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Ausstellungen in der Region Basel Ausgabe Frühling 2012

Renoir. Zwischen Bohème und Bourgeoisie Die frühen Jahre 01.04.2012 – 12.08.2012 Kunstmuseum Basel Kienholz Die Zeichen der Zeit 22.02.2012 – 13.05.2012 Museum Tinguely Pierre Bonnard 29.01.2012 – 13.05.2012 Fondation Beyeler, Riehen Cevdet Erek «Week» 13.01.2012 – 04.03.2012 Kunsthalle Basel Ferdinand Gehr bis 29.04.2012 Kloster Schönthal Langenbruck/BL Ronan & Erwan Bouroullec Album 03.02.2012 – 28.05.2012 Vitra Design Museum Gallery, Weil am Rhein/D

Chassé-croisé Dada-Surréaliste, 1916–1969 15.01.2012 – 01.07.2012 Espace Fernet Branca Saint-Louis/F Copley Bilder 1947–1994 18.02.2012 – 10.06.2012 Museum Frieder Burda, Baden-Baden Auguste Renoir, Im Sommer, 1868


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Bernhard Mendes Bürgi BernhardRoland Mendes Bürgi Wetzel

Liebe Kunstfreunde Pierre-Auguste Renoir zählt zur Gruppe französischer Maler, die den Impressionismus begründet haben. Mit heller Palette, einer lockeren Pinselführung, Motiven aus dem modernen Stadtleben und des Freizeitvergnügens in der Natur schrieben er und seine Mitstreiter Kunstgeschichte. In der Folge wurden von Renoirs Œuvre häufig nur die impressionistische Phase, oder, wie jüngst in den Ausstellungen in Paris, Los Angeles und Philadelphia, sein Spätwerk wahrgenommen. Als «Maler des Glücks» ist Renoir gefeiert, aber auch auf ein Klischee reduziert worden. Das Kunstmuseum Basel lenkt nun in einer grossen Überblicksaustellung zum ersten Mal überhaupt den Fokus auf das künstlerisch herausragende und in seiner Vielschichtigkeit überraschende Frühwerk des Künstlers bis hin zu den bedeutenden impressionistischen Gemälden der 1870er-Jahre. Diese frühen Gemälde spiegeln die Bilderfahrungen wider, die ihm regelmässige Studienaufenthalte im Louvre eröffneten, vor allem aber die revolutionären Neuerungen seiner Zeit: der Realismus Gustave Courbets, die Freilichtmalerei der Schule von Barbizon und die Einflüsse, die er durch die Künstlerfreunde Édouard Manet oder Claude Monet empfing, denen er künstlerisch in diesen Jahren am nächsten stand.

editorial

Nicht nur Renoir ist zum Inbegriff der französischen Peinture geworden, sondern auch Pierre Bonnard, dem die Fondation Beyeler eine Retrospektive widmet. Obwohl ein Maler der Moderne, fussen die intimen Szenerien von Bonnards Gemälden im 19. Jahrhundert. Er war stark an den Impressionisten interessiert, griff vor allem ihre Auseinandersetzung mit Farbe und Licht auf und entwickelte seinen Stil der lichten Weichheit. Obwohl nicht Franzose, sondern Ostschweizer, hat Ferdinand Gehr in seinen Blumen-Aquarellen eine ähnliche Leuchtkraft der Farben erreicht. Ich freue mich auf eine Wiederbegegnung im Kloster Schönthal mit diesem Maler, der in meiner Kindheit sehr präsent war mit Bildern zwischen Spiritualität und Abstraktion. Zum Bereich der klassischen Moderne gehört auch das Werk von Rudolf Steiner. Ich bin froh, dass das Vitra Design Museum der Neuaufarbeitung dieses vielschichtigen Werkes so viel Zeit einräumt und es mit zahlreichen Veranstaltungen vernetzt. Und gespannt kann man sein, was nach der SurrealistenAusstellung in der Fondation Beyeler der Espace d’Art Contemporain Fernet Branca unter dem Stichwort der Collage für neue Aspekte des Surrealismus, aber auch des Dadaismus zeigen wird. Ich freue mich auf eine Wiederentdeckung von Edward Kienholz im Museum Tinguely. Lässt einen die drastische Realistik seiner zumeist grossen Rauminstallationen noch erschauern wie früher? Ein ganz anders gelagertes Werk eines anderen amerikanischen Künstlers präsentiert das Museum Frieder Burda, nämlich von William Copley, von dem ich als Student in der Kunsthalle Bern eine tolle Ausstellung gesehen habe. Mehr Insidern bekannt als Schöpfer von ironisierten Begegnungen zwischen Mann und Frau, ist es verdienstvoll, diesen Künstler und Vermittler einem grösseren Publikum bekannt zu machen. Spannende Ausstellungsbesuche wünscht Ihnen Ihr

Bernhard Mendes Bürgi, Direktor Kunstmuseum

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06 Renoir: Zwischen Bohème und Bourgeoisie. Die frühen Jahre

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Auguste Renoir zählt zu den französischen Malern, die in den frühen 1870er-Jahren den Impressionismus begründet haben. Mit heller Palette, einer lockeren Pinselführung, Motiven aus dem modernen Stadtleben und des Freizeitvergnügens in der Natur schrieben er und seine Mitstreiter Kunstgeschichte. Das Kunstmuseum Basel richtet in dieser grossen Überblicksausstellung erstmals den Fokus auf das überraschend vielschichtige Frühwerk des Künstlers bis hin zu den ersten bedeutenden impressionistischen Gemälden. Renoirs wichtigstes Modell der frühen Jahre war seine Geliebte Lise Tréhot. Diese Werkgruppe bildet einen Höhepunkt der Ausstellung und zeigt die Spannweite von Renoirs erstem Schaffensjahrzehnt.

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William N. Copley im Museum Frieder Burda

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Kienholz: Die Zeichen der Zeit im Museum Tinguely

Das Museum Frieder Burda zeigt in seiner Sonderausstellung über 80 Werke, des 1996 verstorbenen amerikansichen Künstlers. Begeistert von Dadaismus, Surrealismus und amerikanischer Pop Art setzte sich Copley, – der auch als Galerist, Schriftsteller und Verleger tätig war – in seinen Bildern auf ironische Weise mit dem erotischen Spiel zwischen Mann und Frau in all seinen Facetten auseinander.

Der amerikanische Konzept- und Objektkünstler Edward Kienholz (1927–1994) schuf seit Mitte der 1950er-Jahre ein rebellisches und polarisierendes Œuvre. Im Zentrum seiner Arbeit, die er ab 1972 gemeinsam mit seiner vierten Frau Nancy Reddin Kienholz realisierte, stehen Religion, Krieg, Tod, Sex und die abgründigen Seiten der Gesellschaft. Kienholz und Tinguely verbindet Zeitgenossenschaft, gegenseitige Freundschaft und Achtung vor der je anderen Radikalität des künstlerischen Schaffens. Die Ausstellung zeigt neben eindrücklichen kleineren Skulpturen eine Reihe der spektakulären, raumgreifenden «moralischen Tableaux» und umfasst Werke, die zwischen 1960 und 1994 entstanden sind.

20 Die Kunsthalle Basel zeigt Cevdet Erek

Der aus Istanbul stammende Künstler und Musiker Cevdet Erek hat den Oberlichtsaal der Kunsthalle in eine Sound-Installation verwandelt.

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Auguste Renoir, Café Concert ou la première sortie, 1876 William N. Copley, Marylin, 1965 Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, The Rhinestone Beaver Peep Show Triptych, 1980


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Ferdinand Gehr im Kloster Schönthal

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Ferdinand Gehr (1896–1996), ein Maler zwischen Spiritualität und Abstraktion, war der führende Kirchenkünstler der Schweizer Moderne. Über sechzig Jahre hat Gehr, der sein Todesjahr mit seinem 100. Geburtstag krönte, in grosser Selbstständigkeit und Freiheit ein strahlendes, farberfülltes Œuvre geschaffen. Die religiösen Themen vermählen sich mit der romanischen Architektur des Klosters Schönthal, seine Landschaften mit der Naturschönheit des Basler Jura.

22 Pierre Bonnard in der Fondation Beyeler

Pierre Bonnard (1867–1947) war ein Magier der Farben. Seine bevorzugten Sujets stammen aus dem persönlichen Umfeld. Sie zeigen das bunte Treiben auf den Pariser Strassen, prachtvolle Gartenlandschaften und ungewöhnliche Interieurs seiner Häuser in der Normandie und an der Côte d’Azur mit den legendären Porträts seiner Frau Marthe. Die Ausstellung präsentiert über 60 faszinierende Gemälde des renommierten französischen Malers aus internationalen Museen und Privatsammlungen.

29 Die Brüder Bouroullec im Vitra Design Museum

Die Ausstellung Ronan & Erwan Bouroullec – Album präsentiert Zeichnungen und Studienmodelle der Designer erstmalig im deutschsprachigen Raum. Sie bietet Einblicke in deren Ideenwelt und Entwurfsprozesse und zeigt, dass die Zeichnung auch im Computerzeitalter ein unverzichtbares Werkzeug vieler Designer ist.

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Espace d'Art Contemporain Fernet Branca

In Saint-Louis erwartet das Publikum eine dada-surrealistische Collage aus rund 200 Werken von insgesamt 98 Surrealisten, Dadaisten und Gleichgesinnten.

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Impressum Artinside – Das Museumsmagazin der Region Basel Herausgeber: Matthias Geering Artdirection/Produktion: Sibylle Meier Lauftext Meier Geering, Oberwilerstrasse 69, CH-4054 Basel info@artinside.ch | www.artinside.ch Ausgabe Frühjahr 2012 | Erscheint drei Mal jährlich | Auflage 166 000 Exemplare Bildbearbeitung/Druck: Vogt-Schild Druck, Derendingen Ein Teil der Auflage ist der Basler Zeitung vom 25. Januar 2012 beigelegt Jahresabo Schweiz: CHF 18.–, Jahresabo EU: Euro 18.– | ISSN 1660-7287 Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Juni 2012

Ferdinand Gehr, Gebeugte Figur, Entwurf, 1967 Pierre Bonnard, Die Quelle, 1917 Ronan & Erwan Bouroullec, Clouds für Kvadrat, 2008


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Auguste Renoir, Stillleben mit Blumenbouquet, 1871


Renoir: Zwischen Bohème und Bourgeoisie. Die frühen Jahre *von Stefanie Manthey

Renoir. Zwischen Bohème und Bourgeoisie. Die frühen Jahre 01.04.2012 – 12.08.2012 Kunstmuseum Basel www.kunstmuseumbasel.ch

