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A u s g a b e H E R BS T 2012

Trilogie Lisa T. Bergrens »Im Fluss der Zeit«-Saga

E R F OLGS D UO Steffi Baltes und Katja Hogh mit neuem Bildband

HERZENSsache

D A IS Y G R Ä F I N VON ARNIM im Kurzinterview

H i g h l i g ht: »Braveheart«-Autor mit neuem Roman bei Francke


»Es gibt einen Gott und dieser Gott liebt uns. Mehr müssen wir nicht wissen.« Randall Wallace: Der chirurg


Editorial All you need is Love Über die Wichtigkeit der Liebe sangen schon die Beatles 1967. Das bekannte Lied »All You Need Is Love« wurde eigens für die erste weltweit ausgestrahlte Fernsehproduktion geschrieben. Dass Gott der Ursprung der Liebe ist, weiß man schon ein paar tausend Jahre länger und diese Botschaft gilt ebenfalls weltweit. In der Ihnen vorliegenden Ausgabe unseres Francke-Magazins bildet die Liebe einen Schwerpunkt der Beiträge. Daisy Gräfin von Arnim erzählt von ihren Herzensangelegenheiten, Steffi Baltes und Katja Hogh befassen sich mit 1. Korinther 13, dem »Hohelied der Liebe« und auch »Die

fünf Sprachen der Liebe« von Gary Chapman dürfen nicht fehlen. Außerdem erfahren wir über Lisa T. Bergrens Liebe zum Reisen und wir stellen Ihnen ein Buch über eine tragische und bewegende Liebesgeschichte vor. Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine Menge anderer interessanter Dinge, die Sie in dieser Ausgabe erfahren. Viel Freude beim Stöbern! Ihr Sven Gerhardt (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)

Inhalt dieser Ausgabe: Von Herzen, Ihre Daisy von Arnim

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Neue Wege finden

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R. Wallace – Ein Hauch von Hollywood 6

Wenig-Lesen mit Gewinn

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Lisa T. Bergren – Im Fluss der Zeit

Dies und das

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Das Francke-Autorenfestival

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Mini-Poster12

Aus dem Verlag

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Ka’egso Hery – Tränen in Gottes Hand 14

Impressum23

Im Gespräch mt Katja Hogh

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einblick

Die beliebte Autorin im Kurzinterview

Liebe Gräfin Arnim, Sie führen ein Apfelunternehmen und schreiben »nebenbei« noch ein Buch – wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus? Nach dem Aufstehen um 6 Uhr folgt von 7 bis 8 Uhr meine Stille Zeit mit Bibellesen, Beten und dem Planen des Tages. Anschließend frühstücke ich mit meinem Mann und wir besprechen, was am Tag ansteht. Um 8.30 Uhr beginnt die Arbeit: Mitarbeiter werden ihren Aufgaben zugeteilt, Telefonate getätigt und Kundengespräche geführt. Zwischendurch erledige ich diversen Papierkram und kümmere mich um den Haushalt. Außerdem bediene ich im Hofladen und bereite das Mittagessen vor. Nach der Mittagspause werden Bestellungen bearbeitet, Ware wird geprüft und anschließend ausgeliefert. Um 16.30 Uhr verabschiede ich die Mitarbeiterinnen und nach einer Teepause bleibt mir etwas Zeit am Schreibtisch, die ich unter anderem für meine Buchprojekte nutze. Gegen 18 Uhr mache ich Feierabend und nach dem Abendessen gehe ich mit meinem Mann eine Runde spazieren. 4

Wie kam es, dass Sie für Ihr neues Buch das Thema »Herz« gewählt haben? Durch ein dekoratives Gemälde eines aufgeschnittenen Apfels fiel mir auf, dass der Apfel ja auch ein Herz hat. Zeitgleich bekam ich von meiner Mitarbeiterin Frau Christopeit ein Foto geschenkt, das die Herzmalereien der Kirche in Kunow/ Uckermark zeigt. Zudem male ich häufig kleine Zeichnungen in meine Bibel – und beim Lesen der Sprüche stellte ich fest, dass es dort sehr häufig um das Herz geht. Entsprechend viele gemalte Herzen finden sich dort nun in meiner Bibel. Das Thema lässt mich seitdem nicht mehr los. Was wünschen Sie Ihren Lesern von ganzem Herzen? Meinen Lesern wünsche ich, dass sie ihr Herz in jeder Hinsicht pflegen, es behüten und durch das Lesen der Bibel neue und gute Einsichten für ihr Leben geschenkt bekommen. n


Daisy Gräfin von Arnim ist gelernte Buchhändlerin. Nach der Wende zog sie mit ihrem Mann ins Boitzenburger Land, wo die Familie von Arnim jahrhundertelang beheimatet war. Dort betreibt die Unternehmerin das Apfel-Delikatessengeschäft »Haus Lichtenhain«. www.die-apfelgraefin.de

Von Herzen, Ihre Daisy von Arnim ISBN 978-3-86827-343-4 · 22 x 22 cm · 96 Seiten · mit vielen Fotos · € D 14,95 Das Herz steht im Mittelpunkt dieses Buches von Daisy Gräfin von Arnim, der Apfelgräfin aus der Uckermark. Ein buntes Potpourri aus Geschichten und Gedichten, Gedanken und Einsichten werden ergänzt durch Rezepte und Bilder zum Thema. Daisy Gräfin von Arnim nimmt uns mit auf eine Reise: Wie funktioniert unser Herz? Wie kann Herzenspflege aussehen? Wie zeigt uns Gott sein Herz? Wie können wir ihm nahe kommen und auch anderen unser Herz öffnen?

