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FEBRUAR 2014

Februar 2014 · B 1309 | € 5,90 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 6,50 | Be/Ne/Lux € 6,90

SAMMLER JOURNAL

KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN

Über 2.000 Sammlertermine

Design Lightopia

Porzellan Kopenhagen

Metall Tafelleuchter

Dialog Leser & Experten

GEMI

Berichte & Preise

Ausstellungen

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Tipps & Termine

4 195488 705908

Auktionen


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Februar 2014 · B 1309 | € 5,90 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 6,50 | Be/Ne/Lux € 6,90

KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN

Über 2.000 Sammlertermine

PORZELLAN

Design

Kopenhagen K.K.

Lightopia

Horst Makus

Porzellan Kopenhagen

20

Metall Tafelleuchter

Dialog Leser & Experten

Berichte & Preise

Ausstellungen

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Tipps & Termine

4 195488 705908

Auktionen

DESIGN Titelfoto: Kalle Sanner & Daniel Rybakken

Lightopia Hans-Jürgen Flamm

DIALOG

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MAGAZIN

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MESSETERMINE

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KUNSTMARKT

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AUKTIONSNOTIZEN

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AUKTIONSTERMINE

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INSERENTENVERZEICHNIS

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AUSSTELLUNGEN

55

AUSSTELLUNGSTERMINE

62

LITERATURTIPP

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GEMÄLDE

AUKTIONSPREISE

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Meister von Schloss Lichtenstein

IMPRESSUM

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VORSCHAU

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M E TA L L Tafelleuchter Dieter Weidmann

Günter Kohlprath

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TERMINE & KLEINANZEIGEN IN DER BEILAGE

UHREN Audemars Christoph Prignitz

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Mädchen mit Katze Kleinplastik von Franz Adolf Sautner Als Abonnent Ihres interessanten Journals wende ich mich heute einmal mit einigen Fragen zu einer Bronzefigur, welche ich sehr günstig bei einer Internetauktion erworben habe, an Sie. Die Figur ist insgesamt circa 20 cm hoch. Oben am Stock, den das Mädchen hält, ist wohl etwas abgebrochen – was mag das sein (Schirm, Besen)? Der Stuhl hat unten zwei Löcher, das größere hat einen Durchmesser von knapp 3 cm, das kleinere nur 6 mm. Hatte die Figur möglicherweise eine Funktion? Ich dachte eventuell an einen Uhrenständer. Die Signatur kann ich nicht deuten. Es wäre interessant zu wissen, wer die nette Figur entworfen hat. Des Weiteren ist natürlich auch noch der Wert interessant. Sybille Bastert, Düsseldorf

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Die Bronzefigur des jungen Mädchens mit Katze ist sehr gut gelungen und auch von sehr guter Gussqualität und ist ein typisches Produkt jener Art von dekorativen, genrehaften und oft verschieden farbig gebeizten Kleinbronzen, die um 1900 als so genannte „Wiener Bronzen“ große internationale Beliebtheit genossen. Auch heute werden sie von Sammlern wegen der unendlichen Motivauswahl gern gekauft und auch wegen der Beiträge von namhaften Wiener Bildhauern, die sich nicht zu schade waren, auch auf diesem Gebiet dieser oft belächelten Kleinplastik tätig zu sein. Sie setzte natürlich einen gewissen Sinn für Humor beim

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Interessenten voraus, genau so wie heute, da es sich bei den meisten Produkten dieses Genres um Spielereien, auch der erotischen Art, handelte. Die eingeritzte Signatur am Sockel der kleinen Gruppe ist als „Sautner“ zu identifizieren: Darüber ist der Stempel der Bronzegießerei, der den Buchstaben „K“ enthält, aber hier nicht zu identifizieren ist. Franz Adolf Sautner war der Name des österreichischen Bildhauers, am 22. März 1872 in Reichenau an der Maltsch in Böhmen geboren und am 30. Mai in Rodaun bei Wien gestorben. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und war Groß- und Kleinplastiker. Er gestaltete auch sein Grabmal im Friedhof Rodaun (Teil A, Nummer 482), das eine vom Jugendstil bestimmte trauernde Frauengestalt enthält. Bei der vorliegenden Kleinplastik hielt das Mädchen im Komplettzustand einen Bronzeschirm hoch, der als Lampenschirm über einer entsprechend angebauten Birnenhalterung diente: Durch das hintere Loch des Sockels lief ursprünglich die Elektrifizierung. Die vordere Öffnung des Sockels enthielt einmal ein herausnehmbares Uhrwerk. In komplettem ursprünglichem Zustand diente die Bronzegruppe vermutlich als Nachttischlampe. Es wird kaum möglich sein, sie in diesen früheren Zustand zurück zu versetzen, deshalb beträgt ihr Wert nur etwa 50 Euro. Zum Vergleich: Sautners perfekt erhaltene „Tanzende“ (Abbildung) aus dem Jahr 1910, H 38 cm, wurde am 29. März 2006 beim Auktionshaus Rempex in Warschau als Position-Nr. 412 zum Preis von 2.800 PLZ (etwa 640 Euro) angeboten, aber nicht verkauft. Dr. Graham Dry, München

Formschönes Service Service von Richard Kjaergaard Ich lese regelmäßig das Sammler Journal. Vor einiger Zeit habe ich auf dem Markt ein dreiteiliges Teeservice aus Keramik erstanden. Es ist bodenseitig gemarkt bzw. signiert

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und die Stücke haben eine fortlaufende Nummer (1 bis 3). Es stammt, wie man der Ritzsignatur entnehmen kann, aus Dänemark. Die Signatur kann ich leider nicht lesen und meine Suche nach „Paul + Keramik + Dänemark“ ergab leider keine Treffer. Können Sie mir gegebenenfalls etwas zum Künstler/Werkstatt und dem Alter sagen? Über weitere Hinweise oder eine Literaturempfehlung wäre ich Ihnen sehr dankbar. Marcus Hornung, o. O. Das aus unglasiertem braunem Steinzeug bestehende Teeservice stammt offensichtlich aus den Fünfzigerjahren und entpuppt sich als sehr guter Kauf. Die eingeritzte und klar lesbare Marke müsste eigentlich alles über den Designer und Hersteller erzählen, dennoch lässt sich ein dänischer Keramiker namens „Paul“ nicht nachweisen. Das ist auch richtig so, denn der Name „Paul“ erscheint hier als Bezeichnung für den Servicenamen. Entworfen und ausgeführt wurde das Service nämlich um 1954 von Richard Kjaergaard (1919-1999) in seinem Atelier in Kastrup, das er 1945 nach Beendigung seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Kopenhagen bezog. Der flüchtig hingeworfene Kringel in der Mitte des Bodens ist nichts anderes als das Monogramm des Keramikers RK. Kjaergaard bezog 1956 ein neues Atelier in Lyngby und lieferte 1958-1962 Formentwürfe an die Porzellanfabrik Bing & Grøndahl, Kopenhagen. Eine sehr ähnliche, mit Bast umzogenem Griff versehene Teekanne von Kjaergaard ist bei Esbjørn Hiort, Modern Danish Ceramics, New York usw. 1954 auf S. 117 und auf dem hinteren Umschlag abgebildet. Ein Exemplar eben dieses Teekannenmodells, 12,7 x 19,69 x 13,97 cm, befindet sich in dem Department of Decorative Arts and Design im Los Angeles County Museum of Art (Geschenk von Howard und Gwen Laurie Smits: Inventar-Nr. M.87.1.70a-b). Hilfe bei der Identifizierung dieser schwierigen Marke hat David Mann von der auf skandinavische Keramik spezialisierte Gallery 215, The Showplace, 40 West 25th Street, New York, geliefert, die zur Zeit eine glasierte Steinzeugvase von Kjaergaard aus den Fünfzigerjahren, H 13 cm, im Angebot hat, deren Preis $ 585 (= etwa 440 Euro) beträgt. Der Wert des formschönen und überaus gebrauchstüchtigen Teeservices, das für Keramiksammler nicht ganz den Reiz von ein-

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WWW.MERCANTEINFIERA.IT


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zelnen Vasen- und anderen Gefäßen hat, liegt folglich bei etwa 650 Euro. Arbeiten von Kjaergaard befinden sich u. a. im Kunstindustrimuseet (Museum of Art and Design) in Kopenhagen. Dr. Graham Dry, München

Eine der goldigen Drei Charakterpuppe von Heubach Ich habe vor Kurzem auf einem kleinen Flohmarkt eine Puppe erstanden. Von ihrem Aussehen und ihrer Bekleidung her sieht sie älter aus, ich kann sie aber nicht einschätzen. Auf dem Rücken ist eine Nummer zu sehen, und zwar: 10490/3. Die untere Nummer ist schwer zu entziffern, könnte auch ein großes J sein? Per Kamera konnte ich die Nummer nicht deutlich ablichten. Es wäre für mich erfreulich, etwas über die Puppe zu erfahren. Karin Kaske, Frankfurt

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Bei dem von Ihnen vorgestellten, zur Gänze aus Biskuitporzellan gefertigten Puppenmädchen handelt es sich um eine so genannte Charakterpuppe. Die im Nacken eingeprägte Seriennummer „10490“ verweist auf eine Herstellung in der renommierten Puppenfabrik der Gebrüder Heubach im thüringischen Lichte. Um 1840 kauften hier die Brüder Christoph und Philipp Heubach eine bereits 1804 gegründete Keramik- und Steingutfabrik und begannen neben Porzellangeschirr in späteren Jahren auch Figuren, Statuetten und allerlei Nippes herzustellen. Die bedeutendste Ära der Firma aber begann um 1910 mit der Produktion unzähliger Charakterköpfe, die in der Vielfalt ihrer Mienenspiele nahezu jede Gemütsbewegung ausdrücken konnten: Da gab es lachende und weinende, pfeifende und schreiende, trotzige und schlafende, niedliche und traurige Puppengesichter, die nicht nur die Kinder, sondern auch Erwachsene begeisterten. Die Vielzahl dieser Köpfe – man spricht von mehreren tausend Serien! –, die jeweils nur kurze Zeit hergestellt und oft nach einigen Wochen bereits durch neue Modelle wieder ersetzt wurden, waren ein Ergebnis der engen Zusammenarbeit der Firma Heubach mit der ebenfalls in Lichte ansässigen Industrieschule, in der Puppenkopf-Modelleure und Formenbauer ausgebildet wurden. Für ständigen Nachschub an neuen und immer anderen Charakterköpfen war jedenfalls gesorgt! Ab 1913 wurde u.a. auch die Puppenserie „10490“ produziert. Der in kindlichen Proportionen modellierte Körper aus schwach rosa gefärbtem Biskuitporzellan ist in Schultern und Hüften beweglich. Das seitlich gesenkte und etwas nach links gewendete Köpfchen mit modellierter Lockenfrisur und blau gemalten Schleifchen ist unbeweglich. Im Gesicht gefallen die schelmisch zur Seite blickenden, gemalten blauen Augen und die zwei unter der Oberlippe hervorblitzenden, ebenfalls gemalten Zähnchen in dem geschlossenen Mund. Typisch sind die Hände mit gespreizten Fingern, wobei jeweils Mittel- und Ringfinger in einem Stück modelliert sind. Ein weiteres Merkmal dieser circa 22/23 cm großen Ganzporzellan-Puppen sind die stets

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anmodellierten, farbig bemalten Socken und Schuhe. Das Mädchen hatte ursprünglich zwei Schwestern. Unter der Bezeichnung „Unsere goldigen Drei“ wurde das niedliche Trio ab 1913/14 angeboten: Die Körper waren gleich, die Unterschiede lagen lediglich im Gesichtsausdruck und in der jeweils geänderten modellierten „Frisur“. Der Wert der Puppe liegt zur Zeit bei 500 bis 700 Euro. Reingard Ecker, Wels (A)

Rosenkavalier Rokokopaar um 1912 hergestellt Ich sende Ihnen Fotografien einer Porzellanfigur mit der Bitte, mir zu sagen, wo sie entstanden ist und wer sie gemacht hat. Meine Urgroßmutter hat sie um den Ersten Weltkrieg herum, ich denke, eher so 1918/1919, in Darmstadt in einem Antiquitätenladen gekauft und meiner Oma geschenkt. Seitdem steht das Pärchen in unserer Familie und wird sehr geliebt.

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Barbara Broszeit-Zucker, o. O.

Die unruhigen, überall mit kleinen Dellen bearbeiteten Rückseiten der Jacke und des Rocks wären für das Material Porzellan eher ungewöhnlich, aber charakteristisch für das Material Steingut. Die Art und Weise der Stempelung der Serien- und Ausformer-Nummer am Boden weist auch eher in Richtung Steingut als Porzellan. Eine Figurengruppe des 18. Jahrhunderts aus Porzellan stand natürlich bei der Gestaltung dieses Rokokopaars, das etwa um 1912 hergestellt wurde, Pate. Wenn es sich tatsächlich um Steingut handelt, würde die Art der farbigen Bemalung auf eine Keramikfabrik in Österreich oder Böhmen hinweisen, ohne dass diese näher zu identifizieren wäre. Wenn es sich allerdings doch um Porzellan handelt, wäre eine genaue Zuordnung, geschweige denn ein auch vorsichtiger Vorschlag zur Herkunft nicht möglich. Der Vorschlag sei immerhin erlaubt, dass das Rokokopaar die Marschallin und Octavian aus der Oper „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss nach einem Libretto von Hugo von Hofmannsthal darstellt, die Premiere am 26. Januar 1911 am Königlichen Opernhaus in Dresden hatte und zum ersten Mal in Österreich an der Wiener Staatsoper am 8. April 1912 aufgeführt wurde. Die Figurengruppe hat einen Wert von etwa 350 Euro, wenn sie aus Steingut besteht. Aus Porzellan wäre die Gruppe etwas höher einzuschätzen (Höhe nicht mitgeteilt).

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Dr. Graham Dry, München


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Entschlossener Moses Sogenannte „Ladenbronze“ um 1900 Als langjähriger Leser und Bezieher Ihrer Zeitschrift möchte ich mich wieder einmal mit einer Anfrage an Sie richten. Bei meinem Objekt handelt es sich um eine circa 32 cm hohe Bronzefigur, einen auf einem Sockel sitzenden älteren Herren mit Bart, gekleidet in einer Tunika, die Arme leicht ausgebreitet und in der rechten Hand eine Schlange haltend. Um wen handelt es sich bei dem älteren Herren, wer ist sein Schöpfer und wie alt ist die Figur? Als letztes noch die Frage nach dem Wert des Ganzen. Hildegard Pfeifer, o. O.

