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Eine Zeitung von Mitgliedern für Mitglieder, Freunde, Verwandte und Bekannte

In dieser Ausgabe:  Motorkettensägenausbildung  Rettungszugsübung  Das war der Ball 2015 (Fotogalerie zum Herausnehmen)  U.v.m.

Neuigkeiten der FF Wiener Neustadt

Ausgabe 1 / 2015

FF aktuell


Dach von Halle abgetragen Das Blechdach einer Lagerhalle in der Kaserngasse wurde vom Wind abgetragen. Etwa 800 Quadratmeter waren betroffen. Ein großes Stück des Daches legte die Zugverbindung der Pottendorfer-Linie für mehrere Stunden lahm. Das Dach der Lagerhalle wurde vor etwa drei Monaten erneuert. Über 2200 Quadratmeter Blechdach wurden neu angebracht. Durch den Sturm am 10. Jänner wurde ein großes Stück abgelöst und auf die Oberleitung der Pottendorfer-Linie der ÖBB geworfen. „Als sich das Dach löste klang es wie ein dumpfes Grollen“, so einer der Mieter die sich in der Halle befanden, als dies passierte.

Das ca. 150 Quadratmeter große Blechstück verursachte großen Schaden an der Oberleitung und blieb auf dieser hängen. Weitere Blechteile schlugen etwa 15 Meter entfernt in einen abgestellten Pkw ein. Ein weiteres etwa 100 Quadratmeter großes Stück wurde auf die Fahrbahn der Kaserngasse geweht. Während der Erkundung der Feuerwehr löste eine weitere Sturmböe weitere Dachteile und faltete das Blech wie Papier. Die Feuerwehr stand mehrere Stunden im Einsatz, um das Dach abzutragen. Die Feuerwehr Wiener Neustadt steht zur Stunde noch mit etwa 45 Mann im Einsatz. Mehr dazu und ein Video finden Sie hier: http://bit.ly/Sturmeinsatz

Sie wollen die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt unterstützen, wissen aber nicht wie? Sie haben keine Zeit für eine Mitgliedschaft, wollen aber die ehrenamtliche Hilfe am Nächsten unterstützen? Wir freuen uns auch über finanzielle Unterstützung, um Ihnen mit funktionierendem Gerät zur Hilfe eilen zu können! Spendenkonto IBAN: AT67 3293 7000 0000 0109 , BIC: RLNW AT WW WRN Spenden an uns sind seit 1.1.2012 steuerlich absetzbar!


Vorwort der Redaktion Liebe Kameraden, Freunde der Feuerwehr Wiener Neustadt und Angehörige! Über 1700 Übungen, Einsätze und Tätigkeiten haben die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt im Jahr 2014 durchgeführt. Im Schnitt also 5 mal pro Tag ist irgendetwas in der Feuerwehr zu erledigen. Das vorliegende FF aktuell soll einen kleinen Einblick schaffen: Fotos von unserem Ball, Einsatzbilder aus dem ersten Quartal 2015, die Übung mit dem Rettungszug und die Motorkettensägenausbildung unseres Schulzuges sind nur Auszüge aus den umfassenden Tätigkeiten. Auch der Feuerwehrmedizinische Dienst (kurz FMD) erfährt einen immer höheren Stellenwert. Zu wichtig ist das höchste Gut in einer Freiwilligenorganisation: der Mensch. Unentgeltlich leisten unsere Mitglieder tausende Arbeitsstunden. Ersparen somit der Gemeinde viel Geld, die eine Berufsfeuerwehr verschlingen würde. Bleibt nur noch: viel Spaß beim Lesen

Euer FF aktuell Team! Ideen, Wünsche, Anregungen? Schickt ein Mail an

Vorwort des Kommandanten Liebe Kameraden, und Bekannte!

