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4 196478 704505 Herbst 2012 8. Jahrgang Deutschland: 4,50 € Schweiz: 8,– sfr EU-Länder: 5,50 €

c i – d a s M a g a z i n d e r c r e at i v e n Inn e n e i n r ic ht e r

w o hn e n

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e i n r ic ht e n | L e b e n

EXeTdiRenAM möbel

office

Trends von der Orgatec

WOHNEN

Den Akku aufladen

design Front

Energie Alles, was Kraft schafft

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arbeiten

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Der kabellose Staubsauger ohne Saugkraftverlust.


editorial

Liebe CI-Freunde, Energie ist eine fundamentale physikalische Größe und spielt in allen Teil­ gebieten der Physik sowie in der Technik, der Chemie, der Biologie und der Wirtschaft eine zentrale Rolle. Vielen gilt sie vor allem als die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Das ist aber noch nicht alles: Auch Lebenskunst hat viel mit Energie zu tun, liegt sie doch im Wesentlichen in der Umwandlung negativer Energie in posi­ tive. Ob und in welchem Umfang uns das gelingt, können wir unter anderem durch unser Verhalten und die Gestaltung unserer Umgebung beeinflussen. Friedrich von Humboldt bezeichnet die Energie sogar als erste und einzige Tugend des Menschen. Diese Lesart passt meiner Meinung nach perfekt zum CI-Themenkosmos rund um das Wohnen, Einrichten, Leben und Arbeiten. Für uns war all dies Grund genug, das Thema „Energie“ zum Leitmotiv und roten Faden dieser neuen CI-Ausgabe zu machen. Und weil schöne und nütz­ liche Dinge nach unserem Verständnis wahre Energiespender sein können, stellen wir Ihnen gleich zu Beginn des Heftes auf mehreren Seiten unsere neuesten Entdeckungen vor. Es folgt ein lesenswertes Feature unserer Autorin Doris Weber, die sich dem facettenreichen Wesen unseres inneren Motors widmet. Verschiedene Raumgestaltungen für die Freisetzung und Entfaltung geistiger und körperlicher Energien in einer ausführlichen Bildstrecke dürfen Sie ebenso interessieren wie unser Extra zum Thema Medienmöbel. Beeindruckende weibliche Design-Power präsentieren wir Ihnen mit dem Front Design Studio aus Schweden, und Antworten auf die häufig gestellte Frage nach der optimalen Ernährung während eines anstrengenden Arbeits­ tages erhalten Sie aus unserem Interview mit der Expertin und Unterneh­ mensberaterin Birgit Kröger. Apropos Arbeit: Die arbeitsenergetisch richtige Gestaltung moderner Büros – eine klassische Kompetenz und Domäne der creativen inneneinrichter – ist ebenfalls ein Schwerpunkt in diesem Heft. Einen produktiven und energiegeladenen Spätherbst und Winter wünscht Ihnen

TITEL Gewiss: Die Glühbirne ist keine Erfindung von Ingo Maurer. Diese Ehre hatte Thomas Alva Edison. Aber mit der Pendelleuchte „Eddie’s Son“ hat er ihr ein holografisches Denkmal gesetzt. Beim Einschalten erscheint auf dem Leuchtenschirm die farbige 360°-Projektion einer klassischen Glühbirne.

Axel Stamm Chefredakteur

Titelfoto: Kay Michalak

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MAKING STATEMENTS SINCE 1872

Lamp: KaISER IdELL by ChRIStIan dELL, tabLE: ESSay by CECILIE manz


inhalt

T I TE LTH E M A „ En ergie “ 14 DAS WESEN DES INNEREN MOTORS Zum Kraftwerk des Menschen Von Doris Weber 44 DER PALOZISCHE ZIEGENHIRTE Story von Markus Barth WOHNEN, EINRICH TE N , DESIG N 6 CI-TRENDSCOUT Office-Neuheiten rund um die Orgatec 2012 18 RAUM FÜR ENERGIE Hobbys gut untergebracht 26 Objekt der Begierde Von der Faszination des Sammelns 28 DIE MEDIEN UND DAS MÖBEL TV, PC & Co. optimal integriert 30 AUFFALLEND AUSGEFALLEN Das schwedische Damen-Trio Front 34 OFFICE HEUTE Arbeiten, wohlfühlen, produktiv sein 38 PLANUNG VON A BIS Z Die ci-Office-Kompetenz 40 CORPORATE CUISINE Küchenkonzepte für’s Büro 42 ENERGIETANKSTELLE Sofas und Liegen RU BRIKEN 3 EDITORIAL 46 SELECTED 54 SELECTED Extra: LEUCHTENKLASSIKER 56 AKTIONEN und PERSONEN

58 NEU IM CI-PORTAL IMPRESSUM herstellernachweis

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Trendscout

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Im Oktober präsentierte sich wieder das „Who is Who“ der internationalen Möbelbranche auf der ­Orgatec in Köln – die Leitmesse für Office und ­Objekte. Dort und anderswo haben unsere Trend­ scouts zahlreiche Neuheiten und Lösungen ­entdeckt, die wir Ihnen hier präsentieren wollen.


lapalma LINK

Tobias Grau John

Der komfortable Stuhl mit weichen Linien (Design: Hee Welling) ist gekennzeichnet durch den Spalt in der Rückenlehne, der ihm optische Leichtigkeit verleiht.

Die Schreibtischleuchte „John“ besitzt flexible Gelenkarme. Im flachen Kopf ist eine leistungsstarke LED integriert, die durch eine optische Linse entblendet wird.

Artemide

PAD 160 Ein neues Mitglied der „PAD (Poème de l'Angle Droit)“-Familie mit leistungsstarken sowie dreh- und schwenkbaren LED-Strahlern (Design: Carlotta de Bevilacqua).

Montana

CO16

Das Einrichtungssystem erfüllt die ­Anforderungen an eine flexible Gestaltung des modernen und dynamischen Büros.

Vitra

Hay

Ronan & Erwan Bouroullec haben ein orga­nisches System entwickelt, das die Arbeits­umgebung neu definiert und die starren Planungsraster von Büros aufbricht. Es bietet den Mitarbeitern die Freiheit, sich in die Arbeitsumgebung zurückzuziehen, die ihrer jeweiligen Aufgabe am besten entspricht.

Mit seinem schlichten Design fügt er sich harmonisch in jede Räumlichkeit ein, die weichen ergonomischen Formen bieten optimalen Sitzkomfort: „About a Chair“ von Designer Hee Welling, hier in der Farbe coral red.

WORKBAYS

ABOUT A CHAIR

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acousticpearls

architects Das innovative textile Paneelsystem bietet einzigartige Möglichkeiten, große Räume und offene Raumzonen einfach, flexibel und wirkungsvoll zu strukturieren.

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Object Carpet Bowl Loop

Belux U-TURN

Feinste Kieselsteinoptik in getufteter Objektschlinge. Der Einsatz von harmonierenden Garnfarben erzeugt ein dezentes und je nach Blickwinkel doch konträres Farbspiel und erweckt den Teppichboden zum Leben.

Die neue LED-Spotfamilie „U-Turn“ (Design: Michel Charlot) lädt zur spielerischen Interaktion mit Licht ein. Über ein magnetisches Kugel­ gelenk lässt sich der Spot leicht von Hand in einem maximalen Aktions­ radius verstellen und sogar komplett umdrehen.


serien.lighting

SLICE SUSPENSION Die Erfolgsfamilie „Slice“ hat ein neues Mitglied: die Pendelleuchte „Suspen­sion“ von Jean-Marc da Costa. Mit einer Länge von 1,50 m und extrem guter Lichtausbeute eignet sie sich für große Konferenztische oder zur schwebenden Allgemeinbeleuchtung auch mittelgroßer Räume. Vitra

Tyde Mit „Tyde“ haben Ronan & Erwan Bouroullec Tische entwickelt, in denen die notwendige Technik für die Höhenverstellung akustisch wie visuell verborgen integriert ist. Damit kann „Tyde“ in unterschiedlichsten Büro­ umgebungen und auch in Kombination mit anderen Tischen verwendet werden.

Brühl

ADD1 „Unendlich“ vielseitig: die bequeme Warteschlange. Roland Meyer-Brühl entwarf die Sitz-Konfigurationen von repräsentativer Ästhetik: Frei und elementar reihen sich grazile Einzelsessel in Weiß mit Tablaren in Segmentform zur kommunikativen Sinus­ kurve inklusive Ecksitzen. Thonet

107

Vom Kaffeehausstuhl inspiriert und dabei konsequent zeitgemäß. Mit seiner geschwungenen Rückenlehne und eleganter Anmutung weckt der „107“ unmittelbar Erinnerungen an den berühmten Kaffeehausstuhl von Thonet. Und genau das hat Designer Robert Stadler bezweckt. 03/12 – 9

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Walter Knoll leadchair

Thonet s 180

Alias KOBI WOOD

Souverän und sympathisch, zurückhaltend und repräsentativ: das ist das klare Statement des Bürostuhls von Walter Knoll (Design: EOOS). So gestaltet sich die Eleganz moderner Führung.

Das Kufengestell verleiht dem Stuhl von Delphin Design Dynamik und Prägnanz. Der „S 180“ lässt sich – dank einheitlich geformter Sitzschale – hervorragend mit den Programmen „S 160“ und „S 170“ kombinieren.

Alias und Designer Patrick Norguet teilen ihre Leidenschaft für Nutzen und Leichtigkeit. Ein schöner Beweis ist dieser Stuhl mit seiner eleganten, fast schwebenden Gestalt, den es in unterschiedlichen Versionen gibt.

Wilkhahn

Interlübke

Der Tisch (Design: wiege) verbindet maxi­ male Standardisierung mit größtmöglicher Gestaltungs- und Nutzungsvielfalt – in einem prägnanten und hochwertigen Erscheinungsbild.

Die ideale Display-Lösung für den Objekt­ bereich. Das filigrane Programm mit geringer Raumtiefe ist universell einsetzbar, prädes­ tiniert für Lounges, kleine Showrooms, exklusive Büros oder Empfangsbereiche.

conversa

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bookless


POP ART DESIGN meldungen

USM

ADVANCED Am puren Design des USM-Haller-Tisches hat sich nichts verändert, seine Funktionalitäten schon: zwei Adaptionspunkte für unterschiedliche Zubehörteile und Kabeldurchführungen; unsichtbares Kabel­ management unter der Tischplatte; einfacher Zugang zur Technik.

lapalma Pass

Soll er drehbar sein oder fest, mit einem Gestell aus Edelstahl matt verchromt oder weiß lackiert? Und welche Farbe soll die Sitzschale haben? Bei dem Sessel (Design: Hee Welling) gibt es viele Möglichkeiten.

VITRA DESIGN MUSEUM 13. OKTOBER 2012 BIS 3. FEBRUAR 2013

Die Pop Art gilt als einflussreichste Kunstströmung der Nachkriegszeit. Zu ihren Grundelementen gehörte der Dialog von Design und Kunst. Mit der Ausstellung widmet das Vitra Design Museum diesem Dialog erstmals in seiner Geschichte eine große Ausstellung mit einer spektakulären Werkauswahl. Kunstwerke von z. B. Andy Warhol oder Roy Lichtenstein werden Designobjekten aus der gleichen Ära – etwa von Charles Eames oder Achille Castiglioni – gegenübergestellt. www.design-museum.de

VISIONS OF MODERNITY DEUTSCHE GUGGENHEIM 15. NOVEMBER 2012 BIS 17. FEBRUAR 2013

Walter Knoll Liz

Der neue Stuhl von Claudio Bellini – auch mit Armlehnen erhältlich – ist auf das Schönste reduziert. Gespannte Flächen in Sitz und Rücken mit innovativem Hightech-Gewebe verleihen ihm den besonderen Komfort. Der Bezug ist abnehmbar.

Paul Cézanne, Robert Delaunay, Wassily Kandinsky und Pablo Picasso – dies ist nur eine Auswahl der klangvollen Künstlernamen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die von sechs bekannten Sammlerpersönlichkeiten in das Licht der Öffentlichkeit gerückt wurden. Die Museumsgründer Solomon R. Guggenheim und Hilla Rebay, die Kunst­ sammlerinnen Katherine S. Dreier und Peggy Guggenheim sowie die Galeristen Karl Nierendorf und Justin K. Thannhauser haben die Bandbreite der Bestände des Guggenheim von impressionistischer und postimpressionistischer bis hin zu moderner Kunst erweitert – wie diese Ausstellung eindrucksvoll aufzeigt. www.deutsche-guggenheim.de

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Glanz in Weiss

LED wohn-

Mit überzeugend warmweißem Licht nehmen immer mehr LED-Leuchten Kurs auf unsere Wohnräume – nicht zuletzt auch dank ihrer Strahlkraft in punkto Design.

leuchten

Mit ganz neuen Leuchten und überarbeiteten Klassikern bewegen sich die führenden Hersteller in Richtung Wohnbeleuchtung der Zukunft. Besonders stromsparend – im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln – sind LEDs zweifellos. Und auch bei der Lichtqualität sorgen sie für edlen Glanz in unseren „Hütten“ – wie unsere kleine Auswahl zeigt.