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ierre-Auguste Renoir (1841–1919) zählt zu der Gruppe französischer Maler, die den Impressionismus begründet haben. Mit heller Palette, einer lockeren Pinselführung, Motiven aus dem modernen Stadtleben und des Freizeitvergnügens in der Natur schrieben er und seine Mitstreiter Kunstgeschichte. Nimmt man sein gesamtes Œuvre in den Blick, entspricht Renoirs Engagement als Mitglied dieser Gruppe einer Phase innerhalb seines langen Lebens. Eine weitere Phase bildet das Spätwerk, das zuletzt mit einer grossen Ausstellung in Paris, Los Angeles und Philadelphia gewürdigt wurde. In der allgemeinen Wahrnehmung gilt Renoir als «Maler des Glücks». Als dieser ist er gefeiert, aber auch auf ein Klischee reduziert worden. Das Kunstmuseum Basel richtet in einer grossen Überblicksausstellung nun erstmals den Fokus auf das künstlerisch herausragende und überraschend vielschichtige Frühwerk des Künstlers bis hin zu bedeutenden impressionistischen Gemälden der 1870er-Jahre. Renoir ist in der Sammlung des Kunstmuseums Basel mit wichtigen frühen Werken vertreten. Darunter Die Dame mit dem Möwenhütchen, ein Gemälde, in dem Renoir sein erstes zentrales Modell, Lise Tréhot, als modisch gekleidete Pariserin inszeniert. Renoir wurde in Limoges in eine Handwerkerfamilie geboren. Bereits im Alter von vier Jahren zog er mit seinen Eltern zur Zeit eines grossen Zustroms an Handwerkerfamilien nach Paris. Hier absolvierte er eine Lehre zum Porzellanmaler in der Pariser Manufaktur Lévy frères et compagnie und arbeitete zunächst erfolgreich in diesem Metier. Schon damals zeichnete sich ab, dass die Industrialisierung eine Krise für dieses Handwerk und die damit verbundene Laufbahn mit sich bringen würde. Renoir erneuerte jährlich seine Erlaubnis, im Louvre Gemälde studieren und kopieren zu können, und erreichte eine Aufnahme in die École des Beaux-Arts. Hier durchlief er zeitweilig eine Ausbildung zum akademischen Maler, dann wechselte er in das Atelier des Genfer Malers Charles Gleyre. Dort lernte er gleichaltrige Kollegen wie Claude Monet, Alfred Sisley, Frédéric Bazille und Jules Le Cœur kennen. Le Cœur hatte sich nach einem schweren Schicksalsschlag dagegen entschieden, eine Laufbahn als Architekt weiterzuverfolgen. Das Klima eines Lebens in der Bohème unter Gleichaltrigen, wo Neigung und Haltung höher gewichtet wurden als ererbter Status und Repräsentation, sagte ihm zu. Er zog aus der Stadt aufs Land, wo er in Marlotte ein Haus mietete, und das sich rasch zu einem Treffpunkt entwickelte. In diesem Umfeld lernte Le Cœur Clemence Tréhot kennen und Renoir deren Schwester Lise. Lise stand ab 1865 nicht nur regelmässig für Renoir Modell, sie wurde auch seine Geliebte und Mutter zweier von Renoir gezeugter Kinder, die er bis über seinen Tod hinaus verheimlichte. Mit Lise erprobte sich Renoir im grossen Format: 1868 feierte er im Pariser Salon sein Debüt mit einem Gemälde, das sie als junge Pariserin im weissen Musselinkleid zeigt. Bereits im darauffolgenden Jahr gelang es ihm, mit Im Sommer an diesen Erfolg anzuknüpfen.

Hier erscheint Lise als bohemiennehaftes Landmädchen vor einem in Grüntönen gehaltenen Hintergrund. In der Pinselführung sind Formen von Blättern aufgenommen, die zwischen sich Naturlicht hindurchdringen lassen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass der Landschaftshintergrund in seinen prä-impressionistischen Zügen kein durchgehendes Merkmal dieser Frauendarstellung ist. Ihr Gesicht, ihre Arme und Hände sind so aus Farbe modelliert, dass sie wie individualisierende Merkmale wahrgenommen werden, die auf die reale Person bezogen bleiben. Sie werden nicht geschönt oder perfektioniert. Zuletzt hatte sich Gustave Courbet mit diesem Einsatz von Malerei eine Position erarbeitet, die von jungen Künstlern als Herausforderung begriffen wurde.

Auguste Renoir, Frau mit Papagei, um 1870

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Die Frau, die in Renoirs Gemälden bis 1872 mit Zügen der Lise erscheint, deckt ein denkbar weites Spektrum an Frauenrollen ab. Darunter auch dasjenige der eleganten Pariser Dame im Tournürenkleid, die in einem Interieur damit beschäftigt ist, einen männlichen Papagei zu füttern. Dezent orchestriert Renoir die erotischen Anspielungen, empfiehlt sich als Maler zwischen Bohème und Bourgeoisie. Das Milieu der Haute Bourgeoisie lernte Renoir aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Über Jules Le Cœur und dessen Familie als Gönner und massgebliche Förderer. Jules’ Bruder Charles vermittelte Renoir nicht nur einen Auftrag für die Innenausstattung des Stadthauses des Prinzen Bibesco, sondern auch für Porträts. Das malerische Repertoire des frühen Renoir umfasst neben Porträts und Figurenbildern Stillleben und Landschaften. In den Landschaftsdarstellungen, die eine umfängliche Gruppe in der Ausstellung bilden,

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Auguste Renoir, Frau mit Sonnenschirm im Garten, 1875

zeigt sich exemplarisch die Spannweite von Renoirs erstem Schaffensjahrzehnt. Zentrale Orientierungsfigur war für Renoir in den frühen 1860er-Jahren auch hier der bereits erwähnte Courbet. Mit seiner Art, Farbmaterie mit dem Palettmesser aufzutragen, experimentierte Renoir und fand so in seinen eigenen Worten zur «vraie peinture», zur wahren Malerei. Ende der 1860er-Jahre brach er zusammen mit seinem Künstlerfreund Claude Monet nach La Grenoullière auf, einem beliebten Ausflugsziel der Pariser Gesellschaft. Hier entdeckte er im zeitgenössischen Freizeitverhalten in der Natur ein Thema, das ihn bis in die späten 1870er-Jahre beschäftigen sollte. Dabei griff er auf traditionelle Bildtypen wie Genre und Idylle zurück und brachte zum Ausdruck, in welcher Ausrichtung ihn die «Vie Moderne» vor dem Hintergrund von Schrittmachern wie dem wenig älteren Malerkollegen Edouard Manet in seinen Ge-

mälden interessierte. Er nimmt sie als Beobachtender in den Blick, der Perspektiven moderiert und dabei seine Seherfahrungen und sein im Louvre geschultes Wissen über Malerei einfliessen lässt. Die sozialen und politischen Konfliktfelder einer Gesellschaft im Umbruch vom Zweiten Kaiserreich über die Revolution der Pariser Commune bis hin zur Dritten Republik macht er nicht direkt zum Thema. Stattdessen rückt er Themen wie Beziehung und Begehren ins Blickfeld. Wochenendgäste und der namentlich bekannte Canotier Laurador sind die Protagonisten seiner Sicht auf das als Ausflugsziel beliebte Restaurant La Fournaise in der Nähe von Chatou. Ihrer entspannten Lässigkeit ist ein Moment der Melancholie und der «Konstruiertheit des Glücks» eingeschrieben, das Michael F. Zimmermann als zentrales Merkmal der Werke des frühen Renoir insgesamt benennt. Gemälde wie diese präsentierte Re-


noir im Rahmen der ersten drei, ab 1874 stattfindenden Impressionistenausstellungen: einer Initiative der salonkritischen «Société anonyme des artistes», die von Monet und ihm mitbegründet worden war. Die Basler Ausstellung zeigt Renoirs Werk der ersten anderthalb Jahrzehnte in seinen Widersprüchen und malerischen Höchstleistungen. 50 Gemälde, Porträts, Landschaften und Stillleben – Hauptwerke aus grossen Mu-

seumssammlungen wie dem Musée d’Orsay, Paris, der National Gallery, London, dem Metropolitan Museum, New York, oder dem Art Institute of Chicago sowie kaum bekannte Werke aus Privatbesitz vermitteln einen umfangreichen Einblick in diese künstlerisch entscheidenden Jahre Renoirs. *Stefanie Manthey ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ausstellung mitbeteiligt.

Renoir. Between Bohemia and Bourgeoisie, The Early Years. Auguste Renoir (1841–1919) was a member of the group of French painters who laid the foundations of Impressionism. With a bright palette, loose brushstrokes, and motifs from modern urban life and leisure in natural settings, Renoir and his fellow Impressionists wrote art history. As a result, the Impressionist period has largely dominated perceptions of Renoir’s œuvre. In a grand survey exhibition, the Kunstmuseum Basel now focuses for the first time on the artist’s surprisingly multifaceted early work from the period leading up to his first important Impressionist paintings of the 1870s. Renoir’s early work reflects the tensions between conflicting conceptions of painting. His own point of departure was decorative porcelain painting. Subsequent influences include the realism of Gustave Courbet, the Barbizon school’s plein air paintings, and the experience of all the paintings he studied as a frequent visitor to the Louvre. Renoir’s most important model during these early years was his lover, Lise Tréhot, with whom he had a relationship that lasted from 1865 to 1872. Lise posed for a series of major early works. This group constitutes a highlight of the exhibition, illustrating the range of Renoir’s creativity during this first decade. All genres are included in the selection, with a preponderance of portraits and landscapes over the still lifes. Portraits of his friends and fellow artists such as Claude Monet and Frédéric Bazille form another distinct group.

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Auguste Renoir, Frühstück am Flussufer, 1879


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Karlheinz Weinberger Intimate Stranger 21.01.2012 – 15.04.2012 Museum für Gegenwartskunst www.kunstmuseumbasel.ch

Karlheinz Weinberger von Nikola Dietrich*

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n der Ausstellung Intimate Stranger präsentiert das Museum für Gegenwartskunst die selten gezeigten Fotografien von Karlheinz Weinberger (1921–2006). Zusammen mit Magazinen und einer Auswahl von Vintagekleidung dokumentieren sie eine Jugendkultur in Zürich, die sich in der Folge des Zweiten Weltkrieges bildete, um die zeitgenössischen Vorstellungen von «Schweizer Korrektheit» zu untergraben. Die meiste Zeit seines Lebens arbeitete Weinberger als Lagerist bei Siemens-Albis in Zürich. In seiner Freizeit widmete er sich als Autodidakt der Fotografie, und portraitierte seine Liebhaber und Menschen auf der Strasse. Ab den späten 1940er-Jahren veröffentlichte er unter dem Pseudonym «Jim» seine Fotografien regelmässig in der international beachteten Homosexuellen-Zeitschrift «Der Kreis» (erschienen von 1943 bis 1967 in Zürich). 1958 begann er die Arbeit an einem grösseren Projekt, für das er eine Gruppe Karlheinz Weinberger, Basel, 1962

