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IHS-Chef Prof. Dr. Martin Kocher: „Das Pensionsantrittsalter wird steigen müssen!”

DAS MAGAZIN FÜR WIRTSCHAFT, POLITIK & INVESTMENTPRODUKTE

4profit Verlag GmbH, 1010 Wien, Rotenturmstraße 12 ° Nr. 03Z035262 M ° Ausgabe 02 02||2017 2018 °° 3,90 3,90Euro Euro

° Bitcoin & Co: Ist die heftige Korrektur der Anfang vom Ende? ° Aktienmärkte Die besten Anlagetipps für Nachzügler ° Für alle Fälle: Flexible Fonds und Alternative Investments

Wunderknabe mit ausgeprägten Macken:

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Diese Konditioneninformation stellt kein Angebot im rechtlichen Sinn und keine Finanzierungszusage dar. Es kann kein Anspruch auf Abschluss eines Kreditvertrages abgeleitet werden. Eine Kreditgewährung ist sowohl an den Abschluss einer Kreditvereinbarung als auch an die Zustimmung der entsprechenden Gremien gebunden. Diese Marketingmitteilung wurde von der HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien AG, Hypogasse 1, 3100 St. Pölten, erstellt und dient ausschließlich der unverbindlichen Information. Die Produktbeschreibung erfolgt stichwortartig. Irrtum und Druckfehler vorbehalten. Aktion gültig bis 30. 6. 2018. Bis auf Widerruf. Stand 1/2018. Eine Information der HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien AG. Werbung


° editorial  02/2018 Wirtschaft boomt

T

rotz aller Querelen wächst die Wirtschaft in der Eurozone laut IHS Market Flash so kräftig wie seit fast zwölf Jahren nicht mehr. Auch die Zunahme der Beschäftigtenzahlen übertrumpfte unlängst den Wert aus dem Jahr 2000 und die Einkaufspreise klet­ terten mit der höchsten Rate seit knapp sieben Jahren. Wachstums­ lokomotive bleibt die Industrie, wo sich die Auftragsbestände zuletzt zügiger als in den letzten zehn Jahren entwickelten. Auch im Service­ sektor erreichte der entsprechende Jobindex den höchsten Wert seit Oktober 2007. Demzufolge legten sowohl die Einkaufspreise – diese auch wegen steigender Rohstoffkosten – wie auch die Verkaufspreise zu. In beiden Sektoren beschleunigen sich die jeweiligen Inflations­ raten. In Österreich stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) über das vergangene Jahr gesehen um rund zwei Prozent.

Mario Franzin, Chefredakteur GELD-Magazin

Demgegenüber steht die zauderliche Europäische Zentralbank, die bei ihrer letzten Sitzung im Jänner sowohl die Leitzinsen bei null Prozent hielt wie auch das Anleihenkaufprogramm unverändert ­beließ. Das soll die Wirtschaft weiter anheizen bzw. den negativen Effekt aus dem starken Euro abfangen und zugleich die erleichterte Staatenfinanzierung prolongieren. Dass die Sparbuchzinsen bei an­ haltend null stagnieren, ist ein in Kauf genommenes Übel. Die nied­ rigen Zinsen dürfen Investoren aber nicht weiter stören, im Gegen­ teil. Erstens halten sie die Kursverluste bei den fixverzinsten Anla­ gen (noch) in Grenzen und andererseits – viel interessanter – sorgt es für weitere Kurs- und Dividendensteigerungen bei börsenno­ tierten Gesellschaften. Betrachtet man sich zum Beispiel die durch­ schnittliche Dividendenrendite der an der Börse Wien notierten Unternehmen, so liegt sie bei 2,82 Prozent – die Österreichische Post zahlt als Spitzenreiter 5,23 Prozent, gefolgt von der Uniqa mit 5,18 Prozent. Ebenso unterstützt werden Immobilienveranlagungen, auch wenn sich der Anstieg der Preise aus verschiedenen Gründen verlangsamt. Aber Investoren sitzen hier bereits auf dicken Gewinn­ polstern aus den vergangenen Jahren. Es zahlt sich eben aus, in Finanzangelegenheiten auf dem Laufenden zu bleiben.

º Medieneigentümer 4profit Verlag GmbH º Medieneigentümer-, Herausgeber- und Redaktionsadresse 1010 Wien, Rotenturmstraße 12 T: +43/1/997 17 97-0, F.: DW-97, E: office@geld-magazin.at º Herausgeber 4profit Verlag GmbH º GeschäftsführUNG Mario Franzin, Snezzana Jovic  º Chefredakteur Mario Franzin º Redaktion Mario Franzin, Mag. Harald Kolerus, Michael Kordovsky, Wolfgang Regner º grafische Leitung Noura El-Kordy º Coverfoto ElonMusk by Kristoffer Tripplaar / Alamy Stock Photo º Datenanbieter Lipper Thomson Reuters*, software-systems, Morningstar Direct º Verlagsleitung Snezana Jovic º Eventmarketing Ivana Jovic º Projektleitung & verkauf Dr. Anatol Eschelmüller º IT-management Oliver Uhlir º Druck Berger Druck, 3580 Horn, Wiener Straße 80 º Vertrieb Morawa Pressevertrieb, 1140 Wien www.geld-magazin.at Abo-Hotline: +43/1/997 17 97-12 • abo@geld-magazin.at Österreichische

* Weder Lipper noch andere Mitglieder der Reuters-Gruppe oder ihre Datenanbieter haften für Fehler, die den Inhalt betreffen. Performance-Ranglisten verwenden die zur Zeit der Kalkulation verfügbaren Daten. Die Beistellung der Performance-Daten stellt kein Angebot zum Kauf von Anteilen der genannten Fonds dar, noch gilt sie als Kaufempfehlung für Investmentfonds. Für Investoren gilt es zu beachten, dass die vergangenen Performance­werte keine Garantie für zukünftige Ergebnisse darstellen.

ÖAK Auflagenkontrolle


BRENNPUNKT 06 ° PANORAMA. Warnung: „Cyber-Hurrikan“

droht + Vorstoß: Gegen digitales Steuerdumping + Brüssel: EU will Fake News eindämmen + Automobile: Branche in rasantem Umbruch + Österreich: Firmenpleiten gehen wieder zurück.

08 ° INTERVIEW MARTIN KOCHER. Der IHS-Chef

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24 ° PRIVATBANKEN. Die Branche für exklusive

ruft ins Gewissen: „Wir werden länger arbeiten müssen!“

Geldanlage befindet sich im Umbruch.

10 ° PORTRÄT ELON MUSK. Visionär und Multimilliardär – nach seinen vielen Erfolgen wird die Luft für den Tesla-Chef allerdings dünner.

GELDANLAGE

14 ° KRYPTOWÄHRUNGEN. Bitcoin, Ethereum,

Ripple, IOTA, Litecoin & Co. – das GELD-Magazin verrät, wer sich wirklich durchsetzen wird.

16 ° FINANCE WATCH. Griechenland: Reformen eingefordert + IWF: Harsche Kritik an Deutschland + US-Aktien: Stärkstes Verkaufssignal seit fünf Jahren + Schattenwirtschaft: Schweiz entscheidendes Zentrum. WIRTSCHAFT 18 ° PANORAMA. Österreich: Konjunkturmotor

brummt weiter + Datenschutz: Unternehmen mangelhaft vorbereitet + Match des Monats: Alt gegen Jung.

20 ° GEOPOLITIK UND WIRTSCHAFT. Umwelt-

katastrophen, Cyberattacken, Finanzblase, Kriegsgefahr – erhebliche Risiken bedrohen unser aller Sicherheit.

BANKING 22 ° PANORAMA. UniCredit: International aus-

gezeichnet + Bawag: Unterstützung für KMU + Schoellerbank-Analyse: Wege aus der Zinsfalle.

28 ° PANORAMA. Financial Planners: Deutliche Warnung vor Bitcoins + Millennials: Sie prägen die moderne Wirtschaft + Carmignac: Märkte haben „Gipfel der Verzerrung“ erreicht.

30 ° INTERVIEW JOHN GREENWOOD. Der Chefökonom von Invesco glaubt weiterhin an das „Goldlöckchen-Senario“.

32 ° TOTAL RETURN. Flexible Fonds mit Sicherheitsnetz sollten allen Börsen-Krisen trotzen.

36 ° EMERGING MARKETS. Wachstumsstark und

günstig bewertet: Die Rally der Schwellenländer ist noch nicht vorbei.

42 ° BEST OF FUNDS. Die robuste Weltwirtschaft

unterstützt die Fondsbranche und sorgt weiterhin für stattliche Renditen.

AKTIEN 48 ° PANORAMA. AT&S: Investitionen tragen Früchte + AMS: Umsatz verdoppelt + Semperit: Dividende gestrichen + Zumtobel: Schmerzhafter Gewinneinbruch + S Immo: Anleihe platziert.

Offenlegung gemäss §25 Mediengesetz GELD-MAGAZIN ° erscheint 10 x jährlich MEDIENEIGENTÜMER ° 4profit Verlag GmbH, 1010 Wien, Rotenturmstraße 12/1, Tel.: +43/1/997 17 97- 0, Fax: DW 97, www.geld-magazin.at EIGENTÜMER DER GESELLSCHAFT ° Mario Franzin, Snezana Jovic, GAM Consult GmbH GESCHÄFTSFÜHRER ° Mario Franzin, Snezana Jovic CHEFREDAKTEUR ° Mario Franzin VERLAGSPOSTAMT ° 1010 Wien, Fleischmarkt 19 UNTERNEHMENSGEGENSTAND ° A) Die Herausgabe von periodischen Druckwerken, insbesondere von Publikumszeitschriften im Themenbereich „Finanzmarkt“, deren Produktion als Medieninhaber und Verleger, der Verlag von Druckwerken und Büchern sowie die vertragliche Erbringung von Verlagsfunktionen gegenüber Dritten einschließlich der Gestaltung von Medien und anderen Druckwerken, deren Anzeigenverwaltung und Anzeigenakquisition, des Drucks und des Vertriebs. B) Der Buch-, Kunst- und Musikalienhandel sowie die Verwertung von Urheberrechten, Ausführungsrechten und verwandten Schutzrechten. C) Die Ausstellungsgestaltung und -verwertung, die Organisation von Veranstaltungen, die Verwertung von Verlagsrechten und jedweden Lizenzrechten, die geeignet sind, dem Geschäftsgegenstand dienlich zu sein. D) Die Beteiligung an Unternehmen jedweder Art, die geeignet sind, dem Geschäftsgegenstand dienlich zu sein. ERKLÄRUNG ÜBER DIE GRUNDLEGENDE RICHTUNG ° Unabhängige Wirtschaftszeitschrift zur Information der Leser speziell im Themenbereich „Geld-Anlage“. Copyright der namentlich genannten Artikel bei den Autoren. Namentlich gezeichnete Beiträge müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion decken. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder kann keine Haftung übernommen werden bzw. es entfallen sämtliche Honoraransprüche. Rücksendungen erfolgen nur gegen beiliegendes Rückporto. Titel und Vorspänne stammen in der Regel von der Redaktion.

4 ° GELD-MAGAZIN – FEBRUAR 2018


° INHALT 02 / 2018 50 ° WELTBÖRSEN. USA: Wachstum leicht zurückge-

68 ° ALTERNATIVE STRATEGIEN. Machen Sie Ihr

52 ° ANLAGETIPPS. Datagroup: IT für den Mittel-

70 ° ROHSTOFF-RADAR. Erdöl: Alternative Energien sorgen für harte Konkurrenz + Gold & Silber: Match der Edelmetalle + Palladium: Rohstoff der Stunde.

54 ° BÖRSE WIEN. Die gute Stimmung hält an –

IMMOBILIEN

56 ° IMMOBILIEN-AKTIEN. Wann kommt die näch-

72 ° PANORAMA. Wienwert: Heftiger Aktionärsstreit + UBM: Pipeline ist prall gefüllt.

fallen + Europa: Zankapfel Zinspolitik + Japan: Trendpfeil zeigt nach oben + China: Höhenflug geht weiter.

stand + Glencore: Kobalt sorgt für Fantasie + Vodafone: In der Defensive.

leichte Korrekturen werden für Käufe genützt.

ste Übernahme in der heimischen Immo-Szene?

58 ° BÖRSE DEUTSCHLAND. Quartalsberichte wichtiger Unternehmen könnten den DAX-Höhenflug schnell beenden. 60 ° BLOCKCHAIN. Sehr interessant und sehr speku-

lativ: Investments in Blockchain-Unternehmen.

64 ° HEALTHCARE. Diabetes nimmt zu, neue Wirkstoffe versprechen Linderung – und starkes Wachstum. ALTERNATIVE INVESTMENTS 66 ° PANORAMA. Salus Alpha: 20 Kryptowährungen

unter einem Dach + Zertifikateprofis: Die besten Tipps.

67 ° ZERTIFIKATE-LISTING. Attraktive Produkte.

Portfolio mit besonderen Produkten krisensicher!

74 ° MARKTANALYSE. Investoren stürzen sich auf heimische Wohnimmobilien.

VERSICHERUNG 76 ° PANORAMA. Uniqa: Neues zum Altern + Pensionskonto: Lob und Kritik + Wiener Städtische: Skiunfälle werden unterschätzt. 77 ° FLV-LISTING. Fondsgebundene Versicherungen

im Überblick.

78 ° PENSIONSVORSORGE. Um Massenarmut im Alter zu verhindern, muss die Politik jetzt handeln. 82° BUCH-TIPPS. Dividenden kassieren + Tools der

Mentoren + Kampf der Kulturen.

Immobilieninvestments in schwierigen Zeiten WƌŽĮƟĞƌĞŶ^ŝĞǀŽŶ͗ Ͳ ŶƚǁŝĐŬůƵŶŐƐŐĞǁŝŶŶĞŶĞŝŶĞƌ/ŵŵŽďŝůŝĞŽĚĞƌ Ͳ ƌƚƌĂŐƌĞŝĐŚĞŶsŽƌƐŽƌŐĞǁŽŚŶƵŶŐĞŶŵŝƚ  &Ƶůů^ĞƌǀŝĐĞWĂŬĞƚƵŶĚDŝĞƚŐĂƌĂŶƟĞ tŝƌĨƌĞƵĞŶƵŶƐƺďĞƌ /ŚƌĞ<ŽŶƚĂŬƚĂƵĨŶĂŚŵĞ͗ dĞů͘нϰϯ;ϬͿϭϱϮϮϰϬϬϯͲϬ ŐĞƌŚĂƌĚ͘ŵŝƩĞůďĂĐŚΛƚƌŝǀŝƵŵ͘Ăƚ ǁǁǁ͘ƚƌŝǀŝƵŵ͘Ăƚ


brennpunktPanorama Allianz: Warnung vor „Cyber-Hurrikan“ Gefahrenquelle Internet. Mehrere

aktuelle Studien legen nahe, dass Cyber-Angriffe für immer mehr Kopfzerbrechen sorgen. So werden laut dem Allianz Risk Barometer Cybervorfälle von österreichischen Unternehmen zu 70 Prozent als größtes Geschäftsrisiko eingestuft. Das bedeutet laut dem Allianz Experten Ole Ohlmeyer einen Anstieg um mehr als die Hälfte im Vergleich zur Vorjahresuntersuchung. Mit deutlichem Abstand befindet sich das vorjährige Top-Risiko Betriebs- und Liefer­ unterbrechungen (45%) nunmehr auf Platz zwei der österreichischen Rangliste, gefolgt von Naturkatastrophen (30%) auf dem dritten Platz. Kritischer als im vergangenen Jahr – und damit erstmals in den Top Ten – sehen österreichische Unternehmen zudem Geschäftsrisiken durch den Verlust von

Reputation oder Markenwert (25%) auf Platz vier. Neue Top-Risiken sind zudem Stromausfälle, Nachwuchskräftemangel (jeweils 15%) sowie Produktrückrufe (10%). Aber kehren wir zum Cyber-Terror zurück: Ereignisse wie die WannaCry- und Petya-Angriffe führten 2017 zu erheblichen finanziellen Verlusten für eine große Anzahl von Unternehmen. Weitere Cyber-Attacken, wie Mirai, der bislang größte DDoS-Angriff auf wichtige Internetplattformen und -dienste in Europa und Nordamerika,zeigen die Risiken der Vernetzung und Abhängigkeit von gemeinsamer Internet-Infrastruktur. Auch die kürzlich identifizierten Sicherheitslücken in Computerchips in nahezu jedem modernen PC zeigen die digitalen Schwachstellen moderner Gesellschaften auf. Das Potenzial für sogenannte „Cyber-Hurrikan“-Ereignisse, bei denen Hacker eine größere Anzahl von Unternehmen durch einen Angriff auf gemeinsam genutzte Infrastruktur lahmlegen, werde 2018 weiter wachsen, prognostiziert die Allianz Studie.

Zahlenspiel

9892

gefälschte Banknoten wurden in Öster-

reich 2017 aus dem Verkehr gezogen. Im Jahr 2016 waren es noch 12.234 Stück – das entspricht einem Rückgang um rund ein Fünftel, teilt die OeNB mit. Am häufigsten wird nach wie vor die 50-Euro-Banknote gefälscht, gefolgt vom 20Euro-Schein. Diese beiden Banknotenkategorien haben auch im Euroraum mit fast 88 Prozent den größten Anteil an allen Fälschungen. Der beträchtliche Schadensrückgang auf 567.075 Euro (minus 201.440 EUR gegenüber 2016) in Österreich laut der Notenbank ist im Wesentlichen auf weniger Fälschungen in fast allen Banknotenkategorien zurückzuführen. So konnten beispielsweise bei der 100-Euro-Banknote die Fälschungen im Vergleich zu 2016 von 2024 auf 871 Stück reduziert werden. Ein ähnliches Bild zeigt sich für die 200-Euro-Scheine: Gab es 2016 noch 408 Fälschungen, so wurden 2017 nur mehr 141 Fälschungen aus dem Verkehr gezogen. 2017 ist der gesamte Banknotenumlauf im Euroraum übrigens sowohl im Volumen (+5,9%)

usa: Risiko steuerreform

On the road again

als auch im Wert (+4%) gestiegen.

13

Prozent Wertzuwachs verzeich-

Der geteilte wagen. Der globale Automo-

breit wurde über die von Donald Trump anvisierte Steuerreform diskutiert – aber ist diese überhaupt notwendig? Oder sogar kontraproduktiv? Denn mit der Steuerreform hat der amerikanische Kongress überraschend starke wirtschaftliche Impulse beschlossen, die die Märkte zu unterschätzen scheinen. „Das daraus folgende Wachstum dürfte zu Beginn bejubelt werden“, sagt Tim Drayson, Head of Economics beim Vermögensverwalters LGIM. „Außer Acht gelassen wird aber, dass die USWirtschaft bereits auf vollen Touren arbeitet. Es droht eine Überhitzung“, so die warnenden Worte.

bilmarkt wird sich laut einer neuen PwC-Studie bereits in wenigen Jahren massiv verändern. Demnach werden im Jahr 2030 an die 80 Millionen Autos weniger auf Europas Straßen fahren. Durch neuartige Carsharing-Konzepte könnte sich der Fahrzeugbestand in Europa von 280 auf 200 Millionen und in den USA von 270 auf 212 Millionen reduzieren. Gleichzeitig müssen die Boliden wegen der intensiveren Nutzung aber sehr viel häufiger ausgetauscht werden. Was bedeutet dieser Trend nun für Hersteller und Zulieferer? Die Prognosen von PwC lassen bis 2030 eine Steigerung der jährlichen Kfz-Zulassungen in Europa um ein Drittel auf über 24 Millionen Fahrzeuge erwarten. Das wäre die einzige Möglichkeit, die stärkere Abnutzung der Autos durch Carsharing auszugleichen. Für die USA erwartet PwC ein Wachstum von 20 Prozent mit fast 22 Millionen verkauften Neuwagen im Jahr 2030. Für China wird ein Plus von über 30 Prozent auf 35 Millionen verkaufte Fahrzeuge prognostiziert.

6 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

neten Goldinvestoren vergangenes Jahr

im Durchschnitt. Allerdings ist somit nicht alles eitel Wonne. Sönke Mißfeld vom Edelmetallspe­ zialisten Ophirum kommentiert: „Aus Gesprächen mit unseren Kunden in den vergangenen Wochen ist mir klar geworden, dass das Jahr 2017 für viele Goldanleger sehr verwirrend gewesen sein muss. Wer zum Jahresende verkaufen wollte, hätte bei einem Kaufzeitpunkt zum Jahresanfang kaum eine Veränderung im Preis bemerkt und bei einem späteren Einstieg in der ersten Jahreshälfte rechnerisch sogar ein Minus von bis zu zehn Prozent verzeichnet!“ Grund hierfür ist der Umstand, dass der Goldpreis international in USDollar notiert wird, aber Münzen und Barren hierzulande natürlich in Euro bezahlt werden müssen. Daraus ergibt sich für Edelmetallkäufer eine unfreiwillige Abhängigkeit von dem Wechselkursverhältnis zwischen Euro und Dollar. Mißfeld hält es allerdings für sehr unwahrscheinlich, dass sich der Euro in den nächsten Jahren so stark entwickeln wird, dass europäische Goldanleger das Nachsehen haben werden.

CrediTS: BMF/photonews.at/Georges Schneider, Shutterstock, beigestellt

drohende überhitzung. Lang und


Gegen digitales Steuerdumping GroSSkonzerne im visier. Die Staatsfinanzen sind bekanntlich

nicht nur in Österreich – sagen wir einmal euphemistisch – strapaziert. Da tut es dem Fiskus weh, dass europäische Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen im Schnitt lediglich einer effektiven Steuerlast von neun Prozent unterliegen. Wenn es nach dem neuen österreichischen Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) geht, soll sich das ändern – er fordert eine „gerechte Digitalsteuer“. Löger meint: „Das aktuelle internationale Steuersystem hinkt dem digitalen Zeitalter hinterher.“ Vor allem für Großkonzerne, die auf der digitalen Schiene unterwegs sind, sei es ohne viel Aufwand möglich, Steuern zu optimieren bzw. zu vermeiden. Ganz neu ist der Vorstoß Lögers indes nicht: Die EUKommission forderte bereits im vergangenen September eine grundlegende Reform der internationalen Steuervorschriften, bei der die Art der Wertschöpfung und der Ort der Besteuerung besser verknüpft werden sollen. Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis meinte schon damals: „Dabei geht es auch um die Nachhaltigkeit unserer Steuereinnahmen, denn die traditionellen Steuerquellen geraten unter Druck. Und nicht zuletzt gilt es, die Integrität des Binnenmarkts zu wahren und Fragmentierung zu vermeiden, indem wir gemeinsame Antworten auf globale Herausforderungen finden.“ Man darf gespannt sein, wer sich durchsetzen wird – die hohe Politik oder die Hochfinanz in Gestalt der Internet- und Hightech-Giganten Google, Facebook, Apple und Co. Apropos: Alleine Google soll sich im Jahr 2016 durch komplexe Firmenkonstrukte Steuerzahlungen in Höhe von 3,7 Milliarden Euro Steuern erspart haben. Geld, das der Fiskus gut gebrauchen könnte.

insolvenzen gehen zurück

Lügen haben lange beine. Auch in

Brüssel wächst die Sorge vor der Desinformation im Internet. Das Stichwort lautet – erraten – wieder einmal Fake News. Deshalb soll eine Gruppe aus Forschern, Journalisten und unterschiedlichen Plattform-Vertretern der EU-Kommission Vorschläge gegen die Verbreitung von Falschnachrichten im World Wide Web vorlegen. Wobei der Teufel bereits in der Findung einer wasserdichten Definition steckt, denn Fake News stellt einen sehr facettenreichen Begriff dar. Jetzt soll es zumindest einen gemeinsamen EU-Ansatz und ein einheitliches Vorgehen geben, um den Begriff einzuengen und dann mögliche weitere Maßnahmen zu setzen. So drängt der französische Präsidente Emmanuel Macron bereits auf eine rasche Lösung mit eigenem Gesetz. Ob sich der Fake so schnell besiegen lässt? Zumindest hat die EU jetzt den psychologisch wichtigen Ausgleichstreffer erzielt. Bis das Match in die nächste ­Runde geht, lautet der Zwischenstand: Unentschieden.

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österreich. 2016 gab es ein Plus von drei Prozent in der „Gebur-

tenstatistik“ der Unternehmen, das sich erfreulicherweise auch 2017 in ähnlichem Ausmaß fortsetzte. Der Rückgang der Pleiten um rund 2,5 Prozent bedeutet wiederum einen Umschwung gegenüber 2016, als noch ansteigende Insolvenzzahlen zu beklagen waren. Traditionell nehmen wieder das Gast- und Schankgewerbe (17%), der Einzelhandel (16%) und das Baunebengewerbe (13%) die vordersten Plätze bei den Insolvenzen ein, blieben 2017 aber stabil im Vergleich zum Vorjahr. Signifikant rückgängig ­waren die Pleiten in der Herstellung: Ihr Anteil sank von fünf Prozent 2016 auf vier Prozent 2017, meldet der Wirtschaftsinformationsdienst „Bisnode D&B“. Übrigens: Das Unternehmen mit der kürzesten Lebensdauer 2017 schaffte es innerhalb von 81 Tagen von der Erstprotokollierung bis zur Eintragung in die Insolvenzdatei.

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februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 7

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„Wir müssen länger arbeiten“ Diese Botschaft wird manchen Österreichern wohl gar nicht schmecken: IHS-Chef Martin Kocher meint, es wäre

ökonomisch sinnvoller, erst mit 67 oder 68 Jahren in Pension zu gehen. Ansonsten hat er erfreuliche Nachrichten bereit: Die heimische Wirtschaft wird solide weiter wachsen.  Harald Kolerus er Konjunkturmotor brummt 2018 und auch 2019 kräftig weiter, lang­ fristig müsse man sich aber in Österreich über die sichere Finanzierung des Gesund­ heits-, Pflege- und Pensionssystems mehr Gedanken machen, analysiert der renom­ mierte Wirtschaftsforscher.

als durchaus normal zu bezeichnen. Ich rechne mit keinen brutalen „Brems-Vorgängen“, also einer massiven Abschwächung – weder in Österreich noch für die globale Konjunktur. Das IHS prognostiziert für Österreich 2018 einen BIP-Anstieg von 2,7 und 2019 von 1,9 Prozent. Viele Fachleute zeigten sich vom starken

GELD ° Wenn wir die aktuelle Verfassung

Wachstum in Österreich, aber auch auf inter-

der heimischen Wirtschaft und die Konjunk-

nationaler Ebene überrascht – waren Sie es

turaussichten betrachten, ergibt sich ein recht

auch?

erfreuliches Bild – ist also alles zum Besten

Im Herbst 2016 und zu Beginn 2017 hat sich der Aufschwung bereits abgezeichnet, tatsächlich war aber nicht vorauszusehen, dass sich die ganze Welt so gut entwickeln wird. Davon hat natürlich auch Österreich stark profitiert: Für die heimische Wirtschaft wichtige Länder wie Italien und Frankreich haben sich erholt und auch Deutschland hat sich besser entwickelt als erwartet. Für 2017 war dort ursprünglich ein BIP-Wachstum von 1,6 Prozent prognostiziert worden, was dann auf 2,2 Prozent nach oben revidiert wurde. Wir sehen also ein positives Bild: In Europa sind nur Großbritannien und auch die Schweiz etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

bestellt?

Martin Kocher: Der Ausblick für die österreichische Wirtschaft fällt tatsächlich gut aus, um nicht zu sagen: sehr gut. Die Konjunktur erweist sich als stark, wobei diese Entwicklung breit abgesichert ist und etwa auch von der Exportsituation getragen wird. Unterstützung kommt nicht zuletzt von globalen Trends, so sind die Rohstoffpreise noch immer günstig. Sie reagieren nicht so sensibel auf die gute internationale Konjunkturlage, wie das in vergangenen Phasen der Fall gewesen ist und sie stärker gestiegen sind. So wird 2018 also wieder ein sehr gutes Jahr für die heimische Konjunktur werden.

Was sind nun die Ursachen für die Allerdings gaben gewisse Frühindikatoren

­überraschend gute Entwicklung?

bereits Signale ab, dass der Höhepunkt des

Hier spielen mehrere Faktoren zusammen: So hat die lockere Geldpolitik der Notenbanken offensichtlich mit Verzögerung gewirkt. Gemeinsam mit einem stabileren Umfeld und einer allgemein besseren Stimmung hat sie zu jenen positiven Effekten geführt, die schon etwas früher erwartet worden sind. Ein weiterer Faktor sind die bereits erwähnten günstigen Rohstoffpreise. Und zu vergessen ist ebenfalls nicht, dass einige Befürchtungen zum Glück dann doch nicht eingetreten sind. So hat sich

Booms bald erreicht sein könnte, so etwa der Bank Austria-Einkaufsmanagerindex gegen Ende des vergangenen Jahres...

Tatsächlich werden wir 2018 eine leichte Abschwächung des Wirtschaftswachstums sehen, auch 2019 wird sich dieser Trend fortsetzen. Das bildet aber keinen Widerspruch zur eingangs geschilderten Gesamtsituation. Ein moderater Rückgang ist nach dem enormen Wachstumstempo der jüngeren Vergangenheit

8 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

das Schreckgespenst eines verstärkten Protektionismus nicht materialisiert. Welche Risiken bzw. Soll-Bruchstellen könnten sich in dem positiven Bild versteckt haben?

Natürlich besteht immer die Gefahr, dass auf der internationalen Bühne politische Risiken auftreten können – die lassen sich aber nicht seriös vorhersagen. Das Risiko einer Bruchstelle bildet, wenn sich die Wirtschaft so stark entwickelt wie zuletzt beobachtet, die Möglichkeit der Überhitzung. Diese Entwicklung sehe ich aber derzeit nicht, vor allem nicht in Österreich. Deutschland liegt allerdings bereits über dem Produktionspotenzial, es gilt also die Preise von Vermögenswerten im Auge zu behalten. Um einer Überhitzung entgegenzuwirken, ­wären nicht zuletzt die Notenbanken gefragt? Werden wir bald ein Ende der niedrigen Zinsen und der ultralockeren Geldpolitik sehen?

Nein. Wie es aussieht, wird die Geldpolitik der EZB im heurigen Jahr nicht gebremst werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es 2018 keine Zinsschritte geben und auch die Anleihenkäufe sollten zumindest bis September fortgesetzt werden. Dabei besteht weniger die Gefahr, dass die Inflation allgemein in unerwünschte Regionen vordringen wird, sondern die Möglichkeit der Überhitzung einzelner Märkte, wie bei Immobilien oder an den Aktienbörsen. Kehren wir von der großen Weltbühne wieder nach Österreich zurück, wo eine neue Regierung im Amt waltet. Noch sind, wie es scheint, nicht alle Pläne für die kommende Wirtschaftspolitik ausdiskutiert und in trockenen Tüchern. Was wäre abgesehen davon für die heimische Wirtschaft wünschenswert?

credit: beigestellt

D


°

Im Gespräch mit Martin Kocher, IHS   geldanlage

zur person:

Kocher: „Die Konjunktur benötigt derzeit keine fiskalen Impulse.“

Wenn wir eine Momentaufnahme zeichnen, braucht Österreich derzeit keine fiskalpoli­ tischen Impulse. Aktuell würde eine große, entlastende Steuerreform für die Konjunktur wenig Sinn machen. Meines Wissens nach gibt es noch keine Blaupausen für eine Steuerreform. Wenn sie aber 2020 in Kraft treten würde, wäre das wohl der richtige Zeitpunkt, um die Konjunktur wieder zu unterstützen. Was sollte sich im Steuerbereich bewegen?

Einige Aspekte sind hier unstrittig: So fällt die Progression im unteren Einkommensbereich zu schnell und zu hoch aus. Der Sprung von null Prozent Besteuerung auf weit über 30 Prozent ist enorm – hier könnte man mit Tarif­änderungen eingreifen. Weiters wäre es für die neue Regierung wichtig, sich die Lohn­ nebenkosten anzusehen – hier ist nach meinem Erachten Spielraum für eine Senkung da. Bei der Körperschaftsteuer werden zwei Wege diskutiert. Erstens bei nicht entnommenen Gewinnen anzusetzen. Zweitens generell die KöSt zu senken. Ich bin hier auf Seiten der zuletzt genannten Variante, mit der ein klares Signal gesetzt werden könnte. Für sehr bedeutend halte ich weiters Maßnahmen im Bereich des Umgangs mit natürlichen Ressourcen. Ob

Prof. Dr. Martin Kocher wurde 1973 in Salzburg geboren und studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck. Dort war er auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Finanzwissenschaft tätig. Seine Forschungs- und Lehrtätigkeit führte in aber noch weiter in die Ferne: So war er unter anderem Vertretungsprofessor und zeitweise Studiendekan an der Volkswirtschaftlichen Fakultät der Universität München; An der School of Economics, University of East Anglia (Norwich) belegte er die Professur in Behavioral Economics (Verhaltensökonomie). Seit dem Jahr 2016 ist er wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS) in Wien. Zu seinen Spezialgebieten zählen Behavioral Economics und experimentelle Wirtschaftsforschung; Sportökonomie bezeichnet er als sein Steckenpferd.

das nun in Form einer CO2-Abgabe, Umweltsteuern etc. passiert, möchte ich an dieser Stelle offen halten. Eine Reduzierung des Ressourcenverbrauchs ist jedenfalls notwendig – sonst sind die anvisierten Klimaziele nicht einzuhalten. Heiß diskutiert werden derzeit mögliche Änderungen beim Arbeitslosengeld...

Es gibt bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit kein Allheilmittel, sondern einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen. Ein wenig Druck, aber auch Bildung und Unterstützung der Betroffenen sollte zu Verbesserungen führen. Es hat sich gezeigt, dass ein degressives Arbeitslosengeld sinnvoll ist – das könnte eine Überlegung wert sein. Oder auch, dass man die Lohnnebenkosten für über 50-Jährige senkt. Gerade bei Langzeitarbeitslosen über 50 Jahre haben wir in Österreich eine sehr unangenehme Entwicklung gesehen. Zu bedenken ist hier: In Deutschland hat Hartz IV bei jungen Menschen recht gut funktioniert, bei Langzeitarbeitslosen hat es hingegen nicht so viel gebracht. An Unternehmen möchte ich in diesem Zusammenhang den Appell ­richten, ihre Angestellten „fit“ zu halten. Denn es nützt nichts auf der einen Seite den Fachkräftemangel zu beklagen und auf der anderen Seite Fachkräfte mit 60

und darunter in Pension zu schicken oder zumindest nicht von der Rente abzuhalten. Was uns zum „heißen Eisen“ Pensionen führt.

Langfristig muss sich die Politik überlegen, wie man die Gesundheits-, Pflege- und Pensionskosten im Griff behält. Die Kostensteigerungen im Pensionssystem werden das Budget nicht in den nächsten zwei oder drei Jahren „verhageln“ – aber die „demografische Keule“ wird auf kurz oder lang zuschlagen. Die Lebenserwartung hat sich auch in Österreich stark erhöht, weshalb in einem ersten Schritt die Anpassung des faktischen an das reale Pensionsantrittsalter erfolgen sollte. In weiterer Folge müsste man sich Gedanken an eine Hinaufsetzung des gesetzlichen Antrittsalters machen. Wie lange werden wir also arbeiten müssen?

Ich könnte mir 67, 68 Jahre vorstellen, wobei Möglichkeiten geschaffen werden müssen, um überhaupt so lange arbeiten zu können – z.B. Altersteilzeit und mehr Flexibilität beim Pensionsantritt mit entsprechenden Zu- und Abschlägen. Ich persönlich weiß, dass ich ziem­lich sicher nicht mit 65 in Rente gehen werde können. www.ihs.ac.at

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 9


Brennpunkt

° Porträt Elon Musk

Der ewige Wunderknabe Tesla, SpaceX, PayPal – drei revolutionäre Unternehmungen, die auf die Kappe eines Mannes gehen: Elon Musk. Der Multimilliardär und Visionär hat weiterhin Großes vor, er stößt dabei aber zunehmend auf scharfen Gegenwind. Vor allem bei Elektro-Boliden wächst die Konkurrenz. Ob Musk tatsächlich ausgebremst Harald Kolerus wird? Das Rennen ist eröffnet. it der Midlife-Crisis ist es so eine Sache: Den einen trifft sie später, den anderen früher. Im Juni 2001 wurde Elon Musk 30 Jahre alt und der Geburtstag machte ihm schwer zu schaffen: „Ich bin jetzt kein Wunderknabe mehr“, soll er zu seiner damaligen Frau Justine, nur halb im Scherz, gesagt haben. „gLas essen“ Dem schon damals erfolgreichen Unternehmer bereitete nicht nur der langsame Abschied von der Jugend Sorgen; ihn kränkte auch, dass in dieser Zeit die Firma X.com in PayPal umbenannt worden war. „Eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass man ihm die Führung entrissen hatte“, ist in der Biografie „Elon Musk“ von Ashlee Vance zu lesen. Zur Erinnerung: 1999 hatte Musk X.com gegründet, das ein Online-Bezahlsystem via E-Mail entwickelte. Im Jahr 2000 erfolgte dann die Fusion mit dem Wettbewerber Confinity zu PayPal. Glaubt

man der Biografie, war es für Musk nicht leicht, sein „Baby“ aus der Hand zu geben, und er beschrieb das Start-up-Leben durchaus melancholisch als „Glas essen und in den Abgrund starren“. Seine Traurigkeit dürfte allerdings schnell gelindert worden sein: Als PayPal 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an eBay verkauft wurde, hielt Musk 11,7 Prozent der Firmenanteile und kassierte groß ab. Ein schöner Grundstein für sein heutiges Vermögen von geschätzten 20,8 Milliarden Dollar. In der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt liegt Musk zwar „nur“ auf Platz 57 und fällt weit hinter Spitzenreiter Jeff Bezos (über 100 Milliarden Dollar Vermögen) zurück – am Hungertuch muss er aber nicht nagen. Jedenfalls hatte Musk bereits im Jahr 2004 die Kriegskassa gefüllt, um bei dem Pionierprojekt Tesla als Großinvestor einzusteigen. Denn der E-Autohersteller wurde nicht von Musk selbst, sondern von Martin Eberhard und Marc Tarpenning ins Leben gerufen. Musk

AbsATZTrENDs VoN ELEKTro-AuTos in ausgewählten Märkten 2016

2017

777.000

800.000 700.000

0

China*

USA

Norwegen

Deutschland

UK

Frankreich

23.114

9.191

36.778

29.181

47.263

37.092

100.000

54.492

44.908

200.000

25.154

157.185

300.000

62.316

400.000

194.479

500.000

507.000

600.000

Niederlande

Vor allem China entwickelt sich zum breiten Hoffnungsmarkt für Elektro­Mobilität, die von Peking auch massiv unterstützt wird. Quelle: CAM, *gerundet, inkl. Commercial Veicles; China, USA und Norwegen inkl. Brennstoffzelle, Hersteller in den USA teilweise geschätzt

10 ° GELD-MAGAZIN – fEbruAr 2018

blätterte allerdings 6,5 Millionen Dollar auf den Tisch und wurde so zum größten Anteilseigner, Chairman und der prägenden Figur des Unternehmens. Mit Tesla hat er den Automobilmarkt kräftig durcheinandergewirbelt und will das auch weiter tun. Böse Zungen sagen ihm nach, dass er fast schon manisch auf diese „Revolution“ bzw. Disruption fixiert sei – aber dazu später mehr. gLÄnzenDer zuKunFtsMarKt Die Wachstumschancen für den E-Mobilmarkt sehen jedenfalls gut aus, um nicht zu sagen glänzend: Es ist überraschend, wie schnell die Prognosen ständig nach oben revidiert werden. Noch 2016 sah eine Bloomberg-Studie einen Anteil von 35 Prozent E-Autos am Gesamtmarkt der neu verkauften Boliden im Jahr 2040. Im Vorjahr sprach Bloomberg bereits von 54 Prozent in 2040. Eine Analyse von Morgan Stanley fällt sogar noch optimistischer aus: Demnach sollen es bis zum genannten Zeitpunkt an die 65 Prozent sein. Fallen diese Projektionen angesichts der aktuellen Zahlen – bei den Neuverkäufen machen E-Vehikel nur rund ein Prozent aus – vielleicht zu optimistisch aus? Clemens Klein, Fondsmanager des Erste WWF Stock Environment, und Stefanie Schock, Nachhaltigkeits-Analystin bei der Erste Asset Management (Erste AM), halten diese Größenordnung für plausibel, auch wenn man die Zahlen natürlich nicht auf die Kommastelle vorhersehen könne. Klein führt im Gespräch mit dem GELD-Magazin aus: „Neben dem ökologischen ist natürlich der ökonomische Aspekt entscheidend, und hier hat sich bereits einiges getan. Seit 2010 sind die Kosten für

CREDIT: Shutterstock

M


Porträt Elon Musk

„er tut, was er will, und dabei ist er gnadenlos“, Ex­Frau Justine über Elon Musk

Batterien, die rund ein Drittel des Gesamtpreises für E-Autos ausmachen, um annähernd 75 Prozent gefallen. Schätzungen gehen davon aus, dass die Kosten für E-Vehikel in den nächsten Jahren unter jene von Autos mit Verbrennungsmotor fallen werden. Dann werden Kunden schon alleine aus wirtschaftlichen Überlegungen gerne in E-Autos Platz nehmen.“ Schock verweist auf einen weiteren interessanten Aspekt: „Wenn ein neuartiges Produkt die Marktanteilsgrenze von einem Prozent übersteigt, ist das ein Zeichen für die Durchsetzungskraft der neuen Technologie. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass es dann schnell zu starken Steigerungen bei Verkäufen und Marktpräsenz kommen kann.“ Ein gutes Beispiel bietet hier das uns altbekannte Automobil selbst: Es benötigte 38 Jahre, um die Durchdringung von bescheidenen ein auf 70 Prozent anzuheben. Der Farbfernse-

° Brennpunkt

her schaffte die gleichen Zugewinne übrigens in 20 Jahren, der PC in 24 und das Internet in nur zehn Jahren. Warum sollte dieses Kunststück also nicht auch der Elektro-Mobilität gelingen. zWeiFeL an Der MusK-storY Gute Karten also für Elon Musk und Tesla, oder etwa doch nicht? Des Öfteren wird nämlich auch Kritik laut: Musk sei zu visionär unterwegs und auf die Disruption der alten Automobilbranche fixiert. Weiters sei die Tesla-Aktie überbewertet, das Unternehmen hält auch bekanntlich seine Geschäftziele mit schöner Regelmäßigkeit nicht ein und ist weit von der Gewinnzone entfernt. Klein kommentiert: „Diese Kritikpunkte sind nicht von der Hand zu weisen. Was Tesla betrifft, ist die Anlegergemeinschaft stark gespalten. Von 30 Analysehäusern empfiehlt genau ein Drittel zum Kauf

REAKTIONSBEREITSCHAFT Z A H LT S I C H AU S .

Carmignac Portfolio Unconstrained Global Bond scheut sich nicht, schnell nach seinen Überzeugungen zu handeln. Sobald sich Chancen bieten, ergreift er diese, um Renditen zu generieren. carmignac.de

Die wesentlichen Anlegerinformationen und der Verkaufsprospekt sind unter carmignac.de erhältlich – Lesen Sie vor einer Zeichnung die wesentlichen Anlegerinformationen. ° fEbruAr 2018 –von GELD-MAGAZIN Carmignac Portfolio Unconstrained Global Bond, ein Teilfonds Carmignac Portfolio, einer luxemburgischen Sicav.