Freunde

Die Entwicklung in unserer Geschichte ist enorm. Wiener Neustadt ist mit nur einer Feuerwache für das gesamte Ortsgebiet, für etliche Kilometer Autobahn und Schnellstraße, für ein großes Industriegebiet, mehrere Einkaufszentren und zwei zivile Flughäfen zuständig. Diese Geschichte hat unser Ehrenkommandant Ehrenlandesbranddirektor-Stellvertreter Ing. Herbert Schanda eindrucksvoll in 9 Bände verpackt. Nun dürfen wir den neunten und letzten Band präsentieren. Was mich, als heutiger Kommandant der Feuerwehr Wiener Neustadt, besonders stolz macht, ist, dass es Herbert Schanda gelungen ist, immer wieder auf jene Innovationen im Feuerwehrwesen hinzuweisen, die von Wiener Neustadt aus ihre Verbreitung nicht nur im Bezirk, sondern in ganz Österreich, ja sogar weltweit gefunden haben. Vieles davon wäre wahrscheinlich bald in Vergessenheit geraten, wären diese Tatsachen nicht in einem der Bücher dokumentiert. Ich bin stolz, dass diese enorme Belastung unseren Feuerwehrmitgliedern den Enthusi-

asmus und die Bereitschaft zu helfen nicht raubt. Bitte bleiben aber auch Sie uns weiter treu und helfen Sie uns mit Ihrem finanziellen Beitrag zu helfen. Ich danke allen Mitgliedern, Familienangehörigen, Unterstützern und Förderern für Ihre Treue und Ihre Unterstützung in allen Belangen der Feuerwehr. Vielen Dank an die Bevölkerung, die versteht, was wir täglich tun und was es bedeutet, freiwilliges Feuerwehrmitglied zu sein. Euer Josef Bugnar

Impressum:

ffaktuell@ffwn.at

Herausgeber: Freiwillige Feuerwehr Wr. Neustadt, Babenbergerring 6, 2700 Wr. Neustadt; Für den Inhalt verantwortlich: BD Josef Bugnar; Redaktion: R. Berger, D. Steiner, M. Hansch, H. Sander Auflage: 250 Stück; Erscheinungstermin unregelmäßig


Neues vom Feuerwehrmedizinischen Dienst Die letzten neun Monate waren im „Sandienst“ geprägt von zahlreichen Änderungen. Dies umfasste einerseits die dort tätigen Kameraden wie auch Ausbildung, Equipment und vor allem die Durchführung von medizinischen Checks, welche nicht nur für den Atemschutz wichtig sind. Das Team Seit dem Hauptrapport ganz offiziell, ist die neue Leitung des Sachgebietes. SB Georg Dolenetz übernimmt ein vierköpfiges Team, das sich nun um alle Belangen des Medizinischen Sektors der FF Wiener Neustadt kümmern wird. Als baldiger diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger bringt er das nötige Knowhow in diese Position. Ihm zur Seite steht, für alle medizinischen Untersuchungen, weiterhin unser Feuerwehrarzt Dr. Michael Foramitti. Zur praktischen Umsetzung und als Sachkundige im Bereich der Notfallmedizin sind außerdem V Manfred Dominkus und SB Daniel Steiner im FMD eingegliedert. Die Ausbildung Da Übung bekanntlich den Meister macht, werden nun regelmäßig Schulungen und Übungen organisiert und angeboten. So können wir auf praktische Übungen im Vorjahr zurückblicken. Auch für heuer stehen wieder zwei Übungen im Zuge der Sonntagsbereitschaften am Programm. Außerdem werden, in Zusammenarbeit mit der Bezirksstelle des Roten Kreuzes, auch Erste Hilfe Trainings angeboten.

Dass sich die, wenige Stunden dauernden, Trainings auszahlen, hat sich bereits gezeigt. So sind bereits zwei Kameraden, welche bei solch einem Training dabei waren, kurz darauf im Zuge einer Türöffnung auf eine schwer verletzte Person gestoßen. Die Person musste bis zum Eintreffen des Notarztes versorgt werde. Für Interessenten, die sich mit dem Thema genauer befassen wollen, bietet auch der Lehrgang „Feuerwehrsanitäter“ in der LFS einen guten praktischen Einblick in Versorgung und Rettung von Personen im

