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das magazin nr.2

Nat端rlich BARRIERE FREI ZUHAUSE UND AUF REISEN

Generation 50plus Nachhaltiges Bauen Kufstein Wilder Kaiser Innsbruck S端dtirol Gardasee

gabana.net


Barrierefreie Reiseziele – individuell reisen mit der Bahn!

© multivisualart_2015

Mobilitätsservice-Zentrale: 0180 6 512 512* Der kompetente Partner für barrierefreies Reisen.

Die Mobilitätsservice-Zentrale der Deutschen Bahn bietet Reisenden mit Handicap umfangreiche Services und spezielle Angebote. Auch die Arbeitsgemeinschaft „Barrierefreie Reiseziele in Deutschland“ hat sich auf die besonderen Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Gäste eingestellt (www.barrierefreie-reiseziele.de). In einer gemeinsamen Kooperation wurden individuelle Mobilitätspakete entwickelt, die die Wünsche und Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Urlauber bei An- und Abreise inkl. Anschlussmobilität, Hotelwahl und Rahmenprogramm in den Mittelpunkt stellen. Seit März 2015 besteht eine solche Kooperation auch mit barrierefreien Reisezielen in Österreich (www.barrierefrei-austria.at). Aktuelle Informationen unter www.bahn.de/reiseziele-barrierefrei

Die Bahn macht mobil. * 20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf


Editorial Liebe Leserinnen und liebe Leser!

A

ls uns vor genau einem Jahr noch die Köpfe für die erste Ausgabe unseres Magazins rauchten, hatten wir noch keine Vorstellung, was uns in den kommenden Monaten erwarten wird. Mittlerweile sind mein Mann und ich stolze Großeltern, und ich kann das Glücksgefühl und die Freude, das Wunder Mensch heranwachsen zu sehen, kaum beschreiben. Leider kann ich den Kleinen in seinem Kinderwa­ gen nicht selbst schieben - was mir in der Seele weh tut. Umso mehr muss ich an ihn denken, wie es Babies wohl ergehen mag, wenn sie auf einem holprigen Kopfsteinpflaster durchgerüttelt wer­ den und einen Schlag nach dem anderen bekom­ men. Ein weiterer Grund, warum ich mich voll und ganz für Barrierefreiheit einsetze, sind die unzäh­ ligen und unnötigen Hindernisse und Schwellen, über die sich Mütter und Familien mit Kindern und Kinderwägen plagen müssen. Danke Ihnen für Ihre zahlreichen E-mails und die liebe­vollen, sogar handgeschriebenen Briefe mit vielen Informationen und Anregungen und dem positiven Feedback auf unsere erste Ausgabe. Auch im zweiten Magazin werden wir Ihnen In­ teressantes präsentieren. Ich werde oft gefragt, nach welchen Kriterien ich meine Tipps gebe. Das ist ganz ein­fach, ich kann nur empfehlen, was ich kenne und nutze oder persönlich besucht habe. Da ich selber manche negative Erfahrung gemacht habe, neh­ me ich diese Empfehlungen an Sie sehr ernst.

Mensch oder im reifen Alter mit dieser Thematik auseinandersetzen muss und so wie ich auf zu­ verlässige Barrierefreiheit angewiesen ist. Freilich gibt es da auch die „Olympioniken“, wie ich die jungen wilden Rollstuhlnutzer gerne nenne, die über Stock und Stein hüpfen und für die korrekte Barrierefreiheit nicht zwingend erforderlich ist.

Barriererefreiheit wird immer wichtiger. Auch ein Anstoß für mich, noch einmal die Schulbank zu drücken und die Ausbildung zum Allgemein beeidigten und gerichtlich zertifizierten Sachver­ ständigen für barrierefreies sowie behinderten­ gerechtes Bauen zu absolvieren. Natürlich ist es ist ein großer Unterschied, ob man sich als junger

Viel Freude mit unserem Magazin! Herzlichst, Grüezi, Servus & Ciao

Ich möchte Ihnen auch in dieser Ausgabe einige wunderschöne Destinationen vorstellen und Ih­ nen funktionale und formschöne Produkte prä­ sentieren, die unser Leben erleichtern.

Ihre

Kornelia Grundmann


I nhalt 16 20-31 32-39

BARRIEREFREI REISEN VON KUFSTEIN BIS ZUM GARDASEE Checkliste Reisen So finden Sie Ihr Wunschziel Zu Gast in Tirol: Ferienland Kufstein, Wilder Kaiser, Innsbruck S端dtirol und Gardasee Edle Weine, duftende Zitronenbl端ten

12 In der Heimat des Bergdoktors


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So elegant kann Keramik sein

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Weingut Lageder

BARRIEREFREI BAUEN & WOHNEN

4 9 41 44 46 50 52

Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit Im Dialog Ein Gespräch mit Helmut Muthers Checkliste Bauen Worauf Sie Wert legen sollten Wasserdichtes Alibi Schwellenlos ins Freie 2 Berufe = 1 Berufung Interview mit Ulrike Jocham Tradition mit Zukunft Innovatives Familienunternehmen Inklusives Österreich Ein Land mit Vorbildfunktion

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Lebenslange Mobilitätsgarantie


BARRIEREFREIHEIT UND NACHHALTIGKEIT Zwei Trendthemen - enger miteinander verknüpft, als es scheint. Wie wird Barrierefreiheit im Wohnungsbau defi­ niert? Die Kernaussage aus diversen Landesbau­ ordnungen, wie barrierefreie Wohneinheiten be­ schaffen sein müssen: Der Wohnraum muss für alle Menschen, unabhängig von körperlicher Verfas­ sung und Alter, ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sein. Barrierefreiheit bezieht sich auf den gesamten bebauten Raum, den öffentlichen und den privaten, und bezieht sich somit nicht nur auf einzelne Wohneinheiten sondern auch auf Städte und (Stadt-)Quartiere. Es geht um eine Stadtent­ wicklung für alle. Nicht die körperliche Verfassung stellt eine Barriere im öffentlichen Raum dar, viel­

mehr ist es der bebaute Raum selbst, welcher die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränkt. Nachhaltigkeit hat auch eine soziale Komponente Viele Bauträger und Berater innerhalb der Im­ mobilienbranche möchten sich dem komplexen Thema Nachhaltigkeit widmen und haben dabei Schwierigkeiten, dieses auch greifbar zu gestal­ ten und anhand konkreter Maßnahmen umzuset­ zen. Die Diskussion rund um dieses Thema wur­ de in den vergangenen Jahrzehnten innerhalb der Baubranche häufig lediglich auf die ökolo­


5 gische Dimension reduziert. Diese Gewichtung und die Konzentration auf entsprechende Nach­ haltigkeitsziele, wie z.B. umweltverträgliches und energieeffizientes Bauen, wurden durch gesell­ schaftliche und tagespolitische Diskussionen (z.B. Klimawandel) und die Etablierung von Fördermit­ teln im Umweltbereich gestärkt. Wer heute weit­ sichtig denkt, der erkennt, dass die Reduktion des Begriffes Nachhaltigkeit nur auf Themenbereiche der Energieeinsparung sowie der Energieeffizienz zu kurz gegriffen ist. Wahre Nachhaltigkeit birgt natürlich auch eine soziale Komponente. Nicht zu vernachlässigen sind die volkswirtschaft­ lichen Aspekte, die zur Schaffung neuer Arbeits­ plätze und sowie der Reduktion der Kosten im Versicherungs- und Gesundheitswesen beitragen, da Menschen länger in ihren eigenen vier Wän­ den wohnen bleiben können. Im Kontext der Diskussionen um die demographi­ sche Entwicklung und die älter werdende Gesell­ schaft in Mitteleuropa gewinnt das Thema „Bar­ rierefreiheit“ zunehmend an Brisanz. Was den Bedarf betrifft, so wird durch Studien deutlich, welchen Druck diese Entwicklung auf den Woh­ nungsmarkt ausübt. In Deutschland ist inzwischen von einem Bedarf von 2,5 Millionen altersgerech-

ten Wohnungen die Rede. Davon sind wir weit entfernt. Orientiert man sich in der Stadtentwick­ lung an einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit nach dem Drei-Säulen-Prinzip (Ökologie, Ökonomie und Soziales), so ist Barrierefreiheit ein wichti­ ger Baustein der sozialen Säule. Zur Entwicklung zukunftsfähiger Wohnungen und Städte ist Bar­ rierefreiheit unabdingbar. Mit der Realisierung barrierefreier Wohneinheiten im Kontext einer Nachhaltigkeitsstrategie könnte ein entscheiden­ der Mehrwert für alle Akteure erzielt werden. Auf lange Sicht effizient Ein Blick auf die Kostenstruktur macht deutlich, dass im Neubau bei vorausschauender und be­ wusster Planung die Mehrkosten - gemessen am Gesamtvolumen - minimal sind. Wobei dies auch von den individuellen Bedürfnissen, dem techni­ schem Aufwand und den Grundrissmodifikatio­ nen beeinflusst wird. Dabei darf man nicht außer Acht lassen, dass eine barrierefreie Wohneinheit neben Komfort und einer höheren Flexibilität auch einen höheren Wiederverkaufswert auf­ weist. Durch die höhere Attraktivität und die oh­ nehin starke Nachfrage nach Wohnraum steigen nicht nur die Chancen auf einen Wiederverkauf, sondern es reduziert auch den Zeitraum für einen Wiederverkauf.

Dr. Steve Grundmann (Wirtschafts- und Stadtgeograph) lebt mit sei­ ner Familie in München. Er berät Unternehmen, Kommunen und (Fach-)Verbände aus Bauwirtschaft und Tourismus rund um das Thema Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit aktuell in Berlin, Bayern und in Tirol. Kontakt: s.grundmann@gabana.net


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EINE FRAGE DER ZUVERLÄSSIGKEIT Demografische Entwicklung, Generation 50 und Barrierefreiheit sind untrennbar miteinander verbunden und bergen ein Riesenpotential für zukünftige Märkte. Wer jetzt vorausschauend denkt, profitiert mehrfach.

dertenzimmer oder behindertengerecht. Als Un­ ternehmer sollten Ihre Mitarbeiter entsprechend geschult sein, worauf es im Umgang mit Gästen mit Mobilitätseinschränkung oder Seh- und Hör­ problemen ankommt.

Die rasant älter werdende Gesellschaft verlangt an allen Ecken nach sinnvollen barrierefreien Lö­ sungen. Dies betrifft den Tourismus ebenso wie die gesamte Baubrache. Die damit verbundenen Herausforderungen sind enorm und erfordern außer Fachwissen sehr viel Empathie. Planer und Handwerker sind teilweise überfordert, da die Aus­ bildung hinter dem ra­ sant steigenden Bedarf nachhinkt. Im Tourismus beschränkt sich Barrierefreiheit längst nicht mehr nur auf ein barrierefreies Bad im Hotelzimmer. Gäste mit Mobilitätseinschränkungen möchten das gesamte Urlaubsangebot hindernisfrei nut­ zen.

