Südtirol Panorama 01/2022

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Vers. in Post. - 45% - Art. 1 Abs. 1 - Ges. 353/2003 (abg. Ges. 27.02.2004 Nr. 46) - CNS Bozen - Poste Italiane SpA - Taxe percue / Tassa pagata - Abo im Inland: 11 Euro - Abo im Ausland: 20 Euro - Semestrale | Data di prima immissione / Ersterscheinung: 12.11.1998

Nr. 01/2022 – 1,80 Euro

Mai 2022

Das Magazin aus dem Verlag der

DIE JOBS DER

ZUKUNFT

Was kommt, was geht, was bleibt? So wandelt sich Südtirols Arbeitswelt



INHALT

EDITORIAL

Foto: Manuela Tessaro

SPAGATKÜNSTLER Seit Jahren hören wir dasselbe Lied: Uns gehen die Leute aus! Gefolgt von Fragen wie: Wo sind denn all die Fachkräfte? Haben sie keine Lust zu arbeiten? Sind sie zu verwöhnt? Schmarrn! Die Leute lungern weder zu Hause rum, noch sind sie in Massen ins Ausland abgewandert. Die Antwort ist weit simpler: Es gibt sie nicht. Oder anders formuliert: Wir schaffen es nicht, ausreichend fleißige Hände und kluge Köpfe auszubilden. Bestes Bespiel ist die Hotellerie. Die Personalsituation ist prekär, die Verzweiflung groß. Kein Wunder. Im Jahr 2000 gab es in Südtirol noch 228 Vier- und Fünfsternehotels. 2019 waren es 525 Betriebe. Tendenz steigend. Und je mehr Sterne, umso höher der Personalaufwand. Brauchen Ein- und Zweisternebetriebe für 30 Betten nur eine Arbeitskraft, so brauchen die höchsten Kategorien für genauso viele Betten an die sechs Arbeitskräfte. Damit ist der Personalbedarf heute knapp doppelt so hoch als noch vor 20 Jahren. Die Hotellerie ist nur ein Beispiel von vielen. Südtirols Wirtschaft hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten sehr erfolgreich entwickelt. Und wer wächst, braucht mehr Personal – eine Milchmädchenrechnung. Weit komplexer ist die Tatsache, dass sich die Bedürfnisse und Ansprüche der Mitarbeitenden verändert haben. „Jeder will mehr verdienen, fordert aber noch mehr Freizeit ein“, höre ich zuletzt immer mehr Arbeitgeber klagen. Hier den Spagat zu schaffen, das wird ein Balanceakt. Doch der Blick in unseren Branchenreport ab Seite 4 beweist: Unsere Unternehmen sind Akrobaten – kräftig, wendig, geschickt. Und sie wissen Ruhe zu bewahren. VERENA PLIGER

Branchenreport 04 So findet und haltet ihr uns! Die Lage auf Südtirols Arbeitsmarkt ist kompliziert – noch nie war es so schwierig Personal zu finden. Wir zeigen, welche Anstrengungen Betriebe unternehmen, um an gute Leute zu kommen.

08 Das Brunecker HR-Wunder Wie Intercable trotz Fachkräftemangel alljährlich einen Nettozuwachs von mindestens 100 Mitarbeitenden hinlegt.

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„Immer mehr unmoralische Angebote“ Warum Martina Kirchler, Personalchefin der Innerhofer AG, gerade in dieser heißen Phase auf Wertschätzung und ruhig Blut setzt.

Jobs der Zukunft 16

Arbeitswelt 2050: Wer überlebt? Roboter und Algorithmen werden repetitive Jobs an Fließband oder Kasse überflüssig machen. Welche Jobs werden also 2050 gefragt sein? Der Trendforscher Tristan Horx im Interview.

26 Traumberuf Influencer Der Boom der sozialen Medien hat ein neues Berufsbild geschaffen, das gerade bei jungen Menschen Kultstatus genießt. Dahinter steckt aber harte Arbeit, weiß der PR-Experte Georg Mair.

36 Mit Laptop in der Hängematte Job und Urlaub verbinden – der Trend Workation hat in der Pandemie einen kräftigen Schub erhalten. Die Sterzingerin Johanna Holzer wird gerade zum Profi darin.

42 In Zukunft gefragt: Blockchain-Wissen! Immer mehr Branchen und Betriebe wollen auf Blockchain setzen. Doch wie implementiert man die Technologie und welche Expertise ist gefragt? Professor Dmitri Boreiko klärt auf.

Social Media 48 „An LinkedIn führt kein Weg vorbei“ Im Kampf um Talente kommen Unternehmen an Social Media nicht vorbei. Drei Kommunikationsprofis erklären, mit welchen sozialen Netzwerken die Arbeitgebermarke gestärkt werden kann.

Neuanfang

Titelbild: Freepik

Impressum Erscheinungstermin: 26.05.2022 Verantwortliche Direktorin, Redaktion & Konzeption: Verena Pliger Autoren dieser Ausgabe: Verena Pliger, Susannne Pitro Schlussredaktion: Trudi Matzneller Grafik: Sabine Rainer, Daniel Bologna Werbung: Lisa Forer-Naumann, Roswitha Rauter, Michael Disertori Rückmeldungen an die Redaktion: panorama@ff-bz.com Herausgeber: FF-Media GmbH Brennerstraße 7a, I-39100 Bozen, T. +39 0471 30 45 00, www.ff-bz.com Eintrag. Lg. Bozen 20/98 R.P. vom 07.10.98 Druck: Longo AG, Bozen Nr. ROC: 06262

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54 Bleiben oder gehen? Einfach nur mal Abstand gewinnen oder besser einen klaren Schnitt machen? Karrierecoach Klaus Härtel gibt Antworten, wie man zu sich und zu seiner Berufung findet.

58 Auszeit mit dem Vulkan Die Journalistin Lisa Maria Gasser nimmt sich eine dreimonatige Auszeit auf La Palma – und lernt loszulassen.

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BRANCHENREPORT

SO FINDET UND HALTET IHR UNS! Die Lage auf Südtirols Arbeitsmarkt ist kompliziert – noch nie war es so schwierig Personal zu finden. Wir zeigen, welche Anstrengungen heimische Betriebe unternehmen, um jetzt an gute Leute zu kommen. Ein Branchenreport.

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Vier-Tage-Woche im Handwerk – unmöglich! Das Brunecker Unternehmen Raffin GmbH beweist seit drei Jahren das Gegenteil. Das Team schafft es, die Arbeiten auf den Baustellen so effizient zu organisieren, dass der fünfte Tag der Woche tatsächlich frei bleiben kann. Südtirol Panorama | 01.2022

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Foto: Helmuth Rier

BRANCHENREPORT


BRANCHENREPORT

Foto: Israel Andrade/Unsplash

Mitten in der Pandemie kündigten Millionen Amerikaner ihre Jobs, so viele wie noch nie zuvor. Der Grund: Unzufriedenheit mit dem Job. In Südtirol ist aus den Daten des Amtes für Arbeitsmarktbeobachtung noch kein Beleg für eine „Great Resignation“ herauszulesen.

E „Wir haben in Südtirol nicht mit Arbeitslosigkeit, sondern mit Arbeiterlosigkeit zu kämpfen.“

Foto: Gregor Khuen Belasi

Barbara Jäger, geschäftsführende Gesellschafterin der Business Pool GmbH

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s ist noch nicht so lange her, da ging auch im Paradies der Vollbeschäftigung kurz die Sorge um, dass die Arbeitslosigkeit dramatisch steigen könnte. Zwischen den Lockdowns fanden sich Menschen plötzlich im Lohnausgleich wieder oder mussten ganz ohne Einkommen auskommen – obwohl sie nie im Leben mit einer solchen Situation gerechnet hätten. Mehr als zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie ist der Spuk wieder vorbei. Mittlerweile hört man auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt wieder die gute alte Leier vom Fachkräftemangel. Und sie tönt noch weit aggressiver als vor der Krise. Auf der eJob-Börse der Landesabteilung Arbeit, wo sich etwa ein Viertel der südtirolweiten Arbeitsangebote findet, sind Stellengesuche zuletzt auf ein Allzeithoch geschossen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres waren dort 5.700 Stellengesuche zu finden. „Wir haben in Südtirol nicht mit Arbeitslosigkeit, sondern mit Arbeiterlosigkeit zu kämpfen“, sagt Barbara Jäger, geschäftsführende Gesellschafterin der Business Pool GmbH. „So schwierig war es noch nie“, konstatiert Esther Ausserhofer von der Peopleand-Culture-Agentur Human&Human. Denn mittlerweile sind nicht nur hoch qualifizierte Mitarbeitende Mangelware. Auch die Suche nach einem Magazineur kann heute zur Herkulesaufgabe werden. Zu hören sind die Klagen über die steigende Personalnot quer über alle Branchen – von der boomenden Baubranche über den Tourismus bis hin zum Einzelhandel. Und

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auch Branchen wie Wirtschaftsberater suchen verzweifelt nach Fachkräften. NEU IST: Der „War for talents“ hat sich zur gna-

denlosen Schlacht zwischen Unternehmen entwickelt. Manche versuchen mit zum Teil unkonventionellen Mitteln offene Stellen zu besetzen. So wird immer wieder beobachtet, wie Personalrecruiter auf Raststätten, die bei Arbeitern besonders beliebt sind, auf Mitarbeitersuche gehen. Und gar einige Unternehmen versuchen Mitarbeitende von Konkurrenzbetrieben mit Gehaltsaufschlägen von bis zu 500 Euro netto für sich zu gewinnen. Die umstrittene Aktion des Südtiroler Sanitätsbetriebs, das eigene Personal mit einer Prämie zu belohnen, wenn es neue Mitarbeitende anwirbt, wirkt geradezu harmlos dagegen. DIE SCHLECHTE NACHRICHT: Dieser Spuk

wird nicht von einem Tag auf den anderen vorbei sein. Die Angebotsknappheit wird erstmal Realität bleiben – auch aufgrund der Alterspyramide. Noch stellen die Babyboomer, die Jahrgänge 1946 bis 1964, fast 20 Prozent der gesamten Beschäftigten. Gehen diese geburtenstarken Jahrgänge nun aber Schritt für Schritt in Rente, wird es eng: Die Landesabteilung Arbeit geht von einem dramatischen Rückgang der Personen im erwerbsfähigen Alter aus. Bis 2031 sollen es 14.000 weniger sein als noch im Jahr 2018. Bei einem Beschäftigungszuwachs von jährlich ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


BRANCHENREPORT

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BRANCHENREPORT

REKRUTIERUNGSPROZESS: AUF AKTIVES SOURCING SETZEN

„Personalarbeit ist ein Knochenjob“, sagt Barbara Jäger von Business Pool. Der Rekrutierungsprozess gilt dabei nach wie vor als A und O. „Leider kommt es immer noch vor, dass Unternehmen nicht oder viel zu spät auf Bewerbungen reagieren. Eine Todsünde. Denn die damit verbundene Botschaft ‚kein Interesse‘ kann sich heute kein Betrieb mehr leisten“, sagt die Personalexpertin. Stattdessen rät sie: eine Datenbank für die Personalsuche aufbauen, in der auch Bewerberinnen und Bewerber aufgenommen werden, für die aktuell keine Stelle frei ist. „Es kommen ohnehin kaum noch Antworten auf Stellenanzeigen. Statt passiv zu warten, ob vielleicht doch was kommt, ist es doch besser aktives Sourcing zu betreiben“, sagt Jäger. Entscheidend sei außerdem: eine einfache Bedienung der Bewerbungsseite, die perfekte Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche und die Möglichkeit, sich direkt mit One-Click auf Stellenanzeigen zu bewerben. UNTERNEHMENSKULTUR: HINSCHAUEN UND HINHÖREN

Die Mundwerbung ist, auf einem so übersichtlichen Markt wie Südtirol, nach wie vor das erfolgreichste Recruiting-Rezept. Darüber sind sich Experten wie Personalverantwortliche einig. Wenn das eigene Team positiv über sein Unternehmen spricht, braucht es keine großen Anstrengungen im Personalmarketing. Und es steigt die Chance, gute Leute länger an das Unternehmen zu binden. „Dafür braucht es ein gutes Arbeitsklima, Partizipation, Vertrauen und viel menschliche Zuwendung“, sagt Esther Ausserhofer von Human&Human. „Wir Südtiroler sind wahnsinnig fleißige Menschen. Doch vor lauter Leisten und Machen wird oft eine wesentliche Führungsaufgabe vergessen: Hinschauen, hinhören und fragen: Wie geht es Dir, wie können wir das gemeinsam machen, welche Inputs hast Du?“, ergänzt Ausserhofer. Ohne diesen Kulturwandel seien 8

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INTERCABLE

DAS BRUNECKER HR-WUNDER

Foto: Patrick Janach

0,5 bzw. 1 Prozent rechnet man in neun Jahren mit einem Gap zwischen Angebot und Nachfrage im Ausmaß von 27.000 bis 46.000 Arbeitskräften. Trotz der düsteren Aussichten gibt es auch gute Nachrichten. Das Defizit an Arbeitskräften dürfte – zumindest in einigen Bereichen – teilweise von der fortschreitenden Digitalisierung ausgeglichen werden. Und: Südtirols Unternehmen sind bereit, dem Umbruch aktiv zu begegnen. Ob und wie ihnen das gelingen kann – Südtirol Panorama hat sich bei Expertinnen und Experten aus dem Bereich Personal umgehört.