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Gewand und Bart des Sitzenden sind nicht klassischantik, sondern jüdisch-biblisch. Die Figur, die eine Schlange in der rechten Hand hält, ist deshalb als Moses zu identifizieren. In der bildenden Kunst wurde der sitzende Moses meistens mit den Gesetzestafeln dargestellt, beispielsweise bei Michelangelos Marmorfigur, ca. 1513-1515, die in der Kirche San Pietro in Vinculi in Rom steht. In der Malerei kommt Moses oft mit dem freistehenden Motiv der Ehernen Schlange vor. Im Alten Testament wird berichtet, dass Gott feurige Schlangen unter den Israeliten während ihrer Wanderung nach dem Auszug aus Israel schickte, um sie für ihre Ungeduld zu bestrafen. Wer von einer feurigen Schlange gebissen wurde und zu der an einem Stab aufgerichteten ehernen Schlange aufsah, wurde geheilt und durfte weiterleben. „8 Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. 9 Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und

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wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben“ (Num 21, 4-9). Die vorliegende Darstellung von Moses, bei der er die Schlange in der Hand hält, bezieht sich aber auf ein erstes Zeichen des Herrn, dass Moses, entgegen dessen Überzeugung, doch der Richtige sei, um die Israeliten aus Ägypten zu führen. Gott verwendete dabei den Stab, den Moses in der Hand hielt. Auf den Boden geworfen, wurde er zur Schlange, vor der Moses erschrocken zurückwich. Aber auf Gottes Befehl packte er sie am Schwanz und die Schlange wurde wieder zum Stab in seiner Hand (2. Mose 4, 1-9). Die vorliegende Bronze zeigt den entschlossenen Moses, der gerade die Schlange gepackt hat, in der Sekunde vor der Zurückverwandlung zum Stab. Es handelt sich dabei um eine „Ladenbronze“ als Dekorationsstück für das bürgerliche Heim, wie das späte 19. Jahrhundert diese Kleinbronzen zu nennen pflegte, zur Abgrenzung von den Monumentalwerken der Bronzegießereien, die für eine Aufstellung im Freien gedacht waren. Der sitzende Moses müsste im Prinzip die verkleinerte Version eines solchen Monumentalwerks aus Bronze oder Marmor sein, aber ein solches Werk konnte nicht identifiziert werden. Möglicherweise gehörte die Figur zu einer Reihe von Darstellungen der Propheten. Gegossen wurde sie vermutlich in einer deutschen Bildgießerei, von denen es um 1900, als sie entstand, eine große Zahl gab. Der unsignierte und sonst nicht bezeichnete sitzende Moses mit Schlange kann auf etwa 350 Euro geschätzt werden. Dr. Graham Dry, München

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Mahagoni-Möbeln von 1740 bis 1840 ein außergewöhnliches Stück um 1880, nämlich den Billiardtisch in massivem Mahagoni, der aus dem Besitz des sechsfachen Weltmeisters Roy Reardon stammt. Die fünf schweren Schieferplatten und viel Zubehör sind noch original vorhanden. Besonders breit gefächert ist das Angebot an Kunst des 20. Jahrhunderts. Mit vielen bedeutenden Künstlern, u.a. von der expressionistischen Künstlergruppe „Brücke“ von Max Pechstein bis Karl Schmidt-Rottluff oder der Stuttgarter Schule mit Werken von Otto Dix, Max Ackermann, Ida Kerkovius, Oskar Schlemmer und Willi Baumeister bei Kunsthandel Rudolf, aber auch beispielsweise der berühmte „Milljöh“-Künstler Heinrich Zille ist gut vertreten. Bei dem vielfältigen Angebot an Kunst sticht ein Gemälde von Jan Breughel d. J. hervor neben einer Pastell- und Bleistift-Zeichnung von Fernando Botero, das der Künstler der Besitzerfamilie in Wiesbaden persönlich schenkte. Bei der zeitgenössischen Kunst stehen die großformatigen narrativen Bilder von Igor Oleinikov im Mittelpunkt, die jetzt noch für bis zu 18.000 Euro bei der Neuen Kunst Gallery Karlsruhe zu haben sind. Oleinikov dürfte der Geheimtipp dieser Kunst- und Antiquitätenmesse werden und seine Bilder die schnellsten Wertsteigerungen erfahren.

Fernando Botero, Society Lady, 1984; Art & Antique in Frankfurt/M.

Von Breughel bis Botero Art & Antique in Frankfurt/M. Welch ein Platz für eine neue Kunstmesse: Ein architektonisch einmaliges Ensemble erwartet den Besucher der neuen Art & Antique International vom 13. bis 16. Februar um das Frankfurter Messegelände – Messeturm, Hammerman, Kongresszentrum und das völlig neue Europaviertel. Frankfurt mit seiner in Europa einmaligen Skyline entwickelt sich atemberaubend schnell und außergewöhnlich. Als futuristische Krönung folgt das Forum, die Veranstaltungshalle der neuen Messe für Kunst aus allen bedeutenden Epochen, für Antiquitäten und Sammelobjekte sowie außereuropäische und zeitgenössische Kunst. Das Sonderthema widmet sich dem Frankfurter Schrank, der über 100 Jahre lang für jede Meisterprüfung vor der Frankfurter Zunft gefertigt werden musste. Die fünf Formentypen werden in der Verkaufsschau vertreten sein: Säulenschrank, Pilasterschrank, Ecknasenschrank, Wellenschrank und Kehlschrank auf Stollenunterbau. Selbst ein aufwändiger Schweizer Nasenschrank wird bei Engelbert Ruppert zu sehen sein, der von einem Frankfurter Wandergesellen gefertigt worden sein dürfte. Vorträge von Barbara Naumburg ergänzen das Thema fundiert. Bei dem internationalen Möbelangebot zeigt Niederlintner Fine Antiques Frankfurt neben den frühen englischen

ÖFFNUNGSZEITEN I 13.02.: 15 bis 22 Uhr, Fr bis So: 11 bis 19 Uhr TELEFON I 06471/927290 INTERNET I www.artundantique.de

Die Farben Tirols 18. Art Innsbruck Auf der jährlich stattfindenden Art Innsbruck wird internationale Kunst des 20./21. Jahrhunderts – schwerpunktmäßig nach 1960 – präsentiert. Dabei zeigen 70 Aussteller – Galeristen, Kunsthändler und Institutionen – aus zehn Nationen

Igor Oleinikov, Taufe, 2013, 17.900 Euro; Art & Antique in Frankfurt/M.


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sov, der in Russland als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Maler des Landes gilt und 2009 sogar zu einer Ausstellung in den Kreml geladen wurde, war bis dato noch nie in Österreich zu sehen, gleichwohl er schon in zahlreichen Sammlungen und Museen in Frankreich, Italien und Spanien vertreten ist. Valentsovs virtuos gemalte neo-impressionistische Landschaftsbilder und Stillleben standen daher auch bei den Sammlern auf der Art Innsbruck im Zentrum des allgemeinen Interesses. Für Valentsovs gemalte Referenz an Tirol konnte Penz erneut den russischen Medienkonzern M. Video als Sponsor gewinnen, der damit bereits zum dritten Mal die Patenschaft für eine russische Sonderschau auf der Art Innsbruck übernommen hat. Zwar hat der 1950 in Moskau geborene Valentsov mittlerweile den Status eines Vorzeigekünstlers Vladimir Valentsov, Sonnenaufgang Natters Tirol, 2013, Sonderschau M. Video – Art Innsbruck 2014

Arbeiten von rund 700 Künstlerinnen und Künstlern. Auch in diesem Jahr steht dabei der russische Neo-Impressionist Vladimir Valentsov, dessen lichtdurchflutete Landschaftsbilder und Stillleben schon bei der letztjährigen Art Innsbruck das Interesse der Sammler auf sich zogen, im Fokus. Der Künstler war bei seinem ersten Tirolaufenthalt im Februar 2013 derart fasziniert von Landschaft, Licht und Farbe, dass er umgehend zu malen anfing, im Herbst wiederkehrte und sich bei der diesjährigen Art Innsbruck nun mit der Sonderschau „…die Farben des Äthers … Colour of Tyrol“ präsentieren wird. Bei der letztjährigen Art Innsbruck hatte Johanna Penz, die Gründerin und Direktorin der Messe, ihren Russlandschwerpunkt ausgebaut: Neben einer Schau von „Österreichbildern“ russischer Künstler präsentierte sie erstmals Vladimir Valentsov. Auch das eine Österreich-Premiere: Denn Valent-

Vladimir Valentsov, Stillleben mit Gänseblümchen, 2011, Sonderschau M. Video – Art Innsbruck 2014

Rita Stern, Hommage an Heide, Galerie Dikmayer, Berlin; Art Innsbruck

des neuen Russlands, allerdings war er in den 90er-Jahren vor allem in Frankreich, Spanien und Italien präsent. Schon 1991 hatte er seine erste Einzelausstellung im FrankreichRussland-Haus des bekannten Kunstsammlers René Gera in Berre-les-Alpes unweit von Nizza. Es folgten Ausstellungen u.a. in Marseilles, Paris, Santander, Santoña, Logroño (Rioja). In den letzten Jahren ist Valentsov wieder vermehrt in seiner Heimat Russland künstlerisch aktiv, wenngleich nahezu alle seine Gemälde das Licht der südlichen Sonne in sich zu tragen scheinen. Eben diese außergewöhnliche Strahlkraft seiner Bilder hat ihm auch in Sammlerkreisen das Attribut eines russischen Neo-Impressionisten eingetragen. Die russische Journalistin Vera Dmitrieva, die 2009 über seine Ausstellung im Kreml schrieb, rieb sich angesichts seiner sonnengefluteten Landschaftsbilder regelrecht die Augen und fragte sich zurecht, wann und wo es in Moskau wohl je so viel Sonne geben mag. Im Frühling, erwiderte der Künstler

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ungerührt. Doch Dmitrieva kam für sich zum Schluss, dass es wohl die Aufgabe und Berufung dieses Künstlers sein muss, die Farben der Natur entsprechend auszuleuchten, damit auch der Betrachter sie in einem strahlenderen Licht sehen kann. Man darf also mehr als gespannt sein, in welchem Licht er das „Umland“ der Art Innsbruck für sich wahrgenommen hat. In der Sonderschau „…die Farben des Äthers … Colour of Tyrol“ wird Valentsov dem Publikum jedenfalls seine Einsichten über die Farben dieses Landes zeigen. (20.23.02., Innsbruck (A), Messehallen D + E). TELEFON I 0043/512/567233 INTERNET I www.art-innsbruck.at

Erschwinglich

Espace Art 22, Emmanuelle Bousquet, Audrey Serie Whispers; Affordable Art Fair Brüssel (B)

Affordable Art Fair in Brüssel Nach Stockholm, New York, London und Amsterdam gibt es die Affordable Art Fair nun in Brüssel. Das Konzept der Messe ist ebenso einfach wie einzigartig: In einer angenehm inspirierenden Atmosphäre gibt es vom 7. bis 10. Februar im Tour & Taxis in Brüssel Originalgemälde, Drucke, Skulpturen und Fotografie zwischen 50 und 5.000 Euro zu entdecken. Rund 90 Galerien sowie mehr als 600 zeitgenössische Künstler werden hier vertreten sein. Ein Höhepunkt der Messe wird die Benefiz-Auktion am Freitag, dem 7. Februar mit dem Auktionator Pierre Cornette de Saint Cyr zusammen mit dem Schauspieler Charlie Dupont zu Gunsten von „Les Petits Riens“ sein. TELEFON I 0032/476313739 INTERNET I www.affordableartfair.com/brussels

Thomas Miles Richardson (1813-1890), Auf dem Tummel, Pertshire; bei Guy Peppiatt Fine Art, Works on Paper, Science Museum in London

Empfindlich Works on Paper im Science Museum London Vom 6. bis 9. Februar findet im Science Museum London die 5. Messe mit Arbeiten auf Papier statt. Zum Angebot zählen Aquarelle, Zeichnungen, Drucke, Originalplakate und Fotografien vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart, von Albrecht Dürer bis Dan Hillier. Die Preisspanne reicht hier von moderaten 250 Pfund bis 75.000 Pfund für außergewöhnliche Stücke. Zum Beispiel bietet Charles Nugent eine Landschaft von Arthur Severn (1842-1931) oder eine Vedute von Angelo Hayter (1819-1898) an, Abbott and Holder bringen ein Porträt von William Boycott, eine Kreidezeichnung von Thomas Kerrich (1748-1828) zur Messe mit. Umrahmt wird die Messe von Vorträgen, Führungen und Live-Musik. Bicha Gallery James Hawke, Sunny Beach; Affordable Art Fair in Brüssel (B)

TELEFON I 0044/1798 861 815 INTERNET I www.worksonpaperfair.com


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MESSETERMINE |JANUAR| BRÜSSEL (B) 25.01.-02.02.2014 Brussels Antiques & Fine Arts Fair Tour & Taxis Tel. 0032/2/5134831 www.brafa.be GENF (CH) 30.01.-02.02.2014 Zeitgrnössische Kunst Palexpo Tel. 0041/22/7611111 www.artbygeneve.ch LUXEMBURG (L) 30.01.-03.02.2014 Antiques & Art Fair Luxembourg Tel. 00352/43991 www.antiquaires.lu NÜRNBERG 29.01.-03.02.2014 Spielwarenmesse Messe Tel. 0911/99813-0 www.toyfair.de PETERSFIELD (GB) 31.01.-02.02.2014 Antiques Fair The Festival Hall Tel. 0044/1825 744074 www.penman-fairs.co.uk

|FEBRUAR| BASEL (CH) 01.02.-02.02.2014 Münzenmesse Kongresszentrum der Messe Tel. 0041/61/3825504 www.worldmoneyfair.ch BERGEN-ENKHEIM 23.02.2014 Antikmesse Hessen-Center Tel. 02104/46152 www.interantik-gmbh.de BERLIN 07.02.-09.02.2014 World Money Fair Estrel Convention Center Tel. 030/32764401 www.worldmoneyfair.ch BÖBLINGEN 01.02.2014 Spielzeug-Salon Böblingen Kongresshalle Tel. 0711/5590044 www.theurers.de

BRÜSSEL (B) 07.02.-10.02.2014 Zeitgenössische Kunst Tour & Taxis www.affordableartfair.be CAMBRIDGE (GB) 21.02.-22.02.2014 Book Fair The Guildhall Tel. 0044/1223312913 www.cambridgebookfair.org DORTMUND 22.02.-23.02.2014 Antik & Sammlermarkt Westfalenhallen Tel. 02304/9427911 www.mlg-gmbh.de DÜSSELDORF 16.02.-09.03.2014 Kunstmesse museum kunst palast Tel. 0211/1770723 www.kunstmesseduesseldorf.de FRANKFURT 13.02.-16.02.2014 Art & Antique Messe Tel. 06471/927290 www.artundantique.de GENUA (I) 14.02.-17.02.2014 Moderne u. Zeitgen. Kunst Messe Tel. 0039/498800305 www.artegenova.org HAMBURG 23.02.2014 Antikmesse ELBE-Einkaufszentrum Tel. 02104/46152 www.interantik-gmbh.de INNSBRUCK (A) 20.02.-23.02.2014 Messe f. zeitgenössische Kunst Messe Tel. 0043/512/567101 www.art-innsbruck.at KASSEL 02.02.2014 Antikmesse dez-Einkaufszentrum Tel. 02104/46152 www.interantik-gmbh.de

