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SPECIAL ZUR DOCUMENTA 14 IN KASSEL © Andreas Berthel

documenta 14

Weltkunstausstellung 10.6. - 17.9., Kassel

© MHK, Arno Hensmanns

© Nils Klinger

© Dornroeschenschloss Sababurg

INFOS ZUR WELTKUNSTAUSSTELLUNG 01_D14_Titel_OK_NEU.indd 1

INTERVIEWS

EVENTS

CHRISTIAN SAEHRENDT & JOHN BOCK

KASSEL ZUR DOCUMENTA 21.02.17 11:51


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SPECIAL DOCUMENTA Alle fünf Jahre avanciert Kassel zum Mekka des internationalen Kunst-Jetsets. Am 10. Juni ist es wieder soweit: Die documenta 14 öffnet für 100 Tage ihre Pforten. Wir stellen im vorliegenden Spezial die Ausstellung vor und zeigen, was Kassel im documenta-Sommer sonst noch zu bieten hat.

KUNSTMEKKA KASSEL

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INHALT

Herausgeber & Verlag: Skyline MedienVerlags GmbH FRIZZ Das Magazin, Terrasse 8, 34117 Kassel Tel. (0561) 720 90-0 Geschäftsführung: Erk Walter, Tel. (069) 97951721 walter@frizz-frankfurt.de Anzeigen: Lea Aschenbach, Ralf Lorenz, Kirsten van Geldern Texte & Gestaltung: Alexander Röder Gesamtherstellung: FRITZ&friends, Varrentrappstraße 53, 60486 Frankfurt Tel. (069) 979 517 - 40 Herstellungsleitung: Friedhart Riedel Gesamtauflage: 50.000 Exemplare Druck: apm – alpha print medien AG

INTRO

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PORTRÄT

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INTERVIEW

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VON GESTERN

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INTERVIEW

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DIE DOCUMENTA-STADT

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EVENTS

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Alle Rechte vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. www.frizz-kassel.de

Infos zur documenta 14. Eine Annäherung an Kurator Adam Szymczyk. ... mit Kunsthistoriker Christian Saehrendt. Die documenta zwischen Gestern und Heute. ... mit d11-Künstler John Bock. Museen, Galerien, Sehenswürdigkeiten.

Veranstaltungs-Highlights.

Als eine Gruppe von Enthusiasten um den Kunstprofessor Arnold Bode 1955 in Kassel eine Kunstschau organisierte, konnte niemand ahnen, dass aus der documenta einmal die weltweit größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst werden würde. Konzipiert als einmalige Rückschau auf die in Nazi-Deutschland verbotene moderne Kunst, war die erste documenta lediglich Begleitprogramm zur Bundesgartenschau, die im Sommer 1955 frisches Leben in die Ruinen- und Kraterlandschaft der vom Krieg zerstörten Stadt bringen sollte. Inzwischen hat sich die documenta zu einem Projekt mit 60-jähriger Tradition entwickelt. Tausende Künstler und Kulturschaffende aus vielfältigen Kontexten und Orten rund um den Globus hat die Weltkunstausstellung empfangen – mit beispiellosem Erfolg. Seit 1968 findet die documenta unter wechselnder künstlerischer Leitung alle fünf Jahre in Kassel statt und gilt als weltweiter Gratmesser der internationalen Gegenwartskunst. 2012 pilgerten 860.000 Kunstinteressierte zur documenta 13 nach Kassel. Die 14. Auflage wird von Adam Szymczyk kuratiert. Der gebürtige Pole hatte zuvor als jahrelanger Leiter der Kunsthalle Basel und als Kurator der 5. Berlin Biennale mit so klugen wie sperrigen Ausstellungen weltweit von sich Reden gemacht. Wie jeder Documenta-Leiter mit allen künstlerischen Freiheiten ausgestattet, hatte Szymczyk nach seiner Berufung auch gleich für den ersten Paukenschlag gesorgt und für die kommende Schau eine Doppelstruktur vorgeschlagen. Neben Kassel ist Athen gleichwertiger Gastgeber der Ausstellung. „Von Athen lernen“ – so lautet der Arbeitstitel. Der Zusatz Arbeitstitel verdeutlicht, worauf es Szymczyk ankommt: Die Arbeit an der documenta 14 ist ein beständiger Prozess, der auch mit der Eröffnung der Ausstellung in Athen und Kassel nicht beendet ist. Die künstlerischen Projekte und Konzeptionen für Athen und Kassel sind dabei nicht ohne einander zu denken, sondern beide Städte und die dort stattfindenden Projekte ergeben zusammen die documenta 14. Viele der teilnehmenden Künstler erarbeiten Projekte für beide Standorte, die sich teilweise aufeinander beziehen oder aber ganz unterschiedliche Formen, Formate und Perspektiven annehmen. Athen ist dabei Sinnbild für eine sich rapide verändernde globale Situation und zeigt die wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragestellungen, mit denen sich die Gesellschaft konfrontiert sieht – ähnlich wie Kassel 1955 für die Notwendigkeit stand, mit dem Trauma der Zerstörung, das der Nationalsozialismus in Deutschland mit sich gebracht hatte, umzugehen.

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© Alexander Röder / 2

documentafacts Termin Kassel 10. Juni – 17. September | Athen 8. April – 16. Juli

Ausstellungsorte

Es hat Tradition, um die Ausstellungsorte der documenta ein lange schwelendes Geheimnis zu machen. Und doch sickerte bereits durch, dass neben dem Fridericianum auch wieder die Neue Galerie und die Documentahalle bespielt werden sollen. Erstmals dabei sind die vor zwei Jahren eröffnete GrimmWelt oberhalb des Weinberges und eine einstige Fabrikhalle nahe des Uni-Campus‘. Zentraler Schauplatz ist der Friedrichsplatz, auf dem Marta Minujíns „Parthenon der Bücher“ aufgebaut werden soll. Der Tempel, dessen Säulen und Wände 100.000 verbotene Büchern bilden, hat die Original-Maße des Parthenon in Athen. Auf dem Friedrichsplatz hatten die Nationalsozialisten 1933 zahlreiche in Ungnade gefallene Bücher verbrannt.