Diese und andere Fragen bedenkt Daisy Gräfin von Arnim und lässt auch Autorinnen wie Elisabeth Mittelstädt und Steffi Baltes zu Wort kommen. Ein überraschendes, vielseitiges Buch voller Herz.

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highlight

Ein Hauch von

HOLLYWOOD Mel Gibson, Leonardo DiCaprio, John Malkovich – Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Randall Wallace kennt sie alle und hat gemeinsam mit ihnen an erfolgreichen Kinofilmen gearbeitet. Und für das Drehbuch zum Blockbuster »Braveheart« erhielt er sogar eine Oscar-Nominierung. Der begabte US-Amerikaner, der seine Karriere mit dem Schreiben von Liedtexten begann, ist überzeugter Christ und hat einen bewegenden Roman geschrieben, der im September bei Francke erscheint. Im folgenden Interview lässt er uns ein wenig hinter die Kulissen seiner Arbeit schauen. Man kennt Sie vor allem als Autor von Braveheart. Wir haben gehört, dass Sie dieses Drehbuch an einem Tiefpunkt in Ihrem Leben geschrieben haben. Können Sie uns etwas darüber erzählen? Mitte der achtziger Jahre hatte ich das Gefühl, dass mein Leben endlich eine positive Entwicklung nahm. Ich hatte geheiratet, wir hatten zwei wundervolle Söhne, und ich hatte einen mehrjährigen Vertrag bei einem erfolgreichen Fernsehsender ergattert. Kurz nachdem mein zweiter Sohn geboren war, kauften wir uns ein neues Haus, und sechs Monate später ging der Schriftstellerverband in Streik, sodass die Gesellschaft, für die ich arbeitete, meinen Vertrag auflöste. Der Streik dauerte eine Ewigkeit, und als er vorbei war, gab es den

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Sender kaum noch. Ich hatte keine Arbeit mehr, meine Ersparnisse waren fort und niemand erwiderte meine Anrufe. Natürlich versuchte ich es weiter; darin war ich schon immer gut. Aber eines Tages saß ich zu Hause an meinem Schreibtisch und starrte ins Nichts, mit einem Knoten im Magen und zitternden Händen, und da wurde mir bewusst, dass ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand. Ich fürchtete, meine Familie im Stich zu lassen, und meine größte Angst war, meinen Söhnen nicht gerecht zu werden. Ich hatte Angst, sie könnten sehen, wie ich zerbrach, und das wäre etwas, was sie nie vergessen würden. Da sank ich auf die Knie; ich konnte sonst nirgendwohin. Und ich sprach ein einfaches Gebet. Ich sagte: »Herr, im Au-


genblick sind mir nur noch meine beiden Jungen wichtig. Und vielleicht müssen sie nicht in einem Haus mit Tennisplatz und Schwimmbad aufwachsen. Vielleicht brauchen sie nur ein kleines Haus mit einem Badezimmer – oder auch ganz ohne Badezimmer. Vielleicht müssen sie sehen, was ein Mann tut, wenn er niedergeschlagen wird, so wie mein Vater es mir gezeigt hat. Aber ich bete darum, dass ich, wenn ich untergehe, es nicht in die Knie gezwungen tue, sondern mit wehenden Fahnen.« Dann stand ich auf und fing an, die Worte aufzuschreiben, die mich zu Braveheart führten. »Der Chirurg« ist ganz anders als manche der Drehbücher, die Sie geschrieben haben, z. B. »Braveheart« oder »Wir waren Helden«. Gibt es bestimmte Themen, die in all Ihren Geschichten vorkommen? Ich glaube, das zentrale Thema meiner Geschichten ist vor allem, dass Hoffnung wichtig ist, dass Mut funktioniert und Liebe siegt. Mein ganzes Leben lang haben mich der Prozess und der Augenblick der Veränderung fasziniert: Was geht da vor sich, wenn etwas geschieht, das wir als Wunder bezeichnen? Was passiert, wenn jemand etwas tut, das niemand zuvor jemals getan hat oder das er oder sie selbst noch nie getan hat? Was geschieht, wenn jemand aufhört zu zweifeln und anfängt zu glauben?

Sie haben bei vielen großartigen Filmen mitgewirkt. Was hat Sie dazu bewogen, ein Buch zu schreiben? Als ich mit dem College fertig war, wollte ich nicht Arzt oder Anwalt werden; ich wollte schreiben. Ich wollte die Art Geschichten erzählen, die einem jungen Mann vermitteln können, wer seine Vorfahren waren und wer er selbst sein könnte. Die Art Geschichten, die ein Kind in einer dunklen Nacht am Leben erhalten können. Ich hatte meine Niederlagen und Rückschläge, aber ich habe weitergeschrieben. Irgendwann bin ich nach Los Angeles gezogen, aber es hat lange gedauert, bis ich als Autor einen wirklichen Durchbruch erlebte. Ich habe Lieder, Kurzgeschichten und Drehbücher geschrieben. Dies ist mein achtes Buch. Ich habe vier Romane geschrieben und veröffentlicht, bevor ich das erste Drehbuch verkauft habe, und zu meinen Filmen gab es immer auch ein Buch. Ich habe mich nie mit der in Hollywood üblichen Methode anfreunden können, die Drehbücher von einem Außenstehenden zu Romanen verarbeiten zu lassen, sondern habe die Romanversion immer selbst geschrieben. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, die Geschichte gegenüber dem, was man in zwei Stunden Film zeigen kann, zu erweitern. n