11


Brennpunkt ° Porträt Elon Musk

12 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

in Millionen 35

35 % Anteil Elektro (konservativ)

30

30 %

Anteil Elektro (optimistisch) Absatzszenario Elektro (konservativ) Absatzszenario Elektro (optimistisch)

25

25 %

2030

0%

2029

0

2028

5% 2027

5 2026

10 %

2025

10

2024

15 %

2023

15

2022

20 %

2021

20

2020

Dreams (BYD), Geely oder das Start-up Nio um den großen Zukunftsmarkt. So geht Nios funkelnagelneues Modell ES8 heuer in Serienproduktion, bringt 635 PS unter die Haube und beschleunigt in 4,4 Sekunden von null auf 100. Das klingt schon sehr verdächtig nach der Tesla-Zielgruppe. BYD wird überhaupt oft als „das bessere Tesla“ bezeichnet; die Aktie der Firma aus Shenzhen (ISIN: CNE100000296) legte auf Sicht eines Jahres um ca. 50 Prozent zu, in drei Jahren waren es rund 130, in fünf Jahren an die 200 Prozent. Die Konkurrenz steigt also mächtig aufs Gas; hier stellt sich natürlich die entscheidende Frage: Was kann Musk bzw. Tesla, was die anderen nicht können? Musk handelt mit Sicherheit sehr vorausschauend und investiert dabei immer in die neueste Technologie. Ein Beispiel: Durch ein Software-Update kann ein drei Jahres altes Tesla-Modell von einem „normalen“ in ein autonom fahrendes Auto verwandelt werden. So weit haben die Wettbewerber bisher nicht gedacht. Und natürlich ist Tesla heute keine reine „Auto-Story“ mehr. So wurde SolarCity übernommen, ein Unternehmen, das Solaranlagen installiert (und aktuell viel Geld vernichtet). Einen entscheidenden Bereich bildet das Schlüsselprodukt Lithium-Ionen-Batterien, Musk

Enormer Wachstumstrend

2019

Konkurrenz gibt Gas Ob Porsche, BMW, VW, Chevrolet usw.: Tatsächlich sind praktisch alle bekannten Marken ins E-Rennen eingestiegen. Aus China rittern zum Beispiel Bild Your

2018

der Aktie, ein Drittel zum Halten und das letzte Drittel zum Verkauf! Ähnlich sieht es mit den Kurszielen aus: Sie reichen von 170 bis zu 500 Dollar.“ Im WWF Stock Environment ist Tesla enthalten, „aber im Vergleich zur Größe des Unternehmens mit relativ vorsichtiger Gewichtung. Wir halten Tesla natürlich ständig unter Beobachtung“, so Klein. Der Experte führt weiter aus: „Musk ist zweifellos ein großer Visionär – ohne ihn wäre der E-Mobilitätsmarkt nicht dort, wo er heute ist. Er ist als Erster in das Thema groß hineingegangen und Tesla hat sich ­einen Technologievorsprung von ein paar Jahren herausgearbeitet. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Besser gesagt: Sie schläft nicht mehr. In China bilden sich Wettbewerber heraus, die aber wohl mehr für den chinesischen Markt relevant sind. Auf globaler Ebene setzten mittlerweile aber schon alle großen Autokonzerne auf E-Mobilität. Und diese Konkurrenz hat ,tiefe Taschen‘, das heißt sehr viel Kapital, das in Investitio­ nen, Marketing etc. fließt.“

2015

Wurzeln in Südafrika Elon Reeve Musk wurde am 28. Juni 1971 in Pretoria geboren und besitzt sowohl die Staatsangehörigkeit Südafrikas als auch Kanadas und der USA. Nachdem sich seine Eltern 1980 scheiden ließen, lebte er die meiste Zeit bei seinem Vater an unterschied­ lichen Orten in Südafrika. In der Öffentlichkeit tauchte Musk erstmals im südafrikanischen Branchenblatt „PC and Office Technologie“ auf, als hier der Programmcode für das von ihm entwickelte Viedeospiel „Blastar“ ver­ öffentlicht wurde. Lebenskrise und Aufbruch Laut der Biografie „Elon Musk“ (Finanzbuch­ verlag) geriet der Jugendliche mit ungefähr 14 Jahren in eine ausgeprägte Existenzkri­ se. Daraufhin wendete er sich religiösen und philosophischen Texten zu. Fasziniert war er schnell von Science Fiction, sein Lieb­ lingsbuch: „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. In Pretoria begann er ein Studium in Physik und Maschinenbau, er verließ die Hochschule aber bald wieder. Musk verzehrte sich geradezu danach, in die Ver­einigten Staaten zu kommen, was nicht zuletzt seinem Interesse an Computern und Technologie geschuldet war. Sein Traumziel lautete: Silicon Valley. Dorthin kam er über Umwege, zunächst wanderte er 1988 nach Kanada aus Er erwarb auch die kanadische Staatsbürgerschaft – nicht zuletzt, um dem Militärdienst im Südafrika der Apartheid zu entfliehen. Seiner südafrikanischen Heimat kehrte er für immer den Rücken. Erfolgreicher Unternehmer Berühmt (und sehr reich) wurde er durch die Gründung des Online-Bezahlsystems PayPal, des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX und natürlich Tesla. Schwieriges Privatleben Musk war mit der Fantasy-Schriftstellerin ­Justine Wilson verheiratet (5 Söhne). Es folgten Scheidung und die Heirat mit der bri­ tischen Schauspielerin Talulah Riley, von der er sich ebenfalls scheiden ließ. Kurios: 2013 heiratete das Paar erneut, jedoch reichte Musk zum zweiten Mal die Scheidung ein, die aber rückgängig gemacht wurde. 2016 machte sei­ ne Frau Ernst und reichte die Scheidung ein.

Pkw-Absatz global

° Turbulenter lebenslauf

Von null auf Hundert: Elektro-Autos könnten schon in etwas mehr als 20 Jahren einen Markt­ anteil von 30 Prozent erobert haben. Quelle: www.auto-institut.de


Porträt Elon Musk

stampft hier die Gigafactory im Wüstensand Nevadas aus dem Boden – die bei Weitem größte Fabrik zur Batterieherstellung weltweit. „Musk will den ,Solar-One-Stop-Shop‘ verwirklichen. Sprich: das E-Auto steht in der Garage, die Solaranlage befindet sich auf dem Dach. Das ist sicherlich ein interessantes Konzept – ob es aufgeht? Wir werden sehen. Musk kämpft gegen die Zeit bzw. gegen das Geld, denn er muss rundherum sehr viel investieren“, analysiert Klein. Nachsatz: „Bei einem geschätzten Vermögen von rund 20 Milliarden Dollar kann man allerdings nicht behaupten, dass Musk bisher alles falsch gemacht hätte.“ Der Mann iM Mars Und wer weiß: Vielleicht greift Elon Musk ja sogar nach den Sternen? Erhebliches Aufsehen erregte der ewige Visionär 2002 mit der Gründung seiner Weltraumun-

ternehmung SpaceX. Erklärtes Ziel ist es hier, Technologien zu entwickeln, die es der Menschheit ermöglichen sollen, als ersten Schritt den Mars zu kolonisieren und in weiterer Folge das Leben auf anderen Planeten zu verbreiten. Realistisches Vorhaben oder die Fantastereien eines alternden Wunderknaben, der seine Grenzen nicht zu kennen scheint? Das Projekt hatte tatsächlich bereits einige schwere Rückschläge zu verzeichnen, inklusive der spektakulären Abstürze der sogenannten Falcon 1-Raketen. Aber wie man Musk kennt, wird er nicht locker lassen; seine Ex-Frau Justine sagte einmal über ihn: „Er tut, was er will, und dabei ist er gnadenlos. Es ist Elons Welt und der Rest von uns lebt auch darin.“ An Willenskraft (und einem gewissen „Notgroschen“) sollte es also nicht scheitern – der endgültige Erfolg von Tesla und SpaceX steht aber sprichwörtlich in den Sternen.

° Brennpunkt

TEsLA: DEr MoTor sToTTErT

900 Prozent plus erreichte Tesla in den letz­ ten fünf Jahren – 2017 waren es 15 Prozent.

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ŝŵŚƐƵĐŚƚĚĂƐŝŶŶŽǀĂƟǀƐƚĞĂŶŬĞŶƉƌŽũĞŬƚĂŵƂƐƚĞƌƌĞŝĐŚŝƐĐŚĞŶDĂƌŬƚ͘ Bis 2. März einreichen unter ǁǁǁ͘ŝŵŚ͘ĂƚͬŬƵƌƐĂǁĂƌĚ

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Stephanie Heinisch, imh GmbH E-Mail: anmeldung@imh.at Tel.: +43 (0)1 891 59 – 212

fEbruAr 2018 – GELD-MAGAZIN °

13


Brennpunkt ° Kryptowährungen

Boom and Bust Der Hype um die Kryptowährung Bitcoin hat durch eine kräftige Korrektur eine Dämpfer bekommen. Nach wie vor wird die Zukunft der digitalen „Währungen“ heftig diskutiert. Es ist nicht anzunehmen, dass sie ganz verschwinden werden, jene mit realen Einsatzmöglichkeiten werden Bitcoin überflügeln.  Mario Franzin ie Kryptowährungen lieferten im vergangenen Jahr genau jenen Stoff, aus dem die Träume sind. Der Kurs von Bitcoin stieg von 996 Dollar bis an die Marke von 20.000 Dollar, nachdem die Kryptowährung bereits 2016 um 127 Prozent zugelegt hatte. Die Marktkapitalisierung aller bislang „geschürften“ Bitcoins – rund 16,4 Millionen Stück – stieg auf rund 275 Milliarden Dollar. Zählt man alle anderen Kryptowährungen hinzu, lag die Marktkapitalisierung zum Jahresanfang 2017 bei 17,7 Milliarden Dollar, am Ende des Jahres bei etwa 850 Milliarden Dollar – nicht zuletzt auch durch die kräftigen Kursanstiege der sogenannten AltCoins Ethereum, Dash, Litecoin, Ripple etc. Bitcoin kommt in die Tage Durch den Hype zog Bitcoin & Co massenhaft Spekulanten an. Die Kurse schwankten je nach den neuesten Nachrichten. Besondere Kursanstiege verzeichnete Bitcoin durch den erwarteten Start eines Bitcoin-

Bitcoin: Scharfe Korrektur

Trotz heftiger Korrektur ist der Bitcoin-Kurs noch immer im langfristigen Aufwärtstrend.

ETFs (Winklevoss-Brüder) im März 2017, was den Kurs auf rund 2500 Dollar trieb, im August kam es durch die Hardfork und der Abspaltung der Bitcoin Cash zu einer weiteren Kursrally auf 5000 Dollar. Ab Oktober lebte die Fantasie durch den geplanten Futures-Handel (CME Group, CBO Global Markets), der auch tatsächlich Mitte Dezember startete, und den Bitcoinpreis auf knapp 20.000 Dollar trieb. Nun erhöhten die Futures die Liquidität in Bitcoin, was zu einer kräftigen Kurskorrektur führte. Denn einerseits konnte man statt Bitcoin direkt nun auch Futures kaufen und zweitens ist es seither möglich, in Bitcoin short zu gehen und damit auf fallende Kurse zu spekulieren. Und genau das passierte auch. Der Kurs des Bitcoin gab in den folgenden sechs Wochen auf rund 9.500 Dollar nach. Altcois nicht minder interessant Im Windschatten von Bitcoin entwickel­ ten sich auch zahlreiche andere Kryptowäh-

rungen z.T. sogar fantastisch. Vor allem jene, die im Vergleich zu Bitcoin zusätzliche Nutzen bzw. Features aufweisen. Die Alternative aus der eigenen Familie des Bitcoin ist der Bitcoin Cash, der aus der Abspaltung von Bitcoin im August hervorging. Sie erreicht mit knapp 22 Milliarden Dollar bereits die vierthöchste Marktkapitalisierung. Bitcoin Cash überzeugt mit einer höheren Blockgröße und mehr Kapazität. Dies soll die Probleme, die von Bitcoin bekannt sind, verringern – vor allem die Transaktionsgebühren, einer der größten Kritikpunkte. Ripple legte um 36.000 Prozent zu Der Überflieger im Jahr 2017 war jedoch Ripple. Er wurde zwar bereits im Februar 2013 aus der Taufe gehoben, startete aber erst 2017 mit einem Kurszuwachs von 36.000 Prozent so richtig durch. Die Marktkapitalisierung liegt gegenwärtig bei etwa 36 Milliarden Dollar, womit sich die Coin auf Platz drei der Kryptowährungen schob. Bei

Die wichtigsten Kryptowährungen Coin KÜRZEL Bitcoin BTC Ethereum ETH Ripple XRP Litecoin LTC Bitcoin Cash BCH EOS EOS NEO NEO IOTA IOT Ethereum Classic ETC Monero XMR DigitalCash DASH ZCash ZEC Theter USDT

KURS in USD 9.060 1.030 0,95 140 1.270 10,00 123 1,78 24,90 238 615 381 0,98

MarktkaP. DerZeiT. Max. Mögl. tAGESUMSATZ Anstieg Mrd. USD ANzahl Anzahl mIO.usd 1 Jahr 152,0 16,8 Mio. 21,0 Mio. 1.440 + 830 % 101,0 97,2 Mio. offen 730 + 9.650 % 36,0 36,3 Mrd. 38,3 Mrd. 171 + 9.400 % 7,7 55,0 Mio. 84,0 Mio. 107 + 3.400 % 21,5 16,9 Mio. 21,0 Mio. 85 + 190 %1) 14,2 748,0 Mio. offen 65 + 1.076 %2) 8,1 65,0 Mio. 100,0 Mio. 32 + 770 %2) 5,0 2,8 Mrd. 2,8 Mrd. 34 + 900 %3) 2,5 99,6 Mio. offen 24 + 1.740 % 3,7 15,7 Mio. k.A. 14 + 1.720 % 4,8 7,9 Mio. 22,0 Mio. 13 + 3.540 % 0,1 0,5 Mio. 21,0 Mio. 12 + 870 % 2,2 2,2 Mrd. k.A. 11 +3% Quelle: CryptoCompare, 1) seit Juli 2017, 2) seit August 2017, 3) seit Juni 2017, Stichzeitpunkt: 01. Februar 2018

14 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

CrediTS: ETHNews, Steemit

D


°

Kryptowährungen   Brennpunkt

„ Litecoins sind extrem riskant und ich rech­ ne auch mit deutlichen Rückschlägen“ Charlie Lee, Erfinder von Litecoin

Ripple beläuft sich das Maximum auf 100 Milliarden Stück (rund 38 Milliarden Stück sind im Umlauf ). Durch die gigantische Menge liegt der Stückpreis mit derzeit 0,95 Dollar im Vergleich zu den anderen Krypto­ währungen optisch sehr niedrig. Der Erschaffer von Ripple erzeugte 100 Milliarden Coins und übertrug 80 Milliarden an die gewinnorientierte Ripple Labs, die ihrerseits 55 Milliarden Ripple an die Nutzer des Ripple-Netzwerkes verteilte und sich 25 Milliarden Ripple einbehielt, um an deren Wertsteigerung zu verdienen. Das führte dazu, dass der Mitgründer von Ripple Labs, Chris Larsen, mit dem exorbitanten Kursanstieg von Ripple zeitweise zum fünftreichsten Mann der Welt avancierte. Beim Hochkurs von 3,84 Dollar je Ripple lag sein Vermögen bei 59,8 Milliarden Dollar. Ethereum auf Platz zwei Bitcoins größter Konkurrent und ihr knapp auf den Fersen ist Ethereum. Die Währung Ether kostet derzeit 1030 Dollar und hat sich auf das Anlegen, Verwalten und Ausführen von Kontrakten in dezentralen Programmen konzentriert (Smart Contracts). Der Vorteil von Ethereum ist die platzsparende Verwaltung der BlockchainEinträge, die damit praktisch unlimitierte Anwendungsmöglichkeiten eröffnet. Von der Marktkapitalisierung her gesehen liegt Ethereum mit derzeit knapp über 100 Mil­ liarden Euro auf Platz zwei und weist Superstar Bitcoin darauf hin, dass mit ihm in Zukunft durchaus zu rechnen sein wird. IOTA für Internet of things Als einer der größten Hoffnungsträger am Kryptowährungsmarkt gilt das Berliner

„Ich frage mich, ob die Krypto­ szene das Geld und die Macht überhaupt ver­ dient hat“

° Gefahren für Bitcoin

Vitalik Buterin, Ethereum-Gründer

Projekt IOTA. Der Name setzt sich aus Internet of Things und seiner zugrunde liegenden Technologie Tangle ab. Anwendung können die digitalen Token bei Bezahlung von Transaktionen in Rechner-zu-RechnerBeziehungen finden, die in den nächsten Jahren ein globaler Wachstumstreiber mit riesiger Nachfrage sein werden. IOTA nutzte die Chance und entwickelte eine „Machine to Machine“-Kommunikation, die eine Bezahlung ohne Transaktionskosten ermög­ licht. Das maximale Angebot der Coins beträgt knapp 2,8 Milliarden IOTA. Derzeit sind schon alle Münzen im Umlauf. LITECOIN Auch Litecoin bringt es im umkämpften Krypto-Markt bereits auf knapp acht Milliarden Euro und ist längst keine Randerscheinung mehr. Ex-Google-Mitarbeiter Charlie Lee ist der Begründer des Litecoin und brachte sein technisches Know-how mit in das Projekt. Der Kurs dotiert derzeit bei knapp 140 Dollar, die maximale Anzahl ist mit 84 Millionen Stück begrenzt. Zahlungsabwicklungen sind mit Litecoin wesentlich rascher und günstiger durchzuführen als mit Bitcoin. Dennoch warnt Lee: „Litecoins sind extrem riskant und ich rechne mit deutlichen Rückschlägen in den kommenden Jahren.“ Entwicklung einer industrie Geld zu verdienen ist aber nicht nur mit den Coins selbst, sondern es entwickelte sich eine ganze Industrie rund um die Krypto­ währungen: Börsen, Miningunternehmen, bis hin zu den Herstellern leistungsfähiger Prozessoren und Grafikkarten. Ihnen widmen wir auf Seite 60 einen eigenen Artikel.

Gewinnmitnahmen Der Handel mit Bitcoin wird von Privatinves­ toren dominiert. Jede neue Nachricht löst starke Kursschwankungen auf. Schlägt die Stimmung zu Ungunsten von Bitcoin um, kann es nach und nach zu einer lang andauernden Baissephase kommen. Staatliche Regulierung China verbot jegliche ICOs und ließ alle Kryptobörsen schließen. Südkorea verbot den anonymen Handel, jeder Kontoinhaber muss sich ausweisen. Zudem werden in Südkorea Gewinne mit Kryptowährungen mit 24,2 Prozent besteuert. Andere Länder könnten dem Beispiel folgen. Hackerangriff Mehrmals wurden bereits digitale Münzen durch Cyberangriffe auf Kryptobörsen entwendet. Mt. Gox ging vor vier Jahren durch den Diebstahl von 850.000 Bitcoin pleite, die heute einen Wert von 9,4 Milliarden Dollar haben. Zuletzt wurde die Börse Coincheck in Tokio um 500 Millionen NEM im Wert von 430 Millionen Euro erleichtert. Abwicklungszeiten steigen Das Netzwerk von Bitcoin kann etwa sieben Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Das ist viel zu langsam, um als Zahlungsmittel zu fungieren. Visa verarbeitet vergleichsweise bis zu 1622 Transaktionen pro Sekunde. Steigende Transaktionskosten Die Verwaltung des digitalen Netzwerkes für Bitcoin wird heuer bis zu 140 TWh Strom verbrauchen – damit je Transaktion rund 250 kWh. Die zuständigen „Miner“ werden zum Großteil mit Bitcoin belohnt, dessen maximale Anzahl jedoch mit 21 Millionen begrenzt ist.

Rivalen überflügeln Die Programmierung für die Bitcoin-Blockchain wird zu langsam adaptiert. Andere Krypto­währungen wie Ethereum, Litecoin, Ripple oder Dash sind bereits jetzt wesentlich nutzerfreundlicher.

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 15


° Kurzmeldungen aus der Hochfinanz

Griechenland

Kritik an deutschem Handelsüberschuss

Die Finanzminister der Eurostaaten forderten von Griechenland die rasche Umsetzung ausstehender Reformen, bevor die nächsten Hilfsgelder vom ESM ausgezahlt werden.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat den deutschen Außenhandelsüberschuss als zu hoch kritisiert und Deutschland zu mehr Investitionen aufgefordert.

Griechenland arbeitet auf die nächste Milliardenhilfe vom Euro-Rettungsfonds ESM hin. Von den vereinbarten Reformen wurden bereits 95 von 110 Maßnahmen umgesetzt. Die EU-Finanzminister fordern von Griechenland nun weitere Anstrengungen, bevor der ESM die nächste Auszahlung im Februar vornehme. Insgesamt geht es noch um Hilfen von 6,7 Milliarden Euro. Und Griechenland arbeitet sich langsam aus der Krise, die Ratingagentur Standard & Poor’s hat bereits mit einer besseren Bonitätsbewertung reagiert. Dennoch weist das Land mit 21 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in der EU auf. Das Land hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. Das dritte Hilfspaket im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro läuft im August aus. (mf)

Christine Lagarde: Die IWF-Direktorin wünscht sich von Deutschland mehr Investitionen.

Zukunft. Im Streit um die Niedrigzinspolitik verteidigte Lagarde das Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB). „Wir sind der Meinung, dass die EZB, dass jede Zentralbank unterstützend wirken sollte, solange das Inflationsziel nicht erreicht ist.“ Bis dahin sollte sie ihre lockere Geldpolitik beibehalten. Einschränkend fügte sie aller(mf) dings hinzu: „Nicht für immer.“

US-Aktien: Größtes Verkaufssignal seit fünf Jahren

Pensionsfonds vor Pleite

Die Bank of America alarmiert: Rekord-Zuflüsse in den US-Aktienmarkt generieren das größtes Verkaufssignal seit fünf Jahren.

Einem Pensionsfonds für EU-Parlamentarier geht das Geld aus. Die Finanzierungslücke beträgt mehrere Hundert Millionen Euro.

Die US-Märkte eilen von Rekord zu Rekord. Grund dafür ist ein extrem starker Nettomittelzufluss in Aktienfonds – alleine in der Woche bis zum 24. Jänner wurden 33,2 Milliarden Dollar in US-Aktien investiert. Im bekanntesten US-Aktien-ETF, dem SPDR S&P 500 ETF, sind mittlerweile 300 Milliarden Dollar Kapital versammelt. Das entspricht etwa dem Bruttoinlandsprodukt Dänemarks. Die Aktien-Hausse wird nicht mehr nur vom weltweit guten Wirtschaftsklima, den guten Quartalszahlen und Trumps Steuerreform genährt, sondern aus dem Phänomen „Fear Of Missing

16

Nach Berechnungen des Ifo-Instituts erzielte Deutschland 2017 wegen seiner Exporterfolge den weltweit größten Überschuss in der Leistungsbilanz. Mit umgerechnet 287 Milliarden Dollar (235,19 Mrd. Euro) fiel er mehr als doppelt so groß aus wie der von Exportweltmeister China. Damit lag Deutschland zum zweiten Mal in Folge vor allen anderen Ländern. „Wir halten einen Teil des Überschusses durchaus für gerechtfertigt, das momentane Niveau aber nicht“, sagte Lagarde in einem Interview der ARD. Deutschland könne Investitionen nutzen, um in der Weltwirtschaft ein guter Teamplayer zu sein. Investitionen in Innovationen senken das Ungleichgewicht und rüsten Deutschland gleichzeitig für die

° GELD-MAGAZIN – FEBRUAR 2018

Out“ (FOMO), die Angst, nicht dabei zu sein. Im aktuell extrem hohen Wert des Bull & Bear-Indikators sehen die Analysten der Bank of America ein Verkaufssignal. Die Wahrscheinlichkeit sei nun groß, dass es im ersten Quartal einen „taktischen Rückzug“ aus Aktien gebe. Im Durchschnitt fallen die Kurse bei einer solchen Korrektur von der Spitze bis zum Tiefpunkt um etwa zwölf Prozent. Den Zünder für die Trendwende sehen die Experten im USDollar, der momentan massiv schwächelt. Die Experten erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass es auch am Schwarzen Montag 1987 Reibungen zwischen dem Dollar und europäischen Währungen waren, die den US-Aktienmarkt den größten Tagesverlust seiner Geschichte (mf) einbrockten.

Beim früheren Pensionsfonds der EU-Abgeordneten klafft eine Finanzierungslücke von mehr als 326 Millionen Euro, die spätestens 2026 zum Kollaps des Fonds führen dürfte, berichtete die „Bild“-Zeitung. Der Fonds hatte zwar Ende 2016 ein Vermögen von 146,4 Millionen Euro, aber die Pensions-Anwartschaften der Ex-Abgeordneten beliefen sich demgegenüber auf 472,6 Millionen Euro. Ansprüche auf Zahlungen aus dem Fonds haben dem Bericht zufolge mehr als 700 Parlamentarier. Wenn der Fonds pleite geht, müsste das EU-Parlament (mf) für das Defizit haften.

CREDITS: Shutterstock

BRENNPUNKT


Kurzmeldungen aus der Hochfinanz

° BRENNPUNKT

Schweiz und USA sind die wichtigsten Schattenfinanz-Zentren Der neu veröffentlichte Schattenfinanzindex 2018 des Tax Justice Networks zeigt, welche Staaten illegale Finanzströme besonders anlocken: Es sind nicht vorrangig die fernen (Karibik-)Inseln, sondern viele der wichtigsten Industriestaaten der Welt. Der Schattenfinanzindex listet 112 Länder und ist die weltweit umfassendste Untersuchung dieser Art. Während die EU mit ihrer aktuellen „Schwarzliste“ ein paar wirtschaftlich und politisch schwache Länder an den Pranger stellt, beruht der Schattenfinanzindex auf einer Vielzahl überprüfbarer Daten und berücksichtigt dabei auch die Größe eines Finanzplatzes. „Die neun Staaten auf der ,EU-Schwarzliste‘ kommen zusammen nur auf einen Anteil von 0,16

Prozent am Markt für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen. Selbst wenn sie alle vollständig transparent wären, die globalen Auswirkungen wären vernachlässigbar“, erklärt David Walch von Attac Österreich. Der Schattenfinanzindex zeigt, dass vorrangig reiche und mächtige Staaten von anonymen und illegitimen Finanzströmen profitieren und bieten ein beträchtliches Ausmaß an Intransparenz. Sechs der zehn wichtigsten Schattenfinanz-Zentren sind OECD-Staaten. In absteigender Reihenfolge sind die Top Ten: Schweiz, USA, CaymanIslands, Hongkong, Singapur, Luxemburg, Deutschland, Taiwan, die Arabischen Emirate und Guernsey. „Die Top Ten verfügen gemeinsam über 60 Prozent des Weltmarktanteils an Offshore-Finanzdienstleistungen.

Die Schweiz liegt im Schattenfinanz-Ranking weltweit gesehen nach wie vor an erster Stelle.

Mehr Transparenz in diesen Staaten würde nicht nur ökonomisch viel bewirken, sondern auch andere Länder politisch unter Druck setzen, Verbesserungen umzusetzen“, sagt Martina Neuwirth, VIDC.

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wirtschaftPanorama Konjunktur-barometer: Gelungener start Dynamik hät an. Gute Nachrichten: Die

österreichische Industrie konnte den Schwung aus dem Vorjahr mitnehmen und der dynamische Wachstumskurs wird zu Beginn 2018 ungebrochen fortgesetzt. „Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex hat im Jänner 61,3 Punkte erreicht. Zwar fällt der Indikator damit etwas hinter das Allzeithoch des Vormonats zurück, signalisiert jedoch eine weiterhin sehr starke Performance der Industrie.Tatsächlich haben die österreichischen Betriebe noch nie so dynamisch ein neues Jahr begonnen wie 2018“, so UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Erfreulich ist weiters, dass das österreichische Konjunktur-Barometer weiterhin die jeweiligen Vergleichswerte

Prekär. Der

für den Euroraum übersteigt. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für den Euroraum ist im Jänner ebenfalls leicht gesunken und liegt trotz sehr hoher 59,6 Punkten leicht unter dem österreichischen Wert. Auch im direkten Vergleich mit den großen europäischen Kernländern hat die österreichische Industrie die Nase vorn. Der Einkaufsmanagerindex für die Verarbeitende Industrie ist zu Jahresbeginn auf 61,2 Punkte in Deutschland bzw. 58,1 in Frankreich gefallen, die Indizes liegen damit aber ebenfalls sehr deutlich über der Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Mit der europäischen Konjunktur im Rücken hat sich die Nachfrage nach österreichischen Exportprodukten im Jänner weiter erhöht.

unicredit bank austria einkaufsmanagerindex saisonbereinigt

unbereinigt

IWF vermel dete unlängst zwiespältige Zahlen – die gute Nachricht: Die Einkommen der Europäer sind heute nicht ungleicher verteilt als vor zehn Jahren. Aber innerhalb der Generationen hat sich eine bisher wenig beachtete Schere aufgetan. Während die Realeinkommen der über 65-Jährigen seit der Krise im EU-Schnitt kräftig zugelegt haben, stagnieren sie für die übrigen Altersklassen. Besonders zu leiden haben darunter die Jungen, von denen viele lang arbeitslos waren oder immer noch sind. Ihr Armutsrisiko ist stark gestiegen, während das der Senioren ebenso stark gesunken ist. „Armut“ ist dabei nicht wörtlich zu nehmen: Sie wird relativ zum mittleren Einkommen gemessen, das in Industriestaaten hoch ist, meint also eher die Gefahr, abgehängt zu werden. Diese verstärkt sich aber für jüngere Menschen.

alt – vs. – jung

Zahlenspiel Quelle: IHS Markit, UniCredit Research

allianz: Keine Angst vor beruflichem comeback

50

Prozent der heimischen Unternehmen sind unzureichend auf die kom-

mende EU-Datenschutzgrundverordnung vorbereitet, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Deloitte. 39 Prozent der Befragten sprechen

den Beruf nach einer längeren Auszeit geht in Öster­reich meist erfreulich über die Bühne. 42 Prozent aller Rückkehrer sind mit ihrer beruflichen Situation dann zufriedener als vor der Auszeit, weniger als ein Viertel empfinden eine geringere Berufszufriedenheit“, so eine aktuelle Studie der Allianz. „Die positiven Aspekte einer Rück-

18 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

kehr in den Beruf – sei es aus Elternkarenz, Bildungskarenz oder Langzeitarbeitslosigkeit – überwiegen deutlich. Neue Herausforderungen und berufliche Veränderungen machen die meisten Menschen glücklich, sobald sie den Schritt zurück in die Arbeitswelt gesetzt haben“, kommentiert Inge Schulz (Bild), Leiterin Human Resources der Allianz Gruppe in Österreich, die Umfrageergebnisse. Wichtig sei aber gute Vorbereitung: Die Expertin emp­fiehlt frühzeitige Kontaktaufnahme und ein offenes Gespräch mit dem Arbeitgeber über alle anstehenden Fragen der Rückkehr.

lediglich von einer mittelmäßigen Vorbereitung im eigenen Unternehmen. Zehn Prozent geben an, sich kaum bis gar nicht vorbereitet zu fühlen. „Dieses Ergebnis ist wenig überraschend. Die Unternehmen haben sich in der Vergangenheit kaum mit Datenschutz befasst und müssen nunkurzfristig entsprechende Maßnahmen setzen“, analysiert Andreas Niederbacher, Datenschutz­ experte bei Deloitte Österreich. Erschwerend kommt hinzu: Nur 40 Prozent der befragten Firmen geben an, überhaupt ausreichend personelle und finanzielle Mittel für Datenschutz zur Verfügung zu haben.

CrediT: beigestellt

arbeitsmarkt. „Der Wiedereinstieg in


ZEITWERTsicherung

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wirtschaft ° Risikofaktoren Geopolitik

Schwelende Brandherde Naturkatastrophen, Immobilienblase, Cyber-Angriffe – damit ist die Liste der Bedrohungen für Wirtschaft und politische Stabilität noch lange nicht abgeschlossen. Auch bereiten Demokratieabbau sowie „kalte“ und „heiße“ Kriege Kopfzerbrechen. Wir leben in riskanten Zeiten.  Harald Kolerus

E

s könnte brenzlig werden: Die Mehr­ zahl ausgesuchter Entscheidungsträger rund um den Globus rechnet damit, dass die Gefahr zwischenstaatlicher militäri­ scher Konflikte 2018 wachsen wird. Auch dass Großmächte in regionale Auseinan­ dersetzungen zunehmend hineingezogen werden könnten, gilt als nicht unwahr­ scheinliches Szenario. Viele Bedrohungen Aber es müssen nicht immer gleich die Waffen sprechen. Zu den größten Risiken, die letztlich unser aller Sicherheit bedro­ hen, zählen so durchaus unterschiedliche Gefahrenquellen wie: Extreme Wetterereig­ nisse/Naturkatastrophen, Cyber-Attacken bzw. Datenbetrug und -diebstahl, wachsen­ de ­soziale Ungleichheit, Spekulationsblasen sowie allgemein die Folgen des Klimawan­

dels. Zu diesen Ergebnissen kommt zumin­ dest der Global Risk Report des World 2018 Economic Forums (WEF). Kein schönes Bild Für die groß angelegte Studie wurden 1000 Risikoexperten aus Wirtschaft und Politik befragt. Ohne Schwarzmalen zu wol­ len, zeichnet die Analyse einen ange­ spannten Ist-Zustand unserer Welt. Einen wesentlichen Risikofaktor bildet dabei der weite Bereich der „Umweltrisi­ ken“. Bezeichnend: Aus der Umfrage geht hervor, dass das Risiko mit der größten Ein­ trittswahrscheinlichkeit in den kommen­ den fünf Jahren den „Extremwetterereig­ nissen und extremen Temperaturen“ zuge­ schrieben werden. An zweiter Stelle folgen dann bereits „Naturkatastrophen“, die mitt­ lerweile von vielen Naturwissenschaftern in

geopolitische risiken Politische oder ökonomische Konfrontationen zwischen Großmächten

6%

40%

53%

Zwischenstaatliche militärische Konflikte

20%

60%

19%

Regionale Konflikte, die Großmächte involviert

19%

58%

20%

Erosion multilateraler Handelsabkommen Vertrauensverlust in kollektive Sicherheitsallianzen Erosion der globalen Bekämpfung des Klimawandels Signifikante Reduktion

19%

53%

27% 14%

Geringe Reduktion

20%

51% 27%

39%

Keine Änderung

Geringer Anstieg

16% 19% Signifikanter Anstieg

Experten rund um den Globus wurden befragt, welche Risiken 2018 ansteigen oder abnehmen werden. Fazit: Politische, aber auch militärische Konflikte könnten zunehmen. Quelle: World Economic Forum Global Risks Perception Survey 2017-2018

20 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Zusammenhang mit der Klimaerwärmung gestellt werden. So ist auch die HurrikanSaison des vergangenen Jahres in schmerz­ hafter Erinnerung haften geblieben: Für die USA war sie die schlimmste seit 2005 und hat Schäden in Höhe von rund 300 Milliar­ den Dollar angerichtet. Dass sogar in Öster­ reich immer wieder Wetterereignisse auf­ treten, die mit Tornados zu vergleichen sind, passt ins beunruhigende Bild. Aus Ir­ land wurde der schlimmste tropische Sturm seit 50 Jahren gemeldet. Man ist jedenfalls versucht zu sagen: Das Wetter spielt verrückt. 2017 war global gesehen das heißeste Jahr, seit Aufzeich­ nungen bestehen. Als Folge waren schwere Waldbrände, etwa in den USA, Chile oder Portugal – alleine in diesem Land mit mehr als 100 Todesopfern – zu beklagen. Der menschliche Blutzoll und ökonomische ­Kosten sind also enorm. Kein Wunder, dass Umweltrisiken und Klimawandel von Ent­ scheidungsträgern zunehmend wahrge­ nommen werden; ebenso setzt sich die Er­ kenntnis immer weiter durch, dass die Erd­ erwärmung von Menschenhand verschul­ det wird. Das öffnet natürlich die Möglich­ keit, mit gezielten Maßnahmen gegenzu­ steuern. Im Wesentlichen geht es dabei um die Umwandlung unserer altbekannten in eine kohlenstoffarme Wirtschaft. Die Ab­ wendung von fossilen Brennstoffen wird auch bereits von vielen Staaten, Unterneh­ men, Investoren und Konsumenten voran­ getrieben. Schade, dass von solchen Aktivi­ täten in der mächtigsten Schaltzentrale der Macht – dem Weißen Haus – nichts zu er­ kennen ist. Aber den Risikofaktor Donald Trump an dieser Stelle zu behandeln, würde wohl den Rahmen sprengen...


Gefahr aus dem Netz Aber es ist nicht nur die natürliche Um­ welt, die unbarmherzig zurückschlägt – auch die Technik zeigt ihre Tücken. In der WEF-Studie werden Cyber-Attacken an dritter Stelle jener Gefahren gereiht, die uns in den nächsten fünf Jahren besonders be­ schäftigen könnten. Dass es sich hierbei um keine Internet-Phobie handelt, beweist wie­ derum ein Blick ins ansonsten angeblich so selige Österreich. Laut einer KPMG-Studie, die Ende des vergangenen Jahres veröffent­ licht worden ist, wurden 72 Prozent aller Unternehmen in Österreich in den zwölf Monaten zuvor Opfer einer Cyber-Attacke. Jede zweite Firma litt als Folge unter einer Unterbrechung der Geschäftsprozesse. „Un­ ternehmen aller Branchen und Größenord­ nungen waren laut Umfrageergebnis von Angriffen aus der virtuellen Welt betroffen. Das Fazit der Studie lautet: Es kann und wird jeden treffen“, bringt es Andreas To­ mek, Partner bei KPMG, auf den Punkt. Zumindest wurde das Risiko identifi­ ziert und zur Chefsache gemacht: CyberRisiken werden in der Alpenrepublik in drei von vier Unternehmen (74 Prozent) auf oberster Ebene diskutiert. Die Angst geht dabei auch im ansonsten sehr technikaffi­ nen Amerika um: Laut der WEF-Analyse bezeichnen US-Unternehmen Cyber-An­ griffe als die größte Gefahr für Störungen des Geschäftslebens (siehe Tabelle rechts). Dann folgt schon die Furcht vor Terroris­ mus. Aber auch das Risiko steigender poli­ tischer und sogar kriegerischer Konflikte auf internationaler Ebene wird nicht nur in den USA breiter Raum gewidmet (Grafik auf der linken Seite). In diesem Zusammen­ hang sollte aber darauf verwiesen werden,

dass politische Risiken stärker als früher ins Bewusstsein drängen. Zu einem vorherge­ henden WEF-Report kommentierte Heiko Schlick, Risiko-Experte der Zurcher Versi­ cherung: „Durch moderne Medien, wie zum Beispiel Twitter oder Facebook, nimmt die gefühlte Nähe zu regionalen Krisen oder Konflikten zu. Gleichzeitig intensivieren sich die Wechselwirkungen von national­ staatlicher Politik und globalisierter Wirt­ schaft (...) Was (geo-)politische Risiken mit anderen Risikokategorien verbindet, ist ihre Unvorhersehbarkeit.“ Warnung vor Spekulationsblase Schwer vorhersehbar sind auch die Ge­ fahren, die von der klassisch ökonomischen Seite her drohen könnten: So wird in der WEF-Studie auf die hohe Überschuldung der Haushalte hingewiesen, bei gleichzei­ tigem Höhenflug der Börsen und der Im­ mobilienpreise (siehe Grafik rechts). Ein Schelm, wer dabei an den Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 denkt? Ihr Auslöser waren ja überzogene, schlecht gedeckte Im­ mobilienspekulationen. Ein neuer Crash, aber auch das Auseinanderdriften der Ein­ kommen bzw. zunehmende soziale Un­ gleichheit könnten zu gefährlicher poli­ tischer Instabilität führen – inklusive dem

° was us-unternehmen beunruhigt Rang Platz 1: Platz 2: Platz 3: Platz 4: Platz 5:

Cyber-Attacken Terroranschläge Spekulationsblase Finanzkrisen Misserfolg bei der Klimawandel-Bekämpfung Quelle: Executive Opinion Survey 2017, World Economic Forum

Aufkommen eher unappetitlicher popu­ listischer Parteien. Demokratie in gefahr Hierzu passt eine ebenfalls neue Studie der Nicht-Regierungsorganisation Freedom House: Ihr Kernergebnis lautet, dass die Welt Stück für Stück autoritärer wird – die Achtung demokratischer Grundwerte ist 2017 bereits das zwölfte Jahr in Folge ge­ sunken. Als „perfekte“ Demokratien mit der höchstmöglichen Zahl von 100 Punkten werden lediglich Finnland, Norwegen und Schweden geführt. Österreich hat sich übri­ gens im Vergleich zu 2016 um einen Punkt verschlechtert und kommt jetzt auf 94 Zäh­ ler. Uruguay liegt übrigens mit 98 Punkten besser im Rennen. Ein Grund, um in Panik zu verfallen? Nein, aber zumindest, um ­Risiken ins Auge zu blicken.

Neue immobilienblase? 160 145 130 115 100

2000

2003

2006

2009

2012

2015 *17

Erinnerung an 2008: Die Preise am Wohnungsmarkt schießen in die Höhe. Quelle: International Monetary Fund (IMF)

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 21


bankingPanorama unicredit: Auszeichnung

bawag: KMU stärken

Lob aus dem ausland. Die UniCredit

Neue Kooperation. Die Bawag Group und

Bank Austria wurde vom US-Wirtschaftsmagazin „Global Finance“ zum zehnten Mal in Folge als „Best Trade Finance Provider 2018“ in Österreich ausgezeichnet. Die wichtigsten Selektionskriterien für die Auszeichnung von „Global Finance“ waren Transaktionsvolumen, Umfang der globalen Abdeckung, Kundenservice, kompetitive Preisgestaltung und innovative Technologien. Zudem wurde die Bewertung durch Branchenanalysten, Führungskräfte und Technologiespezialisten einbezogen. UniCredit wurde zudem von „Global Finance“ ebenfalls als „Best Trade Finance Provider“ für Bulgarien ausgezeichnet. Dem nicht genug: Das Unternehmen wurde kürzlich auch vom Fachmagazin „Euromoney“ zum „Global Trade Finance Service Leader“ gewählt. In insgesamt 21 Kategorien scheint die UniCredit hier als Nummer eins auf und wurde als Marktführer in Mittel- und Osteuropa, Italien und sieben weiteren europäischen Ländern ausgezeichnet.

die Online-Kreditplattform Spotcap sind eine Partnerschaft eingegangen, um KMU in Österreich weiter unter die Arme zu greifen. Ihnen soll für Online-Kredite und Kreditfazilitäten der Zugang zu taggleicher Finanzierung geboten werden. Hintergrund: Mehr als 99 Prozent aller Unternehmen in Österreich sind KMU.Viele von ihnen sind finanztechnisch unterversorgt, aber gleichzeitig digital affin. Dies stellt laut Bawag eine sehr gute Möglichkeit dar, durch effizien­ tere Produkte, Prozesse und Technologien Wert zu generieren sowie Marktanteile zu gewinnen. David O‘Leary, Vorstandsmitglied der Bawag: „KMU sollen sich ganz auf die Führung und Entwicklung ihres Unternehmens konzentrieren können, anstatt viel Zeit auf die Bereitstellung von Finanzierungen zu verwenden.“

Zahlenspiel

5

Milliarden Euro an vermittelten Spareinlagen kann WeltSparen vier Jahre nach

dem Markteintritt vorweisen. Das Fintech versteht sich als Anbieter für einfache Spar- und Investmentprodukte; zu Buche stehen 100.000 Kunden, zwölf zusätzliche Partnerbanken, mehr als 170 Angebote von über 40 integrierten Banken sowie knapp 40 Millionen Euro an zusätzlich erwirtschafteten Zinserträgen. Neben dem Heimatmarkt Deutschland werden Kunden aus mittlerweile über 30 weiteren europäischen Märkten betreut. Im vergangenen Jahr akquirierte das Unternehmen den britischen Konkurrenten PBF Solutions. Mittlerweile werden laut WeltSparen rund 20 Prozent aller Neukunden außerhalb Deutschlands im europäischen Ausland gewonnen, wobei dieser Anteil zukünftig noch stark steigen soll.

84

Prozent der Österreicher wollen in den kommenden zwölf Monaten eine

Geldanlage tätigen, so eine Umfrage von Intergral unter 1000 Personen. Besonders Haushalte mit einem Nettoeinkommen von über 2000 Euro zeigen sich sparfreudig; neun von zehn Befragten

schoellerbank: Wege aus der Zinsfalle

wollen in dem Zeitraum Geld anlegen (92%). Unter den Top Drei-Anlageformen bleiben dabei das Sparbuch (62%), der Bausparer (50%) sowie die

in Zentraleuropa mittlerweile zur Normalität geworden, dass Institutionelle auch schon mal Negativzinsen berappen müssen, sorgt dabei fast schon nicht mehr fürAufregung.VieleAnleger vertreten nun die Meinung, die aktuelle Situation sei lediglich eine vorübergehende. Nach dem „Durchtauchen“ würden in naher Zukunft wieder interessantere Sparkonditionen locken. In einem aktuellen Analysebrief der Schoellerbank glaubt man hingegen an keine baldige Änderung der Situation. Zumindest die „Eiszeit am Sparbuch“ für Privatanleger sei noch lange nicht in Sicht. Die Exper-

22 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

ten meinen daher: „Klassische Sparprodukte werden noch viele Quartale oder gar Jahre keinen Ertrag bringen. Die Vogel-Strauß-Taktik – Kopf in den Sand – kostet eindeutig Geld. Nur jener Teil des Vermögens, der als Liquidität verfügbar sein muss, sollte in diesen verlustbringenden Produkten geparkt werden.“ Innerhalb eines Gesamtportfolios wäre es somit sinnvoll, einen gewissen Anteil des zur Verfügung stehenden Kapitals in den Topf „Haltedauer mittelfristig – dafür ertragreicher“ zu investieren. Möglichkeiten dazu gibt es laut der Schoellerbank auch im Niedrigzinsumfeld viele: „Inflationsanleihen, Fremdwährungsanleihen oder Qualitätsaktien, es stehen viele Geschmacksrichtungen zur Wahl – je nach Risikoappetit.“ Ein Vorbild könne man sich an größeren Betrieben nehmen, die aktives Treasury betreiben. Einfach gesagt überlegen sie, welche Guthaben und Einnahmen welchen ­finanziellen Verpflichtungen gegenüberstehen und steuern demnach ihre Investitionen.

Lebensversicherung (39%). Interessant: Während die klassischen Sparprodukte ein stabiles Niveau halten, ziehen immer mehr Österreicher eine Investition in Immobilen (19%) und Wertpapiere (28%) in Erwägung. Im Schnitt möchten die Österreicher heuer 4700 Euro zur Seite legen – das sind 1000 Euro weniger als 2017 (-18%). Dies wird auch bei der Planung einer größeren Anschaffung deutlich. Diese steht bei vier von zehn Befragten auf der Agenda. Vor allem junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren lieb­ äugeln mit Auto, Wohnung und Co. (44%). Knapp 90 Prozent möchten diese Investitionen über eigene Ersparnisse finanzieren, bei neun Prozent greifen Freunde und Verwandte unter die Arme.

1

Milliarde Euro beträgt das Volumen eines festverzinsten Hypothekenpfandbriefs

der Erste Group Bank. Die Emission wurde erfolgreich vollzogen, die Anleihe bei institutionellen Investoren platziert und im amtlichen Handel der Wiener Börse gelistet.