Führungen

Die documenta bietet begleitete Spaziergänge zur Ausstellung an, buchbar unter www.shop.documenta.de.

an dem persönlichen Zugang der Besucher zum Geschehen. In Vorbereitung und während der Ausstellung erscheint in vier Sonderausgaben das Magazin „South as a State of Mind“.

Begleitprogramm

Während der Ausstellung wird es täglich zahlreiche Veranstaltungen geben, die Inhalte der Ausstellung aufnehmen und in verschiedensten Formaten präsentieren. www.documenta.de

Öffnungszeiten

täglich von 10 bis 20 Uhr

Tickets

Tageskarte 22 €, 2-Tageskarte 38 €, Dauerkarte 100 €, Abendkarte (ab 17 Uhr) 10 €.

Publikationen

Der begleitende Reader erforscht die diskursiven und praktischen Anliegen der Ausstellung. Das gleichzeitig erscheinende Daybook stellt die Künstler vor. Es orientiert sich dabei in seiner tagebuchartigen Struktur sowohl an den Parallelen und Überschneidungen der 163 Kalendertage dauernden Ausstellung in Athen und Kassel als auch

›› Umfassende Informationen zu

Ausstellung, Künstlern, kulturellen und gastronomischen Tipps gibt‘s zur documenta auch auf unserer Internetseite: www.frizz-kassel.de

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Wir stehen für Einzel- und Gruppenbuchungen mit Rat und Tat zur Seite – damit Sie sich ganz auf Ihren Besuch in Kassel freuen können.

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SPECIAL DOCUMENTA

© Nils Klinger

Rockstar der Kunstszene oder freudloser Intellektueller? Am künstlerischen Leiter der Documenta 14 scheiden sich die Geister. In simplen Kategorien ist er kaum zu fassen. Versuch einer Annäherung.

DER TALENTIERTE

MR. SZYMCZYK Die New York Times bezeichnete ihn vor Jahren einmal als „eine Art Rockstar“. Und tatsächlich wirkt der hagere Typ mit dem blonden Scheitel auch mit Mitte 40, als lege er allabendlich in einer Avantgarde-Rockband Hand an seine Fender Telecaster. Dabei spielt Adam Szymczyk weder Gitarre, noch hat er irgendwann in den letzten anderthalb Jahrzehnten einen Hang zur breitbeinigen Pose erkennen lassen. Stattdessen gibt er sich scheu, stets ein wenig verschlossen und schwer zugänglich – wie die Ausstellungen, die er kuratiert. Das britische Kunstmagazin „Art Review“ führt ihn auf Platz zwei seiner jetzt veröffentlichten Liste der derzeit einflussreichsten Personen im internationalen Kunstbetrieb. Eine Stellung, die er sicher zu großen Teilen auch seinem Job als künstlerischer Leiter der Documenta verdankt; eine Stellung, die er sich aber auch mit einem gerüttelten Maß an Ausdauer und Konsequenz bei seinen bisherigen Stationen verdient hat. Als 33-jähriger Nobody tritt Adam Szymczyk im Jahr 2003 den Posten als Direktor der Kunsthalle Basel an. Mit einem intellektuellen, sich zu Reduktion, Leere und installativen Arbeiten hinwendenden Programm, prägt der Pole ein Jahrzehnt das Haus und etabliert es als einen der innovativsten Ausstellungsorte in der Schweizer Kunstmetropole. Die Kunsthalle findet international Beachtung, die Basler hingegen finden sich verschreckt. Die Schauen sind herausfordernd und sperrig. Immer wieder unterläuft Szymczyk darin die Erwartungen, weil er die Künstler, die er einlädt, zum Experimentieren ermutigt. So zeigt die dänische Performancegruppe Superflex in ihrer Ausstellung „Supershow“ leere Ausstellungsräume, bei denen jeder Besucher anschließend bei freiem Eintritt zwei Schweizer Franken erhält. Kunst als Mehrwert fürs Volk. Zudem beweist Szymczyk wiederholt ein besonders ausgeprägtes Näschen für Talente. So hat die deutsche Malerin Tomma Abts in Basel eine ihrer ersten großen Ausstellungen, ehe sie wenig später den renommierten Turner-Preis erhält und zum internationalen Star avanciert. 2006 präsentiert Szymczyk die weitgehend vergessene Künstlerin Lee Lozano in einer gefeierten Installation. Ein Jahr darauf wird die Malerin zur Documenta eingeladen. Im Frühjahr 2008 kuratiert Adam Szymczyk gemeinsam mit Elena Filipovic die 5. Berlin Biennale. Das hippe Schmuddelkind unter den Biennalen führt

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er gezielt aus dem jugendlichen und prekären Ortsteil Mitte in neue Ausstellungsorte, darunter in die Neue Nationalgalerie, dem Sinnbild Westberliner Kunstbourgeoisie. Mit diesem einfachen Handstreich zwingt Szymczyk die Hauptstädter zu einer wochenlangen Diskussion darüber, in welchem sozialen Rahmen sich Kunst bewegen soll. Und so verwundert es auch nicht, dass der Vater eines siebenjährigen Sohnes bereits in seiner Antrittsrede als künstlerischer Leiter der Documenta den Unmut aller Kasseler Lokalpatrioten auf sich gezogen hat, indem er verkündete, die 14. Auflage der Weltkunstausstellung werde gleichberechtigt in Athen stattfinden. Rumms. Der Unmut ist inzwischen verflogen, die Skepsis, ob er an den Erfolg der durchweg begeistert aufgenommenen Documenta 13 anknüpfen kann, jedoch bleibt. Zur offiziellen Vorstellung in Kassel hatte Szymczyk seinerzeit zwei Ausstellungskataloge mitgebracht – die Kurzführer der Documenta X von 1997 und der Premierenausstellung von 1955. Sei Arnold Bode mit der ersten Ausstellung eine revolutionäre Tat gelungen, habe Catherine David die Documenta durch ihre Hinwendung zum Politischen geprägt. Zwischen diesen beiden Polen möchte Szymczyk „seine“ Documenta ansiedeln.

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SPECIAL DOCUMENTA

EULEN IN ATHEN, IN KASSEL NUR KRÄHEN?

