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Filmpodium Programmheft Feb-Mrz 2026

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2 16. FEB — 31. MRZ 2026

LINO BROCKA BONA

EVENTS

Mo 16.2. 14

20:30 LINO BROCKA

LINO BROCKAS MANILA

Einführung von Annette Hug (Autorin und Übersetzerin philippinischer Literatur), 20'

Anschl. MANILA IN THE CLAWS OF LIGHT

Lino Brocka, Philippinen 1975

Fr 20.2. 14

18:00 LINO BROCKA

BONA

Lino Brocka, Philippinen 1980

Einführung von Vincent Paul-Boncour, Gründer und Geschäftsführer Carlotta Films, in Englisch, 15'

Mo 23.2. 11 18:00 ALFRED HITCHCOCK «BERÜCHTIGTER HITCHCOCK?»

Vortrag von Franziska Heller, Filmwissenschaftlerin, 40'

Anschl. NOTORIOUS

Alfred Hitchcock, USA 1946

Mi 25.2. 24

20:30 PREMIERE GANGSTERISM

Isiah Medina, Kanada 2025

Anschl. Q&A mit Isiah Medina (Regie), Moderation Flavio Luca Marano, in Englisch

Fr 27.2. 27

20:30 LIVE CINEMA PERFORMANCE (PREMIERE) 3 rd ECHELON THEATER: CAST*

Sa 7.3. 27

11:00 SYRISCHE KLÄNGE

DAS FESTIVAL SONIC MATTER ZU GAST SALAMIYAH – LADY OF THE LAND

Omar Malas, Yamen Mekdad, Syrien/GB 2025

Anschl. Gespräch mit den Begründern der Syrian Cassette Archives, Mark Gergis und Yamen Mekdad, in Englisch, 30'

Mi 11.3. 24

20:15 PREMIERE LEONORA IM MORGENLICHT

Thor Klein, Lena Vurma, Deutschland/ Mexiko/Rumänien/GB 2025

Anschl. Q&A mit dem Regieduo Lena Vurma und Thor Klein sowie der Schauspielerin Olivia Vinall, in Englisch

Fr 20.3. 21

18:30 BRUNO GANZ

DER SANFTE LAUF

Haro Senft, BRD 1987 Mit einem einführenden Gespräch zwischen der Hauptdarstellerin Verena Buss und Walter Ruggle, 10'

20:15 « SCHAU SPIEL BRUNO GANZ» Buchvernissage und Apéro mit Walter Ruggle (Herausgeber) und Thomas Kramer (Verleger), im Foyer, 15' Eintritt frei

Sa 21.3. 22

18:00 BRUNO GANZ DER AMERIKANISCHE FREUND Wim Wenders, BRD 1976

Anschl. WIM WENDERS ERINNERT AN BRUNO GANZ

Q&A mit Wim Wenders 23. 29.3. SCHWEIZER

Für Jean-Luc Godard gelang Alfred Hitchcock bekanntermassen etwas, «woran selbst Alexander, Julius Cäsar und Napoleon scheiterten: die Kontrolle über das Universum zu erlangen». Die Strahlkraft der Marke «Hitchcock» und von Filmen wie Rear Window , Vertigo und Psycho ist auch im Jahr 2026 ungebrochen, sodass andere Teile seines Werks Gefahr laufen, überschattet zu werden. In einer zweiteiligen Retrospektive tauchen wir in dieses Universum ein, das bis heute fasziniert, Entdeckungen offenbart und Künstler:innen weit über das Medium Film hinaus als Inspirationsquelle dient. Gerade seine britischen Filme, die den Ausgangspunkt dieses ersten Teils darstellen, strotzen nur so vor unbändiger Lust, sich auszuprobieren, und zeigen einen Filmemacher auf dem Weg zu seiner Meisterschaft. Neue Restaurierungen, rare Filmkopien und selten zu sehende Werke stehen im Zentrum dieses Programms, das die Jahre 1927 bis 1949 abdeckt. Der zweite Teil unserer Retrospektive folgt dann im Mai/Juni-Programm.

Essay von Thomas Binotto

Als Alfred Hitchcock am 6. März 1939 in New York ankam, war er nicht der begehrte Regisseur, den Hollywood unbedingt haben wollte. Tatsächlich hatte Hitchcock selbst die Flucht nach vorn gesucht, weil die englische Filmindustrie darniederlag und er dort keine wirtschaftliche Zukunft für sich sah. Deshalb hatte er sich 1938 bei mehreren Filmstudios beworben, allerdings ohne Erfolg. Einzig David O. Selznick war interessiert. Selznick hatte sich zwei Jahre davor als Produzent selbstständig gemacht und bereits ein paar beachtliche Erfolge eingefahren. Sein ganz grosser Wurf Gone With the Wind war gerade in Arbeit. Selznick bot Hitchcock einen Vertrag über vier Filme an, den der Regisseur am 14. Juli 1938 unterschrieb.

Das Medium Film steckte in seiner Pionierzeit, in der vieles noch nicht fest gefügt war, und so konnte sich Hitchcock in allen Bereichen der Produktion ausprobieren. Dabei begegnete er Alma Reville, die ihm einiges an Erfahrung voraushatte und als Editorin in der Studiohierarchie klar über ihm stand. Erst 1923, zwei Jahre nachdem er ihr erstmals begegnet war, getraute Hitchcock – inzwischen zum Koregisseur aufgestiegen – sich, Reville anzusprechen. Und sie wurde schliesslich nicht bloss seine Frau, sondern – für die Filmgeschichte viel bedeutsamer – zu seiner einflussreichsten Mitarbeiterin. Reville hatte auf all seine Entscheidungen als Regisseur wesentlichen Einfluss. Mit ihr diskutierte er sämtliche Drehbücher, Rollenbesetzungen, anstehenden Szenen bei Dreharbeiten und deren visuelle Auflösung. Und als Editorin war sie natürlich auch als Beraterin bei der Montage dabei.

Vom Produzenten Michael Balcon früh gefördert, konnte Hitchcock 1925 und 1926 bereits bei drei Filmen Regie führen: The Pleasure Garden, The Mountain Eagle und The Lodger . Bis Ende 1926 war allerdings keiner dieser Filme in den englischen Kinos zu sehen. Die Produktionsgesellschaft Gainsborough Pictures befand alle für zu wenig Erfolg versprechend. Als The Lodger 1927 dann aber doch Premiere feierte, wurde er zum ersten Triumph des Jungregisseurs –künstlerisch wie finanziell. Später bezeichnete Hitchcock The Lodger deshalb auch als seinen ersten richtigen Film. Und tatsächlich tauchen in dem Thriller, in dem ein geheimnisvoller junger Mann just in dem Moment bei einer Familie einzieht, als London von einer Serie grausamer Morde erschüttert wird, mehrere Motive auf, die sich durchs gesamte Werk ziehen. Beispielsweise das provokative Spiel mit Erwartungen und Kontrasten: Als der Mieter, gespielt von Ivor Novello, sich das Zimmer anschaut, wird er höchst verdächtig im schwarzen Umhang mit halb verdecktem Gesicht inszeniert. Aber dann, wenn ihn der Mob als vermeintlichen Täter identifiziert, ist er in strahlendes Weiss getaucht. Das Motiv des unschuldig Verfolgten, das hier erstmals auftaucht, wurde Hitchcock praktisch von aussen aufgezwungen. Es wäre undenkbar gewesen, den Superstar Ivor Novello als Mörder zu präsentieren. Und Hitchcock kam zu einem seiner Lieblingsmotive.

The Lodger zeigt eindrücklich, wie sehr Hitchcock von Beginn an die visuelle Auflösung der Story im Kopf hatte. Hitchcock wollte das Publikum vom Zuschauen zum Mitfühlen zwingen. Die Zweifel an der Integrität des Mieters sollten seine Zweifel werden. Die Furcht des gejagten Mieters sollte seine Furcht werden. Deshalb schauen wir nicht bloss zur Decke hoch, wenn der unheimliche Mieter in der Wohnung darüber ruhelos auf und ab geht. Wir blicken durch den Boden hindurch und sehen, was wir hören. Deshalb liess Hitchcock einen Glasboden einziehen.

Murder! wahrscheinlich als erster Regisseur überhaupt einen inneren Monolog. Noch immer war er jedoch weit entfernt davon, seine Stoffe selbst auswählen zu können. Er war ein Auftragsregisseur, dessen nächste vier Filme weder künstlerisch noch finanziell erfolgreich waren. Dann allerdings gelang ihm 1934 mit The Man Who Knew Too Much eine Art Blaupause für einen Grossteil seiner späteren Filme. Nicht zufällig ist genau dieser Film das einzige seiner Werke, von dem er später – 1956 mit James Stewart und Doris Day in den Hauptrollen – ein Remake drehte.

1935 wird The 39 Steps zum Höhepunkt seiner englischen Periode. Ein Mann wird des Mordes verdächtigt. Die Polizei jagt ihn, und er versucht gleichzeitig, dem wahren Täter auf die Spur zu kommen. Eine wilde Hatz, die ihn von London bis nach Schottland führt. Eine weitere Blaupause, die er am spektakulärsten 1959 für North by Northwest verwendete.

Bis zur Unterzeichnung des Vertrags mit David O. Selznick entstehen vier weitere Thriller. Alfred Hitchcock ist endgültig zum Spezialist für Thriller geworden. Im Vergleich zur amerikanischen Periode fällt jedoch auf, dass seine britischen Thriller verspielter und skizzenhafter daherkommen als die amerikanischen … und auch etwas unschuldiger. Wir schauen einem Filmgenie beim Lernen zu. Und immer wieder zeigt uns Hitchcock mit begeistertem Stolz seine neuen Tricks.

«Master of Suspense»

Und dann also gehts nach Amerika zu David O. Selznick. Der britische Regiestar steht vor einem Neuanfang und wird von Selznick teilweise wie ein Lehrling behandelt. Als Produzent nimmt Selznick direkten Einfluss auf die gesamte Produktion. Seine zahlreichen und ellenlangen Memos sind so legendär wie berüchtigt.

Hitchcock war ein selbstbewusster Regisseur, und spätestens beim Dreh bestimmte er jede Kameraeinstellung. Damit zwang er die Produzenten, seinem visuellen Konzept zu folgen, denn das von ihm gedrehte Material erlaubte praktisch keine alternativen Montagen. Selznick dagegen wollte, wie in Hollywood allgemein üblich, dass jede Szene mit verschiedenen Kameraeinstellungen gedreht wurde, sodass man danach beim Schnitt verschiedene visuelle Auflösungen durchspielen konnte.

Sosehr sich Hitchcock gegen Selznicks Einfluss auflehnte, so sehr wurde für ihn die Zusammenarbeit zu einem weiteren Lernfeld. Vor allem aber wurde ihm bewusst, dass er nur als Produzent seine Autonomie als Regisseur garantieren konnte. Deshalb gründete er 1948 mit seinem Freund Sidney Bernstein die Produktionsfirma Transatlantic Pictures. Nach den beiden Misserfolgen Rope und Under Capricorn ging die Firma zwar pleite und wurde aufgelöst. Aber Alfred Hitchcock blieb unbeirrt und gründete ein weiteres Mal seine eigene Produktionsfirma. Ab 1950 und bis zu seinem letzten Film Family Plot (1976) produzierte er all seine Filme selbst. Nun endlich war er der «Master of Suspense».

Bei seiner Ankunft in den USA 1939 war Hitchcock 40 Jahre alt, ein versierter Regisseur von 23 Filmen, die er innerhalb von 12 Jahren gedreht hatte. Noch war er nicht auf Thriller festgelegt. In seinem Portfolio waren Melodramen, Komödien, Kostümfilme, sogar ein Musical – eines «ohne Musik», wie Hitchcock später spotten sollte. Trotz dieser Vielfalt hatte er jedoch bereits damals den Ruf, ein Meister der Spannung zu sein.

Anfänge eines Meisters Als gerade mal zwanzigjähriger Kinofan hatte Hitchcock bei der englischen Niederlassung der amerikanischen Famous Players-Lasky eine Spontanbewerbung eingereicht. Nachdem ihm zu Ohren gekommen war, welcher der erste Film des Studios sein sollte, kaufte er sich die Buchvorlage und fertigte Zeichnungen für Zwischentitel an. Der Film wurde dann zwar nicht gedreht, aber Hitchcock erhielt die erhoffte Anstellung als Zeichner für Zwischentitel.

Seine expressive Bildsprache und Experimentierfreude hatte Hitchcock während der Dreharbeiten zu The Pleasure Garden in Berlin entdeckt. In den UFA-Studios drehte Friedrich Wilhelm Murnau damals gerade Der letzte Mann. Und Hitchcock sog gierig alles auf, was er bei Murnau lernen konnte.

Blaupause für das kommende Werk Als Hitchcock 1929 mit der Arbeit für Blackmail begann, wurde vom Studio zwar ein Stummfilm erwartet, Hitchcock antizipierte jedoch bereits beim Dreh den Tonfilm, und das so genial, dass er schliesslich die Erlaubnis erhielt, einige Szenen mit Ton nachzudrehen. Dank einer Schlüsselszene, die sowohl in der stummen Fassung wie in der Tonversion erhalten ist, lässt sich genau verfolgen, wie meisterhaft Hitchcock das visuelle Erzählen beherrscht und wie «frühreif» er den Ton einsetzt. Die Triggerwirkung eines Brotmessers wird in der einen Version unmittelbar sicht- und in der anderen ebenso eindrücklich hörbar. Überhaupt spielt der Ton bei Hitchcock stets eine zentrale Rolle: 1930, der Tonfilm steckte immer noch in seiner Frühphase, inszenierte Hitchcock in

Thomas Binotto schreibt seit 30 Jahren über Film, unter anderem zusammen mit Tom Tykwer und Michael Ballhaus im Buch «Das fliegende Auge». Als passionierter Filmleser – auch im beliebten Sonderformat des Filmpodiums RE:VISION – lädt er Menschen jeden Alters zur Filmanalyse ein, denn wer Filme liest, in und zwischen den Zeilen, hat mehr vom Sehen.

Alfred Hitchcock am Set von UNDER CAPRICORN

THE LODGER

KINO-KONZERT

Di 3.3. 20:30

L ive- M usik : Neil Brand (Piano), Frank Bockius (Schlagzeug, Perkussion)

GB 1927, tinted, DCP, Stummfilm mit e Zw’titeln/d*, 91 '

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Elliot Stannard, Alfred Hitchcock, nach dem gleichnamigen Roman von Marie Belloc Lowndes KAMERA Gaetano di Ventimiglia, Hal Young SCHNITT Ivor Montagu MIT Ivor Novello, Malcolm Keen, June Tripp, Marie Ault, Arthur Chesney, Alma Reville, Alfred Hitchcock.

Einführung von Neil Brand, in Englisch,

«Im Londoner Nebel treibt ein Frauenmörder sein Unwesen. Seine Opfer sind allesamt blond, am Tatort hinterlässt er stets seine Visitenkarte: ‹Der Rächer›. Die Personenbeschreibung passt genau auf den mysteriösen Fremden, der eines Nachts bei einer kleinen Familie in der Tür steht. Nach und nach verdichten sich Hinweise, die den neuen Mieter (Ivor Novello) als gefährlich erscheinen lassen. Und Daisy (June Tripp), Tochter der Wirtsleute, ist blond.» (Paul Duncan: Alfred Hitchcock – sämtliche Filme)

«Die Mischung aus Erotik, Verbrechen und Unschuld macht den besonderen Reiz dieses Stummfilms aus, der bei seiner Uraufführung als beste englische Produktion galt. Kein konventioneller Krimi also, sondern eine Fallstudie um eine Stadt in Angst, deren latente Gewaltbereitschaft hier decouvriert wird. Mit furiosem Schnittrhythmus, sparsamen Zwischentiteln und expressionistischen Bildkompositionen, die Hitchcock bei der Ufa entdeckte, zelebriert der Regisseur bereits jene Unheimlichkeit des Blicks, die uns immer wieder verstören soll.» (NZZ, 12.8.1999)

Eine Zusammenarbeit mit der Filmstelle ETH/UZH, dem Studierendenkino, im Rahmen ihres aktuellen Zyklus «Music to My Eyes»: filmstelle.ch Gratistickets für Legi-Inhaber:innen VSETH/VSUZH sind nur an der Kinokasse im Filmpodium erhältlich.

BLACKMAIL

Mi 18.2. 20:45 Fr 27.2. 18:15

GB 1929, sw, DCP, E/d*, 85

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Alfred Hitchcock, Benn W. Levy, Charles Bennett, nach einem Theaterstück von Charles Bennett KAMERA Jack E. Cox

SCHNITT Emile de Ruelle MIT Anny Ondra, Sara Allgood, Charles Paton, John Longden, Donald Calthrop, Cyril Ritchard, Hannah Jones, Harvey Braban, Alfred Hitchcock.

In einem Akt der Notwehr tötet Alice (Anny Ondra) einen Mann, der sie sexuell bedrängt. Ihr Geliebter, Inspektor Frank Webber (John Longden), versucht, die Tat zu vertuschen. Doch der Kleinganove Tracy hat beobachtet, wie Alice den Tatort verliess, und sieht nun die Gelegenheit, Geld zu erpressen. (Filmpodium)

Blackmail nimmt als Hitchcocks letzter Stummfilm und erster Tonfilm eine einzigartige hybride Position in seinem Werk und der Filmgeschichte ein: Zunächst als Stummfilm begonnen, wurde er auf Wunsch des Produzenten John Maxwell zum ersten britischen Tonfilm umgestaltet – mittels aufwendiger Nachdrehs, bei denen die deutsch-tschechische Hauptdarstellerin Anny Ondra aufgrund ihres Akzents von Joan Barry live am Set synchronisiert wurde. Hitchcock zeigte sich schnell als Meister des neuen Mediums und ergänzte die visuelle Imposanz seiner Filmsprache mit einer trickreichen und innovativen Tonverwendung – beispielsweise, wenn das Wort «knife» förmlich aus dem Geplapper von Alices Nachbarin heraussticht. (lf)

MURDER !

So 22.2. 20:45 Do 5.3. 15:00 GB 1930, 35 mm, E/d*, 104

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Alfred Hitchcock, Walter Mycroft, Alma Reville, nach dem Roman «Enter Sir John» von Clemence Dane, Helen Simpson

KAMERA Jack C. Cox MUSIK John Reynders SCHNITT Emile de Ruelle, Rene Marrison MIT Herbert Marshall, Norah Baring, Edward Chapman, Phyllis Konstam, Miles Mander, Esme Percy, Donald Calthrop, Una O’Connor, Hannah Jones, Marie Wright, R. E. Jeffrey. «Eine junge Frau ist tot. Mordwaffe war ein Schüreisen aus dem Kamin. Alle Indizien deuten auf die aufstrebende junge Theaterschauspielerin Diana Baring (Norah Baring). Vor Gericht scheint für die Geschworenen der Schuldspruch auf der Hand zu liegen – mit einer Ausnahme: Sir John Menier (Herbert Marshall), ein distinguierter Schauspieler und Produzent, den alle anderen Geschworenen bewundern, glaubt nicht an Dianas Schuld.» (Paul Duncan: Alfred Hitchcock – sämtliche Filme)

Wie so viele Hitchcock-Filme basiert auch Murder! auf einem Roman, nämlich «Enter Sir John» von Clemence Dane und Helen Simpson. Aus dieser Vorlage macht Hitchcock die Geschichte zu grossem Theater und greift dabei auf verschiedene Shakespeare’sche Kniffe zurück. Neben dem inneren Monolog –laut Hitchcock bekanntlich kein TonfilmNovum, sondern die älteste Theateridee der Welt – bedient er sich ausgeklügelter Choreografien, blitzschneller Kostümwechsel inklusive Cross-Dressing und unzähliger «Hamlet»-Anspielungen wie des Spiels-im-Spiel als Schlüssel zur Wahrheit. So ist es auch nur logisch, dass Hitchcocks filmische Welt sich als Bühne entpuppt. (lf)

RICH AND STRANGE

Fr 20.2. 15:00 So 8.3. 18:30

GB 1931, sw, DCP, E/d*, 84

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Alma Reville, Val Valentine, nach einer Idee von Dale Collins KAMERA Jack E. Cox, Charles Martin MUSIK Hal Dolphe SCHNITT Rene Marrison, Winifred Cooper MIT Henry Kendall, Joan Barry, Percy Marmont, Betty Amann, Elsie Randolph.

