Dienstag, 4. April 2023 | 6. Jahrgang Nr. 2 | Grossauflage 19 000 Exemplare
Offizielle Gewerbezeitung des Gewerbeverbandes Uster
Gewerbeverband Uster
Viertagewoche
E-Scooter
Traditionsanlass
An der Generversammlung wurde eine neue Präsidentin gewählt.
Wird dieser Trend das Arbeitsmodell der Zukunft?
Wenn eine gute Idee zum Problem wird.
Das Blaueierschwimmen gibts bald nicht mehr.
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Die gute Idee
Schach spielen im autofreien Zentrum Oder doch nicht? Ein zweiwöchiger Versuch ist teuer und hat wohl keine Aussagekraft. Text: Gerold Brütsch-Prévôt Konjunktiv und Fragezeichen kommen auffallend oft vor, wenn man sich über die Ausgestaltung des autofreien Ustermer Zentrums informieren will. Man könnte die Gerichts- und Webern strasse temporär sperren, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, Tischtennis, Schach oder Mühle zu spielen. Wo können die Kundinnen und Kunden der Post parkieren? Welchen Zweck hat der «Pavillon», und wo genau kommt er zu stehen? Was genau ist ein «Stadtgarten»? Wie muss man sich eine «improvisierte Gestaltung mit beweglichem Mobiliar» vorstellen? Lohnt sich der immense Aufwand für nur zwei Wochen? Und ja, wann startet der Testbetrieb überhaupt? Spannungsfeld Stadtzentrum Das Zentrum von Uster steht schon seit Jahrzehnten im Fokus der Politik. 2017 sorgte beispielsweise eine Motion der seinerzeitigen Mittefraktion für Auf regung, die verlangte, das Ustermer Zentrum während vier Wochenenden, je eines im Frühling, Sommer, Herbst und Winter, «auf unbestimmte Zeit» für den Autoverkehr zu schliessen und nur noch Fussgänger und Velos zuzulassen. Ein unkontrollierter Hüftschuss, der nicht einmal mit dem immerhin auch für die Entwicklung des Zentrums zuständigen Verein Herzkern abgesprochen wurde. Ausserdem torpedierte diese Motion auch das Stadt entwicklungskonzept mit der Ausrichtung auf das Jahr 2035. « Verkehrsbefreites Zentrum – eine Schnapsidee?» titelte dann auch die Gewerbezeitung in ihrer Ausgabe vom 5. April 2018 f olgerichtig – eine Headline, die in den politischen Kreisen und auch im G ewerbe für einige Emotionen sorgte.
Bild: zVg
Zwei Wochen sagen nichts aus Auch Patrick Neuhaus, bis letzten Monat Ustermer Stadtplaner, beurteilte die temporäre Sperrung des Zentrums in einem Interview mit der Gewerbezeitung kritisch. Für die Stadtplanung sei es klar, dass eine Verkehrssperrung alleine keine Aufwertung des Zentrums darstelle – es fehle der Mehrwert. Bei einer zweiwöchigen Sperrung seien ja keine baulichen Aufwertungen des Strassenraums möglich. Entsprechend werde mit temporären Massnahmen geplant, die den Ort aufwerten und beleben sollen. Ob die kurze Dauer von zwei Wochen ausreichen werde, um das Verhalten der Bevölkerung so zu verändern, dass sie sich diese Flächen aneignet und belebt, werde sich zeigen.
Umsätze gefährdet «Man muss es einfach mal ausprobieren», ist der Tenor der Befürworterinnen und Befürworter. Wer kein Gewerbe betreibt oder auf Kundschaft angewiesen ist, hat gut reden. Allen beteiligten Politikerinnen oder Politikern geht es nicht an den Geldsäckel, wenn die Kundschaft ausbleibt und der Versuch misslingt. So sehen sie es nicht als notwendig an, die Umsetzungspläne mit dem Gewerbe und den Gastronomen zu besprechen. Es ist auch zu befürchten, dass Markus Ehrensperger mit seinem Votum an der seinerzeitigen Gemeinderatssitzung recht hat, wenn er davon ausgeht, dass diese handgestrickten und provisorischen Massnahmen nicht die grossen Massen
ins Ustermer Zentrum locken werden. Ausserdem sind 60 000 Franken doch eine recht hohe Summe, um einen
zweiwöchigen Versuchsballon mit unbestimmtem Ziel steigen zu lassen.
DIE GUTE (SCHNAPS-)IDEE Was für die einen ein ultimativ brillanter Geistesblitz ist, löst bei anderen ein konsterniertes Kopfschütteln aus. Die Sperrung des Ustermer Zentrums, nur noch vier Tage die Woche arbeiten oder sich bei eisigen Temperaturen in den Greifensee stürzen? Man kann geteilter Meinung sein. Aber: Hinter allem steckt eine Idee, eine Motivati-
on, die Lust auf Veränderung. Unsere Gesellschaft braucht findige Köpfe, die sich engagieren – auch wenn sie mal übers Ziel hinausschiessen. Sich zu engagieren, ist nämlich grundsätzlich eine gute Idee. Diese Ausgabe der Gewerbezeitung ist gefüllt mit Ideen von verschiedenen Menschen und Firmen. Lassen Sie sich inspirieren!
Zentrum Illuster
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