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Kunstkritiker Christian Saehrendt ist in der Documenta-Stadt geboren und lebt in der Schweiz, wo er Adam Szymczyks Arbeit intensiv verfolgte. Jetzt hat er, beinahe folgerichtig, ein famoses Documenta-Buch geschrieben. Alles fragt sich: Warum findet ein Spitzenereignis der Hochkultur wie die Documenta ausgerechnet in Kassel statt? Die Kunstfreunde steigen zur Documenta hier am ICE-Bahnhof aus mit der Erwartung: „Jetzt will ich etwas Ungewöhnliches sehen.“ Und diese Erwartungshaltung an Kunst haut einem Kassel wenig später um die Ohren. Was man sieht, ist alles irgendwie unschön und banal. So wie zeitgenössische Kunst eben auch. Kassel ist überspitzt gesagt das graue Passepartout, das die Kunst braucht, um glänzen zu können. In Metropolen wie Berlin würde die Documenta Gefahr laufen, zu verpuffen. Das sieht man regelmäßig bei der Berlin-Biennale, die Szymczyk ja auch mal geleitet hat. Das ist wenig schmeichelhaft. Das sind die Äußerungen vieler Documenta-Besucher auch. „Kassel ist die hässlichste Stadt westlich Sibiriens“, hat einmal ein Kunstkritiker gesagt. Das ist noch eine der harmloseren in einer langen Reihe schlimmer Äußerungen über Kassel, die ich gesammelt habe. Diese Liste war einst der Auslöser, ein Documenta-Buch zu schreiben, ein herzliches „Fuck You“ an

all die arroganten Leute, die hierher kommen und sich darüber aufregen, wie trist Kassel ist. Letztlich verrät das nur deren eigene Spießigkeit. In deinem Buch schlägst du eine Brücke zwischen Kassel als Stadt der Documenta, der Brüder-Grimm und schauerlichen Verbrechen. Was haben diese Dinge gemein? Auf den ersten Blick zugegebenermaßen nicht besonders viel. Aber die Welt der Kunst ist eben auch eine Märchenwelt. Dort ist die Verwandlung eines untalentierten Künstlers, der plötzlich entdeckt wird, der zum Superstar aufsteigt, noch möglich. Nirgends sonst gibt es in dieser verwissenschaftlichten und bürokratisierten Welt noch solche zauberhafte Geschichten. Dazu erscheint mir Nordhessen schon immer als eine verhexte Gegend. Ich habe das Gefühl, dass viele seltsame Dinge nur in Hessen passieren. Leute, hier spukts! Die Documenta findet erstmals nicht ausschließlich in Kassel, sondern zusätzlich in Athen statt. Was hältst du von der Expansion der Weltkunstausstellung? Ich kann dem nichts

abgewinnen. Die Idee hinter der Documenta ist doch, einen weltweiten Überblick über die aktuelle Kunst zu vermitteln – gebündelt an einem Ort. Jetzt wird Athen ins Boot geschubst. Dabei ist völlig unklar, wie die Documenta in Athen angenommen wird. Die Armut dort ist erschreckend, das soziale Klima wegen der EU-Sanktionen aufgeheizt. Die Straßen sind voller Bettler und campierender Flüchtlinge. Die haben weiß Gott andere Sorgen, als für einige Wochen den Kunstjetset zu beherbergen. In der Kritik steht vor allem, dass die Schau in Athen ein Vierteljahr früher beginnt als in Kassel. Das ist es auch, was mich so stört. Dadurch besteht die Gefahr, dass das Interesse zum Start in Kassel längst abgeklungen ist und viele internationale Gäste diesmal ausbleiben. Kassel werden als Nachzügler nur noch die nationalen Gäste bleiben und diejenigen, die sich Athen nicht leisten können oder wollen. Im Ergebnis führt das zu einer Zwangssegregation des Publikums und einer Zwangsprovinzialisierung Kassels als Documenta-Standort.

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© Tanja Küchle

ist vom Typ her das glatte Gegenteil: ein Nerd mit der Aura des Juniorchefs eines Bestattungsinstituts. Was plant er? Wofür steht er? Wer sich einen Osteuropäer erhofft, der deren mystisches Erbe vertritt, wird ihn in Adam Szymczyk nicht finden. Zehn Jahre hat er die Kunsthalle Basel geleitet und es in dieser Zeit geschafft, die Besucherzahlen zu halbieren. Von Carolyn Christov-Bakargiev hat man vor dem Start der Documenta 13 ähnliche Vorbehalte gehegt. Schließlich hat sie eine von der Kritik fast hymnisch gefeierte Ausstellung kuratiert und nebenbei einen Besucherrekord aufgestellt. Das stimmt. Wenn man sich an ihre anfänglichen stundenlangen geschwurbelten Ausführungen erinnert – da war ganz viel heiße Luft drin. Ihre wahnwitzigen Theorien waren aber womöglich ein großer Bluff, vielleicht wollte sie damit nur die Kritiker verarschen. Am Ende waren alle zufrieden. Die Documenta 13 war ein sinnliches Erlebnis. Sie hat wie zuletzt Jan Hoet die ganze Stadt bespielt und mit einbezogen.

Von Seiten der Documenta heißt es, dass 80 Prozent der Arbeiten in Kassel gezeigt würden und Kassel als Hauptstandort nicht infrage steht. Es regiert die Ökonomie der Aufmerksamkeit. Ich befürchte: Die Schose ist medial gelaufen, wenn sich in Kassel die Türen öffnen. Die Besucherzahlen waren zuletzt enorm. Die Leute haben die Documenta als grelles Kunst-Happening gefeiert. Was erwartest du von der diesjährigen Ausstellung? Wir werden möglicherweise wenig klassisch Ästhetisches sehen, stattdessen eher theoretische, konzeptuelle und vor allem: politische Kunst. Ich vermisse in Szymczyk den charismatischen Sympathen, den so ein Kuratorenchefsessel meines Erachtens braucht. Carolyn ChristovBakargiev war ein quirliger, anarchistischer Lockenkopf. Szymczyk

Ist so ein Erfolg überhaupt wiederholbar? Oder anders gefragt: Ist Adam Szymczyk nicht vielleicht der richtige für eine Zäsur, der das Konzept der Documenta auf den Prüfstand stellt? Natürlich müssen wir weg von diesem kapitalistischen Wachstumsfetisch. Und ja, vielleicht entpuppt sich Adam Szymczyk als eben jener Mann, der jetzt die unbequemen Fragen nach der Zukunft der Documenta stellt. Ich freue mich auf den Sommer in Kassel und lasse mich gerne überraschen. Und vielleicht ist die Documenta nach 13 erfolgreichen Ausgaben längst „too big to fail“, unkaputtbar, ganz gleich, welcher Chefkurator gerade am Werk ist. ›› Christian Saehrendt: Schneewittchen und der kopflose Kurator. Der Reiseführer für documenta-Besucher, Romanti-ker und Horrorfans. Dumont 2017. ›› Christian Saehrendt, 49, ist promovierter Historiker und Kunsthistoriker. Der Erfolgsautor bewertet zurzeit für den HR in „Hauptsache Kultur“ Kunstwerke im öffentlichen Raum.

