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A u s g a b e F rü h j aH r 2012

3 Fragen Tamera Alexander im Kurzinterview

A u to r e n f e s t i va l

Ly n n Austin

Die Bestseller-Autorin kommt zu Besuch

Bewegend: D  ie Biografie »Genauso anders wie ich«


Editorial Wertvoll Schön, dass Sie das neue Francke-Magazin in den Händen halten! Es ist die zweite gedruckte Ausgabe und auch dieses Mal ist sie prall gefüllt mit Wertvollem und Lesenswertem rund um unsere Autorinnen und Autoren. Den Schwerpunkt bildet diesmal Lynn Austin, auf deren Besuch im Mai wir uns natürlich besonders freuen. Aber auch viele andere Autoren werden im Mai für Sie auf unserem Autoren-Festival erlebbar sein – mehr dazu auf Seite 6. Zu unserem Motto »wertvolles

lesen« passen aber auf jeden Fall auch die Biografie »Genauso anders wie ich« sowie der Lebensbericht »Wunderkinder«. Beide Bücher gehen unter die Haut und in diesem Magazin finden Sie einige Hintergrundinformationen zu den Autoren. Wir wünschen Ihnen nun gute Einblicke und viel Freude beim Stöbern! Ihr Sven Gerhardt (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)

Inhalt dieser Ausgabe: Treffen Sie Lynn Austin

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Biografie: Genauso anders wie ich

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Das Francke Autoren-Festival

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Christoph Pahl: Voll Mann?

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Tamera Alexander: Die Kraft der Worte 8

Karen Kingsbury: Neuanfang

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Mirja und Björn Wagner: Mutmacher 10

Frühlingsempfehlungen20

Nina Dulleck: Legales Gekritzel

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Aus dem Verlag

Tobias Faix: Vater-Tochter-Dialoge

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Impressum23

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spezial

Die beliebte amerikanische Autorin besucht deutschland und die Schweiz

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Lynn Austins Bücher begeistern und fesseln. Das machen die vielen Rezensionen und Leserstimmen, die wir bekommen, mehr als deutlich. Egal welchem Thema sie sich widmet: ihre Charaktere sind komplex und echt, die Handlungen spannend und überraschend und die Umgebungen authentisch und bestens recherchiert. Und Lynn Austin hat darüber hinaus immer etwas zu sagen. Sie schafft es, die gute christliche Botschaft, die ihr so am Herzen liegt, feinfühlig in ihre Ge-

schichten zu weben und somit neben der Unterhaltung auch noch Impulse für das Leben ihrer Leser weiterzugeben. Darin liegt vermutlich das Geheimnis ihrer Beliebtheit. Und diese ist seit ihrem Bestseller »Die Apfelpflückerin« ungebrochen. Höchste Zeit also, dass Lynn Austin sich ihrem Publikum einmal höchstpersönlich vorstellt. Die sympathische und bodenständige Autorin wird im Mai diesen Jahres in Deutschland und der Schweiz unterwegs und erlebbar sein:

Deutschland

Schweiz

9. Mai – 19.30 Uhr: Christliche Bücherstuben Dillenburg: In der FeG Dillenburg, Stadionstr. 4; Vortrag und Signierstunde 10. Mai – 19.30 Uhr: Buchhandlung d. Liebenzeller Mission: Im Missions- & Schulungszentrum, Heinrich-Coerper-Weg 11, 75378 Bad Liebenzell; Vortrag und Signierstunde 13. Mai – 19.00 Uhr: Schönblick. Christliches Gästezentrum Württemberg. WillySchenk-Str. 9, 73527 Schwäbisch Gmünd; Vortrag: »Typisch Frau« 14. Mai – 14.30 Uhr: Martins Buchladen: Wühlestr. 26 (Ecke Kellereistraße), 73033 Göppingen; Kaffee- & Signierstunde

15. Mai – 14.00 Uhr: Brunnen Bibelpanorama: Brühlgasse 35, 9000 St. Gallen; Input & Signierstunde 15. Mai – 18.30 Uhr: Schön & Buch: Steinberggasse 52, 8400 Winterthur; Vortrag & Signierstunde 16. Mai – 10.00 Uhr: Brunnen Bibelpanorama: Bahnhofstr. 76, 5000 Aarau; Input & Signierstunde 16. Mai – 14.00 Uhr: Brunnen Bibelpanorama: Spalenberg 20, 4051 Basel; Input & Signierstunde 16. Mai – 18.30 Uhr: Brunnen Bibelpanorama: Zeughausgasse 35/37, 3011 Bern; Vortrag & Signierstunde


Lynn Austin ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in der Nähe von Chicago/Illinois. Ihre große Familie, die vier Generationen umfasst, ist ebenso Aufgabe wie Inspiration für sie. Wenn ihr nach dem Tagesgeschäft noch Zeit bleibt, ist die ehemalige Lehrerin als Vortragsreisende unterwegs und widmet sich der Schriftstellerei. Sie hat bereits sieben »Christy Awards« (eine in den USA renommierte Auszeichnung für christliche Romane) gewonnen und ihr Roman »Die Apfelpflückerin« wurde als Spielfilm umgesetzt.

Luisas Töchter ISBN 978-3-86827-306-9 624 Seiten · € D 8,00 Anlässlich des Besuchs von Lynn Austin ist eine limitierte Sonderedition von »Luisas Töchter« erschienen. Sichern Sie sich diesen Roman zum Preis von unschlagbaren 8 Euro – solange der Vorrat reicht.