Fred Hill (Henry Kendall) ist frustriert, dass er und seine Frau Emily (Joan Barry) sich nie etwas leisten können. Doch plötzlich sehen sich die beiden mit einem Geldsegen konfrontiert und sie beschliessen, sich sofort auf Weltreise zu begeben. Während sie sich von Paris über Rom auf in Richtung Osten machen, verlieben sich die beiden in Mitreisende. Doch als sie in Singapur ankommen, stehen sie nicht nur vor einer zerrütteten Ehe, sondern haben auch kein Geld mehr. (hb)

«In Shakespeares ‹The Tempest› umschreibt die Wendung ‹rich and strange› den Prozess einer Verwandlung und Verwesung. Durch eine geschenkte Weltreise verwandelt sich in Hitchcocks genialem Film der Trott des kleinen Angestellten: Allmählich und gleitend wird die Komödie bodenlos, die Beziehung des Paares erweicht sich, zerfällt, die Reise wird zum Alb, zum Schwindel. In seinem eigentümlichsten Film der englischen Periode macht Hitchcock die Ungesichertheit der bürgerlichen Welt augenscheinlich und lässt pessimistisch die Reise ans Ende der Nacht ohne Katharsis enden: Der Alltag trägt den Sieg davon, die Erfahrung der Ungeborgenheit verpufft.» (Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum)

Di 17.2. 20:45 Fr 13.3. 15:00

GB 1934, sw, DCP, E/d*, 76 '

REGIE Alfred

«In Hitchcocks erster Version des verschachtelten Plots (1956 drehte er eine Neuverfilmung) schlittert die britische Familie Lawrence in ihrem Winterurlaub in St. Moritz in ein Attentatskomplott. Ein französischer Agent wird erschossen. Im Sterben vertraut er Mrs. Lawrence (Edna Best) an, ein britischer Diplomat solle ermordet werden. Damit sie sich nicht an die Polizei wendet, entführen die Attentäter ihre Tochter, worauf die Eltern die Ermittlungen selbst in die Hand nehmen.» (Viennale)

«Heutzutage wird das Remake von 1956 oft als das überlegenere Werk angesehen, hauptsächlich wegen seines düstereren Tons und seiner komplexeren Struktur (…). Dennoch gibt es diejenigen von uns, die hartnäckig das Original bevorzugen, wegen seines bissigen Humors, seiner wolkenverhangenen Schneelandschaften und Londoner Nachtbilder, seiner schnörkellosen Handlung und seiner mitreissenden Dynamik. Und nicht einmal Hitchcock kann uns davor bewahren, Peter Lorre nachzutrauern, wenn uns im Remake ein anderer Bösewicht gegenübersteht.» (Farran Smith Nehme, Viennale)

Hitchcock
DREHBUCH Edwin Greenwood, A. R. Rawlinson, nach der Geschichte von Charles Bennett, D. B. Wyndham-Lewis KAMERA Curt Courant
MUSIK Arthur Benjamin SCHNITT Hugh Stewart MIT Leslie Banks, Edna Best, Peter Lorre, Frank Vosper, Hugh Wakefield, Nova Pilbeam, Pierre Fresnay, Cicely Oates, D. A. Clarke-Smith, George Curzon.
10'
BLACKMAIL
MURDER!

Mi 18.2. 15:00 Do 26.2. 18:30

Fr 6.3. 18:30

GB 1935, sw, DCP, E/d*, 86

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Charles Bennett, Alma Reville, Ian Hay, nach dem gleichnamigen Roman von John Buchan KAMERA Bernard Knowles MUSIK Louis Levy, Hubert Bath, Jack Beaver SCHNITT Derek N. Twist MIT Robert Donat, Madeleine Carroll, Lucie Mannheim, Godfrey Tearle, John Laurie, Peggy Ashcroft, Helen Haye, Frank Cellier, Wylie Watson, Alfred Hitchcock.

«Der junge Kanadier Richard Hannay (Robert Donat) flieht von London nach Schottland, um dort die Spur von Agenten wiederzufinden, die in seiner Wohnung eine Frau erdolcht haben. Von der Polizei als Mörder gesucht, von den Agenten verfolgt, stolpert er von einer dramatischen Situation in die nächste – von Hitchcock in pointierten Dialogen und in einem leichten Ton erzählt. In atemberaubendem Tempo folgt eine Idee auf die andere und treibt die Handlung voran. Logik und Verlauf der Geschichte sind der Spannung untergeordnet, orientieren sich nicht zwingend an der Wahrscheinlichkeit der Handlung. Die drohende Kriegsgefahr der 30er-Jahre führte zu einer bespiellosen Konjunktur von Spionage- und Agentenfilmen in England. Hitchcock unterscheidet sich von anderen zeitgenössischen Regisseuren des Genres, indem er sich auf ironische Weise der Stereotype des Genres bedient und Elemente des Lustspiels und des Liebesfilms beimischt.» (Kino Cameo, Aug 2016)

«Kino unter Volldampf, Filme voll in Fahrt. Nie, heisst es unisono in der Filmgeschichte, war Hitchcock so gut drauf wie Ende der Dreissiger, im Endspurt seiner britischen Phase. (...) Keine Zeit der verblüffenden Meisterwerke, aber eine Art von Kino, das unglaubliche Souveränität zeigt und eine Lust am Spiel mit Formen und Geschichten – besonders schön ist das entwickelt in The 39 Steps .» (Fritz Göttler, Filmpodium, Jul/Aug 1999)

SABOTAGE

So 1.3. 20:15 Fr 20.3. 15:00

GB 1936, sw, 35 mm, E/d*, 77

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Charles Bennett, Jesse Lasky Jr., Ian Hay, Helen Simpson, nach dem Roman «The Secret Agent» von Joseph Conrad KAMERA Bernard Knowles MUSIK Louis Levy, Hubert Bath, Jack Beaver SCHNITT Charles Frend MIT Sylvia Sidney, Oskar Homolka, Desmond Tester, John Loder, Joyce Barbour, Matthew Boulton, S. J. Warmington, William Dewhurst, Alfred Hitchcock.

«Traue keinem Kinobetreiber! Karl Anton Verloc (Oskar Homolka) ist, wenn er sich nicht um sein Londoner Lichtspieltheater kümmert, Teil einer Terrororganisation. Zunächst legt er nur das Stromnetz lahm, aber er plant weitaus Schlimmeres, nämlich einen Bombenanschlag. Die Sprengladung setzt sich auch tatsächlich in Bewegung – allerdings auf andere Art, als sich Verloc das ausgedacht hatte. In einem seiner besten britischen Filme zieht Alfred Hitchcock alle Register des Spannungskinos. Insbesondere die Bus-Szene ist als perfektes Beispiel filmischer Suspense berühmt geworden. Heute kann man sich den Film kaum ansehen, ohne ihn mit aktuellen Terrorbildern aus den Fernsehnachrichten abzugleichen. Dabei hatten sich Hitchcock und sein Drehbuchautor Charles Bennett alle Mühe gegeben, den Stoff zu entpolitisieren. Die Hauptfigur bleibt nicht nur ideologisch opak, sie wurde auch umbenannt; in Conrads Vorlage trug sie den Vornamen Adolf.» (Lukas Foerster, Zeughauskino Berlin, Mai 2017)

SECRET AGENT

Mi 25.2. 18:30 Do 12.3. 20:45

GB 1936, sw, 35 mm, E/d/f, 87

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Charles Bennett, Alma Reville, Ian Hay, Jesse Lasky Jr., nach den Erzählungen «Ashenden» von William Somerset Maugham KAMERA Bernard Knowles MUSIK Louis Levy, Hubert Bath SCHNITT Charles Frend MIT John Gielgud, Madeleine Carroll, Peter Lorre, Robert Young, Percy Marmont, Florence Kahn, Lilli Palmer, Charles Carson, Tom Helmore.

«Nach der gelungenen Zusammenarbeit bei The Man Who Knew Too Much kann Hitchcock Peter Lorre ein weiteres Mal nach England holen, auch wenn dieser mittlerweile einen Vertrag in Hollywood unterschrieben hat. – Im Ersten Weltkrieg wird der britische Geheimagent Ashenden (John Gielgud) auf einen deutschen Spionagering angesetzt, der von der Schweiz aus operiert. Ihn unterstützen dabei die vor Gewalt zurückschreckende Elsa (Madeleine Carroll), die seine Gattin spielen soll, und der mordlustige ‹General›, angeblich Mexikaner – was einen Lorre mit schwarzen Locken, Schnauzbart, langem Messer und undefinierbarem Akzent zur Folge hat: ‹Indessen ist Secret Agent bereits ein typischer, durch ironische Brechungen spezieller Art in die grosse Zukunft des Meisters weisender HitchcockThriller: Nachdem der ‹General› zunächst einen falschen Mann ins Hochgebirge gelockt und dort ins Jenseits befördert hat, spürt er den wirklichen Spion, wir sind schliesslich in der Schweiz, in einer Schokoladenfabrik auf› (Peter Nau).» (Frederik Lang, Zeughauskino Berlin, Aug 2018)

THE LADY VANISHES

Mo 16.2. 18:15 Fr 27.2. 15:00 Fr 13.3. 20:45

GB 1938, sw, DCP, E/d*, 97

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Sidney Gilliat, Alma Reville, Frank Launder, nach dem Roman von Ethel Lina White KAMERA Jack E. Cox MUSIK Louis Levy, Charles Williams SCHNITT R. E. Dearing MIT Margaret Lockwood, Michael Redgrave, Dame May Whitty, Paul Lukas, Cecil Parker, Linden Travers, Naunton Wayne, Basil Radford, Mary Clare, Emile Boreo, Catherine Lacy, Alfred Hitchcock.

Wegen einer Lawine wird der Balkanexpress aufgehalten, die Reisenden müssen in einem überfüllten Gasthof in einem abgelegenen Städtchen übernachten. Dort lernt die junge Iris (Margaret Lockwood) die nette ältere Dame Miss Froy (Dame May Whitty) kennen und besteigt mit ihr am nächsten Morgen gemeinsam den Zug. Iris nickt kurz ein, danach ist die alte Dame verschwunden – als Iris nach ihr sucht, halten die übrigen Fahrgäste ihre Geschichte für ein Hirngespinst. (Filmpodium)

«Neben einer rasanten Handlung und perfektem Casting samt grösstem Komiker-Duo des britischen Kinos (Basil Radford und Naunton Wayne) erhält diese Thriller-Komödie eine besondere Dringlichkeit durch die schwie-

rigen Zeiten, in der sie entstanden ist. (…) Der Film wurde im Frühjahr 1938 gedreht, wenige Monate vor dem Münchner Abkommen, bei dem Neville Chamberlains fehlgeleitete Appeasement-Politik ihren Höhepunkt erreichte. Die Protagonist:innen des Films sind wie Passagier:innen auf einem Narrenschiff voller britischer Clowns, die mitten durch ein feindliches Europa treiben, (…) eine Welt am Rande des Krieges. The Lady Vanishes war Hitchcocks vorletzter Film im VorkriegsBritannien und sein bis dahin grösster Kritiker- und Kassenerfolg.» (Philip French, The Guardian, 24.7.2012)

SABOTAGE
THE LADY VANISHES

FOREIGN CORRESPONDENT

Do 19.2. 15:00 Mi 4.3. 20:30

Mi 18.3. 20:45

USA 1940, 35 mm, E/d*, 120

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Charles Bennett, Joan Harrison KAMERA Rudolph Maté MUSIK Alfred Newman SCHNITT Otho Lovering, Dorothy Spencer MIT Joel McCrea, Laraine Day, Herbert Marshall, Albert Bassermann, George Sanders, Robert Benchley, Edmund Gwenn, Eduardo Ciannelli, Harry Davenport, Frances Carson, Alfred Hitchcock.

«1940 war das Jahr, in dem Alfred Hitchcock offiziell von der britischen in die amerikanische Filmindustrie wechselte. Und es war gleich ein überaus ereignisreiches Jahr: Seine ersten amerikanischen Filme, Rebecca und Foreign Correspondent, wurden beide für den Oscar als bester Film nominiert. Obwohl Rebecca schlussendlich gewann, ist Foreign Correspondent der typischere Hitchcock-Film. Es ist ein rasanter Spionagethriller über einen unerfahrenen amerikanischen Reporter (Joel McCrea), der nach Europa geschickt wird, um über den bevorstehenden Krieg zu berichten. Der Film ist gespickt mit witzigen Dialogen, atemberaubenden Wendungen und brillant inszenierten Spannungsmomenten –darunter ein Flugzeugabsturz über dem Meer mit erstaunlichen Spezialeffekten. Foreign Correspondent verdient es, neben The 39 Steps und North by Northwest als eines der grössten Abenteuer des Meisters erwähnt zu werden.»

(The Criterion Collection)

REBECCA

So 22.2. 15:00 So 15.3. 20:30

Do 19.3. 18:00

USA 1940, sw, 35 mm, E/d/f, 131

REGIE Alfred Hitchcock

DREHBUCH Robert E. Sherwood, Joan Harrison, nach dem Roman von Daphne Du Maurier KAMERA George Barnes MUSIK Franz Waxman SCHNITT Hal C. Kern, James E. Newcom, W. Donn Hayes MIT Joan Fontaine, Laurence Olivier, George Sanders, Judith Anderson, Gladys Cooper, Nigel Bruce, Reginald Denny, C. Aubrey Smith, Florence Bates, Leonard Carey, Alfred Hitchcock. «Eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen (Joan Fontaine) heiratet den verwitweten Adligen Max de Winter (Laurence Olivier) und zieht mit ihm auf dessen Landsitz Manderley. Bald wird die frischgebackene Schlossherrin vom übermächtigen Schatten der verstorbenen ersten Ehefrau ihres Mannes bedroht – und sie erfährt, dass Max als Mörder seiner Gattin verdächtigt wird.» (Lexikon des int. Films)

« Rebecca , Hitchcocks erster Hollywoodfilm, ist ein rauschhaftes Melodram von Dämmerung, Angst und Hoffnung. Die Geschichte eines Paares wird in doppelter und unheimlicher Weise zur Dreiecksbeziehung, in das Aschenbrödelmärchen schiebt sich als drohender Schatten die dunkle Präsenz einer Schlossarchitektur: die Geschichte des entrückt und abgeschieden erscheinenden Hauses Manderley. (…) Rebecca ist ein Geister- und Horrorfilm über die Macht einer Toten über die Lebenden. Was macht aus ihm ein Hitchcock-Suspense-Drama? Die Entschiedenheit, mit der das Objektiv der Kamera in alternierendem Rhythmus erstens Joan Fontaine im Schloss Manderley und zweitens Manderley aus der Perspektive von Fontaines Auge zeigt. Die Sicht auf eine Person. Das Sehen aus ihrer Sicht. Blickwechsel. Ein Schwindelgefühl, (…) 18 Jahre vor Vertigo .» (Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum)

SUSPICION

Mi 11.3. 15:00 Mo 16.3. 18:30

USA 1941, sw, DCP, E/d*, 100

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Samson Raphaelson, Joan Harrison, Alma Reville, nach dem Roman

«Before the Fact» von Frances Iles (= Anthony Berkeley)

KAMERA Harry Stradling Sr. MUSIK Franz Waxman

SCHNITT William Hamilton MIT Cary Grant, Joan Fontaine, Cedric Hardwicke, Nigel Bruce, Dame May Whitty, Isabel Jeans, Heather Angel, Auriol Lee, Reginald Sheffield, Leo G. Carroll, Alfred Hitchcock.

« Suspicion handelt von Lina (Joan Fontaine), einer unscheinbaren jungen Frau, und ihrer turbulenten Liebesbeziehung mit dem charmanten Playboy Johnnie (Cary Grant). Lina und Johnnie brennen durch, sehr zum Missfallen von Linas wohlhabendem Vater General McLaidlaw. Nach der Hochzeit entdeckt Lina indes, dass Johnnie aufgrund seiner Spielsucht verschuldet ist, kein Geld hat und vorhatte, vom Geld ihres Vaters zu leben. Lina überzeugt Johnnie, sich einen Job bei seinem Cousin Captain Melbeck zu suchen, doch bald stellt sie fest, dass ihre Probleme dadurch alles andere als verschwinden. Tatsächlich kommt Lina bald der Verdacht, Johnnie plane, sie zu ermorden.» (Manish Mathur, talkfilmsociety. com, Jul 2018)

Ein Paradebeispiel für den feinen Schalk, mit dem bei Hitchcock Bedrohliches und Ironisches ineinanderfliessen – etwa wenn scheinbar harmlose Requisiten oder dialogische Nebensätze ein gefährliches Eigenleben entwickeln, sodass der Regisseur genüsslich bei der Verunsicherung von Filmfiguren und Publikum zuschauen kann. Glanzvoll besetzt mit dem einnehmenden, doch auch keine Innenansichten gestattenden Cary Grant und einer Joan Fontaine, deren Anmut und Zerbrechlichkeit einer Keramikpuppe hier ideal zum Einsatz kommen. Und nicht zu vergessen: das berühmteste Glas Milch der Filmgeschichte. (tb)

SHADOW OF A DOUBT

Sa 21.2. 20:45 So 8.3. 15:00

Sa 14.3. 18:15

USA 1943, sw, DCP, E/d*, 108

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Thornton Wilder, Sally Benson, Alma Reville, nach einer Geschichte von Gordon McDonell KAMERA Joseph A. Valentine MUSIK

Dimitri Tiomkin SCHNITT Milton Carruth MIT Joseph Cotten, Teresa Wright, Patricia Collinge, Henry Travers, Macdonald Carey, Hume Cronyn, Wallace Ford, Edna May Wonacott, Charles Bates, Janet Shaw, Estelle Jewell, Alfred Hitchcock.

«Alfred Hitchcocks Drama aus dem Jahr 1943 enthüllt hinter der einladenden Herzlichkeit und aufrichtigen Unschuld des Kleinstadtlebens die dahinterliegende Leichtgläubigkeit und Naivität; es ist eine Fiktion über die Aufrechterhaltung von Fiktionen. Joseph Cotten spielt Onkel Charlie, einen charmanten und weltgewandten jungen Mann, der wie ein frischer Wind in das Haus seiner Schwester und ihrer Familie kommt – zu der auch seine Nichte Charlotte (Teresa Wright) gehört, die ebenfalls Charlie genannt wird. Sie ist eine kluge Highschool-Absolventin, die sich in ihn verliebt. Doch sie schöpft bald Verdacht, dass er eine reiche Witwe ermordet hat.» (The New Yorker, 15.11.2012)

« Shadow of a Doubt , nach einem Drehbuch von Thornton Wilder, Sally Benson und Alma Reville, schafft eine einzigartige Vision einer kleinen amerikanischen Stadt, in der Gefühle wie Angst, Schuld und Paranoia brodeln. Diese düstere Vision markierte die Übertragung von Hitchcocks Stil auf die Vereinigten Staaten. Hitchcocks Kamera, in der er den zu Besuch kommenden Onkel Charlie und die Nichte Charlie als Doppelgänger desselben unruhigen Geistes behandelt, macht ihre Beziehung zu einer der tiefgründigsten im Kino.» (Andrew Sarris, Village Voice, 8.8.1987)

LIFEBOAT

Fr 20.2. 20:45 Mo 9.3. 18:30

USA 1944, sw, DCP, E/d*, 97 REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Jo Swerling, nach einer Erzählung von John Steinbeck KAMERA Glen MacWilliams MUSIK Hugo Friedhofer SCHNITT

« Lifeboat beginnt damit, dass sich der Nebel über dem Nordatlantik lichtet und eine einsame Connie Porter (Tallulah Bankhead) sich in einem Rettungsboot befindet – dem Schauplatz für den Rest des Films. Nach einem Angriff eines deutschen U-Boots auf ein Schiff strömen die Überlebenden (eine Frau mit einem Baby, Schiffsleute, ein Industrieller, der Kapitän des versenkten U-Boots) nacheinander in das Boot. Was folgt, ist ein spannungsgeladenes wie klaustrophobisches Drama voller Verschwörungen, Täuschungen und Misstrauen vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Obwohl Hitchcock die zentrale Idee des Films konzipierte, war es John Steinbeck, der auf Wunsch des Regisseurs die Geschichte ausbaute und zu dem Drehbuch formte, das schliesslich verfilmt wurde. (…) Die Geschichte, wie die Überlebenden mit einem Feind in ihrer Mitte zurechtkommen, sorgt für Spannung und gleichzeitig für Faszination, und es ist diese Spannung, die einen in den Bann des Films zieht und dazu bringt, sich zu fragen: Was würdest du in dieser Situation tun?» (Norman Walton, The Guardian, 16.8.2012)

Dorothy Spencer MIT Tallulah Bankhead, Walter Slezak, John Hodiak, Mary Anderson, William Bendix, Henry Hull, Heather Angel, Hume Cronyn, Canada Lee, Alfred Hitchcock.
REBECCA
FOREIGN CORRESPONDENT

GERMAN CONCENTRATION CAMPS FACTUAL SURVEY

Mi 11.3. 18:15

GB 1945/2014, sw, DCP, E, 72

DREHBUCH Colin Wills, Richard Crossman TREATMENT-BERATUNG Alfred Hitchcock, Solly (Solomon)

Zuckerman SCHNITT Stewart McAllister, Peter Tanner, Marcel Cohen PRODUKTION Sidney L. Bernstein, Sergei Nolbandov. Restaurierung aus dem Jahr 2014: REGIE Toby Haggith SCHNITT George Smith SPRECHER Jasper Britton PRODUKTION Imperial War Museum.