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01_ARCO LED Flos bleibt dem Original-Design der Bogenleuchte mit Marmorfuß von vor 50 Jahren treu, änderte nur das Leuchtmittel (Design: Achille und Pier Giacomo Castiglioni). 02_FLATLINER 240 LEDs erzeugen bei der vom Jason Bruges Studio für Established & Sons entworfenen Stehleuchte ein traumhaftes Lichtspiel. 03_MAGNETO Wo feine Kräfte sinnvoll walten … Giulio Iacchetti setzt bei der Foscarini-Leuchte auf eine Magnetkugel, mit der man den Schirm flexibel an der Stange positionieren kann. 04_PK LED TAVOLO – eine außer­gewöhnliche Tischleuchte mit beeindruckendem Fiberglas-Schirm von Catellani & Smith, zwei LEDs und Dimmer. 05_BABYCLOUD Der jüngste Spross der Belux-Leuchtenfamilie Cloud/ Mamacloud von Frank Gehry hat es bereits faustdick hinter den Ohren: Mit 5 Watt LED ist die Tischleuchte äußerst sparsam im Verbrauch. 06_COPERNICO SOSPENSIONE Neun aus einer Aluplatte realisierte Kreise können voneinander unabhängig um zwei verschiedene Achsen rotieren, oder sich im geschlossenen Zustand ganz flach machen (Artemide, Design: Carlotta de Bevilacqua, Paolo Dell’Elce). 07_IO 3D BASSO Die Leuchte von Occhio besticht durch ihre dreidimensionale Beweglichkeit. 08_MASK von Moooi bringt perfektes Licht mit weicher Atmosphäre in jeden Raum. Entworfen wurde sie von Stefano Giovanonni. 09_MY TABLE Das Schirmleuchtenprogramm MY von Tobias Grau vereint Bone China, geräucherte Eiche und poliertes Aluminium mit brillantem warm-­weißen Licht. 10_MODUL R460 XL Die Deckenleuchte von Nimbus ermöglicht mit ihrer breiten Diffusorscheibe eine angenehme ­Beleuchtung. 11_SQUEEZE Auf Wunsch ist die von Karim Rashid für Nimbus entwickelte Leuchte auch mit einer neuen berührungslosen Gestensteuerung erhältlich.


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FEATURE

Wesen des inneren Motors das

Von Doris Weber

Illustration: Katharina Lehmkuhl

Wenn es um Energieversorgung geht, funktioniert der Mensch im Grunde genauso wie ein Stromnetz. Es kommt auf die richtige Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch an. Der Unterschied: Wir bestimmen selbst, wann wir geben und wann wir nehmen wollen – zumindest sollten wir es versuchen.


Sie war jung, schön, erfolgreich, reiste für eine internatio­ nale Werbeagentur um die ganze Welt. Sie arbeitete 16 Stunden am Tag und bewegte sich wie ein Roboter im Zeitraffer, bis sie in diesen Park in Shanghai kam und ihr Leben plötzlich still stand. Gebannt blickte Susanne P. auf diesen alten Mann, der dort seine Qi-Gong-Übungen machte. Diese innere Ruhe und Gelassenheit, diese Aus­ geglichenheit und Zufriedenheit faszinierten die gehetzte Europäerin: „Ich sah eine Zufriedenheit, die von innen kam. Meine Antennen waren sehr nach außen gerichtet. Und dauernd quälten mich diese Fragen: Bin ich gut ge­ nug? Komme ich gut an? Ich dachte, ich erhalte Zunei­ gung und Liebe nur, wenn ich etwas leiste.“ Susanne P. hatte Erfolg, Geld, Depressionen und Angstzu­ stände. Der Meister in dem Park in Shanghai erkannte dies sofort. Sie war ihm zugeflogen wie ein entwurzeltes Bäumchen im Sturm. Ihr fehlte jedes Standvermögen. Und die Energie, den negativen inneren Bildern etwas Eigenes entgegenzusetzen. Bevor sie seine Schülerin werden durf­ te, gab er ihr eine Aufgabe: „Ich sollte nun 99 Tage stehen wie ein Baum, immer mit der aufgehenden Sonne, jeden Tag zehn Minuten. Der Meister hatte erkannt, dass dieses Stehenbleiben und Ausharren für mich ein ganz wichtiger Schritt ist, um Selbsterkenntnis zu gewinnen, um über diese Disziplin zur Ruhe zu kommen.“ Sie fuhr zurück nach Europa und stand 99 Tage, immer zur selben Zeit, wie ein Baum. „In diesen 99 Tagen erlebte ich eine Veränderung meiner Persönlichkeit. Ich bringe seitdem der Natur eine größere Wertschätzung entgegen, aber auch meinen Mitmenschen. Ich merke, wie meine Gefühle mich wie ein wärmender Strom durchfließen.“ Der Meister nahm sie in die Lehre. Sie gab ihre Karriere auf und wurde Qi-Gong-Lehrerin. „EntschleunigungsKurse“ nennt sie heute ihre Arbeit, bei der sie aus den gestressten Menschen der westlichen Welt das Tempo herausnehmen will: Werner hat so einen Entschleuni­ gungs-Kurs bei Susanne P. besucht. Seitdem macht er jeden Morgen bei Wind und Wetter im Garten seine acht Alltagsübungen. Das bringt ihm einen Energieschub für den ganzen Tag, sagt er, „auf die Regelmäßigkeit kommt Doris Weber hat sich mit ihren es an.“ Andere stellen sich jeden Morgen fünf Minuten deutschlandweit auf einen Stuhl und schweigen. Wieder andere meditie­ ausgestrahlten ren täglich und laden dabei Geist und Seele mit positiven Hörfunk-Features und Sozialreportagen einen Energien auf. Namen gemacht. Sie ist Autorin mehrerer Es gibt viele Möglichkeiten, aus dem Strom der Lebens­ Bücher zu ethischen energien zu schöpfen. Aber: „Vorsicht! Übernehmen Sie und sozialen Themen sich nicht“, lautet der ärztliche Rat. Die menschliche und arbeitet daneben Willenskraft scheint begrenzt zu sein. Sie ist wie ein Mus­ für verschiedene kel, der bei zu hoher Beanspruchung erschlaffen kann. Printmedien.

Wer sich vornimmt, mit dem Rauchen aufzuhören, beglei­ tet von einer Nulldiät und täglichem Krafttraining im Fitnessstudio, der hat sich mit seinen guten Vorsätzen übernommen – und gibt früher oder später auf. Der eige­ ne Energiehaushalt muss sorgfältig verwaltet werden. Wenn wir zu viel von uns verlangen, ist der Tank schnell leer – und statt vergnügt ein paar Runden auf der Fitness­ bahn zu joggen, liegt man ermattet auf dem Sofa. Das Erlebnis, es mal wieder nicht geschafft zu haben, die (zu lange) Liste der Vorsätze erfolgreich abzuarbeiten, min­ dert das Selbstbewusstsein und in der Folge davon die Lebensenergie. Entscheidungsmüdigkeit heißt diese neue „Krankheit“, wenn der „Energiemuskel“ schlaff geworden ist. Ein Prob­ lem, das nicht nur die Karrieren von Politikern und Mana­ gern verdirbt. Plötzlich brüllen nette Kollegen ihre Mitar­ beiter an, Eltern reagieren nervös und gereizt auf die Kinder, vernünftige Menschen werden zu unberechenba­ ren Zeitgenossen. Manch einer, der seine Finanzen immer brav zusammengehalten hat, schmeißt nun sein Geld aus dem Fenster hinaus und futtert pausenlos Schokolade. Wer sich innerlich und äußerlich vollstopfen muss mit unnützen Dingen, gibt seiner Umwelt zu verstehen: „Mei­ ne Batterien sind leer. Ich bin alle.“ Eine klassische Vor­ stufe zum vielzitierten Burn-out. In einer Reihe von Experimenten konnten Wissenschaftler nachweisen, dass der entscheidungsmüde Mensch die Fähigkeit zu unterscheiden verloren hat. Er wird zum willigen Opfer, weil ihm die Energie zum Neinsagen fehlt, fand der Psychologe Jonathan Levav von der ColumbiaUniversity heraus. Diese so genannte Ego-Erschöpfung muss nicht zwingend in die Depression führen. Aber sie macht dünnhäutig und müde. Man möchte am liebsten nur noch schlafen und öfter weinen als sonst. In solchen Momenten raten Buddhisten zur Gelassenheit, der Kunst, den Geist still zu bekommen. Sorgen und Ängste loszulas­ sen, um sich auf das pure Sein zu konzentrieren. „Erziehe dich selbst, denn ob man sein Leben lachend oder wei­ nend verbringt, es ist die gleiche Lebenszeit.“ Das eine gibt uns Energie und das andere nimmt sie uns. Runterschal­ ten. Weniger bedeutet mehr. Weniger Stress, weniger Sorgen, weniger Abhängigkeit, dafür mehr Freizeit, mehr Entspannung. Das bringt verbrauchte Energie zurück. Hape Kerkeling war dann mal weg. Nach einem Hörsturz und der Entfernung seiner Gallenblase suchte er neue Energie auf dem Jakobsweg. Eine gute Idee. Nirgendwo schöpfen Menschen mehr Energie und Lebensfreude als in der freien Natur. Wer wüsste das besser, als der ­berühmteste Bergsteiger der Welt, Reinhold Messner. Begeisterung ist für ihn der beste Energielieferant. Und

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wenn einer mal nicht mit Stress und Frust im Beruf oder Privatleben klar kommt? Nichts wie raus und etwas ande­ res suchen. Kaum einer ist bei seinen großen Zielen so oft gescheitert wie Reinhold Messner. Allein an den Achttau­ sendern dreizehn Mal. Was rät er, wenn es im Leben mal nicht klappt? „Aufstehen und nochmal probieren.“ Ener­ gie aus der Niederlage schöpfen. Für Reinhold Messner ist das schon fast ein spirituelles Programm. Jeder gesunde Mensch kommt mit einem enormen Kraft­ reservoir auf die Welt. „Ohne diese Energie könnten wir gar nicht überleben“, sagt die Freiburger Psychologin Friederike von Tiedemann. „Wir Menschen haben einen starken Selbsterhaltungstrieb und ein starkes Bedürfnis, uns weiterzuentwickeln.“ Doch wer in seiner Umgebung die Erfahrung macht, dass er mit seinen Ideen stets an der Ignoranz der anderen abprallt, verliert schnell Lust und Energie. Denn immer noch gilt die gute alte Regel: Erfüllte Beziehungen zu Menschen sind die besten Ener­ gielieferanten überhaupt. Wir brauchen gute Freunde, um Lebensfreude zu verspüren, kollegiale Mitarbeiter und Vorgesetzte, die unsere Arbeit respektieren, einfühlsame Partner, die uns so lieben, wie wir sind. Auch, wenn wir gerade mal nicht so gut aussehen. Studien aus der Neuro­ biologie belegen: der beste Motivator für den Menschen ist der Mensch. Wenn die Emotionen stimmen, schüttet unser Hirn Dopamin aus, einen Botenstoff, der körperli­ ches und seelisches Wohlbefinden auslöst und den Orga­ nismus in Hochstimmung versetzt. Die zentrale Funktion von Dopamin besteht darin, den inneren Motor anzutrei­ ben und Energie zu erzeugen, so dass sich der Mensch frohen Mutes auf ein Ziel hin bewegen kann. Kern aller Motivation ist die zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung und Zuwendung. Und auch im Vokabular der Neurobiologie gibt es keine Scheu vor dem Wort Liebe, die offenbar für unbegrenzte Energie-Ressourcen sorgt. Liebe zu anderen Menschen, zur Natur, zu einem höheren Wesen und – nicht zu vergessen – Liebe zu sich selbst. Ist Liebe im Spiel, fließt die Energie. Doch nicht alle Bezie­ hungen tragen das Gütesiegel „Liebe“, und spenden Ener­ gie. Wenn das Gleichgewicht von Geben und Nehmen dauerhaft gestört ist, droht Energieverlust und es kann zu psychischen und physischen Mangelerscheinungen kom­ men. Der Körper, angefüllt mit „Gift und Galle“, schleppt sich müde durch den Tag. Kopfschmerz und Blutleere im Gehirn können ein Zeichen dafür sein, dass sich der nette Mensch, der sich einst als bunter Schmetterling auf unse­

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rer Schulter niederließ, nun als Vampir an unserer Hals­ schlagader entpuppt. Solche Energieräuber lauern über­ all – und Reinhold Messner würde jetzt sagen: nichts wie raus und etwas anderes suchen. Und zwar sofort. Um­ wege sind schädlich, grübeln ist gefährlich, das kostet noch mehr Energie. Wer jetzt sein Leben verändert, tut sich etwas Gutes. Denn unsere Energie-Meridiane werden stets mitgereinigt, wenn wir an uns arbeiten. Der ganze Mensch ist durchdrungen von einer Vielzahl unsichtbarer Kanäle, die unterschiedlich feine Energien durch den Körper befördern. Diese Meridiane wurden von der alten chinesischen Medizin entdeckt und erstmals heilprak­ tisch in der Shiatsu-Therapie genutzt. Sind die Meridiane frei von Blockaden, können die Energien fließen. Dann lösen sich viele Probleme ganz von allein. Manchmal genügt es auch schon, einfach Farbe ins Leben zu bringen. Farben wirken tief auf Körper, Geist und Seele. „Farben sind Licht und Energieträger, lebendige Kräfte und Quellen zur Stärkung“, erzählt die Diplom-Pädagogin Rita-Elisa Münsterkötter den Besuchern ihrer Praxis, die sie „Herzensschule“ nennt: „Farben fühlen ist eine Form von Energiearbeit, denn jede Farbe hat ihre ureigene Ener­ gie“, sagt die Hamburgerin, bei der die Menschen ihre ganz persönliche Farbe erspüren können: „Passen Energie und Farbe zusammen, dann entsteht ein Wohlgefühl, eine Art Ausdehnung, man kann freier atmen und fühlt sich locker und lebendiger“. Umgekehrt führen Farben, die unserem Energiesystem widerstreben, zu Unbehagen. Farbe als Energiespender. In einigen Kulturen weiß man schon lange um die heilende Kraft der Farbe. Im alten Ägypten baute man Farbtempel mit sieben unterschiedli­ chen farbigen Räumen, wovon jeder in einer das jeweilige Leiden lindernden Farbe gestrichen war. Auch die Chine­ sen nützen die Heilkraft von Farben, indem sie ihre Kran­ ken mit farbigen Tüchern therapieren. Und dort, wo Babys in den richtigen Farben liegen, werden sie angeblich zu­ frieden wie vor Energie strotzende Buddhas. Unterdessen steht der Qi-Gong-Meister von Susanne P. immer noch in Shanghai im Park. Wie ein Baum, jeden Morgen bei Sonnenaufgang. Und für den Mann, der sei­ nem Schatten davonlief, so lange, bis ihm alle Energien aus dem Leib geflossen waren und er tot zu Boden sank, hätte er sicher auch eine Lösung gewusst: Er hätte ihm vielleicht geraten, er solle doch einfach im Schatten eines Baumes innehalten, dann wäre er seinen eigenen Schat­ ten losgeworden.