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spezial

Das francke

Autorenfestival unter anderem mit

Gräfin v. Arnim

Steffi Baltes

Ilse Roennpagel

Tobias Faix

Christoph Pahl

Melissa C. Feurer

Janita Pauliks

Mirja Wagner

Björn Wagner

Ingrid Kretz

Sven Gerhardt

Katja Hogh

mit

Lesungen

und Lynn

Austin

Kinderprogramm Geistlichen Impulsen Vorträge n Führungen Musik ws Tombola Hüpfburg Intervie

am 12. Mai 2012 auf unserem Verlagsgelände am Schwanhof 19 in Marburg.

Beginn: ab 10.00 Uhr Abschluss: gegen 19.00 Uhr.

Weitere Infos finden Sie im Internet unter www.francke-buch.de Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten: heinritz@francke-buch.de 6


top-titel

Witzig, spannend, tiefsinnig – Lynn Austin in Bestform!

Illinois 1936. Alice Ripley lebt so sehr in der Traumwelt ihrer Bücher, dass sie erst ihren Freund und dann ihre Stelle in der Bibliothek verliert. Frustriert flüchtet sie sich in die Berge Kentuckys, um in der Bücherei des Bergar-

beiterdorfes Acorn auszuhelfen. Bald sitzt sie unfreiwillig in Acorn fest – und erkennt, dass die Abenteuer, die das Leben schreibt, tausendmal besser sind als die, die sie sich in ihren Träumen ausgemalt hat.

Lynn Austin · Bibliothek der Träume · 432 Seiten · ISBN 978-3-86827-302-1 · € D 15,95 7


Autoren IM FOKUS

Die Kraft der Worte Tamera Alexander über Ihren Neuen Roman »Hoffnung am Horizont«

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Was lieben Sie am meisten am Wilden Westen, wo die Geschichten von »Die Rückkehr des Fremden« und »Hoffnung am Horizont« angesiedelt sind?

Warum haben Sie Annabelle und Matthew als Hauptpersonen von »Hoffnung am Horizont« gewählt? Was gefällt Ihnen an diesen beiden?

Mich hat der Wilde Westen schon immer fasziniert, und ganz besonders, wie der Westen der USA in den frühen und mittleren Jahren des 19. Jahrhunderts von Einwanderern besiedelt wurde. Ich habe viele Berichte und Tagebücher von Menschen gelesen, die alles hinter sich ließen, um dort für sich und ihre Familien eine neue Heimat zu suchen. Obwohl sich auf den langen Trecks unzählige Tragödien abspielten und die Reise mit großen Gefahren und Verlusten verbunden war, sind die Siedler weiterhin in den Westen geströmt. Ich finde die Schicksale dieser Menschen sehr herausfordernd, aber auch ermutigend, und ich bewundere ihren unbeugsamen Willen und ihr unstillbares Verlangen nach einer guten, einer besseren Zukunft. In meinen Romanen »Die Rückkehr des Fremden« und »Hoffnung am Horizont« habe ich versucht, etwas von der unerschütterlichen Entschlossenheit dieser bemerkenswerten Entdecker und Pioniere einzufangen.

Das ist eine spannende Frage! Annabelle hatte ja in »Die Rückkehr des Fremden« zunächst nur eine Nebenrolle, aber während ich an diesem Buch schrieb, begann ich, ihren Charakter immer mehr zu schätzen, ja sogar zu bewundern. Als ich dann mit Stift und Papier (genauer gesagt mit Computer und Tastatur) ans Werk ging, um »Hoffnung am Horizont« zu schreiben, schien es mir nur natürlich, ihre Geschichte zu erzählen. Ich liebe Annabelles Beharrlichkeit und ihren Mumm, ihren trockenen Humor und die Bereitschaft, es mit allem und jedem aufzunehmen. Sie ist keine Frau, die sich leicht ins Bockshorn jagen lässt – sehr zum Missfallen von Matthew. Auch Matthew Taylor war ja in »Die Rückkehr des Fremden« eher eine Nebenfigur, aber sobald ich auf dem Papier seine Bekanntschaft machte, wusste ich: Ich will auch seine Geschichte erzählen! Zunächst scheinen Matthew und Annabelle ja total gegensätzlich zu sein, ober-


Tamera Alexander ist für ihre historischen Romane schon mehrfach mit dem »Christy Award« ausgezeichnet worden, dem bedeutendsten christlichen Buchpreis in den USA. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Kindern in Nashville.

Hoffnung am Horizont ISBN 978-3-86827-298-7 368 Seiten · € D 14,95

flächlich betrachtet. Deshalb fand ich es spannend, Matthews verborgene Schwächen und seine Vorurteile herauszuarbeiten, und dann die Gemeinsamkeiten von Annabelles und Matthews »Reise« darzustellen. Sobald die beiden auf den Seiten von »Hoffnung am Horizont« aufeinandertrafen, entstanden die Gespräche mit den ironischen Kommentaren wie von selbst – das hat großen Spaß gemacht. Annabelle und Matthew wurden für mich so real, dass es mir manchmal so vorkam, als würde ich den beiden beim Streiten regelrecht zuhören können. Wo sehen Sie Potenzial in Ihren beiden Hauptdarstellern, sich charakterlich und geistlich weiterzuentwickeln und zu wachsen? Annabelle muss nach und nach lernen, dass Gott ihr nur zu gerne eine Chance zum Neuanfang gibt. Matthew muss lernen, die Menschen weniger nach dem Augenschein zu beurteilen. Er muss begreifen, dass er mit groben Kommentaren andere sehr verletzen kann und dass Gott seinen Worten viel eher heilende Kraft geben möchte.

