer:innen der Plattform vermitteln können. Zudem freuen wir uns immer über gleichgesinnte Mitstreiter:innen, die die thematische Breite unserer Angebote natürlich noch erweitern. Dabei sind wir insbesondere auch an der Zusammenarbeit mit externen Dozent:innen interessiert, die ihre spezialisierte fachliche Expertise in Kursen auf unserer Plattform einbringen möchten. Wir möchten nicht nur exzellente Didaktik bieten, sondern auch ein Fallspektrum, was über das des jeweiligen Klinik- oder Praxis-Standorts der Nutzer:innen hinausgeht, um ein Paket zu schnüren, das ideal auf die Bedürfnisse unserer Teilnehmer:­innen zugeschnitten ist.

  www.lernrad.com

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Virtuelle Informationsveranstaltung

Offene KI-Plattformen Zukunft Teleradiologie

ist eine neue Veranstaltungs-Plattform für alle, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) in der Teleradiologie beschäftigen. Initiatoren sind die Deutsche Gesellschaft für Teleradiologie, Reif und Möller – Netzwerk für Teleradiologie, die Nexus/ Chili GmbH und die Fachagentur FuP Kommunikation. Kompetenzpartner sind die Firmen Eizo und Fuse AI.

Pressekontakt:

Detlef Hans Franke FuP Kommunikations-Management GmbH Am Dachsberg 198 · 60435 Frankfurt am Main tel 0 69 / 95 43 16-0 · fax 0 69 / 95 43 16-0 detlef.franke@fup-kommunikation.de www.fup-kommunikation.de

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Künstliche Intelligenz bietet viele Chancen für die bildgebende Diagnostik. Die lernfähigen Algorithmen können autonom Aufnahmen analysieren und den Radiolog:innen zeitintensive Aufgaben abnehmen. Mithilfe von offenen KIPlattformen lässt sich die Software in die bestehenden Arbeitsprozesse der Kliniken und Krankenhäuser integrieren und mit Produkten unterschiedlicher Hersteller verknüpfen. Bei der virtuellen Veranstaltung „Offene KI-Plattformen – Stand der Entwicklung und Nutzungsmöglichkeiten für die Teleradiologie“ am Donnerstag, 2. September 2021, 15.00 bis 17.00 Uhr, stellen verschiedene Hersteller ihre Software-Konzepte vor und diskutieren mit den Teilnehmern über deren Anwendungsmöglichkeiten. Kostenfreie Anmeldung unter Angabe des Namens, des Unternehmens und der Position über https://zukunft-teleradiologie.de/veranstaltung/ki-plattformen/ Den Einstiegsvortrag hält Prof. Dr. Michael Forsting, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie sowie Medizinischer Leiter der IT im Universitätsklinikum Essen. Andreas Böhmcker, VP Europe bei Aidoc, stellt die multifunktionale KI-Plattform des israelischen und in den USA marktführenden Unternehmens vor. Gregory Awenden, Sales Manager Europe bei Philips, präsentiert

die Plattform IntelliSpace AI Workflow Suite, die Bilddaten an passende KI-Tools automatisch zuordnen und Ergebnisse aufbereiten kann. Dr. Hans Meine, Wissenschaftler bei Fraunhofer Mevis, erklärt das neue Projekt des Instituts: eine kollaborative KI-Plattform, die wesentliche Programmier-Werkzeuge vereint und die Zusammenarbeit zwischen Medizinern und Programmierern ermöglicht. Dr. Franz Pfister, CEO und Mitgründer des MedTech-Start-ups deepc, zeigt mit dem Betriebssystem deepcOS eine neuartige KI-Plattform, auf der CE-gekennzeichnete KI-Lösungen weltweit führender Partner für eine schnellere und effizientere radiologische Diagnostik für Kliniken und Praxen verfügbar sind. Dr. Torsten Möller, Vorstand der diagnostic-network AG in Dillingen und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Teleradiologie und Dr. Uwe Engelmann, Geschäftsführer der Nexus / Chili GmbH informieren über ihre Erfahrungen mit offenen KI-Plattformen und geben eine Einschätzung über die bisherige Entwicklung. Detlef Hans Franke, Geschäftsführer der FuP Kommunika­tions-Management GmbH, moderiert die virtuelle Veranstaltung.

  zukunft-teleradiologie.de


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Verbesserte Bildqualität durch KI-Anwendungen für CT und MR Die Zukunft der klassischen Bildrekonstruktion: AIR™ Recon DL für MRT und TrueFidelity™ für CT, die innovativen Rekonstruktionstechnologien von GE Healthcare, basieren auf Deep Learning und heben die Möglichkeiten der Bildrekonstruktion auf ein völlig neues Level. Das Ergebnis: Klinische Exzellenz ohne konventionelle Kompromisse.

AIR™ Recon DL hebt die Bildqualität von MRT-Scans auf ein neues Level Der auf Deep Learning basierende Rekonstruktionsalgorithmus AIR™ Recon DL ermöglicht eine bessere Bildqualität bei kürzeren Scanzeiten.* Der Algorithmus wurde mittels Deep Learning darauf trainiert, Bildrauschen und Ringartefakte direkt in den Rohdaten (im k-Raum) zu erkennen und zu entfernen. Das fertig rekonstruierte MRT-Bild wird nicht verändert oder angepasst, so wird sichergestellt, dass die Anatomie originalgetreu abgebildet wird und einzelne Strukturen oder Pathologien besser dargestellt werden. Das Ergebnis sind klare und detailgetreue TrueFidelity™ MRAufnahmen bei kürzeren Scanzeiten.

In der radiomed, Gemeinschaftspraxis für Radiologie und Nuklearmedizin, in Wiesbaden ist AIR™ Recon DL seit November in die tägliche Routine integriert: „Bei Sequenzen, bei denen bisher ein Signalmangel bestand, wird das Signal-Rausch-Verhältnis erhöht. Ich kann eine hohe räumliche Auflösung erzielen und gleichzeitig eine hohe zeitliche Auflösung bewahren, ohne Abstriche beim Signal-Rausch-Verhältnis machen zu müssen.“ Dr. Christopher Ahlers, Facharzt für Radiologie, radiomed Wiesbaden

Dies ist gerade wichtig mit Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen in der Radiologie, wie EBM-Reform oder auch zusätzliche Hygienemaßnahmen im Rahmen von COVID-19. Um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können, müssen mehr Untersuchungen durchgeführt werden. Deep Learning basierte Bildrekonstruktion ermöglicht dies, ohne Kompromisse bei der Bildqualität.

Vorteile der Deep-Learning-Bildrekonstruktion durch TrueFidelity™ TrueFidelity™ basiert auf Deep Learning und rechnet das Rauschen, welches bei niedriger Dosis entsteht nahezu vollständig heraus. Die Besonderheit dabei ist: keinerlei Bildinformation geht verloren, die Textur bleibt scharf und klar abgrenzbar – der Bildeindruck ist vergleichbar mit Hochdosis-Akquisitionen die mit FBP rekonstruiert wurden. TrueFidelity ist voll kompatibel auch mit Spezial-Diagnostik wie zum Beispiel Kardio-CT und Spektralbildgebung.

„TrueFidelity bedeutet für uns eine neue Ära in der Bildgebung, denn mit der Einführung von KI sind wir heute in der Lage, die höchstmögliche Bildqualität mit der geringstmöglichen Dosis zu erzeugen. Auch bei Patienten mit hohem BMI können wir nun die in der Schweiz sowie in Europa geltenden DRLs einhalten, ohne Beeinträchtigung in der Bildqualität.” Dr. Hugues Brat, Chief Medical Officer, Group 3R, Vevey/CH

TrueFidelity-Bilder setzen einen neuen Maßstab für die CT-Bildqualität: •

Bemerkenswerte Bildschärfe – keinerlei Kompromisse im Hinblick auf eine ungewöhnliche Rauschtextur

Kontrastdarstellung bleibt erhalten, Rauschen und Artefakte werden minimiert, und die Konturen bleiben erkennbar

Insbesondere verbesserte Niedrigkontrastauflösung

GE Healthcare trainiert seine Rekonstruktions-Engine mit einem Verzeichnis von Tausenden von FBP-Bildern (Filtered Back Projection, gefilterte Rückprojektion) *Im Vergleich zu herkömmlichen Technologien. © 2021 General Electric Company – Alle Rechte vorbehalten. GE, das GE Monogramm, AIR und TrueFidelity sind Marken der General Electric Company.

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Kontrastmittel-Injektor CT-D Vision der MEDTRON AG

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Autorin: Dorina Petersen

Venöse Zugänge in der Computer­tomographie MTRAs, die am Computertomographen arbeiten, kennen diese Probleme. Patient:innen kommen nach einer Tumorerkrankung zum x-ten Mal zur Kontrolle, um zu schauen, ob ein Rezidiv entstanden ist, ob es Metastasen gibt oder ob die Therapie angeschlagen hat. Diese Patient:innen haben aufgrund unzähliger Blutentnahmen oder intravenöser, zytostatischer Medikationen nicht selten sehr schlechte Venen. Gerade Zytostatika haben einen unerwünschten Einfluss auf die Gefäßwände der Venen. Entzündungen, Sklerosierungen, Kalibereinengungen oder thrombotische Verschlüsse machen es vor allem in der Peripherie schwer, eine ­Verweilkanüle sicher zu platzieren. Es werden Medikamente verwendet, welche nicht nur Tumor-, sondern auch gesunde Zellen angreifen. Sie wirken auf alle Zellen mit hohen Teilungsraten, was bei den meisten Tumorzellen der Fall ist, aber auch bei Haar-, Blut-, Haut-, und Darmschleimhäuten. Die Patient:innen sind gebeutelt von der Erkrankung selbst und fürchten sich teilweise schon vor der Untersuchung, da bereits etliche Male versucht wurde, einen passenden Zugang zu legen.

Wer darf diese venösen Zugänge legen? Im Alltag kommen Patient:innen – ambulant eigentlich nie – stationär häu­ figer – ohne passende Verweilkanüle zur Untersuchung. Das Assistenzpersonal hat meistens sehr viel Erfahrung und ist geübt mit dem Legen von Zugängen, weshalb diese Situation normalerweise recht schnell geklärt ist. Doch wer darf das eigentlich und unter welchen Voraussetzungen? Arbeitgeber:innen besitzen das Recht, Arbeitnehmer:innen im Rahmen ihres Ar­beitsverhältnisses, Tätigkeiten zuzuweisen, die sie für wichtig halten, die aber gegebenenfalls nichts mit deren Grundausbildung zu tun haben. Auch dürfen sie über Ort, Umfang, Art und Zeitpunkt der Dienstleistung bestimmen, solange es

vertraglich in irgendeiner Art und Weise festgelegt oder schriftlich dokumentiert wurde. Zu diesem Weisungsrecht gehört auch die Übertragung ärztlicher Aufgaben auf nichtärztliches, ausreichend qualifiziertes Personal. Man nennt es auch Delegation. Ohne die Übernahme bestimmter ärztlicher Aufgaben von nichtärztlichem Personal, wäre die Arbeit, wie sie heute in Kliniken und Praxen geleistet wird, wohl nicht mehr umzusetzen. Unzulässig wird diese Art der Aufgabenübertragung immer dann, wenn das Wohl der Patient:innen gefährdet wird. Jegliche Delegationspflicht sollte schriftlich dokumentiert und sowohl von Ärzt:innen als auch vom Assistenzpersonal unterschrieben sein (§ 10 Abs. 1 Musterberufsordnung für die deutschen Ärzt:innen).

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Um einen biphasischen Kontrast der Leber, des Pankreas, der Nieren oder aber die Gefäße darzustellen, benötigt man einen gut liegenden Zugang in der Ellenbeuge.