MODELL: SCOPE von Uwe Fischer Business heißt Bewegung, und genauso flexibel wie das Geschäft sollten daher die Möbel sein, auf dem man ihm nachgeht. In contract , der Objektkollektion von COR, finden sich all diese Qualitäten in Bestform. Scope beispielsweise ist eine wunderbar stille Arbeitsinsel im Meer der Bürohektik. Oder auch beliebter Meeting Point. Temporärer Ruheraum mit ein-, zwei- oder dreifacher Lehne. Mini-Büroland schaft. Denkerzelle. Mit anderen Worten: Ein genialer Allrounder, der jedes Business in Bewegung bringt.

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Fotos: Michael Jungblut

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Raum fßr Energie Hektik und Stress. Viele Menschen gleichen das mit einem leidenschaftlichen Hobby aus – am liebsten zuhause, am liebsten mit Leidenschaft. Warum also nicht eine Welt rund um das Hobby herum schaffen und passend einrichten: Es ist ganz einfach.

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SEITE 18/19: Räder, die die Welt bewegen. 01_SESSEL „Proust“ von Magis (Design: Alessandro Mendini) 02_KINDERSTUHL „Boomstammen“ von Piet Hein Eek 03_BETONNISTKASTEN „Rohbau“ von Betoniu (Design: Torsten Klocke) LINKE SEITE: Lesen macht schlau. 01_STUHL „DCW“ und 02_DREHSESSEL „Lobby Chair“ beides von Vitra (Design: Charles + Ray Eames) 03_TISCHLEUCHTE „Caboche“ von Foscarini (Design: Patricia Urquiola) 04_SCHREIBKOMMODE „AT-AT“ von Röthlisberger (Design: Tomoko Azumi) OBEN: Porträt oder Akt? 05_TISCHLEUCHTE „Takeru“ von Lightyears (Design: Hidenori Kuge) 06_BOX „Restore“ von Muuto (Design: Mika Tolvanen) 07_STÜHLE „Pressed Chair“ von Nils Holger Moormann (Design: Harry Thaler) 08_BEISTELLTISCH „Nestable“ von Vitra (Design: Jasper Morrison)

Nach einer Umfrage von TNS Infratest verbringen knapp 40 Prozent der Deutschen täglich ein bis zwei Stunden mit ihrem Hobby, nicht aus Notwendigkeit, so die Be­ griffsdefinition, sondern aus freiwilligem Interesse. Ob Lesen, Malen, Musizieren, Werkeln – die Leidenschaften sind nahezu grenzenlos. Hobbys, welcher Art auch im­ mer, helfen dabei, unsere Kräfte in Balance zu halten. Schließlich zehrt unser Alltag, gefüllt mit vielerlei Ver­ pflichtungen, an unseren Reserven. Diesen Kraft-Akku gilt es, von Zeit zu Zeit wieder aufzuladen.

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Mit Hobbys macht das nicht nur viel Spaß, sondern er­ gibt auch aus gesundheitlichen Gründen durchaus Sinn, denn ein belasteter Organismus befindet sich sozusagen in permanenter Alarmbereitschaft. Folge: eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen. Diese werden am besten durch Bewegungs- und Entspannungstechniken abgebaut. Alles was anregt, ohne zu überfordern, kommt der Energiebalance zugute. „Energie ist ewige Freude“, schrieb der englische Dichter William Blake (1757–1827). Und dafür muss man nicht unbedingt weite Wege gehen. Im eigenen Zuhause finden wir den perfekten Ort für Inspiration und Energie – und zahlreiche Möglichkeiten, unsere „Steckenpferde“ zu integrieren. Manche widmen ihnen viel Zeit und oft einen ganzen Raum.

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OBEN: Wenn der Schnitt stimmt, klappt’s auch mit dem Nähen. 01_LEUCHTE „Mayuhana Petal“ von Yamagiwa (Design: Toyo Ito) 02_STAPELSTÜHLE „Frilly“ von Kartell (Design: Patricia Urquiola) 03_TISCHLEUCHTE „Duii“ von Diesel with Foscarini 04_TISCH „WorKit“ von Vitra (Design: Arik Levy) 05_WANDUHR „Sunflower Clock“ von Vitra (Design: George Nelson) LINKS: Der Sammler und die Seinigen. 06_REGAL von Montana (Design: Peter J. Lassen) 07_CONTAINER von USM Haller (Design: Fritz Haller) 08_TISCH von USM Haller (Design: Fritz Haller) 09_TISCHLEUCHTE „Bestlite BL2“ von Gubi (Design: Robert Dudley Best) 10_STUHL „Tivoli“ von Montana (Design: Verner Panton)


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Raum für die Zukunft In der Evolution eines Klassikers finden sich schon heute Antworten auf Fragen der Arbeitswelt von morgen.

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Und diese Räume lassen sich zweifellos ohne großen Aufwand adäquat einrichten. Meist reichen wenige, ganz bewusst ausgewählte Möbelstücke aus. Wer bei der Aus­ übung stundenlang sitzt, für den sind bequeme und ergonomische Tische und Stühle wichtig. Wer sich hinge­ gen viel im Raum bewegt, sollte sich seine Laufstrecken nicht durch riesige Möbel verstellen. Aber auch ohne eigenen „Hobbyraum“ bieten die eigenen vier Wände Platz. Wie so oft im Leben, gilt auch hier: Alles eine Frage der richtigen Organisation. Viele Hobbys kommen mit wenig Platz aus, aber man will ja auch nicht immer alles überall herumliegen lassen. Vor allem dann nicht, wenn am Esstisch die „Penne all’ Arrabbiata“ in Konflikt mit der wertvollen Briefmarkensammlung treten oder die Kinder aus Ölfarben und Musikinstrumenten ein ganz neues Hobby kreieren. Mit Ablage- und Verstaumöglichkeiten – etwa durch System-Möbel – lässt sich dieses Problem lösen. Mit ein paar Handgriffen ist man dann wieder einsatzbereit. Dass Ästhetik und Funktionalität bei der Auswahl der „Hobby-Möbel“ kein Widerspruch sein müs­ sen, sondern sich perfekt ergänzen, zeigt unsere Foto­ strecke exemplarisch. Und so ganz nebenbei: Auch Müßiggang – nicht zu ver­ wechseln mit Faulheit – ist als Freizeitbeschäftigung durchaus beliebt: Ab aufs Sofa, Füße hoch, ausruhen. Das ist vielleicht kein Hobby, aber eine Freizeitbeschäftigung, bei der man genauso entspannen und den Akku wieder aufladen kann. Und darauf kommt es doch schließlich an.

Hobby OR not to be?

Lesen Sie noch, oder machen Sie schon Geocaching? Und wenn Sie Ihre Leidenschaft für diese spannende GPS-Schnitzeljagd bislang noch nicht entdeckt haben, sind Sie dann vielleicht ein Lockpicker? Haben Sie also Spaß daran, wettkampfmäßig Sicherheitsschlösser zu knacken? Beides nicht? Kein Problem. Schließlich gibt es Tausende andere Möglichkeiten, seine Freizeit auf irgendeine Weise zu verbringen, die einem Spaß macht. Mit der Zahl der Tätigkeiten, die als Hobby gelten können, verhält es sich ähnlich wie mit der Richterskala: nach oben offen. Natürlich ist nicht alles davon so spektakulär wie beispielsweise Freeclimbing oder Paragliding, aber wer Spaß daran hat, Briefmarken zu sammeln oder Tischdecken zu besticken, schöpft viel Kraft – gleichgültig, was andere davon halten. Hobbys hatte der Mensch vermutlich schon immer. Erwachsene ergötzten sich schon in der Antike am Würfelspiel, während dem Wagenrennen und dem Gladiatorkampf eine ähnliche Bedeutung zufiel wie heute der Champions League. Im Mittelalter scheint vor allem das Kartenspielen bei vielen Zeitgenossen geradezu eine Sucht gewesen zu sein. Diese Rolle haben bei uns längst die Computerspiele und das Internet übernommen.

OBEN: Nicht nur Jugend musiziert. 01_STEHLEUCHTE „Cosmic Leaf“ von Artemide (Design: Ross Lovegrove) 02_SITZKISSEN „LivingStones“ von Smarin (Design: Stéphanie Marin) 03_STUHL „Munich Armchair“ von ClassiCon (Design: Sauerbruch Hutton) 04_BEISTELLTISCH „ Calice“ von Glas Italia (Design: Piero Lissoni) 05_STUHL „Carbon Chair“ von Moooi (Design: Bertjan Pot/Marcel Wanders) 06_GARDEROBENSTÄNDER „Tuta“ von Cappellini (Design: Nendo) UNTEN: Alles ist möglich. 07_TRITT­LEITER „Tiramisu“ von Kartell (Design: Andries van Onck) 08_LEUCHTE „Akari UF1-H“ von Vitra (Design: Isamu Noguchi) 09_REGAL „Steelplate Cabinet“ von Piet Hein Eek 10_DREHSTUHL „Kevi“ von Engelbrechts (Design: Jørgen Rasmussen) 11_STEHLEUCHTE „Fork“ von Diesel with Foscarini 12_POUF „Antique Quilt Ottoman“ von Hay

Zu den klassischen Hobbys mit langer Tradition muss man auch das Sammeln rechnen. Zwar haben klassische Sammelobjekte wie Briefmarken und Münzen nicht mehr den Stellenwert wie etwa noch in den 1970er-Jahren, doch dafür sind längst andere Objekte eingesprungen. Bierdeckel und Kronkorken werden heute ebenso leidenschaftlich gehortet wie Comics, Überraschungseier-Figuren – und diese kleinen Zuckertütchen, die man in Cafés ungefragt auf seiner Untertasse findet. Viele können sich heute ein Leben ohne Handy, Facebook und Kopfhörer im Ohr gar nicht mehr vorstellen. Doch letztlich ist die Änderung der Gewohnheiten nur technischer Natur. Sich mit Freunden auszutauschen und Musik zu hören, diese Grundbedürfnisse werden sich wohl nie ändern. Wenn man will, kann man das auch Hobby nennen.

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wohnen

Objekt der Begierde

Warum üben manche Dinge eine solche Faszination auf uns aus, dass wir sie in Massen anhäufen, hegen und pflegen? Schließlich sind die Zeiten, in denen Sammeln das Überleben sicherte, lange vorbei.

Goethe sagte einmal, Sammler seien glückliche Menschen. Immerhin soll er eine stattliche Kunstsammlung mit über 25.000 Einzelstücken besessen haben. Mit dieser Leiden­ schaft steht der berühmte Dichter und Denker zweifelsfrei nicht alleine da: Rund 87 Prozent der Deutschen umgeben sich mit Dingen, die sie eigentlich nicht notwendigerweise benötigen. Alles, was gesammelt werden kann, wird auch gesammelt. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Privatausstellung mit Systemmöbeln von USM: Edle Vitrinen sind für die Objekte der Sammelleidenschaft ein ästhetisch ansprechender und zugleich hoch funktionaler Ort.

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Legendär ist Andy Warhols Zitat aus dem Jahr 1968: „In der Zukunft wird jeder für 15 Minuten weltberühmt sein.“ Doch ganz so einfach ist es selbst heutzutage noch nicht, trotz unzähliger Casting-Shows im Fernsehen. Aber ir­ gendwo möchte jeder etwas „Besonderes“ sein, sei es nur im Kleinen. Sammeln ist da durchaus ein erfolgverspre­ chender Weg. Der eine sammelt Briefmarken, die sonst kaum einer hat, um sich damit als Experte präsentieren zu können. Der andere sammelt außergewöhnliche Gegen­ stände wie z. B. seltene chinesische Kuckucksuhren. Der


eine kann an keinem Modellauto vorbeigehen. Ein anderer ist dem Charme alter Modelleisenbahnen erlegen und besitzt Hunderte der Nachbauten, die artig ausgestellt werden. So kann es jeder schaffen, zumindest im Kreis der gleich gesinnten Sammler seine 15 Minuten Ruhm voll auszukosten – zumindest solange bis kein anderer etwas Außergewöhnlicheres zu bieten hat. Sammeln ist Kommunikation Abgesehen vom emotionalen Standpunkt sind die vielen Sammelgebiete – bei entsprechenden rationalen und objektiven Strategien – durchaus eine Wertanlage. Aber einer der wichtigsten Faktoren ist sicherlich das Sam­ meln als Mittel zur Kommunikation, denn der Mensch ist ein ausgeprägtes soziales Wesen und sucht den Kontakt zu Gleichgesinnten. Man trifft sich in Vereinen auf Börsen oder online in Newsgroups und Chats. So entstehen dann auch häufig Freundschaften. Sammeln ist also charakte­

ristisch für den Menschen als soziales Wesen. Stellt sich noch die Frage: Wohin mit den bedeutenden Objekten der Begierde? Selbst bei der Oldtimer-Sammelleidenschaft gibt es keine Grenzen. Exklusive Häuser mit integrierter Glasgarage neben dem Wohnzimmer sind längst keine Seltenheit mehr. Die breite Masse zieht es vor, ihre Sam­ melleidenschaft in Regalen zu präsentieren, aber erst in einer Vitrine – idealerweise mit LED-Beleuchtung – be­ kommen die edlen Sammlerstücke ihren großen Auftritt. Hier sind Sammlerobjekte gut einsehbar, ohne Umwelt­ einflüssen direkt ausgesetzt zu sein: Sie lassen sich in jede Wohnumgebung integrieren und reduzieren den Einsatz von Staubwedeln auf ein Minimum. So individuell wie die jeweilige Sammelleidenschaft sollte dann auch das Ausstellungsmöbel für die angehäuften Schätze sein, um diese perfekt in Szene setzen zu können. Die Vitrine ist dann wahlweise edles Vorzeigeobjekt oder trendiger Altar – ganz gleich, was darin präsentiert wird.

