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ART OF DANCE

No. 2 // OCT 2017

MAGAZINE BY POSTERINO & COMPANY

POSTERINO DANCE COMPANY ON STAGE Nachlese Theater HochX München

DANCE MOVIE PROJECTS Gaetano Posterino als Film-Choreograf

LISA-MAREE CULLUM Kammertänzerin im Interview

GAST-CHOREOGRAFIE AN SEMPEROPER 4 WEITERE TÄNZER BEI POSTERINO CONCORSO DI DANZA VERONA STAGE & DANCE MOVIE ART NACHWUCHSARBEIT STREET DANCE


INHALT EDITORIAL 4 Bleiben Sie neugierig auf Außergewöhnliches

PERFORMANCE-NACHLESE 5 Posterino Dance Company im Theater HochX München

»LIA« 12 Tanzfilm-Projekt im Schweizer Salz

THEATER AN DER ROTT 17 Posterino Dance Company on stage

"DANCE FLASHMOB" 18 Public Event in der Münchner Innenstadt

PORTRAIT & NEUE TÄNZER 20 Posterino Dance Company mit vier weiteren Tänzern CONCORSO DI DANZA 29 Internationaler BallettWettbewerb in Verona

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LISA-MAREE CULLUM 30 Kammertänzerin im Interview über ihre Transition

"FREMDE" 38 Gast-Choreografie für TanzspotProjekt zur Prävention "NELL' ARIA" 42 Aufführung im Theater Kubiz München "SILVER OF A SKY" 44 Uraufführung im Stadttheater Bozen

"ŠVANDA DUDÁK" 46 Gast-Choreografie an der Semperoper Dresden UNPLUGGED 49 Gaetano Posterino privat und in Kürze

NACHWUCHSARBEIT 50 Choreografie-Workshops in Verona

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EDITORIAL IMPRESSUM HERAUSGEBER: Posterino & Company Nymphenburger Str. 10 80335 Munich Wielandstr. 28 65187 Wiesbaden V.I.S.D.P: Gaetano Posterino EDITOR: Andreas Kullmann DESIGN & LAYOUT: madmagz DRUCK: Druckzentrum Rottal-Inn, Eggenfelden FOTOS: Matthias Creutziger, Evento Danza Bolzano, Eventi Danza Verona, Wilfried Hösl, Kathrin Kreibich, Andreas Kullmann, Vincent Loermans, Antonin Michna, Gaetano Posterino, Jürgen Schröder Foto Titel: "Time Lock", Choreografie von Gaetano Posterino Foto letzte Seite: "Zone", Choreografie von Gaetano Posterino HINWEIS: Events, Daten und Casts können Veränderungen unterliegen. Bitte beachten Sie hierzu die jeweils aktuellen Angaben auf unserer Webseite. © 2017: Gaetano Posterino www.gaetanoposterino.net

WELCOME TO ART OF DANCE // Bleiben Sie neugierig Sie lesen die zweite Ausgabe von ART OF DANCE, einem Magazin, herausgegeben von Posterino & Company. In unregelmäßigen Abständen ist es das Ziel dieser Publikation, einen Einblick in die Arbeit des Choreografen und Didakten Gaetano Posterino zu geben. Wir berichten über die Projekte seit der letzten Ausgabe sowie über anstehende Vorhaben und möchten Sie damit neugierig machen bzw. halten auf einen außergewöhnlichen Künstler und sein Umfeld - zwischen Ballett, Tanztheater, Oper und NachwuchsAusbildung. 2017 ist das Jahr des 15jährigen Bestehens von Posterino Dance Company. 2002 hatte Gaetano Posterino seine Tanzkompagnie in Wiesbaden gegründet. Zu diesem Anlass haben wir in der Saison 2017 / 2018 wiederum zahlreiche Performances in München, Bozen, Eggenfelden und Wiesbaden u.a. mit Uraufführungen im Programm, ferner einige Workshops in Deutschland, Slowenien und der Schweiz, zwei verschiedene Tanzfilm-Produktionen, einen internationalen Ballettwettbewerb in Verona und vieles mehr. Es gibt so viel Kreatives und Interessantes rückblickend und in der Vorausschau zu berichten, daraus in dieser Ausgabe nur einige Schwerpunktthemen.Termine für kommende Events finden sich unter www.gaetanoposterino.net/events. Bleiben Sie uns treu und neugierig. Herzlichst Ihre Posterino & Company. // ART OF DANCE // 4


THEATER HOCHX //

POSTERINO DANCE COMPANY ON STAGE Begeistertes Publikum an drei vollen Abenden in München

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NACHLESE // Begeistertes Publikum im Theater HochX München Gaetano Posterino und seine Dance Company erlebten ein tolles Publikum an drei Abenden mit vollem Haus im Theater HochX. Die Doppelpremiere von zwei neuen Werken des italienischen Choreografen war ein sensationeller Einstand mit einem ersten vollen Abend an einem Münchner Theater. Am 16., 17. und 18.03.2017 präsentierte Posterino Dance Company dort mit "Through Pina's Eyes" eine Hommage an die große Pina Bausch und mit "Love me if you can!" eine Uraufführung über Liebe, Ablehnung, Gewalt und Hass. "Through Pina's Eyes" wurde im Sept. 2016 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden uraufgeführt.

Das Publikum feierte die Tänzer Gaetano Posterino, Ariane Roustan, Aya Sone und Gabriel Wanka mit begeistertem Applaus. Echo gab es u.a. von Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Tanznetz und Mucbook sowie von Zuschauern. Günter Pick bloggte auf Tanznetz: "Die Ernsthaftigkeit, mit der die Darsteller / TänzerInnen mitgehen, hat Günter Pick an diesem Abend wirklich überzeugt. ... Es wird gelassen getanzt und man muss nicht nach verschlüsselten Schwierigkeiten menschlicher Begegnungen suchen. Sie ergeben sich wie selbstverständlich aus dem Moment."