Anzeigenschluss für das Märzheft ist Mittwoch 5. Februar

LONDON (GB) 06.02.-09.02.2014 Frühe moderne und zeitgenössische Kunst auf Papier Science Museum www.worksonpaperfair.com

BRÜSSEL (B) 14.03.-23.03.2014 Kunst & Antiquitäten Expo, Halle 1 Tel. 0032/2/7401030 www.eurantica.be

28.02.-02.03.2014 ART14 London, Kunstmesse Olympia Grand Hall Tel. 0044/2078863112 www.artfairslondon.com

CREMONA (I) 15.03.-17.03.2014 Zeitgenössische Kunst Messe Tel. 0039/059/643664 www.artecremona.it

MADRID (E) 19.02.-23.02.2014 ARCOmadrid Messe Tel. 0034/917223000 www.ifema.es 19.02.-23.02.2014 Kunst Pabellun de cristal casa de campo Tel. 0034/915358711 www.art-madrid.com MÜNCHEN 21.02.-23.02.2014 Designmesse Postpalast Tel. 0711/9909390 www.blickfang.com ROTTERDAM (NL) 06.02.-09.02.2014 Art Rotterdam Cruise Terminal Tel. 0031/30/2410011 www.artrotterdam.nl STOCKHOLM (S) 13.02.-16.02.2014 Internat. Antiquitätenmesse Messe €lvsjö Tel. 0046/08/7494348 www.stockholmsmassan.se/antik

DÜSSELDORF 23.03.2014 Antikmesse Mitsubishi Electric Hall Tel. 02104/46152 www.interantik-gmbh.de EDINBURGH (GB) 07.03.-08.03.2014 Buchmesse Radisson Blu Hotel Tel. 0044/7749204443 www.edinburghbookfair.org FORLI (I) 21.03.-23.03.2014 Zeitgenössische Kunst Messe www.verniceartfair.it GENOBLE (CH) 21.03.-23.03.2014 Antiquitätenmesse Parc des Exposition Tel. 0041/476/396600 www.alpexpo.com HAMBURG-POPPENBÜTTEL 16.03.2014 Antikmesse Alstertal-Einkaufszentrum Tel. 02104/46152 www.interantik-gmbh.de • Antiquitäten • Raritäten • Kitsch • Kunst •

|MÄRZ| BIARRITZ (F) 17.03.-21.03.2014 Salon des Antiquaires Halle dÕraty Tel. 0033/559223700 www.salon-antiquaires.com BONN 21.03.-23.03.2014 Designmesse Frauenmuseum Tel. 0228/691975 www.frauenmuseum.de

Westfalenhallen

22. / 23. Feb. Sa.+ So. 10 –17 Uhr MLG GmbH Wannestr. 180 • 44265 Dortmund Tel. 02304/942 79-11 • Fax 02304/942 79-22 www.mlg-gmbh.de


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Antiquitäten-Tage Antikmarkt Hessenhalle Alsfeld

Accessoires • Edeltrödel • Kunst • Antiquitäten 36304 Alsfeld, An der Hessenhalle 1, direkt an der Autobahnausfahrt A5 Alsfeld-West

Sa./So.: 18.+19. Jan. • 15.+16. Feb. • 15.+16. März • 19.+20. April Geöffnet: 9 bis 15 Uhr für Besucher. Standgebühr: Halle 15,– € / lfm, Freigelände 10,– €

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Antik- und Flohmärkte Hann. Münden, Weserpark, auch überdacht: So. 26. Jan. • So. 23. Feb. • So. 23. März Borken bei Kassel, Halle und Freigelände: So. 09. Feb. • 09. März • 13. April

HARROGATE (GB) 21.03.-23.03.2014 Antiques & Fine Art Fair The Pavillons of Harrogate Tel. 0041/1278/784912 www.cooperevents.com KARLSRUHE 13.03.-16.03.2014 Art Karlsruhe Messe Tel. 0721/37205120 www.art-karlsruhe.de LEIPZIG 13.03.-16.03.2014 Antiquariatsmesse Messe Tel. 0211/3190070 www.abooks.de LONDON (GB) 13.03.-16.03.2014 The Affordable Art Fair Battersea Park Events Arena Tel. 0044/2082464848 www.affordableartfair.com 19.03.-23.03.2014 Chelsea Antiques Fair Old Town Hall Tel. 0044/1825/744074 www.chelseaantiquesfair.com

19.03.-25.03.2014 Antiques & Fine Art Fair The Duke of York Square Tel. 0044/20/75986108 www.bada-antiques-fair.co.uk LUDWIGSHAFEN 08.03.-09.03.2014 Antikmesse Friedrich-Ebert-Halle Tel. 02104/46152 www.interantik-gmbh.de MAASTRICHT (NL) 14.03.-23.03.2014 Kunst und Antiquitäten MECC Tel. 0031/411645090 www.tefaf.com MAILAND (I) 06.03.-09.03.2014 Zeitgenössische Kunst Superstudio Pi˙ Tel. 0039/049657401 www.affordableartfair.com MARSEILLE (F) 14.03.-17.03.2014 Salon International d’Art Parc Chanot Tel. 0033/4/91945271 www.siac-marseille.fr

MOSKAU (RU) 29.03.-06.04.2014 Antiquitäten Central House of Artists Tel. 007/4956579922 www.antiquesalon.ru MÜNCHEN 08.03.-09.03.2014 Numismata M.O.C. Freimann, Halle 2 & 3 Tel. 089/268359 www.numismata.de MÜNSTER 05.03.-09.03.2014 Antiquitäten Messe- und Congresscentrum Tel. 0251/6600-363 www.antiquitaetentagemuenster.de OLDENBURG 14.03.-16.03.2014 HanseArt Weser-Ems-Halle Tel. 040/89700676 www.kunstmesse-hanseart.de OSNABRÜCK 01.03.-02.03.2014 Impulse - Kunstmesse Osnabrück Halle Tel. 0541/34900 www.osnabrueckhalle.de

PADUA (I) 15.03.-23.03.2014 Antiquaria Messe Tel. 0039/049/8800305 www.antiquariopadova.com PARMA (I) 01.03.-09.03.2014 Mercanteinfiera Messe Tel. 0039/0521/996328 www.fiereparma.it STUTTGART 14.03.-16.03.2014 Designmesse Liederhalle Tel. 0711/9909390 www.blickfang.com WIEN (A) 08.03.-16.03.2014 WIKAM - Internationale Kunst& Antiquitätenmesse Künstlerhaus Tel. 0043/6641353050 www.wikam.at

Veranstaltungstermine bitte melden an Fax 08441/ 71846 oder termine@gemiverlag.de


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Tipps für Kurzentschlossene

Dürer, Dill & Hummer Henry’s, Mutterstadt Als Highlight kündigt Henry’s für den 25. Januar einen Kupferstich von Albrecht Dürer an. „Der heilige Antonius vor der Stadt“ von 1519 ist mit einem Limitpreis von 5.900 Euro angesetzt. Der holländische Maler Bartholomeus Breenbergh verbrachte einige Zeit in Rom, verkehrte mit Paulus Bril und war von Adam Elsheimer beeinflusst. Ihm zugeschrieben ist eine kleine italienische Landschaft mit Personenstaffage (8,5 x 25 cm), die mit 4.900 Euro limitiert ist. Von Otto Dill gibt es eine Darstellung eines Bauern mit Kühen (Limit 4.800 Euro). Ein Stillleben aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eines unbekannten niederländischen Meisters zeigt verschiedene Fische und Hummer (4.900 Euro). In der Auktion mit antiken Möbel am 31. Januar kommt ein Prunkschrank aus dem Elsass aus der Zeit um 1770 mit einem Limit von 4.800 Euro zum Aufruf. Ein Frankfurter Wellenschrank von 1710/20 soll mindestens 8.200 Euro kosten. TELEFON | 06234/8011101 INTERNET | www.henrys.de

Junge Frau, einen Zopf flechtend, Bronze, patiniert, schwarzer Marmorsockel, auf der Plinthe bez.„H.(ans Harry) Liebmann“, H. 44 cm (Limit 500 Euro). Neumeister, München, 29.01.2014

17. Jahrhundert. Eine schöne Kopie dieses ansprechenden Stilllebens mit Früchten und zwei Affen hat das Münchner Kunstauktionshaus Neumeister in seiner Varia-Auktion, die am 29. Januar stattfindet, im Angebot. Es soll mindestens 900 Euro kosten. Außerdem ist unter der großen Auswahl an Objekten eine 44 Zentimeter hohe Bronze zu finden, die eine junge Frau, einen Zopf flechtend darstellt. Der Bronzeakt auf schwarzem Marmorsockel ist auf der Plinthe mit „H.(ans Harry) Liebmann“ bezeichnet und geht mit 500 Euro in die Auktion. TELEFON | 089/2317100 INTERNET | www.neumeister.com

Tipps für Kurzentschlossene

Schmückend Van Ham, Köln

Otto Dill, Bauer mit Kühen, Öl auf Leinwand, 55 x 70 cm (Limitpreis 4.800 Euro). Henry’s, Mutterstadt, 25.01.2014

Tipps für Kurzentschlossene

Früchte, Akt und Affen Neumeister, München Die Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in der Residenz Ansbach besitzt ein Früchtestillleben des Antwerpener Malers und Radierers Jan Fyt, ein Stilllebenmeister aus dem Kreis von Frans Snyders, aus dem

Der Kopf der Medusa ist ein beliebtes Motiv in der Kunst. Als Korallbrosche, die ein italienischer Modellierer um 1860 geformt hat, wird das Medusenhaupt zum Schätzpreis von 1.000 bis 1.200 Euro in der Van Ham-Auktion Dekorative Kunst am 29. und 30. Januar angeboten. Ein Set aus Turmalin-Amethyst-Anhänger und Ohrclips, das um 1850 in Deutschland gefertigt wurde, gehört ebenfalls zu den Schmuckhighlights (Schätzpreis 1.200-1.500 Euro). Schmückendes gibt es in Köln aber nicht nur für Hals, Ohren und Brust, Schönes gibt es auch auf Leinwand und in Porzellan. Eine Dame in Kostüm zeigte Wilhelm Schmurr in Öl auf Leinwand (1.000 Euro). Eine Tischuhr aus Porzellan mit einem asiatischen Löwen ist auf 800 Euro geschätzt. Mit 550 Euro muss für eine kleine Meißener Kanne mit Maskaron gerechnet werden. Meißen, Kanne mit MaskaTELEFON | 0221/9258620 INTERNET | www.van-ham.com

ron, um 1750/60, Porzellan, farbig und gold staffiert, H 16 cm (Schätzpreis 550 Euro). Van Ham, Köln, 29./30.01.2014


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Zustand und tragen teilweise Originalkleidung. Ins Auge stechen die klassischen Sammlerpuppen, meist mit dem gesuchten geschlossenen Mund und den schönen Strahlenkranzaugen. Zu erstehen sind unter anderem eine frühe Jumeausowie charakteristische Steiner- und Gautier-Puppen. Außerdem gibt es eine ausgefallene Zwei-Gesichter-Puppe von Fritz Bartenstein und mehrere Puppen aus dem ostasiatischen Raum. Ausnehmend hübsch und eine Zier für jede Puppensammlung sind auch eine alte Kutsche und ein mit Fell überzogenes, altes Schaukelpferd. Die Ausrufpreise bewegen sich circa zwischen 200 Euro und 2.000 Euro. TELEFON | 0711/2369442 INTERNET | www.eppli.com

A. Wendehals (1934), Ruderer auf idyllischem Weiher. Historia, Berlin, „Meerbusch-Auktion“, 30.01.-02.02.2014

Haute Couture Lempertz, Köln

Tipps für Kurzentschlossene

Meerbusch Historia, Berlin Das traditionsreiche Kunst-Auktionshaus Meerbusch in Meerbusch-Büderich stellt nach über vierzig Jahren mit einer großen Sonderauktion die Geschäfte ein. Die Familie Rosthal beauftragte das Team des Berliner Kunstauktionshauses Historia mit der Auflösung des kompletten Bestandes. In einer Sonderauktion, die von 30. Januar bis 2. Februar abgehalten wird, werden über fünftausend Positionen an Gemälden, Grafiken, Möbel, Silber, Porzellan, Lampen, Glas, Varia, Sammlerobjekte, Teppiche und Schmuck zur Versteigerung stehen. Die in einem Katalog zusammengefassten Objekte sind zum größten Teil unlimitiert. TELEFON | 02132/5711 INTERNET | www.historia.de

Strahlenkranzaugen Eppli, Stuttgart Eine Sammlung wertvoller alter Puppen und historische Spielzeuge aus süddeutschem Privatbesitz gehören zu den bemerkenswerten Einlieferungen, die am 15. Februar in der EppliAuktionshalle Leinfelden-Echterdingen zum Aufruf gelangen. Die in den 1970er- und 1980er-Jahren mit großer Leidenschaft zusammengetragene Sammlung umfasst rund hundert Losnummern. Französische Modepuppen des 19. Jahrhunderts und Porzellankopfpuppen sind dabei ebenso verlockend wie eine reich ausgestattete Puppenstube der Jahrhundertwende und Puppenmöbel. Die Puppen sind durchweg in gepflegtem

Zusammen mit der Deutschen AIDS-Stiftung veranstaltet Lempertz am 21. Februar nach über zehn Jahren wieder eine Vintage-Auktion mit Mode der 1940er- bis 1990er-Jahre. Die Offerte aus Haute Couture-Kleidern ist hochwertig, passend dazu gibt es zur Auktion auch eine große Abendgala mit Moderation. Haute Couture von Elsa Schiaparelli, Coco Chanel, Jacques Fath, Christian Dior, Yves Saint Laurent, Hubert de Givenchy, Ted Lapidus, Elisabeth Arden, Nettie Vogues, Valentino und Thierry Mugler wird ebenso wie Ensembles aus deutschen Couturehäusern wie Uli Richter und Heinz Oestergaard angeboten. Ein Dior-Ensemble wurde ehemals von Lilian Baels, Princess de Belgique, getragen. Ein Pelzjäckchen und ein Kleid gehörten einstmals Romy Schneider. Der Star der Show aber ist das Verlobungskleid der Princess of Wales, Diana, das Graham Wren 1981 für Nettie Vogues entworfen hatte. Mit insgesamt neunzig Kleidern stammt ein Großteil aus einer süddeutschen Privatsammlung. Ergänzend dazu wird eine weitere Einlieferung aus einer rheinischen Sammlung mit zehn frühen Kleidern und Ensembles der Entwerfer Emilio Pucci und Leonard angeboten. TELEFON | 0221/9257290 INTERNET | www.lempertz.com

Haute Couture der 1940er- bis 1990er-Jahre bei der VintageAuktion. Lempertz, Köln, 21.02.2014