Randall Wallace · Der Chirurg · ISBN 978-3-86827-333-5 · € D 15,95 7


Hintergrund

Im

Fluss der Zeit

Reisen ist die große Leidenschaft von Lisa T. Bergren. Wann immer es ihr möglich ist, ist sie mit ihrer Familie unterwegs. Japan, Mexiko, Israel, Costa Rica, Kanada, England, Frankreich – und vor allem: Italien! Lisa T. Bergren ist fasziniert von der Landschaft, dem Essen und der entschleunigten Geschwindigkeit des Lebens dort. Kein Wunder also, dass die erfolgreiche Autorin ihre mittelalterliche Zeitreise-Reihe, die »Im Fluss der Zeit Trilogie«, im Süden Europas spielen lässt, wo Geschichte und Geschichten auch heute noch in den unzähligen Sehenswürdigkeiten erlebbar sind. Überhaupt übt das Zurückversetzen in die Vergangenheit einen großen Reiz auf die Autorin aus, die sich vor allem mit historischen Romanen für Erwachsene einen Namen gemacht hat. Die »Im Fluss der Zeit Trilogie« richtet sich hingegen auch an Teens und Jugendliche. Auslöser für das Schreiben der drei Bände war die Begeisterung einer ihrer Töchter für die »Twilight«-Bücher – die einzigen Bücher, für die sie bis dato Interesse 8

Lisa T. Bergrens fesselnde Zeitreise-Trilogie spielt in einer Welt voller Machtkämpfe, Burgen, Schwerter und gutaussehender Ritter in Glänzender Rüstung

aufbringen konnte. Aber Lisa T. Bergren konnte nicht nur ihre Kinder von ihren Büchern überzeugen. Im Juli diesen Jahres erhielt sie einen der begehrten »Christy Awards«, die für herausragende christliche Literatur vergeben werden – ein wahrer Ritterschlag für ihre Mittelalter-Saga. Die Herausforderung beim Schreiben der Trilogie lag nicht nur darin, den Geschmack ihrer Tochter zu treffen, sondern sich in die Sprache und Gepflogenheiten von heutigen Jugendlichen zu versetzen. Auch diese Hürde hat Bergren gemeistert. Der besondere Reiz der Bücher besteht deshalb auch darin, dass die Hauptfigur, die Zeitreisende Gabriella, sich an die sprachlichen Gepflogenheiten des Mittelalters anpassen muss – die inneren Monologe hingegen laufen in der heutigen Jugendsprache ab. Und gerade der Tonfall des Mittelalters macht die Trilogie zu etwas Besonderem. Die gut aussehenden Ritter, die alles dafür tun, um die Herzen ihrer Liebsten zu erobern und sie zu beschützen, werden mit ihrem romantischen, leicht säuselnden Tonfall


auch die weiblichen Leser der heutigen Zeit im Sturm erobern. Abgerundet durch etliche Intrigen, Machtkämpfe und fiese Burschen ist die Reihe aber auch bestens für die männliche Leserschaft geeignet. Die »Im Fluss der Zeit Trilogie« ist ein fesselndes Lesevergnügen und die überfällige christliche Alternative zu »Biss…« und Co. Eine kleine Warnung muss ehrlichkeitshalber aber ausgesprochen werden: Achtung Suchtgefahr! n

Lisa T. Bergren ist die Autorin von mehr als 30 Büchern. Früher selbst im Verlagswesen tätig, arbeitet sie heute als Beraterin und freiberufliche Lektorin. Zusammen mit ihrem Mann Tim und ihren drei Kindern lebt sie in Colorado.

Die meisten Jugendlichen wären begeistert, wenn sie die Ferien in der Toskana verbringen könnten, aber die Betarrini-Schwestern verbringen jeden Sommer in Italien – dank ihrer Eltern, die Archäologen sind. Gabi langweilt sich zu Tode ... bis sie Hals über Kopf im 14. Jahrhundert landet und eine komplett neue Welt entdeckt. Eine Welt voller Intrigen, Machtkämpfe, Burgen, Schwerter und gutaussehender junger Ritter in glänzender Rüstung ... Wenn sie nur googeln könnte, welche Seite den Kampf gewinnen wird und wie sie da wieder raus kommt! Aber will sie das überhaupt?

Lisa T. Bergren · Waterfall (Trilogie Band 1) ISBN 978-3-86827-359-5 · € 14,95

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Einblick

Die Bibel als Inspirationsquelle einer Leidenschaftlichen Künstlerin

Katja Hogh ist freischaffende Künstlerin und Illustratorin. Im Jahr 2001 hat sie sich mit der Werkstatt »EdenArts« (www.edenarts.de) selbständig gemacht. Ihre Bildbände, die in Zusammenarbeit mit Steffi Baltes enstanden sind, erfreuen sich großer Beliebtheit. Im September erscheint »Niemals hört die Liebe auf«, das neuste Buch des Erfolgsduos. Im folgenden Interview gibt uns Katja Hogh einen Einblick in ihre Arbeit.