Zuge des Feuerwehrdienstes. Das Equipment Schnell stellte sich heraus, dass zahlreiches Material, das bei uns im SAN- Sektor verwendet wurde, bereits abgelaufen war oder nicht mehr der aktuellen Lehrmeinung in diesem Bereich entsprach. Daher wurden nun auch unsere Erste Hilfe Materialien in den Fahrzeugen und im Haus für die geänderten Anforderungen adaptiert. Auch die Schwerpunktbildung ist ein neues Kapitel. Während wir in den zwei taktisch wichtigen Fahrzeugen

Vor allem der Schutz der eigenen Mannschaft ist Ziel des Feuerwehrmedizinischen Dienstes


Regelmäßige Schulungen innerhalb der Einsatz-Gruppen gemeinsam mit dem Roten Kreuz sind wesentlicher Bestandteil der Ausbildung durch den FMD. Tank I und Rüst II eine erweiterte Ausrüstung für anwesende Ärzte oder Sanitäter vorhalten, befinden sich in zahlreichen anderen taktischen Fahrzeuge oft SAN- Rucksäcke. Diese entsprechen in ihrem Umfang einem erweiterten Erste- Hilfe Koffer und sollen ohne Hemmungen von jedem Feuerwehrmitglied eingesetzt werden. Für die Verwendung von Stifneck, eines Beatmungsbeutels oder die Sauerstoffgabe, bedarf es jedoch eigener Schulungen, die fortlaufend durch den FMD angeboten werden. Die Untersuchungen Obgleich bei diesem Thema jeder sofort an die Atemschutzuntersuchungen denken wird, sind das nicht die einzigen relevanten Tatsachen, welche im Feuerwehrdienst einer Tauglichkeit unterliegen. Wichtig ist die Tatsache, dass auch die Inhaber eines Feuerwehrführerscheins im zehn- Jahres Rhythmus eine Tauglichkeitsbestätigung benötigen. Diese kann für Atemschutzträger

auch im Zuge der Atemschutztauglichkeit erworben werden. Die Atemschutzuntersuchungen werden auch zukünftig mindestens zweimal Jährlich im Untersuchungszentrum der FF Möllersdorf durchgeführt. Seit letztem Jahr konnten wir 25 Kameraden untersuchen. Wie wichtig die Untersuchungen sind, zeigt die Tatsache, dass einigen nahegelegt werden musste, bestimmte Einsätze anderen Kameraden zu überlassen und sich aktiver ihrer Gesundheit zu widmen. Die Impfungen Neu bei den Impfungen ist die Tatsache, dass heuer im Frühjahr lediglich die FSME- Impfung angeboten wurde. Weitere Impftermine werden entsprechend der Nachfrage im Verlauf des Jahres angeboten. Hierzu sei gesagt, dass jeder selbst über seinen Impfstatus und den seiner Angehörigen Bescheid wissen sollte. Bei Unklarheiten besteht die Möglichkeit, den Impfpass beispielsweise dem Hausarzt vorzule-

gen oder bei zukünftigen FMDTerminen, bei denen der Feuerwehrarzt anwesend ist, mitzunehmen. Die kommenden Impftermine werden dann je nach Bedarf geplant und durchgeführt. Zur Bedarfserhebung bitten wir euch, dem FMD eure Impferfordernisse bekannt zu geben. Mitarbeit gern gesehen In den letzten Monaten gab es zahlreiche Änderungen und Neuerungen. Am gewünschten Erfolg können sich alle Kameraden beteiligen. Bei Fragen zu den oben genannten Themen stehen alle FMD- Mitarbeiter gerne zur Verfügung.

Schwerpunkte der nächsten Ausbildungseinheiten: 

Erste Hilfe im Feuerwehrdienst

Arbeiten mit neuen Geräten (Sauerstoffgabe)