Teen​ ager, die sogenannten «Halbstarken», über einen längeren Zeitraum hinweg fotografierte. Mit einem immer respektvollen Blick fing Weinberger den Nonkonformismus der «Halbstarken» gegenüber den gesellschaftlichen Konventionen sowie deren Spiel mit maskulinen und femininen Stereotypen ein, das sie am augenscheinlichsten durch ihre Art, sich zu kleiden, veräusserten. Mit bestickten Jeansjacken und überdimensionierten Gürtelschnallen mit dem Konterfei von Idolen wie Elvis oder James Dean präsentieren sich die Heranwachsenden mal in Gang-artiger Manier an öffentlichen Plätzen, mal alleine vor Weinbergers Kamera in dessen improvisiertem Wohnzimmerstudio. Weinberger nimmt dabei die Rolle eines Intimate Stranger ein, eines vertrauten Fremden, der die Haltung einer Generation und deren periphere gesellschaftliche Positionierung unvermittelt einfängt. Während seines langjährigen Schaffens bildete Weinberger

ab, was hinter den Kulissen der bürgerlichen Schweiz der 1960er-Jahre verborgen lag, und verstand es, das Konzept der Andersartigkeit zu dokumentieren, ohne die Protagonisten zur Schau zu stellen. Intimate Stranger wurde vom Swiss Institute / Contemporary Art in New York organisiert in Zusammenarbeit mit dem Nachlass von Karlheinz Weinberger, Patrik Schedler und Artist Resources Management, New York. Begleitet wird die Ausstellung von der Publikation «Jeans» – ein Faksimile eines von Weinberger in den 50er Jahren selbst entworfenen Portfolios –, die vom MGK, dem Swiss Institute, der Presentation House Gallery, Vancouver und Bywater Bros. Editions herausgegeben wurde. * Nikola Dietrich ist Kuratorin für Moderne und Zeitgenössische Kunst am Museum für Gegenwartskunst Basel


Tim Rollins and the K.O.S. On Transfiguration von Nikola Dietrich* Weitere Ausstellungen im Kunstmuseum Basel Tim Rollins and the K.O.S. On Transfiguration 21.01.2012 – 15.04.2012 Museum für Gegenwartskunst www.kunstmuseumbasel.ch

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achdem das Museum für Gegenwartskunst vor mehr als 20 Jahren eine Ausstellung mit Tim Rollins + K.O.S. (Kids of Survival) präsentierte, zeigt das Kollektiv in der Ausstellung On Transfiguration ein weiteres Mal eine Werkauswahl. Sie basiert auf Tim Rollins’ Untersuchungen von Kunst als einer Form von Kollaboration und individueller Kreativität als Vermittler von sozialem Wandel und ist eine poetische Hommage an die Gemeinschaft, aber auch ein politischer Verweis auf das Potenzial jedes Einzelnen. Als Rollins 1982 begann, in einer Schule in der South Bronx in New York zu unterrichten, entwickelte er eine sozial-engagierte Lehrmethode, die auf die Herausstellung individueller Fähigkeiten zielte. Im Rahmen des Workshops «Art and Knowledge», angesiedelt an einem der extremen sozialen Brennpunkte der USA, waren fortan klassische und moderne Literatur, Philosophie und politische Theorie das Rohmaterial für Rollins und seine Arbeitsgruppe. Die Texte von Martin Luther King Jr., Lewis Carroll, Gustave Flaubert, Franz Kafka, Homer und William Shakespeare – um nur einige zu nennen – sind Ausgangspunkt einer reichen Bildsprache. Dabei werden bearbeitete Buchseiten direkt auf Leinwand aufgeklebt, worauf die Interpretationsansätze künstlerisch ausgearbeitet werden. Das Konzept dieser Art von Transformation ist ein Leitmotiv, das das gesamte Werk des Kollektivs prägt, das seit mehr als zwanzig Jahren in wechselnder Besetzung arbeitet. Es ist nicht nur un​trennbarer Bestandteil des kreativen Schaffensprozesses an sich, sondern auch verbindendes Motiv, das sich hinter der Auswahl der Textgrundlage verbirgt. Die Verbindung, die zwischen Werken wie Shakespeares Macbeth, Kafkas Die Verwandlung und Collodis Pinocchio zu Tage tritt,

Roza El-Hassan In Between Zeichnungen und Objekte 11.02.2012 – 20.05.2012 Fokus: Max Kämpf Malerei und Arbeiten auf Papier 11.02.2012 – 29.04.2012

ist, so Rollins, die Thematik der Aufopferung, die zu neuem Leben, neuen Vorstellungen, neuer Hoffnung führt. Durch die Aufnahme der Erzählungen in den Kanon klassischer Literatur und dadurch, dass sich Tim Rollins + K.O.S. deren annehmen, werden die Figuren und ihre Geschichten letztlich wiederbelebt. So ist Transfiguration nicht als blosse Veränderung zu verstehen, wie die Übersetzung einer literarischen Grundlage in Bildende Kunst, sondern als wundersame Auferstehung in einem metaphorischen Sinne. Das Werk von Tim Rollins + K.O.S. vereint klassische Bildung und Street-Culture, Gelehrsamkeit und Spontaneität, und verbindet Elemente künstlerischer Bewegungen, wie die Funktion der Sprache als künstlerische Ausdrucks​form in der Conceptual Art, mit dem Verweis auf die politische Bedeutung alltäglicher Objekte in der italienischen Arte Povera.

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* Nikola Dietrich ist Kuratorin für Moderne und Zeitgenössische Kunst am Museum für Gegenwartskunst Basel

Im Vorfeld zur Ausstellung wird eine neue Arbeit vor Ort entstehen, die aus einem von Tim Rollins + K.O.S. durchgeführten Workshop mit einer Basler Schulklasse hervorgeht. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Galleria d’Arte Moderna e Contemporanea (GAMeC) in Bergamo. Ein begleitender Katalog erscheint bei JRP I Ringier, herausgegeben von GAMeC, MGK und der Fondazione Galleria Civica in Trient.

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Tim Rollins + K.O.S., Amerika – Everyone is Welcome! (After Franz Kafka), 2002


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Von der Anziehungskraft zwischen Männern und Frauen Grosse Copley-Retrospektive im Museum Frieder Burda, Baden-Baden

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intersinnig und durchaus frech setzt Copley seine Figuren vor ein opulentes Dekor. Ob Streifen, Rauten, Karos oder Herzen, bei William N. Copley treibt der Geschlechterkampf vor bunten Mustern humorvolle Blüten. In einer umfassenden Retrospektive des 1919 geborenen und 1996 verstorbenen Amerikaners präsentiert das Museum Frieder Burda unter dem Titel Copley. Bilder 1947–1994 über 80 Werke des Künstlers. Copley war als Galerist, Künstler, Schriftsteller und Verleger seit Mitte der 1940er-Jahre ein wichtiger Vermittler zwischen den Surrealisten und der Pop-Art-Bewegung und gehörte zu den eigenwilligsten Persönlichkeiten der Kunstszene. Wie auch die grossen Einzelausstellungen Polke, Richter und Baselitz, die im Museum Frieder Burda zu sehen waren, basiert diese Sonderausstellung auf dem Bestand der Sammlung Frieder Burda. Schon früh sammelte Frieder Burda Arbeiten von Copley und besitzt inzwischen einen grossen Werkkomplex, der erstmals in seiner Gesamtheit gezeigt wird. Ergänzt

wird dieser Bestand um internationale Leihgaben und Arbeiten aus dem Nachlass des Künstlers, von denen viele erstmals öffentlich zu sehen sein werden. In der Tradition von Dada, Surrealismus und amerikanischer Pop Art setzt sich Copley in seinen Bildern auf ironische Weise mit dem erotischen Spiel zwischen Mann und Frau in all seinen Facetten auseinander. Copleys Leben verlief alles andere als geradlinig: Er wurde 1919 auf der Schwelle eines New Yorker Hospizes gefunden. Zwei Jahre später wurde er von Ira und Edith Copley, wohlhabenden Zeitungsverlegern aus Illinois, adoptiert. 1940 trat er in die US-Armee ein, zog als Soldat in die Welt, kehrte als Reporter in die Heimat zurück und begeisterte sich für den Surrealismus. 1947 begann der Autodidakt zu malen, zuerst lediglich, um seine schriftlichen Fähigkeiten zu verbessern. Ein Dichter, so Copley, müsse visuell arbeiten und ein Maler poetisch. In Los Angeles gründete er eine Galerie, um die Surrealisten bekannt zu machen, doch ohne finanziellen Erfolg. Copley kaufte selbst Werke und legte damit den Grundstein zu seiner bedeutenden William N. Copley, St. Valentine’s Day, 1965


Copley. Bilder 1947 – 1994 18.02.2012 – 10.06.2012 Museum Frieder Burda, Baden-Baden www.museum-frieder-burda.ch

13 Sammlung surrealistischer Kunst. Der ungestüme Freigeist reiste viel: war in Paris mit Man Ray, Marcel Duchamps Max Ernst und René Magritte befreundet, bevor er zehn Jahre später nach Amerika zurückkehrte, um in die New Yorker Kunstszene einzutauchen. Götz Adriani kuratiert diese Retrospektive, die vor allem auch durch eine Serie von Aquarellen, die bisher noch nie öffentlich gezeigt wurde, ein neues Licht auf die vielen Facetten des Künstlers wirft. Adriani beschreibt Copley folgendermassen: «Der Minimalist mit barocken Zügen hat ein Künstlerleben lang nicht nur seinen kuriosen Sujets, sondern auch einer raffiniert gesteuerten Kunstlosigkeit die Treue gehalten. Meist beliess er es bei schlagkräftigen Bildpointen und einer eher grafischen Vorgehensweise. Aus der Kombination der inhaltlichen Standards mit stark abstrahierenden Kürzeln gelang ihm eine bemerkenswerte kompositionelle und koloristische Vielfalt.»

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oben: William N. Copley, Untitled (Car), 1970 unten: William N. Copley, West, 1974


Kienholz: Die Zeichen der Zeit von Andres Pardey*

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it Kienholz: Die Zeichen der Zeit zeigt das Museum Tinguely das Werk von Edward Kienholz und Nancy Reddin Kienholz, zwei amerikanischen Künstlern, die zu den grossen Moralisten unserer Zeit gehören, wie – unter vielen anderen – Sebastian Brant, dessen Narrenschiff 1494 in moralsatirisch-didaktischer Weise die Welt beschrieb und einen neuen Typus der Weltsicht begründete. Oder wie Francisco de Goya, der im frühen 19. Jahrhundert mit seinen Pinturas Negras oder seinen Desastres de la Guerra für das Grauen von Krieg und Verzweiflung ganz neue Bildformen gefunden hat. Was diese Künstler in didaktischer Hinsicht auszeichnete, ist auch dem

Kienholz'schen Werk eigen: Die schliessliche, andauernde Hinwendung zum Guten und zum Menschen hin. Was Kienholz von einem Werk wie dem Narrenschiff unterscheidet, ist die umfassende Kritik, die der Amerikaner an der Gesellschaft und an ihren Institutionen wie der Politik oder der Kirche übte. Und doch: es ist der Mensch, dem die uneingeschränkte Zuneigung Kienholz' galt und der nie als grundsätzlich böse, sondern als fehlgeleitet, irre gegangen, in Zwängen gefangen erscheint. Der Kunst von Ed Kienholz und ab den Siebzigerjahren von Ed und Nancy Reddin Kienholz fehlt jeglicher Zynismus. In einer Zeit, in der Szenen wie in den Kienholz'schen Tableaus im


Kienholz Die Zeichen der Zeit 22.02.2012 – 13.05.2012 Museum Tinguely www.tinguely.ch Vorabendprogramm staatlicher Fernsehstationen anzutreffen sind, ist eine Haltung, die mit dem Zeigen abgründiger und schrecklicher Szenen einen Glauben an das Gute im Menschen verbindet, eigentlich völlig überholt. Die Künstler wurden als Gesellschaftskritiker etikettiert, der moralische Tonfall spricht aber neutral über die Zeit. «Man kann kein Hurenhaus ohne zahlende Kunden haben», sagte Kienholz über sein Tableau Roxys, das eben dies – ein Bordell – zum Thema hatte. In Artforum schrieb Edward Kienholz 1968 als Antwort auf einen Kritiker seines Tableau Portable War Memorial, das den Krieg – in diesem Falle den Vietnam-Krieg, den die USA in den

Sechzigerjahren mit unwahrscheinlicher Härte und unter dem Einsatz von Hunderttausenden ihrer jungen Männer führte – kritisierte und ad absurdum führte: «Erstens würde ich niemals dieses Land (Amerika) beleidigen, da ich es vielleicht ebenso liebe wie Sie. Ich würde mir jedoch auf meine Weise gestatten, es zu verändern. Meine Methode ist wie die der meisten Künstler ein System von Brennpunkt und Gesichtspunkt.» Und das war und ist es, was die Werke von Ed und Nancy Reddin Kienholz auszeichnet: ein klarer Standpunkt, eine Meinung, eine Haltung, und dies alles unter unbedingter Wahrung der Würde eines womöglich andersdenkenden Betrachters ihres Werks.