Seit wann malst du und was hat dich dazu bewogen, Malerei intensiv zu betreiben? Seit ich mich erinnern kann, gehört Kreativität zu meinem Leben. Es gibt viele Fotos aus meiner Kindheit, die mich mit einem Stift in der Hand zeigen. In der ersten Klasse hatte ich ein Erlebnis, das mich sehr motiviert hat: damals habe ich einen Malwettbewerb gewonnen. Außerdem hat es mich immer fasziniert, Gesichter zu zeichnen. Letztlich bin ich auch beruflich bei der Malerei geblieben. Ich habe zwar auch andere Bereiche ausprobiert, jedoch kam das »Künstlerherz« immer wieder durch. 10

Viele Menschen haben vermutlich keine Vorstellung davon, wie Künstler leben und arbeiten. Wie sieht ein perfekter Arbeitstag für dich aus? Ich stehe auf und versorge erstmal meine Laufenten, die schon ungeduldig auf mich warten. Dann frühstücke ich mit meinem Mann; da er meistens abends und nachmittags unterwegs ist, nehmen wir uns Zeit dafür. Wenn kein »Haushalt« ansteht, gehe ich gleich nach oben und fange zu malen oder zu zeichnen an. Zwischendurch werden noch Mails gecheckt, vielleicht hat sich ja ein Bild verkauft. Im Idealfall kocht mein Mann das Mit-


tagessen – er ist ein sehr guter Koch! Da meine Enten mittags draußen ein Schläfchen halten, mach ich das nach dem Essen auch so (sehr weise Tiere). Um mit Elan weiterzumalen gibt es dann später einen Kaffee mit einem Stückchen Schokolade (falls eines da ist). Nach dem Abendbrot schaue ich raus in den Garten, ob man schon eine Zucchini ernten kann bzw. etwas Unkraut gerupft werden muss. Jedoch muss ich mit meiner kleinen Schaufel aufpassen, da die vorwitzige Lieblingsente meist mit ihrem Schnabel da gräbt, wo ich gerade arbeite. Meine kreativste Phase geht ab 17.00 Uhr los, abends malt es sich einfach am besten … Woher bekommst du die Inspirationen für deine Bilder? Gerade male ich viel zu biblischen Themen, die Bibel ist voll von Inspiration – sprachlich manchmal auch sehr poetisch, z. B. das Hohelied (»… das Haar auf deinem Haupt ist wie Purpur … ein König liegt in deinen Locken gefangen.«) Daneben gibt es aber noch sehr viele andere Dinge, die mich zum Malen bewegen: die Natur, eine gute Predigt, ein Film, andere Künstler, eine tanzende Freundin …

Katja Hogh in ihrem Atelier

Katja Hogh ist Künstlerin und lebt mit ihrem Mann in einem kleinen idyllischen Häuschen in Oberfranken. Ihr Repertoire umfasst Mosaiken, Buchillustrationen, Malerei und Collagen. Für den Verlag der Francke-Buchhandlung illustriert sie seit 2003 verschiedene Bildbände und Kinderbücher.

Steffi Baltes ist Pfarrerin. Sechs Jahre lang leitete sie ein Gästehaus in Jerusalem und begleitete mit ihrem Mann christliche Reisegruppen durchs Heilige Land. Heute lebt sie in Marburg und arbeitet im Verlag der FranckeBuchhandlung und im Christus-Treff. Das Hohelied der Liebe (1. Korinther 13) ist weltberühmt. Es gehört zu den großartigsten und tiefsten Texten, die Paulus jemals geschrieben hat. Seine Schönheit und Weisheit wird nicht nur von Christen geschätzt. Wir alle brauchen die Liebe als Grundlage unseres Lebens – unseres Denkens, Redens und Handelns. Und wunderbarerweise befähigt uns Gott zu einer Liebe, die echt, die kraftvoll, verändernd und heilsam ist. Was diese Liebe in unserem Leben und im Leben unserer Mitmenschen bewirkt, was sie aushält und zu welchem Ziel sie uns führt, dem spüren Steffi Baltes und Katja Hogh in diesem Buch mit Worten und Farben, mit Andachten und Malereien nach.

Niemals hört die Liebe auf ISBN 978-3-86827-346-5 18,5 x 22 cm · gebunden 48 Seiten · € 12,95 11


 

bewahrt stets die  Hoffnung und bleibt bestehen, was auch geschieht. Nach 1. Korinther 13,7

Die Liebe


Illustration: © Katja Hogh


Tränen in Gottes Hand

persönlich

Als Ka’egso Heri seine Frau Christiane, Mutter von zwei Kindern, auf einem Indianerfriedhof in Brasilien beerdigen muss, zerplatzt der Traum von der gemeinsamen Arbeit in Südamerika wie eine Seifenblase und die Frage nach einem liebenden Gott und Vater wird laut. In Briefen und Texten schreibt sich der junge Vater und Missionar seine Trauer und seinen Schmerz von der Seele. Der folgende Text ist Teil der Einleitung seines Buches »Tränen in Gottes Hand« und er macht uns Mut, unsere Verletzungen vor Gott zu bringen: Vielleicht gibt es jemand in Ihrer Nähe, der einen schmerzvollen Verlust durchleidet, oder Sie gehen vielleicht selber zurzeit einen schweren und leidvollen Weg. Eine Wegstrecke, die davon geprägt ist, dass Schmerz, Leid, Verlust und Trauer Lebensträume zerplatzen lässt und die Frage nach einem liebenden Gott und Vater ganz laut wird. Eine Zeit, in der gut gemeinter Trost allzu oft oberflächlich klingt und das Herz nicht erreicht. Ein Lebensabschnitt, an dem es ganz dunkel und kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Die Briefe und Texte, die in diesem Buch zusammengefasst wurden, sind auf einer solchen schweren und leidvollen Wegstrecke entstanden. Sie sind nicht im Nachhinein reflektiert oder im Rückblick eines Überlebenden geschrieben worden, sondern in den dunklen Stunden des Schmer14