Blackout in Wr. Neustadt "Blackout" - ein Begriff, welcher aus den Medien seit einiger Zeit vereinzeln aufgeschnappt wird. Gemeint ist laut Begriffsdefinition ein großflächiger Zusammenbruch von Strom- und Infrastruktureinrichtungen, dessen Dauer nicht absehbar ist. In Wiener Neustadt wurde dieses Szenario im Zuge eines Blackoutsymposiums erstmals thematisiert. Auf Einladung des Rot Kreuz Bezirksstellenleiters Mag. Stefan Koppensteiner kamen zahlreiche Vertreter von Einsatzkräften, der Politik, dem Bundesheer, des Magistrats, der Bezirkshauptmannschaft sowie der FH Wiener Neustadt am Mittwochabend zusammen. Nach einem Fachvortrag von Herbert Saurugg, MSc., der als Experte in diesem Bereich gilt, wurden die anwesenden Führungskräfte, aus allen Bereichen der Krisenplanung, angehalten, sich gemeinsam Gedanken über die Situation in der Stadt und des Bezirkes Wiener Neustadt zu machen. Speziell für die Freiwilligen Feuerwehren ergibt ein solch großflächiges Szenario oft auch die Schwierigkeit, die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten. Neben der Fragen nach Kommunikation, Diesel für unsere Einsatzfahrzeuge oder der Notstromversorgung der Feuerwehrhäuser, spielt auch die Einsatzbereitschaft der zahlreichen Freiwilligen eine entscheidende Rolle. Oh-

ne dieser, für die Feuerwehren lebenswichtigen, Ressource, werden wir nicht im Stande sein, auch nur zu den kleinsten Hilfeleistungen auszurücken um der Bevölkerung zu helfen. Die Frage, wie die eigene Mannschaft in einem Katastrophenfall mobilisiert und motiviert werden soll, sollte sich jeder Feuerwehrkommandant bei Gelegenheit einmal stellen. Denn kaum ein Freiwilliger wird zum Dienst an der Allgemeinheit ausrücken, wenn er oder sie sich noch zusätzlich um die eigene Familie kümmern muss. In Wiener Neustadt wurde dieses Problem erkannt und eine einfache Lösung dafür gefunden. Der Kdt. Brandrat BD Josef Bugnar: “Im Katastrophenfall schaffen wir in unserer Feuerwehrzentrale eine Anlaufstelle für alle Kameraden und deren Familie. Mit unseren hauseigenen Notstromaggregaten können wir, unabhängig vom Stromnetz, weiterhin die wichtigsten Tätigkeiten aufrechterhalten und den Angehörigen der Feuerwehrleute

Unterkunft und Verpflegung bieten. So wissen die Kameraden ihre Familie in Sicherheit und können sich auf die Einsätze konzentrieren.“ Gerade was großflächige Notstände betrifft, sind oft die Feuerwehren und Gemeinden selbst in der Pflicht, sich darauf vorzubereiten. Denn wenn überall der Strom weg ist, wird man kaum auf den KHD- Zug des Nachbarbezirkes hoffen können, da dort ja ebenfalls der Strom weg sein wird. In Wiener Neustadt wurde heuer der erste Schritt in einer Reihe von notwendigen Maßnahmen gesetzt. Ziel des Symposiums war es, die Entscheidungsträger aus allen Bereichen um die Sicherheit von Wiener Neustadt für das Thema Blackout zu sensibilisieren. Nach internen Überlegungen in den einzelnen Resorts sind in der Zukunft weitere Arbeitstreffen geplant, um sich auf einen solchen möglichen Schadensfall entsprechend vorzubereiten. Mehr Infos erhalten Sie beim NÖ Zivilschutzverband.


Das war unser Ball 2015 Hinter den Kulissen


Rettungszug Am 21.02.2015 fand eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt mit dem Rettungszug der ÖBB, welcher in Wiener Neustadt stationiert ist und bei Bedarf auf acht Bahnlinien eingesetzt wird, statt.

Unter fachkundiger Anleitung der ÖBB-Bediensteten wurden die Waggons für die Auffahrt des GTLFA 8000/200 und des ALF vorbereitet. Die Fahrzeuge konnten danach ohne Probleme auffahren und für die Zugfahrt vorbereitet werden. Danach wurde der Rettungszug aus dem Bahnhof auf ein Nebengleis gebracht. Wasserentnahme aus Kesselwaggon Dort wurde die Wasserentnahme aus dem Kesselwaggon geübt. Das Wasser wurde mit dem Dachwerfer des GTLFA auf das umliegende Gelände verspritzt. Von den ÖBBBediensteten wurden auch die Gerätschaften wie z.b. der Stromerzeuger des ShuttleWaggons, welche von ihnen zu Im Zuge dieser Übung konnten von den teilnehmenden Kameraden wichtige Erkenntnisse im Umgang mit der Ausrüstung und den Gegebenheiten des Rettungszuges gewonnen werden. Auch seitens der ÖBB konnten Erkenntnisse gewonnen werden.