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SPECIAL DOCUMENTA

DOCUMENTA IM STADTBILD Kassels Stadtbild unterscheidet sich von dem anderer Städte durch seine Besetzung mit hochkarätigen Kunstobjekten. Mit der schrittweisen Erschließung neuer Schauplätze hat die documenta ihr städtisches Umfeld programmatisch genutzt. Die Geschichte der documenta ist somit auch die Geschichte ihres Ausgreifens in den Außenraum. 16 Installationen sind dauerhaft zu besichtigen. Ein Streifzug.

Die Fremden, von Thomas Schütte, 1992 Portal des Roten Palais am Friedrichsplatz Auf dem Säulenportal des ehemaligen Stadtschlosses der Kurfürsten von Hessen-Kassel ist eine Gruppe von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft mitsamt Gepäck gestrandet. Als gesellschaftliche Randfiguren blicken sie in ihrer prekären Lage auf das städtische Treiben unter ihnen, ohne daran teilhaben zu können.

Spitzhacke, von Claes Oldenburg, 1982 Fulda-Ufer an der Drahtbrücke Das archaische Werkzeug verweist auf Kassels Wiederaufbau. Der wie zufällig wirkende Standort am Fluss markiert den Punkt, an dem die verlängerte Achse der Wilhelmshöher Allee auf das Fulda-Ufer trifft. Und so erklärte der Künstler, der Herkules, der im Bergpark hoch über Kassel thront, hätte die Spitzhacke dorthin geschleudert.

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Das über Pflanzen ist eins mit ihnen, von Lois Weinberger, 1997, KulturBahnhof Im Schotterbett des stillgelegten Gleises 1 durchmischte Weinberger die einheimische Vegetation mit aus Süd- und Südosteuropa eingewanderten schnell wachsenden Pflanzen, die die ursprüngliche Flora verdrängen. Ein botanischer Prozess als Metapher des weltweiten Migrationsgeschehens.

Das Traumschiff Tante Olga, von Anatol, 1977, Heinrich-Schütz-Schule Wie ein von Kindern gefaltetes Papierschiffchen sieht das Gefährt aus, das zur Eröffnung der documenta 6 auf der Karlswiese präsentiert wurde. Mit dem Boot wollte Anatol, Botschafter der Künstlergemeinschaft „Freie Akademie Oldenburg“, die Träume von Kindern nach Kassel bringen. Rahmenbau, von Haus-Rucker-Co, 1977 Friedrichsplatz Die begehbare Plastik dient als Vorrichtung zur Blicklenkung. An der Hangkante des Friedrichsplatzes ist einer Rahmenkonstruktion eine kleinere vorgehängt. Der Rahmen schneidet einen Teil der Wirklichkeit aus und lässt ihn zu einem Land-

schaftsbild werden. Der Betrachtende wird unterdessen selber zum Objekt der Betrachtung.

7000 Eichen, von Joseph Beuys, 1982

© Alexander Röder / 4

Stadtgebiet Kassel Fünf Jahre dauerte es, bis das aufgeschüttete Steinlager auf dem Friedrichsplatz abgetragen und 7000 Bäume, begleitet von je einer Basaltstele, im Stadtgebiet verteilt wurden. Die soziale Plastik greift wie kein anders Kunstwerk weltweit auf unmittelbar verständliche Weise radikal und nachhaltig in die Struktur des urbanen Lebensraums ein.

Three to One, von Max Neuhaus, 1992 AOK-Gebäude am Friedrichsplatz Das markante Treppenhaus füllte Neuhaus mit einer elektronisch erzeugten Klanginstallation. Sie entwickelt sich in leichten Modifikationen über drei Etagen. An der Grenze der Wahrnehmbarkeit verlangt sie eine Schärfung der Sensibilität für das akustische Angebot.

Vertikaler Erdkilometer, 1977, von Walter De Maria, vor dem Fridericianum Walter De Maria ließ einen Messingstab von einem Kilometer Länge vertikal in Richtung Erdmittelpunkt senken. Auf Platzniveau ist nur das obere Ende – die Kreisfläche des Stabdurchmessers – sichtbar. Das Werk ist somit der Wahrnehmung entzogen und in die Vorstellung des Publikums verlagert. Zugleich kann er als symbolischer Akt der Rückgabe des hochwertigen Metalls an die ausgebeutete Erde gedeutet werden. Man Walking to the Sky, 1992, von Jonathan Borofsky, vor dem Hauptbahnhof In blindem Fortschrittsoptimismus strebt der Mann gen Himmel, ohne sich um die Umstände seines Vorwärtsstürmens zu kümmern. Trotz ihrer kritischen Position zwischen Aufstieg und Absturz hat sich die auf schlankem Rohr emporeilende Figur zum Hoffnungssymbol der Region entwickelt. ›› Besuchen Sie auch die digitale Tour zu den Außenkunstwerken auf unserer Internetseite: www.frizz-kassel.de

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John Bock über die Documenta