ZUTRITT AB 18 JAHREN

«Aus den Aufnahmen über die Befreiung der Konzentrationslager sollte ursprünglich ein gemeinsamer britisch-amerikanischer Film entstehen, doch war man sich über Aufgabe, Ästhetik und Länge uneins. Als die USA am 9. Juli 1945 das Gemeinschaftsprojekt aufkündigten, arbeiteten die Briten alleine an dem abendfüllenden Film weiter. Für kurze Zeit hatte Alfred Hitchcock die Oberleitung inne, die strenge Strukturierung des Films nach Einzellagern und der Einsatz von animierten Karten gehen wohl auf ihn zurück. Der im September 1945 fertig montierte und getexte Film wurde aus politischen Gründen nie zu Ende produziert und gezeigt. Unter dem Archivtitel Memory of the Camps war er erst 1984 erstmals zu sehen, wenn auch noch unvollständig. Von 2009 bis 2014 recherchierte das Imperial War Museum nach den Angaben der Schnittliste die Bilder der verloren gegangenen letzten Rolle. Für die Herstellung der neuen Fassung wurden die Originalnegative verwendet und der Kommentar neu aufgenommen.» (Thomas Tode, Zeughauskino, Jun 2025)

VIDEOEINFÜHRUNG

Toby Haggith, Imperial War Museum, 4

EPILOG

Mitglieder des Imperial War Museum, 12

SPELLBOUND

Mo 2.3. 18:15 Sa 7.3. 20:45 USA 1945, sw, DCP, E/d*, 111 ' REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Ben Hecht, Angus MacPhail, nach dem Roman «The House of Dr. Edwardes» von Francis Beeding KAMERA George Barnes, Traumsequenzen: Salvador Dalí MUSIK Miklós Rózsa SCHNITT Hal C. Kern MIT Ingrid Bergman, Gregory Peck, Michael Chekhov, Leo G. Carroll, John Emery, Rhonda Fleming, Norman Lloyd, Bill Goodwin, Donald Curtis, Steven Geray, Alfred Hitchcock.

Als in einer Nervenheilanstalt ein neuer Chefarzt (Gregory Peck) eingestellt wird, entpuppt er sich rasch als junger Mann mit tadellosem Auftreten und charmantem Lächeln – aber leider ohne Gedächtnis. Die Psychiaterin Dr. Constance Petersen (Ingrid Bergman) verliebt sich und hält selbst zu ihm, als er als Hochstapler und möglicher Täter entlarvt wird. Sie beschliesst, ihren Patienten vor Mordverdacht, Polizei und seiner eigenen Psyche zu retten. Gemeinsam fliehen sie durch verschneite Landschaften, analysieren Träume, stolpern über verdrängte Kindheitstraumata und kommen sich so näher. (tb)

Spellbound ist nur als Nebenschauplatz Kriminalfilm, sondern hauptsächlich eine stilisierte, dramaturgisch orchestrierte Auslegung Freud’scher Tiefenpsychologie, noch dazu in schamlos publikumstauglicher Lesung – zur Verdeutlichung ist sogar ein älterer, bärtiger, mit schönem deutschen Akzent sprechender Psychiater mit von der Partie. In einem modernen Mythensystem löst Hitchcock das Versprechen ein, dass Bilder und Symbole das Unbewusste darlegen und ordnen können. Bei der berühmten Traumsequenz – einer Art «Kunstwerk am Film» – steht ihm hierzu der spanische Surrealist Salvador Dalí hilfreich zur Seite. Ein Film, der Wissenschaft, Kunst und therapeutische Liebe mit eleganter Selbstironie verbindet. (tb)

NOTORIOUS

Mo 23.2. 18:00 So 1.3. 15:00 Di 31.3. 20:45

USA 1946, sw, DCP, E/d*, 101

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Ben Hecht, Alfred Hitchcock (ungenannt), Clifford Odets (ungenannt), nach einer Kurzgeschichte von John Taintor Foote (ungenannt) KAMERA Ted Tetzlaff MUSIK Roy Webb

SCHNITT Theron Warth MIT Cary Grant, Ingrid Bergman, Claude Rains, Louis Calhern, Reinhold Schünzel, Leopoldine Konstantin, Moroni Olsen, Ivan Triesault, Alex Minotis, Wally Brown, Ricardo Costa, Alfred Hitchcock.

ROPE

Sa 21.2. 15:00 Di 10.3. 20:45

Do 19.3. 15:00

USA 1948, Farbe, 35 mm, E/d/f, 81 REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Arthur Laurents, Hume Cronyn, Ben Hecht, nach dem Theaterstück «Rope’s End» von Patrick Hamilton KAMERA Joseph Valentine, William V. Skall MUSIK Leo F. Forbstein, Francis Poulenc, David Buttolph SCHNITT William Ziegler MIT James Stewart, John Dall, Farley Granger, Dick Hogan, Joan Chandler, Cedric Hardwicke, Constance Collier, Edith Evanson, Douglas Dick, Alfred Hitchcock.

UNDER CAPRICORN

Fr 6.3. 15:00 Di 17.3. 20:45

GB 1949, Farbe, Digital HD, E/d*, 116

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH James

Hume

und

SCHNITT A. S. Bates (= Bert

MIT Ingrid Bergman, Joseph

Margaret

«Mit dieser abgründigen Liebesgeschichte beschwor Alfred Hitchcock dunklere Schattierungen von Spannung und Leidenschaft herauf, indem er zwei der beliebtesten Stars Hollywoods entgegen ihrem Image besetzte. Ingrid Bergman spielt Alicia, eine verführerische Frau mit einer bewegten Vergangenheit, die von Devlin (Cary Grant), einem charmanten, geheimnisvollen Agenten, angeworben wird, um für die USA zu spionieren. Erst nachdem sie sich in Devlin verliebt hat, erfährt sie, dass ihre Mission darin besteht, einen NaziIndustriellen (Claude Rains) zu verführen, der sich in Südamerika versteckt hält. Hitchcock verbindet eine einfallsreiche Kameraführung mit brillant subtilen Wendungen bei seinen faszinierenden Hauptdarsteller:innen und inszeniert eine leidenschaftliche Romanze, die von Täuschung und moralischer Zweideutigkeit durchzogen ist. Notorious ist ein Thriller von seltener Perfektion und stellt einen Höhepunkt sowohl in der legendären Karriere seines Regisseurs als auch im klassischen Hollywoodkino dar.»

(The Criterion Collection)

«BERÜCHTIGTER HITCHCOCK?»

Mo 23.2. 18:00

Vortrag von Franziska Heller, Filmwissenschaftlerin, 40' «Der beste Schurke» und «ein Minimum an Elementen mit einem Maximum an Effekten» – Kommentare von François Truffaut zu Hitchcocks Notorious lassen sich im weiteren Sinne auch auf Alfred Hitchcocks Persona und deren komplexe Stellung in der Filmgeschichte anwenden. Mit seinem Œuvre, dem bekanntesten filmischen Gesamtkunstwerk überhaupt, hat er sich tief in die Populärkultur eingeschrieben. Franziska Heller beleuchtet in ihrem Vortrag Hitchcocks Rolle als innovativen Orchestrator seiner filmischen Universen, zeigt Kontexte sowie Einflüsse auf und diskutiert die sich verändernden, zuletzt kritischeren Sichtweisen.

«Ein durchdringender Schrei führt uns in eine Penthouse-Wohnung. Dort beobachten wir, wie Brandon (John Dall) und Phillip (Farley Granger) ihren Freund David erwürgen. Die beiden glauben, dass sie aufgrund ihrer sozialen und akademischen Überlegenheit mit dem Verbrechen davonkommen werden, und verstecken Davids Leiche selbstbewusst in einer Holzkiste, um die herum eine Party stattfinden soll. Doch ihre kühle Fassade bröckelt, als ihr College-Professor (James Stewart) beginnt, ihnen Fragen zu stellen. (…) Mit Rope warf Hitchcock alle Regeln über Bord und schuf eine neue Blaupause für zukünftige Filmemacher:innen. Der Film bot so viele Neuheiten (u. a. kaschierte er alle erkennbaren Schnitte), dass Hollywood begann, den gesamten Prozess der Filmproduktion grundlegend infrage zu stellen. Rope ist eine erstaunliche Leistung der Filmtechnik – ein wegweisendes Werk, das Hitchcocks akribisches Streben nach Authentizität und seine Fähigkeit, eine ganze Kunstform neu zu definieren, demonstrierte.» (Jen Grimble, Little White Lies, 29.4.2016)

«Historische Liebesfilme sind nicht das, was das Publikum traditionell mit Alfred Hitchcock verbindet. Doch 1949 entschied er sich, genau eine solche Geschichte zu erzählen. Under Capricorn ist zwar nicht Hitchcocks Meisterwerk, aber zweifellos sein am meisten unterschätzter Film. Die Geschichte beginnt, als der neue Gouverneur von New South Wales mit seinem dandyhaften Verwandten Charles Adare, der von Michael Wilding mit köstlich übertriebener Attitüde gespielt wird, in Australien eintrifft. Auf der Suche nach seinem Glück trifft Adare den schurkischen Sam Flusky (Joseph Cotten). Dieser ist mit Charles’ Kindheitsfreundin Lady Henrietta (Ingrid Bergman) verheiratet, einer Frau, die ihre Tage in einem gotischen Kolonialhaus verbringt und ihre mysteriöse Vergangenheit wegtrinkt. Aufgrund der listigen Intrigen der hexenhaften Haushälterin Milly (Margaret Leighton) wird Flusky eifersüchtig auf Adares Zuneigung zu seiner Frau. Der Film stiess bei seiner Veröffentlichung auf so negative Reaktionen, dass (…) er viele Jahre lang nicht mehr zu sehen war (…). Langsam, aber sicher erhielt Under Capricorn jedoch die verdiente Anerkennung der Kritiker:innen, insbesondere von Peter Bogdanovich, der ihn als einen der besten Filme des Regisseurs lobte.» (Joe Walsh, The Guardian, 14.8.2012)

Bridie,
Cronyn, nach dem Roman von Helen Simpson,
einem Theaterstück von John Colton und Margaret Linden KAMERA Jack Cardiff MUSIK Richard Addinsell
Bates)
Cotten, Michael Wilding,
Leighton, Cecil Parker, Denis O’Dea, Jack Watling, Harcourt Williams, John Ruddock, Bill Shine, Alfred Hitchcock.
NOTORIOUS
ROPE
LINO BROCKA BONA

IS MY COUNTRY!

«Art is not just mirroring life, it is confronting people with it.» – Lino Brocka verstand Kino nicht als Abbild oder gar Flucht, sondern als Eingriff und als Haltung. Mit seinen Filmen berührte und rüttelte er auf – und erreichte ein Millionenpublikum. Brocka erzählt von Leben, das unter Druck steht – und von den Strukturen, die diesen Druck erzeugen, von Klassengesellschaft, Ausbeutung, Korruption und Heuchelei. Er gilt als der wichtigste Filmemacher der Philippinen. Für viele war er aber weit mehr: «Papa Lino», eine moralische Instanz. Seine Filme sind prall gefüllt mit Leben und Leid: Neorealismus trifft Melodram trifft Genre – unmittelbar, emotional, körperlich. Gedreht für ein breites Publikum, das die eigene Realität auf der Leinwand wiederfand. Weil er Missstände direkt ansprach, waren viele seiner Filme im eigenen Land, insbesondere während der Marcos-Diktatur, zensiert oder verboten – an internationalen Festivals aber wurden sie gefeiert. Zahlreiche seiner Filme sind heute verloren. Umso mehr freuen wir uns, dass unsere Retrospektive zentrale Werke in neuen Restaurierungen auf die Leinwand bringt und die Gelegenheit bietet, das kraftvolle Kino von Lino Brocka zu entdecken.

Essay von Fabian Tietke

Zu Beginn von Christian Blackwoods Signed: Lino Brocka liest Lino Brocka auf dem Sofa in seiner Wohnung in Manila ein Statement vor, das er gerade an die Filmfestspiele von Cannes zu übermitteln versucht. «Filme rufen für mich die spontane, reine und von jedem Unsinn freie Beziehung wach, die ich als Kind zur Welt hatte.» Es ist ein in Annäherungen an Brockas Kino oft zitierter Satz. Im Englischen wird die Stelle, die ich mit «von jedem Unsinn freie» übersetzt habe, «no-nonsense», üblicherweise deutend übersetzt mit «unprätentiös», «ernsthaft», «einfach». Doch mit Blick auf Lino Brockas Filmschaffen ist die wörtliche Übersetzung attraktiv, sein Kino ist eben nicht ernsthaft und unprätentiös und selten einfach, dafür aber ganz entschieden frei von jedem filmemacherischen Unsinn. Brockas Filme nähern sich den Realitäten auf den Philippinen zu ihrer jeweiligen Entstehungszeit von den 1970er- bis in die frühen 1990erJahre mit grosser Direktheit, viel Empathie, aber auch mit grosser Poesie. In den 21 Jahren, die zwischen seinem Debüt und seinem Tod liegen, entstehen gut 60 Regiearbeiten im Spannungsfeld zwischen unabhängigen Produktionen und der rein kommerziell ausgerichteten philippinischen Filmindustrie. Manila in the Claws of Light , Brockas berühmtester Film, kreist um Julio, einen jungen Mann, der vom Land nach Manila kommt, auf der Suche nach seiner Freundin Ligaya. Um zu überleben, arbeitet Julio unter

prekären Umständen auf einer Baustelle, die einen der Neubauten für die Mittelschicht hochzieht. Auf der Strasse erkennt Julio eine ehemalige Lehrerin Ligayas wieder. Als er der Frau einige Tage später folgt, versteht er, dass sie Ligaya nicht wie angekündigt nach Manila gebracht hat, damit sie auf eine bessere Schule gehen kann, sondern um sie als Sexarbeiterin auszubeuten.

Gegenbild und Inbegriff

Brockas Film entstand 1974, zwei Jahre nach Ausrufung des Kriegsrechts durch den Präsidenten der Philippinen Ferdinand Marcos und während sich dessen Staatsterror immer weiter radikalisierte. Er selbst war Ende der 1950er-Jahre zum Studium nach Manila gekommen, brach seine Ausbildung aber ab und reiste nach Hawaii, um sich in einer Leprakolonie zu engagieren. Wenig später kehrte Brocka in die Philippinen zurück und lebte mehrere Jahre in absoluter Armut. Im bereits erwähnten Porträtfilm Blackwoods, Signed: Lino Brocka, berichtet Brocka, dass er allein sechs Jahre damit verbracht hatte, an einem Theater Schauspielern leere Flaschen zu bringen und sie anschliessend mit Urin gefüllt eine Treppe hinunterzutragen, damit die Proben nicht unterbrochen werden mussten. Zu sagen, Lino Brocka habe Theater und Kino von Grund auf gelernt, ist daher eine ziemliche Untertreibung.

Den sozialen Hintergrund von Manila in the Claws of Light bildet eine immer weiter auseinanderdriftende Gesellschaft inmitten eines fragilen wirtschaftlichen Aufschwungs.

My Father Is My Mother über ein Kind, das zwischen zwei homosexuellen Männern und einer Sexarbeiterin steht, bringt homosexuelle Lebensentwürfe jenseits von Klischees auf die Leinwand. Der junge Dennis hat ein Kind mit einer Sexarbeiterin. Dennis vertraut das Kind Coring an, einem älteren schwulen Friseur, der in Dennis verliebt war/ ist. Der Film schwelgt darin, wie das Kind das Leben der es umgebenden Erwachsenen durcheinanderwirbelt. Die um Realismus bemühte Darstellung des homosexuellen Vaters in einem populären Film ist bemerkenswert. Das Werk ist das erste in der Filmografie von Lino Brocka, der selbst offen schwul lebte, das schwule Protagonisten ins Zentrum stellt.

1986 wird Ferdinand Marcos, Vater des heutigen Präsidenten Bongbong Marcos, zur Abdankung gezwungen. In seinem Spätwerk Orapronobis (1989) greift Brocka auf, wie viele der Hoffnungen, die mit dem Ende der jahrzehntelangen Diktatur verbunden waren, im Übergang zur Präsidentschaft Corazon Aquinos zerschlagen wurden. Der Film zeigt, wie schnell die Repression Wege findet, fortzubestehen, und wie wenig sich für die Opposition letztlich änderte. Ein Jahr zuvor hatte Brocka für das Mainstream-Studio Viva Films einen Film über einen jungen schwulen Mann vom Land gedreht, der als Sexarbeiter zu überleben versucht, nachdem sein US-Boyfriend ihn verlassen hat. Macho Dancer ist ein nüchterner Blick auf die Welt von Sexarbeit, Menschenhandel und die Porno-Industrie in den Philippinen. Der Film feierte dank einer ausser Landes geschmuggelten Kopie grosse Erfolge auf internationalen Filmfestivals, während er in den Philippinen selbst nur in einer von der Zensur verstümmelten Fassung laufen konnte und in den Kinos floppte.

Die wachsende Armut in den Städten, nicht zuletzt durch Zuwanderung vom Land, wie jene von Julio in Brockas Film, wurde von offizieller Seite aber ignoriert und im Stadtbild versucht, hinter saubere Fassaden zu pressen – so wie in den Filmen des populären Kinos, die vom Realismus der Filme Brockas grundbereinigt sind.

Manila in the Claws of Light wurde schon damals durch die vielfältigen Referenzen auf die Gegenwart seiner Entstehungszeit zum Inbegriff eines Kinos, das sich von der Repression Marcos’ nicht hatte korrumpieren lassen. Zugleich entwarf der Film ein Gegenbild zum populären Kino. So waren einige der Schauspieler aus Mainstream-Filmen weithin bekannt, wurden jedoch entgegen ihren gewohnten Rollenbildern besetzt; der als Charakterdarsteller positiver Identifikationsfiguren bekannte Tommy Yap etwa übernahm hier die Rolle von Ligayas Zuhälter Ah-tek. Zugleich brachte der Film einige Grössen der jüngeren Generation philippinischer Filmschaffender zusammen. Am Anfang des Films stand denn auch Mike De Leon. De Leon (geboren 1947) stammte aus einer Traditionsfamilie der philippinischen Filmindustrie und sollte einige Jahre später neben Brocka und Ishmael Bernal zu einem der bedeutenden Regisseure des sozial-bewussten, aber populären Kinos der Philippinen werden. De Leon schlug Brocka (geboren 1939) vor, die Erzählung von Edgardo M. Reyes aus den 1960er-Jahren für die von ihnen kurz zuvor gegründete Produktionsfirma Cinema Artists zu verfilmen. An dem daraus entstandenen Film Manila war De Leon zudem als Kameramann beteiligt. 1976 wird Brocka mit Insiang, fertiggestellt nur ein Jahr nach dem Vorgängerfilm, das erste Mal zu den Filmfestspielen in Cannes eingeladen. Allerdings wird Insiang, nachdem die Marcos-Diktatur die Aufführung in den Philippinen zu verhindern versucht hat, schliesslich erst 1978 im Rahmen der Quinzaine des réalisateurs gezeigt. Der Film zeigt Insiang, die Protagonistin, und ihre Mutter, wie sie inmitten männlicher Übergriffigkeit versuchen, ihr Leben zu führen. Mehr noch als Manila zeugt Insiang von Brockas Bestreben, Lebensrealitäten im philippinischen Film sichtbar zu machen, die im Mainstream-Kino bisher keinen Platz hatten.

In den Nischen des Mainstreams Der Erfolg mit Insiang bestärkte Brocka in seinem Beharren, weiterhin Filme innerhalb der Mainstream-Filmindustrie seines Landes zu realisieren: Vor allem die Drama-Komödie

Posthume Internationalität Am 22. Mai 1991 stirbt Lino Brocka bei einem Autounfall. Sein Begräbnis wird zu einer kollektiven Ehrerbietung. Seine Filme werden in den Jahren danach schnell zu einer festen Bezugsgrösse für unabhängige Filmemacher:innen. Parallel entwickeln sich seit der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre zunehmend Versuche, die Überlieferung der philippinischen Filmgeschichte, darunter auch der unabhängigen Filmproduktion der Marcos-Ära, überhaupt zu sichern. Viele dieser Projekte finden in internationaler Zusammenarbeit statt. Auch Brockas Kino wird im Zuge dieser Initiativen ausserhalb der Philippinen zunehmend bekannter. 2008 greift Khavn De La Cruz Brockas Manila in the Claws of Light in seinem eigenen Film Manila in the Fangs of Darkness auf und lässt Bembol Roco, den Darsteller Julios, um dreissig Jahre gealtert erneut durch Manila streifen. Wieder sucht er Ligaya, findet aber erst einmal philippinische Filmgeschichte. Während er der Frau folgt, die Ligaya entführt hat, dringen Clips unter anderem aus Werken Brockas in den Film und füllen die Leinwand. 2009 unterhielten sich Lav Diaz, Khavn De La Cruz und Raya Martin, drei Protagonisten einer damals neuen Generation philippinischer Filmemacher:innen, und Kidlat Tahimik, Regie-Zeitgenosse von Brocka, im Auftrag der Viennale über Lino Brocka. Die Standpunkte reichen von Lav Diaz’ Verneigung bis zu einem anfänglichen Augenrollen Raya Martins. Doch an der (mindestens) filmhistorischen Bedeutung Lino Brockas für die philippinische und die globale Filmgeschichte kommt in dem Gespräch kein Zweifel auf. Dass Lino Brocka trotzdem noch nicht so bekannt ist, wie er und sein Kino es verdienen, zeigt eine Anekdote, die Khavn De La Cruz erzählt: Er habe auf einem Festival unter Cinephilen den Namen Brockas genannt und nur leere Blicke zurückbekommen. Möge diese Reihe dazu beitragen, das Kino Brockas wieder mit den offenen, kritischen, interessierten Augen zu sehen, die es verdient.