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Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, 76 J.C.s Led the Big Charade, 1993/1994

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Das Tableau Eleventh Hour Final beschäftigt sich wie Portable Art Memorial mit dem Vietnam-Krieg und ist ebenso im Jahre 1968 entstanden. Waren dort noch Soldaten in vollem Einsatz zu sehen, und war dort noch eine Öffentlichkeit erahnbar, die auf das Geschehen reagieren konnte, so hat sich in Eleventh Hour Final das Grauen in die Stuben der Amerikaner geschlichen. Zur Zeit der Spätnachrichten wird auf einem Bildschirm, hinter dem ein abgeschnittener plastischer Kopf liegt, die wöchentliche Verlustliste von Freund und Feind – der sogenannte «Body Count» – wiedergegeben. Amerikaner tot: 217. Amerikaner verwundet: 563. Feinde tot: 435. Feinde ver-

wundet: 1291. Hinter diesen vermeintlich so objektiven Zahlen steckt ein wesentlich objektiveres Grauen, stecken Individuen, denen erkennbar die Sorge des Künstlers gilt. Das Fernsehgerät hat die Form eines Grabsteins, die einzige Abweichung, die in dieser von Bürgerlichkeit getränkten Atmosphäre zugelassen ist. Pontus Hulten und Ed Kienholz stellen 1969 in einem Gespräch fest: «Die Arbeit verurteilt mit scharfer Kritik den Hang der Menschheit zur Gewalttätigkeit, und Krieg kommt von unserer Unfähigkeit, uns zehn oder zehntausend Ausfälle an Toten und Verwundeten vorzustellen, wie sie täglich in den Medien berichtet werden. [...] Was kann eines

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Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, Claude Nigger Claude, 1988


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Mannes Tod, so entrückt und weit weg, den meisten Leuten in der vertrauten Sicherheit ihres mittelständischen Zuhause bedeuten?» Kienholz gibt in seinem Tableau mit der Beklemmtheit, die den Betrachter angesichts des Fernsehers erfasst, eine klare Antwort auf seine Frage. Claude Nigger Claude (1988) zeigt zwei Abgüsse von Claude Royster, einem der wenigen Afroamerikaner, die in Hope, Idaho, lebten. Einmal ist der Mann in einer dieser typischen Schwarzen-Rollen zu sehen – als Liftboy – und das andere Mal als Geschäftsmann, der sich von eben diesem Liftboy nach oben befördern lässt. Kommt der eine allerdings mit Jeans und T-Shirt einfach gekleidet, aber glaubwürdig daher, so richtet der andere vor dem Spiegel seine Krawatte und blickt in ein dürftig weiss geschminktes Gesicht. Der Schwarze als schlechte Kopie des Weissen, der mit dieser Demutsgeste seinen Eintritt in die Geschäftswelt erkaufen möchte. Kann man sich eine präzisere Beschreibung eines alltäglichen, unausgesprochenen Rassismus vorstellen? The Jesus Corner (1982/1983) wiederum beschäftigt sich mit der Religion und der Kirche – und ist gleichzeitig ein Relikt, das die Künstler in einem Schaufenster in einem Abbruchhaus in Spokane vorgefunden haben. Der dort ansässige Roland Thurman hatte ein Schaufenster mit christlichen Devotionalien gestaltet – seinen «Jesus Corner». Ed und Nancy bewahrten das Fenster vor der Zerstörung und bauten es liebevoll und detailgetreu nach, um Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, The Ozymandias Parade (Detail), 1985

es dann dem Spokane Museum zu schenken. Ein fast heimatschützerischer Akt verbindet sich hier mit einem für Kienholz'sche Verhältnisse sanften Umgang mit religiösen Symbolen. Damit erwiesen Ed und Nancy Reddin Kienholz den Bewohnern dieser heruntergekommenen Gegend in der Stadt Spokane (der Heimat von Ed) ihre Reverenz und stellten ihre Zuneigung zu den Menschen weit über die Abneigung, die sie gegenüber der Kirche und allem Religiösen verband. Das Harte, Abschreckende, Berserkermässige, das aus den Arbeiten von Ed Kienholz und Nancy Reddin Kienholz zunächst spricht, weicht bei näherer Betrachtung einer Haltung, die von grossem Respekt gegenüber den Menschen, von Zuneigung, Verständnis und einem tief empfundenen Mit-Leiden mit der menschlichen Kreatur zeugt. Die zwei Künstler waren auf der Suche nach einem besseren Weg für die Menschen, nach Frieden, nach einem Ausgleich zwischen den Geschlechtern und den Rassen, in einem Kampf gegen Heuchelei, Falschheit und Zynismus. Das macht diese Kunst so schmerzlich zeitgemäss und zeitgenössisch. *Andres Pardey ist Vize-Direktor des Museum Tinguely

Kienholz: Die Zeichen der Zeit ist eine Ausstellung der Schirn Kunsthalle Frankfurt in Kooperation mit dem Museum Tinguely Basel.

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Kienholz: The Signs of the Times. Rebellious, provocative, and polarizing, the œuvre associated with the name Kienholz has always caused quite a stir since its beginnings in the mid-1950s. Central to his work, which from 1972 was executed in collaboration with his wife Nancy Reddin Kienholz, are religion, war, death, sex and the degenerate sides of society. Dealing with such subjects as the sexual exploitation of women in prostitution, the role of the media, and the effects of ethnic conflicts, the works pinpoint fractures of Western societies which have hardly been remedied to this day and thus lend the œuvre its unmitigated topicality. But this contemporaneity is not due solely to the themes dealt with; today we view the works as anticipating central trends in contemporary art like those we find ourselves confronted with in Paul McCarthy’s and Mike Kelley’s pieces, for example, but also in the production of Jonathan Meese, Thomas Hirschhorn, or John Bock. The exhibition in the Museum Tinguely, spanning from the first three-dimensional smaller works to the conceptual pieces and room-filling tableaux, offers a complex survey highlighting the essence of Edward Kienholz and Nancy Reddin Kienholz’s achievements. Kienholz: The Signs of the Times is mounted by the Schirn Kunsthalle Frankfurt in co-operation with the Museum Tinguely Basel.

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Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, The Potlatch, 1988


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Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, My Country ‘Tis of Thee (Detail), 1991


Cevdet Erek in der Kunsthalle Basel

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Cevdet Erek «Week» 13.01.2012 – 04.03.2012 Kunsthalle Basel www.kunsthallebasel.ch

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ie Kunsthalle Basel stimmt das neue Jahr mit einer unkonventionellen Ausstellung ein. Der aus Istanbul stammende Künstler und Musiker Cevdet Erek (*1974) hat den Oberlichtsaal in eine Sound-Installationen verwandelt, die Raum und Zeit auf neue Art und Weise definiert und den Besucherinnen und Besuchern ermöglicht, die Ausstellungsräume anders wahrzunehmen. Ereks Arbeiten entstehen nicht im Atelier und sind an kein bestimmtes Medium gebunden, vielmehr formuliert der Künstler mit jeder von ihnen ein Statement in einem spezifischen Kontext, indem er sich der Medien und Formate bedient, die jeweils am besten geeignet sind, die Idee sichtbar zu machen. Daher arbeitet Erek häufig mit temporären Formen wie Live-Sound und Performance. Das Interesse des Künstlers an Sound und Rhythmus begründet sich aus seinem Lebenslauf. Erek, der ausgebildeter Architekt ist, bewegte sich bereits früh auch in der dynamischen Musikszene von Istanbul. Später promovierte er am Zentrum für Musikwissenschaft an der Technischen Universität Istanbul und spielt heute Schlagzeug in der von ihm mitbegründeten Istanbuler experimentellen Rockband Nekropsi. Die Hauptinspirationsquelle für Ereks Sound-Installation Week (2012) in der Kunsthalle Basel ist der typische Raum eines Clubs, der sich vor allem durch den Beat der Musik und die Lichter auszeichnet. Im Zentrum des Oberlichtsaals steht eine Lautsprecheranlage, die auch in Clubs und an FreiluftRockkonzerten als Ausstattung dient. Klanglich ist die Arbeit als «Hör-Raster» aus sieben Beats komponiert, die auf der nicht

Cevdet Erek, Circular Week Ruler, 2011

naturgegebenen, sondern vom Menschen festgelegten Einteilung der Woche und deren Einheiten beruhen – den sieben Tagen. Diese sieben Tage werden in mehreren verschiedenen Versionen gespielt, die sich in einem Loop verbinden: in Ereks Week. Eine grosse, im Fenster über dem Haupteingang der Kunsthalle angebrachte blinkende LED-Anzeigetafel, verwandelt das Erscheinungsbild der nüchternen, klassizistischen Fassade des Gebäudes in das einer Partylocation und stellt eine Verbindung zu dem Nachtleben her, das sich rund um den nahe gelegenen Barfüsserplatz abspielt, einem der beliebtesten Treffpunkte für die Jugend aus Basel und der Agglomeration. Die Ausstellungsarchitektur im Saal wurde um das Rechteck des imposanten Oberlichts herum konstruiert und betont somit die Tatsache, dass die Ausstellung, im Gegensatz zum Club, nur bei Tageslicht zu betrachten ist. Die Arbeit Week spricht das zentrale Thema in Cevdet Ereks vielfältiger Praxis an: die wechselseitige Übersetzung und Durchlässigkeit zwischen den scheinbar verschiedenartigen Repräsentationssystemen, mit denen wir die uns umgebende Welt begreifen und die unser Leben strukturieren – die Vermessung des Raums (im metrischen System), der Zeit (mittels Kalender und Uhr) und des musikalischen Tempos, gemessen als konstante Zahl von Beats pro Minute. Der Künstler verbindet diese scheinbar objektiven Messsysteme mit anderen, offenbar zufälligen, wie etwa der Zeitleiste von historischen Ereignissen oder dem variablen Rhythmus einer musikalischen Improvisation.