Aber, keine Angst, es hört sich alles komplizierter an, als es tatsächlich ist. Es gilt ganz einfach, das Richtige richtig zu machen. Genau das löst gaba­ na - die Agentur für ganzheitliches, barrierefreies und nachhaltiges Management für Sie. Attraktiv, unkompliziert und wirt­ schaftlich sinnvoll.

Das Richtige richtig machen

Es braucht künftig einen völlig neuen Zugang zum Thema Barrierefreiheit. Dazu gehört nicht nur die bauliche Planung. Das beginnt beim Entrümpeln des Wortschatzes. Streichen Sie Wörter wie Behin­

Kornelia Grundmann steht Ihnen mit ihrem Expertenteam sowie einem länderübergreifen­ dem Netzwerk in Deutschland, Österreich, Schweiz sowie Norditalien beratend zur Seite. Wer ist Kornelia Grundmann? Eine, die weiß, wo­ von sie spricht. Aufgewachsen in einer Bauunter­ nehmerfamilie, stellte sie schon früh die berufli­ chen Weichen. Nach ihrem Architekturstudium erwarb sie lebensprägende Auslandserfahrungen in den USA, Australien sowie im arabischen Raum und in Fernost. Viele Jahre war sie Projektentwick­


7 lerin sowie für Vertrieb im Wohnungsbau verantwortlich. Bis die Diagnose Multiple Sklerose im Jahr 2001 alles veränderte. Seit einigen Jahren selbst Rollstuhlnutzerin, verlegte sie ihren beruflichen Fokus voll auf Barrierefreiheit. Sie ist allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverstän­ dige für barrierefreies Bauen, Herausgeberin des Magazins ‚Natürlich barrierefrei‘ und betreibt die Online-Plattform ‚Barrierefrei Austria‘. Kunden schätzen nicht nur ihr Fachwissen, son­ dern auch ihren gesunden Menschenverstand vor dem Hintergrund der Praxistauglichkeit. In ihren Vorträgen und Seminaren weiß sie ihr Publikum zu begeistern und versteht es, das Thema Barri­ erefreiheit dem Zuhörer klar aber humorvoll zu vermitteln.

Agentur für ganzheitliches barrierefreies & nachhaltiges Management Dipl. Ing. Kornelia Grundmann Kirchbichl 3, 6352 Ellmau, Österreich Tel. +43 5358 44557 k.grundmann@gabana.net www.gabana.net

AUF EINEN BLICK DIE GABANA-ARBEITSSCHWERPUNKTE • Tourismus- & Freizeitberatungen • Barrierefreie Gestaltung • Beratung rund um barrierefreies Planen, Bauen & Wohnen • Stadt- & Regionalentwicklung UNSERE LEISTUNGEN FÜR SIE • Wir kreieren neue Ideen und erstellen für Sie Analysen, Konzepte und Handlungs leitfäden • Wir entwickeln, beraten und vermarkten Ihr Angebot (Beispiel: Kooperation mit der Deutschen Bahn und Barrierefrei Austria) • Wir veranstalten Seminare & Workshops und individuelle Inhouse Aus- und Weiterbildung • Wir erstellen Gutachten und prüfen die Zumutbarkeit der Umsetzung UNSERE AUFTRAGGEBER • Tourismusverbände • Hotellerie & Gastronomie • Interessensvertretungen • Baubranche, wie Bauakademie Innsbruck • Hersteller & Produzenten • Städte und Gemeinden • Privatpersonen


50plus Eine Frage der Einstellung


IM DIALOG Kornelia Grundmann spricht mit Helmut Muthers über das Thema gesellschaftliche Alterung

Kornelia Grundmann: Welche Konsequenzen hat es heute schon, wenn es immer weni­ ger junge Menschen gibt und immer mehr Ältere, die immer länger leben?

Helmut Muthers gehört zur 50plus-Generation und kennt die Wirkungen der demografi­ schen Veränderungen aus die­ ser Perspektive. Mit mehr als 1.400 Auftritten gehört er zu den gefragtesten Rednern zum Thema „Chancen der gesell­ schaftlichen Alterung“. Helmut Muthers, ehemaliger Bank­ vorstand und Bankensanierer, gründete 1994 das MUTHERS INSTITUT. Er ist ehrenamtlicher Landes-Geschäftsführer Nord­ rhein-Westfalen des Bundesver­ bandes Initiative 50plus. www.helmutmuthers.com

Helmut Muthers: Die Älteren übernehmen die „Macht“ in Wirtschaft, Politik und Gesell­ schaft. Jeder zweite Euro, der ausgegeben wird, kommt aus dem Portemonnaie der über 50-Jährigen; sie bestimmen die Zukunft der Unternehmen. An ihnen vorbei sind keine Wah­ len zu gewinnen, und Stadtent­ wickler, Verkehrsbetriebe usw. müssen berücksichtigen, dass 75-Jährige meist nicht pflege­ bedürftig sind, sich aber ge­ wisse Einschränkungen – in der Mobilität, in der Sensorik – häufen. KG: Die deutliche Verlängerung der Lebenserwartung ist ein Segen für uns alle. Allerdings möchte bekanntlich jeder alt werden, doch keiner will alt sein. Wer sind aus Ihrer Sicht die Gewinner dieser gesellschaftli­ chen Mega-Herausforderung?


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IM DIALOG HM: Zu den Gewinnern kön­ nen fast alle Branchen gehören, wenn sie sich auf die neuen Be­ dürfnisse einstellen: Alles, was zur Gesunderhaltung beiträgt, wie Psychologen und E-Bikes. Al­   les, was das Leben vereinfacht, wie Smartphones oder Home-Services. Al­ les, was zur Sicherheit beiträgt, wie Alarmanlagen und rutsch­ feste Böden. Selbst Finanz­ dienstleister, wenn sie neue Leistungen anbieten. Beispiel: Wer in eine Altersresidenz um­ zieht, hat vieles zu erledigen. Wer bei Auswahl, Vertrag, Um­ zug, Hausverkauf und Forma­ litäten unterstützt, erschließt sich ein lukratives Geschäft.

machen leicht viele emotionale Fehler. Manches können sie einfach nicht wissen. Wie soll z.B. ein 26-jähriger Bankberater mit einem 67-Jährigen über Pflege­ risiken reden. Oder wie soll eine 22-Jährige in der Drogerie mit einer 72-Jährigen über deren Hauptprobleme diskutieren.

Helmut Muthers: Die deutliche Verlängerung der Lebenserwar­ tung bringt auch eine höhere Zahl von Menschen mit Mobili­ tätseinschränkungen. Was sind die Konsequenzen? Kornelia Grundmann: Unter volkswirtschaftlichem Gesichts­ punkt ein Desas­ ter. Kürzlich traf ich einen Versiche­ rungsmathemati­ ker, der sagte mir, dass bereits jedes heute neugeborene Baby eine Lebenserwartung von über 100 Jahren hat.

Die Jungen laufen zwar schneller, aber die Alten kennen die Abkürzungen.

KG: Gibt es einen Konflikt zwi­ schen jungen Mitarbeitern und älteren Kunden? HM: Natürlich. Wie stark er ist, hängt von der Branche bzw. vom Produkt oder der Dienst­ leistung ab. Wenn Großeltern einen Kinderwagen kaufen wollen, ist eine 25-jährige Mutter eine hervorragende Verkäufe­ rin. Wenn es aber um den Neu­ wagen für den 72-Jährigen geht, ist dies für einen 28-Jährigen oft eine zu große Herausforde­ rung. Jüngere Verkäufer wer­ den selten auf den Umgang mit älteren Kunden vorbereitet und

KG: Sie sagen: Die Jungen lau­ fen zwar schneller, aber die Al­ ten kennen die Abkürzungen. Wie darf ich das verstehen?

HM: Erfolgreiche Unternehmen brauchen Kreativität, Innova­ tionskraft, Wissen, Erfahrung und soziale Kompetenz. Des­ halb benötigen sie beides, die Fähigkeiten der Jungen (z.B. „Schnelligkeit“) und die Erfah­ rung der Älteren (z.B. „Über­ blick“). Das Eine ist nicht besser als das Andere, es ist anders. Es gibt im Übrigen keine Studie, die beweisen würde, dass mit zunehmendem Alter die Pro­ duktivität der Menschen sinkt. Berühmte Rampe im Guggenheim Museum New York.

Mobilitätseinschränkung kann heute durch eine Hüft-, Knieoder Bandscheiben-Operation, kurz gesagt durch jeden Sport­ unfall, oder auch durch Schlag­ anfall verursacht werden. Das heißt, dass wir aus baulicher Sicht dafür sorgen sollen, dass alle sich schwellenfrei und ohne Hindernisse frei und vor allem selbstständig bewegen können. HM: Wie können sich Unterneh­ men auf diese Entwicklung ein­ stellen? KG: So schnell wie möglich al­ les barrierefrei zugänglich und nutzbar gestalten, dann kann kommen, was und wer will. Kei­ ner weiß, was die Zukunft brin­ gen wird. HM: Oft werden wirtschaftliche Gründe vorgeschoben, wenn es um Barrierefreiheit in Unter­


nehmen geht. Was sagen Sie dazu? KG: Das mag schon sein, wenn Sie aber im Neubau alles von Anfang an berücksichtigen und richtig umsetzen, reden wir von ca. 2 % Mehrkosten. Zugege­ ben, bei Bestandsimmobilien, vor allem auch im klassischen Altbau, ist es schwieriger. Hier gilt es, machbare und bezahl­ bare Lösungen zu finden. HM: Warum sind andere Länder (z.B. USA) offensichtlich bei der Barrierefreiheit und dem Um­ gang mit Menschen mit Handi­ cap besser aufgestellt? KG: Die USA sind ein gutes Bei­ spiel! Namhafte Architekten wie z.B. Frank Lloyd Wright beschäftigten sich dort bereits in der Mitte des letzten Jahr­ hunderts mit barrierefreiem Bauen. Wer kennt nicht Frank Lloyd Wrights weltberühmtes Guggenheim-Museum in New York, welches er bereits in den 1950ern komplett barrierefrei geplant hat. Vielleicht liegt es auch an dem schlechten Image bei uns, dass viele Barrierefreiheit nur mit Behinderung gleichsetzen. Wer denkt dabei schon an lebens­ langen Komfort für Mütter mit Kinderwägen, Reisende mit Koffern, Kellner mit Tabletts (Dinner for One), Handwerkern mit ihren Rollwagen etc. Für mich ist es eine Frage der Ein­ stellung.