Rasant ist das richtige Wort, wenn man die Unternehmensentwicklung des Brunecker Unternehmens Intercable beschreibt. Der managementgeführte Familienbetrieb wuchs in den vergangenen Krisenjahren – trotz Pandemie und Lieferkettenproblemen – jährlich um rund 30 Prozent. Das schlägt sich im PersonalbePatrizia Blanchetti darf nieder: „Als ich im März 2017 ist seit fünf Jahren angefangen habe, waren wir rund HR-Managerin 400 Mitarbeitende. Jetzt arbeiten des Brunecker im Headquarter Bruneck 880 Unternehmens Menschen, weitere 1.000 kommen Intercable. in der Slowakei und 150 in China dazu“, sagt Patrizia Blanchetti, HR-Managerin von Intercable. Auch in den ersten Monaten dieses Jahres habe es bereits rund 100 Neuanstellungen gegeben. HOHER PERSONALBEDARF IN ALLEN BEREICHEN

Wie aber ist das auf einem leergefegten Arbeitsmarkt zu schaffen? „Oft bewirken wir tatsächlich fast Wunder“, lacht Blanchetti. Vor allem, weil Intercable einen hohen Personalbedarf in all jenen Bereichen hat, die als besonders problematisch gelten: etwa bei Fachkräften für die Fertigung, aber auch bei Fachleuten in Bereichen wie Ingenieurwesen, Maschinenbau, Mechatronik oder IT. „Doch wir müssen gegenüber unseren Kunden wie Daimler, Audi, BWW oder VW die termingerechte Lieferung der Produkte garantieren“, sagt die HR-Managerin. Wie schafft man bei Intercable also solch kleine und größere Wunder? INNOVATION UND UNTERNEHMENSKULTUR

Das wichtigste Ass, das die HR-Managerin im Ärmel hat, ist das Unternehmen selbst. Patrizia Blanchetti beschreibt es wie folgt: „Intercable ist ein Familienbetrieb, in dem Menschlichkeit und persönliche Beziehungen großgeschrieben werden. Wir haben einen sehr hohen Innovationsgrad und ein breites Tätigkeitsfeld mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten.“ Da das Unternehmen so stark wachse, hätten Mitarbeitende, die eine neue Herausforderung suchen, auch sehr viele Möglichkeiten, in einen anderen Bereich zu wechseln. „Ihnen wird Verantwortung übertragen und sie haben die Möglichkeit sich einzubringen und die Entwicklung des Unternehmens mit-

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BRANCHENREPORT

zugestalten“, meint Blanchetti. Um Menschen emotional an Intercable zu binden, kann die HR-Managerin nicht nur auf die Unternehmenskultur zählen. Auch viele Benefits wie flexible Arbeitszeiten, ein Betriebsrestaurant, ein ergänzender Gesundheitsfond und ein interessantes Welfare-Programm würden zur Mitarbeiterzufriedenheit beitragen. „Ohne ein solches Angebot würden wir es als zweiköpfige Recruiting-Mannschaft nie schaffen, so viele Menschen zu finden und zu halten.“

AKQUISE AUSSERHALB SÜDTIROLS

AUS- UND WEITERBILDUNG

40 Prozent der Beschäftigten bei Intercable sind Frauen. Ein erstaunlicher Wert für einen Produktionsbetrieb. „Es gilt Vorurteile loszulassen. Wir fragen uns nicht, ob eine Frau schwanger werden könnte, wenn wir sie anstellen. Wir haben auch fast wöchentlich einen Mutterschaftsantrag am Schreibtisch, doch wo ist das Problem? Wir sind wie eine Familie und dazu gehören auch Kinder. Und sehr viele Frauen kommen ohnehin wieder zurück, auch weil wir eine betriebseigene KiTa haben und Part-Time-Stellen anbieten“, erzählt Patrizia Blanchetti. ◀

Angesichts rückgängiger Absolventenzahlen von Fachschulen setzt man bei Intercable verstärkt auf die betriebseigene Academy. Sie hat das Ziel, Produktionsmitarbeitende zu Fachkräften auszubilden. Zusätzlich werden auch erstmals in den operativen Bereichen Lehrlinge aufgenommen. Eine große Investition, die sich lohne, wie die HR-Managerin bestätigt. Aktuell werden fünf Lehrlinge ausgebildet, langfristig soll die Zahl gesteigert werden.

Zuletzt wurden verstärkt Fachkräfte aus anderen italienischen Provinzen angestellt. „Anfangs gab es diesbezüglich einige Skepsis, weil wir intern sehr deutschsprachig ausgelegt waren, doch der Schritt hat sich als sehr erfolgreich erwiesen“, sagt Blanchetti. Angestellte, die von auswärts kommen, werden unterstützt. Bei Bedarf stellt ihnen Intercable für die Anfangszeit eine Wohnung zur Verfügung. WEIBLICHE BELEGSCHAFT

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Foto: Daniel Demichiel

40 Prozent der Beschäftigten bei Intercable sind Frauen. Ein beachtlicher Wert für einen Produktionsbetrieb.

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BRANCHENREPORT dem italienischen Durchschnitt, zugleich hat unsere Provinz um 20 Prozent höhere Lebenshaltungskosten. Im Hinblick auf den Brain Drain und im mitteleuropäischen Wettbewerb um die besten Köpfe hat Südtirol an dieser Front einen klaren Nachteil, warnt der AFI-Direktor. „Denn bei Arbeitgebern im deutschsprachigen Ausland ist die Bereitschaft für faire Löhne wesentlich stärker ausgeprägt, als wir es hier in Südtirol beobachten.“ Erfahrene Menschen über 50 wurden im Bewerbungsprozess bislang häufig als „zu alt“ ausgesondert. „Dabei wissen sie viel genauer, was sie wollen, und bleiben dem Betrieb deshalb auch eher erhalten als junge Beschäftigte“, sagt Barbara Jäger.

Foto: Cottonbro/Pexels

KANDIDATENSUCHE: 50 IST NICHT ALT!

vor allem junge Menschen nicht mehr zu halten. Denn für sie stehen die Unternehmenskultur, die Selbstverwirklichung und der Spaß an der Arbeit ganz oben in der Prioritätenliste – meist noch vor dem Gehalt. „Die Generation Z ist keineswegs so leistungsunwillig, wie oft behauptet wird“, sagt Ausserhofer. „Doch sie wollen ernst genommen werden, mitbestimmen und verstehen, warum sie etwas machen sollen.“ ENTLOHNUNG: AUFHOLBEDARF

Das Gehalt mag bei jüngeren Semestern in der Priorität nicht mehr ganz oben stehen. Dennoch hat der Wirtschaftsstandort Südtirol in Sachen Entlohnung eine offene Flanke. Das belegte erst das AFI-Barometer vom Frühjahr 2022: Nur 45 Prozent der Südtiroler Beschäftigten zeigten sich demnach mit ihrem Gehalt zufrieden. „Das hat nicht nur mit den aktuellen Preisexplosionen bei Energie und anderen Kosten zu tun“, versichert Stefan Perini, Direktor des Arbeitsförderungsinstituts Afi. „Südtirols Arbeitgeber meiden Lohnerhöhungen wie der Teufel das Weihwasser. Es scheint einfach nie die richtige Zeit für Lohnerhöhungen zu sein“, sagt der AFI-Direktor. Dazu komme, dass man sich beim Lohnniveau zu sehr am gesamtstaatlichen Niveau orientiere. Viel eher sollte man über regionale oder betriebliche Zusatzabkommen einen autonomen Weg gehen. Laut Perini liegen die Löhne in Südtirol nur 7 Prozent über 10

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Viel Potenzial gibt es auch, wenn es Arbeitgebern gelingt, an ihrem Bild vom idealen Kandidaten zu arbeiten. Wer bei der Suche weiterhin auf „männlich, dynamisch, mit drei Jahren Berufserfahrung“ setzt, fischt mit extrem viel Konkurrenz in einem Pool, dessen Bestand rückgängig ist. Warum ihn also nicht erweitern? Zum Beispiel um erfahrene Menschen über 50, die bislang häufig als „zu alt“ ausgesondert wurden. Oder um hoch qualifizierte Mütter, die Südtirols Arbeitsmarkt immer noch viel zu oft abhandenkommen? „Menschen um die 50 sind keineswegs alt, haben viel Erfahrung, wissen viel genauer, was sie wollen, und bleiben dem Betrieb deshalb auch eher erhalten als junge Beschäftigte“, sagt Barbara Jäger von Business Pool. Sie ortet in dieser unberechtigten Abwertung ein „Riesenthema“ – erst recht vor dem Hintergrund der Bevölkerungspyramide und des steigenden Pensionsalters. Immerhin stellen Beschäftigte über 50 bereits jetzt ein gutes Drittel des Arbeitsmarktes, Tendenz steigend. VEREINBARKEIT: FAMILIENVÄTER FÜR TEILZEIT GEWINNEN

Nach wie vor verliert Südtirols Arbeitsmarkt viele Frauen nach ihrer Familiengründung. „Damit geht unseren Unternehmen großes Potenzial verloren“, meint Esther Ausserhofer von Human&Human. Mit einer entsprechenden Job- und Arbeitszeitgestaltung könnten Unternehmen einen extrem wichtigen Beitrag leisten, um Frauen auch nach der Familiengründung ans Unternehmen zu binden. Modelle und Technologien dafür seien bereits vorhanden. Was fehlt, ist der kulturelle Ruck. „Wenn es uns gelingt Familienväter für Teilzeit zu gewinnen, könnten beide Eltern zu 80 Prozent arbeiten. Das wäre sowohl für Familien als auch für den Arbeitsmarkt ideal“, meint die dreifache Mutter und Personalexpertin. ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


BRANCHENREPORT

INNERHOFER AG

„IMMER MEHR UNMORALISCHE ANGEBOTE“ Die Innerhofer AG, Großhändler für Sanitärtechnik mit Hauptsitz in St. Lorenzen, beschäftigt 240 Mitarbeitende. Personalchefin Martina Kirchler setzt auf Wertschätzung.

Dennoch gibt es sowas wie eine Umkehr der Verhandlungsmacht im Personalbereich?

Foto: Manuela Tessaro

Mir passiert es immer öfter, dass mir Bewerber bei Gesprächen sagen: Ich habe noch zwei, drei weitere Gespräche, ich lasse Sie danach wissen, ob ich noch interessiert bin. SÜDTIROL PANORAMA: Das war eigentlich bis vergangenes Frau Kirchler, wie schwierig Jahr mein Part! Und dann häufen sich ist für Sie mittlerweile die die „unmoralischen Angebote“, also Personalsuche? Mitarbeitende, die attraktive Angebote von Mitbewerbern erhalten und MARTINA KIRCHLER: Bei uns mehr Gehalt verlangen, um zu bleiben. hat sich die Situation seit FebMartina Kirchler ist Personalchefin Doch darauf können und wollen wir ruar 2021 richtig zugespitzt: Bis der Innerhofer AG. uns nicht einlassen, auch weil es unfair dahin waren wir es gewohnt, gegenüber all den loyalen Kolleginnen auf ein Stellenangebot so viele und Kollegen wäre. Da ist es besser, den Fuß vom GasBewerbungen zu erhalten, dass wir entscheiden pedal zu nehmen, Ruhe zu bewahren. Die genau richtige konnten, wen wir zu einem Gespräch einladen und Bewerbung kommt bestimmt. ◀ wen nicht. So etwas gibt es nicht mehr. Mittlerweile gibt es kaum mehr Bewerbungen; selbst die Suche nach einem Hilfsarbeiter ist eine Herausforderung. Beim aktuellen Boom im Baugewerbe nicht ganz einfach?

Nein, sicher nicht. Hinzu kommen Preissteigerungen und Rohstoffknappheit, die an vielen Ecken und Enden Mehrarbeit und Nachverhandlungen verursachen. Darüber hinaus mussten wir allein 2021 zehn Pensionierungen nachbesetzen.

Mit dem WIFI auf Erfolgskurs!

Wie reagieren Sie auf all diese Herausforderungen?

Essenziell ist, in einer solchen Situation Ruhe zu bewahren, nicht nervös zu werden oder in Aktionismus zu verfallen. Wir setzen im Employer Branding nicht auf Leuchtplakate oder ein Hochrüsten von Benefits. Natürlich bieten wir eine leistungsgerechte Entlohnung und eine Reihe von Extras wie Essensgeld oder Freistellungen, die über den Kollektivvertrag hinausgehen. Doch das Wichtigste ist für mich die Beziehungsebene: die Mitarbeitenden als Menschen zu sehen, nicht nur ihren Namen, sondern auch annähernd ihre Familiengeschichte zu kennen, ihnen Wertschätzung zu geben, sie aber auch mal auf Fehler aufmerksam zu machen. Und als Arbeitgeber da zu sein, wenn es beispielsweise einen Notfall in der Familie gibt. Das alles erhöht die Wahrscheinlichkeit, unser bestehendes Team zu halten und neue Leute zu finden.

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9. Praxis-Lehrgang Führungskompetenz Souverän in Führung gehen!

In diesem Lehrgang erwerben junge Führende und Unternehmer/innen das Handwerkszeug und Knowhow, um Mitarbeiter/innen optimal zu führen. Sie entwickeln gezielt Ihre Führungspersönlichkeit und steigern Ihre Führungskompetenz. TERMIN: 20. Oktober 2022 - 09. März 2023 WIFI – Weiterbildung der Handelskammer Bozen 39100 Bozen | Südtiroler Straße 60 Tel. 0471 945 666 | wifi@handelskammer.bz.it www.wifi.bz.it

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BRANCHENREPORT

Foto: Pexels/Katie-e

Nach wie vor verliert Südtirols Arbeitsmarkt viele Frauen nach ihrer Familiengründung. „Wenn es uns gelingt, Familienväter für Teilzeit zu gewinnen, könnten beide Eltern zu 80 Prozent arbeiten. Das wäre sowohl für Familien als auch für den Arbeitsmarkt ideal“, ist Esther Ausserhofer überzeugt.

FLEXIBILITÄT: OPEN YOUR MIND!

„Wir beobachten, dass sich aktuell viele Angestellte selbstständig machen.“

Foto: Silbersalz

Esther Ausserhofer, Human&Human

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In der Pandemie ist es von einem auf den anderen Tag gelungen auf Smart Working umzustellen. Selbst Vorgesetzte, die dem Thema Homeoffice bis dahin kritisch gegenüberstanden, haben erkannt, dass Beschäftigte keineswegs weniger arbeiten, wenn sie von zu Hause aus arbeiten. Damit wurde der Weg für mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Arbeitsorten geöffnet. Und damit ergeben sich auch neue Möglichkeiten, der Personalknappheit zu begegnen. „Wir beobachten, dass sich aktuell viele Angestellte selbstständig machen – auch mit der Bereitschaft in begrenztem Ausmaß weiterhin für ihr bisheriges Unternehmen zu arbeiten“, sagt Ausserhofer. Vorgesetzte sollten das nicht als Vertrauensbruch sehen, sondern die flexible Zusammenarbeit bestmöglich nutzen. WORK-LIFE-BALANCE: ARBEIT IST NICHT ALLES

Last, but not least: Es ist an der Zeit, das Thema Life-Balance oder Work-Life-Balance ernsthaft anzugehen. Denn nicht nur junge Menschen sind durch die Erfahrungen während der Pandemie zur Einsicht gelangt, dass Arbeit nicht alles ist. Immer mehr Beschäftigte wollen den Rhythmus und die Art, wie sie ihre Arbeit erledigen, selbst bestimmen. Dieses wachsende Bedürfnis Südtirol Panorama | 01.2022

sollten Arbeitgeber ernst nehmen. Viele Betriebe sind bereits dabei, das richtige Gleichgewicht zwischen Präsenz und Remote Working zu finden. Und einzelne Betriebe setzen bereits auf die 4-Tage-Woche. Dass diese auch im Handwerk funktionieren kann, führt das Brunecker Unternehmen Raffin GmbH seit mehr als drei Jahren vor. Anfangs waren die Geschäftsleiter Markus Raffin und Christoph Gasser noch besorgt, wie sich das Wegfallen eines ganzen Arbeitstages auf die Geschäftsentwicklung auswirken wird. Drei Jahre später wissen sie: Der Umsatz ist gestiegen, die Mitarbeiterzahl konnte von zehn auf über 20 verdoppelt werden und die Produktivität hat spürbar angezogen. Ihr Team schafft es, die Arbeiten auf den Baustellen so effizient zu organisieren, dass der fünfte Tag der Woche tatsächlich frei bleibt. Wie es funktioniert? Mit einer Stunde mehr pro Tag, viel Eigenverantwortung und entsprechender Motivation. DAS FAZIT

Die Veränderung auf dem Arbeitsmarkt lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Doch jedes Unternehmen kann einen eigenen Zugang finden, sich dieser Herausforderung zu stellen und mit ihr zu wachsen – mutig, kreativ, mit offenem Geist und wichtig: im Team. ◀ SUSANNE PITRO

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PR-INFO

BEGEISTERUNG, DIE ANHÄLT

Finstral gehört zu den führenden Fensterherstellern Europas und gilt zudem als Innovationsführer. Der Blick hinter die Kulissen offenbart die überraschend faszinierende Welt der Fenster und eine Unternehmenskultur, die begeistert.