Man darf diese Aufgaben auch verweigern, wenn man sich fachlich nicht oder nicht ausreichend qualifiziert fühlt. Die tätig werdende MTRA trägt immer die Verantwortung für die technisch richtige Durchführung angeordneter Maßnahmen und kann bei fehlerhaftem Handeln zivilrechtlich, arbeitsrechtlich und/oder strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Ärzt:innen tragen in der Regel die Gesamtverantwortung. Es ist also empfehlenswert, das Können des Assistenzpersonals zu überprüfen und gegebenenfalls regelmäßig zu schulen, da es immer eine Mitverantwortlichkeit gibt. Grenzen, in welchem Umfang Injektionen und Infusionen auf das Assistenzpersonal übertragen werden können, gibt es leider nicht. Es scheint aber sicher, dass diese Tätigkeiten erlernt und beherrscht werden müssen, um

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intravenöse Injektionen und das Legen von Verweilkanülen durchzuführen. Verfügt die MTRA durch Weiter- und Ausbildungen über notwendige Kenntnisse und Fertigkeiten zur Durchführung dieser Tätigkeiten, wird eine besondere Patient:innengefährdung unwahrscheinlich. So einen Befähigungsnachweis kann man in Form eines Spritzenscheins erwerben. Dieser wird üblicherweise als Bestätigung für das Können im Umgang mit Injektionen und Infusionen angesehen, sodass es Ärzt:innen leichter fällt, diese Tätigkeiten an nichtärztliches Personal zu delegieren. Es befreit sie aber nicht von der Pflicht, diese Eignung auch zu überprüfen. Denn der Nachweis bedeutet nicht, dass das nichtärztliche Personal die Tätigkeit auch wirklich beherrscht. Es kann also nicht als Druckmittel verwendet werden, jemanden zu zwingen, Verweilkanülen selbst zu legen. Schon gar nicht mit dem Argument: „Das machen hier schließlich alle!“ Mit dem Anschluss des Hochdruckinjektors an eine Verweilkanüle verhält es sich rechtlich ähnlich. Ohne Anwesenheit einer Ärztin oder

eines Arztes bewegt man sich auf sehr dünnem Eis. Um einen biphasischen Kontrast der Leber, des Pankreas, der Nieren oder aber die Gefäße darzustellen, brauchen wir einen gut liegenden Zugang. Optimalerweise mindestens 20 Gauge. Wir benötigen, je nach Patient:innen­ gewicht, eine Flussrate zwischen 3 bis 5 ml /s – also mindestens eine rosa Verweilkanüle, bestenfalls in der Ellenbeuge, sicher in der Kubitalvene liegend. Der Parenchymkontrast ist entscheidend, um beispielsweise lebereigene Raumforderungen und Metastasen, aber auch benigne und maligne raumfordernde Prozesse zu differenzieren. Je nachdem, welche Jodkonzentration im Institut verwendet wird und was genau man darstellen möchte, muss die Menge des Kontrastmittels berechnet und angepasst werden. Um einen optimalen ­Parenchym- oder Gefäßkontrast, bezogen auf die angewendete Jodkonzentration, das Gewicht und die gesundheitliche Konstitution der Patient:innen zu erreichen, macht es Sinn, gewichtsadaptierte Kontrastmittelprotokolle zu verwenden.


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Ziel muss es sein, eine bestimmte Menge Jod in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht in kurzer Zeit in den Körper einzubringen. Bei einem kreislaufgesunden Menschen sollte die Kontrastmitteleinlaufzeit für die arterielle Phase in etwa 30 bis 33 Sekunden betragen. Das bedeutet als Beispiel: Bei Patient:innen mit einem Gewicht von 70 kg führt ein 3er-Flow bei einer Jodkon­ zentration von 300 mg / kg Körpergewicht zu einer Jodeinbringrate (IDR) von 900 mg / s. Verwendet man ein 400er KM und einen 3er-Flow, führt das in derselben Einlaufzeit zu einer IDR von 1200 mg / s und einem sichtbar besseren Kontrast. Gehen wir also von einer hohen Jodeinbringrate aus, benötigen wir dementsprechend hohe Flussraten (Tabelle 1). Es gilt folgende Formel: Jodkonzentration × Flow = Jodeinbringrate (mg / s)

Schlussfolgernd bedeutet das: bei niedriger Jodkonzentration des Kontrastmittels (mit zusätzlicher Beachtung des Patient:innengewichts) benötigt man für einen optimalen Kontrast sehr große Volumina mit hohen Flussraten (Tabelle 2.). Auch das kann mittels einer einfachen Formel berechnet werden, wenn wir uns an 360 bis 400 Milligramm Jod pro Kilogramm orientieren. Als Beispiel: Gewicht (kg) × 360mg / Jod pro kg = Kontrastmittelvolumen (ml) Jodkonzentration

In der Theorie ist das relativ einfach zu erklären. Im Alltag haben wir häufig das Problem, dass die vorhandenen, peripher venösen Zugänge für solche Protokolle nicht angewendet werden können oder dürfen.

IDR – Jodeinbringrate mg/s Flussrate ml/s

300er KM

350er KM

400er KM

1,0

300

350

400

3,0

900

1.050

1.200

5,0

1.500

1.750

2.000

6,0

1.800

2.100

2.400

Tabelle 1: Übersicht der Jodeinbringrate bezogen auf Flow und Jodkonzentration 360 – 400 mg Jod/kg Körpergewicht Gewicht (kg)

300er KM

350er KM

400er KM

 50

60

51

45

 80

96

82

72

100

120

103

90

120

144

123

108

Tabelle 2: Gewichtsadaptierte Kontrastmittelgabe für einen optimalen Leberparenchymkontrast

Quelle: www.Alex-Riemer.de

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender, Aspekt ist die Wärme des Kontrastmittels. Kontrastmittel weisen bei einer Raumtemperatur von 20 Grad eine deutlich höhere Viskosität auf als bei einer Körpertemperatur von 37 Grad. In Bezug auf das Hagen-Poiseuille-Gesetz geht mit einer höheren Viskosität eine geringere Flussrate einher, sodass die Verwendung von vorgewärmtem Kontrastmittel, bezogen auf Verweilkanülen und Hochdruckinjektoren, eher von Vorteil ist: Mit Verwendung steigender Jodkonzentrationen, nimmt die Viskosität zu. Ist es unmöglich, eine sicher liegende Verweilkanüle zu platzieren, die ein solches Volumen mit einem so hohen Flow standhält, muss man auf die vorhandenen Gegebenheiten und Alternativen zurückgreifen. Der Port, den einige Patient:innen haben, ist „heilig“, was man sehr gut ­verstehen kann. Er bietet einen sicheren Zugang für die lebensnot­wenige und

häufig noch parallel laufende Chemotherapie, aber auch für Analgetika, Antibiotika, parenterale Ernährung und Flüssigkeiten. Steht der Port nicht mehr zur Verfügung, muss unter Umständen eine Operation durchgeführt werden, um einen neuen zu legen. Andernfalls verzögert sich die Therapie, was schwere Folgen nach sich ziehen kann. Portsysteme bringen ein hohes Infektionsrisiko mit sich. Kommt es zu sichtbaren Rötungen, Schwellungen und / oder Infektionen, ist ein anderer Zugang zu wählen. Die Verwendung und Handhabung sollte regelmäßig geübt werden. Spezielle Portnadeln, die sich nach der Körperkonstitution der Patient:innen richten und Längen zwischen 10 und 40 mm aufweisen, sind unter sterilen Bedingungen zu verwenden, um die empfindliche Membran nicht zu zerstören und den Port unbrauchbar zu machen. Adipöse Patient:innen benötigen häufiger längere Nadeln. Verwendet

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Peripher inserierte zentralvenöse Katheter (PICC) werden in eine Oberarmvene eingeführt, bis die Spitze dieser Katheter auf Höhe des cavo-atrialen Übergangs zum Liegen kommt.

man bei schlanken Patient:innen zu lange Portnadeln, kann selbst bei richtiger Handhabung und korrektem Anstechen der Port beschädigt werden. Lässt sich nach Anstechen des Portsystems kein Blut aspirieren, muss die Nadel­ position korrigiert oder die Ursache dafür geklärt werden. Ohne Aspiration darf man keinen Hochdruckinjektor an den Port anschließen. Bei einem normalen Portsystem müssen geringe Flussraten mit einem zusätzlich reduzierten Drucklimit am Kontrastmittelinjektor verwendet werden, um eine Dislokation und / oder ein Paravasat zu vermeiden. Experimentelle und klinische Erfahrungen mit Kontrastmittelinjektoren über Portsystemen zeigten, dass bei Einhaltung der Druckgrenzen eine KMGabe mittels Hochdruckinjektor über konventionelle Portsysteme sicher möglich ist. Flussraten von 1 ml / s bei langen Kathetersystemen (60 cm) und einem Flow von 2 ml / s bei kürzeren Kathetersystemen (30 cm), gelingen komplikationslos. (Quelle: Carlson et al.) Die Druckgrenzen, die vom Hersteller festgesetzt wurden, sollten bei einem niedrigen Flow keine Probleme bereiten.

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Die größere Sorge bereiten eine mögliche Katheterruptur durch den Hochdruckinjektor und der herabgesetzte Kontrast, vor allem bei arteriellen Untersuchungen. Bei einem normalen Portsystem sollte man eine Flussrate von 1,5 bis 2 ml / s und ein unbedingtes Drucklimit von 150 psi /10 bar nicht überschreiten. Ein ausreichender Kontrast ist unter diesen Bedingungen vor allem bei korpulenten Patient:innen nicht oder nur schwer erreichbar. Derartige Situationen müssen mit den Zuweiser:innen und Radiolog:innen im Vorfeld besprochen werden, um Missverständnisse zu verhindern. Besitzen Patient:innen ein Power-Portsystem, ist eine Injektion mit einem Flow von 3 bis 5 ml /s möglich – vergleichbar mit einer gut liegenden Verweilkanüle in der Kubitalvene. Hierbei kann ein ausreichend guter Parenchymkontrast erreicht werden. Zu beachten ist dennoch das vom Hersteller ausgewiesene Drucklimit. Bei der Punktion dieser Systeme ist unbedingt Sorge zu tragen, dass man Hochdrucknadeln verwendet, da die Standard-Portnadeln dem erhöhten Druck des Injektors nicht standhalten.