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Ferdinand Gehr im Kloster Schönthal Ferdinand Gehr (1896–1996) war der führende Kirchenkünstler der Schweizer Moderne. Aber er war mehr: ein Maler zwischen Spiritualität und Abstraktion. Sein in der Ostschweiz bekanntes und gefeiertes Werkt passt in idealer Weise ins Kloster Schönthal. Die religiösen Themen vermählen sich mit seiner romanischen Architektur, die Blumen-Aquarelle mit dem Klostergarten, seine Rheintaler Landschaften mit der Naturschönheit des Basler Jura. Über sechzig Jahre hat Gehr, der sein Todesjahr mit seinem 100 Geburtstag krönte, in grosser Selbstständigkeit und Freiheit ein Ferdinand Gehr, Gott kommt zum Menschen, 1982

strahlendes, farberfülltes Œuvre geschaffen, das in der Schweizer Kunstlandschaft einzigartig dasteht. Als Textilzeichner ausgebildet und früh bei André Lothe in Paris mit der Avantgarde konfrontiert, hat er insbesondere die Botschaften von Matisse und Cézanne auch in seine Kirchenausstattungen, in Fresken und Glasfenster, integriert. Nach ersten Aufträgen in St. Gallen (um 1935) arbeitete er mit massgeblichen Architekten der modernen Schweizer Architektur zusammen. Das Kloster Schönthal erwartet Sie zu einer besinnlichen wie fröhlichen Einkehr.

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Pierre Bonnard Artinside


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Pierre Bonnard, Die grosse Badewanne (Akt), 1937–1939


Das unkonventionelle Leben des Pierre Bonnard von Ulf Küster*

Pierre Bonnard 29.01.2012 – 13.05.2012 Fondation Beyeler, Riehen www.fondationbeyeler.ch

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ierre Bonnard, der grosse Magier der Farbe, ist einer der berühmten Unbekannten der Kunstgeschichte. Seine Werke wollen lange und eindringlich betrachtet werden: Immer wieder sind auf seinen Bildern neue Farbkombinationen zu entdecken. Wie er oft bemerkt hat, ging es ihm in seiner Kunst um die Schönheit und die Harmonie der Farben. Seine Farbkontraste und -korrespondenzen, auch die Art, wie er seine Bilder komponiert hat, legen die Vermutung nahe, dass sich hinter dem Streben nach Schönheit ein sehr aufregendes und unkonventionelles Leben verbirgt.

Bonnard schrieb einmal, das Kunstwerk sei ein Stillstand der Zeit. Offensichtlich wusste er genau, von was er sprach, denn er liebte nicht nur das Malen und das Erschaffen dieser Stillstände in seinen Werken, sondern er mochte auch das Gegenteil von Stillstand, nämlich Bewegung und Geschwindigkeit: Nur wenig bekannt ist, dass Pierre Bonnard ein früher Automobilist gewesen ist. Schon vor dem Ersten Weltkrieg besass er einen Renault, der es ihm ermöglichte, ein relativ unstetes Leben zu führen. Unbürgerlich zu sein, war wohl die Maxime Pierre Bonnards bis ins Alter. Das hiess aber grundsätz-

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Pierre Bonnard, Place Clichy, 1906/1907


lich, alles dem Wunsch unterzuordnen, Künstler zu sein und Gemälde zu schaffen. Dabei stammte Pierre Bonnard, der am 3. Oktober 1867 in Fontenay-aux-Roses südlich von Paris geboren wurde, aus einer sehr bürgerlichen Familie. Sein Vater war Jurist, und der Sohn sollte in dessen Fussstapfen treten. Bonnard studierte Jura, ähnlich wie Henri Matisse, mit dem er später befreundet sein sollte und bis zu seinem Lebensende Briefe wechselte. Während seines Studiums begann er mehr und mehr seiner Leidenschaft für das Malen nachzugeben. Eine Stelle in der Pariser Verwaltung liess ihm Freiraum, sich künstlerisch ausbilden zu lassen. Drei wichtige Begegnungen waren für Bonnards Entwicklung zum Künstler entscheidend: Japanische

Farbholzschnitte, die ihm zeigten, wie Bilder aus ineinander verzahnten Flächen entwickelt werden können, dann die radikale Kunst Paul Gauguins und die Aufnahme in die Künstlergruppe Nabis (zu Deutsch «Propheten»), die sich um Paul Sérusier und Maurice Denis gebildet hatte. Dort wurden die Erfahrungen des Impressionismus, der japanischen Kunst und der Kunst Gauguins in eine aus Fläche und Farbe entwickelte Bildsprache umgesetzt. Der erste Erfolg, der sogar den Vater dazu brachte, die künstlerische Laufbahn des Sohnes zu akzeptieren, kam 1891 mit dem Plakat für «France Champagne», das überall in Paris zu sehen war und fast wie ein Synonym für die Belle Epoque wirkt. Schicksalhaft war 1893

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Pierre Bonnard, Dekor in Vernon (Die Terrasse in Vernon), um 1920/1939


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seine Begegnung mit Maria Boursin (1869–1942), die als Schneiderin am Montmartre arbeitete. Sie wurde nicht nur sein bevorzugtes Modell, sondern auch seine Geliebte. Fast alle seine berühmten Aktgemälde lassen sich auf ihre Gestalt zurückführen. Maria stellte sich ihm als verarmte Adlige unter dem Namen Marthe de Meligny vor und verstand es, ihren Lebensgefährten über lange Jahre im Unklaren über ihr Herkommen zu lassen. Offensichtlich war das Bonnard egal; in Marthe hatte er eine Partnerin gefunden, die ähnlich wie er unkonventionell lebte, wovon beispielsweise auch die für die Zeit sehr ungewöhnlichen Fotografien zeugen, die Bonnard von seiner Frau und sich nackt im Garten machte. Marthe litt an einer Tuberkulose, deswegen waren häufige Kuren in Seebädern notwendig. Bonnard, der sehr lange an seinen Bildern malte und die Leinwände mit Reissnägeln direkt an die Wand heftete, rollte dann seine Bilder ein, verstaute sie auf seinem Dachgepäckträger, und los gings. Marthe galt ausserdem als chronisch eifersüchtig,

was sie allerdings nicht daran hinderte, zumindest eine Zeit lang eine Art «ménage à trois» zu dulden, denn Bonnard war nicht unbedingt treu. Dennoch heiratete er 1925 Marthe, worauf sich offenbar Renée Monchaty, die (damals) andere Frau in Bonnards Leben, umbrachte. Aber diese Zusammenhänge sind nie ganz geklärt worden. Sicher ist, dass der alte Bonnard zurückgezogen in seinem Häuschen in Le Cannet bei Cannes lebte, wo er am 23. Januar 1947 starb. Das Haus hatte er zu einer «Malmaschine» umgebaut: Das Badezimmer beispielsweise liegt an der sonnigsten Ecke des Gebäudes, sodass er seine Frau, von Licht umflossen, beim Baden und Waschen beobachten konnte, um seine Eindrücke dann im Atelier auf die Leinwand zu bringen. Eines tat Bonnard nämlich aus Prinzip nicht: nach der Natur malen. Alle seine Bilder, auch wenn sie konkrete Situationen zeigen, sind Resultate seiner Imagination. *Ulf Küster ist Kurator der Fondaton Beyeler

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Pierre Bonnard, Grosses Esszimmer zum Garten, 1934/1935


Pierre Bonnard. With the exhibition «Pierre Bonnard», the Fondation Beyeler celebrates the great French colorist and one of the most fascinating of modern artists. More than 60 paintings from renowned museums and private collections provide insight into all phases of his career. Pierre Bonnard (1867-1947) was a cofounder of an artists' group known as the Nabis, who admired the style of Paul Gauguin and Japanese woodblock prints. In Paris, Bonnard depicted the bustling life on the streets and in the cafés, before retiring first to Normandy, very close to Monets' waterlily garden, then to the sunny Côte d'Azur, where he was inspired by the light and colors of the Mediterranean environment. Continually experimenting, he produced variants in evernew color combinations and from surprising points of view on subjects from everyday life, in which time only apparently seems to stand still. The artists' favorite model was the mysterious

Marthe, his muse and wife. Bonnard created harmonious still lifes, enigmatic interiors, intimate female nudes, moving selfportraits, and decorative landscapes whose magnificent palette is unique in modern art. One of the principal lenders is the Musée d’Orsay, Paris. Further outstanding loans come from the Tate London; the Musée national d’Art moderne, Centre Georges Pompidou, Paris; the Musée d’Art moderne de la Ville de Paris; the Museum of Modern Art, New York; the Solomon R. Guggenheim Museum, New York; the Metropolitan Museum, New York; the Phillips Collection, Washington, D.C.; the Kunstmuseum Basel; the Kunsthaus Zürich; and from distinguished private collections, not least from the Hahnloser successors. The exhibition was curated by Ulf Küster, Fondation Beyeler Curator.

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Pierre Bonnard, Das Toilettenzimmer mit rosafarbenem Kanapee (Weiblicher Akt im Gegenlicht), 1908


HILT Freie Strasse 88, Basel +41.61.272 09 22 www.galeriehilt.ch

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Galerien in der Region Basel

Regula Mathys-Hänggi Krabbeltiere & Co. bis 17.03.2012 Hanspeter Kamm Drahtobjekte 24.03.2012 – 26.05.2012

Regula Mathys-Hänggi Laternenträger, 2010, Mischtechnik auf Leinwand, 140 x 110 cm

African Tribal Art Permanente Ausstellung

CARZANIGA Gemsberg 8, Basel +41.61.264 30 30 www.carzaniga.ch

KATHARINA KROHN Grenzacherstr. 5, Basel +41.61.693 44 05 www.galerie-katharina-krohn.ch

Max Kämpf Hommage zum 100. Geburtstag bis 10.03.2012

Andrea Schomburg Vernissage: 16.03.2012

Jean Villard Ernesto Schiess bis 10.03.2012

Wonkun Yun, Acryl auf Leinwand, 2005

Max Kämpf, Mutter mit Kind, 1968 , Oel auf Leinwand, 44,5 x 48 cm, signiert, datiert oben rechts: Kämpf 68

GRAF & SCHELBLE Spalenvorstadt 14, Basel +41.61.261 09 11 www.grafschelble.ch

MITART Reichensteinerstrasse 29, Basel +41.61.692 90 20 www.mitart-gallery.com

Heinrich Gohl Wald. Fotografie bis 18.02.2012

PEEKABOO – TAREK ABU HAGEB . MATTHIAS AEBERLI . KASSANDRA BECKER . BIANCA DUGARO . ROLAND FAESSER . ELISABETH HELLER . VANESSA PÜNTENER bis 04.02.2012

Margarit Lehmann Objekte, Zeichnung, Video 09.03.2012 – 14.04.2012

Herinrich Gohl: Point Lobos CA. Fotografie 1997. © Heinrich Gohl

Oliver Krähenbühl Malerei und Zeichnung 20.04.2012 – 25.05.2012

STEPHAN JON TRAMÈR Malerei und Zeichnung 21.03.2012 – 28.04.2012 TAREK ABU HAGEB, "Wolf Smith" 2011, Teppich, 110 x 140 cm

HENZE & KETTERER & TRIEBOLD Wettsteinstr. 4, 4125 Riehen +41.61.641 77 77 www.henze-ketterer-triebold.ch

STAMPA Spalenberg 2, Basel +41.61.261 79 10 www.stampa-galerie.ch

BERNARD SCHULTZE Werke aus den Jahren 1955 bis 2000 bis 24.03.2012

MARCEL ODENBACH 07.02.2012 – 07.04.2012 TILL VELTEN 07.02.2012 – 07.04.2012

Bernard Schultze, Prothesen-Jemand, Öl auf Leinwand 1987, unten rechts signiert und datiert. 200 x 140 cm