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wohnen

extra

Die Medien und das Möbel Das Medium ist die Botschaft – und mit den richtigen Möbeln für Hi-Fi, TV und PC können Sie ihr eine passende Bühne geben. Ästhetisch ein Genuss und funktional durchdacht wird die Technikintegration – Stichwort: Kabelsalat – ein Kinderspiel. Und Sie können sich entspannt den Freuden des Mediums hingeben.

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Oben: Hi-Fi- und TV-Sideboard von Montana mit integrierten Lautsprechern. Unsichtbar, aber nicht zu überhören.

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01_Wandmodule von Montana: Diskret in dezenter Formensprache vollziehen sie ihre tragende Rolle und überlassen Bücher, TV und Co. den Vortritt im Auftritt. 02_Web Designer Piero Lissoni kreierte für Porro diese multifunktionale Abstellebene – auch, aber nicht nur für das Surfen im World Wide Web. 03_Musikbox Listen to your eyes! Groß­ artige Musik nicht nur hören, sondern auch

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sehen – dank der Kooperation von interlübke mit dem Designer Werner Aisslinger und Linn, der renommierten Marke für hochwer­ tige Technik. 04_inmotion Das Wandsystem von MDF Italia (Design: Neuland Industriedesign) lenkt den Fokus auf Ecken und Kanten. Die modularen Kuben können frei im Raum oder direkt an der Wand platziert werden.

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Front

Auffallend ausgefallen Ein Schwein als Beistelltisch, ein Kaninchenbau als Lampe? Kein Witz, sondern zwei Beispiele für die Möbelkreationen von Front. Dahinter steckt geballte Frauenpower aus Schweden, die für frischen Wind in der internationalen Möbelszene sorgt.

Ein kurzer Blick in das Studio von Front reicht, um zu erkennen: keine Chance für Konventionen. Kollektions­ titel wie „Furniture to fall in love with at first site or hate them forever“ untermalen das extravagante und zuwei­ len revolutionäre Image des Labels. Gegründet wurde Front 2004 von den Stockholmer Designerinnen Sofia Lagerkvist, Charlotte von der Lancken, Anna Lind­gren sowie Katja Sävström, die jedoch das Label 2010 verließ, um sich neu zu orientieren. Während des Industrie­ designstudiums an der Konstfack School of Arts, Crafts & Design in Stockholm entdeckte das schwedische Quartett die gemeinsame Leidenschaft für Möbel und Wohnaccessoires, die Funktionalität mit Kunst – und einem ironischen Augenzwinkern verbinden. Mit Front wählten die Schwedinnen ganz bewusst einen internationalen Namen, der sowohl auf Englisch als auch Schwedisch funktioniert. Zudem spiegeln die ver­ schiedenen Bedeutungen – wie Vorderseite, Fassade oder auch Gewitterfront – einen Teil der Firmenphilosophie wider. „Man kann damit spielen. Und natürlich wollen wir eine Front bilden. Wir sind ein Kollektiv und arbeiten gemeinsam als Gruppe“, sagt Sofia Lagerkvist. Erstmals für Aufsehen sorgte Front 2004 mit der Kollekti­ on „Design by Animals“ auf dem „Salone Satellite“, der Nachwuchsschau der Mailänder Möbelmesse. Hier zeig­ ten die Schwedinnen, wie sie das Design von morgen

und übermorgen sehen: eine von Nagetieren angeknab­ berte Tapete, eine Leuchte, für die der Gipsabdruck eines Kaninchenbaus Verwendung fand und ein Tisch aus filigranem Astwerk, das in Quadratform gepresst wurde. Diese Präsentation war der Beginn einer erstaunlichen Karriere. Heute zählen namhafte Hersteller wie Moroso, Moooi oder Established & Sons zu ihren Kunden. Seinem ungewöhnlichen Stil ist das mehrfach preisgekrönte Designunternehmen treu geblieben. Dies beweisen un­ ter anderem seine äußerst erfolgreichen Tierkreationen, wie das lebensgroße Pferd oder Schwein, die es zu Leuchten und Beistelltischen umfunktionierte.

„Wir verrücken die Wahr­ nehmung ein wenig.“ Viele Front-Entwürfe erwecken im ersten Moment den Eindruck einer Illusion – und das ganz bewusst. Durch die Zusammenarbeit mit Zauberkünstlern haben sie einen völlig neuen Blick auf ganz normale Alltagsgegen­ stände möglich gemacht. Mit den Objekten möchte Front diese Eindrücke weitergeben. Ziel: tausend Mal gesehe­ ne Dinge so zu verändern, dass etwas Neues entsteht. Das gelingt Front mit großem Erfolg.

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01_SUNDIAL Schlicht in weiß gehalten erkennt man beim genaueren Hinsehen, dass die Ziffern der Uhr von Porro senkrecht auf dem Ziffernblatt stehen und erst Schatten die Zahlen sichtbar machen.

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02_Rabbit lamp Meister Lampe hell erleuchtet: Dieses Kaninchen aus Fiberglas von Moooi zaubert eine ganz besondere Atmosphäre auf den Tisch. 03_STORY VASEs aus dem Projekt „Editions in Craft“ geben Zitate aus persönlichen Geschichten südafrikanischer Frauen in traditioneller Zulu Handwerkskunst wider. 04_DOODLE SOFA Doodle bedeutet übersetzt Gekritzel, und genau solche Elemente dienten den Designerinnen als Inspiration für das Muster dieser Moroso-Kreation.

Schwungvoll zeichnet Lagerkvist mit einem Laserstift die Konturen eines Stuhls in die Luft, die von insgesamt 20 Kameras erfasst und an einen Computer weitergelei­ tet werden. Nur Augenblicke später taucht wie von ­Zauberhand eine weiße Kunststoffversion dieser Luft­ malerei aus einem Becken auf. Diese unmittelbare Ver­ bindung der aus Animationsfilmen bekannten „MotionCapture-Technik“ mit modernen Modellgussverfahren zeigt den Innovationsgrad, mit dem Front seine Möbel und Objekte entwickelt. Die im traditionellen hollän­ dischen Design gehaltene Vase „Blow Away“ wirkt, als wäre sie von einer Windböe verzogen worden. Auch sie erhält ihren Reiz durch die Anwendung spezieller Com­ putertechniken. Doch es geht auch ohne: „Sundial“ ist

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eine in schlichtem Weiß gehaltene Wanduhr. Das Beson­ dere: Die Ziffern stehen senkrecht auf dem Ziffernblatt, sodass die Zahlen je nach Licht- und Schattenspiel un­ terschiedlich erscheinen. „Ich mag den Ausdruck der Überraschung, wenn sich die Leute damit beschäftigen“, erklärt Sofia Lagerkvist. „Man hat eine bestimmte Erwartung, und dann passiert etwas ganz anderes. Wir verrücken die Wahrnehmung ein wenig.“ Das wirft die Frage auf, ob es sich bei ihren Ar­ beiten noch um Design oder eher um eine eigenwillige Form von Installationskunst handelt. Sicher ist: Front kreiert Möbel für Menschen, die ungewöhnliches und modernes Design zu schätzen wissen.


Design Peter J. Lassen

montana.dk /film/alphabet


Office

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Arbeiten, wohlfühlen, produktiv sein

Gute Arbeitsbedingungen zahlen sich aus, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erhöhen. Ein Büroarbeitsplatz sollte deshalb funktional sein und gleichzeitig die Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigen. Denn nur wer sich wohlfühlt, kann ein Maximum an Leistung bringen. Das Großraumbüro einer Bank, Versicherung oder eines Betriebes irgendwann in den 1920ern: Eine undefinier­ bare Masse von Mädchen und Frauen – mehrheitlich mit „Bubikopf“-Frisur – verteilt sich mit geradezu symme­ trischer Präzision und ohne erkennbares Zeichen von Individualität auf unzählige Tische und Stühle. Schreib­ maschinen rattern und klappern unaufhörlich vor sich hin, gesprochen wird kaum. Alle paar Stunden öff­ net jemand die Fenster – aus hygienischen Gründen.

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office

Arbeitsplatz in Büros – Störfaktoren Welche der folgenden Faktoren empfinden Sie am Arbeitsplatz als störend? 33 % Klimaanlage / Raumtemperatur 30 % Geräuschkulisse 25 % zu wenig Platz 22 % veraltetes Büromobiliar 21 % Beschaffenheit des Sitzplatzes 19 % Lichtverhältnisse 14 % ständige E-Mails / Anrufe 14 % technische Ausstattung

Idealer Büroarbeitsplatz Wenn Sie an einen idealen Büroarbeitsplatz für sich selbst denken – was wäre Ihnen dabei besonders wichtig? 23 % Beleuchtung 16 % Ruhe 12 % Technik 10 % angenehmes Klima 9 % ausreichend Platz 9 % ergonomische Schreibtische 8 % angenehme Atmosphäre  /  nette Kollegen

So ­beschrieb der Soziologe Siegfried Kracauer in seiner 1930 erschienen Studie „Die Angestellten“ eine damals als fortschrittlich eingestufte Arbeitsumgebung. Die populäre TV-Serie „Mad Men“, deren Handlung sich um die fiktive New Yorker Werbeagentur „Sterling Cooper“ dreht, zeigt, dass diese Umgebung bis in die 1960er-Jahre Bestand hatte. Dazu – auf der Chefetage – folgender Dialog, der sich so oder so ähnlich in Deutsch­ land zugetragen haben könnte. Das passende Interieur: vertäfelte Wände, ausladende Lederfauteuils und wuch­ tige Massivholztische: „Herr Generaldirektor, darf ich Ihnen einen Cognac ­anbieten?“ „Hervorragende Idee, mein Bester! Nehmen Sie eine Zigarre von mir?“ „Ich bin so frei.“

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Beides gehört heute längst der Vergangenheit an. Mit anderen Worten: Die Arbeitswelt hat sich massiv gewan­ delt, in der Chefetage und überall im Büro. Geändert haben sich damit auch die Anforderungen an einen zeitgemäßen Arbeitsplatz. Funktionalität, Ergonomie und Transparenz sind heute die Gebote der Stunde. Aber sie sind es nicht allein. Denn es geht es nicht nur um rückenschonende Drehstühle, optimales Licht und neu­ este Technik. Eine Arbeitsatmosphäre ist dann besonders leistungsfä­ hig, wenn sie darüber hinaus ein Mehr an Lebensqualität erzeugen kann. Das senkt übrigens auch nachweislich den Krankenstand „Was wir brauchen, sind Büros, die diverse Arbeitsanforderungen bewältigen“, sagt Prof. Wilhelm Bauer, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Zwischen dem Zellen- und Großraumbüro sind zunehmend Mischfor­ men gefordert, in denen die Vorteile beider Konzepte vereint werden. Klar: Ein Büro ist zwar weniger persönlich als unsere eigenen vier Wände, aber ein kalter, neutraler und rein funktionaler Ort muss es trotzdem nicht sein. Im Gegen­ teil: „Funktionalität ist schön, aber sie muss sich unserer Natur anpassen“, so Professor Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthoch­ schule Köln. Und das bedeutet eben auch, Freiräume für individuelle Bedürfnisse zu schaffen – und dabei am besten gleich die Mitarbeiter in die Büroplanung einbe­ ziehen. Das gilt für die Einrichtung genauso, wie für die Aspekte Akustik, Beleuchtung und Farbklima. Das ist wichtig, denn je knapper Fachkräfte werden, umso stär­ ker melden diese ihre Interessen an. Neben dem Gehalt sind zunehmend auch die Arbeitsumstände ausschlag­ gebend für die Attraktivität eines Arbeitgebers. Der eine typische Mitarbeiter existiert zwar genauso wenig wie das eine typische Unternehmen, deshalb gibt es auch keine allgemeingültigen Patenlösungen. Aber: Die möglichst genaue Identifikation der Nutzertypen innerhalb eines Unternehmens bildet die operative Basis, auf der sich in Zusammenarbeit mit dem creati­ ven inneneinrichter ganz gezielt Einrichtungsszenarien planen und realisieren lassen. Das ist die allerbeste Vorarbeit, um eine Office-Welt mit maximalem Wohl­ fühlfaktor zu schaffen. Ressourcen dafür bereitzustellen, ist eine kluge Investition, denn die daraus resultierende Steigerung der Produktivität wirkt sich in hohem Maße positiv auf die Wertschöpfung aus – zum Wohle der Mit­ arbeiter und des Unternehmens.