Empfehlenswert ist es, in der Patientenakte oder im System zu dokumentieren, dass Patient:innen ein solches System besitzen, um auch Verlaufskontrollen problemlos durchzuführen. Im Röntgenbild sind diese Systeme erkennbar an den Buchstaben CT auf dem Port (siehe Abbildung Seite 91 rechts unten). Der Port ist dennoch derzeit der sicherste und beste Langzeit-ZVK. Die Verwendung von ZVK-Systemen für Kontrastmittel-Hochdruckinjektoren wird weder vom Hersteller der Hochdruckinjektoren noch von den Herstellern der Katheter empfohlen und ist von daher noch als Off-Label-Use zu betrachten. Aufgrund der fehlenden Zulassung und der rechtlichen Grundlage kann eine generelle Kontrastmittelgabe über einen ZVK auch bei geringer Komplikationsrate nicht empfohlen werden. Die meisten Hersteller geben für ihre Systeme Druckgrenzen an, um hochdruckinjektionsbedingte Schäden, wie Extravaste an den Gefäßen, oder Schäden direkt am ZVK-System zu vermeiden. Die Druckangaben beziehen sich meist auf die Konnektionsstellen zwischen Patientenschlauch und Kathetersystem. Zwischenfälle und Komplikationen in


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Form von Dislokation und Paravasation treten selten auf. Bei Einhaltung des Drucklimits ist das Risiko als eher gering zu betrachten. Je länger der Katheter ist, desto höher ist der Reibungswiderstand. Gleiches gilt für den Radius oder auch Innendurchmesser. ZVK haben in Abhängigkeit vom Hagen-Poiseuille-Gesetz eine geringere Druchflussrate als peripher-venöse Zugänge. Ab einer Katheterlänge von 20 cm zum Beispiel und einem Lumen von 16 Gauge, liegt die Durchflussrate bei gerade einmal 40 ml / min. Bei einer Verweilkanüle mit demselben Durchmesser (16 Gauge – Orange) sind es aufgrund der Kürze der Kanüle 200 ml /min. Adipöse Patient:innen brauchen nicht selten längere ZVK-Systeme als beispielsweise kachektische, schlanke Patient:innen oder gar Kinder. Gerade bei Patient:innen, die eigentlich viel Volumen mit einem hohen Flow benötigen, ist bei Nichteinhaltung der Druckgrenze Vorsicht geboten. Das ist auch der Grund, weshalb bei adipösen Patient:innen mit längerem Katheter der Druckalarm häufiger ertönt als bei Schlanken. Einige Hersteller kennzeichnen die Schenkel mit Flow- und Druckgrenzen (siehe Abbildung oben rechts). Das Problem bei einem zentralen Venenkatether ist nicht zwangsläufig der Flow oder der Druck bei Verwendung vorgeschriebener Flussraten. ­Gängige zentrale Venenkathetersysteme ermöglichen ohne Probleme Flussraten von 100 bis 150 ml /min. Es gibt Hersteller, die bereits ZVK ­Systeme anbieten, bei denen auch Flussraten von 10 ml /s mit einem Druck von 300 psi verwendet werden können. Aber gerade bei intensivmedizinisch

Zentraler Venenkatheter mit Kennzeichnung von Druck-, und Flowlimit

behandelten Patient:innen stellt sich der ZVK meist als einziger Zugang dar, denn sie haben in bestimmten Situatio­ nen einen hohen Bedarf an mehreren lebensnotwendigen Medikamenten, die nicht selten zeitlich über ein Drei-WegeHahn-System einlaufen. Dahinter steckt ein durchdachtes System. Einige Medikamente dürfen nicht über den gleichen Schenkel einlaufen, weil sie miteinander reagieren und ausflocken können. Eine solche Reaktion kann zu schweren gesundheitlichen Folgen führen. Ganz abgesehen von der nicht kalkulierbaren Abschwächung deren Wirkung und einer möglichen Embolie kleinerer Gefäße durch die Partikel, welche durch das Ausflocken entstehen können. Daher ist es sehr wichtig, dass man als MTRA für die Kontrastmittelgabe niemals einfach nur irgendeinen scheinbar

Gewichtsadaptierte Kontrastmit­ telprotokolle sorgen dafür, eine bestimmte Menge Jod in kur­ zer Zeit in den Körper einzubringen.

Bild: © Cook Medical

freien Schenkel verwendet, sondern sich mit dem behandelnden Team abspricht. Im Idealfall ist der distale Schenkel (16 Gauge) frei. Die einzelnen Lumina verlaufen im Katheter isoliert und kommen nicht zusammen. Dadurch wird die Gefahr der Medikamenten-Inkompati­ bilität reduziert. Vor dem Anschluss des Hochdruckinjektors ist Rücksprache zu halten, ob der Schenkel frei ist. Angeschlossene Infusionen oder Perfusoren über DreiWege-Hähne, sollten an diesem Schenkel, für die Dauer der Verwendung im CT


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Peripher inserierte zentralvenöse Katheter (PICC) werden in eine Oberarmvene eingeführt, bis die Spitze dieser Katheter auf Höhe des cavo-atrialen Übergangs zum Liegen kommt.

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unterbrochen werden. Wenn man Kontrastmittel über den ZVK verabreichen möchte, ist der distale Schenkel – der direkte Schenkel mit Ausgang an der Katheterspitze – zu verwenden. Die Spitze des ZVK liegt häufig bereits dicht am rechten Vorhof direkt in der Vena Cava. Dies kann bereits bei Lageveränderungen der Patient:innen, beziehungsweise wenn Patient:innen während der Anlage intubiert oder beatmet waren und nun extubiert sind, zu Komplikationen führen. Herzrhythmusstörungen können auftreten, wenn mittels Hochdruckinjektor zusätzlich ein großes Volumen innerhalb von Sekunden injiziert wird. Auch die Bewegung der Katheterspitze durch die Injektion bei hohen Flussraten oder Nicht-Verwendung des distalen Schenkels kann mit zunehmendem Druck verstärkende Auswirkungen haben.

Patient:innen verspüren bei rascher Injektion nicht selten ein komisches Gefühl, wie einen dumpfen Druck in der Brust, Schwindel oder leichte Übelkeit, verursacht durch das gesteigerte Herzvolumen und die veränderten Druckverhältnissen im Gefäßsystem. Dasselbe gilt für rasche Blutentnahmen. Der ZVK ist vor Anschluss auf Durchgängigkeit zu prüfen. Ein Abknicken, welches beim Überlagern passieren kann oder ein Einklemmen in Hautfalten könnte zu Komplikationen führen. Um eine Embolie zu verhindern, sollte das Anspritzen per Hand und nicht mittels Injektors erfolgen – vor allem, wenn der Schenkel durch die Station nicht verwendet wird. Ein Schenkel, auf dem sich keine Verschlusskappe befindet, darf wegen der Gefahr einer Luftembolie und Kontamination mit Krankheitserregern nicht verwendet werden. Händedesinfektion und die Verwendung von Handschuhen bei der Manipulation des ZVK-Systems sind selbstverständlich. Jede Konnektionsstelle ist vor Anschluss eines Patientenschlauches mit Sprühdesinfektionsmittel zu benetzen. Sichtbare Rötungen, Schwellungen, Reizungen oder Beschädigungen am ZVK-System sind zu melden, um gegebenenfalls auf einen peripheren Zugang zurückzugreifen. Einem Druck- oder Luftalarm nach Anschluss des Injektors ist unverzüglich nachzugehen. Sollte es erforderlich sein, hohe Flussraten > 3 ml /s zu verwenden, ist es besser, darüber nachzudenken, einen neuen peripheren Zugang (18 Gauge) in die Kubitalvene zu legen. Jede MTRA sollte sich vor Benutzung eines ZVK-Systems mit hohen Flussra-


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ten bei der Radiologin oder beim Radiologen absichern, da es schlichtweg nicht erlaubt ist und im Falle einer Komplikation rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Pädiatrische Patient:innen stellen uns vor eine andere Herausforderung. Bei Kindern scheint es sinnvoll, den vorhandenen liegenden ZVK zu verwenden, um zusätzliches Anlegen peripherer Zugänge zu vermeiden. Zudem sind zentrale Venenkatheter bei Kindern meist kürzer und die Druckproblematik ist gering. Gleichzeitig weisen sie aber auch ein geringeres Lumen auf. Da der Radius des Katheters maßgeblich den größten Effekt auf den Katheterinnendruck ausübt, müssten bei Kindern Flussraten unter 1 ml /s verwendet werden, um die vom Hersteller festgesetzten Druckgrenzwerte nicht zu überschreiten. Bei so niedrigen Flussraten ist eine adäquate parenchyme Kontrastierung kaum noch möglich. Eine Ausnahme stellen sehr kleine, leichte Kinder dar. Bei Kindern ist bei der Verwendung eines ZVK-Systems unbedingt Rücksprache mit den behandelnden Kinderärzt:innen und Radiolog:innen zu halten. Hochdruck­ injektoren sind nur bei einer unbedingten Indikation einzusetzen. Intraossäre Zugänge sind einem peripheren Zugang zwar ebenbürtig, werden aber nur verwendet, wenn kein anderer intravenöser Zugang zur Verfügung steht und es schnell gehen muss. Eine Kontrastmittelanflutung dauert genauso lange, wie bei der Verwendung peripherer Verweilkanülen. Dabei werden die Medikamente direkt in den Knochen appliziert; insbesondere bei Dislokation ein schmerzhafter Vorgang. Indikationen für einen intraossären

Zugang sind Reanimationen, Hypovolämische Schockzustände oder kritisch erkrankte Kinder. Größere Volumina sollten über diesen Zugang aber vermieden werden, weshalb eine Kontrastmittelgabe nur indiziert ist, wenn es um Leben und Tod geht. Das Anlegen eines intraossären Zugangs und die Kontrastmittelapplikation sind rechtlich gesehen ausschließlich Sache der Ärzt:innen. Auch bei einem ossären Zugang sollten Flussraten von maximal 2 bis 3 ml/s verwendet werden. Die üblichen Punktionsorte sind der proximale Tibiakopf oder der Humeruskopf. Bei möglicher Dislokation und Paravasation ist eine Injektion über diesen Zugang unbedingt zu vermeiden. Peripher inserierte zentralvenöse Katheter (PICC) werden in eine Oberarmvene eingeführt, bis die Spitze dieser Katheter auf Höhe des cavo-atrialen Übergangs zum Liegen kommt (siehe Abbildung Seite 90 links oben). PICCKatheter können bei komplikationsloser Handhabung für einen Zeitraum zwischen ein bis neun Monaten in den Patient:innen verbleiben. Er ist im Alltag nur wenig hinderlich und Kleidung, wie langärmelige Shirts oder Jacken, können problemlos darüber getragen werden. Auch sportliche Aktivitäten sind möglich. Das Infektionsrisiko ist laut Studien etwas geringer als beim ZVK (Mauro Pittiruti und Giancarlo Scoppettuolo). Als Grund wurde die Entfernung der Kathetereintrittsstelle zu Körperöffnungen mit Keimbelastung, wie zum Beispiel Mund, Nase und Genitalbereich, genannt. Dafür wurde im Mai 2013 im Deutschen Ärzteblatt von einem erhöhten Thromboserisiko berichtet. PICC-­ Katheter kommen in der Krebstherapie

Dorina Peterson ist freiberufliche MTRA. Als Dozentin, Referentin und Fachbuchautorin hat sie sich auf die Computertomographie und Magnetresonanztomographie spezialisiert. Außerdem ist sie MRT-Sicherheitsexpertin.

zum Einsatz, wenn die Patient:innen in die ambulante Chemotherapie entlassen werden. Über diesen Zugang werden Zytostatika, parenterale Ernährung und Schmerztherapien durchgeführt. In Deutschland finden sie dennoch selten Anwendung. Aufgrund der Länge des Katheters im Gefäß ist das Thrombose­ risiko das höchste von allen zentralvenösen Zugängen. Dennoch bleibt zu erwähnen, dass es auch PICC-Katheter gibt, die bei Einhaltung der Druckgrenzwerte für die Hochdruckinjektoren, zugelassen sind (siehe Abbildung Seite 94 links oben).

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Peripher inserierte zentralvenöse Katheter (PICC) werden in eine Oberarmvene eingeführt, bis die Spitze dieser Katheter auf Höhe des cavo-atrialen Übergangs zum Liegen kommt.