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ch habe Fenster zuerst für langweilig gehalten“, gibt selbst Finstral-Gründer Hans Oberrauch zu. „Aber das Thema Fenster hört nie auf.“ Man kann erahnen, was das bedeutet, wenn man ein Finstral Studio besucht. Ob Dämmwerte, Materialien, Montagemethoden oder die Recyclingfähigkeit – es scheint kein Thema zu geben, zu dem im Schauraum kein Muster zu finden wäre. „Wir sind halt echte Fenster-Nerds!“, sagt Florian Oberrauch, Vize-Präsident und Neffe des Gründers. „Wir machen nahezu alles selbst. Denn wer etwas richtig machen will, der muss es selber machen. Von der Entwicklung über die Produktion bis zu Montage und Vermarktung.“ Finstral beschäftigt 1.600 Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte davon sind über 10 Jahre dabei, fast 300 von ihnen über 25 Jahre. Gute Entwicklungsperspektiven und Möglichkeiten zur Fortbildung, vom Sprachenlernen über Computerkurse bis zu dualen Studiengängen, werden systematisch angeboten. So wundert es nicht, dass viele Mitarbeiter, die heute leitende Funktionen übernehmen, ihr Arbeitsleben einst bei Finstral begonnen haben. 1969 gegründet, ist das Unternehmen inzwischen in zweiter Generation im Familienbesitz und ge-

hört mit rund 200 Millionen Euro Umsatz zu den größten der Branche. In seinen 14 Werken betreibt Finstral eine der modernsten Fensterfertigungen Europas. „Wir wollen wachsen und zum führenden Premium-Hersteller für Fenster, Haustüren und Wintergärten in Europa werden“, formuliert Joachim Oberrauch, Präsident des Verwaltungsrats, das Unternehmensziel.

Aktuelle Stellenausschreibungen finden Sie ❧ unter: www.finstral.com/jobs

Raum für Entwicklung: Wir unterstützen die persönliche und fachliche Fortbildung unserer Mitarbeiter.

Florian Oberrauch, Vize-Präsident bei Finstral: „Wir machen nahezu alles selbst. Denn wer etwas richtig machen will, der muss es selber machen.“

Joachim Oberrauch, Präsident des Verwaltungsrates bei Finstral: „Fenster sind ein nachhaltiger Teil der Lösung für die Herausforderungen unserer Zeit.“

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Zuverlässiger Arbeitgeber: Finstral bietet die Sicherheit eines soliden Unternehmens in einer zukunftssicheren Branche.

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Finstral AG Gastererweg 1 | 39054 Unterinn/Ritten T. 0471 296611 | finstral@finstral.com www.finstral.com

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PR-INFO

DIE ITBRANCHE BOOMT WEITER!

Würth Phoenix, der IT-Dienstleister der Würth-Gruppe mit Sitz in Bozen, wächst stabil.

Die Option, bis zu drei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten zu können, wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Würth Phoenix allseits geschätzt und gehört zum „New Normal“.

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ie Corona-Pandemie hat den Trend zur Digitalisierung beschleunigt und zu einem starken Wachstum in der Informationstechnik geführt. Würth Phoenix, ein zur Würth-Gruppe gehörendes Software-Dienstleistungsunternehmen, entwickelt und implementiert seit über 20 Jahren Business Software-Lösungen in den Bereichen ERP und CRM (auf Basis von Microsoft Dynamics 365), IT System & Service Management, Cyber Security und Business Intelligence. Das Unternehmen konnte auch während der Corona-Pandemie konstante Umsatzzuwächse verzeichnen. IT Fachkräfte nach wie vor sehr gefragt Einhergehend mit den Umsatzzuwäch-

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sen steigt auch der Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften. Aktuell beschäftigt Würth Phoenix rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Bozen, Rom und Mailand und plant in diesem Jahr einen weiteren Personalaufbau von knapp 15 Prozent.

Würth Phoenix Your IT-Partner • • • •

Gründung: 2000 in Bozen Standorte: Bozen, Rom und Mailand Mitarbeiter: 200 Schwerpunkte: Business Software Dienstleistungen

„Für unser internationales Beratungsgeschäft suchen wir derzeit IT-Consultants und Projektmanager, welche die Implementierung unserer IT-Lösungen bei unseren Kunden professionell begleiten. Wir sind außerdem allzeit auf der Suche nach talentierten Software-Entwicklern, welche an der Weiterentwicklung unserer Produkte mitarbeiten. Auch im Service Desk haben wir einige offene Positionen zu besetzen“, sagt Kathrin Garbislander, Personalleiterin bei Würth Phoenix. Wie sieht der Arbeitsalltag bei Würth Phoenix aus? „Die Pandemie hat den Arbeitsalltag völlig verändert. Der traditionelle Arbeitsplatz

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PR-INFO

ist hybriden Arbeitsplatzmodellen gewichen und bietet den Mitarbeitenden die Möglichkeit, im Wechsel zwischen Homeoffice und Büro zu arbeiten und die Vorteile dieser Flexibilität zu nutzen“, meint Garbislander. Die Option, bis zu drei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten zu können, wird von den Mitarbeitenden allseits geschätzt und gehört zum „New Normal“. Dennoch wird der persönliche Austausch bei Würth Phoenix nach wie vor großgeschrieben. Die Bürotage aber auch die regelmäßig stattfindenden Team-Events werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerne genutzt, um den persönlichen Kontakt zu Kollegen zu wahren und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Was sagen die Mitarbeitenden über Würth Phoenix? Patrick Zambelli, Team Leader Technical Consulting: „Ich verantworte die Abwicklung unserer IT-Kundenprojekte vorwiegend am deutschsprachigen Markt. Zu meinem Aufgabenbereich gehören die Abstimmung der Anforderungen unserer Kunden und die Planung zur Durchführung. Der Arbeitsalltag ist sehr vielseitig, aber nach einem Plan strukturiert. Zunehmend gewinnt insbesondere das Thema IT-Sicherheit an Gewicht, Cyber-Attacken sind leider aktueller denn je. Die Vielfalt der Tätigkeit und die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Expertenteams sorgen dafür, den Arbeitstag nie eintönig werden zu lassen.“ Patrick Stofner, Business Consultant: „Ich bin seit einem halben Jahr bei Würth Phoenix, wo ich als Business Consultant im ERP-Team arbeite. Die rasant fortschreitende Digitalisierung in allen uns umgebenden Bereichen inspirierte mich schon seit meiner Kindheit. Durch meinen Job habe ich nun die Möglichkeit, diverse Unterneh-

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Würth Phoenix Johann Kravogl Str. 4, 39100 Bozen T. +39 0471 564 111 (HQ) Info@wuerth-phoenix.com www.wuerth-phoenix.com/jobs

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Kathrin Garbislander ist Head of Human Resources von Würth Phoenix.

Würth Phoenix beschäftigt an den Standorten Bozen, Rom und Mailand rund 200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Für 2022 ist ein weiterer Personalaufbau von knapp 15 Prozent geplant.

men im Prozess der Digitalisierung zu begleiten. Mithilfe unserer Business Software unterstützen wir unsere Kunden dabei, Unternehmensprozesse optimaler zu gestalten und deren Effizienz enorm zu steigern. Ein großes Know-how unseres Produktes

und der branchenspezifischen Arbeitsweisen ist für meine Tätigkeit unbedingt erforderlich. Würth Phoenix hat mich durch zahlreiche Trainings- und Fortbildungsmöglichkeiten auf meinen Job vor❧ bereitet.“

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Arbeitswelt 2050: Wer überlebt? Roboter und Algorithmen werden repetitive Jobs an Fließband oder Kasse überflüssig machen. Doch wohin führt uns der technische Fortschritt? Und welche Berufe werden von der Automatisierung erfasst? Ein Gespräch mit dem Trendforscher Tristan Horx.

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JOBS DER ZUKUNFT Roboterpsychologen gesucht! Koordinatoren, die sowohl die Robotersprache als auch die menschliche Sprache sprechen, werden in Zukunft extrem gefragt sein.

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jungen Trend- und Zukunftsforschung und tritt zugleich in die Fußstapfen seiner Eltern: Vater Matthias Horx gilt als einflussreichster Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum und ist Gründer des Zukunftsinstituts, Mutter Oona Horx-Strathern ist Trendund Zukunftsforscherin mit Fokus auf Wohnen, Bauen und Architektur. Was in Punkto Jobs auf die Generationen Z und Alpha zukommt, erklärt der Trendforscher Tristan Horx im Interview.

SÜDTIROL PANORAMA: Herr Horx, werfen wir einen Blick ins Jahr 2050: Mit welchen Jobs werden wir es zu tun haben? TRISTAN HORX: Bis 2050 werden

wir völlig neue Berufsbilder haben, spannende Jobs, die sich aus mehreren Spezialisierungen zusammensetzen. Roboterpsychologen oder Digitalübersetzer etwa. Berufe mit enormen Zukunftschancen und sehr viel Wachstumspotenzial. Darunter Südtirol Panorama | 01.2022

Foto: Rawpixel

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n Robotern und künstlicher Intelligenz führt kein Weg vorbei. In den kommenden Jahrzehnten können immer mehr Aufgaben von Maschinen erledigt werden. Aber wird der technologische Wandel auch Jobs vernichten und wenn ja, welche? Darüber hat Südtirol Panorama ein Gespräch mit Tristan Horx geführt. Der gebürtige Hamburger lebt in Wien und ist einer der gefragtesten Junior-Futuristen. Der 28-jährige Kultur- und Sozialanthropologe vertritt die Sichtweise der

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JOBS DER ZUKUNFT versteht man Koordinatoren, die sowohl die Robotersprache als auch die menschliche Sprache sprechen. Können Sie das etwas genauer erklären?

Welche Jobs werden bis 2050 vom Arbeitsmarkt verschwinden?

Lkw-Fahrer haben also doch noch Überlebenschancen?

Berufe mit extrem hohen Redundanzen und Wiederholungen. Diese Jobs werden zunehmend von Robotern und künstlicher Intelligenz abgelöst. In der Buchhaltung, im Banken- und Versicherungswesen, aber auch in der Produktion und Industrie werden eine ganze Menge an Jobs wegfallen.

Wer in diesem Bereich top spezialisiert ist, durchaus. Jemand muss doch die selbstgesteuerten Lkw-Kolonnen überwachen oder bei Notfällen eingreifen können! Top-Spezialisten sind ohnehin auf der sicheren Seite. Etwa in der Radiologie. Obwohl bis 2030 rund 80 Prozent der radiologischen

Foto: vyhnalek.com

Ganz einfach, die Technologie wird immer kleinteiliger und für Laien immer unverständlicher. Die Führungsriege in vielen Unternehmen ist zwar erfahren, hat aber auch ein gewisses Alter und schreckt vor Technologie und Digitalisierung zurück. Für diese Bereiche holen sie sich junge Nerds ins Haus. Das Problem nur: Die beiden Welten verstehen einander nicht mehr. Entsprechend braucht es eine Figur, die beide Welten zusammenführt.

Für die menschliche Sprache ein Pädagogikstudium sowie ein empathisches Training, für die Robotersprache eine IT- und Informatikausbildung. Diese spannende Kombination wird Zukunft haben.

Und auch den Beruf des Kassierers oder des Lkw-Fahrers wird es in der Form, wie wir ihn heute kennen, nicht mehr geben. All diese Berufe verschwinden nicht völlig vom Markt, aber die Menge an Arbeitskapital, die Menschen in diese Jobs investieren, wird drastisch abnehmen.

Und welche Ausbildung sollte dieser Koordinator mitbringen?

Der Trendforscher Seit 2017 arbeitet Tristan Horx in dem von seinem Vater Matthias Horx gegründeten Zukunftsinstitut. Sein Fokus: Digitalisierung, Lifestyle, Globalisierung und Generationenwandel. Als Host des Zukunftsinstitut-Podcasts „Treffpunkt: Zukunft“ lädt er regelmäßig führende Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Kultur zur Reflexion über Zukunftsfragen ein.

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JOBS DER ZUKUNFT certum an Bedeutung gewinnen. Und irgendwann werden wir auch eine Digital-Nato oder eine Digital-UN brauchen, die unseren Informationsverkehr im digitalen Netz verbessert. Welche Jobs lassen sich auch 2050 nicht robotisieren?

Roboter und künstliche Intelligenz werden den Menschen nie vollständig ersetzen. Eigenschaften wie Zwischenmenschlichkeit und Empathie werden Roboter bis dahin nicht beherrschen. Auch 2050 nicht. Entsprechend werden gewisse Berufe, wie jener der Pflege, nicht nur Bestand haben, sondern zu Top-Jobs avancieren. Auch da unsere Lebenserwartung zunimmt und wir immer länger gepflegt werden müssen.

Foto: Freepik

Dabei sollen doch Roboter die Pflege von Menschen übernehmen?

„Die meisten neuen Berufe werden im Bereich Digitalisierung entstehen“, sagt Horx. So wird es VR-Creators geben, die visuelle Welten erschaffen.

Leistungen von einem Rechner ausgewertet werden, bei komplexeren Fällen wird auch in Zukunft ein Top-Radiologe zu Rate gezogen. Wie erkennt man, ob der eigene Job eine Überlebenschance hat?

Indem man sich die Frage stellt, wie oft man dieselbe Tätigkeit ausübt. Je mehr Wiederholungen es gibt, umso gefährdeter ist der Job. Welche neuen Berufsbilder werden sich ergeben?

Das ist branchenabhängig. Die meisten neuen Berufe werden im Bereich Digitalisierung entstehen. Es wird VR-Creators geben, die selbst zugeschnittene visuelle Welten erschaffen. Neue Jobs werden sich auch im Bereich Nachhaltigkeit ergeben. Wir werden es mit Energie-AutarkieBeauftragten zu tun haben, die kontrollieren, ob die immer autarkeren Energie-Communities auch wirklich 20

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autark agieren. Ganz dringend werden wir Greenwashing-Polizisten brauchen, die überprüfen, ob ein Unternehmen auch wirklich ökologisch arbeitet. Auch der Job des urbanen Energiegestalters wird sich ergeben. Menschen also, die Ideen entwickeln, wie bereits verbaute Flächen ökologischer gestaltet werden können. Im Bereich Mobilität werden wir früher oder später auch Drohnenpolizisten brauchen, die den Drohnen-Luftraum überwachen, oder Verkehrskontrolleure, die den automatisierten Verkehr auswerten und verbessern. Und welche neuen Jobs werden sich im Social-Media-Bereich ergeben?

Ich hoffe, dass sich der Beruf des Influencers wandelt und zwar hin zu einem Sinnfluencer. Wo nicht nur die Selbstinszenierung, der Konsum und der Protz im Vordergrund stehen, sondern ökologische oder soziale Werte – hier wird das Mikro-Influen-

Das stimmt. In Seniorenheimen in China ist das auch bereits der Fall. Aber möchten Sie irgendwann von einer Roboter-Pflegekraft gepflegt werden? Ich nicht! Und ich denke auch nicht, dass es in Europa soweit kommen wird. Menschliche Würde hat bei uns einen anderen Stellenwert. Wobei: Physisch anstrengende Pflegeaufgaben, wie das Heben und Wenden von alten Menschen, werden auch bei uns Roboter übernehmen, nicht aber die empathische Komponente. Grundsätzlich gilt: Physisch anstrengende Berufe werden zunehmend von Robotern ersetzt. Sie verschwinden schneller, als uns lieb ist. Das hat auch was Gutes: Dank Automatisierung und Denkmaschinen muss sich kaum noch jemand körperlich abrackern. Werden wir auch weniger arbeiten?