30%

Mit knapp 30 % sind Muskel- und Skeletterkrankungen die häufigsten Krankheitsarten bei Pflichtversicherten. Oft sind neben mangelnder Bewegung auch nicht-ergonomische Büromöbel (insbesondere Arbeitstisch und Stuhl) die Ursache.

34,2%

Für 34,2 % der Deutschen zählen Lärm und ein unzureichendes Raumklima zu den größten Belastungen am Arbeitsplatz.

23,1 mio

23,1 Millionen Deutsche nutzten im Jahr 2012 regelmäßig einen Computer für die Arbeit. Der Mindest-Sehabstand zum Monitor beträgt 50 cm. Die Höhe des Bildschirms sollte so eingestellt sein, dass die oberste, dargestellte Zeile maximal auf Augenhöhe liegt.

35%

35 % aller in Büros geleisteten Stunden entfallen auf Projektarbeit, für die – je nach Aufgabenstellung – immer wieder neue Teams zusammengestellt werden. Aber nur 29,3 % der Unternehmen haben neben klassischen Büro- und Besprechungsräumen eigene Räumlichkeiten für Projektarbeit eingerichtet.

60%

Die Faustformel für Bewegung bei der Büroarbeit lautet: 60 % der Zeit Sitzen, 30 % Stehen und 10 % Gehen. Mit geeigneten Sitz- und Stehschreibtischen und ein bisschen Bewegung – zum Beispiel einem Gang in die Büroküche – lässt sich das leicht umsetzen.

21° 22°

80

%

Eine Raumtemperatur zwischen 21° C und 22° C ist optimal für Büros. 26° C sollten dauerhaft nicht überschritten werden.

Etwa 80 % aller Informationen nimmt der Mensch über das Auge wahr. Ein flexibles Beleuchtungskonzept am Arbeitsplatz schafft dafür optimale Bedingungen.

Quellen: BKK Bundesverband; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin; IfD Allensbach; Robert Koch-Institut; Union Investment; Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel

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office

ciNetzwerk

nachhaltige Office-Kompetenz Die moderne Arbeitswelt verändert sich ständig – und mit ihr die Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter. Benötigt wird deshalb ein stimmiges Umfeld. Voraussetzung: eine sorgfältige und ganzheitliche Planung. Dafür stehen die rund 40 Einrichtungshäuser der creativen inneneinrichter zur Verfügung.

Mit einem ganzheitlichen Ansatz begleiten wir Unternehmen auf dem Weg zu einem modernen und effizienten Büro – als Problemlöser mit umfassenden Konzepten, individueller Beratung und Unterstützung. Schritt für Schritt entwickeln wir gemeinsam einen Masterplan auf dem Weg zum optimalen Büro und setzen ihn um. Zunächst geht es um die passgenaue Nutzung der vorhandenen Fläche. Deshalb unterteilen wir sie in funktionale Zonen, die den Arbeitsalltag und die Organisationsstruktur des Unternehmens widerspiegeln. Fokussierung: Räume, die ein konzentriertes, störungsfreies Arbeiten ermöglichen Zusammenarbeit: Räume, die von Teams flexibel genutzt werden können Vermittlung: Räume, die für Konferenzen, Präsentationen, Vorträge oder Schulungen genutzt werden können Austausch: Räume, die der Entspannung und dem sozialen Austausch dienen – etwa

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Lounge-Bereich, Kantine oder Kaffeeküche Repräsentation: Räume, die für den Empfang zur Verfügung stehen Dann widmen wir uns der technischen Ausstattung. Für Open-Space-Lösungen, Einzelarbeitsplätze oder Mischformen entwickeln wir ein passgenaues Akustikkonzept, das unerwünschte Störgeräusche – und damit unproduktiven Stress – minimiert. Genauso wichtig ist uns der Faktor Licht, denn eine gute Beleuchtung schont die Augen, fördert eine gesunde Körperhaltung und sorgt für fehlerfreies Arbeiten am Bildschirm. Gemeinsam erarbeiten wir Beleuchtungslösungen, die nicht nur den gesetzlichen Vorschriften entsprechen, sondern auch ein Mehr an Arbeits- und Lebensqualität bieten. Gleiches gilt für Klimatisierung und Medienausstattung. Erst als letzte Schritte folgen die Ausgestaltung, Einrichtung und Möblierung der

Räume: hochwertige, intelligente Möbel und Regalsysteme, die sich harmonisch in Flächen und Funktionen einpassen und Arbeitsabläufe sinnvoll unterstützen. Untrennbar damit verbunden ist die Ausrichtung nach ergonomischen Prinzipien, z. B. durch Schreibtische und Stühle, die flexibles Sitzen und Stehen ermöglichen. Durch die sinnvolle und individuelle Kombination dieser einzelnen Maßnahmen schaffen Unternehmen die idealen Voraussetzungen für einen produktiven, mitarbeiterfreundlichen sowie kosten- und leistungseffizienten Arbeitsplatz. Sollte Ihr Unternehmen an mehreren Standorten vertreten sein, profitieren Sie außerdem vom flächendeckenden Netzwerk der creativen inneneinrichter, mit dem wir Sie auch in den Bereichen Immobiliensuche, -optimierung und -analyse kompetent beraten. Sprechen Sie uns einfach an.


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office

Mens sana in Corporate Küche

Fachgerecht eingerichtet, angenehm angerichtet: Unternehmen, die eine zeitgemäße Büroküche zur Verfügung stellen, schaffen eine wichtige Voraussetzung für zufriedene Mitarbeiter. Für mobilen Kaffeegenuss mit integrierter illy-Espressomaschine sorgt „wirelesspresso“ von bordbar.

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Birgit Kröger:

interview

Viel mehr als Kaffeekochen: ­Warum eine fachgerecht geplante Büroküche für Pluspunkte in ­Sachen Gesundheit, Kommunikation und Wohlbefinden sorgt. Das darf in keinem Unternehmen fehlen: Eine Büroküche, die nicht nur der Zubereitung von Heißgetränken dient, sondern in der sich Mitar­ beiter ihre Mahlzeiten zubereiten können – als Alternative oder Ergänzung zur Kantine. Ent­ sprechend müssen dafür Orte zur Verfügung gestellt werden. Vorzugsweise mit geeigneten Möglichkeiten, die Speisen einzunehmen, denn viele Berufstätige essen mittags nach wie vor direkt am Arbeitsplatz. Und 25 Prozent nutzen ihre Mittagspause regelmäßig nicht zur Ent­ spannung. Dabei sollte das allein aus Gründen der gesundheitlichen Prävention die Ausnahme sein. Schließlich sind Pausen absolut notwen­ dig, um neue Kraft für die Arbeit zu bekommen. Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – „Mens sana in corpore sano“ – ist dabei nicht nur das Ergebnis körperlicher Aktivität. Auch die Wahl der Speisen und der Ort der Nahrungsauf­ nahme im Unternehmen tragen dazu entschei­ dend bei. Aber es gibt noch weitere schlagkräftige Argu­ mente für die Einrichtung von Büroküchen. Eines der wichtigsten lautet: Kommunikation. Je mehr Büroküche und Pauseneinrichtungen zum Verweilen einladen, desto häufiger werden sie auch für Gespräche – privat und dienstlich ­genutzt. Diese Form der „Pausenkultur“ stärkt nicht nur den Informationsfluss innerhalb eines Unternehmens, sie trägt auch zum „Wir-Gefühl“ der Mitarbeiter bei. Mit der fachgerechten Ein­ richtung solcher Büroküchen – in bestehenden Objekten oder bei der Neuplanung – schaffen Unternehmen eine wichtige Voraussetzung für zufriedene Mitarbeiter.

„Essen soll Energie bringen“

Arbeit, Termine, Hektik – und zwischendurch schnell einen Happen essen. Klar ist das ungesund. Aber was kann man tun? Antworten gibt Ernährungsberaterin Birgit Kröger, die mit ihrer Firma EnergiePlus kleine, mittelständische und große Unternehmen coacht. Frau Kröger, verraten Sie uns die goldenen Regeln der richtigen Ernährung? Eigentlich gibt es sie nicht. Wichtiger ist, unserer Ernährung – am Arbeitsplatz und privat – wieder die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Was meinen Sie damit? Essen soll Energie bringen, die uns den ganzen Tag begleitet. Stattdessen löffeln wir nebenbei einen Joghurt am Arbeitsplatz, essen während des Surfens im Netz eine Salamipizza, trinken becherweise Kaffee und abends gibt’s dann ein üppiges 3-Gänge-Menü. Unser Verhalten muss sich also ändern? Es sollte vor allem bewusster werden. Wenn Sie also essen, dann tun Sie bitte nur das: essen. So essen Sie automatisch weniger und langsamer. Kauen Sie jeden Bissen mindestens zehnmal, bevor Sie ihn runterschlucken. Legen Sie ab und zu das Besteck beiseite und machen Sie kurze Pausen. Wer das beherzigt, vermeidet Folgen wie Völlegefühl, Müdigkeit oder Blähungen und bekommt wieder das richtige Bauchgefühl: Was ist gut für mich – und was schadet mir? Haben Sie auch ein paar weitere Tipps dafür? Aber sicher: Trinken Sie vor und nach dem Essen, nicht währenddessen. So essen Sie nur die Menge, die Sie auch brauchen, um satt zu werden und verdünnen nebenbei nicht unnötig Ihre Verdauungssäfte. Halten Sie Pausen zwischen den Hauptmahlzeiten ein, denn eine vollständige Mahlzeit wird vier Stunden lang verdaut. Wie sieht ein „wertvolles“ Frühstück aus? Wertvoll für unseren Tagesbedarf heißt: Aufnahme von Vollkornprodukten, also langkettige Kohlenhydrate. Diese Moleküle werden langsamer abgebaut und spenden dauerhafter Energie. Dinkelbrot mit leckerem Honig, selbst gemischtes Müsli oder Haferflocken mit einer Sorte Obst. Natürlich gehen auch Joghurt und ein obligatorisches Frühstücksei. Und mittags im Büro …? … sollte alles vermieden werden, was schwer und müde macht: fette Fleischgerichte, am besten noch mit Pommes Rot/Weiß. Viel besser sind italienische oder griechische Vorspeisenteller, ein saftiges Steak mit Salat, Gemüsesuppen und Pell-, Grilloder Folienkartoffeln. Dazu Kräuterrahm. Lecker! www.energieplus-fitness.de

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Wohnen

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Um 200 v. Chr. fingen die Ägypter an, mit Holz, Schnüren, Decken und ­Kissen Polstermöbel zu bauen. Als komfortable Ruheinseln sind sie weit mehr als ein ­fester Bestandteil unseres täglichen ­Lebens.

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Im Pariser Salon von Juliette Récamier trafen sich um 1800 bedeutende Persönlichkeiten der französischen Gesellschaft zum politisch-literarischen Disput. Nicht selten verloren sie dabei auch kritische Worte über Napo­ léon Bonaparte, weswegen er Madame Récamier 1811 aus Paris verbannte. Damals galt sie als eine der schönsten Frauen der Welt und wurde oft portraitiert – etwa vom klassizistischen Maler Jacques-Louis David, der sie auf einem nach ihr benannten Möbel, der Récamière, malte.

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01_TIA MARIA Liege von Moroso (Design: Enrico Franzolini) und die Sofas 02_EVERGREEN von Flexform (Design: Antonio Citterio) 03_MICHEL von B&B Italia (Design: Antonio Citterio) 04_MAGS von Hay (Design: Hay Studio) 05_MOOV Chaiselounge von Cassina (Design: Piero Lissoni) 06_GROUNDPIECE von Flexform (Design: Antonio Citterio)

Heute werden mit diesem Begriff allgemein Sitzmöbel bezeichnet, die keine vollständigen Rücken- oder Seiten­ lehnen haben. Sie reihen sich ein in die Gruppe der Pols­ termöbel um Sofas, Liegen oder Chaiselounges, auf ­denen es sich trefflich und entspannt verweilen lässt: „Ruhe, Stille, Sofa und eine Tasse Tee geht über alles“, schrieb Theodor Fontane. In der Tat: Wer hier sitzend oder liegend ungestört seinen Gedanken nachgehen kann, findet auf eine denkbar bequeme Art und Weise zu sich selbst zurück. Aber das historische Beispiel Juliette Récamier zeigt auch, dass in dieser relaxten Atmosphäre das Potenzial für Neues, mitunter sogar Revolutionäres, steckt. Mit der Wahl für eines dieser Möbel haben Sie die Entschei­ dungsfreiheit, welcher dieser Möglichkeiten Sie den Vorzug geben.


Landscape Jeffrey Bernett kreierte die Liege von B&B Italia, die es in verschiedenen Ausfüh­ rungen – auch zum Schaukeln – gibt.