Bild: © Cook Medical

Bei der Anwendung im CT können bei hohen Flussraten, wie beim Portsystem und ZVK, Druckprobleme und Unwohlsein auftreten. Auch hier liegt die Spitze des Katheters dicht am Herzen. In Bezug auf das Thromboserisiko sei zu erwähnen, dass ein prophylaktischer Heparin-Block (stehender Schenkel) keinen signifikanten Vorteil zeigte. Weshalb er das Problem nicht löst, obwohl er sich auch bei der Anwendung der ZVK-Systeme immer noch eisern hält. Zweilumige 5F PICCs können bis zu einer Flussrate von 5 ml /s verwendet werden, einlumige sogar mit einem Flow bis 7 ml /s, unter Beachtung des Drucklimits (Tabelle 3). Größe / Lumina

Flussrate ml /s

4F 1-lumig

4

5F 1-lumig

7

4F 2-lumig

3

5F 2-lumig

5

6F 3-lumig

7

Tabelle 3: Mögliche Größen und Flussraten für PICCKatheter am Beispiel eines Turbo-Ject ­Katheters zur Anwendung mittels Hochdruckinjektor. Quelle: saint.radiologie-rheinmain.de

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Verweilkanülen sind die Zugänge der Wahl, wenn es um eine Kontrastmitteldarstellung mittels Hochdruckinjektor im CT geht. Je nach Fragestellung wird eine 18- bis maximal 22-Gauge-Verweilkanüle bevorzugt. Nicht selten erhalten viele Patient:innen bereits bei der Aufnahme im Krankenhaus einen blauen 22 Gauge Zugang. Empfohlen wird hierbei, dass periphere Zugänge primär und möglichst distal an der oberen Extremität platziert werden, um im Fall einer Fehlpunktion die Möglichkeit zu haben, eine erneute Punktion weiter proximal durchzuführen, wie zum Beispiel bei Neuanlage für die Kontrastmittelgabe mit hohen Volumina und Flussraten. Würde man es andersherum machen, riskiert man den Austritt des Kontrastmittels an der Fehlpunktionsstelle und somit ein Extravasat. Außerdem werden so bei Erstaufnahme der Patient:innen die etwas kaliberstärkeren Kubitalvenen geschont. Eine Sichtkontrolle vor Anschluss eines Hochdruckinjektors ist als selbstverständlich anzusehen. Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder starke Verkrustung sind eine Kontraindikation für die Verwendung des Zugangs, auch wenn dieser sich noch anspritzen lässt. Nach Entfernung der Verschlusskappe ist der Zugang mit einem Sprühdesinfektionsmittel zu benetzen, bevor der Patientenschlauch angeschlossen wird. Die Patient:innen gehen mit diesen Zugängen auf die Toilette, ins Bett, unter die Dusche und ins Freie. Die nicht sichtbare Keimbelastung ist enorm hoch und kann zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen.

Optimalerweise liegt der venöse Zugang in der rechten oder linken Kubitalvene. Wenn wir die Wahl haben, sollte die rechte Seite bevorzugt werden, da es bei höheren Flussraten zu anatomisch bedingten Einstromartefakten am Aortenbogen kommen kann, welche eine Gefäßbeurteilung an genau dieser Stelle erschwert (siehe Abbildungen Seite 95). Liegt der Zugang peripherer, also in der Hand, ist von höheren Flussraten abzuraten, um ein Paravasat zu verhindern. Bei Handrückenvenen und schlechten Venenverhältnissen ist ein Flow von 1,5 bis 2 ml /s und ein Druck von 150 psi empfehlenswert. Bei sicheren Zugängen kann man bestimmt auch mal, auf eigene Gefahr, eine Ausnahme machen. Der Zugang sollte immer in der Position auf Durchgängigkeit geprüft werden, in der sich der Arm während der Injektion mit dem Injektor befindet. Ein gestreckter, seitlich am Körper liegender Arm hat einen anderen Widerstand als ein eventuell leicht gebeugter Arm über dem Kopf. Liegt die Verweilkanüle am Fußrücken der Patient:innen, braucht man Geduld. In einer solchen Situation muss in normaler Kontrastmittelbolus mit viel Kochsalz nachgeschoben werden. Je nach Konstitution der Patient:innen und Lage der Verweilkanüle auf dem Fußrücken, kann bei Einhaltung des Drucklimits durchaus ein 2er- bis 3er-Flow verwendet werden. Der Kontrastmittelbolus, zum Beispiel 80 ml, sollte mit mindestens 100 ml NaCl nachgeschoben werden. Das längere Delay, bis zum Erreichen der Aorta descendens, muss mit einberechnet werden. Das bedeutet, wenn man mit einem Bolustracking die Untersuchung fahren möchte, dann macht es je nach Flow und Volumen Sinn, die Verzögerung um mindestens zehn Sekunden zu verlängern.


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nommen und mittlerweile ZVK-, Portund PICC-Systeme entwickelt, die hohe Flussraten und Drucklimits erlauben. Bei jeder Anwendung ist der Zustand der Patient:innen zu berücksichtigen. Intrakorporale Prozesse, wie Hydrolyse, Alterung und thrombotische Ablagerungen an den Gefäßen und Kathetern, anatomische Knickbildungen des Katheters, Ablagerungen parenterale Nährlösungen sowie Medikamenteninkrustationen können wohl niemals ausgeschlossen werden.

  www.dorina-petersen.de

Quellen und Weiterführende Literatur www.sciencedirect.com Vergleich peripher und zentral venöser Katheter im Rahmen der Chemotherapie bei Leukämie www.wernerschell.de Delegation von Injektionen, Infusionen und Blutentnahmen auf nichtärztliches Personal

Oben: Verweilkanüle in der rechten Kubitalvene, keine Einstromartefakte Unten: Deutliche Einstromartefakte (gelber Pfeil) bei links liegender Verweilkanüle

Die Hochdruck-Kontrastmittelinjektion ist in der Diagnostik unerlässlich. Die vom Hersteller festgesetzte Druckbelastung wird bei den meisten Untersuchungen deutlich überschritten. Die Haftung bei Fehlfunktionen und Komplikationen

liegt bei den Anwender:innen. Unwissen schützt vor Strafe nicht, weshalb der Umgang mit peripheren Zugängen in der Diagnostik geübt und regelmäßig geschult werden sollte. Die Industrie hat sich dieser Gesamtproblematik ange-

www.dimdi.de PICC Katheter in der onkologischen Medizin radiologie.charite.de pflegeleitfaden/leitfaden_PICC_pflege CNE.thieme.de Alexandra Heeser – Portpflege, und zwar richtig! saint.radiologie-rheinmain.de PICC – Königsweg zum radiologischen PORT edoc.ub.uni-muenchen.de Dynamische Druckprüfung venöser Portkathetersysteme

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Systemlösungen für digitales Röntgen bekommen Zuwachs

Direktradiographie für höchste Ansprüche und Qualität Auf Basis seiner langjährigen Erfahrung in der radiologischen Bildgebung führt Agfa Radiology Solutions heute eine umfassende Palette für die Radiologie: Von automatisierten, deckenmontierten Systemen über skalierbare bodenmontierte Lösungen sowie einem vollmotorisierten U-Arm System, verschiedenen mobilen DR-Systemen und Retrofit-­ Systemen bis zu einem Multifunktionssystem für Durchleuchtung und Aufnahmebetrieb. Alle DR-Systeme nutzen den MUSICAWorkflow und die selbstadaptive MUSICA-Bildverarbeitungssoftware für einen schnellen und effizienten Arbeitsablauf. Dank der intuitiv bedienbaren, standardisierten Oberfläche ist die MUSICA Workstation komfortabel und sicher zu bedienen und ermöglicht einen hohen Patientendurchsatz. Und eine tiefe Integration in die Krankenhaus-IT trägt zu einer schnellen Patientenuntersuchung und sicheren Diagnostik bei.

NEU

| Dura-line Detektoren

Ganz neu im Sortiment ist die Dura-line Detektorfamilie. Dura steht für „Durability“, also Langlebigkeit, die Detektoren sind deutlich robuster als ihre Vorgänger, was im Klartext bedeutet: ◾ Die IP-Klassifizierung IP67 ◾ Eine hohe Gewichtsbelastbarkeit bis zu 400 kg Flächenbelastung und bis zu 200 kg Punktbelastung ◾ Einen Grenzwert von einem Meter für die Fallhöhe ◾ Drei interne WiFi-Antennen für eine sichere Übertragung der Bilddaten ◾ In den Detektor passt eine zweite Batterie, damit wird eine Batterielaufzeit von bis zu 15 Stunden (16 Stunden im Standby) erreicht und ein Batteriewechsel während der normalen Arbeitszeit entfällt.

Agfa & KI Die intelligenten SmartXR-Assistenzsysteme bieten smarte Lösungen für die täglichen Herausforderungen in der Radiologie. ◾ SmartRotate – für eine automatische Rotation der Röntgenaufnahme in die bevorzugte Ausrichtung zur Befundung ◾ SmartAlign – für eine einfache, schnelle und präzise Ausrichtung der Röntgenröhre auf den DR-Detektor ◾ SmartPositioning mit Smart Overlays für den Kollimationsbereich und die Lage der Messkammern – für die exakte Ausrichtung des Kollimationsbereiches, was nicht immer leicht ist bei beispielsweise adipösen Patienten oder bei seitlichen Aufnahmen ◾ SmartDose – für die Auswahl der optimalen Dosis und die Anpassung der Expositionsparameter an die Konstitution des Patienten Sie alle unterstützen den Anwender, ohne dass dieser den Überblick oder die Kontrolle im Aufnahmeprozess abgibt.   HOLOGIC Agfa Healthcare Medicor Germany GmbHGmbH · Heinrich-Hertz-Straße · Paul-Thomas-Straße 6 · 50170 58 · 40599 Kerpen Düsseldorf · tel 0 22· 73 tel/029811 / 2 08-029· zentrale@hologic.com 86-0 · info-medimg.dach@agfa.com · www.hologic.de · medimg.agfa.com/dach/

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MEDRAD Centargo

 CT Injection System Das MEDRAD Centargo CT Injection System ist die neuste Entwicklung in der CT-Injektor Technologie aus dem Hause Bayer. Mit diesem innovativen CT-Injektor können sich Anwender:innen auf das konzentrieren, was bei jedem CT-Scan am wichtigsten ist – die Patient:innen. ­Centargo minimiert durch die Automatisierung manueller Vorgänge vor allem die Arbeitszeit am Injektor. Mit Hilfe eines vorkonfektionierten Tagessets für 24 Stunden und einem einrastbaren Patientenschlauch am Gerät, der nach jedem Gebrauch einfach, schnell und hygienisch einwandfrei gewechselt werden kann, wird dadurch der Zeitaufwand beim Patientenwechsel minimiert und Sie können sich intensiver um Ihre Patient:innen kümmern. Die Patientensicherheit wird gewährleistet durch vier Luftdetektoren (drei Einlassluft­ detektoren, ein Auslassluftdetektor) und zwei Rückschlagventilen im Patientenschlauch. Durch eine akkubetriebene und WLAN-fähige Konfiguration ist der Injektor kabellos mobil und erleichtert durch den flexiblen Einsatz des Gerätes somit Ihre Arbeitsabläufe im Scannerraum.

Eine weitere Neuerung ist eine Flaschenhalterung für zwei Kontrastmittel-Behälter (des gleichen Kontrastmittels, unterschiedliche Iod-­ Konzentrationen sind erlaubt) und ein Behälter für isotonische Kochsalzlösung. Des Weiteren ermöglicht Ihnen eine duale Bildschirmkonfiguration im Untersuchungs- und Kontrollraum die Programmierung an zwei unterschiedlichen Orten. Durch diese besonderen Produktmerkmale unterstützt Sie das CT-Injektionssystem bei Ihren täglichen Arbeitsabläufen und hilft Ihnen, diese zu optimieren. Die automatische Dokumentation wird durch einen integrierten Barcode-Scanner zur Erfassung der Kontrastmitteldaten erreicht, damit ein Zugriff auf die Injektions- und Kontrastmitteldaten im PACS möglich sind. Dies erleichtert Ihnen die Erfassung wichtiger Informationen. Personalisierte Protokolle zur Berechnung individueller Injektionsprotokolle und eine erweiterte Scannerkonnektivität unterstützen den automatisierten Prozess. Das innovative MEDRAD Centargo CT Injection System wird zukünftig ein wichtiger Partner für Sie sein verbunden mit weniger Arbeitsaufwand sowie mehr Zeit und Sicherheit für Ihre Patient:innen.