Was sollen Ihre Leser aus der Geschichte um Annabelle und Matthew für ihr eigenes Leben und ihre Beziehung zu Gott mitnehmen? Ich hoffe, dass meine Leser am Ende von »Hoffnung am Horizont« ein klareres Bild davon haben, wer Gott ist, wie gerne er vergibt und welche Kraft die Worte besitzen, die wir in das Leben von anderen hineinsprechen. Ich wünsche mir, dass meine Leser begreifen, wie sehr Gott sie liebt. Während ich schreibe, zeigt mir Jesus viel von sich und ich kann ihm näherkommen – dasselbe wünsche ich mir auch für jeden, der meine Bücher liest. Ich freue mich übrigens immer sehr, von meinen Lesern zu hören und mit ihnen in Kontakt zu sein. Das kann über meine Homepage geschehen, auf meinem Blog, via Twitter und Facebook: Website: www.tameraalexander.com Blog: www.tameraalexander.blogspot.com Twitter: www.twitter.com/tameraalexander Facebook: www.facebook.com/tamera.alexander

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persönlich

Mirja und Björn Wagner erzählen offen und ehrlich von ihrem schweren weg zu einer glücklichen Familie. In »Wunderkinder« beschreibt ihr euren Weg zu einer Familie. Es war ein steiniger Weg, der geprägt war von Verlust, Abschiednehmen und Trauer, aber auch von Hoffnung, unverhofften Segensstrahlen und Wundern. Wie würdet ihr selbst eure Geschichte in einem Satz beschreiben? Mirja und Björn: Wir haben gehofft, waren verzagt, sind gefallen, wurden getragen, sind wieder aufgestanden – am Ende stehen wir heute als eine Familie mit zwei Kindern da, die auf wundersame Weise zu uns gekommen sind. Was war für euch der Anstoß dazu, eure Geschichte niederzuschreiben? Mirja: Nach der Geburt von Emilia war ich sehr zerrissen zwischen der Freude über unsere gesunde, kleine Tochter und der Trauer über den Verlust, keine weiteren leiblichen Kinder bekommen zu können. In dieser Zerrissenheit fühlte ich mich irgendwie sehr allein. Natürlich gab es da meinen Mann, meine Familie, meine Freunde – aber keinen, dem etwas Ähnli10

ches passiert war. Überall nur Frauen, die ihre Kinder scheinbar ohne Probleme zur Welt gebracht hatten. Ich suchte im Internet nach Gleichgesinnten und stieß auf Foren, in denen viele Frauen von ähnlichen Geburts-Erlebnissen berichteten. Was ich da las, erschreckte mich – doch gleichzeitig konnte ich diese Frauen verstehen. Da war so viel Trauer und Wut in den Sätzen, zum Teil sogar Todessehnsucht. Ich will mit unserem Buch, mit unserer Geschichte, mit dem Aussprechen von meinen Ängsten und Gefühlen all diesen Frauen Mut machen. Wir müssen nicht in diesem dunklen Loch stecken bleiben, sondern dürfen wieder neu lernen, uns am Leben zu freuen. Björn: Wir Männer sind bei diesem ganzen Geschehen rund um Schwangerschaft und Geburt zu oft schweigsam. Ich wollte dieses Schweigen brechen und gemeinsam mit Mirja Worte finden, um auch aus meiner Perspektive zu beschreiben, was uns geschehen ist.


Mirja Wagner ist Buchhändlerin und freie Lektorin. Sie versucht Gott im Kleinen zu finden und Familienleben nach seinen Ideen zu gestalten. Björn Wagner ist begeistert. Von seiner Familie, Jugendlichen, Theologie und Kaffee. Er unterscheidet selten zwischen Freizeit und Arbeitszeit und das äußert sich im Übersetzen von Büchern und vielen anderen Aktivitäten wie z. B. der Mitarbeit bei Novavox.

Ihr lasst den Leser sehr offen und ehrlich an euren Kämpfen teilhaben, erzählt ganz persönlich, auch davon, wie sich all das auf euer Glaubensleben ausgewirkt hat. Warum war euch das wichtig? Mirja: Manchmal habe ich mich nach dem Geburts-Erlebnis sehr schlecht und schuldig gefühlt, was mein Glaubensleben betraf. Ich fragte mich häufig, ob ich als Christ so überhaupt denken durfte – so anklagend, so zornig. In mir tobten Kämpfe. Doch ich lernte in dieser Zeit, dass Gott ein sehr geduldiger Gott ist, der es aushält, wenn wir ihm unsere Gefühle entgegenschreien. Ich musste mich mit meinem Glauben auseinandersetzen, denn so sehr ich Gott auch in meinem Zorn, in meiner Trauer anklagte, so merkte ich doch, dass er mich hielt und nicht losließ. Aber – und das ist mir wichtig gewesen beim Schreiben unseres Buches – wir dürfen vor Gott ehrlich sein, müssen ihm nichts vorspielen. Ich glaube, es wird Zeit, dass wir beginnen, auch zu den Menschen um uns herum ehrlich zu sein.