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Antike Waffen & Orden Landshuter Rüstkammer, Landshut Äußerst selten erhältlich ist die blanke maximilianische Harnischbrust mit der Landshuter Beschaumarke, die es zur großen Frühjahrsauktion am 21. und 22. Februar in der Landshuter Rüstkammer gibt. Dieser Brustteil der Turnierrüstung eines adeligen Trägers, um 1520 in Landshut gefertigt, ist auf 20.000 Euro geschätzt und kommt mit einem Limitpreis von 5.000 Euro zum Aufruf. Insgesamt sind es rund 2.500 Lose aus den Sammelgebieten antike Waffen, Militaria und Orden. Ein schwarzer maximilianischer Turnierhelm, um 1520 im süddeutschen Raum angefertigt, wird mit einem Limitpreis von 9.000 Euro aufgerufen (Schätzpreis 18.000 Euro). Auch Beispiele der asiatischen Waffenschmiedekunst mit japanischen und orientalischen Stücken sind zu haben. Pistolen, Gewehre und deren Zubehör werden in rund hundert Positionen Blanke maximilianische Harpräsentiert. Ein mit tausend nischbrust zur Turnierrüstung Euro limitiertes Ölgemälde eines adeligen Trägers, um zeigt Major Gallus Weber, 1520, Landshuter Beschauden Leiter des Gieß- und marke (Limitpreis 5.000 Euro/ Bohrhauses (GeschützweSchätzpreis 20.000 Euro). sen) der ZeughausverwalLandshuter Rüstkammer, tung in München um 1840 Landshut, 21./22.02.2014. mit russischen und bayerischen Orden. TELEFON | 0871/4308740 INTERNET | www.landshuter-ruestkammer.de

Jahrhunderts. Malerei des 19. Jahrhunderts wird meisterlich von Karl Wilhelm Diefenbachs Steilküste auf Capri bei Mondschein vertreten, beim Glas bezaubert die Vase für die Pariser Weltausstellung, die Franz Hofstötter für Loetz Wwe. entwarf. Am 27. Februar findet die Nagel Collect-Auktion statt. TELEFON | 0711/649690 INTERNET | www.auction.de

Dämonenteppich Dorotheum, Wien Die Auktion Teppiche, Tapisserien und Textilien im Wiener Dorotheum am 25. Februar bietet Kostbarkeiten aus vielen Ländern. Aus einer Hamburger Sammlung kommen zum Beispiel frühe turkmenische Teppiche, die aufgrund ihrer traditionellen Musterung und ihres guten Erhaltungszustands bestechen. Knüpfwerke aus dem Kaukasus, aus Anatolien und Persien kommen ebenfalls zum Aufruf. Außerdem werden diesmal eine Vielzahl an chinesischen Teppichen und Textilien in musealer Qualität angeboten. Eine der Besonderheiten ist ein Heriz aus Seide aus der Zeit um 1870. Der ungewöhnliche große (242 x 195 cm) Teppich zeigt eine Szene der persischen Mythologie. Es ist ein sogenannter Dämonenteppich, wo die Ausläufer des sprechenden Vag-Vag Baums in Tier- und Dämonenfratzen enden. Der Kopf des Dämons (Diw) sitzt in der Krone, am Fußende stehen sich je ein Löwen- und ein Nashornpaar gegenüber. Es handelt sich um ein außergewöhnlich seltenes Stück in sehr gutem Erhaltungszustand. Der Schätzwert wurde vom Dorotheum-Experten Wolfgang Matschek mit 30.000 bis 45.000 Euro festgelegt. TELEFON | +43(0)1/515600 INTERNET | www.dorotheum.com

Kunst & Antiquitäten Nagel, Stuttgart Mit der Versteigerung von Kunst und Antiquitäten eröffnet das Stuttgarter Auktionshaus Nagel am 26. Februar die neue Saison. In einem Sonderteil wird die Sammlung Dr. Schäfer präsentiert, darunter eine Folge der vier Jahreszeiten in Ölmalerei auf Kupfer von Jacopo da Ponte Bassano, ein Stillleben mit Pfirsichen, Trauben, Melone und einer Gelbstirnamazone vor einer Landschaft von Tobias Stranover, zwei KPM-Vasen mit Veduten von Schloss Babelsberg und dem Berliner Schloss und eine Tapisserie aus dem 16. Jahrhundert, die wohl aus Wolfenbüttel stammt und auf der Abrahams Opferung des Isaak dargestellt ist. Die Silberofferte ist ausgestattet mit Platztellern von Reed & Barton, vergoldeten Flaschenuntersetzern von Jean Baptiste Claude Odiot aus Paris um 1800, Sheffielder Weinkühlern von 1827 und vergoldeten Silbertellern von Meister John Loyd aus Dublin aus dem Ende des 18.

Heriz, um 1870, Nordwestpersien (Iran), Seide, ca. 242 x 195 cm, feine Knüpfung mit ca. 720.000 Kn/qm, Dämonenteppich (Schätzwert 30.000-45.000 Euro). Dorotheum, Wien, 25.02.2014


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Nachberichte

Porsche, Ferrari & Co. Automobilia Auktion, Ladenburg Für den einen heißt der Schlüssel zum mobilen Glück Porsche, für den anderen Ferrari, Dritte sind den Erzeugnissen von Mercedes-Benz verfallen. Ganz egal um welche Qualitätsmarken es sich handeln mag, ihre Liebhaber werden auf jeden Fall zweimal jährlich bei der Ladenburger Automobilia Auktion fündig. Zuletzt Anfang November, als z.B. ein Porsche-Windkanalmodell im Maßstab 1:5 zum Limitpreis von 15.000 Euro angeboten wurde. Die Designstudie nach dem Typ 917 LH wurde um 1968 gefertigt und ließ als einzig bekanntes Exemplar den Erlös auf insgesamt 20.000 Euro steigen. Im unrestaurierten Originalzustand ging ein Lenkrad vom Porsche 718 für 6.300 Euro weg. Von Ferrari gab es außerdem Farbmusterkarten aus den Sechzigern (Erlös 5.400 Euro), eine handsignierte Fotopostkarte mit Widmung von de Portago (3.600 Euro), eine Betriebsanleitung, unter anderem für die Modelle 166 Inter und Mille Miglia (8.300 Euro), das Jahrbuch „Il 3. Anno di Corse“ 1930-32 (5.900 Euro) und ein Pressefoto in Schwarzweiß von Enzo Ferrari im Alfa Romeo RL, das bei einem Limitpreis von 190 Euro erst bei 5.300 Euro verkauft wurde. Ein Faltprospekt des MercedesBenz-Modells SSK von 1928 kostete 4.900 Euro, eine Betriebsanleitung für den MB-Typ G4 von 1935 war einem Sammler 3.600 Euro wert, 5.200 Euro wurden für eine originale Ersatz-Düsendose für die MB-Typen SS und SSK aus dem Ende der Zwanzigerjahre bezahlt. Für den Nachlass von Giuseppe Campari aus Reisepass, Fahrerbrille, Ausweisen, Fotografien und handsignierten Schriftstücken gab ein Liebhaber 4.800 Euro. TELEFON | 06203/957777 INTERNET | www.autotechnikauktion.de

Oben: Porsche Typ 917 LH, ca. 1968, Windkanalmodell/Designstudie, Maßstab 1:5, L 97 cm, B 38 cm, H 11 cm, wohl Gulf-Lackierung, ähnlich Le Mans 1971, einzig bekanntes Exemplar (Erlös 20.000 Euro). Rechts: Porsche Typ 718 Lenkrad, 1957-1963, unrestaurierter Originalzustand (Erlös 6.300 Euro). Automobilia Auktion, Ladenburg, 08/08.11.2013

Große Prunkvase, Breslau, 1843, 53 cm, 3.700 g (Zuschlag 11.400 Euro). Dr. Fischer, Heilbronn, 06./07.12.2013

Prunkvoll Dr. Fischer, Heilbronn Ein Highlight der Auktion von Dr. Fischer Anfang Dezember war eine große Augustus Rex Vase aus dem 18. Jahrhundert, die für 13.400 Euro verkauft wurde. Auf großes Interesse stießen auch die zwar etwas kleineren, aber nicht nur in ihrer Anzahl beeindruckenden 130 Porzellanfiguren unterschiedlicher Manufakturen aus der Sammlung Alain Bernards, der die Gruppe zum Thema Tanz zusammenstellte. Darunter war auch die Paarfigur, die Dorothea Charol in Anlehnung an Ted Shawen und Martha Graham, den Mitbegründern des Modern Dance, entworfen hat (Zuschlag 2.800 Euro). Die Jugendstil-Offerte bot einen Cachepot mit Frauenköpfen von Vilmos Zsolnay, um den ein heißes Bietergefecht entflammte. Für 14.000 Euro konnte er schließlich an einen Käufer in den USA zugeschlagen werden. Steinzeug und Hafnerkeramik hieß eine Abteilung, aus der ein Apostelhumpen mit Zinnmontierung aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts heraus stach. Der Creussener Humpen wurde für 4.500 Euro verkauft. Außergewöhnliches bot auch die Schmuckpartie. Ein Kronstädter Heftel aus dem 17. Jahrhundert von Georgius Harnischmacher erzielte einen Preis von 37.000 Euro. Eine große silberne Prunkvase aus Breslau von 1843 mit reichem und fein gearbeitetem Dekor wechselte für 11.400 Euro ihren Besitzer. Besonders viele Interessenten gab es auch für eine Glashütte-Taschenuhr, die 10.000 Euro kostete. 11.500 Euro wurden für einen großformatigen Altarflügel gewährt. TELEFON | 07131/155570 INTERNET | www.auctions-fischer.de

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Zeitlos elegant Kastern, Hannover Gut besucht war die Weihnachtsauktion von Kastern am 7. Dezember. Die historisch bedeutende Kaminplatte aus dem Schreibsaal des Reichstages, vor dem Abriss 1954 aus den Trümmern geborgen, war dem Käufer 15.000 Euro wert. Mit dem Gemälde von Nicolai Wassilieff kam ein erstklassiges Werk der Neuen Sachlichkeit zum Aufruf, das bei 30.000 Euro zugunsten eines Telefonbieters zugeschlagen wurde. Ein Damenporträt von Hans Unger gefiel für 15.000 Euro. Der Katalogtitel des norwegisch-dänischen Malers Peder Severin Kröyer wurde für 45.000 Euro verkauft. 9.500 Euro zahlte der neue Besitzer für das Gemälde „Eisvergnügen auf dem Grunewaldsee“ des Berliners Paul Paeschke. Zeitlos eleganter Diamantschmuck war auch diesmal gefragt, wie der Weißgoldring mit einem Diamant-Solitär im Tropfenschliff (Zuschlag 6.800 Euro) und ein kostbares Diamantarmband (16.000 Euro). Den erwartet hohen Zuschlag von 3.800 Euro erbrachte die Meißener Tabatière mit dem Porträt Friedrichs II. Die Meißener Tabatière in Form eines Mopskopfes war für 2.400 Euro beliebt. Von 1.700 Euro auf stolze 4.300 Euro wurde die Volkstedter Tasse mit dem Porträt Zar Alexanders I. gesteigert. Ein Paar Delfter Kerzenhalter des 17. Jahrhunderts kostete 1.600 Euro. Ein winterliches Motiv ziert die Daum-Vase, die für 2.000 Euro unter den Hammer kam.

Rudolf von Alt, Blick in die Skodergasse gegen die Alserstraße in Wien, Gouache, 1893 (Zuschlag 19.000 Euro). Nusser, München, 10.12.2013

Wien und Jugendstil Nusser, München

TELEFON | 0511/851085 INTERNET | www.kastern.de

Fritz Winters Ölarbeit auf Papier war mit 25.000 Euro das Spitzenstück der Winterauktion von Nusser. Die Gouache mit der Ansicht der Skodergasse in Wien von Rudolf von Alt wurde bei 19.000 Euro zugeschlagen. Von Joan Miró gab es die Farblithografie „Le sourire aux ailes flamboyantes" (Zuschlag 3.200 Euro). Groß war das Interesse an einer Ikone mit der Darstellung des Glaubensbekenntnisses (4.200 Euro). Highlight beim Porzellan war das Paar Petroleumlampen der KPM (4.800 Euro) mit einer Bronzemontierung, die von Ludwig II. für Schloss Linderhof bei der Münchner Firma Flemmerer bestellt wurde. Wegen des frühen Tods des Königs wurden sie nicht ausgeliefert und blieben im Besitz der Familie Flemmerer. Frankenthaler Teller mit Blumenmalerei wurden auf 2.300 Euro gesteigert, das prunkvolle Besteck „Renaissance" von Cardeilhac auf 6.500 Euro. Eine Drachenrobe des 19. Jahrhunderts bestach mit ihrer feinen Stickerei (2.500 Euro). Ein Solitär-Diamantring mit einem Altschliff-Diamanten mit rund drei Karat wechselte für 7.000 Euro die Besitzerin. Ein Jugendstil-Kollier von Georg Jensen aus Silber 830 mit Amethystcabochons wurde für 2.000 Euro zugeschlagen. Kollier, Georg Jensen, Kopen-

Armband mit Brillanten und Diamanten, 750er WG, gestemp. 36 Diamanten im Baguette-Schliff und 466 Brillanten zus. 17,48 ct. (Zuschlag 16.000 Euro). Kastern, Hannover, 07.12.2013

TELEFON | 089/2782510 INTERNET | www.nusser-auktionen.de

hagen, 1909-1914, Silber 830, Amethystcabochons (Zuschlag 2.000 Euro). Nusser, München, 10.12.2013


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Geschenk von Kaiser Napoleon I an Marschall Michel Ney, Fürst von der Moskwa (Zuschlag 60.000 Euro). Hermann Historica, München, Herbst 2013

Kaiser und Könige Hermann Historica, München

Jagdszene mit der Darstellung eines steppennomadischen Reiters im Angriff auf einen Keiler (Zuschlag 34.000 Euro). Rare Sammlungsstücke gab es auch bei den Alten Waffen. Mit ihrer ebenso charakteristischen wie dekorativen Gestaltung beweisen maximilianische Harnische die hohe Kunst der frühneuzeitlichen Plattnerfertigkeit und erfreuen sich seit langem eines großen Interesses, so wie die Gruppe aus Brust mit anhängendem Oberschenkelschutz, Kragen, Beinzeug und Kuhmaulschuhen aus Nürnberg (49.000 Euro). Ebenfalls regelmäßig große Aufmerksamkeit erfahren Sammlungsstücke mit bemerkenswerter, teils kaiserlicher und königlicher Provenienz. Der persönliche Campagne-Waffenrock von Franz Joseph I., dem österreichischen Kaiser, nachweislich von ihm getragen, wurde für 52.000 Euro versteigert. Von kostbarer Verarbeitung ist die Geschenkdose Kaiser Napoleons I. aus 18-karätigem Gold (60.000 Euro). Wahre Sammlerträume kamen mit den Glanzstücken bei den antiken Schusswaffen zur Auktion. Von großer Seltenheit und Qualität ist die Luxus-Radschlosspistole aus Nürnberg um 1590/1600. Lange zierte sie das Zeughaus der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, 1926 wurde sie an den Berliner Kunsthandel verkauft. 41.000 Euro wurden für dieses dekorative wie interessante Stück aufgebracht. TELEFON | 089/54726490 INTERNET | www.hermann-historica.de