Evelyn: "I liked the narrowness and depth of the stage that forced the dancers even more to concentrate on the accurateness and the moment of their movement which was distibuted beautifully. I liked the subtle wit and the gender equality shown in a few poses.. looking through my eyes it was a fresh witty performance represented by very individual dancers.“

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Der Münchner Merkur brachte eine Kritik von Malve Gradinger: "... als Choreograf ist Posterino alles andere als ein Nachwuchstalent. ...Posterino und seine drei Tänzer - stark vor allem die beiden Frauen - bewegen sich in einem hochprofessionellen, ondulierenden, neoklassischen Stil, durchgehend im Übergang zu gummiweichen Bodenfiguren. Ein Stil, wie man ihn vom GärtnerplatztheaterTanzensemble kennt." "Eine Reminiszenz an Pina Bausch: Der italienische Choreograf Gaetano Posterino huldigt gemeinsam mit seiner Dance Company der Lichtgestalt des Tanztheaters auf der Bühne des HochX.", titelte die Süddeutsche Zeitung. Und Mucbook fand anlässlich der Performances: "Gaetano Posterino bringt frischen Wind in die Münchner Ballet- und Tanzszene." ZUSCHAUERREAKTIONEN Unter anderem auf dem FacebookAccount von Posterino & Company hinterließen Zuschauer zahlreiche Kommentare. Dietmar: "Eine wunderbare choreography. Es war ein Genuss, bei der Premiere dabei zu sein.“ Andrew: "Thank you for a wonderful and exciting evening at HochX.“ Michael: "Ich bin wie weg geblasen und noch in einer anderen Dimension. Toll, bitte mehr davon." Frank: "Glückwunsch zum guten Presseecho - habe die Vorstellung und den Abend sehr genossen! Tolles Stück!" Alyssa: "Belloooo..... fluido.. complimenti... Gaetano, ti ricordo così.. scatenato... e frizzante."

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Alfred: "Großen Dank für die kulturelle Erfahrung und das Erlebnis, Emotionen durch eindrucksvolle, fließende Bewegungen auszudrücken. Es hat S. und mir wirklich sehr gut gefallen. Die „Presse“ gibt mir recht.“ Sabine: "Ich fand den Abend hinreißend und im Grunde zu gut für die freie Szene.“ Almud: "Eine großartige Darbietung, habe viel Genuss gehabt. Eine sehr verdiente Kritik im Merkur.“ Kathrin: "Es war wunderbar und einzigartig. Einige Szenen haben mich regelrecht emotional überwältig."

Posterino & Company dankt dem tollen Publikum, den Tänzern, dem Team vom Theater HochX, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, allen Helfern, Tanzbüro München, Bottaini Merlo International Centre of Arts, Knoll PR, Tanztendenz München sowie der Fondation Blomensaet für die wunderbare Unterstützung, die diese Produktion auf unterschiedliche Art und Weise möglich gemacht bzw. begleitet haben. Und wir freuen uns auf die nächste Produktion in München. // Je ein Trailer zu den beiden Werken findet sich auf Youtube: https://goo.gl/AJW7QM https://goo.gl/7aF8ir

Isabelle: "C'était impressionnant. Merci."

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»LIA« Tanzfilm-Projekt im Schweizer Salz ART OF DANCE // 12


»LIA« // Ein Filmprojekt der besonderen Art

Projekte dieser Art bedürfen einer langen Vorbereitung. Erste Proben als wichtiger Teil des Konzeptions- und Entstehungsprozesses fanden bereits Ende 2016 im Münchner Schwere Reiter Kunstkomplex statt. Mitte Juli 2017 konnten dann endlich die professionellen Dreharbeiten in den Salzhallen der Schweizer Salinen AG durchgeführt werden. Eine Tänzerin in einer Salinenhalle mit 200.000 Tonnen an Salzbergen, gefilmt u.a. mit einer fliegenden Kameradrohne. Frank Bäumer, Drehbuchautor und TVRegisseur, hatte die Idee und das Konzept entwickelt. Gaetano Posterino war beauftragt, die Choreografie für den Film zu entwickeln und mit einer Tänzerin zu erarbeiten. Die

besondere Herausforderung für den Choregrafen lag dabei in der Integration und Adaption des "Mediums" Salz. Einige Tage war das ganze Team vor Ort im schweizerischen Rheinfelden, es stand viel spannende, konzentrierte und kreative Arbeit zum Teil bis spät in die Nacht an. Gearbeitet wurde nicht nur mit Körperbewegungen, Maske und Kameragerät, sondern es waren auch große Bagger in den Salzhallen im Einsatz. Der Regisseur Frank Bäumer sagt über sein Konzept: "Am Anfang stand für mich die Frage, was ein 'Tanzfilm' eigentlich ist. Schließlich erzählen ein Film und eine Choreografie eine Geschichte auf völlig unterschiedliche Weise. Meistens kommt bei solchen Filmen eine Erzählform zu

Konzept & Regie: Frank Bäumer, Bayerischer Rundfunk // Regieassistenz: Laura Reyes // Choreografie: Gaetano Posterino // Tänzerin: Lia Fasoulaki // Kostümdesign: Lana Lafer // Musik: Michael Emanuel Bauer // Kamera: PaulGeorg Busse, Isar Film Produktion GmbH // Produktion: Simon Janik, Isar Film Produktion GmbH // Make-up Artist: Olesia Pantchenko

