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1. Juli 2011

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galabau Das Magazin f체r den Garten- und Landschaftsbau

Pflasterbau

Optik und Wohlbehagen sind bei Bel채gen Trend Betriebsportr채t FNB in Lehrberg

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FNB in Lehrberg - Unterhessbach

Überzeugungstäter in Sachen Innovation Johann und Markus Stoll führen ein Unternehmen, das sich durch eigene Entwicklungen eine besondere Marktposition erobert hat. Gemeinsam mit Ko-Geschäftsführer Bernd Göß haben die Straßenbauer den Betrieb in den GaLaBau und das Privatkundengeschäft geführt. DEGA GALABAU hat die Unternehmer im fänkischen Lehrberg besucht.

M

an könnte Johann Stoll einen Er-

Stadt Ansbach ab. Und weil er dort als kluger

Soweit der Plan. Doch Stoll und sein

finder nennen. Auf jeden Fall ver-

Kopf auffiel, bot ihm das Tiefbauamt der

Kompagnon leisteten gute Arbeit. Das

körpert der gelernte Straßenbau-

Bezirkshauptstadt einen Job im Büro an. Für

sprach sich schnell herum und überforderte

er die gute alte Ingenieurstugend: Proble-

Stoll, der gerade einen Bandscheibenvorfall

die kleine Firma. „Wir mussten so viel ab-

me erkennen und so lange daran herum-

auszukurieren hatte, ein spannender Pers-

sagen, dass die Leute gesagt haben, zu

tüfteln, bis eine serienreife Lösung entsteht

pektivenwechsel. Sieben Jahre saß er auf

denen braucht ihr gar nicht gehen“, erklärt

– mit vollem Einsatz und bis in die letzte

der anderen Seite des Schreibtischs; bis die

der Unternehmer das darauf folgende

Konsequenz. Und hätte der Mittelfranke

Aufgaben sich veränderten. „Die Mittel

Wachstum. Da habe es gar keinen anderen

einen Konzern im Rücken, der die Entwick-

waren knapper geworden und ich musste

Weg gegeben, als laufend Leute einzustel-

lungen und die Fehlschläge bezahlt, wer

alle möglichen Sachen machen, die mich

len. 1998 platzte der kleine Betriebshof in

weiß, der 61-Jährige wäre wahrscheinlich

nicht mehr befriedigt haben“, erzählt der

Wernsbach aus allen Nähten, da waren es

schon ein gemachter Mann, wie man so

Süddeutsche rückblickend. Schließlich zog

schon 14 Mitarbeiter, und als 2002 sein ehe-

schön sagt.

er aus der Erfahrung „was da draußen alles

maliger Lehrbetrieb in die Insolvenz ging,

Aber fangen wir vorne an, bei den

rumpflastert“ 1992 mit 42 Jahren die Kon-

nahm Stoll etliche der ehemaligen Kollegen

Pflastersteinen. Johann Stoll hat bei einem

sequenz und gründete zusammen mit einem

mit an Bord. Zum Zehnjährigen hatte die

Straßenbaubetrieb in seiner Region das

57-jährigen Kollegen vom Bauhof den „Fach-

FNB – da schon eine Weile am neuen Platz

Pflastern von der Pieke auf gelernt, arbeitete

betrieb für Natur- und Betonsteinpflaster“,

in Unterhessbach – bereits 35 Leute unter

danach eine Weile im Schwarzdeckenbau,

kurz „FNB“. „Ursprünglich wollten wir zwei,

Vertrag. „Das war Wahnsinn, wenn ich das

bevor er wieder in seinen Lehrbetrieb

drei Mann, eine Rüttelplatte, ein Auto und

überlege“, meint der Unternehmer. „Ich war

zurückging. Für den wickelte er im Zuge von

mehr nicht“, sagt Stoll schmunzelnd. „Und

mit 35 Leuten und einer Halbtagskraft allein

Altstadtsanierungen auch Aufträge für die

wir wollten nur Pflastern.“

im Büro“.