Fabian Tietke ist Filmkritiker und Programmgestalter in Berlin. THIS

MANILA IN THE CLAWS OF LIGHT

MAYNILA SA MGA KUKO NG LIWANAG

Mo 16.2. 20:30 Sa 21.2. 18:00 Do 26.2. 15:00

Philippinen 1975, Farbe, DCP, OV/e*, 126 '

REGIE Lino Brocka DREHBUCH Clodualdo del Mundo Jr., nach dem Roman «In the Claws of Brightness» von Edgardo M. Reyes MIT Hilda Koronel, Bembol Roco, Lou Salvador Jr., Tommy Abuel, Jojo Abella. «Lino Brockas Manila in the Claws of Light erzählt die Geschichte von Julio, einem jungen Fischer aus der ländlichen Inselprovinz Marinduque, der nach Manila reist, um seine Geliebte Ligaya Paraiso zu suchen, die von ihrer Nachbarin, Frau Cruz, für ein Studium nach Manila gelockt wurde. Doch Ligaya ist im Schlund der Stadt verschwunden. Julios verzweifelte Suche führt ihn durch die Unterwelt Manilas – von den Baustellen in Binondo (wo er als Handlanger schuftet) über beengte Pensionen und verfallene Kinos bis hin zu Rotlichtvierteln. Während er sich durch die Stadt bewegt, führen ihn andere Migranten, Atong und Pol, durch die Arbeiterviertel Manilas und helfen ihm, Überlebensnetzwerke aufzubauen.»

(Tito Ramos Quiling Jr., senseseofcinema.com, Okt 2025) Von nationalen und internationalen Stimmen allgemein als bedeutendster philippinischer Film aller Zeiten bezeichnet, entwirft Manila ein schonungsloses Bild einer Stadt im Griff des Autoritarismus. Drei Jahre nach der Ausrufung des Kriegsrechts entstanden, deckt dieses von Noir-Elementen geprägte Werk das Schreckensbild eines korrumpierten und korrumpierenden Manilas auf, das somit ein Gegenbild zur von Imelda Marcos propagierten utopisch-idealistischen «City of Man» zeichnet. (tb)

LINO BROCKAS MANILA

Mo 16.2. 20:30

Einführung von Annette Hug (Autorin und Übersetzerin philippinischer Literatur), 20 ' Die renommierte und vielfach ausgezeichnete Autorin und Übersetzerin Annette Hug ist mit der philippinischen Kultur, Literatur und auch dem Filmschaffen des Landes eng vertraut. In ihrer Einführung stellt sie den Aktivisten und Filmschaffenden Lino Brocka vor und geht auch auf die Romanvorlage von Edgardo M. Reyes für den Film Manila in the Claws of Light ein. Sie identifiziert Themen und ästhetische Positionen dieser Generation von Autor:innen und Regisseur:innen und besonders kritische Ausdrucksformen während der Marcos-Diktatur (1972 1986).

INSIANG

Do 19.2. 20:45 So 1.3. 18:00

Philippinen 1976, Farbe, DCP, OV/d/e*, 95

REGIE Lino Brocka DREHBUCH Mario O’Hara, Antonio

E. Lamberto KAMERA Conrado Baltazar MUSIK Minda

D. Azarcon SCHNITT Augusto Salvador MIT Hilda Koronel, Mona Lisa, Rez Cortez, Ruel Vernal, Marlon Ramirez, Nina Lorenzo.

«Dieses richtungsweisende Werk des philippinischen Kinos – und das erste, das in Cannes gezeigt wurde – ist eine vertrackte MutterTochter-Saga, eine Rachetragödie altgriechischen Ausmasses und ein erschütternder Blick auf das Leben am Rande von Manila. Insiang (Hilda Koronel) ist eine sanftmütige junge Frau aus den Slums, die von allen in ihrem Umfeld missbraucht wird: von ihrem unsensiblen Freund (Rez Cortez), ihrer verbitterten Mutter und deren schäbigem jüngerem Liebhaber. Doch nachdem Insiang vergewaltigt worden ist, mutiert ihre Schüchternheit zur stählernen Entschlossenheit, sich zu rächen.» (Film at Lincoln Center, Jan 2018)

«In Insiang ist der rote Faden die Skandalisierung struktureller patriarchaler Gewalt im Familienzusammenhang: Insiang, die anfangs hoffnungsvoll-zufrieden in der Beziehung mit ihrem Verlobten lebt, findet sich durch die Gewalttat des Liebhabers ihrer Mutter mit einem Schlag ‹aus dem Paradies verstossen›. Brocka hat das Kino der grossen Gefühle geliebt und wir lieben es auch!» (Red Lotus, Wien, Apr 2025)

«Brocka war so etwas wie eine Naturgewalt im Weltkino, und Insiang war einer seiner grössten Erfolge.» (Martin Scorsese, Mai 2015)

MY FATHER IS MY MOTHER ANG TATAY KONG NANAY

So 22.2. 18:30 Do 12.3. 18:15 Philippinen 1978, Farbe, DCP, OV/d/e*, 116 REGIE Lino Brocka DREHBUCH Jose Lacaba, Ricardo «Ricky» Lee, nach einer Story von Nick Joaquin KAMERA Conrado Baltazar MUSIK Max Jocson SCHNITT René Tala MIT Phillip Salvador, Amy Austria, Menggie Cobarrubias, Anita Linda, Johnny Delgado, Tonio Gutierrez, Roi Vinzons.

«My Father Is My Mother ist Brockas Liebeserklärung an eine damals gesellschaftlich unsichtbare Randgruppe, zu der er selbst gehörte: die queere Community. Die philippinische Comedy-Legende Dolphy spielt Dioscoro ‹Coring› Derecho, einen schwulen Friseur mittleren Alters, der ein einfaches, aber unkonventionelles Leben führt: Tagsüber arbeitet er im Salon, nachts verwandelt er sich in eine Dragqueen. (…) Corings Welt wird auf den Kopf gestellt, als sein Schwarm Dennis mit einem Baby vor der Tür steht und es in Corings Obhut gibt. Als der Junge, Nonoy, älter wird, sieht sich Coring dazu gezwungen, sein queeres Doppelleben vor ihm zu verbergen.»

(Noli Manaig, Closely Watched Frames, 29.4.2013)

«Jahrzehntelang waren schwule Männer in Komödien oft eindimensionale Comic-ReliefFiguren, unbedeutende Charaktere, die zum Ziel von Witzen wurden. Es wäre geradezu eine Untertreibung, zu behaupten, dass Lino Brocka mit dem wichtigen Drama My Father Is My Mother mit dieser Tradition gebrochen hat. Mit dem ‹König der Komödie› Dolphy in der Hauptrolle stellte der Film die damalige gesellschaftliche Haltung Homosexualität gegenüber infrage, indem er das Leben eines schwulen Mannes zeigte, der in der Lage ist, nicht nur ein kompetenter Elternteil zu sein, sondern auch Vater und Mutter in einem.»

(Manoj Panicker, Letterboxd, 24.9.2025)

JAGUAR

Sa 28.2. 18:30 Mo 9.3. 20:45

Philippinen 1979, Farbe, DCP, OV/e, 100 REGIE Lino Brocka DREHBUCH Jose Lacaba, Ricardo «Ricky» Lee, nach einer Story von Nick Joaquin KAMERA Conrado Baltazar MUSIK Max Jocson SCHNITT René Tala MIT Phillip Salvador, Amy Austria, Menggie Cobarrubias, Anita Linda, Johnny Delgado, Tonio Gutierrez, Roi Vinzons.

« Jaguar schrieb bei seiner Premiere Geschichte: Es war der erste philippinische Film, der 1980 bei den Filmfestspielen von Cannes um die Goldene Palme konkurrierte. (…) In diesem Neo-Noir-Krimi-Klassiker spielt Phillip Salvador die Rolle des Poldo Miranda, eines schlecht bezahlten Wachmanns (in Manila umgangssprachlich ‹Jaguar› genannt), der vom sozialen Aufstieg träumt. Seine Chance kommt, als er den Sohn einer reichen Familie beschützt und dessen Bodyguard wird – doch nach und nach gerät er in ein Netz aus Verbrechen und moralischen Kompromissen. Das Drehbuch wurde von Jose ‹Pete› Lacaba und der nationalen Drehbuch-Ikone Ricky Lee verfasst und basiert auf einem Tatsachenbericht aus den Essays ‹Reportage on Crime› des ebenso berühmten Literaten und Journalisten Nick Joaquin. Der spannende Film ist nicht nur ein Krimi, sondern auch eine sozialkritische Auseinandersetzung mit Klassenunterschieden, Ehrgeiz, Manipulation und der Situation der Filipinos in den späten 1970er-Jahren.» (Mica Magsanoc, lifestyle.inc, Nov 2025)

BONA

Fr 20.2. 18:00 Mo 16.3. 20:45 Philippinen 1980, Farbe, DCP, OV/e, 88 REGIE Lino Brocka DREHBUCH Cenen Ramones KAMERA Conrado Baltazar MUSIK Max Jocson, Lutgardo Labad SCHNITT Augusto Salvador MIT Nora Aunor, Phillip Salvador, Marissa Delgado, Raquel Monteza, Venchito Galvez, Rustica Carpio.

Fr 20.2. 18:00

Einführung von Vincent Paul-Boncour, in Englisch, 15' Vincent Paul-Boncour ist Gründer und Geschäftsführer von Carlotta Films, einem der federführenden Verleiher im Bereich Restaurierung und Sichtbarmachung des internationalen Filmerbes. Dank Paul-Boncour sind die zentralen Titel von Lino Brocka für europäische Kinos wieder zugänglich. Er spricht über die Bedeutung und die aufwendige Restaurierung von Lino Brockas Bona

«Nach der Erstaufführung nur selten gezeigt und zeitweise gar als verschollen vermutet, ist Bona eine Geschichte über Besessenheit, in der Regisseur Lino Brocka und die Schauspielerin Nora Aunor zur Höchstform auflaufen. Zu Beginn, als die junge Bona dem drittklassigen Schauspieler Gardo das Mittagessen ans Set bringt, scheint alles noch eine unschuldige Schwärmerei. Doch als sie sich um den verletzten Schauspieler kümmert, nachdem er von einer Bande von Schlägern angegriffen worden ist, gerät alles ausser Kontrolle. Entgegen dem Willen ihrer Familie zieht sie bald in Gardos Hütte und kümmert sich fast mütterlich um ihn – sie kocht, putzt und finanziert sogar sein Leben als SlumCasanova. Was ihr Verhalten antreibt, ist schwer zu erklären – es lässt sich weder auf pathologisches Verlangen noch auf traditionelle gesellschaftliche Strukturen oder Geschlechterrollen zurückführen –, was dem Film eine Buñuel’sche Note verleiht.» (Salvador Amores, Viennale, Okt 2024)

Nora Aunor gilt mit über 200 Spielfilmen als grösster weiblicher Star der philippinischen Filmgeschichte und war auch Koproduzentin des Films, was insofern überraschte, als sie eine für sie unübliche, alles andere als glamouröse Rolle spielte. Zunächst 1981 in der Quinzaine des réalisateurs gezeigt, lief die restaurierte Version von Bona auch 2024 in der Sektion der Cannes-Classics. (tb)

MANILA IN THE CLAWS OF LIGHT
INSIANG

16. FEB — 31. MRZ 2026

ALFRED HITCHCOCK PART

1

LINO BROCKA

THIS IS MY COUNTRY!

EIN WOCHENENDE FÜR BRUNO GANZ

Premiere

In Anwesenheit von Cast/Crew

35-mm-Film-Kopie

16-mm-Film-Kopie Kino-Konzert

X/x Gesprochene Sprache/Untertitel x* Elektronische Untertitel vom Filmpodium erstellt

OV Mehrere Originalsprachen

6 (8) Freigegeben ab 6 Jahren, empfohlen ab 8 Jahren

KINO

Nüschelerstr. 11, 8001 Zürich +41 44 415 33 66 www.filmpodium.ch

EINTRITTSPREISE

CHF 18.— / CHF 15.— (AHV/Legi)

CHF 9.— (alle unter 25 Jahren und Kulturlegi) Specials und Filme mit Überlänge: erhöhte Preise Vorverkauf zu den Kassenöffnungszeiten

ABONNEMENTE & VERGÜNSTIGUNGEN

� Filmpodium-Generalabonnement: CHF 400.— (freier Eintritt zu allen Vorstellungen; inkl. Abo Programmheft)

� Filmpodium-Halbtaxabonnement: CHF 80.— (halber Eintrittspreis bei allen Vorstellungen; inkl. Abo Programmheft)

� Programm-Pass: CHF 60.— (freier Eintritt zu allen Vorstellungen einer Programmperiode)

FEB

Mo 16

18:15 ALFRED HITCHCOCK THE LADY VANISHES

Alfred Hitchcock, GB 1938, DCP, E/d*, 97 '

20:30 LINO BROCKA LINO BROCKAS MANILA

Einführung von Annette Hug (Autorin und Übersetzerin philippinischer Literatur), 20'

Anschl . MANILA IN THE CLAWS OF LIGHT

Lino Brocka, Philippinen 1975, DCP, OV/e*, 126

Di 17

16:15 VORLESUNGSREIHE WAS IST «MODERNE FILMTHEORIE»?

Vorlesung von Dr. Linda Waack, 45', anschl. Gespräch mit Dr. Drehli Robnik (Wien), Eintritt frei

18:30 VORLESUNGSREIHE QUER DURCH DEN

OLIVENHAIN

Abbas Kiarostami, Iran/Frankreich 1994, DCP, Farsi/e, 103

20:45 ALFRED HITCHCOCK THE MAN WHO KNEW TOO MUCH

Alfred Hitchcock, GB 1934, DCP, E/d*, 76 '

Mi 18

15:00 ALFRED HITCHCOCK THE 39 STEPS

Alfred Hitchcock, GB 1935, DCP, E/d*, 86 '

18:00 SÉLECTION LUMIÈRE SHALL WE DANCE?

Masayuki Suo, Japan 1996, DCP, Jap/e, 137

20:45 ALFRED HITCHCOCK BLACKMAIL

Alfred Hitchcock, GB 1929, DCP, E/d*, 85

Do 19

15:00 ALFRED HITCHCOCK FOREIGN CORRESPONDENT

Alfred Hitchcock, USA 1940, 35 mm, E/d*, 120 '

18:30 CLASSICS THE ARCH

Tang Shu Shuen, Hongkong 1968, DCP, OV/e, 94

20:45 LINO BROCKA INSIANG

Lino Brocka, Philippinen 1976, DCP, OV/d/e*, 95

Fr 20

15:00 ALFRED HITCHCOCK RICH AND STRANGE

Alfred Hitchcock, GB 1931, DCP, E/d*, 84

18:00 LINO BROCKA BONA

Lino Brocka, Philippinen 1980, DCP, OV/e, 88 Einführung von Vincent Paul-Boncour, Gründer und Geschäftsführer von Carlotta Films, in Englisch, 15'

20:45 ALFRED HITCHCOCK LIFEBOAT

Alfred Hitchcock, USA 1944, DCP, E/d*, 97 '

Sa 21

15:00 ALFRED HITCHCOCK ROPE

Alfred Hitchcock, USA 1948, 35 mm, E/d/f, 81

18:00 LINO BROCKA MANILA IN THE CLAWS OF LIGHT

Lino Brocka, Philippinen 1975, DCP, OV/e*, 126

20:45 ALFRED HITCHCOCK SHADOW OF A DOUBT

Alfred Hitchcock, USA 1943, DCP, E/d*, 108

So 22

15:00 ALFRED HITCHCOCK REBECCA

Alfred Hitchcock, USA 1940, 35 mm, E/d/f, 131 '

18:30 LINO BROCKA MY FATHER IS MY MOTHER

Lino Brocka, Philippinen 1978, DCP, OV/e*, 116

20:45 ALFRED HITCHCOCK MURDER!

Alfred Hitchcock, GB 1930, 35 mm, E/d*, 104

Mo 23

18:00 ALFRED HITCHCOCK «BERÜCHTIGTER HITCHCOCK?»

Vortrag von Franziska Heller, Filmwissenschaftlerin, 40' Anschl NOTORIOUS

Alfred Hitchcock, USA 1946, DCP, E/d*, 101 '

21:00 VORLESUNGSREIHE QUER DURCH DEN OLIVENHAIN

Abbas Kiarostami, Iran/Frankreich 1994, DCP, Farsi/e, 103

Di 24

16:15 VORLESUNGSREIHE FILMOLOGIE

Vorlesung von Dr. Linda Waack, 90', Eintritt frei

18:15 VORLESUNGSREIHE LA NUIT AMÉRICAINE

François Truffaut, Frankreich/Italien 1973, 35 mm, F+E/d, 116

20:45 LINO BROCKA THIS IS MY COUNTRY Lino Brocka, Philippinen 1984, DCP, OV/e, 107 ' Mi 25

13:15 KINDERFILMCLUB DIE ZAUBERLATERNE

Vorstellungen für Mitglieder (6- bis 12-Jährige)

16:00 KINDERFILMCLUB DIE ZAUBERLATERNE

Vorstellungen für Mitglieder (6- bis 12-Jährige)

18:30 ALFRED HITCHCOCK SECRET AGENT

Alfred Hitchcock, GB 1936, 35 mm, E/d/f, 87

20:30 PREMIERE GANGSTERISM

Isiah Medina, Kanada 2025, DCP, E, 84 ' Anschl. Q&A mit Isiah Medina (Regie), Moderation Flavio Luca Marano, in Englisch Do 26

15:00 LINO BROCKA MANILA IN THE CLAWS OF LIGHT

Lino Brocka, Philippinen 1975, DCP, OV/e*, 126

18:30 ALFRED HITCHCOCK THE 39 STEPS

Alfred Hitchcock, GB 1935, DCP, E/d*, 86

20:30 PREMIERE BLUE HERON

Sophy Romvari, Kanada/Ungarn 2025, DCP, E+Ung/e, 90

Fr 27

15:00 ALFRED HITCHCOCK THE LADY VANISHES

Alfred Hitchcock, GB 1938, DCP, E/d*, 97

18:15 ALFRED HITCHCOCK BLACKMAIL

Alfred Hitchcock, GB 1929, DCP, E/d*, 85 ' 20:30 LIVE CINEMA PERFORMANCE (PREMIERE) 3 rd ECHELON THEATER: CAST*

Daniil Posazhennikov, Regina Raimjanova, Mira Tyrina, Schweiz 2025, D, 75 '

Sa 28

15:00 SÉLECTION LUMIÈRE SHALL WE DANCE?

Masayuki Suo, Japan 1996, DCP, Jap/e, 137

18:30 LINO BROCKA JAGUAR

Lino Brocka, Philippinen 1979, DCP, OV/e, 100 20:45 VORLESUNGSREIHE LA NUIT AMÉRICAINE

François Truffaut, Frankreich/Italien 1973, 35 mm, F+E/d, 116

MRZ

So 1

15:00 ALFRED HITCHCOCK NOTORIOUS

Alfred Hitchcock, USA 1946, DCP, E/d*, 101 18:00 LINO BROCKA INSIANG

Lino Brocka, Philippinen 1976, DCP, OV/d/e*, 95 20:15 ALFRED HITCHCOCK SABOTAGE

Alfred Hitchcock, GB 1936, 35 mm, E/d*, 77

Mo 2

18:15 ALFRED HITCHCOCK SPELLBOUND

Alfred Hitchcock, USA 1945, DCP, E/d*, 111 20:45 LINO BROCKA CAIN AND ABEL

Lino Brocka, Philippinen 1982, Digital HD, OV/f/e*, 111 '

Di 3

16:15 VORLESUNGSREIHE SEMIOLOGIE

Vorlesung von Dr. Linda Waack, 90', Eintritt frei 18:30 VORLESUNGSREIHE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON

Jack Arnold, USA 1954, DCP, E/d*, 79 20:30 ALFRED HITCHCOCK KINO-KONZERT

THE LODGER

Alfred Hitchcock, GB 1927, DCP, Stummfilm mit e Zw ' titeln/d*, 91

Live-Musik: Neil Brand (Piano), Frank Bockius (Schlagzeug, Perkussion)

Einführung von Neil Brand, in Englisch, 10' Gratistickets für Legi-Inhaber:innen VSETH/ VSUZH sind nur an der Kinokasse im Filmpodium erhältlich

In Kooperation mit der Filmstelle ETH/UZH Mi 4

15:00 CLASSICS

THE ARCH

Tang Shu Shuen, Hongkong 1968, DCP, OV/e, 94 18:30 LINO BROCKA

SIGNED: LINO BROCKA

Christian Blackwood, USA 1987, 16 mm, OV/d, 84

20:30 ALFRED HITCHCOCK FOREIGN CORRESPONDENT

Alfred Hitchcock, USA 1940, 35 mm, E/d*, 120 '

Do 5

15:00 ALFRED HITCHCOCK MURDER!