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kurz. Ich wollte bei diesem Projekt einen filmisch-dramaturgischen Rahmen schaffen, einen Sandkasten, in dem sich alle am kreativen Prozess beteiligten Künstler austoben können, ohne durch zu große narrative Vorgaben in ihrer Freiheit eingeschränkt zu sein. Ein Projekt, bei dem sich unterschiedliche gestalterische Mittel wie Tanz, Film und Musik verzahnen, anstatt sich unterordnen zu müssen. Die Grundidee war eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Lebenszeit und die Allegorie einer Tänzerin, die in einer Sanduhr gefangen ist. Ein besonderer Dank geht an den Sponsor des Projektes, die Schweizer Salinen AG. Die surrealen Salzlandschaften der Schweizer Rheinsalinen boten eine ein-

zigartige Bühne für diese Vision", so Bäumer. "Ein pulsierendes Herz in einer kalten Wüste aus verrinnender Zeit. Aber dieser Tanzfilm ist im Wesentlichen immer noch ein Experiment. Eine Reise, ein Abenteuer, ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Zugängen, und selbst bis jetzt, kurz vor der Fertigstellung, immer noch ergebnisoffen. Ich habe bis heute keine Ahnung, wie wir das Stück nennen sollen." Insofern muss man den hier genannten Titel "Lia" bis zur endgültigen Fertigstellung noch als Arbeitstitel begreifen Derzeit wird technisch noch die eigens für den Film komponierte Musik unterlegt. Bleiben Sie in jedem Fall gespannt auf die Veröffentlichung. //

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Über Frank Bäumer Frank Bäumer hat ein Diplomstudium im Hauptfach Schauspiel mit Nebenfach Dramaturgie am Konservatorium der Stadt Wien abgeschlossen sowie eine Tanzausbildung absolviert. Engagements hatte er u.a. am Theater der Jugend und dem Burgtheater Wien. Es folgten eine Aus- und Fortbildung im Arbeitsbereich Fernsehjournalismus, Drehbuch und Filmregie durch die Ausbildungsredaktion des Bayerischen Rundfunks und der ARD/ ZDF Medienakademie. Seit 2004 arbeitet Bäumer im festfreien Angestelltenverhältnis der Redaktion Natur- und Geisteswissenschaften des Bayerischen Rundfunks im Bereich Fernsehen. Er ist Autor und Regisseur von Dokumentarfilmen, Features und Magazinbeiträgen im Auftrag der Sender ARD, 3sat, BR, und arte. //

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Posterino Dance Company // THEATER AN DER ROTT In Deutschlands einzigem Landkreistheater wurde 1963 die erste Spielzeit eingeläutet. Das größte Theater Niederbayerns in Eggenfelden mit heute 385 Plätzen im großen Haus geht nun bereits in seine 54. Spielzeit. Mit dem Studio für kleinere Produktionen und 99 Sitzplätzen sowie dem Theatercafé mit 65 Sitzplätzen verfügt das Theater an der Rott über zwei weitere Spielstätten im Haus. Das Theater ist wichtiges Kulturzentrum in Niederbayern und dem angrenzenden Österreich. Posterino Dance Company wird dort in 2018 an sechs Abenden zwei vergrößerte Versionen mit jeweils fünf bzw. sieben Tänzern der erfolgreichen RepertoireStücke »Through Pina's Eyes« und »Love me if you can!« zeigen. //

»THROUGH PINA'S EYES« »LOVE ME IF YOU CAN!« 23. / 24. / 25. Februar 2. / 3. / 4. März 2018 TICKETS: 0049 (0)8721 12 68 98 - 0 www.theater-an-der-rott.de

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PUBLIC EVENT // »DANCE FLASHMOB FOR PEACE«

Ein tolles Erlebnis für die Tänzer, den Choreografen und die Zuschauer in der Münchner Innenstadt. Gaetano Posterino experimentierte am 21. Juli 2017 öffentlich an verschiedenen Lokationen mit StudentInnen der BMICA Academy München zu neuen Formen der Kommunikation durch Tanz. Die Gruppe arbeitete sich vom Karlsplatz / Stachus durch die Innenstadt bis hin zum Nationaltheater. Fast 14.000 Menschen haben das Video inzwischen auf Facebook angesehen. // Trailer auf Youtube: https://goo.gl/x1wSPp

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POSTERINO DANCE COMPANY // Portrait & Neue Tänzer Gaetano Posterino gründete 2002 in Wiesbaden seine eigene Tanzcompagnie, die er als Künstlerischer Leiter und Choreograf bis heute führt. Zu Beginn kreierte er den Nukleus ihres Repertoires mit dem Hessischen Staatsballett. Seither präsentiert die Company regelmäßig vielseitige, zeitgenössische choreografische Werke. Für die Produktionen engagiert Gaetano Posterino Besetzungen auf freiberuflicher, projekthafter Basis. Das Ziel der Company ist, Gaetano's choreografische Leidenschaft und Kreativität mit den Fähigkeiten außergewöhnlicher Tänzer zu kombinieren, deren

unterschiedliche kulturelle Hintergründe zu integrieren und damit einzigartige Tanzstücke auf die Bühne zu bringen. Mit regelmäßigen Auditions pflegt Gaetano sein Ensemble. Dieser Prozess umfasst Tänzer mit internationalem Hintergrund mit dem Fokus, dem Publikum kreative Arbeiten abseits vom Mainstream in Deutschland und im Ausland zu bieten. Gerade erst fand am 17. September 2017 die neueste Audition von Posterino Dance Company in München statt. Über 800 junge Tänzerinnen und Tänzer aus Europa und Übersee hatten sich beworben, darunter viele aus Deutsch-

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land, Italien, Südkorea, Kanada, Australien und der Ukraine. Davon wurden 52 Bewerberinnen und Bewerber für die Audition eingeladen. Kammertänzer Alen Bottaini führte als Gast zunächst in sehr fordernder Manier durch 1,5 Stunden Ballett-Training à la Barre. Als Beobachter konnte man den Eindruck gewinnen, dass den Tänzerinnen und Tänzern nichts geschenkt wird. Bottaini und Posterino steckten während des Trainings immer wieder die Köpfe zusammen. Im Anschluss studierte Gaetano Posterino als Künstlerischer Leiter und Hauptchoreograf Ausschnitte aus dem Repertoire der Company mit den Probanden ein. Es galt dabei, die Richtigen für den versatilen eigenen Stil und das Repertoire der Company zu finden. Das notwendige technische Können, richtiges Interpretieren und eine