CrediTS: beigestellt, Shutterstock

Kein ende der „eiszeit“. Nullzinsen sind


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BANKING ° Privatbanken

Eigentümerwechsel Privatbanken punkten zwar mit Qualität, zum Überleben ist aber auch eine gewisse Größe notwendig. Daher konsolidiert der österreichische Markt weiter. Die Wiener Privatbank will mit neuen Eigentümern in den Osten expandieren, die Semper Constantia Privatbank wird von der LLB übernommen.  Mario Franzin m Jahr 2015 wurde das Bankhaus Schelhammer & Schattera – oder genauer gesagt 84,35 Prozent davon – um geschätzt 150 Millionen Euro an die Hypo Bank Burgenland verkauft, die wiederum der Grazer Wechselseitige Versicherungs AG (GRAWE) gehört. Schelhammer & Schattera wies damals eine Bilanzsumme von 680 Millionen Euro auf und erwirtschaftete einen Jahresgewinn von 4,1 Millionen Euro. 2016 legte dieser auf 6,4 Millionen Euro zu. Verkäufer war die Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften. Vergangenes Jahr nahmen dann die Deals im österreichischen Privatbank-Sektor zu. Die Walser Privatbank trennte sich von ihrer Tochter Raiffeisen Privatbank Liechtenstein, die ein Kundenvermögen von rund 900 Millionen Euro verwaltet, und verkaufte sie um rund 50 Millionen Euro an die Mason-Gruppe in Hongkong. Ganz spannend sind auch die Deals rund um die Wiener Privatbank und die Semper Constantia Privatbank. Bei beiden Bankinstituten machen die Altaktionäre Kassa, indem sie ihre Anteile an neue Eigentümer verkaufen. Interessant ist dabei ein Blick hinter die Kulissen. Valartis wurde von der Wiener Privatbank gekauft Das Mischen der Karten begann bereits mit dem Verkauf der Valartis Bank Austria im November 2015. Die schweizerische Muttergesellschaft braucht dringend Geld und verkaufte die wesentlichen Geschäftstätigkeiten des Bankbetriebes der österreichischen Tochter, die Beteiligung an der Kapitalanlagegesellschaft und die Liegenschaft in der Rathausstraße an die Wiener Privat-

24 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

bank. Für Bank und Liegenschaften wurde eine Summe von rund 13 Millionen Euro kolportiert. Die Bilanzsumme der Wiener Privatbank stieg durch die Übernahme im Jahr 2016 von 187 auf 506 Millionen Euro, die Assets under Management legten auf 1,85 Milliarden Euro zu und die Kundenbasis erhöht sich auf rund 12.000. Im April 2016, also kurz nach der Übernahme der Valartis Bank Austria, verkaufte die Wiener Privatbank die Valartis Asset Management (Austria) KAG an die Semper Constantia Privatbank, die damit, wie bereits für alle anderen Wiener PrivatbankFonds, auch für Valartis-Fonds die KAGund Depotbank-Funktion übernahm. Das Management der Valartis-Fonds verblieb bei der Wiener Privatbank-Gruppe und wurde von Matejka & Partner, einer Tochtergesellschaft der Wiener Privatbank, übernommen. Damit behielt die Wiener Privatbank nicht nur ihren strategischen Fokus auf Asset- und Fonds-Management, sondern baute ihn deutlich aus. Wiener Privatbank verkauft Immobilien an Vienna estate Ein Versuch der beiden Hauptaktionäre Günter Kerbler und Johannes Kovar im Jahr 2013, die Wiener Privatbank, die damals eine Bilanzsumme von rund 100 Millionen Euro aufwies, an Petrus Advisors zu verkaufen, scheiterte. Nun wurde die Bank in der zweiten Jahreshälfte 2017 umstrukturiert, um sie für einen neuerlichen Verkauf vorzubereiten. Sinn und Zweck war der Ausstieg der beiden Hauptaktionäre Günter Kerbler und Johannes Kovar, die weniger am Bankbetrieb und dem Asset Management interessiert sind als an Immobilien.

Aus diesem Grund wurden im Vorfeld des Verkaufes der Wiener Privatbank an die slowakische Arca-Gruppe die Immobilien der Wiener Privatbank und das Immobilienverwaltungsgeschäft aus dem Bankbetrieb herausgelöst und an die ViennaEstate Immobilien AG verkauft. Sie gehörte bereits vorher zum Großteil Kerbler und Kovar, mit Minderheitsanteilen der Wiener Privatbank (17,5 %) und 3,2 Prozent einem der beiden Vorständen der Wiener Privatbank, Helmut Hardt. Für die Wiener Privatbank bedeutet dies, dass die Assets under Management durch die Herauslösung eines Immobilienvermögens von rund 450 Mil­ lionen Euro von 1,85 auf rund 1,4 Milliarden Euro schrumpft. Den Bankbetrieb kauft die slowakische Arca gruppe Kerbler und Kovar unterzeichneten bereits im September den Kaufvertrag für 61,37 Prozent (2,624 Mio. Aktien). Käufer der Anteile ist die slowaki­sche Arca Gruppe. Der Kaufpreis beträgt 12 Euro je Aktie und damit 31,5 Millionen Euro. Durch die Übernahme der Mehrheitsanteile an der Bank muss die Arca Gruppe im Sinne der §§ 22 ff ÜbG mit Closing der Transaktion (voraussichtlich Ende zweites Quartal 2018) an die restlichen Aktionäre ein Übernahmeangebot machen. Die Bewertung der gesamten Bank liegt bei knapp 60 Millionen Euro. Der Nettogewinn vor Rücklagenbewegung stieg 2016 von 3,32 Mil­lio­nen Euro (2015) auf 7,93 Millionen Euro. Von der internen Struktur der Wiener Privatbank soll sich nichts ändern. Die Verträge der beiden Vorstände Helmut Hardt und Eduard Berger wurden am 6. Novem-

CrediT: Shutterstock

I


Eduard Berger und Helmut Hardt wurden von der Wiener Privatbank die Vorstandsmandate im Dezember vorzeitig verlängert. Sie sollen auch unter den neuen Eigentümern, der slowakischen Arco-Gruppe, das Geschick der Privatbank weiterlenken und die Expansion in die Slowakei und nach Tschechien unterstützen.

ber vom Aufsichtsrat um fünf Jahre verlängert. Der Fokus bleibt im Bereich Vorsorge­ immobilien und Asset Management. Der Zweck der Übernahme für die Arca Gruppe sind Synergieffekte bei der geplante Expansion der Wiener Privatbank in die Slowakei und nach Tschechien, die beiden Hauptvertriebsregionen der Arca Gruppe. Sie verwaltet dort bereits ein Kundenvermögen von rund 1,4 Milliarden Euro und hat ihren Schwerpunkt im Bereich Private Equity und Asset Management. Dazu Eduard Berger: „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit der Arca-Gruppe. Das ist ein sehr professioneller Finanzdienstleister, mit dem wir unsere Präsenz in der Slowakei und in Tschechien stark ausbauen können. Bereits mit der Übernahme der Valartis haben wir einen Schritt in diese Märkte gemacht.“ Semper Constantia Privatbank – Vorstände machen Kassa Auch bei der Semper Constantia Privatbank gibt es einen Eigentümerwechsel. Mit einem verwalteten Vermögen von knapp 17

Milliarden Euro und rund 160 Mitarbeitern gehört die Semper Constantia Privatbank seit ihrer Gründung im Jahre 1986 zu Öster­ reichs führenden Privatbanken. Rückblickend gesehen hat die Semper Constantia Privatbank eine bewegte Geschichte. Sie gewann durch den rasanten Aufstieg der Immofinanz und der Immoeast an Bedeutung. Der damalige Vorstand Karl Petrikovics war auch Vorstand der beiden Immobiliengesellschaften, die durch massive Kapitalerhöhungen zu Milliardenunternehmen wuchsen. Die Verbandelungen zwischen den Gesellschaften und der Bank, z.T. über Offshore-Lösungen, sowie die Finanzkrise führten dann zur Beinahepleite aller drei Gesellschaften, der Fusion von Immoeast in die Immofinanz, die Spaltung einer Bad Bank von der heutigen Semper Constantia Privatbank. Die „good bank“ wurde von Hans-Peter Haselsteiner (Strabag) und Alain de Krassny (Donau Chemie), unter Beteiligung von Sanierungsmanager Erhart Grossnigg, übernommen. De Krassny verkaufte seinen Anteil zwei

Jahre später wieder, womit sich – nach einer zwischenzweitlichen Übernahme durch andere Privatinvestoren – Bernhard ­Ramsauer und sein Kernteam im April 2015 durch ein Management buy-in einkaufen konnten. Bis zum Closing der Verkaufstransaktion an die LLB befindet sich die Bank noch im Eigentum privater Aktionäre, der Haselsteiner Familien-Privatstiftung (64 %), der Grosso Holding von Erhart Grossnigg (15%) sowie den Mitgliedern des Vorstan­ des, Bernhard Ramsauer (8,5%), Harald Friedrich (8,5%) und Ulrich Kallausch (4%). Und das Team arbeitete erfolgreich: 2016 steigerte die Bank die Bilanzsumme von 694,8 auf 819,5 Millionen Euro. Verkauf an die Liechtensteinische Landesbank Im Dezember, kurz vor Weihnachten, wurde bekannt gegeben, dass die Semper Constantia Privatbank um 185 Millionen Euro an die Liechtensteinische Landesbank AG (LLB), Vaduz, verkauft wurde, die bereits mit der Liechensteinischen Landesfebruar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 25


BANKING ° Privatbanken

Der Vorstand der Semper Constantia Privatbank, v.l.n.r.: Ulrich Kallausch, Bernhard Ramsauer und Harald Friedrich.

Neue LLB Österreich Die private Vermögensverwaltung der LLB Österreich wird durch die 17 Milliarden Euro an Assets under Management der Semper Constantia deutlich verstärkt. Künftig wird das Geschäft als neue LLB Österreich auf den drei etwa gleich großen

Privatbanken in Österreich Bankinstiut (Haupt-) Aktionäre Bilanzsumme Gewinn vor 2016 Rücklagen Schoellerbank AG Unicredit Bank Austria AG 4.470 Mio€ 31,54 Mio€ RCB (Raiffeisen Centrobank AG) Raiffeisen Bank International AG 2.728 Mio€ 3,18 Mio€ Bankhaus Spängler & Co. AG Privataktionäre (Fam. Spängler u. Fam. Welt) 1.259 Mio€ 9,56 Mio€ Bankhaus Krentschker & Co. AG Steiermärkische Bank und Sparkassen AG 1.054 Mio€ 3,84 Mio€ Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG Liechtensteinische Landesbank AG 872 Mio€ 1,90 Mio€ Capital Bank - GRAWE Gruppe AG Hypo Bank Burgenland AG (GRAWE) 848 Mio€ 8,38 Mio€ Semper Constantia Privatbank AG Privataktionäre (Haselsteiner) -> LLB (A) 819 Mio€ 9,62 Mio€ Bankhaus Schelhammer & Schattera AG Hypo Bank Burgenland AG (GRAWE) 709 Mio€ 6,36 Mio€ Bank Winter & Co. AG Privataktionäre (Familie Winter) 708 Mio€ 0,91 Mio€ Bank Gutmann AG Privataktionäre (Gutmann Holding AG, CH) 615 Mio€ 7,69 Mio€ Walser Privatbank AG Walser Raiffeisen Holding eGen 502 Mio€ 4,94 Mio€ Kathrein Privatbank AG Raiffeisen Bank International AG 496 Mio€ 2,10 Mio€ Wiener Privatbank SE Privataktionäre (Kerbler & Kovar) -> Arca-Gruppe 431 Mio€ 7,93 Mio€ Meinl Bank AG Privataktionäre (Julius Meinl) 308 Mio€ – 2,29 Mio€ Deutsche Bank Österreich AG Deutsche Bank AG 254 Mio€ – 3,08 Mio€ Zürcher Kantonalbank Österreich AG Zürcher Kantonalbank, Schweiz 154 Mio€ 1,38 Mio€ Quelle: Compnet / Firmenbuch

26 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

„Die Semper Constantia Privatbank ist die ideale Erweiterung unseres Geschäfts in Österreich“ Roland Matt, VR-Präsident, LLB

Säulen Vermögensverwaltung und -beratung, Depotbank- und Investmentfondsgeschäft sowie Immobilien, diversifiziert sein. Die rechtliche Übernahme der Semper Constantia Privatbank durch die LLB wird in zwei Schritten erfolgen. Im Juli wird sie von der LLB übernommen. Im September sollen dann die beiden Gesellschaften LLB Österreich und Semper Constantia verschmolzen werden. Die neue Bank wird nach der Fusionierung im Herbst 2018 Liechtensteinische Landesbank (Öster­ reich) AG heißen. Es ist davon auszugehen, dass auch die Tochtergesellschaften künftig LLB in ihrem Namen tragen werden. Das Vorstandsteam wird deutlich erweitert Der Vorstand wird sich künftig aus fünf Mitgliedern zusammensetzen. Bernhard Ramsauer wird die neue Bank als CEO anführen. Robert Löw von der LLB Österreich wird künftig als stellvertretender CEO der fusionierten Bank fungieren und gemeinsam mit Harald Friedrich das Kundengeschäft im Vorstand verantworten. Gerd Scheider (ebenfalls LLB Österreich) wird CFO der neuen Einheit. Ulrich Kallausch wird hingegen nach dem Closing im Juli 2018 aus dem Vorstand ausscheiden, der Bank mit seiner Expertise jedoch weiterhin beratend zur Seite stehen. Seine Agenden als COO im Vorstand werden von Selim Alantar (LLB) übernommen werden, der die technische Migration, insbesondere der IT-Systeme, verantworten wird. In weiterer Folge wird Bernhard Ramsauer Mitte 2019 in den Aufsichtsrat der Bank wechseln. Über seine Nachfolge als CEO wird zu gegebenem Zeitpunkt entschieden werden.

CrediT: beigestellt

bank Österreich hierzulande aktiv ist. Bereits im ersten Halbjahr 2017 bekundete Roland Matt, Verwaltungsrats-Präsident der Liechtensteinischen Landesbank, Interesse an einer Expansion in Österreich, was aufgrund des gesättigten Marktes nur durch eine Akquisition funktionieren kann. Die Übernahme der Semper Constantia Privatbank bedeutet für die Liechtensteini­ sche Landesbank einen Zuwachs an Kundenvermögen von rd. 17 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme der Semper Constan­tia war bereits 2016 mehr als fünfmal so groß wie jene der LLB Österreich. Von der Unternehmensphilosophie her passen die beiden Privatbanken gut zusammen. Sie sind beide auf institutionelles Geschäft, Family Offices und Stiftungen spezialisiert. Zusätzlich führt die Semper Constantia Privatbank die Semper Constantia Invest, die das Depotbankengeschäft betreibt, und die Semper Constantia Immo Invest als wesentliche Tochtergesellschaften.


C-QUADRAT ARTS Total Return Bond Der C-QUADRAT ARTS Total Return Bond überzeugt als chancenreicher, verlässlicher Portfoliobaustein in jeder Marktphase. Die Flexibilität seiner Anlagerichtlinien ermöglicht ihm, bis zu 100 % sowohl in Anleihen- als auch in Geldmarktfonds bzw. geldmarktnahe Fonds und in Bankguthaben zu investieren. Bei der Umsetzung der Anlagepolitik wird verstärkt einem Total Return-Ansatz gefolgt. Das Fondsmanagement nutzt ein von ARTS Asset Management entwickeltes technisches Handelsprogramm mit einer kurz- bis mittelfristig trendfolgenden Ausrichtung. Die Anlagestrategie orientiert sich nicht an einer Benchmark, angestrebt wird vielmehr längerfristig in allen Marktphasen einen absoluten Wertzuwachs zu erwirtschaften. Der Fonds verfügt über Top Ratings und ist vielfach ausgezeichnet.

*5 Jahre | 22,20 % *5 Jahre p.a. |

4,09 %

*seit Auflage | 98,32 % *seit Auflage p.a. |

4,94 %

Performanceergebnisse der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Kurse können sowohl steigen als auch fallen. Die Performance wurde unter Anwendung der OeKB/BVI-Methode berechnet. Ausgabe- und Rücknahmespesen sind in der Berechnung der Performanceergebnisse nicht berücksichtigt. Bei einem Anlagebetrag von EUR 1.000,– ist vom Anleger ein Ausgabeaufschlag iHv max. EUR 50,– zu bezahlen, welcher die Wertentwicklung seiner Anlage entsprechend mindert. Eventuell anfallende Depotkosten mindern den Ertrag des Anlegers zusätzlich. *Berechnungsquelle: Cyberfinancials Datenkommunikation GmbH.

200

Wertentwicklung 10 Jahre 31.01.08 – 31.01.18

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Vielfache Auszeichnungen Lipper Leader Stand: 31.12.2017 2007 • 2008 • 2009 • 2010

9 X IN FOLGE BESTER DACHFONDSMANAGER ÖSTERREICHS 2011 • 2012 • 2013 • 2014 • 2015

1. Platz: 1 Jahr 2. Platz: 3, 5 Jahre

Morningstar Rating Gesamt Stand: 31.12.2017 TM

Diese Marketingmitteilung dient ausschließlich unverbindlichen Informationszwecken und stellt kein Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar, noch ist sie als Aufforderung anzusehen, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder Nebenleistung abzugeben. Dieses Dokument kann eine Beratung durch Ihren persönlichen Anlageberater nicht ersetzen. Grundlage für den Kauf von Investmentanteilen ist der jeweils gültige Verkaufsprospekt, die wesentlichen Anlegerinformationen (»KID«, »KIID«) sowie der Jahresbericht und, falls älter als acht Monate, der Halbjahresbericht. Diese Unterlagen stehen dem Interessenten bei der Kapitalanlagegesellschaft Ampega Investment GmbH, Charles-de-Gaulle-Platz 1, D-50679 Köln und bei der C-QUADRAT Wealth Management GmbH, Schottenfeldgasse 20, A-1070 Wien, sowie am Sitz der Zahl- und Informationsstelle in Deutschland, Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA, Kaiserstraße 24, D-60311 Frankfurt am Main, sowie im Internet unter www.ampega.de und www.c-quadrat.com kostenlos in deutscher Sprache zur Verfügung. Alle dargestellten Wertentwicklungen entsprechen der Bruttoperformance, welche alle anfallenden Kosten auf Fondsebene beinhaltet und von einer Wiederanlage ev. Ausschüttungen ausgeht Performanceergebnisse der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Eine Kapitalanlage in Investmentfonds unterliegt allgemeinen Konjunkturrisiken und Wertschwankungen, die zu Verlusten – bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals – führen können. Es wird ausdrücklich auf die ausführlichen Risikohinweise des Verkaufsprospektes verwiesen. Trends können sich ändern und negative Renditeentwicklungen nach sich ziehen. Ein trendfolgendes Handelssystem kann Trends über- oder untergewichten. ©2017 Morningstar. Alle Rechte vorbehalten. Details zum Morningstar Rating unter www.morningstar.de. Stand Februar 2018

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Nähere Infos zum C-QUADRAT ARTS Total Return Bond erhalten Sie bei Ihrem persönlichen Anlageberater oder bei Ihrer Hausbank. ISIN: AT0000634720 (T) Deutsche WKN: A0B6WZ (T) . C�QUADRAT Wealth Management GmbH . Schottenfeldgasse 20 . A-1070 Wien . Telefon +43 1 515 66-0 . www.c-quadrat.com


geldanlagePanorama Aufstieg der Millennials

Strategieausblick. „Der Gipfel der Ver-

Der digitale luxus. Die Anlageexperten

zerrung der Marktpreise wurde im Jahr 2017 erreicht. Dieses Jahr könnte ein bedeutender Wendepunkt sein“, analysiert Didier SaintGeorges, Mitglied des Investmentkomitees und Managing Director von Carmignac bei der Vorstellung der Anlagestrategie seines Hauses für 2018. Wesentlich ist laut dem Experten, dass sich die US-Notenbank Fed zum ersten Mal einem Liquiditäts-Nettoentzug gegenübersehen wird.„Diese historische Wende zu steuern,ohne abrupte Korrekturen der Märkte auszulösen, wird eine unvergleichliche Herausforderung für die Zentralbanken“, gibt sich Saint-Georges durchaus nachdenklich. Dazu passt folgende Schlussfolgerung: „Obwohl die Weltkonjunktur im Laufe des Jahres weiterhin solide verlaufen dürfte, bleiben Risiken hinsichtlich einer Enttäuschung bestehen. Diese Aussicht beinhaltet eine Risikokomponente für die Aktienmärkte, insbesondere für die zyklischen Sektoren, die bisher von der amerikanischen Steuerreform und vom europäischen Aufschwung unterstützt wurden.“

von GAM weisen in einer aktuellen Analyse unter anderem auf die Entwicklung der Luxusbranche hin. Für die meisten Unternehmen aus dieser Branche werden demnach Millennials – also zwischen den 1980ern bis Mitte der 1990er Jahre Geborene – zunehmend zur wichtigsten Zielgruppe. Deshalb lautet die entscheidende Frage: Was möchten Millennials wirklich? Dazu kommentiert Huang Sun, Portfoliomanagerin für Luxusaktien bei GAM: „Wir beobachten genau, was Luxusunternehmen im Hinblick auf die Digitalisierung tun, welche eindeutig enorme Auswirkungen auf die Branche als Ganzes haben wird. Welche Marken passen sich am effizientesten an die neue Realität an? Welche Brands können ihre Dynamik stärken und welche könnten völlig verschwinden? Allgemein haben viele Luxusunternehmen hohe Mengen an liquiden Mitteln. Es wird interessant werden, was sie damit tun, um in einer im rasanten Wandel begriffenen Welt auch weiter relevant zu bleiben.“

jupiter: Ausbau des teams Lange Erfahrung.

Der Investmentmanager Jupiter baut mit Makeem Asif als Senior Convertible Bond Analyst sein Multi Asset- und Wandelanleihe-Team weiter aus. Asif wird an Lee Manzi, Fondsmanager des Jupiter Global Convertibles SICAV, berichten und eng mit Joseph Chapman zusammenarbeiten, der für quantitative Analysen zuständig ist.Asif verfügt über mehr als 18 Jahre Erfahrung in der Analyse von Wandel- und Unternehmensanleihen und war zuletzt bei RWC Partners tätig.

28 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Warnung vor bitcoin

Zahlenspiel

2,6

Prozent soll heuer das Wirtschaftswachstum der USA betragen,

in der Eurozone gibt man sich mit 2,1 Prozent etwas bescheidender, aber immer noch durchaus solide. Weniger erfreulich ist die Entwicklung in Großbritannien, das sich in Folge des Brexit in Richtung Stagflation (höhere Inflation bei geringerem Wirtschaftswachstum) bewegen wird – erwartet wird ein BIP-Wachstum von 1,4 Prozent (2017: 1,5%). Insgesamt soll das reale Welt-BIP auf 3,7 Prozent (2017: 3,6%) bei einer unveränderten Inflation von 3,1 Prozent steigen. All diese Zahlen gehen aus dem jüngsten Strategiebericht des Bankhauses Krentschker hervor. Am viel versprechendsten sind laut den Experten unverändert die Aktienmärkte, die das Jahr 2018 bei guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereits mit Kurssteigerungen begonnen haben. Der Anlageerfolg wird laut Krentschker heuer jedoch nicht mit „Buy and Hold“-Strategien zu erwirtschaften, sondern von kontinuierlicher Marktbeobachtung und auch einem gewissen „Mut zu Investments“ abhängig sein.

12

Milliarden Euro beträgt mittlerweile das verwaltete Vermögen der LRI

Group – das entspricht gegenüber 2017 einer hochriskant. Otto

Steigerung von 20 Prozent. Ein wichtiger Treiber

Lucius, Vorstandsvorsitzender Österreichischer Verband Financial Planners, stellt eindeutig fest: „Bitcoin-Investments gleichen einem Casinobesuch.“ Der Bitcoin sei laut dem Experten gar keine Assetklasse: „Anlageklassen wie Anleihen oder Aktien basieren einerseits auf realen Werten, andererseits ergibt sich die Rendite aus Prämien für eingegangene Risiken, die Anleger mittels Diversifizierung im Portfolio aber gut minimieren können. Bei Kryptowährungen hofft man dagegen einfach nur darauf, dass sich nach dem Kauf noch jemand findet, der noch mehr Geld dafür ausgibt.“ Die Schwankungen, denen der Bitcoin bisher unterlag, waren zudem enorm. Laut Lucius sollten Kryptowährungen im Portfolio eines Anlegers keinen Platz finden.

des organischen Wachstums waren neue Vermögensverwalter und Asset Manager, wobei Österreich, Deutschland, die Niederlande und Schweiz als Herkunftsländer dominierten. Mit Blick auf 2018 soll unter anderem der Service im Bereich Fundraising ausgebaut werden.

3

neue ETFs starten aus dem Hause ETF Security. Dabei handelt es sich erstens um

den ETFS Battery Value-Chain GO UCITS ETF, der auf Wachstum von Unternehmen entlang der Batterie-Wertschöpfungskette setzt. Zweitens: Der ETFS Ecommerce Logistics GO UCITS ETF ermöglicht die Beteiligung an Unternehmen, die von der Digitalisierung des Handels (E-Commerce und Mobile-Commerce) und der Automatisierung der logistischen Lieferkette profitieren. Drittens: Mit dem ETFS Pharma Breakthrough GO UCITS ETF können Anleger in Unternehmen investieren, die sich mit der Entwicklung von Therapien für seltene Krankheiten beschäftigen.

CrediTS: beigestellt, Studio Huger

Gipfel der verzerrungen


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Goldlöckchen-Konjunktur bleibt uns erhalten Das beinahe synchrone Wachstum aller großen Wirtschaftsräume der Welt bei gleichzeitig moderater Inflation dürfte auch 2018 weitergehen. 2019 könnte das Hoch des globalen Aufschwungs erreicht werden. John Greenwood, Invesco-Chefökonom, gibt einen Ausblick.  Wolfgang Regner

blick aus?

John Greenwood: Die längste Phase der US-Wirtschaftsexpansion dauerte zehn Jahre, von März 1991 bis März 2001. Da die gegenwärtige Expansion seit Juni 2009 anhält, also seit 100 Monaten, bin ich davon überzeugt, dass der Rekord von 120 Monaten diesmal überboten werden wird. Denn die Weltwirtschaft unterstützt den US-Aufwärtstrend durch eine synchrone Expansion in fast allen großen Wirtschaftsregionen. Im Gegensatz zu anderen Ökonomen erwarte ich nicht, dass dies unbedingt mit deutlich höherer Inflation einhergehen muss. Zwar zeigen sich die meisten großen Arbeitsmärkte von ihrer starken Seite. Allerdings sind diese Verbesserungen zum Teil auf einen höheren Grad an Teilzeitarbeit und geringerer Teilnahme am Arbeitsmarkt zurückzuführen – viele Arbeitslose, die die Ar-

beitssuche aufgegeben haben, fallen aus der Statistik heraus. Daher erwarte ich, dass die Inflation gedämpft bleibt. Dies stellt für einige Top-Ökonomen ein Rätsel dar, für Sie auch?

Nicht unbedingt, obwohl sogar die US-FedPräsidentin Janet Yellen öffentlich zugab, nicht zu verstehen, warum die Inflation so niedrig ist. Schließlich war die Geldpolitik der großen Notenbanken ultralocker und die Budgetdefizite sind deutlich gestiegen. Die richtige Antwort darauf hat wenig mit der Phillips-Kurve, die den Zusammenhang zwischen der Kerninflation und der Arbeitslosenrate wiedergibt, oder Produktionslücken zu tun, wohl aber mit dem niedrigen Geldmengenwachstum. Solange dies so bleibt und auch die Kreditvergabe nicht deutlicher anzieht, gibt es keinen Grund, eine deutlich verschärfte Zinspolitik zu erwarten,

Bilanzvolumen der FED und kurzfristige FED-ZinsRate Billionen Dollar

FED-Assets (linke Skala)

Fed-Zinsen (rechte Skala)

Prognose/Projektion

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2017

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2021

0%

USA: Die US-Notenbank wird 2018 die Zinsen erhöhen und ihr Bilanzvolumen verkürzen. Quelle: Macrobond; Federal Reserve 14 June 2017 and Invesco calculations

30 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

die die aktuelle Wirtschaftsexpansion beenden könnte. Eine Normalisierung der Geldpolitik, wie sie mittlerweile von allen großen Notenbanken angestrebt wird, hat nicht unbedingt etwas mit einer strikteren Zinspolitik zu tun. Das Ziel lautet einfach, eine einigermaßen normale Zinslandschaft wieder herzustellen. Das muss die Finanzmärkte nicht unbedingt belas­ ten. Ein Grund dafür ist der Umstand, dass die hohen Bewertungen diesmal nicht auf einem hohen Leverage (= kreditfinanzierten Käufen) basieren wie 2008, sondern auf den ultratiefen Zinsen. Solange diese nur in kleinen Schritten moderat erhöht werden und der Businesszyklus intakt bleibt, können die Finanzmärkte weiterhin höhere Unternehmensgewinne für die Zukunft einpreisen. Wie beurteilen Sie US-Präsident Trump?

Die Aktienhausse an der Wall Street hat meiner Meinung nach weniger mit den Maßnahmen der neuen Trump-Administration zu tun, sondern vielmehr mit der anziehenden Wirtschaftsexpansion. Die erste Phase dieses Aufschwungs 2009 bis 2014 war von Bilanzreparaturen vor allem bei den Banken, von generellem Deleveraging, also einem Abbau der Kreditfinanzierungen, gekennzeichnet und die hohen Investitionen flossen fast allein in die Rekapitalisierung vieler Unternehmen. Damit blieb für ein anziehendes Wachstum wenig übrig. Erst in der zweiten Phase ab 2015 hat sich das Wachstum gebessert, von einer Überhitzung sind wir aber noch weit entfernt. Geschäftszyklen gehen nicht an Alterung zugrunde, sondern durch Zinsanhebungen der Notenbanken, oft begleitet von einer inversen Zinskurve (kurzfristige

credit: beigestellt

GELD ° Wie sieht Ihr globaler Konjunkturaus-


°

Im Gespräch mit John Greenwood, Invesco   geldanlage

Zinsen sind höher als langfristige) und ein Zurückfahren des Geldmengen- und Kreditwachstums. Die Fed hat keinen Grund, derart drastische Maßnahmen zu ergreifen, sodass die Expansion zumindest bis 2019 weiterlaufen sollte. Die von Trump versprochenen 3,5 bis 4,0 Prozent werden es aber nicht werden – ich sehe den Plafond bei 2,5 Prozent. Wann könnte die Inflation stärker anziehen?

Da Inflation vor allem ein monetäres Phänomen ist, sollten Faktoren wie Geldmengen- und Kreditwachstum genau beobachtet werden. Das Wachstum breiter Geldmengenaggregate, M2 oder gar M3, wirkt sich zuerst auf die AssetPreise aus. Deren Anziehen stärkt die Konjunktur und reduziert die Arbeitslosenrate. Das höhere Wachstum treibt die Inflation an, vorausgesetzt, es kommt zu einem parallelen nachhaltigen Anziehen der Geldmenge. In den USA war das M2-Wachstum ziemlich gedämpft, die M3-Entwicklung aber noch langsamer, seit 2009 nur rund 4,5 Prozent plus pro Jahr. In 35 OECD-Staaten sanken das Geldemengen- und Kreditwachstum ebenfalls, Ersteres um ganze zwei Prozentpunkte. Die kurzfristigen US-Zinsen erwarte ich bei 2,0 bis 2,5 Prozent bis Ende 2018. Bis zum vierten Quartal 2018 wird die Fed ihre Bilanz um 50 Milliarden Dollar pro Monat reduzieren. Wenn die Fed also 600 Mil­ liarden Dollar pro Jahr abbaut, muss der private Sektor einen ähnlich hohen Betrag an langfris­ tigen US-Treasuries übernehmen – das könnte den Markt überlasten und die Bondrenditen zum Anziehen bringen. Ich erwarte jedenfalls nicht, dass die Konsumentenpreisinflation die Zwei-Prozent-Marke nachhaltig überwindet.

relativ schwach – zu wenig, um das Wachstum der Bankeinlagen von fünf Prozent abzudecken. Die Gefahr besteht, dass nach dem EZB-Tapering, also der Rückführung der gekauften Anleihebestände, die Geldmenge wieder sinkt. Gleiches gilt für das Kreditwachstum. Ein M3Wachstum von fünf Prozent ist das Minimum, um zwei Prozent reales BIP-Wachstum und zwei Prozent Inflation zu erzielen. Zuletzt war die Kernrate der Inflation verbessert, aber unterhalb von zwei Prozent. Ich sehe für 2018 ein Wachstum von 2,2 Prozent und eine Konsumentenpreisinflation von 1,5 Prozent. Kann China sein Wachstumsniveau halten?

Interessant in China wird sein, zu beobachten, ob die Regierung die Kreditaufnahmen zurückfahren und die Reform der staatseigenen Betriebe (= SOE) weiterführen wird. Per Oktober 2017 ist das Kreditwachstum auf zwölf Prozent gefallen und lag so tief wie seit 2008 nicht mehr. Gleichzeitig gab es seit 2013 kein signifikantes Wachstum der breiten Geldmenge – die Behörden haben dieses aus gutem Grund auf zwölf Prozent stabil gehalten. 2008 bis 2010 lag das Geldwachstum noch bei 21 Prozent. Seit der Reduktion der Kapazitäten in staatseigenen Sektoren ist der Vorlaufindikator für das BIP-Wachstum, der Li Keqiang-Index, der auf verlässlichen Daten basiert, seit 2016 sprunghaft angestiegen. Der Höhepunkt wurde im Juli 2017 mit 14,4 Prozent erreicht und signalisiert eine Erholung der Grundstoffindustrien. Für 2018 erwarte ich in China ein reales BIP-Wachs-

tum von 6,6 Prozent. Die Konsuminflation wird bei 1,0 Prozent verharren. www.invesco.com

Reales und geschätztes Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas Offizielles BIP/Jahr

Wie sehen Sie die Eurozone?

Mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,6 Prozent im dritten Quartal 2017 erreichten die Volkswirtschaften der Eurozone einen seit vielen Jahren nicht mehr gesehenen Wert. So hat sich die Geldmenge M3 auf ein Wachstum von 4,8 Prozent beschleunigt. Nun hängt (fast) alles davon ab, ob die Banken bereit sein werden, nach der Halbierung der Anleihekäufe auf 30 Milliarden Dollar pro Monat, den Stab von der Europäischen Zentralbank (EZB) zu übernehmen und verstärkt Kredite vergeben. Derzeit ist das Kreditwachstum noch

John Greenwood, Chefökonom der Asset Management-Gesellschaft Invesco

geschätztes BIP (Basis: Stromverbrauch, Bahn-Frachtvolumen und Kredite)

25 % 20 % 15 % 10 % 5% 0% –5%

2001

2003

2005

2007

2009

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2013

2015

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Chinas Industrieproduktion schwingt derzeit wieder nach oben aus. Quelle: Thomson Reuters Datastream, as at 8 December 2017

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 31


geldanlage

° Vermögensverwaltungs-Fonds

Gewappnet für jede „Wetterlage“ Der Höhenflug an den Börsen hat den Risikoappetit der Investoren mächtig steigen lassen. Dabei darf man nicht vergessen, dass es an den Aktienmärkten auch sehr schnell wieder bergab gehen kann. Hier sorgen Harald Kolerus flexible Fonds für mehr Sicherheit.

ie Begriffsfindung ist nicht ganz einfach: Wann spricht man von Total Return-, wann von Absolute Return-Produkten? Klar ist die Zielsetzung: Auch in schwachen Börsenphasen soll eine ansprechende Rendite erzielt werden – das Abrutschen in die „rote Zone“ gilt als Tabu (siehe auch Lexikon auf Seite 34). Unterschiedlich ist wiederum der Weg, auf dem die positive Performance erreicht werden soll – das GELD-Magazin hat sich unter erfolgreichen Anbietern umgehört.

VOrbilD WArren buFFett So plaudert Philipp Prömm, Vorstand der Shareholder Value Management AG, aus der Schule: „Die Investment-Philosophie unseres Hauses folgt konsequent dem Gedanken des Value-Investings im Sinne von Benjamin Graham und Warren Buffett. Das heißt: Die antizyklische Kapitalanlage in unterbewertete Unternehmen mit dem Ziel des Vermögenserhalts und -zuwachses unter Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes. Dies ist auf der einen Seite ein

frANkfurtEr StIftuNGSfoNDS

small- und Mid caps gefallen dem Fonds­ management hier besonders gut.

32 ° GELD-MAGAZIN – fEbruAr 2018

Total Return-Ziel in Form von positiven Kalenderjahren und überschaubaren Draw downs. Auf der anderen Seite steht unsere Hurdle-Rate (Renditeschwelle, Anm.) von acht Prozent per annum, die es zu übertreffen gilt. Mit 11,1 Prozent jährlich ist uns das in den letzten zehn Jahren ganz gut gelungen.“ Werfen wir zum besseren Verständnis einen Blick auf die konkrete Anlagephilosophie: Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (er ist, wie es vielleicht sein Name nahe legt, nicht institutionellen Investoren vorbehalten) von Shareholder Value Management investiert bevorzugt in unterbewertete, eigentümergeführte Unternehmen mit strategischen Wettbewerbsvorteilen. So sollen Risiken reduziert und gleichzeitig Renditechancen optimiert werden. risiKOsteuerung Prömm: „Der Fonds dient dem langfristigen Erhalt und Zuwachs des investierten Vermögens. Wir erreichen diese Ergebnisse durch einen äußerst disziplinierten, innovativen Investmentprozess, der seit den 80er Jahren kontinuierlich weiterentwickelt wird. Darüber hinaus verfolgt der Fonds aktive Absicherungs- und Derivatestrategien, indem er, aufbauend auf der Verhaltensökonomie, statistische Analysen und Stimmungsindikatoren zur aktiven Steuerung der Risiken und Erträge nutzt.“ Als klassischer Value-Investor wird ein relativ geringer Turn-Over von ca. 70 Prozent ausgewiesen. Dabei gibt es eine Kernaktienquote von wiederum rund 70 Prozent, die einen langfristigen Anlagehorizont hat. „Als Aktienfonds sind wir zu einer Mindestaktienquote von 51 Prozent verpflichtet. Wir steuern die Quote aktiv und schwanken da-

her um dieses Zielgröße herum. Kurzfristig ist es uns möglich, mit Derivaten taktische Absicherungen zu machen. Damit halten wir uns eine möglichst hohe Flexibilität offen und nutzen diese auch aus, obwohl wir meist länger an den Firmen beteiligt sind“, so Prömm. unter eineM DAch Interessant ist an dem Fonds, dass er sich auf die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) fokussiert hat – könnte das nicht zulasten der Diversifikation gehen? Dazu meint der Experte: „Wir sind schwerpunktmäßig dort investiert, wo wir uns am besten auskennen. Mit unserem Team von elf Analysten schauen wir uns aber alle etablierten Märkte und Regionen an. Aktuell ist ein Kollege sogar in Indien unterwegs. Natürlich bietet ein größeres Investment-Universum mehr Chancen und Flexibilität, die wir uns nach Möglichkeit offenhalten wollen. Der Fokus auf die DACH-Region liegt in unserer Erfahrung und Expertise, die wir hier aufgebaut haben. Die räumliche Nähe und unser Netzwerk ermöglichen bessere Unternehmensbesuche und Zugang zum Management.“ Ansonsten fällt beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ein Schwerpunkt bei Small- und Mid Caps auf. Warum die Bevorzugung von Nebenwerten? „Investments in Small- und Mid Caps erzielen historisch betrachtet erhebliche Überrenditen gegenüber Blue Chips. Dies beruht auf vier Faktoren: Viele Firmen im Segment Nebenwerte sind sogenannte Hidden Champions, also besonders erfolgreich. Manche sind gar Weltmarktführer in ihrer Branche. Durch eine einzigartige Expertise haben sich sol-

creditS: beigestellt, Shutterstock

D


Vermögensverwaltungs-Fonds

„Aktien mit hoher Dividende sind angesichts niedriger Zinsen eine lohnende Investition“

Peter Dreide, Vontobel

che Firmen über die Jahre ein Alleinstellungsmerkmal verschafft, das ihnen den zukünftigen Auftragseingang und damit das Wachstum des Unternehmens sichert“, so Prömm, der im gleichen Atemzug die Frage stellt: „Kaufen Sie Produkte, die Sie nicht verstehen? Wir auch nicht! Denn nur, wenn wir verstehen, was ein Unternehmen tut, können wir den zukünftigen Geschäftsverlauf und damit die Gewinnentwicklung zuverlässig analysieren. Erst dann können wir den inneren Wert des Unternehmens berechnen. Viele der von uns beobachteten Unternehmen konzentrieren sich auf nur ein Produktsegment und widmen ihre ganze Forschungs- und Entwicklungsarbeit ausschließlich diesem Produkt.“ Bei Nebenwerten gibt es außerdem keine breite Research-Abdeckung. Durchschnittlich beschäftigen sich in diesem Segment deutlich weniger Analysten mit einer Aktie. Hieraus ergeben sich laut Prömm unschätzbare Vorteile, denn Fondsmanager Frank Fischer und sein Team analysieren Unternehmen, die sonst kaum Beachtung finden: „Daraus ergeben sich Informationsvorsprünge, die anderen Investoren nicht zur Verfügung stehen. Bei kleinen Unternehmen ist es vergleichsweise leicht, einen Termin mit dem Vorstand zu arrangieren, während bei großen Unternehmen ein Kon-

takt zur Vorstandsebene, und damit Informationen aus erster Hand, schwer oder gar nicht zu bekommen ist. So erhalten wir einen tiefen Einblick in das Unternehmen, lernen die Führungsetage persönlich kennen und können die Firmenstrategie und die Position im Wettbewerb bewerten.“ sQueeze-Out-sPeziAlist Soviel zur ausführlichen Betrachtung des immerhin mehr als 2,3 Milliarden Euro schweren Frankfurter Stiftungsfonds; wenden wir uns jetzt der interessanten Konzeption des 4Q-Special Income von TBF Global Asset Management zu. Vorweg: Mit einer positiven Wertentwicklung von durchschnittlich 6,3 Prozent pro Jahr seit Auflage (29.08.2012) und einer durchschnittlichen annualisierten Volatilität von drei Prozent zog der Fonds viel Aufmerksamkeit auf sich. Im Zuge der sehr hohen Mittelzuflüsse wurde zum Schutz der Investoren zum 30. Juni 2017 ein Softclose durchgeführt. Der 4QSpecial Income ist somit seit dem 1. Juli 2017 für Neuinvestoren gesperrt, aufgrund seiner außergewöhnlichen Strategie, soll an dieser Stelle aber nicht vorenthalten werden. Bei dem Produkt handelt es sich um einen defensiven, international ausgerichteten Mischfonds, der eine Multi Asset-Strategie mit Absolute Return-Konzept bietet.

° geldanlage

„Wir streben langfristigen Erhalt und Zuwachs des investierten Vermögens an“

Philipp Prömm, Shareholder Value

Eine Besonderheit: Eine gewichtige Teilstrategie des Fonds ist auf deutsche Aktien, die sich in Übernahmesituationen befinden, spezialisiert. Bei dieser Konzeption konzentriert sich TBF auf Unternehmen mit Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen (BuGs) sowie Squeeze-outs (SOs). Dies ist ein auf Deutschland fokussiertes Sonderthema, das gesetzlich geregelt ist. Hierbei geht es um Garantiedividenden, Mindestpreise und Nachbesserungsrechte. Dazu muss man wissen, dass in einem BuG eine jährliche „Garantie-Dividende“ festgeschrieben wird. Das sogenannte herrschende Unternehmen ist verpflichtet, wenn es 75 Prozent der Anteile am Unternehmen besitzt, diese Ausgleichszahlung an die Minderheitsaktionäre des beherrschten Unternehmens auszuschütten – unabhängig vom Geschäftserfolg. „Dividendenrenditen von drei bis fünf Prozent sind hier keine Seltenheit. In einem Niedrigzinsumfeld sind solche Aktien daher schon allein aus diesem Grunde eine lohnende Investition. Im Fonds liegt die durchschnittliche Divi-

4Q-SpEcIAL INcoME

° DIE bEStEN fLExIbLEN GEMIScHtEN foNDS iSiN FONdSNAMe VOLUMeN PerF. 1 J. 3 JAHre 5 JAHre ter AT0000934583 Seilern Global trust 24 Mio. € 19,7 % 38,1 % 80,2 % 2,01 % DE000A0M8HD2 Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen 2.536 Mio. € 13,6 % 37,6 % 62,1 % 1,83 % LU0465917044 AXA WF Global Optimal income 431 Mio. € 15,5 % 22,7 % -N/A % 1,38 % LU0159549145 dJe - Alpha Global 118 Mio. € 13,0 % 21,0 % 40,2 % 2,22 % LU0278152516 AcAtiS Fair Value Mod. Verm.verw. Nr. 1 81 Mio. € 10,4 % 17,4 % 39,2 % 2,60 % Quelle: Lipper IM, alle Angaben auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 31. Jänner 2018

Übernahmen sind die Spezialität dieses (für neue Investoren leider geschlossenen) Fonds.

fEbruAr 2018 – GELD-MAGAZIN °

33


geldanlage ° Vermögensverwaltungs-Fonds

° lexikon

Total Return Fonds Sie streben ebenso wie Absolute Return Fonds eine marktunabhängige Rendite an. Diese soll durch einen zeitgerechten und auf jeden Fall möglichst optimalen Wechsel zwischen ein­ zelnen Märkten erreicht werden. So könnten beispielsweise Aktienanlagen reduziert werden, bevor der Aktienmarkt fällt, und das Fondsvermögen in Anleihen umgeschichtet werden. Die Wertentwicklung hängt somit maßgeblich von der Fähigkeit der Fonds­ manager ab, die Entwicklung der Märkte zu prognostizieren. Vermögensverwaltungsfonds Sie sind sozusagen mit Total Return-Produkten verwandt. Vermögensverwaltungsfonds zeich­ nen sich ebenfalls durch sehr hohe Flexibilität und das Nützen unterschiedlicher Anlageklas­ sen aus. Oft agieren sie in ihrer Anlagestrate­ gie noch „freier“ als Total Return Fonds.

Quelle: www.finanztreff.de

34 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

bis zu zehn Prozent, Rohstoffe – vor allem Gold – bis zu fünf Prozent, Cash im Rahmen von null bis fünf Prozent sowie bis zu zehn Prozent marktneutrale Strategien zur Absicherung von Long-Aktienpositionen. Dreide abschließend: „Entscheidend ist für uns Diversifikation und eine risiko­ adjustierte Performance. In manchen Marktphasen hätten wir mehr Performance erzielen können, was aber zu einer stärkeren Volatilität geführt hätte.“

„Wir können im aktuellen Umfeld keine ­Blase an den ­Aktienmärkten identifizieren“ Serge Pizem, AXA IM

AXA WF Optimal Income

lung entscheidend für den Erfolg in der sich heute schnell ändernden Wirtschaftswelt sind.“ Dazu passt, dass der AXA WF Optimal Income Fund für Anleger konzipiert wurde, die dynamisch in internationale Aktien und Anleihen investieren wollen. Wie bereits erwähnt, spielt trotz der internationalen Ausrichtung Europa dabei eine große Rolle. Pizem: „Wir kombinieren eine rigorose Top-down-Asset Allocation mit einem Bottom-up-Ansatz, um die Wachstumsdynamik der europäischen Märk­te einzufangen. Wir haben uns im Zuge der Dotcom-Krise dazu entschieden, eine Strategie zu generieren, die den Wünschen der Investoren entspricht, das Aufwärtspotenzial der Aktienmärkte in einem Umfeld der Risikokontrolle zu nützen.“ Apropos Krise: Machen dem Fondsmanager die Höhenflüge der Weltbörsen und immer wieder beschworene Crash-Szena­ rien nicht Kopfzerbrechen? Der Profi sieht das objektiv und gelassen: „Wir identifizieren keine Blase an den Aktienmärkten und glauben, dass die Börsen, unter Ausnahme der Vereinigten Staaten, fair bewertet sind – in den Emerging Markets sogar günstig. Natürlich tendieren Märkte dazu, nach oben und unten zu übertreiben.“

Growth-orientierte Anleger sollen mit diesem AXA-Fonds angesprochen werden.