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schwerpunkt

betrieb + management

S ta n d o r t

Lehrberg

b e t r i e b s d at e n FNB/Der Stein

··Firmengründung: 1992 ··Gesellschaftsform: GmbH ··Geschäftsführer/Gesellschafter: Johann und Markus Stoll, Bernd Göß

3

1 GaLaBau-Meister Thomas Schuh kümmert sich bei der FNB um das Thema „Pflanze“. 2 Teure Schauanlage: Im „Nürminger Handwerkerzentrum“ haben die Stolls in einen Mustergarten investiert. 3 Führen die Geschäfte der FNB: Markus und Johann Stoll sowie Gärtnermeister Bernd Göß. 4 Mit einer 9 000 e teuren Mischanlage hat sich die Firma vom Betonwerk unabhängig gemacht. 5 Der Lagerplatz bietet auch anderen Betrieben die Möglichkeit, Steine und Schüttgüter einzukaufen. 6 Ein gut ausgestatteter und moderner Fuhrpark sorgt bei den Franken für die nötige Mobilität

··Umsatz: 2,1 Mio. e (2009/2010) ··Gewinn: 0,056 Mio. e (2009/2010) ··Materialkostenanteil: 42 % ··Betriebsmittellohn: 12,57 e ··Kalkulator. Stundenlohn: 48 e ··durchschn. Verrechnungssatz: 44 e ··Mitarbeiter: 28, davon, 1 Techniker, 4 Meister, 5 Gesellen, 3 Azubis, 12 Ungelernte, 3 Verwaltungsangestellte ··Mitarbeiter im Büro: 4 ··Bauleiter: 3 ··Baustellenleiter: 5 ··Kolonnen: 6 ··Fuhrpark/Maschinen: 3 Pkw, 9 Lkw, 3 Bagger/Minibagger, 6 Radlader, 1 Raupe, weitere Besonderheiten: Steinfräse, Betonmischanlage ··Auftraggeberstruktur: Privat (50 %), Gewerbe (20 %), öffentliche Hand/ Submission (30 %) ··Tätigkeitsfelder: Landschaftsbau (25 %), Pflaster- und Straßenbau (75 %) ··Zertifikate: Qualitätsinitiative Bauen mit Innungs-Qualität e. V. (www.bauen-mit-iq.de) ··EDV-Lösungen: BRZ (www.brz.de)

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Doch als die Preise in den Keller gingen,

ternehmer. Das sehe man schon an den

7 Mit der patentierten Maschine Marke Eigenbau fertigt die Firma ihre Produkte aus Stein.

wendete sich das Unternehmen den Priva-

Gerätschaften. „Während bei uns ein 8 000er-

ten zu: „Im Privatbereich hätten wir mit

Rüttler steht, steht bei vielen Firmen nur ein

8 Der „Lapis perfectus“ sitzt im unteren Bereich fast knirsch und lässt sich wie Betonstein verlegen.

Pflasterbau alleine den Umsatz nie erzielen

Gerät, das man mit zwei Mann hochheben

können“, meint Stoll. Also habe man zuge-

kann“, hat er beobachtet. „Wir bauen eine

sehen, dass man noch in anderen Bereichen

Garageneinfahrt mit 40 cm Koffertiefe. Wenn

den Fuß in die Tür bekommt, etwa beim Bau

ich so durch die Gegend fahre, sehe ich, dass

und der Wartung von Kleinkläranlagen, von

viele mit 20 cm arbeiten“, hat der Senior

denen FNB mittlerweile rund 50 Stück be-

festgestellt. Die positive Folge: Die Zahl der

treut, aber eben auch im GaLaBau. „Wir

Reklamationen liegt nach eigenen Angaben

haben die Gartenbauleistung, die die vielen

„im Promillebereich“ und 70 % der Aufträge

Ein-Mann-Betriebe sowieso gemacht haben,

kommen über Empfehlungen zustande.