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rasche Auffassungsgabe zeigen sich am Ende erst in der Kombination aus klassischem Ballett und den Fähigkeiten zur Adaption der modern-zeitgenössischen Choreografie-Ausschnitte. Am Ende standen die Neuen fest. VIER NEUE COMPANY-MITGLIEDER Nachfolgend stellen wir zunächst die derzeitigen Companymitglieder um Gaetano Posterino vor. Im Anschluss finden sich dann die Kurzbiografien der vier neuen Tänzerinnen und Tänzer. Man kann daran sehen, wie sich die internationale und interkulturelle Ausrichtung der Company weiter verstärkt: Durch die Neuen besteht der Mix nun aus Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien und Japan. //

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POSTERINO DANCE COMPANY // MITGLIEDER KURZPORTRAITS #1

ANNALISA PICCOLO Nationalität: Italien // Ausbildung: Accademia Nazionale di Danza Roma // Letzte Arbeiten: Staatsoperette Dresden, Teatro di Rapallo, Teatro Grande Roma, Festival Danza in Fiera, Teatro delle Vittorie Roma

FRANZISKA ANGERER Nationalität: Deutschland // Ausbildung: Ballettakademie Benedict-Manniegel München, Académie de Danse Princesse Grace Monaco / Montecarlo // Letzte Arbeiten: Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Bayerische Staatsoper, Staatstheater am Gärtnerplatz, Deutsche Oper am Rhein, Stadttheater Klagenfurt

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POSTERINO DANCE COMPANY // MITGLIEDER KURZPORTRAITS #2

AYA SONE Nationalität: Japan // Ausbildung: Sakon Sachiko Ballet School, Kyoto Ballet Academy // Letzte Arbeiten: Staatsoper München, Theater HochX München, Hessisches Staatstheaer Wiesbaden, Landesbühnen Sachsen, Staatstheater am Gärtnerplatz, Staatstheater Braunschweig, Stadttheater Chemnitz

ARIANE ROUSTAN Nationalität: Frankreich // Ausbildung: Palucca Schule Dresden, Ecole Nationale Supérieure de Danse de Marseille // Letzte Arbeiten: Zappalá Dance, Theater HochX München, Compagnia Zappalà Danza Sicilia, Tania Perez Salas Compañia de Danza Mexi- co, Collective Body Dance Lab New York, Bennyroyce Dance Productions New York, Jeune Ballet du Quebec

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POSTERINO DANCE COMPANY // MITGLIEDER KURZPORTRAITS #3

GABRIEL WANKA Nationalität: Deutschland // Ausbildung: Heinz-Bosl-Stiftung München, Ballettschule der Wiener Staatsoper // Letzte Arbeiten: Theater HochX München, Richard-Wagner-Festival Wels, Lehár Festival Bad Ischl, Musiktheater Linz, Neue Oper Wien, Theater Akzent Wien, Landestheater Linz

LUCAS TEODORO Nationalität: Brasilien // Ausbildung: Ballettakademie Bottaini Merlo International Center of Arts Munich // Letzte Arbeiten: Metropolitan Rio de Janeiro, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Theater Leo17 München, Teatro Castro Mendes Campinas

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POSTERINO DANCE COMPANY // NEUE MITGLIEDER KURZPORTRAITS #4

REBECCA GOLLWITZER Nationalität: Deutschland // Ausbildung: Bottaini Merlo International Center of Arts München, Hochschule für Musik und Theater München, Ballettschule des Hamburg Ballett // Letzte Arbeiten: Hospital zum Heiligen Geist Poppenbüttel, Stadttheater Bozen, Theater Kubiz München, Bürgerhaus MünchenUnterföhring, Bayerische Staatsoper

CORINNE CILIA Nationalität: Italien // Ausbildung: Bhakti Victor Ullate Performing Arts School in Madrid, Mila Plavsic Ballet School in Ragusa // Letzte Arbeiten: De Dutch Junior Dance Division Den Haag

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TITRE POSTERINO DANCE COMPANY // NEUE MITGLIEDER KURZPORTRAITS #5

FABIO SONZOGNI Nationalität: Italien // Ausbildung: Bottaini Merlo International Center of Arts München, Accademia Teatro alla Scala Mailand // Letzte Arbeiten: Theater Leo 17 in München, Stadt-theater Bozen, Theater Kubiz München, Teatro alla Scala Mailand, Teatro Strehler Mailand

CHARLES RIDDIFORD Nationalität: Australien // Ausbildung: Royal Winnipeg Ballet Aspirant Program, New Zealand School of Dance, Australian Ballet School // Letzte Arbeiten: Bayerische Staatsoper München, Melbourne Ballet Company, Queensland Ballet, Royal Winnipeg Ballet

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CONCORSO DI DANZA VERONA // Internationaler Ballettwettbewerb Es war ein wunderbarer Tag mit tollen jungen Talenten beim 2. Internationalen Ballett-Wettbewerb am 1. Mai 2017 in Verona. Eventi Danza Verona hatte als Veranstalter zahlreiche internationale Talente in das Centro Sportivo Consolini der norditalienischen Stadt geladen. In der Jury auf dem Podium nahmen Platz: Alen Bottaini (Künstlerischer Leiter der Bottaini Merlo International Centre of Arts München), Lisa-Maree Cullum (Kammertänzerin Bayerisches Staatsballett), Daniela Malusardi (Choreografin

und Prima Ballerina), Gaetano Posterino (Künstlerischer Leiter der Posterino Dance Company) sowie Yuhani Terasvori (Künstlerischer Leiter des Ballett-Festivals Lappeenranta Finnland). Nach 11 Stunden an Darbietungen und im Wettbewerb durften sich bei der abschließenden Preisverleihung die Preisträger über ihre Auszeichnung freuen. // Weitere Informationen: www.stage.eventidanzaverona.it

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Im Interview LISA-MAREE CULLUM ART OF DANCE // 30


Was macht eigentlich LISA-MAREE CULLUM? Die gebürtige Neuseeländerin Lisa-Maree Cullum war ein preisgekrönter, internationaler Ballett-Star. Ebenso wie bei Gaetano Posterino kreuzte ihr Karriereweg jenen des bekannten Choreografen Peter Schaufuss, wenn auch nicht in Dänemark, sondern erst am English National Ballet und später an der Deutschen Oper Berlin. Seit 1998 tanzte sie beim Bayerischen Staatsballett und wurde dort 1999 erste Solistin sowie 2008 zur Kammertänzerin ernannt - eine sehr seltene Ehre. Nach 17 Spielzeiten beendete sie im Juni 2015 ihre überaus erfolgreiche Bühnenkarriere. In München begegneten sich Cullum und Posterino erstmals im selben Jahr an der Ballett-Akademie von Kammertänzer Alen Bottaini und der ExGärtnerplatztänzerin Monica Merlo.