Alfred Hitchcock, GB 1930, 35 mm, E/d*, 104 '

19:00 SÉLECTION LUMIÈRE GENERALVERSAMMLUNG LUMIÈRE

Für Mitglieder des Filmpodium-Fördervereins, 60', anschl. Apéro

20:30 SÉLECTION LUMIÈRE SHALL WE DANCE?

Masayuki Suo, Japan 1996, DCP, Jap/e, 137 Einführung von Till Brockmann, 10' Fr 6

15:00 ALFRED HITCHCOCK UNDER CAPRICORN

Alfred Hitchcock, GB 1949, Digital HD, E/d*, 116 18:30 ALFRED HITCHCOCK THE 39 STEPS

Alfred Hitchcock, GB 1935, DCP, E/d*, 86 ' 20:45 LINO BROCKA MACHO DANCER

Lino Brocka, Philippinen 1989, DCP, OV/e*, 134

11:00 DAS FESTIVAL SONIC MATTER ZU GAST: SYRISCHE KLÄNGE

SALAMIYAH LADY OF THE LAND

Omar Malas, Yamen Mekdad, Syrien/GB 2025, Digital HD, OV/e, 48 Anschl. Gespräch über Film und Projekt mit den Begründern der Syrian Cassette Archives, Mark Gergis und Yamen Mekdad, 30'

15:00

FAMILIENFILM ERNEST & CÉLESTINE

Stéphane Aubier, Vincent Patar, Benjamin Renner, Frankreich/Belgien/Luxemburg 2012, Digital HD, D (Synchronfassung), 81 , 6 (8) Anschl. WORKSHOP FÜR KINDER mit Oswald Iten, Animator und Filmwissenschaftler, 30'

18:15 LINO BROCKA

THIS IS MY COUNTRY

Lino Brocka, Philippinen 1984, DCP, OV/e, 107 ' 20:45 ALFRED HITCHCOCK SPELLBOUND

Alfred Hitchcock, USA 1945, DCP, E/d*, 111

So 8

15:00 ALFRED HITCHCOCK SHADOW OF A DOUBT

Alfred Hitchcock, USA 1943, DCP, E/d*, 108 18:30 ALFRED HITCHCOCK RICH AND STRANGE

Alfred Hitchcock, GB 1931, DCP, E/d*, 84 ' 20:30 LINO BROCKA

DIRTY AFFAIR

Lino Brocka, Philippinen 1990, Farbe, Digital HD, OV/e*, 120

Mo 9

18:30 ALFRED HITCHCOCK LIFEBOAT

Alfred Hitchcock, USA 1944, DCP, E/d*, 97 20:45 LINO BROCKA JAGUAR

Lino Brocka, Philippinen 1979, DCP, OV/e, 100 '

Di 10

16:15

VORLESUNGSREIHE PSYCHOANALYSE

Vorlesung von Dr. Linda Waack, 90', Eintritt frei

18:30 VORLESUNGSREIHE THE SEVEN YEAR ITCH

Billy Wilder, USA 1955, DCP, E, 105

20:45 ALFRED HITCHCOCK ROPE

Alfred Hitchcock, USA 1948, 35 mm, E/d/f, 81

Mi 11

15:00 ALFRED HITCHCOCK SUSPICION

18:15

Alfred Hitchcock, USA 1941, DCP, E/d*, 100

ALFRED HITCHCOCK GERMAN CONCENTRATION CAMPS FACTUAL SURVEY

Colin Wills, Richard Crossman, Alfred Hitchcock, Solly (Solomon) Zuckerman; Restaurierung aus dem Jahr 2014: Toby Haggith, Imperial War Museum, GB 1945/2014, DCP, E, 72' Zutritt ab 18 Jahren

VIDEOEINFÜHRUNG

Toby Haggith, Imperial War Museum, 4' EPILOG

Mitglieder des Imperial War Museum, 12 '

20:15 PREMIERE

LEONORA IM MORGENLICHT

Thor Klein, Lena Vurma, Deutschland/Rumänien/Mexiko/GB 2025, DCP, OV/d, 103

Anschl. Q&A mit dem Regieduo Lena Vurma und Thor Klein sowie der Schauspielerin Olivia Vinall

Do 12

15:00 PREMIERE

BLUE HERON

Sophy Romvari, Kanada/Ungarn 2025, DCP, E+Ung/e, 90 ' 18:15 LINO BROCKA

MY FATHER IS MY MOTHER

Lino Brocka, Philippinen 1978, DCP, OV/e*, 116

20:45 ALFRED HITCHCOCK

SECRET AGENT

Alfred Hitchcock, GB 1936, 35 mm, E/d/f, 87

Fr 13

15:00

ALFRED HITCHCOCK

THE MAN WHO KNEW TOO MUCH

Alfred Hitchcock, GB 1934, DCP, E/d*, 76

18:00 LINO BROCKA

20:45

MACHO DANCER

Lino Brocka, Philippinen 1989, DCP, OV/e*, 134

ALFRED HITCHCOCK

THE LADY VANISHES

Alfred Hitchcock, GB 1938, DCP, E/d*, 97

Sa

14

15:00 FAMILIENFILM ERNEST & CÉLESTINE

Stéphane Aubier, Vincent Patar, Benjamin Renner, Frankreich/Belgien/Luxemburg 2012, Digital HD, D (Synchronfassung), 81 ' 6 (8)

Anschl. WORKSHOP FÜR KINDER mit Oswald Iten, Animator und Filmwissenschaftler, 30

18:15 ALFRED HITCHCOCK

SHADOW OF A DOUBT

Alfred Hitchcock, USA 1943, DCP, E/d*, 108

20:45 CLASSICS THE ARCH

Tang Shu Shuen, Hongkong 1968, DCP, OV/e, 94

So 15

15:00

VORLESUNGSREIHE THE SEVEN YEAR ITCH

Billy Wilder, USA 1955, DCP, E, 105

18:00 LINO BROCKA

CAIN AND ABEL

Lino Brocka, Philippinen 1982, Digital HD, OV/f/e*, 111

20:30 ALFRED HITCHCOCK REBECCA

Alfred Hitchcock, USA 1940, 35 mm, E/d/f, 131 '

Mo 16

18:30 ALFRED HITCHCOCK SUSPICION

Alfred Hitchcock, USA 1941, DCP, E/d*, 100 '

20:45 LINO BROCKA BONA

Lino Brocka, Philippinen 1980, DCP, OV/e, 88

Di 17

16:15

VORLESUNGSREIHE FEMINISMUS, GENDER, QUEERNESS

Vorlesung von Fiona Berg (Berlin) und Sophie Holzberger (New York), 90' Eintritt frei

18:30 VORLESUNGSREIHE

NEUN LEBEN HAT DIE KATZE

Ula Stöckl, BRD 1968, DCP, D, 91

20:45 ALFRED HITCHCOCK UNDER CAPRICORN

Alfred Hitchcock, GB 1949, Digital HD, E/d*, 116

Mi 18

14:00 KINDERFILMCLUB DIE ZAUBERLATERNE

Vorstellungen für Mitglieder (6- bis 12-Jährige)

16:00 KINDERFILMCLUB DIE ZAUBERLATERNE

Vorstellungen für Mitglieder (6- bis 12-Jährige)

18:30 PREMIERE BLUE HERON

Sophy Romvari, Kanada/Ungarn 2025, DCP, E+Ung/e, 90

20:45 ALFRED HITCHCOCK FOREIGN CORRESPONDENT

Alfred Hitchcock, USA 1940, 35 mm, E/d*, 120

Do 19

15:00 ALFRED HITCHCOCK ROPE

Alfred Hitchcock, USA 1948, 35 mm, E/d/f, 81 18:00 ALFRED HITCHCOCK REBECCA

Alfred Hitchcock, USA 1940, 35 mm, E/d/f, 131 '

20:45 LINO BROCKA

DIRTY AFFAIR

Lino Brocka, Philippinen 1990, Farbe, Digital HD, OV/e*, 120

Fr 20

15:00 ALFRED HITCHCOCK

SABOTAGE

Alfred Hitchcock, GB 1936, 35 mm, E/d*, 77

18:30 BRUNO GANZ

DER SANFTE LAUF

Haro Senft, BRD 1967, DCP, D, 90 Mit einem einführenden Gespräch zwischen der Hauptdarstellerin Verena Buss und Walter Ruggle.

20:15 BRUNO GANZ

«SCHAU SPIEL BRUNO GANZ»

Buchvernissage im Foyer mit Apéro, präsentiert von Thomas Kramer (Verleger) und Walter Ruggle (Herausgeber), Eintritt frei

20:45 BRUNO GANZ

THE PARTY

Sally Potter, GB/Dänemark 2017, DCP, E/d/f, 71

Sa 21

15:00 BRUNO GANZ

WINTERREISE

Anders Østergaard, Erzsébet Rácz, Dänemark/Deutschland 2019, DCP, E+D/d, 88

18:00 BRUNO GANZ

DER AMERIKANISCHE

FREUND

Wim Wenders, BRD/Frankreich 1977, DCP, D+E+F/d*, 124'

Anschl. WIM WENDERS ERINNERT AN BRUNO GANZ

Q&A mit Wim Wenders

21:00 BRUNO GANZ

MESSER IM KOPF

Reinhard Hauff, BRD 1978, 35 mm, D, 102 So 22

11:00 BRUNO GANZ

SOMMERGÄSTE

Peter Stein, BRD 1975, DCP, D, 115 ' 14:30 BRUNO GANZ

DER HIMMEL ÜBER BERLIN

Wim Wenders, BRD/Frankreich 1987, DCP, D+F+E/d*, 128 17:15 BRUNO GANZ

DANS LA VILLE BLANCHE

Alain Tanner, Schweiz/Portugal 1983, DCP, E+D+Port+F/d, 108 19:45 BRUNO GANZ

DIE EWIGKEIT UND EIN TAG

Theo Angelopoulos, Griechenland/Frankreich 1998, DCP, Gr/d/f, 132 '

23. — 29. MRZ

SCHWEIZER FILMPREIS: WOCHE DER NOMINIERTEN

Der Schweizer Filmpreis würdigt jährlich die herausragendsten Schweizer Filme sowie die wichtigsten Protagonist:innen des schweizerischen Filmschaffens. Eine Auswahl der für einen Schweizer Filmpreis nominierten Filme wird während der WOCHE DER NOMINIERTEN vom 23. bis zum 29.3.2026 im Filmpodium gezeigt – in vielen Fällen präsentiert von Cast & Crew. Die Verleihung des Schweizer Filmpreises findet am Freitag, 27. März, in Zürich statt. Am Wochenende danach werden alle mit einem Preis ausgezeichneten Filme wiederholt. Eintrittspreise

Montag, 23., bis Freitag, 27. März: CHF 5.— Samstag, 28., und Sonntag, 29. März: Eintritt frei Das Filmprogramm findet sich auf filmpodium.ch oder im Flyer, der im Kino aufliegt.

Mo 30

18:00 BRUNO GANZ

DER HIMMEL ÜBER BERLIN

Wim Wenders, BRD/Frankreich 1987, DCP, D+F+E/d*, 128

20:45 BRUNO GANZ

IN WEITER FERNE, SO NAH!

Wim Wenders, Deutschland 1993, DCP, D, 146

Di 31

16:15 VORLESUNGSREIHE

DEKOLONISATION, BLACK FILM THEORY

Vorlesung von Dr. Linda Waack, 90', Eintritt frei

18:30 VORLESUNGSREIHE

THOSE WHOM DEATH

REFUSED

Flora Gomes, Guinea-Bissau 1988, DCP, OV/e, 92 '

20:45 ALFRED HITCHCOCK

NOTORIOUS

Alfred Hitchcock, USA 1946, DCP, E/d*, 101 '

LINO BROCKA BONA

CAIN AND ABEL

CAIN AT ABEL

Mo 2.3. 20:45 So 15.3. 18:00 Philippinen 1982, Farbe, Digital HD, OV/f/e*, 111

REGIE Lino Brocka DREHBUCH Ricardo «Ricky» Lee

KAMERA Conrado Baltazar MUSIK Max Jocson

SCHNITT Efren Jarlego MIT Christopher de Leon, Phillip Salvador, Mona Lisa, Carmi Martin, Cecille Castillo.

«Der erstgeborene Lorens schuftet mit dem Wasserbüffel auf den Feldern, während Ellis, der erklärte Liebling der Mutter, eine Universitätsausbildung in Manila erhält. Als dieser mit seiner Verlobten aus der Grossstadt auf die Hacienda der Familie zurückkehrt, stösst er bei der herrischen Señora Pina sofort auf Ablehnung. Um ihren Einfluss wieder zu festigen, fordert sie ihren Jüngsten auf, sich für sein Erbe zu entscheiden. Ellis beansprucht daraufhin den Landbesitz – und entfacht damit eine Familienfehde, die in einen offenen Krieg zwischen Mutter und Söhnen eskaliert. Ein hochdramatisches Melodram, eine zeitlose biblische Nacherzählung und zugleich eine bissige Allegorie auf die Philippinen der Marcos-Ära: Lino Brockas opulent inszenierter Actionfilm entfaltet als Pulp-Thriller eine eindringliche Analyse der Grundbesitzerklasse und ihrer Form von Grenz- und Selbstjustiz.» (criterionchannel.com)

«Der erbitterte Konflikt, der infolge der Herrschaft von Marcos eskalierte, findet in dem Film seinen Widerhall: Lorens und sein Schlägertrupp erinnern an die militanten Rebellen auf dem Land, während Robert und seine Freunde sowohl den bösartigen Sprösslingen von Beamten als auch den waffengeilen Militärs ähneln.» (Austin Lancaster, sensesofcinema. com, Nov 2025)

THIS IS MY COUNTRY BAYAN KO: KAPIT SA PATALIM

Di 24.2. 20:45 Sa 7.3. 18:15

Philippinen 1984, Farbe, DCP, OV/e, 107 '

REGIE Lino Brocka DREHBUCH Jose Lacaba KAMERA

Conrado Baltazar MUSIK Jess Santiago SCHNITT

George Jarlego MIT Phillip Salvador, Gina Alajar, Venchito Galvez, Ariosto Reyes Jr., Bey Vito.

«Der Film basiert lose auf zwei separaten realen Ereignissen, die dem philippinischen Publikum gut bekannt waren: einem Generalstreik und einer Geiselnahme in Manila, die in einer Schiesserei zwischen Polizei und ‹Kriminellen› gipfelte. Beide Ereignisse werden in der Geschichte von Turing, einem Druckereiarbeiter, miteinander verknüpft. Seine Frau ist schwanger, und sie sind hoch verschuldet: Für das Versprechen von mehr Geld unterzeichnet Turing deshalb eine Vereinbarung, wonach er der von seinen Kollegen gegründeten Gewerkschaft nicht beitreten wird. Als es zu einem Streik kommt und seine Frau ins Krankenhaus eingewiesen wird (was seine Schulden noch erhöht), hat Turing nun weder die Unterstützung der Betriebsleitung noch die seiner Kollegen.» (Melbourne Int. Film Festival, Aug 2025)

Gegen den Widerstand des Marcos-Regimes lief der Film im Wettbewerb in Cannes und wurde später auch für den Oscar als Bester Internationaler Film nominiert. Dem Regime missfiel die ungeschminkte Darstellung von Arbeitskämpfen, die durch dokumentarisches Material bekräftigt wurde. Der Titel Bayan ko beruft sich ausserdem auf einen antiamerikanischen Protestsong der 30er-Jahre, der später jedoch zur Hymne der Anti-MarcosBewegung wurde. (tb)

MACHO DANCER

Fr 6.3. 20:45 Fr 13.3. 18:00

Philippinen 1989, Farbe, DCP, OV/e*, 134

Mon del Rosario SCHNITT Ruben Natividad MIT Alan Paule, Daniel Fernando, Princess Punzalan, Jaclyn Jose, Johnny Vicar.

«Der Film begleitet den naiven Pol, der vom Land nach Manila kommt, und schildert detailliert seine schrittweise Einführung in die Welt der männlichen Stripper in Mama Charlie’s Pub. Er wird von Noel unter die Fittiche genommen, einem Callboy, der verzweifelt nach seiner Schwester sucht, von der er glaubt, dass sie entführt und verkauft wurde. Er wird zu Pols Führer durch die kriminelle Unterwelt der Strassenszene, zu der grassierende sexuelle Ausbeutung, Drogenmissbrauch und eine korrupte Polizei gehören – eine Verkörperung von Brockas Frustrationen über die Aquino-Regierung.» (Tyler Maxin, screenslate. com, Jan 2020)

«Brocka spielt durch verführerische MuskelErotik mit unserer eigenen Komplizenschaft, verschont jedoch auch nicht die korrupten philippinischen Politiker, Polizisten und Drogendealer sowie die ausländischen Touristen, die diese ‹Strichjungen› regelmässig ausbeuten.» (MoMA, Dez 2025)

SIGNED: LINO BROCKA

Mi 4.3. 18:30

USA 1987, Farbe, 16 mm, OV/d, 84 REGIE, DREHBUCH und KAMERA Christian Blackwood MUSIK Michael Riesman SCHNITT Monika Abspacher.

«Ende der 80er-Jahre begleitete Christian Blackwood Lino Brocka nur wenige Jahre vor dessen Tod bei der Arbeit. Bezeichnenderweise stammt Signed: Lino Brocka , das einzige bedeutende dokumentarische Werk über Brocka, nicht von einem philippinischen, sondern einem ausländischen Regisseur. Seit seinem Debütfilm Wanted: Perfect Mother im Jahr 1970 drehte Brocka mehr als fünfzig Filme. Immer wieder prangerte er darin die Ungerechtigkeit, die Unterdrückungsmassnahmen und die Korruption des Marcos-Regimes an. In Blackwoods Dokumentation spricht er von seinen Erfolgen und Kompromissen als Filmemacher, von seiner Bitterkeit gegenüber dem abgesetzten Diktator Marcos samt dessen Gattin Imelda – und von Armut, Verzweiflung und Gewalt, welche die Diktatur auf den Philippinen überdauert haben. Brocka erzählt von seiner traumatischen katholischen Erziehung, von seiner vorübergehenden Arbeit als Mormonen-Missionar in einer Leprakolonie, von seiner Homosexualität und von seinen ersten Jahren beim Theater. Und natürlich von seiner Arbeit beim Film, von seinem Umgang mit Schauspielern und dem ökonomischen Druck, der ihn zeit seines Lebens begleitete. Am meisten beeindruckt jedoch, wie der Filmpublizist Jonathan Rosenbaum einmal anmerkte, ‹der Mensch Lino Brocka: sein Mut, seine Intelligenz und seine Aufrichtigkeit›.» (Viennale, Okt 2009)

DIRTY AFFAIR GUMAPANG KA SA LUSAK

So 8.3. 20:30 Do 19.3. 20:45 Philippinen 1990, Farbe, Digital HD, OV/e*, 120' REGIE Lino Brocka DREHBUCH Ricardo «Ricky» Lee KAMERA Pedro Manding Jr. MUSIK Nonong Buencamino SCHNITT George Jarlego BESETZUNG Christopher de Leon, Dina Bonnevie, Eddie Garcia, Charo Santos-Concio, Bembol Roco, Alan Paule.

Rachel, eine Filmschauspielerin, soll ihre Affäre mit dem so ehrgeizigen wie skrupellosen Bürgermeister Edmundo Guatlo beenden, da die Senatswahlen kurz bevorstehen. Im Gegenzug für ihre Zurückhaltung verlangt Rachel die Freilassung ihres inhaftierten Freundes Levi. Guatlo willigt ein, doch er verfolgt dabei seine eigenen Ziele: Levi soll für ihn einen politischen Rivalen töten. (lf) «Brockas eigene Furchtlosigkeit findet in diesem Politthriller ihre ästhetische Entsprechung. Er vermischt alle Genres, in denen er jemals gearbeitet hat, fügt leicht verfremdete historische Persönlichkeiten hinzu (wie Ferdinand Marcos und Dovie Beams) und baut mit diesen Elementen eine fieberhafte Spannung, ja Raserei auf, bei der alle Akteur:innen in einem tödlichen Machtspiel ihre gerechte Strafe finden. (…) Brocka drehte Dirty Affair nicht für sein europäisches Festivalpublikum, sondern für das lokale Massenpublikum, das bereits auf die Vorführungen des Trailers begeistert reagierte und beim Filmstart in Scharen in die Kinos strömte.» (Joel David, Ámauteurish!, 15.11.2023)

Internationale Premiere der Restaurierung von Carlotta Films.

THIS IS MY COUNTRY
MACHO DANCER
CAIN AND ABEL

Bruno Ganz (1941–2019) war einer der bedeutendsten Schauspieler Europas und ein Liebling des Publikums. Aus dem Zürcher Arbeiterquartier Seebach führte ihn sein Weg auf die grossen Bühnen des deutschsprachigen Theaters und in über hundert Filmrollen, mit denen er Kinogeschichte schrieb. Er spielte den russischen Grafen genauso überzeugend wie den Hamburger Bilderrahmer, verkörperte den Biogenetiker wie den Schachchampion. Er war Engel und Teufel, Bauer und Kriegsreporter, Hochstapler, Entführer, Verführer und vieles mehr. Sein facettenreiches Filmschaffen ist bis heute lebendig: sein sanfter Schalk, sein am Text geschultes Spiel, seine unverwechselbare Stimme und seine Präsenz. Am 22. März 2026 wäre Bruno Ganz 85 Jahre alt geworden. Am Geburtstagswochenende feiern wir ihn im Filmpodium mit zehn Filmen, einer Buchvernissage und einem Abend mit Wim Wenders.