9 Auch die Steine für die Flächenheizung lassen sich auf der Maschine fertigen. 10 Eine neue Variante des Systems Gabo-Flex ist die mit Sand und Lava gefüllte Lärmschutzwand.

nie mit anbieten können“, ergänzt sein

Etwa 25 bis 30 % des FNB-Umsatzes er-

Sohn. Das sei der Hauptgrund gewesen, eine

wirtschaftet der GaLaBau – oder wegen der

„grüne Abteilung“ aufzubauen. Im Jahr 2000

vielen Steinarbeiten besser: der private Be-

Doch Stoll hat Glück. Sein Sohn Markus

stieß deshalb Bernd Göß dazu. Der Gärtner-

reich. Das ist nicht der zentrale Umsatz-

(31) fand die Arbeit des Vaters spannend

meister hatte in Veitshöchheim seinen Ab-

bringer, aber ein gutes Stück Sicherheit. Das

und trat in seine Fußstapfen. Als er 2003 die

schluss gemacht, war bei einem Betrieb in

zeigt sich gerade in diesem Jahr, in dem die

Meisterschule beendet hatte, sprang er dem

der Gegend beschäftigt und wollte sich be-

Firma noch keinen einzigen öffentlichen

Vater in der Firma bei. Zusammen mit dem

ruflich verändern – für die FNB die Chance

Auftrag akquiriert hat; dafür aber viele Pri-

Gärtnermeister Bernd Göß leiten die beiden

zu diversifizieren. Unter dem Signet „grün-

vataufträge, mit zum Teil für die Gegend

heute das Unternehmen.

concept“ bieten jetzt sechs Leute Gärten

ungewöhnlich hohem Umsatz und dem Ein-

von der Planung bis zur Umsetzung. Göß

satz selbst entwickelter Produkte.

Vom Pflasterhandwerk in den GaLaBau

bildet eigene Landschaftsgärtner aus; Landschaftsgärtner, die auch richtig pflastern können. Denn selbst die „grüne Abteilung“

In den ersten zehn Jahren wickelte Stoll in

bestreitet einen großen Teil ihrer Arbeits-

erster Linie öffentliche Aufträge ab. 70 bis

kraft mit Belagsarbeiten und Mauerbau.

Eine eigene Firma für die Erfindungen Von denen hat Johann Stoll mittlerweile

80 % der Aufträge kamen von Städten und

Qualität bei den Pflasterarbeiten sieht

mehrere an den Start gebracht. Die erste

Gemeinden aus der Umgebung für Arbeiten

Johann Stoll denn auch als eines der Abgren-

Erfindung war eine Betonsteinpflasterlinie,

im Straßen- und Pflasterbau; vorwiegend

zungskriterien zur Konkurrenz: „Unsere

die der Süddeutsche an ein Oberpfälzer Be-

Natursteinpflasterungen im Rahmen der

Pflasterflächen sind Pflasterflächen nach

tonwerk verkauft hat. Vom Erlös hat er sich

Altstadtsanierungen und Dorferneuerungen.

Straßenbau-Grundprinzipien“, sagt der Un-

seinerzeit ein Wohnmobil geleistet – obwohl

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schwerpunkt

er zum Herumfahren eigentlich gar keine

die später die Kabel der Heizung verlegt

Zeit hat – und eigentlich auch gar keine Lust,

werden. Während früher Heizungen unter

wenn man es richtig betrachtet. Denn Stoll

dem Belag verlegt wurden und deshalb mit

lebt seine Arbeit und geht in seinen Aufga-

viel Energie und erheblicher Trägheit ein

ben auf. Nacheinander erfand er ein beson-

großes Volumen erwärmen mussten, kom-

deres Gabionensystem, einen „perfekten“

men Stolls Heizungen mit deutlich weniger

Natursteinbelag und eine energiesparende

Strom aus und reagieren zugleich schneller.