Mit berühmten Kolleginnen von Cullum wie Lucia Lacarra hatte Posterino hingegen schon gemeinsam auf der Bühne getanzt. Was macht eine Grande Dame der internationalen Ballettwelt nach ihrer Karriere und der Geburt ihres Kindes? Eine Frage, die eigentlich alle Tänzer irgendwann umtreibt, und zu der es bereits eine deutsche Stiftung gibt. Art of Dance hat Lisa-Maree Cullum in München auf eine Tasse heiße Schokolade in einem Café getroffen. Allzu viele Interviews mit ihr findet man nicht im Netz. Insofern freut sich Art of Dance besonders über die Gelegenheit, dieses persönliche Gespräch mit ihr führen und als Interview herausgegeben zu dürfen. Sehr viel ist über die Cullum geschrieben worden im Laufe ihrer Ballettkarriere, die

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ausweislich eines der seltenen Interviews für sie mit dem stolzesten Moment der Ernennung zur Kammertänzerin gekrönt wurde. Persönliche Fragen nach Lieblingsstadt, Lieblingsballett, Lieblingschoreografen, ihrem Verständnis von perfektem Glück und Ähnlichem mehr kann man bereits woanders nachlesen. Wir möchten uns mehr auf ihr aktuelles berufliches Leben konzentrieren.

pause hat für kurze Zeit das Karriereende in den Blick gerückt, aber auch dann habe ich für einen Verbleib im aktiven Bühnentanz gekämpft. Das war mir sehr wichtig, dass nicht eine Verletzung über das Ende entscheidet. Auch die Geburt meines Sohnes wollte ich nicht als natürliches Ende akzeptieren, obwohl ich da schon 39 war. Über das Ende wollte ich selbst entscheiden und das habe ich geschafft.

*** Art of Dance: Lisa, an anderer Stelle sagtest Du, dass Du nie etwas anderes hättest werden wollen als Tänzerin. Wie fühlt es sich dann an, wenn man an einem bestimmten Punkt aus der aktiven Tänzerkarriere aussteigen muss?

Art of Dance: Der Ausstieg aus dem aktiven Bühnenleben ist ja für alle Tänzer unvermeidlich und kommt zu einem Zeitpunkt, wo man beruflich noch nicht am Ende der allgemeinen Leistungsfähigkeit steht. In einem Beitrag der Neuen Musikzeitung hast Du Dich 2009 bereits zum

“ICH WUSSTE, DASS ICH GEBOREN BIN, UM EINE TÄNZERIN ZU SEIN” (Lisa-Maree Cullum) Lisa: Es stimmt wirklich, ich wollte nie etwas anderes werden als Tänzerin. Es gab nur eine kurze Zeit, wo ich entdeckt hatte, dass es harte Arbeit wird, und mit der Unterstützung meines Vaters eine ganze Woche pausiert hatte. Dann hatte ich das Glück, alles geben zu können – trotz gewisser Schwierigkeiten wie der Entfernung zu meiner Heimat Neuseeland, das mit dem Geld und Ähnliches. Es hat sich aber gelohnt. Wenn es dann irgendwann nicht mehr geht, das war (seufzt) für mich nicht leicht. Ich hatte mich während meiner Karriere, das gebe ich zu, ziemlich mit mir selbst beschäftigt. Ich hatte mich nie mit Gedanken an die Zeit nach der Tanzkarriere getragen und immer nur in dem Moment gelebt. Obwohl ich immer wusste, dass die Karriere kurz ist. Ich wollte alles geben. Lediglich die große Verletzung mit anschließender Zwangs-

Thema „Ausgespielt: Wenn Künstler nicht mehr können“ geäußert. Welche Ratschläge gibst Du jungen TänzerInnen mit auf den Weg, um sich auf diesen Moment vorzubereiten? Lisa: (Lacht) Ich bin ein ganz schlechtes Beispiel hierfür. Ganz ehrlich, ich habe keinen vernünftigen Schulabschluss gemacht. Bereits mit 14 bin ich umgezogen von Neuseeland nach Australien, um Ballett zu studieren. Die Schule war mir unwichtig, denn ich wusste, ich werde Profi-Tänzerin. Heute finde ich, dass angehende Tänzer die Schule mit einem Abschluss beenden sollten. In meiner Zeit war man schon mit 17 oder 18 in einer Compagnie. Mittlerweile ist das etwas später geworden, und dann kann man auch die Schule zu Ende bringen. Das sollte mit den heutigen Möglichkeiten parallel zu einer Vorbereitung auf ein Profitänzerleben möglich sein.