Ein Wühlen in der Ackerfurche Wie wirkt die Documenta auf Künstlerkarrieren? John Bock war noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, als ihn Okwui Enwezor zur Documenta 11 einlud. Heute zählt er zu den weltweit einflussreichsten Aktionskünstlern. Wir haben darüber mit John Bock gesprochen. Sie sind 2002 zur Documenta 11 eingeladen worden. Welche Erinnerungen haben Sie an den Sommer in Kassel? Das war eine sehr intensive Zeit. Schließlich war ich als einer der wenigen Künstler fast die kompletten 100 Tage anwesend. Ich wollte dem Publikum ganz direkt begegnen und den Leuten keine irgendwann im Atelier gefertigte Kunst, sondern Kunst im Prozess präsentieren. Hierfür hatte ich mit meinem Team in der Karlsaue verschiedene Aktionen aufgeführt – Modenschauen, kleine Theaterstücke und so weiter – und diese Aktionen gefilmt, geschnitten und vor Ort gezeigt. Das war mein Plan und der ging auf. Aber ich war auch überfordert mit diesem Rummel und dem System. Ich musste von den Organisatoren immer wieder eingefangen werden, wenn ich mal wieder übers Ziel hinausgeschossen bin. Sei es, das ich nicht mal eben auf Bäume klettern oder ein Konzert veranstalten durfte. Hat man als Künstler während der Documenta Kontakt mit anderen Künstlern? Eigentlich nicht. Die meisten bauen auf, gehen noch zu diesem doofen Eröffnungsessen und dann: Rückflug. Das war schon enttäuschend. Rückblickend habe ich für mich die richtige Entscheidung getroffen und mich dem Publikum gestellt. Gerade an den Sonntagen, wenn wir unsere Stücke auf der Bühne gespielt haben, sind oft Spaziergänger mit Kindern stehengeblieben. Dann war das keine Kunst mehr, sondern Volkstheater. Welchen Stellenwert hat die Documenta heute noch? Braucht es sie noch trotz aller Biennalen? Die Documenta ist wichtig. Bei den Biennalen wird Kunst zu einem Dauerevent. Die pflegen ihren Glam-Charakter und müssen Sektempfänge organisieren, damit die Millionäre ihre Pelze austragen können. Die Documenta ist da anders, die wühlt noch in der Ackerfurche. Und das ist oft eben bahnbrechend. Die D14 findet neben Kassel auch in Athen statt. Was halten Sie von der Expansion der Ausstellung? Ich finde das gut. Ich finde alles gut,

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was ein Nachdenken produziert. Deshalb sehe ich Griechenland wirklich als Chance. Viele Leute in Kassel haben Angst, dass ihnen die Documenta weggenommen wird. Und Angst ist meines Erachtens schon mal der richtige Weg. Dann kann man über das Andere wirklich etwas neues in Erfahrung bringen und in Gang setzen. Es kann ja nicht immer nur darum gehen, durch die Kunsttouristen mehr Brötchen zu verkaufen, um sich dann zu beschweren, wegen der Kunsttouristen nun mehr Brötchen backen zu müssen. Jetzt muss Kassel seine Brötchen eben nach Griechenland bringen. Sie sind zeitlebens Documenta-Künstler. Hat eine Teilnahme, die von manchem mit einem Ritterschlag verglichen wird, einen Einfluss auf die kommerzielle Stellung eines Künstlers im Kunstmarkt? Nein. Das war vor 40 Jahren, als noch weniger Künstler dabei waren, sicher so. Heute verwischt das. Ich war mehrmals in Venedig und einmal bei der Documenta. Aber von den Besuchern weiß das niemand. Und das ist auch gut so. Als Künstler sollte man mehr vor sich hin murmeln und das Publikum immer wieder neu zu überzeugen versuchen. Mit dem Bonus eines Stars wird es schwer. Und einsam. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre Gerhard Richter und müsste immer alles perfekt machen – da hockt Duchamp auf der einen Schulter und Picasso auf der anderen und an den Genitalien zerrt Dali – schrecklich. ›› John Bock, 51, ist ein international gefeierter Aktionskünstler. Seit 2004 lehrt er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe als Professor für Bildhauerei.

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SPECIAL DOCUMENTA

KASSELS SCHÄTZE Kassel ist nicht nur Documenta. Die einstmals prachtvolle Residenz der hessischen Landgrafen hat eine Vielzahl von einzigartigen Museen, Galerien und imposanten Parks zu bieten – insbesondere im von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhobenen Bergpark.

Schloss Wilhelmshöhe Im einstigen Residenzschloss befindet sich heute die Gemäldegalerie Alte Meister, die Antikensammlung, die graphische Sammlung sowie das Schlossmuseum im Weißensteinflügel. Höhepunkt ist vor allem die umfangreiche Sammlung niederländischen Barocks. So ist die Gemäldesammlung Rembrandts, was Anzahl und Qualität der Werke betrifft, in Deutschland unübertroffen. Zur Documenta findet im Schloss Wilhelmshöhe eine Sonderaustellung statt. In zwei Ausstellungsteilen werden Skulpturen, Gemälde und Grafiken rund um den Kasseler Herkules zusammengetragen, der in diesem Jahr 300 Jahre alt wird.

GrimmWelt Die GrimmWelt befasst sich mit Leben und Werk Jacob und Wilhelm Grimms. Das Museumsneubau auf dem Weinberg, 2015 vom Architekturmagazin „German Architects“ zum Bau des Jahres gekürt, bietet auf künstlerische, mediale und interaktive

Orgelfestival 2017

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Weise Einblicke in deren Schaffen. Ein Höhepunkt des Museums sind die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen von 1812/1815 mit handschriftlichen Anmerkungen der Brüder Grimm. Daneben widmet sich ein großer Teil des Museums auch dem sprachwissenschaftlichen Tun der Grimms.

Caricatura Die Galerie für komische Kunst im KulturBahnhof ist die Keimzelle des später in Frankfurt gegründeten Museums. In mehreren großen Ausstellungen im Jahr werden Arbeiten aus den Bereichen Cartoon, Karikatur, Comic sowie komische Zeichnung und Malerei gezeigt. Zurzeit läuft eine Werkschau des SZ-Hofcartoonisten Michael Holtschulte.

Galerie Coucou Unter dem Motto „soit curieux - Sei neugierig“ wird in der kleinen Galerie im Vorderen Westen zeitgenössische Kunst ausgestellt. Sowohl in Grup-

pen- als auch Einzelausstellungen werden Arbeiten deutscher und internationaler Künstler gezeigt.