Wunderkinder ISBN 978-3-86827-309-0 160 Seiten · € D 9,95

Björn: Zu viele Menschen tragen Masken oder verstecken das, was sie empfinden. Wenn mein Lachen, meine Verrücktheit und meine guten Tage zu mir gehören, so sind auch meine Tränen, meine Kämpfe und meine schlechten Tage ein Teil von mir. Beides offenzulegen hat für mich auch bedeutet, ganz, wenn man so will, heil zu werden. Was wünscht ihr euch für euer Buch? Björn: Dass es viele Menschen lesen und Mut finden in all diesen schwierigen Fragen rund um eine schwere Geburt oder ungewollte Kinderlosigkeit. Gott geht seltsame, aber nicht ungangbare Wege. Und wir wollten Mut zur Adoption machen. Mirja: Ich wünsche mir, dass all die Frauen, Männer und Familien, die in einer ähnlichen Situation stecken, durch unser Buch den Mut finden, ihr Leben mit all den zerplatzten Träumen nicht als Einbahnstraße, als ausweglos anzusehen, sondern dass sie sich gemeinsam auf den Weg machen und heil werden. Gott hat einen Plan … n 11


aus dem nähkästchen

N

ina Dulleck ist Vollblut-Illustratorin. Sie hat diverse Kinderbücher für verschiedene Verlage im In- und Ausland illustriert und stellt ihre Arbeiten auch bei Ausstellungen aus. Für den Verlag der Francke-Buchhandlung hat sie die Illustrationen für »Kuddel und Muddel« erstellt. In einem kurzen Interview erzählt uns die sympathische Zeichnerin ein wenig über ihre Arbeit.

Du zeichnest seit deiner Kindheit. Wie und wann entstand der Entschluss, dein Hobby zum Beruf machen zu wollen? Geld verdient hab ich ja schon in der zweiten Klasse mit meinem »Hobby«. Nur dass dieser Handel damals aufflog und ich in Kenntnis davon gesetzt wurde, dass kommerzielle Geschäfte in der Schule verboten sind ... Konkrete Antwort also: Mit 7 Jahren. Wie sieht ein perfekter Arbeitstag für dich aus? Einmal die Woche habe ich Bürotag. Das heißt anstatt wie sonst mir den Arbeitstag mit meinem Mann »teilen« zu müssen (also vormittags hat er die Kinder und ich bin im Büro und nachmittags habe ich die Kinder und er ist im Büro – und am nächsten Tag ist es umgekehrt), darf ich von morgens bis abends relativ ungestört arbeiten. Ich beginne mit einer gejoggten Runde um die Felder, dann Minifrühstück plus Losungen und los gehts mit dem Gekritzel. 12

Was hat dir an der Geschichte »Kuddel und Muddel« besonders gut gefallen? An »Kuddel und Muddel« hat mir gefallen, wie der Autor Geschichten aus der Bibel ganz unkonventionell und unkompliziert im Alltag zweier Kinder von heute lebendig werden lässt. Kuddel und Muddel sind einfallsreich, witzig und authentisch. Illustratorisch gesehen: Ich durfte Comicstrips zeichnen! Das hat mir RICHTIG Spaß gemacht! n

Kreativraum: Hier entstehen Nina Dullecks Illustrationen


Nina Dulleck, Jahrgang 1975, ist Illustratorin und zeichnet, seit sie einen Stift halten kann. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Rheinhessen inmitten von Kirschbaumplantagen und Weinbergen.

Vorhang auf für Lotti Pfefferbrot: 6 Jahre alt, nicht auf den Mund gefallen und offen für alle spaßigen Dinge der Welt. Zusammen mit Freunden, ihrer Schwester Annalena, ihrer Cousine Frieda oder dem Rest ihrer verrückt-chaotischen Familie erlebt Lotti ein lustiges Abenteuer nach dem anderen. Denn wer wie Lotti die coolste Uromi der Welt hat, muss sich nicht darüber wundern, dass das Leben nie langweilig wird ...

Bibelgeschichten mal anders: Illustrationen aus »Kuddel und Muddel« (siehe S. 21)

Janita Pauliks · Lotti Pfefferbrot mit Bildern von Sven Gerhardt ISBN 978-3-86827-327-4 112 Seiten · € D 9,95 13


persönlich

Der ganz normale Wahnsinn des Familienalltags! Schonugslose, amüsante und ehrliche Dialoge zwischen Vater und Töchtern im geschenkbuchformat

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Buch über eure gemeinsamen VaterTochter-Dialoge zu schreiben? Aimée: Wir haben die Sachen einfach gesagt und der Papa hat sie aufgeschrieben, dann hat er es vorgelesen und wir haben gesagt, ob das so stimmt oder nicht. Tobias: Und dann habe ich angefangen, das auf meinem Blog zu veröffentlichen. Tobias, was kannst du von deinen beiden Töchtern immer wieder aufs Neue lernen? Die Neugier aufs Leben. Das fasziniert mich immer wieder, dass sie so voller Kreativität und Entdeckungsdrang sind. Ich nehme so viel so schnell selbstverständ14

lich, da helfen mir die beiden, die Welt aus ihrer Perspektive neu wahrzunehmen. Warum haben es manche Vater-TocherDialoge nicht geschafft, ins Buch zu kommen? Wie habt ihr sie ausgewählt? Tobias: Wir haben sie uns gegenseitig vorgelesen und dann ausgesucht, ob wir sie veröffentlichen wollen oder nicht. Lilly: Manche wollte ich einfach nicht. Aimée: Die waren zu privat. Wie sind die Reaktionen eurer Freunde und Bekannten auf die Gespräche? Aimée: Sie finden sie super! Lilly: Meine Freundin hat gesagt, dass ihr Papa keine so coolen Bücher mit ihr macht.


ucht an ben und Aimée ta Es ist Viertel vor sie meinem Bett auf: wach auf. ) Papa, wach auf, Aimée: (aufgeregt … ennt) waphhh Vater: (total verp ute Geburtstag … he Aimée: Du hast Vater: Ja … t aufstehen. darfst heute nich Aimée: Papa, du rfst ausfür dich und du da Wir machen alles schlafen.