Till Velten – Über allem schwebt Tuffi, Courtesy STAMPA, Basel, Foto: Aufdi Aufdermauer


Ronan & Erwan Bouroullec Album 03.02.2012 – 28.05.2012 Vitra Design Museum Gallery Weil am Rhein/D www.design-museum.de

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Weitere Ausstellung im Vitra Design Museum Rudolf Steiner Die Alchemie des Alltags bis 01.05.2012

Ronan & Erwan Bouroullec – Album Parallel zu «Rudolf Steiner – Die Alchemie des Alltags» präsentiert das Vitra Design Museum ab dem 3. Februar die Ausstellung «Ronan & Erwan Bouroullec – Album»

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onan und Erwan Bouroullec zählen zu den wichtigsten Designern der Gegenwart. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen ihre Zeichnungen. Darüber hinaus zeigt sie Archivfotografien von Modellen und Projekten, die zusammengenommen faszinierende Einblicke in die Arbeit der Designer bieten – von alltäglichen Details bis zu umfassenden Gestaltungskonzepten. Einerseits sind die Zeichnungen der Bouroullecs künstlerische Arbeiten von eigenem Wert, deren zarte, oft schraffierte und teilweise fast naiv wirkende Bildmotive eine völlig eigene Formenwelt bilden. Andererseits stellen sie wichtige Schritte innerhalb des Designprozesses dar, die sich langsam der endgültigen Form eines Objekts nähern. Dabei gehen die Designer wie Naturforscher vor, die die Formen ihres eigenen Ideenkosmos neugierig studieren und immer wieder überprüfen. Inspiriert von dieser Vorgehensweise, präsentiert die Ausstellung die Exponate in einer Inszenierung, die an ein naturkundliches Museum oder ein Labor erinnert. Die Ausstellung Album zeigt, dass die Arbeit eines Designers heute ein komplexer Prozess ist, in dem zahlreiche konstruktive und technische Probleme gelöst werden müssen. Dennoch bleibt die Zeichnung auch im Computerzeitalter ein unoben: Ronan & Erwan Bouroullec, Album Exhibition unten: Ronan & Erwan Bouroullec, Zeichnung

verzichtbares Werkzeug vieler Designer, da sie es ermöglicht, spontane, teilweise auch unerwartete Entwurfsideen auf Papier zu bannen und eine individuelle Formensprache zu entwickeln. Damit ruft die Ausstellung nicht zuletzt in Erinnerung, welche Bedeutung die Zeichnung für den Entwurf von Objekten schon immer gehabt hat – von da Vinci bis Le Corbusier. Selbst das Wort «Design» ist auf das italienische Wort «disegno» zurückzuführen, mit dem schon in der Renaissance der Gesamtentwurf eines Bildmotivs bezeichnet wurde. Die Ausstellung Ronan & Erwan Bouroullec – Album präsentiert die Arbeiten der Designer erstmalig im deutschsprachigen Raum in einem musealen Kontext. Eine umfangreiche Ausstellung des Gesamtwerks von Ronan und Erwan Bouroullec ist zeitgleich noch bis zum 30. Juli im Centre Pompidou – Metz zu sehen. Zur Ausstellung gehört Cercles, eine iPadApplikation, die als digitaler Katalog eine interaktive Erweiterung der Ausstellungsinhalte darstellt. «Ronan & Erwan Bouroullec – Album» ist eine Kooperation des Vitra Design Museums und des arc en rêve centre d’architecture, Bordeaux.

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Ronan & Erwan Bouroullec, Modell


Bedeutende Ausstellungen ausserhalb der Region Basel

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Aarau | Kunsthaus

Thun | Kunstmuseum

Zürich | Kunsthaus

Frankfurt | Schirn-Kunsthalle

Roman Signer – Strassenbilder und Super-8-Filme

Golden Days – Francis Baudevin and Dominik Stauch featuring Daan Van Golden Golden Days zeigt Werke der beiden Künstler Francis Baudevin (geb. 1964 in Bulle, lebt und arbeitet in Lausanne) und Dominik Stauch (geboren 1962 in London, lebt und arbeitet in Thun). Als Scharnier zwischen den Ideenwelten der beiden steht die 70-teilige fotografische Arbeit Golden Years von Daan van Golden. Der holländische Künstler hat für jedes Jahr von seinem Geburtsjahr 1936 an bis zum seinem 70. Geburtstag (2006) je ein schwarzweisses Zeitungsbild ausgewählt.

Wintermärchen

Edvard Munch – der moderne Blick In dieser Ausstellung geht es nicht um den Einzelgänger, als der Edvard Munch gerne dargestellt wird. Während der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts reist Munch durch Europas Metropolen, ist gern gesehener Gast in den Künstlerzirkeln. Er beschäftigt sich intensiv mit den neuen Medien seiner Zeit, fotografiert und filmt selbst. Erstmals wird diese Auseinandersetzung Munchs mit modernen Aufnahmetechniken oder zeitgenössischen Bühnenbildern in den Fokus der Aufmerksamkeit gestellt. Seine Werke lassen erkennen, in welchem Mass er spezifisch fotografische oder filmische Bau- und Erzählformen, Posen und selbst Effekte in seine Malerei übernimmt.

Der erste Teil der Ausstellung zeigt die Fotoserie Strassenbilder, die Roman Signer auf ausgedehnten Reisen durch die Karpaten, die Ukraine und Rumänien gemacht hat. Das Aargauer Kunsthaus hat diese wichtige Arbeit 2011 erworben. 24 Fotografien zeigen liebevoll geschmückte Gedenkstätten am Strassenrand, die für Verkehrsopfer errichtet wurden. Weitere 24 Aufnahmen zeigen kleine Verkaufsstände, an denen allerlei Esswaren angeboten werden. Im zweiten Teil der Ausstellung werden 36 Super-8- Filme aus der Zeit von 1975 bis 1989 grossformatig präsentiert. Die Filmprojektionen werden zu Aussagen in eigener Sache und kontrastieren in Form und Inhalt mit der Serie der Strassenbilder. 28.01.2012 – 22.04.2012  www.aargauerkunsthaus.ch

12.02.2012 – 09.04.2012  www.kunstmuseumthun.ch

Winterthur | Fotomuseum

Kostbare Bilder des 16. und 17. Jahrhunderts, raumhohe Tapisserien, die einst für Paläste bestimmt waren, Kabinettstücke aus Gold und Elfenbein – ein unterhaltsamer und informativer Parcours führt durch vier Jahrhunderte Kunst und Kunsthandwerk über den Winter – von den holländischen Meistern rund um Breughel bis zu anrührenden Seltsamkeiten der Salonmalerei und lichtdurchfluteten Meisterwerken des Impressionismus aus dem Pariser Musee d’Orsay. 10.02.2012 – 29.04.2012

Anselm Stalder – Glimmende Peripherie Anselm Stalder hat im Umkreis der neuen Figuration der Achtziger-Jahre früh internationale Anerkennung erlangt. Im Unterschied zu den damaligen expressiven Tendenzen überwog bei Stalder jedoch stets das Moment der Reflexion. Sein formal schlichtes, doch inhaltlich dichtes Werk kreist um Körper und Raum, Wahrnehmung und Sprache. 2003 war ihm eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Basel gewidmet; 2007 erhielt er den Prix Meret Oppenheim. 10.03.2012 bis 03.06.2012

Von Horizonten – Set 8 aus der Sammlung des Fotomuseum Winterthur Die Ausstellung aus den Sammlungsbeständen des Museums zeigt, wie Fotografinnen und Fotografen seit Mitte der 1960er Jahre mit analytischen und emotionalen Zugängen zu ihren Bildern gefunden haben. In Folge der Ausstellung New Topographics: Photographs of a Man-Altered Landscape von 1975 schien lange Zeit klar, dass das Bild der Landschaft seine natürliche Unschuld verloren hatte und dass die Zivilisation unsere Vorstellungen von Naturraum auch zukünftig prägen würde. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – haben Künstler und Fotografen mit immer wieder neuen Interpretationen auf diese ideologische Intervention reagiert und damit die Geschichte des Genres weitergebracht. bis 20.05.2012

 www.kunstmuseum-so.ch

 www.fotomuseum.ch

 www.deutsche-guggenheim.de

 www.staedelmuseum.de

Francis Baudevin, Knecht, 2009

Gysbrecht Lytens, Winterlandschaft mit lagernden Zigeunern, 1. Hälfte 17. Jhdt.

Edvard Munch, Neuschnee in der Allee, 1906

Solothurn | Kunstmuseum

Roman Signer, Strassenbilder, 2005 INUIT-INS.pdf

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10.01.12

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 www.kunsthaus.ch

Berlin | Deutsche Guggenheim Found in Translation Der Begriff der «Übersetzung» als Modell und als Metapher ist der Ausgangspunkt für die Ausstellung Found in Translation. Präsentiert werden zeitgenössische Arbeiten, die sich mit geschriebenen oder gesprochenen Texten beschäftigen, in denen kulturelle Unterschiede aufscheinen. Mit ihren Videos, Installationen, Fotografien und anderen Medien zielen die Künstler dieser Ausstellung auf die Schnittstellen von Sprache, Politik, Geschichte und Imagination. Mit ihren Beiträgen liefern sie einen kritischen Kommentar zur Vergangenheit und eröffnen zugleich eine reiche Ideenwelt für die Gegenwart. 28.01.2012 – 09.04.2012

09.02.2012 – 13.05.2012  www.schirn-kunsthalle.de

Frankfurt | Städel Claude Lorrain – die verzauberte Landschaft. «Im Claude Lorrain erklärt sich die Natur für ewig», so begeisterte sich Johann Wolfgang von Goethe 1818 für die Landschaftsbilder des französischen Barockmalers Claude Lorrain. Die in Kooperation mit dem Ashmolean Museum in Oxford entstandene Ausstellung stellt das Werk des bedeutendsten Landschaftsmalers des 17. Jahrhunderts erstmals seit fast 30 Jahren in Deutschland in einer monografischen Ausstellung vor. 03.02.2012 – 06.05.2012

INUIT ART „Faces of Kivalliq” vom 26.1. bis 10.3.2012 Vernissage: 26.1.2012: 18.30 - 21.00 Uhr

Einführende Worte: Regierungspräsident Dr. Guy Morin CANADIAN ARCTIC GALLERY

Spalenvorstadt 5 – 4051 Basel – Tel. 061 263 21 21 – www.inuit.ch Künstler anwesend 26.1. bis 28.1.2012