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URLAUB IM LAND DES BERGDOKTORS Kufstein, Wilder Kaiser & Kitzbühel präsentieren sich zunehmend barrierefrei

U

rlaub in fernen Ländern wird oft zu einer Mutprobe und zu einem Abenteuertrip. Wer dennoch ins Ausland möchte, findet in Tirol eine gute Alternative. Eigentlich assoziiert Kitzbühel einen Urlaubsort der Schönen und Rei­ chen. „Dem ist aber nicht so“, widerspricht vehe­ ment Nicoletta Plumm von Kitzbühel Tourismus. „Wir Kitzbüheler leben doch auch hier und sind ganz normale Verdiener.“ Ausgangspunkt für Wanderungen Kitzbühel ist ein guter Ausgangspunkt für zahlrei­ che Wanderungen in die Berge. Mit der Seilbahn kann man barrierefrei den Gipfel des Kitzbüheler Horns erreichen, der mit seinen 1.996 Metern nur knapp die Zweitausender verpasst. Alternativ ist das Alpenhaus vom Tal direkt mit der Seilbahn zu erreichen. Von seiner Terrasse hat der sehende

Tourist einen wunderbaren Blick über Kitzbühel, die Alpengipfel am Horizont und das wohl je­ dem Bergdoktor-Fan bestens bekannte Massiv des Wilden Kaiser. Brennen für Barrierefreiheit Nicoletta Plumm ist engagiert, den barrierefrei­ en Tourismus in ihrem Ort zu etablieren. An vie­ len Stellen ist das bereits gelungen, an anderen arbeitet sie noch. Sie erfährt dabei große Unter­ stützung durch Kornelia Grundmann, die Hotelle­ rie sowie die Tourismusverbände berät. Kornelia Grundmann brennt für ihre Idee. In ihrer Art kann sie überzeugend sein. Kufstein soll Modellprojekt für die Region werden, wie Stefan Graf vom Fe­ rienland Kufstein berichtet. Barrierefreier Tou­ rismus verlangt zunächst Investitionen. Ein Hotel der Region richtete mit Grundmanns Hilfe zwei


barrierefreie Zimmer ein. Diese zwei Zimmer brachten dem Hotel innerhalb kürzester Zeit 500 zusätzliche Übernachtungen ein.

dass er diese Barrierefreiheit nicht schaffen konn­ te. Es gibt eine Schiedsstelle auf Bundesebene, die in solchen Fällen Schadenersatz von bis zu über 1.000 Euro verhängen kann.

Barrierefreiheit per Gesetz 1. Januar 2016 „Wir müssen das ja machen, wenn ab Jänner das Barrierefreie Anreise mit der Bahn neue Gesetz kommt“, ist ein Satz, den man im Die Bahnhöfe in Kufstein, Kitzbühel und in Inns­ Gespräch mit Hoteliers bruck sind vollstän­ und Gastronomen im­ dig barrierefrei. Am mer wieder hört. Laut besten, man wendet   diesem Gesetz liegt eine sich an die Mobili­ Diskriminierung bereits tätsservicezentrale Siegurd Seifert vor, „wenn eine Person der Deutschen Bahn, aufgrund einer Behin­ die Mitarbeiter klä­ derung in einer vergleichbaren Situation eine ren alle Fragen, auch grenzüberschreitend, und weit weniger günstige Behandlung erfährt“. Und organisieren für Sie von der An- und Weiterreise für Deutschland unvorstellbar: Die Beweislast liegt über die Unternehmungen bis zu den Unterkünf­ beim Verursacher. Kann ein behinderter Mensch ten Ihre Anliegen vor Ort. wegen fehlender Barrierefreiheit nicht in einem Hotel wohnen, muss der Hotelbesitzer beweisen, Von Siegurd Seifert

Nur knapp die Zweitausender verpasst.


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SOMMER, SONNENSCHEIN UND VIELE NEUE FREUNDE


I

hre Aufgabe lautete, die verschiedenen Angebote der Kooperationspartner von Barrierefrei Austria sowie die Mobilitätsser­ vicezentrale der Deutschen Bahn auf ihre Nutzbarkeit zu testen. Zwei interessante Men­ schen mit unterschiedlichen Handicaps erkunde­ ten bei prächtigem Sonnenschein die Region um Kufstein und Kitzbühel. Philipp Stroh aus Wiesbaden erblindete während seines Studiums im Alter von 27 Jahren und ver­ fügt nur mehr über ca. 2% Sehleistung. Christoph Rieker kommt mit seiner Familie aus Notzingen nahe Stuttgart. Seit einem unverschuldeten Mo­ torradunfall mit 19 Jahren ist er querschnittsge­ lähmt. Philipp Stroh, am taktilen Stadtmodell vor dem Rathaus in Kufstein, verblüffte nicht nur die begleitenden Journalisten. Er bewegt sich frei und ohne Blindenstock und passt damit sogar nicht ins gängige Klischeebild. Philipp schwört auf die neuen Technologien und nutzt sein Smartphone als Orientierungshilfe. Christoph beeindruckte beim Aussteigen aus dem barrierefreien Bus der Fa. Ledermair alle Teilneh­ mer mit seiner Athletik. Erst im persönlichen Ge­ spräch mit ihm wurden die täglichen Probleme besprochen, und er erzählte von den Hürden, mit denen Rollstuhlnutzer laufend konfrontiert sind. Auch für Philipp Stroh und für Menschen mit ein­ geschränkter Sehkraft sind es die kleinen Hinder­ nisse - auch wenn es nur 2 cm hohe Türschwellen sind - die den Alltag erschweren, denn diese sind oft nur schlecht bis gar nicht wahrnehmbar. Christoph Rieker: “Meine Frau, meine drei Kin­ der und ich lieben diese Gegend und kommen immer wieder gerne hierher. Wir fünf sind schon gespannt, was es das nächste Mal Neues und Bar­ rierefreies zu entdecken gibt.“ Philipp Stroh: “Bereits bei meinem ersten Besuch in Kufstein fiel mir die Barrierefreiheit am Bahn­ hof sehr positiv auf. Besonders erwähnenswert finde ich das Engagement der Menschen hier in der Region. Beispielhaft - auch für Deutschland.“


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CHECKLISTE

REISEN

Wenn einer eine (barrierefreie) Reise tut, dann kann er was erzählen. Eine Checkliste für Ihre Reiseplanung. Wer unterwegs auf barrierefreie Unterkünfte angewiesen ist, kann leicht ein Desaster erleben. Spontan eine Unterkunft zu finden, ist so gut wie ausgeschlossen und erfordert vor Antritt der Reise erst einmal eine gründliche und manchmal auch mühsame Recherche. All jenen, die Ihr Reiseziel bereits kennen, empfehlen wir folgendermaßen bei der Suche im Internet vorzugehen: 1. Geben Sie den gewünschten Zielort plus „barrierefreie Unterkunft“ oder „barrierefreies Hotel“ V ein! Höchstwahrscheinlich folgt jetzt bereits die erste Enttäuschung. Bleiben Sie dran, mit Aus

dauer und Nachsicht kommen sie irgendwann auf ein Hotel, welches sich als barrierefrei bezeichnet. Gerne werden auch die uncharmanten Begriffe „Behindertenzimmer“ oder „behindertengerechte Zimmer“ verwendet.

2. Jetzt wird’s spannend. Bitte gehen Sie auf die jeweilige Hotelwebseite und schauen Sie nach V den barrierefreien Zimmer! Vielleicht folgt jetzt die nächste Enttäuschung, denn außer einem

Rollstuhlzeichen oder dem Satz „Wir haben Behindertenzimmer“ werden Sie kaum weitere Informationen erhalten.

3. Bleiben Sie weiter konsequent und bitten Sie um Fotos, die V Ihnen die gewünschten Informationen nachvollziehbar

dokumentieren! Z.B. die Anordnung der Haltegriffe am WC. Das kann heute jeder mit einem Smartphone rasch und unkompliziert erledigen.

Vielleicht dauert es einige Tage, bis Sie Antwort erhal­ ten. Aber nur so können Sie sicher abklären, was Sie tatsächlich vor Ort erwartet. Jetzt wissen Sie, ob das angebotene Hotel Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht. Für eine stressfreie Urlaubsplanung empfehlen wir auch, sich an den jeweiligen Tourismusverband zu wenden. Mit viel Glück haben Sie eine innovative Region gewählt, die das Potenzial von barrierefreiem Reisen bereits erkannt hat. Das er-


kennen Sie daran, wenn barrierefreie Unter­ künfte sowie Angebote der Region bereits auf deren Webseite beworben werden. Sollten Sie eine Region ausgewählt haben, die bisher noch nicht über diesen Service verfügt, teilen Sie dem Tourismusverband Ihre individu­ ellen Wünsche mit und lassen Sie sich alle An­ gebote mit nachvollziehbarer Fotodokumen­ tation zukommen! Haben Sie Nachsicht, wenn Barrierefreiheit noch nicht an allen Orten ange­ kommen ist!

BARRIEREFREIES HÖREN IN DÖLLERER’S GENUSSWELTEN. Ein Vorzeigeprojekt für akustisch barrierefreies Reisen wurde von Döllerer’s Genuss­welten, einem renommierten Hotel- und Gastronomie­ unternehmen in Golling bei Salzburg, gemein­ sam mit der hörwelt GmbH, dem Spezialisten für barrierefreie Höranlagen, umgesetzt.

Reisetipps Zuverlässige und nachvollziehbare Angebote finden Sie unter: www.kufstein.com www.kitzbuehel.com www.innsbruck.info www.wilderkaiser.info www.barrierefrei-austria.at www.suedtirolfueralle.it

Barrierefreies Hören ist für Menschen mit Hör­ minderung in den Zimmern, an der Rezeption und im Seminarraum von Döllerer’s Genusswel­ ten dank modernster Induktionsanlagen der hörwelt GmbH möglich. Hörgeräteträger er­ halten auf Wunsch während ihres Aufenthalts passen­ des Hörgeräte-Zubehör wie Kopfhörer zum Fernsehen oder Musikhören sowie Signal­ wecker. Alle Bereiche, die in Döllerer’s Genuss­ welten akustisch barrierefrei ausgestattet wur­ den, sind mit Piktogrammen gekennzeichnet. Anregungen und Tipps für die erstklassige Beratung, Planung, Herstellung und Umset­ zung von akustischer Barrierefreiheit finden Sie online auf www.barrierefrei-hoeren.at


WIR NEHMEN SIE MIT AUF DIE REISE VON KUFSTEIN BIS ZUM GARDASEE Wilder Kaiser

Kufstein Innsbruck

S端dtirol


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Gardasee


FERIENLAND KUFSTEIN BARRIEREFREI

Kennst du die Perle Tirols?