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story

palozische Ziegenhirte Der

Illustration: Katharina Lehmkuhl

Von Markus Barth Copyright © 2012 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg

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„Schatz, ich weiß, das kommt jetzt etwas überraschend. Aber was hältst du davon, wenn wir nach Gyöngyösha­ lasz ziehen?“ Stefan, der neben mir auf der Couch lag, rieb sich ver­ schlafen die Augen: „Was?“ „Gyöngyöshalasz“, wiederholte ich. „Das ist ein kleines Dorf im ungarischen Mátra-Gebirge, mitten im Land der Palozen.“ „In wessen Land?“, fragte mein Freund, der noch immer zwischen den Sofakissen lag wie ein zerknülltes Ta­ schentuch. „Die Palozen!“, wiederholte ich. „Ein alter ­ungarischer Volksstamm. Wahnsinnig nette Leute. Du wirst sie lieben.“ Stefan richtete sich langsam auf. „O ver­ dammt, hast du wieder die dritten Programme ­geschaut?“ Er verdrehte die Augen. „Ich hätte wach blei­ ben sollen.“

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Es ist ein kleines Ritual bei uns: Sonntagnachmittags legen wir uns auf die Couch, Stefan schläft ein, ich ­ schaue fern, meistens das Bayerische Fernsehen oder ein anderes drittes Programm. Zu dieser Zeit laufen dort im­ mer Reportagen mit Titeln wie „Zauber der Karpaten“ oder „Nebelgipfel – Mein Jahr auf der Seidl-Alm“. Und danach habe ich meist hervorragende Ideen, wie wir ­ ­unserem ­Leben eine überraschende neue Richtung geben könnten. Also, überraschend natürlich vor allem für Ste­ fan. So auch dieses Mal. „Ähm, tja“, stammelte er. „Weiß grade nicht. Sollen wir da nicht erst noch mal drüber schlafen? Ich hab den Film ja nicht gesehen, und deshalb isses für mich ein bisschen schwer …“ Triumphierend griff ich zur Fernbedienung. „Ein Hoch auf unseren Festplattenrecorder! Hab die ganze


Sendung aufgenommen. Komm, wir schauen sie einfach noch mal zusammen.“ Stefan wehrte sich kaum. Ich zeigte ihm die gesamte Reportage, sprach den Text des Off-Sprechers immer schon im Voraus und bemühte mich sehr, Stefan den Zauber des Mátra-Gebirges zu ver­ mitteln. „Schau, das ist Magdi. Die macht grade eine Herztorte mit einem Boden aus kandierten Walnüssen. Weißte, wie sie den Teig so herzförmig kriegt?“ „Ich nehme an, der Sprecher sagt es gleich“, erwiderte Stefan. Aber ich war schneller. „Mit einer Schablone aus Fußbodenlinoleum. Wahnsinn, oder? Es sind eben die kleinen Dinge im Leben!“

Markus Barth geboren 1977 in Bamberg, wuchs in Zeil am Main auf. 1999 zog er nach Köln wo er als Autor und Headwriter für zahlreiche Fernsehshows (u. a. „Die Wochenshow“ und „Ladykracher“) und verschiedene Bühnenkünstler arbeitete. Seit 2007 steht Barth auch als Stand-up-Comedian auf der Bühne. Sein Soloprogramm heißt „Deppen mit Smartphones“.

„Mettwurst ist kein Smoothie.“ Erschienen bei rororo. 192 Seiten, 8,99 Euro.

Stefan rang sich ein wenig überzeugtes „M-hm“ ab. Aber ich ließ nicht locker. „Außerdem produziert die Magdi Wein und tauscht ihn manchmal beim Ziegenhirten ge­ gen Käse ein. Toll, oder? Wenn du hier mit ’ner Flasche Wein zum Netto gehst, da kannste aber lange warten, bis dir einer ’nen Käse gibt.“ Am Ende des Films fragte ich Stefan: „Und, was sagste?“ Er seufzte. „Wolltest du nicht letzte Woche noch Rohmilchkäse-Affineur in der Auverg­ ne werden?“ „Ja, das war nach ‚Duft des Zentralmassivs‘ auf Hessen 3. Da hab ich aber anschließend rausgefunden, dass die Re­ portage schon sieben Jahre alt ist. Wahrscheinlich ist die ganze Auvergne mittlerweile überschwemmt von Rohmilch-Affineuren.“ „Und was war in der Woche davor?“, fragte Stefan. „Der Stockfisch-Pökler in Norwegen?“ Ich nickte wieder. „‚Fjorde, Fisch und freies Leben‘ im WDR. Wär mir auf die Dauer aber doch zu kalt da oben.“ „Warum willst du eigentlich überhaupt auswandern?“, fragte Stefan. „Machst du dich nicht jede Woche über die ‚Mein neues Leben XXL-Idioten‘ lustig?“ „Moment“, antwortete ich, „ich rede ja auch nicht davon, ohne Sprachkenntnisse und Verstand nach Mallorca zu ziehen und ein Sonnenstudio zu eröffnen. Ich rede von der Abgeschiedenheit der ungarischen Landschaft, wo wir im Einklang mit der Natur leben und von einheimi­ schen Ziegenhirten die Kunst des Käsens erlernen.“ „Aha“, sagte Stefan, „und wie viel Ungarisch sprichst du so?“ Da hatte er mich leider erwischt. Leise gestand ich: „Ein­ gelegtes Gemüse heißt Fötzelek. Weiß ich ausm WalterMoers-Comic.“ „Das könnte ’ne etwas einseitige Ernährung werden, meinste nicht?“

„Wolltest du nicht letzte Woche noch RohmilchkäseAffineur in der Auvergne werden?“ „Wir haben ja noch den Ziegenkäse“, erwiderte ich vor­ sichtig. Stefan sagte nichts mehr, sondern schaute mich nur mit schräggelegtem Kopf an. „Ich mache mir eben Gedanken“, sagte ich schließlich. „Du meinst doch selbst immer, dass wir nicht jünger werden. Und dass man sich mal überlegen sollte, ob wir nicht noch mal was ganz an­ deres machen und diesem sinnentleerten Großstadtle­ ben entfliehen.“ Stefan protestierte. „Ich habe nie behauptet, dass unser Leben sinnentleert ist.“ „Du nicht“, gab ich ihm recht. „Aber Yanne.“ Da ich Ste­ fans fragendes Gesicht sah, ergänzte ich: „Das ist der Mann, der in diesem ausrangierten Bauwagen auf der Waldlichtung vor Gyöngyöshalasz wohnt.“ Stefan seufz­ te. „Markus, wo kommst du her?“, fragte er dann. „Aus Zeil am Main. Weißt du doch.“ „Richtig. Ein 6000-Seelen-Ort. Also etwa zehnmal so viele Seelen wie Gyöngyöshalasz. Und warum bist du da weg­ gezogen?“ „Weil Zeil keine Uni hat“, sagte ich. „Und?“, hakte Stefan nach, und ich merkte allmählich, dass es nicht immer von Vorteil in einer Beziehung ist, wenn man dem Part­ ner seine gesamte Lebensgeschichte erzählt. „Und weil ich es als Neunzehnjähriger irgendwann doof fand, dass es da nur eine Kneipe gab und im Kino die großen Holly­ wood-Blockbuster erst vier Wochen nach Bundesstart lie­ fen.“ Stefan lächelte siegessicher. „Und wann kommen die großen Hollywood-Blockbuster ins Land der Palozen?“ Ich schwieg. Dann versuchte ich es ein letztes Mal. „Ich will doch nur, dass wir aus unserem Leben das Beste ma­ chen. Dass wir jenseits der ausgetrampelten Pfade wan­ deln. Man muss doch auch mal verrückt sein, neu anfan­ gen. Das einfache Leben genießen. Sich an den kleinen Dingen erfreuen: Berge, Käse, Herzschablonen. Stell dir das mal vor: keine Büroarbeit mehr, keine Pendelei, keine Überstunden in schlecht klimatisierten Räumen. Nur wir, die Natur, unsere Ziegen und ein Schälchen Fötzelek … Was meinst du? Hm? Sollen wir’s wagen?“ Eine Stunde später saßen wir im Cinedom und schauten „X-Men – First Class“. Manchmal glaube ich, Stefan nimmt mich nicht ernst.

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„Der Herbst ist immer unsre beste Zeit“ schrieb schon Goethe 1797 in einem Brief an Schiller. Recht hatte er, denn der Herbst bietet viel Schönes. Draußen: farbenprächtige Natur, drinnen: heimelige Atmosphäre. Mit den richtigen Möbeln bzw. Accessoires geht es dann nahtlos schön in den Winter über. Wir ­haben da mal etwas zusammengestellt.

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01_FAUTEUIL DE SALON Von Vitra neu aufgelegt: der Jean-Prouvé-Sessel aus 1939. Er wurde in den Archiven des franzö­sischen Konstrukteurs gefunden und jetzt zusammen mit Cathérine Prouvé und dem Modelabel G-Star der heutigen Zeit farblich angepasst. Er kostet ca. 1.880,– Euro. (ci) 02_WHITE SHELL Nein, es ist keine Schale, es ist ein Tisch, der überall eine gute Figur macht (H × B × T 64 × 39 × 57 cm). Und der viel aufnehmen kann. Salvatore Indriolo entwarf ihn für Zanotta. Ca. 745,– Euro (ci). 03_MUSCLE MAN MARC DOLL Marc Jacobs gibt es jetzt ganz klein zum Knuddeln – als Puppe, die in limitierter Auflage zum Preis von ca. 100,– Euro erhältlich ist. (www.marcjacobs.com)

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04_SIMON ein recht populärer Vorname. Aber auch ideal gewählt für den imposanten Leuchter (H × B × T 45,8 × 35 × 38,5 cm) von Borek Sipek für Driade für ca. 1.106,– Euro. (ci) 05_WOGG 12 STRIPE Wie ein Tuch legt sich das Zebrastreifen-Motiv über den WoggKlassiker (Design: Trix und Robert Haussmann). Die Stahlrohrfüße sind gleichzeitig die Türscharniere und ermöglichen das Umlegen der Türen um 180° – je nach Wunsch präsentiert sich das Sideboard offen oder geschlossen, und das ab 10.400,– Euro. (ci) 06_DELFT BLUE 9 gehört zu der insgesamt zwölfteiligen Vasenkollektion von Moooi, entworfen von Marcel Wanders im schönsten traditionellen Delfter Blau zum Preis von ca. 865,– Euro. (ci)

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07_SADRI DUDI REIS Weltweit gibt es über 120.000 Reissorten. Einen Teil davon bietet das junge Unternehmen Reishunger, und das zu 100 Prozent sortenrein. Z. B. diese geräucherte Ausführung der wohl besten Reissorte der Welt. 200 g kosten 3,90 Euro. (www.reishunger.de) 08_BASK Auf den Kopf gestellt. So wird aus einem Korb ein Beistelltisch. Möglich macht das der Offenbacher Designer Sebastian Herkner, der diese Kollektion für Moroso entwickelte. Es gibt die Körbe aus Draht und äußerst haltbaren Papierschnüren in vier verschiedenen Größen zum Preis von ca. 214,– Euro (ci) 09_WOOD LAMP Wie wär’s mal mit grünem Kabel? Dass es gut zu der MuutoLeuchte aus Kiefernholz passt, beweisen die Designer von Taf Architects. Aber auch Weiß ist möglich. Die Tischleuchte kostet ca. 149,– Euro. (ci) 10_CHAISE LONGUE stammt aus der „The Architecture & Associés Lounge Collection“ (Design: Pierre Beucler und Jean Christophe Poggioli) für Knoll International und ist für ca. 4.915 Euro zu haben. (ci)

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lesen 01_TAM TAM MINI Eins plus drei = perfekt. Fabien Dumas hat für Marset eine beeindruckende Pendelleuchte entworfen. Ein zentraler Schirm – Schwarz oder Weiß – umgibt sich mit drei frei drehbaren kleineren, die man in unterschiedlichen Farben kombinieren kann. „Tam Tam Mini“ gibt es ab 533,– Euro. (ci) 02_Dot melange Formschönes Polster für die heimische Sofa-Garnitur – bei den gemütlichen Kissen von Hay entsprechen die Knöpfe auf der einen Seite der Farbe des Kissens, auf er anderen Seite setzen sie sich in einer zweiten Farbe optisch hervor. Es gibt sie wie abgebildet rechteckig mit zwei Knöpfen für ca. 89,– Euro, sowie als quadratische Version mit einem Knopf für ca. 75,– Euro (ci) 03_ANISHA PICCOLA Klein aber fein: die 32 cm hohe, 23 cm breite und nur 5 cm tiefe Foscarini-Leuchte hat es in sich. Die Designer Lievore, Altherr und Molina haben die Farben Rot und Weiß für sie vorgesehen und liegen damit absolut im Trend. Und ob ein- oder ausgeschaltet, „Anisha Piccola“ wirkt durch ihre unverwechselbare Leichtigkeit an jedem Platz. Sie ist für ca. 287,– Euro erhältlich. (ci) 04_J. J.  Die Sesselmodelle „J. J.“ von B&B Italia kriegen Zuwachs. Antonio Citterio hat eine neue Version entworfen, die zwar auch durch ihre Kissen mit Reliefgewebe und Rautenmuster auffällt, in erster Linie aber durch die neuen Farbtöne der Polypropylenbänder (Gestell und Armlehne). Es gibt sie jetzt in Taubengrau, Schwarz und Orange. Hier die „Relax-Version“ mit hoher Rückenlehne und Kopfstütze. Ab 3.300,– Euro. (ci) 05_PEACE & LOVE  Das Wichtigste im Leben – Frieden und Liebe – findet sich hier auf vier Porzellan-Untersetzern von wohl einem der besten Keramikdesigner der Welt, Jonathan Adler. Für ca. 40,– Euro sind sie auch ein wunderschönes Geschenk. (www.jonathanadler.com) 06_THE DOTTED VIPP BIN Der interna­ tional bekannte Künstler Damien Hirst hat exklusiv für das Astrup Fearnley Museum für Moderne Kunst in Oslo eine limitierte Auflage des Vipp-Treteimers gestaltet. Und auch nur dort ist das Schmuckstück zum Preis von ca. 460,– Euro erhältlich. (ci) 07_SELLA 200 26 Jahre brauchte es, bis aus dem Entwurf von Pier Giacomo & Achille Castiglioni eine Serienproduktion wurde. 1956 designt, wird der witzige höhenverstellbare Sitz erst seit 1983 vom italienischen Premium-Hersteller Zanotta produziert. So lässt’s sich gut Platz nehmen – für ca. 625,– Euro. (ci)