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Während der Karriere habe ich mich trotz starkem Fokus auf Ballettsaal und Bühne nur etwas mit anderweitigen Tätigkeiten und Abteilungen am Theater auseinander gesetzt. Erst spät habe ich gemerkt, es gibt dort so vielfältige Möglichkeiten in dieser kleinen Welt: Musik, Kostüme, Bühnenbild – nur für Choreografie habe ich mich selbst nie interessiert. Aber die Möglichkeit ist da. Ich würde daher raten, dass man sich einfach früh und ein bisschen offener und breiter umsieht, wie das alles am Theater überhaupt zusammenwirkt, und sich nicht ausschließlich auf seine Tandues konzentriert. Art of Dance: Privat hast Du Freude an Deiner Familie mit Deinem Mann Vincent

Lisa: Oh... Oh God... Das kann ich nicht beantworten. (Lacht) Ähm.... Ich glaube, das Zurückkommen nach meiner KnieOperation. Die allererste Vorstellung danach. Weil ich das Gefühl hatte, ich habe es geschafft. Die Verletzung war ja sehr schwer, ich habe 13 Monate gebraucht, um wieder auf die Bühne zu kommen. Und obwohl ich ein unglaubliches Team zur Unterstützung hatte, waren dort Zweifel. Auch hatte ich eine psychotherapeutische Behandlung, weil ich nicht mehr wusste, was mache ich mit mir selbst. Denn ich war noch nie verletzt und so verloren. Aus heutiger Sicht kann ich darüber sprechen, es hat mir gutgetan. Und ich kann nur empfehlen, sich professionelle Hilfe zu nehmen, wenn man in solchen Schwierigkeiten ist und

“DAS PUBLIKUM KLATSCHT NICHT FÜR DAS, WAS EINMAL WAR.” (Maria Callas) und Deinem Sohn Connor, der bald 6 Jahre alt wird. Was machst Du beruflich seit Deiner Abschiedsvorstellung 2015 beim Bayerischen Staatsballett? Lisa: Also, beruflich bin ich fest engangiert am BMICA Bottaini Merlo International Centre of Arts in München. Ich habe sehr viel Freude daran, nicht zuletzt an der erneuten Zusammenarbeit mit meinem langjährigen Bühnenpartner Alen Bottaini. Wir verstehen einander, ohne zu sprechen, er ist für mich Familie. Bei BMICA bin ich verantwortlich für die Akademie-Studenten von 15-19 in den drei letzten Jahren mit klassischem Training auf Pas-de-Deux, auf Repertoire, Spitze etc., um sie auf die Zukunft vorzubereiten. Art of Dance: Was war Dein schönster beruflicher Moment als Tänzerin?

nicht mehr weiterkommt. Weil ich glaube, Tänzer sind eher Menschen, die ihr Privates lieber in sich behalten und dann auf der Bühne alles rauslassen. So wurde am Ende mein Comeback dann zum schönsten Moment meiner aktiven Tänzerkarriere, ich hatte es mir und allen Zweiflern bewiesen. Art of Dance: Und wie beschreibst Du Deinen bislang schönsten beruflichen Moment nach Deiner aktiven Karriere? Lisa: Jetzt gerade erst war ich in Lissabon, ich war eingeladen als Lehrerin und Coach für die Royal Academy of Dance Competition. Diese wird jedes Jahr ausgetragen, mittlerweile nicht nur in London. Ich hatte bei dieser Competition eine Goldmedaille gewonnen in (lacht) 1988. Als im Juli überraschend die Einladung kam, fiel mir nach meiner spontanen Zusage nur noch „oh my God“ ein.

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Da waren immerhin Dame Monica Mason und Lin Wallace in der Jurry, die ganz großen englischen Ballett-Damen. Aber ich hatte so eine tolle Zeit, es war wunderbar. (Die Augen leuchten.) Für zehn Tage habe ich jeden Tag mit 52 Kandidaten gearbeitet, es war eine großartige Erfahrung. Ich bin unglaublich viel gewachsen, nicht zuletzt an der Erfahrung, auf der Bühne nicht nur Tanz zu zeigen, sondern mit Mikrofon auch zu sprechen. Lustige Momente gab es auch, z.B. als Dame Monica Mason fragte, wo ich meine tollen silbernen Turnschuhe gekauft hatte. “DIE ANDEREN MÄDCHEN SAGEN IMMER: WENN DU IN RENTE GEHST, LASS DEINE FÜSSE DA.” (Lisa-Maree Cullum) Art of Dance: In einigen Choreografien von Gaetano Posterino, so z.B. „Novilunio – From Dark to Light“, „Nell‘ Aria“ oder „Silver of a Sky“ hast Du seit 2015 als seine Assistentin mit ihm zusammen gearbeitet. Wodurch zeichnet sich diese gemeinsame Arbeit für Dich aus? Lisa: Also erst einmal finde ich die Möglichkeit, mit Gaetano zu arbeiten, wunderbar. Wir kannten uns vorher nicht und haben uns an der Akademie kennengelernt. Wir haben uns sehr schnell hervorragend verstanden. Gaetano ist Profi, egal ob er mit Compagnien oder mit Schülern arbeitet. Er erwartet genau das Gleiche wie ich: Professionalität und Perfektion, attention to detail, alles geben. Die Chemie hat von Anfang an zwischen uns gestimmt. Ich finde es unheimlich schön, dabei zu sein, diese kreative Atmosphäre mit jungen Leuten zu erleben – und bin sehr stolz auf meinen Beitrag und dass ich mit ihm zusammenarbeiten darf, weil er eine tolle internationale Karriere als Tänzer und als Choreograf gemacht hat.

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Der Druck ist natürlich immens, wenn man Verantwortung hat für jemand anderes Arbeit. Es ist nicht meine Arbeit, es ist seine. Da muss man sehr viel Respekt dafür haben. Ich finde es toll, wie geduldig er sein kann. (Lacht) Nicht aber immer, wenn Schluss ist, ist Schluss, und er will es sehen. So ist das Leben, und es ist auch ein besonderes Geschenk für die Studenten, an einer Akademie Erfahrungen im choreografischen Prozess mit jemand wie Gaetano machen zu dürfen. Eine weitere interessante Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Gaetano ist auch, nun stolz auf andere zu sein. Früher war ich nur stolz auf mich selbst. Nun kann ich Stolz empfinden auf Nach-wuchstänzer, mit denen man gearbeitet hat. Stolz, wenn sie auf der Bühne sind, und belohnt durch ihre Leistungen. Aber ich sage ihnen immer: „You have to want it like I did.“