Es begann in Zürich-Seebach. Zum Abschluss des Konfirmationsunterrichts gabs eine Bühnenaufführung von «Der verlorene Sohn». Die Titelrolle übernahm der Sohn eines Fabrikarbeiters und einer italienischstämmigen Hausangestellten. Er hiess Bruno Ganz. Zur Kantizeit konnte der Schüler Aufführungen am Schauspielhaus besuchen; ein Beleuchter nahm ihn mit auf seinen Balkonplatz. Und Bruno wusste eines kristallklar: Ich will Schauspieler sein. Er sah da Leute, «die auf eine Bühne gingen und sich verwandelten, die eine Welt aufbauten, die weit entfernt war von meinem Alltag, in einer Dringlichkeit und in einer Intensität, die alles, was ich an Realität in meiner Umgebung wahrnahm, in den Schatten stellte». Er empfand es als ungeheuerlich, dass «Menschen mit einer solchen Tätigkeit, auch mit einer Leinwand oder wenn sie etwas schreiben, mir einfach unentwegt Räume eröffnen, die den

Geist beschäftigen und meine Fantasie, die mich auch durchdringen, von mir Besitz ergreifen und mich in eine Art grosse Begeisterung geraten lassen, dass es Leute gibt, die so etwas können».

Zum Film über die Bühne

Noch mehr als das Theater liebte der junge Ganz das Kino. Aber es gab in Zürich um 1960 herum keine Möglichkeit, sich in diesem Bereich auszubilden. Er nahm Sprechunterricht, besuchte das Bühnenstudio und bekam dank dem Regisseur Karl Suter eine erste kleine Filmrolle als Hotelpage in der WalterRoderer-Komödie Der Herr mit der schwarzen Melone. Gewichtiger danach seine Figur eines Söhnchens vom Zürichberg in Kurt Frühs Stadtfilm Es Dach überem Chopf , in dem es – man lese und staune – 1961 um die Wohnungsnot in der Limmatstadt ging. Bruno Ganz wollte mehr. Er nahm 1962 eine Gelegenheit am Jungen Theater Göttingen wahr und landete 1964 in Bremen, wo sich die künftigen Theaterstars in Regie und Spiel einfanden, bevor sie in Berlin mit der Schaubühne am Halleschen Ufer jenes Theater schufen, das eine Epoche prägte. Der Spielfilm Sommergäste, in dem Peter Stein mit seinem Ensemble eine der erfolgreichsten Bühnenaufführungen in die Landschaft am Stadtrand

es, dass er mit der Hülle Bruno Ganz all diese unterschiedlichen Figuren verkörpern konnte, mehr noch: dass er sie war und bleibt. Er gehörte zu den Schauspielern, die sich auf eine Rolle konzentrieren, und zwar so intensiv, dass sie genau genommen nicht mehr spielen müssen: Sie sind auf dem Set diese eine Figur. In seinem letzten Film Winterreise von Anders Østergaard und Erzsébet Rácz hat das der Sohn des Musikers, den Bruno Ganz verkörperte, erlebt: Er sah den eigenen Vater vor der Kamera, aber nicht, weil Bruno Ganz aussah wie sein Vater, nein: Sein Spiel lebt von Wesensmomenten des Vaters, die der Schauspieler sich zu eigen machte. Manchmal konnte er dabei direkt auf eigene biografische Erfahrungen zurückgreifen wie jene, die er in den Ferien als Bub auf dem Bauernhof der väterlichen Geschwister in Wiler im Zürcher Weinland machte und mit dem Vater, der im Keller gerne bastelte und dabei Dinge austüftelte. Der Erfinder , der erste Spielfilm, den er 1980 in der Schweiz realisierte, war für ihn entsprechend auch eine Hommage an den Vater Oskar. Der Bauer Jakob Nüssli macht in diesem Film eine Erfindung und muss danach erkennen, dass es sie schon gibt. Für Alain Tanner reiste Bruno Ganz nach Lissabon, wo der von ihm bewunderte Genfer Regisseur ihn ohne Drehbuch als gestrandeten Matrosen in der Stadt am Tajo herumtauchen, filmen und eine Liebeserfahrung machen liess wie 1999 in Venedig, wo sich in Pane e tulipani von Silvio Soldini, einem der erfolgreichsten Filme mit Bruno Ganz, eine unerwartete Liebesgeschichte entwickelte. Er mimte da den melancholischen Kellner, der auf eine Hausfrau trifft, die von Mann und Söhnen an einer Raststätte vergessen wird. Dazwischen nahm Bruno Ganz als aussichtslos erkrankter Dichter Alexander in Die Ewigkeit und ein Tag von Theo Angelopoulos in Saloniki Abschied vom Leben, um Fragen des Schöpferischen kreisend, wie sie ihn persönlich ein Leben lang umgetrieben haben.

von Berlin zauberte, vermittelt heute noch einen Eindruck von der ungemeinen Ausstrahlung, die dieses Ensemble hatte. Für Bruno Ganz bildeten die Sommergäste den Übergang vom Theater ins Kino. Er verliess die Schaubühne nach der ihn prägenden Filmerfahrung mit Éric Rohmer und Kleists Marquise von O... Er sah und spürte, wie in Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und anderswo sich eine neue Art von Filmemachen entwickelte – da wollte er dabei sein. In einer Art Vorspiel hatte er schon in seiner Bremer Zeit 1967 eine Hauptrolle in einem der ersten Filme des Jungen Deutschen Kinos gespielt: Der sanfte Lauf von Haro Senft. Die Liebesgeschichte aus München mit Abstecher nach Prag strahlt heute noch die Aufbruchstimmung aus, die jene Generation prägte. Und Ganz verzückte ein erstes Mal als Charmeur und Liebhaber. Den internationalen Durchbruch verschaffte ihm Wim Wenders, für den er in der HighsmithAdaption Der amerikanische Freund die Hauptrolle übernahm und der ihn ein paar Jahre später als Engel aus dem Himmel über Berlin auf die Erde schweben liess. Sein Damiel sollte neben der Rolle Hitlers in Der Untergang zu einem Schlüsselpart werden, der das Spektrum dieses Schauspielers absteckte: Vom Engel bis zum Teufel konnte er ganz einfach alles.

Menschwerdungen

Eine seiner absoluten Lieblingsrollen war 1978 die des Biogenetikers Berthold Hoffmann in Reinhard Hauffs Messer im Kopf. Das hat mehrere Gründe. Zum einen war der Film eine Art politisches Manifest, in dem die Beteiligten zum Ausdruck bringen konnten, wie fremd ihnen ihr Land geworden war. Zum anderen konnte Bruno Ganz eine Menschwerdung durchspielen, hatte seine Figur doch bei einer Razzia das Gedächtnis und die Bewegungsfähigkeit verloren, musste von vorne anfangen und alles, was das Menschsein ausmacht, neu aufbauen. Was macht man als Schauspieler oder als Schauspielerin anderes als vor den Augen anderer Menschen erschaffen, und dies möglichst so, dass sie allen real vorkommen?

Bruno Ganz spielte in jedem Film eine andere Rolle, aber doch war er immer er selbst. Seine Stimme bleibt unverkennbar, seine Mimik eigen. Zu seinem Talent gehörte

Nicht nur sich selber sein Mit einem Schauspieler altern auch die Figuren, die zu spielen ihm angeboten werden. Ganz war unermüdlich, verkörperte den Sargschreinernden Grossvater in Fredi Murers Vitus, den Alpöhi in Alain Gsponers Heidi und den Viehhändler Arthur Bloch in der Chessex-Verfilmung Un juif pour l’exemple, in der Gegenwart und Vergangenheit ineinander verschmelzen, weil die Geschichte, die da erzählt wird, nicht vergessen gehen darf. In The Party der Britin Sally Potter trifft sich eine Handvoll Leute, um den politischen Aufstieg einer Freundin zu feiern. Hier steht das Spiel im Mittelpunkt, das wir im Leben alle dauernd spielen, das Spiel, das die unterschiedlichsten Formen annehmen mag und die überraschendsten Wendungen, das Spiel, in dem man als Schauspieler besonders intensiv aufgehen kann, in der Freude, nicht nur einer zu sein, nicht nur sich selbst, was immer das ist, nein: sich immer wieder in der Haut eines anderen zurechtfinden soll und dabei am Ende sich selber ein Stück näherkommt.

Walter Ruggle war von 1984–1999 Kulturredaktor beim «Tages-Anzeiger» und leitete danach die Stiftung trigon-film. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter einer Monografie zum Filmemacher Theo Angelopoulos und eines Lese- und Schaubuchs zum Weltkino. Im März 2026 erscheint im Verlag Scheidegger & Spiess sein neustes Buch «Schau Spiel Bruno Ganz».

Für die Unterstützung danken wir:

Essay von Walter Ruggle

Fr 20.3. 18:30

BRD 1967, Farbe, DCP, D, 90

REGIE Haro Senft DREHBUCH Hans Noever, Haro Senft KAMERA Jan Curík MUSIK Erich Ferstl SCHNITT

Thurid Söhnlein MIT Bruno Ganz, Verena Buss, Wolfgang Büttner, Lia Eibenschütz, Hans Putz, Dany Mann.

Fr 20.3. 18:30

Mit einem einführenden Gespräch zwischen der Hauptdarstellerin

Verena Buss und Walter Ruggle.

«Nach einer Schlägerei mit einem Neonazi wird der Student Bernard Kral gerichtlich verurteilt und muss sein Ingenieursstudium abbrechen. Er nimmt eine Stelle in der Versandabteilung einer Fabrik an. Eines Tages verliebt er sich in die Tochter eines einflussreichen Unternehmers. Ohne sein Wissen fördert dieser Unternehmer Bernards Karriere: Durch Forschungsaufträge für dessen Fabrik ermöglicht er es Bernard, eine eigene Forschungsabteilung aufzubauen. Doch die neuen Kontakte zur bürgerlichen Gesellschaft befremden Bernard.» (filmportal.de)

«In seiner ersten Hauptrolle verliebt sich der 25-jährige Bruno Ganz 1966 als Student in eine Unternehmerstochter, und dies in einem Film, der die Aufbruchstimmung des beginnenden Neuen Deutschen Kinos spüren lässt, die unbändige Lust, anders zu erzählen. Der Schweizer arbeitet in Bremen am Theater, aber er will auch Filme machen. Der Schalk ist ihm vom ersten Moment an ins Gesicht geschrieben.» (Walter Ruggle)

THE PARTY

Fr 20.3. 20:45

GB/Dänemark 2017, sw, DCP, E/d/f, 71 REGIE und DREHBUCH Sally Potter KAMERA Aleksei Rodionov SCHNITT Anders Refn, Emilie Orsini MIT Kristin Scott Thomas, Timothy Spall, Patricia Clarkson, Bruno Ganz, Cherry Jones, Emily Mortimer, Cillian Murphy.

«Janet ist gerade zur Ministerin im Schattenkabinett ernannt worden – die Krönung ihrer politischen Laufbahn. Mit ihrem Mann Bill und ein paar engen Freunden soll das gefeiert werden. Die Gäste treffen in ihrem Londoner Haus ein, doch die Party nimmt einen anderen Verlauf als erwartet. (…) Liebe, Freundschaften, politische Überzeugungen und Lebensentwürfe stehen zur Disposition. Unter der kultivierten linksliberalen Oberfläche brodelt es, und in der Auseinandersetzung werden schliesslich scharfe Geschütze aufgefahren –durchaus im Wortsinn.» (Berlinale, Feb 2017)

«In dieser späten Hauptrolle findet sich der 75-jährige Bruno Ganz 2016 als Gast an einer Party in einer Londoner Wohnung wieder.

Der Film der Britin Sally Potter ist ein Feuerwerk der Schauspielkunst mit genussvollen Dialogen und überraschenden Wendungen, wobei Ganz als deutscher Heiler und Lebensberater im schönsten Sinn neben den Schuhen steht und jenseits der Figuren, die ihn umgeben.» (Walter Ruggle)

BUCHVERNISSAGE: «SCHAU SPIEL BRUNO GANZ»

Fr 20.3. 20:15 mit Walter Ruggle (Herausgeber) und Thomas Kramer (Verleger), im Foyer, 15' anschliessend Apéro

Am 22. März wäre der herausragende Schweizer Schauspieler Bruno Ganz 85 Jahre alt geworden. Im Verlag Scheidegger & Spiess erscheint das 392 Seiten umfassende Buch «Schau Spiel Bruno Ganz», in dem der Zürcher Filmpublizist Walter Ruggle Ganz’ Werk würdigt.

Begleitet von Aufnahmen der Theaterfotografin Ruth Walz und von Filmstills folgt der Autor den über 100 Filmfiguren von Bruno Ganz. Die Buchvernissage mit Apéro findet zwischen den Filmen Der sanfte Lauf und The Party im Foyer des Filmpodiums statt und wird von Thomas Kramer (Verleger) und Walter Ruggle präsentiert. Eintritt frei.

WINTERREISE VINTERREJSE

Sa 21.3. 15:00

Dänemark/Deutschland 2019, Farbe, DCP, E+D/d, 88 REGIE Anders Østergaard, Erzsébet Rácz DREHBUCH Anders Østergaard, Martin Goldsmith, basierend auf dem Roman «The Inextinguishable Symphony» von Martin Goldsmith KAMERA Henner Besuch, Mitja Falk, Agnesh Pakozdi, Lars Skree SCHNITT Anders Villadsen MIT Bruno Ganz.

«‹Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus.› Martin rekonstruiert die Geschichte seiner jüdischen Eltern, die 1941 nach Amerika flohen. Beide waren begnadete Musiker und Teil des Jüdischen Kulturbundes, der von den Nazis aus Propagandazwecken geduldet war. Mithilfe von aussergewöhnlich verwendetem Archivmaterial und inszenierten Interviews, die auf Gesprächen zwischen Martin und seinem Vater (gespielt von Bruno Ganz) basieren, gelingt eine spannende und berührende Filmerzählung über Identität, Musik, Liebe in und nach dunklen Zeiten.» (Ute Bolmer, DOK.fest München, Mai 2020)

«Der letzte Film mit Bruno Ganz ist viel zu wenig bekannt. Dabei gehört er zu jenen Arbeiten, die dem Zürcher Schauspieler auch inhaltlich ein grosses Anliegen waren. In einer dokumentarischen Fiktion erzählt das Filmpaar Østergaard / Rácz von einem jüdischen Musikerpaar, das sich im Krieg in die USA absetzen konnte. Der Sohn begibt sich mit Bruno Ganz in der Rolle des Vaters auf eine Zeitreise.» (Walter Ruggle)

DER SANFTE LAUF THE PARTY

Sa 21.3. 18:00

BRD/Frankreich 1977, Farbe, DCP, D+E+F/d*, 124 REGIE und DREHBUCH Wim Wenders, nach dem Roman «Ripley’s Game» von Patricia Highsmith KAMERA Robby Müller MUSIK Jürgen Knieper SCHNITT Peter Przygodda MIT Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Lou Castel, Samuel Fuller, Daniel Schmid, Jean Eustache, Peter Lilienthal.

«Der Handwerker Jonathan lebt mit seiner Familie in Hamburg, wo er eine kleine Werkstatt hat, in der er Bilder herstellt. Eines Tages taucht ein Franzose bei ihm auf, der ihm ein unglaubliches Angebot unterbreitet: Für 250’000 Mark soll er nach Paris reisen, um dort einen Mafioso zu ermorden. Steckt hinter diesem Auftrag möglicherweise Jonathans neuer Bekannter, der enigmatische Tom Ripley? Immerhin ist dieser in Geschäfte mit gefälschten Gemälden verwickelt. Jonathan nimmt den Auftrag an, weil er mit dem Geld eine medizinische Behandlung seiner schweren Erkrankung finanzieren will.» (filmportal.de)

«Die erste Figur, die Bruno Ganz für Wim Wenders verkörperte, ist die des vermeintlich

tödlich erkrankten Rahmenbauers, der das Angebot bekommt, mit zwei Morden noch etwas Geld für Frau und Kind zu verdienen. Dennis Hopper ist mit von der Partie, neben Sam Fuller, Nicholas Ray und Daniel Schmid. Die freie Highsmith-Verfilmung geniesst Kultstatus und ist auch eine liebevolle Hommage ans Kino.» (Walter Ruggle)

MESSER IM KOPF

Sa 21.3. 21:00

«Bei einer Polizeirazzia wird ein Mann angeschossen. Als er schliesslich nach langer Bewusstlosigkeit erwacht, ist der Mann ohne Erinnerung, ohne Sprache. Wer und was er ist: der Biogenetiker Hoffmann, der sich auf seine Arbeit im Forschungsinstitut konzentriert und – wie seine Freunde behaupten –zu einem ‹Opfer des Polizeiterrors› wurde? Oder der gefährliche Terrorist, für den Polizei und Presse ihn halten, der sich nur geschickt durch seinen Beruf tarnt? Hoffmann selbst weiss es nicht, er kann sich an nichts erinnern. Unter Kontrolle einer ihn Tag und Nacht observierenden Polizei nimmt er den mühseligen Kampf gegen die körperlichen und psychischen Folgen seiner Verletzung auf.» (Kino – Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand, 1979)

«Die Rolle des Biogenetikers Hoffmann gehörte zu jenen, die Bruno Ganz besonders wichtig waren und die er liebte. Mit ein Grund dafür ist die Tatsache, dass er da eine Menschwerdung spielt und als Figur eine Sprachfindung durchlebt. Die Rolle ist ein Traum für einen Schauspieler, der ja auch immer von vorne beginnen soll.» (Walter Ruggle)

WIM WENDERS ERINNERT AN BRUNO GANZ

Sa 21.3. 18:00

Für Wim Wenders gibt es keinen zweiten Schauspieler wie Bruno Ganz. Keinen, der genauso überzeugend einen Schutzengel wie das absolut Böse darstellen konnte. Anlässlich der Ganz gewidmeten Gedenkveranstaltungen ist Wenders im Filmpodium zu Gast und spricht anschliessend an Der amerikanische Freund in einem Q&A über seine Zusammenarbeit mit dem grossen Schauspieler, den er fürseine Freiheit und Furchtlosigkeit bewunderte.

Eine Kooperation mit dem Theater Rigiblick

SOMMERGÄSTE

So 22.3. 11:00

BRD 1975, Farbe, DCP, D, 115 ' REGIE Peter Stein DREHBUCH Botho Strauss, nach dem Theaterstück von Maxim Gorki KAMERA Michael Ballhaus MUSIK Peter Fischer SCHNITT Siegrun Jäger MIT Wolf Redl, Edith Clever, Bruno Ganz, Ilse Ritter, Michael König, Otto Sander, Jutta Lampe, Otto Mächtlinger, Eberhard Feik.

«Russland zur Zeit des Zaren. In einem Haus auf dem Land treffen in der Sommerfrische verschiedene Gäste aufeinander: ein Arzt, ein Rechtsanwalt, ein Ingenieur, ein ehemaliger Fabrikant, eine verwitwete Ärztin, eine kinderlose Ehefrau und andere. Sie alle gehören der Mittel- oder Oberschicht an, leben in materiellem Wohlstand – und sind doch unzufrieden, unsicher und ratlos, was sie mit ihren Leben anfangen sollen. Alte Konflikte brechen auf, unerfüllte Liebesgeschichten, man diskutiert und ergeht sich im eigenen Leid. Schon bald wird klar, dass grosse soziale Umbrüche unmittelbar bevorstehen.» (Schaubühne Berlin)

«Schon der junge Bruno Ganz liebte das Kino; der Weg dahin führte 1960 aber übers Theater. Dort stand er bald an der Spitze und gehörte zum Ensemble der Berliner Schaubühne. Theateraufführungen sind ephemer, umso schöner, existiert diese Verfilmung einer Erfolgs-Inszenierung. In den Rieselfeldern vor Berlin findet sich die Crème de la Crème des deutschsprachigen Theaters ein. Und macht Kino.» (Walter Ruggle)

MESSER IM KOPF

DER HIMMEL ÜBER BERLIN

So 22.3. 14:30 Mo 30.3. 18:00

BRD/Frankreich 1987, Farbe+sw, DCP, D+F+E/d*, 128 REGIE Wim Wenders DREHBUCH Wim Wenders, Peter Handke, Richard Reitinger KAMERA Henri Alekan MUSIK Jürgen Knieper, Laurent Petitgand, SCHNITT Peter Przygodda MIT Bruno Ganz, Solveig Dommartin, Otto Sander, Curt Bois, Peter Falk, Nick Cave & the Bad Seeds.