Flüssigkeitsabgabemethode

Kolbenbasiert

Flüssigkeitsfüllung

Kontrastmittel: 50 ml bis 500 ml Kochsalzlösung: 50 ml bis 1.000 ml

Volumenbereich

1 ml bis 200 ml für Kontrast- und Spülphasen 1 ml bis 400 ml für DualFlow-Phasen (in 1-ml-Schritten)

Flussratenbereich

0,1 ml bis 10 ml/Sek. in Schritten von 0,1 ml/Sek.

Programmierbare Druckgrenze

Von 50 Psi bis 300 Psi in 1-Psi-Schritten (kann auch in kPA und kg/cm² angezeigt werden)

Pause

Maximale Pausenzeit 20 Minuten

Injektionsmöglichkeiten

Maximal 6 Phasen pro Injektion Maximal 10 Injektionen je Untersuchung

  Bayer Vital GmbH · Gebäude K 56 · 51366 Leverkusen · tel 02 14 / 3 08 22 33 · www.radiologie.bayer.de

PP-M-CEN-DE-0082-1

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Hygiene gewinnen und Workflow optimieren Kompakter CT- Rollenpumpen-Injektor speziell für die Mehrfachanwendung Hygienisch und sauber

◾  Direkte Injektion aus Original-Vorratsbehältnis (50 – 500 ml-Flasche; NaCl-Flasche oder -Beutel) ◾  Kein Tropfen der Flaschen

Hocheffizienter Workflow

◾  Tagesset bis zu 24 Stunden verwendbar ◾  Nur der Patientenendschlauch muss nach jedem Patienten gewechselt werden

Praktisch

◾  Automatisches Umschalten zwischen zwei identischen Kontrastmitteln oder ◾  Anwendung von zwei unterschiedlichen Kontrastmitteln

Weitere Features

◾  DiluJect: Sequentielle Phasen in der Kontrastmittel- und Kochsalzlösungsinjektion (zeitlich konstantes Enhancement). ◾  Multiphasing (bis zu 24 Phasen) ◾  Warnung bei Kontrastmittelmangel ◾  Vier Luftdetektoren zum Schutz gegen Luftinjektion ◾  Warmhaltefunktion bis zu 37 °C ◾  Touchtechnologie ◾  Speicherung von bis zu 48 Protokollen, sortiert nach Körperregion ◾  eGFR Rechner ◾  Okklusionserkennung

Der Kontrastmittel-Injektor ist als mobile Standversion oder mit einer Deckenaufhängung erhältlich.   Bracco Imaging Deutschland GmbH · Max-Stromeyer-Straße 116 · 78467 Konstanz · tel 0 800 218 95 62 · kontrastmittel-injektor@bracco.com · imaging.bracco.com

TKmessenger

Sichere Messenger-Kommunikation für User Experience großen Wert gelegt, Krankenhäuser um eine intuitive Arbeitsumgebung zu Für Ärzt:innen ist es zunehmend wichtig, sich schnell und unkompliziert über Patient:innen und deren Krankheiten auszutauschen oder sich eine Zweitmeinung einzuholen. Schnell werden dann Chat-Dienste wie WhatsApp verwendet, weil es bequem ist und weil Alternativen schlichtweg unbekannt oder umständlich zu bedienen sind. Doch viele Kommunikations-Apps sind

nicht sicher verschlüsselt und die Nutzungsbedingungen untersagen meist ohnehin die berufliche Verwendung. Um vor allem Ärzt:innen eine agile und trotzdem sichere Chat-Plattform anzubieten, hat NEXUS / CHILI einen eigenen Messenger für TKmed entwickelt. Mit dem TKmessenger können Ärzt:innen und medizinisches Personal Text- und Sprachnachrichten sowie medizinische Bilder einfach per Chat miteinander austauschen. Neben Sicherheit und Datenschutz wurde dabei besonders auf die

schaffen. Der web-basierte Messenger kommt ohne die Installation einer App aus und kann ganz einfach auf jedem Rechner oder mobilen Endgerät verwendet werden, lediglich ein Browser wird benötigt. Für Kliniken ist der Messenger eine bequeme und datenschutzkonforme Alternative zu anderen Diensten, die sich dazu schnell umsetzen lässt.

  NEXUS / CHILI GmbH · Friedrich-Ebert-Straße 2 · 69221 Dossenheim · tel 0 62 21 / 180 79-10 · sales@nexus-chili.com · www.nexus-chili.com

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eRIS

Ein Radiologie-Informationssystem, das mitdenkt von einer RIS Software, dass sie sich an Ihre Bedürfnisse anpasst und nicht umgekehrt? Mit eRIS bleiben Sie jederzeit flexibel und unabhängig. Ob Windows, Linux oder Mac – egal welches Betriebssystem Sie nutzen, eRIS passt sich an Ihre Anforderungen an. Das ist für Digithurst selbstverständlich, ebenso wie vollautomatische Updates bis zum Client sowie persönliche Betreuung mit kompetenten Ansprechpartner:innen und modernem Kundenportal.

Mit einzigartigem Nutzungsmodell Pay-per-Study

Flexibel stellt sich eRIS auf die Bedürfnisse seiner Nutzer:innen ein, und bleibt dabei sehr bedienfreundlich. Mit nur wenigen Klicks erreichen Sie die gewünschten Funktionen. Neben klassischen Lösungen wie Patientenaufnahme und -verwaltung, Arztbriefschreibung, Abrechnung und Statistiken bietet eRIS viele Zusatzfunktionen. Zum Beispiel: standortunabhängige Verfügbarkeit von Patienten- und Praxisdaten, individuelle Workflows oder sichere Anbindung von Remote-Arbeitsplätzen. Auch einer anderen Aufgabe kommt das RIS nach: Standorte vernetzen oder erweitern, aber auch wieder entflechten oder verkleinern. ­Darüber hinaus bietet eRIS diverse Zusatzmodule wie den eArztbrief zum Befundversand als Fax-Ersatz.

Am eRIS Arbeitsplatz melden Sie Patient: innen so schnell an wie noch nie – dank ­Barcode-Funktionen für Überweisungsscheine und Dokumenten-Stapelscan.

Das einzige RIS für Mac, Linux und Windows eRIS basiert auf Open Source Komponenten und ist dadurch besonders kostengünstig, sicher und vor allem zukunftsorientiert. Sie wünschen sich

Sie haben bisher in einer Gemeinschaftspraxis gearbeitet und möchten jetzt Ihre eigene Radiologie eröffnen? Sie wollen Radiology as a Service durchführen? Oder wird Ihr jetziges System immer teurer? In jedem Fall möchten Sie sich nicht an Verträge oder Mindestlaufzeiten binden. Die Lösung: Pay-per-Study. Mit diesem Nutzungsmodell bleiben Sie jederzeit flexibel und bezahlen nur für genau die Studienanzahl, die Sie auch durchführen – bei garantierter Preisstabilität.

Fordern Sie Ihre kostenlose Webdemo an!

Insgesamt konnten wir durch die neuen eRIS Funktionen eine deutliche Entlastung unseres Personals feststellen. Ein Beispiel: die Leistungserfassung am Arbeitsplatz. Auch das sofortige Fertigstellen der Briefe für die Zuweiser verkürzt unsere Befundlaufzeit und optimiert so die Patient:innenversorgung. Auf ärztlicher Seite konnten wir Zeit einsparen, indem wir die Dokumentation der Untersuchungstechnik aus eRIS abfragen und nicht selbst diktieren.“

Dr. Björn M. Blecher, roentgen paderborn

  Digithurst · Bildverarbeitungssysteme GmbH & Co. KG · Wasserrunzel 5 · 91186 Büchenbach · tel 0 91 71 / 96 71-0 · info@digithurst.de · www.digithurst.de

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Integration von Microsoft Teams im DeepUnity Viewer

Mobile Fotodokumentation im Gesundheitswesen Wer kennt das noch – Fotos mit der Digitalkamera aufnehmen und die Speicherkarte am PC auslesen? Was im privaten Alltag schon längst praxisuntauglich geworden ist, ist in medizinischen Einrichtungen noch völlige Normalität. Kommt das Thema Fotodokumentation auf, wird einem vor Augen gehalten, wie ineffizient und umständlich Pflegepersonal heutzutage, bei all der fortschrei-

Ansicht der Patientensuche

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tenden Technik, dokumentieren muss. Um eine reibungslose Dokumentation effizient zu gestalten und wertvolle Zeit des Pflegepersonals einzusparen, wurde die App DeepUnity Capture entwickelt. Um den Anwender:innen eine unkomplizierte Software zu bieten, die zu gleich den hohen Qualitätsstandards gerecht wird, wurden bei allen Entwicklungsschritten von DeepUnity Capture stets die Aspekte Aufnahmequalität, Aufnahmekomfort, Datensicherheit und Praxistauglichkeit berücksichtigt. Unter anderem war es das Ziel, eine Lösung zu schaffen, die den Anwender:innen Flexibilität und Entscheidungsfreiheit bei der Auswahl ihrer fotofähigen Endgeräte bietet. Deshalb wird im Hinblick auf das Betriebssystem sowohl iOS als auch Android unterstützt. Im Fokus steht vor allem die Praxistauglichkeit. Anstatt mit

Ansicht einer Fotodokumen­ tation mit Patientenbezug

der Suche nach einer Digitalkamera wertvolle Zeit zu vergeuden oder sich ständig mit der Mitnahme einer Kamera zu belasten, wird einfach das Smartphone verwendet, um die Foto­dokumentation vorzunehmen. Die Applikation erscheint in einem benutzerfreundlichen Design – modern und intuitiv in der Bedienung. Damit die Dokumentation strukturiert erfolgen kann, gibt es drei Möglichkeiten, um Patient:innen innerhalb der App auszuwählen: • Abfrage von einer DICOM Worklist • Scannen des Patientenarmbands (QR Code oder Strichcode) • Manuelle Patientensuche Der zu dokumentierende Körperbereich wird innerhalb der App ausgewählt. Nach Aufnahme der Bilder und optionaler Annotation können diese direkt den


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Patient:innen zugeordnet und im PACS gespeichert werden. Die Speicherung der Bilder erfolgt im standardisierten DICOM-Format. Um den bestmöglichen Komfort zu bieten, kann die App zudem PACS-Hersteller unabhängig eingesetzt werden. ­DeepUnity Capture kann somit ideal in eine bestehende Systemlandschaft integriert werden. Ein großer Vorteil beim Einsatz der App ist der schlank gehaltene Funktionsumfang, der auf das wesentliche bei der Fotodokumentation ausgerichtet ist. Eine Bedienung ist dadurch kinderleicht und führt im Handumdrehen zum Ziel – eine unkomplizierte und schnelle Fotodokumentation, die ortsunabhängig durchgeführt werden kann und auf die jeder Berechtigte sofort Zugriff hat. Mit herkömmlicher Methode wird bis zu einer viertel Stunde benötigt, um unter Einhaltung der Vorgaben zu Dokumentieren. Durch den Einsatz von DeepUnity Capture kann jede Fotodokumentation innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden.

Der generalistische Ansatz zu einheitlichen Lösungen Insellösungen sind im klinischen Umfeld nach wie vor sehr weit verbreitet, jedoch entscheiden sich immer mehr Kliniken für ein Digitalisierungskonzept, das alle medizinisch relevanten Daten einer Gesundheitseinrichtung konsolidiert und

sie nicht nur einrichtungsweit, sondern auch einrichtungsübergreifend verfügbar macht. Damit wird es zudem möglich, komplexe Systemlandschaften, die über Jahre aus einer Vielzahl von Insellösungen entstanden sind, aufzulösen. Ein Schritt zur Auflösung und Vermeidung von Insellösungen ist die Zentralisierung von Aufgaben in einem System. So wird in DeepUnity Diagnost – dem PACS von Dedalus HealthCare – bald das integrierte Reporting zur Verfügung stehen. Bisher war die Befundung einziger Bestandteil eines Informationssystems. Um Anwender:innen die Möglichkeit zu bieten, aus einem System heraus arbeiten zu können, ohne ständig das System wechseln zu müssen, wird die Befundschreibung innerhalb des PACS zukünftig möglich sein. Eine weitere Herangehensweise zur Überführung von mehreren digitalen Softwarelösungen in ein übergreifendes System stellt das Content Management dar. Durch die Vereinigung des Dokumentenmanagement und dem Bildmanagement werden Probleme wie Doppelbefundung, Nichtauffindbarkeit von Daten und Wartungsaufwand für Schnittstellen reduziert oder sogar völlig vermieden. Zugleich kann die stetig anwachsende Flut von Gesundheitsdaten einfacher und schneller bewältigt werden.