Aimée: Papa, ich denke über eine ganz schwere Frage nach. Vater: Ja, über was für eine denn? Aimée: Ich würde dich ja gerne frag en, aber du weißt es auch nicht. Vater: Das kann ich erst sagen, wenn du mir die Frage stellst. Aimée: Nein, das ist zu schwer. Vater: Jetzt frag schon … Aimée: Also gut: Wie alt ist Gott? Vater: Ähm, schwierige Frage … Aimée: Siehst du, ich hab’s gew usst, du weißt es nicht. Vater: ???

Tobias: Ich bin immer wieder erstaunt und erfreut, wie viele Leute sich über die „VaterTochter-Dialoge“ freuen und wo sie überall Verwendung finden, von Gottesdiensteinleitungen über Jugend- und Hauskreise bis zu Theateraufführungen. Das hätten wir so nie erwartet. Welche Dialoge gefallen euch besonders gut? Aimée: »Kinder & Politik« und »Wie alt ist Gott« und noch »Der Geburtstag«. Lilly: »Der Geheimtick« und »Der kleine Pechpilz«! Tobias: Ich kann mich gar nicht entscheiden, vielleicht »Schocker des Alltags«. n

Das ist Erpressung! Nein, Erziehung! ISBN 978-3-86827-310-6 96 Seiten · € D 7,95 Tobias Faix lebt mit seiner Frau Christine und seinen zwei Töchtern Aimée und Lilly in Marburg. Er studierte in Deutschland, Amerika und Südafrika Theologie und arbeitet heute als Dozent für Praktische Theologie am Marburger Bildungs- und Studienzentrum; dort leitet er das Studienprogramm »Gesellschaftstransformation«. 15


bewegend

Ein Buch über zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch eines verbindet – ihr Glauben an Gott. »Genauso anders wie« ich erzählt die Geschichte einer unglaublichen Freundschaft. Der reiche Kunsthändler Ron hätte sich nie träumen lassen, dass ausgerechnet ein Obdachloser zu seinem besten Freund werden würde. Den Anstoß dafür gibt Rons Frau Deborah, die in einem Traum das Gesicht eines Mannes sieht, der die Rettung für die Stadt Fort Worth sein könnte. Als sie dem heruntergekommenen Denver begegnet, erkennt sie ihn als den Mann aus ihrem Traum wieder und drängt ihren Ehemann dazu, mit dem Obdachlosen Freundschaft zu schließen. Dieser ist davon alles andere als begeistert, geht dann aber auf ihre Bitte ein. Damit ist der Weg frei für Gottes Wirken, das das Leben der beiden Männer nachhaltig verändert ... Denver Moore Denver wird im Januar 1937 im ländlichen Louisiana geboren und geht nach einigen tragischen Vorfällen auf eine Plantage in Red River, um bei seiner Tante und seinem Onkel zu leben, die »Sharecropper« 16

– moderne Sklaven – sind. Um 1960 hat Denver genug von der Arbeit als Baumwollpflücker, springt auf einen Güterzug auf und führt fortan ein Leben als Landstreicher. Sechs Jahre später wird er wegen eines bewaffneten Raubüberfalls zu 10 Jahren Haft verurteilt. Diese sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis in Louisiana ab. Die folgenden 22 Jahre verbringt er als Obdachloser in den Straßen von Fort Worth in Texas. Allerdings ist er auch nach dem Zusammenstoß mit dem Gesetz noch öfter auf den Schienen unterwegs, um Städte und Landstreicherhochburgen in ganz Amerika zu besuchen und deren regionale Köstlichkeiten wie zum Beispiel Wiener Würstchen zu probieren. Nach der Begegnung mit Deborah und Ron ist er zunächst skeptisch und zurückhaltend. Doch nach und nach öffnet er sein Herz für die Liebe der Halls ... Heute ist er Künstler und öffentlicher Redner und setzt sich ehrenamtlich für die Nöte Obdachloser ein. 2006 wurde er, als Beweis für seinen tiefgreifenden


Lebenswandel, von den Bewohnern von Fort Worth als »Wohltäter des Jahres« für seine Obdachlosenarbeit in der Union Gospel Mission ausgezeichnet. Ron Hall Ron wird 1945 in Texas geboren und wächst im Bett des Lieferwagens seines Großvaters auf. Nach einer kurzen Zeit in der Armee, unter anderem als Nuklearwaffeninspektor, verdient Ron sein Geld mit dem Verkauf von Tomatensuppen. 1969 heiratet er Deborah, seine College-Liebe, und tritt eine Stelle als Investmentbanker an. In einer Kunstgalerie, 2 Jahre später, kommt es zum Kauf seines ersten Ölgemäldes, das er knapp 100 Tage später bereits wieder verkaufen muss – dies jedoch mit großem Gewinn. Als seine Frau erfährt, dass er für den Kauf des Bildes ihre Aktien verpfändet hat, droht sie ihm mit der Scheidung. Nach 25 Jahren als Kunsthändler, mit Provisionen teilweise im sechsstelligen Bereich, verwirklicht er sich seinen Traum, als Cowboy auf einer Ranch zu leben. In

dieser Zeit begegnet er dem Obdachlosen Denver in der Union Gospel Mission in Fort Worth. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2000 beginnt Ron mit der Niederschrift von »Genauso anders wie ich« und formt Skulpturen aus Metall. Doch der große Erfolg des Buches in den USA lässt ihm keine Zeit mehr dafür: Heute trägt er die Botschaft vom wunderbaren Wirken Gottes in die Städte Amerikas. n