zes entstanden. Ein ungeschminktes und schonungsloses Beschreiben meiner Gefühle in dem Moment, wo ich machtlos wurde, nicht mehr festhalten konnte. Sie geben Einblick in meine Welt, die ihre Farben, ihren Geschmack und ihren Sinn verloren hat. Mein verzweifeltes Ringen um das Überleben, als mir der Boden entzogen wurde. Das ehrliche Eingeständnis, dass es mir noch nicht gut geht. Und das bewusste und dankbare Annehmen von Hilfe, Gebet und Anteilnahme von vielen, vielen lieben Menschen rund um die Welt, denen ich es zu verdanken habe, dass sie meine Briefe und Texte gelesen, darauf reagiert und mich immer wieder ermutig haben, weiterhin offen und ehrlich zu sein. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie sich ermutigen lassen, sich Schmerz ein-


Ka’egso Hery mit seinen beiden Kindern. Auf dem Bild im Hintergrund ist seine verstorbene Frau Christiane zu sehen.

zugestehen, Verlust nicht schönzureden, Trauer als einen Prozess und Schwäche nicht als Versagen zu sehen. Besonders, wenn Sie in einem frommen Umfeld sein sollten, in dem man sich allzu gerne mit der Zukunft tröstet und dabei den Blick für die Gegenwart verliert. Ich möchte Sie ermutigen, einen Schritt nach dem anderen zu gehen, sich Kraft für diesen Tag zu erbitten und das Morgen erstmal Morgen sein zu lassen. Alles hat seine Zeit. Gott hat eine besondere Schwäche für Schwache, die sich ihre Schwäche eingestehen. Verletzte Menschen liegen ihm am Herzen, denn er selber ist für sie verblutet. Unsere geweinten Tränen sind in seinen Händen gut aufgehoben, denn er versteht sie und nimmt sie ernst. Seine Liebe für uns Menschen hört niemals auf. Selbst der Tod kann daran nichts ändern. n

Ka’egso Hery ist 1968 als Missionarskind unter den Kaingang Indianern im Süden Brasiliens aufgewachsen. Nach seiner technischen Berufsausbildung hat er in Deutschland Theologie studiert und einige Kurse in Anthropologie, Linguistik und Suchtberatung belegt. Während dieser Zeit hat er Christiane kennen und lieben gelernt. Nach der Hochzeit in Marburg sind sie 1995 mit der Marburger Mission wieder nach Brasilien ausgereist, um unter den Kaingang zu leben und die Botschaft der Liebe Gottes in einer ganzheitlichen Form zu vermitteln. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit bestanden aus der Bibelübersetzung, Gemeindeleiterschulung, Entwicklungsprojekte und Beziehung im Alltag leben. 13 glückliche, herausfordernde und sehr gefüllte Jahre des Miteinanders wurden unerwartet und unbarmherzig durch Christianes Krebserkrankung unterbrochen und stellten ihre gepredigte Botschaft des Glaubens an einen guten Vater im Himmel auf eine sehr persönliche und existenzielle Probe. Nach Christianes Tod am 22.11.2008 begann für ihn ein harter, dunkler und oft sehr einsamer Weg, der nur durch die Barmherzigkeit Gottes und das treue Beten und Mittragen vieler lieber Menschen um die ganze Welt überwunden wurde. Ka’egso Hery lebt mit seinen Kindern Rebeca (14) und Samuel (12) weiter unter den Kaingang in Queimadas und ist seit 2010 wieder glücklich und mit einem zutiefst dankbaren Herzen mit Eipeen verheiratet.

Ka’egso Hery Tränen in Gottes Hand ISBN 978-3-86827-340-3 176 Seiten · € 9,95

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Ratgeber

Neue Wege finden Mit Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Jörg Berger im Gespräch

Als Psychotherapeut lernen Sie immer wieder Einzelschicksale kennen, die in eine Lebenskrise geraten sind. Was sind die Ursachen für die Lebenskrisen, was fehlt diesen Menschen? Krisen sind so vielfältig wie die Menschen, die in Krisen geraten. Einer wird neu mit schlimmen Erfahrungen aus der Vergangenheit konfrontiert, jemand anders opfert sich bis zur Erschöpfung für andere auf. Wieder andere geraten in immer gleiche Beziehungskonflikte und können sich keinen Reim darauf machen. Menschen, die zu mir kommen, sagen: »Hier komme ich allein nicht mehr weiter. Ich muss neue Wege finden.« Ein schöner Moment, um Menschen zu begegnen, weil die Krise offen für Veränderung macht.