Motorkettensägen im Feuerwehrdienst Der Schulzug führt jährlich im Rahmen des Grundausbildungsprogrammes Schulungen zu Motorkettensägen durch. Heuer nutzte die Feuerwehr Wiener Neustadt die Aufräumarbeiten nach der Eiskatastrophe an der Hohen Wand, um die Motorkettensägenausbildung zu intensivieren. Der Schulzug veranstaltet jährlich zu immer wiederkehrenden Themen interessante Schulungen und Übungen, die nicht nur für die „Neuen“ gedacht sind. Auch die „erfahrenen“ Kameraden sind herzlich eingeladen, diesen Schulungen beizuwohnen, da Festigung der Grundlagen auch nach mehreren Jahren sinnvoll ist. So wurde die Ausbildung zu den Motorkettensägen heuer erstmals intensiver vorangetrieben. Man half bei den Aufräumarbeiten an der Hohen Wand rund um eine Hütte, und nutzte diese Situation gleich als Schulungsszenario. Mehrere Feuerwehrmitglieder aus allen Ausbildungsschichten fanden sich ein und übten den Umgang mit der Motorkettensäge.

auf welches man eingehend geschult werden muss. Diese Ausbildung wird im Schulzug besonders groß geschrieben. PSA im Fokus FF aktuell hat aus diesem Anlass einen kurzen Fachartikel aus dem Magazin des NÖ Landesfeuerwehrverbandes „Brandaus“ entlehnt, um die Wichtigkeit der PSA zu unterstreichen: Die persönliche Schutzausrüstung beim Einsatz von Motor-

Ausbildung und persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Dass es sich bei der Motorkettensäge um ein gefährliches Arbeitsgerät handelt, muss man nicht extra erwähnen. Vom Anlassen des Gerätes über den korrekten Stand bis hin zur Wartung ist die Motorkettensäge ein Gerät, dass nicht zu unterschätzen ist und

Der richtige Stand, die korrekte Ausrüstung und die sichere Handhabung der Motorkettensäge sind die Versicherung eines jeden Feuerwehrmitglieds. ABER: Das muss man regelmäßig üben!


kettensägen ist ein besonderes Thema. Unsere Einsatzuniform erfüllt nicht die geforderten Normen, weshalb zusätzliche Ausrüstung notwendig ist. Im Rahmen des Schwerpunktthemas PSA hat Brandaus sich noch einmal dem Thema richtige Ausrüstung beim Umgang mit der Motorkettensäge auseinander gesetzt. Warum zusätzliche Ausrüstung? Die Einsatzuniform nach EN469 ist eine universell einsetzbare Uniform, die den Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau gegen allerlei Gefahrenquellen schützen soll. Bei der Arbeit mit der Motorkettensäge stößt diese an ihre Grenzen. „Die Einsatzhosen der Feuerwehren nach EN469 erfüllen nicht die notwendige

Norm als Schnittschutz. Hier zählt bei der Arbeit mit Kettensägen die EN381, welche in vier Schutzklassen unterteilt wird“, erklärt Georg Hagl, Geschäftsführer der LandImpulse, dem Betreiber der Fachschulen für Forstwirtschaft im Land Niederösterreich, und langjähriger Feuerwehrmann im Gespräch mit Brandaus. Die vier Klassen werden von 0 bis 3 je nach Kettengeschwindigkeit unterteilt. Als Standard wird die Klasse 1 in den Unterlagen zur Motorkettensägenausbildung an den landwirtschaftlichen Fachschulen Warth-Aichhof, Phyra, Edelhof und Hohenlehen angeführt. Diese schützt den Körper bis zu einer Geschwindigkeit der Kette von 20m/s (was 72km/h entspricht). „Den Profi erkennt man an der Ausrüstung. Helm,