W

ahrscheinlich haben Sie diesen Ohr­ wurm schon einmal selbst gesungen oder zumindest gehört - das Kufstein­ lied. Bei Ihrem nächsten Besuch in der Festungs­ stadt am Inn darf ein Abstecher in die historische Römerhofgasse nicht fehlen, wo 1947 der Musikant Karl Ganzer im Gasthaus Auracher Löchl das be­ rühmte Volkslied kompo­ niert hat. Von dort trat es seinen Siegeszug rund um die Welt an. Die zauberhafte Region des Ferienlandes Kufstein hat aber noch einiges mehr zu bieten: Wellness und Gesundheitheitszen­ tren erwarten Sie in Bad Häring und am Thiersee, klassische Musikhigh­ lights von Weltrang im Festspielhaus in Erl oder kulinarische Genüsse an malerischen Plätzen in

der ganzen Region. Besondere Attraktion für die Kleinen sind der Raritätenzoo und der Fohlenhof in Ebbs. Naturjuwele, die ihresgleichen suchen, sind der Hechtsee und der Thier­ see mit ihrer außerge­ wöhnlich guten Wasser­ qualität. Bemerkenswert am Ferienland Kufstein ist außerdem, dass dort die Verantwortlichen in allen Bereichen gemeinsam am Strang „Barrierefreiheit“ ziehen. Und genau das ist überall spürbar. Bereits jetzt findet diese Zusam­ menarbeit schon großen Anklang bei der Bevölke­ rung und den Gästen, wie Anke Rieker aus Deutschland, Mutter von drei Kindern im Alter von 5, 8 und 11 Jahren, und Ehe­ frau eines Rollstuhlnutzers bestätigt. „Wenn von


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Ferienland Kufstein Unterer Stadtplatz 8, 6330 Kufstein Österreich Tel. +43 5372 62207 info@kufstein.com www.kufstein.com

barrierefreiem Reisen die Rede ist, denkt doch je­ der zuerst an die Rollstühle. Mal ganz ehrlich, wer denkt an uns? Wir müssen schieben, wuchten und heben. Keiner erkundigt sich, wie es uns und un­ serem Rücken geht. Barrierefrei und schwellenlos hilft der ganzen Familie, damit alle gemeinsam etwas unternehmen können. Und genau das ist hier möglich! Schauen Sie in die strahlenden Ge­ sichter unserer Kinder, genau deswegen kommen wir so gerne hierher!“ Solche Aussagen freuen auch den Direktor des Tourismusverbandes Ferienland Kufstein, Stefan Pühringer: „Viele glauben, Barrierefreiheit sei in der zauberhaft schönen alpinen Landschaft Tirols nicht machbar. Ja, natürlich ist es nicht einfach. Aber wir suchen nach Lösungen und erweitern ständig unser Angebot, damit sich alle unsere Gäste hier wohlfühlen.“ Diese Haltung spiegelt sich auch in der Webseite der Region, wo Barri­ erefreiheit einmal nicht verschämt versteckt, son­ dern präsent als Hauptmenüpunkt gleich auf der Startseite zu finden ist.

Auf www.kufstein.com findet man alles für einen reibungslosen barrierefreien Aufenthalt.


Das beliebte Seniorenticket ist wieder da! g von i t l ü G bis . 0 1 . 27 2015 . 1 1 . 26

Ab sofort erhältlich! Information und Buchung bei den ÖBB Ticketschaltern, am ÖBB Ticketautomaten, beim ÖBB Kundenservice 05-1717 und auf oebb.at J et z t N

E U!

Bei Kauf eines Monatstickets an den ÖBB Ticketschaltern erhalten Sie zwei kostenlose Sitzplatzreservierungen.

* Angebot gültig in Verbindung mit der ÖBB VORTEILSCARD Senior für Fahrten in der 2. Klasse innerhalb Österreichs mit Zügen der ÖBB-Personenverkehr AG (ausgenommen EuroNight), dem ÖBB Intercitybus Graz-Klagenfurt sowie auf den Strecken der Raaberbahn AG in Österreich. Stornierung, Umtausch, Erstattung von Tickets ausgeschlossen. Tagesticket (am gewählten Reisetag) und Monatsticket im Aktionszeitraum gültig 0-24h. Es gelten die Tarifbestimmungen der ÖBB-Personenverkehr AG.


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BARRIEREFREIHEIT IST CHEFSACHE MMag. Peter Wachter, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftkammer Kufstein, ist einer, der es genau wissen will.

„F

rüher oder später betreffen uns alle die Themen Generation 50plus und Barrierefreiheit. Umso mehr möch­ ten wir unsere Unternehmerinnen und Unterneh­ mer für das Zukunftsthema sensibilisieren und fit machen, damit sie auch das damit verbundene wirtschaftliche Potenzial erkennen und den Wett­ bewerbsvorteil nutzen können,“ unterstreicht Pe­ ter Wachter seine Einstellung zum Thema. „Nach unserer ersten großen Informationsveranstaltung 2013 wurde schnell deutlich, dass einerseits unter den Betrieben große Unkenntnis der Sachlage und andererseits mangelndes Fachwissen bei den planenden und ausführenden Betrieben in punkto Barrierefreiheit herrschte. Betriebe, die Barrierefreiheit im Hinblick auf das Antidiskrimi­ nierungsgesetz gewährleisten müssen, waren an­ fangs völlig überfordert. Aus der Sicht der Wirt­ schaftskammer ist es höchste Zeit, Ausbildungen dem Stand der Technik sowie dem wachsenden Bedarf anzupassen.“ Damit befindet er sich in gu­ ter Gesellschaft: Kufstein zeichnet sich besonders durch das gemeinsame Interesse am Thema Bar­ rierefreiheit und kooperatives Miteinander der Akteure in Wirtschaft, Politik, Baubranche und Tourismus aus. Wachter abschließend: „Es gilt, un­ sere Region gemeinsam demografiefest und somit nachhaltig für die Zukunft zu gestalten.

Peter Wachter (im roten Anzug rechts) wollte es genau wissen: Der Sensibilisierungs-Workshop brachte ihm Erfahrungen mit Handicaps im Alltag.

Wirtschaftskammer Kufstein Salurner Strasse 7 6330 Kufstein, Österreich Tel. 059 0905 3310 (nur in AT) kufstein@wktirol.at www.wko.at/tirol/kufstein


WILDER KAISER BARRIEREFREI

Sport

Unterkünfte

Essen & Trinken

Auf geht´s, der Berg ruft. Der Weg auf die Ellmauer Gipfel führt mit der Wintersaison 2015/16 in eine völlig neue Di­ mension an Komfort und Ser­ vice. Alle 10er Gondeln der neuen Hartkaiserbahn in Ellmau verfügen über Sitzheizungen und WLAN. Es heißt, sie sei eine der modernsten Bergbahnen der Welt - und das barrierefrei!

Von der gemütlichen Ferien­ wohnung Beer, über das Hotel Hochfilzer mit seinen beliebten beiden barrierefreien Zimmern und den luxuriösen Kaisersuites in Ellmau bis zum Hotel Alpen­ panorama in Söll - die Region verfügt über zuverlässige barri­ erefreie Angebote. Keine Frage, hier findet jeder das Passende für sich und seinen Urlaubstraum.

Egal, worauf Sie Lust haben: Die besten Steaks gibt´s Auf da Mühle in Söll. Für herzhafte Ti­ roler Schmankerl geht‘s hoch hi­ nauf - entweder auf die Brenner oder die Wochenbrunner Alm. Beide erreichen Sie problem­ los mit dem Pkw. Wer die neue Gondel testen will, der sollte hoch oben im Restaurant Berg­ kaiser in Ellmau einkehren.


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Tourismusverband Wilder Kaiser Dorf 35, 6352 Ellmau Österreich Tel. +43 (0) 50509 office@wilderkaiser.info www.wilderkaiser.info

Freizeit

Ausflüge

Attraktionen

Ob Sommer oder Winter, hier ist richtig was los. Selbst ausgefalle­ ne Wünsche, wie einmal mit dem Gleitschirm zu fliegen, können Sie sich hier erfüllen. Erholung oder Wasserspaß - kein Wider­ spruch, denn das Ellmauer Kai­ serbad bietet beides. In Schef­ fau wartet mit der KaiserWelt eine weitere Familienattraktion auf abenteuerlustige Besucher.

Zu jeder Jahreszeit ist ein Aus­ flug zum Hintersteiner See in Scheffau ein Fixpunkt in jedem Urlaubsprogramm. Bei einer Ein­ kehr im schön gelegenen See­ stüberl werden Sie den Blick auf den zauberhaften glasklaren See genießen. Sommerliches Bade­ vergnügen für die ganze Familie verspricht der kleine aber feine Ahornsee in Söll.

Die Kulisse des Wilden Kaisers ist auch Heimat des Bergdoktors. Dr. Martin Gruber alias Hans Sigl ordiniert seit Jahren hier und lockt die Fans der Serie an die Drehorte. Daneben erfreu­ en bunte Brauchtumsveranstal­ tungen die Gäste aus aller Welt. Ein besonderes Erlebnis sind die zahlreichen Sonnwendfeuer auf den Berggipfeln im Juni.


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mposant thront er über dem beschaulichen Ti­ roler Ort Ellmau - der Wilde Kaiser. Beide sind durch die beliebte Fernsehserie „Der Bergdoktor“ bekannt und berühmt geworden. Dort, mit­ ten im Zentrum von Ellmau, führt bereits seit 1832 die Familie Hochfilzer ihr Hotel. Eine Hoteliersfamilie, in der Werte wie Gastfreundschaft von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Sich verlassen können Ingrid Hochfilzer, die Seele des Hauses, erzählt nicht ohne Stolz, dass bereits die Generation vor ihr Wert auf ebenerdigen Zugang und einen da­ mals noch unüblichen Lift legte. Für Sohn Chris­

toph Hochfilzer ist wichtig, dass alle Gäste in seinem Hotel uneingeschränkt ihren Urlaub genie­ ßen können. Außer Frage, die neuen barrierefrei­ en und allergikerfreundlichen Zimmer sind bis ins kleinste Detail speziell für Gäste mit Rollstuhl ge­ staltet worden. Falsche oder gar keine Informatio­ nen stellen bei der Urlaubsplanung für ein passen­ des Hotel schon die erste große Barriere dar. Nicht so im Hotel Hochfilzer! Alle wichtigen Details finden Sie vorab bebildert auf der hoteleigenen Webseite. Wer angenehmen Komfort, ein zuver­ lässiges Angebot, liebevolle Aufmerksamkeit und eine wunderschöne Landschaft schätzt, wird sich im Aktiv Hotel Hochfilzer so richtig wohlfühlen.