Fazit: Keine zauberei Fassen wir unseren Streifzug durch die Welt der Total Return-Produkte zusammen: Im Gespräch mit den Experten fallen gerne Bezeichnungen wie unconstrained, flexibel und Multi Asset. Wirklich neue „Wunderwaffen“ sind das keine, sie gehören zum bekannten Rüstzeug. Bei Total Return handelt es sich somit um keine Zauberei, sondern um solide Arbeit, die letztlich über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Wichtig: Multi Asset Greifen wir das Stichwort Volatilität auf – sie ist natürlich bei keinem Fondsmanager gerne gesehen. Wie können nun Schwankungen vermieden bzw. möglichst eingegrenzt werden, vor allem, nachdem viele Experten zunehmende Volatilitäten an den internationalen Finanzmärkten prognostizieren. Hier kommt schnell der Multi AssetAnsatz als wirksames Instrument ins Spiel, also die Möglichkeit, verschiedene Anlageklassen zu nutzen. Serge Pizem, LeadFondsmanager des AXA WF Optimal Income, meint dazu: „Unsere Strategie für Multi Asset-Investments ist als ,unconstrained‘ (darunter versteht man flexibles, von Benchmarkdenken unabhängiges Management, Anm.) zu bezeichnen. Wir können von 25 bis 75 Prozent des Portfolios in europäische Aktien anlegen und versuchen unterschiedliche Investmentmöglichkeiten auszuschöpfen, indem wir verschiedene Alpha-Quellen nützen. Wir glauben fest daran, dass Flexibilität und breitere Aufstel-

credit: beigestellt

dendenrendite bei derzeit mehr als drei Prozent“, erklärt Peter Dreide, CIO und Gründer von TBF Global Asset Management. Hinzu kommt ein gewisses Sicherheitsnetz. Dreide führt im Gespräch mit dem GELD-Magazin weiter aus: „Egal, wie verrückt die Märkte spielen oder wie schlecht der Geschäftsverlauf bei dem beherrschten Unternehmen ist – das Verlustrisiko bleibt begrenzt. Denn das herrschende Unternehmen macht den Minderheitsaktionären des von ihm beherrschten Unternehmens ein Abfindungsangebot. Diesen Preis bekommen die Minderheitsaktionäre in jedem Fall, sollten sie sich entschließen, ihr Aktien­paket an den Mehrheitsaktionär abzutreten. Der Aktienkurs wird daher kaum unter diese Kurs-Untergrenze fallen.“ Neben der Nutzung von Sondersituatio­ nen bildet aktives Management von Unternehmensanleihen die zweite Kernstrategie des Fonds, die zusammen mit der BuGStrategie für rund 70 Prozent der Portfoliozusammensetzung sorgen. Hinzu kommen noch zur Abrundung ein Aktienanteil von


KOLUMNE

LIPPER RESEARCH

Multi Asset Fonds – Der Managementansatz macht den Unterschied

I

m europäischen Vergleich haben Mischfonds im Jahr 2017 neue Gelder in Höhe von 172,8 Milliarden Euro eingesammelt und waren damit die Anlagekategorie mit den zweithöchsten Mittelzuflüssen. Im Umkehrschluss bedeuten diese Zuflüsse, dass die Anleger, nach den Enttäuschungen des Jahres 2016, wieder Vertrauen in das Können der Manager von gemischten Portfolios gefasst haben. Es ist allerdings festzuhalten, dass Fonds, die im Jahr 2016 enttäuschende Ergebnisse abgeliefert haben, weiterhin von den Investoren gemieden wurden und eher Mittelabflüsse hinnehmen mussten. Die Entscheidung für den Kauf von Multi Asset-Produkten ist meiner Ansicht nach, aufgrund der derzeitigen Situation an den Zinsund Aktienmärkten, gut nachzuvollziehen. Allerdings müssen die Anleger bei der Produktauswahl sehr genau darauf achten, welche Strategien die einzelnen Produkte verfolgen und dann bewerten, inwieweit diese zu ihrer Risikotragfähigkeit beziehungsweise in ihr Gesamtportfolio passen. Da die Vielzahl der zur Verfügung stehenden Strategien zu einer entsprechenden Vielfalt an Produkten im Bereich der Multi Asset Fonds geführt hat, ist die Auswahl des richtigen Fonds keine leichte Aufgabe. Wie bei anderen Fondskategorien sollten Anleger auch im Bereich der Multi Asset Fonds nicht ihr gesamtes Kapital in einen einzelnen Fonds investieren, da nicht jede Strategie in jedem Marktumfeld gleich gut funktioniert. Um das sogenannte Managerrisiko zu minimieren, sollten Investoren daher ihr Kapital auf mehrere Manager verteilen. Dabei ist darauf zu achten, dass die gewählten Manager unterschiedliche Strategien verfolgen, denn nur so lässt sich, neben dem Managerrisiko, auch das aus den für die Umsetzung der Strategie genutzten Instrumenten, wie zum Beispiel Derivaten, kommende Risiko minimieren.

RISIKOFAKTOR DERIVATE Viele Multi Asset Fonds benötigen zur Umsetzung ihrer Strategien Derivate, um zum Beispiel mit dem sogenannten Overlay-Management einzelne Marktrisiken wie Währungsschwankungen, die zinsgewichtete Restlaufzeit (Duration) von Anleihen, Kreditrisiken oder das Aktienrisiko innerhalb der Multi Asset-Strategie durch entsprechende Short-Positionen zu reduzieren beziehungsweise zu eliminieren. Auch wenn der Einsatz von Derivaten, gerade beim Overlay-Management, sinnvoll erscheint, so fügen diese Finanzmarktinstrumente dem Portfolio neue Risiken, wie das Liquiditäts- oder Kontrahentenrisiko, hinzu, die es zu beachten gilt. Ebenso müssen Anleger darauf achten, dass die Fonds mit Strategien, die Short-Positionen eingehen können, auch über einen entsprechenden Anlage-, Monitoring- und Risikomanagementprozess verfügen. DETLEF GLOW, Head of Lipper Research EMEA

ZUSAMMENFASSUNG Bei der Produktauswahl müssen Anleger darauf achten, dass es sich bei dem von ihnen gewählten Fonds auch tatsächlich um einen Multi Asset Fonds handelt, denn nicht alle Fonds, die mit dem Etikett Multi Asset ausgestattet sind, nutzen auch die Chancen, die sich durch die möglichen Freiheiten einer solchen Strategie bieten, aus. Da der Erfolg der Multi Asset Fonds dazu geführt hat, dass heute auch solche Anbieter entsprechende Produkte anbieten, die bis vor Kurzem noch keine Expertise in dem Bereich Multi Asset hatten, sollten Anleger bei der Auswahl eines Multi Asset Fonds darauf achten, dass der von ihnen gewählte Fonds, neben einem erfahrenen und breit aufgestellten Managementteam, auch über ein institutionalisiertes und von dem Portfoliomanagement unabhängiges Risikomanagement verfügt, das alle Bereiche, in die investiert werden kann, abdeckt. Das soll nicht heißen, dass man keine Produkte von neuen Anbietern im Bereich

Multi Asset kaufen sollte, denn einige der Anbieter, die diese Produktkategorie für sich entdeckt haben, betreiben einen großen Aufwand, um sich in diesem Bereich zu etablieren. So werden zum Beispiel ganze Teams von erfolgreichen Mitbewerbern abgeworben, um den Bereich Multi Asset aufzubauen. Um die mit dem Manager und dessen Portfoliomanagementansatz zusammenhängenden Risiken zu minimieren, sollten Anleger nicht ihr ganzes Kapital in einen Fonds investieren, sondern stattdessen auf mehrere Produkte mit unterschiedlichen Managementansätzen setzen. Denn nur wenn sich die Risikofaktoren in den Portfolios unterscheiden, kann der Anleger eine echte Diversifikation in seinem Portfolio erreichen. www.lipperleaders.com Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

FEBRUAR 2018 – GELD-MAGAZIN °

35


Geldanlage ° Emerging Markets

Wieder ein guter Jahrgang Schwellenländer haben 2017 vorzüglich performt – es stellt sich jetzt die Frage, wie lange der Höhenflug noch anhalten kann. Analysten zeigen sich optimistisch: Gute Karten hat nicht zuletzt das manchmal gescholtene China. Allerdings sollte Überkonzentration in einzelne Titel vermieden werden.  Harald Kolerus

2

017 war in positivem Sinne das Wendejahr für die globalen Schwellenländer. Nachdem 2016 noch die Stabilisierung des makrowirtschaftlichen Umfelds im Vordergrund stand, wurde sowohl das Gewinnwachstum sowie die Performance der Emerging Markets durch Internet und IT getrieben. Davon profitierten die Aktienmärkte gewaltig: So legte zum Beispiel der Hangseng (Hongkong) auf Sicht eines Jahres um über 40 Prozent zu, beim indischen Sensex waren es auch nicht zu verachtende 30 Prozent plus. Kann es in diesem Tempo weitergehen? Optimismus überwiegt Der Tenor der Experten fällt deutlich positiv aus, so meint Martin Rother, Fondsmanager bei der Deutschen Asset Management: „Schwellenländer-Aktien haben erst in den vergangenen zwei Jahren eine deutlich bessere Wertentwicklung erzielt als Aktien aus den entwickelten Ländern. Zuvor haben sie mehrere Jahre lang deutlich schlechter performt. Über die letzten fünf Jahre zum Beispiel hat der MSCI World den MSCI EM um ca. 50 Prozent geschlagen. ­Einer der Haupttreiber für die sehr gute Wertentwicklung, vor allem in den zurückliegenden zwölf Monaten, war das deutlich höhere Gewinnwachstum gegenüber Ak-

tien aus entwickelten Ländern. Auch für 2018 kann für Schwellenländer ein höheres Gewinnwachstum erwartet werden, unterstützt sowohl von dem synchronen globalen Wirtschaftsaufschwung als auch durch länderspezifische Faktoren. Indien ist ein gutes Beispiel dafür. Daher sind wir weiterhin positiv für Schwellenländer-Aktien.“ Gabriela Tinti, Fondsmanagerin des ESPA Stock Global Emerging Markets, schlägt in dieselbe Kerbe: „Die Performance von Aktien aus Schwellenländern ist 2017 extrem gut ausgefallen. Unterstützt wurden sie nicht nur von der makroökonomischen Seite, sondern vor allem von den Unternehmen selbst. Ihre Gewinne sind im Vorjahr durchschnittlich um 22 Prozent gestiegen – erwartet wurden ,nur‘ 16, 17 Prozent. Besonders der IT-Sektor in den Schwellenländern glänzte durch starke Gewinnsteigerungen.“ Heuer wird diese Branche laut der Expertin nicht mehr zu den absoluten Highflyern zählen: „IT ist eben schon sehr gut gelaufen, die Bewertungen möchte ich als nicht überteuert, sondern fair bezeichnen. Es gibt aber aktuell interessantere Sektoren, besonders gefallen uns Financials.“ Was die einzelnen Länder betrifft, haben Unternehmen in China, Korea und Brasilien besonders gute Zahlen abgeliefert. Tinti: „Wir sind für diese Staaten 2018 weiter optimistisch. Auch

wenn die Unternehmensgewinne in Emerging Markets allgemein nicht mehr im gleichen Tempo in den Himmel wachsen werden – prognostiziert sind für heuer 13 bis 15 Prozent. Alles in allem werden wir auch 2018 ein gutes Jahr für Emerging Markets sehen“, urteilt Tinti. Risiken erkennen Emil Wolter, Portfolio Manager Emerging Markets bei Comgest, sieht das ähnlich: „Globale Schwellenländer sind nach wie vor der Motor der Weltwirtschaft. Das Wachstum der Mittelklasse ist langfris­ tig die größte Chance für Investoren.“ Stellt sich die Frage, ob bei so viel Licht nicht auch dunkle Schatten fallen können – sprich: welche Risiken bestehen für Emerging Markets? Wolter: „Während wir die Vermögensklasse konstruktiv bewerten, denn die Bewertungen sind nach wie vor moderat und das Wachstum überdurchschnittlich, so bereitet uns die Indexkonzentration in Titeln wie Tencent und Alibaba etwas Kopfzerbrechen. Wir würden damit rechnen, dass es

Emerging Markets-Aktien

ISIN LU0083344555 IE0033535182 LU0772938923 LU0571085413 LU1112790040

FONDSname Goldman Sachs Em. Markets Equity Comgest Growth Emerging Markets Nordea 1 - Em. Markets Focus Equity Vontobel Fund MTX Sust. EM Leaders GAM Multistock - Em. Markets Equity

Volumen Perf. 1 J. 3 Jahre 5 Jahre 2.724 Mio.€ 32,5 % 41,9 % 61,5 % 6.549 Mio.€ 22,8 % 24,0 % 55,7 % 98 Mio.€ 33,3 % 32,3 % 61,3 % 1.251 Mio.€ 32,8 % 47,1 % 81,1 % 727 Mio.€ 26,3 % 33,5 % 54,3 %

ter 2,25 % 1,55 % 1,82 % 2,05 % 1,90 %

Quelle: Lipper IM, alle Angaben auf Eurobasis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

36 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Rund 35 Prozent konnte der Aktienindex für Schwellenländer in einem Jahr zulegen.

creditS: beigestellt, Archiv

° die besten emerging markets-fonds


°

Emerging Markets   Geldanlage

„Wir steigen möglichst güns­tig in Unternehmen mit Qualitätswachstum ein“

„2018 wird wieder ein gutes Jahr für Aktien aus Emerging Markets werden“

Emil Wolter, Comgest

im Jahr 2018 durchaus zu Rückschlägen in diesem Bereich kommt.“ Zwar ist das Wachstum sehr stark ausgeprägt, jedoch sind die Bewertungen erheblich geklettert. Als Lösung investiert Comgest nur in konzentrierte Portfolios von Qualitätswachstumsaktien: „Dieser Prozess ist zu 100 Prozent Bottom up-getrieben. Es gibt keine Länder- oder Sektorallokation in unserem Investmentprozess. Die Vorhersehbarkeit des langfristigen Gewinnwachstums hinterfragen und analysieren wir extrem stark. Durch konträres Handeln versuchen wir, möglichst günstig in Unternehmen einzusteigen“, so Wolter. Obwohl man bei Comgest also keine Länderwetten eingeht, fügt der Experte hinzu: „Eine einmalige Situa­ tion besteht seit wenigen Jahren in China. Der weltweit zweitgrößte Aktienmarkt hat die Tore für ausländische Investoren geöffnet. Der Markt ist aufgrund der Dominanz von Privatinvestoren sowie des chinesischen Staates ineffizient. Dieses Potenzial gilt es mit lokaler Stock Picking-Expertise auszuschöpfen.“ Top Picks Die Marktöffnung Chinas hat laut Wolter zahlreiche Bottom up-Potenziale eröffnet: „Wir sind in diesem Markt bereits seit 2011 mit einer QFII- (Qualified Foreign Institutional Investor) Quote aktiv. Kweichow Moutai, der größte chinesische Spirituosenfabrikant, wurde 2012 zu Zeiten der Antikorruptionskampagne mit einer sehr attraktiven Bewertung erworben. Die Hälfte des Umsatzes fließt bei Kweichow Moutai in den Nettogewinn, das heißt, die Profitabilität ist sehr hoch. Das Wachstum ist durch das Anwachsen der chinesischen Mittel-

Gabriela Tinti, Erste AM

schicht ebenfalls dynamisch. Wir haben auch in SAIC, den Kooperationspartner von VW und GM im chinesischen Automarkt, investiert. Dieses Unternehmen gewinnt dank seines großen Distributionsnetzwerkes sowie der attraktiven ModellPipeline stetig Marktanteile im dynamisch wachsenden Pkw-Markt Chinas.“ Interessant: Mehr als 70 Prozent der Performance des Comgest Growth Emerging Markets wurden über chinesische Aktien erwirtschaftet. „Wir sehen nach wie vor zahlreiche Bottom up-Potenziale. China hat konsequent einen starken IT- und Internetsektor aufgebaut, um sich von der verlängerten Werkbank hin zu Konsum und Dienstleis­ tungen zu entwickeln. Das Land weist die höchste Zahl an Internetbenutzern in der Welt, das stärkste Wachstum bei Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sowie Patenten weltweit aus. Jenseits von

Tencent und Alibaba gibt es im Bereich Innovation vielfältige Stock Picking-Potenziale“, schließt Wolter. Gefahr aus china? Allerdings fallen auch immer wieder skeptische Blicke auf China, die Konjunktur würde hinter den Erwartungen zurückbleiben, meinen Kritiker. Tinti sieht das nicht so: „Die Wachstumszahlen aus China beunruhigen mich in keinster Weise. Das Reich der Mitte geht von einem sehr hohen Niveau aus und strebt mehr Qualitätswachstum an, investiert in Hochtechnologie etc. Das wirkt sich langfristig positiv aus, alles in allem ist China gut aufgestellt. In einzelnen Bereichen wie dem Geldmengenwachstum hat Peking bereits Maßnahmen gesetzt, auch Shadow Banking wird zurückgedrängt.“ Und wie sieht es mit dem immensen Schuldenbergs Chinas aus, der ebenfalls

Anteil am globalen Wirtschaftswachstum in Prozent 4,5

Emerging Markets

4,0 3,5 Welt

3,0 2,5

Entwickelte Ökonomien

2,0 2014

2015

2016

2017

2018

Emerging Markets tragen den größten Anteil zum weltweiten Konjunkturwachstum bei, während hoch entwickelte Volkswirtschaften in diesem Vergleich zurückfallen. Quelle: World Bank

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 37


Geldanlage ° Emerging Markets

Kein Crash Emerging Markets-Spezialist Stuart Winches­ ter, Fondsmanager des Allianz Oriental Income, hält es für unwahrscheinlich, dass es zu einer scharfen Korrektur am chinesischen Aktienmarkt kommen wird. Er glaubt, dass Peking viele Register ziehen kann, um die oft als Gefahrenquelle diskutierte Schuldensituation zu managen. „Außerdem wird sehr oft die hohe Sparrate in China übersehen. Beobachtet man diverse Indikatoren wie Credit Default Swaps, gibt es keine Anzeichen für Stress im System.“

Finanzwerte im Fokus Winchester gefallen derzeit chinesische Banken besonders gut: „Es ist etwas in Mode gekommen, diesen Sektor zu vernachlässigen, gerade das aber macht ihn für mich interessant. Die Bewertungen liegen unter dem Buchwert, aber die Zinsmargen sind stabil und die Kreditkosten sollten fallen, während sich die Gewinnerholung im Bereich der staatlich geführten Unternehmen weiter fortsetzt.“

38 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

„In China wurde der Anstieg der Verschuldung in Prozent des BIP bereits gebremst“

Stuart Winchester, Allianz

Martin Rother, Deutsche AM

stätigt: „Wenn man sich die Anlagemöglichkeiten vor Augen führt, stellt China einen wichtigen Markt dar. Wir sehen derzeit einen besonderen Wert bei den großen, vom Staat geführten Unternehmen, die eine politisch und strategisch wichtige Rolle für die Regierung spielen. Deren Kredite werden gewöhnlich zu 100 Prozent vom Staat gehalten, sie sind US-Dollar denominiert und die entsprechenden Unternehmen sind die größten in ihren Sektoren wie Energie, Chemie, Versorger und Financials, wobei die Ratingsvon A1/A+ auf einer Stufe mit denen chinesischer Staatsanleihen stehen. Abgesehen von China favorisiert Bessey ak­ tuell höher rentierende Staatsanleihen mit einer stabilen bis sich verbessernden Kredit-Story: „Viele dieser Länder liegen in Lateinamerika, wie Argentinien, Brasilien und Mexiko. Außerhalb dieses Kontinents sehen wir Chancen in ausgewählten ,Frontier Countries‘ und in der Ukraine, wo eine Er-

holung, Reformen und die Unterstützung des Internationalen Währungsfonds zu attraktiven Möglichkeiten geführt haben.“ Nachhaltig investieren Werfen wir abschließend einen Blick auf ein Thema, das noch etwas im Verborgenen blüht: Emerging Markets und Nachhaltigkeit. Wim van Hyfte, Head of Responsible Investments bei Candriam, kommentiert: „In Schwellenländern sind sozialverantwortliche Anlagen sicherlich komplexer als in den Industrieländern. Vor allem mangelt es an Transparenz und das Berichts­ wesen ist weniger umfassend.“ Deshalb sei eine genaue Unternehmensanalyse nötig, um die passenden Titel auszuwählen. Wenn man diese Hausaufgaben meistert, bietet Nachhaltigkeit in Emerging Markets aber erhebliches Potenzial. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Zukunftsthema weiter entwickeln wird.

CHINA: Kein zweistelliges wachstum mehr 15 %

14,2 %

14 % 13 % 12 % 11 % 10 %

10,6 % 9,6 %

9,2 %

9,5 %

9% 7,9 %

8%

7,8 %

7,3 %

7% 6%

2007 2008 2009

2010 2011 2012 2013 2014

6,9 %

6,7 %

6,8 %

2015 2016 2017

Die Mehrzahl der Experten zeigt sich über die gedämpfte Konjunkturentwicklung wenig besorgt – China bleibe weiter der globale Wachstumsmotor. Quelle: Statista 2018

creditS: beigestellt, Archiv

° china: Experten entwarnen

„China war ­immer wichtig für unser Portfolio, das wird auch weiterhin so bleiben“

Veränderung des BIP zum Vorjahr

gerne als Knackpunkt genannt wird? Dazu meint Martin Rother, Fondsmanager bei der Deutschen Asset Management: „Die Verschuldung im Reich der Mitte ist in den letzten zehn Jahren, vor allem seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise, deutlich angestiegen. Daher muss die weitere Entwicklung genau beobachtet werden. Eine der auch öffentlich kommunizierten Hauptprioritäten der chinesischen Politik ist jedoch die Reduzierung der Risiken im Finanzsektor. Erste Erfolge wurden bereits erzielt, so ist zum Beispiel der Anstieg der Verschuldung in Prozent des BIP gebremst worden. Da die Verschuldung von China ganz überwiegend von inländischen Inves­ toren und Banken getragen wird, ist die Abhängigkeit von internationalen Investoren gering, sodass China in der Lage sein sollte, die Verschuldung geordnet zu managen.“ Auch auf der Bonds-Seite stellt das Reich der Mitte einen interessanten Boden dar, wie David Bessey, Leiter des Teams für Schwellenländeranleihen bei Nordea, be-


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CANDRIAM INVESTORS GROUP

Sustainable Emerging Markets Investing

I

n ausgewählte Emerging Markets zu investieren, zählt bei vielen Investoren heute schon zum Standard eines ausgewogen allokierten Portfolios. So ist es nur eine logische Konsequenz, dass, um kompetitiv zu bleiben, attraktive Zusatznutzen gefragt sind, wie das bei Candriams auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Schwellenländerfonds der Fall ist.

Der Candriam SRI Bond Emerging Markets Fonds investiert auf Grundlage von SRI-Kriterien in ausgewählte Schwellenländer. Der Fonds kombiniert zwei Stärken von Candriam: die Kompetenzen im Bereich Emerging MarketAnleihen sowie SRI-Analyse. Die Strategie bietet Investoren so einerseits Zugang zu attraktiven Emerging Markets, meidet aber gleichzeitig Länder mit institutionellen Mängeln, geringen nachhaltigen Wachstumsperspektiven, schwach ausgeprägtem Umweltbewusstsein, sozialer Ungleichheit und niedrigen Credit-Ratings. Mit diesem Ansatz verleiht Candriam seiner Überzeugung Nachdruck, dass nachhaltig wirtschaftende Länder die besten Aussichten auf eine stabile Entwicklung haben. Auch der traditionell gemanagte Candriam Bonds Emerging Debt Local Currencies ist aktuell einer der Top-Anleihenfonds von Candriam. Er bietet Investoren Zugang zum hohen Renditepotenzial von SchwellenländerAnleihen, indem er hauptsächlich in Titel investiert, die von Regierungen oder Privatunternehmen in Landeswährungen begeben werden. Währungsrisiken werden gegenüber USDollar und Euro abgesichert. CANDRIAMS ZUGANG ZU NACHHALTIGEN SCHWELLENLÄNDER-AKTIEN Auch im Bereich Unternehmensaktien verfolgt Candriam einen aktiven Ansatz und distanziert sich damit eindeutig von Gesellschaften, die sich als bloße Indextracker profilieren. Gemanagt wird nach einem klassischen Bottom up-Ansatz, bei dem eine exakte Einzeltitelauswahl getroffen wird. Diese wird mit einer Themenanstrategie kombiniert, mit der

beinahe 20 Jahre Erfahrung im Bereich der Emerging Markets verfügt. Diese Unit arbeitet eng mit dem unternehmenseigenen, unabhängigen SRI-Team zusammen. Bei diesem Team widmet sich jeder Manager einem speziellen Sektorschwerpunkt. Diese Kombination von Emerging Market-Einzelwertansatz und eigener SRI-Strategie macht die Einzigartigkeit von Candriams Investmentphilosophie aus. NUTZEN UND ERTRAG

ACHIM GILBERT Head of Sales für Österreich und Deutschland

es möglich ist, lokale und marktübergreifende Trends und Wachstumsnischen zu erkennen. Relevante Trends sind beispielsweise die Demografie (die Bevölkerungsentwicklung) der Emerging Markets, sowie das steigende Bildungsniveau der jungen Generation, der sogenannten Millenials. Relevant ist auch die Beschäftigung mit disruptiven Technologien oder Infrastrukturthemen in Zusammenhang mit Herausforderungen in den Bereichen Umweltschutz oder Energieeffizienz.

Neben dem Aspekt des Umweltschutzgedankens wird diese Strategie den zunehmend anspruchsvoller und strenger werdenden ökologischen Regulatorien, die in immer mehr Ländern Gesetz werden, gerecht. Zudem kommt er den Forderungen vieler Investoren vor allem unter den Millennials entgegen, die viele Lebensentscheidungen – und dazu zählt auch die finanzielle Veranlagung – nach SRI-Kriterien auswählen. Die Performance des Fonds kann sich durchaus sehen lassen: Das SRI-Commitment generiert Alpha, sowohl durch die SRI-Selektion als auch durch die umfassende Finanzanalyse. Und dieser Schwerpunkt auf Qualitätsunternehmen liefert Mehrerträge, die die Investoren durch ihre Langfristigkeit überzeugen.

TITELSELEKTION Einzeltitelselektion und Investmentprozess erfolgen zweistufig. Zunächst wird das Emerging Markets-Universum mit Candriams SRI-Filter durchsucht. Am Ende steht ein Anlageuniversum zur Verfügung, das den SRIKriterien entspricht. Darauf folgt die thematische Selektion, bei der attraktive Trends und Wachstumschancen im Fokus stehen. Der so angelegte Investmentprozess ergibt ein konzentriertes, mittel- bis langfristig orientiertes Portfolio, das ungefähr einhundert Titel umfasst und nach Ländern, Sektoren, Einzelwerten und Themen diversifiziert ist. INTERDISZIPLINÄRES TEAM Ermöglicht wird dieses Ergebnis durch das interdisziplinäre Team von Candriam, das über

www.candriam.com

CANDRIAM SRI BOND EMERGING MARKETS - C USD ACC Auflagedatum Basiswährung Verfügbare Währungen Ausschüttungsart Benchmark

21.12.2016 USD USD und EUR Thesaurierend JPM EMBI Global Diversified TR USD Fondsdomizil Luxemburg Performance 1 Jahr +10,00% Performance 2017 +11,15% Sharpe Ratio 1 Jahr (annualisiert) +3,45 Ausgabeaufschlag (max.) 3,50% Verwaltungsgebühren 1,00%

FEBRUAR 2018 – GELD-MAGAZIN °

39


Das gesamte Potenzial der Schwellenmärkte aus einer Hand

D

as AB Emerging Markets Multi ­Asset Portfolio (EMMA) kombiniert Aktien, Anleihen und Währungen der Schwellenländer in einem integrierten Ansatz. Aktien aus den Emerging Markets (EM) sind weitaus volatiler als ihre Konkurrenz aus den Industrieländern, ihr langfristiges erhebliches Potenzial zu nutzen, erfordert also Risikotoleranz seitens des Anlegers und Expertise im Fondsmanagement. Ein Multi AssetAnsatz kann daher sehr effektiv sein. Unser AB Emerging Markets Multi Asset Portfolio bietet genau solch ein Profil. Das klar formulierte Ziel: Die Erträge der EM-Aktien erzielen, aber bei deutlich reduzierter Volatilität. Die Besonderheit dabei ist, dass wir nicht einfach separate Portfolios für Aktien, Anleihen und Währungen aneinanderfügen. Struktur und Vermögensaufteilung des Gesamtportfolios ­ergibt sich vielmehr aus der fundamentalen Analyse jeder einzelnen Anlagechance, basierend auf ihren eigenen Meriten. Unser Team aus Portfoliomanagern und Multi AssetAnalysten schaut sich also konkret jedes Unternehmen beziehungsweise jeden Staat über die gesamte Kapitalstruktur hinweg an. Wo auch immer wir Potenzial sehen, fragen wir uns also: Mit welchem Wertpapier positionieren wir

uns unter Abwägung der für den potenziellen Ertrag einzugehenden Risiken am besten, Aktie, kurz- oder langlaufende Anleihe, in Hartoder Lokalwährung? Flexibel reagieren Lassen Sie mich zur Veranschaulichung einige konkrete Beispiele aus dem Fonds anführen. Im ersten Halbjahr 2016 hielten wir eine Anleihe des brasilianischen Energiekonzerns Petrobras. Eine Zinsrendite von damals rund zwölf Prozent auf USD-Basis, bei unseren Analysen zufolge relativ geringem Zahlungsausfallrisiko, erschien uns attraktiv. Sowohl auf absoluter Basis als auch im Vergleich zu den Aktien des Unternehmens, die damals angesichts der tiefgreifenden Rezession im Land sowie von Mängeln in der Unternehmensführung erhebliche Kursrisiken bargen. Das Bild änderte sich jedoch im zweiten Halbjahr 2016: Wie unsere für Brasilien zuständigen Aktienund Anleihenanalysten in Kooperation mit unserem Lateinamerika-Volkswirt feststellten, hat ein personeller Wechsel im Management von Petrobras rasche positive Veränderungen herbeigeführt. Durch Veräußerung ineffizienter Konzernteile sowie Preissteigerungen und eine generell aktionärsfreundlichere Unternehmenspolitik wurden die Aktien wieder in-

ertragsstark wie aktien, moderatere verlustphasen

2,38%

2,36%

Max Drawdown

Ertrag p.a.

-15,1%

EMMA

-29,8%

MSCI EM

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Seit Auflegung des AB Emerging Markets Multi Asset Class I am 1. Juni 2011 nach Gebührenabzug. Der Index-Maximum-Drawdown ist definiert als der Verlust des MSCI EM Index seit Auflegung des AB Emerging Markets Multi Asset Portfolios. Dieser Drawdown ereignete sich vom 01.09.2014 bis 28.02.2016. Quelle: MSCI und AB, per 31.12.2017

40 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Morgan Harting, Portfolio Manager, Multi-Asset Solutions AllianceBernstein (AB)

teressant. Da wir mit den Anleihen bereits gute Gewinne vereinnahmt hatten, schwenkten wir auf die Aktien über und wurden im Nachhinein durch Kurssteigerungen bestätigt. Ein weiteres Beispiel zeigt, wie die Kombination von zwei gering miteinander korrelier­ ten Engagements zu einer Verbesserung des Ertrags-Rendite-Profils des Gesamtportfolios beitragen kann. Ebenfalls im ersten Halbjahr 2016, gegen Ende einer langen Durststrecke für Schwellenländeraktien, sahen wir eine gute Kaufgelegenheit bei Lukoil. Der russische Mineralölkonzern kombinierte einen niedrigen Börsenkurs mit einer hohen freien Cashflowund Dividendenrendite. Zudem gab es Anzeichen, dass die Ölpreise die Talsohle erreicht hatten. Um eine solche Ansicht jedoch abzusichern, sind wir auch ein Engagement in dominikanischen Anleihen in Lokalwährung eingegangen. Das Wirtschaftswachstum in der Dominikanischen Republik ist hoch, ebenso wie die Zinsrendite der Anleihen. Als kleiner Markt wird das karibische Land von vielen Marktteilnehmern kaum wahrgenommen. Was uns zusätzlich anzog: Die Korrelation dominikanischer Anleihen mit den Aktienmärkten der


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Alliancebernstein

Brücken bauen, Integrierter Ansatz kombiniert Assetklassen

Schwellenländer ist äußerst gering und selbst mit anderen EM-Anleihen nicht hoch. Außerdem: Als Ölimporteur würde die Dominikanische Republik profitieren, falls die Energiepreise doch nicht anziehen sollten. Seitdem haben die Kapitalmärkte der Schwellenländer eine erstaunliche Erholung hingelegt. Dennoch besteht weiterhin ein erheblicher Bewertungsabschlag gegenüber den Industrieländern, vor allem weil das WirtAB Emerging Markets Equity Portfolio A ISIN Class A USD LU0633140560 ISIN Class A EUR H LU0633142186 ISIN Class I USD LU0633141378 ISIN Class I EUR H LU0633142426 Auflagedatum 01.06.2011 Fondsvolumen 2.038 Mio. USD  per 31.12.2017 Fondsmanager Morgan Harting,  Shamaila Khan, Henry D’Auria  Paul DeNoon Anlageuniversum Aktien, Anleihen und  Währungen in den  Schwellenländern

schaftswachstum der Emerging Markets nach wie vor signifikant höher ist als im Westen. Aktuell tragen wir diesem Umstand dadurch Rechnung, dass wir vor allem in den wachstumsstarken asiatischen Ländern hohe Aktiengewichtungen haben, auf Anleihenseite sehen wir hingegen in Lateinamerika und Osteuropa die größten Chancen. Die Emerging Markets sind längst kein Nischeninvestment mehr und stellen für die meis­ten Anleger eine sinnvolle Bereicherung ihres Gesamtportfolios dar. Dennoch sollte man auch die Risiken stets im Auge behalten. Die potenziellen Stolperfallen durch geopolitische Spannungen, die Zinswende in vielen Volkswirtschaften oder auch die Überschuldung des Finanzsektors in China sind sicherlich stets in der Lage, eine Kurskorrektur herbeizuführen. Wir sind jedoch überzeugt, dass man durch unseren langfristig orientierten Ansatz, der durch die dynamische angepasste Kombination der verschiedenen Assetklassen immer eine ausgewogene Diversifikation anstrebt, für die umsichtige Nutzung des erheblichen Wachstumspotenzials der Schwellenmärkte auf lange Sicht gut aufgestellt ist.

Kontaktdaten AllianceBernstein Martin Dilg Head of Retail-/Wholesale Business, Central & Eastern Europe E: martin.dilg@alliancebernstein.com T: 0049/89/25540103

www.alliancebernstein.com

Haftungsausschluss: Die hierin von AllianceBernstein Limited geäußerten Ansichten und Meinungen sind als Werbung zu verstehen. Die wesentlichen Anleger­informationen (KIID) und der Verkaufsprospekt des betreffenden Fonds sind ­kostenfrei und in deutscher Sprache auf www.alliancebernstein.com oder ­kostenfrei in Papierform bei der Informationsstelle UniCredit Bank Austria AG, Schottengasse 6–8, 1010 Wien, erhältlich.

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 41


geldanlage ° Die besten Investmentfonds

Zahlreiche Börsen boomen Man hat sich an Donald Trump gewöhnt. Seit Amtsantritt wirbt der US-Präsident lautstark für „America first“ und scheut sich nicht davor, Klimaziele und Handelsabkommen zu kündigen. Derweil warnen viele Ökonomen vor dem US-Protektionismus. Nichtsdestotrotz ist die Weltwirtschaft robust und sorgt für ansehnliche Renditen. Mario Franzin

D

ie langfristigen Renditen können sich sehen lassen. Über fünf Jahre waren mit amerikanischen (sofern währungsgesichert), europäischen und Technologie-Aktien knapp 200 Prozent zu erzielen. Und das nicht mit Zockertiteln, sondern mit renommierten, breit gestreut veranlagenden Investmentfonds. Dass man prinzipiell einiges Geschick bei der Fondsauswahl haben musste, zeigt die Verliererseite der Tabelle: Vor allem bei Goldminenaktien und Rohstoff­ titeln liegen die Verluste, trotz einer Erholung im letzten Jahr, noch immer bei kumuliert rund 40 Prozent.

Über drei Jahre stachen Europa, Ost­ europa und im Besonderen Russland positiv hervor. Russland war wie immer eine Wette auf die Erholung der Öl- und Gaspreise – die ist aufgegangen. Zudem musste sich Russlands Wirtschaft optisch erholen, da Präsident Putin im März für eine weitere Amtsperiode „kandidieren“ wird. Dass in den vergangenen drei Jahren hingegen die Türkei auf der Verliererseite stand, war klar. Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdoğan verschreckte mit seinem lauten Rasseln und der Säuberung der Tür­kei von allen Widersachern sämtliche Inves­toren. Der Ein-

marsch in Syrien, um die Kurden zu bekämpfen, ist da auch nicht hilfreich. Die Türkei hätte gute Voraussetzungen für wirtschaftliche Prosperität, aber das ist mit Erdogan noch der Wurm im ­Apfel. Ganz erfreulich und auch gut einschätzbar war die Erholung in China und Indien. Auch Japan profitiert als nachbarschaftli­ cher Technologielieferant vom Aufschwung der Region. Das ist eine langfristig positive Entwicklung, die zwar mit einer höheren Volatilität bezahlt werden muss, aber sich bei wirklich langfristigen Veranlagungen – z.T. auch Sparplänen – mehr als auszahlt.

6600 Fonds auf dem Prüfstand ° Sieger und Verlierer im Überblick Die 10 Besten Vitruvius Greater China Equity Neuberger Berman China Equity Morgan Stanley Asia Opportunity Vontobel Fund mtx China Leaders Polar Capital UK Absolute Equity Mozart One UBS (Lux) EF - China Opportunity Lupus alpha Micro Champions AG China A Share Equity JPM China Die 10 SchwächstEN Stabilitas - Gold+Resourcen Special Situations Craton Capital Precious Metal Fund Kapital multiflex MF INVEST Best Select Stabilitas - Silber+Weissmetalle Franklin Gold and Precious Metals OneWorld Tactics Schroder GAIA Paulson Merger Arbitrage Antecedo Independent Invest WMP I SICAV - Europe Asset Patrimoine Fund

º Über 3 Jahre

º Über 5 Jahre

in % 62,5 56,5 55,6 50,3 49,1 48,7 48,4 47,3 47,2 47,1

Die 10 Besten in % kumuliert StructuredSolutions Next Gen. Resources Fund 275,2 Russian Prosperity 111,5 SQUAD European Convictions 101,6 FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap 99,5 SQUAD Growth 96,6 VBV Fokus Österreich 90,9 WSS - Europa 90,2 Baring Russia 89,5 Meinl Eastern Europe 89,1 PARVEST Equity Russia Opportunities 88,1

Die 10 Besten Vanguard US Opportunities BSF European Opportunities Extension Morgan Stanley Global Opportunity HBM Global Biotechnology Fund The Mulvaney Global Markets MainFirst - Germany Fund PARVEST Equity Japan Small Cap Fidelity Funds - Global Technology Polar Capital Global Technology Meinl Wall Street Capital

in % – 16,5 – 17,4 – 18,8 – 19,0 – 19,1 – 19,3 – 24,4 – 27,6 – 31,2 – 50,0

Die 10 SchwächstEN in % kumuliert KBC Equity Turkey Cap – 25,7 PARVEST Equity Turkey – 26,1 Amundi Funds Absolute Volatility World Equity – 27,3 PEH Quintessenz SICAV Q-Renten Global – 28,6 OneWorld Tactics – 29,8 Kapital multiflex – 32,9 KBC Renta TRY-Renta – 37,7 Schroder GAIA Paulson Merger Arbitrage – 43,3 Antecedo Independent Invest – 52,2 VBV Dach-Hedgefonds – 56,9

Die 10 SchwächstEN in % kumuliert Pioneer SF EUR Commodities – 40,7 Picard Angst All Commodity – 41,0 Stabilitas - Silber+Weissmetalle – 41,9 Falcon Gold Equity – 42,4 Edmond de Rothschild Goldsphere – 42,5 Kapital multiflex – 43,0 Pioneer Funds Austria - Gold Stock – 43,6 Amundi Funds CPR Equity Global Gold Mines – 47,0 Antecedo Independent Invest – 52,3 VBV Dach-Hedgefonds – 56,0

in % kumuliert 194,7 191,3 189,4 187,7 187,0 186,3 183,6 183,0 179,9 177,8

Quelle: Lipper IM, alle Performancezahlen kumuliert und auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

42 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Fotos: beigestellt, CHARTS: Tai-Pan / software-systems.at

º Über 1 Jahr


Die besten Aktienfonds

aktienFonds Ă&#x2013;sterreiCh Âş Wiener BĂśrse in Feierlaune outPerFormanCe. Parallel zum Leit-

3 Banken Ă&#x2013;sterreich-Fonds RT Ă&#x2013;sterreich Aktienfonds

isin Die FĂźnF Besten AT0000662275 AT0000859368 AT0000859293 AT0000647698 AT0000619713

index der BĂśrse Wien, dem ATX, streben auch die Aktienfonds Ă&#x2013;sterreich gegen Norden â&#x20AC;&#x201C; und noch dazu Ăźberdurchschnittlich. Zum Vergleich: Der ATX legte in den vergangenen 12 Monaten um 36,8 Prozent zu, der 3 Banken Ă&#x2013;sterreich-Fonds um 46,8 Prozent. Ă&#x153;ber drei Jahre macht die Outperformance sogar satte 24,9 Prozent aus. Grund fĂźr die gute Entwicklung des ATX ist vor allem die hohe Gewichtung

FOnDs

weRtZUwAChs (in %) VOLUMen GeBĂźhRen 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.â&#x201A;Ź max. AA TER

3 Banken Ă&#x2013;sterreich-Fonds Meinl equity Austria Raiffeisen-Ă&#x2013;sterreich-Aktien KePLeR Ă&#x2013;sterreich Aktienfonds Allianz invest Austria Plus DURChsChnitt

46,8 41,9 43,4 39,6 40,0 38,4

86,3 50,8 79,2 68,3 72,2 67,4

89,8 29,6 70,9 56,6 66,6 60,5

199 6 161 48 8

3,50 5,00 4,00 4,00 5,00

1,68 1,61 1,68 1,48 1,35

1,31 1,21 1,19 1,01 1,08

0,91 0,49 0,74 0,62 0,71

32,2

53,5

40,9

618

4,00

2,08

0,92

0,51

DeR sChLeChteste AT0000497292 Rt Ă&#x2013;sterreich Aktienfonds

eRtRAG/RisiKO 3 Jahre 5 Jahre

Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

° geldanlage ALOIS WĂ&#x2013;GERBAUER, 3 Banken Generali, kann den Vorsprung des 3 Banken Ă&#x2013;sterreich-Fonds weiterhin halten.

von Finanztiteln. Relativ stark zeigt sich nach wie vor der Raiffeisen-Ă&#x2013;sterreich-Aktien, der dem Siegerfonds, dem 3 Banken Ă&#x2013;sterreichFonds, knapp auf den Fersen ist. Die meisten anderen schneiden durchschnittlich oder unterdurchschnittlich ab. SchĂśn aufholen konnte der Meinl Equity Austria, der mit einem Volumen von 5,7 Millionen Euro aber kaum eine Rolle spielt. Weiterhin enttäuschend ist der RT Ă&#x2013;sterreich Aktienfonds der Erste Sparinvest. Er hält einen dreifachen traurigen Rekord: die schlechteste Performance Ăźber ein Jahr, mit 2,08 Prozent die hĂśchste jährliche GebĂźhr und mit 618 Millionen Euro das zweitgrĂśĂ&#x;te Volumen. Ă&#x201E;hnlich schlecht verläuft auch der RT Zukunftsvorsorge Aktienfonds, der sogar 1,15 Milliarden Euro verwaltet.