«Berlin, 1987. In kunstvollen Schwarzweissaufnahmen streift der Engel Damiel in Begleitung seines Freundes Cassiel durch Berlin, das nach wie vor durch die Mauer geteilt ist. Von den Menschen nicht zu erkennen, lauschen die beiden aufmerksam und geduldig deren Gedanken und Gesprächen. Mit steigender Neugierde wendet Damiel sich seinen Schützlingen zu und verliebt sich letztlich in die Akrobatin Marion. Seine Suche nach menschlichen Gefühlen, nach Leidenschaft, Sehnsucht, Kummer, Schmerz, wird immer grösser.» (Kino Rex Bern)

«Lange bevor er den Teufel spielte, schenkte er einem Engel seinen Körper. Als Bruno Ganz starb, wurde das Spektrum seiner Schauspielkunst gerne an den beiden Extremen festgemacht. Zusammen mit seinem Berufskollegen und Freund Otto Sander spielt er Engel in Berlin. Sein Damiel verliebt sich und will wieder Mensch werden. Nicht nur seine wiedergewonnene Körperlichkeit ist himmlisch schön.» (Walter Ruggle)

DANS LA VILLE BLANCHE

So 22.3. 17:15

Schweiz/Portugal 1983, Farbe, DCP, E+D+Port+F/d, 108 ' REGIE und DREHBUCH Alain Tanner KAMERA Acácio de Almeida MUSIK Jean-Luc Barbier SCHNITT Laurent Uhler MIT Bruno Ganz, Teresa Madruga, Julia Vonderlinn, José Carvalho, Francisco Baiao, Victor Costa.

«Im Hafen von Lissabon: Ein Schiffsingenieur (Bruno Ganz) gibt seine Heuer auf einem modernen Containerschiff auf. In einer kleinen Pension nimmt er sich ein Zimmer und verbringt die meiste Zeit mit ziellosen Streifzügen durch die malerischen Gassen. Seine Lebenskrise dokumentiert er in Super-8-‹Filmbriefen› zuhanden seiner Frau (Julia Vonderlinn), die in der Schweiz lebt. Eine kurze, leidenschaftliche Liebe verbindet ihn mit der Pensionsangestellten Rosa (Teresa Madruga), die jedoch eines Tages spurlos verschwindet.» (SRF 1985)

«Lissabon, spontanes Kino, aus dem Moment heraus entstehend, ohne Drehbuch, sechs Wochen Drehzeit: Bruno Ganz lässt sich auf das Experiment mit dem von ihm hochgeschätzten Genfer Alain Tanner ein, der seinerseits diesen Film nur mit ihm drehen wollte. Was ihn fasziniert und was er nur von wenigen Rollen her kennt, ist die absolute Offenheit, mit der ein Autor an seine Erzählung gehen kann, bei der das Drehen selber Teil des Schreibens und Entwickelns der Handlung und der Figur ist.» (Walter Ruggle)

DIE EWIGKEIT UND EIN TAG

MIA EONIOTITA KE MIA MERA

So 22.3. 19:45

Griechenland/Frankreich 1998, Farbe, DCP, Gr/d/f, 132 REGIE Theo Angelopoulos DREHBUCH Theo Angelopoulos, Tonino Guerra, Petros Markaris, Giorgio Silvagni KAMERA Giorgios Arvanitis, Andreas Sinanos MUSIK Eleni Karaindrou SCHNITT Yannis Tsitsopoulos MIT Bruno Ganz, Isabelle Renauld, Achileas Skevis, Despina Bebedelli, Iris Hatsiantoniou, Eleni Gerasimidou, Fabrizio Bentivoglio, Vassilis Seimenis, Alexandra Ladikou, Nikos Kolovos.

«Alexander ist ein einst erfolgreicher Dichter kurz vor seiner letzten Reise ins Krankenhaus, das er wohl nicht mehr verlassen wird. Jung werden und noch einmal aufblühen lässt ihn die Begegnung mit einem albanischen Flüchtlingsjungen. (…) Alexander, der Dichter, dem die Wörter ausgegangen sind und dem der Junge neue ‹verkauft›, nimmt auch Abschied von seiner alten Mutter, seiner Tochter und, in einer hinreissenden Rückblende, von seiner geliebten jungen Frau Anna, die vor ihm gestorben ist.» (Filmpodium, Apr 2012)

«Der Film, bei dem wir uns zum ersten Mal persönlich begegnet sind. Er spielt die Rolle eines sterbenden Poeten, der noch einmal vertraute Orte aufsucht und einem Flüchtlingsjungen hilft. Bruno Ganz liebte diese Rolle, weil er sich in der Gegenwart des Vergangenen bewegen konnte und sie nicht zuletzt auch mit der Frage zu tun hat, wieweit sich Spiel und Leben für einen Künstler trennen lassen.» (Walter Ruggle)

IN WEITER FERNE, SO NAH!

Mo 30.3. 20:45

Deutschland 1993, Farbe + sw, DCP, D, 146 REGIE Wim Wenders DREHBUCH Wim Wenders, Ulrich Zieger, Richard Reitinger KAMERA Jürgen Jürges MUSIK Laurent Petitgand SCHNITT Peter Przygodda MIT Otto Sander, Bruno Ganz, Horst Buchholz, Nastassja Kinski, Heinz Rühmann, Solveig Dommartin, Willem Dafoe, Lou Reed, Michail Gorbatschow, Rüdiger Vogler.

«Wenders [kehrt] mit einem Film über Ganz’ ehemaligen Engelspartner Cassiel (Otto Sander), der sich ebenfalls zur Menschheit hingezogen fühlt, in ein nun vereintes Berlin zurück (Ganz übernimmt nun eine Nebenrolle). Während Himmel über Berlin sich auf eine Liebesgeschichte konzentrierte, geht es hier mehr um himmlische und irdische Intrigen, da sich Cassiel mit seinem (möglicherweise) dämonischen Gegenpart Emit Flesti (Dafoe) auseinandersetzt und mit der Familie eines deutsch-amerikanischen Schwarzmarkthändlers (Horst Buchholz) anlegt, dessen Nazi-Vater am Ende des Zweiten Weltkriegs aus der Stadt geflohen ist.» (Irish Film Institute) «Sechs Jahre nach Himmel über Berlin dreht Wim Wenders In weiter Ferne, so nah! in einer sich verändernden Stadt. Bruno Ganz liefert als Mensch gewordener Engel singend Pizzas aus, sein ehemaliger Engelfreund Cassiel wird auch Mensch, aber ohne Glück. Der Film sucht das Leben der beiden Engel auf Erden und mündet in der Poesie auf einem Flusskahn, der an Jean Vigos ‹Atalante› erinnert und alles sanft ausklingen lässt.» (Walter Ruggle)

PREMIERE

Neues Kino – exklusiv im Filmpodium

PREMIERE

Neues Kino – exklusiv im Filmpodium

Mi 11.3. 20:15

Deutschland/Rumänien/Mexiko/GB 2025, Farbe, DCP, OV/d, 103

REGIE und DREHBUCH Thor Klein, Lena Vurma, nach dem Roman «Frau des Windes» von Elena Poniatowska KAMERA Tudor Vladimir Panduru MUSIK Mariá Portugal SCHNITT Matthieu Taponier MIT Olivia Vinall, Alexander Scheer, Ryan Gage, Cassandra Ciangherotti, Luis Gerardo Méndez.

«Die Künstlerin und Schriftstellerin Leonora Carrington ist eine herausragende Figur des Surrealismus. In den 1930er-Jahren bricht Leonora Carrington (Olivia Vinall) mit den gesellschaftlichen Normen ihrer Zeit und tritt der surrealistischen Bewegung bei. In Paris trifft sie auf Künstlergrössen wie Salvador Dalí und André Breton, doch es ist ihre stürmische Liebesaffäre mit dem Maler Max Ernst (Alexander Scheer), die sie auf eine Reise zu sich selbst führt. Zwischen Kunst, Leidenschaft und inneren Dämonen muss sich Leonora in einer Welt voller Umbrüche behaupten. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs flieht sie nach Mexiko, wo sie ihre Freiheit und ihre eigene Stimme als Künstlerin findet.» (polyfilm.at)

BLUE HERON

Do 26.2. 20:30 Do 12.3. 15:00 Mi 18.3. 18:30

Kanada/Ungarn 2025, Farbe, DCP, E+Ung/e, 90 REGIE und DREHBUCH Sophy Romvari KAMERA Maya Bankovic MUSIK Amanda Clemens, Jody Colero SCHNITT Kurt Walker MIT Eylul Guven, Amy Zimmer, Iringó Réti, Ádám Tompa, Edik Beddoes, Serg Liam, Preston Drabble, Lucy Turnbull, Jecca Beauchamp.

Vancouver Island, Ende der 90er-Jahre: Eine sechsköpfige Familie aus Ungarn bezieht ihr neues Zuhause. Durch die Augen der achtjährigen Sasha erleben wir die komplexe Gefühlswelt einer Familie, die von dem zunehmend selbstzerstörerischen Verhalten des ältesten Sohnes Jeremy überschattet wird. Jahrzehnte später sucht die erwachsene Sasha, nun eine Filmemacherin, in den Landkarten ihres Bruders, den Camcorder-Aufnahmen ihres Vaters und ihren eigenen fragmentarischen Erinnerungen nach Antworten darauf, ob die Dinge auch einen anderen Lauf hätten nehmen können. (lf)

«Es liegt eine zurückhaltende Wärme in Romvaris sorgfältig ausgearbeitetem Porträt des alltäglichen Familienlebens, das sie mit ihrer dokumentarischen Liebe zum Detail zu einer mitreissenden, lebendigen Darstellung des 90er-Jahre-Vorstadtlebens macht. (…) Im Gegensatz zur Zärtlichkeit und zur Erinnerungsunschärfe des ersten Teils des Films sind die Einblicke in Sashas Gegenwart als Erwachsene klar und gelegentlich schonungslos ehrlich (…). Sasha muss erkennen, dass ihre Fragen sich mit der Zeit immer weniger beantworten lassen, obwohl Jeremys Schicksal sie weder als Mensch noch als Künstlerin je loslassen wird. So ist auch das eindrucksvollste Bild des Films gleichzeitig sein rätselhaftestes: Die erwachsene Sasha, zurück in ihrem Kinderzimmer, flüstert ihrem lächelnden jüngeren Ich leise etwas ins Ohr.» (David Robb, 4.9.2025, Slant Magazine)

Das beeindruckende Spielfilmdebüt von Sophy Romvari wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt und befindet sich auf mehreren Bestenlisten des Jahres 2025.

PREMIERE

Neues Kino – exklusiv im Filmpodium

«Die britisch-mexikanische Malerin Leonora Carrington zählt zu den prägenden Frauen der Kunstgeschichte (…), viele nennen sie in einem Atemzug mit der grossen Frida Kahlo oder mit Georgia O’Keeffe. (…) Das Regiepaar Thor Klein und Lena Vurma verzichtet in seiner filmischen Annäherung an die Künstlerin bewusst auf eine lineare Erzählung und simples chronologisches Abarbeiten ihrer Lebensstationen. Stattdessen (…) setzen sie auf atmosphärischen Feinsinn und eine mysteriöse Aura, was dem Film ganz wunderbar bekommt. Schliesslich sind Carringtons Werke ebenfalls von dunkler Mystik, fantastischen Tier- und Fabelwesen sowie surreal-albtraumhaften Elementen und Motiven durchzogen. Diese traumhaft-hypnotisierende Wirkung entfaltet sich in Leonora im Morgenlicht vor allem auf der Tonspur. Von aufziehendem Unheil künden die wabernden, teils flirrenden Elektro-Sounds. Dazu gesellen sich immer mal wieder Naturklänge und Tiergeräusche, von Pferdehufen bis zu den prägnanten Rufen einer Hyäne.» (filmstarts.de)

Anschliessend Q&A mit dem Regieduo Lena Vurma und Thor Klein sowie der Schauspielerin Olivia Vinall, in Englisch

GANGSTERISM

Mi 25.2. 20:30

Kanada 2025, Farbe, DCP, E, 84 REGIE, DREHBUCH, KAMERA und SCHNITT Isiah Medina MUSIK Kieran Daly, Alexandre Galmard, Isiah Medina MIT Diego Abbati, Jonalyn Aguilar, Mark Bacolcol, Erik Berg, Lisa Gal, Kalil Haddad, Omid Moterassed, Charlotte Zhang.

«Es gibt nur wenige Filmemacher:innen, die sich heute so sehr für die unermesslichen Möglichkeiten und die transformierende Kraft der Montage interessieren wie Isiah Medina. Seit seinem Film 88:88 (2015), der sich ins kollektive Bewusstsein der Cineast:innen brannte, hat er still und leise eine Sammlung eigenwilliger, formal fesselnder und einzigartig aktueller Filme hervorgebracht, die sich mit der Schnelligkeit flüchtiger Gedanken durch mathematische Theoreme, ideologische Konzepte und unterschiedlichste Genres bewegen. Sein neuester Film, Gangsterism , verbindet das Gangsterbild (wie es beispielsweise in Howard Hawks’ Scarface von 1932 vorkommt) mit dem kinematografischsten

aller Genres: dem Film über einen Film. Im Mittelpunkt steht der Gangster und Filmemacher Clem (Mark Bacolcol), der Schulden eintreibt, um seinen nächsten Film zu finanzieren, und gleichzeitig herauszufinden versucht, wer seine vorherige Arbeit illegal online stellt. Gangsterism existiert ebenso sehr in dieser einfachen Handlungsbeschreibung wie in seinen ständig oszillierenden Rhythmen und seiner Analyse der Ökonomie, der Moralvorstellungen (oder des Fehlens derselben) und der alltäglichen Realitäten des Filmemachens im Jahr 2025.» (ICA London, Feb 2026)

Anschliessend Q&A mit Isiah Medina (Regie), Moderation Flavio Luca Marano, in Englisch

In Kooperation mit «Major Critical Social Practice in Art Education», MA Art Education, DKV, ZHdK. Organisiert von Jumana Issa, Flavio Luca Marano, Píkqo Walker da Silva und Simon Weiler.

CLASSICS

Restaurierungen und rare Filmkopien

THE ARCH

DONG FU REN

Do 19.2. 18:30 Mi 4.3. 15:00 Sa 14.3. 20:45

Hongkong 1968, sw, DCP, OV/e, 94 REGIE und DREHBUCH Tang Shu Shuen, nach einer Erzählung von Lin Yutang KAMERA Subrata Mitra MUSIK Lu Tsan-yuan SCHNITT Les Blank, C. C. See MIT Lisa Lu, Roy Chiao, Hilda Chow Hsuan. «China im 17. Jahrhundert: Die junge Witwe Madam Tung lebt ein keusches Leben mit ihrer Schwiegermutter und ihrer Tochter Wei Ling. Sie wird von allen für ihre Rechtschaffenheit und Tugendhaftigkeit bewundert, sodass das Dorf beschliesst, ihr zu Ehren einen Bogen zu errichten. Als der Hauptmann einer Soldatentruppe darum bittet, bei Madame Tung unterkommen zu dürfen, fühlen sich die beiden Figuren zueinander hingezogen. Die Würde der Witwe hindert sie jedoch daran, dieser Leidenschaft nachzugeben, doch ihre Tochter nutzt ihren Charme, um den Hauptmann zu verführen. Widerwillig

findet sich Madame Tung damit ab, ihm die Hand ihrer Tochter zu geben. Durch diese sprechende Fabel drückt (der neu restaurierte)

The Arch die Unterwerfung der Frauen unter traditionelle Normen sowie die Unterdrückung ihrer Wünsche zugunsten eines befremdlichen Konformismus aus.» (Manon Durand, Festival de Cannes, Mai 2015) «Tang Shu Shuen war eine der ersten Regisseurinnen Hongkongs und nimmt in der dortigen Filmlandschaft eine singuläre Stellung ein. Nach dem Filmstudium in Kalifornien drehte sie zwischen 1970 und 1979 vier Filme, von denen besonders die ersten zwei einen grossen Einfluss auf die sich damals neu formierende Filmkultur Hongkongs hatten. Sie brachte neue Impulse (…), und mit dem Debütfilm The Arch war sie eine Vorläuferin der Neuen Welle des Hongkong-Kinos und brachte als eine der Ersten sozial engagierte und realistisch inszenierte Themen auf die Leinwand.» (Annette Lingg, Arsenal, Sep 2022)

The restoration of The Arch is made possible by the support of CHANEL, M+’s Major Partner.

FAMILIENFILM

Vergnügen für Gross und Klein

ERNEST & CÉLESTINE

Sa 7.3. 15:00 Sa 14.3. 15:00 Frankreich/Belgien/Luxemburg 2012, Farbe, Digital HD, D (Synchronfassung), 81 , 6 (8) REGIE Stéphane Aubier, Vincent Patar, Benjamin Renner DREHBUCH Daniel Pennac, nach den Kinderbüchern «Mimi und Brumm» von Gabrielle Vincent MUSIK Vincent Courtois SCHNITT Fabienne AlvarezGiro MIT Harmut Neugebauer, Paulina Rümmelein, EvaMaria Bayerwaltes, Ekkehardt Belle, Bettina Redlich. «Célestine ist eine kleine Maus und findet Bären gar nicht so unfreundlich, wie alle sagen. Jeden Abend erzählt die Aufseherin im Waisenhaus gruselige Schauermärchen über die ‹Monster›, die jede Maus auffressen, die ihnen vor die Füsse läuft. Célestine glaubt an so was nicht. Und so macht sie immer wieder Ausflüge in die Welt der Bären und trifft dort eines Tages den grummeligen Ernest, dem sie schon bald aus der Patsche helfen muss. Nach und nach tun sich die beiden Aussenseiter zusammen. Und auch Ernest erkennt: Eine Maus als Freund ist gar nicht mal so übel.» (Deutsche Film- und Medienbewertung FBW, 3.12.2013)

«Nicht nur die Geschichte des Films ist besonders, sondern auch dessen Bilder. Wie mit Wasserfarben gemalt und sehr weich sehen diese aus. Und obwohl die Figuren nur aus wenigen groben Strichen bestehen, wirken sie trotzdem unglaublich lebendig. Damit lehnen sich die Bilder des Films an die Zeichnungen aus den Büchern ‹Ernést et Célestine› (auf Deutsch ‹Mimi und Brumm›) von Gabrielle Vincent an.» (kinderfilmwelt.de)

SÉLECTION LUMIÈRE

Der Wunschfilm unseres Fördervereins

SHALL WE DANCE? SHALL WE DANSU?

Mi 18.2. 18:00 Sa 28.2. 15:00

Do 5.3. 20:30

Japan 1996, Farbe, DCP, Jap/e, 137 REGIE und DREHBUCH Masayuki Suo KAMERA Naoki Kayano MUSIK Yoshikazu Suo SCHNITT Junichi Kikuchi MIT Koji Yakusho, Tamiyo Kusaraki, Naoto Takenaka, Eriko Watanabe, Akira Emoto, Yu Tokui, Hiromasa Taguchi.

Do 5.3. 20:30

Einführung von Till Brockmann, 10 '

«Sugiyama, ein japanischer ‹Salaryman›, der mit seiner Frau und seiner Tochter zusammenlebt, ist fasziniert von einer schönen Frau, die er auf dem Weg zu seiner monotonen Arbeit durch das Fenster eines Tanzstudios sieht. Spontan beschliesst er, sich für einen Tanzkurs bei ihr anzumelden. Allerdings hält er dies vor seiner Familie und seinen Kollegen geheim. Er widmet sich mit ganzer Kraft dem Unterricht, macht schnell Fortschritte und nimmt schliesslich an einem Wettbewerb teil.»

(Tokyo International Film Festival, Okt 2025)

WORKSHOP FÜR KINDER

Sa 7.3. und 14.3.

ca. 30', gratis, ohne Voranmeldung

Leitung: Oswald Iten, Animator und Filmwissenschaftler

Im Anschluss an die beiden Vorstellungen bietet das Filmpodium einen Film-Workshop f ü r Kinder an. Die Kinder werden auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Filmsprache mitgenommen und an einzelne Szenen und Themen des Films herangeführt.

«Als Shall We Dance? 1996 in die Kinos kam, bot er etwas Seltenes – eine stille Revolution, die nicht von Spektakel, sondern von Zurückhaltung lebt. Das romantische Drama unter der Regie von Masayuki Suo ist ein Film über Bewegung, aber nicht nur über diejenige, die man auf der Leinwand sieht. Es ist eine Studie über emotionale Regungslosigkeit, über den Rhythmus unter der Oberfläche und über den stillen Mut, den es braucht, um sein Leben Schritt für Schritt zu verändern. (…) Die bescheidene Prämisse des Films täuscht über seine emotionale Tiefe hinweg. Was als diskrete Rebellion gegen die Monotonie beginnt, wird zu einer Reise der Selbstentfaltung, Verletzlichkeit und menschlichen Verbundenheit.» (Lauren Hayataka, The Asian Cut, Jun 2025)

GENERALVERSAMMLUNG LUMIÈRE

Do 5.3. 19:00

Für Mitglieder des Filmpodium-Fördervereins, 60 ' , anschl. Apéro

Sind Sie Fan vom Filmpodium? Wollten Sie schon immer das Kinoprogramm mitbestimmen, den Besuch von Filmemacher:innen ermöglichen und die Vielfalt der Kinokultur in Zürich aktiv unterstützen? Dann werden Sie jetzt Mitglied bei Lumière, dem Förderverein des Filmpodiums Zürich. Als Mitglied sorgen Sie nicht nur für die Glanzlichter im Filmpodium, sondern können auch beim WunschfilmProgramm «Sélection Lumière» mitmachen, erhalten Freikarten für ausgewählte Veranstaltungen und bekommen das Programmheft per Post nach Hause geschickt. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied!