DeepUnity Viewer – Weitere Neuheiten

Zusätzlich zum geplanten HYDMedia-Zugriff wächst der Funktionsumfang des DeepUnity Viewers weiter, sodass folgende Neuerungen zur Verfügung stehen: Abfrage multipler Archive Mehrere DeepUnity DICOM Services können mit dem DeepUnity Viewer verbunden und innerhalb der Patientensuche ausgewählt werden. Initial ist das Archiv mit der höchsten Priorität vorausgewählt. Die Priorität, mit der die Archive abgefragt werden sollen, wird über die indi­­ viduelle Konfigurationsreihenfolge angegeben. Ist eine Studie in mehreren Archiven abgelegt, wird das Ergebnis aus dem Archiv mit der höchsten Priorität gewählt. Manuelle Synchronisierung der Serien Zum Vergleichen zweier oder mehrerer Schichtbilduntersuchungen können diese miteinander verlinkt werden. Bei Serien innerhalb einer Studie, die sich im gleichen Referenzkoordi­ ­ natensystem befinden, erfolgt die Synchroni­ sation automatisch. Aber auch Serien unterschiedlicher Studien können synchronisiert werden, indem manuell auf anatomisch gleiche Positionen navigiert wird. Sind in den DICOM Metadaten ­genügend Rauminformationen vorhanden, erfolgt die Synchronisation automatisch. Export des Bildschirmlayouts Die zur Anzeige gebrachten medizinischen Dokumente/Bilder können separat ausgewählt und gespeichert werden. Ebenfalls besteht die Möglichkeit zum direkten Ausdruck des ­gewählten Bereichs. Weitere Neuerungen sind zudem: • Stand-Alone Funktion • Key-Image only Modus • Darstellung von Presentation States Möchten Anwender:innen kollaborativ Meinungen zu Studien teilen, hilft die geplante Microsoft Teams Integration.

Ein zum Content Management führender Ansatz stellt die Vereinigung der Deep­Unity Produktfamilie mit HYDMedia dar. So wird zukünftig der DeepUnity Viewer, ein webbasierter Universal­ viewer, den klinikweiten Zugriff auf sämtliche medizinische Informationen von Patient:innen zur Anzeige bringen.

  Dedalus HealthCare GmbH · Konrad-Zuse-Platz 1 – 3 · 53227 Bonn · tel 02 28 / 26 68-000 · healthcare.de@dedalus.com · www.dedalusgroup.de

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Doctolib und Digithurst verbinden Online-Term  In Deutschland nutzen bereits etwa 14.000 Ärzt:innen und monatlich 5 Millionen Patient:innen das Online-Buchungs­ portal für Arzttermine. Deshalb fragten auch immer mehr ­Digithurst Kunden nach einer entsprechenden Schnittstelle für das Radiologie-Informationssystem eRIS. Die gemeinsame Kooperation zwischen Digithurst und Doctolib eröffnet beiden Unternehmen neue Chancen und ist ein positives Beispiel für gelungenge Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Letzt­ endlich profitieren alle davon: die beteiligten Unternehmen, deren Kund:innen (Ärzt:innen) und natürlich die Patient:innen.

Neue eRIS-Doctolib-Schnittstelle Beide Unternehmen werden auf diese Weise den hohen Kundenerwartungen an den Patienten-Terminservice gerecht und treiben die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter voran. Radiolog:innen profitieren dank der langfristigen Kooperation von einer neuen Schnittstelle zwischen Doctolib und der Software eRIS – dem Radiologie-Informationssystem von D ­ igithurst. Diese effizientere Nutzung beider Systeme erleichtert und beschleunigt Arbeitsabläufe und ermöglicht die ­Synchronisierung von Patientendaten.

„Durch die Kooperation eröffnen sich für beide Unternehmen neue Chancen. Die gemeinsame Schnittstelle bietet unseren Kund:innen einen großen Mehrwert und zeigt einmal mehr, wie wichtig Interoperabilität und firmenübergreifende Zusammenarbeit in der Medizin sind.“ Rainer Kasan, Gründer und Geschäftsführer von Digithurst

Das kann die eRIS-Doctolib-Schnittstelle: Die ersten gemeinsamen Kund:innen nutzen bereits die neue eRIS-Doctolib-Schnittstelle. Dabei ist der Online-Terminkalender so gut mit dem Radiologie-Informationssystem verbunden, dass Anwender:innen wertvolle Zeit bei der Anmeldung sparen und Patientendaten nicht mehr doppelt pflegen müssen. Denn die Termin- und Auftragsdaten von Patient:innen werden aus Doctolib einfach per Knopfdruck an eRIS übermittelt. Dabei gelangen Nutzer:innen direkt zur eRIS Karteikarte des Patienten oder der Patientin, welche für die Terminvergabe relevante Zusatzinformationen enthalten kann. Änderungen an den Patientenstammdaten überträgt eRIS automatisch an Doctolib zurück. Außerdem gelangen Anwender:innen per Knopfdruck aus der eRIS Karteikarte direkt zur Terminvergabemaske von Doctolib, in welche die entsprechenden Patientendaten aus eRIS bereits übernommen wurden.

Digithurst · Bildverarbeitungssysteme GmbH & Co. KG · Wasserrunzel 5 · 91186 Büchenbach · tel 0 91 71 / 96 71-0 · info@digithurst.de · www.digithurst.de

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inkalender mit Radiologie-Informationssystem Was Sie über Doctolib wissen müssen Doctolib wurde 2013 in Frankreich gegründet und gehört heute zu den führenden E-Health-Unternehmen in Europa. Das Unternehmen unterstützt Ärzt:innen und Kliniken mithilfe einer intelligenten Softwarelösung darin, effizienter, produktiver und ressourcenschonender zusammenzuarbeiten. Über das Online-Portal und die Doctolib App können Patient:innen bei einer Gesundheitsfachkraft ihrer Wahl sowohl Vor-Ort-­ Termine als auch kostenlose Videosprechstunden vereinbaren und verwalten. Jeglicher Arzt-Patienten-Kontakt über Doctolib

erfolgt über eine verschlüsselte Verbindung. Auf die Daten von Ärzt:innen und Patient:innen hat das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt Zugriff. Heute arbeiten etwa 150.000 Ärzte in Europa mit Doctolib zusammen. Mehr als 50 Millionen Patient:innen nutzen Doctolib monatlich zur Terminbuchung, davon 5 Millionen in Deutschland. Europaweit beschäftigt das Unternehmen 1.700 Mitarbeiter:innen in 40 Städten. Seit 2016 ist Doctolib in Deutschland aktiv. Der deutsche Hauptsitz befindet sich in Berlin. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen hierzulande mehr als 400 Mitarbeiter:innen an 11 Standorten.

„Wir wollen Ärzt:innen und Kliniken dabei unterstützen, ihre Arbeit so effizient und angenehm wie möglich ausführen zu können. Die Zusammenarbeit zwischen einem agilen, expandierenden ­Unternehmen wie Doctolib und einem der führenden Anbieter für radiologische Informationssysteme soll genau dort ansetzen und die Prozesse in radiologischen Einrichtungen für alle Beteiligten maßgeblich vereinfachen.“ Dr. Ilias Tsimpoulis, Geschäftsführer von Doctolib Deutschland

Das bietet der Online-Terminkalender: Doctolib entlastet medizinisches Fachpersonal von Termin­ management- und Verwaltungs-Tätigkeiten. Patient:innen ­können online Ärzt:innen oder Krankenhäuser in der Nähe finden, Termine rund um die Uhr buchen und diese selbst verwalten. Zudem benachrichtigt Doctolib Patient:innen automatisch bei Terminänderungen. Besonders dabei ist die digitale Warteliste, die Patient:innen über kurzfristig frei gewordene ­Termine informiert. Aber auch Kapazitäten sowie Raum- und Geräte­management lassen sich mit Doctolib effizient und individuell planen. So können mittels der Ressourcenfunktionen beispielsweise bestimmte Untersuchungen auch kurzfristig freigegeben werden, wenn ein Gerät nicht vollständig ausgelastet ist.

  Doctolib GmbH · Mehringdamm 51 · 10961 Berlin · tel 030 / 22 02 71 67 · Kontaktformular: info.doctolib.de/radiologie · www.doctolib.de

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„Die EIZO Produkte zeichnen sich durch eine hohe Qualität und Langlebigkeit sowie eine leistungsstarke Funktionalität aus. Zudem steht EIZO für einen guten Support.“ Prof. Dr. Henrik Michaely, Geschäftsführer MVZ Radiologie Karlsruhe

MVZ Radiologie Karlsruhe mit EIZO RadiForce RX1270

Bestens gerüstet für die Diagnostik Seit März 2021 setzt das MVZ Radiologie Karlsruhe bei der digitalen Bildwiedergabe in der kurativen Mammographie auf den 12-Megapixel-Farbmonitor RadiForce RX1270 von EIZO. Aber auch schon vorab vertraute das MVZ bei senologischen Untersuchungen auf die Marke EIZO.

Erstklassige Ausstattung Auf Empfehlung der MSB Technik, die eine langjährige Partnerschaft mit dem MVZ Radiologie Karlsruhe für die Versorgung mit Monitoren und deren Konstanzprüfung aufweist, entschied sich das Versorgungszentrum, die lang­ gediente RadiForce G51 Doppelschirmlösung durch einen RadiForce RX1270 mit 30,9-Zoll-Diagonale zu ersetzen. Und um den vollen Leistungsumfang des Monitors abrufen zu können, erwarb das MVZ dazu gleich eine von EIZO für diesen Monitor empfohlene und validierte Grafikkarte mit der erforderlichen Auflösung und Rechenleistung.

Das MVZ ist ein großes radiologisch-nuklearmedizinisches Versorgungszentrum im Herzen von Karlsruhe und ist maßgeblich für die radiologische Versorgung in der Region Karlsruhe und Umgebung verantwortlich. Jährlich werden dort mehr als 60.000 Patient:innen untersucht. Mit 12 Ärzt:innen und mehr als 60 nichtärztlichen Mitarbeiter:innen deckt es das komplette Spektrum der ambulanten radiologischen Diagnostik ab. Das MVZ verfügt über ein hohes fachliches Niveau und legt großen Wert auf eine erstklassige gerätetechnische Ausstattung.

Besserer Workflow und Ergonomie Auf die Frage, welche Vorteile der RX1270 im Vergleich zur vorherigen Lösung für die Diagnose bietet, antwortet Prof. Dr. Henrik Michaely, Geschäftsführer des MVZ Radiologie Karlsruhe: „Der RX1270 beansprucht deutlich weniger Platz als die beiden 5-Megapixel-Monitore und man hat jetzt das komplette Geschehen

  EIZO Europe GmbH · Belgrader Straße 2 · 41069 Mönchengladbach · tel 0 21 61 / 82 10-120 · kontakt@eizo.de · www.eizo.de

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im Blick, ohne störende Rahmen zwischen zwei Monitoren. Das verbessert den Workflow und die Ergonomie für unser Fachpersonal. Denn vorher musste man immer noch leicht den Kopf drehen, um beide Aufnahmezeitpunkte zu vergleichen.“ Außerdem erleichtere der schmale schwarze, vordere Gehäuserahmen des RX1270 in dunklen Räumen den konzentrierten Blick auf die Anzeige, wie Prof. Dr. Henrik Michaely festgestellt hat. Neben dem RX1270 für die kurative ­M ammographie sind im MVZ Radio­ logie Karlsruhe noch weitere RadiForceModelle an verschiedenen Befundarbeitsplätzen im Einsatz: RX850 für CT und MRT sowie MX242W für CT.