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„Worte haben keine Energie, solange sie kein Bild auslösen“, sagte einst Virginia Satir. Diese geschriebenen Worte dagegen lösen tolle Bilder aus. 01_FARBTRENDS – AKTUELLE WOHNBEISPIELE In den eigenen vier Wänden lassen sich nach Lust und Laune Farben, Muster und Strukturen kombinieren und zu einem individuellen Zuhause zusammenfügen. (Callwey Verlag, 19,95 Euro) 02_BEST OF WOHNEN / HOUSING Dieses Buch bündelt Highlights aus der „Detail – Zeitschrift für Architektur + Baudetail“ zum Thema Wohnen. Gelungene Projektbeispiele runden den Einblick in die verschiedenen Wohnformen ab und bieten viele konstruktive Lösungen (Verlag DETAIL, 39,– Euro) 03_DETAIL KIDS – ANNA, FELIX, DAS HAUS UND DIE ENERGIE Kinder erfahren in anschaulichen, lustigen Zeichnungen etwas über die Ursachen des Klimawandels und der Ressourcenverknappung. (Verlag DETAIL, 18,– Euro) 04_MIT STIL – BEI GROSSEN SAMMLERN UND GALERISTEN ZUHAUSE Das muss erstmal gelingen! Nämlich führende Sammler, Galeristen und Kunst- und Antiquitätenhändler dazu zu bringen, ihre Häuser und Wohnungen zu öffnen. (Verlag Callwey, 59,95 Euro) 05_EIN HAUS IM NORDEN – SKANDINAVISCHES DESIGN/RAUMKONZEPTE/ARCHITEKTUR Thomas und Jon Steinfeld stellen klassische und neue skandinavische Designobjekte vor. In hervorragenden Bildern, technischen Erläuterungen und in ihrer Geschichte. (Verlag DVA, 59,99 Euro) 06_MODERNE WOHNACCESSOIRES – 100 JAHRE DESIGN Beginnend mit den neuesten Trends von 2011 werden rückblickend die wichtigsten Entwicklungen und Highlights gezeigt. (Verlag H.F. Ulmann, 49,99 Euro) 07_POSTER COLLECTION – The magic of things zeigt eine Werbestrategie, die im Schweizer Sachplakat in den 1940er-Jahren ihren Höhepunkt erlebte: banale Alltagsdinge verleiten als Objekte der Begierde zum Kauf. (Lars Müller Publishers, Deutsch/Englisch, 28,– Euro) 08_INTERIOR, DESIGN, STIL – 100 LEGENDÄRE EINRICHTUNGEN DES 20. UND 21. JAHHUNDERTS Die ausgewählten Wohnräume und Häuser zeigen stilbildende und trendsetzende Interiors. (Verlag DVA, 59,99 Euro)

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08_PANTHEON Komfortabel, komfortabel: An der runden Platte des Cassina-Esstisches (Ø 195 cm, Design: Mario Bellini) finden viele Leute Platz. Und die eingelegte Glasfläche (Ø 82 cm) gibt einen schönen Blick auf das Tischgestell frei. Ca. 12.100,– Euro. (ci) 03/12 – 49

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01_BULB Mit der Tischleuchte von Ingo Maurer – seit 1966 ein echter Klassiker – ist die gute alte Glühbirne immer präsent. Zu haben ist sie für ca. 900,– Euro. (ci) 02_ABYSSE Die Vase – typisch Baccarat. Très élégante – und kostspielig, denn es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Von Designer Thomas Bastide für ca. 1.000,– Euro. (Fachhandel) 03_ROBIN Was darf’s sein? Acrylharz weiß, Beton und Anthrazitbeton oder matt lackiert in verschiedenen Farben? Den MDF-ItaliaTisch von Bruno Fattorini & Partners (H 73 cm) gibt es in quadratischen und rechteckigen Ausführungen. Ab 1.604,– Euro (ci)

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04_GILLIAM Ein Minotti-Produkt, das eine interessante Kombination von Design und Komfort darstellt. „Gilliam“ (Design: Rodolfo Dordoni) lehnt sich an das nordische Design der 1950er/60er Jahre an. Hocker ab 1.425,– Euro, Sessel ab 3.255,– Euro (in Leder ab 1.735,– bzw. 3.965,– Euro). (ci) 05_PISTON Das Diesel Creative Team und Moroso sind schon lange eine ideale Kombination, wie sich an diesem 50 cm hohen Beistelltisch (Platte Ø 50 cm) zum Preis von 535,– Euro wieder einmal zeigt. (ci) 06_ECLIPSE Die von EOOS für Walter Knoll entworfenen Tische haben eine durchdachte Mechanik, die bei leichtem Drehen beide Flächen öffnet. In verschiedenen Höhen, mit unterschiedlichen Plattengrößen und -material ab 730,– Euro erhältlich. (ci)

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07_CONCAVE BOX SET Der raffinierte Minimalismus und die strukturelle Präzision der Gleam-Bar-Produkte von Miranda Watkins kommen besonders schön zur Geltung. Handgemacht, zum Setpreis von ca. 220,– Euro. (www.mirandawatkins.com) 08_PHILO In über 40 Farben und zwei Größen stellt Hey-Sign die Filz-Philodendronblätter (Design: Bernadette Ehmanns) her. 34,5 × 28 cm ca. 21,– Euro, 46 × 38 cm ca. 31,– Euro. (ci) 09_VITRIINI Die „Vitriini“-Boxen von Iittala (Design: Anu Penttinen) sind perfekt für all die kleinen Dinge, die man liebt. Und wenn dann noch das Tablett dazukommt … Box ab ca. 25,– Euro (6 × 6 cm), Tablett ab 20,– Euro (25,6 × 7,2 cm). (ci) 10_B9 PURE MATERIALS Den Klassiker von Marcel Breuer gibt es jetzt von Thonet in einer „puren“ Ausführung. Die massiven Holzteile werden nur geölt. Den Viersatztisch gibt es in Eiche für ca. 1.752,–, in Nussbaum für ca. 1.825,– Euro. (ci) 11_TIE-BREAK Nicht nur draußen (weil wetterfest) schön ist der äußerst bequeme Sessel von Richard Lampert (Design: Bertjan Pot). Ca. 590,– Euro (ci)

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Gute Musik ist harmonische Energie – zurücklehnen, Augen schließen, Energietank aufladen. 01_CALEXICO – ALGIERS ist das bisher sechste Album von Joey Burns und John Convertino. Aufgenommen in New Orleans diente der hiesige Stadtteil Algiers als Namensgeber und Inspiration zugleich. Musik die berührt. 02_REGINA SPEKTOR – WHAT WE SAW FROM THE CHEAP SEATS Keine Ruhe auf den billigen Plätzen: Die russisch-amerikanische Songschreiberin verzaubert mit originellem, kunstvollem PianoPop. 03_JASMIN TABATABAI & DAVID KLEIN ORCHESTER – EINE FRAU Rock war gestern, die Deutsch-Iranerin hat ihr Faible für Jazz entdeckt. Leise, nachdenkliche Töne treffen auf unterhaltsame Rhythmen. Ein bunter Mix aus Chansons, Boogaloo und sinnlichen Balladen. 04_MANU KATCHÉ – MANU KATCHÉ Der Franzose mit afrikanischen Wurzeln gilt als Ausnahme-Schlagzeuger und spielte bereits mit internationalen Größen wie Sting. Kraftvoll und doch entspannt gibt sein unverwechselbares Schlagzeugspiel hier die Richtung vor.

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01_HANNO DER GORILLA Mutig, stark und neugierig – Die Figur von areaware aus der Wooden Creature Serie von Designer David Weeks wurde benannt nach dem Seefahrer, der Berichten zufolge vor 2.500 Jahren die Gorillas entdeckte. Dank zahlreicher Gelenke kann er unterschiedliche Positionen einnehmen. Ein treuer Begleiter ab 90,– Euro. (www.charlesandmarie.com)

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02_BIRD Scheinbar schwebend sind die luftigen Gebilde von Benedetta Mori Ubaldini für Magis. Gefertigt aus grau lackiertem Maschendraht gibt es sie in den Größen Small und Large für jeweils 143,– bzw. 155,– Euro. (ci) 03_ETCH CANDLE HOLDER Die geometrische Struktur erhält der Kerzenleuchter durch einen speziellen Prozess, der auch bei der Herstellung komplexer elektronischer Bauteile angewandt wird. Von Tom Dixon für 60,– ­Euro. (ci) 04_9090 ESPRESSOMASCHINE Für den kleinen Schwarzen zwischendurch: die Espressomaschine von Alessi (Design: Richard Sapper) aus poliertem Edelstahl. Sie ist zwar ein Küchengerät, doch dank hochwertiger Form kann sie sich auch auf der Kaffeetafel sehen lassen – und das in jeder Größe –, für bis zu 10 Tassen. Erhältlich ab 115,– Euro. (Fachhandel) 05_7ER Die von Arne Jacobsen entworfene Stuhlserie 7 zählt zu den größten Verkaufserfolgen in der Unternehmensgeschichte von Fritz Hansen. Den formgepressten Furnierstuhl – eine Weiterentwicklung der klassischen Ameise – gibt es wie abgebildet zum Preis von ca. 980,– Euro. (ci) 06_CHUBBY CHICK POUF-PICCOLO Die Serie Chubby Chic ist ein Gemeinschaftsprojekt von Moroso mit dem für Jeans bekannten Hersteller Diesel und besteht aus Sessel, großem Bodensitz und diesem Pouf. Gut gepolstert ab 714,– Euro. (ci) 07_WAHL’SCHE SCHNAPSBIRNE Eingebettet in die Vulkanhügel des Oberen Hegaus liegt die Stählemühle am Münchhöfer Mühlbach. Hier in der Traditionsdestillerie brennt Stählemühle feinste Obstbrände in Kleinstauflagen, wie die Wahl’sche Schnapsbirne zum Preis von 95,– Euro. (Fachhandel) 08_MEGA DOT Bed Cover Ob als Tagesdecke für Bett und Sofa oder als Unterlage für ein romantisches Picknick – die Mega-DotQuilts aus 100 % Baumwolle lassen sich vielfältig einsetzen und sind dank dünner Füllung super bequem. Und das PolkadotMuster in strukturierter Optik verleiht ihnen ganz speziellen Charme. Von Hay für 135,– Euro (195 × 245 cm) und 160,– Euro (235 × 245 cm). (ci)

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Lauschen und Relaxen – Neueste Hörbücher entführen uns in fremde Welten. 01_EINE GESCHICHTE DER WELT in 100 Objekten Neil MacGregor, Direktor des Britischen Museums, erschließt uns mit seinen 100 Objekten Stück für Stück ein Teil Weltgeschichte. 20 CDs. 02_ER IST WIEDER DA Frühjahr 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva, im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet er in der Gegenwart und startet eine neue Karriere im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. 6 CDs 03_AB JETZT IST RUHE Die autobiografische Geschichte einer außergewöhnlichen Familie: Der Vater, konvertierter Jude, der den Holocaust im englischen Exil überlebt, lässt sich mit seiner jungen Familie in der sowjetischen Besatzungszone nieder und wird später stellvertretender Kulturminister der DDR. Die Brüder, darunter Thomas Brasch, werden als Schriftsteller, Dramatiker und Schauspieler bekannt. 6 CDs 04_ALLER TAGE ABEND Wie lang wird das Leben des Kindes sein, das gerade geboren wird? Wer sind wir, wenn uns die Stunde schlägt? Jenny Erpenbeck nimmt uns mit auf ihrer Reise durch die vielen Leben, die in einem Leben enthalten sein können. 7 CDs 05_4 WERTE, DIE KINDER EIN LEBEN LANG TRAGEN Einfühlsam und dicht dran am echten Leben vermittelt Jesper Juul in seinem neuen Ratgeber Eltern vier Werte, die tragfähige Säulen für eine gute Entwicklung unserer Kinder wie auch unserer Familie sind: Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität und Verantwortung. 2 CDs

Programm 190 Design Lievore Altherr Molina

Thonet GmbH Michael-Thonet-Straße 1, 35066 Frankenberg, Tel. +49-6451 508 119, Fax +49-6451 508 128, info@thonet.eu, www.thonet.eu


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LeuchtenKlassiker

01_LUCELLINO die schlicht gehaltene Tischleuchte mit Flügelchen von Ingo Maurer aus 1992 ist zum Preis von 360,– Euro mit Schiebe­regler, 460,– Euro mit Touchtronic erhältlich. (ci)

Klassiker sind Zeitabschnitte des Designs – und ­jeder repräsentiert ein Stück Geschichte. So, wie diese unvergesslichen und bis heute begehrten Tischleuchten namhafter Designer aus vergangenen Jahrzehnten. Überzeugen Sie sich selbst.