Schöpferisch mit der Umwelt umzugehen ist eine Lebensäußerung, die schon im Sandkasten beginnt und auf natürliche Weise immer wieder Raum sucht. Manchmal müssen Menschen diese Lebensäußerung aber unterdrücken, zum Beispiel wenn sie in einem starren Regiment von Geboten und Verboten aufwachsen. Als Erwachsene erleben sie sich dann von sich selbst entfremdet und blockiert. Die Lösung besteht dann darin, die Blockade zu erkennen und zu überwinden. Dann entfalten sich die Kräfte wieder, die eine Berufung tragen können. Welche Rolle spielt Gott in diesen Fragen?

Seelische Probleme sind nicht mehr so schambesetzt wie vor 50 Jahren. Außerdem hat sich die Gesundheitsversorgung generell verbessert. Menschen finden heute leichter einen passenden Fachmann für ihr Leiden.

Im Leben vieler Menschen entsteht irgendwann eine Sehnsucht, sich von Gott gebrauchen zu lassen. Sie fragen: »Gott, wo kann ich mich mit meinen Gaben einsetzen?« Und sie versuchen Gottes Wegweisung zu verstehen und ihr zu folgen. Andere werden von Gott überrascht. Sie geraten in eine Situation und fühlen sich von Gott angesprochen: »Hallo, ich brauche dich. Setze dich hier für mich ein.« n

»Lebensziel Berufung« heißt Ihr Buch. Was sagen Sie Menschen, die ihre Berufung

Interview-Abdruck mit freundlicher Genehmigung von »buecheraendernleben.wordpress.com«, C. Döring

Noch vor 50 Jahren ging so gut wie niemand zum Psychotherapeuten, heute immer mehr, warum ist das so?

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selbst nicht entdecken oder die sich nicht trauen, ihre Berufung zu leben?


Wertvolle Hilfe in Krisenzeiten – unsere Ratgeberreihe Jörg Berger Lebensziel Berufung

Martin Grabe Lebenskunst Vergebung

Berufung – ein etwas sperriger Begriff, dessen Perspektive und Bedeutung uns häufig verloren gegangen ist. Wie finde ich eine Lebensform, die meinem Wesen entspricht? Wofür soll ich mein Leben einsetzen? Mit anderen Worten: Was ist meine Berufung? Auf die Frage gibt der Autor praktische Antworten, die sich nicht nur in der Psychotherapie bewährt haben.

Kaum etwas kann befreiender sein als richtig verstandene Vergebung. Wer von anderen Menschen verletzt wird, gerät leicht in einen Kreislauf negativer Gedanken hinein. Dieses Buch zeigt ganz praktisch, wie es gelingt, mit Verletzungen umzugehen und sie loszulassen. Die geschilderten Wege der Vergebung haben sich in Psychotherapie und Seelsorge vielfach bewährt.

ISBN 978-3-86122-812-7 · € D 9,95

ISBN 978-3-86122-962-9 · € D 11,95

Martin Grabe Zeitkrankheit Burnout

Martin Grabe Die Alltagsfalle

Burnout – eine Zeiterscheinung auf dem Weg zur Volkskrankheit. Meistens trifft sie den, der nicht damit gerechnet hätte – vor lauter Überbeschäftigung. Wie läuft diese Störung ab, wie erkennt man Frühsymptome und wie betreibt man sinnvoll Vorsorge für sich und andere? Auch als Hörbuch erhältlich.

Vielleicht haben Sie momentan eigentlich zu viel zu tun, um noch so ein Büchlein wie dieses zu lesen – dann stecken Sie wahrscheinlich schon mittendrin: in der Alltagsfalle. Laasen Sie sich mit dem Autor auf ein ziemlich gewaltiges Thema ein: den Sinn des Lebens.

ISBN 978-3-86827-350-2 · € D 9,95

ISBN 978-3-86827-348-9 · € D 6,95 17


Geschenkidee

Wenig-Lesen mit Gewinn Die 5 Sprachen der Liebe von Gary Chapman als Kurzversion mit vielen Illustrationen

»Die 5 Sprachen der Liebe« von Gary Chapman erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Nicht zuletzt deshalb, weil es Chapman geschafft hat, dem Geheimnis von funktionierenden Beziehungen mit einfachen Worten und alltagstauglichen Beispielen auf die Schliche zu kommen. Nun gibt es die beliebte Kurzform des Ratgeber-Klassikers in neuer, frischer Aufmachung mit vielen lustigen Illustrationen und Comics von Sven Gerhardt. Jede der fünf Liebessprachen wird kurz vorgestellt und mit praktischen Tipps angereichert. Das Büchlein eignet sich hervorragend als kleines Geschenk für den Partner oder zu Hochzeiten, Verlobungen und anderen liebevollen Anlässen. n ISBN 978-3-86827-347-2 · € D 5,00

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dies und das

Ausgezeichnet

Buchmarkt

Christy Award 2012 Lieblingsgeschenk Lynn Austin darf sich über ihren achten Christy Award freuen. Im Juli bekam sie den begehrten Preis für christliche Literatur in Orlando/Florida für ihren Roman »Bibliothek der Träume« überreicht. Dies wurde natürlich gemeinsam mit Francke-Verlagsleiterin Anne-Ruth Meiß und Lektoratsleiterin Kathrin Schultheis gefeiert. Neben Austin wurde eine weitere Francke-Autorin ausgezeichnet: Lisa T. Bergren war mit ihrem Roman »Waterfall« ebenfalls erfolgreich. n