Billy Kuksuk Arviat

50 x 47 x 24 cm

Martha Tickie Baker Lake

34 x 32 x 25 cm


Chassé-croisé, Dada-Surréaliste, 1916-1969

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aum ein Jahr nach der beeindruckenden Präsentation der PlanqueSammlung zeigt das Musée d'art contemporain Fernet Branca in Saint-Louis eine dada-surrealistische Collage aus rund 200 Werken von insgesamt 98 Surrealisten, Dadaisten und Gleichgesinnten. Die Ausstellung zeigt Werke von Hans Arp, Hannah Höch, Hans Richter, Tristan Tzara, Serge Charchoune und vielen mehr. Das Publikum erwartet eine künstlerische Reise von den Anfängen des Dadaismus in Zürich im Jahre 1916 bis zum rechten SeineUfer in Paris zu Beginn der 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts und zu den Anfängen des Surrealismus. Die Dada-Bewegung mit ihren Verfechtern Hugo Ball, Tristan Tzara und dem Elsässer Hans Arp, erblickte das Licht der Welt in der Schweiz, im Cabaret Voltaire in der Züricher «Spiegelgasse». Wie kaum eine andere Kunstbewegung davor sollte diese Kunstrichtung das damalige Europa prägen. Diese intellektuelle, literarische und künstlerische Bewegung der Kriegsjahre 1914 bis 1924 zeichnete sich aus durch das Hinterfragen aller Konventionen und Zwänge, seien diese ideologischer, künstlerischer oder politischer Natur. Ihre Künstler brachten Respektlosigkeit, Extravaganz und Verachtung für alles «Überkommene» der Vergangenheit und der damaligen Zeit zum Ausdruck. Dieser Haltung ermöglichte eine grosse Freiheit in der künstlerischen Praxis und das Ausschöpfen aller verfügbaren Werkstoffe und Formen. Die Bezeichnung «Surrealismus» tauchte erstmals in einem Brief von Guillaume Apollinaire von März 1917 auf. Die Bewegung überdauerte das Jahrhundert, und es gelang ihr, Ideen und Schöpfungsprozesse in Literatur, Malerei, Politik, Fotografie, Film und Lyrik nachhaltig zu erschüttern. Die Künstler hiessen André Breton, Louis Aragon, Paul Eluard – sie alle waren nach dem Ersten Weltkrieg etwa zwanzig Jahre alt und wollten «das Leben ändern».

Der Parcours der Ausstellung in SaintLouis zeigt auf eindrückliche Weise, dass die Verknüpfung von Dadaismus und Surrealismus eine atemberaubende Collage überraschender Werke ergibt, ein «Patchwork» der Emotionen, welches dem Publikum eine ganze Reihe weithin unbekannter Künstler erschliesst. Diese Reise führt von Hans Arp bis Chirico über Klee, Delvaux, Matta, Lam, Michaux oder auch Breton und Soupault. Diese Künstler vertraten die Aufassung, dass die Kunst sich nicht damit begnügen dürfe, die Realität wiederzugeben. Vielmehr habe die Kunst die Aufgabe, Traum, Zauber und Unerwartetes hervorzubringen, um zu der von Künstlern als «Surrealität» genannten Stufe vorzudringen. Alberto Savinio, Paradis terrestre, 1928

Mit welchen Waffen gelingt ihnen dies? Traum, Zufall, Spiel, automatische Schrift, die Cadavre exquis, lyrischer Schock aus dem Zusammenprall diametral gegensätzlicher Realitäten. Mit Künstlern wie Magritte, Dalí, Miró, Tanguy oder Man Ray bahnen sich Kunst und Lyrik den Weg in das tägliche Leben, um eine andere Form der Realität zu erschliessen, die weder real noch irreal ist.

Chassé-croisé Dada-Surréaliste, 1916–1969 15.01.2012 – 01.07.2012 Espace Fernet Branca Saint-Louis/F www.museefernetbranca.org

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Fondation Beyeler 32

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Baselstrasse 101, CH-4125 Riehen Tel +41 61 645 97 00 Fax +41 61 645 97 19 fondation@fondationbeyeler.ch www.fondationbeyeler.ch Öffnungszeiten. Mo–So 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr. Eintrittspreise. Erwachsene CHF 25.– IV/Gruppen ab 20 Pers. CHF 20.– Studenten bis 30 Jahre CHF 12.– Jugendliche 11–19 Jahre CHF 6.– Familienpass CHF 50.– Jeden Montag von 10 bis 18 Uhr und mittwochs von 17 bis 20 Uhr vergüns­tigte Eintrittspreise. Führungen. Von Montag bis Sonntag öffentliche Überblicksführungen in deutscher Sprache. Sporadisch sonntags in französischer und englischer Sprache. Private Führungen Tel. +41 61 645 97 20. Art Club / Freunde. Für Mitglieder des «Art Clubs» und «Freunde» gelten Vorzugsbedingungen. Restaurant Berower Park. Täglich geöffnet 10–18 Uhr, Mittwoch abends geöffnet Tel +41 61 645 97 70 restaurant@fondationbeyeler.ch Artshop. Tel. +41 61 645 97 56 artshop@fondationbeyeler.ch Anreise. Mit Tram Nr. 6 (ab Innenstadt und Badischem Bahnhof ), Tram Nr. 2 (ab Bahnhof SBB) mit Umsteigen bei der Haltestelle «Messeplatz» auf Tram Nr. 6. Mit Bahn ab Basel SBB und Badischem Bahnhof nach Riehen

Kunstmuseum Basel

St. Alban-Graben 16, CH-4010 Basel Tel +41 61 206 62 62 Fax +41 61 206 62 52 www.kunstmuseumbasel.ch Öffnungszeiten. Di–So 10–18 Uhr, Mo geschlossen. Eintrittspreise. Ständige Sammlung KM CHF 15.– Renoir CHF 21.– (inkl. ständige Sammlung) MGK CHF 12.– Kombiticket KM&MGK CHF 25.– Führungen. Tel. +41 61 206 63 00 tours@kunstmuseumbasel.ch Sonderveranstaltungen. Tel +41 61 206 62 56 Kupferstichkabinett. St.Alban-Graben 16, Basel Tel +41 61 206 62 72 Bibliothek. St. Alban-Graben 10, Basel Tel +41 61 206 62 70 Shop. Postkarten, Posters, T-Shirts, Gadgets etc. Buchhandlung. St. Alban-Graben 16, Basel Tel +41 61 206 62 82 www.shop.kunstmuseumbasel.ch Bistro Kunstmuseum. St. Alban-Graben 14, Basel Tel +41 61 2071 55 22

Museum für Gegenwartskunst

St. Alban-Rheinweg 60, Basel Tel +41 61 206 62 62 Di–So 11–18 Uhr, Mo geschlossen. www.kunstmuseumbasel.ch www.elaine-mgk.ch

Museum Tinguely

Paul Sacher-Anlage 1, CH-4002 Basel Tel +41 61 681 93 20 Fax +41 61 681 93 21 infos@tinguely.ch www.tinguely.ch Öffnungszeiten. Di–So 11–18 Uhr, Mo geschlossen. Eintrittspreise. Erwachsene CHF 15.– Schüler, Studenten, Lehrlinge, AHV, IV CHF 10.– Gruppen ab 20 Personen CHF 10.– Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen gratis Audioguide zur Sammlung D/F/E CHF 3.– Schulklassen. Schulklassen inkl. ­ Begleitpersonen haben nach telefonischer Voranmeldung freien Eintritt: Tel +41 61 681 93 20 Führungen/Kunstvermittlung. Öffentliche Führungen in deutscher Sprache So, 11.30 Uhr. Private Führungen: Tel +41 61 681 93 20. Workshops und Kinderclub: Tel +41 61 688 92 70 Museumsbistro. Das Restaurant «Chez Jeannot» liegt direkt an der Rheinpromenade. Öffnungszeiten: Di–So 10,–18 Uhr Reservationen: Tel +41 61 688 94 58 Museumsshop. Der Museumsshop bietet Kataloge, Plakate und Geschenkartikel an. Anreise. Vom Bahnhof: Tram Nr. 2 bis Wettsteinplatz; Bus Nr. 31 oder 38 Richtung Habermatten. Vom Badischen Bahnhof: Bus Nr. 36. Autobahn: Ausfahrt Basel Wettstein

Bildnachweis | Titelseite: Auguste Renoir, En été, 1868, Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin bpk, Foto: Jörg P. Anders | bei einem Teil der Auflage: Pierre Bonnard: Der Kaffee (Detail), 1915, Tate, Schenkung Sir Michael Sadler durch den Art Fund 1941, Foto: © 2012, Tate London, ProLitteris, Zürich | S.3 v.o.n.u: Auguste Renoir, Le Café concert ou La première sortie, 1876, © The National Gallery, London. Bought 1923 |William N. Copley, Marylin, 1965, Privatsammlung © Estate of William N. Copley / Copley LLC., New York 2012 | Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, The Rhinestone Beaver Peep Show Triptych, 1980, Collection of the artist; Courtesy of L.A. Louver, Venice, CA, © Kienholz; Foto: Schirn Kunsthalle Frankfurt, Norbert Miguletz | S.4 v.o.n.u. Ferdinand Gehr, Gebeugte Figur 1967, Entwurf für Keramik im Altersheim Aesch, Fresko © Kloster Schönthal | Pierre Bonnard, Die Quelle (Akt in der Wanne), 1917, Privatsammlung, Schweiz © 2012, ProLitteris, Zürich | Clouds für Kvadrat, 2008, Fotografie © Paul Tahon and R & E Bouroullec | S.6 Auguste Renoir: Stillleben mit Blumenbouquet, 1871, Museum of Fine Arts, Houston | S.7 Femme à la perruche, um 1870 Solomon R. Guggenheim Museum, New York, Thannhauser Collection. Gift Justin K. Thannhauser | S.8 Frau mit Sonnenschirm in einem Garten, 1875, Museo Thyssen Bornemisza, Madrid | S.9 Frühstück am Flussufer, 1879, Art Institute of Chicago | S.10 Karlheinz Weinberger, Basel 1962,©The Estate of Karlheinz Weinberger in care of Patrik Schedler, Zürich. Image Courtesy of Artist Resources Management and Anna Kustera Gallery, New York | S. 11 Tim Rollins + K.O.S., Amerika - Everyone is Welcome! (after Franz Kafka), 2002©the artists, Courtesy Galerie Eva Presenhuber, Zürich; Galleria Raucci/Santamaria, Napoli, Lehmann Maupin Gallery, New York Vanmoerkerke Collection, Oostende | S.12 William N. Copley, St. Valentine’s Day, 1965, Billy Copley, © Estate of William N. Copley / Copley LLC., New York 2012 | S.13 William N. Copley, Untitled (Car), 1970,Museum Frieder Burda, Baden-Baden, © Estate of William N. Copley / Copley LLC., New York | William N. Copley, West, 1974, Museum Frieder Burda, Baden-Baden, © Estate of William N. Copley / Copley LLC., New York 2012 | S.14/15 Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, 76 J.C.s Led the Big Charade, 1993/94, Collection of the artist; Courtesy of L.A. Louver, Venice, CA © Schirn Kunsthalle Frankfurt; Foto: Norbert Miguletz | S.16 Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz Claude Nigger Claude, 1988, Collection Magasin 3 Stockholm Konsthall | S.17 Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, The Ozymandias Parade (Detail), 1985, Collection of the artist; Courtesy of L.A. Louver, Venice, CA, © Kienholz; Foto: Schirn Kunsthalle Frankfurt; Norbert Miguletz | S.18 Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, The Potlatch, 1988, Collection of the artist; Courtesy of L.A. Louver, Venice, CA, © Kienholz; Courtesy of L.A. Louver, Venice, CA | S.19 Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, My Country ‘Tis of Thee (Detail), 1991, Collection of the artist; Courtesy of L.A. Louver, Venice, CA, © Kienholz; Foto: Schirn Kunsthalle Frankfurt; Norbert Miguletz | S.20 Cevdet Erek, Circular Week Ruler, 2011, Courtesy by the artist | S.21 Ferdinand Gehr, Gott kommt zum Menschen, 1982 © Kloster Schönthal | S.22/23 Pierre Bonnard, Die grosse Badewanne (Akt), 1937-39, Privatsammlung, Foto:©Volker Naumann © 2012 ProLitteris, Zürich | S.24 Pierre Bonnard, Place Clichy, 1906/07, Privatsammlung © 2012 ProLitteris, Zürich | S.25 Pierre Bonnard, Dekor in Vernon, um 1920/1939, The Metropolitan Museum of Art, New York, Schenkung Florence J. Gould 1968, Foto: bpk/The Metropolitan Museum of Art, New York © 2012, ProLitteris, Zürich | S.25 Pierre Bonnard, Grosses Esszimmer zum Garten, Solomon R. Guggenheim Museum, New York, Solomon R. Guggenheim Founding Collection, durch Schenkung Foto: Solomon R. Guggenheim Museum, New York ©2012, ProLitteris, Zürich | S.27 Pierre Bonnard, Das Toilettenzimmer mit rosafarbenem Kanapee (Weiblicher Akt im Gegenlicht), Musée royaux des Beaux Arts de Belgique, Brüssel, Foto © Musées royaux des Beaux Arts de Belgique, Brüssel | S.29 oben: Ronan & Erwan Bouroullec, Album Exhibition © Studio Bouroullec | unten: Ronan & Erwan Bouroullec, Zeichnung, rechts: Ronan & Erwan Bouroullec, Modell © Studio Bouroullec | S.30 Roman Signer, Strassenbilder: Karpaten, Ukraine, Rumänien, 2005, Aargauer Kunsthaus Aarau, © Roman Signer | Francis Baudevin, Knecht, 2009 | Gysbrecht Lytens, Winterlandschaft mit lagernden Zigeunern, 1. Hälfte 17. Jh., Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie | Edvard Munch, Neuschnee in der Allee, 1906, © Munch-museum / Munch-Ellingsen-Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2011 | S.31 Alberto Savinio, Paradis terrestre, 1928, Foto: Alberto Ricci © ADAGP, Paris, 2011 | S.34 Jeff Koons, Bear and Policeman, 1988 | Hilary Lloyd, Trousers, 2010 | Tatlins Modell des «Denkmals der III. Internationale», Petrograd, 1920