Credit Risk 2018 )RUXPIžU*HVDPWEDQNVWHXHUXQJLP'$&+5DXP 0ŒU]:LHQ .217$.7EXVLQHVVFLUFOHDW

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17.01.2018 09:53:07


geldanlage ° Die besten Aktienfonds

Aktienfonds global º Synchrones Wachstum treibt Weltwirtschaft an  Morgan Stanley Global Opportunity  Abaris Cons. Equity - Global Strategy

ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ max. AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten LU0552385295 Morgan Stanley Global Opportunity 32,7 75,1 189,4 3.584 5,75 1,90 1,48 1,41 LU0428704042 LO Funds - Generation Global 20,5 49,7 129,1 1.331 5,00 4,40 1,36 1,42 LU0234570751 Goldman Sachs Global CORE Equity 13,8 40,6 119,4 3.730 5,50 1,50 1,15 1,21 LU0143551892 T Rowe Global Focused Growth Equity 20,0 49,3 125,4 450 5,00 1,77 1,10 1,05 IE0033535075 Comgest Growth World 24,1 38,3 105,4 248 4,00 1,54 1,00 1,04 DURCHSCHNITT 17,2 39,6 103,0 DER SCHLECHTESTE LU0723562418 Abaris Cons. Equity - Global Strategy – 11,9 – 34,9 – 0,2 13 2,00 2,63 – 0,86 – 0,07 Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

Aktienfonds usa º Steuerreform sorgt für neuen Impuls am Aktienmarkt  Stryx America  CS (Lux) USA Value Equity Fund

ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ max. AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten IE00B1ZBRN64 Stryx America 18,1 54,6 151,9 105 5,00 2,09 1,63 1,68 LU0174119429 T Rowe US Large Cap Growth Equity 22,9 56,4 158,0 1.395 5,00 1,60 1,33 1,33 LU0079474960 AB FCP I-American Growth Portfolio 19,9 47,4 147,4 1.718 5,00 1,80 1,26 1,52 LU0073232471 Morgan Stanley US Growth 24,8 57,7 163,1 1.586 5,75 1,70 1,08 1,17 LU0119063898 JPM US Growth 25,2 44,9 129,9 355 5,00 1,75 0,98 1,07 DURCHSCHNITT 17,2 39,6 103,0 DER SCHLECHTESTE LU0187731129 CS (Lux) USA Value Equity Fund – 4,6 16,5 56,4 47 5,00 2,19 0,34 0,41 Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

Aktienfonds japan º Konjunkturerholung wird von Bank of Japan unterstützt  GAM Star Japan Equity  Meinl Japan Trend

ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ max. AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten IE0003012535 GAM Star Japan Equity 23,1 68,8 124,9 384 5,00 1,67 1,10 0,92 LU0578148453 BL Equities Japan 18,6 62,4 123,7 407 5,00 1,45 1,04 1,09 IE0004767087 Comgest Growth Japan 28,8 71,6 163,4 763 4,00 1,60 1,03 1,11 LU0607515367 Invesco Japanese Value Equity 28,2 61,6 118,0 145 5,00 1,76 0,96 0,90 LU0053696224 JPMorgan Japan Equity 26,1 52,4 129,4 2.840 5,00 1,73 0,93 0,82 DURCHSCHNITT 17,2 39,6 103,0 DER SCHLECHTESTE AT0000805064 Meinl Japan Trend 17,1 11,5 36,4 1 5,00 2,19 0,25 0,38 Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

 BSF European Opportunities Extension  Janus Henderson Europe

ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ max. AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten LU0313923228 BSF European Opp. Extension 23,8 67,1 191,3 1.185 5,00 2,71 1,31 1,60 IE00B4ZJ4188 Comgest Growth Europe Opp. 28,1 53,4 109,7 424 4,00 1,61 1,14 1,15 LU0289523259 Melchior Sel. Trust European Opp. 22,2 43,9 107,7 872 5,00 1,09 1,07 1,23 LU0107398538 JPM Europe Strategic Growth 22,2 39,6 110,6 1.057 5,00 1,75 0,91 1,12 LU0260085492 Jupiter JGF European Growth 27,0 37,3 91,0 2.475 5,00 1,72 0,83 1,00 DURCHSCHNITT 17,2 39,6 103,0 DER SCHLECHTESTE IE00B3DVSZ10 Janus Henderson Europe 12,8 – 22,3 -8,3 41 5,00 2,35 – 0,51 – 0,11 Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

44 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Fotos: beigestellt, CHARTS: Tai-Pan / software-systems.at

Aktienfonds Eurozone/Europa º Wirtschaftsaufschwung sorgt für satte Renditen


°

Die besten Aktienfonds   geldanlage

China als Haupttreiber für eine ganze Region º Aktienfonds Asien ex Japan ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten LU0106259558 Schroder ISF Asian Opportunities 33,8 46,8 82,2 5.700 5,00 1,87 0,87 0,64 IE00B16C1G93 Comgest Growth Asia Pac ex Japan 26,1 39,5 113,0 550 4,00 1,59 0,79 0,84 LU0821914370 BGF Asian Growth Leaders 24,6 42,9 115,7 3.737 5,00 1,87 0,75 0,84 IE00B88WFS66 Hermes Asia ex Japan Equity 30,0 48,4 128,3 3.566 5,25 1,60 0,72 0,97 LU0384409263 Vontobel mtx Sust Asian Leaders 40,3 50,6 118,2 239 5,00 2,13 0,68 0,69 DURCHSCHNITT 20,1 20,9 49,4 DER SCHLECHTESTE DE000A0NGJ77 C-QUADRAT APM Asia Qual. Stocks 13,3 1,6 – 27 5,00 2,25 0,06 –

 Schroder ISF Asian Opportunities  C-QUADRAT APM Asia Qual. Stocks

Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

Gewinne durch überproportionales Wachstum º Aktienfonds (Greater) China ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten LU0067412154 UBS (Lux) EF - China Opportunity 48,4 83,6 163,0 3.406 3,00 2,41 0,90 0,85 LU0278091979 Vontobel Fund mtx China Leaders 50,3 69,1 125,8 226 5,00 2,22 0,74 0,63 LU0717748643 Invesco China Focus Equity 36,5 51,7 109,1 92 5,00 2,22 0,73 0,69 IE00B543WZ88 Neuberger Berman China Equity 56,5 63,3 134,2 1.296 5,00 2,11 0,70 0,69 LU0327786744 Janus Henderson HF China 40,9 52,8 112,0 214 5,00 1,92 0,67 0,65 DURCHSCHNITT 21,1 23,8 91,8 DER SCHLECHTESTE LU0289591256 East Capital China Environmental 11,5 4,3 33,5 42 5,00 2,49 0,06 0,25

 UBS (Lux) EF - China Opportunity  East Capital China Environmental

Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

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geldanlage ° Die besten Immobilienaktien- und Wandelanleihenfonds

Aktienfonds Immobilien global º Schwacher Dollar drückt auf die Performance

 LLB Aktien Immobilien Global  NN (L) Global Real Estate

ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ max. AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten LI0028614944 LLB Aktien Immobilien Global 2,3 6,4 38,5 73 1,50 0,70 0,67 0,38 LU0705260189 Nordea 1 - Global Real Estate Fund 3,3 8,6 47,0 666 5,00 1,84 0,35 0,42 LU0209137388 Janus Henderson HF Glb. Prop. Equ. – 0,6 4,7 36,3 278 5,00 1,88 0,23 0,29 DE0009763276 Ve-RI Listed Real Estate 7,9 5,9 51,2 36 5,00 1,80 0,17 0,63 LU0266114312 Morgan Stanley Global Property 1,3 0,9 36,7 845 5,75 1,80 0,11 0,30 DURCHSCHNITT – 1,7 – 0,6 31,9 DER SCHLECHTESTE LU0250172185 NN (L) Global Real Estate – 7,0 – 9,5 23,6 598 3,00 1,84 – 0,24 0,27 Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

Aktienfonds Immobilien Europa º Satte Immo-Renditen am Alten Kontinent  DPAM Real Estate Europe Dividend  SemperProperty Europe

ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ max. AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten BE6213829094 DPAM Real Estate Europe Dividend 18,8 33,7 88,6 210 2,00 1,73 1,01 1,22 IE00B5N74G68 F&C Real Estate Securities 21,4 20,5 98,8 238 5,00 2,01 0,82 1,01 AT0000500285 Wiener Privatbank European Prop. 26,6 36,1 86,8 11 5,00 1,90 0,75 0,87 LU0088927925 Janus Hend. HF Pan Europ. Prop. Equ. 27,1 28,2 107,5 314 5,00 1,88 0,59 0,98 FR0000170193 AXA Aedificandi 23,3 28,1 83,7 627 4,50 1,66 0,59 0,80 DURCHSCHNITT 10,4 11,0 61,1 DER SCHLECHTESTE AT0000746250 SemperProperty Europe 15,7 1,0 44,2 21 5,00 1,93 0,04 0,46 Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

Wandelanleihenfonds Global º Währungsgesicherte Fonds können mithalten  Jupiter JGF Global Convertibles  BlueBay Global Convertible Bond

ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ max. AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten LU0522255313 Jupiter JGF Global Convertibles 8,5 13,7 27,2 835 5,00 1,72 0,91 0,87 LU0203937692 UBS (Lux) Bond Sicav - Convert. Glb. 11,9 18,8 39,3 3.677 2,50 1,87 0,90 1,05 FR0000098683 Lazard Convertible Global 9,0 26,2 64,5 988 4,00 0,98 0,70 0,93 LU0545110271 AXA WF Framlington Glb. Convertibles 9,7 13,9 – 1.250 3,00 1,40 0,66 – FR0011335363 UBAM Convertibles Global 9,1 13,5 38,0 348 2,00 1,19 0,55 0,85 DURCHSCHNITT 1,2 6,1 24,6 DER SCHLECHTESTE LU0403658932 BlueBay Global Convertible Bond – 3,7 1,0 23,3 242 5,00 1,70 0,19 0,29 Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

 PARVEST Conv. Bond Eur. Small Cap  Oddo Convertible Europe

ISIN Fonds WERTZUWACHS (in %) VOLUMEN Gebühren ERTRAG/RISIKO 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre in Mio.€ max. AA TER 3 Jahre 5 Jahre Die fünf Besten LU0265291665 PARVEST Conv. Bond Eur. Small Cap 9,1 16,3 29,9 310 3,00 1,62 0,90 0,90 LU0401809073 DNCA Invest Convertibles 8,8 11,2 22,7 925 3,00 1,88 0,78 0,81 AT0000A09008 Convertinvest All-Cap Conv. Fund 10,9 16,7 34,7 131 3,50 1,78 0,76 0,82 DE000A0M2JF6 Aramea Balanced Convertible 9,4 11,6 22,1 60 3,00 1,08 0,75 0,80 LU0108066076 UBS (Lux) BF - Convertibles Europe 5,2 11,7 23,8 687 2,50 1,87 0,61 0,70 DURCHSCHNITT 4,0 5,7 21,2 DER SCHLECHTESTE FR0010297564 Oddo Convertible Europe 2,5 0,1 9,5 151 4,00 1,77 0,04 0,29 Quelle: Lipper IM, AA=max. Ausgabeaufschlag in Prozent, TER=Total Expense Ratio in Prozent, alle Performancezahlen in Prozent kumuliert auf Euro-Basis, Stichzeitpunkt: 21. Jänner 2018

46 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Fotos: beigestellt, CHARTS: Tai-Pan / software-systems.at

Wandelanleihenfonds Europa º Wesentlich mehr Rendite als mit Unternehmensanleihen


Seit 2007 veranstaltet das GELD-Magazin in regelmäßigen Abständen Kongresse für institutionelle Investoren. In Halbtages-Seminaren stellen dabei jeweils vier bis fünf Gesellschaften ihre Expertise in ihrem speziellen Investmentbereich vor. Abgerundet wird die Veranstaltung eventuell durch ein Impulsreferat unabhängiger Experten, das in inhaltlichem Zusammenhang zur Thematik steht.

201 8

14. März 2018 – Vermögensverwaltende Fonds, TR- & Multi Asset-Strategien GERINGES RISIKO. Auch in schwierigen Marktphasen eine positive Performance zu erzielen – diesen hohen Anspruch setzen sich Vermögensverwaltungs- und Total Return Fonds. Erfahren Sie, welche Strategien zu einem nachhaltigen Erfolg führen und auf welche Produkte Sie demnach am besten setzen sollten.

Empfang: 8:30 bis 9:00 Uhr Vorträge: 9:00 bis ca. 12:00 Uhr anschließend Mittagsbuffet

17. April 2018 – Die aussichtsreichsten Assetklassen & Strategien RICHTIGE POSITIONIERUNG. Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Welche Assetklassen und Strategien heuer die Nase vorne haben werden. Wo Sie das größte Chancen/Risiko-Verhältnis in den kommenden Monaten erwarten können. Hochkarätige Experten stellen die interessantesten aktuellen Trends vor.

15. Mai 2018 – Wachstumsregionen und -branchen, Technologie & Robotik AUFSTEIGER. Branchen wie IT, Healthcare, Infrastruktur oder Automotive Systems sind aus unserem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Ein jahrzehntelanger Aufholbedarf wird auch bestimmte Länder und Regionen zu einem Eldorado für Anleger machen. Wie Sie am meisten davon profitieren können, erfahren Sie hier.

3. Juli 2018 – Nachhaltige Investments & Neue Energien

Ort der Veranstaltung Haus der Industrie Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien „Ludwig Urban-Saal“ Zielgruppen/Gäste Fondsmanager, Dachfondsmanager, Vermögensverwalter, Versicherungen, WPDL-Unternehmen, Pensionskassen, CFOs, Private Banker, Kundenbetreuer von Banken etc.

VERANTWORTUNG. Vom Nischenprodukt zum Mainstream – immer mehr Investoren setzen auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit im Wirtschaftsleben. Mit Neuen Energien, Ressourceneffizienz und vielen anderen „SRI/ESG“-Themen lässt sich mit gutem Gewissen auch gutes Geld verdienen.

19. September 2018 – Die besten Anleihenstrategien ZINSEN & WÄHRUNGEN. Bei geschickter Diversifizierung lässt sich aus der Kombination von Staats-, Unternehmens- und dynamischen High Yield-Anleihen ein renditestarkes und dennoch risikoarmes Portfolio zaubern. Hier erfahren Sie, auf welche Anleihensegmente und regionale Gewichtungen Sie jetzt setzen sollten.

24. Oktober 2018 – Trendfolger, Faktor-Produkte, Zertifikate & Robo-Advisor AUTOMATISIERUNG. Passive Produkte können aktiv gemanagte Fonds auch auf lange Sicht durchaus outperformen. Viele glänzen mit durchdachten Konzepten und niedrigen Gebühren. Mit welchen Strategien Sie als Anleger am besten fahren und die Spreu vom Weizen trennen können.

20. November 2018 – Investmentausblick 2019 MEGATRENDS. Welche ökonomischen Entwicklungen, Branchen und Regionen werden das kommende Jahr prägen? Von welchen Trends werden Investoren 2019 am meisten profitieren, welche sollte man wiederum meiden? Ein umfangreicher Expertenausblick gibt Ihnen hier kompetente Antworten.

Veranstalter GELD-MAGAZIN Kontakt 4profit Verlag GmbH Rotenturmstraße 12/1 1010 Wien ANFRAGEN & RESERVIERUNG: Snezana Jovic s.jovic@ geld-magazin.at T: +43 1 997 17 97 12 Anatol Eschelmüller a.eschelmueller @ geld-magazin.at +43 1 997 17 97 21


aktienPanorama ams

Investitionen tragen früchte. AT&S

Umsatz verdoppelt. Im vierten Quartal

konnte in den ersten drei Quartalen alle Kennzahlen wesentlich steigern. Der Umsatz erhöhte sich um 24,5 Prozent auf 765,9 Millionen Euro und resultierte zum Großteil aus den zusätzlichen Umsätzen aus den beiden neuen Werken in Chongqing. Wechselkurseffekte, vor allem durch den schwächeren Dollar, hatten auf den Umsatz einen negativen Einfluss von 23,9 Millio­ nen Euro. Das EBITDA stieg um 86,3 Prozent auf 190,3 Millionen Euro, die entsprechende Marge lag bei 24,8 Prozent und damit um 8,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 16,6 Prozent. Das Konzernergebnis verbesserte sich, trotz des höheren Steueraufwandes, aufgrund des besseren operativen Ergebnisses und des besseren Finanzergebnisses um 67,5 Millionen Euro auf 47,8 Millionen Euro. Das ergibt einen Gewinn je Aktie von 1,21 Euro (nach – 0,51 Euro).

kletterte der Umsatz von ams im Vergleich zum Vorquartal um 252 Prozent auf 470 Millionen Euro, womit sich für das Gesamtjahr 2017 ein Rekordumsatz von 1.063,8 Millionen Euro ergibt. Das ist ein Anstieg um 93 Prozent gegenüber 550 Millionen Euro im Vorjahr. Dieses erhebliche Wachstum ergab sich insbesondere aus Neugeschäft im Consumer-Markt. Der strukturell wachsende Sensorikmarkt umfasst unter anderem Programme in 3-D-Sensorik, optischer und Spektralsensorik sowie attraktive Wachstumsbeiträge aus dem Automotive-, Industrie- und Medizintechnikgeschäft. Basierend auf der gestiegenen Visibilität, der Wachstumsmöglichkeiten in der Umsatzpipeline für Smartphone- und Consumer-Anwendungen, hat ams nun seine Umsatzwachstumserwartung für den Zeitraum 2016 bis 2019 auf eine durch-

Semperit

S IMMO

Keine Dividende. Semperit sorgte vor

Neue Anleihe. S IMMO begab Anfang ­Februar

Kurzem für erneut negative Schlagzeilen. Der ­Vorstand schlug vor, die Dividende für das Jahr 2017 aufgrund des erwarteten negativen Ergebnisses und aufgrund der Fortsetzung des Restrukturierungs- und Transformationsprozesses zu streichen. Für das vierte Quartal 2017 erwarte das Unternehmen ein einstellig negatives EBIT. Der Abschluss der Transformation der Semperit Gruppe ist jetzt erst für Ende 2020 geplant. Ab diesem Zeitpunkt soll wieder eine EBITDA-Marge von rund zehn Prozent erzielt werden. Aus dieser Perspektive ist das Jahr 2018 als Übergangsjahr zu sehen, in dessen Verlauf der Vorstand entscheiden wird, ob es Änderungen im Portfolio der bestehenden Segmente geben wird. Daher ist auch in den kommenden Quartalen mit weiteren Einmaleffekten und Restrukturierungskosten zu rechnen. Kurzfristig scheint für die Analysten der Erste Bank der Ausblick noch trüber zu sein als bisher erwartet. Die Restrukturierungsmaßnahmen werden wahrscheinlich mehr Zeit brauchen und könnten weitere erhebliche Einmalbelastungen in der Zukunft bringen. Sie bleiben bei ihrer Reduzieren-Empfehlung.

zwei fix verzinsliche Unternehmensanleihen mit Laufzeiten von sechs und zwölf Jahren. Die sechsjährige Anleihe umfasst ein Volumen von 100 Millionen Euro und ist mit einem Kupon von 1,75 Prozent ausgestattet, jener der zwölf Jahre laufenden Anleihe (50 Millionen Euro) mit einem Kupon von 2,875 Prozent. Die Anleihen werden an der Wiener Börse im Segment corporates prime notieren. Ernst Vejdovszky, CEO der S IMMO, dazu: „Die erfolgreiche Platzierung dieser Unternehmensanleihen sichert uns für unser profitables Wachstum langfristig zusätzlichen Handlungsspielraum.“

48 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Hotel Marriott in Budapest: Ein Referenzobjekt des 1,8 Milliarden Euro-Portfolios der S Immo.

Biosensoren sind nur eines der zahlreichen elektronischen Messgeräte von ams. schnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 60 Prozent angehoben. Das Ziel ist, 2019 die Zwei-Milliarden-Euro-Marke zu überschreiten. Gleichzeitig darf die Profitabilität nicht leiden. Es wird eine bereinigte EBIT-Marge ab 2019 von rund 30 Prozent angestrebt.

Zumtobel Gewinneinbruch. Nachdem Zumtobel bereis im November letzten Jahres eine Gewinnwarnung veröffentlichte, wurde die Prognose am 24. Jänner weiter angepasst. Die Entwicklung in der Beleuchtungsindustrie liege auch im laufenden Quartal hinter den Erwartungen, insbesondere seien deutliche Umsatzrückgänge in dem für Zumtobel wichtigsten Absatzmarkt Großbritannien zu bemerken und nicht realisierte Umsätze aufgrund interner operativer Herausforderungen. In Anbetracht der anstehenden Veränderungen im Vorstand sei die Planung für die kommenden Monate mit einer überdurchschnittlichen Unsicherheit verbunden. Zumtobel erwartet nun für das Gesamtjahr 2017/18 einen Umsatzrückgang von rund acht Prozent statt der zuletzt prognostizierten fünf Prozent und ein bereinigtes EBIT von 15 bis 25 Millionen Euro anstatt 50 bis 60 Millionen Euro. Die Analysten der Erste Bank sind davon überzeugt, dass sich die schwache Performance auch im zweiten Halbjahr fortsetzen wird. Die Visibilität bleibt äußerst gering und Klarheit über die Veränderungen im Vorstand ist dringend erforderlich. Sie raten daher weiterhin zu einem Verkauf der Aktie und setzten das Kursziel auf zuletzt sieben Euro.

CrediTS: beigestellt, Archiv

AT&S


KOLUMNE

BB BIOTECH

BB Biotech mit zweistelliger Performance in 2017 und Rekorddividende

A

ktien mit hoher Dividendenrendite sind in der Regel eher in defensiven Sektoren mit niedrigen Wachstumsziffern angesiedelt. Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech betätigt sich dagegen in Zukunftsmärkten mit hohem Wachstumspotenzial – und schüttet zugleich eine Dividendenrendite von 5 Prozent aus. Für 2018 ist eine Ausschüttung von CHF 3,30 pro Aktie* vorgesehen. Aktionäre erhalten damit zum Kurspotenzial von BB Biotech eine attraktive Dividende – in Zeiten von Niedrigzinsen eine echte Alternative. Die Aktionäre stimmen am 13. März 2018 über die Ausschüttung für 2018 ab. 2017 war ein erfolgreiches Jahr für BB Biotech: Für 2017 verzeichnete die Aktie von BB Biotech eine Gesamtrendite von 23,1 Prozent in Schweizer Franken und 13,1 Prozent in Euro, die der starken Portfolioperformance zu verdanken ist. Die in Euro erzielte Gesamtrendite wurde durch die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar erheblich belastet. Der innere Wert von BB Biotech stieg um 23,4 Prozent in Schweizer Franken und 12,5 Prozent in Euro und schlug den Leitindex der Branche Nasdaq Biotech Index (NBI) um 7,5 Prozent. Das konsolidierte, aber noch nicht geprüfte Zahlenwerk für das Gesamtjahr 2017 weist einen Nettogewinn von 688 Mio. Franken aus. Der Biotech-Sektor verzeichnete im letzten Quartal Mittelabflüsse, die die vorsichtige Haltung generalistischer Anleger widerspiegelten. Das schafft in unseren Augen Potenzial für Mittelzuflüsse, da sich die Fundamentaldaten des Sektors 2018 weiter verbessern dürften. AUSBLICK 2018 Die US-Zulassungsbehörde FDA erteilte im vierten Quartal 2017 insgesamt 12 neuen Medikamenten die Zulassung, mit einer Anzahl von 46 für das Gesamtjahr bedeutet dies einen neuen Höchststand über die letzten 20 Jahre.

WACHSTUMSMÄRKTE + DIVIDENDE = Die Mehrheit der Zulassungen ging an PräpaBB BIOTECH rate von Biotech-Unternehmen. Wir erwarten, Über das Investment in BB Biotech können dass der Sektor und unser Portfolio auch 2018 von bedeutenden Produktzulassungen und Anleger an diesem Wachstumspotenzial partizipieren. Der Verwaltungsrat wird an die GeneMeilensteinen profitieren werden. Wir rechnen mit anhaltenden Diskussi- ralversammlung vom 13. März 2018 eine reonen über den Affordable Care Act (ACA). Eine guläre Dividende von CHF 3,30 pro Aktie* vorwesentliche Veränderung des ACA ging mit der schlagen. Nimmt man die im Schweizer SMI neuen Steuergesetzgebung einher, die Ende kotierten Unternehmen als Maßstab, liegt BB 2017 verabschiedet wurde – nämlich die Auf- Biotech im oberen Viertel der dividendenstärkshebung des Einzelmandats –, die voraussicht- ten Werte. Dasselbe gilt im Vergleich zum lich eine Verringerung der Versichertenzahl zur FTSE. Auch im deutschen DAX würde BB Biotech zu den Top-Performern zählen. Im breiter Folge haben wird. Wie wir voraussagten, sind die Bedenken hin- gefassten Stoxx Europe 600, dem BB Biotech sichtlich einer Einschränkung der Preisge- ebenfalls angehört, rangiert die Aktie unter den staltung von Arzneimitteln durch die US- ersten 100 Werten. Im italienischen Star Index Regierung eher sporadisch als systematisch. rangiert BB Biotech unter den ersten 10 ProAber wir behalten mögliche diesbezügliche zent**. Kontinuierliche Aktienrückkäufe im UmVeränderungen im Auge, insbesondere mit fang bis zu 5 Prozent des Aktienkapitals sind Blick auf die erwartete Ernennung von Alex eine weitere wertsteigernde Maßnahme für Azar zum neuen Gesundheitsminister des unsere Aktionäre. Mit der 2013 eingeführten Ausschüttungspolitik verfolgt BB Biotech das Landes. Biotechnologietitel sind auf ihren derzeitigen Ziel, den Aktionären jährlich eine KapitalrückNiveaus attraktiv bewertet. Die finanziellen führung von bis zu 10 Prozent zu ermöglichen. Aspekte der US-Steuerreform – einschließwww.bbbiotech.com lich der Senkung der Körperschaftsteuer und der günstigen Bestimmungen für Gewinn*Rendite berechnet auf den gewichteten Durchschnittskurs der Aktie im Dezember 2017. rückführungen aus dem Ausland – entlasten Vorschlag an die Generalversammlung vom 13.03.2018, Record Date 16.03.2018. **Alle Auswertungen auf Basis des Aktienkurses zum Zeitpunkt der Auszahlung im Jahr 2017. möglicherweise die Bilanzen von US-Pharmariesen und könnten stärkere M&A-Aktivitäten im Biotech-SekENTWICKLUNG AUSSCHÜTTUNG BB BIOTECH (in CHF) tor nach sich ziehen. Aus fundamentaler Sicht, wird der Biotechnologiesektor 3,30 unserer Meinung nach 2,90 2,75 dank seiner unerschüt2,32 terlichen Innovationskraft und eines stei1,40 genden Anteils neuartiger Präparate im Jahr 2018 und darüber 2014 2015 2016 2017 2018 hinaus wachsen.

FEBRUAR 2018 – GELD-MAGAZIN °

49


aktien ° Börsen International

USA ° Wachstum etwas schwächer Sondereffekte überwiegen. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal fiel von 3,3 Prozent im dritten Quartal auf 2,6 Prozent und verfehlte die Erwartungen eines Zuwachses um 3,0 Prozent. Allerdings waren vorwiegend Sonderfaktoren für diesen Rückgang verantwortlich, der somit nicht als Schwächeanfall zu werten ist. So stiegen die Lagerbestände nicht ganz so stark wie prognostiziert und das Außenhandelsdefizit fiel größer aus als erwartet. Das kann im nächsten Quartal, angesichts der Dollar-Schwäche, schon ganz anders aussehen. Dafür stieg der Hauptmotor der US-Wirtschaft, die Konsumausgaben, um kräftige 3,8 Prozent – der größte Anstieg seit zwei Jahren. Unternehmensinvestitionen in Ausrüstung stiegen um stolze 11,4 Prozent, Ausgaben für den Neuwohnungsbau legten um 11,6 Prozent zu. Das alles zeigt, dass die USA trotz des fortgeschrittenen Stadiums des KonjunkS&P 500 turaufschwungs sich noch nicht am Ende des Kreditzyklus befinden. Die Gewinnschätzungen 2.800 sind zuletzt um vier Prozent gestiegen. Die Kon2.600 suminflation stieg auf 2,8 Prozent, die Kernrate verharrte jedoch bei 1,9 Prozent. Spannend 2.400 verläuft auch die Quartalsberichtssaison. So 2.200 hat der US-Telekomkonzern Verizon kräftig vom milliardenschweren Steuergeschenk der 2.000 US-Regierung unter Präsident Donald Trump 1.800 profitiert. Die meisten Banken standen aller2014 2015 2016 2017 dings auf der Schattenseite. (wr)

Rekord-Gewinn-Phase ° Der S&P 500 Index beschleunigte zuletzt sogar seinen Anstieg und kletterte auf fast 2900 Punkte. Die sehr steile Chart-Kurve mahnt jedoch zur Vorsicht, auch wenn die Rücksetzer bisher moderat ausgefallen sind. Das Stopp Loss bei 2425 Punkten bleibt bestehen.

China ° Wachstum überrascht positiv Globaler Aufschwung stützt.

50 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Höhenflug geht weiter ° Der Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) überwand den starken Widerstand bei 12.000 Punkten und kletterte auf ein neues Dreijahreshoch von 13.700 Punkten. Nun wird der ehemalige Widerstand zur Unterstützung. Kurzfristig ist mit einer Korrektur zu rechnen.

creditS: Lipper

Hang seng China Enterprises Die chinesische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2017 mit 6,8 Prozent gegenüber dem 14.000 Vorjahresquartal gestiegen. Das Gesamtjahreswachstum 2017 beläuft sich auf 6,9 12.000 Prozent. Für China steht erneut ein starkes Wachstumsjahr zu Buche. Das Reich der Mitte profitierte im zurückliegenden Jahr von der 10.000 anziehenden Weltwirtschaft. Das Exportwachstum legt zumindest moderat zu. Allerdings sind 8.000 das Kreditwachstum und der Schuldenberg 2014 2015 2016 2017 des Privatsektors hoch. Für die Pekinger Administration gibt es also weiterhin viel zu tun. Der private Konsum muss zukünftig eine bedeutendere Rolle einnehmen. Dies erfordert einen volkswirtschaftlichen Umbauprozess, der aber zu Lasten des Wachstums gehen wird. Doch die Regierung hat die Probleme erkannt. Sie wird ein aktiver Spieler im Wirtschaftsgeschehen bleiben und den Umbauprozess vorantreiben. Die niedrige Teuerungsrate offeriert dabei Handlungsspielraum. Die Maßnahmen zielen darauf ab, China in Zukunft nicht nur als Exportnation, sondern auch als innovative Kraft global zu etablieren. Elektrofahrzeuge, Solarenergie und Hochgeschwindigkeitszüge sind nur drei Beispiele dafür. Dass der eingeschlagene Weg richtig ist, zeigt die gute Stimmungslage bei privaten Unternehmen im Dienstleistungsbereich. Das Wirtschaftsmagazin „Caixin“ meldete auch positive Signale für die Industrie. (wr)


°

Börsen International   AKTIEN

europa ° EZB uneins über Zinspolitik Euro-Anstieg sorgt für Nervosität. Die wegen des starken Euro be-

Harter Euro bremst die EUBörsen ° Der Euro Stoxx 50 konnte den positiven Vorgaben von der Wall Street nur abgeschwächt folgen. Ob der Widerstand des Novemberhochs bei 3700 Punkten geknackt werden kann, bleibt unsicher. Die Unterstützung bei 3480 Punkten hat Bestand.

sorgten Währungshüter der Europäischen Zentralbank sind Insidern zufolge uneins über ihre weiteren Schritte hin zu einer weniger expansiven Geldpolitik. Die Verbalrhetorik von EZBChef Draghi erwies sich als zu schwach und zahnlos, um den Euro zu schwächen, der auf ein Dreijahreshoch stieg. Das kommt der EZB ungelegen, da dies tendenziell die Inflation bremst, die ohnehin noch weit von der Zielmarke der Notenbank entfernt liegt. Andererseits hat der Preis von Rohöl der Marke Brent den höchsten Stand seit Juli 2015, also seit genau zweieinhalb Jahren, erreicht. Und die Löhne könnten wegen der starken Verhandlungsmacht etwa der deutschen Gewerkschaft IG Metall deutlicher steigen. Intern wird in der EZB darüber gestritten, ob man aus dem geldpolitischen Ausblick die Option streichen soll, die 2,55 BilEuro Stoxx 50 lionen Euro schweren Anleihekäufe im Notfall erneut auszuweiten. Die im Trend robusten Ein3.800 kaufsmanagerindizes für das Verarbeitende 3.600 und Dienstleistungsgewerbe liefern prinzipiell 3.400 Potenzial für eine zukünftig weniger expansive Geldpolitik. Zuletzt ist etwa der wichtige 3.200 deutsche ifo-Index, der das Geschäftsklima 3.000 deutscher Unternehmen misst, wieder auf das 2.800 bereits einmal erreichte Hoch von 117,6 gestiegen. Auch die ZEW-Konjunkturerwartungen 2.600 2014 2015 2016 2017 legten im Jänner unerwartet deutlich zu. (wr)

japan ° Ultralockere Geldpolitik bleibt Nikkei 225

Die japanische Notenbank bleibt auf Kurs. Seit Februar 2016 gilt

in Japan ein negativer Zinssatz von minus 0,1 Prozent. Damit sollen Banken davon abgehal22.000 ten werden, Geld bei der Bank of Japan (BoJ) zu parken, statt es als Kredite für Investitionen zu 20.000 vergeben. Die Notenbanker gehen davon aus, 18.000 dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in dem Anfang April startenden Fiskaljahr um 16.000 1,4 Prozent wächst. Allerdings revidierten sie 14.000 ihre Spanne etwas von zuletzt 1,2 bis 1,4 Pro2014 2015 2016 2017 zent auf nun 1,3 bis 1,5 Prozent. Japanische Aktien sowohl in lokaler Währung als auch in Relation zum US-Dollar entwickelten sich sehr gut und übertrafen den MSCI World Index. Ein Teil dieses Erfolges ist auf Premier Shinzo Abes erdrutschartigen Wahlsieg zurückzuführen, aber noch mehr auf eine Gewinnsaison im dritten Quartal, die weit über die allgemeinen Erwartungen hinausgegangen war. Analysten bei Nikko Securities erwarten, dass das globale Wirtschaftswachstum noch stärker anziehen wird, als es der breite Markt vermutet und bleiben daher auch für Japan weiterhin positiv gestimmt. Dennoch sehen sie nur moderate Aktienkursgewinne, da Nikko besorgt über die Stimmung ist, die der Entscheidung später im Jahr vorausgeht, die Mehrwertsteuer gegen Ende 2019 zu erhöhen. Die starken Unternehmensgewinne rechtfertigen indes einen positiven Ausblick. (wr) 24.000

Weiter aufwärts ° Nach dem 25-JahresHoch beim japanischen Leitindex Nikkei 225 konnte der Index weiter auf 23.750 Punkte zulegen. Darauf folgte ein Sprung über die 24.000er-Marke, der jedoch schnell korrigiert wurde. Wir erwarten einen Rücksetzer des Nikkei auf rund 22.300 Punkte.

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 51


aktien ° Anlagetipps

Glanzloser Jahresstart Die Fundamentaldaten der großen Volkswirtschaften zeigen, dass sich alle gleichzeitig in einer Hochkonjunktur befinden. Das war seit über zehn Jahren nicht mehr der Fall. Während jedoch die Wall Street von Hoch zu Hoch voraneilte, kamen die europäischen Börsen kaum nach. Wolfgang Regner

D

as „Goldilocks“-Szenario, also ein weitgehend stabiles Wirtschaftswachstum mit gedämpfter Inflation, dürfte sich in der ersten Jahreshälfte 2018 fortsetzen. Doch das große Fragezeichen steht über dem zweiten Halbjahr. Unklar ist, wie stark die Notenbanken ihre lockere Zinspolitik zurückführen und die Zinsen anheben bzw. die aufgrund des QE (Anleihekaufprogramme) in der Bilanz befindlichen Anleihen wieder abbauen werden. Das wiederum hängt von der Frage ab, wie stark die Infla­ tion in Richtung des Zwei-Prozent-Zieles vorankommen wird. Die Gefahr besteht, auch aufgrund des starken Ölpreises, dass das Verhältnis von geringer Inflation und starkem Wachstum aus dem Gleichgewicht gerät. Vieles hängt davon ab, wie geschickt die Zentralbanken ihre Pläne kommunizieren und wie schnell die Zinsen im Vergleich zu den Markterwartungen angezogen werden – insbesondere in den USA. Hier liegen die Markterwartungen unter den Ankündi-

gungen der US-Notenbank Fed. Falls die Inflation in die Höhe schnellt, besteht das Risiko, dass die Zentralbanken deutlich zu spät reagieren. Weitere Risikofaktoren sind: Die Verlangsamung der Maßnahmen zur Konjunkturförderung in China, Nordkorea gegen Trump und als wesentliches Risiko steigender Protektionismus (Gefahr, dass die USA aus dem NAFTA-Abkommen mit Kanada und Mexiko aussteigen) und, auf lokaler Ebene, der Brexit. Dazu kommen drei Indikatoren, dass wir 2018 einen Höhepunkt der Konjunkturexpansion erleben könnten. Erstens: Angesichts der Hochkonjunktur in den USA sind wirtschaftsfördernde Maßnahmen kontraproduktiv und könnten die Fed zwingen, die Zinsen stärker anzuheben als erwartet. Zudem werden die Schulden der US-Regierung um 1000 Milliarden Dollar erhöht. Unangenehm, wenn die Zinsen steigen und der Schuldendienst deutlich anzieht. Zweitens: Das starke

zyklische Momentum könnte die Inflation stärker anschieben als erwartet. Dies umso mehr, als neben Konjunkturpaketen auch die Rohstoffpreise steigen – und das bei einem synchronen globalen Aufschwung. Drittens: Die Rückführung der lockeren Zinspolitik könnte sich als negativ für die globale Konjunktur erweisen und die Finanzmärkte, die süchtig nach billigem Geld geworden sind, belasten. Eine Teilabsicherung eines Portfolios kann nicht schaden. Das lässt sich mit einem klassischen Put-Optionsschein bewerkstelligen. Wir würden eine Hedge-Ratio von 30 Prozent empfehlen. Hält man z.B. vorwiegend ATX-Aktien, sagen wir im Wert von 100.000 Euro, so müsste Anzahl und Basispreis des ATX-Puts so gewählt werden, dass die Verluste von 30 Prozent des Portfolios abgefedert werden. Bei einem Hebel von z.B. zehn wären Puts im Wert von 3000 Euro zu erwerben (Basispreis am Geld, also beim aktuellen ATX-Stand).

Datagroup zählt sich zu den führenden deutschen IT-Dienstleistern. Das Unternehmen konzipiert und implementiert Business-Applikationen und IT-Infrastrukturen im IT-Outsourcing. Mit der modularen Komplettlösung CORBOX (Cloud-basierte Rechenzentren, Sicherheit, SAPOutsourcing bis hin zum Management großer Datenmengen) bietet man Kunden alle IT-Services an, die sie für einen stabilen IT-Betrieb benötigen. Die IT-Solutions decken die Bereiche App-Entwicklung, IT-Beratung sowie Branchenlösungen ab. Der Ausblick ist gut, Datagroup ist ein Profiteur des Megatrends Digitalisierung. Die

52 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Stärke des Geschäftsmodells ist die hohe Visibilität durch wiederkehrende Verträge mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 3,5 Jahren und einer Erneuerungsrate von über 98 Prozent. Die Aktie ist daher noch nicht zu teuer. Dafür spricht unter anderem auch eine sechsprozentige Rendite auf den freien Cashflow sowie ein Verhältnis von Unternehmenswert zum EBITDA für 2018/19 von unter zehn. Der Umsatz soll vom Geschäftsjahr 2016/17 bis 2019/20 einen Anstieg von 223,1 Millionen auf 311,2 Millionen Euro erreichen, der Gewinn könnte sich sogar verdoppeln.

Der Chart der Datagroup-Aktie zeigt einen langfristigen Aufwärts­ trend – der Titel könnte ein neues Rekordhoch erreichen. Einstieg trotzdem nur nach Korrektur bis in den Bereich von 38,00 Euro. Stopp-Loss bei 28,00 Euro setzen. ISIN DE000A0JC8S7  Börse Frankfurt

charts: onvista.de

Datagroup ° IT-Service für den Mittelstand


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Anlagetipps   aktien

Glencore ° Kobalt-Fantasie Glencore Xstrata, mit Geschäftssitz in Baar, Schweiz, und registriertem Hauptsitz in Jersey, ist nach der Übernahme des Bergbaukonzerns Xstrata im Mai 2013 eines der weltweit füh­ renden Unternehmen in der Rohstoffbranche. Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind in die Bereiche Metalle und Mineralien, Energie­ produkte und Agrarerzeugnisse gegliedert. Der Konzern ist in der Förderung und Raffinierung von Kupfer, Nickel, Vanadium, Zink, Kokskohle und Öl wie auch von Platinmetallen, Gold, Ko­ balt, Blei und Silber tätig. Im ersten Halbjahr 2017 stieg der Umsatz um 44,5 Prozent auf

100,3 Milliarden Dollar und es gelang die Rückkehr in die Gewinnzone. Nach 369 Millio­ nen Dollar Verlust Jahr zuvor erzielte Glencore einen Gewinn von 2,5 Milliarden Dollar. Beson­ ders positiv überraschte die Entwicklung des Cashflows, der sich mit 5,6 Milliarden beinahe verdoppelte. Glencore nutzte die Liquidität, um die Bilanz weiter zu stärken. Die Nettoverschul­ dung reduzierte sich um 1,6 auf 13,9 Milliar­ den Dollar. Der Produktionsbericht für das 3. Quartal lieferte ein gemischtes Bild. Die Zink­ produktion konnte um fünf Prozent ausgebaut werden, die Kupferproduktion sank etwas.

Besondere Fantasie erhält Glencore durch seine großen KobaltMinenprojekte vor allem in der Republik Kongo. Die Aktie sollte nach einem Rücksetzer bei rund 3,95 Euro gekauft werden. Unbedingt aber ein Stopp-Loss-Limit bei 2,79 Euro platzieren. ISIN JE00B4T3BW64  Börse Frankfurt (Xetra)

Stark in der Defensive ° Vodafone

Im Geschäftsjahr 2017/18 will Vodafone das EBITDA um rund zehn Prozent auf 14,75 bis 14,95 Milliarden Euro steigern. Der Aktienchart zeigt einen kurzfristigen Aufwärtstrend, der den langfristigen Abwärtstrend überwunden hat. Kauf bei 2,52 Euro. ISIN GB00BH4HKS39  Börse Frankfurt (Xetra)

Die Vodafone Group ist eines der größten weltweit tätigen Mobilfunkunternehmen. Das Unternehmen ist mit über 445 Millionen Mo­ bilfunkkunden in 26 Ländern der weltweit zweitgrößte Anbieter. Die Schwerpunktgebiete des Unternehmens liegen in den USA, Europa, dem Mittleren Osten, Afrika, Indien und Austra­ lien. Zusätzlich zu den Dienstleistungen und Mobilfunkprodukten handelt das Unternehmen auch mit unter Lizenz vertriebenen Mobiltele­ fonen, Smartphones, Tablets und Computern. Die Geschäftsentwicklung 2017 ist erfreu­ lich verlaufen. Alle konsolidierten Töchter tra­

gen mittlerweile zum Ergebniswachstum bei. Für die kommenden Jahre ist mit einem orga­ nischen Wachstum beim EBITDA von vier bis fünf Prozent pro Jahr zu rechnen. Eine Streit­ frage ist die Nachhaltigkeit der hohen Dividen­ denausschüttung. Zudem gibt es Bedenken dahingehend, wie es Vodafone wohl gelingen könne, die vorhandenen Daten zu monetarisie­ ren und wie man mit der Konkurrenz zurecht­ komme. Hervorzuheben ist dafür das positive Verhältnis von Umsatz zu Kosten. Das Verhält­ nis von Unternehmenswert zum EBITDA ist mo­ derat und liegt bei 6,5.

SAF-Holland ° Erfolgreicher Nischenplayer SAF-Holland ist ein weltweit führender Herstel­ ler und Anbieter von fahrwerksbezogenen Bau­ gruppen und Komponenten vor allem für Trailer, aber auch für Lkw, Sattelzugmaschinen, Busse und Campingfahrzeuge. Systeme für die Auf­ lieger-, Anhänger-, Lkw- und Busindustrie lau­ fen am besten. Produziert wird in 17 Fabriken in Europa, Nordamerika, Brasilien, Australien, China und Indien. Zu den Kunden zählen ne­ ben Original Equipment Manufacturers (OEMs, Originalhersteller) auch Endverbraucher und Service-Zentren. SAF-Holland hat im 3. Quar­ tal den Umsatz um 8,3 Prozent auf 277,1 Mil­

lionen Euro gesteigert. Unter Ausklammerung von Sondereffekten erreichte das Umsatz­ wachstum 9,6 Prozent. Den stärksten Umsatz­ zuwachs erzielte die Region APAC/China. Vor dem Hintergrund der über den Erwartungen liegenden Nachfrage zahlreicher Erstausrüs­ tungskunden in Nordamerika ergaben sich Produktionsengpässe, die zu ungeplanten zu­ sätzlichen operativen Aufwendungen führten. Diese belasteten das operative Ergebnis (EBIT), das leicht auf 15,5 Millionen Euro zurückging. Für 2017 wird eine EBIT-Marge zwischen acht und neun Prozent erwartet.