02_DAPHINE TAVOLO Weniger ist mehr, dachte sich wohl Designer Tommaso Cimini bei seinem Entwurf von 1976. Von Lumina ab 280,– Euro. (ci) 03_ATOLLO 233 Bei der Leuchte von Vico Magistretti von 1977 treffen Kegel- und Zylinderform des Fußes auf einen halbkreisförmigen Glasschirm. Von Oluce in unterschiedlichen Größen und Materialien, ab 425,– Euro (ci) 04_ECLISSE Bei der skulpturalen Leuchte von Artemide (Design: Vico Magistretti) aus dem Jahr 1967 wird der Kopf von einer drehbaren, an der einen Seite offenen Kugel, verdeckt, die als eine Art manueller Dimmer dient. Edles Flair zum Preis von 145,– Euro. (ci) 05_ARA Die Tischleuchte von Flos aus dem Jahr 1988 zählt zu den bekanntesten Entwürfe des Franzosen Philippe Starck. Typisch für die 1990er-Jahre: das schnörkellose Design. Die Leuchte kostet ca. 636,– Euro. (ci) 06_TIZIO Micro Designer Richard Sapper war seiner Zeit weit voraus. Bereits 1972 verwendete er für die Leuchte „Tizio“ von Artemide Halogenleuchtmittel. Je nach Ausführung ab 256,– Euro. (ci) 07_AJ Bereits 1960 entwarf Designer Arne Jacobsen die Tischleuchte für das SAS Royal Hotel in Kopenhagen. Der außergewöhnliche, schwenkbare Schirm verteilt das Licht seiner asymmetrischen Form entsprechend. Von Louis Poulsen für ca. 675,– Euro. (ci) 08_BIAGIO Aus 1968 stammt dieses futuristische Lichtobjekt von Flos (Design: Tobia Scarpa). Gefertigt aus einem Botticino Marmorblock ist jede Leuchte für sich ein Einzelstück zum Preis von ca. 4.700,– Euro. (ci) 09_COSTANZA Die Tischleuchte von Luceplan, 1986 von Paolo Rizzatto kreiert, besticht durch ihr unverwechselbar schlankes Profil zum Preis von 374,– Euro (Dimmerversion), 300,– Euro (Ein-/ Aus-Schalter). (ci)

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Herzschlag der Einrichtungswelt Die erste wichtige Messe des Jahres. Vom 14. bis 20. Januar 2013 präsentiert die imm cologne Marken und Trendsetter aus aller Welt. Zum zweiten Mal dabei: das Küchen­ event „Living Kitchen“, der ideale Ort, um sich zu den Themen Küche und Kochen zu informieren. Ein Highlight verheißt das neue Format „Pure Editions“ zu werden. Besondere Einrichtungskonzepte bekommen hier eine große Bühne: Produkte, die eine Vision verkörpern, Designobjekte, die Maßstäbe setzen, aber auch innovative Materialien und experimentelle Studien. Die Einführung von „Pure Editions“ war auch für den Möbelhersteller Vitra der ausschlaggebende Grund, erstmals seit drei Jahren wieder Präsenz auf der imm zu zeigen: „Es geht um neue, kreative Formen der Präsentation und Inspiration. Das Format aus offenen, einladenden Standstrukturen mit ergänzenden Installationen unterstreicht diesen Anspruch und verspricht eine spannende, abwechslungsreiche Atmosphäre mit hoher Attraktivität“, so Vitra-Geschäftsführer Rudolf Pütz.

Preisübergabe bei „Tick“

Von links: Jan Frederik Rees von Fritz Hansen, das Ehepaar Kümmel, Heinrich Tick und Heyco Hoops von Tick Internationale Möbel in Bielefeld

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Mit „Ameise“ nach Kopenhagen: Im CI-Magazin Nr. 25 haben wir nach dem Namen für das berühmte Vorgängermodell von Arne Jacobsens 7er-Stuhl gesucht. In Zusammenarbeit mit der dänischen Designmarke Fritz Hansen gab es dafür eine Reise für zwei Personen nach Kopenhagen auf den Spuren von Arne Jacobsen sowie je einen von neun 7er-Stühlen zu gewinnen. Unter allen richtigen Einsendungen zogen wir die zehn Gewinner. Der Hauptpreis ging an das Ehepaar Kümmel aus Lübbecke. Mit großer Vorfreude nahmen sie ihren Preis am 1. Oktober 2012 im ci-Haus Tick in Bielefeld entgegen. Symbolisch für die gewonnene Reise übergab Jan Frederik Rees von Fritz Hansen eine KAISERidellTM-Leuchte an die strahlenden Gewinner.


Fritz Haller

Le Corbusier

Ray Eames

Am 15. Oktober, kurz vor seinem 88. Geburtstag, verstarb der Schweizer Architekt und Möbeldesigner Fritz Haller. Zusammen mit dem Ingenieur Paul Schärer entwarf er 1963 das nach ihm benannte Möbelsystem USM Haller. Mit Eleganz und technischer Perfektion ist USM Haller heute fester Einrichtungsbestandteil vieler Wohnräume und Büros. 2001 wurde das System in die permanente Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art aufgenommen. Nach seiner Lehre als Zimmermann arbeitete der gebürtige Solothurner bei verschiedenen Architekten im In- und Ausland, ab 1949 zusammen mit seinem Vater in einem eigenen Atelier. Haller entwickelte grund­ sätzlich nach dem „Baukastenprinzip“. Er legte seinen Fokus auf die ständige Anpassbarkeit, Erweiterbarkeit und Veränderbarkeit seiner Möbel- und Architekturentwürfe. Allein in der Schweiz hat Haller über 100 Gebäude realisiert. 1977 wurde er ordentlicher Professor an der Universität Karlsruhe. Seit 1994 war Haller Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Charles-Édouard Jeanneret-Gris – wie Le Corbusier eigentlich hieß, wäre am 6. Oktober 125 Jahre alt geworden. Der gebürtige Schweizer war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Architekten, aber auch ein beeindruckender Möbel­ designer. Er galt als höchst selbstbewusster Mensch mit präzisen und visionären Vor­ stellungen. Mit seinen Arbeiten erregte er Aufsehen, viel Widerspruch aber auch Begeisterung. „Das Haus ist eine Maschine zum Wohnen, ein Sessel ist eine Maschine zum Sitzen“ – ein Satz, der viel über die Philosophie Le Corbusiers verrät: schlicht, einfach, funktional. Seine Vorstellung von der Stadt der Zukunft revolutionierte den Städtebau. Möbel und Wohnungen sollten funktional sein und zugeschnitten auf menschliche Bedürfnisse. Dafür untersuchte er Körperproportionen und erfand neue Grundrisse und Möbel. Als einer der bekanntesten Vertreter des Bauhaus finden sich zahlreiche Klassiker in seinem Portfolio, wie beispielsweise der Sessel „LC1“ oder die Liege „LC4“, eines der am häufigsten abgebildeten Designobjekte weltweit.

Am 15. Dezember jährt sich der Geburtstag von Ray Eames zum 100. Mal. Leider ist die US-amerikanische Künstlerin und Designerin schon 1988 im Alter von 76 Jahren gestorben. Sie hat damit ihren Mann, Charles Eames, Designer und Architekt, auf den Tag genau um zehn Jahre überlebt. Ray Eames, geboren als Bernice Alexandra Kaiser 1912 in Sacramento, Kalifornien, studierte Malerei an der May Friend Bennet School in Millbrook, New York. 1937 nahm sie an der ersten Ausstellung abstrakter amerikanischer Künstler im Riverside Museum in New York teil. 1940 immatrikuliert sie sich an der Cranbrook Academy of Art, wo sie für Eero Saarinen, aber auch für Charles Eames arbeitet, den sie dann 1941 heiratet. Gleich nach der Hochzeit eröffnen die beiden ihr Designbüro und entwerfen gemeinsam Möbel, Häuser und sogar Spielsachen. Der Entwurf von „La Chaise“ im Jahr 1948, der zunächst nur als Prototyp gebaut wurde und erst spät von Vitra in die Serienproduktion aufgenommen wurde, geht aber unbestritten auf Ray Eames’ Konto.

Regal USM Haller USM

LC1 Cassina

LCM Vitra

personen

03/12 – 57

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Made in Gümlingen Seit 1928 entstehen in Gümlingen bei Bern die Möbel von Röthlisberger. Der Schweizer Holzspezialist überrascht seitdem immer wieder mit funktional und ästhetisch überzeugenden Produkten. Manuelles Know-how meets High-Tech – Teil II unserer Serie über Schweizer Labels.

Personen

Le Corbusier Mit seiner Vision von der Stadt der Zukunft revolutionierte Le Corbusier den Städtebau. Auch seine Möbelentwürfe machten ihn zum wohl einflussreichsten Gestalter der Moderne. Im Oktober wäre er 125 Jahre geworden (s. S. 57). Grund genug für uns, sich der „Causa Corbusier“ ausführlicher zu widmen.

Wohnen

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„Wie man sich bettet, so liegt man“, weiß der Volksmund. Und weil wir im Schlaf zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen können, ist die Auswahl des Bettes eine ungemein wichtige Entscheidung. Aus diesem Grund präsentieren wir Ihnen Schlafgelegenheiten, mit denen es garantiert kein böses Erwachen gibt.

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London Design Festival Immer im September lädt die britische Hauptstadt zu einer der wohl innovativsten Design-Shows überhaupt. Über 300 Events zeigen ein Panorama der Vielschichtigkeit zeitgemäßer Entwürfe aus vielen Bereichen. Sie waren nicht dabei? Kein Problem, wir schon! Freuen Sie sich auf unsere Bildergalerie.

HERSTELLERNACHWEIS acousticpearls (8, 36), Alias (10), Artemide (6, 13, 24, 55), Baccarat (50), B&B Italia (42, 43, 48), Belux (9, 13), Bordbar (40), Brühl (8), Cappellini (24), Cassina (42, 49, 57), Catellani & Smith (12), ClassiCon (24), Driade (46), Engelbrechts (24), Established & Sons (12), Flexform (42), Flos (12, 55), Foscarini (12, 20, 22, 24, 48), Fritz Hansen (38, 52, 56), Glas Italia (24), Gubi (22), Hay (7, 24, 42, 48, 52), Hey-sign (51), lapalma (7, 11), Louis Poulsen (55), Luceplan (55), Iittala (51), Ingo Maurer (Titel, 50, 54), interlübke (10, 28), Kartell (22, 24), Knoll International (47), Lightyears (21), Lumina (55), Magis (18, 52), Marset (48), MDF Italia (28, 50), Minotti (50), Montana (7, 22, 28), Moooi (13, 24, 32, 47), Moroso (32, 36, 42, 47, 51, 52), Muuto (21, 47), Nils Holger Moormann (21, 58), Nimbus (13, 36), Object Carpet (8), Occhio (13), Oluce (55), Piet Hein Eek (18, 24), Porro (28, 32), Richard Lampert (51), Röthlisberger (20, 58), serien.lighting (9), Smarin (24), Thonet (9, 10, 51), Tobias Grau (7, 13), Tom Dixon (52), USM (11, 22, 26-27, 36, 57), Valcucine (40), Vipp (48), Vitra (6, 9, 20, 21, 22, 24, 36, 38, 46, 57), Walter Knoll (10, 11, 29, 51), Wogg (46), Wilkhahn (10), Zanotta (46, 48), Yamagiwa (22) IMPRESSUM CI – Das Magazin der creativen inneneinrichter erscheint dreimal jährlich im CI Verlag, Spreestraße 3, 64295 Darmstadt, Tel. +49 (0)6151 39128-25, Fax +49 (0)6151 39128-28, info@creative-inneneinrichter.de, www.creativeinneneinrichter.de Auflage 136.360 Heftpreis 4,50 Euro Redaktion Presseinfos, Anregungen, Reaktionen bitte ausschließlich an: CI c/o moskito pr, Hoerneckestr. 25–31, 28217 Bremen, Tel. +49 (0)421 33558-701 Mailkontakt Büro der ­Chef­redaktion Birgit Osmer (osmer@moskito.de) Verantwortlich für den Inhalt (v. i. S. d. P.) Steffen Schmidt Anzeigen, Abonnements und Vertrieb Sandra Gotha (info@creative-inneneinrichter.de); es gilt die Anzeigenpreisliste gemäß der Mediadaten 2012 Chefredakteur Axel Stamm Creation Eckard Christiani Art Directorin Asoomda Kim Redaktionsbeirat Frank Anger-Lindemann, Kurt Neuefeind, Klaus Seydlitz Autoren dieser Aus­ gabe Markus Barth, Martin Höche-Heemsath, Jürgen W. Konrad, Wiebke Meynen, Birgit Osmer, Axel Stamm, Doris Weber Fotografie Reimund Braun (51), Marc Eggimann (6, 9, 46), Getty Images (34), Hans Hansen (57), iStockphoto.de (25, 41), Cindi Jacobs (36, 38), Michael Jungblut (18– 24, 28), Koelnmesse (56), Kay Michalak (Titel, 36, 38), Moroso (32, 42, 47, 51, 52), Nimbus Group/ Frank Ockert (13), Alessandro Paderni (42), Panton Design (11), Tom Vack (50), USM U. Schärer Söhne AG (57), Vitra (6, 9, 11, 46, 57) Illustration Katharina Lehmkuhl Redaktions­assistenz Patrick Calandruccio Herstellung ­Kristin Abramowski, Vanessa Knief Druck Druckhaus Kaufmann, 77933 Lahr (www.druckhaus-kaufmann.de). Dieses Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge, Entwürfe, Abbildungen, des Weiteren die Darstellung der Ideen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung einschließlich Nachdruck ohne schriftliche Einwilligung des Verlages strafbar. Es wird nur presserechtliche Verantwortung übernommen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernehmen wir keine Gewähr.


10 Jahre Zusammenarbeit

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ARCHITONIC 10 Jahre produktiver Zusammenarbeit verbinden die creativen inneneinrichter und Architonic. Das Ergebnis sind 30 Virtuelle Showrooms, 10 Apps, 30 Fachhändler - Profile auf architonic.com und eine Partnerschaft, die voller Ideen und Potenzial in die Zukunft blickt – immer mit dem Ziel, Ihnen als Kunden Nutzen, Qualität und Aktualität zu bieten.


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