Handschuhe, Schnittschutzhose, schnittfestes Schuhwerk sind PFLICHT“, so Hagl. Es gibt verschiedene Arten von Schnittschutzhosen. So sind sowohl Latzhosen als auch Gamaschen im Einsatz. Die Latzhose hat einen entscheidenden Nachteil: Man kann diese nur in den seltensten Fällen über der Einsatzhose tragen, was dann schnell zur Überhitzung des Körpers führen würde (wenn man überhaupt hineinpasst). Eine sinnvolle Alternative bilden Gamaschen. Diese können einfach über die Einsatzhose gestreift werden und bilden einen optimalen Schutz, auch ohne Stripteaseeinlage am Einsatzort.

Gefahrenquellen Nicht vollständige oder mangelhafte Schutzausrüstung so-

Der Aufbau einer Motorkettensäge gehört zu den Grundlagen!


wie der Lärm einer Säge alleine, sind nicht zu unterschätzende Gefahrenquellen. Ein Forsthelm nach EN 397 hat zum Beispiel eine Haltbarkeit von nur vier Jahren! Ebenfalls auszutauschen ist dieser, wenn sich Risse gebildet haben oder Knistergeräusche beim Drücken des Helms vernehmbar sind. Gegen den Lärm der Kettensäge ist ein adäquater Gehörschutz zu verwenden. „Bei längeren Arbeiten mit der Motorkettensäge wird die Gehörgefährdungsgrenze von 85 dB(A) deutlich überschritten. Es muss nicht sein, dass man hier auf einen Gehörschutz verzichtet, wobei es egal ist, ob man Kapselgehörschützer, Gehörschutzhelm

oder Gehörschutzstöpsel verwendet.“ Tatsächlich ist der Lautstärkepegel einer Motorsäge mit 3,5kW mit dem eines Rockkonzertes zu vergleichen: 101dB(A) ist nur ein Mittelwert, der gemessen wurde. Hagl empfiehlt unbedingt einen Gehörschutz zu tragen. „Hier können wir entweder auf Stöpsel zurückgreifen und diese unter dem Helm in die Ohren stecken, oder gleich zum Forsthelm greifen. Der ist günstig und exakt für diese Tätigkeit entwickelt worden“, weiß Hagl. Der Feuerwehrhelm ist bedingt im Umgang mit der Motorkettensäge zugelassen: Ein Vollvisier im Einsatz mit der Kettensäge ist unbedingt erforderlich. „Der reine Augen-

schutz ist zu wenig. Es geht um den Schutz des ganzen Gesichts!“ Ausrüstung heute Die Schutzausrüstung heute ist mit jener vor 20 Jahren nicht zu vergleichen. Auch im Einsatz mit der Motorkettensäge. Nicht nur, weil die Versicherung es verlangt, sollten wir diese Neuerungen nutzen. Wir sollten beim Einsatz immer an unsere Familien denken. Denn Eigenschutz geht vor. Schließlich wollen wir in einem Stück, ohne Gehörschäden oder Entstellungen nach Hause zu unseren Eltern und Kindern.

Die korrekte Wartung muss auch geübt werden. Nach jeder Verwendung muss die Kettensäge geputzt werden!


Oben: Mit einer Rundfeile kann die Kette durch geschultes Personal wieder auf Vordermann gebracht werden. Unten: Verklemmt sich die Kettensäge, dann muss man diese freischneiden und auf keinen Fall daran ziehen oder reißen.

Die Motorkettensägenausbildung findet jährlich im Rahmen der Schulzugsausbildung statt. Interessierte aktive Mannschaftsmitglieder können die Termine bei OBM Norbert Schmidberger oder LM Reinhard Wachter erfragen. Es ist jeder aus der Mannschaft herzlich eingeladen!


Wir freuen uns auf Euch!

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FF aktuell Ausgabe 01/15  

Motorkettensägenausbildung, Rettungszugübung, Fotogallerie vom Ball und Einsatzgallerie

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