Ich hoffe inständig, dass wir uns bis 2030 vom Würgegriff des Industriezeitalters befreien. Dann ist hoffentlich die völlig überholte 40-StundenWoche Geschichte. Dieses von den Gewerkschaften erwirkte Modell, das im vorigen Jahrhundert durchaus seine Berechtigung hatte, ist mittlerweile nur noch peinlich. ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


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„Je mehr Wiederholungen es gibt, umso gefährdeter ist der Job“, ist Tristan Horx überzeugt. Berufe mit extrem hohen Redundanzen und Wiederholungen werden zunehmend von Robotern und künstlicher Intelligenz abgelöst.

Warum?

Ohne mich politisch in eine Ecke drängen zu lassen, aber: Leistung muss sich wieder lohnen. Und Anwesenheit ist nun mal nicht mit Produktivität gleichzusetzen. Ganz ehrlich, kaum jemand arbeitet mehr als vier Stunden täglich produktiv am Rechner. Die restliche Zeit des Tages sitzt man ab. Das kann es nicht sein. Wir müssen in Zukunft nicht von Stunden sondern von Leistung sprechen. Ist die 4-Tage-Woche also auch nicht die Lösung?

Das ist doch derselbe Blödsinn wie die 40-Stunden-Woche. Noch einmal: Es geht um die Leistung und nicht um die Arbeitszeit. Wir werden in Zukunft sicher weniger arbeiten. 22

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Und wir werden nur noch Tätigkeiten nachgehen, die wir mit einem inneren Sinn und einer gewissen Befriedigung verrichten. Die Menschen werden nicht arbeiten, weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Und wie soll das funktionieren, angesichts der drohenden Rezession, den steigenden Energiekosten, dem Krieg in der Ukraine und einer noch immer nicht ausgestandenen Corona-Pandemie?

Die jüngsten Krisen haben uns gezeigt: Wir werden die Fertigung wieder nach Europa holen müssen. Wir werden wieder Fabriken aufbauen müssen. Und das schafft Arbeitsplätze. Auch das kleinteilige Handwerk wird ein Revival erleben. Durch die Automatisierung und die

Massenfertigung werden die alten Handwerksberufe aufgewertet. Unikate, wie handgeschnitzte Holzfiguren, werden einen viel höheren Wert erzielen als Figuren aus dem 3D-Drucker. Kreativität lässt sich von Robotern nicht ersetzen. Würden Sie diese Handwerksberufe als krisensicher bezeichnen?

Ja, durchaus. Als wirklich krisensicher würde ich aber Jobs wie Ingenieure oder Mechatroniker bezeichnen. Schließlich muss die gesamte Technologie, die wir für die Digitalisierung brauchen, ja von jemandem gebaut werden. Wer für die Zukunft gewappnet sein möchte, sollte sich also unbedingt ein Grundwissen in der Programmierung aneignen. Je besser man die Technik versteht, umso leichter ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


JOBS DER ZUKUNFT kann man mit den digitalen Entwicklungen Schritt halten. Hat denn der Beruf des Übersetzers eine Überlebenschance?

Ich bin überrascht, wie lange sich dieser Job schon halten kann. Ein Beweis, wie komplex Sprache ist. Aber die künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant. 2050 werden wir bei einer UN-Veranstaltung sicher keinen Dolmetscher mehr brauchen. Bis dahin kann die künstliche Intelligenz wohl auch Dialekte übersetzen. Und welche Zukunft geben Sie uns Journalisten?

Journalisten werden in Zukunft vor allem Informationen kuratieren. Inmitten der Nachrichtenflut wird es einer der wichtigsten Berufe überhaupt. Der Journalist wird zu einer Schnittstelle, der einordnet, welche Information relevant und wirklich wichtig ist.

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„Die Schule muss sich mehr in Richtung Talentschmiede entwickeln.“ Tristan Horx

Ausbildung. Das Schulsystem muss sich grundlegend ändern. Die Schule muss sich mehr in Richtung Talentschmiede entwickeln. Sie muss Kinder und Jugendliche aber auch auf Menschlichkeit und Zwischenmenschlichkeit vorbereiten. Und sie nicht dazu verdonnern, historische Ereignisse auswendig zu lernen. Aber geht das nicht auf Kosten der Allgemeinbildung?

Muss sich das Ausbildungssystem ändern?

Wir müssen stärker auf Spezialisierung und Talentförderung setzen. Und zwar möglichst früh. Erfolgt die Spezialisierung zu spät, dann ist der Job längst überholt. Ausbildung und mit 60 in den Ruhestand, diese Zeiten sind vorbei. Der Karriereweg verläuft nicht mehr geradlinig, die Multigrafie erlaubt verschiedene Karrieren. Das hat auch Auswirkungen auf die

Daten und Fakten kann ich doch jederzeit über mein Smartphone abrufen. Junge Leuten müssen den Kontext verstehen, etwa wie es zum Ersten Weltkrieg kam. Das ist entscheidend und nicht, wann welche Schlacht geschlagen wurde. Und man muss ihnen erklären: Wie komme ich an Quellen und wie vertrauenswürdig sind sie? Ich wünsche mir, dass der Beruf des Lehrers wieder zu den Top-Jobs zählt. ◀ VERENA PLIGER

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Die Unternehmen der familiengeführten Rubner Gruppe setzen seit mehr als 90 Jahren Maßstäbe im innovativen und nachhaltigen Holzbau. Diese Branche eröffnet eine Reihe spannender Einstiegsmöglichkeiten und Karrierewege.

„Roots“, Deutschlands höchstes Holzhochhaus, wird künftig Teil des Entrées für das Hamburger Elbbrückenquartier.

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eter Rubner, der Präsident der Rubner Gruppe, ist überzeugt: „Bauen mit Holz hat nicht nur lange Tradition, sondern vor allem auch Zukunft.“ Das gilt speziell für die Berufs-, Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn die Menschen spielen in den Unternehmen der familiengeführten Gruppe eine zentrale Rolle. Auf Basis ge-

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meinsam vereinbarter Grundhaltungen und Wertevorstellungen wird unkompliziert und zuverlässig gearbeitet. Berufliche Vielfalt. Die Unternehmen der Rubner Gruppe sind breit aufgestellt und decken von der Beschaffung des Rohmaterials in PEFC-zertifizierten Forstbetrieben bis zum fertigen Objekt in Holzbauweise alle

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uns Baue gesunde mit uns Lebensräugesunde LebensräuBaue mit uns gesunde Lebensräuolz. me Unterstütze aus Holz. unsere Unterstütze me ausunsere Holz. Unterstütze unsere men Unternehmen in folgenden in Befolgenden UnternehmenBein folgenden Bereichen: reichen:

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siness IT als Analyst Business oder Analyst IT als Business oder Analyst oder raum geprägtes Arbeitsumfeld vor, in dem eentwickler Softwareentwickler (m/w/d) (m/w/d) Softwareentwickler (m/w/d) sich jeder individuell (weiter-)entwickeln

kann. Bernhard Engl, Verwaltungsrat der Rubner Holding AG, berichtet von seinem beruflirt? Wir Interessiert? freuen uns Wir darfreuen Interessiert? uns Wir darfreuen uns darchen Werdegang: „Ich habe als ausgebildeter Tischler bei Rubner Türen als Projektleikennenzulernen auf, Dich kennenzulernen auf, Dich kennenzulernen ter für die Einführung einer ERP-Software begonnen. Nach kurzer Zeit taten sich neue Recruiting er, Head Ines Koster of Recruiting , Head of Ines Koster, Head of Recruiting Möglichkeiten in der Rubner Gruppe auf und 0474 Tel.: 563 +39 755 0474 563 755 Tel.: +39 0474 563 755 ich durfte mich bei diversen Themen im Un@rubner Mail:.com job@rubner .com Mail: job@rubner.com ternehmen einbringen.“ Seine Funktionen führten über die Projektleitung, Forschung und Entwicklung, Technische Leitung, Beratung für Technik und Projektmanagement hin zu seiner heutigen Funktion als Stabstelle Entwicklung & Supervision sowie Verwaltungsrat in der Rubner Holding. „Wir setzen auf kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu uns passen. Laufende persönliche wie fachliche Weiterentwicklungsmaßnahmen sowie AufPeter Rubner, Präsident der Rubner Holding AG. stiegsmöglichkeiten sorgen dafür, dass wir gemeinsam die Zukunft des Unternehmens sichern“, fasst Peter Rubner zusamRubner Holding. Ebenso vielfältig wie die ❧ men. ationen Informationen zu diesen und zu diesen Informationen und zu diesen und Unternehmen zeigt sich die berufliche Vielfalt, sprichwörtlich von A bis Z – von Arbeitsen Stellenangeboten weiteren Stellenangeboten weiteren Stellenangeboten vorbereitung über IT, Produktion und Techfindest Du hier: findest Du hier: findest Du hier: infobox nik bis hin zu Zimmerern.

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Der Eisacktaler Georg Mair arbeitet seit acht Jahren in München. Bis Jänner als PR-Manager bei Loews, seit Jahresanfang als PR- und Social-Media-Manager bei „Fab4Media“.

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it sozialen Netzwerken wie YouTube oder Instagram reich zu werden: ein weitverbreiteter Traum junger Menschen. Schließlich sind die Digital Natives mit dem Smartphone aufgewachsen und verbringen viel Zeit mit Internetstars, denen dies tatsächlich gelungen ist. Influencer gelten als digitale Meinungsmacher oder Multiplikatoren. Sie bauen sich mit ihren Texten, Bildern und Videos eine eigene Community auf und werden von der Industrie als vielversprechende Werbeträger entdeckt. Wie traumhaft ist es aber tatsächlich, den eigenen Lebensunterhalt mit Posts auf Social Media zu verdienen, und was braucht es, um dort Erfolg zu haben? Der gebürtige Brixner Georg Mair kennt das Geschäft. Seit Anfang des Jahres arbeitet der PR-Spezialist bei der Münchner Agentur „Fab4Media“, die sich seit 2013 im Bereich Influencer-Marketing und Talent-Management einen Namen gemacht hat.

„Nur schön zu sein, reicht nicht“ Der Boom der sozialen Medien hat ein neues Berufsbild geschaffen: Influencer. Der Job genießt unter jungen Menschen Kultstatus und revolutioniert gerade den Werbemarkt. Dahinter steckt aber harte Arbeit, weiß der Südtiroler PR-Experte Georg Mair.

SÜDTIROL PANORAMA: Herr Mair, was macht eine Agentur wie „Fab4Media“? GEORG MAIR: Wir bieten unseren Talents einen 360-Grad-Service an, der von Kooperationsverhandlungen und Vertragsabschlüssen mit Unternehmen über Pressearbeit bis hin zur Organisation von Reisen reicht. In den vergangenen Monaten waren wir beispielsweise auf der Fashion Week in Mailand, um unsere Talents dort in einem internationalen Fashion-Umfeld zu positionieren. Und im April waren wir für zwei Wochen auf dem Coachella Festival in Palm Springs.

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Foto: Silbersalz

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JOBS DER ZUKUNFT Im April war Georg Mair mit diesen Talents für zwei Wochen auf dem Coachella Festival in Palm Springs. „Bilder von diesem ‚Place to be‘ zu teilen, stärkt die persönliche Marke der Influencerinnen“, sagt Mair.

Wenn unsere Talente von einem solchen ‚Place to be‘ Bilder teilen, stärkt das ihre persönliche Marke. Im vergangenen Jahrhundert gab es das Versprechen, es vom Tellerwäscher zum Millionär zu schaffen. Sind Influencer oder Talents, wie Sie sie nennen, die digitale Version dieses Traums?

Also um die ganze Welt reisen, teure Produkte geschenkt bekommen, mit tollen Fotografen zusammenarbeiten – und im besten Fall eine weltweite Berühmtheit und millionenschwere Unternehmerin wie Chiara Ferragni werden?

Chiara Ferragni bleibt bis heute das absolut bekannteste Gesicht dieses Phänomens. Sie war auch von Beginn an mit dabei. Mit ihrem Blog „The Blonde Salad“ war sie unter den Ersten, die verstanden haben, wie man digitale und soziale Medien monetär für sich nutzen kann, wie man daraus ein Business macht. Anfangs eben noch als Bloggerin, die sich mit Themen wie Lifestyle und Fashion eine eigene 28

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Foto: Privat

Ob wir sie nun Influencer, digitale Talente oder Content Creators nennen: Damit verbunden ist das Versprechen, dass jede und jeder berühmt werden kann. Diesbezüglich haben das Internet und soziale Medien eine absolute Demokratisierung mit sich gebracht. Was früher extrem privilegierten Personen oder Ausnahmeerscheinungen beschert war, wie den Super-Models der Neunziger- und Nullerjahre, steht heute theoretisch allen offen, die ein gutes Handy und einen Instagram-Account haben.

Community schuf. Und als dann Mitte der Nullerjahre Facebook und später Instagram immer beliebter wurden, wanderte sie mit ihrer Community in die sozialen Netzwerke und professionalisierte sich zusehends. Und damit war der Traumberuf Influencer geboren?

Ja, wobei man eine Chiara Ferragni nicht einmal mehr als Influencerin bezeichnen würde. Sie ist mittlerweile vor allem ihre eigene Marke, ein VIP, die weltweite Bekanntheit genießt und mehr als 27 Millionen Follower hat.

Wie leicht ist es nun tatsächlich, einen solchen Erfolg zu wiederholen?

Mittlerweile wird es immer schwieriger, überhaupt wahrgenommen zu werden. Das war vor zehn Jahren noch weit leichter, doch heute ist die Konkurrenz einfach unfassbar groß. Es ist ein absoluter Irrglaube, dass sich mit ein paar coolen Fotos und Klicks das große Geld verdienen lässt. Wer diesen Job richtig machen will, muss sich im Klaren sein, dass es ein Vollzeitjob ist. Und das nicht von Montag bis Freitag, sondern 24/7, 365 Tage im Jahr. Sprich: Du musst immer ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl

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Wie viele Interaktionen braucht es also für eine gute Performance?

Bleiben wir bei Instagram, für das Firmen die größten Budgets bereitstellen. Dort hat man drei ständige Baustellen: einerseits die Storys, die nach 24 Stunden wieder verschwinden. Ideal wäre hier schon sechs bis acht Mal am Tag etwas online zu stellen. Dazu sollte mindestens ein Post täglich kommen, plus noch drei bis vier Reels, also Videoformate, pro Woche. Natürlich sind das Idealvorstellungen. Doch wer diese erfüllt und auch gute Inhalte kreiert, kann wachsen. Und genau darum geht es schließlich: immer mehr Menschen an dich zu binden, die deine Beiträge anschauen, sie liken und kommentieren. Und das wiederum ist der Maßstab, nach dem Unternehmen Influencer auswählen?

Influencer-Marketing hat sich in den vergangenen Jahren extrem professionalisiert. Vor zehn Jahren zählten noch allein die Follower. Mittlerweile wollen Unternehmen die Insights der Profile sehen. Sie sehen also nicht nur, wie viele Personen eine Story oder einen Post gesehen haben, sondern erhalten über diese noch weitere Infos wie Geschlecht, Wohnort oder Altersgruppe. Solche Kenn30

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Und vielfach hat man nicht einmal Macht darüber, wie gut es läuft. Es reicht, dass der InstagramAlgorithmus dir mal nicht wohlgesonnen ist und deine Storys verlieren an Reichweite – obwohl du alles gleich gut gemacht hast.