Einer repräsentativen Umfrage zufolge sind Bücher nach wie vor das beliebteste Weihnachtsgeschenk der Deutschen. Mit 32,5 % nimmt das Lesefutter die Spitzenreiterposition ein. Auf den weiteren Plätzen folgen Parfüm (20 %), Spiele und Spielzeug (18,1 %), Gutscheine aller Art (17,6 %), Süßigkeiten (14 %) und DVDs (12 %). Bei über 80.000 Neuerscheinungen dürfte auch in diesem Jahr für jeden das passende Buchgeschenk zu finden sein. n

vormerken

Studientage mit Miroslav Volf Das Studienprogramm »Gesellschaftstransformation« des Marburger Bildungs- und Studienzentrums (mbs) veranstaltet am 15. und 16. März 2013 Studientage mit Miroslav Volf. Das Thema wird »Transformation & Versöhnung« sein. Professor Volf hat mit seinem Standardwerk »Von der Ausgrenzung zur Umarmung« gezeigt, dass und wie das Evangelium den Auftrag zur Versöhnung beinhaltet und eine praktische Antwort auf die vielfältigen Konflikte dieser Welt anbietet. Dieses Buch erscheint anlässlich der Studientage erstmals in deutscher Übersetzung und bildet ihre theologische Grundlage. n Weitere Informationen finden Sie unter www.gesellschaftstransformation.de

Miroslav Volfs Buch wurde von »Christianity Today« zu einem der 100 besten religiösen Bücher des 20. Jahrhunderts gewählt. 19


Rückblick

Ein toller Tag! Das Francke-Autorenfestival 2012

Auch wenn es schon eine Weile her ist – wir möchten an dieser Stelle noch mal einen Blick zurück auf das erste Francke-Autorenfestival werfen. Dieses fand am Samstag, den 12. Mai 2012 in Marburg statt. 15 Autorinnen und Autoren haben in insgesamt 24 Lesungen und Vorträgen Einblicke in ihre Bücher und Lebensgeschichten gegeben.

350 Besucher verfolgten 24 Lesungen Dafür standen Räume des Marburger Bildungs- und Studienzentrums und der große Saal des Hessischen Landestheaters Marburg zur Verfügung. Im Verlagsgebäude selbst konnten die rund 350 Besucher des Festivals anhand einer Verlagsführung erfahren, wie ein Buch entsteht und sich anschließend am Büchertisch mit den neuesten Romanen und Sachbüchern eindecken. Außerdem gab es eine Ausstellung mit Bildern der Künstlerin Katja Hogh, die an vielen Francke-Projekten mitgewirkt hat. Im Garten des Verlags konnten sich die Besucher bei Live-Musik mit Speisen und Getränken stärken und für die Kinder gab es eine Hüpfburg und ein eigenes Kinderprogramm. Und wer neben Büchern noch andere schöne Mitbringsel erwerben wollte, der wurde am Stand der »Apfelgräfin« Daisy von Arnim fündig, die eine Vielzahl ihrer Apfelspezialitäten aus der Uckermark mit nach Marburg gebracht hatte. 20

Für viele Besucher waren die Auftritte der amerikanischen Bestseller-Autorin Lynn Austin der Höhepunkt des Festivals. In einem Interview mit der Lektoratsleiterin Kathrin Schultheis gab sie tiefe Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihren persönlichen Glauben. Aber auch die persönlichen Begegnungen mit den anderen Autorinnen und Autoren war für viele Gäste eine eindrückliche Erfahrung. Und so kam immer wieder die Frage auf, wann die nächste Auflage des Autorenfestivals folgen wird. Ebenfalls erfreulich war, dass zahlreiche Buchhändlerinnen und Buchhändler der Einladung des Verlags folgten und dafür teils sehr weite Wege in Kauf nahmen.

Über allem steht der Dank an Gott Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein toller und abwechslungsreicher Tag war – sowohl für die Autoren und Verlagsmitarbeiter als auch für alle Besucher. Und über allem steht der Dank an unseren großen Gott, der neben der Kraft, der Bewahrung und den kreativen Ideen auch trockenes Wetter geschenkt hat, obwohl für den 12. Mai Regen angesagt war. Dass es in Zukunft weitere Autorenfestivals geben soll, darüber sind sich die FranckeMitarbeiter einig. Wann genau das sein wird, steht allerdings noch nicht fest. n


Einen Videozusammenschnitt des Tages finden Sie auf www.francke-buch.de 21


Aus dem verlag

Wie entsteht eigentlich ein Buchumschlag?

»Man bekommt niemals eine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen!« – diese kleine Weisheit trifft voll und ganz auf das Cover eines Buches zu. Oft entscheiden wenige Sekunden, ob ein Kunde in der Buchhandlung nach einem bestimmten Werk greift. Neben dem Titel des Buches spielt in diesen Momenten natürlich die Gestaltung des Umschlags die ausschlaggebende Rolle. Aber der Umschlag des Buches hat auch für den zweiten Blick eine wichtige Funktion, denn er beinhaltet auf der Rückseite den sogenannten »U4-Text«. (»U« steht für Umschlagseite und wenn man beim Cover (»U1«) zu zählen anfängt, so ergibt die Rückseite des Buches die »U4«. Die Innenseiten des Umschlags werden nämlich mitgezählt.) Dieser kurze Text soll Appetit auf das Buch machen und er beinhaltet neben einer kurzen Inhaltsskizze oft auch werbewirksame Zitate von berühmten Persönlichkeiten oder Stimmen der Fachpresse.