Flächenheizung; um nur die Produkte zu

„Generell geht eine Freiflächenheizung mit

nennen, die sich derzeit am vielverspre-

300 W/m² los und geht bis 500 W/m². Wir

chendsten zeigen und über die eigene Firma

verlegen gerade mal 160 W/m²“, beschreibt

„Der Stein“ vermarktet werden. Da ist zum

der Franke das Verhältnis. Mehr als

Beispiel der „Lapis perfectus“: ein Natur-

230 W/m² bringe man da gar nicht rein.

steinprodukt, das dank einer speziellen Be-

Ein Schaltkasten in der Garage und Füh-

arbeitung mit einer eigens konstruierten und

ler im Freien schalten die Heizung an, wenn

zum Patent angemeldeten Fräsmaschine die

ein bestimmtes Wetterereignis eintritt.

Herstellung nahezu perfekter Natursteinbe-

Ruckzuck ist der Weg zum Haus schneefrei;

läge erlaubt (siehe Kasten auf Seite 30). Stoll

gerade die letzten beiden Wintern haben

kann die Natursteine in seiner Halle für jedes

die Nachfrage kräftig angekurbelt. Dafür

Projekt individuell aus jedem vom Bauherrn

fährt die Firma auch schon mal nach Bad

gewünschten Material herstellen lassen.

Schwartau an der Ostsee oder nach Dres-

„Die Entwicklung kommt daher, weil wir seit

den, um Beläge mit integrierter Flächenhei-

den 80er-Jahren in Natursteinpflasterflächen

zung zu verlegen.

betrieb + management

DIN 1 8 3 1 8

Das Kreuz mit der ­Pflasternorm „Mit der Einführung der harten Tragschicht und der Veränderung der Kornzusammensetzung hat sich die Pflasterbauweise verändert“, sagt Johann Stoll und meint damit zum Negativen. Der Wechsel von den bindigen, weichen Materialien in Bettung und Fuge zu harten, „frostsicheren“ Baustoffen sei mit Blick auf den Betonstein vorgenommen worden und habe der Natursteinpflasterung einen Bärendienst erwiesen. „Wir bräuchten eine zweite DIN. Wir bräuchten eine DIN für den Naturstein“, ist der Unternehmer überzeugt. „Ein Betonsteinpflaster verhält sich ganz anders als ein Natursteinpflaster. Da hat man die frostsicheren Materialien gebraucht. Und die mag der Naturstein nicht“, sagt der 61-Jährige im DEGAInterview. Der fühle sich allseits in Bettung eingehüllt viel wohler, meint Stoll: „Deswegen heißt es ja auch Bettung.“  tw

enorme Probleme mit den Fugen haben“,

Der dritte Streich war ein schmales Ga-

sagt der Unternehmer. „Lose und leere Fu-

bionensystem namens Gabo-Flex, das bei

gen oder wackelnde Steine hat man in der

nur 27 cm Korbbreite eine Hinterfüllung bis

alten Pflasterbauweise nicht gekannt.“ Der

2 m Höhe erlaubt. In die Körbe eingehängte

Lapis perfectus sei eigentlich eine Reaktion

Gitter wirken als Erdanker und Widerlager

auf eine falsche DIN, meint Stoll. Denn die

für den Bodendruck. FNB baut aus den Ga-

bestehende DIN sei für Betonsteine ausge-

bionen Erdkeller, Saunen, fängt Kellerlöcher

legt und werde dem Naturstein nicht ge-

ab und grenzt Gärten ein. Mit einer kleinen

recht. „Man kann unser System eigentlich

Modifikation erlaubt das Material den Bau

nur mit einer gebundenen Bauweise verglei-

einer gigantischen Lärmschutzwand, die

chen“, erklärt der Pflasterprofi. Es habe fast

sich nicht nur jeder Biegung ohne Keilfugen

die gleiche Stabilität. „Und dann habe ich

anpassen lässt, sondern dank eines Sand-

Weitere spannende Betriebsporträts aus

noch den ganz großen Vorteil: Ich bewege

kerns und einer speziellen Lavafüllung als

dem Bereich Pflasterbau und Fachbei-

mich damit in der Regelbauweise.“

hochabsorbierend gilt.