Im Gesamtjahr soll der Umsatz auf 1,13 Milliarden Euro anziehen. Der Chart der SAF-Holland-Aktie zeigt einen starken lang­fristigen Aufwärtstrend inklusive Rekordhoch. Kauf bei rund 17,80 Euro, Stopp-Loss-Limit bei 14,68 Euro platzieren. ISIN LU0307018795  Börse Frankfurt (Xetra)

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 53


aktien ° Österreich

Stimmung am Höhepunkt Die Börsen steigen ohne Unterlass. Leichte Korrekturen wurden bislang immer für Käufe genutzt. Diese Strategie hat sich durch gute Wirtschaftszahlen und weiter steigende Kurse auch als richtig herausgestellt. Dass die Inflation nun langsam anzieht, sollte noch kein Hindernis für weitere Kursgewinne sein. Mario Franzin er Index der Wiener Börse erreicht beinahe täglich neue Höchststände – zumindest ab dem Jahr 2009 gerechnet. Das Jahr 2018 ist zwar noch jung, aber es ist beispielhaft, dass seit Jahresbeginn bereits zehn Unternehmen aus dem ATX Prime zweistellige Renditen aufweisen. In der Spitze liegt die Performance bei 23,8 Prozent – bei dem übrigens von uns im Dezember noch als Überraschungskandidat beschriebenen Impfstoffhersteller Valneva. Banken weiter im aufwind Unter den Top-Performern finden sich auch die Erste Bank und die Raiffeisen Bank International (RBI). Sie profitieren, wie wir das bereits mehrfach beschrieben haben, von der guten Wirtschaftsentwicklung (Bonitätsverbesserung der Kreditnehmer) und dem zunehmenden Inflationsdruck. Inflation heißt steigende Zinsen und damit ein besseres Zinsergebnis. Dass diese Entwicklung lange Zeit unterschätzt wurde, ist daran zu sehen, dass die Aktie der RBI vor zweieinhalb Jahren noch um 12 Euro zu haben war. Jetzt notiert sie bei 34 Euro und weist auf

­ asis des im laufenden Jahr zu erwartenden B Gewinns noch immer ein günstiges KursGewinn-Verhältnis (KGV) von 11,2 auf. Die steigenden Erträge werden das Unternehmen spendabler machen, womit im nächsten Jahr mit einer Dividende von mehr als 3,5 Prozent gerechnet werden kann. Die Erste Bank ist mit einem erwarteten KGV von 13,2 etwas höher bewertet, weist aber mit 2,79 Prozent Dividendenrendite eine höhere Auszahlung als die RBI – derzeit 1,91 Prozent – auf. Von diesem Aufwärtssog profitierte auch die seit Oktober an der Börse notierte Bawag. Sie konnte nach einem zwischenzeitlichen Tief bei 41 Euro wieder an ihren Emissionspreis von 48 Euro anknüpfen. Sie ist fundamental gesehen – sofern die Gewinn­ erwartungen nicht enttäuscht werden – sogar noch eine Spur günstiger als Erste Bank und RBI (siehe auch Kasten rechts). Die Höchsten Kurspotenziale: Lenzing, Agrana und Strabag Durchforstet man die Empfehlungen der heimischen Analysten nach Aktien mit den größten Kurspotenzialen, so liegen Len-

Austrian Traded index (ATX) Nicht zu stoppen? Der ATX klettert von Hoch zu Hoch, der Indikator RSI zeigt seit geraumer Zeit eine überkaufte Situation. Und dennoch werden die Kurse durch gute Unternehmens­ meldungen immer weiter getrieben. Das Plus in den vergangenen zwei Jahren beträgt beim ATX mittlerweile rund 80 Prozent. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann eine Korrektur einsetzen wird. Die Unterstützung des Auf­ wärtstrends liegt derzeit bei 3420 Punkten, wo sich nun ein Stopp Loss-Limit anbietet.

54 ° GELD-MAGAZIN – Februar 2018

zing, Agrana und Strabag an den vordersten Plätzen. Lenzing wird ein Potenzial von rd. 50 Prozent zugetraut (siehe Kasten rechts). Bei Agrana liegen die Kursziele knapp 30 Prozent über der aktuellen Notierung, obwohl sie derzeit aufgrund des zuletzt schwachen Quartalsergebnisses leicht gesenkt wurden. Die Liberalisierung des EUZuckermarktes dürfte sich auf Agrana aber aufgrund des breiten Produktportfolios – zusätzlich zur Zuckerproduktion auch eine starke Stärke- und Fruchtzubereitungs-Division – nicht ganz so negativ auswirken wie befürchtet. Das KGV für das kommende Geschäftsjahr wird auf günstige 11,3 geschätzt, die Dividende liegt bei satten 4,31 Prozent. Strabag wiederum profitiert vom allgemeinen Wirtschaftsaufschwung in Europa und Osteuropa. Bezeichnend dafür ist z.B. der zuletzt akquirierte Auftrag zum Ausbau von Straßen in Ungarn. Das Kurspotenzial wird mit gut 20 Prozent angegeben, demnach liegt das Kursziel bei etwa 42 Euro. Das KGV für das laufende Geschäftsjahr sollte etwa 12,5 betragen (Gewinn rd. 320 Millio­ nen Euro), die Dividende für 2017 macht 2,88 Prozent. Beides untermauert den Kurs. weitere Kaufkandidaten sind ams, AT&S und Palfinger AT&S, einer unser Lieblingswerte im vergangenen Jahr, konnte die Fantasie der Anleger aus den neuen Werken in China bestätigen. Obwohl sie erst seit Mitte des vergangenen Jahres in Betrieb sind, schlugen sie auf den Konzernumsatz kräftig durch – von 815 auf rund 925 Millionen Euro. Der Gewinn wird heuer auf rund 45 Millionen Euro klettern. Damit ist der Kursanstieg von 9,50 Euro (Mai 2017) auf derzeit 24 Euro

Charts: Tai Pan/software-sysstems

D


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Österreich   AKTIEN

Bawag ° Wieder den Emissionskurs erreicht

mehr als gerechtfertigt. Kurse um 30 Euro sollten heuer noch drinnen sein. Bei Palfinger führte die Nachricht Anfang November, dass der langjährige CEO Herbert Ortner das Unternehmen verlässt, zu einem Kursrückgang. Beteiligt an der Schwäche der Notierung war aber auch die Gewinnwarnung Mitte Dezember. Aufgrund von Restrukturierungen in Latein­ amerika und einer Schwäche im Marine­ geschäft machen die erwartete Gewinnsteigerung für 2017 zunichte. Die vollen Auftragsbücher lassen jedoch für heuer wieder hoffen, dass der Gewinn auf rund 70 Millionen Euro zu steigern ist. Das würde dann ein KGV von rund 19 ergeben. Zu ams siehe die News-Meldung auf Seite 48. Unser spekulativer kaufTipp Valneva hat ordentlich zugelegt Dem österreichisch-französischen Impfstoffhersteller Valneva widmeten wir in der Ausgabe vom September 2017 eine SpezialAnalyse (nachzulesen im Archiv unter www. geld-magazin.at). Erfreulich ist, dass die Aktie seit Anfang des Jahres ordentlich zugelegt hat – von rund 2,80 Euro bislang auf rund 3,50 Euro. Unser Kursziel liegt hier nach wie vor bei etwa 4,50 Euro. Zwischenzeitlich können aber durchaus Korrekturen für wieder günstigere Kaufkurse sorgen. Konsolidierung bei den Immobilien-Unternehmen Spannend ist es für die ImmobilienAGs. BUWOG wird von Vonovia übernommen und es spielen immer mehr Großaktionäre mit: Rene Benko und Ronny Pecik haben sich bei S Immo eingekauft, die je fünf Prozent an Immofinanz und CA Immo hält. Umgekehr hält die Immofinanz 26 Prozent an der CA Immo und die CA Immo hält fünf Prozent an der Immofinanz. Da es hier Verhandlungen bezüglich einer Fusion gibt, widmen wir diesem Segment auf den folgenden beiden Seiten einen eigenen Artikel.

ISIN Kurs (01.02.2018) Marktkap.

AT0000BAWAG2 46,50 € KGV 2017 e

10,5

4.762 Mio. € KGV 2018 e

11,0

BetriebsErtrag 2018 e 1.190 Mio. € KGV 2019 e Bw/Aktie 2017 e

Der Börsegang der BAWAG war kein beson­ deres Glanzstück. Nach der Preisspanne von 47 bis 52 Euro wurde der Emissionspreis an der unteren Grenze bei 48 Euro festgesetzt. Innerhalb der folgenden vier Wochen fiel der Aktienkurs um rund 15 Prozent, um anschlie­ ßend wieder nach oben zu drehen. Jetzt notie­ ren die Papiere wieder etwa auf dem Niveau des Emissionspreises. Der Fehler lag in der mangelnden Unternehmens-Kommunikation. Bei 42 Euro war die BAWAG – von vielen unbe­ merkt – ein richtiges Schnäppchen. Auch bei 48 Euro ist sie noch etwas günstiger bewertet als die Konkurrenten Erste Bank und RBI.

35,24 € Divid. 2017 e

10,5 1,91 %

lenzing ° Druck auf die Faserpreise zu erwarten Nach dem hervorragenden Jahr 2017 mit einem Gewinn von rund 275 Millionen Euro (KGV 9,9) soll das Geschäft heuer schwieriger werden. Neue Kapazitäten am Markt für Visko­ sefasern dürften die Preise unter Druck setzen. Lenzings Strategie ist es in diesem Umfeld, noch stärker auf Spezialfasern zu setzen und deren Anteil am Umsatz bis 2020 auf 50 Pro­ zent zu steigern. LBBW reduzierte das Kursziel für Lenzing von 164 auf 115 Euro, Baader-Hel­ vea bestätigte hingegen die Empfehlung Kau­ fen. setzte das Kursziel von 151 auf 140 Euro. Mit einem für heuer erwarteten KGV von 10,2 ist Lenzing eindeutig ein Kaufkandidat.

ISIN AT0000644505 Kurs (01.02.2018)

101,20 € KGV 2017 e

9,9

Marktkap.

2.748 Mio. € KGV 2018 e

10,2

Umsatz 2018 e

2.214 Mio. € KGV 2019 e

Bw/Aktie 2017 e

61,40 € Divid. 2017 e

12,0 3,25 %

voestalpine ° Kursziel auf 60 Euro angehoben Voestalpine profitiert von den steigenden Stahl­ preisen und wird den Gewinn im laufenden Geschäftsjahr (Ende März) von 527 auf etwa 730 Millionen Euro steigern können. Ein Trei­ ber ist auch die Steuerreform in den USA, wo Voestalpine ein neues Eisenschwammwerk betreibt und gut zehn Prozent des Umsatzes generiert. Aufgrund des guten Geschäfts­ ganges erhöhten Analysten nun durchwegs die Kursziele. Credit Suisse auf 50 Euro, Goldman Sachs auf 58 Euro, Jefferies und die Erste Bank auf 60 Euro. Trotz der Kursverdoppelung in den vergangenen zwei Jahren liegt die Rentabilität auf das Aktienkapital bei rund acht Prozent.

ISIN AT0000937503 Kurs (01.02.2018) Marktkap. Umsatz 2018/19 e Bw/Aktie 2017/18 e

52,36 € KGV 2017/18 e

12,8

9.356 Mio. € KGV 2018/19 e

12,1

12.730 Mio. € KGV 2019/20 e

11,3

34,97 € Divid. 2017/18 e 2,51 %

Februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 55


aktien ° Immobilien

Synergieeffekte möglich Die österreichischen börsennotierten Immobilienunternehmen sind untereinander bereits stark verflochten. Auch durch Übernahmen ist das Angebot an attraktiven Immo-Aktien knapper geworden. Das nährt weitere M&A-Gerüchte. Das GELD-Magazin unterzieht die heimischen Gesellschaften einem Fundamentalcheck.  Michael Kordovsky

Ö

sterreichische Immo-Aktien bieten trotz starker Kursanstiege noch immer einen Value-Bonus. Zuletzt zeigte sich dies bei der geplanten Übernahme der Buwog durch Vonovia, die am 18. Dezember einen Bar-Angebotspreis von 29,05 Euro pro Aktie ankündigte, was einer Prämie von 18,1 Prozent auf den Schlusskurs vom 15. Dezember 2017 entsprach. Sollte das Angebot von den Buwog-Aktionären angenommen werden, erwartet Vonovia nach der Integration operative Kostenvorteile in Höhe von rund 30 Millionen Euro pro Jahr, die sich aus der gemeinsamen Bewirtschaftung der beiden Portfolios in Deutschland und Österreich ergeben und die im Wesentlichen bis Ende 2019 realisiert werden sollen. Und das war von Vonovia nicht der ­erste Deal in Österreich. Im Jahr 2017 übernahm Vonovia bereits conwert erfolgreich. Auch wenn fundamental gesehen der Übernahmepreis für die Buwog fair erscheint, so stellt sich die Frage nach zukünftigen Investmentalternativen, deren Auswahl knapper wird. Für ein Investment in Vonovia sprechen Synergien aus Übernahmen (z.B. Gagfah: 84 Millionen Euro pro Jahr) und sein Konzept des seriellen Bauens

mit vorgefertigten Modulen, mit dem es gelingt, den Quadratmeter um rund 1800 Euro neu zu errichten. Die größten Projekte erfolgten 2017 in Dresden, Berlin, Dortmund, Köln, Frankfurt, München. Für 2017 peilte das Management eine Steigerung des nachhaltigen Ergebnisses (FFO I) pro Aktie von 1,63 auf 1,88 bis 1,90 Euro an. Die nächsten M&A-Deals in Vorbereitung Es riecht in Österreich nach weiteren M&A-Deals: Am 6. April 2017 hat der öster­ reichische Investor Ronny Pecik über eine 100-prozentige Tochter seiner RPR-Privatstifung den Kauf eines Aktienpakets von 11,35 Prozent an der S Immo von der Andoria Ltd. des russischen Unternehmers Roman Abramovich initiiert. Am 28. Dezember 2017 folgte die Nachricht, dass die RPRPrivatstiftung-Gruppe den Anteil der Erste Group (10,21 Prozent) übernahm und so ihren Aktienanteil auf 21,86 Prozent aufstockte. Gleichzeitig wurde die S Immo informiert, dass die Familie Benko Privatstiftung über die Signa Holding mit den betreffenden Gesellschaften der RPR-Gruppe Vereinbarungen über die Finanzierung des

Ankaufs mit Substanzgenussrechten der Theola und über Kaufs- und Verkaufsoptio­ nen abgeschlossen hat. Die Signa Holding hat zwischen 15. Jänner und 15. Dezember 2018 somit die Möglichkeit, die S Immo Aktien der RPR Gruppe aufzukaufen. Im Falle einer mehrheitlichen Übernahme winken attraktive Aufschläge auf die jüngsten Aktienkurse, zumal S Immo noch je fünf Prozent der Anteile an Immofinanz und CA Immo hält. In diesem Zusammenhang interessant ist, dass mit dem Verkauf des RusslandPortfolios der Immofinanz die Vorbedingungen für die Fortführung der Fusionsverhandlungen zwischen CA Immo und Immofinanz erfüllt wären. Immofinanz hält bereits 26 Prozent der Anteile an CA Immo, die ihrerseits (indirekt) zu 4,9 Prozent an Immofinanz beteiligt ist. Laut Schätzung von Immofinanz würden nach einer Fusion die gesamten Synergien bei 33 Millionen Euro p.a. (Stand April 2016) liegen. Aktie im Blickpunkt: CA Immo 88 Prozent des Bestandportfolios der CA Immo entfallen auf Büroobjekte, der Rest vorwiegend auf Hotels und Geschäfte,

Unternehmen ISIN Marktkapi- EBITDA Performance Aktien- NAV **/Aktie KGV Eigen- Anteil zins talisierung 2016*** 3 Jahre kurs 2018 e kapitalquote gesicherter 23.1. Kredite CA Immobilien AT0000641352 2.532 Mio.€ 148 Mio.€ 44,0 % 25,62 € 28,18 € 17,4 51,6 % 89 % Immofinanz AT0000809058 2.308 Mio.€ k.A – 3,4 % 2,07 € 2,81 € 15,0 38,8 % ca. 2/3 S Immo AT0000652250 1.073 Mio.€ 93 Mio.€ 133,5 % 16,04 € 16,06 € 12,0 39,8 % über 92,2 %**** UBM Development * AT0000815402 324 Mio.€ 50 Mio.€ 84,1 % 43,30 € k.A. 8,8 29,2 % k. A. Vonovia DE000A1ML7J1 19.300 Mio.€ 1.084 Mio.€ 30,5 % 41,08 € 39,57 € 21,6 43,7 % k.A. Warimpex * AT0000827209 86 Mio.€ 22 Mio.€ 96,3 % 1,59 € 2,20 € (NNNAV) 6,1 34,1 % ca. 70% fix verzinst Quelle: Immogesellschaften, SRC, Erste Group Research, finanzen.at * Starker Fokus auf Immobilienentwicklung, **Net Asset Value nach EPRA, ***Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen, **** 22 % Fixzins, Rest variabel, aber zu über 90 % mit Caps und Swaps abgesichert

56 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

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° Interessante Immobilien-Investments im Überblick


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Immobilien   aktien

wobei die geografischen Schwerpunkte in Osteuropa, Deutschland und Österreich liegen. CA Immo verfügt über großteils innerstädtische Grundstücksreserven, vor allem in München, Frankfurt und Berlin, auf denen sie in den nächsten zehn Jahren Immobilien (va. Büro- u. Wohngebäude) im Wert von vier Milliarden Euro nach Fertigstellung entwickeln kann. Daraus resultiert ein Wettbewerbsvorteil, den das Unternehmen wie folgt beschreibt: „Dank dieser bereits 2007 erworbenen Grundstücksvorräte können wir durch eigene Projektentwicklungen organisch wachsen, ohne teuer kaufen zu müssen – und somit überaus attraktive Margen im hochkompetitiven deutschen Markt erzielen: Die Renditen auf die Herstellungskosten liegen zwischen 5,5 und sechs Prozent deutlich über aktuellem Marktniveau.“ Dass auch die Immobilienwerte vorsichtig ermittelt werden, zeigt die Tatsache, dass die Verkaufserlöse der 2017 verkauften Immobilien ca. 30 Prozent über den entsprechenden Buchwerten zum Stand 31.12.2016 lagen. Die Qualität des Portfolios stimmt: 85 Prozent der vermietbaren Bestandsflächen sind jünger als 20 Jahre. Für das Geschäftsjahr 2017 strebt das Unternehmen eine Steigerung des nachhal-

tigen Ergebnisses (FFO I) von 92 auf über 100 Millionen Euro an.

Ertragsstarke S IMMO S Immo überzeugt indessen mit einem ausgewogenen, ertragsstarken Portfolio, dessen Mietrendite bei 6,2 Prozent liegt.

81,4 Prozent der Mieteinnahmen stammen von Gewerbeimmobilien und 18,6 Prozent aus dem Wohnbereich. Je 31,4 bzw. 23,3 Prozent der Mieteinnahmen fließen aus Deutschland und Österreich, der Rest fällt auf die CEE-Region. Zu den interessanten Projekten zählen u.a. das „Einsteinova Business Center“ in Bratislava, ein Bürogebäude, das bereits fünf Monate vor Fertigstellung fast vollvermietet ist, das Büro- und Wohnprojekt in Wien Siebenbrunnengasse (Baustart Mitte 2018) und in Berlin der Umbau eines ehemaligen Kaufhauses direkt an der Neuköllner Karl-Marx-Straße in ein Bürogebäude mit dazugehörigem Parkplatz. Das größte Potenzial sieht S Immo-Chef Ernst Vej­ dovszky in deutschen Sekundärstädten, wie zum Beispiel Leipzig oder Kiel: „Hier stimmen sowohl die demografischen als auch die wirtschaftlichen Daten.“ Laut Schätzung der Analysten von SRC Research sollte von 2018 auf 2019 das EBITDA von 90 auf 100 Millionen Euro und der Gewinn je Aktie von 1,34 auf 1,44 Euro steigen. Die Dividenden aller drei beschriebenen österreichischen Immobilien-AGs liegen übrigens zwischen 2,72 (S Immo) und 3,02 Prozent (CA Immo).

CA Immobilien

Immofinanz

S IMMO

Plus 100 Prozent wurden in den letzten vier Jahren mit Aktien der CA Immo verdient.

Das Russland-Portfolio der Immofinanz belas­ tete den Kurs. Jetzt sollte er wieder aufholen.

Die Kursverdreifachung seit 2014 ist bei der S Immo fundamental durchaus gerechtfertigt.

Immofinanz vor Neubewertung Aufgrund einer Notiz weit unter dem NAV nach Verkauf des Russland-Portfolios könnte Immofinanz vor einer Neubewertung stehen. Das Unternehmen sieht sich nun als Bestandhalter von Büro- und Einzelhandelsobjekten. Aktuelle Highlights sind u.a. der Düsseldorfer Medienhafen mit den künftigen Firmenzentralen von trivago und Uniper (vermietbare Fläche beider Gebäude je 30.000 m2, Fertigstellung im 3. Quartal 2018), der trivago campus und die Retail Park-Marke STOP SHOP mit 68 Standorten in acht Ländern (v.a. Polen u. Rumänien). Eine Erweiterung auf 100 Standorte ist in den kommenden Jahren geplant. Die Mietrenditen liegen hier zwischen 7,5 und acht Prozent. Zusätzlich positiv: eine Verbesserung des Vermietungsgrades von 89,6 Prozent im Jahr 2016 auf 92,8 Prozent im dritten Quartal 2017.

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 57


aktien ° Deutschland

DAX auf Rekordhoch Nachdem die Weihnachtsrally ausgefallen war und der DAX das Jahr 2017 unter der 13.000er-Marke beendet hatte, begann schon am 2. Jänner 2018 ein neuer Aufschwung. Sollten allerdings die Quartalsberichte nicht überzeugend ausfallen, könnte es damit schnell zu Ende sein.

D

ie jüngsten Kursgewinne basieren vor allem auf Hoffnungen der Investoren auf eine gute Quartalsberichtssaison. Bei BASF übertrafen die Ergebnisse die Erwartungen schon einmal deutlich. Als Antrieb hatten sich sowohl das Geschäft mit Basischemikalien, aber unerwartet auch das starke Abschneiden der Agrarchemiesparte in Lateinamerika erwiesen. 2017 kletterte der Umsatz um zwölf Prozent auf 64,5 Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) stieg um ein Drittel auf 8,3 Milliarden Euro – Analys­ten hatten hier nur 7,9 Mil­ liarden erwartet. Im Geschäft mit BasisChemikalien konnte BASF höhere Mengen absetzen und die Margen verbessern. In seiner Öl- und Gassparte profitierte der Ludwigshafener Konzern von der Erholung der Ölpreise, die sich inzwischen auf dem höchs­ten Stand seit mehr als zwei Jahren bewegen. Die zuletzt schwächelnde Agrarchemiesparte konnte dank eines kräftigen Ergebnisanstiegs im vierten Quartal fast den Gewinn des Vorjahres erreichen. Insgesamt profitierte der Chemiekonzern auch von der US-Steuerreform, der im vierten

Wolfgang Regner

Quartal zu Steuererträgen von knapp 400 Millionen führte. Auch BMW, Daimler oder Siemens, die in den USA produzieren, profitieren von geringeren Steuerzahlungen. Analystenlob für Infineon Positive Analystenmeinungen beflügelten die Aktien des Halbleiter-Herstellers Infineon. Goldman Sachs hatte die Bewertung für die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ angehoben und das Kursziel auf 29 Euro gesetzt. Vor allem in der Automobilelektronik wittern die Experten weiteres Wachstumspotenzial. Infineon sei in der Lage, angesichts seiner Produktvielfalt 2018/19 in dem Bereich erneut prozentual zweistellig zu wachsen. Vor allem diverse Kooperationen mit Autobauern beim Thema autonomes Fahren stimmten zuversichtlich. Nach den Rekordabsätzen der Chipbranche im vergangenen Jahr sei auch 2018 mit Wachstum zu rechnen. Dank der Investitionen am Standort Dresden werde Infineon in der Lage sein, seine Margen zu erhöhen. Europas größter Online-Modehändler Zalando überzeugte ebenfalls und will seine

dax DAX nähert sich dem Rekordhoch. Trotz des starken Euro und der politischen Instabilität in Deutschland konnte sich der DAX nach kurzen Ausflügen darunter beständig über der 13.000 Punkte-Marke halten. Zuletzt stieg er sogar auf ein neues Rekordhoch bei 13.609 Punkten. Sollten die nun neu im Chart sichtbaren Unterstützungen bei 13.520 sowie 13.175 halten, hätte der DAX eine gute Basis dafür geschaffen, bis auf 13.800 bis 14.000 Punkte zu steigen.

58 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Erlöse im laufenden Jahr um eine Milliarde Euro steigern. Allerdings rechnet Zalando nicht damit, dass sich die Marge 2018 verbessern wird, denn die Priorität liegt auf Wachstum. Investieren will das Unternehmen in den Ausbau der Infrastruktur sowie in Logistik und Technologie. Der negative Margentrend konnte aber im vierten Quartal beinahe gestoppt werden. Belastet hat die US-Steuerreform allerdings K+S. Das Nettoergebnis des Salz- und Düngemittelherstellers reduzierte sich durch einen einmaligen Steueraufwand in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags. K+S hat Milliarden in den Bau eines neuen Kali-Werks in Kanada gesteckt, das 2017 eröffnet wurde. Einen Teil der Kos­ ten kann das Unternehmen in den USA über Jahre steuerlich geltend machen und so die Steuerlast drücken. Doch mit dem künftig niedrigeren Steuersatz sinkt der Wert dieser Verlustvorträge, Abschreibungen sind die Folge. Insgesamt erwartet K+S aber positive Auswirkungen aus der US-Steuerreform. Der positive Cash-Effekt werde für die Jahre 2018 bis 2020 insgesamt rund 30 Millionen Dollar betragen. Deutsche Bank: Neue Querelen Die Deutsche Bank (DB) kommt nicht zur Ruhe. Kurz nachdem angekündigt worden war, die Bank werde 2017 einen Gewinn ausweisen, schlug eine überraschende Gewinnwarnung ins Kontor. Im vierten Quartal 2017 wird das Konzernergebnis um 1,5 Milliarden Euro gedrückt – dank der US-Steuerreform. Damit schreibt die größte Privatbank Deutschlands das dritte Jahr in Folge Verluste. Der Hintergrund: Bislang konnten Banken ihre während der Finanz-

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Deutschland   AKTIEN

Siemens ° Bezirzt Investoren mit IPO

krise erlittenen Milliardenverluste über Jahre hinweg steuerlich geltend machen. Durch den niedrigeren Steuersatz müssen sie nun Abschreibungen vornehmen. Auch die USBankkonkurrenten leiden unter diesem Effekt. Dazu kamen neuerliche Querelen um DB-Hauptaktionär, den chinesischen Mischkonzern HNA. Dieser hält über den österreichischen Finanzdienstleiter C-Quadrat einen Anteil von fast zehn Prozent an der Deutschen Bank. Einige HNA-Töchter haben jüngst fällige Zahlungen an ihre Banken verpasst. Drei Kreditinstitute in China hätten daraufhin einige Kreditlinien eingefroren, so Bloomberg. Das Liquiditätsproblem sei entstanden, weil das Unternehmen eine große Zahl von Fusionen habe stemmen müssen. HNA ist hoch verschuldet und auch wegen seiner undurchsichtigen Eigentümerstruktur ins Visier der Behörden geraten. Deutsche Bank-Chef John Cryan verteidigte die Strategie und das Geschäftsmodell seines Hauses und bat die Aktionäre um Geduld. Doch muss er sich vorhalten lassen, dass das umstrittene Investmentbanking im vierten Quartal wieder sinkende Erträge verzeichnete. E.on versilbert Uniper Der Energiekonzern E.ON hat sich fast vollständig von der Stromerzeugung aus Kohle, Gas und Erdöl getrennt. E.ON erhielt knapp 3,8 Milliarden Euro für seine Beteiligung von rund 47 Prozent am Kraftwerksbetreiber Uniper, Käufer ist der finnische Versorger Fortum. E.ON will sich ganz auf die Kunden in der neuen Energiewelt konzentrieren, nämlich die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Energienetze und Dienstleistungen. Fortum zahlt E.ON 22 Euro je Aktie und hat dieses Angebot allen anderen Aktionären gemacht. Inzwischen ist der Kurs des Uniper-Papiers auf mehr als 25 Euro gestiegen. Fraglich bleibt, ob Fortum die umweltschädlichen Kohlekraftwerke weiter betreiben will.

ISIN

DE0007236101

Kurs (01.02.2018) Marktkap.

117,20 € KGV 2017 e

16,5

103,7 Mrd. € KGV 2018 e

16,0

84,8 Mrd. € KGV 2019 e

14,3

Umsatz 2018 e Buchwert/Aktie 2017 e

52,76 € Dividende 2017 e 3,10 %

Der an die Börse strebende Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers will künftig mindestens die Hälfte seines Gewinns als Dividende ausschütten. Überdies warb die Siemens-Tochter mit einem sich beschleunigenden Wachstum und einer steigenden Rentabilität um Investoren. Es dürfte das zweitgrößte jemals lancierte IPO nach der Deutsche Telekom sein. Analysten trauen der Tochter einen Marktwert von 30 bis 40 Milliarden Euro zu. Siemens bekräftigte, Mehrheitsaktionär bleiben zu wollen. Das Unternehmen soll in der Bilanz weiter voll konsolidiert werden. Bei einem erfolgreichen IPO könnte die SiemensAktie vor einer Neubewertung stehen.

bmw ° Will Mercedes wieder überholen

ISIN

DE0005190003

Kurs (01.02.2018)

91,50 € KGV 2017 e

11,2

59,8 Mrd. € KGV 2018 e

11,1

100,7 Mrd. € KGV 2019 e

11,5

Marktkap. Umsatz 2018 e

Buchwert/Aktie 2017 e

80,96 € Dividende 2017 e 3,97 %

BMW rechnet für 2018 mit weiterem Wachstum. Der Absatz des Konzerns soll in diesem Jahr weltweit um bis zu fünf Prozent zulegen. 2017 hatte der Premium-Autobauer 2,5 Millio­ nen Fahrzeuge ausgeliefert und damit etwas mehr als Konkurrent Daimler. Im OberklasseSegment (Mercedes) blieb Daimler jedoch in Führung. BMW-Chef Krüger will Mercedes im Jahr 2020 wieder überholen. Gelingen solle dies mit der größten Modelloffensive der Geschichte – etwa dem kompakten SUV X2 und dem Riesen-Geländewagen X7. Das Ziel einer Vorsteuerrendite von acht bis zehn Prozent des Umsatzes gilt weiter. Dazu kommt noch der Ausbau von mobilen Services.

Airbus ° Dank A380 auf Rekordhoch

ISIN Kurs (01.02.2018)

NL0000235190 91,00 € KGV 2017 e

26,9

Marktkap.

71,6 Mrd. € KGV 2018 e

20,3

Umsatz 2018 e

71,8 Mrd. € KGV 2019 e

15,9

Buchwert/Aktie 2017 e

7,77 € Dividende 2017 e 1,62 %

Ein lang ersehnter Großauftrag von Emirates rettet bei Airbus die Zukunft des Großraumflugzeugs A380. Die arabische Fluggesellschaft orderte wie erhofft 20 Maschinen und vereinbarte Optionen für 16 weitere. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 16 Milliarden Dollar. Für Airbus ist der Emirates-Deal nach Korruptionsermittlungen ein Lichtblick. Binnen drei Jahren will sich Airbus wieder zum weltgrößten Flugzeugbauer aufschwingen und Boeing ablösen. Zu Spitzenzeiten produzierte Airbus 30 A380 im Jahr. Zuletzt wurde die Produktion auf sechs Maschinen gedrosselt. Mit 101 Großraumfliegern in der Flotte ist Emirates der größte A380-Betreiber.

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 59


aktien ° Bitcoin- & Blockchain-Unternehmen

Achtung, sehr spekulativ! Derzeit herrscht im Segment der Kryptowährungen eine Goldgräberstimmung vor. Anleger sollten sich aber weniger an die digitalen Währungen halten, sondern an Unternehmen, die ein erprobtes Geschäftsmodell im Bereich der Blockchain-Technologie haben und seit Jahren erfolgreich sind.  Wolfgang Regner erzeit sind Bitcoins und andere Kryp­ towährungen noch keine echten Wäh­ rungen im engeren Sinn. „Stimmt“, sagt dazu Martin Hüfner, Chefvolkswirt bei As­ senagon Asset Management. „Derzeit sind Bitcoin und andere Kryptowährungen kein Geld. Aber sie können eines werden. Eine Währung muss nicht durch Staatsakt ent­ stehen. Wichtig ist nur die Bereitschaft der Menschen, sie als Recheneinheit, Zahlungs­ mittel und Wertaufbewahrungsmittel zu akzeptieren. Im Augenblick ist das noch nicht der Fall. Das kann sich aber ändern. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die offi­ zielle Reichsmark keine Währung, weil nie­ mand sie haben wollte. Was die Währung war, mit der man alles kaufen konnte, waren amerikanische Zigaretten, die eigentlich gar nichts mit Währung zu tun hatten.“ Bitcoin ist von der Konstruktion eine geniale Erfin­ dung: Für Zahlungszwecke sei Bitcoin be­ sonders gut geeignet. Denn Geld kann schnell und kostengünstig transferiert wer­ den (jedenfalls im Prinzip), die Zahlungen sind fälschungssicher, man braucht keinen teuren und vielleicht intransparenten Inter­ mediär (wie eine Bank). Zudem ist die Men­ ge auf 21 Millionen Stück beschränkt, so­ dass es keine Inflation geben kann. Das könnte unser ganzes Finanzsystem auf den Kopf stellen und effizienter machen. Wir bräuchten keine Banken, keine Börsen, kei­ ne Clearingstellen mehr. Das wäre toll, wenn es nicht Schwachpunkte gäbe. „Das Problem liegt in der mangelnden Liquidität des Bitcoin-Marktes und den hohen Preis­ schwankungen. Wer will schon Bitcoin für Zahlungszwecke vorhalten, wenn der Preis so stark schwankt. Zudem könnte etwas mehr Regulierung auch im Sinne der Bit­

60 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

„Die Nachfrage steht noch ganz am Anfang, die ganz große Welle kommt noch. Der Bitcoin-Kurs kann durchaus sechsstellig werden“

Hendrik Leber, Acatis

coin-Verfechter sein, um die Akzeptanz ih­ rer Währung zu erhöhen. Es darf aber nicht zu viel Regulierung sein. Wenn Bitcoin wie der Euro reguliert wird, verliert er seine Da­ seinsberechtigung (insbesondere, wenn man die Blockchain-Technik auch für Eu­ ros verwenden kann). Wir wissen, dass Russ­land und China viel mit Bitcoin zu tun haben, wir wissen aber nicht genau, wie viele sie besitzen. Das ist genau das Pro­ blem. Der Markt ist intransparent. Nie­ mand weiß, wo die Bitcoins liegen und wer den Markt beeinflussen kann. Deshalb rate ich jedem, mit Investitionen in Bitcoin vor­ sichtig zu sein. Man kann die Risiken bei Bitcoin nicht abschätzen“, warnt Hüfner. Kurswunder (leider nicht) Denn der Bitcoin-Hype treibt weiter seltsame Blüten. So gibt es Unternehmen im Penny Stock-Bereich (Kurs unter einem bis fünf Euro), die bisher völlig unbekannt in gewaltige Dimensionen vorstoßen, nur des­ halb, weil sie ihr Geschäftsmodell über Nacht auf Kryptowährungen umstellen wollen. So ist etwa die Biosilu-Aktie auf Ga­ ga-Kurs: Seit Jahresanfang hat das Papier sagenhafte 643 Prozent zugelegt. Vor allem seit der Ankündigung des eigentlich im Healthcare-Bereich aktiven Unternehmens,

sich neu ausrichten zu wollen – in den Be­ reich des Bitcoin Mining. Dazu kommt eine Umbenennung in Northern Bitcoin und fertig ist die Bitcoin-Aktie. 2016 hatte Bio­ silu keine Umsätze erzielt und musste einen Jahresfehlbetrag von rund einer Million Euro ausweisen. Genau so hat es die Long Blockchain Corp. gemacht. Sie hieß früher Long Island Iced Tea und produzierte, wie der Name suggeriert, jahrelang Eistee. Im Dezember 2017 dann kam die Ankündigung, man werde das Geschäftsmodell von Eistee auf Kryptowährungen umstellen. Die Folge: der Aktienkurs stieg um 500 Prozent. Dabei sind die spezifischen Pläne des neuen „Blockchain-Unternehmens“ noch völlig unklar. Nicht einmal Verträge mit Firmen gibt es, die auf den Bereich Kryptowäh­ rungen spezialisiert sind. Oder die SkyPeo­ ple Fruit Juice, die bisher abgepackte Le­ bensmittel verkaufte. Das klingt nicht span­ nend genug, befand der CEO und so wurde der Name kurzerhand in Future Fintech ge­ ändert und so getan, also würde man auf den Bereich Finanztechnologie umsatteln. Ähnliche Musterbeispiele gibt es in fast allen Industrien: Der Zigarettenhersteller Rich Cigars heißt seit Kurzem Interconti­ nental Technology. Das Unternehmen will

credit: beigestellt/Archiv

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Bitcoin- & Blockchain-Unternehmen    aktien

Finlab

Fintech Group

Goldmoney

Emission von Kryptogeld

Kredit per Blockchain

Von Gold zu Bitcoin

Wahre Freudensprünge machte die FinlabAktie. Der Kurs legte nach Bekanntgabe des Investments in Iconiq Lab (Emissionshaus für Kryptowährungen) um rund ein Viertel zu. Die Finlab-Beteiligung Deposit Solutions sammelte im Rahmen einer internen Finanzierungsrunde 17 Millionen Euro ein und wird jetzt mit 240 Millionen Euro bewertet. Finlab ist mit zehn Prozent an Deposit Solutions beteiligt. Aber die Firma operiert in der Gewinnzone und bleibt für spekulative Anleger interessant (WKN 121806), Stopp LossLimit: 17,80 Euro (Marktwert 128 Millionen Euro, KGV 14,4).

Ein beschleunigtes Kundenwachstum bei der Tochtergesellschaft Flatex und der Sprung bei der Zahl der Kunden über die Marke von 200.000 haben die Aktie angetrieben. Eine neue Preisstruktur soll zusätzliches Ergebnispotenzial bringen, einen Ertrag von bis zu 13 Millionen Euro verspricht sich Fitch Group vom Flatex-„flex-Kredit“, der künftig nicht nur eigenen Kunden angeboten werden soll. Ab 2018 will Fintech Group in den Handel mit Kryptowährungen einsteigen. Spekulativer Kauf (WKN FTG111), Stopp Loss-Limit: 22,29 Euro (Marktwert 560 Millionen Euro, KGV 18).

Über die eigene Aurum-Plattform ermöglicht Goldmoney den Handel von Gold mit einer Spanne von 50 Basispunkten zum aktuellen Goldpreis. Den rund 1,4 Millionen Nutzern bietet die Firma darüber hinaus die sichere Aufbewahrung von physischem Gold. Mit diesem Geschäftsmodell verbuchte Gold­money bereits einen Umsatz von 126,3 Millionen kanadischen Dollar (1. Halbjahr 2017) sowie einen Verlust von einem Cent je Aktie. Nun bietet Goldmoney den Bitcoin-Handel an. Spekulativer Kauf (WKN A14XJP), Stopp Loss-Limit: 2,38 Euro (Marktwert 227 Millionen Euro).

ISIN DE0001218063  Börse Frankfurt

ISIN DE000FTG1111  Börse Frankfurt

ISIN CA38149A1093  Börse Frankfurt

tatsächlich Kryptowährungen schürfen, doch fehlt die Goldgräberausrüs­tung noch zur Gänze. Expertise im Blockchain-Be­ reich habe man keine, Hauptsache der Akti­ enkurs kletterte um 150 Prozent nach oben. Doch es gibt auch Unternehmen mit mehrjährigem soliden Track Record. Weil Banken im Zuge der Digitalisierung und neuer Anforderungen der Regulierungsbe­ hörden ihre Software er­neuern müssen und Eigenbau zu lange dauern würde, geben sie zunehmend Aufträge ab. Davon profitieren Tech-Firmen wie B+S Banksysteme (WKN 126215). 75 Prozent der Erträge der Münch­ ner kommen aus bestehenden Verträgen, doch auch das Geschäft mit Neulizenzen brummt. Zunächst bedeutet das Investiti­ onen, die Münchner müssen Personal auf­ bauen. Das dürfte kurzfristig die Profitabi­ lität mindern. Langfristig sollte das aber in

Wachstum münden. Aktuell ist die Aktie deutlich unterbewertet, sollte aber nur mit Stopp-Loss-Limit bei rund 4,80 Euro ge­ kauft werden. Als Kaufkurs kann man den Bereich um 5,60 Euro ins Visier nehmen. Es versteht sich von selbst, dass es bei den üb­ rigen bisher vorgestellten Aktien bzw. Un­ ternehmen nur heißen kann: Finger weg! Aber auch Firmen mit an sich aussichts­ reichen Geschäftsmodellen sind an der Bör­ se heillos überbewertet.

und wies zum Halbjahr sogar einen Gewinn von allerdings nur 1,2 Millionen Euro aus. Operativ läuft es für die 100-prozentige Tochter Bitcoin Deutschland als Betreiber der Handelsplattform bitcoin.de mit zuletzt 430.000 angemeldeten Nutzern sehr gut. In Kürze soll auch Ethe­reum, nach Bitcoin die zweitwichtigste Kryptowährung der Welt, auf der Plattform handelbar sein. Mit einem Kurs­anstieg von fünf auf über 50 Euro in den vergangenen zwölf Monaten ist der Börsen-wert jedoch bei weitem zu hoch. Auch die BTL Group lebt von einem ho­ hen Vertrauens­vorschuss (WKN A2ARFV, 117,5 Millionen Marktwert, Verlust). Die Aktie legte in nur 15 Monaten um satte 1700 Prozent zu. Die Gesellschaft bietet Block­ chain-Lösungen für Geschäftsmodelle in verschiedenen Wirtschaftszweigen, speziell jedoch für den Energiesektor, die Finanz-

Von Kauf bis Verkauf Beginnen wir zuerst mit Unternehmen, deren Kurs teils ohne fundamentale Grün­ de so weit vorangeeilt ist, dass von einem Kauf dringend abgeraten werden muss. So etwa die Bitcoin Group (Marktwert 240,6 Millionen Euro, KGV 202,3). Das Unter­ nehmen konnte seine Erlöse stark steigern

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 61


aktien ° Bitcoin- & Blockchain-Unternehmen

° glossar Blockchain Die Blockchain (deutsch: Blockkette) überträgt Daten in einem Netzwerk über Blocks. Jeder Block ist ein Megabyte groß und bündelt Daten. Alle zehn Minuten löst sich ein Block, die Transaktionen werden ausgelöst. Das Netzwerk ist dezentral, jeder Nutzer hat zur gleichen Zeit die gleichen Informationen. Um Anonymität zu gewährleisten, sind alle Daten kryptografisch verschlüsselt. Nachteil: Die Transaktionen müssen schneller und güns­ tiger werden. Das Problem der Skalierbarkeit (Abwicklung großvolumiger Transaktionen) bleibt vorerst bestehen.

Miner So heißen die Betreiber, die Rechnerleistung für die Blockchain zur Verfügung stellen. Dafür erhalten sie Bitcoins – zum einen aus den Gebühren der Nutzer, zum anderen entste­ hen Bitcoins aus der Blockchain selbst. Die Zahl der Bitcoins ist auf 21 Millionen Stück beschränkt, aktuell befinden sich 17 Millionen Bitcoins im Umlauf. Alle zehn Minuten ent­ stehen 12,5 Bitcoins. In Deutschland gibt es kaum noch Bitcoin-Miner, die Energiekosten sind zu hoch. Große Schwächen Eine Versicherung existiert bislang nicht. Für jede Transaktion wird eine Gebühr fällig. Bei Normalbetrieb liegt diese bei rund drei Cent. Sie steigt aber mit der Anzahl der Trans­ aktionen in der Blockchain, bei Hochbetrieb können auch 20 Euro anfallen. Zudem ver­ längert sich dann die Transaktionsdauer auf mehrere Stunden. An einem Tag bewältigt die Blockchain rund 300.000 Transaktionen.

62 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

oder die Glücksspielbranche an. Mit der ei­ genen Blockchain-Plattform Interbit kön­ nen Unternehmen Vermögenswerte unter­ einander austauschen, Abwicklungspro­ zesse optimieren und dadurch einen erheb­ lichen Kostenvorteil erzielen. In einem Pi­ lotprojekt entwickelt BTL mit dem Kredit­ kartenriesen Visa und sechs europäischen Banken eine Abwicklungslösung, die den internationalen Zahlungstransfer effizien­ ter gestalten soll. Ein Pilotprojekt mit Wien Energie und zwei weiteren Energiefirmen für den effizienteren Energiehandel konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Trotz des interessanten Geschäftsmodells, das schon erhebliche Umsätze erzielt hat, ist die BTLAktie viel zu teuer. Dies gilt in noch hö­ herem Maße für Hive Blockchain Techno­ logy (WKN A2DYRG, Marktwert 400 Mil­ lionen Euro). Hive hat eine Technologie entwickelt, um Blockchain-Transaktionen zu validieren und viel versprechende neue Blockchains zu identifizieren. Die Aktie ist allerdings astronomisch hoch bewertet. Aktien auf Gaga-Kurs Eine weitere Zockeraktie ohne Substanz ist Maier & Partner (WKN A1MMCY, Marktwert 1,7 Millionen Euro). Die pure Ankündigung, eine Namensänderung in Netcoin Capital anzustreben und den Ge­ schäftszweck zu ändern, hat für eine Kurs­ explosion der Aktie von einem auf zeitweise sieben Euro ausgereicht. Seither hat sich der Kurs wieder geviertelt. Der erfolgreichste deutsche Börsengang des Jahres 2017 ist der Naga Group (WKN A161NR, Marktwert 206 Millionen Euro) gelungen. Die Gesellschaft konzentriert sich auf die Entwicklung von Fintech-Lö­ sungen für die Finanz- und Gamingbran­ che. Bis Ende 2017 möchte Naga die Naga Wallet auf ihrer Plattform anbieten – eine digitale Geldbörse, die es Nutzern erlaubt, Gelder in Eigenwährung ein- und auszu­ zahlen, um diese in Kryptowährungen um­ zuwandeln. Mit dem Naga Coin will die Fir­ ma auch gleich eine eigene Währung anbie­ ten. Ein mickriger Halbjahresumsatz von 3,74 Millionen Euro spricht dennoch gegen ein Investment. Kaufenswert ist neben der

B+S Banksysteme-Aktie und den drei TopEmpfehlungen (Finlab, Fintech Group und Goldmoney) auch die Software AG: Sie ver­ fügt über ein unterschätztes Blockchain-Po­ tenzial (WKN A2GS40, Marktwert 3,5 Mil­ liarden Euro, KGV 17,9). Über die eigene Digital Business-Plattform können etwa Fi­ nanzdienstleister Blockchain-Lösungen entwickeln und über die Plattform in vor­ handene Sys­teme integrieren. Damit ist die Software AG die eindeutig konservativste Blockchain-Aktie. Spekulation hoch X Natürlich ist auch die gesamte Finanz­ branche hellhörig geworden. Und weil die reine Spekulation mit Kryptowährungen offenbar nicht risikoreich genug ist, hat die US-Futuresbörse CME (Chicago Mercan­ tile Exchange), an sich eine renommierte Terminbörse, den Bitcoin-Future auf den Markt gebracht, ein Terminkontrakt, mit dem man mit Hebel auf die Kursentwick­ lung der bekanntesten Kryptowährung set­ zen kann. Nicht zu verwechseln mit Ter­ minkontrakten sind Optionen, bei denen der Hebel noch um ein Vielfaches höher sein kann. Allerdings kann man bei Optio­ nen nicht nachschusspflichtig werden und theoretisch unendlich viel verlieren. Doch ähnlich wie bei normalen Bitcoin-Transak­ tionen oder bei Versuchen, mit Bitcoin Pro­ dukte des täglichen Bedarfs zu kaufen, ver­ darben die teils extremen Wertschwan­ kungen den Bankern gleich nach wenigen Handelstagen das Geschäft: Der Handel mit Bitcoin-Futures musste ausgesetzt werden. Bitcoin-EtF Wirklich vertrauensbildend ist das nicht, selbst wenn sich seit Jahresanfang der Handel deutlich beruhigt hat und vorerst ohne größere Probleme vor sich geht. Den Futureshandel sollten Privatanleger lieber den großen Finanzadressen überlassen. Op­ tionen sind spekulativ genug. Immerhin soll auch ein Bitcoin-ETF lanciert werden. Damit könnte man auf Bitcoin wetten, ohne sie kaufen zu müssen. Bisher jedoch sind ­diese Versuche an der US-Börsenaufsicht SEC gescheitert.