Stadtmuseum Kassel Nach jahrelangen Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten erstrahlt Kassels historisches Museum jetzt in neuem Glanz. Auf drei Etagen können Besucher mithilfe imposanter Modelle der wechselhaften Stadtgeschichte Kassels nachspüren – von der Ersterwähnung im Jahr 913, über die Zeit als strahlende Residenz der hessischen Landgrafen bis zur Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg.

Neue Galerie Pflichtbesuch für Documenta-Besucher: Joseph Beuys wird dort ein ganzer Raum gewidmet. Highlights ist dessen Installation „Das Rudel“. Daneben wird Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit dem Schwerpunkt Malerei ausgestellt, mit Arbeiten von Lovis Corinth, Alexej von Jawlensky, Conrad Felixmüller und Gerhard Richter. Beson-

4. Juni – 27. august

Martinskirche Kassel Über 150 veranstaltungen Konzerte, improvisationen, Performances, gottesdienste, führungen. www.musik-martinskirche.de

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Höhepunkt in der Neuen Galerie: „Das Rudel“ von Josph Beuys. © mhk

dere Aufmerksamkeit gilt den Erwerbungen der vergangenen Documenta-Ausstellungen.

Hessisches Landesmuseum Im November wiedereröffnet, geben die Sammlungen der Vor- und Frühgeschichte, angewandten Kunst und Volkskunde einen Überblick über die hessische Landesgeschichte. Die Volkskundesammlung ist die umfangreichste Hessens. Tipp: der für Besucher geöffnete Turm. Von dort hat man einen fantastischen Panoramablick über Kassel.

Galerien der Südstadt In der Südstadt Kassels haben sich unweit der Kunsthochschule einige Galerien etabliert. Galerie Rasch, Galerie Petschelt, Tokonoma und Warte für Kunst sind immer einen Besuch wert. Besonders die junge Kunst findet hier eine Plattform. Im Vorfeld der Documenta, vom 19. bis 21. Mai, findet dort ein alle Galerien umspannendes Galeriefest statt.

Museum für Sepulkralkultur Särge, Leichenwagen, Trauerbekleidung, Grabsteine und Skulpturen – das Sepulkralmuseum ist deutschlandweit einzigartig. Themenschwerpunkt: Sterben, Tod und Totengedenken.

Bergpark Wilhelmshöhe Der Herkules thront seit 300 Jahren über der Stadt. Von der Aussichtsplattform hat man eine grandiose Sicht über die angrenzende barocke Parkanlage und die Stadt. Der Bergpark mit seinen seit dem 17. Jahrhundert erhaltenen Wasserspielen ist weltweit einzigartig. Von Mai bis Oktober sind mittwochs und sonntags ab 14.30 Uhr die Wasserspiele zu sehen. Das Wasser sprudelt dabei über die Kaskaden hinab zum Schlossteich, wo der Wasserdruck eine über 50 Meter hohe Fontäne in die Luft schießt. An jedem ersten Samstag im Monat finden abends die beleuchteten Wasserspiele statt. Bergpark und Herkules zählen zum UNESCOWeltkulturerbe. Im Bergpark befindet sich zudem die um 1800 als künstliche Burgruine errichtete Löwenburg.

Karlsaue und Orangerie Nur wenige Schritte von Kassels City enfernt, liegt die Karlsaue. Diese einstmals barocke Parkanlage wurde im 18. Jahrhunderts zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Traditionell dient der Park auch als Ausstellungsfläche für Documentakunst. ›› Besuchen Sie auch online die digitale Tour zu den Sehenswürdigkeiten: www.frizz-kassel.de

„Jakobssegen“, Rembrandt, Gemäldegalerie Alte Meister, Schloss Wilhelmshöhe. © mhk

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SPECIAL DOCUMENTA

›› Rainald Grebe, Sommer im Park

›› Martin Brambach, Kultursommer

© Joachim Dette

© Alfred Steffen

EVENTTIPPS ... im documenta-Sommer Kultursommer Nordhessen, 7.5.-13.8. Zum Kultursommer zieht in Klöstern, Kirchen, Waldlichtungen, Schlössern und Burgen Kultur ein. Mehr als 100 Veranstaltungen sind geplant. Am 13. Juni etwa gastiert Schauspieler Martin Brambach mit einem Luther-Programm in Gudensberg. Musikalisch unterstützt, rezitiert er Briefe und Predigten des Reformators. ›› www.kultursommer-nordhessen.de

Sommer im Park, 14.6.-2.7., Theaterzelt Festplatz Vellmar Anz_95_130_dokumenta_2017.indd 1

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Nordhessens führendes Kleinkunstfestival geht in eine neue Runde. Und das Lineup spricht für sich: Götz Alsmann, Herbert Pixner, Torsten Sträter, Rainald Grebe, Jochen Malmsheimer, Urban Priol und, und, und. Im Kartenpreis enthalten ist bereits das Tramticket für Hin- und Rückfahrt nach Kassel. Von Kassel aus fährt eine Tramlinie direkt bis zum Festplatz. ›› www.piazza.ddticket.de

Oben Festival, 17.6., Knallhütte Zweite Ausgabe des Ein-Tages-Festivals vor den Kasseler Stadttoren. Das facettenreiche Lineup umfasst Indie, Pop, Electronic, HipHop, Rock und Techno auf drei Bühnen. Headliner: Clueso. ›› www.oben-festival.de

Brüder-Grimm-Festival, 2.7.-13.8. Park Schönfeld Kassel Zur zehnten Ausgabe des Brüder-Grimm-Festivals wird es wieder eine wunderbare Märchenmusical-Aufführung geben. Vom 6. Juli an wird für fünf Wochen „Das tapfere Schneiderlein“, frei nach den Brüdern Grimm, auf der schwimmenden Bühne im Park Schönfeld aufgeführt. Zusätzlich bietet das Festival ein Kinderprogramm mit 20 Vorstellungen in idyllischer Kulisse, umgeben von alten Bäumen am Schönfelder Märchenteich. Das Festival wird am 2. Juli mit einem Märchenfest eröffnet. ›› www.brueder-grimm-festival.com © Dustin Rabin