Ron Hall, Denver Moore mit Lynn Vincent Genauso anders wie ich ISBN 978-3-86827-307-6 280 Seiten € D 12,95 17


NEUERSCHEINUNGEN

Voll Mann? Christoph Pahl über Lust und Frust auf dem weg zum echten Kerl

Das neue Buch von Jugendreferent Christoph Pahl (»Voll Porno«) widmet sich mit viel Humor den Fragen von jungen Männern. Die ehrlichen Episoden der fiktiven Hauptfigur »Mannfred« ergänzt Pahl durch seine persönlichen Erfahrungen auf dem Weg zum Mannsein. Dabei spart er die schweren Fragen des Lebens – wie

Leid, Selbstmord, Einsamkeit, Existenz Gottes – nicht aus und gibt ganz praktische Tipps, wie man ein echter Kerl wird. Ein Buch auch für alle Frauen, Mütter, Lehrer und Mitarbeiter in der Jugendarbeit, die »ihre Jungs« besser verstehen möchten. Mit einem Extrakapitel für Eltern und Jugendleiter. n

Darf ich vorstellen: Das ist Mannfred, der fiktive junge Mann, der uns durch dieses Buch begleitet. Aber wie erfunden ist er wirklich? Wie übertrieben sind seine Erlebnisse und Emotionen? Mannfred ist ein bisschen wie ich in dem Alter und auch ein bisschen wie ich heute. Er kämpft sich durch die Unwegsamkeiten des Lebens, hat viele Fragen und ist doch oft verunsicherter, als er zugibt.

bereitschaft, Wärme, irgendwie immer ein Junge bleiben.

Ich habe Jungs zwischen 14 und 30 Jahren gefragt, welche Begriffe ihnen zu Männern einfallen. Hier eine Auswahl: Härte, Egoismus, Ehrlichkeit, Fußball, Sport, Muskeln, Wettkampf, Stärke, Technik, Rationalität, Bier, Vater, Bart, Verantwortung, Whiskey, Angeln, nebeneinandersitzen, Adrenalin, Aggressivität, Entscheidungen treffen, Autos, Penis, Mut, Kämpfer, Dreck, Büroarbeit, Opfer-

Erstaunlich ist, dass am häufigsten Wörter wie „stark“ „Stärke“ oder „Muskeln“ fielen. Müssen Männer stark sein? Sind schwache Männer keine Männer? Patrick, 23 Jahre alt, fasst zusammen: „Das Rollenbild ist nicht mehr so klar definiert. Die Gesellschaft verurteilt starke Männer als Machos und heult gleichzeitig darüber, dass alle Weicheier geworden sind. Du kannst es nicht mehr recht machen und du hast keine Vorbilder, wer als toller Mann allgemein anerkannt ist.“ Patrick hat recht damit, dass sich viele Männer fragen: Wie werde ich ein echter Mann? Ich lege in diesem Buch keine Liste im Sinne von „Mit 15 Fragen sicher herausfinden, ob man ein echter Mann ist“ vor. Aber es gibt Grundfragen, denen wir uns auf unserer Reise stellen müssen.

Christoph Pahl · Voll Mann? · 256 Seiten · ISBN 978-3-86827-316-8 · € D 9,95 18


Neuanfang Die groSSe Familiensaga der Baxters nimmt Fahrt auf

Darauf haben viele gewartet: Die neue Staffel mit den beliebten Baxters startet! Die amerikanische Bestseller-Autorin liefert mit der Reihe »Momente der Liebe« die nahtlosen Nachfolger der »Boulevard der Träume«-Bücher. Der erste Band trägt den vielversprechenden Titel »Neuanfang« – und ein Blick auf den Klappentext verrät, dass dieser Name Programm ist: Katy und Dayne sind endlich am Ziel ihrer Sehnsucht angekommen, ihre Hochzeit steht unmittelbar bevor! Doch noch gilt es, einige Hürden zu überwinden, bevor sie in ihr neues Leben starten können. Auch in John Baxters Beziehung zu Elaine kommt Bewegung hinein: Er beginnt, tiefere Gefühle für sie zu entwickeln, als er sich selbst eingestehen will. Und bei Familie Flanigan zeichnen sich erstaunliche Entwicklungen am Horizont ab: Nach einem lebensbedrohlichen Zwischenfall, der Cody bis ins Mark erschüttert, beginnt er endlich, sich Gott und seiner Pflegefamilie zu öffnen. Unterdessen macht Bailey, unbemerkt vom Rest der Familie, enttäuschende Erfahrungen mit ihrer ersten Liebe.

Wird der Glaube an Gott und das Vertrauen auf ihn den Baxters und Flanigans helfen, einen Neuanfang zu wagen und Schritte in eine gute Zukunft zu gehen? n

Karen Kingsbury war Journalistin bei der Los Angeles Times, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen gilt sie nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch darüber hinaus als die beliebteste christliche Romanautorin. Ihre bewegenden Bücher stehen regelmäßig auf der New York Times-Bestsellerliste und sind mit unzähligen Preisen ausgezeichnet worden. Zusammen mit ihrem Mann, drei eigenen und drei adoptierten Kindern lebt sie in Washington.