„Das Thema Barrierefreiheit ist mir nicht nur aus Wettbewerbsgründen ein Anliegen! Es macht Freude, so schöne Bedingungen geschaffen zu haben. Der Dank dieser Gäste äußert sich nicht nur finanziell. Absolut empfehlenswert!“ Ingrid Hochfilzer


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Aktiv Hotel Hochfilzer Dorf 33, 6352 Ellmau Österreich Tel. +43 5358 2501 info@hotel-hochfilzer.com www.hotel-hochfilzer.com

AUF EINEN BLICK ZIMMER:

BAD:

• 2 barrierefreie Zimmer • Mobiliar und Wand vertäfelung aus Zirbenholz • Stühle mit Armlehnen • Parkettholzboden • Bett links oder rechts anfahrbar • Schreibtisch unter fahrbar • Nachtbeleuchtung • Schalter und Steck dosen vom Bett nutzbar • Wandcreme

• Schiebetüre • Bodengleiche Dusche • Kneippschlauch • Duschsitz • Duschstuhl • Haltegriffe Dusche • Haltegriffe WC links und rechts • WC links oder rechts anfahrbar • Spiegel bis Ober kante Waschtisch • Fön in Griffhöhe • Notruf • Ablageflächen


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SORGLOS, BARRIEREFREI & BEQUEM Ein Tiroler Unternehmen übernimmt Vorreiterrolle

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eisende mit Rollstuhl sind für das Trans­ portunternehmen Ledermair in Schwaz in Tirol sehr wohl ein Thema. Dass Sie Ihre barrierefreie Reise stressfrei genießen kön­ nen, dafür sorgt Juniorchef Alexander Ledermair, der selbst Rollstuhlnutzer ist und genau weiß, wo­ rauf es ankommt. Rücksicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ist für die sensibilisier­ ten und geschulten Mitarbeiter von Ledermair eine Selbstverständlichkeit. Damit Urlaubsreisen, Fami­ lien- oder Betriebsausflüge oder Kurztransporte wie An- und Abreise reibungslos ablaufen, steht Ihnen das Ledermair-Team hilfsbereit zur Seite.

AUF EINEN BLICK

DIE NEUE, BARRIEREFREIE LEDERMAIR-FLOTTE:

• REISEBUS 32 - 46 Sitzplätze, Platz für 4 Rollstühle, Hublift, barrierefreies WC • KLEINBUS 12 Sitzplätze, 2 Rollstuhlplätze, seitliche Rampe • SPRINTER

8 Sitzplätze, 2 Rollstuhlplätze, rückwärtige Rampe


Ledermair Reisen Josef-Wopfner-StraĂ&#x;e 7, 6130 Schwaz Ă–sterreich Tel. +43 5242 66355, info@ledermair.at www.ledermair.at


INNSBRUCK BARRIEREFREI

Region erleben

Unterkünfte & Kulinarik

Sehenswürdigkeiten

Innsbruck, die barrierefreie Hauptstadt der Alpen, bietet mit ihren umliegenden Ferien­ dörfern alles, was man sich von Tirol erwartet. Eine wunderbare Kombination aus städtischem Flair mit prächtiger Altstadt und den zahlreichen schmucken Orten mit echtem dörflichen Charme und einem umfangrei­ chen Ferienangebot.

Herzhaft Bodenständiges oder Genussküche für Feinschmecker, Ferienwohnung oder DesignHotel. Das Angebot in Innsbruck ist vielfältig, der Gast hat die Qual der Wahl. Das 4-SterneHotel Innsbruck ist der ideale Ausgangspunkt, um die Stadt zu entdecken. Es ist komplett barrierefrei und verfügt über vier barrierefreie Zimmer.

Eine von vielen Attraktionen ist das Riesenrundgemälde im neuen Kaiserjägermuseum. Auf 1.000 m2 zeigt es in atemberau­ bender 360-Grad-Sicht den Ti­ roler Freiheitskampf von 1809. Ein besonderes Kulturdenkmal ist die kaiserliche Hofburg mit ihren Prunkräumen, die den Glanz der Habsburger Regenten widerspiegelt.


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Innsbruck Tourismus Burggraben 3, 6021 Innsbruck Österreich Tel. +43 512-59850 office@innsbruck.info www.innsbruck.info

Sport & Freizeit

Kunst & Kultur

Shopping

Als mehrfacher Austragungsort Olympischer Winterspiele ist Innsbruck sportliche Höchstleis­ tungen gewohnt. Besuchen Sie die barrierefrei zugängliche Ski­ sprungschanze am Bergisel, ge­ plant von Zaha Hadid, eine der innovativsten Architektinnen der Gegenwart, und genießen Sie den atemberaubenden Aus­ blick auf die Stadt.

Ob zeitgenössische Kunst, The­ ater, klassische Konzerte oder Tanzsommer - diese Vielfalt an Veranstaltungen wird Sie be­ geistern. Besonders empfeh­ lenswert: das Audioversum, ein interaktives Museum rund um das Thema Hören. Es verfügt über eine induktive Höranlage und ist samt angeschlossenem Café völlig barrierefrei.

Schmucke Geschäfte laden zum Bummel durch die Altstadt mit ihren einladenden Arkaden. In einem dieser schönen alten Häuser gibt es die funkelnden Swarowski-Kristalle zu entde­ cken. Barrierefreies Shoppingerlebnis auf fünf Ebenen ver­ spricht das Kaufhaus Tyrol mit seinen zahlreichen internatio­ nalen Marken.


SÜDTIROL BARRIEREFREI

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üdtirol ist die nördlichste Provinz Italiens barer Assistenzdienst angeboten. Und auf allen und vereint schroffe Hochgebirge mit regionalen Bahnstrecken, wie durch das Vinschmediterranen Weinbaugebieten. Die­ gau, das Pustertal oder zwischen dem Kurort se beeindruckenden landschaftlichen Kontraste Meran und der Landeshauptstadt Bozen, fährt spiegeln sich auch in der mehrsprachigen Kultur die barrierefreie Südtirol Bahn: Umweltfreundlich des Landes wider, und sicher gehört wo gelebtes Tiroler der bunte Zug zu Brauchtum auf italie­ den modernsten nisches Flair und Dol­ Regionalbahnen in ce Vita treffen. Diese Europa und ist da­ besondere Mischung bei vergleichswei­ macht den Reiz von se günstig (tolles Südtirol aus. Neben Tarifsystem Mobil­ seinem kulturellen card). Entlang der Reichtum bietet die Vinschgerbahn und Region eine einzigar­ Pustertalbahn gibt tige Naturlandschaft es zudem beson­ und besitzt mit den ders beliebte Fahr­ Südtiroler Archäologiemuseum – Ötzi berühmten Dolomi­ radwege. ten ein Weltnaturer­ be der UNESCO. Barrierefrei wandern in Südtirol Die vielseitige Region an der Südseite der Alpen Bereits die Anfahrt über den Brenner ist ganz ent­ bietet neben ausgedehnten Bergtouren im Hoch­ spannt mit der Bahn möglich, denn Reisenden mit gebirge auch viele gemütliche Wandermöglich­ Behinderung wird an den Bahnhöfen ein reservier­ keiten und Ausflugsziele für Familien mit kleinen


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Sozialgenossenschaft independent L. Südtirol für alle Laurinstraße 2d 39012 Meran, Italien Tel. +39 0473 200 397 info@suedtirolfueralle.it www.suedtirolfueralle.it

Kindern und Kinderwagen, Senioren und Gäste mit Behinderungen. Lohnenswerte Wandertipps sind vom Reiseportal „Südtirol für alle“ im spezi­ alisierten Wanderführer „Barrierefreies Naturer­ lebnis für alle“ gesammelt worden. Darin werden 45 Wandervorschläge genau beschrieben und mit Fotos und Landkarten illustriert. Vielerorts bringen auch barrierefreie Seilbahnen die Ausflügler hinauf in die herrliche Bergwelt, wodurch man auf sein Auto verzichten kann. Die Magie der Vielfalt erleben Kein Urlaub wird lange genug sein, um die vielen Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote in Süd­ tirol zu erkunden: das einzigartige Blütenmeer zur Apfelblüte, die beeindruckenden Gärten von Schloss Trauttmansdorff, die bleichen Felsentürme der Dolomiten, die 5.300 Jahre alte Gletschermu­ mie Ötzi, die mondäne Thermenwelt Meran, der bekannte Kalterer See, das größte Skikarussell der Welt mit der Sellaronda und vieles, vieles mehr. Gastfreundschaft für alle In Südtirol erlebt man Gastfreundschaft noch sehr persönlich, denn fast alle Hotels sind Familienbe­

triebe. Neben tollen Hotels für Familien und mo­ dernen Wellnesshotels bietet die Region geprüfte barrierefreie Unterkünfte und Urlaubsangebote, die im Reiseportal „Südtirol für alle“ unabhängig bewertet werden.

Barrierefreie Aussichtsplattform Karersee


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ALOIS LAGEDER UND DAS PARADEIS IN MARGREID Eine Empfehlung an alle Weinliebhaber, SüdtirolUrlauber oder einfach nur Durchreisende

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Alois Clemens und Alois Lageder

üdtirol ist eines der kleinsten Weinbaugebiete Italiens und durch seine geo­ grafische Lage eines der vielfältigsten. Die Alpen schützen vor kalten Win­ den und sorgen für kühle Nächte, was ein langsames, gleichmäßiges Reifen der Trauben ermöglicht. Sortentypische Aromen und die für Frische und Eleganz er­ forderliche Säure bleiben erhalten. Aus dem Süden strömen mediterrane Einflüsse ins Etschtal, über 300 Sonnentage im Jahr und ausreichende Niederschläge schaffen bes­ te Voraussetzungen für hervorragende Weine. Der Respekt vor der Natur hat für die Winzerfamilie Lageder Priorität. Von der Pflanzung bis zur Lese richtet sich die Arbeit im Weinberg nach den Rhythmen und Zyklen der Natur. Alois Lageder bewirtschaftet


seine Weinberge konsequent nach den Regeln der Biodynamik. Jeglicher Verzicht auf künstliche Dünger und synthetische Pflanzenschutzmittel ist unabdingbar. Die Qualität der Trauben steigert er durch Ertragsbegrenzung.

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AUF EINEN BLICK

ersäumen Sie nicht einen Abstecher ins Paradeis! Der sonnige Brunnenhof der Weinschenke Vineria Paradeis lädt Sie besonders in der warmen Jahreszeit zum Verwei­ len ein. Genießen Sie die Ruhe, nehmen Sie sich Zeit für sich und lassen Sie Ihre Seele baumeln! Im Winter erleben Sie die wohlige und gemütli­ che Atmosphäre am Kaminfeuer der Weinschen­ ke. Margreid, am südlichsten Zipfel der Südtiro­ ler Weinstraße gelegen, zählt zu den letzten, fast noch gänzlich unberührten Idyllen der Region. Direkt am alten Dorfplatz, Sie können es nicht verfehlen. Die Küche des zertifizierten BIO-Res­ taurants verwöhnt Sie mit Gerichten aus biologi­ schen, regionalen und saisonalen Produkten. Der Küchenchef achtet zudem auf eine fleischarme, einfache, leichte und frische Zubereitung.