›› Billy Talent, Open Flair

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Sommer im Park

›› Zissel

vom 14. 6. bis 2. 7. 2017

›› Clueso, Oben Festival

Die Bad Hersfeld Festspiele sind schon mal einen Abstecher wert. 60 Autobahnkilometer südlich von Kassel steht im Reformationsjahr Dieter Wedels neue Produktion „Martin Luther - Der Anschlag“ im Fokus. Das Stück ist bereits ausverkauft, lediglich für die Zusatzvorstellungen am 26.7., 7.8. und 20.8. gibt es noch Tickets. Weitere Stücke: My Fair Lady, Titanic, Hexenjagd, Das tapfere Schneiderlein. ›› www.bad-hersfelder-festspiele.de

Kulturzelt Kassel, 30.6.-19.8., Karlsaue Kassel Das beliebte Festival hinter der Orangerie wartet jedes Jahr mit einer Reihe Stars aus den Genres Jazz, Rock und Pop auf. Wer in diesem Jahr im vollklimatisierten Festzelt dabei ist, wird im März bekannt gegeben. Genießen lässt es sich auch vor dem Zelt. Unterm Baumschatten an der Fulda – Kassels schönster Biergarten. ›› www.kulturzelt-kassel.de

Zissel, 4.-7.8., Karlsaue Kassel Zissel bedeutet vier Tage Volksfest rund um die Fulda. Das traditionelle Wasserfest steht für Festumzüge und buntes Treiben am Fuldaufer mit Fahrgeschäften und Gastronomie.

Mit der Tram Linie 1 zum

Bad Hersfelder Festspiele

FESTIVAL 2017

THEATERZELT Vellmar Festplatz/ Brüder-Grimm-Straße – Haltestelle Tram-Linie 1

›› Aktuelle Veranstaltungen für Kassel gibt es online: www.frizz-kassel.de

Kombiticket nutzen! Hinund Rückfahrt im KasselPlusgebiet

Wir fördern:

Gefördert von:

MeineCardPlus Um die GrimmHeimat NordHessen rund um Kassel zu entdecken, gibt es die kostenlose Gästekarte MeineCardPlus. Diese bietet freien Eintritt in mehr als 130 Freizeiteinrichtungen und kostenlose Fahrten mit den regionalen Bussen und Bahnen des Nordhessischen Verkehrsverbundes. In Kassel sind dies etwa die Gemäldegalerie Alte Meister im Schloss Wilhelmshöhe die Caricatura. Oder darf es eine kostenfreie Führung durch eines der zahlreichen Schlösser sein, die in die Welt der Könige und Kurfürsten von Nordhessen, mit beeindruckender Architektur und Parkanlagen einladen? Gäste der Region, die bei einem der 130 Beherbergungsbetriebe übernachten, erhalten die MeineCardPlus bei Anreise, zahlen keine Eintrittspreise und genießen das facettenreiche Angebot der Region. Ob Schlosshotel, Bio-Hotel, Landgasthof, Familienpension oder Ferienwohnung - so vielfältig wie die GrimmHeimat NordHessen sind auch die Gastgeber von MeineCardPlus.

›› www.MeineCardPlus.de

Samstag, 24.06.2017, 20.00 Uhr Jochen Malmsheimer

„Gut Gereift“

„ErmpftschnuggnTrødå“

Donnerstag, 15.06.2017, 20.00 Uhr Götz Alsmann & Band

„Ambros Pur – Volume 5! Das Konzert 2017“

Freitag, 16.06.2017, 20.00 Uhr Der Tod

Montag, 26.06.2017, 20.00 Uhr Rainald Grebe

„Happy Endstation“

„Das Elfenbeinkonzert“

Samstag, 17.06.2017, 20.00 Uhr Hagen Rether

Dienstag, 27.06.2017, 20.00 Uhr Louis on the Run

„Liebe“

Sonntag, 18.06.2017, 11.30 Uhr Matinee – Konrad Beikircher

Mittwoch, 28.06.2017, 20.00 Uhr Federspiel

Sonntag, 18.06.2017, 19.00 Uhr, MayBeBop

Donnerstag, 29.06.2017, 20.00 Uhr Georg Ringsgwandl

„Spiegelungen“

„Sistemfeler“

„WOANDERS. Saubere Musik und dreckige Geschichten“

Montag, 19.06.2017, 20.00 Uhr Herbert Pixner

Freitag, 30.06.2017, 20.00 Uhr Urban Priol „gesternheutemorgen“

Dienstag, 20.06.2017, 20.00 Uhr, Starbugs

Samstag, 01.07.2017, 20.00 Uhr Frieda Braun

„Crash Boom Bang“

„Sprechpause“

Mittwoch, 21.06.2017, 20.00 Uhr Torsten Sträter

Sonntag, 02.07.2017, 19.00 Uhr Pippo Pollina

„Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein“

„Il Sole Che Verra“ Tour 2017

Donnerstag, 22.06.2017, 20.00 Uhr Vince Ebert

Freitag, 21.04.2017, 20.00 Uhr Markus Krebs

„Zukunft ist the Future“

„Permanent Panne“ Mehrzweckhalle Frommershausen

Freitag, 23.06.2017, 20.00 Uhr Eure Mütter

Samstag, 22.04.2017, 20.00 Uhr Egersdörfer & Fast zu Fürth

„Das fette Stück fliegt wie ’ne Eins“

Dr. Dr. Th. Reidick & M. Seibel Ärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Sonntag, 25.06.2017, 19.00 Uhr Wolfgang Ambros & Günter Dzikowski

„… in Rom“

„Tour 2017 (finest handcrafted music from the alps)“

Open Flair, 9.-13.8., Am Werdchen Eschwege Fünf Tage, drei Bühnen plus Kleinkunstbühne und Campingplatz, 40.000 Besucher, ausgelassene Festivalstimmung. Noch basteln die Macher von Nordhessens größtem Musikfestival am Lineup. Bisher haben mit Billy Talent, Rise Against, Alligatoah und Biffy Clyro bereits einige große Namen für das Eschweger Festival zugesagt. ›› www.open-flair.de