Geschichte und Militärhistorie sind die zentralen Themen des Münchner Auktionshauses Hermann Historica, das in seiner Herbstauktion auch Stücke aus dem Historischen Waffenmuseum im Zeughaus Überlingen – die Sammlung Friedrich Hebsacker – versteigerte. Mit der im Antikenkatalog aufgeführten spätskythischen, frühsarmatischen Silberschale aus dem vierten Jahrhundert vor Christus präsentierte sich ein Meisterwerk antiker Silberschmiedekunst. Teils vergoldet, zeigte das Rarissimum eine fein reliefierte und gravierte

Persönlicher Campagne-Waffenrock von Kaiser Franz Joseph I., Österreich 1916 (Zuschlag 52.000 Euro). Hermann Historica, München, Herbst 2013

Kürass, Nürnberg um 1510/20 aus der Gruppe maximilianischer Harnischteile (Zuschlag 49.000 Euro). Hermann Historica, München, Herbst 2013

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Pierre Platel, Tischkerzenleuchter, London, 1699, Silber, getrieben, H 16 cm. Dieser interessante Mischtyp aus einem perfekten Rotationskörper oben und einem eckig zusammengesetzten Fuß ist typisch für die Silberleuchter um 1700. Zu beachten ist die deutliche Vertiefung an der Oberseite des Fußes als Tropfenfänger (Foto: Sotheby's)

SILBER Auch wenn die Fülle an Formen und Materialien bei Kerzenleuchtern beängstigend groß ist, haben sich zu jeder Zeit dominierende Grundtypen herausentwickelt. Dies waren für das 15. und 16. Jahrhundert die Scheibenleuchter, denen der Artikel des vorigen Heftes gewidmet war. Diese berühmten und in verhältnismäßig großer Stückzahl erhaltenen Tischbzw. Altarleuchter wurden überwiegend in Messing gegossen. Ihren Namen erhielten sie nach den sich aus dem Schaft auswölbenden scheibenförmigen Knoten. Grundlegend ist die Symmetrie von Fuß und Tropfteller. Insgesamt sind die Scheibenleuchter überwiegend Rotationskörper, vergleichbar gedrechselten Holzobjekten. Tischkerzenleuchter aus Messing oder Bronze gibt es auch noch in den folgenden Jahrhunderten, vor allem für den Hausgebrauch, doch Ende des 17. und vor allem im 18. und 19. Jahrhundert wird für den repräsentativen Tischkerzenleuchter Silber das unverzichtbare und die formalen Standards setzende Material. Dabei sind leider nur wenige Silberleuchter aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben. In Frankreich liegt das daran, dass Ludwig XIV. – ständig in Geldnöten wegen des Schlossbaus von Versailles und, mehr noch, wegen seiner Kriege – in zwei nationalen Aktionen den Adel und das reiche Bürgertum aufforderte, ihren Silberbesitz einschmelzen zu lassen. In Deutschland, das im 17. Jahrhundert unter dem 30-jährigen Krieg zu leiden hatte, fehlten die Mittel für kostbare Silberleuchter. Insgesamt aber hat sich der Typus des Tafelsilberleuchters erst im fortgeschrittenen Verlauf des 17. Jahrhunderts durchsetzen können, da wir auch in England erst an seinem Ende vermehrt auf ihn stoßen. Aber noch vor 1700 begann die Erfolgsgeschichte des Silberleuchters in Europa, anfangs noch in den strengeren Formen des


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Meister TA, Tischkerzenleuchter, London 1681, Silber, getrieben, H 22 cm. Die perfekte kunsthandwerkliche Verarbeitung dieses neuen Leuchtertyps, der alle Rotationskörper vermeidet, unterstreicht, dass er als Silbertreibarbeit entwickelt wurde. Es ist bemerkenswert, dass bereits hundert Jahre vor dem Klassizismus diese klassizistische, antike Architekturformen zitierenden Leuchter geschaffen wurden, was die Auffassung vom Klassizismus, der ja immer als Vorahnung der französischen Revolution gesehen wird, stilgeschichtlich relativiert (Foto: Sotheby’s) Meister Dirk Ten Brink, Tischkerzenleuchter, Amsterdam, 1718, Silber, getrieben, H 25 cm. Eigenwilliger und kantiger Leuchter in typischen Stilformen des Spätbarock. Der Schaft wird beherrscht von einer Balusterform (Foto: Sotheby's) Meister Johannes Warnberger, Tischkerzenleuchter, Augsburg, 1722, Silber, getrieben, H 26 cm. Sehr schön ist hier der nach oben geböschte, d. h. schräg ansteigende, profilierte, auf unruhig geschweiftem Grundriss basierende Fuß zu sehen, der auf seiner Oberseite eine glatt polierte Tropfenauffangmulde bildet. Über einem Knauf erhebt sich eine Balusterform, die die schlanke Tülle trägt (Foto: Dorotheum)

Spätbarock, zunehmend dann aber in den Stilformen des Rokoko, die 1750 ihren Höhepunkt erlebten, um bereits ab den 1770er-Jahren ein deutlich klassizistisches Gepräge anzunehmen, das sich teilweise bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts verfolgen lässt, bis der Historismus auch hier – wenngleich gemäßigt – zuschlägt. Ein eigenes Formkapitel stellt der Metallleuchter der Moderne dar, wobei allerdings das Silber keine bevorzugte Rolle spielt und auch für formal ambitionierte Objekte „mindere" Materialien wie Messing oder Zinn verwendet wurden.

GEGOSSENE & GETRIEBENE FORM Man könnte nun meinen, dass der Übergang von Messing zu Silber keinen allzu großen Unterschied in der Formgestaltung bewirken sollte. Häufig ist es so, dass die ornamentalen Stilformen sich über die diversen Gattungen und Funktionstypen ausbreiten und in verschiedensten Materialien verwirklicht werden können. Das ist in der Theorie zwar richtig, aber in der praktischen Verarbeitung von Leuchtern aus Messing und Silber gibt es einen wichtigen Unterschied: Messingleuchter wurden gegossen, Silberleuchter getrieben – aus einfachem Grund: Silber ist als seltenes Edelmetall so teuer, dass man es sich schlichtweg nicht leisten konnte, massive Silberleuchter zu gießen. Beim Treiben wird das Silber sehr dünn verarbeitet. Silbergeräte sind in der Regel viel leichter, als sie aussehen. Scheibenleuchter aus Messing aber sind richtig schwer. Wenn man Silberleuchter schwerer machen wollte, als sie von ihrem Silbergewicht her waren, so füllte man sie mit Masse aus, so dass sie durch dieses größere Gewicht sicherer standen. Die Herstellung durch Gießen und Treiben hat aber durchaus Einfluss auf die Form. Beim Gießen muss man genau darauf achten, dass keine Hinterschneidungen auftreten. Insgesamt lassen sich Formen um so einfacher und schöner gießen, je runder und glatter ihre Oberfläche, so dass sich allein aus dem Herstellungsverfahren gut erklären lässt, warum hier die Rotationsformen so vorherrschen. Demgegenüber kann man beim Treiben das Oberflächenrelief sehr viel freier und ungebundener herausarbeiten. Auch werden Silberleuchter nicht aus einem Stück getrieben, sondern aus mehreren Stücken zusammengesetzt, die dann entweder verschraubt oder verlötet werden. Die gelöteten Nähte werden dann so nachbearbeitet, dass sie praktisch nicht mehr zu sehen sind.

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Tischkerzenleuchter, Niederlande (?), um 1500, Messing, gegossen, H 23 cm. Dieser Typus besteht aus einem zylinderförmigen Fußstück, das nach oben einen Tropfenfänger, nach unten eine Verbreiterung der Standfläche entwickelt. Die Gliederung des Schaftes zeigt deutliche Verwandtschaft mit den Scheibenleuchtern (Foto: Christie's) Tischkerzenleuchter, Niederlande (?), vor 1500, Messing, gegossen, H 26 cm. Bei diesem Leuchter sehen wir den Übergang vom Zylinderfußleuchter zum Glockenfußleuchter. Der Schaft ist nach Art der Scheibenleuchter gegliedert (Foto: Christie’s) Tischkerzenleuchter, Deutschland, vor 1600, Messing, H 30 cm. Es stellt sich bei diesem gegossenen Messingleuchter die Frage, warum er nicht, wie die meisten anderen, als Rotationskörper gestaltet wird, sondern als viereckiger Obelisk, der zusätzlich mit Gravuren verziert ist. Die eigentümliche Unbeholfenheit des Stücks spricht dafür, dass dieser Typus nicht für Messing, sondern für Silber entwickelt und dann in Messing nachgeahmt wurde (Foto: Christie's)

Eine Weiterentwicklung dieses Typus ist der Kragenleuchter, bei dem der Tropfteller in der Mitte des schlanken Schaftes angebracht ist und der Fuß wie bei einer Trompete ausschwingt. Statt eines Trompetenfußes kann sich auch ein Glockenfuß ausbilden. Der eigentliche Vorläufer des Silberleuchters ist eine Form mit schlankem Schaft und tellerförmigem Fuß, der zugleich auch als Tropfenfänger dient. Er ist in Messing schon im 15. Jahrhundert anzutreffen. Während diese gegossenen Exemplare aber der Rotationsform verpflichtet bleiben, finden wir bei den frühen erhaltenen Silberleuchtern am Ende des 17. Jahrhunderts die Neigung zum quadratischen Grundriss. Auch fällt die Neigung zur Nachbildung architektonischer Großformen, Pfeiler und Säulen auf. Dies ist deshalb so bemerkenswert, weil eine ähnliche Tendenz kaum hundert Jahre später im Zeitalter des Klassizismus sich wieder verbreitete, wobei dies aber mit einer ganz anderen Weltanschauung in Verbindung gebracht wird.

ECKIGE GRUNDRISSE

Beim Gießen sind Rundungen und glatte Oberflächen sehr leicht, beim Treiben aber sind kantigere und kleinteiligere Formen einfacher herzustellen. Die Gretchenfrage ist nun, ob man das Silber wählte, weil man ornamental komplexere Formen gestalten wollte, oder ob man zuerst das Messing durch das teurere und edlere Silber ersetzte, um dann herauszufinden, dass es eine andere Formgebung nahelegte. Bei den Tischleuchten aus Messing hatten sich in Renaissance und Barock mehrere Typen entwickelt: Da ist zunächst die Leuchte mit zylinderförmigem Fuß, dessen Oberseite mit einem Tropfteller ausgestattet ist, mit einem schlank aufsteigenden Schaft und einer schmalen Tülle, um eine dünne Kerze hineinzustecken.

Silber-Tischkerzenleuchter des Barock und Rokoko stehen selten auf rundem Grundriss. Anfangs in der Regel quadratisch mit abgeschrägten Ecken, nehmen sie später eine vieleckige, getreppte, geschweifte oder sonst wie unregelmäßige Form an. Auch der Aufriss, also die Profilansicht des Leuchterfußes, vermeidet nun die einfache Rundung und steigt in Treppen und Profilen an, wobei sich diese senkrechten und waagrechten Ecken zu dreidimensionalen Profilmotiven durchdringen. Bis weit in die 1730er-Jahre hält sich die Tendenz, diesen Leuchterfuß nach innen mit einer tellerförmigen, als Tropfenfänger dienenden Vertiefung auszustatten. Von dort steigt dann der nun meist reich und abwechslungsreich gegliederte Schaft zur schlanken Kerzentülle empor. Die


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Form dieses Schaftes folgt rein ornamentaler Systemlogik und soll vor allem das kunsthandwerkliche Geschick des Silberschmiedes sowie die Qualität des künstlerischen Entwurfs demonstrieren. Dieser stammte nicht selten aus Paris. So inspirierten sich die europaweit erfolgreichen Silberschmiede aus Augsburg häufiger an kunsthandwerklichen Entwürfen Pariser Designer, also Entwerfer, die selbst gar nicht als Kunsthandwerker tätig sein mussten. Deren grafische Vorlageblätter, teilweise auch in ganzen Alben, wurden meist in Kupferstich oder Radierung, im 19. Jahrhundert auch als Lithografie oder Holzstich, vervielfältigt und vereinheitlichten durch ihre weite Verbreitung die Stilentwicklung in Europa. Der Grundriss des Schaftes kann, vor allem am Anfang des 18. Jahrhunderts, noch rund sein, meist aber ist er sechs- oder achteckig. Die Ausgangsform des Schaftes bildet häufig ein Baluster – das sind die ausund einschwingenden Kleinsäulen von Balustraden. Ziel des Gestalters ist es, einen Schaft nicht mit gerader Kontur aufsteigen zu lassen, sondern in ornamental abwechslungs- und spannungsreich gegliederten Profilen und Schwüngen, die oft in Knäufen oder Knoten münden. Dabei können Teilformen wiederholt, häufiger gespiegelt, in Teilformen zerlegt und rhythmisch neu gruppiert werden, so dass ein geradezu musikalisches Formenspiel von abstrakter Eigenwilligkeit entsteht, das sich aber als Gegengewicht an ein möglichst einheitliches, formstrenges ornamentales System hält. Während die Scheibenleuchter und verwandte Leuchtertypen die Form ausschließlich durch horizontale Gliederung strukturierten, beginnt mit dem Silberleuchter und seiner Abkehr vom Rotationsprinzip eine gegenläufige vertikal ausgerichtete Formgliederung. Sie entsteht durch die Untergliederung, Treppung, Einziehung und Riffelung der Grundris-

Tischkerzenleuchter, Nürnberg, nach 1600, Messing, gegossen, H 18 cm. Interessanter Leuchtertypus mit ungewöhnlicher Fußlösung, die man heute für einen Aschenbecher halten würde. Die Vertiefung diente zum Auffangen der Wachstropfen. In Silber hat sich dieser Typus nicht durchgesetzt (Foto: Christie's) Meister Christian I. Drentwett, Tischkerzenleuchter, Augsburg, 1733, Silber, getrieben, H 24 cm. Deutlich wird hier das Bemühen, den Fuß durch Profile und Kleinteiligkeit des Grundrisses abwechslungsreich zu gestalten. Auch die Balusterform des Schaftes und die ihn bekrönende Tülle ist stark durch getreppte Profile gegliedert (Foto: Nagel) Meister Lorentz Johann Röper, Tischkerzenleuchter, Rostock, um 1730, getriebenes Silber, H 20 cm. Interessant an diesem Stück ist, dass die Balusterform des Schaftes durch senkrechte Rillen zusätzlich gegliedert ist (Foto: J. Kratz & Co.)

se der einzelnen Elemente. Indem diese horizontalen Grundrissuntergliederungen sich vertikal aufeinander beziehen, entsteht zur Gliederung in horizontalen Schichten eine zusätzliche in vertikalen Formzusammenhängen. Die Querordnung

wird also durch eine zunächst nur unterschwellig spürbare Vertikalordnung ergänzt. In einzelnen Teilen, etwa im Baluster des Schaftes, treten darüber hinaus senkrechte Einkerbungen und Kanneluren auf, so dass sich horizontale und vertikale Rhythmisierung gegenseitig durchdringen.