Karen Kingsbury · Neuanfang · 304 Seiten · ISBN 978-3-86827-299-4 · € D 14,95 19


Frühlingsempfehlungen Was wäre ein Jahr ohne Frühling? Und was wäre ein Frühling ohne Bücher? Beides undenkbar. Deshalb stellen wir Ihnen hier ein paar besonders frische Neuerscheinungen vor – mit den besten Empfehlungen:

»Elia –von Gott bewegt« von Noor van Haaften 176 Seiten · Paperback · ISBN 978-3-86827-317-5 · 8,95 €

Die beliebte Autorin Noor van Haaften, die bekannt ist für ihre gründliche Bibelauslegung, gewährt dem Leser tiefe Einblicke in das facettenreiche Leben des Elia. Und gleichzeitig wird die Neugier darauf geweckt, was aus einem Leben werden kann, das Gott ganz hingegeben ist. Menschen wie Elia, die es wagen, gegen den Strom zu schwimmen, sind auch heute gefragt. Fragen am Ende jedes Kapitels fordern den Leser heraus, die biblischen Einsichten auf das persönliche Leben zu übertragen. Dadurch eignet sich dieses Buch besonders auch für das gemeinsame Lesen in der Gemeinde und im Hauskreis. »Noor van Haaftens hinreißend geschriebenes Buch ist nicht nur ein großer historischer Roman. Es ist ein Lehrbuch für das Leben und für den Glauben. Wer sich auf die Lektüre einlässt, lernt nicht nur einen bedeutenden Protagonisten der Bibel kennen, sondern auch sich selbst. Und den Gott, der Menschen zuweilen an die Grenzen schickt, dabei aber jeden Weg mitgeht.« Jürgen Werth

Schreiben Sie uns! Sie haben ein Francke-Lieblingsbuch und möchten darüber berichten? Dann senden Sie uns eine kleine Rezension für unser nächstes Francke-Magazin. Alle abgedruckten Beiträge werden mit einem aktuellen Titel aus unserem Frühjahrsprogramm belohnt. Schicken Sie Ihre Texte gerne per Mail an unsere Redaktion (gerhardt@francke-buch.de). Vielen Dank!

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»Die Welt verstehen« von Tobias Faix & Johannes Reimer 288 Seiten · Paperback · farbiger Innenteil · ISBN 978-3-86827-319-9 · 24,95 €

Das Buch möchte Gemeinden und Kirchen helfen, den Blick nach außen zu wenden, um ihren gesellschaftsrelevanten Auftrag neu zu entdecken. Die Methode der Kontextanalyse hilft, diesen Auftrag neu wahrzunehmen und umzusetzen und ist daher eine wertvolle und praktische Sehhilfe für die Gemeinde. Mit der Analyse des eigenen Potenzials beginnt eine spannende Reise von Milieukarten über Aktionsforschungen bis zu geistlichen Stadtteilbegehungen. Dabei werden viele praktische Anregungen und Hilfestellungen, Tools und Kopiervorlagen für die eigene Umsetzung gegeben, die es ermöglichen, den eigenen Stadtteil Schritt für Schritt besser kennenzulernen. »Wir haben uns vor gut einem Jahr auf den Weg gemacht als Gemeinde wieder Teil unseres Dorfes zu sein. Dabei hat uns der Inhalt dieses Buch inspiriert und ganz praktisch geholfen. Deshalb kann ich es nur wärmstens empfehlen.« Simon Hoffmann, Pastor der Evangelischen Gemeinschaft Rechtenbach

»Kuddel und Muddel« von Sven Gerhardt 128 Seiten · Bilder von Nina Dulleck · ISBN 978-3-86827-328-1 · 9,95 €

Kuddel und Muddel sind die besten Freunde, die man sich vorstellen kann. Eigentlich heißen sie Kai und Milli, aber so nennt sie in dem Mietshaus, in dem die beiden mit ihren Familien wohnen, niemand. Zumindest nicht ihre Nachbarn Frau Stinkfeld, das unentspannte Ehepaar Meyer und Knutsen, der vor einer halben Ewigkeit mal Pfarrer war. Wahrscheinlich hat er deshalb auch so abgefahrene Geschichten auf Lager. Geschichten, die sich manchmal einfach selbstständig machen. Denn was können Kuddel und Muddel dafür, wenn die Froschgeschichte sie irgendwie auf dumme Ideen bringt und für ziemliches Chaos sorgt? Oder wenn es so doll regnet, dass sie für den Ausflug zum Metzger eine Arche brauchen ... »Kinder haben ein feines Gespür für Echtheit. Sie wissen, was gut ist und was nicht. Ich bin überzeugt: sie werden dieses Kinderbuch lieben, denn in jeder Geschichte tummeln und entfalten sich Humor, Kreativität und Liebe! Wunderbar!« Torsten Hebel, Kabarettist, Evangelist und Initiator der »blu:boks Berlin«