Mi., 14.06.2017, 20.00 Uhr 30 Jahre Chroma Musikschule für Tanz und Musik

Die Karten erhalten Sie bei uns im PIAZZA zu den Geschäftszeiten: montags u. donnerstags 16–18 Uhr Tel.-Hotline 05 61/8 6178 93. Weitere Vorverkaufsstellen – in Vellmar: Bürgerservice im Rathaus, Tel. 8 29 20 o. 82 92-1 11, Schreibwaren Scheffer, Holl. Str. 80, Tel. 82 11 07 – in Kassel: HNA Kartenservice GmbH, Kurfürstengalerie, Tel. 20 32 04, Fax 7 17 18. Tickets Dransfeld. Tel. 0 55 02 / 9 10 91 42 Weitere Bestellungen ONLINE möglich:

www.vellmar.de und www.piazza.ddticket.de

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SPECIAL DOCUMENTA

30 Minuten bis zur Kunst

GASTGEBER DER DOCUMENTA Dornröschenschloss Sababurg Das Dornröschenschloss Sababurg ist ein Paradoxon. International als Märchenschloss der Brüder Grimm bekannter als die documenta, ist es bei den einheimischen eher das Ziel für gute und gehobene regionale Küche oder den Erlebnis-Familienausflug. Die „Hardware“ sind vor allem mächtige Mauern und eine imposante Ruine. Den entscheidenden Unterschied macht die „Software“: Schlossherr Günther Koseck, seine Ideen und sein Team haben diesen Ort in die Spitzengruppe der Schlosshotels Europas geführt. Mit Stil und viel Kunst anstatt Retro-Deko-Kitsch. Er hat einen echten Hot Spot für Rosenliebhaber, Foodies, Kunstfreunde und Grimm-Fans geschaffen. In nur 30 Minuten ist man vom Friedrichsplatz im Herzen Kassels in Sababurg, dem Herz des Reinhardswaldes, einer verwunschenen Oase aus Ruhe und Natur.

›› Sababurg 12, Hofgeismar, Tel. (05671) 80 80, dornroeschenschloss@sababurg.de

Baunatal Kassel ist dank Autobahn- und direkter Straßenbahnanbindung von Baunatal aus in wenigen Minuten erreichbar. Die VW-Stadt, in der es flächendeckend kostenfreie Parkplätze gibt, präsentiert sich mit einem vielfältigen Freizeitangebot. Den sportlichen Kick gibt‘s im Stadtpark. Mit Tennisplätzen und Anlagen zum Skaten und Rollschuhlaufen kann man sich dort ordentlich auspowern. Entspannung garantiert dagegen die Wasserwelt des Aquaparks. Baunatal ist zudem Ausgangspunkt in die reizvolle Landschaft des Habichtswalds, der mit sanften Hängen, dichten Wäldern und kleinen Bächen zum Wandern und Radfahren einlädt. In Baunatal macht auch die Deutsche Märchenstraße halt: in der Hütt-Brauerei. Dort wuchs Dorothea Viehmann auf, die als Märchenerzählerin den Brüdern Grimm ihren Märchenschatz anvertraute und zur wichtigesten Quelle der Märchenbrüder wurde.

›› Stadtmarketing Baunatal GmbH, Tel. (0561) 95 37 95 80, www.stadtmarketing-baunatal.de

Bad Wildungen Umgeben vom mittelalterlichen Mauerring, eine Fachwerk umsäumte Stadtkirche, trutziger Wehrturm, enge Gässchen und das Barockschloss Friedrichstein – das ist die eine Seite der Kurstadt Bad Wildungen. Die andere beherbergt Europas größten Kurpark, eine hochwertige Hotelerie und Gastronomie, prächtige Bäderarchitektur aus der Gründerzeit, reichlich Sport- und Freizeitangebote und ein großstädtisch anmutendes Kulturangebot mit vier überregional beachteten Musikfestivals. Bad Wildungen, eine halbe Autostunde von Kassel entfernt, ist eine gute Adresse für Touristen, die Erholung und Kultur gleichermaßen schätzen. Zur Zeit der Documenta finden zudem einige feine Veranstaltungen in Bad Wildungen statt: das Jazzfestival (9.-11.6.), Folk im Park (28. & 29.7.), das Lichterfest (12.8.) und das Stadtfest (1.-3.9.).

›› Staatsbad Bad Wildungen GmbH, Tel. (0800 ) 7 91 01 00, www.erlebnisregion-edersee.de

Fachwerkstadt Melsungen Kaum mehr als eine Viertelstunde von Kassel entfernt, liegt das malerische Fachwerkstädtchen Melsungen. Dank ausgezeichneter Anbindung mit Bahn und RegioTram sowie der direkten Anbindung an die Autobahn 7 ist Melsungen von Kassel aus auf vielen Wegen bestens erreichbar. Somit eignet sich Melsungen sowohl für Übernachtungsgäste, die nach ausgiebiger Kunstschau dem städtischen Trubel entfliehen möchten, als auch für Tagestouristen, die das Melsunger Land für einen Kurztrip erkunden möchten. Die beliebte Ferienregion erzählt ihre Geschichte und verführt mit ursprünglichem Charme – historische Fachwerkstädte, romantische Schlösser und trutzige Burgen laden zum Entdecken ein. Das Melsunger Land ist eine Region voller spannender Gegensätze: Ursprünglichkeit und Moderne, Aktivität und Ruhe direkt nebeneinander in einer romantischen wald- und wasserreichen Mittelgebirgslandschaft.

›› Kultur- & Tourist-Info Melsunger Land e.V., Tel. (05661) 70 82 00, www.melsungen.de tourist-info@melsungen.de

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Foto Mathias Völzke

ÜBER 6.000 BETTEN FÜR EINEN ENTSPANNTEN DOCUMENTA-BESUCH Genießen Sie Ihren Kultursommer in Kassel und erleben Sie die documenta 14 vom 10. Juni bis 17. September 2017 – die weltweit größte Austellung zeitgenössischer Kunst in Kassel. Für Ihren Aufenthalt warten große und kleine, luxuriöse und familäre Hotels und Unterkünfte auf Sie. Weitere attraktive Übernachtungsmöglichkeiten auch im Umland von Kassel und die Möglichkeit zur direkten Buchung finden Sie unter www.kassel-marketing.de

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Fliegen Sie mit Aegean Airlines ab Kassel Airport zur documenta nach Athen vom 8.4.-16.7.2017 | Weitere Informationen unter www.kassel-airport.aero


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Sonderausgabe zur Dokumenta 2017

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