träge wie das Intro zum letztjährigen

w w w.

dega- Gal abau.de

Schwerpunktheft „Gib mir den Pflasterer

Die zweite große Erfindung, die Flächen-

Immer ein Stück voraus

zurück“, lesen Sie, wenn Sie den

2,5 cm unter der Oberkante jedes beliebi-

Auch bei den Abläufen hat sich der Senior

Suchmaske auf www.dega-galabau.de

gen Belagsteins eine Nut in das Material, in

als Tüftler erwiesen. Schon 2001 kaufte die

eingeben und auf „ok“ tippen.

heizung ist eigentlich eine Ableitung aus der

Webcode dega2139 oben links in die

Lapis-Entwicklung. Dieselbe Maschine fräst

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betrieb + Management

Lapis perfectus

Naturstein in Betonsteinqualität Weil die Pflasternorm den Anforderungen des Natursteins nicht gerecht wird (siehe Kasten auf S. 29), hat Johann Stoll einen Naturstein entwickelt, der funktioniert wie ein Betonpflasterstein, der also ganz kleine Fugen übrig lässt, überall gleich stark ist und auf ein abgezogenes Splittbett verlegt werden kann. „Jeder Betonstein hat einen Abstandhalter, der die Mindestfuge vorgibt“, erklärt der Unternehmer. „Bei Natursteinen geht das nicht.“ „Das hat uns auf den Gedanken gebracht, im oberen Bereich diese Rückfräsung zu machen, sodass die Steine im unteren Bereich – also im Lastabtragungsbereich – fast knirsch aneinanderliegen“, führt er aus. Die Fuge werde dann so breit gefräst, wie der Kunde das will und werde zweilagig gefüllt: Im unteren Bereich ist feuergetrockneten Quarzzsand 0 bis 0,7 mm, in die obere verbleibende Fugentasche kommt ein Material von 0 bis zu einem Größtkorn entsprechend Fugenbreite. So würde man fast die gleiche Stabilität erzielen, wie bei der gebundenen Bauweise, habe aber zugleich den großen Vorteil, sich in der Regelbauweise zu bewegen. „Ich kann die Fläche sofort wieder belasten. Bei einer gebundenen Bauweise muss ich einfach mal vier Wochen warten, bis ich da Verkehr drauflassen kann, wenn ich Gewährleistung übernehmen soll“, beschreibt Stoll den Vorteil. Die Mehrkosten gegenüber einem bearbeiteten, ungefrästen Stein lägen bei etwa 30 e/m², bei vierseitiger Bearbeitung. Aber 50 % der Mehrkosten seien bei der Verlegung schon wieder zu sparen. „Und dann habe ich ja eine ganz andere Flächenqualität“, gibt der Unternehmer zu bedenken. Bis das Geschäft richtig anläuft, will Stoll die Steine projektbezogen aus beliebigen Rohlingen auf der eigenen Maschine produzieren. Stoll hatte anfangs Partner im Bayerwald gesucht, bei denen aber im wahrsten Sinne des Wortes auf Granit gebissen. „Bua, da musst auf China gehen. So was mache mir net“, hatte ihm einer der lokalen Natursteinfürsten zugerufen. Nun kommt der Lapis perfectus ganz „made in Germany“ aus Lehrberg in Mittelfranken. tw

schwerpunkt

Firma 7 000 m² Acker in Sichtweite des Be-

sichts der Lager- und Entwicklungskosten,

triebshofs, um darauf eine Halle und einen

die die FNB jährlich abschreiben muss. Geld,

großen Lagerplatz zu errichten. Zwei Jahre

das einerseits festliegt, andererseits aber

später erwarb Stoll weitere 4 000 m² dazu.