ADVERTORIAL

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All in one: Innovativer Blockchainfund

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or kaum zwei Jahren ein absolutes Nischenthema, entwickelt sich das Thema Blockchain aktuell zu einem Blockbuster von ungeahnter Sprengkraft. Der erste zugelassene BLOCKCHAINFUND im UCITS-Gewand, initiiert durch den liechtensteinischen Asset Manager AIF AG, ergänzt das Kernportfolio um strategische Engagements in UCITS-fähige Kryptowährungsvehikel*) sowie nicht physisch gehaltene Edelmetallinvestments**).

logie bereitstellen. Attraktivität besitzt dieses Thema für Banken und Finanzinstitute, die Bereiche Cyber-Sicherheit, Supply Chain Management, Prognostizierung, Netzwerktechnologie, Internet der Dinge (IoT), Versicherungswirtschaft, privater Transport, Cloud-Speicher, Wohlfahrts- und Gesundheitswesen, Wahlen und Abstimmungen, Regierungen, Energiemanagement, Online-Musikeinzelhandel, Immobilienwirtschaft und Crowdfunding.

Die Blockchain-Technologie, die der Kryptowährung Bitcoin und der Plattform Ethereum zugrunde liegt, ist dabei, ähnlich wie das Internet vor gut 20 Jahren, Geschäftsprozesse schneller, transparenter, direkter und vor allem preiswerter zu gestalten. Eine Opportunität, die von vielen unterschiedlichen Unternehmen bereits dafür genutzt wird, um ihr Betriebsmodell zu transformieren oder ihre strategische Ausrichtung respektive ihre Effizienz zu optimieren.

Auf die nähere Zukunft bezogen, kann man die Wachstumsaussichten der BlockchainTechnologie als sehr gut bezeichnen, wie beispielsweise Untersuchungen von „Markets & Markets“ zeigen. Diesen zufolge wird der Blockchain-Markt voraussichtlich von 241,9 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 bis zum Jahr 2022 auf 7683,7 Millionen US-Dollar wachsen, und das bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 79,6 Prozent. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern des Marktes zählen die steigende Nachfrage nach DLT (Distributed Ledger Technology), reduzierte Gesamtbetriebskosten, steigende Marktpreise für Kryptowährungen und anfängliche Münzangebote, weiters die steigende Nachfrage nach vereinfachten Geschäftsprozessen, die Schaffung von Transparenz und Stabilität, die Ermöglichung schnellerer Transaktionen sowie die zunehmende Akzeptanz von BaaS (Blockchain-as-a-Service). Der BLOCKCHAINFUND ergänzt das Kernportfolio um teils strategisch, teils opportunis-

BLOCKCHAIN ANLAGEFONDS Der neu lancierte, aktiv gemanagte UCITSBLOCKCHAINFUND von AIF bietet Investoren einen breit gestreuten Zugang zu Unternehmen, die das Potenzial haben, vom Wachstum des Blockchain-Segments überdurchschnittlich zu profitieren. Dazu zählen Unternehmen, die Anwendungen entwickeln, in der entsprechenden Forschung aktiv sind, Beratungsdienstleitungen anbieten oder Produkte für die Infrastruktur der Blockchain-Techno-

WACHSTUMSPERSPEKTIVEN

tisch geprägte Engagements in UCITS-fähige Kryptowährungsvehikel sowie in nicht physisch gehaltene Edelmetallinvestments. Der Fonds wird aktiv gemanagt, was nicht zuletzt dem sich rasch wandelnden technologischen Umfeld geschuldet ist. Das Fondsportfolio des UCITS-Fonds ist in drei Substrategien – Blockchain, Kryptowährungen und Edelmetalle – unterteilt, dadurch sind verschiedene TradingAnsätze erforderlich. Während das BlockchainSegment auf herkömmlicher Aktienanalyse in der Art einer fundamentalen Bottom up-Analyse beruht (Aspekte des klassischen Shareholder Value-Ansatzes kombiniert mit hoch entwickelter, quantitativer Bewertung und Vergleichsmodellen), basiert die Krypto-Strategie auf weitestgehend rein technischer Analyse. Die Selektion der Edelmetallinvestments geschieht im Wesentlichen auf der Basis eines fundamentalen Top down-Ansatzes, kombiniert mit technischer Analyse. FUND FACTS Der in Österreich bereits zum Vertrieb zugelassene UCITS-Fonds ist erhältlich in drei Währungsklassen: CHF (ISIN: LI0395782720), EUR (ISIN: LI0395782712) und USD (ISIN: LI0395782860).

KONTAKTDATEN CAIAC Fund Management AG c/o BLOCKCHAINFUND Haus Atzig, Industriestr. 2, Postf. 27 FL-9487 Bendern E: info@blockchainfund.li

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Disclaimer: Obige Angaben sind Meinungen des Asset Managers, AIF Alternativ Invest Finance AG, Liechtenstein und sind subjektiver Natur. Die vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Unterlagen zum BLOCKCHAINFUND können kostenlos über AIF AG, Giessenstr. 2, Postf. 9, FL-9491 Ruggell, info@aif.li oder über den LAFV, www.lafv.li bezogen werden.

FEBRUAR 2018 – GELD-MAGAZIN °

63


Aktien ° Diabetes

500 Millionen Patienten Als Zuckerkrankheit wird eine Gruppe von Stoffwechselkrankheiten bezeichnet, deren Hauptsymptom die ­Ausscheidung von Zucker im Urin ist. Die starke Zunahme der Diabetiker in den Emerging Markets sowie neuartige Wirkstoffe machen Unternehmen in diesem Therapiebereich attraktiv für Anleger.  Wolfgang Regner

M

Insulinmangel Wenn die insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug oder gar kein Insulin mehr produzieren, fehlen also sowohl die GlukoseAufnahme in die Körperzellen als auch die Hemmung der Glykogen-Neubildung in der Leber. Die aufgenommene Glukose verbleibt im Blut. Man unterscheidet zwei Typen des Diabetes: Den Typ-1 (Zerstörung der Betazellen durch das Immunsystem) und den Typ 2, eine Kombination von Insulinresistenz und relativem Insulinmangel. Wichtig ist auch, dass der Typ 2-Diabetes oft mit Fettleibigkeit einhergeht. Der Insulinmangel bewirkt nun, dass Glukose nur mehr mangelhaft in die Zellen aufgenommen werden kann. Damit fehlt

64 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Eine wichtige Hausaufgabe für Diabetiker: Die regelmäßige und korrekte Messung des aktuel­ len Blutzuckerspiegels. Die Geräte hierfür haben zuletzt einen Technologieschub gebracht.

die Glukose innerhalb der Zellen als Energielieferant und häuft sich im Blut an. Das Körperfett kann nicht mehr in seinen Depots gehalten werden und wird ans Blut abgegeben. Es kommt zu einer Übersäuerung des Blutes mit freien Fettsäuren. „Als Volkskrankheit klassifiziert sich Diabetes daher durch die Korrelation mit Herz-KreislaufErkrankungen: 68 Prozent der über 65-Jährigen Diabetiker sterben der International Diabetes Federation (IDF) gemäß an HerzKreislauf-Erkrankungen und damit doppelt so viele wie Nicht-Diabetiker“, weiß Hanns Frohnmeyer, Senior Portfolio Manager, Bellevue Asset Management. Gleichzeitig haben Diabetes­p atienten in den letzten

Jahrzehnten global deutlich zugenommen – von 153 Millionen (1980) auf 382 Millionen (2013) Patienten. Jüngste Erhebungen der IDF gehen davon aus, dass die Zahl der Diabeteserkrankun­gen zwischen 2015 und 2020 von 415 auf 642 Millionen Betroffene in die Höhe schnellen wird. Angetrieben wird dieser Anstieg durch China und Indien, wo 50 Prozent der Erkrankungen auftreten. Verschiedene Therapieansätze Beim Typ 1-Diabetes muss das fehlende Hormon Insulin künstlich in Form von Insulinpräparaten zugeführt werden. Das Ziel dieser Insulintherapie ist nicht die Heilung

creditS: beigestellt, Shutterstock

echanismen, die zur Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) führen, setzen überwiegend am Insulin, dem Hauptregelungshormon des Zuckerstoffwechsels, an. Die im Verdauungsapparat abgebauten Kohlenhydrate werden zu Glukose, die anschließend in das Blut aufgenommen werden. Die Bauchspeicheldrüse erzeugt das Hormon Insulin, das den Transport von Glukose ins Zellinnere induziert, wo die Glukose anschließend zur Ener­giegewinnung verbraucht wird. Darüber hinaus bewirkt Insulin auch eine Speicherung von Glukose in Form von Glykogen in der Leber sowie in den Muskelzellen. Beides reduziert den Blutzuckerspiegel. Wenn notwendig, sorgt vor allem das Hormon Glukagon (Insulin-Antagonist) dafür, dass in der Leber Glykogen wieder zurück in Glukose aufgespalten und ins Blut abgegeben wird.


Diabetes ° aktien

des Typ 1-Diabetes, sondern Ersatz des fehlenden körpereigenen Insulins. Beim Diabetes Typ 2 ist Insulin zwar vorhanden, kann aber an seinem Zielort, den Zellmembranen, nicht richtig wirken. In den ersten Krankheitsjahren kann die Bauchspeicheldrüse dies zwar durch die Produktion hoher Insulinmengen kompensieren, irgendwann gelingt dies aber nicht mehr und der Diabetes wird klinisch. An erster Stelle der Ursachen für den Typ 2 steht das Über­ gewicht. Etwa die Hälfte aller neu diagnostizierten Diabetiker erreicht durch eine ­G ewichtsabnahme von zehn Kilogramm eine Heilung der Erkrankung. In den letzten Jahren wurde verstärkt an neuen Therapieansätzen geforscht. „DPP-4-Hemmer sind Substanzen, die indirekt die Insulinausschüttung fördern und die Insulinsensitivität des Gewebes erhöhen. Hier sind Unternehmen wie Merck (Januvia), Novartis (Galvus) oder AstraZeneca (Onglyza) aktiv“, erklärt Bellevue AM-Manager ­Frohnmeyer. „Andere Therapeutika wirken beim Menschen als GLP-1-Analoga. Diese, wie etwa Victoza (Novo Nordisk), Trulicity (Eli Lilly), Byetta oder Bydureon (Amylin/ Eli Lilly/AstraZeneca), die wie Insulin ­subkutan gespritzt werden, imitieren das Darmhormon GLP-1, das die Insulinfreisetzung anregt, verzögern die Magenent­ leerung und führen zu einem früheren ­S ät­t igungsgefühl“, sagt Frohnmeyer. „SGLT2-Inhibitoren wie Invokana (J&J), Forxiga (AstraZeneca), Jardiance (Eli Lilly/ Boeh­ringer Ingelheim) senken den Blut­ zuckerspiegel, indem sie den Natrium-­ Glukose-Kotransporter-2 in den Nieren blockieren, sodass die über die Harnwege ausgeschiedene Glukosemenge steigt und dadurch der Blutzucker sinkt. Sanofi und die Biotech-Firma Lexikon arbeiten an der Entwicklung eines kombinierten SGLT1/2-Inhibitors. Die SGLT1-Rezeptoren befinden sich vor allem im Darm, ­sodass damit eine noch stärkere Reduktion

„Die Zahl der Diabetes-Patienten wird bis 2030 in die Höhe schnellen“

des Blutzuckerspiegels erwartet wird“, so Frohnmeyer. Neue Blockbuster-Medikamente Semaglutid (Markenname Ozempic) ist ein blutzuckersenkender Wirkstoff aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten für die Behandlung eines Typ 2-Diabetes. Es handelt sich um ein lang wirksames Analogon des GLP-1, imitiert dieses also. Die Effekte beruhen u.a. auf der Förderung der Insulinsekretion und der Hemmung der Ausschüttung von Glucagon, dem ebenfalls in der Bauspeicheldrüse produzierten InsulinAntagonisten (fördert u.a den Glykogenabbau in der Leber). Die Injektionslösung wird einmal pro Woche subkutan gespritzt. Der Wirkstoff ist strukturell und pharmakologisch mit Liraglutid (Victoza) verwandt, das im Unterschied zu Semaglutid einmal täglich gespritzt werden muss. Beide Medikamente wurden vom Diabetes-Weltmarktführer Novo Nordisk entwickelt. Auch im Bereich Gewichtskontrolle (Abnahme) tut sich einiges. Übergewicht verstärkt zwei Kerndefekte, die Diabetes auslösen: Insulinresistenz und die Fehlfunktion der Betazellen. Neue Medikamentenklassen führen zu teilweise deutlichem Gewichtsverlust. Der ganz große Durchbruch wäre die Zulassung von Semaglutide als einmal täglich einzunehmende Tablette. Die dafür nötigen Ergebnisse will Novo Nordisk im Sommer präsentieren. Sanofi dagegen kämpft weiter mit rückläufigen Einnahmen. So ist kein Nachfolger

Hanns Frohnmeyer, Bellevue AM

für das Insulinpräparat Lantus in Sicht, dessen Patent abgelaufen ist. Novo Nordisk ist mit einem Marktanteil von über 40 Prozent global führend bei Insulinen und steht mit 13 Prozent auch bei neuen Medikamentenklassen der sogenannten GLP-1- und SGLT2-Inhibitoren ganz vorn. Mit starken Produktverkäufen und der Entwicklungspipeline hat Novo Nordisk gute Voraussetzun­ gen, um wieder zur ­hohen Wachstumsdynamik zurückzukehren. Ionis Pharma wiederum ist führend in der Antisense-Technologie. Bei einem Produkt, das 2018 vor der Zulassung steht, wird damit die Bildung von Triglyceriden verhindert, die bei der Entstehung von Fettleibigkeit eine zentrale Rolle spielen. Auch die Medtech-Firmen Abbott Labs und Dexcom bieten mit Insulin-Pens bzw. -Pumpen samt Messsensoren wichtige Produkte. Ein interessantes indirektes Investment sind Gesundheitsfonds wie etwa der BB Adamant Biotech Fonds von Bellevue Asset Management, denn im Portfolio spielen Diabetes-Firmen mit neuen Therapieansätzen eine wichtige Rolle.

° Diabetes-Spezialisten ISIN US0028241000 CH0038389992 US2521311074 US5324571083 US4622221004 US6701002056

Unternehmen Abbott Labs BB Biotech Dexcom Eli Lilly Ionis Pharma Novo Nordisk

Kurs Mk 49,60 € 87,0 Mrd.€ 61,30 € 3,5 Mrd.€ 46,20 € 3,9 Mrd.€ 68,50 € 75,4 Mrd.€ 42,80 € 5,2 Mrd.€ 46,80 € 90,7 Mrd.€

KGV 48,1 18,8 Verlust 18,4 139,0 19,8

1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre + 32,6 % + 39,1 % + 103,3 % + 28,0 % + 26,7 % + 303,8 % – 37,3 % – 0,4 % + 290,9 % – 4,0 % + 6,3 % + 72,2 % + 9,2 % + 63,6 % – + 45,1 % + 20,1 % + 74,1 % Quelle: www.comdirect.de

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 65


alternative investmentsPanorama „SMARTER THAN CRYPTO“

Trends bei alternativen Anlagen 2018

Innovation. Salus Alpha kommt mit zwei

Gemischte Ansätze. Die GAM-Experten

neuen Produkten auf den Markt: „Smarter than Beta“ und „Smarter than Crypto“. „Smarter than Beta“ ist ein AI-gesteuertes Modell, das auf Börsenindizes angewandt wird und kontinuierlich 40 Prozent mehr Gewinn bei 40 Prozent weniger Risiko erwirtschaftet. Die Leistung der „Smarter than Beta“-Strategien werden mit einer Performance Fee von 30 Prozent auf die Outperformance (!) abgegolten, Management Fee fällt keine an. Smarter than Crypto („STC“) ist das erste „cryptocurrency-only” Smarter than Beta-tokenized Portfolio, das selbstständig ein aktiv gemanagtes Portfolio der Top 20 Crypto-Währungen zusammenstellt. Dabei spielt die Marktorientierung keine Rolle. Risi­ken werden durch aktive Selektion der Top 20 Coins aus dem CRIX-Crypto Index reduziert. „Smarter than Crypto“ ist aktuell im Pre-Sale und mit zehn Prozent Discount zu zeichnen.

empfehlen in diesem Jahr Strategien wie Equity Hedge,Trading, Event Driven und Relative Value bei alternativen Assetklassen im Auge zu behalten. Obwohl die globalen Wertpapierkurse ihren Aufwärtstrend auch zu Beginn des Jahres 2018 fortgesetzt haben, kommen bei Anlegern allmählich Bedenken wegen der Länge und des Ausmaßes der Rally auf, nicht zuletzt da die Zentralbanken ihre Geldpolitik zunehmend straffen. Alternative Strategien dienen als Absicherung gegen einen Abverkauf bei Risikoanlagen. Dabei bieten gemischte Ansätze für alternative Anlagen, wie etwa die Kombination von alternativen Risikoprämien (ARP) mit Hedgefonds-Strategien, ein höheres Alpha und sind deshalb für Anleger besonders interessant. Im Einzelnen bietet sich Equity Hedge bei Marktrotationen an, Trading wiederum eröffnet Chancen für diskretionäre Makrostrategien

Gerald Pistracher, Client Director bei GAM Österreich und Event Driven wird für kurzfristige Sondersituationen bevorzugt. Zur Absicherung gegen steigende Zinsen sind Relative Value-Strategien bei Anleihen eine wichtige potenzielle Quelle für hohe Erträge im Fixed Income-Universum.

AQUAKULTUR – LACHS FÜRS DEPOT Mit dem Zertifikat von Deutsche Bank X-markets auf den neuen Nordic Fish Farmer Index (DE000DM9SEA5) können Anleger jetzt breit gestreut von der steigenden Nachfrage nach Lachs profitieren. Das Lachs-Barometer enthält sieben Unternehmen (Austevoll Seafood, Bakkafrost, Grieg Seafood, Leroy Seafood, Marine Harvest, Norway Royal Salmon und Salmar), die ihre Erträge in den Bereichen Fischzucht, Fischfang, Fischzuchtanlagen, Verpackung und dem Vertrieb von Fisch erwirtschaften. Um Bestandteil des von der ICF Bank berechneten Index zu sein, muss der Börsenwert des Unternehmens mindestens 500 Millionen Euro betragen, maximal zehn Titel dürfen im Index vertreten sein. Die Zusammensetzung wird halbjährlich überprüft. Die Dividenden der Unternehmen werden in den Index reinvestiert. Zu Beginn sind es sieben Firmen (gleich gewichtet), die aus Norwegen stammen – dem weltweit drittgrößten Produzenten, dessen Fische und Meeresfrüchte in über 140 Ländern verkauft werden.

66 ° GELD-MAGAZIN – Februar 2018

DAS WISSEN DER INSIDER Jedem Anleger ist klar, dass Management und Aufsichtsrat eines Unternehmens am besten über dessen Zukunft Bescheid wissen. Das Deutsche Bank X-markets-InsiderZertifikat (DE000DB6GWD5) hängt sich an deren Kaufentscheidung an. Der Erfolg gibt der Methode Recht, in der Historie schnitt dieses Produkt positiv ab. Der beste Signalgeber zum Kauf der Aktien eines Unternehmens sollte das Management sein. Wenn dieses eigene Aktien kauft oder verkauft, sollte dies Hinweise auf den zukünftigen Kursverlauf geben. Per Gesetz sind diese sogenannten Unternehmens-Insider verpflichtet, den Kauf und Verkauf von Aktien der eigenen Gesellschaft den Aufsichtsbehörden zu melden. Der Solactive Insider Index bildet die Kursentwicklung ausschließlich deutscher Unternehmen ab, die im abgelaufenen Quartal das höchste Verhältnis von Insider-Käufen im Verhältnis zur Marktkapitalisierung aufwiesen. Er beinhaltet aktuell 14 Unternehmen, die zu gleichen Teilen gewichtet werden.

Die „Big Five“ der Tech-Branche Hinter dem Akronym stehen die „Big Five“ der Tech-Branche mit schier endlosem Wachstumspotenzial.Anleger können auf das SuperQuintett mit dem GAFAM-Faktor (5)-Zertifikat Long (DE000MF05EN3) setzen. Alphabet, der Science-Fiction-Konzern, ist seiner einstigen Rolle als größte Internet-Suchmaschine der Welt entwachsen, investiert eifrig in selbstfahrende Autos, Haustechnik, Roboter und Künstliche Intelligenz. Amazon, der HandelsGigant, wurde in zwei Jahrzehnten zum weltumspannenden Giganten mit stetig wachsendem Jahresumsatz. Zum Imperium von Facebook zählt nicht nur das weltgrößte soziale Netzwerk, dazu zählen auch die Foto-App Instagram und der Messenger-Dienst WhatsApp. Apple, der Trendsetter, sitzt dank der iPhoneErfolgsstory auf einem Cash-Berg im dreistelligen Milliarden-Bereich. Investitionen in neue Wachstumstrends sind Programm. Microsoft, der Software-Branchenprimus, Wachstumstreiber sind die Cloud-Aktivitäten, ein weiterer der Zukauf von LinkedIn.

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Kurs Basis

Strike

24,90 € 91,50 € 19,46 € 128,20 € 74,16 € 39,48 € 103,35 € 112,12 € 14,49 € 69,42 € 67,10 € 94,64 € 201,45 € 91,50 € 40,05 € 114,35 € 189,20 € 69,18 € 17,94 € 70,95 €

25,00 € 90,00 € 20,00 € 125,00 € 72,00 € 40,00 € 102,00 € 115,00 € 15,00 € 70,00 € 68,00 € 92,00 € 200,00 € 90,00 € 40,00 € 115,00 € 190,00 € 70,00 € 18,00 € 72,00 €

Koupon p.a.

Bewertungstag

12,00 % 12,00 % 13,00 % 10,00 % 9,50 % 9,00 % 11,00 % 9,00 % 9,50 % 9,00 % 9,50 % 7,00 % 8,00 % 9,00 % 8,00 % 8,00 % 8,00 % 7,00 % 8,00 % 6,50 %

21.09.2018 21.09.2018 21.06.2019 21.09.2018 21.09.2018 21.09.2018 21.09.2018 21.12.2018 15.03.2019 21.06.2019 15.03.2019 21.09.2018 21.06.2019 15.03.2019 21.06.2019 21.06.2019 15.03.2019 15.03.2019 21.06.2019 15.03.2019

Max. Rendite p.a. Briefkurs 14,13 % 13,30 % 12,82 % 11,90 % 11,46 % 11,03 % 10,62 % 10,16 % 9,90 % 9,42 % 8,89 % 8,78 % 8,60 % 8,56 % 8,42 % 8,42 % 7,99 % 7,77 % 7,66 % 7,50 %

99,11 % 99,46 % 99,99 % 99,24 % 99,18 % 99,05 % 100,49 % 99,32 % 99,65 % 99,44 % 100,67 % 99,12 % 99,22 % 100,54 % 99,41 % 99,45 % 100,05 % 99,31 % 100,45 % 99,03 %

Stand: 1. Februar 2018, alle Angaben ohne Gewähr

rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientie ofessionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objekt rtrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integ mpetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfrist rlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethis rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientie ofessionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objekt rtrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integ mpetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfrist rlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethis rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientie ofessionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objekt rtrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integ mpetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfrist rlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethis rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrli dividuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethis rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientie ofessionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objekt rtrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integ mpetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfrist rlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethis rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientie Laut Wall Street Journal der ofessionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objekt rtrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integ „Gold-Standard der Finanzberatung“ mpetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfrist rlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethis rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientie ofessionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objekt rtrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integ mpetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfrist rlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individue hisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernet rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernet nzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytis sungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientie Finanzplanung ist Lebensplanung! Daher ist eslangfristig wichtig,ehrlich in Geld-Angelegenheiten auf einen hochqualifizierten ofessionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professione jektiv vertrauensvoll langfristig FINANCIAL ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich professionell objekt Berater -integer etwa kompetent einen CERTIFIED PLANNER™ - zu vertrauen. Experten,analytisch die einelösungsorientiert CFP-Zertifizierung rtrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvo besitzen, haben nicht nur ethisch eine umfassende Ausbildung absolviert und kommissionelle Prüfungen abgelegt, teger kompetent langfristig ehrlich individuell vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompete ngfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfrist sondern sich auch einem strengen Ehrenkodex unterworfen und objektiv zu ständiger Weiterbildung rlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell vertrauensvoll integer kompetentverpflichtet. langfristig ehrlich individue hisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernet Eine Liste aller CFP-Zertifikatsträger in Österreich finden Sie im Web unter www.cfp.at rnetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernet nzheitlich analytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitli alytisch lösungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytis sungsorientiert professionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientie ofessionell objektiv vertrauensvoll integer kompetent langfristig ehrlich individuell ethisch vernetzt vernetzt ganzheitlich analytisch lösungsorientiert professione


alternative investments ° Marktunabhängige Investmentfonds

Profite auch in Krisenzeiten Die zunehmende Gefahr von Marktkorrekturen erfordert passende Portfoliobausteine aus dem Alternative Investment-Spektrum. Mit Low Vola-Strategien, Managed Futures-, Global Macro- oder auch Long/ShortAktien-Fonds sind marktunabhängige Renditen zu erzielen. Auf diese Produkte können Sie getrost setzen. Michael Kordovsky

A

uslöser der nächsten Finanzmarktturbulenzen können in Störungen an der Zinsfront, einer Schuldenkrise in China, geopolitischen Konflikten, aber auch in ­einer heute noch völlig unbekannten Situation liegen. Fakt ist, dass sich im Marktstress Anleger aus risikobehafteten Marktsegmenten zurückziehen, was dann dazu führt, dass diese Asset-Kategorien gleichzeitig unter Druck geraten. In der Folge können dann selbst Multi Asset-Portfolios mit entsprechenden Verlusten konfrontiert sein. Eine Extremsituation stellte diesbezüglich der Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 dar. Der MSCI World Index verlor in diesem Jahr 40,3 Prozent an Wert. Gleichzeitig büßten der CS High Yield Index 26,2 Prozent und der JPM Emerging Markets Bond Index 12 Prozent ein. Aber auch Indizes aus dem Hedgefonds-Bereich waren bis auf CTAs und Shortseller alle negativ. Der Ansatz „CTA-Global“ brachte es auf ein Plus von 12,8 Prozent, weshalb Managed Futures Trendfolger auch jetzt wieder als Beimischung Sinn machen. Mit Verlusten von weniger als zehn Prozent zu den „geringeren Übeln“ zählten in der Extremsitua­ tion 2008 die Strategien Merger Arbitrage,

Global Macro und Equity Market Neutral. In weniger extremen Drawdown-Situatio­ nen sollte bei richtiger Produktauswahl auch mit diesen Strategien im Ernstfall eine positive Performance machbar sein. Managed Futures profitieren von starken Trends In den vergangenen Jahren bis hin zu den vergangenen Wochen positiv aufgefallen sind der SEB Asset Selection Fund und der SMN Diversified Futures Fund. Letzterer liegt per 19. Jänner auf Sechs-MonatsSicht bereits 15,9 Prozent im Plus. Seit Start des Fonds vor 21 Jahren liegt die Wertentwicklung bei vergleichsweise hohen 7,1 Prozent p.a., im Krisenjahr 2008 beeindruckte er gar mit einem Plus von 58,5 Prozent. Den Ansatz des Managed Futures Fund beschreibt Gernot Heitzinger, Geschäftsführer der SMN Investment Services, wie folgt: „Das voll systematische Handelssystem ­beruht auf mittel- bis langfristiger Trendfolge. Das Fondsvermögen wird global diversifiziert in über 330 Instrumenten aus den Bereichen Währungen, Aktien, Zinsen und Rohstoffe veranlagt.“ Die Performance verläuft jedoch in Schüben, die in unregel-

mäßigen Zeitabständen einsetzen. „Der Fonds erzielt seine besten Ergebnisse in Phasen mit starken mittel- bis langfristigen Trends. Schwierig sind Seitwärtsphasen und Phasen von abrupten Trendwechseln“, erklärt Heitzinger. Die Performance 2017 von plus sechs Prozent war laut Heitzinger stark vom Aufwärtstrend der Aktienmärkte getrieben, aber auch der US-Dollar, USTreasuries und einiger Agrarmärkte. Zur Performance-Chance im Marktstress äußert sich Heitzinger wie folgt: „Phasen von Marktstress und Panik sind oft jene Zeiten, in denen die ausgeprägtesten Trendphasen bestehen. Dies erklärt die regelmäßig gute Performance unserer Strategie in diesen Zeiten.“ Der SEB Asset Selection Fund geht ebenfalls via Futures in Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen, long als auch short. Die Korrelation des Fonds mit Aktien (MSCI World) und Anleihen (JPM Global Government Bonds) liegt historisch bei minus 0,05 und plus 0,2. Per 26.1.2018 stand eine Zehn-Jahres-Performance von 51,9 Prozent einer Volatilität von 9,2 Prozent gegenüber. Im Krisenjahr 2008 überzeugte der Fonds mit einem Plus von 24,5 Prozent.

° Alternative Investmentprodukte zur Portfoliodiversifikation 1 Jahr 2,7 % 2,9 % 7,7 % 13,9 % 5,2 % – 1,0 % 6,0 %

Performance 3 Jahre 5 Jahre 7,4 % 9,7 % 13,2 % 28,8 % 18,9 % 39,3 % 26,5 % 62,4 % 9,5 % 40,1 % 2,8 % 24,6 % – 4,3 % 41,6 %

Vola Max. Verlust 5 Jahre p.a. 5 Jahre 2,54 % – 3,4 % 4,67 % – 4,1 % 6,13 % – 8,2 % 4,37 % – 6,5 % 4,99 % – 4,2 % 8,08 % – 10,2 % 16,48 % – 23,1 %

Strategie Volatilitätsstrategien Global Macro Global Macro Anleihenstrategien Equity market neutral Managed Futures Managed Futures

* *Historische Performance-Angaben beziehen sich auf den Allianz Volatility Strategy, der mit dem Allianz Volatility Strategy Fund fusioniert wurde; Daten per 31.12.2017 auf Eurobasis, Quelle: Mountain View, Fondsanbieter

68 ° GELD-MAGAZIN – Februar 2018

creditS:

ISIN Allianz Volatility Strategy Fund* LU1602092592 Bellevue Funds (Lux) BB Global Macro LU0494761835 M&G Episode Macro Fund GB00B5LHB564 GAM Star Credit Opportunities IE00B567SW70 Old Mutual Global Equity Absolute Return Fund IE00BLP5S460 SEB Asset Selection LU0256624742 SMN Diversified Futures Fund LU0070804173


°

Marktunabhängige Investmentfonds   alternative investments

SEB Asset Selection Ausnützen volkswirtschaftlicher Ungleichgewichte Zwischen einzelnen Volkswirtschaften entstehen immer wieder besondere Bewertungsdifferenzen bezüglich Wechselkurse und Realzinsen sowie Ungleichgewichte in Handels- und Leistungsbilanzen. An der Ausnützung dieser Ineffizienzen profitieren Global Macro Fonds. In dieser Kategorie eine positive Performance-Historie lieferte beispielsweise der M&G Episode Macro Fund, der seit Start im Juni 2010 bei einer Vola von ca. 8,5 Prozent rund 40 Prozent im Plus liegt. Aus der Strategie einer flexiblen Reaktion auf kurzfristige Schwankungen sowie dem strategischen Aufgreifen von langfristigen Value-Themen lässt sich ein gewisser antizyklischer Ansatz ablesen. Dazu David Fishwick, Head of Macro and Equities Investment bei M&G Investments: „Aktuell favorisiert der Fonds ausgewählte Aktien und weist eine Short-Exposure in Staatsanleihen entwickelter Märkte sowie eine Präferenz für ausgewählte Emerging Markets-Währungen auf. Letztere waren in den vergangenen fünf Jahren die meiste Zeit ein leidiges Thema, doch zuletzt entwickelten sie sich zugunsten unseres Fonds.“ Der Fonds schneidet sowohl bei kurzzeitigem Markt­stress gut ab, so wie 2016, aber auch wenn, wie im Jahr 2017, langfristige Value-Signale hohe Erträge hervorbringen. Weniger positiv sind ausgedehnte Kursbewegungen ohne Gegenreaktion und Bewertungsfallen, wie sie z.B. vor einer Rezession auftreten. Solide entwickelt hat sich auch der Bellevue Funds (Lux) BB Global Macro mit 29 Prozent plus in den vergangenen fünf Jahren bei geringer Vola von 4,7 Prozent. Der Fonds investiert weltweit in mehrere Anlageklassen mit der Möglichkeit, Longund Short-Exposure aufzubauen, wobei die Risikoparameter über die Zeit konstant gehalten werden. Das Volatilitätsziel liegt unter sieben Prozent. Aktuelle Portfolio-The-

men sind Long-Positionen in deutschen, amerikanischen und italienischen Staatsanleihen sowie deutschen und japanischen Aktien und Short-Positionen in Renminbi gegenüber dem US-Dollar. Low Vola: Anleihenstrategien und Aktien marktneutral Eine durchaus solide Beimischung sind Fonds, die beispielsweise vorsichtig in Anleihen investieren und gleichzeitig bei Erwartung negativer Entwicklungen in gewissen Anleihensegmenten auch short gehen, wie zum Beispiel der GAM Star Credit Opportunities, der bei einer Long-Tendenz eine je nach Marktsituation variierende Netto-Exposure aufweist. Etwas mehr Ertragsdynamik zeigen jedoch gut gemanagte marktneutrale Long/Short-Equity Funds, die jeweils im gleichen Ausmaß aussichtsreiche Aktien kaufen und als Gegenposition korrekturgefährdete leer verkaufen. Sie profitieren dann an der Performance-Differenz zwischen den beiden Gruppen. Ein interessanter Fonds dieser Art ist der Old Mutual Global Equity Absolute Return Fund, der seit Auflage im November 2011 bei einer Vola von 4,2 Prozent insgesamt 42 Prozent im Plus liegt. Marktunabhängig gewinnen können Anleger auch mit dem Allianz Volatility Strategy Fund, der eine Strategie zur Vereinnahmung der Volatilitätsprämie verfolgt und sich in speziellen Finanzinstrumenten engagiert, deren Wert von Änderungen der Kursschwankungen (Volatilität) am Aktienmarkt abhängig ist. Insbesondere werden Varianz-Swaps eingesetzt, die an Wert gewinnen, wenn die am Aktienmarkt realisierte Volatilität (bzw. deren Quadrat, die Varianz) in einem festgelegten Zeitraum niedriger ausfällt als die bei Abschluss der Swap-Vereinbarung unterstellte Volatilität. Der Fonds bietet daher nach hohen Tagesverlusten am Aktienmarkt eventuell Einstiegschancen.

Managed Futures Fonds legen besonders bei starken Trends, auch bei Marktkorrekturen, zu.

BB Global Macro

Marktineffizienzen treten oft in Krisen­zeiten auf. Global Macro kann auch hier profitieren.

GAm Star Credit Opportunities

Bei Anleihen kann man mit Short-Positionen auch bei steigenden Zinsen gewinnen.

Februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 69


rohstoffe ° Aktuelle Trends

Rohöl ° Konkurrenz nimmt zu Der Schein trügt. Tatsächlich befindet sich der Ölpreis seit Juni/Juli vergangenen Jahres in einem schönen Aufwärtstrend. Blickt man etwas weiter zurück, bewegt sich der Chart (mit einigem Auf und Ab) bereits seit Anfang 2016 nach oben. Scheint somit für die „ÖlBullen“ die Sonne? Zumindest auf langfristige Sicht muss diese optimistische Einschätzung etwas angezweifelt werden. Es sind – Donald Trump zum Trotz – ein weltweit zunehmendes Umweltbewusstsein und der Vormarsch der regenerativen Energiequellen, die für gefährliche Konkurrenz sorgen. Der wesentliche Punkt dabei ist, dass Solar-, Wasserkraft & Co. immer günstiger werden. So geht aus einem Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Ener­gien hervor, dass sich die Kosten für Photovoltaik-Anlagen in gar nicht allzu ferner Zukunft voraussichtlich halbieren werden. „Bis zum Jahr 2020 deuten Projekt- und Auktionsdaten Rohöl (Sorte Brent) darauf hin, dass alle derzeit auf dem Markt befindlichen Technologien zur Erzeugung er­ neuerbarer Energien mit fossilen Brennstoffen konkurrieren und sie sogar unterbieten werden, indem sie im Bereich zwischen drei und zehn Cent/kWh liegen“, heißt es zum Thema etwa auf dem Fachportal SolarServer. Das bedeu­ tet nicht, dass fossile Brennstoffe sofort obsolet werden und der Ölpreis abstürzen wird. Aber ob es tatsächlich wieder zu einer ausgeprägten Öl-Hausse kommen wird, scheint fraglich. (hk)

kupfer ° Schlüsselfaktor China Kupferpreis

fer ist das weltweit wichtigste Industriemetall und somit entsprechend konjunktursensitiv. Man könnte sagen: Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch Kupfer gut – wobei die Augen der­ zeit insbesondere auf China gerichtet sind. Ende des vergangenen Jahres setzte die Ent­ wicklung der chinesischen Kupfer-Importe die Notierungen nämlich kurzzeitig unter Druck. Im letzten Dezember hatte das Reich der Mitte deutlich weniger von dem Basismetall einge­ führt als im Vormonat. Im Gesamtjahr 2017 gingen die Importe gar um 5,1 Prozent auf 4,69 Millionen Tonnen zurück. Laut Analysten der Commerzbank lag dieses Abflachen unter anderem daran, dass China 2017 eine rekordverdächtige Menge Kupfererz und -konzentrat eingeführt hat. Chinas Importpolitik befindet sich schon seit einiger Zeit im Wandel: Da China die Schmelzkapazitäten von Kupfer deutlich ausbaut und selbst zunehmend mehr Kupferraf­ finade produziert, importiert das Land entsprechend mehr Kupfererz sowie -konzentrat und weniger unverarbeitetes Kupfer. Ein erhöhtes Kupferangebot aus der zweitgrößten Volkswirt­ schaft der Welt könnte somit die Preise langfristig etwas nach unten drücken. Derzeit notiert Kupfer bei über 7000 Dollar und hat somit eine veritable Rally hinter sich – Ende 2015 hielt man noch bei 4500 Dollar. (hk)

70 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Alternative Energien werden immer günsti­ ger – eine harte Konkurrenz für fossile Brennstoffe wie Erdöl.

Beeindruckende Rally ° Im Dezember 2015 hielt Kupfer bei rund 4500 Dollar, im ­vergangenen Februar waren es bereits über 7000 Dollar. Das Kursfeuerwerk könnte langfristig ­allerdings durch eine steigende Kupferproduktion Chinas gestört werden.

Kupferproduktion

China  Chile  Japan  Indien  Russland 

2,5 Mio. Tonnen 1,3 Mio. Tonnen 1,3 Mio. Tonnen 0,6 Mio. Tonnen 0,6 Mio. Tonnen

CHARTS: Tai-Pan / software-systems CREDIT: Shutterstock

Dämpfer könnte drohen. Kup­


°

Aktuelle Trends   rohstoffe

Gold ° Match der Edelmetalle silber schlägt gold. Gold gilt ja schlechthin als Inbegriff von Luxus, aber vor allem von Stabilität und Werterhalt. Doch in der Praxis driften Schein und Sein mitunter doch gehörig auseinander. So hielt die Feinunze Gold im September 2017 bei 1350 Dollar, um ziemlich abrupt bis zum Dezember auf rund 1245 Dollar abzusacken. Bis Ende Jänner des heurigen Jahres hatte das Edelmetall im Zuge einer Zwischen-Rally dann die 1350 Dollar wieder aufgeholt. Eine wirklich stetige Performance sieht anders aus, wobei positiv hervor­ gehoben werden muss, dass sich der Goldpreis bereits seit Dezember 2016 in einem – aber eben von Volatilität geprägten – Aufwärtstrend befindet. Kurzfristig wurden im Verlauf des heu­ rigen noch jungen Jahres wiederum Abflüsse aus Silber-ETPs gemeldet. Die Lage beim Gold dürfte also schwankungsfreudig bleiben, wo­ bei die Gold-Silber-Ratio im Februar mit einem Goldpreis Wert von 78 über ihrem Durchschnitt lag. Das bedeutet im Klartext: Aus historischer Sicht wird Silber derzeit günstiger als Gold gehandelt und hat im „Match der Edelmetalle“ somit aktuell die Nase ein Stück weit vorne. Charttechnisch gesehen schwenkte Silber 2016 in einen (ebenfalls volatilen) Seitwärtstrend ein. Eine richtige Rally gab es bei diesem Edelmetall so­ mit seit geraumer Zeit nicht – möglicherweise ein günstiger Zeitpunkt, um Positionen aufzu­ bauen. (hk)

Palladium ° Spiel ohne Grenzen Palladiumpreis

Rekord-Performance ° Der Preis für Palladium setzte im Jänner ein neues Allzeithoch. Damit scheint die Story aber nicht vorüber zu sein – anziehende Nachfrage und hellhörig gewordene Finanzinvestoren könnten zu weiteren Steigerungen führen.

Palladiumförderung

Russland Südafrika Kanada USA Simbabwe

82,0 Tonnen 82,0 Tonnen 13,0 Tonnen 12,5 Tonnen 9,0 Tonnen

Star der Stunde.Im Jänner hat der Pal­

ladiumpreis mit über 1100 Dollar ein neues Allzeithoch markiert. Seither gab es zwar keine weiteren Rekorde mehr, sondern sogar leichte Abflüsse – das tut der Rally aber keinen Ab­ bruch: Seit drei Jahren hat das Edelmetall um rund 40 Prozent zugelegt, in den vergangenen zwölf Monaten waren es ca. 50 Prozent und seit seinem langjährigen Tief im Jänner 2016 hat sich der Preis sogar mehr als verdoppelt. Erfahrene Börsianer stellen sich angesichts ­einer solchen Performance die entscheidende Frage, wie lange der „Bullenlauf“ hier noch an­ halten kann. Glaubt man Analysten, könnte es noch ein gutes Stück weiter nach oben gehen. So titelte eine Analyse von Vontobel mit: „Palladiumpreis kennt scheinbar keine Obergrenze“ und die Commerzbank bezeichnete Palladium als „das Edelmetall der Stunde“. Als Argument für den Rohstoff wird unter anderem die starke Nachfrage nach Benzinmotoren und damit Ab­ gaskatalysatoren, in denen Palladium verwendet wird, genannt. Angetrieben werde der Preis außerdem weiterhin von Sorgen über fortgesetzte Knappheit und ein weiteres Angebotsdefi­ zit, so die Commerzbank. Unterstützt wird die Preisentwicklung laut den Experten weiters von spekulativen Finanzinvestoren, deren Netto-Long-Positionen für die Wette auf steigende Prei­ se im Februar nahe einem Rekordhoch liegen. (hk)

februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 71


ImmobilienPanorama Grand Kinsky Vienna

Insolvent. Nach umfangreichen Berichten

FindMyHome.at. Mit einem Anstieg von 23

über die Konflikte zwischen den Wienwert-Gründern Nikos Bakirzoglu und Wolfgang Sedelmayer sowie dem Vorstand und Mitgesellschafter Stefan Gruze, reichte der Vorstand Anfang Februar für die WW Holding einen Insolvenzantrag ohne Eigenverwaltung beim Handlesgericht ein. Zum Masseverwalter wurde Rechtsanwalt Norbert Abel bestellt, der vor allem die Beteiligung an der Tochtergesellschaft Wienwert bestmöglich verwerten wird. Die erste Gläubigerversammlung findet am 16. Februar statt, Gläubigerforderungen können über den Schutzverband Creditreform bis zum 3. April angemeldet werden. Die allgemeine Prüfungstagsatzung und die Berichtstagsatzung findet am 24. April statt, die Sanierungsplantagsatzung sowie die Schlussrechnungstagsatzung am 5. Juni.

Prozent mehr Suchanfragen im Vergleich zum Vorjahr und über rund 400 Makler- und Bauträgerkunden verzeichnet FindMyHome.at nun auch besonderen Kundenzuwachs. Mit Jahresbeginn 2018 setzt das Luxusimmobilienprojekt Grand Kinsky Vienna auf FindMyHome.at als Agentur: von der Namens-, Logo- & Websiteentwicklung, über Konzeption und Design von Folder sowie 3D Renderings, bis hin zur Vermarktung und Mediaplanung mit sämtlichen Agenden rund um die luxuriösen Wohnungen und Penthouses in der Wiener Innenstadt. „Nach den Etats der Projekte Goethegasse, Palais Schottenring Vienna Penthouses sowie UpperWest 119 im Vorjahr führen wir somit auch 2018 mit dem Etatgewinn

The ICON Vienna Gleichenfeier. Auf dem Areal des Wiener

Hauptbahnhofs entsteht im neuen Stadtteil Quartier Belvedere bis Herbst 2018 THE ICON VIENNA. Der Baustart für den multifunktionalen Bürokomplex, der aus drei unterschiedlich hohen Türme besteht, war im November 2015. Einzigartig für THE ICON VIENNA wird sein, dass es als einziges Bürogebäude vor Ort über einen direkten Zugang zum öffentlichen Netz der Wiener U-Bahn und S-Bahn und zum Fernverkehr der ÖBB sowie zur neu entstandenen BahnhofCity mit all ihren Infrastruktureinrichtungen verfügen wird. In den letzten Monaten konnten mit BAWAG P.S.K., Merkur,TPA und Nestlé vier attraktive und langfristige Mieter für das Projekt gewonnen werden.

