Nr. 42 | 18. Oktober 2012 Preis: CHF 4.30 www.gastrojournal.ch Abo-Service: Tel. +41 (0)44 377 53 05 Auflage: 22454 Ex., WEMF AZA 8046 ZÄĆșrich Offizielle Wochenzeitung fÄĆșr Restauration, Hotellerie und Tourismus von GastroSuisse
UnerhÄĆrte LÄ€rmgrenzen
Vom Ende her denken
Rosa De Duonni
In Bellinzona sollten namentlich fÄĆșrs Gastgewerbe LÄ€rmgrenzen gelten, die etwa ZimmerlautstÄ€rke entsprechen. UnerhÄĆrt fanden das nicht nur die GÄ€ste. 2
Das Palace MÄĆșrren hat die Nachlassstundung eingereicht. Eine Hauptursache ist ein komplexes Beteiligungsmodell. Das wirft lange Schatten auf aktuelle Projekte, die vom Ende her und touristisch gedacht werden mÄĆșssten. 3
Rosa De Duonni reprÄ€sentiert im Boutiquehotel Elvezia al Lago in CastagnolaLugano vorbildlich die ÄĆșberragenden QualitÄ€ten des familiÄ€ren Gastgewerbes. 20
IN DIESER AUSGABE
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FRISCHER GEHTĂą€™S NICHT!
Spitzenleistungen in die Pfanne hauen In Erfurt hat die Olympiade der KÄĆche stattgefunden. Frustriert und verÄ€rgert sind nicht nur Schweizer Equipen zurÄĆșckgekehrt vom Wettbewerb, in den sie viel Herzblut und unzÄ€hlige Freizeitstunden investiert haben. Die Verantwortlichen des Wettbewerbs mÄĆșssen sich nun die Frage stellen lassen, wie viel Herzblut sie in die Veranstaltung stecken. Und dringend hinterfragt gehÄĆren auch SeriositÄ€t und ProfessionalitÄ€t. Es darf nicht sein, dass weiterhin hochmotivierte und qualifizierte Teams unter teilweise bizarren Bedingungen verheizt werden. 3
Mehr Infos und alle Standorte unter www.cca-angehrn.ch
WÄœRZBISSEN
Leidenschaft kommt mit dem Kochen
Von der SchÄĆpfung eines neuen Berufes Berufe sind einem Wandel unterworfen; vorab neue Technologien und verÄ€ndertes Konsumentenverhalten treiben entsprechende VerÄ€nderungen voran. Gewerbliche Berufsleute machen diesen Wandel selbstverstÄ€ndlich mit, denn sonst droht Existenzverlust. Das gilt auch fÄĆșrs Gastgewerbe, wo mit dem Systemgastronomen ab dem nÄ€chsten Jahr ein neues Berufsbild gezeichnet wird. 5
Tourismus im statistischen Blindflug Seit bald 10 Jahren fehlen im Tourismusland Schweiz Daten zu einem tragenden wirtschaftlichen Bereich der Branche: Die Ferienwohnungen werden nicht mehr erfasst, und trotz vielen Zusicherungen wird es auch kÄĆșnftig keine umfassenden Daten geben. Das ist nicht nur ein Armutszeugnis fÄĆșr die Schweiz, sondern auch ein Mangel, der in einer Ä€usserst schwierigen Phase strategische Entscheidungen erschwert. 9
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Gratis davonkommen geht nur im Restaurant Wer im ReisebÄĆșro seine Ferien, im Internet seinen Flug, am Telefon sein Hotel oder per AuftragsbestÄ€tigung seinen Eventsaal bucht, weiss: Storno-GebÄĆșhren gehÄĆren dazu. Bei den Restaurants wird derzeit ÄĆșber solche GebÄĆșhren diskutiert. Die einen tuns, die andern scheuen sich. Matthias Nold
Unfreundlich sei sie, die Schweiz: Liest man regelmÄ€ssig Zeitung, fÄĆșhlt man sich an die spÄ€ten 90er-Jahre erinnert. Zwar sind die Argumente ausgeleiert. Doch die Selbstkasteiung der Schweizer scheint Methode zu haben. Die gleichzeitige Geisselung von Restaurants und anderen touristischen Leistungserbringern ebenso.
Offenbar wollen nun einige Gastro-Betriebe noch ĂĆ€unfreundlicherĂĆ„ werden: Sie denken laut darÄĆșber nach, eine sogenannte ĂĆ€No-ShowGebÄĆșhrĂĆ„, also eine Storno-GebÄĆșhr, von GÄ€sten zu verlangen, die trotz Reservation nicht erschienen sind. Genau so, wie es Hotels, Fluglinien und andere schon seit LÄ€ngerem tun. Auch einige hochde-
korierte Restaurants im Ausland ÄĆșbrigens. Das lÄ€sst die Frage aufkommen, was denn Freundlichkeit ist: Dem Gast den Tisch freihalten, ob er nun kommt oder nicht? Also auf Einnahmen verzichten, denn der Tisch hÄ€tte ja weiterverkauft werden kÄĆnnen. WÄ€re es also tatsÄ€chlich so ĂĆ€unfreundlichĂĆ„ einzufÄĆșhren, was andere Dienstleister schon lÄ€ngst tun.
Oder wÄ€re das angesichts von GÄ€sten, die mehrere Tische in mehreren Restaurants gleichzeitig reservieren und dann nach Lust und Laune kurzfristig entscheiden Ăą€“ und allen anderen nicht mal absagen Ăą€“ nicht mehr als Recht? Freundlichkeit ÄĆșbrigens, ist a) auf beiden Seiten gefragt und zeigt sich b) im Restaurant an2 dernorts.
Ich bin das dritte von sieben Kindern und hatte keinerlei Lust auf ein Studium. Mein Vater beschloss, mich zu einer Kochlehre anzumelden. WÄ€hrend meiner Ausbildung hat mir die Gastwirtin gesagt: ĂĆ€GÄĆ rard, ich hÄ€tte gerne einen Sohn wie dich.ĂĆ„ Es war ein SchlÄĆșsselerlebnis. Hierauf habe ich meinen Beruf lieben gelernt. Die Leidenschaft ist erst spÄ€ter hinzugekommen. Anhand alter BÄĆșcher und mittels Teilnahme an Wettbewerben habe ich mich weitergebildet. Mit 20 Jahren zielte ich heimlich auf drei Michelin-Sterne. Ich war schon immer sehr entschlossen. WÄ€hrend eines Kochwettbewerbes lernte ich den damals unbekannten FrÄĆ dy Girardet kennen. Mir war schnell bewusst, dass es sich um einen Mann von Format handelte. Ich mÄĆchte ein Buch ÄĆșber mein Leben schreiben und warte noch den gÄĆșnstigen Moment ab. GÄĆ rard Rabaey wuerze@gastrojournal.ch
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