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Accutron CT-D Vision

Das neue Essential for Contrast Mit der Einführung des Accutron CT-D Vision zeigt die­ MEDTRON AG einmal mehr, dass sie Partner der Radiolog: innen sind. Die Bedürfnisse der Anwender:innen im Fokus ­verbessert die neueste Entwicklungsstufe des Accutron CT-D die Bedien­barkeit des CT-Doppelkolben-Injektors und optimiert seine Integration in die radiologische Umgebung. Die modernisierte Benutzeroberfläche macht den Accutron CT-D Vision noch anwenderfreundlicher. Sie verbessert den Komfort, vereinfacht Arbeitsabläufe und trägt zur Verbesserung der Patientenversorgung bei. Größere Touchscreens an der Injektionseinheit und an der Fernbedienung erhöhen die Lesbarkeit und verringern Augenermüdung. Darüber hinaus profitiert der Accutron CT-D Vision von ­MEDTRON‘s intelligenten Batterie-Management-System, das die Dauer der Akkuladung optimiert und die Verfügbarkeit ­weiter erhöht. Neue Laufrollen in medizinischer Qualität ­sorgen für eine höhere Mobilität, indem der Injektor mühelos und geräuscharm auf dem Boden des Untersuchungsraums bewegt werden kann. Für eine optimale Integration in die radiologische Umgebung ist der Accutron CT-D Vision außerdem mit einer neuen Injection Data Sharing (IDS)-Option ausgestattet. Die IDS-Software-Option ermöglicht eine direkte Verbindung mit dem RIS und PACS über einen DICOM-Standard, wodurch eine vollständige Nachverfolgbarkeit, Dokumentation und Analyse der Kontrastmittelverabreichung in der Computertomographie ermöglicht wird.

  MEDTRON HOLOGIC Medicor AG · Hauptstraße GmbH · Heinrich-Hertz-Straße 255 · 66128 Saarbrücken 6 · 50170 · telKerpen 06 81 ·/tel 970 0 22 17-0 73 ·/marketing@medtron.com 98 08-0 · zentrale@hologic.com · www.medtron.com · www.hologic.de

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CT Cube

Mobile CT-Lösung für Kliniken und Praxen Einfach mieten: Computertomograph im Container Der CT-Cube ist eine modulare, mobile CT-Einheit mit Behandlungsraum, Schaltraum und Patienten-Eingangszimmer. Sie können den CT-Cube für Ihre Klinik oder Praxis weltweit und ganz nach Ihren Bedürfnissen mieten. Die Mietdauer ist je nach Entfernung flexibel – von nur zwei Wochen bis zu über einem Jahr und länger. Die Lieferung erfolgt in der Regel schnell und unkompliziert und bereits nach wenigen Stunden kann der Computertomograph via Plug and Play in Betrieb genommen werden. Dazu braucht es nicht mehr als einen Strom- und Wasseranschluss.

Warum eine temporäre CT-Lösung? Umbau

Der Betrieb soll während des Neu- oder Umbaus radiologischer Räumlichkeiten aufrecht erhalten werden.

Gerätetausch

Die Zeit zwischen dem Abbau des alten und der Inbetriebnahme des neuen Gerätes soll mit einer Interimslösung überbrückt werden.

Covid-19

Während des erhöhten Bedarfs an CT-Scans infolge der Coronapandemie soll eine schnelle und zuverlässige Patientenversorgung gewährleistet werden.

Erweiterung Ihrer Kapazitäten

Die Radiologie wird für einen längeren Zeitraum um ein Gerät erweitert, ohne eigene Räumlichkeiten dafür bereit stellen zu müssen.

Standortevaluierung

Für die geplante Anschaffung eines Computertomographen wird vorab die Höhe des Patientenaufkommens und damit die Rentabilität des Geräts getestet.

Kaufen statt mieten

Es besteht der Bedarf für einen weiteren Computertomographen, aber die räumlichen Kapazitäten sind ausgereizt. Der CT-Cube lässt sich als permanente Lösung auf dem Klinik- oder Praxisgelände fest installieren.

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Covid-19: Patientenversorgung sicher gewährleisten Der CT-Cube ist bestens auf einen sicheren Untersuchungsablauf unter Pandemiebedingungen ausgelegt: Schaltraum und Patientenzimmer sind mit zwei separaten Eingängen ausgestattet, so dass der Kontakt zwischen Patient:innen und medizinischem Personal minimiert oder gänzlich vermieden werden kann.

Darüber hinaus schützt eine getrennte Klimatisierung der Räume das Personal vor Viren aus dem Behandlungsraum. Und da der Cube eine Untersuchung von Covid-19-Patient:innen außerhalb des Klinik­gebäudes ermöglicht, verringert er zusätzlich die Ansteckungsgefahr für andere Patienten:innen, Personal und Besucher:innen.

Ausstattung

◾ Untersuchungsraum mit CT ◾ Schaltraum mit eigenem Eingang ◾ Patientenzimmer mit eigenem Eingang ◾ Volle Strahlungsisolierung ◾ Aufbewahrungsmöglichkeit für medizinisches Equipment ◾ Waschbecken ◾ Vollklimatisiert

Vorteile ◾ Schnell einsatzbereit (Plug and Play) ◾ Kontaktminimierung zwischen Patient:innen und Personal ◾ Großzügiges Platzangebot von 40 m2 ◾ Keine Wartungskosten ◾ Flexible Mietzeit ◾ Patientenfreundliche Innenraum­ gestaltung ◾ Optisch ansprechende Integration in die Gebäudelandschaft   MEDSER Medical Services GmbH & Co. KG · Seligenstädter Grund 13 · 63150 Heusenstamm · tel 06104 / 408 84-0 · info@medser.de · www.medser.de

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Ultraschall

Dosimetrie

Bildwiedergabe-Systeme

Teleradiologienetzwerk

Künstliche Intelligenz

IT-Systeme

Magnetresonanztomographie

Computertomographie

Injektoren

Interventionelle Systeme

R- / F-Systeme

Mammographie

I N D E -X

Agfa Healthcare Germany GmbH •

Paul-Thomas-Straße 58 · 40599 Düsseldorf tel 02 11 / 2 29 86-0 info-medimg.dach@agfa.com medimg.agfa.com/dach/

Allm EMEA GmbH

Sebastian von Lovenberg Henkestraße 91 · 91052 Erlangen tel 0172 4081495 s.lovenberg@allm.inc · www.allm.net

Barco GmbH

Greschbachstraße 5a · 76229 Karlsruhe tel 07 21 / 62 01-0 sales.dach@barco.com · www.barco.com

Bayer Vital GmbH •

Gebäude K 56 · 51366 Leverkusen tel 02 14 / 30-1 www.radiologie.bayer.de

Dr. Wolf, Beckelmann & Partner GmbH

Robert-Florin-Straße 1 · 46238 Bottrop tel 0 20 41 / 74 64-0 info@beckelmann.de · www.beckelmann.de

Bracco Imaging Deutschland GmbH

Max-Stromeyer-Straße 116 · 78467 Konstanz tel 0800 218 95 62 · fax 0800 218 95 63 kontrastmittel@bracco.com imaging.bracco.com/de-de

Brainomix Europe

Suites 11-14 · Suffolk House 263 Banbury Road · Oxford OX2 7HN · England tel +44 1865 582730 info@brainomix.com · www.brainomix.com

Canon Medical Systems GmbH •

Hellersbergstraße 4 · 41460 Neuss tel 0 21 31 / 18 09-0 · fax 0 21 31 / 18 09-139 info.de@eu.medical.canon de.medical.canon Region Süd:

Schumacher medTech GmbH, Gräfelfing

Region Nord und West:

MTS GmbH, Marl

contextflow GmbH Margaretenstraße 70/2/8 · 1050 Wien · Österreich tel +43 69 91 9 02 51 31 office@contextflow.com · contextflow.com

Coreline Europe GmbH •

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Ludwig-Erhard-Straße 30 – 34 · 65760 Eschborn tel 0 61 96 / 5 23 34 60 · fax 0 61 96 / 5 23 34 69 eusales@corelinesoft.com · www.corelinesoft.com


Ultraschall

Dosimetrie

Bildwiedergabe-Systeme

Teleradiologienetzwerk

Künstliche Intelligenz

IT-Systeme

Magnetresonanztomographie

Computertomographie

Injektoren

Interventionelle Systeme

R- / F-Systeme

Mammographie

HERSTELLERVERZEICHNIS

Dedalus HealthCare GmbH

Konrad-Zuse-Platz 1 – 3 · 53227 Bonn tel 02 28 / 26 68-000 · fax 02 28 / 26 68-001 healthcare.de@dedalus.com · www.dedalusgroup.de

Die genannten Produkte werden unter dem Hersteller DH Healthcare GmbH in Verkehr gebracht.

deepc GmbH

Atelierstraße 29 · 81671 München contact@deepc.ai · www.deepc.ai

Digithurst

Bildverarbeitungssysteme GmbH & Co. KG Wasserrunzel 5 · 91186 Büchenbach tel 0 91 71 / 96 71-0 · fax 0 91 71 / 96 71-19 info@digithurst.de · www.digithurst.de

Doctolib GmbH

Mehringdamm 51 · 10961 Berlin tel 030 / 22 02 71 67 Kontaktformular: info.doctolib.de/radiologie www.doctolib.de

EIZO Europe GmbH

Belgrader Straße 2 · 41069 Mönchengladbach tel 0 21 61 / 82 10-120 kontakt@eizo.de · www.eizo.de

EXAMION GmbH •

Erich-Herion-Straße 37 · 70736 Fellbach tel 07 11 / 12 00 02-0 vertrieb@examion.com www.examion.com

Febromed GmbH & Co. KG •

Am Landhagen 52 · 59302 Oelde telefon: 0 25 22 / 9 20 19 00 info@febromed.de www. febromed.de

FUJIFILM Deutschland •

Niederlassung der FUJIFILM Europe GmbH · Medical Systems Heesenstraße 31 · 40549 Düsseldorf tel 02 11 / 50 89-5 15 · fax 02 11 / 50 89-2 40 medical@fujifilm.de · www.fujifilm.de/medical

FUSE-AI GmbH

Großer Burstah 46-48 · 20457 Hamburg tel 0 40 / 45 03 18-0 fax 0 40 / 45 03 18-18 info@fuse-ai.de · fuse-ai.de

GE Healthcare •

Oskar-Schlemmer-Straße 11 · 80807 München tel 089 / 962 81-0 www.gehealthcare.de

Gleamer •

Deskopolitan Paris Voltaire 226 Boulevard Voltaire · 75011 Paris · Frankreich tel +49 152 5829 5559 julia.krueger@gleamer.ai · www.gleamer.ai

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Ultraschall

Dosimetrie

Bildwiedergabe-Systeme

Künstliche Intelligenz

Teleradiologienetzwerk

IT-Systeme

Magnetresonanztomographie

Interventionelle Systeme

Computertomographie

R- / F-Systeme

Injektoren

Mammographie

I N D E -X

Hologic Medicor GmbH •

Heinrich-Hertz-Straße 6 · 50170 Kerpen tel 0 22 73 / 98 08-0 · fax 0 22 73 / 98 08-99 zentrale@hologic.com · www.hologic.de

IBA Dosimetry GmbH •

Bahnhofstraße 5 · 90592 Schwarzenbruck tel 0 91 28 / 6 07-842 www.iba-dosimetry.com