Art of Dance: Was wünschst Du Dir für Deine weitere berufliche Zukunft? Lisa: Ich wünsche mir schon, dass ich die Möglichkeit habe, mich noch weiter zu entwickeln. Denn es ist trotz meiner immensen Erfahrung durch meine Karriere nicht selbstverständlich, die Verantwortung für junge Menschen zu übernehmen. Man muss seine Art finden, um seine Erfahrung auch weitergeben zu können. Das vermag nicht jeder. (Lacht) Und ich wünsche mir auch, öfter mit Compagnien, mit Profis zusammen zu arbeiten. Ich möchte zunächst weitere Erfahrungen sammeln, reisen, wachsen. Und nicht Erfahrungen weitergeben wie eine möglicherweise frustrierte Ballerina, dafür habe ich neben hervorragenden zu viele schlechte Ballettmeister erlebt. Und mittelfristig schließe ich auch die Übernahme der Position einer Ballettmeisterin nicht aus. //

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»FREMDE« Tanzspot-Projekt zur Prävention ART OF DANCE // 38


Gesellschaftspolitisches Statement in deutschen Kinos Die Filmregisseurin Naira Cavero entwickelte für das Bayerische Ministerium für Wissenschaft und Kultus das Konzept für einen Spot für Prävention und Deradikalisierung. Der Choreograf Gaetano Posterino war Teil des Entwicklungs- und Produktionsteams um die Regisseurin Cavero, die Produktionsfirma Hutner & Retzer Film GmbH und zehn Balletttänzerinnen des Bayerischen Staatsballetts II, der Hochschule für Musik und Theater München sowie des BMICA Bottaini Merlo International Centre of Arts. Naira Cavero studiert seit sechs Jahren Regie an der HFF Hochschule für Film und Fernsehen München und hat sich mit großem Enthusiasmus der Aufgabe gewidmet, eine innovative Spot-Idee für das Bayerische Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung zu entwickeln.

„Kraftvolles und kreatives Storytelling sind bei meinen Projekten immer meine größte Stärke gewesen. Ich freue mich deshalb sehr, dass mir die Vorgaben für den Spot ermöglichen, diese Stärken für die Produktion voll auszuschöpfen.“ Das Konzept: Emotional, geheimnisvoll, dynamisch. Diese Inspiration bildet die Grundpfeiler für den Spot „Fremde“. Mit authentischen, fließenden Bildern soll eine visuelle Brücke geschlagen werden zwischen Realem und Irrealem, zwischen Manie und Bewusstsein. Zur Musik von Max Richter ("November") werden Bilderwelten mit kraftvollen Charakteren geschaffen. Die Story handelt von zehn jungen Balletttänzerinnen, die beste Freundinnen sind. Im Handlungsverlauf wird eine

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der Freundinnen zur Fremden. Der Spot erzählt die Geschichte eines geheimnisvollen, extatischen Zustandes, der sich mehr und mehr verselbständigt. Dabei werden detailgenau die Veränderungen der Hauptfigur beobachtet. So entsteht ein kraftvoller und emotionaler Einblick in das Leben und die Perspektive der Protagonistin, die sich nach und nach aus ihrem sozialen Umfeld zurückzieht und radikalisiert. Mit dem Spot sollen Momente erschaffen werden, die sich vibrierend echt anfühlen und den Blick der Zuschauer in Bezug auf Prävention und Deradikalisierung schärfen. Ab November 2017 wird der Spot als Vorfilm in den deutschen Kinos zu sehen sein. // ART OF DANCE // 41


»NELL' ARIA« Aufführung im Theater Kubiz München ART OF DANCE // 42


Posterino's "Nell' Aria" bei Winter Ballett Gala // Stars des Bayerischen Staatsballetts Das Publikum in München-Unterhaching durfte am 27. Januar 2017 im ausverkauften Theater Kubiz ein tolle klassische und moderne Gala erleben. Das vielfältige Programm unter der künstlerischen Leitung von Alen Bottaini und Monica Merlo enthielt neben klassischem Repertoire vor allem von Marius Petipa auch eine aktuelle Kreation des Choreografen Gaetano Posterino.

Alle Tänzer wurden mit lang anhaltendem Schlussapplaus belohnt. Besonderen Applaus erhielt auch die Münchner Premiere von "Nell' Aria" des Choreografen Gaetano Posterino. Sie war gemeinsam mit der Assistenz von Kammertänzerin Lisa-Maree Cullum ursprünglich für die Uraufführung am Teatro Petrarca in Arezzo / Italien erarbeitet worden. //

Viele Werke wurden von Stars des Bayerischen Staatsballetts dargeboten. So standen u.a. Mai Kono, Javier Amo, Katherina Markowskaja, Maxim Chashchegovor, Prisca Zeisel und Wladimir Shishov auf der Bühne.

Online gibt es einen Youtube zu sehen: https://goo.gl/gKZKc2

Trailer

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Choreografie: Gaetano Posterino // Choreografie-Assistenz: Lisa-Maree Cullum // Tänzer: Rebecca Gollwitzer, Giorgia Ricciardi, Moe Shiratori, Fabio Sonzogni // Musik: Johann Sebastian Bach

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»SILVER OF A SKY« Uraufführung im Stadttheater Bozen ART OF DANCE // 44


Bozener Ballett-Gala mit Choreografie von Gaetano Posterino Es war eine wunderschöne Ballett-Gala mit einem tollen Progrmm im Bozener Staedttheater am 10. Juni 2017. Rebecca Gollwitzer und Fabio Sonzogni haben mit der Uraufführung des modernneoklassischen Werks "Silver of a Sky" von Gaetano Posterino einen wunderschön getanzten Beitrag dazu geleistet. Wir sind stolz auf Euch! Auch die künstlerische Leiterin der Gala, Barbara Ante von Evento Danza Bolzano, war glücklich und zufrieden: "Meravigliose esibizioni di due giovani talenti a cui auguro un grande futuro! .. Sono stata felicissima di potervi ospitare e vi ringrazio per aver accettato il mio invito. Grazie ai maestri Alen Bottaini, LisaMaree Cullum ed al coreografo Gaetano Posterino, un evento che ripeterò sicuramente. ... Un abbraccio a tutti voi." //