auch Einsparungen und Gewinne in der Zu-

Platz genug, Dinge auszuprobieren, zu wer-

kunft ermöglicht. Aber natürlich war nicht

keln, Produkte vorzuführen und Abläufe zu

jede Investition ein Erfolg. Einen großen

optimieren. 2006 zum Beispiel ließen sich

Mustergarten, ein gutes Stück Autofahrt

die Unternehmer auf dem insgesamt 1,1 ha

vom Betriebssitz entfernt, sehen Vater und

großen Gelände eine Bauschuttrecycling-

Sohn heute eher als Fehlinvestition.

anlage genehmigen. „Der Ursprung war der,

120 000 e hat die aufwendige Anlage gekos-

dass die ganzen öffentlichen Kippen um vier

tet, die trotz regelmäßiger Beratungstermi-

Uhr zumachen. Und wir arbeiten bis 16:30,

ne von Bernd Göß vor Ort nicht auf die er-

17:00 Uhr“, sagt Stoll schmunzelnd. „Da

wartete Resonanz stößt; Auch weil der

haben wir gesagt, her mir auf, da schütten

Handwerkerzusammenschluss in dessen

wir das Zeig do her“, ergänzt er in fränki-

Rahmen die Anlage entstand, nicht so funk-

scher Mundart. Statt selbst 10 e/t zu zahlen,

tioniert hat, wie gewünscht.

ermuntert er jetzt andere Unternehmer aus

Doch trotz der einen oder anderen Fehl-

der Region Bauschutt anzuliefern. Die zah-

investition: In zwei Jahren wollen die Stolls

len bei der FNB etwa 8 e – für den Kubik-

von den Banken unabhängig sein und alle

meter! Einmal im Jahr kommt der mobile

Kredite abgezahlt haben. Geholfen hat dabei

Brecher und macht aus dem Abbruch Mi-

unter anderem 2010 die „IQ-Zertifizierung“,

neralgemisch, der bei FNB besonders in

die dem Unternehmen „Bauen mit Innungs-

Hinterfüllungen oder als Tragschicht unter

qualität“ bescheinigt. Da seien viele Pro-

privaten Pflasterungen verschwindet.

zesse auf den Prüfstand gekommen und

Ebenfalls ins Auge fällt ein 8 m hoher

viele Abläufe optimiert worden. Besonders

Siloturm einer Betonmischanlage. Die haben

geholfen aber auch ein Freund von Markus

die Stolls letztes Jahr gebraucht für knapp

Stoll, der zusammen mit seiner Frau in Ans-

9 000 e in Bozen gekauft. Statt mit fünf Mann

bach BWL studiert hat. Der hatte aufgrund

in der Pritsche ins Betonwerk zu fahren, um

eines geplanten Jobwechsels etwas Zeit und

eine halbe Stunde auf das Beladen zu war-

hat auf Wunsch des Juniors die Bücher

ten, macht der russische Lagerverwalter

geprüft; und zwar mit solcher Begeisterung,

den Beton im eigenen Mischwerk so fertig,

dass er nicht den neuen Job annahm,

dass er pünktlich zu Abfahrt zur Verfügung

sondern als Berater in der Region blieb und

steht. „Und wenn der Beton 200 e kosten

nun wöchentlich die Finanzen der FNB kon-

würde – das spielt überhaupt keine Rolle

trolliert. „Der macht unsere Zahlen und wir

gegenüber den Lohnkosten“, sagt der Junior

haben den Kopf komplett frei. Jetzt läuft

in Hinblick auf die Zeitersparnis. „Wir hatten

aber auch nichts mehr ohne ihn“, erzählt

uns eine Mischschaufel für den Radlader

Markus Stoll. „Aber, Du hast die Banker los.

gekauft. Da haben wir die Kleinmengen sel-

Das war ja für uns Horror“, fügt sein Vater

ber gemacht“, erzählt er. Das sei aber zu

an. Als Betriebswirtschaftler habe der ein

umständlich gewesen.