AUFREGENDE DREHBEWEGUNGEN Um die Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt eine zusätzliche Drehbewegung diese horizontalen und senkrechten Untergliederungen gewis-

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Meister Elias II. Jäger, Tischkerzenleuchter, Augsburg, 1730, Silber, getrieben, H 20 cm. Bemerkenswert ist hier, dass der Künstler auf jede Oberflächenornamentik verzichtet und die Wirkung allein aus den glatt polierten Profilen gewinnt (Foto: Nagel) Meister Johann Christian Neuss, Tischkerzenleuchter, Augsburg, um 1776, Silber, getrieben, H 23 cm. Die asymmetrische und linienbetonte Gestaltung dieses Rokokoleuchters macht eine Verwechslung mit dem Jugendstil zu einer echten Herausforderung (Foto: Nagel) Tischkerzenleuchter, süddeutsch, Mitte 18. Jahrhundert, Silber, getrieben, H 20 cm. Typisch für das süddeutsche Rokoko ist die Tendenz zu einer freien und asymmetrischen Gestaltung, die wie beim Jugendstil vegetabile und abstrakte Gestaltungskomponenten zu einer organischen Form verbindet (Foto: Nagel)

sermaßen zu „verrühren". Dabei geschieht etwas Außerordentliches: Das durchorganisierte geometrische Ornamentsystem beginnt sich relativ rasch aufzulösen und in ein frei improvisiertes Spiel aus Linien und plastischen Motiven zu verwandeln, das Aspekte des Jugendstils vorweg nimmt. Es ist wirklich faszinierend zu

beobachten, wie innerhalb weniger Jahrzehnte aus einem streng geometrisch durchorganisierten Formsystem ein recht freies, asymmetrisches und improvisiertes Formgebilde wird. Die antigeometrische, systemauflösende, freie Gestaltungsweise des Rokoko bildet entwicklungsgeschichtlich eine extreme Zuspitzung, eine Art Rausch der formalen Freiheit, der letztendlich eine starke Provokation darstellt und fast automatisch die Rückkehr zur Ordnung herausfordert. Das freie Spiel der Formen um ihrer selbst willen, also das exakte Gegenteil von Ordnung und Funktionalität, das der französische Adel auch als gesellschaftliche Lebensweise zelebrierte, konnte nicht ohne Gegenreaktion bleiben und diese Gegenreaktion kannte keinen Kompromiss. Die teure Extravaganz des Lebensstils des französischen Adels provozierte die französische

Meister Hans Rudolf Manz, Tischkerzenleuchter, Zürich, um 1770, Silber, getrieben, H 21 cm. Die Schaftform mit einer Mittelscheibe und nach unten und oben gespiegelter Manschette ist typisch für die Züricher Silberleuchter, die damit ihre Eigenständigkeit nachdrücklich unter Beweis stellen (Foto: Koller)

Revolution des Jahres 1789, der exaltierte Stil des Rokoko führte zur Gegenbewegung des Klassizismus. Verkörperte das Rokoko die formale Freiheit, so rief der Klassizismus wieder zur Ordnung. In der Systementwicklung der künstlerischen Stile scheint es so etwas wie eine Schaukelbewegung von Systemstrenge und Systemauflösung zu geben. Der klassizistische Kerzenleuchter machte Schluss mit Asymmetrie und Abstraktion, die den Leuchter zu einem ornamentalen Gesamtgebilde verspann, und führt vor allem wieder eine klare Gliederung in große Elemente ein. Dabei tendiert man dazu, die einzelnen Elemente als Ab-


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bildungen realer Gegenstände zu gestalten: Aus dem Schaft wird so eine Säule bzw. ein Pfeiler, aus der Tülle eine Vase bzw. eine Urne. Beim Verhältnis von Schaft zu Fuß bleiben die Meinungen gespalten: Ein Teil der Leuchter bildet einen Knauf aus, der diese beiden Bereiche deutlich trennt. Ein anderer Teil verbindet Schaft und Fuß zu einer organischen Trompetenform, wobei der Knauf immer mehr verschwindet. Ebenso zweideutig stellen sich die Verhältnisse im Bereich des ornamentalen Aufwands dar. Die Behauptung, der Klassizismus sei ornamental zurückhaltend, ja spartanisch, lässt sich an vielen Silberleuchtern nicht bestäti-

gen. Sie neigen geradezu zu ornamentalem Prunk und insignienstarrender Repräsentation. Ebenso sehen wir bei vielen Rokokoleuchtern ein reines Spiel der blank polierten Formkörper, während im Klassizismus die Ornamentierung der Flächen durch Flachrelief und lineare Gravuren teilweise zunimmt. Mehr Zurückhaltung legt sich das nachfolgende Biedermeier von circa 1815 bis in die 1840er-Jahre auf. Im Zeitalter des Historismus, also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, teilweise bis weit ins 20. hinein, finden wir eine Neuproduktion all der historischen Leuchterformen, von den Scheibenleuchtern aus Messing, den barocken und klassizistischen Silberleuchtern. Kein großes Thema stellt der Silberleuchter mit einer Tülle im Jugendstil dar, hier bevorzugt man eindeutig die mehrarmige Variante, weil man in den Armen schöne Linienschwünge gestal-

Meister Josef Gerick sen., Tischkerzenleuchter, Pressburg, 1770er, Silber, getrieben, H 19 cm. Die Untergliederung der Außenkontur des Fußes wird hier als Kannelierung durch den ganzen Leuchterkörper auch über die Knäufe hinweg durchgezogen und zusätzlich spiralförmig verdreht (Foto: Dorotheum)

Meister Friedrich Jakob Biller, Tischkerzenleuchter, Augsburg, ca. 1782, Silber, getrieben, H 24 cm. Gegenüber den weichen, asymmetrischen und verdrehten Formen des Rokoko tritt dieser klassizistische Leuchter gegenständlich und geometrisch gestrafft auf (Foto: Nagel) Meister Jerome Asselin, Tischkerzenleuchter, Paris, 1809, Silber, H 22 cm. Auch wenn die Datierung sich nicht aus der Punzierung ablesen ließe, wäre hier eine Entstehungszeit kurz nach den Feldzügen Napoleons in Ägypten naheliegend. Der Schaft ist als vierseitige Herme mit Sphinxköpfen gestaltet (Foto: Nagel) Meister Berthold Gelder, Tischkerzenleuchter, Wien 1819, Silber, getrieben, H 25 cm. Die Wucht des Klassizismus wird im Übergang zum Biedermeier durch eine schlanke Eleganz verflüssigt. Fuß und Schaft werden dabei in einer Trompetenform vereinheitlicht und von einem feinen Gravurgespinst akzentuiert (Foto: Dorotheum)

ten konnte. Überhaupt ist im Zeitalter der sich ausbreitenden elektrischen Beleuchtung die große Zeit der Tischkerzenleuchter vorbei, wobei natürlich auch in der Moderne einzelne Metallgestalter noch kraftvolle und eigenwillige Entwürfe vor-


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Meister Alois Würth, Tischkerzenleuchter,Wien 1805, Silber, getrieben, H 24 cm. Während die Ornamentik des Barock und Rokoko häufig in die rein formale Abstraktion reichte, finden wir an diesem Stück eine betont vielgestaltige Gegenständlichkeit. Da wird der Baluster mit reichen Girlanden umkränzt und Tülle und Fuß mit Pflanzenreihen geschmückt. Besonders auffällig aber sind die wie Kugellager ausgeführten Perlstäbe (Foto: Dorotheum) Meister Heinrich Monath I., Tischkerzenleuchter, Frankfurt/Main, Anfang 19. Jahrhundert, Silber, getrieben, H 24 cm. Klassizismus und Romantik zeigen sich sehr der irdischen Vergänglichkeit zugeneigt, weshalb Urnen zu den unverzichtbaren Insignien dieser Zeit gehören, die auch bei Kerzenleuchtern nicht fehlen dürfen, ist doch das herunterbrennende Kerzenlicht eines der kraftvollsten Symbole der Kürze des Lebens (Foto: Bergmann) Meister Andreas Weichesmüller, Tischkerzenleuchter, Wien 1838, Silber, getrieben, H 25 cm. War das Biedermeier anfangs, also in den Zehner- und Zwanzigerjahren, noch streng und formal zurückhaltend, wurde es in den Dreißigerund Vierzigerjahren zunehmend üppiger und prunksüchtiger (Foto: Dorotheum)

gelegt haben. Zu einem allgemein verbindlichen Typus aber kommt es nicht mehr.

PFLEGE UND PREISE Die Pflege von Silber ist wegen der Neigung von Silber, an der Luft zu oxidieren, schwierig. Selbst in Museumskreisen wird das Thema kontrovers diskutiert. Von rigiden Putzmitteln ist dringend abzuraten. Die traditionellen Silberputzmittel sind chemisch zu scharf und enthalten zu viel Schleifkörper, so dass die Oberfläche zerstört und abgetragen wird.


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Auch das Überziehen mit Lacken, galvanisches Neuversilbern und dergleichen ist nicht zu empfehlen. Schon das Anfassen mit nackten Fingern ist schädlich. Benützen Sie dazu weiße Baumwollhandschuhe. Für den Hausgebrauch und bei weniger kostbaren Stücken haben sich die Silberputztücher bewährt. Ein traditionelles, sehr feines Putzmittel ist Schlemmkreide, wobei auch hier eine zurückhaltende, vorsichtige Anwendung geraten ist. Will man Stücke nur lagern, tut man dies am besten in Kunststoff vakuumdicht eingeschweißt, weil man so die Schadstoffe der Luft, vor allem Schwefel, abhält. Grundsätzlich muss man Silber aus konservatorischen Gründen

gar nicht putzen, sondern kann es so lassen, wie es ist. Die angelaufene Schicht stellt sogar eine Art Schutz dar. Wenn man den Stücken ihren ursprünglichen Glanz zurückgeben möchte, empfiehlt es sich bei hochwertigen Stücken, einen Edelmetallrestaurator hinzuzuziehen. Es gibt auch eine gute Nachricht: Anders als bei den wärme- und sonnenempfindlichen Möbeln oder Bildern kann man einen Silberleuchter schon mal der Sonne aussetzen. Auch Temperaturschwankungen überstehen sie meist schadlos. Silberkerzenleuchter wurden überwiegend als Paar gefertigt und auch so vom Handel angeboten. Es gibt natürlich auch Einzelleuchter oder größere Sets. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Preis mindestens immer so hoch ist wie der Materialwert. Von hier aus steigt er dann je nach künstlerischer und historischer Bedeutung. Für außergewöhnliche Stücke des Barock könnten dann schon einmal 100.000 Euro bezahlt werden. Doch die meisten Paare liegen deutlich unter 10.000 Euro, allerdings meist auch deutlich über 1.000 Euro. Entscheidend ist immer

Meister Wenzel Babka, Tischkerzenleuchter, Wien, 1854, Silber, getrieben und vergoldet, H 24 cm. Bei diesem vergoldeten Leuchter ist von der schlanken Strenge des Biedermeier nichts mehr übrig geblieben. Voluminöse Schwellkörper bestimmen nun den Eindruck, der jedoch gegenüber sonstiger historistischer Kopiersucht einen kraftvollen Eigenwert bewahrt (Foto: Dorotheum) Tischkerzenleuchter, Wien, 1824, Silber, getrieben, H 26 cm. In verfeinerter Form kehrt bei diesem Biedermeierleuchter eine Erinnerung an die mittelalterlichen Scheibenleuchter zurück. Abgesehen von dem gedrehten Schmuckband am Leuchterfuß ist hier wieder ein vollkommener Rotationskörper zu bewundern, der zumindest ansatzweise eine spiegelbildliche Entsprechung von Fuß und Kragen bietet, und, noch zarter angedeutet, so etwas wie Scheiben zur Gliederung des zylindrischen Schaftes (Foto: Dorotheum) Meister AW, Tischkerzenleuchter, Wien, letztes Viertel 19. Jahrhundert, Silber, getrieben, H 36 cm. Gegenüber dem freien ornamentalen Spiel des Barock und Rokoko wirkt dieser Leuchter des Historismus, obwohl kunsthandwerklich ambitioniert, eher durch seine systematische Trockenheit. Die Formen des Schaftes sind vorhersehbar gespiegelt und außerdem mit einem feinen Gespinst langweiliger Gravuren verschlimmbessert (Foto: Dorotheum)

die Frage, ob es sich um ein kunsthistorisch echtes Stück handelt oder um eine historistische Nachempfindung. Diese gibt es auch recht häufig im Bereich der Messingleuchter. Hier ist also ein gewisser Sachverstand nötig – oder das entsprechende Vertrauen in den Händler.

