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Silbersteins und

Knusperkorns von Karen Hunt


Es gab da einmal eine Mäusefamilie, die im Dachboden der alten Silberstein-Villa am Rande von Dinkelau wohnte. Die Mäuse waren sehr stolz, wie man sich vorstellen kann, in einem so feinen Haus daheim zu sein. Allerseits waren sie als die „Silberstein-Mäuse“ bekannt.


Heute war Samstag, und die beiden M채usekinder, Eugen und Rosinella, waren ganz aufgeregt.


Unten in der Villa wurde gerade ein prächtiges Fest gefeiert. Die beiden Geschwister schnupperten mit ihren winzigen Nasen, weil köstliche Düfte ihre Wohnung im Dachboden erfüllten.


Ein ums andere Mal hastete Papa Silberstein vom Esszimmer zum Dachboden zurück, um Berge von Leckerbissen heimzutragen: knusprige Hähnchenschenkel, Apfelknödel, Kartoffelpüree, Soße, Karotten, Erbsen, Rüben, Erdbeertörtchen, Schokoladenplätzchen …

… und natürlich auch eine Auswahl der feinsten Käsesorten.


Dabei nahm er sich tunlichst vor dem Kater Alex in Acht. Man wusste n채mlich nie, ob Alex wirklich schlief oder nur so tat.


Als die Mahlzeit vollständig war, breitete Mama Silberstein die Leckerbissen auf ihrem allerbesten Tischtuch aus, und die ganze Mäusefamilie setzte sich zum Essen. Leider waren Eugen und Rosinella keine sehr wohlerzogenen Mäusekinder. Sie vergaßen nicht nur sämtliche Tischmanieren, sondern sie begannen auch sogleich mit ihrer gewohnten Maulerei: „Ich mag keine Rüben“, schmollte Rosinella. „Sie hat ja viel mehr Knödel als ich!“, beschwerte sich Eugen. „Und außerdem will ich nur Nachtisch haben, sonst gar nichts“, verlangte Rosinella. „Aber Kinder!“, rief ihre Mutter aus. „Benehmt euch doch. Und seid dankbar für das, was ihr zu essen habt. Manch eine arme Maus muss hungern.“ Trotzig stemmte Eugen die Ellbogen auf den Tisch, sodass die Soßenschale umstürzte und die Soße über das ganze Tischtuch rann. „So, jetzt reicht es mir aber! Auf der Stelle nach oben ins Bett mit euch!“, befahl Papa Silberstein. „Und vor dem Frühstück gibt es keinen Bissen für euch!“, fügte er hinzu.


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