Foto: Alberto Pizzoli/AFP

präsent sein! Sobald du es nicht bist, bestraft dich der Instagram-Algorithmus sofort. Je weniger Storys am Tag jemand macht, je weniger Posts in der Woche abgesetzt werden, desto schlechter wird die Performance. Und Performance ist in den vergangenen Jahren alles geworden.

„Chiara Ferragni ist ihre eigene Marke.“ Die Italienerin Chiara Ferragni, 35, gilt als berühmteste Influencerin. Auf Instagram hat sie 27 Millionen Follower. Ihre Karriere startete sie 2009 mit ihrem Modeblog „The Blonde Salad“. „Sie hat als eine der Ersten verstanden, wie man digitale und soziale Medien monetär für sich nutzen kann. Heute ist sie Unternehmerin und ihre eigene Marke“, sagt Georg Mair. Ferragni ist Mutter von zwei Kindern und mit dem Rapper Fedez verheiratet. Die Familie urlaubt regelmäßig auf der Seiser Alm.

zahlen sind heute viel wichtiger als die Zahl der Follower. Denn es gibt Profile, die bei 100.000 Followern nur 500 Menschen mit einer Story erreichen; andere erreichen mit einer Story 5.000 Menschen und haben „nur“ 40.000 Follower. Das heißt, dieser vermeintliche Traumberuf ist mit ganz schön viel Druck verbunden?

Absolut! Es gibt heute Unternehmen, die Influencer-Marketing wie einen weiteren Vertriebskanal behandeln. Daran merkt man erst, wie performancegetrieben alles ist. Wenn solche Kooperationen rein auf Basis der Verkaufszahlen bewertet werden, lastet ein unfassbarer Druck auf dir.

Gibt es so was wie generelle Erfolgsfaktoren, die erklären, warum manche Influencer den Durchbruch schaffen und andere nicht?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Frauen besser funktionieren als Männer; vor allem, weil sich Frauenprodukte besser verkaufen. Darüber hinaus wird es schon schwierig, pauschale Antworten zu liefern. Klar ist, dass sich ein Profil so gut wie möglich von der breiten Masse abheben sollte: durch die Bildsprache, durch immer wiederkehrende Motive, durch Humor. Man muss in jedem Fall einen Mehrwert schaffen, um Menschen auf das eigene Profil zu bringen, man sollte etwas verkörpern, für etwas stehen. Und dafür braucht es schon eine klare Message. Nur schön zu sein, reicht sicherlich nicht mehr. Wichtig ist natürlich auch eine gute Ausdrucksweise und man darf keine Scheu haben vor der Kamera zu agieren – denn Videos schaffen viel mehr Nähe als statische Fotos. Gibt es Themen, die besonders boomen?

Aktuell zählt dazu sicher das Thema Nachhaltigkeit. Dauerbrenner sind Fashion und vor allem der Beautymarkt, weil es dort große Marketingbudgets gibt. Auch Nahrungsergänzungsmittel funktionieren gut. ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


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JOBS DER ZUKUNFT Die Fashion Week in Mailand zählt zu den wichtigsten Events des Jahres. „Ideal, um unsere Talents in einem internationalen FashionUmfeld zu positionieren“, sagt Mair.

Vertrag, für die nicht denkbar ist, ihre Kinder zu zeigen, obwohl sie genau wissen, dass es ihrem Engagement etwas bringen würde. Und dann gilt es ja auch noch, auf Kommentare und Direct Messages zu reagieren?

Foto: Fab4Media/MaxRankl

„Sobald du nicht präsent bist, bestraft dich der Algorithmus.“ Georg Mair

Das ist ganz wichtig, denn sonst wird es schwierig, Bindung zu deiner Community aufzubauen. Einige unserer Talents haben jemanden engagiert, der sie bei ihrem Community Management unterstützt; anders ist das ab einem bestimmten Level nicht mehr schaffbar. Was die Leute oft vergessen: Es geht ja nicht nur darum Inhalte zu kreieren, sondern das ganze Spektrum eines Selbstständigen abzudecken: vom Netzwerken bis zum Rechnungenschreiben, von Verhandlungen mit Kunden bis zur Steuererklärung. Kurzum: ein Traumberuf, der ganz schön viel Knochenarbeit erfordert?

Allgemein verkauft sich über Social Media alles gut, wo die Hemmschwelle für einen Online-Kauf relativ niedrig ist. Warum setzen immer mehr Unternehmen auf Influencer statt auf traditionelle Marketingkanäle?

Ein solch „lebendiger Werbeträger“ weiß einfach genau, was sie oder er tun muss, um bei der jeweiligen Community am meisten Erfolg zu haben. Bei Werbung, die über eine Person transportiert wird, spielt Emotion und Empathie eine große Rolle. Wenn ein Produkt auf authentische Weise in die Story deiner Lieblings-Influencerin eingebaut ist, hat das halt einen ganz 32

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anderen Effekt als etwa eine Werbeanzeige in einer Zeitschrift. Das ist dann in etwa so, als ob mir eine Freundin ein Produkt empfehlen würde …

Genau. Viele Menschen sehen ihre Lieblingsinfluencer tatsächlich als eine Art Freundin oder Freund. Sie kennen sie schließlich in- und auswendig, fühlen sich ihnen so nah, dass auch oft Grenzen überschritten werden. Als Influecer ist man im wahrsten Sinne des Wortes eine Person des öffentlichen Lebens, und da gilt es eine Balance zu finden, wie man das persönlich handelt. Wir haben zum Beispiel Mütter unter

Das sicherlich. Und für den andere Maßstäbe gelten als für andere Berufe. Das war zuletzt auch beim Ausbruch des Ukrainekriegs zu sehen. Da gab es die größten Shitstorms auf Instagram, weil Influencer weiterhin ihrem Job auf der Mailänder Fashion Week nachgegangen sind und sich nicht sofort zum Krieg geäußert haben. Also, oft bewegt man sich schon auf einem sehr schmalen Grat. Doch Influencer zu werden, ist eine aktive Entscheidung, es wird ja niemand dazu gezwungen. Und wer es macht, muss eben seinen persönlichen Weg finden, mit all diesen Herausforderungen umzugehen. ◀ INTERVIEW: SUSANNE PITRO

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PR-INFO

HERAUSFORDERUNGEN MEISTERN

Foto: Alex Filz

Das Familienunternehmen Pichler projects ist ein dynamischer und innovativer Arbeitgeber mit internationalem Renommee.

Pichler projects bietet starken Zusammenhalt und viele Wege der Weiterentwicklung.

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m Zentrum der Arbeit stehen technologisch wie architektonisch anspruchsvolle Bauprojekte. Alle zeugen von der gelungenen Verbindung von Innovation und Handwerk und der Leidenschaft der Mitarbeiter für ihre Arbeit.

Aufstiegs- und Karrierechancen“, erklärt Tanja Pichler. „Wir entwickeln uns ständig weiter und freuen uns, wenn auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren Aufgaben wachsen und sich weiterentwickeln.“ Großer Wert wird auf Teamwork gelegt. „Nur als Team kann man Herausforderungen zügig, kostentreu und erfolgreich abschließen.“

groß und es ist überwältigend, wenn man nach Projektabschluss das Werk sieht.“ An Pichler projects schätzt er das familiäre Betriebsklima, das Streben nach optimalen Lösungen und den starken Teamgeist. Zukunftssichere Arbeit Der 16-jährige Schlosserlehrling Alex Gross ist im ersten Lehrjahr und lernt bei Pichler projects auch Fassadenbau. „Mir gefällt es, dass ich alle Unternehmensbereiche kennenlernen kann und mir alle sehr viel zeigen. Nach der Lehre würde ich gerne als Monteur in verschiedenen Städten tolle Projekte umsetzen.“

Einzigartige Projekte Martin Messner ist einer von über 250 Mitarbeitern. Der gelernte Maurer startete vor zehn Jahren als Monteur, war sieben Jahre Bauleiter und ist nun als Projektleiter für ein Projekt gesamtverantwortlich, vom Verkauf über die Projektierung und Planung bis hin zur Fertigstellung. Dabei ist Messner Ansprechpartner für Kunden und Architekten und Bindeglied zu den internen Abteilungen. „Wir schaffen immer wieder Neues, das vorher noch nie gemacht wurde“, schwärmt Martin Messner. „Die Abwechslung ist

Stefanie Kofler, die Verantwortliche der Personalabteilung, freut sich über das Engagement der Mitarbeitenden und das gute Arbeitsklima. „Neben einer Mensa, einem neu gestalteten Pausenraum und einem Fitnesstraining wachsen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch bei unseren Firmen-Events zusammen. Das stärkt den Zusammenhalt und das gesamte Team von ❧ Pichler projects.“

Alex Gross, Lehrling

Foto: Marlon Hellwig

Foto: Alex Filz

Martin Messner, Projektleiter

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Regionaler Arbeitgeber „Als regionaler Arbeitgeber schaffen wir zukunftssichere Arbeitsplätze mit vielfältigen

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PICHLER projects GmbH Edison Straße 15 39100 Bozen T. 0471 065 000 info@pichler.pro

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PR-INFO

DIE SANFTE „HREVOLUTION“

Zum ersten Mal und als einziger Südtiroler Betrieb wird Würth Italia als „Top Employer Italia 2022“ ausgezeichnet – eine Würdigung für gelebte Unternehmenskultur.

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tarke Menschen, starke Zukunft: Mit dem internen Change-Management-Plan „HREvolution“, den Würth Italia seit 2018 erfolgreich umsetzt, treibt das Unternehmen die Entwicklung und Implementierung von neuen, effizienteren und produktiveren Arbeitsweisen voran. Verantwortungsübernahme, Selbstbestimmung und Agilität – das sind die Schlüsselkonzepte der Strategie. Die über 3.800 Mitarbeitenden von Würth Italia werden damit ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Wohlbefinden am Arbeitsplatz Die Einführung von Shared Working Spaces und Fernarbeit sowie die Abschaffung der elektronischen Arbeitszeiterfassung tragen zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance bei und schaffen ein umfassenderes Bewusstsein für ökologische und soziale Nachhaltigkeit. So steigt auch das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Die Flexibilisierung der Arbeitsweisen und -werkzeuge beschleunigt zudem den Digitalisierungsprozess, was den Austausch innerhalb des Unternehmens sowie die Effizienz verbessert – und damit auch die Innovation ankurbelt. Auch Aus- und Weiterbildungsangebote spielen eine wichtige Rolle: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen vom ersten Arbeitstag an bei der Bewältigung beruflicher und persönlicher Herausforderungen unterstützt werden. Die angebotenen Kurse und Workshops fördern außerdem das Verständnis dafür, wie sich die emotionale Intelligenz als Führungsinstrument und die kollektive Intelligenz der gesamten Belegschaft auf das Zugehörigkeitsgefühl im Unternehmen auswirken und nicht zuletzt auch Lern- und Innovationsgemeinschaften positiv beeinflussen. „Zuhören, Vertrauen, Innovation“ Bei Würth Italia freut man sich sehr über die Auszeichnung als „Top Employer Italia 2022“. Lucia Simonato, HR Director Würth Italia, versteht die Zertifizierung auch als starke Motivation, am internen Erneuerungsprozess

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Würth Italia wurde als „Top Employer Italia 2022“ ausgezeichnet. Eine Würdigung für eine Unternehmenskultur, die auf Zuhören, Vertrauen und Innovation basiert.

festzuhalten, der das Wachstum und Wohlbefinden der Betriebsangehörigen als wesentliches Element für die Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens priorisiert. „Wir sind sehr stolz auf die Zertifizierung als Top Employer. Diese Auszeichnung würdigt unseren Einsatz für eine Unternehmenskultur, die auf Zuhören, Vertrauen und Innovation basiert“, erklärt Lucia Simonato. Die Unternehmenskultur verfolge das Ziel, ein moti-

vierendes, inklusives Umfeld zu schaffen, das Talente fördert und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, über sich hinauszuwachsen. „Würth ist ein multinationales Unternehmen, das seit jeher auf ein familiäres Arbeitsumfeld setzt. Es ist gerade dieser Fokus auf die einzelne Person, der uns auszeichnet und auch dazu anspornt, stets nach innovativen Lösungen und Rahmenbedingungen für unser Team zu suchen. Denn


PR-INFO uns ist bewusst, dass das Wachstum und die Entwicklung der Menschen, die mit uns arbeiten, für eine starke Performance absolut ausschlaggebend sind“, so Simonato weiter. Strategisches Change-Management In einem stetig wachsenden Umfeld zielt das strategische Change-Management „HRevolution“ darauf ab, neue, effizientere und produktivere Arbeitsmodelle umzusetzen. Außerdem werden bei Würth Arbeitsmethoden angewandt, die die Implementierung von Business Agility im Projektmanagement anstreben. Damit sollen abteilungsübergreifende Projekte strukturiert und schnell angegangen sowie die Effizienz aller Teammitglieder durch flache und interagierende Hierarchien gesteigert werden. Dank der „HRevolution“-Strategie konnte Würth Italien auch auf den Corona-Notstand prompt reagieren. Denn das agile, auf Smart Working basierende Führungsmodell war im Unter❧ nehmen bereits verankert.

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Die Unternehmenskultur von Würth Italia: ein motivierendes, inklusives Umfeld schaffen, das Talente fördert und den über 3.800 Mitarbeitenden ermöglicht, über sich hinauszuwachsen.

Die Grundsätze der HREVOLUTION Organisation

Hierarchien Silo-Organisation

Flache Hierarchien Vernetzte Organisation

Leadership & Performance

Command & Control

Empowerment & Reward Results

Arbeitsplatz & Arbeitszeit

Büro Feste Arbeitszeit

Diversifiziert Flexible Arbeitszeit

Kommunikation

Gesperrter Zugang E-Mail als Hauptinstrument

Informationsaustausch Social Media Zusammenarbeit

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Foto: Archiv Johanna Holzer

JOBS DER ZUKUNFT

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Die Sterzingerin Johanna Holzer ist freie Online-Redakteurin. Ihre Basis ist München, über Monate aber arbeitet sie von dort, wo andere Urlaub machen. Ihre jüngsten Texte hat sie von Sri Lanka aus geschrieben.

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JOBS DER ZUKUNFT

Mit Laptop in der Hängematte Job & Urlaub verbinden – der Trend Workation hat in der Pandemie einen kräftigen Schub erhalten. Die Sterzingerin Johanna Holzer wird gerade zum Profi darin.