THE ICON VIENNA umfasst drei Bürotürme im ­neuen Stadtteil Quartier Belvedere am Hauptbahnhof

72 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Die Vermarktung der Luxusimmobilie Grand Kinsky Vienna übernimmt FindMyHome.at der Location Grand Kinsky Vienna den Trend ‚Alles aus einer Hand‘ fort“, so Bernd Gabel-Hlawa, Geschäftsführer von FindMyHome.at.

UBM Development Prall gefüllte Pipeline. Der UBM ist es vor

Kurzem gelungen, unweit des Berliner Alexanderplatzes im Joint Venture mit der CESA Group ein Doppel-Hotel-Projekt mit mehr als 550 Zimmern zu akquirieren. Der neue Auftrag kommt zu der bereits prall gefüllten Development-Pipeline von acht Hotels mit mehr als 2000 Zimmern hinzu und unterstreicht UBMs Rolle als führender Hotelentwickler in Europa.Aber auch beim Wohnbau schaut die Situation für UBM in Deutschland

sehr gut aus: Nach dem Verkauf von 230 Wohneinheiten im vergangenen Jahr, im Volumen von knapp 100 Millionen Euro, wovon ein Drittel auf Joint Venture-Partner entfiel), wird UBM dieses und nächstes Jahr rund 800 Wohnungen fertig stellen und sie in den Vertrieb bringen (2018: 337 Einheiten, 2019: 456 Einheiten).Von der Planung bis zur Vermarktung bietet UBM dabei alle Leistungen aus einer Hand an.Die Aktien der UBM sind im Prime Market der Wiener Börse gelistet.

ERSTE RESPONSIBLE IMMOBILIENFONDS Nachhaltig. Am 25. Jänner zeichneten die

Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB) und klimaaktiv Bauen und Sanieren herausragende Projekte des Nachhaltigen Bauens aus. Ein Preisträger war dabei auch der 12.000 Quadratmeter große Seeparkcampus West der ERSTE Immobilien KAG, ein Vorzeigeprojekt im Zentrum der Seestadt Aspern in Wien für den idealen Arbeitsplatz von morgen. Das Bürogebäude weist flexible Nutzungsflächen und grüne Freiräume auf. Eine Photovoltaikanlage am Dach vervollständigt die energieeffiziente Holzmischbauweise der Immobilie. Der nachhaltige Immobilienfonds Die ERSTE Immobilien KAG wurde Anfang Oktober 2016 aufgelegt und

in­vestiert gemäß den Nachhaltigkeitskriterien ausschließlich in Österreich. Das Kapitalvolumen liegt bereits bei rund 125 Millionen Euro.

Seeparkcampus West: Vorzeige-Immobilie des nachhaltigen Immobilienfonds der ESPA

creditS: beigestellt

WW Holding / WIenwert


EMPFEHLUNG

**** FREISINGER HOF – HOTEL RESTAURANT

Ein magischer München-Trip

B

leib doch no a wenig – heißt auf Bayrisch soviel wie bleib doch noch hier! Und genau das will der Gast eigentlich auch, wenn er einmal im Freisinger Hof eingecheckt hat. Denn das Hotel bietet die gelungene Mischung aus ländlicher Idylle, urbanem Lebensstil und einzigartigen Erlebnissen.

Sitzt man im gemütlichen Wintergarten des Hotels, hört man je nach Tageszeit entweder das Feuer im offenen Kamin prasseln oder romantisches Vogelgezwitscher. „Und an manchen Tagen sogar den Weckruf eines Esels“, schmunzelt die Hotelchefin Michaela Wallisch. Im Freisinger Hof ist man mitten in München und doch im Grünen und findet durch die ideale Lage direkt am weltberühmten Englischen Garten hier den idealen Ausgangspunkt für den individuellen Trip in die Metropole. Die Weltstadt ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert und bietet 1001 MÖGLICHKEITEN Shopping oder lieber ein Musicalabend? Ein Besuch in einem der zahlreichen Museen oder doch lieber einen Ausflug in die Bavaria Film-

stadt? Auf jeden Fall einplanen sollte der Gast jedoch einen Abend mit Artistik, Pferdezauber und Poesie. Ja, München ist eben anders. Die neue Showarena in unmittelbarer Hotelnähe

entführt die Besucher ins magische Land EQUILA und begeistert mit einer „Show fürs Herz“ von Apassionata. „Das Veranstaltungs-Highlight in München“, lauten die ersten Reaktionen und Pressestimmen. ÖSTERREICHISCHE KÜCHE UND BAYRISCHE GEMÜTLICHKEIT Nach einem aktiven Tag in der Stadt kommt man jedoch gerne nach Hause – in den Freisinger Hof – und genießt die familiäre Gemütlich-

keit bei einem guten Glas Wein beim prasselnden Kaminfeuer im kuscheligen Wintergarten. Es empfiehlt sich noch ein Ausflug in den kleinen, aber feinen Wellnessbereich, zumindest so lange, bis sich der Hunger meldet. Das hoteleigene À-la-carte-Restaurant, dessen Bekanntheitsgrad weit über die Stadtgrenzen hinausreicht, ist schon lange kein Insider-Tipp mehr. Von weit her zieht es die Gäste, um das original Wiener Schnitzel, den köstlichen Tafelspitz oder die hausgemachten Desserts zu probieren. Später werden in den gemütlichen Zimmern und Suiten die Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Doch bei dem großen Angebot von München fällt es schwer, sich zu entscheiden. „Kommen S’ doch zu meinen Mädels an die Rezeption, die verraten Ihnen gerne a paar Geheimtipps für eine frühlingshafte MünchenTour“, empfiehlt Michaela Wallisch. **** Freisinger Hof – Hotel Restaurant Oberföhringer Straße 189 – 191 D-81925 München T: 0049/8995/2302 Email: office@freisinger-hof.de

www.freisinger-hof.de

FEBRUAR 2018 – GELD-MAGAZIN °

73


Immobilien ° Österreich

Preise auf hohem Niveau, aber... Investoren fliegen auf Immobilien in Österreich. Besonders nachgefragt sind Wohnimmobilien, respektive Stadtwohnungen. Hier dürften die Kaufpreise hoch bleiben, obwohl die Mehrheit der Anleger wiederum keine weiteren Preissteigerungen erwartet. Damit dürfte das Transaktionsvolumen weiter steigen.  Mario Franzin sterreich bleibt als Immobilienstand­ ort nicht nur für inländische Investo­ ren im Jahr 2018 attraktiv – trotz der aktuell hohen Preise. Insgesamt 97 Prozent der be­ fragten Anleger, und damit sogar noch et­ was mehr als 2016, damals waren es 94 Pro­ zent, halten Österreich für attraktiv bzw. sehr attraktiv. Damit bekommt der heimi­ sche Immobilienstandort erneut Bestnoten im europäischen Vergleich (82 %). Das sind die Ergebnisse des Trendbarometers Immo­ bilien-Investmentmarkt 2018 der Prüfungsund Beratungsorganisation EY, für den rund 50 Immobilieninvestoren befragt wur­ den, die in den vergangenen Jahren am ös­ terreichischen Immobilienmarkt aktiv wa­ ren. „Auch international gilt Österreich als attraktiver Standort für Immobilieninvest­ ments“, erklärt Alexander Wlasto, Partner und Sector Leader Real Estate bei EY Öster­ reich. „Das hat drei Gründe: Das politische Umfeld wird auch nach der Nationalrats­ wahl als stabil eingeschätzt, die Markt­ schwankungen sind gering und die Niedrig­ zinsphase wird nach Einschätzung von 91 Prozent der Investoren auch 2018 anhal­ ten.“ Verkäufer haben mittlerweile überzogene Preiserwartungen Die Kaufpreise seien auch in Österreich deutlich gestiegen. So meinen 97 Prozent der Befragten, dass der Wettbewerb um in­ nerstädtische Entwicklungsgrundstücke mittlerweile auch zu überzogenen Kauf­ preisen geführt habe. Generell sehen neun von zehn Befragten überzogene Vorstel­ lungen auf der Verkäuferseite. 77 Prozent der Befragten gehen zwar davon aus, dass der Peak grundsätzlich erreicht ist und die

74 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Preise in diesem Jahr durchschnittlich nicht oder kaum noch weiter steigen werden. Einige Segmente lassen noch Preissteigerungen erwarten In einzelnen Segmenten erwarten Inves­ toren aber dennoch weitere Preissteige­ rungen: Beispielsweise bei Logistikimmo­ bilien in guten Lagen wird es für Käufer ­voraussichtlich noch teurer. Ähnliches gilt für Hotelimmobilien an Top-Standorten, wobei 78 Prozent der Befragten generell von einer Annäherung der Renditen zwi­ schen Hotels und Büros ausgehen. Auch bei Wohnimmobilien werden durchgehend bis in mittlere und periphere Lagen hinaus weitere Preissteigerungen er­ wartet. Dies führt zu einem deutlichen An­ legerfokus auf den Wohnsektor. „Wohnun­ gen sind in jeder einzelnen Landeshaupt­ stadt mit Abstand der Favorit“, kommen­ tiert Claudia Brey, Senior Manager und Ver­ antwortliche für Real Estate im Bereich Transaction Advisory Services bei EY Ös­ terreich. „Bei Wohnimmobilien ist neben Wien vor allem Salzburg gefragt, bei Büro­ immobilien-Investoren ist neben der Hauptstadt auch St. Pölten stark im Fokus.“ Portfolios an Zinshäusern werden umstrukturiert „Auch Zinshäuser waren 2017 stark nachgefragt“, so Franz Pöltl von EHL Im­ mobilien. „Die Marke von 1,45 Milliarden Euro aus dem Jahr 2016 wurde im ver­ gangenen Jahr mit 1,4 Milliarden aber nicht ganz erreicht.“ Die Preise seien jedoch auf­ grund des anhaltenden Nachfrageüber­ hangs, insbesondere in guten Lagen, weiter­ hin hoch mit steigender Tendenz. „Das lässt

für heuer hoffen, dass doch wieder mehr Objekte angeboten werden, da die Besitzer das ausgezeichnete Preisniveau verstärkte zur Umstrukturierung ihrer Portfolios nut­ zen werden“, erwartet Pöltl. Einzelhandelsimmobilien als Verlierer Einzelhandelsimmobilien sind hinge­ gen derzeit weniger gefragt. Die Mehrheit der Anleger hat dort keinen Schwerpunkt. „Ein möglicher Grund ist die anhaltende Konkurrenz durch E-Commerce und die Sorge der Investoren vor schwächelnden Mietern“, erklärt Brey. Andererseits schät­ zen drei Viertel der Befragten, dass sich die Handelsunternehmen gut auf die geän­ derten Rahmenbedingungen eingestellt ha­ ben. Insgesamt bleiben so, laut Studie, auch die Preise für Einzelhandelsimmobilien auf hohem Niveau tendenziell stabil – selbst in peripheren Lagen. WÜnschE an die neue Regierung: Bauvorschriften und Mietrecht Das politische Umfeld bleibt nach Ein­ schätzung der befragten Investoren trotz Regierungswechsel stabil. Zwei Drittel rech­ nen damit, dass das Ergebnis der National­ ratswahl keinen wesentlichen Einfluss auf den Immobilienmarkt haben wird. Den­ noch wird politische Unsicherheit als Risi­ kofaktor ernst genommen: Drei Viertel der befragten Immobilieninvestoren sind der Meinung, dass Instabilitäten auf geopoli­ tischer Ebene grundsätzlich auch Auswir­ kungen auf den österreichischen Immobili­ enmarkt haben können. 2016 gaben das erst 72 Prozent der Befragten an. „Die Immobi­ lienwirtschaft wünscht sich von der neuen

creditS: beigestellt

Ö


°

Investmentmarkt   Immobilien

Lebenswertes Wien: Innenstadtlagen sind besonders nachgefragt und daher entsprechend teuer geworden.

Bundesregierung vor allem eine Lockerung der Bauvorschriften, eine Anpassung des Mietrechts und eine Neuregelung der Wohnbauförderung. Das steht bei fast allen ganz oben auf dem Wunschzettel“, so ­Wlasto. Eine Mietpreis­obergrenze lehnt der Großteil natürlich ab. Österreichische Immobilien sind international nachgefragt Die hohe Attraktivität von Immobilien in Österreich, unabhängig von der Nut­ zungsart, spiegle sich auch in einer starken internationalen Nachfrage am Trans­ aktionsmarkt wider, beobachtet Brey. „Das Preisniveau in Österreich ist gerade für in­ ternationale Anleger, relativ betrachtet, bei­ spielsweise zu den Kernmärkten in Deutsch­ land, nicht zu hoch“, so Brey. Bestimmte Käufergruppen – z.B. aus dem asiatischen Raum – konzentrieren sich dabei vor allem auf umfangreiche Portfoliokäufe und Groß­ objekte. Insgesamt ist ein leicht steigendes Transaktionsvolumen zu erwarten: Die Mehrheit der befragten Immobilienprofis schätzt, dass das Transaktionsniveau von 2017 überschritten wird. „Es bleibt heuer ein stark nachgefragter und somit ange­ spannter Markt“, so Brey.

demografischer und digitaler Wandel als Megatrends Treibende Kraft für die Immobilien­ märkte ist der demografische Wandel mit seinen Begleitphänomenen wie einer zu­ nehmenden Verstädterung, davon sind 93 Prozent der Befragten überzeugt – obwohl die Schätzungen für den Zuzug nach Wien nach und nach von 40.000 auf 25.000 redu­ zierte wurde. Aber auch das Zinsniveau und der digitale Wandel werden zunehmend wichtiger. „Während der demografische Wandel die Nutzernachfrage und das Zins­ niveau die Käufernachfrage verändern, hat der digitale Wandel Auswirkungen auf den Bau und den Betrieb der Immobilien“, so Erich Sorli, Partner bei EY Österreich. So wird sich beim Bau von Immobilien mittel­ fristig das Building Information Modeling etablieren – dabei wird vor der Errichtung eines Gebäudes ein digitales Modell erstellt, das nicht nur das Erscheinungsbild, son­ dern auch schon die Bauprozesse und Mate­ rialeigenschaften vorab simuliert. In der Bewirtschaftung von Immobilien würden aus Sicht von 82 Prozent der Befragten so­ genannte Smart Real Estate-Technologien, wie beispielsweise Sensoren für eine voraus­ schauende Wartung, für mehr Effizienz,

„Wohnun­gen sind in jeder einzelnen Landeshauptstadt mit Abstand der Favorit“ Claudia Brey, EY Österreich

„Auch international gilt ­Österreich als attraktiver Standort für ImmoInvestments“ Alexander Wlasto, EY Österreich

Nachhaltigkeit und Kostenreduktion sor­ gen. Die Digitalisierung verändert neben der Immobilie selbst auch die Unterneh­ men der Immobilienwirtschaft: Beinahe alle der Befragten gaben an, dass sich durch die Digitalisierung herkömmliche Ge­ schäftsmodelle im Asset Management, in der Bewertung oder im Maklergeschäft ver­ ändern. februar 2018 – GELD-MAGAZIN ° 75


versicherungPanorama Neues zum altern

Pensionskonto: Ein fazit

„Gefühlssache.“ Am

Gut, aber ausbaufähig. Mit der Pen-

älter werden. Wir investieren daher in Köpfe, die sich heute Gedanken über Innovation in Gesundheitsvorsorge und Prävention für Menschen machen“, so Kurt Svoboda, CFO der Uniqa Group. Mit Unterstützung der Versicherung startete deshalb das Impact Hub Vienna ein Acceleratorprogramm zu Innovationen für einen besseren Lebensabend. Jene fünf Startups, die für die Teilnahme ausgewählt wurden, sind: HDM 4.0 (Health- and Disease Management); Mindcoa.ch (Virtueller Coach für ältere Menschen); VivaBack (Mobiles Monitoring von Rückenbewegungen/Rückenschmerzen); WGE!-Gemeinsam Wohnen (Vermittlungsplattform für Wohngemeinschaft von Jung und Alt); Walkassist (intelligenter Schuh, der Hindernisse erkennt).

sionsreform 2004 wurde ein einheitliches Pensionskonto für alle geschaffen, die ab dem 1. Jänner 1955 geboren wurden. Das Konto ist seit Anfang 2017 wirksam – hier können die Versicherten individuell ihren Kontostand abrufen. Im Rahmen des Finanzjournalistenforums diskutierten Experten wie Manfred Rapf (S-Versicherung, Bild),Winfried Pinggera (PVA) sowie VÖIG-Präsident Heinz Bednar die Neuerungen und fanden dabei durchaus lobende Worte. Es war unter anderem von „einem großen Schritt“ die Rede und davon, dass man „eine Idee von der Höhe der Alterspension bekommt“. Kritikpunkte hingegen: Es fehlen Daten, wie hoch der durchschnittliche Kontostand für verschiedene Altersgruppen ist. Außerdem wäre eine Hochrechnung zur erwarteten Pensionshöhe wünschenswert.

Wiener Städtische: Winterunfälle werden unterschätzt hals- und beinbruch. Skifahren ist für so

manchen Sportbegeisterten bekanntlich, „das Leiwandste, was man sich nur vorstellen kann“. Weniger „leiwand“ hingegen ist, wenn der wilde Ritt auf der Piste direkt ins Krankenhaus führt. „Ein Unfall ist rasch passiert“, kommentiert dazu Wiener Städtische-Vertriebsvorstand Hermann Fried. „Über die körperlichen Folgen hinaus kann auch die finanzielle Existenz gefährdet sein. Verdienstentfall, möglicher Betreuungsbedarf oder Umbau der Wohnung

76 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

können bald sämtliche Ersparnisse übersteigen.“ Wobei eine Umfrage der Wiener Städtischen ergeben hat, dass das Wissen der Österreicher rund um das Thema Unfallversicherung generell gering ausgeprägt ist. Nur 17 Prozent der Auskunftspersonen können den Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Unfallversicherung beschreiben. Weitere 64 Prozent geben zwar an, den Unterschied zu kennen, diesen jedoch nicht erklären zu können. Fried rät jedenfalls dringend zu einer privaten Unfallversicherung und gibt folgendes Prämienbeispiel: Für dauernde Invalidität bis 600.000 Euro, eine lebenslange, monatliche Rente von 500 Euro, Unfallkosten mit Hubschrauberbergung bis 15.000 Euro, eine Reha-Pauschale bis 5.000 Euro, kosmetische Operationen bis 10.000 Euro und Rückholung aus dem Ausland bei akuter Erkrankung und Unfall ohne Limit und weltweit, beträgt die Erwachsenenprämie 15 Euro monatlich und 30 Euro für die ganze Familie.

Versicherungsm a r k t o r te n Experten ein wachsendes Spannungsfeld zwischen Standardisierung und geforderten individuellen Produkten. Wie ist hier eine Lösung zu finden? Über „gefühlte Individualisierung“, ist Andreas Heidl, Vorstand der Zürich Versicherung, überzeugt. „Um die Komplexität am Markt überhaupt managen zu können, müssen wir uns davon verabschieden, ständig Ausnahmen zu managen. Wir müssen standardisieren.“ Sowohl für Makler als auch Versicherer werde es zu komplex und der Kunde goutiere es nicht, wenn im Schadenbereich Fehler passieren. Mit Hilfe neuer Technologien könne man im Hintergrund standardisieren und gleichzeitig nach vorne hin eine gefühlte Individualität anbieten. Außerdem müsse man Kunden in Zukunft stärker zu Aktivität animieren.

standard – vs. – individuell

Digitalisierung nützen Mensch (noch) nicht ersetzbar?

Versicherungsvermittler sollten Digitalisierung nicht als Feindbild betrachten, warnt Thomas Hajek, Geschäftsführer von netinsurer IT services, in der Fachzeitschrift AssCompact. Stattdessen könne der richtige Einsatz von Software beim Umgang mit regulatorischen Anforderungen sogar viel versprechende Möglichkeiten eröffnen. Der Experte meint weiters: „Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft sollte vor allem als das verstanden werden, was sie tatsächlich ist, nämlich eine Automatisierung von repetitiven Tätigkeiten.“ Dass der gesamte Versicherungsprozess im Self-Service vom Kunden erledigt werde, würde vor allem einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel erfordern. „Diesen sehen wir derzeit nicht. Technisch möglich wäre das aber schon jetzt“, gibt Hajek zu bedenken.

CrediTS: Shutterstock, Kurt Svoboda, beigestellt/Archiv

Uniqa. „Es ist unumstritten, dass wir immer


FONDSGEBUNDENE LEBENSVERSICHERUNGEN ° LISTING SERVICE

PORTFOLIOS AM PRÜFSTAND PERFORMANCE FONDSGEBUNDENE LEBENSVERSICHERUNGEN ANBIETER

PORTFOLIO

Allianz Elementar Lebensversicherung AG

Dachfonds: Allianz Invest Defensiv Allianz Invest Konservativ Allianz Invest Klassisch Allianz Invest Dynamisch Allianz Invest Progressiv Allianz Invest Portfolio Blue Einzelfonds: Allianz Invest Vorsorgefonds Allianz Invest Rentenfonds Allianz Invest Osteuropa Rentenfonds Allianz Invest Osteuropa Fonds Allianz Invest Aktienfonds Allianz PIMCO Corporate Allianz PIMCO Mortgage Allianz Invest Austria Plus

1130 Wien, Hietzinger Kai 101-105 Tel.: +43 1/878 07-0 Fax: +43 1/878 07-2830 www.allianz.at

UNIQA Österreich Versicherungen AG

1029 Wien, Untere Donaustraße 21 Service-Telefon: 0810/200 541 Fax: +43 1/214 54 01/3780 E-Mail: info@uniqa.at www.uniqa.at

VERMÖGENSAUFTEILUNG

2015

2016

2017

1.1.-31.1.

100 % Renten 75 % Renten / 25 % Aktien 50 % Renten / 50 % Aktien 25 % Renten / 75 % Aktien 100 % Aktien vermögensverwaltend

0,7 % 2,8 % 2,5 % 8,0 % 9,9 % 5,8 %

5,0 % 5,0 % 4,4 % 7,6 % 7,8 % 4,4 %

2,8 % 3,3 % 7,1 % 7,3 % 9,4 % 5,7 %

-0,1 % 0,4 % 1,5 % 1,2 % 2,0 % 1,3 %

100 % Renten 100 % Renten 100 % Renten 100 % Aktien 100 % Aktien 100 % Renten 100 % Renten 100 % Aktien (Erstauflage 05.10.04)

-1,0 % -1,3 % 4,1 % -3,3 % 2,8 % 9,8 % 0,6 % 9,0 %

3,0 % 7,3 % 1,9 % 21,5 % -3,8 % 11,0 % -0,1 % 12,7 %

-1,2 % 1,9 % 4,6 % 10,6 % 7,7 % -7,5 % -0,6 % 32,8 %

-0,3 % 3,0 % 2,3 % 3,5 %

3,4 % 4,6 % 7,3 % 10,2 %

0,8 % 2,4 % 4,7 % 7,0 %

-0,3 % 0,2 % 1,6 % 2,7 %

4,2 % 5,2 % 5,8 % 6,5 %

(02.01.96) (02.01.96) (02.01.96) (02.01.96)

0,0 % 2,5 % 4,1 % 5,4 %

0,8 % 1,7 % 3,2 % 4,2 %

-0,6 % 1,1 % 3,5 % 6,2 %

-0,2 % 0,3 % 0,7 % 1,2 %

2,8 % 3,1 % 2,8 % 2,0 %

(01.04.99) (31.10.97) (31.10.97) (01.04.99)

0,5 % 2,0 % 4,8 % 7,4 %

2,2 % 6,1 % 7,2 % 8,4 %

0,7 % 3,6 % 5,1 % 6,5 %

-0,5 % -0,2 % 0,3 % 0,8 %

4,0 % 3,6 % 2,4 % 1,1 %

(01.01.00) (01.01.00) (01.01.00) (01.01.00)

-0,1 % 2,4 % 3,4 % 4,6 %

3,2 % 4,8 % 6,7 % 7,8 %

0,8 % 1,9 % 4,8 % 7,1 %

-0,4 % 0,1 % 0,9 % 1,6 %

3,7 % 4,5 % 4,5 % 4,5 %

(01.09.95) (01.09.95) (01.09.95) (01.09.95)

Raiffeisen Fondspolizzen I Hohe Sicherheit 100 % Renten II Risikoarm 80 % Renten / 20 % Aktien III Ausgewogen 55 % Renten / 45 % Aktien IV Dynamisch 25 % Renten / 75 % Aktien Salzburg-Invest KAG Fondspolizzen I Sicherheit 100 % Renten II Ertrag 80 % Renten / 20 % Aktien III Wachstum 50 % Renten / 50 % Aktien IV Dynamik 25 % Renten / 75 % Aktien KEPLER-FONDS Fondspolizzen I Sicherheit Plus 100 % Renten II Sicherheit 80 % Renten / 20 % Aktien III Ertrag 55 % Renten / 45 % Aktien IV Wachstum 25 % Renten / 75 % Aktien UNIQA Fondspolizzen I Hohe Sicherheit 100 % Renten II Sicherheit mit Wachstumschance 80 % Renten / 20 % Aktien III Wachstum mit begrenztem Risiko 55 % Renten / 45 % Aktien IV Aktives Risikomanagement 25 % Renten / 75 % Aktien

Ø SEIT START (P.A.) 4,5 % 4,7 % 4,3 % 3,8 % 0,8 % 3,8 %

-0,9 % 4,1 % -0,6 % 5,2 % -0,2 % 5,5 % 5,4 % 5,1 % 2,2 % -0,8 % -4,9 % 3,2 % -1,3 % 3,8 % 4,2 % 7,1 %

Mindestanlagesumme Einmalerlag: EUR 3.634,– Mindestanlagebetrag laufende monatliche Prämie: EUR 37,– Vertriebspartner: Berater der UNIQA Versicherungen AG, Raiffeisen Bankensektor, unabhängige Makler, vier Vermögensverwaltungen, in Summe sechzehn gemanagte Portefeuilles, unabhängige Fondsselektion aus einem Bestand von über 300 Fonds der renommiertesten Kapitalanlagegesellschaften

Generali Versicherung AG

1011 Wien, Landskrongasse 1–3 Tel.: +43 1/534 01-0 Fax: +43 1/534 01-4113 www.generali.at

WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group

1010 Wien, Schottenring 30 Hotline: 050 350 351 www.ufos.at

Aktienanteil

Kurs 31.12.14 Kurs 31.12.15 Kurs 31.12.16 Kurs 31.12.17 Kurs 31.01.18

Sicherheitsklasse Balanceklasse Dynamikklasse Aktivklasse

ca. 25 % ca. 50 % ca. 75 % ca. 100 %

16,70 € 15,92 € 14,81 € 10,34 €

17,19 € 16,79 € 15,98 € 11,33 €

17,71 € 17,51 € 16,84 € 12,03 €

17,86 € 18,00 € 17,62 € 12,77 €

17,83 € 18,07 € 17,79 € 12,95 €

A 25 A 50 A 75 A 100

ca. 25 % ca. 50 % ca. 75 % ca. 100 %

11,39 € 10,09 € 9,22 € 7,77 €

11,73 € 10,63 € 9,95 € 8,51 €

12,07 € 11,08 € 10,46 € 9,03 €

12,17 € 11,38 € 10,96 € 9,59 €

12,15 € 11,43 € 10,07 € 9,73 €

PORTFOLIO

VERMÖGENSAUFTEILUNG

2015

2016

2017

1.1.-31.1.

Ø SEIT START (P.A.)

0,5 % 0,9 % 6,8 % -2,4 % 0,6 %

3,1 % 3,3 % 7,1 % -3,8 % 1,3 %

6,2 % 10,2 % 7,6 % 13,2 % 7,2 %

0,9 % 2,1 % 1,0 % 4,2 % 2,5 %

UNITED FUNDS OF SUCCESS

WSTV ESPA Traditionell WSTV ESPA Dynamisch WSTV ESPA Progressiv RT Active Global Trend RT Panorama Fonds

2/3 Rentenfonds/1/3 Aktienfonds 1/3 Rentenfonds/2/3 Aktienfonds 100 % Aktienfonds 0-100 % Akien-, 0-100 % Rentenfonds Dachfonds, 45% RT Active Global Trend

4,0 % 4,1 % 5,2 % 1,8 % 5,8 %

(15.07.03) (15.07.03) (15.07.03) (17.01.00) (02.04.12)

Mindestanlagesumme Einmalerlag: EUR 3.500,– Mindestanlagebetrag laufende monatliche Prämie: EUR 70,– Todesfallschutz min./max. in % der Beitragssumme: 10–400

FEBRUAR 2018 – GELD-MAGAZIN °

77


versicherung ° Pensionsvorsorge

Wunschkonzert E

ine neue Regierung will vieles neu und anders machen. Das darf gerne auch für einen Bereich gelten, der unter allen bis­ herigen Regierungen notorisch vernachläs­ sigt wurde: die Versicherungswirtschaft. Sie ist ein stiller Begleiter und in entscheiden­ den Bereichen schützender Pfeiler der Ge­ samtwirtschaft ebenso wie persönlicher Ri­ siken“, erklärt Marcel Mittendorfer, ge­ schäftsführender Gesellschafter der renom­ mierten Wiener Maklerkanzlei VERAG Ve­ selka-Mittendorfer-Wanik. Dass ein ehe­ maliger Versicherungsmanager neuer Fi­ nanzminister ist, wird von dem Verag-Ex­ perten eventuell als Vorteil für längst fällige Reformen bei so manchen gesetzlichen Pa­ rametern im Versicherungsbereich gese­ hen. Da die mit Vorurteilen kämpfende

neue Regierung stets „an ihren Taten ge­ messen werden will“, geht die Wunschliste vielleicht nicht ganz ins Leere. Die Staatliche Rente wird um etwa ein drittel niedriger Nur mit Vertrauen auf die staatliche Al­ tersversorgung kann die Bevölkerung indi­ viduelle, über das staatliche Maß hinausge­ hende Altersvorsorge betreiben. Hier sind nachhaltige und glaubwürdige Reformen, Pläne und Aussagen vonnöten, an denen es in Österreich offensichtlich hapert. Zu viele verlassen sich auf die staatliche Pension, die – zumindest in ihrer Höhe – keineswegs so gesichert ist, wie viele annehmen. Denn es kommt nicht von ungefähr, dass der inter­ nationale Pensionsexperte Bernd Marin

Besonders wichtige Vorsorgethemen für Österreicher Gesundheit Pension Familie Unfall kurzfr. finanz. Absicherung Kapitalaufbau f. d. Zukunft Pflege Freizeit allg. Reisen

27 % 27 %

32 %

40 %

48 % 48 %

59 %

69 % 68 %

Ängste vor der Zukunft resultieren aus dem raschen strukturellen Wandel unserer Gesellschaft. Die Politik ist gefordert, die Vorsorgethemen aufzugreifen und auf mehreren Ebenen zu fördern. Quelle: IMAS

78 ° GELD-MAGAZIN – Februar 2018

feststellt, dass wir Österreicher immer noch ganz große Vorsorgemuffel sind. Bei den Lebensversicherungen zahlen wir nur etwa ein Drittel der Prämien im Vergleich zu den Schweden, Dänen und Engländern. „Die dritte Säule der Altersvorsorge macht bei uns nur 6,8 Prozent aus, die betriebliche (zweite Säule) gar nur 4,1 Prozent, während in der EU die Mehrheit der Bürger An­ spruch auf eine Firmenpension hat. „Man sollte sich nicht vollständig auf die staatliche Pension verlassen“, warnt auch der deutsche Wirtschaftswissenschafter und Pensionsexperte Bert Rürup. Die Pen­ sionen sind in Österreich mit durchschnitt­ lich 14-mal 1400 Euro pro Jahr noch ver­ gleichsweise üppig, aber der Staat wird sich auf Dauer die dafür notwendigen Zuschüs­ se nicht leisten können. „In Österreich macht der Anteil des BIP, das für Pensionen ausgegeben werden muss, 13 Prozent aus, in Deutschland sind es 9,4 Prozent und im OECD-Durchschnitt 8,7 Prozent. Das wird sich der Staat in Zukunft aufgrund der de­ mografischen Entwicklung nicht mehr leis­ ten können“, kritisiert Rürup. Manfred Rapf, Vorstand der Wiener Städtischen Versiche­ rung stimmt dem zu: „Vor allem die Jün­ geren müssen mit gut einem Drittel nied­ rigeren Pensionen rechnen als heutige Ren­ tenempfänger. Das ist spätestens dann der Fall, wenn der Durchrechnungszeitraum

credit: Shutterstock,

Die neue Regierung löste rund um das Thema Mindestsicherung heftige Diskussionen aus. Aber nicht nur bei der Zuwendungen an Arbeitslose, auch im Versicherungs- und Pensionsvorsorgebereich könnte sich so manches ändern. Einiges wäre durchaus notwendig, um einer zukünftigen Massenaltersarmut vorzubeugen.  Mario Franzin


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versicherung ° Pensionsvorsorge

Bert Rürup, Pensionsexperte

„Vor allem die Jüngeren müssen mit gut einem Drittel niedrigeren Pensionen rechnen“ Manfred Rapf, Wiener Städtische

„Die Versicherungswirtschaft wurde von allen bisherigen Regierungen notorisch vernachlässigt“ Marcel Mittendorfer, VERAG

für die Pensionshöhe von derzeit 29 auf 40 Jahre gestiegen ist.“ Bereitschaft zur Vorsorge ist in Österreich vorhanden Nach einer Umfrage des Instituts für Markt- und Sozialanalysen (IMAS) im Auf­ trag der Erste Bank und der s Versicherung ist für mehr als vier Fünftel der 1000 Be­ fragten die finanzielle Vorsorge eher wich­ tig (84 %), für zwei Fünftel sogar sehr wich­ tig (43 %). Man sollte es nicht glauben, aber auffallend vielen (91 %) ist das Thema der jungen Generation, der 16- bis 29-Jährigen, zumindest „eher wichtig“. Woran liegt es aber dann, dass wir Österreicher im Vorsor­ geverhalten unterdurchschnittlich stark zur Tat schreiten? Denn das war nicht immer

80 ° GELD-MAGAZIN – Februar 2018

so: Lebensversicherungen waren vor vielen Jahren regelrechte Verkaufsschlager, als man die Prämien vollständig von der Ein­ kommensteuer absetzen konnte und zu den Garantiezinsen noch üppige Gewinnbetei­ ligungen erhielt. Oder erinnern wir uns zu­ rück: Die prämienbegünstigte Zukunfts­ vorsorge war bei ihrer Neuauflage in den ­ersten Jahren (ab 2003) der absolute Ren­ ner. Bis 2009 wurden rund 1,5 Millionen neue Verträge abgeschlossen. 2013 lag das verwaltete Volumen bei 7,8 Milliarden – trotz der mittlerweile enttäuschten Anleger. Nun wollen wir die neue Regierung auch bei diesen Themen an ihren Taten messen. Dazu einige Vorschläge an die Politik, um den Österreichern Vorsorgeprodukte wie­ der schmackhafer zu machen. Versicherungssteuer sollte abgeschafft werden Versicherungsprämien sind zwar um­ satzsteuerbefreit, dafür wird die Versiche­ rungssteuer als eine Ersatzsteuer eingeho­ ben. Sie beträgt je nach Versicherungsspar­ te zwischen ein und elf Prozent – beispiels­ weise bei Lebensversicherungen mit lau­ fender Prämie vier Prozent, bei Einmalerlä­ gen elf Prozent. „Aufgrund der entschei­ denden Vorsorgefunktion für Private und Unternehmen regen wir an, die allgemeine Versicherungssteuer komplett abzuschaffen und damit die Eigenvorsorge der Österrei­ cher unmittelbar zu unterstützen“, so der Vorschlag von Mittendorfer, „zudem würde bei der Steuererhebung ein massiver Ver­ waltungsaufwand wegfallen.“ Reform der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge Die bereits genannte geförderte Zu­ kunftsvorsorge wurde im Jahr 2003 mit ei­ ner staatlichen Prämie von 9,5 Prozent aus der Taufe gehoben. Viele Produkte waren aber aufgrund ihrer Konstruktion – hoher Aktienanteil plus Kapitalgarantie – bei wid­ rigen Marktbedingungen regelrechte Rohr­ krepierer. Mittlerweile wurden die Anlage­ vorschriften mehrmals geändert. Auch die staatliche Prämie hat sich deutlich redu­ ziert. 2018 erfolgende Einzahlungen in

dieses Instrument zur privaten Pensions­ vorsorge werden mit 4,25 Prozent bis zu ei­ ner maximal geförderten Einzahlung von 2825,60 Euro (oder 235,47 Euro monatlich) gefördert. Die maximale Förderung beträgt 2018 somit 120,09 Euro. „Die Vorausset­ zungen dieser an sich sinnvollen Förderung für private Eigenvorsorge sollten massiv ge­ ändert werden. Die besonderen und noch immer komplizierten Anforderungen an die Veranlagung können aufgrund der um­ fangreichen von den Anbietern zu leisten­ den Garantien völlig entfallen. Am ein­ fachsten wäre zum Beispiel die Ausweitung der Förderung auf beliebige Formen der Le­ bensversicherung in Form der Rentenversi­ cherung“, schlägt Mittendorfer vor. staatlich geförderte Zukunftsvorsorge auch für Pflege Zusätzlich sollte die vor Kurzem ermög­ lichte, aber völlig inhaltsleere steuerliche Förderung der Übertragung von Kapital aus Zukunftsvorsorgeverträgen in eine Pflege­ versicherung durch eine wesentlich sinn­ vollere Förderung ersetzt werden. Derzeit wird einfach, innerhalb des bestehenden Maximalrahmens, den Bürgern freigestellt, ob sie die staatliche Förderung für eine Pen­ sions- oder eine Pflegeversicherung nutzen möchten. Angesichts völlig ungenügender Dotierung der Pflege, die für breite Bevöl­ kerungsschichten ein reines Privatthema ist, wäre das eine notwendige und für die öf­ fentliche Hand sogar günstige Maßnahme. Steuerfreie Zukunftssicherung für Arbeitnehmer Und noch ein Wort zur betrieblichen Vorsorge: Der Freibetrag der steuerfreien Zukunftssicherung für Arbeitnehmer, bei der die Arbeitgeber die Prämien als Be­ triebsausgabe geltend machen können, ist seit dem Einkommensteuergesetz 1972 unverändert. Damals betrug dieser 4000 Schilling, aktuell liegt er bei 300 Euro pro Jahr bzw. 25 Euro pro Monat. Wenn betrieb­ liche Vorsorge in Österreich nicht weiterhin ein Lippenbekenntnis bleiben soll, dann müsste dieser Betrag zumindest verzehn­ facht werden.

creditS: beigestellt

„Der Staat wird sich auf ­Dauer die hohen Zuschüsse für die Pensionen nicht leisten können“


Es gibt viele Wege, sich für Ärzte ohne Grenzen einzusetzen: www.einsetzen.at Jeder Beitrag macht unsere Hilfe stärker.

schulterwurf

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BUCHTIPPS

Neuerscheinungen & Pflichtlektüre star-geflüster. Es ist ein ganz schöner

Christian Röhl / Werner Heussinger.Verlag: FBV. 255 Seiten ISBN: 978-3-89879-957-7

salz in der suppe. Aktienkurse sind mitunter breiten Schwankungen unterworfen – erfahrene Anleger wissen, dass das Auf und Ab ganz schön schmerzhaft ausfallen kann, was man etwa anhand der veritablen Crashs 2000 und 2008 zu spüren bekam. In den letz­ ten Jahren kannten die Börsen hingegen nur eine Richtung: Steil aufwärts! Das kann sich aber schnell wieder ändern, wobei die meis­ ten Beobachter angesichts des Höhenflugs zumindest von steigenden Volatilitäten aus­ gehen. Da ist es doch schön, wenn man sich auf kontinuierliche Auszahlungen verlassen kann, auch wenn die Kursperformance einmal nicht top ausfällt. In diesem Sinne werden in vorliegendem Werk die Vorzüge von Dividen­ denstrategien vorgestellt. Das Motto lautet: Laufende Erträge und langfristige Wertsteige­ rung statt hektischer Spekulation. Interessant an dem Buch ist besonders der praktische Serviceteil mit Tabellen und Musterportfolios. So erfahren wir etwa, dass auch in Öster­reich interessante Dividendentitel glänzen: Die Ober­ bank zum Beispiel hat ihre Dividende bereits seit 25 Jahren nicht gesenkt, das Dividen­ denwachstum liegt in diesem Zeitraum bei durchschnittlich 2,5 Prozent per annum. Bei Mayr-Melnhof Karton wurde die Ausschüttung seit mittlerweile 19 Jahren nicht reduziert und die Wachstumsrate liegt gar bei 11,2 Prozent jährlich. Blicken wir über die Grenzen, finden sich natürlich ebenso spannende Titel. Somit fassen die Autoren zusammen: Abenteuern sollte man tunlichst aus dem Weg gehen, um der „Nullzins-Falle“ zu entgehen – Dividen­ denaktien bieten eine interessante Alternative.

82 ° GELD-MAGAZIN – februar 2018

Tools der Mentoren Tim Ferriss.Verlag: FBV. 638 Seiten ISBN: 978-3-95972-108-0

kampf der kulturen Samuel P. Huntington.Verlag: Goldmann. 592 Seiten ISBN-13: 978-3442755066

wiedergelesen. In den späten 1990erJahren zählte dieses Buch zur Pflichtlek­türe von Studenten der Politikwissenschaften: Samuel P. Huntingtons „Kampf der Kulturen“. Aber auch außerhalb von Fachkreisen schlug das Werk des US-amerikanischen Politikwis­ senschafters hohe Wellen. Kein Wunder, denn immerhin lautete die damals neue Kern­these, dass internationale bzw. globale Konflikte sich nicht mehr so sehr rund um Ideologie und wirtschaftliche Belange drehen, sondern sich viel eher an ideologischen Unterschieden ent­ zünden würden. Bei oberflächlicher Betrach­ tung wurde die komplexe Analyse gerne auf die griffige Formel „Kampf des Westens gegen den Islam“ reduziert. Damit tut man dem Autor allerdings unrecht, zwar nimmt der Islam in der Behandlung einen großen Stellenwert ein, es wird aber auch zum Beispiel dem Konflikt­ potenzial mit China viel Platz eingeräumt. Mehr als 20 Jahre seit der Erstveröffent­lichung 1996 hat sich die Welt natürlich weiterbe­ wegt: Der Wettlauf zwischen China und dem Westen hat sich zugespitzt, und mit Blick auf den 11. September, viele andere blutige An­ schläge sowie den sogenannten „Krieg gegen den Terror“, scheint Huntington tatsächlich einen brutalen Kulturkampf vorhergesehen zu haben. Wobei es hier natürlich nicht zu­ letzt auch um politische Einflussgebiete und wirtschaftliche Interessen geht. Kultur und Religion werden nur allzu gerne als „Alibi“ vorgeschoben. In den Testimonials zu dem Klassiker heißt es jedenfalls: „Ein Muss für jeden politisch interessierten Leser.“ Das kann an dieser Stelle nur bestätigt werden.

creditS: beigestellt

Cool bleiben und Dividenden kassieren

Schmöker, den Bestseller-Autor und Silicon Val­ ley-Legende Tim Ferriss hier vorgelegt hat: In­ klusive umfangreichem Anhang umfasst „Tools der Mentoren“ über 600 Seiten. Spannend bleibt die Lektüre allemal, liegt ihr doch ein interessantes Konzept zugrunde: Ferriss hat viel Zeit dafür aufgewendet, um 200 prominente bzw. erfolgreiche Persönlichkeiten zu intervie­ wen. Dazu zählen Stars der Filmszene, wie die Regisseure David Lynch und Robert Rodriguez, ebenso wie Top-Athleten (Maria Scharapowa) oder Investmentgurus (Ray Dalio). Eine bunte Mischung also. Befragt wurden die „Mentoren“ zu ihren Geheimnissen für Erfolg und Glück, zu ihren Geschäftstaktiken – aber auch schlicht­ weg über den Sinn des Lebens. Dass die Stars mitunter durchaus auch die Mühen der Ebene durchschreiten mussten, bleibt dabei nicht ausgespart. So erfahren wir über Rodriguez (er sorgte mit Filmen wie „From Dusk Till Dawn“ oder „Desperado“ für einige Aufregung), dass er seine ersten Dreharbeiten mit dem Honorar als klinischer Proband finanzierte. Aufmun­ ternde Worte gibt es auch, etwa von David Lynch (bekannt besonders für „Twin Peaks“ und „Der Elefantenmensch“). Befragt nach seinem größten Fehlschlag, erzählt er: „Ein wirklich guter Misserfolg verschafft einem Men­ schen enorme Freiheit. Man kann nicht mehr tiefer fallen, also gibt es keine andere Richtung mehr als nach oben.“ Der „Lieblingsmisser­ folg“ des polarisierenden Regisseurs war übri­ gens „Dune – Der Wüstenplanet“, ein veritabler Flop an den Kinokassen. Nur eine von vielen interessanten Storys in Ferriss’ neuestem Buch.


Schreiben Sie mit Ihrer Geschichte das Tagebuch „100 Jahre Republik“. 2018 erzählen wir die Geschichte unserer Republik in besonderer Form. Mit Ihren persönlichen Geschichten und Bildern spielen Sie dabei eine Hauptrolle. Schicken Sie uns Ihre Erzählungen und Fotos, die zeigen, was uns als Österreicher geprägt hat. Wir gestalten daraus ein Tagebuch der Menschen unserer Republik. Ab Februar veröffentlichen wir ausgewählte Beiträge. E-Mail: 100Jahre@wienerzeitung.at Post: Wiener Zeitung, Kennwort „100 Jahre“, Maria Jacobi Gasse 1, 1030 Wien. wienerzeitung.at/100 Jahre facebook.com/wienerzeitung

Zusammenhänge verstehen

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GELD-Magazin, Februar 2018  
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