ganzes anderes Auftreten gegenüber den

Ganz nebenbei entwickelt sich der La-

Bankern.

gerplatz auch zur Handelsplattform. Denn

So einig, wie in Bezug auf die Banken

in der Gegend hat sich rumgesprochen, dass

sind sich Vater und Sohn vielleicht nicht in

der FNB viele Schüttgüter wie den guten

jeder Hinsicht. Aber das Team funktioniert

alten Kalkbrechsand für die Fugen und wei-

und der Senior ist sichtlich stolz und glück-

tere Baustoffe auf Vorrat vorhält. So man-

lich, dass sein Filius Spaß an der Firma hat

cher Landschaftsgärtner aus der Gegend

und das Unternehmen weiterführt. Und

kauft deshalb bei Stoll Materialien; so lohnen

wenn Not am Mann ist, greift der Firmen-

sich auch die Naturstein-Direktimporte von

gründer ebenso wie der Rest der Beleg-

Blockstufen, Pflaster und Mauersteinen, die

schaft auch am Wochenende zum Pflaster-

die Firma auf eigene Rechnung abwickelt.

hammer, um ein Projekt pünktlich zu Ende zu bringen. „Wir klatschen auch schon mal

Glück mit dem Zahlenmensch

150 m² Natursteinpflaster an einem Samstag rein; mit der ganzen Mannschaft“, erzählt Johann Stoll grinsend. Das käme erstens bei

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So mancher Betriebswirtschaftler würde

der Kundschaft gut an und zweitens fänden

wahrscheinlich den Kopf schütteln, ange-

es auch die Mitarbeiter toll, wenn „der Alte“


+++ k o n ta k t

11

11 Der dieses Jahr vollendete Klosterhof in Heilsbrunn ist eine Referenz der FNB

12

12 Die Auffahrt eines Privathauses in Cadolzburg ist mit einer Flächenheizung versehen

mitmacht. Das steigert das Wir-GefĂźhl in

Nur in einem Bezug mĂźssten Stoll & Stoll

einem Unternehmen. Ganz besonders an-

noch nachbessern: an dem Mut zur Selbst-

getan sind Ăźbrigens die vielen russisch

darstellung und zur blumigen Verpackung.

stämmigen Mitarbeiter im Team, von denen

Wenn sie nämlich nur halb so gut im Ver-

FNB etliche beschäftigt. Sie haben sich als

markten ihrer Produkte wären, wie im Ent-

schnell lernfähig, fleiĂ&#x;ig und flexibel er-

wickeln, wäre Johann Stolls Vision schon

wiesen. FĂźr Stoll ein Weg, mit dem Fach-

lange Wirklichkeit geworden: nämlich, dass

kräftemangel umzugehen, der sich im länd-

sie von ihren Erfindungen allein schon leben

lichen Mittelfranken schon seit längerer Zeit

kĂśnnen.

FNB Pflaster- & Gartenbau GmbH DER STEIN UnterheĂ&#x;bach 24, D-91611 Lehrberg Telefon 0 98 20/9 18 56-0, Fax -120 Telefon 0 98 20/9 18 56-30, Fax -39 info@fnb-pflasterbau.de, info@derstein.eu, www.fnb-pflasterbau.de, www.derstein.eu

abzeichnet. Auch da waren die Unternehmer also so pfiffig, fĂźr ihre Probleme gemeinsam

TEXT und BILDER: Tjards Wendebourg,

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Redaktion DEGA GALABAU

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Betriebsporträt: FNB Pflaster- & Gartenbau GmbH  
Betriebsporträt: FNB Pflaster- & Gartenbau GmbH  

FNB Pflaster- & Gartenbau GmbH ist ein Fachbetrieb für Natur- und Betonsteinpflaster sowie Gartengestaltung mit Sitz in Lehrberg, Mittelfran...

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