Choreografie: Gaetano Posterino Choreograf. Assistenz: Lisa-Maree Cullum Tänzer: Rebecca Gollwitzer, Fabio Sonzogni Musik: Philipp Glass

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Gast-Choreografie Semperoper "ŠVANDA DUDÁK"

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Eine besondere Art von Glücklichsein // SEMPEROPER DRESDEN "Das ist eine besondere Art von Glücklichsein, wieder als Choreograf an der Semperoper Dresden zu sein - zum dritten Male. Die meisten Menschen, die hier arbeiten, kenne ich noch. Und es ist ein Vergnügen, wieder mit ihnen und in diesem großartigen Kunsttempel zu arbeiten.", sagte Gaetano Posterino. Das Foto oben zeigt ihn bei den Proben im Dezember 2016 im Saal der Semperoper am Regiepult. Sein Engagement diente der Erarbeitung der Choreografie für die wundervolle Oper "Švanda Dudak", die bereits an der Semperoper sowie am Teatro Massimo di Palermo auf der Bühne war. Mehrfach hat er diese, einst Wiederentdeckung des Jahres 2012 (Zeitschrift Opernwelt), an diesen Häusern inzwischen choreografiert und mit organisiert. Und nun

waren diese drei Vorstellungen im Dezember 2016 das vermutlich vorerst letzte Mal an der Semperoper. Es kam bei den Beteiligten deshalb etwas Wehmut auf, und ist doch immer wieder auf's Neue eine Herausforderung. Die Wiederaufnahme musste ohne den für die opulente Inszenierung verantwort-lichen Regisseur Axel Köhler aus- kommen. Das Kernteam um Musik-direktor Mikhail Agrest, Bühnenchef Arne Walther, Choreograf Gaetano Posterino und Beleuchtungschef Fabio Antoci war zusammen mit den Darstellern aber eingespielt genug. So blieb Gaetano Posterino in den Adventswochen vor Ort noch Zeit für einige Besuche auf den schönen Dresdner Weihnachtsmärkten. //

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Volksoper in zwei Akten // Musik von Jaromír Weinberger // Libretto von Miloš Kareš Musikalische Leitung: Mikhail Agrest // Inszenierung: Axel Köhler // Dramaturgie: Nora Schmid // Choreografie: Gaetano Posterino // Bühnenbild: Arne Walther // Lichtdesign: Fabio Antoci // Kostüme: Henrike Bromber // Hauptinterpreten: Švanda: Christoph Pohl // Dorotka: Marjorie Owens // Babinský: Ladislav Elgr // Königin: Tichina Vaughn // Magier: Tilmann Rönnebeck // Teufel: Michael Eder

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Wer ist Dein/e Lieblingstänzer/in? Rudolf Nurejew Gibt es einen Lieblingschoreografen? George Balanchine Was isst Du am liebsten? Italienisch, vor allem die Rezepte meiner Oma Wie heißt Dein Lieblingsschauspieler? Paul Newman Wer ist Dein Lieblinskomponist? Wolfgang Amadeus Mozart Hast Du eine bevorzugte Kunst? Malerei

Wann und wo bist Du geboren? Cosenza / Italien, 1974 Wo ist Deine Heimat? Da, wo mein Herz ist.

Mit dem möchtest Du essen gehen? Dalai Lama Was würdest Du als Politiker tun? Menschenrechte stärken Wie sieht Dein Lieblingsurlaub aus? Strandurlaub in meiner Heimat Kalabrien

Welches ist Dein Lieblingsballett? Giselle und Schwanensee

Hättest Du gerne ein Haustier? Ja, einen Hund

UNPLUGGED // Gaetano Posterino Welches ist Dein Lieblingsbuch? Ruf mich bei Deinem Namen

Was machst Du gerne als Hobby? Kochen

Wie heißt Dein Lieblingsheld? Prometheus

Welchen Beruf findest Du toll? Außer Choreograf: Astronaut

Hast Du eine/e Lieblingssänger/in? Loren Hill (in Unplugged)

Welche Eigenart verabscheust Du? Ignoranz

Welches ist Deine Lieblingszeitung? Le Monde, Times und FAZ WIe heißt Dein Lieblingsfilm? Turning Point, White Nights

Wie lautet Dein Lieblingsspruch? Scripta manem, verba volat. Was macht Dir bei der Arbeit Spaß? Vor allem das Experimentieren mit den unterschiedlichen Fähigkeiten der Tänzer

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Nachwuchsarbeit WORKSHOPS IN VERONA ART OF DANCE // 50


KLASSISCH UND ZEITGENÖSSISCH CHOREOGRAFIEWORKSHOPS FÜR DEN NACHWUCHS

Eventi Danza Verona veranstaltete am 4. und 5. Januar 2017 zwei Tage mit Workshops. Für die Teilnehmer an bestimmten Einzelworkshops ergab sich die Möglichkeit, an das Bottaini Merlo International Centre of Arts in München oder die English National Ballet School in London aufgenommen zu werden. Neben Gaetano Posterino unterichteten Alen Bottaini (Künstlerischer Leiter des Bottaini Merlo International Centre of Arts, München), Stephane Fournial (Direktor der Ballettschule des Teatro San Carlo Neapel) und Valerio Longo (Tänzer beim Aterballetto und Choreograf). Für die Mädchen und Jungen eine wunderbare Gelegenheit, mit Größen der internationalen Tanzwelt klassische und zeitgenössische Choreografie zu trainieren und zu lernen. //

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POSTERINO & COMPANY @ SOCIAL MEDIA Folgen Sie uns auf Facebook | LinkedIn | Networkdance | Youtube Wir freuen uns auf Ihre Anregungen. www.gaetanoposterino.net

ART OF DANCE | No 2 | BY POSTERINO & COMPANY  

Covering performances, projects, interview with Lisa-Maree Cullum, audition of Posterino Dance Company and much more.

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