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rst zwei große Kündigungswellen, dann die Pandemie. immer mehr Tourismusdestinationen um Gäste, die Urlaub Johanna Holzer hat sich davon nicht in die Knie zwin- und Arbeit verbinden möchten. Auch Südtirol positioniert gen lassen. Im Gegenteil. Die in München tätige Jour- sich mittlerweile als Arbeitsstätte für digitale Nomaden, mit nalistin mit Sterzinger Wurzeln hat die Rückschläge für sich Co-Working-Spaces, Remote-Arbeitsplätzen und Workatigenutzt. Als sie im Herbst 2020 zum zweiten Mal ein Kün- on-Unterkünften. digungsschreiben eines deutschen Verlags in den Händen Rund die Hälfte des Arbeitsjahres verbringt Johanna Holhielt, entschloss sie endlich das durchzuziehen, wovon sie zer nach wie vor in München, ihrer Basis. Hier arbeitet die seit Langem geträumt hatte: ihr Arbeitsleben als Freiberuf- freiberufliche Online-Redakteurin Termine ab und pflegt lerin flexibler und vor allem ortsunabhängiger zu gestalten. ihr Netzwerk. Sobald sie ihren Arbeitsplatz wieder an eiIm September 2020 zog die begeisterte Surferin mit Laptop nen Strand verlegt, bestimmen auch die Wellen mit, welund Surfbrett für einen Monat auf die cher Teil des Tages oder des Abends kanarische Insel Fuerteventura. Eine der Arbeit gewidmet wird. „Das heißt nicht, dass die Arbeit darunter leidet. Erfahrung, die einen Stein ins Rollen Es geht vielmehr darum, dann zu arbrachte. „Ich arbeite dann, Wir treffen Johanna mehr als ein Jahr beiten, wenn ich mich am besten konspäter zu einem digitalen Interview. zentrieren kann und am produktivswenn ich mich am Braungebrannt und mit windzersausten bin.“ Workation, so zeigt sie sich besten konzentrieren überzeugt, bietet sich vor allem für gut tem Haar sitzt sie unter einer Palme in einem Ressort in Sri Lanka. Eine ausgebildete junge Menschen an, die kann und am neue Destination in ihrer wachsenselbst gestalten möchten, wie, wann den Sammlung an Workation-Standund wo sie arbeiten. produktivsten bin.“ orten. Auf Fuerteventura im VorJohanna Holzer jahr folgten mehrere Surfparadiese FÜR IHRE TÄTIGKEITEN, die online in Portugal und Frankreich. Jeweils und autonom innerhalb vorgegebener mehrere Monate lebte und arbeitete Deadlines ausgeführt werden können, sie dort. Dazwischen legte sie immer ist Workation ein vielversprechendes wieder mehrwöchige Zwischenstopps in ihrer alten Heimat Modell. Erst recht, wenn die Kreativität davon profitiert. im Wipptal ein. „Denn Workation mit Skitouren ist genauso „Denn die funktioniert nun einmal nicht auf Knopfdruck. schön wie Workation mit Surfen“, sagt Holzer. Fällt mir mal kein Titel ein oder stecke ich irgendwo fest, mache ich eine Surfpause – das hilft immer“, sagt Johanna JOHANNA HOLZER ARBEITET DORT, wo andere Urlaub Holzer. Auch nach einem achtstündigen Arbeitstag fühle sich machen. Ob in Hotels, Airbnbs oder Ressorts, auf Camping- die Work-Life-Balance einfach besser an, wenn nach dem Zuplätzen oder alten Schlössern: Sie betreibt Workation. Also klappen des Computers noch der Strand wartet. Und wenn die Smart Working auf einer schattigen Terrasse mit Blick aufs Wellen so toll sind, dass sie gar nicht mehr an den CompuMeer oder im Co-Working-Space einer coolen Stadt. Das Kof- ter zurückwill? „Dann habe ich immer noch die Motivation, ferwort aus „Work“ (Arbeit) und „Vacation“ (Urlaub) gilt als dass mein Konto ohne Arbeit leer bleibt“, lacht sie. Solange äußerst attraktive Steigerung des Home Office. Die meisten die Sterzingerin aber ihren Arbeitsrhythmus einhält, bleibt Arbeitgeber sehen den Trend aber nach wie vor kritisch. Sie auch ihr Kontostand stabil. Ihre Wohnung in München hat argumentieren mit versicherungstechnischen Problemen, ei- sie während ihrer Workations untervermietet, damit deckt ner fehlenden gesetzlichen Basis oder der Sorge um die Pro- sie die Mehrkosten für Flüge und die meist günstigeren Unduktivität urlaubender Remote Workers. Dennoch werben terkünfte im Ausland.

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Fotos: Privat

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Ob auf Fuerteventura, in Portugal, Sri Lanka oder an der französischen Küste: Johanna Holzer weiß Spaß und Arbeit bestmöglich zu verbinden. Mehrere Monate im Jahr bestimmen die Wellen ihren Arbeitstag. Was es dafür braucht? „Viel Eigenverantwortung, Disziplin und Flexbilität“, sagt sie.

EIGENVERANTWORTUNG, Disziplin und viel Flexibilität,

das sei die Grundvoraussetzung, um auch am Strand erfolgreich zu arbeiten. „Wenn die Leute auf Instagram meine Urlaubsbilder sehen, kommt nicht rüber, wie viele Stunden ich eigentlich am Laptop sitze. Auch nicht, dass ich zurzeit mit ständigen Stromausfällen zu kämpfen habe, weil in Sri Lanka aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise der Strom rationiert wird“, erzählt sie. Die damit verbundenen Inter-

netausfälle sind derzeit tatsächlich die größten Herausforderungen in ihrem Arbeitsalltag. „Die große Freiheit, die man genießt, ist eben auch mit so manch unvorhergesehenen Hürden verbunden. Wem das zu sehr zu schaffen macht, der sollte dieses Arbeitsmodell besser nicht wählen. Für mich aber ist es genau das Richtige: spannend und abwechslungsreich zugleich.“ ◀ SUSANNE PITRO

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15.05.22 19:32


PR-INFO

STARKE AUSSTRAHLUNG

Foto: Silbersalz

Foto: Daniel Demichiel

Wie Community-Denken die Südtiroler Unternehmenskultur verändert – Dorotea Mader und Klaus Mutschlechner im Interview.

Dorotea Mader, Change Expertin und Mitgründerin von Human&Human: „Das Thema Human Resources gehört bei strategischen Entscheidungen mit an den Tisch.“

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ie Region Trentino-Südtirol ist reich an Unternehmen mit internationaler Wirkung. Zukunftssicherung ist auch für sie ein Thema. Welche Rolle Gemeinschaft dabei spielt, darüber haben wir mit Dorotea Mader, Change Expertin und Mitgründerin von Human&Human, und mit Klaus Mutschlechner, dem Präsident des Netzwerks Automotive Excellence und Co-Owner von Intercable, gesprochen.

SÜDTIROL PANORAMA: Frau Mader, Sie begleiten Unternehmen in Südtirol dabei, sich auf die Zukunft einzustellen. Wie ist der Stand der Dinge? DOROTEA MADER: Unternehmen sind es gewohnt, autonom zu agieren und sich abzuschirmen. Das hat lange Zeit gut funktioniert, aber in der Zukunft brauchen wir etwas anderes: Im Führungsbereich ist klar geworden, dass eine offene Unternehmenskultur selbst vorgelebt werden muss. Nur so kann Veränderung und Weiterentwicklung gelingen – denn sie funktionieren nur über

Klaus Mutschlechner, Präsident des Netzwerks Automotive Excellence und Co-Owner von Intercable: „Mit dem Innovationslehrgang Fit For The Future haben wir einen wertvollen Impuls gegeben.“

die Kraft der gesamten Organisation. Entsprechend gehört das Thema Human Resources bei strategischen Entscheidungen mit an den Tisch. Ganz grundsätzlich wächst heute in den Organisationen die Erkenntnis, dass das Wissen und die Innovationsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unabdingbar fürs Vorankommen sind. Zur Förderung ebendieser Fähigkeiten haben wir in Kooperation mit Automotive Excellence ein maßgeschneidertes, unternehmensübergreifendes Programm entwickelt. Mit diesem können die Beschäftigten die nötigen Kompetenzen erwerben, um die Innovation im Unternehmen anzutreiben. So machen wir die Kraft nutzbar, die in der Summe der Teile liegt.

Chance bewusst, die im offenen Austausch steckt. Deshalb sind wir 2021 mit dem Co-Innovationslehrgang „Fit For The Future“ gestartet. Aus diesem wird jetzt ein Impuls, der sich durch die Kooperation zwischen Human&Human, unserem Netzwerk und dem Zusammenwirken von Verbänden und lokalen Innovationsträgerorganisationen wie NOI über die ganze Region Südtirol ausbreiten kann. Stellen Sie sich vor, welche Innovationskraft entsteht, wenn Mitarbeitende unterschiedlichster Unternehmen gemeinsam Lösungen für die Zukunft entwickeln! Wir freuen uns, den Anstoß gegeben zu haben. Aber das, wovon wir hier sprechen, ist größer und kann viel bewegen. Wie Frau Mader sagte: Die Summe der Teile ist mächtiger als jedes für sich allein je sein könnte.“

Herr Mutschlechner, was hat Gemeinschaft mit der Privatwirtschaft zu tun? infobox

KLAUS MUTSCHLECHNER: (schmunzelt) Das klingt fast so, als wären die zwei Begriffe ein Widerspruch – sind sie aber nicht: Ich glaube, wir werden uns immer stärker der

Automotive Excellence Südtirol www.automotive-suedtirol.com

Human&Human

www.humanandhuman.it

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PR-INFO

VIELFALT BEI ALPERIA

Neben der Einführung der agilen Arbeit stellt Alperia Flexibilität, Chancengleichheit und Vielfalt in den Mittelpunkt der Mitarbeiterführung. Werte, die heutzutage mehr denn je an Wichtigkeit gewinnen.

Die Beleuchtung des Alperia Towers des Bozner Fernheizwerks wurde letztes Jahr während des Pride Months (LGBTQ-Community) vorübergehend auf die Farben der Regenbogenflagge umgestellt.

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er Energiedienstleister setzt bereits seit einigen Jahren auf einen tiefgreifenden Wandlungsprozess. Er treibt die interne Digitalisierung voran, um widerstandsfähiger und krisensicherer zu sein, geht aber vor allem auf die sozialen Werte ein, damit das Gleichgewicht und das Arbeitsumfeld für die mehr als 1.100 Mitarbeitenden stimmig ist. Vereinbarkeit von Familie und Beruf „Für einen tiefgreifenden Wandel ist nicht nur die technische Ausstattung notwendig, wichtig ist auch die Unternehmenskultur“, sagt Johanna Vaja, Direktorin Corporate HR & Organisation bei Alperia. „Die Mitarbeitenden müssen bereit dafür sein und motiviert mitmachen. Wir setzen deshalb auf Lernbereitschaft und Selbstverantwortung und bieten individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, ein familienfreundliches Umfeld für Mütter und Väter sowie Vielfalt und Chancengleichheit in allen Tätigkeiten.“ Das bestätigen auch die Zahlen von Alperia: Der Frauenanteil in

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der gesamten Unternehmensgruppe, einem technischen und traditionell männerdominierten Sektor, konnte in den vergangenen Jahren auf 25 Prozent gesteigert werden, im mittleren Management sind 21 Prozent der Führungskräfte Frauen, mehr als 90 Prozent der Väter nehmen den Vaterschaftsurlaub in Anspruch; zudem hat die erste Elektrikerin bei Alperia ihre Arbeit aufgenommen. Ein Welfareprogramm, die finanzielle Unterstützung bei der Kleinkindbetreuung, flexible Arbeitszeiten, die Anpassung der Arbeitszeit bei familiärer Notwendigkeit sowie das neue strukturelle Arbeitsmodell, das den Mitar-

beitenden ermöglicht, in der Regel zwei Tage in der Woche ihre Arbeit außerhalb des Unternehmens zu verrichten, sind nur einige Punkte, mit denen Alperia die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern will. Die gesamte Alperia Gruppe hat die Zertifizierung als familienfreundliche Unternehmensgruppe „familieundberuf“. Talentmanagementprogramm und Leadership-Workshops Um die Herausforderungen der kommenden Jahre anzugehen und die Arbeits- und Führungskultur an die Zeiten von Homeof-

Innovation und Nachhaltigkeit Die Themen Innovation und Nachhaltigkeit prägen die tägliche Arbeit bei Alperia. Die Mitarbeitenden können sich an bereichsübergreifenden Projekten beteiligen und ihr Wissen einbringen, aber gleichzeitig auch über den eigenen Bereich hinausschauen. Alperia fördert eine nachhaltige Mobilität durch Beiträge für den Verleih und Kauf von E-Bikes und in Zukunft auch für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.


PR-INFO

Vor Kurzem hat bei Alperia die erste Elektrikerin ihre Arbeit aufgenommen.

fice und Digitalisierung anzupassen, legt Alperia großen Wert auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden und besonders der Führungskräfte und Talente. Es werden regelmäßig Leadership-Workshops und das Talentmanagementprogramm organisiert, bei dem eine Gruppe von besonders leistungsstarken und kompetenten jungen Mitarbeitenden ausgewählt wird, die ein individuelles Förderprogramm durchläuft. „Denn nur mit dem Engagement und der Kompe-

tenz unserer Mitarbeitenden gelingt es uns, unsere Arbeit gut zu erledigen und unsere Vision einer nachhaltigen Energiezukunft voranzubringen. Und gemeinsam nicht nur zur Entwicklung der Unternehmensgruppe, sondern auch zur Entwicklung Südtirols beizutragen“, so das Resümee von Johanna Vaja. Inklusion Es werden verschiedene Kurse angeboten,

aber auch Mentoringprogramme, bei denen sich erfahrene Führungskräfte mit jungen bzw. angehenden Führungskräften austauschen können. Dabei ergänzen sich die Erfahrung der Dienstälteren und die Dynamik sowie Offenheit der Dienstjüngeren. Zudem bietet das Unternehmen jährlich um die 30 Praktikumsstellen an und arbeitet mit Universitäten und Oberschulen zusammen, um den Studierenden praxisnahe Möglichkeiten ❧ zu bieten.

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Alperia Zwölfmalgreiener Straße 8 39100 Bozen, Italien T. +39 0471 986 111 people.development@alperia.eu www.alperiagroup.eu

Für eine nachhaltige Mobilität: Alperia-Mitarbeitende bekommen Beiträge für den Verleih und Kauf von E-Bikes.

Johanna Vaja ist Direktorin Corporate HR & Organisation bei Alperia.

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JOBS DER ZUKUNFT

„Dieses Wissen wird gefragt sein“ Immer mehr Branchen und Unternehmen w ­ ollen auf ­Blockchain ­setzen. Doch wie implementiert man diese ­Technologie überhaupt und welche Expertise ist dafür gefragt? Prof. Dmitri Boreiko, einer der wenigen Experten in Italien, klärt auf.

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Foto: Privat

rofessor Dmitri Boreiko ist ein Welche Möglichkeiten gibt es in Spätzünder. Es war vor fünf Jah­Europa, sich im Bereich Blockchain ren, damals war er 43 Jahre alt, als aus- und weiterzubilden? er dieser aufstrebenden Technologie verLeider noch sehr wenige. Es gibt noch keine Universität mit einer e­ igenen fiel: Blockchain. Diesem digitalen KonBlockchain-Fakultät und es gibt auch toauszug für Transaktionen zwischen erst wenige Professoren, die ­diese Computern, der jede Veränderung genau ­Materie lehren. Es gibt nur, wie wir sie erfasst, sie dezentral und transparent auf viele Rechner verteilt speichert. Mittler- Prof. Dmitri Boreiko: Der g­ ebürtige auch hier in Bozen anbieten, Kurse zu Weißrusse lebt seit 15 Jahren in dieser Technologie. So bieten wir im weile zählt der gebürtige Weißrusse, der Südtirol und lehrt an der Fakultät seit 15 Jahren in Südtirol lebt und hier für Wirtschaftswissenschaften der Masterstudiengang in Accounting and Finance eine Lehrveranstaltung „Data an der Freien Universität Bozen lehrt, zu Freien Universität Bozen. Analytics, Big Data and Blockchain“ den wenigen Experten in Italien in diean. Dabei ist das Interesse groß und die sem Bereich. Dabei ist das Potential der Blockchain-Technologie enorm und hat das Zeug, die Rolle Karrierechancen sehr vielversprechend. Die Einführung traditioneller Player, vor allem im Bereich Finanzen, grund- ­eines „Master of Blockchain“ hätte sicher Zukunft. Denn legend zu verändern. Im Gespräch mit Südtirol Panorama die globale Finanz­branche sucht bereits jetzt händeringend spricht Prof. Dmitri Boreiko über eine Technologie, die für nach Leuten, die sich mit Blockchain auskennen. Der B ­ edarf an Expertise ist groß. Jobs der Zukunft unerlässlich sein wird. SÜDTIROL PANORAMA: Ist die Blockchain-Technologie ein Job der Zukunft?