Warme Küche Montag bis Samstag von 12:00 - 15:30 Uhr (ausgen. Januar und Februar) • Barrierefreies WC ist im Brunnenhof • Rollstuhlparkplatz direkt vor dem Eingang • Eine Stufe führt ins Restaurant bzw. zur Weinverkostung

Weingut Tenuta Alois Lageder Tòr Löwengang Weinschenke Vineria Paradeis St.-Gertraud-Platz 10 39040 Margreid. Italien Tel. +39 0471 809580 info@aloislageder.eu www.aloislageder.eu


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KENNST DU DAS LAND, WO DIE ZITRONEN BLÜH´N ... Ein Reisebericht von Kornelia Grundmann

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enner und Liebhaber des Gardasees schätzen das unbeschreiblich schöne Panorama des Lago di Garda mit seinen grünen Hügeln, die sich an die Ufer schmiegen, den Tälern im Hinterland, das mediterrane Klima, den Zauber vergangener Epochen sowie die un­ zähligen kulinarischen Köstlichkeiten und natür­ lich die ausgzeichnet guten Weine. Es gibt so unendlich vieles in dieser einmaligen Region zu entdecken. Lehnen Sie sich zurück und schwelgen Sie in Ihren Träumen. Bekanntlich ist die Vorfreude ja immer das Schönste. Darum las­ sen Sie sich schon zu Hause von der Gardaseeken­ nerin und Buchautorin Monika Kellermann und ihren vielen Geschichten und den beeindrucken­ den Bildern rund um den Lago buchstäblich ver­ führen. Ich würde nie ohne ihre Empfehlungen die Region erkunden. Heute nehme ich Sie mit nach Bardolino und Lazi­ se. Warum ich diese Gegend so liebe, werden Sie gleich verstehen. Denn schon als kleines Mädchen und das ist wirklich schon ein paar Tage her -

begeisterte mich Bella Italia. Wie sollte es anders gewesen sein, meinen ersten Urlaub verbrachte ich mit meinem Eltern, wie es sich damals so ge­ hörte, auf einem Campingplatz zwischen Bardoli­ no und Lazise. Ich bin noch immer ein großer Fan dieser Region und weiß Bardolino auch wegen seiner durch­ dachten barrierefreien Promenadengestaltung zu schätzen. Beide Orte verfügen über eine zau­


berhafte Altstadt, und Sie können in fast jedem verborgenen Winkel nach Herzenslust schlemmen und shoppen. Bardolino Im Hotel Kriss an der Uferpromenade wartet das La Preonda  1  auf Sie. Der traumhafte Blick auf den See ist mindestens so empfehlenswert wie die kulinarischen Köstlichkeiten. Besonders schön ist es abends mit der flimmernden Lichterkette am anderen Seeufer. Ein kaum zu beschreibendes Highlight ist ein Private Dinner auf dem Deck des Seesteges. Die Loggia Rambaldi  2 , direkt auf der Piazza Principe Amadeo am Hafen, zählt nicht nur we­ gen ihrer besonderen Lage und dem geschichts­ trächtigen Gebäude zu einem der beliebtesten Restaurants von Bardolino. Massimo Pietralunga und sein Team sorgen mit ihrer ausgezeichneten Küche für größtmöglichen Genuss.

AUF EINEN BLICK

Lazise Das Tropical Ristorante e Pizzeria  3  direkt am Lungolago Marconi ist der ideale Platz, um das Treiben und Flanieren auf der Piazza und den ein­ maligen Sonnenuntergang zu erleben. Nur weni­ ge Meter davon entfernt, sozusagen gleich rechts um die Ecke, finden Sie das Ristorante Kambusa  4  in der Calle Prima. Wer der Mittagshitze entfliehen und seine geliebte Pasta oder die gegrillten Fisch- oder Fleischspe­ zialitäten typisch italienisch genießen will, ist bei Sergio Bertoldi genau richtig. Er erfüllt Ihnen fast jeden Wunsch, denn hier kocht der Chef selbst.

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• Die Restaurants La Preonda, Loggia Rambaldi und Tropical verfügen über barrierefreie WCs im Haus. • Vom Ristorante Kambusa aus erreichen Sie das nahegelegene, gut gekennzeichnete öffentliche WC an der Stirnseite des Hafens. • Bedenken Sie, dass Sie in Italien oft nur eine Halterung vorfinden.

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ereits in der dritten Generation führt die Familie Lonardelli ihr Haus im schö­ nen Bardolino am Ostufer des Gardasees. Egal, ob mit oder ohne Mobilitätseinschränkung, wer seinen Urlaub in diesem reizvollen Klima ver­ bringen möchte, der findet im Hotel Kriss die bes­ ten barrierefreien Voraussetzungen. Die familiäre Atmosphäre und die ideale zentrumsnahe Lage direkt an der Uferpromenade bilden den Rahmen für Ihren genussvollen und erholsamen Urlaub. Das Hotel verfügt nicht nur über einen eigenen

Strandbereich, sondern auch über einen breiten hauseigenen Steg, der weit in den See hinaus reicht und sich am Ende zu einer breiten Plattform erweitert. Der Clou - dieses wunderschöne Plätz­ chen kann abends für ein romantisches privates Dinner bei Kerzenschein gebucht werden. Die beiden barrierefreien Hotelzimmer sind äu­ ßerst geräumig, der Zugang zu den großzügigen Balkonen ist natürlich schwellenlos. Ob von der Terrasse der dicht bewachsenen Laube oder von der traumhaft schönen Dachterrasse genießen Sie


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Hotel Kriss Internazionale Lungolago Cipriani, 3 37011 Bardolino Italien Tel. +39 045 6212433 info@hotelkriss.it www.hotelkriss.it

den Ausblick auf den See. Dort oben im vierten Stock erwartet Sie auch eine Wellnesszone mit Jacuzzi. Wer echtes Workout betreiben möchte, der findet im eigenen Fitnessstudio die passenden Trainingsmöglichkeiten.

AUF EINEN BLICK ZIMMER: • 2 geräumige barrierefreie Zimmer mit Aufzug errreichbar • Bett von rechts anfahrbar • Balkon schwellenlos

BAD: • Dusche ebenerdig • Waschtisch unterfahrbar • WC Wand- und Klapphalterung

SONSTIGES: • WC (mit Haltegriff) im Restaurant • Uferpromende mit Privatstrand


Nicht nur bauliche Hindernisse werden zu Barrieren, auch beim Zugang zu Informationen gilt es, Hürden zu beseitigen.

HÖREN STATT LESEN

Speech Code kann hier Abhilfe schaffen, der farbi­ ge Datencode wird mittels kostenloser App ohne Internetzugang gescannt, der Inhalt am Display anzeigt und gleichzeitig vorgelesen. Der Platz­ bedarf ist gering, ein Code mit 5 x 5 cm kann bis zu zwei Seiten A4 aufnehmen und einfach mitge­ druckt werden. Die Erstellung ist einfach, und die Sprachausgabe ist in über 30 Sprachen möglich, erläutert Operschall. „Speech Code ist aber nicht

nur ein notwendiges Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen, sondern ein innovati­ ves Informationsmedium für alle Gelegenheiten, wo Hören einfach angenehmer ist, als selbst zu lesen. Bei touristischen Sehenswürdigkeiten z.B. ist Speech Code für alle Besucher völlig kostenfrei und rund um die Uhr verfügbar.“

AUF EINEN BLICK

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ussten Sie, dass 96% aller gedruck­ ten Informationen blinden und stark sehbehinderten Menschen nicht zu­ gänglich sind? Was das in unserer Informationsge­ sellschaft bedeutet, ist sehenden Menschen meist gar nicht bewusst: Wir nehmen täglich gedruck­ te Informationen auf, von Zeitungen über InfoTafeln, Gebrauchsanweisungen und Fahrplänen bis zu Packungsbeilagen und Speisekarten. Wer nicht gut genug sehen oder lesen kann, ist von all diesen Informationen ausgeschlossen. Deshalb bedeutet Barrierefreiheit auch, dass Menschen mit Handicaps Zugang zu allen Informationen bekommen, die sie benötigen. Den Grund für diesen Mangel an barrierefreien Informations­ angeboten sieht Barbara Operschall, Geschäfts­ führerin der Speech Code GmbH auch im bisheri­ gen Fehlen von wirtschaftlichen und machbaren Lösungen:„Brailleschrift ist aufwendig in der Her­ stellung, außerdem beherrschen nur etwa 30% der sehbehinderten und blinden Menschen Braille.“

• Barrierefreier Informationszugang • Einfache Online Code-Erstellung • Über 30 Sprachen verfügbar • Direkt am “Point of Interest” einsetzbar, auch im Freien • Keine Energiequelle und kein Zugang zu Netzwerken erforderlich • Keine Roaminggebühren für ausländische Besucher • App für Android und iPhone gratis • Gescannte Codes werden in der App gespeichert • Leistbare jährliche Lizenzgebühren

Speech Code GmbH Frankenberggasse 13/13 1040 Wien, Österreich Tel. +43 664 3503455 office@speechcode.eu www.speechcode.eu


CHECKLISTE

BAUEN

Nüchtern betrachtet, sollten wir zwischen Entweder und Oder unterscheiden. Denn früher oder später stellen wir uns oder unsere Eltern sich die Frage

DAHEIM ODER IM HEIM? Mit diesen Tipps möchten wir Ihnen beim Bau oder Kauf einer barrierefreien Immobilie einige Impulse geben. Bitte lassen Sie sich nicht von fantasielosen Menschen verleiten! Denn barrierefreies Leben und Wohnen ist zeitgemäß und schick zugleich, wobei offene Raumaufteilung sinnvoll und cool ist. V

Bei der Wahl Ihrer neuen Wohnung oder Ihres neuen Hauses schauen Sie sich zuerst das Umfeld an. Werden Sie dort auch im Alter alles schwellenlos erreichen, Ihren täglichen Bedarf decken und problemlos weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können? Gibt es genügend barrierefreie gastronomische Angebote, sind Ärzte, Apotheken, Friseur und die öffentlichen Verkehrsmittel gut erreichbar und barrierefrei zugänglich und nutzbar?

Erkundigen Sie sich beim Wohnungsverkäufer, ob dieser über Erfahrungen mit barrierefreiem V Bauen verfügt? Gibt es barrierefreie Referenzgebäude? Beim Hausbau sollten Architekten und

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Handwerker über Fachwissen in punkto Barrierefreiheit verfügen.

Ideal sind ebenerdige Häuser oder Wohnungen, die Sie vom Straßenniveau, der Garage sowie dem Eingang barrierefrei oder mit einem Aufzug bzw. über eine Rampe erreichen können. Bedenken Sie, jede Schwelle ist nicht nur im Alter sondern auch für Kinder eine Stolperschwelle.

V Von der Garage bzw. dem Stellplatz sollten Sie überdacht den Eingang erreichen können. V Stellplatz oder Garage sollten eine Breite von 3,5 m und eine Länge von 5,5 m haben. Beim Kauf einer Eigentumswohnung achten Sie auf die Lage des Pkw-Stellplatzes, dass dieser V sich in der Nähe des Eingangs befindet, gleiches gilt für Mülltonnen sowie die Briefkästen. Weitere nützliche Tipps entnehmen Sie bitte unserer Webseite www.gabana.net


Keramik ist eines der ältesten von Menschenhand geschaffe­ nen Materialien. Das Traditions­ unternehmen Laufen Austria AG hat sich vor über 90 Jahren der Herstellung von Keramik fürs Bad verschrieben und ist da­ mit das einzige Unternehmen, das diese in Österreich herstellt. Auch im 21. Jahrhundert ist der lebendige Werkstoff Keramik nur schwer zu beherrschen. Ne­ ben den hochmodernen Ferti­ gungstechniken braucht es in den Laufen Werken in Wilhelms­ burg (NÖ) und Gmunden (OÖ) noch heute viel Handarbeit.