Werden auch Sie Mitglied und sorgen Sie für Glanzlichter im Filmpodium. Infos unter: filmpodium.ch/foerderverein-lumiere

KINO DENKEN — ANSÄTZE DER MODERNEN FILMTHEORIE

Vorlesungsreihe des Seminars für Filmwissenschaft, Universität Zürich

QUER DURCH DEN OLIVENHAIN

CREATURE FROM THE BLACK LAGOON

Die Vorlesung «Ansätze der modernen Filmtheorie» am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich findet in diesem Jahr wieder als öffentliche Veranstaltung im Filmpodium statt. Von Ende Februar bis Ende Mai behandelt Linda Waack jeweils am Dienstagnachmittag Filmtheorien von den 1960er-Jahren bis heute. Im Dialog mit Gästen und in Hinblick auf Filmbeispiele werden zentrale Denkfiguren etablierter und zeitgenössischer Filmtheorien diskutiert. Ziel ist, die Vielfalt und den Widerstreit unterschiedlicher Positionen abzubilden: ein Nachdenken über das Medium Film nicht als Abfolge von Konzepten, sondern als Ineinander von Kraftund Konfliktfeldern, als dynamischer Austausch unterschiedlicher Denkstile und Konjunkturen.

Di 17.2. 16:15

Was ist «moderne Filmtheorie»? gefolgt von QUER DURCH DEN OLIVENHAIN

Vorlesung von Dr. Linda Waack (45'), anschliessend

Gespräch mit Dr. Drehli Robnik (Wien)

Di 24.2. 16:15

Filmologie gefolgt von LA NUIT AMÉRICAINE

Vorlesung von Dr. Linda Waack

Di 3.3. 16:15 Semiologie gefolgt von THE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON

Vorlesung von Dr. Linda Waack

Di 10.3. 16:15

Psychoanalyse gefolgt von THE SEVEN YEAR ITCH

Vorlesung von Dr. Linda Waack

Di 17.3. 16:15

Feminismus, Gender, Queerness gefolgt von NEUN LEBEN HAT DIE KATZE

Vorlesung von Fiona Berg (Berlin) und Sophie Holzberger (New York)

Di 31.3. 16:15

Dekolonisation, Black Film Theory gefolgt von THOSE WHOM DEATH REFUSED

Vorlesung von Dr. Linda Waack

QUER DURCH DEN OLIVENHAIN

ZIRE DARAKHATAN ZEYTON

Di 17.2. 18:30 Mo 23.2. 21:00

Iran/Frankreich 1994, Farbe, DCP, Farsi/e, 103 REGIE, DREHBUCH und SCHNITT Abbas Kiarostami

KAMERA Hossein Djafarian, Farhad Saba MUSIK

Domenico Cimarosa (Conc. C 4. Allegro Giusto)

MIT Mohamed Ali Keshavarz, Farhad Kheradmand, Zarifeh Shiva, Hossein Rezai, Tahereh Ladanian, Hocine Redai, Nasret Betri, Azim Aziz Nia.

Quer durch den Olivenhain erzählt von Dreharbeiten in einem Dorf im Nordiran. Im Mittelpunkt steht der junge Hossein, der versucht, die zurückhaltende Tahereh für sich zu gewinnen. Die Handlung entfaltet sich beiläufig, beobachtend und kommt ohne grosse Dramatisierung aus. Im Zentrum der mehrschichtigen Erzählung steht die Lebensrealität der Dorfbewohner, die von Laien verkörpert werden. Der Fokus liegt auf ihrer Alltagswirklichkeit. Kiarostamis Handschrift ist dabei deutlich erkennbar: die formale Strenge eines hybriden Realismus. Es handelt sich um ein paradigmatisches Beispiel für modernes, selbstreflexives Autorenkino, in dem Fiktion und Film-im-Film-Struktur ineinander übergehen. Kino reflektiert hier seine eigenen Bedingungen und stellt die Frage, wie Realität im Film konstruiert wird.

LA NUIT AMÉRICAINE

Di 24.2. 18:15 Sa 28.2. 20:45 Frankreich/Italien 1973, Farbe, 35 mm, F+E/d, 116 REGIE François Truffaut DREHBUCH Jean-Louis Richard, Suzanne Schiffman, François Truffaut

KAMERA Pierre-William Glenn MUSIK Georges Delerue SCHNITT Martine Barraqué, Yann Dedet MIT François Truffaut, Jean-Pierre Léaud, Jacqueline Bisset, Valentina Cortese, Jean-Pierre Aumont, Jean Champion, Nathalie Baye, Alexandra Stewart, Dani, Nike Arrighi, Graham Greene. Truffauts Film zeigt die Dreharbeiten zu einem fiktiven Spielfilm, in dem es um Pamela und ihre Liebesgeschichten geht. Er begleitet das Filmteam, fokussiert die privaten Krisen der Schauspieler:innen und stellt unvorhergesehene Ereignisse des Drehalltags in den Mittelpunkt. Vom Casting der richtigen Katze bis hin zur komplexen Konstruktion eines Leuchters wird dabei deutlich, was es alles braucht, um eine filmische Illusion herzustellen. Der Titel Die amerikanische Nacht bezieht sich entsprechend auf einen technischen Trick aus der Filmproduktion: Es wird am Tag gedreht, was vermeintlich nachts stattfindet. Filmtheoretisch heisst das, Kino ist eine Kunstform, die ihre Vermittlungsoperationen zwischen Realität und Illusion permanent reflektiert. (lwa)

CREATURE FROM THE BLACK LAGOON

Di 3.3. 18:30

USA 1954, sw, DCP, E/d*, 79 ' REGIE Jack Arnold DREHBUCH Harry Essex, Arthur Ross, Jack Arnold, nach der Geschichte von Maurice Zimm KAMERA William E. Snyder MUSIK Joseph Gershenson, Henry Mancini (ungenannt), Hans J. Salter (ungenannt) SCHNITT Ted J. Kent MIT RichardCarlson, Julie Adams, Richard Denning, Ben Chapman/Ricou Browning, Antonio Moreno. Eine Gruppe von Wissenschaftlern reist in den Amazonas, um Fossilien zu untersuchen. Dort entdecken sie ein geheimnisvolles, humanoides Wasserwesen, eine Kreatur, die halb Mensch, halb Fisch ist. Das Wesen verteidigt sein Revier und entwickelt eine besondere Faszination für eine der Forscherinnen. Semiotisch ist in dem klassischen Horrorfilm das Monster interessant: Im Kontext des Kalten Krieges steht es für das Unbekannte und Fremde, zeigt zugleich, wie Zuschauer:innen Empathie für das vermeintlich Andere entwickeln können. Stark codierte Räume, wie der Dschungel oder die Lagune, und ikonische Unterwasserbilder zeigen, wie das klassische Kino komplexe kulturelle Bedeutungen im Verhältnis von Natur und Kultur, Mensch und Tier am Beispiel eines Wesens verhandelt, das die Kategorien auflöst. (lwa)

THE SEVEN YEAR ITCH

Di 10.3. 18:30 So 15.3. 15:00

USA 1955, Farbe, DCP, E, 105 REGIE Billy Wilder DREHBUCH Billy Wilder, George Axelrod, nach dem Theaterstück von George Axelrod KAMERA Milton R. Krasner MUSIK Alfred Newman SCHNITT Hugh S. Fowler MIT Marilyn Monroe, Tom Ewell, Evelyn Keyes, Sonny Tufts, Robert Strauss, Oskar Homolka, Marguerite Chapman, Victor Moore, Dolores Rosedale, Donald MacBride, Carolyn Jones, Butch Bernard.

Die romantische Komödie von Billy Wilder handelt von einem verheirateten Mann, der im Sommer allein in New York bleibt, während seine Familie verreist. Er lernt eine attraktive Nachbarin kennen und fantasiert darüber, eine Affäre mit ihr zu haben. Tatsächlich bleibt es bei Wunschvorstellungen, inneren Konflikten und komischen Missverständnissen. Für die psychoanalytische Filmtheorie ist The Seven Year Itch relevant, weil Kino hier als Ort der Fantasie sichtbar wird. Die ständige Selbstzensur des Protagonisten gibt dabei klassische freudianische Konzepte von Trieb, Schuld und Verdrängung wieder. Die Komik des Films funktioniert als Abwehrstrategie: Angst, Schuld und sexuelle Spannung werden durch Humor entschärft. Lachen ersetzt die tatsächliche Grenzüberschreitung. (lwa)

NEUN LEBEN HAT DIE KATZE

Di 17.3. 18:30

BRD 1968, Farbe, DCP, D, 91 ' REGIE und DREHBUCH Ula Stöckl KAMERA Dietrich Lohmann MUSIK Manfred Eicher SCHNITT Wolfgang Schacht MIT Liane Hielscher, Kristine de Loup, Jürgen Arndt, Elke Kummer, Heidi Stroh, Alexander Kaempfe. Neun Leben hat die Katze von Ula Stöckl gilt als einer der ersten explizit feministischen Filme des Neuen Deutschen Films. Es geht darin um zwei Frauen – Katharina und ihre französische Freundin Anne –, die im München des Sommers 1967 ihre Zeit miteinander teilen, spazieren gehen, tanzen und Cafés besuchen. Der Film setzt auf die Gespräche und Alltagsbeobachtungen der Frauen, lässt sie über Arbeit, Beziehungen und Sexualität reflektieren. Sowohl inhaltlich als auch formal bricht er mit patriarchalen Filmtraditionen: Die offene, fragmentarische Erzählweise und der dokumentarische Ton passen zur feministischen Suche nach neuen Formen, die nicht den eingeübten Erzählmustern folgen. Mit der Ankunft der Französin Anne erreichen dabei auch Stilelemente der französischen Nouvelle Vague die BRD. (lwa)

THOSE WHOM DEATH REFUSED MORTU NEGA

Di 31.3. 18:30

Guinea-Bissau 1988, Farbe, DCP, OV/e, 92 ' REGIE Flora Gomes DREHBUCH Flora Gomes, Manuel Rambout Barcelos, David Lang KAMERA Dominique Gentil MUSIK Djanun Dabo, Sidonio Pais Quaresma SCHNITT Christiane Lack MIT Bia Gomes, Tunu Eugenio Almada, Mamadu Uri Balde, M’Make Nhasse.

«I tried to tell so many stories with this film! It’s like condensing a discourse of hundreds of pages into seconds.» Mortu Nega , so der Originaltitel, zeigt die Geschichte einer Frau, Diminga, die sich entscheidet, dem Kampf um Unabhängigkeit beizutreten, um ihre Freiheit zu erlangen. Zugleich macht sie sich auf eine jahrelange und vergebliche Suche nach ihrem Ehemann Cabral. Im Film trägt sie anstelle von Nahrung Tabak mit sich, den sie mit den Menschen teilt. Ein kleines Detail, das für den intimen Umgang mit den Widrigkeiten des dekolonialen Kampfes steht. Diminga kehrt am Ende in ihr Dorf zurück, um das Land zu bestellen – ihr Kampf scheint verloren, ist es jedoch nicht. «The story’s as intimate as the scent of tobacco.» («The vultures circulate everywhere», Flora Gomes im Interview mit Ela Bittencourt, Metrograph, Jun 2022) (lwa)

Eine Kooperation mit dem Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich

3 rd ECHELON THEATER: CAST*

CAST*

Fr 27.2. 20:30

Schweiz 2025, D, 75

REGIE, MUSIK und TEXT Daniil Posazhennikov

CO-DRAMATURGIE Regina Raimjanova, Mira Tyrina

PERFORMANCE Regina Raimjanova VIDEO-DESIGN

Chloe Kelly KAMERA Bruno Conti Wuilloud

TON Reto Fausch TONASSISTENZ Noëmi Luana Egli

OUTSIDE EYE Alexandra Seybal DESIGN-SUPPORT Tsz Hei Fung.

CAST* ist eine neue Produktion des 3rd Echelon Theater, die Identität innerhalb einer posthumanistischen und technokratischen Welt untersucht. Ein nicht linearer Identitätssimulator, geprägt von zeitgenössischen Bedingungen der Subjektivität – ein verdichteter Strom der Selbsterkenntnis und ein dringender Aufruf, Formen des Seins jenseits des normativen Humanismus zu imaginieren. Das Stück eröffnet zugleich einen neuen Werkzyklus des 3rd Echelon Theater, der sich mit radikaler Engelhaftigkeit und Andersheit auseinandersetzt. Das Solostück arbeitet mit dem Format eines in Echtzeit aufgezeichneten Schauspiel-Castings. Die performative Präsenz der Darstellerin und die filmische Nahaufnahme erzeugen eine Spannung zwischen

Theater und Kino und verlagern das theatrale Geschehen bewusst in den Kinosaal. Die Arbeit nutzt die Leinwand als ästhetische Voraussetzung: Sie vergrössert und intensiviert jedes Detail der Performance. CAST* bewegt sich im Feld eines MockumentaryFormats. Der Kinoraum wird dabei zum Raum eines kollektiven Blicks, in dem sich die lebendige Präsenz der Schauspielerin kontinuierlich in ein mediales Bild verwandelt — ein Übergang in den Bereich des Live Cinema. Das 3rd Echelon Theater, gegründet von Regina Raimjanova und Daniil Posazhennikov, brachte in seiner ersten Spielzeit 2024/2025 vier Premieren heraus und spielte über dreissig Vorstellungen. Die Gruppe mit wechselndem Ensemble inszeniert oft an unterschiedlichen

Orten, mal in einem Keller, mal in einer Schreinerei oder auf dem Friedhof. Ihre Arbeiten gehen Risiken ein, verschieben Grenzen und nehmen den Moment ernst. Das Ensemble verbindet präzises Schauspiel mit experimentellen Formen, politischen Fragestellungen und körperlicher Präsenz. 3rd Echelon Theater glaubt an das Theater als offenen Raum: fragil, unbequem, lebendig –und immer nahe am Publikum. Das Theater wurde von der «NZZ am Sonntag» als eines der kulturellen Highlights 2024 gelistet.

SYRISCHE KLÄNGE : SALAMIYAH — LADY OF THE LAND

D as F estival SONIC MATTER zu G ast GESPRÄCH ÜBER FILM UND PROJEKT

Sa 7.3. 11:00

In Englisch, ca. 30 '

Das Festival SONIC MATTER wurde 2021 gegründet und lädt dazu ein, gemeinsam experimentelle Musik zu entdecken, zu erforschen und zu gestalten. Die fünfte Ausgabe (26. 2. – 1. 3. 2026) steht unter dem Motto «drift» und vertraut sich den Wogen der Zeit an, die den inneren Kompass zum Rotieren bringt, uns aber auch neue Horizonte öffnet –und das in bewegten Zeiten, die unvorhersehbare Veränderungen mit sich bringen. Bei uns im Filmpodium ist das Festival mit einer Sonderveranstaltung zu Gast, bei der ein spannender Dokumentarfilm zu den Syrian Cassette Archives gezeigt und diskutiert wird.

SALAMIYAH LADY OF THE LAND

Sa 7.3. 11:00

Syrien/GB 2025, Farbe, Digital HD, OV/e, 48 ' REGIE Omar Malas, Yamen Mekdad.

Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit der künstlerischen Co-Leiterin von SONIC MATTER, Katharina Rosenberger, sowie den Begründern der Syrian Cassette Archives, Mark Gergis und Yamen Mekdad (CoRegie), statt.

Für das komplette Festivalprogramm sowie Tickets für einzelne Veranstaltungen siehe: www.sonicmatter.ch

Salamiyah Lady of the Land ist ein Dokumentarfilm, der mit den Ohren in das Musikleben von Salamiyah eintaucht. Die Stadt in Zentralsyrien ist von Liedern, Erinnerungen und einer langen Geschichte des Austauschs geprägt. Anhand von Aufführungen und Gesprächen verfolgt die Dokumentation die Weitergabe lokaler Klänge von Generation zu Generation und zeigt, wie Musik das kollektive Gedächtnis und die Gemeinschaft formt an einem Ort, der von historischen Veränderungen gezeichnet ist. Ausgehend vom klanglichen Erbe Salamiyahs und von der Kassette, die in der syrischen Musikkultur eine ganz eigene Prägung hervorgebracht hat, beleuchtet der Film die fragilen und doch anhaltenden Verbindungen zwischen Musik, Zugehörigkeit und Überleben. Salamiyah – Lady of the Land ist eine Produktion des Projekts Syrian Cassette Archives unter der Regie von Yamen Mekdad und Omar Malas. Das Projekt ist eine Initiative zur Erhaltung, Weitergabe und Erforschung von Klängen und Geschichten aus Syriens reichhaltiger Kassettenära (1970erbis 2000er-Jahre) – in manchen Fällen hat es auch zur «Rettung» von klandestinen Aufführungen beigetragen, die von den jeweiligen Regimes verboten waren.

Die wachsende digitalisierte Sammlung bietet einen Überblick über die Musikstile der vielen Gemeinschaften und Nachbarn Syriens, darunter syrischarabische, assyrische, kurdische, irakische und armenische, und ist online zugänglich: www.syriancassettearchives.org.

IMPRESSUM

SUSO CECCHI D’AMICO

HONG SANGSOO

Arsenal – Institut für Film und Videokunst, Berlin; Ascot Elite Entertainment Group, Zürich; Beta Film, Oberhaching; British Film Institute, London; Carlotta Films, Paris; DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Wiesbaden; Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin; Dragonfly Films, Berlin; Fernsehjuwelen GmbH, Walluf; Filmcoopi, Zürich; Film Development Council of the Philippines, Makati; FPA France, Paris; Kadokawa Herald Pictures Inc., Tokio; M+, Hongkong; MK2, Paris; More Than Films, Berlin; Park Circus, Glasgow; Philippine Film Archive, Manila; Quantity Cinema, Toronto; Redspace, Zürich; Solar Pictures, Makati; Studiocanal, Berlin; trigon-film, Ennetbaden; Wim Wenders Stiftung, Düsseldorf; zero one film, Berlin; Ziegler Film, Berlin.

BILDNACHWEIS

Cover: DER AMERIKANISCHE FREUND, Wim Wenders, 1977

S. 9: THE 39 STEPS © Park Circus ITV-Studios

S. 14: INSIANG © 1976 THE FILM FOUNDATION / THE FILM DEVELOPMENT COUNCIL OF THE PHILIPPINES.

Tous droits réservés.

S. 21: DER SANFTE LAUF © Deutsche Kinemathek, Berlin

S. 22: Wim Wenders © Peter Rigaud 2023

S. 23: DER HIMMEL ÜBER BERLIN © Wim Wenders Stiftung, Düsseldorf

S. 23: IN WEITER FERNE, SO NAH! © Wim Wenders Stiftung, Düsseldorf

S. 24: LEONORA IM MORGENLICHT © Mirjam Kluka, Dragonfly Films, Alamode Film

S. 27 oben: echonyx

S. 30: DER SANFTE LAUF © Deutsche Kinemathek, Berlin

Backcover: THE LODGER, Alfred Hitchcock, 1927

FILMTEXTE: Till Brockmann (tb), Hannes Brühwiler (hb), Lee Fischer (lf), Linda Waack (lwa)

DATABASE PUBLISHING BitBee Solutions GmbH, Zürich

GESTALTUNG UND ART DIRECTION Elektrosmog, Zürich, Marco Walser, Nathan Meyer, Natalie Rickert

BEWEGTBILDER SCHNITT Mia Born

KORREKTORAT Nina Haueter, Dominik Süess

DRUCK Vogt-Schild Druck AG AUFLAGE 4500 Ex.

Das Filmpodium ist ein Angebot des PRÄSIDIALDEPARTEMENTS in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse, Lausanne/Zürich

LEITUNG Nicole Reinhard (nr) STV. LEITUNG Hannes Brühwiler (hb) KOMMUNIKATION & MARKETING Lorenzo Berardelli (lb) REDAKTION Till Brockmann (tb) HOCHSCHULPRAKTIKUM Lee Fischer (lf) OFFICE

MANAGEMENT Laura Wehrli (lw)

BÜRO

Postfach, 8022 Zürich +41 44 412 31 28 info@filmpodium.ch

KINO Nüschelerstr. 11, 8001 Zürich +41 44 415 33 66 www.filmpodium.ch

ABONNEMENTE & VERGÜNSTIGUNGEN

• Filmpodium-Generalabonnement: CHF 400.— (freier Eintritt zu allen Vorstellungen; inkl. Abo Programmheft)

• Filmpodium-Halbtaxabonnement: CHF 80.— (halber Eintrittspreis bei allen Vorstellungen; inkl. Abo Programmheft)

• Programm-Pass: CHF 60.— (freier Eintritt zu allen Vorstellungen einer Programmperiode)

• Abonnement Programmzeitung: CHF 20.—

Anmeldung an der Kinokasse, +41 44 412 31 28 info@filmpodium.ch

LINO BROCKA MACHO DANCER
BRUNO GANZ DER SANFTE LAUF

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