Kunsthalle Basel

Steinenberg 7 CH-4051 Basel Tel. +41 61 206 99 00 info@kunsthallebasel.ch www.kunsthallebasel.ch Öffnungszeiten. Di/Mi/Fr 11–18 Uhr Do 11–20.30 Uhr Sa/So 11–17 Uhr Eintrittspreis. CHF 10.–/6.– inkl. SAM Schweizerisches Architekturmuseum Führungen. Jeden Sonntag 12 Uhr und jeden zweiten Donnerstag 18.30 Uhr

Espace d'Art Contemporain, Fernet Branca, Saint-Louis/F

2, rue du Ballon F-68300 Saint-Louis Tel. +33 38 969 10 77 musee-fernet-branca@wanadoo.fr www.museefernetbranca.org Öffnungszeiten. Mi–So 14–19 Uhr. Mo–Di geschlossen. Eintrittspreis. Euro 7.–/6.–, Kinder unter 12 Jahren gratis Führungen. Französisch und Deutsch auf Anfrage

Kunsthaus Baselland

St. Jakobs-Strasse 170 CH-4132 Muttenz/Basel beim Fussballstadion St. Jakob Tel. +41 61 312 83 88 Fax +41 61 312 83 89 office@kunsthausbaselland.ch www.kunsthausbaselland.ch Öffnungszeiten. Di/Do–So 11–17 Uhr | Mi 14–20 Uhr Mo geschlossen Eintrittspreis. CHF 7.–/5.– Führungen. Auf Anfrage

La Kunsthalle Mulhouse La Fonderie/F

16, rue de la Fonderie, F-68100 Mulhouse Tel +33 03 69 77 66 47 kunsthalle@mulhouse.fr www.kunsthallemulhouse.com Öffnungszeiten. 16.02.2012 – 29.04.2012 24.05.2012 – 26.08.2012 Mi–So 12–18 Uhr Do bis 20 Uhr Eintrittspreis. Freier Eintritt Führungen. Kostenlose Führungen Sa und So 15 Uhr, Gruppen reservieren unter +33 3 69 77 66 47

Kloster Schönthal, Langenbruck/CH

CH-4438 Langenbruck Tel +41 61 706 76 76 mail@schoenthal.ch www.schoenthal.ch Öffnungszeiten. Fr 14–17 Uhr, Sa/So 11–18 Uhr Eintrittspreise. Erwachsene CHF 10.– Studenten/Künstler CHF 8.– Familien CHF 20.– Gruppen ab 6 CHF 8.– Die private Stiftung unterhält das Baudenkmal und die Landschaft ohne Subventionen

Vitra Design Museum, Weil am Rhein/D

Charles-Eames-Str. 2, D-79576 Weil am Rhein Tel +49 76 21 702 32 00 info@design-museum.de www.design-museum.de Öffnungszeiten. täglich 10–18 Uhr, Eintrittspreis. Euro 8.–/6.50 Führungen. Führungen durch die Ausstellung: Sa/So um 11 Uhr. Architekturführungen täglich Deutsch: 11, 13 und 15 Uhr Englisch: 12 und 14 Uhr Anreise. Mit dem Bus Nr. 55 ab Basel Claraplatz oder Bad. Bahnhof bis Haltestelle Vitra

Forum Würth Arlesheim

Dornwydenweg 11 CH-4144 Arlesheim Tel +41 61 705 95 95 Fax +41 61 705 95 96 forum@wuerth-ag.ch www.forum-wuerth.ch Öffnungszeiten. Mo bis So 11–17 Uhr Eintritt. frei Führungen. jeden Sonntag um 11.30 Uhr Begleitprogramm. siehe www.forum-wuerth.ch

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Museum Frieder Burda, Baden-Baden/D

Lichtentaler Allee 8b D-76530 Baden-Baden Tel +49 07221/39898-0 office@museum-frieder-burda.de www.museum-frieder-burda.de Öffnungszeiten. Di bis So 10–18 Uhr, Montag geschlossen. Eintrittspreis. Euro 10.– Führungen. Mi 16 Uhr | Sa, So und Feiertage 11 und 15 Uhr

Artinside


Das nächste Artinside erscheint am 4. Juni 2012 mit diesen Themen

Fondation Beyeler, 13.05.2012 – 02.09.2012 Jeff Koons.

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Die Fondation Beyeler präsentiert die erste Ausstellung von Jeff Koons (*1955) in einem Schweizer Museum. Der wohl berühmteste lebende Künstler sorgt mit seinen unverkennbaren Kunstwerken seit Jahrzehnten für grosses Aufsehen. Zu sehen sind drei zentrale Werkgruppen, welche entscheidende Etappen von Koons’ künstlerischer Entwicklung aufzeigen. Sie umfassen die Readymade-artigen Haushaltsgeräte aus der frühen Zeit, jene zu postmodernen Ikonen gewordenen Skulpturen aus Porzellan und Holz sowie die später entstandenen monumentalen Gemälde und hochglänzenden Stahlplastiken, in denen der Künstler die Kindheit feiert. In seinen ebenso spektakulären wie subtilen Kunstwerken setzt sich Koons immer wieder mit Themen wie Unschuld, Schönheit, Sexualität und Glück auseinander.

Kunstmuseum Basel, 12.05.2012 – 16.09.2012 Hilary Lloyd im Museum für Gegenwartskunst

Das Museum für Gegenwartskunst freut sich, die erste Überblicksausstellung der britischen Künstlerin Hilary Lloyd (*1964) in der Schweiz präsentieren zu können. Bereits 2001 verbrachte sie ein Jahr in Basel, so dass die ihr vertraute Stadt und Umgebung ein Aspekt ihrer neu entstehenden Videoarbeiten werden. Hauptsächlich mit der Videokamera nimmt sie Bilder der modernen Stadt und ihrem innewohnenden Potenzial als Ort des Voyeurismus und Fetischismus auf. In teilweise langzeitlichen Studien entstehen eindrückliche und sexuell ambivalente Filme von Menschen in ihren spezifischen Ritualen des alltäglichen Lebens: Handwerker, Kellner, Skater und Clubbesucher werden zu Subjekten ihrer Untersuchung. Hilary Lloyd wurde 2011 für den renommierten Turner Prize nominiert.

Museum Tinguely, 06.06.2012 – 14.10.2012 Tatlin. neue Kunst für eine neue Welt.

Konterreliefs – Turm – Letatlin, dies sind die drei bedeutendsten Errungenschaften in der Laufbahn des russischen Künstlers Vladimir Tatlin (1885 – 1953): Sie stehen im Zentrum der grossen Ausstellung, die erstmals seit 20 Jahren einen umfassenden Überblick über das Werk eines der wichtigsten Avantgardisten am Anfang des 20. Jahrhunderts liefert und die wichtigsten Leihgaben auch aus den grossen russischen Museen versammelt. Mit den Konterreliefs hob Tatlin die Gesetze der Malerei aus den Angeln und schuf gleichsam eine neue Kunstgattung und ein neues Verständnis für das ins Werk gesetzte Material; mit dem visionären, nie realisierten Projekt für einen monumentalen Turmbau zur Propagierung der Ideale und Ziele der Russischen Revolution hat er sich in die Träume von Generationen von Architekten, bildenden Künstlern, Schriftstellern eingeprägt, die Grenzen der einzelnen Kunstbetätigungsfelder gesprengt und Eigenschaften wie Rhythmus und Bewegung in die Skulptur eingeführt; mit dem Letatlin, einem utopischen, nie in die Lüfte gestiegenen Flugapparat, wollte er dem Menschen das Gefühl des individuellen Fliegens geben.

Artinside

Jeff Koons, Bear and Policeman, 1988 Hilary Lloyd, Trousers, 2010 Tatlins Modell des «Denkmals der III. Internationale», Petrograd, 1920


Henri Matisse, «Acanthes»,1953, Kohle, ausgeschnittene Papiere, mit Gouache bemalt, auf Papier auf Leinwand, 311x 350,5 cm © 2010 Succession Henri Matisse / ProLitteris, Zürich

Während drei Jahren wurde das Werk «Acanthes» wissenschaftlich aufbereitet, konserviert und restauriert. Nationale Suisse setzt sich mit Leidenschaft für die bildende Kunst und ihre geistigen Werte ein. Dazu gehört auch die Unterstützung für das bedeutende Restaurierungsprojekt der Fondation Beyeler. Mehr Infos finden Sie unter www.nationalesuisse.ch/acanthes


Plisseekleid aus Shantungseide. Hermès in Basel, Bern, Crans-sur-Sierre, Genf, Gstaad, Lausanne, Luzern, Lugano, St.Moritz, Zßrich. Hermes.com

Z E IT I ST E I N G E S C H E N K

Artinside Frühling 2012  

Unter dem Titel «Artinside» erscheint drei Mal jährlich ein Magazin der führenden Kunstmuseen der Region Basel. Die Agenda der Museen besti...

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