Laufen Austria AG Mariazeller Straße 100 3150 Wilhelmsburg Österreich Tel. +43 2746 6060 21258 office.wi@at.laufen.com www.laufen.co.at


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SO ELEGANT KANN KERAMIK SEIN

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it Living Square geht Laufen an die Grenzen des keramisch Machbaren. Die Waschtische mit ihren planen Flächen und definierten Kanten schweben förmlich vor der Wand. Sie begeistern durch ihre schmale Silhouet­ te und die praktischen seitlichen Ablageflächen. Die Waschtische sind in vielen verschiedenen Breiten erhältlich und können optional mit einer Handtuchreling ausgestattet werden. Diese eignet sich auch ideal als Haltegriff.

ERHÖHTER KOMFORT

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b3-Comfort-WCs – für erhöhten Komfort: Die um 6 cm erhöhte Sitzposition erleichtert spürbar das Hinsetzen, ermöglicht eine körpergerechte Sitzhaltung und lässt Sie leichter wie­ der aufstehen. Es passt auf vorhandene Anschlüsse, was das Austauschen sauber und einfach macht.

Standard 42 cm

Standard Comfort 42 cm 48 cm

• • •

+ 6 cm erhöhte Sitzposition für mehr Komfort Kniewinkel bei ca. 90° für angemessenes Sitzen und einfaches Aufstehen und Absetzen Einfache Installation durch Standardbefestigungsmaße (z.B. für Renovierungen)

Comfort 48 cm


WASSERDICHTES ALIBI? Schwellenlosigkeit im Innenbereich ist mittlerweile keine bauliche Herausforderung mehr. Spannend wird Barrierefreiheit erst so richtig beim Übergang von drinnen nach draußen.

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rinnern sie sich an die gute alte Zeit, als uns Oma abends vor dem Schlafengehen ganz liebevoll Geschichten erzählte, die alle mit „Es war einmal…“ begannen? Irgendwie schien ich ein Déjà-vu gehabt zu haben, denn genau an diese Zeit des Märchenerzählens schien ich mich zurück versetzt. Wir saßen vor ei­ nigen Jahren mit dem wortgewandten Verkaufs­ leiter eines führenden Fensterbauunternehmens zusammen und sprachen über die Umbaumaß­ nahmen an unserem Haus. Für uns stand außer Frage, das Haus wird komplett barrierefrei, natür­ lich ohne Schwellen und niveaugleich. Sie können sich nicht vorstellen, welche Geschich­ ten sich dieser Mann einfallen ließ, um uns davon zu überzeugen, dass dies bei unserer Terrassentü­ re völlig unmöglich sei und wir eine Schwelle im

Außenbereich von mindesten 3 cm brauchen wür­ den. Dies sei nur zu unserem Schutz, denn schließ­ lich befände sich die Terrassentür auf der Wetter­ seite und das noch dazu in Tirol, wo mindestens vier Monate tiefste winterliche Verhältnisse herr­ schen und im Sommer mit heftigen Regenschau­ ern zu rechnen ist. Zugegeben, seine Einwände zum Klima trafen zu, was allerdings unseren Entschluss, den Terras­ senausgang schwellenfrei auszuführen, in keiner Weise beeinflusste. Dumm gelaufen, der an sich nette Verkäufer konnte nicht liefern, was wir wollten. Glücklicherweise erfuhren wir von der schwellenlose Magnetschiene der Firma Alumat. Ab der Kontaktaufnahme lief alles reibungslos. Wir ließen uns sach- und fachgerecht beraten und hatten kurz darauf unseren gewünschten barrierefreien schwellenlosen Terrassenausgang.


Da ich selbst seit einigen Jahren Rollstuhlnutzerin bin, erinnere ich mich noch sehr gut an jenen Tag, als ich das erste Mal - es war ein wunderschöner sonniger Morgen - selbstständig und ohne frem­ de Hilfe auf unsere Terrasse hinaus konnte. Ein solches Gefühl der Freiheit lässt sich kaum be­ schreiben! Natürlich war auch damals für uns die Dichtheit ebenso wichtig wie die Schwellenlosigkeit. Die Nagelprobe folgte prompt: An einem Sommertag im darauf folgenden August wütete ein heftiger Orkan, der eine Schneise der Verwüstung in unse­ rer Region hinterließ. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und ganze Waldstücke platt gemacht. Auch unser Garagendach flog davon, die Teile wirbelten durch die Luft. Ein massiver Regen mit anschließendem Hagel setzte ein, pras­ selte gegen unsere Terrassentür und schien nicht mehr aufzuhören. Um es kurz zu machen, sogar diesen Härtetest überstand die Alumat-Schiene bravourös, worüber sich unser empfindlicher Holzboden im Wohnzimmer heute noch freut. Und damit wandert die Geschichte, dass man im Außenbereich unbedingt Schwellen von mindes­ tens 3 cm braucht, ins Land der Märchen zurück. Kornelia Grundmann

ALUMAT Frey GmbH Im Hart 10 87600 Kaufbeuren Deutschland Tel. +49 8341 4725 info@alumat.de www.alumat.de


Kornelia Grundmann spricht mit Ulrike Jocham über das Thema Barrierefreiheit

2 BERUFE = 1 BERUFUNG Grundmann: Sie sind mit ers­ tem Beruf Heilerziehungspfle­ gerin und haben später noch Architektur studiert. Zwei un­ terschiedliche Berufsbilder, was hat Sie dazu bewogen? Jocham: Menschen mit Pfle­ ge- und / oder Assistenzbedarf haben mich bereichert und mei­ nen Horizont erweitert, aber auch völlig unnötige Schwierig­ keiten, Hindernisse und Gefah­ ren im Alltag erkennen lassen. Mein Wille zur Verbesserung führte mich zur Architektur. Die erworbenen pflegerischen, pädagogischen und architekto­ nischen Kenntnisse bildeten die Grundlage für mein heutiges transdisziplinäres Arbeiten und meine neuartige Rolle als inter­ disziplinäre Vermittlerin. Grundmann: Im Gegensatz zu anderen Ländern scheint Baden-Württemberg Vorreiter für barrierefreies Bauen zu sein.

Wie kommt das? Jocham: Im Herbst 2014 habe ich folgenden Punkt erreicht: Jetzt reicht es! Bis dahin bin ich mit meinen zahlreichen Schrei­ ben und Fachgesprächen zur Novellierung der LBO gegen Wände gelaufen. Dass sogar innerhalb des sogenannten bar­ rierefreien Bauens bis zu 2 cm hohe Türschwellen weiterhin erlaubt sein sollen, konnte ich mit meinem Wissen und mit der längst vorhanden schwellen­ freien Abdichtungstechnologie nicht mehr vereinbaren. So habe ich mich entschlossen, nun wirklich alles mir Mögliche zu tun, um Schwellenfreiheit in der Landesbauordnung Realität werden zu lassen. Unterstüt­ zung von vielen Seiten sowie das Gehör der maßgebenden Politiker und dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg führten schlussendlich zum Durchbruch.

Grundmann: Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum ist enorm und wächst rasant. Was ist zu tun? Jocham: Eine disziplinübergrei­ fende Ver­änderung aller Bauge­ setzte sowie aller Normen und Gesetze nach der UN-Behinder­ tenrechtskonvention und nach der europäischen Bauproduk­ tenverordnung (BauPVO). Da­ bei müssen längst vorhandene, universell designte Lösungen gefordert und nicht wie bisher ignoriert werden. www.inklusiv-wohnen.de


LEBENSLANGE MOBILITÄTSGARANTIE

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nterstützung, wenn sie gebraucht wird. Unauffällig, dezent und zuverlässig greifen Ihnen diese Helfer von Erlau im Bad unter die Arme - wann immer Sie dies benöti­ gen. Diese Haltegriffe gewähren Ihnen und Ihrer Familie lebenslange Mobilitätsgarantie, Komfort und Sicherheit.


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INDIVIDUELL GANZ NACH WUNSCH

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er große Vorteil der neuen Griffserie der Erlau AG ist diese einmalige Modu­ larität: Die Haltesysteme sind so konstruiert, dass je nach Bedarf mittels Rohr, Verbin­ der und Anschlussstück individuelle Längen defi­ niert werden können. Das bedeutet vor allem mehr Individualität und Flexibilität in der Planung sowie bei der Ausfüh­ rung vor Ort auf der Baustelle: Bereits vorhande­ ne Nischen können mit einem Handlauf umlau­ fend ausgestattet werden. Sonderanfertigungen


und lange Wartezeiten sind passé. Die Haltegrif­ fe passen sich den baulichen Gegebenheiten an und nicht umgekehrt und können im Neu- sowie auch bei einem Badumbau eingesetzt werden. Bestehende Bäder lassen sich einfach und leicht aufrüsten. Bei den Duschhandläufen lassen sich die Brause­ stangen mittels Schiebehülse individuell verstel­ len. So kann jeder entscheiden, ob er die Brause­ stange mittig, rechts oder links montiert haben möchte. Die rosettenlose Montage bedeutet größte Reinheit, da sich darunter sonst leicht Bak­ terien oder Schmutz bilden. Zusammenfassend: Griffsysteme mit modularem Aufbau sind eine tolle Sache: Schnelle Montage, weil weniger Bohrungen für die Handwerker, und einfache Reinigung für die Benutzer der ästheti­ schen Haltesysteme.