Die technische Funktion des Umschlags Dem Umschlag des Buches kommt aber auch noch eine technische Funktion zu, da er die ISBN-Nummer und den EAN-Code enthält. Hinter diesem Strichcode verbergen sich alle nöti22

gen Informationen für Kassensysteme. Doch wer gestaltet eigentlich den Buchumschlag und wie geht das vonstatten? Für die Gestaltung der Umschläge sind in der Regel Grafiker oder Mediengestalter zuständig. Diese arbeiten entweder direkt im Verlag oder in einer Werbeagentur oder einem Grafikbüro, an welches der Verlag entsprechende Aufträge vergibt. Im Verlag der Francke-Buchhandlung werden fast alle Cover im Haus gestaltet, was die Kommunikation zu den Grafikern natürlich deutlich erleichtert. In Teamsitzungen mit den Lektoratsmitarbeitern werden die Neuerscheinungen besprochen und die erscheinenden Titel an die Grafiker verteilt. Bei Lizenztiteln kann es mitunter vorkommen, dass dem Verlag die Gestaltung des Original-Covers so gut gefällt, dass lediglich der Titel und die Informationen auf der U4 ausgetauscht werden müssen. In den meisten Fällen beginnt der Grafiker allerdings mit einem weißen Blatt. Der erste Schritt ist ein Gespräch mit dem Lektorat, um den Inhalt des Buches, die Zielgruppe und das Format zu besprechen. Oft ergeben sich dabei schon grobe Ideen für ein Bildmotiv, das zum Beispiel auf eine Schlüsselszene des Buches hinweist oder an eine bestimmte Stimmung des Buches angelehnt ist. Bei Biografien


kommen oft Original-Abbildungen von Personen oder Schauplätzen zum Einsatz und bei Sachbüchern nähert man sich dem Inhalt häufig über symbolhafte Abbildungen. Der nächste Schritt ist dann meist die Bildrecherche. Vor allem für Romane bieten Bildagenturen und -datenbanken eine unglaubliche Fülle an stimmungsvollen Fotografien, doch gerade deshalb gleicht die Recherche oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Um das perfekte Motiv zu finden, benötigt man nicht selten etliche Stunden. Sehr oft kommt es auch vor, dass Motive noch nachbearbeitet oder retuschiert werden, um dem Inhalt des Buches noch besser zu entsprechen. Bei Kinderbüchern läuft das Ganze etwas anders ab, da dort meist mit Illustrationen gearbeitet wird, die von einem Zeichner eigens für das Buch angefertigt werden. Bei Sachbüchern kann es auch vorkommen, dass man gänzlich auf ein Foto oder eine Grafik verzichtet und stattdessen eine rein typografische Lösung wählt. Das bringt uns zum nächsten wichtigen Schritt bei der Gestaltung eines Umschlags: Die Typografie bzw. Schriftwahl und -anordnung. Dabei kommt es darauf an, einen Schrifttyp zu wählen, der zur Stimmung des Buches und der CoverAbbildung passt und diesen dann so zu platzieren und zu gestalten, dass ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Für diese Zwecke gibt es eine Fülle an hochwertigen Schriften, die bei professionellen Schrift-

herstellern eingekauft werden können. Mit Arial, Times und Co. stößt man nämlich schnell an gestalterische Grenzen – und es geht ja vor allem um den entscheidenden ersten Eindruck.

Mehrere Entwürfe – ein Favorit Im Gestaltungsprozess entstehen oft mehrere mögliche Cover, die gemeinsam mit dem Lektorat und der Verlagsleitung gesichtet werden. Dabei kristallisiert sich dann meist ein Favorit heraus, mit dem man anschließend bei der Vetreterkonferenz ins Rennen geht. Bei dieser Konferenz wird den Handelsvertretern des Verlags das neue Programm präsentiert und neben der Vorstellung des Inhalts werden auch die Cover begutachtet. Hin und wieder kann es vorkommen, dass die Vertreter gute Hinweise liefern, warum eine Umschlaggestaltung unter Umständen nicht funktionieren wird. Dann entscheidet man sich entweder für eine andere Variante des Entwurfs oder setzt bei der Gestaltung noch mal ganz am Anfang an. Ist auch diese Hürde genommen, wird der Umschlag kurz vor Drucklegung des Buches mit der entsprechenden Rückenstärke in Originalgröße angelegt und mit U4-Text und EAN-Code versehen. Als druckfähiges PDF verlässt er dann den Gestalter in Richtung Druckerei, um nach zwei bis drei Wochen als eindrucksvolle Hülle des fertigen Buches zurückzukehren. n

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Für einen belebenden

in den Tag! Beginnen Sie den Tag mit einem stärkenden Frühstück, guten Gesprächen mit Ihrem Partner und – mit Gott! Die 365 Andachten in diesem Buch laden Sie dazu ein. Gönnen Sie Ihrer Beziehung diese wertvolle Zeit zu dritt. Sie werden merken: Nie war Ihr Liebestank so gefüllt, nie haben Sie sich von Ihrem Partner so geliebt gefühlt und nie haben Sie ihm Ihre Liebe so gut zeigen können.   ISBN 978-3-86827-344-1 · € D 16,95

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