PROF. DMITRI BOREIKO: Ohne Frage. Ich vergleiche es immer mit Lesen und Schreiben. Wer vor hundert ­Jahren diese Fähigkeiten besaß, war klar im Vorteil. Mit Blockchain verhält es sich genauso. Wer sich künftig Wissen über diese Technologie aneignet und versteht, wie man es für das eigene Business einsetzen kann, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil. Denn die Technologie wird das Wirtschafts­ leben in den kommenden Jahren transformieren.

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Wie sind Sie zur Blockchain-Technologie gekommen?

Das war vor vier Jahren. Ich war als Visiting researcher an der „London school of economics“ in London, wo ich ­früher ­Rechts- und Finanzwissenschaften studiert habe. Dort bin ich auf das Thema Blockchain ­aufmerksam ­geworden. In Italien gab es damals zu diesem ­Thema noch kaum ­Wissen. Blockchain hatte den Ruf als ­Spekulationswährung und als Plattform, um verbotene oder gestohlene Güter zu handeln. Je mehr ich mich auf das Thema einließ, umso ­interessanter wurde es. ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


JOBS DER ZUKUNFT

Die Blockchain-­Technologie soll Informationssicherheit ­garantieren. Sämtliche Datentransaktionen werden dezentral im Blockchain-Netzwerk verteilt. So sind sie für alle nachvoll­ ziehbar gespeichert.

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JOBS DER ZUKUNFT

Der Block wird an alle Computer im Blockchain-Netzwerk gesendet.

Das Netzwerk überprüft, ob die Transaktion gültig ist. Alle Informationen der Transaktion werden einem Datenblock hinzugefügt.

Blockchain So funktioniert die Technologie

A möchte B Geld senden.

A

Der Block wird der „Blockchain“ hinzugefügt. Die Transaktion ist nun unlöschbar und transparent.

B

A

B

Die Transaktion ist abgeschlossen: B hat das Geld von A erhalten.

Wie gesättigt ist der Markt an Blockchain-Experten?

Es gibt weltweit noch sehr wenige Experten. Obwohl sich die Blockchain-Technologie rasant weiterentwickelt, steht sie erst am Anfang. Umso attraktiver ist es, sich in diesem Bereich auszubilden. In Zukunft wird Blockchain in immer mehr Unternehmensbereichen eine Rolle spielen: vor allem im Bereich Finanzen, Controlling, Buchhaltung, aber auch in der Logistik, im Marketing oder im Vertrieb. Und zwar quer durch alle Branchen, von der Finanzbranche über die Weinwirtschaft bis hin zum internationalen Handel. Man kommt nicht mehr daran vorbei. Aber die Aufgeschlossenheit und die Auseinandersetzung mit diesem Thema braucht Zeit. Noch aber haben Unternehmen Berührungsängste, warum?

Weil das Wissen rund um die Technologie fehlt. Die Blockchain-Technologie wird vor allem mit Kryptowährungen wie Bitcoin in Verbindung gebracht. Dabei geht es um viel mehr. Es geht darum, Datentransaktionen nicht zentral auf einem Server zu speichern, sondern dezentral in der Blockchain. Der Vorteil: Die Information ist dank dieser 44

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gläsernen Struktur nicht manipulierbar. Das heißt, Manipulation ist schwer durchsetzbar. Einmal hinterlegte Daten können nicht mehr geändert werden. Das heißt, die Blockchain bietet vor allem Transparenz.

Genau, denn sämtliche Datentransaktionen werden dezentral im Blockchain-Netzwerk verteilt und sind so für alle nachvollziehbar gespeichert. Das garantiert die Informationssicherheit. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Lieferprozesse können so transparent rückverfolgt und dokumentiert werden. Somit hat der Konsument Sicherheit über die Herkunft und den Herstellungsprozess von Produkten. Der Konsument kann etwa einen QR-Code auf einer Weinflasche abscannen und lesen, wo, wann und von wem der Wein produziert wurde. Das schafft Vertrauen und schützt vor Fälschungen. Überzeugt das noch zu wenige Unternehmen?

Ihre Daten transparent zu machen, dagegen wehren sich manche Unternehmen noch. Deshalb schrecken sie vor dieser Technologie zurück. Zudem wirkt die Block® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl

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JOBS DER ZUKUNFT chain-Technologie auf den ersten Blick sehr kompliziert. Dabei ist es im Grunde sehr einfach. Es ist ein reales Konzept in einer digitalisierten Welt. Viele Unternehmen sind sich aber noch gar nicht bewusst, welche Chancen sich konkret ergeben können.

Corona-Pandemie Informationsveranstaltungen im Bereich Blockchain für die Südtiroler Sparkasse angeboten. Sehen klassische Finanzinstitute die Technologie nicht als Konkurrenz?

Zunächst war die Sorge groß, von Fintech-Unternehmen verdrängt zu werden. Aber dazu ist es nicht gekommen. Auch Bitcoin Chancen ergeben sich etwa in Punkto „Wir brauchen mehr und andere Blockchain-Währungen Effizienzsteigerung. Geschäftsprozesdas internationale Bankense, auch Transaktionen, können autoExperten, denn diese haben system nicht ins Wanken gebracht. matisiert werden. Das spart Zeit, und Technologie entwickelt Im Gegenteil: Große Banken inmenschliche Ressourcen können für vestieren in Fintech-Unternehmen andere Aufgaben verfügbar gemacht sich rasant weiter.“ – für sie eine Möglichkeit die neuwerden. Außerdem bietet Blockchain en Technologien in ihr bestehendes gerade im Bereich Transaktionen vieProf. Dmitri Boreiko Business zu integrieren. Beide werle Vorteile. Überweisungen von einem den auch in Zukunft eine ExistenzLand zum anderen dauern nicht mehr berechtigung haben. Denn das Finanzsystem hat bis jetzt einige Tage, sondern können in weniger als drei Sekunden getätigt werden – ganz ohne Bank und Finanzvermittler und gut funktioniert, eine Revolution würde alles zerstören. Eine Evolution ist immer besser als eine Revolution. zu sehr niedrigen Transaktionskosten. Erklären Sie es uns.

Ist Blockchain in Südtirols Wirtschaft bereits ein Thema?

Wie bereitet man sich auf eine Blockchain-Karriere vor?

Noch nicht wirklich. Wobei sich immer mehr Betriebe, vor allem Banken, dafür interessieren. So haben wir vor der

Wir müssen uns dafür stark machen, dass BlockchainTechnologien Teil von Ausbildung und Studienangeboten

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Dokumentenmanagement | Digitale Signatur | Elektronische Fakturierung | E-Commerce | Digitale Geschäftsprozesse

Dokumentenmanagement | Digitale Signatur | Elektronische Fakturierung | E-Commerce | Digitale Geschäftsprozesse

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JOBS DER ZUKUNFT

„Ob Bitcoins irgendwann salonfähig werden, hängt ganz davon ab, wie viele Nutzer darauf aufspringen.“ Prof. Dmitri Boreiko

werden. Und zwar möglichst früh. In Zukunft brauchen wir unbedingt mehr Experten, denn diese Technologie entwickelt sich in einem rasanten Tempo weiter. Eine Kombination aus Finanzwissen und Informatik ist sicher ideal. Dazu kann ein BWL- oder Wirtschaftsinformatik-Studium eine gute Grundlage sein. Danach kommt es auf die Spezialisierung an. Wir brauchen in Zukunft noch mehr Branchenexperten. Also Fachleute verschiedenster Branchen, die zusätzlich ein ausgeprägtes Blockchain-Wissen haben. Die wissen, wie die Technologie funktioniert und wie man sie für das eigene Business nutzen kann. Diese Fachleute werden in Zukunft in Konzernen genauso wie in Banken oder Rechtsanwaltskanzleien gefragt sein. In welchen Ländern hat man die besten Karrierechancen?

Immer wieder ist die Rede von üppigen Verdiensten, bereits im ersten Berufsjahr sollen über 60.000 Euro Jahresgehalt drin sein. Können Sie das bestätigen?

Die Ursprünge der Blockchain liegen in der Kryptowährung Bitcoin. Hat Blockchain deshalb nach wie vor ein Imageproblem?

Auf jeden Fall. Dabei ist die Blockchain ja nur die Technik, die dahintersteckt. Bitcoin wurde vor 13 Jahren aus der Taufe gehoben – als dezentrale digitale Währung, die ohne Banken und Zentralbanken auskommt und der mittlerweile sehr viele weitere alternative Kryptowährungen gefolgt sind. Südtirol Panorama | 01.2022

Das Hauptproblem ist nach wie vor, dass das System von der Mehrheit nicht verstanden wird. Und entsprechend fehlt das notwendige Vertrauen. Gold und Bargeld kann man anfassen, bei Aktien weiß man, dass Unternehmen dahinterstecken, Bitcoins dagegen sind nicht greifbar. Dabei sind 5 Euro Bargeld auch nicht mehr als eine Garantie des Staates. Bitcoin hat im Grunde das gesamte System als Garantie. Ob Bitcoins irgendwann salonfähig werden, hängt am Ende ganz davon ab, wie viele Nutzer darauf aufspringen.

Vor 13 Jahren wurde Bitcoin als dezentrale Währung aus der Taufe gehoben. Mittlerweile folgten viele weitere Kryptowährungen. Die Technologie, die dahintersteckt, ist die Blockchain.

Nein, das kann ich nicht bestätigen. Ich hatte aber Studenten, die eine Diplomarbeit zum Thema Blockchain geschrieben haben und sofort von großen internationalen Unternehmensberatungen engagiert wurden. Wer sich in diesem Bereich auskennt, ist gefragt und steigt auch sofort mit einem anderen Grundlohn ein.

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Ein Blick in die Zukunft: Werden Bitcoins irgendwann salonfähig werden?

Foto: Alexia Kozik/Pexels

Im Moment sicher in all jenen Ländern, die für die Technologie bereits sehr aufgeschlossen sind. Allen voran die Schweiz, Liechtenstein, Malta, Estland oder Singapur.

Trotz der Höhenflüge haben sie aber nach wie vor ein Imageproblem. Ihnen wird vorgeworfen von Kriminellen genutzt zu werden, der Umwelt zu schaden oder wie eine Art Schneeballsystem zu funktionieren. Dabei sage ich immer: Wenn jemand mit einem Mikroskop etwas Illegales untersucht, kann man doch nicht gleich Mikroskope verbieten.

Und das macht den Finanzämtern Angst?

Bitcoin ist ein internationales System und kann von einem einzelnen Staat nicht reglementiert werden. Das macht die einzelnen Staaten natürlich total wild und man fürchtet, dass Spekulation betrieben und das Kapital am Fiskus vorbeigeführt wird. Aber ein Staat, wie China es auch bereits getan hat, kann Bitcoin natürlich verbieten. Wirklich klug ist das nicht, da das Land damit viel Wettbewerbsfähigkeit einbüßt. Auch in der EU wurde ein Verbot von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether gefordert. Allerdings wegen der hohen Klimakosten. Denn der Prozess des Minings, wo neue Bitcoins geschürft werden, erfordert eine enorme Rechenleistung und ist damit sehr energieintensiv. Am Ende kam es nicht dazu, der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hat sich Mitte März gegen ein Verbot ausgesprochen. ◀ VERENA PLIGER

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PR-INFO

„WER WACHSEN WILL, MUSS NACHHALTIG SEIN“ Hypo Vorarlberg Leasing: mit dem Finger am Puls der Zeit.

Hypo Vorarlberg Leasing bietet Jobbewerbern interessante Entwicklungsmöglichkeiten und achtet auf die geänderten Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – unter anderem hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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kologisch, sozial und ökonomisch verantwortungsvoll zu agieren, ist angesichts der riesigen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, wichtiger denn je. Die Hypo Vorarlberg Leasing AG macht genau das und unterstützt Unternehmen dabei, sich nachhaltig auszurichten und Veränderung proaktiv mitzugestalten. Die Geschichte des Leasingfinanziers reicht über drei Jahrzehnte zurück, das Mutterhaus, die Hypo Vorarlberg Bank, feiert heuer gar ihr 125-jähriges Bestehen. Es war und ist der Blick nach vorne, der die Hypo Vorarlberg Leasing AG zur Führungsrolle in der Region verhalf; mit den richtigen Lösungen zur richtigen Zeit. Aktuell ist es etwa der Ausbau des Maschinenleasings, der vielen Betrieben dabei helfen soll, die Modernisierung

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ihres Maschinenparks clever und gut planbar zu finanzieren. Es liegt in der Natur des Leasings, dass Unternehmen ihr Eigenkapital schonen und die übermäßige Bindung von Kapital verhindern können. Die Leasingraten, die für eine gewisse Vertragslaufzeit vereinbart werden, sind steuerlich begünstigt. Zudem lassen sich attraktive Anreize des Staates nutzen (z. B. „Nuova Sabatini“, „Industrie 4.0“). Die Hypo Vorarlberg Leasing AG ist Gestaltungspartner der Wirtschaft – für Betriebe aller Größen und Branchen. Einerseits durch die Fachkompetenz der insgesamt 40 Spezialisten im Team, andererseits durch die Nutzung digitaler Lösungen: Kunden sollen dadurch Aufwand und Wege sparen, um mehr Zeit fürs eigene Business zu haben. Die hohen Standards, die der Leasingfinanzierer in

der Kundenbeziehung verfolgt, greifen auch intern: Hypo Vorarlberg Leasing bietet Jobbewerbern interessante Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen und achtet auf die geänderten Bedürfnisse der Mitarbeiter hinsichtlich individueller Gestaltungsräume und Eigenverantwortung, der zeitlichen und örtlichen Flexibilität, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Gesundheit am ❧ Arbeitsplatz.

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SOCIAL MEDIA Im Kampf um Talente kommen Unternehmen an den SocialMedia-Kanälen nicht vorbei. Für den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke werden Instagram, LinkedIn oder TikTok immer wichtiger.

„An LinkedIn führt kein Weg vorbei“

Foto: freepik

LinkedIn, Instagram oder doch lieber TikTok? Drei Kommunikationsprofis erklären, mit welchen sozialen Netzwerken es gelingt, das Image des Unternehmens zu verbessern und Mitarbeitende auf sich aufmerksam zu machen.

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SOCIAL MEDIA

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icht nur den großen, sondern auch den kleinen und mittelständischen Unternehmen setzt der Fachkräftemangel massiv zu. Um im Kampf um Talente eine Chance zu haben, wird der Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke wichtiger denn je. Indem man die Mitarbeitenden zu Botschaftern des Unternehmens macht, kann man eine Sogwirkung erzeugen, die neue Kräfte anzieht. Doch wie gelingt es, Mitarbeitende zu Botschaftern des Unternehmens zu machen? Harald Plieger, Michael Mühlberger und Marion Pfitscher von der Kommunikationsagentur succus sind überzeugt: Es braucht eine kontinuierliche, integrierte Kommunikation – mit einer klaren Strategie und einer entsprechend professionellen Umsetzung. Welche Kanäle sich hierfür am besten eigenen und warum ein Unternehmen dabei an den verschiedenen Social-Media-Plattformen nicht mehr vorbeikommt, erklären sie im Interview.