LITERATUR Veronika Baur, Kerzenleuchter aus Metall, München 1977

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Traumhaus Das Künstlerhaus als Gesamtkunstwerk in München 2013 jährte sich zum 150. Mal der Geburtstag des Münchner Künstlerfürsten Franz von Stuck. Als einer der Protagonisten der Kunstszene um 1900 und als Vorreiter einer Avantgarde an der Schwelle vom 19. Jahrhundert in die Moderne gehört Stuck zu den bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten Deutschlands. Aus diesem Anlass präsentiert das Museum Villa Stuck die Ausstellung „Im Tempel des Ich. Das Künstlerhaus als Gesamtkunstwerk“. (Bis 2. März). Die Villa Stuck als Künstlerhaus ist nicht nur höchster Ausdruck des Lebensgesamtkunstwerks des Künstlerfürsten Franz von Stuck, sondern auch sein schönstes Kunstwerk. In ihr vollendet sich sein Streben nach einer Vereinigung aller Künste. Für Stuck war seine antik anmutende Villa Kosmos und persönliches Pantheon, Inkarnation seiner Selbst und farbig lodernde Inspirationsquelle seines Schaffens. Damit steht sie für alles, was ein Künstlerhaus zu leisten vermag. Künstlerhäuser spiegeln als Schatzhäuser der Kreativität die geistigen Welten Leighton House, London, The ihrer Schöpfer wider. ErstArab Hall, Der arabische Saal; mals wird der Typus des vom Künstler selbst entVilla Stuck, München worfenen oder maßgeblich Foto: Justin Barton gestalteten Hauses in einen internationalen Kontext gestellt. 20 europäische und amerikanische Beispiele lassen die Faszination lebendig werden, die derart sichtbar Gestalt gewordene Künstlerphantasien bis heute auf den Menschen ausüben. Bei aller Individualität repräsentieren sie die in der Zeit zwischen 1800 und 1948 vorherrschenden Ideen, Stile und Epochen. Als Spiegel der Aura des Künstlers ist das Künstlerhaus seit der Renaissance sichtbares Zeichen des Berufsstandes wie auch des gesellschaftlichen Anspruchs und Erfolgs. Im internationalen Austausch spielen ihre Häuser eine wichtige Rolle. Im 19. Jahrhundert erfährt die Legende des Künstlers als Verkörperung des von der Renaissance postulierten Universalkünstlers eine Wiedergeburt; der Geniekult huldigt dem schöpferischen Genius. Das Künstlerhaus ist Demonstration der Persönlichkeit des Künstlers, gleichsam seine „zweite Haut“ und erfüllt zahlreiche Funktionen und Bedürfnisse: Es ist Haus, Atelier und Schöpfungsort, künstlerisches Experiment, Inspiration und Kulisse, Kunstwerk. Es dient als Galerie und „Showroom“, mutiert zum Tempel, Heiligtum, Museum, vorzeitigen Kenotaph und Mausoleum. Der Katalog ist im Hatje Cantz-Verlag erschienen. TELEFON | 089/4555510

Frederic Lord Leighton, Music Lesson, Die Musikstunde, 1877, Leighton House London; Villa Stuck, München © Guildhall Art Gallery, City of London

Ausgehviertel Die Bohème in Paris um 1900 in der Schirn Kunsthalle Nicht ohne Grund schrieb ein zeitgenössischer Kritiker in den 1890er-Jahren über den Montmartre in Paris: „Das Viertel ähnelt einem riesigen Atelier.“ Bedeutende Künstler wie Edgar Degas, Pablo Picasso, Henri de Toulouse-Lautrec oder Vincent van Gogh lebten und wirkten in Montmartre. In einem bislang ungeahnten Realismus entwarfen sie einprägsame Bilder einer Zeit, die schonungslos die Kehrseiten der schillernden Belle Époque vor Augen führte. Mit diesen bis heute einzigartigen Arbeiten prägten sie die Kunstgeschichte des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts maßgeblich. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert nun erstmals mit über 200 Werken eine Gruppenausstellung, in deren Zentrum das Stadtviertel Montmartre mit seinen Geschichten und Protagonisten steht. Mit Gemälden und Arbeiten auf Papier, historischen Fotografien, Plakaten und Grafiken wird die historisch einmalige Atmosphäre am Montmartre um 1900 er- Auguste Chabaud, Moulin lebbar. (Katalog Hirmer). Rouge la nuit, 1907; Schirn TELEFON | 069/2998820

Kunsthalle Frankfurt © Musée du Petit Palais, Genève

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Kraftstrotzendes Panorama Die Gruppe Spur in der Sammlung Hurrle Durbach 1957 bis 1965 fanden sich die Maler HP Zimmer, Helmut Sturm und Heimrad Prem sowie der Bildhauer Lothar Fischer zur Gruppe SPUR in München zusammen. Die SPURKünstler sahen eine Chance darin, das Bild gemeinsam durch Diskussion und praktische Erforschung seiner Zusammenhänge im Kollektiv zu erweitern. Die Mittel sind forcierte Spontaneität, freie Linienbewegungen, die Erweiterung des Farb-Raum-Geschehens durch die Vorstellungskraft des Betrachters und Anspielungen auf Realitätsfragmente. So ziehen die oft grell farbigen facettenreichen Arbeiten den Betrachter in ihren Bann, stets sich selbst als unmittelbares Ereignis feiernd. Ihre internationale Dimension erhielt die Gruppe SPUR durch die Unterstützung des Dänen Asger Jorn. Durch ihn entstand der Kontakt zur Internationale Situationniste (I.S.), deren deutsche Fraktion die Gruppe für kurze Zeit wurde. Die Ausstellung „Vagabundierende Unruhe – Gruppe SPUR“ in der Sammlung Hurrle im Museum für Aktuelle Kunst in Durbach versammelt bis 18. Mai rund 120 Kunstwerke, zahlreiche Dokumente und den 1961 von Albert Mertz gedrehten Film „So ein Ding muss ich auch haben“. Die Bilder und Objekte zeigen das kraftstrotzende Panorama einer Gruppe

Hans Peter Reuter, Stadtbad ohne Ding Nr. 89-91, 1975; Kunsthalle Weishaupt Ulm © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

junger Künstler, die schon zu ihrer Zeit internationales Aufsehen erregen konnten. Die Malerei der SPUR, erscheint im Zusammenspiel mit jenen Künstlerinnen und Künstlern, die den Weg der SPUR zwischen 1957 und 1965 maßgeblich begleiteten, so beispielsweise Asger Jorn und Jacqueline De Jong. Beispiele zeitgleicher Entwicklungen der Gruppe WIR in München und der Karlsruher Figuration um HAP Grieshaber runden die Ausstellung ab. TELEFON | 0781/93201479

Nicht eintönig Hans Peter Reuter in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm

Helmut Sturm, Loses Kleckerboot, 1963; Sammlung Hurrle Durbach Foto: Dieter Schleicher, © VG Bildkunst, Bonn 2013

Seit über 40 Jahren bestimmt die Farbe Blau die Kunst Hans Peter Reuters. Seit gut 20 Jahren ist er bereits in der Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt vertreten. Diese Retrospektive, die der Künstler mit einem Großteil von Arbeiten aus eigenem Besitz selbst kuratiert, gibt bis 4. Mai einen umfassenden Einblick in sein Werk und die ganz besondere Beziehung zur Farbe Blau und der Beschäftigung mit dem Raum. Als Hans Peter Reuter, 1942 in Schwenningen geboren, mit seinem Beitrag bei der documenta 6 im Jahr 1977


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erstmals große Aufmerksamkeit erregt, sind blau gekachelte Räume bereits zum zentralen Motiv seiner Bilder geworden. Dass der Ausgangspunkt dieses Künstlers im Aktzeichnen und der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper liegt, scheint schwer vorstellbar. Jedoch war es gerade die Faszination am Figürlichen zu Beginn seines Studiums an der Karlsruher Akademie, die für ihn bald zwangsläufig die Frage nach dem den Akt umgebenden Umfeld aufwarf. In der Folge wandelte sich der menschliche Körper in Reuters Bildern, während der Raum, immer klarer strukturiert und konstruiert, an Bedeutung gewann und die nun amorphen, an Bäume erinnernden Figuren mit wuchernden Tentakeln in ihre Schranken verwies. Bis 1970 hielten sich diese vom Künstler als „Dinger“ bezeichneten amorphen Objekte noch in seinen Bildern auf, wobei sie immer mehr verblassten und zu Schatten ihrer selbst wurden, bis dann endgültig die Thematik des Raumes in den Vordergrund trat und zum beherrschenden Motiv wurde. In dieser Zeit hielt auch die Farbe Blau Einzug in Hans Peter Reuters Kunst und mit ihr treten auch die anderen grundlegenden Parameter auf, die künftig maßgeblich werden: das Licht, die perspektivische Räumlichkeit und das Quadrat. (Katalog). TELEFON | 0731/1614361

Alltägliches wird Kunst Andy Warhol Pop Artist in der Ludwiggalerie

Andy Warhol, Cow and a Half, 1966; Ludwiggalerie Schloss Oberhausen © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / ARS New York

Suppendosen und Marilyn Monroe – Plattencover und die Ermordung John F. Kennedys: Bereits zu Lebzeiten ist Andy Warhol populär wie kaum ein anderer Künstler – er schafft bis heute gültige Symbole und Ikonen, seine Bildästhetik prägt das tägliche Leben nachhaltig. Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen widmet sich in der Ausstellung Andy Warhol Pop Artist einem Pionier der Pop-Art. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden Warhols Druckgrafiken, besonders die der frühen Jahre, aber auch Leinwandarbeiten wie Portrait of a Lady. Neben dem Grafiker Warhol wird auch auf seine Präsenz innerhalb der damaligen Musikszene sowie den Filmemacher Warhol verwiesen. Von den Massenmedien und der Alltagskultur inspiriert, setzt Warhol mit seinem Werk

Andy Warhol, Flowers, 1964; Ludwiggalerie Schloss Oberhausen © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / ARS New York

entscheidende Impulse für die Kunstentwicklung ab den 1960er-Jahren, von denen rund 100 Arbeiten in der Ausstellung zu sehen sind. Wie viele seiner Künstlerkollegen arbeitet Warhol nach dem Studium zunächst als Werbegrafiker in New York. Mit Beginn der 1960er-Jahre erzielt er seine ersten Erfolge als bildender Künstler. Zeitgleich mit Roy Lichtenstein verarbeitet Warhol Motive aus den Printmedien und Massenprodukte wie Campbell‘s Suppendosen für seine Kunst. Er löst die Objekte des Alltags aus ihrer Umgebung, setzt sie prominent ins Bild und formuliert Alltägliches so zur Kunst um. Seine Motive findet er in den tagesaktuellen Medien, der Kunstgeschichte, Architektur oder der Natur. In dieser Zeit entdeckt Warhol das Siebdruckverfahren für sich, mit diesem als künstlerischem Ausdrucksmittel verändert sich seine gesamte Arbeitsweise. Erst durch die Siebdrucktechnik ist es dem Künstler möglich, jegliche handschriftlichen Merkmale aus seinen Arbeiten zu entfernen und sich so von der traditionellen Malerei zu lösen und dennoch seinen unverkennbaren Stil zu entwickeln. In der Factory lässt er seine Motive seriell produzieren und verzichtet bei vielen Arbeiten bewusst auf eine persönliche Kennzeichnung. Ein weiterer wesentlicher Faktor in Warhols Œuvre ist die Wiederholung, das Motiv Marilyn produziert er innerhalb einer Serie in zehn verschiedenen Farbvarianten. Auch die Themen Warhols sind wiederkehrende, beispielhaft sind seine Paraphrasen aus dem Jahr 1984. Innerhalb der Ausstellung stellen Drucke wie Electric-Chair, Campbell‘s Soup und die Flash-Mappe, Porträts von Marilyn, Mao oder die Verkündigung nach Leonardo da Vinci Warhols außergewöhnliche Arbeitsweise vor. (-18.05.). Zur Ausstellung erscheint ein Booklet. TELEFON | 0208/4124916

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Christliches Bildprogramm in Schweinfurt

Josef Wittlich in Berlin

Die Ausstellung im Museum Georg Schäfer umfasst Botschaften des Neuen Testaments, von Christi Geburt über die Verkündigung zur Auferstehung. Ludwig von Zumbusch (1861- Starstücke der Nazarener1927), Putto mit Kröte in Land- kunst wie Philipp Veits „Die schaft, Privatbesitz; Museum Darstellung im Tempel“ und Josef von Führichs „Die Georg Schäfer Schweinfurt Verkündigung der Geburt Mariens an die Heilige Anna“ feiern die Ankunft und das Erkennen des Messias. Das spannende Moment der Ausstellung kreist um den Begriff der künstlerischen Freiheit: Der Betrachter begegnet völlig unterschiedlichen und individuellen Auslegungen der christlichen Botschaft.

Königinnen, Potentaten und ganze Adelsfamilien – die Celebrities der 60er-Jahre: Dafür wählte Josef Wittlich unerschrocken wirkende Linienzeichnungen mit klaren Farben. Fern von den Zentren der Pop Art entwickelte Wittlich schon vor deren Boom in den 60ern ein Werk, das lange verbor- Josef Wittlich (1903-1982), Progen blieb. (24. Januar bis mipaar vor Flagge, Galerie Wag8. März). ner + Partner, Berlin. © Josef TELEFON | 030/39887411

Lust auf den nächsten Urlaub an der Adria macht die Ausstellung „Wien entdeckt das Meer“, bis 30. März im Wien Museum. Links ist eine Vorzeichnung für Postkarten der Adria-Ausstellung 1913, von Bertold Löffler, © Wien Museum) zu sehen. (Katalog: Czernin Verlag).

TELEFON | 09721/514820

Felix Austria A.E.I.O.U. in der Sammlung Würth Künzelsau Kunst aus Österreich bildet seit jeher einen besonderen Schwerpunkt in der Sammlung Würth. Gezeigt werden über 100 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen von mehr als 70 Künstlern. (Katalog: Swiridoff-Verlag; -30.03.). TELEFON | 07940/151926

Wittlich. Courtesy Wagner + Partner Berlin

TELEFON | 0043/1/5058747

Hommage Glasheimat Niederbayern im Glasmuseum Frauenau Das Glasmuseum präsentiert bis 23. März Exponate von 21 etablierten Künstlern, die zwischen Kelheim und Passau, Arber und Inn leben und arbeiten. Dabei richtet sich das Augenmerk auf Kreative, die Glas am Ofen oder vor der Lampe bearbeiten, Glasmaler, Graveure, Schleifer und Flachglasgestalter. U.a. mit Erwin Eisch, Ursula Merker, Alexander Wallner, Alois Wudy, Rike Scholle, Stefan Stangl und Jo Hruschka.

Friedensreich Hundertwasser, 741 Jacquis, Sharing 1974/75, Sammlung Würth; Museum Würth Künzelsau

TELEFON | 09926/941012

Barbara Felbinger, Insider; Glasmuseum Frauenau (-23.03.)


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Pierrots Brynolf Wennerberg im Museum Fürstenfeldbruck

Brynolf Wennerberg (18661950), Columbine und zwei Pierrots, Privatbesitz; Museum Fürstenfeldbruck (-17.03.)