ImageBiopsy Lab

Zehetnergasse 6/2/2 · 1140 Vienna, Österreich tel +43 1 9 05 12 06 sales@imagebiopsy.com · imagebiopsy.com

IMAGE Information Systems Europe GmbH

Lange Straße 16 · 18055 Rostock tel 03 81 / 49 65 82-0 · fax 03 81 / 49 65 82-99 info@image-systems.biz · www.image-systems.biz

Imaging Service AG

Curt-Zechbauer-Weg 5 · 82343 Niederpöcking tel 0 81 51 / 55 53 83 info@imaging-service.de · www.imaging-service.de

Region Süd:

Schumacher medTech GmbH, Gräfelfing

Region Nord und West:

MTS GmbH, Marl

INFINITT Europe GmbH •

Gaugrafenstraße 34 · 60489 Frankfurt am Main tel 069 / 58 30 00-200 · fax 069 / 58 30 00-299 ieusales@infinitt.com · www.infinitt.com

i-Solutions Health GmbH

Am Exerzierplatz 14 · 68167 Mannheim tel 06 21 / 39 28-0 · fax 06 21 / 39 28-527 www.i-solutions.de

JUSHA

Vertrieb durch die MEVA GmbH & Co KG Röllingheider Straße 6 · 58285 Gevelsberg tel 0 23 32 / 91 37 24 · fax 0 23 32 / 91 37 25 info@meva.org · www.meva.org · german.jusha.com.cn

JVC KENWOOD Deutschland GmbH

Konrad-Adenauer-Allee 1 – 11 · 61118 Bad Vilbel tel 0 61 01 / 49 88-0 medical-display.e@jvckenwood.com · www.jvc.de

Konica Minolta •

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Business Solutions Deutschland GmbH · Healthcare Business Werner-Eckert-Straße 2 · 81829 München tel 0 89 / 23 88 75-0 · fax 0 89 / 23 88 75-258 healthcare@konicaminolta.de www.konicaminolta.eu/eu-en/healthcare


Ultraschall

Dosimetrie

Bildwiedergabe-Systeme

Teleradiologienetzwerk

Künstliche Intelligenz

IT-Systeme

Magnetresonanztomographie

Computertomographie

Injektoren

Interventionelle Systeme

R- / F-Systeme

Mammographie

HERSTELLERVERZEICHNIS

mbits imaging GmbH

Bergheimer Strasse 147 · 69115 Heidelberg tel 0 62 21 / 673 48 80 · fax 0 62 21 / 673 48 89 mail@mbits.info · www. mbits.info

medavis GmbH

Bannwaldallee 60 · 76185 Karlsruhe tel 07 21 / 929 10-300 · fax 07 21 / 929 10-333 info@medavis.de · www.medavis.de

MedEcon Telemedizin GmbH •

Gesundheitscampus-Süd 29 - 44801 Bochum tel 02 34 / 978 36-0 · fax 02 34 / 978 36-66 info@medecon-telemedizin.de www.medecon-telemedizin.de

mediaire GmbH •

Möckernstraße 63 · 10965 Berlin tel 030 / 28 64 90 67 · fax 030 / 28 64 90 66 info@mediaire.de · www.mediaire.de

medigration GmbH •

Dr.-Rudolf-Eberle-Straße 8 – 10 76534 Baden-Baden tel 0 72 23 / 966 98 69 info@medigration.de · www.medigration.de

MEDSER Medical Services GmbH & Co. KG

Seligenstädter Grund 13 · 63150 Heusenstamm tel 06104 / 408 84-0 info@medser.de · www.medser.de

MEDTRON AG

Hauptstraße 255 · 66128 Saarbrücken tel 06 81 / 970 17-0 · fax 06 81 / 970 17-20 marketing@medtron.com · www.medtron.com

MEVA

bildgebende Systeme GmbH & Co.KG Röllingheider Straße 6 · 58285 Gevelsberg tel 0 23 32 / 91 37 24 · fax 0 23 32 / 91 37 25 info@meva.org · www.meva.org

MeVis Medical Solutions AG •

Caroline-Herschel-Straße 1 · 28359 Bremen tel 04 21 / 2 24 95-0 fax 04 21 / 2 24 95-999 info@mevis.de · www.mevis.de

Mint Medical GmbH •

Burgstraße 61 · 69121 Heidelberg tel 0 62 21 / 321 80-0 info@mint-medical.de · www.mint-medical.de

MTS •

Medizintechnische Servicegesellschaft GmbH Zechenstraße 6 · 45772 Marl tel 0 23 65 / 503 39-0 · fax 0 23 65 / 503 39-20 service@mts-med.com · www.mts-med.com

R ADIOLOGIE MAGAZIN · 2-2021

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Ultraschall

Dosimetrie

Bildwiedergabe-Systeme

Teleradiologienetzwerk

Künstliche Intelligenz

IT-Systeme

Magnetresonanztomographie

Computertomographie

Injektoren

Interventionelle Systeme

R- / F-Systeme

Mammographie

I N D E -X

NEXUS / CHILI GmbH

Friedrich-Ebert-Straße 2 · 69221 Dossenheim tel 0 62 21 / 180 79-10 info@nexus-chili.com · www.nexus-chili.com

NORAS MRI products GmbH

Leibnizstraße 4 · 97204 Höchberg tel 09 31 / 299 27-0 mri@noras.de · www.noras.de

PEHA med. Geräte GmbH

Mühlstraße 38 · 65843 Sulzbach tel 0 61 96 / 500 40-30 · fax 0 61 96 / 500 40-50 info@pehamed.de · www.pehamed.de

PENTA Services GmbH & Co. KG

Sprockhöveler Straße 4 · 45527 Hattingen tel 02 34 / 32 41 33-0 info@penta-services.de · www.penta-services.de

Philips Healthcare •

Röntgenstraße 22 · 22335 Hamburg tel 040 / 28 99-0 healthcare.deutschland@philips.com www.philips.de/healthcare

EXAMION GmbH •

Erich-Herion-Straße 37 · 70736 Fellbach tel 07 11 / 12 00 02-0 vertrieb@examion.com · examion.com/de

PLUM Medical Solutions GmbH •

Lange Straße 16 · 18055 Rostock tel 03 81 / 49 65 82-80 · fax 03 81 / 49 65 82-99 info@med-tab.com · www.med-tab.com

Quantib

Westblaak 106 · 3012 KM Rotterdam · Niederlande tel +31 108 41 17 49 services@quantib.com www.quantib.com

Neo Q Quality in Imaging GmbH

Oranienburger Straße 4 · 10178 Berlin tel 030 / 863 23 64 00 info@neo-q.de · www.neo-q.de

RA Radiology Advanced GmbH Schloßstraße 34 · 12163 Berlin tel 030 / 4 03 66 46 60 office@radiology-advanced.com www.radiology-advanced.com

reif & möller diagnostic network AG

reif & möller

NETZWERK FÜR TELERADIOLOGIE

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Gathmannstraße 3 · 66763 Dillingen/Saar tel 0 68 31 / 698 97 22 telerad@reif-moeller.de · diagnostic-network-ag.de


Ultraschall

Dosimetrie

Bildwiedergabe-Systeme

Teleradiologienetzwerk

Künstliche Intelligenz

IT-Systeme

Magnetresonanztomographie

Computertomographie

Injektoren

Interventionelle Systeme

R- / F-Systeme

Mammographie

HERSTELLERVERZEICHNIS

RVC Medical IT GmbH

Ein Unternehmen der Allgeier Gruppe Ortsstraße 56 · 89081 Ulm / Donau tel 0 73 04 / 91 91-60 · fax 0 73 04 / 91 91-61 w.schmezer@rvc-medical-it.de· www.rvc-medical-it.de

Samsung Electronics HME •

Health Medical Equipment Am Kronberger Hang 6 · 65824 Schwalbach / Taunus tel 0 61 96 / 934 02 46 · fax 0 61 96 / 66 53-77 HME@samsung.de · www.samsunghealthcare.com/de

Sectra Medical Systems •

Gustav-Heinemann-Ufer 74c · 50968 Köln tel 02 21 / 474 57-0 · fax 02 21 / 474 57-1 00 info.de@sectra.com · www.sectra.com/dach

Shimadzu Europa GmbH •

Medical Business Unit Albert-Hahn-Straße 6 – 10 · 47269 Duisburg tel 02 03 / 76 87-0 · fax 02 03 / 76 87-6 80 medical@shimadzu.eu · www.shimadzu-medical.de

Siemens Healthcare GmbH •

Henkestraße 127 · 91052 Erlangen tel 0 91 31 / 84-0 www.healthcare.siemens.de

Telepaxx Medical Data GmbH

Wasserrunzel 5 · 91186 Büchenbach tel 0 91 71 / 89 81 80 info@telepaxx.de · www.telepaxx.de

TelradKo

Teleradiologisches Zentrum Jakob-Hasslacher-Straße 4 · 56070 Koblenz tel 0261 / 943 089 02 info@telradko.de · www.telradko.de

ulrich GmbH & Co.KG

Buchbrunnenweg 12 · 89081 Ulm tel 07 31 / 96 54-0 · fax 07 31 / 96 54-199 info@ulrichmedical.com · www.ulrichmedical.com

VacuTec Meßtechnik GmbH •

Dornblüthstraße 14a · 01277 Dresden tel 03 51 / 317 24-0 · fax 03 51 / 317 24 68 info@vacutec-gmbh.de · www.vacutec-gmbh.de

VISUS Health IT GmbH •

Gesundheitscampus-Süd 15 – 17 · 44801 Bochum tel 02 34 / 936 93-0 · fax 02 34 / 936 93-199 info@visus.com · www.visus.com

VMP GmbH •

Robert-Florin-Straße 1 · 46238 Bottrop tel 0 20 41 / 77 58-95 · fax 0 20 41 / 77 58-96 info@vmp-medizintechnik.de · www.vmp-medizintechnik.de

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X- E M P L A R

Workflow

Das nächste RADIOLOGIE MAGAZIN erscheint am 29. November 2021 „Welche Möglichkeiten gibt es, den Workflow in der Radiologie zu verbessern, um die Abläufe effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten?“ lautet das Thema der Novemberausgabe von Radiologie Magazin. Dabei geht es nicht nur um KI-basierte Orchestratoren, sondern um jegliche Lösungen, die in der Lage sind, den Arbeitsablauf einer Radiologie zu analysieren und zu verbessern: von der Anmeldung von Patient:innen über die Untersuchung bis hin zur Bildanalyse und dem Befundversand. Die Kostensituation sowie die demographische Entwicklung geben den Takt vor: Weniger Radiolog:innen sollen bei rückläufigen Budgets immer mehr Patient:innen versorgen.

Guido Gebhardt Adalbert-Stifter-Weg 2 b · 85661 Forstinning tel 0151 15674833 gg@radiologiemagazin.de www.radiologiemagazin.de

Gestaltung / Layout / Produktion Christoph Muschiol Am Tretenbach 27 · 77960 Seelbach tel 0 78 23 / 795 95 19 info@muschiol-online.de

Weber Offset GmbH Ehrenbreitsteiner Straße 42 · 80993 München tel 0 89 / 14 31 50 0 · fax 0 89 / 14 31 50 20 info@weber-offset.de · www.weber-offset.de

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Agfa Healthcare Germany GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 Bayer Vital GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Canon Medical Systems GmbH.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13, 51 Dedalus HealthCare GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Dreiländertagung der Med. Physik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 deepc GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116 febromed GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 GE Healthcare. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 iba Dosimetry GmbH.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 Imaging Service AG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 Medavis GmbH.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 Medtron AG. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Mint Medical GmbH.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 RA Radiology Advanced GmbH.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 reif & möller diagnostic network AG.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 Sectra Medical Systems. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 VMP GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Dr. Wolf, Beckelmann & Partner GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39

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