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Aus dem verlag

Wie entsteht eigentlich ein Verlagsprogramm? Von Kathrin Schultheis Ein überzeugendes Verlagsprogramm setzt sich – wie könnte es anders sein? – aus vielen überzeugenden Einzeltiteln zusammen. Dabei hat jeder Verlag eine bestimmte, mehr oder weniger flexible Anzahl an Programmplätzen (also eine bestimmte Anzahl an Titeln in den verschiedenen Kategorien wie Belletristik, Ratgeber, Theologie, Kinderbuch etc.), die es jedes Halbjahr neu zu besetzen gilt. Halbjahr deshalb, weil sich das jährliche Verlagsprogramm traditionell in ein Frühjahrs- und ein Herbstprogramm gliedert. Zweimal im Jahr findet die Vertreterkonferenz statt, bei der die neuen Titel präsentiert werden, zweimal im Jahr erscheint die Verlagsvorschau, die die Buchhändler über die geplanten Neuerscheinungen informiert, zweimal im Jahr haben Einzeltitel die Chance, es in den erlauchten Kreis der Manuskripte zu schaffen, die tatsächlich veröffentlicht werden.

Lizenztitel spielen eine wichtige Rolle In der letzten Ausgabe unseres Magazins konnten Sie erfahren, wie ein Verlag an neue Buchprojekte deutscher Autoren kommt und welchen Weg ein Manuskript von der Idee des Autors bis zum gedruckten Werk zurücklegt. Darüber hinaus spielen auf dem deutschen Buchmarkt die Lizenztitel 22

eine wichtige Rolle, d.h. die Übersetzungen aus anderen Sprachen, vorrangig aus dem Englischen. Vor allem auf den Buchmessen informieren sich das Lektorat und die Verlagsleitung darüber, welche Titel die internationalen Geschäftspartner in den nächsten Monaten herauszubringen planen. Die Lektoren signalisieren ihr Interesse an den Titeln, die ihnen für ihren Verlag geeignet erscheinen, bekommen sie kurz darauf meist als PDF zugeschickt (häufig noch bevor das Originalbuch überhaupt erschienen ist), und dann heißt es lesen. Oft liest man dreißig, vierzig Bücher, bevor man endlich auf eines stößt, bei dem einem klar ist: »Das passt perfekt, das kaufe ich ein.«

Man muss die Zielgruppe genau kennen Wie der Lektor zu einer solchen Entscheidung kommt? Nun, zum einen ist es wichtig, die Zielgruppe sehr genau zu kennen. Der Lektor muss die Vorlieben der eigenen Leser gut kennen und wissen, was sie interessiert. Nur dann kann er die Marktchancen eines Buches gut einschätzen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang natürlich auch (insbesondere im Sachbuchbereich), ob es bereits vergleichbare Titel auf dem deutschen Buchmarkt gibt. Falls ja, stellt sich die Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal


des potenziellen Titels: »Was hebt dieses Buch aus der Masse hervor? Gibt es gewichtige Argumente dafür, das Buch trotzdem zu verlegen?« Denn nur dann wird man das Buch später auch gut verkaufen können. Neben der genauen Kenntnis der Zielgruppe und der Einschätzung der Marktchancen spielt insbesondere die Übereinstimmung mit dem eigenen Verlagsprofil eine wichtige Rolle. Im Optimalfall steht der Name eines Verlags für eine bestimmte Art von Produkten, die von speziellen Faktoren geprägt sind. Im Fall Francke bedeutet dies konkret, dass wir nur Bücher verlegen, die den christlichen Glauben dezidiert thematisieren und die darüber hinaus bestimmten sprachlichstilistischen sowie inhaltlichen Ansprüchen genügen. Im Belletristik und Biografiebereich ist uns zum Beispiel wichtig, dass der Glaube natürlich in die Handlung des Buches eingewoben ist, also nicht wie ein Fremdkörper wirkt, und der Leser durch das Buch die Gelegenheit hat, geistlich zu wachsen. Letztlich verlegen wir die Bücher, die inhaltlich zu überzeugen vermögen und den Titeln, die auf dem säkularen Markt erscheinen, qualitativ in nichts nachstehen, die dem Leser aber darüber hinaus – quasi als Sahnehäubchen – vor Augen führen, wie unser Gott ist und wie gelebter Glaube aussieht. Da wir das als unseren primären Auf-

trag begreifen, kann es durchaus auch mal vorkommen, dass wir ein Buch veröffentlichen, von dem wir von vorneherein wissen, dass es sich nicht in hohen Stückzahlen verkaufen wird, von dem wir aber das Gefühl haben, dass das jetzt gerade »dran« ist. Aber natürlich kann sich ein Verlag das nicht ständig leisten.

Ein »rundes Programm« entsteht Stehen die Titel, die im nächsten Programm veröffentlicht werden sollen, erst einmal fest, werden die Veröffentlichungstermine festgelegt. Dabei spielen ganz praktische Erwägungen eine Rolle. So ist es zum Beispiel wichtig, die Romanleser regelmäßig mit neuem Lesefutter zu versorgen. Wir versuchen dabei den verschiedenen Lektürevorlieben gerecht zu werden und veröffentlichen deshalb beispielsweise nicht drei historische Romane auf einmal, sondern vielleicht einen historischen Roman, einen zeitgenössischen und einen eher humorvollen. Damit am Ende aller Erwägungen und Planungen ein »rundes Programm« steht, das zu überzeugen vermag und mit dem am Ende alle glücklich sind. Nicht nur wir als Verlag, sondern auch die Buchhändler und natürlich vor allem Sie als Leser. Denn letztlich stehen Sie bei all unseren Überlegungen ganz klar im Mittelpunkt! n

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Redaktion: Sven Gerhardt Layout: Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH 23


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