Der aus Schweden stammende Maler und Grafiker hat sich um 1900 für ein paar Jahre in Fürstenfeldbruck-Emmering niedergelassen. Er arbeitete u.a. für den „Simplicissimus“ und die „Lustigen Blätter“. TELEFON | 08141/44046

Gold und Silber Glanzvolles zwischen Luxus und Alltag im Grafschaftsmuseum Wertheim Gold und Silber sind seit jeher Ausdruck von Luxus, aber auch der Ehrerbietung. Einerseits wird das Streben danach oft als Oberflächlichkeit abgetan, andererseits zeigt seine Verwendung für rituelle und religiöse Objekte auch den Stellenwert der damit vollzogenen Handlung. Das seltene und daher wertvolle Material hebt die Gegenstände und deren Besitzer oder Benutzer aus dem Alltäglichen heraus. Die Ausstellung zeigt neben dem echten Gold und Silber auch deren Abwandlungen im bürgerlichen und bäuerlichen Haushalt anhand ausgewählter Stücke des 17. bis 20. Jahrhunderts aus der Museumssammlung sowie Goldhaube aus dem Taubertal, Leihgaben aus kirchlichem um 1800; Grafschaftsmuseum und privatem Besitz. Wertheim © Kurt Bauer

Willard Wigan, Portrait 1; Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg © Willard Wigan

Kleine Welten Mikroskulpturen von Willard Wigan in Hamburg Die Wolkenkratzer, Bäume, Figuren und Märchenszenen von Willard Wigan (geb. 1957) sind weniger als 0,005 Millimeter groß und mit Hilfe eine Mikroskops geht bei ihm ein Kamel tatsächlich durchs Nadelöhr. Sein Spezialwerkzeug baut er sich selbst – aus Nadeln mit Rubin- und Diamantsplittern. Als Pinsel benutzt er seine Wimpern. Für seine Figuren und Szenerien verarbeitet der Künstler Materialien wie Gold, Teppichfasern oder Reste von Etiketten. Seine Skulpturen erzielen auf dem Kunstmarkt mittlerweile astronomische Preise. Das Museum für Kunst und Gewerbe widmet dem außergewöhnlichen Künstler bis 16. März eine Ausstellung. TELEFON | 040/428134800

TELEFON | 09342/301511

Webarten Kunst & Textil im Kunstmuseum Wolfsburg Kein Stoff, kein Material, keine Technik vermag unser sinnliches Dasein so universell zu berühren, wie das Textile. So sind im Kunstmuseum Wolfsburg bis 2. März rund 200 Exponate von über 80 Künstlern zu sehen, z.B. von Klimt, Degas, Matisse, Klee und Pollock, aber auch anonyme Stücke. TELEFON | 05361/266969

Michelangelo Pistoletto, Venere degli stracci (Venus of the Rags). 1967, Cittadellarte – Fondazione Pistoletto, Biella; Kunstmuseum Wolfsburg Foto: Courtesy Philadelphia Museum of Art

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HÖCHSTER FAYENCE & PORZELLAN

€ 140,Rechaud, Höchst, bekrönte Radmarke, wohl um 1774, zwei plastische Köpfe als Handhaben und schauseitig Öffnung zum Einstellen des Brenners, purpurfarben gemalte Schafszenen sowie polychrom ge-malte Streublümchen, ohne Einsatz u. Deckel, H 14 cm WEN

€ 190,Katze und Maus, Höchst, wohl Ende 18. Jh., blaue Radmarke mit vier Speichen, auf asymmetrischem Sockel, polychrom bemalt, Höhe 13,5 cm FRA

€ 200,Teller, Höchst, um 1760, radial gegliederter Korbrand, bunter Blumen- und Streublumendekor, Goldrand, Blindstempel und blaue Radmarke mit Kurhut, Presszeichen „N 3.“, Durchmesser 23 cm NEU

€ 270,Unterschale mit Paradiesvogel, Höchst, um 1760, Porzellan, farbig und gold staffiert, unterglasurblaue Radmarke, ø 13 cm VHA

€ 280,Kindergruppe, Höchst, Radmarke, Ende 18. Jh., auf einem grasbedeckten Felssockel an einem Hügel liegender, hornblasender Knabe, vor ihm kniend ein Mädchen mit Katze im Arm, an seiner Seite ein einen Hund dressierendes Mädchen, farbstaffiert, Sockel geklebt, Sockel und Figuren teilw. haarrissig, 1 Arm geklebt, H 13,5 cm WEN

€ 280,Deckeldose mit Sarotti-Mohr, Entwurf Lauermann/Detmold, um 1950, Höchst, Dosenmaße 15 x 13 cm KEM

€ 330,Koppchen mit Untertasse, Höchst, 1765-1798, polychromes Landschaftsdekor mit Huftieren, Goldrand berieben, Glasurfehler ARN


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€ 330,Gefäß in Form einer Schildkröte, Höchst, 1750, Fayence, naturalistisch modelliert und staffiert, Deckel fehlt, Boden mit grüner Radmarke, Maße 6,5 x 28 x 13 cm MET

€ 420,Zwei Spalierteller, Höchst, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, mit polychromer Blütenmalerei, altrestauriert, blaue Höchster Radmarke, Durchmesser jeweils 24,5 cm KUK

€ 500,Stehendes Reh, Modell von Johann Gottfried Becker, Höchst, 1750-55, naturalistisch modelliert und staffiert, ovaler Sockel mit aufbossierten Grasbüscheln, ohne Marke, Höhe 5,3 cm MET

€ 360,Zwei Figuren, Höchst, wohl um 1800, Pinselmarke „D“ und Radmarke, Fayence, geritzte Modell-Nummer „95 und 99“, bemalt mit Scharffeuerfarben, Höhe je 16 cm MEH

€ 420,Knabe, Modell von Johann Peter Melchior, Höchst, 1765-70, Porzellan, bunt bemalt, auf ovalem Felssockel mit Grasstaffage stehend, blaue Radmarke, Höhe 15,4 cm MET

€ 600,„Jammernder Knabe“, Höchst, Radmarke, bis 1774, farb- und goldstaffiert, Sockelrand und Zopfbänder bestoßen, verso Brandriss, Höhe 15,5 cm WEN

€ 600,Kaffeekanne, Höchst, purpurfarbene Radmarke, um 1760, schauseitig polychrom gemalte Darstellung eines auf einer Ruine liegenden, in die Landschaft weisenden Hirten, am Fuße der Ruine Schafe und eine Kuh lagernd, goldstaffiert, ohne Deckel, Höhe 16 cm WEN

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€ 750,Platte, Höchst, 1765-1774, rosafarbene Medaillons mit Porträts in Grau-Camaieu, von Lorbeergirlanden gerahmt, Vasenmotive, Schleifendekor, Goldstaffage, Rad-Blindstempel, Pressbuchstaben „S“ u. „I“, unterglasurblaue Radmarke (Danckert Nr. 1 u. 4), 31 x 23,3 cm SBL

€ 800,Scherzkrug, Höchst, 1750, Fayence, umlaufend drei Öffnungen, die als Trinkhalme dienen, gelber Fond, Schauseite mit Kauffahrteiszene, braune Marke, Höhe 21,7 cm MET € 900,Flötenspieler, Modell von Laurentius Russinger, Höchst, 1755, eisenrote Radmarke, bunt bemalt, auf Sockel stehend, Figurenhöhe 12,6 cm MET

€ 780,Schale „Brandensteinrelief“, Malerei von Andreas Ph. Oettner, Höchst, 1765-70, oval gemuldet, Korbflechtrelief, goldstaffierter Lippenrand, bunt bemalt mit Architekturlandschaft und Personenstaffage, bekrönte Radmarke, Maße 4,5 x 24,4 x 19 cm MET

€ 950,„Die Ziegenmelkerin“, Modell von Johann Peter Melchior, um 1770, Höchst, 1770-1796, Porzellan, farbig staffiert, blaue Radmarke mit Kurhut, Höhe 16 cm VHA

€ 900,Fischerknabe, Modell von Laurentius Russinger (1759-1764 Modellmeister), Höchst, um 1760, bunt staffiert, blau gestreifte Hose, weißes Hemd, purpurne Jacke und Hut, Kescher in linker Hand, auf Baumstumpfsockel stehend, Sockel mit goldstaffierten Rocaillen belegt, Radmarke in eisenroter Aufglasurfarbe, Höhe 11 cm FIS

€ 950,„Jammernder Knabe,“ Modell von Johann Peter Melchior, Höchst, letztes Viertel 18. Jahrhundert auf Rasensockel stehend, Farb- und Goldstaffage, blaue Kurhutmarke, Ritznummer „81/o“, restauriert, minimal best., Höhe 15 cm NEU


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€ 1.000,Trembleuse mit Untertasse, Höchst, 1770, mit Kauffahrteiszenen bzw. Landschaften mit Architekturen, gold gerahmte, eisenrote Bordüre MET

€ 1.000,Schokoladenkanne, Porzellanmanufaktur Hoechst? (ohne Marke), um 1760, allseitig feine Bemalung aus Blüten u. Früchten, vergoldete Ränder, Ausguss u. Griffe plastisch mit Blüten dekoriert, H 17,5 cm HHM

€ 1.500,Schreitender Löwe, Boden Ritzzeichen „HIS“, Malermonogramm „IZ“ (Johann Zechinger), Modell von Johann Gottfried Becker, Höchst, 1750-55, naturalistisch modelliert und staffiert, ovaler Sockel mit aufbossierten Blüten, Höhe 8,5 cm MET

€ 1.800,Chinesenpaar, Höchst, 1770, einander zugewandt auf erhöhtem, felsreliefiertem Sockel stehend, Porzellan, bunt bemalt, am Boden unterglasurblaue Radmarke, Höhe 17,5 cm MET

€ 1.900,Schale, Juwelier Friedrich, auf Höchster Porzellan, besetzt mit drei Albinokaninchen aus weißem Opal, Maße 19 x 19 cm ARN

€ 2.420,„Der gestörte Schlummer“, Modell von Johann P. Melchior, Höchst, wohl vor 1770, auf gestuftem, naturalistisch staffiertem Terrainsockel mit Resten eines Mauerwerks u. Gatter, Blaumarke Rad, Spitze der Feder abgebrochen, Fuß des Mädchens rest., H 14,5 cm LEM

€ 2.640,„Der Schlummer der Schäferin“, Modell von Johann Peter Melchior, Höchst, um 1770/80, Blaumarke Rad mit Kurhut, restauriert über Brüchen, auf gestuftem Terrainsockel, Höhe 20,5 cm LEM

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€ 3.000,Ziegenmelkerin, Modell von Johann Peter Melchior, Höchst, um 1770, Blaumarke Rad mit Kurhut, Ritzzeichen, Hut, Gehörn und Ohren der Ziege restauriert, Höhe 15,4 cm LEM € 2.680,„Dame beim Friseur“, Höchst, um 1755-1760, Modell wohl von Laurentius Russinger, ohne Marke, auf purpur und gold anstaffiertem Rocaillensockel, Spiegel in Hand der Dame verloren, ein wieder angefügter Abbruch an der Rocaille, Höhe 14,9 cm LEM

€ 3.200,Höchster Scaramuz oder Doctor Balanzon, aus der kleinen Serie der Commedia dell’Arte, Modell von Johann Gottfried Becker, um 1750-55 , rote Malermarke „IAF“, drei Finger verloren, einige weitere restauriert, Höhe 16,8 cm LEM

€ 3.000,„Das geschmückte Lamm“, Modell Johann Peter Melchior, 1765/70, Höchst. 1765-96, Porzellan, farbig und sparsam gold staffiert, junges Paar mit Lamm auf Erdsockel, blaue Radmarke, H 20 cm VHA

€ 3.200,Harlekin, Modell von Johann Gottfried Becker, die Bemalung stammt wohl von Philipp Zisler, Höchst, um 1750-1755, aus der kleinen Serie der Commedia dell’Arte, beide Hände und der vordere Fuß wurden ersetzt, Höhe 16,1 cm LEM

€ 3.200,Höchster Dottore, Modell von Johann Gottfried Becker, die Bemalung stammt wohl von Philipp Gerhard Sommerlath, um 1750-1755, aus der kleinen Serie der Commedia dell’Arte, blaue Radmarke und blaue Malermarke „GS“, beide Hände sowie Teile der Hutkrempe ersetzt, Höhe 17,6 cm LEM

€ 3.390,„Der bekränzte Schläfer“, Modell von Johann Peter Melchior, Höchst, um bzw. kurz nach 1770, auf gestuftem, naturalistisch staffiertem Terrainsockel, Blaumarke Rad, Ritzzeichen „9WN 49“, kleinere Abbrüche und Restaurierungen, Höhe 17,2 cm LEM


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€ 3.600,„Der geschmückte Hut“, Modell von Johann Peter Melchior, Höchst, 1770, Porzellan, bunt bemalt, am Boden unterglasurblaue Radmarke, grau staffierter Sockel, Höhe 19,1 cm MET

€ 6.720,„Amynthas und Sylvia“, Modell von Johann Peter Melchior, Höchst, noch vor 1770, rote Aufglasurmarke Rad, Zipfel Tuchdraperie restauriert, ebenso die Zehen der Sylvia u. das rote Band, H 26,3 cm LEM

€ 4.080,Höchster Musikantenfamilie, Modell von Johann Peter Melchior, Höchst, um 1772, auf gestuftem Terrainsockel, Kopf der Dame wieder angefügt, gelbe Schleifen und Teile der Leier rest., H 28,2 cm LEM

€ 8.500,Papagei, Modell von Johann Gottfried Becker, Höchst, 1760, auf Baumstumpf sitzend, naturalistisch modelliert und staffiert, eisenrote Radmarke, mit rotem Lack nummeriert bzw. ausgestrichen „1982. 790“, auf Bronzesockel montiert, Höhe 31 cm MET

€ 6.000,Höchster Teedose, Mitte 18. Jh., weiße Glasur, polychr. Muffeldekor, fassonierte Kastenform, reliefierte Blütenranken, Stülpdeckel mit kl. Zapfenknauf, Purpurmarke Rad u. Signatur „I.“, H 13,3 cm LEM

ARN FIS FRA HHM KEM KUK LEM LEM MEH MET NEU SBL VHA WEN WEN

ARNOLD | Frankfurt, 03. September 2011 + 01. September 2012 FISCHER DR. | Heilbronn, 14. Mai 2011 FRANKE | Nürnberg, 27./28. April 2012 HERMANN HISTORICA | München, 02./03. Mai 2011 KEMPF | Würzburg, 19. Januar 2013 KUNST & KURIOSA | Heidelberg, 16. März 2013 LEMPERTZ | Köln, 13. Mai + 17. November 2011 LEMPERTZ | Köln, 10./11. Mai + 15./16. November 12 + 10. Mai 13 MEHLIS | Plauen, 27.-29. Mai 2011 METZ | Heidelberg, 07. Mai + 26. November 2011 + 11. Mai 2013 NEUMEISTER | München, 26. September 2012 + 27. März 2013 SCHEUBLEIN | München, 28. Juni 2013 VAN HAM | Köln, 18./19. November 2011 + 12. Mai 2012 WENDL | Rudolstadt, 01.-03. März + 18.-20. Oktober 2012 WENDL | Rudolstadt, 28. Februar-02. März + 17.-19. Oktober 13

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SAMMLER JOURNAL 3 / 2014

SAMMLER JOURNAL

ISSN 1863-0332

VERLAG

GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 /4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de

GESCHÄFTSFÜHRER

Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

A RT N O U V E AU Tintenzeuge

ASSISTENZ DER GESCHÄFTSFÜHRUNG

Karin Teichmann

CHEFREDAKTEUR

Karl Ruisinger eMail: karl.ruisinger@gemiverlag.de

REDAKTEURE

Nicola Fritzsch Karin Probst Helene Stümpfle-Wolf Joscha Eberhardt

STÄNDIGE MITARBEIT

Dr. Graham Dry Dr. Dieter Weidmann Heidrun Th. Grigoleit Anja Iwa

AUTOREN DIESER AUSGABE

Hans-Jürgen Flamm Günter Kohlprath Dr. Horst Makus Dr. Christoph Prignitz Dr. Dieter Weidmann

REDAKTIONSASSISTENZ

Heike Genz

TERMINE

Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de

LITHOS, SATZ, HERSTELLUNG

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SCHMUCK Miriam Haskell

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VERTRIEB

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ST E I N G U T Steuler GEMÄLDE Alexej von Jawlensky

Erscheinungstermin: Abonnenten-Versand: 19.2.14

Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/08 vom 01.11.2008

Erstverkaufstag Handel: 26.2.14

Diese Ausgabe enthält eine Beilage zu den Kunst- & Antiquitätentagen 2014, Messe und Congress Centrum Halle Münsterland. Wir bitten um Beachtung.

Sammler journal 0214  
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