Erlau AG Erlau 16 73431 Aalen Deutschland Tel. +49 7361 595-0 objekteinrichtung@erlau.com www.erlau.com


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MADE IN GERMANY TRADITION MIT ZUKUNFT

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eit 25 Jahren steht eine deutsche Ma­ nufaktur aus Gelenau in Sachsen für höchste Qualität und Zuverlässigkeit. Zwei Materialen, die sich perfekt für den Einsatz im Sanitärbereich eignen, weiß das Traditionsun­ ternehmen Mauersberger in Vollendung in sei­ nen Produkten umzusetzen. Sanitäracryl so zu bearbeiten, dass eine tadellos matt geschliffene und auch noch rutschhemmen­ de Oberfläche erzielt wird: Das ist Mauersberger mit der Duschtasse „Isca“ gelungen. Die Dusch­ fläche ist konsequent barrierefrei und fühlt sich hautsympathisch und angenehm warm an. Eine durchgängige, fugenlose Oberfläche sorgt für perfekte Hygiene und ist dadurch leicht zu pfle­ gen. Durchdachte technische Finessen und ein montagefreundliches Konzept sind weitere Plus­ punkte dieses innovativen Produktes. Vollendete Linienführung und Ästhetik für Per­ fektionisten zeichnen die Mineral-Badewannen von Mauersberger aus. Sie vereinen reine Handar­ beit mit einem patentierten Werkstoff aus Natur­ stein und Naturpigmenten. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern im Wortsinn auch be­ greifen lassen. Warm und homogen schmeichelt


die matt satinierte Oberfläche Ihrem Körper, ein wahrer Badegenuss! Weiche, schwingende Linien laden zum Anfassen und Wohlfühlen ein. Diese Mineral-Badewannen vereinen in sich die besten Oberflächeneigenschaften: Durch die porenfreie Oberfläche ist das Material hygienisch, pflege­ leicht, unempfindlich gegen Flecken und wärme­ resistent. Mit 90 Kilo kommen sie gewichtig daher und garantieren nicht nur optische Standfestigkeit. Das verstellbare Montagesystem garantiert leichtes Installieren. Bei Bedarf kann die barrie­ refreie und komfortable Einstiegshilfe jederzeit nachgerüstet werden. Lassen Sie den Alltag hinter sich und genießen Sie ein wohltuendes warmes Bad oder eine beleben­ de Dusche. Ein Stück Wellness im Alltag im form­ vollendeten Design: Das ist Mauersberger.

Mit Einstiegshilfe zum barrierefreien Badegenuss

Badtechnik Mauersberger Betriebs GmbH Am Gründel 4, 09423 Gelenau Deutschland Tel. +49 37297 394-0 info@mauersberger.eu www.mauersberger.eu


INKLUSIVES ÖSTERREICH MIT VORBILDFUNKTION

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it 1. Januar 2016 tritt das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz in vollem Umfang in Österreich in Kraft. Was bedeutet das konkret? Das heißt, dass alle Waren sowie Dienstleis­ tungen der Öffentlichkeit barrierefrei angeboten werden müssen.

Österreich ist somit eines der ersten Länder, welches die UN-Konvention konsequent umsetzt. Während der zehnjährigen Übergangsfrist galt das Gesetz im Wesentlichen nur für neu errichtete Gebäude. Nun­ mehr betrifft dies auch Altbauten, ebenso wie alle Dienstleistungen.

Eine Diskriminierung liegt dann vor, wenn ein Mensch mit Behinderung oder jemand, der ihm nahesteht, auf Grund dieser Behinderung in einer vergleichbaren Situation eine „weniger günstige“ Behandlung erfährt als eine andere Person.  

(Quelle Sozialministerium Österreich)


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53 n Österreich leben 1,7 Mio. Menschen mit einer Behinderung (Quelle Sozialministerium), in Deutsch­ land spricht man von 10,2 Mio. mit einer amtlich anerkannten Behinderung, das sind 13 % der Ge­ samtbevölkerung (Quelle: www.destatis.de).

Das Gesetz verlangt, dass der Zugang sowie die Nutzbarkeit von Gebäuden sowie Dienstleistungen Men­ schen mit und ohne Behinderung gleichermaßen möglich sein müssen. Sollte dies nicht gewährleistet sein, macht der jeweilige Anbieter von Waren oder Dienstleistungen sich gegenüber der Person, die das Angebot auf Grund von Barrieren nicht nutzen kann, unter Abwägung der Zumutbarkeit, schaden­ ersatzpflichtig. Beispiel: Wenn ein Rollstuhlnutzer ein Restaurant seiner Wahl, welches er z.B. wegen vorhandener Stufen oder Schwellen nicht selbstständig erreichen kann und/oder keine barrierefreie Toilette vorhanden ist, liegt der Tatbestand einer Diskriminierung vor. Ebenso, wenn ein sehbehinderter Mensch auf der Internetseite nichts lesen kann, oder wenn im Supermarkt Sonderangebote angesagt werden, die ein gehörloser Mensch nicht hört.

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Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.  

(§ 6 Abs. 5 BGStG und § 7c BEinstG)

n diesem Fall haben die diskriminierte Person sowie deren Begleitperson einen Schadenersatzan­ spruch gegen den Anbieter. Vor einer gerichtlichen Geltendmachung des Schadenersatzanspruches ist jedoch zwingend ein Schlichtungsverfahren beim Sozialministerium vorgeschoben.

Ab Anfang 2016 tritt nicht nur das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz, sondern gleichzeitig die neue OIB-Richtlinie 4 in Kraft, in der das Österreichische Institut für Bautechnik die Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit bundesweit regelt.


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GRENZENLOSE MOBILITÄT Zahlreiche technische Hilfsmittel wurden im Rahmen ei­ ner Erlebniswoche für Menschen mit Handicap in den Kitzbüheler Alpen in Tirol getestet. Basis war das barrie­ refreie Hotel Bräuwirt in Kirchberg, von wo täglich ver­ schiedene Touren gestartet wurden. Veranstalter behin­ dert-barrierefrei e.V. freute sich über viele Teilnehmer.

Impressum: NATÜRLICH BARRIEREFREI Zuhause und auf Reisen, Nr. 02 | Auflage 10.000 Herausgeber und Medieninhaber, für den Inhalt verantwortlich: gabana, Agentur für ganzheitli­ ches, barrierefreies & nachhaltiges Management, Kornelia Grundmann, Kirchbichl 3, 6352 Ellmau, Österreich, Tel. +43 5358 44557, k.grundmann@ gabana.net, www.gabana.net Redaktion: Kornelia Grundmann, Karin Girkin­ ger, Siegurd Seifert | Grafik und Gestaltung: Sabine Senft, www.ichwillwerbung.de | Druck: Dialogwerker, Letter und Printagentur, www. dialogwerker.at | Coverfoto: Martin Raffeiner, www.multivisualart.com Offenlegung gem. §25 MedienG: www.gabana. net | Für die Richtigkeit der Kundenangaben wird nicht gehaftet. Jede Art der Veröffentlichung bedarf der schriftlichen Genehmigung des Her­ ausgebers. Das Magazin ist urheberrechtlich ge­ schützt. Copyright gabana | Erscheinungstermin: November 2015 Fotos: Cover © multivisual Art, S. 1 © multivisual Art, S. 2-3 Inhaltsverzeichnis: alle © multivisual Art; außer Bergdoktor © TVB Wilder Kaiser; Blüte © Sabine Senft; Ino Waschtisch © Laufen; Weingut © Lageder; Rendering © Erlau, S. 4 © Jenko Ataman - Fotolia.com, S. 5 Eigenfoto © gabana, S. 6-7 alle © multivisual Art, außer S 6 Zimmer © gabana; S 7 Brillen © K. Cetriolo, S. 8 © multivisual Art, S. 9-11 alle © multivisual Art; außer Guggenheim Museum New York © Wikimedia Commons, S. 12 © TVB Wilder Kaiser, S. 13 alle Siegurd Sei­ fert außer Festung Kufstein © Ferienland Kufstein; Kitzbü­ hel © medialounge, S. 14 © TVB Wilder Kaiser, S. 15 alle Siegurd Seifert außer; Familie Rieker © multivisual Art, S. 16 Sonnenuntergang © gabana; Bad © Hannes Dabernig, S. 17 Hotelzimmer © multivisual Art; Rezeption © hörwelt GmbH, S. 18 Kufstein © multivisual Art; Wilder Kaiser © TVB Wilder Kaiser; Innsbruck © TVB Innsbruck; Südtirol © Trautt­ mansdorff, S. 19 Gardasee © gabana, S. 20 Festung Kufstein Lolin © Ferienland Kufstein; Raritätenzoo © Siegurd Seifert, S. 21 multivisual Art © Ferienland Kufstein, S. 23 Porträt @ Karg; Gruppe @ K.Cetriolo, S. 24-25 Wilder Kaiser groß, Kaiserschmarrn (3) © alle TVB Wilder Kaiser_Foto Peter von Felbert; 10er Gondel (1) © TVB Wilder Kaiser; Hotelzimmer (2) © Hannes Dabernig; Paragleiter (4), Hintersteiner See (5) © alle multivisual Art, (6) Guppenfoto © Susanne Sigl, S. 26-27 Porträt © Privat; Hotelaufnahmen © Hannes Daber­ nig, S. 28-29 alle Ledermair außer S 28 Familie © multivisual Art; S 29 Sprinter am Bahnhof © gabana, S. 30-31 alle ©TVB Innsbruck, außer Kaiserjägermuseum © Alexander Haiden; Tänzer © Rachel Neville, S. 32-33 Schloss © Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff; Südtiroler Archäologiemuseum – Ötzi © Augustin Ochsenreiter, S. 34-35 alle © Lageder; außer Innenaufnahme und Gastgarten © multivisual Art, S. 36 © Sabine Senft, S. 37 © La Preonda; © Loggia Rambaldi; Tropi­ cal, Ristorante Kambusa © gabana, S. 38-39 © Hotel Kriss, S. 40 © Speech Code, S. 41 Pläne © gabana, S. 42-43 alle © Lau­ fen Sanitärkeramik, S. 44-45 Alumat © multivisual Art, S. 46 Jocham © die arge lola; Terrasse © multivisual Art, S. 47-49 alle © erlau.com, S. 50-51 alle © Mauersberger; ausser Bad rechts © gabana, S. 52 © Siegurd Seifert, S. 54 © multivisual Art, S. 55 © Swiss Handicap, S. 56 Karte © gabana; Salzburg © Tourismus Salzburg GmbH; Kitzbühel © Kitzbühel Touris­ mus; Festung Kufstein © Ferienland Kufstein; Langlaufen © Kaunertal Tourismus, S. 57 Kaiserliche Hofburg © TVB Inns­ bruck; Bergpanorama © Siegurd Seifert; Hintersteiner See © multivisual Art; Kaunertaler Gletscherbahnen © Daniel Zangerl, U4 Landschaft © Iakov Kalinin - iStock.


Swiss Handicap

Für Menschen mit und ohne Behinderung Inklusion und Partizipation Mit einer Vielzahl gemeinsamer Aktivitäten von Menschen mit und ohne Behinderung zeigt die Messe neue Wege auf. Ein attraktives Vortrags- und Eventprogramm und zahlreiche Aktionen machen die Veranstaltung zu einer interaktiven, barrierefreien Kontakt-, Dialog- und Integrationsplattform und bieten so eine Basis für gelebte Inklusion.

Rund 150 Aussteller zeigen eindrücklich und erlebnisreich einen einmaligen Branchenüberblick. Sie präsentieren neue Lösungen, Hilfsmittel, Services, Produkte sowie Trends aus unterschiedlichen Bereichen wie Mobilität, Kommunikation, Beruf & Bildung, Rehabilitation & Therapien, Freizeit & Reisen, Bauen & Wohnen, Medizin & Forschung u.v.m.

Messe Luzern | im November | www.swiss-handicap.ch


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Linz

Wien

Salzburg Kufstein

Wilder Kaiser

Kitzb端hel Innsbruck

Graz

Kaunertal Klagenfurt

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