Welche Kanäle eignen sich für eine professionelle Employer-Branding-Kommunikation am besten? MÜHLBERGER: Um das eigene Unternehmen, seine

SÜDTIROL PANORAMA: Mitarbeitende gelten als die besten Brand-Ambassadors – wie können sie als Botschafter in die Employer-Branding-Kommunikation eingebaut werden?

Welche Rolle spielen in dieser Kommunikation Social-Media-Kanäle? HARALD PLIEGER: Sie gehören in all ihrer Vielfalt heute

einfach dazu, frei nach Paul Watzlawick: Man kann nicht nicht kommunizieren. Also wenn ich keine Präsenz zeige, ist dies auch eine Botschaft: Dann gibt’s mich halt nicht – jedenfalls nicht auf den sozialen Medien, wo sich sehr viele Menschen bewegen. Ich muss mich als Unternehmer fragen: Kann ich mir dies heute noch leisten, gerade im Kampf um die besten Köpfe?

Worauf sollten Unternehmen bei der Kommunikation über Social-Media-Kanäle achten? PLIEGER: Es geht darum, im Medienmix alle Zielgruppen-

Fotos: Succus.

MICHAEL MÜHLBERGER: Das Employer-Branding ist ja ein komplexer Prozess, der laufend gestaltet werden muss – nach innen wie nach außen. Was jetzt konkret die Kommunikation betrifft, so können Mitarbeitende als Testimonials oder Botschafter für das Unternehmen eingesetzt werden – über Foto, Video oder Text. Sie können Themen wie Teamgeist, Karrieremöglichkeiten oder Jobprofile vermitteln. Etwa über ein Interview, einen Erfahrungsbericht oder ein Porträt. Wichtig ist, dass der Charakter des Unternehmens rüberkommt.

Produkte, Dienstleistungen positiv darzustellen und die Unternehmenswerte sowie die Philosophie zu vermitteln, braucht es künftig zwei Kommunikationslinien. Eine Push-Kommunikation, um gezielt Mitarbeitende zu suchen, und eine Pull-Kommunikation, um durch Imagebuilding Initiativbewerbungen zu aktivieren. Dafür müssen Unternehmen überall dort präsent sein, wo ihre Zielgruppe zu Hause ist. Mindestens genauso wichtig ist die eigene Unternehmens-Website. Sie bleibt eine wichtige Plattform, wo man sich über Einstiegsmöglichkeiten informieren kann und einen Ansprechpartner findet. Wichtig: Der Bewerbungsvorgang sollte möglichst einfach und transparent gestaltet werden.

Michael Mühlberger (links) und Harald Plieger (rechts) sind geschäftsführende Eigentümer, Marion Pfitscher ist Teamleiterin der Digitalabteilung bei succus. Die Kommunikationsagentur mit Sitz in Bozen beschäftigt über 20 Mitarbeitende.

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SOCIAL MEDIA

Gafik & Inhalt: succus.

INSTAGRAM • Visuelles Medium • Moderner Content & aktuelle Trends • Harmonisches Gesamtbild

FACEBOOK • Interaktives Medium • Detaillierter & informationsreicher Content • Zeitaufwändiger Kanal & reger Austausch in Gruppen

LINKEDIN • Businessorientiertes Medium • Informativer Content & Business Trends • Recruiting- und Vernetzungstool

TIKTOK • Unterhaltsames Medium • Kurzvideo-Format mit Musik • Darstellung von aktuellen Trends und Themen

Nicht jeder Inhalt passt jeder Plattform: Der Content und auch die Art und Weise der Darstellung müssen je nach We openKanal digitalangepasst doors. werden. Hier ein Überblick, wie die vier wichtigsten Social-Media-Kanäle ticken.

www.succus.info Kanäle passend zu bespielen. Denn nicht jeder Inhalt passt zu jeder Plattform. Der Content, also der Inhalt, und auch die Art und Weise der Darstellung müssen je nach Zielgruppe und je nach Kanal angepasst werden. So gilt es auf LinkedIn business-mäßig aufzutreten, während man auf Instagram mit attraktiven Fotos und Videos auf sich aufmerksam macht. Der virtuelle Auftritt eines Unternehmens ist vergleichbar mit der Kleidungsfrage im echten Leben: Beim Businessmeeting ziehe ich Blazer, Hemd und Krawatte an, beim ungezwungenen Treffen auch mal Jeans und Pulli. Ich muss mich als Unternehmen fragen: Wo und wie zeige ich mich, wie kleide ich mich dafür. Ein Unternehmen muss also dort kommunizieren, wo sich die Bewerber tummeln – also auch auf TikTok? PLIEGER: Wenn sich dort meine Ziel-

auch zum Business-Netzwerk entwickelt, ist also eine b2b-Plattform (Anm. d. Red. b2b = business to business). Aber auch Instagram ist ein wichtiges soziales Netzwerk, wo sich Mitarbeitende finden lassen. Sollte jede Führungskraft einen LinkedIn-Account haben? MARION PFITSCHER: Das gehört heute einfach dazu, so

wie jedes Unternehmen auch eine professionelle Website braucht, um sich, seine Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren. Wichtig ist, den eigenen Auftritt stets auf dem neuesten Stand zu halten. Dazu gehört: Arbeitserfahrung sowie -kenntnisse aktualisieren, immer „Wichtig ist, dass wieder was teilen und mit dem Fachbei Texten, Fotos und publikum interagieren. Dies gilt vor allem für Führungskräfte, die ja Videos die Werte Botschafter des Unternehmens sind.

und der Spirit des

gruppe befindet, ja. Dann kann TikWie gründlich und regelTok ein wichtiger Social-Media-Kanal mäßig pflegen Sie Ihren eigenen Unternehmens sein, um sich als attraktiver ArbeitgeLinkedIn-Account? rüberkommen.“ ber zu präsentieren. Etwa indem man PFITSCHER: Ich steige jeden Tag Michael Mühlberger das tolle Arbeitsklima und die coolen mehrere Male bei LinkedIn ein. Arbeitsplätze zeigt oder ganz einfach Es gehört zu meinem Alltag dazu, Mitarbeitende, die Spaß haben. sowohl in beruflicher als auch 69 Prozent der aktiven Nutzer sind zwischen 16 und in privater Hinsicht. LinkedIn ist aber nicht nur eine 24 Jahren alt. Diese Generation interessiert sich genau für Recruiting-Plattform, sondern man bekommt dort laufend diese Themen, also für Unternehmenskultur, Teamgeist und Inspirationen und wird über Trends informiert. Die PlattSpirit. Bekanntlich sind dieser Generation diese Themen ja form dient aber auch der überregionalen und internationanoch wichtiger als ein sicherer Job oder das Gehalt. len Vernetzung mit beruflichen Partnern, Arbeitskollegen und Studienkontakten und ist ein Newsportal zum Austausch mit Fachpersonen. An welchem Karriere-Netzwerk kommt man im Moment nicht vorbei? MÜHLBERGER: Das ist sicher LinkedIn. Es ist nicht nur

ein wichtiges Recruiting-Instrument, sondern hat sich 50

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Welche Regeln sollte man für einen gelungenen Auftritt und steigende Followerzahlen unbedingt beachten?

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SOCIAL MEDIA hat auf LinkedIn nichts zu suchen. Daher gilt: lieber „still PFITSCHER: Einerseits ist die Konstanz wichtig – man sollte Follower also regelmäßig mit wertvollen Informazuschauen“ als „unpassend interagieren“. tionen beliefern – andererseits dürfen die Follower nicht mit Inhalten überhäuft werden. Es ist von großer BedeuWie kreiere ich das perfekte LinkedIn-Unternehmens-Profil? tung, den Followern einen Mehrwert zu bieten und einen PFITSCHER: Dafür gibt es keine Bedienungsanleitung. Grund zu liefern, dem Unternehmen zu folgen. GrundWenn ein Unternehmen sich dafür entscheidet, ein sätzlich gilt: Qualität vor Quantität. Die Zahl der Follower LinkedIn-Profil zu erstellen, braucht es aber vorab eine ist bis zu einem gewissen Punkt klare Strategie und einen professiorelevant, wichtiger ist aber die Zielnellen Ansatz. Was will ich mit dem gruppe: Wir brauchen die „richtigen“ Account erreichen? Welchen Inhalt Follower. Die Follower-Zahl ist daher „Der Spaziergang mit möchte ich teilen? Finde ich meimit Vorsicht zu genießen. Die Interne Zielgruppe auf LinkedIn und falls dem Hund hat auf aktion und Engagement-Rate ist in ja, welchen Mehrwert kann ich biediesem Fall aussagekräftiger. ten? Dies gilt übrigens nicht nur für LinkedIn nichts zu LinkedIn, sondern für alle Socialsuchen.“ Media-Kanäle: Jede Plattform ist anEin Großteil der LinkedIn-Nutzer ders und sollte mit anderen Inhalten sind „stille Zuschauer“, nur ein Marion Pfitscher und Werten bespielt werden. Wenn verschwindend geringer Anteil teilt die Kompetenz dafür im Unternehaktiv Inhalte. Ein Fehler? men selbst nicht vorhanden ist, dann sollte man sich proPFITSCHER: Meines Erachtens ist es kein Fehler, sondern fessionelle Betreuung von Experten von außen holen. Nach die Entscheidung jedes Einzelnen. Jeder nutzt Social Erstellung einer Strategie – dazu gehört ein gutes Konzept Media anders und bei LinkedIn liegt der b2b-Grundgeund ein Redaktionsplan – kann man die Umsetzung danke im Fokus. Wichtig ist: Der Content muss gut durchdurchaus selbst in die Hand nehmen. dacht sein und der Wochenendspaziergang mit dem Hund

Der Raiffeisenverband Südtirol ist der Dachverband der Südtiroler Genossenschaften, die nach dem „System Raiffeisen“ errichtet sind und ihre Tätigkeit nach den genossenschaftlichen Grundsätzen ausrichten. Täglich engagieren sich über 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unsere Werte und leisten einen wertvollen Beitrag für unseren Wirtschafts- und Lebensraum Südtirol. Verstärken Sie unser Team (w/m) als

• Mitarbeiter im Service Center • Buchhalter • Mitarbeiter für die Revisionstätigkeit • Mitarbeiter Organisation & IT • Mitarbeiter Marketing • Berater für Fördermittel des Landes, des Staates, der EU • Recruiter und Berater im Bereich Personal und Arbeitsrecht Genauere Infos sowie die Möglichkeit zur Initiativbewerbung finden Sie unter www.raiffeisenverband.it/jobs

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! Kontakt: Raiffeisenverband Südtirol Gen. | Klaus Ladurner Raiffeisenstraße 2 | 39100 Bozen

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Foto: succus.

SOCIAL MEDIA

„Jede Führungskraft sollte einen LinkedIn-Account haben. Das gehört heute einfach dazu. Ich steige jeden Tag mehrere Male bei LinkedIn ein“, verrät Marion Pfitscher im Interview.

Ist Xing noch relevant oder hat Xing an Bedeutung verloren? PFITSCHER: Xing ist eine Plattform, die vermehrt in

Früher galten Messen und Meetings als KarriereNetzwerk-Plattform, haben diese Rolle mittlerweile die Social-Media-Kanäle übernommen? MÜHLBERGER: Die Covid19-Pandemie war ein großer

Sollten Unternehmen auf Blogs und Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden oder Praktikanten setzen, damit Bewerber verstehen, wie ihr potenzieller Arbeitgeber tickt? MÜHLBERGER: Ja sicher, es geht darum, ein authentisches

Für manche Geschäftsführer stellen Social-Media-Kanäle eher ein Risiko dar, weil sie einen Shitstorm fürchten. Zu Recht? PLIEGER: Deswegen braucht es auch eine gezielte und

bestimmen Berufsfeldern verwendet wird – oft ausschließlich für Stellenausschreibungen. Xing ist vorwiegend in Beschleuniger der Digitalisierung und hat die Onlineden DACH-Märkten bekannt und wird dort sogar stärker Präsenz und die Bedeutung der sozialen Medien verstärkt. verwendet als LinkedIn. Wenn die Tätigkeiten eines Trotzdem sehen wir: Seit Events wieder möglich sind, Unternehmens über diese deutscherleben wir eine Veranstaltungsflut. sprachigen Länder hinausgehen, ist In Zukunft wird es also so sein, dass auf jeden Fall LinkedIn zu empfehlen. es beides braucht: echte zwischen„Soziale Medien Diese Plattform ist global ausgerichtet menschliche Beziehungen genauso und hat somit eine viel größere Reichwie Kommunikation über Socialsind kein rechtsweite. Zudem dient LinkedIn nicht Media-Kanäle. Natürlich steigt die freier Raum, wo nur dem Recruiting, sondern trägt Komplexität dadurch an und die auch den Charakter eines sozialen Herausforderung für Unternehmen alles erlaubt ist.“ Netzwerks, wo Austausch und Internimmt zu, dies alles passend zu Harald Plieger aktion im Mittelpunkt stehen. bedienen.

Bild zu vermitteln. Wichtig ist, dass die Werte und der Spirit des Unternehmens rüberkommen – von den Texten über die Fotos bis hin zu den Videos. Um sich von anderen zu unterscheiden, gilt es hier einen eigenen Stil in Sprache und Bildsprache zu entwickeln.

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professionelle Vorgangsweise, eine klare Strategie, aber auch ein entsprechendes Monitoring des Auftritts. Soziale Medien sind kein rechtsfreier Raum, wo alles erlaubt ist. Auch dort gelten Regeln, die eingehalten werden müssen, so wie auch in anderen Medien. ◀ VERENA PLIGER

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DIE ZUKUNFT IST DIGITAL

Jetzt durchstarten mit systems, dem Südtiroler IT-Profi. Das Unternehmen wächst und sucht Verstärkung für spannende Projekte in verschiedensten Branchen.

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it der Digitalisierung und Industrie 4.0 erleben wir derzeit eine fundamentale Veränderung der (Arbeits-) Welt. IT-Spezialisten sind heute wichtige Akteure im Wandel. Das IT-Unternehmen systems steht seit über 30 Jahren für hochwertige und innovative IT-Lösungen. Das Unternehmen gilt als Vorreiter bei der Digitalisierung und IoT (Internet of Things) in Südtirol. 1990 als kleiner EDV-Betrieb in Schlanders gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute an den Standorten in Bruneck, Bozen und Schlanders mehr als 70 Mitarbeiter. systems ist im Laufe der Jahre immer weitergewachsen und hat sich zunehmend stärker auf den Bereich Dienstleistung konzentriert. Das Unternehmen setzt seine IT-Lösungen von der Beratung über die Planung bis hin zur Implementierung um und betreut deren Wartung. Regionaler Arbeitgeber „Als regionaler Arbeitgeber schaffen wir zukunftssichere Arbeitsplätze mit vielfältigen Entwicklungschancen“, erklärt der Geschäftsführer von systems, Gustav Rechenmacher. „Wir schauen nach vorne, binden alle unsere Mitarbeiter in die verschiedensten Projekte mit ein und freuen uns sehr, wenn sie an ihren Aufgaben wachsen und sich weiterentwickeln. Unser starker Teamspirit lässt uns viel bewegen. Wir sind stolz auf unser Team.“ Weiterentwicklung wird bei systems stark gefördert. Flache Hierarchien ermöglichen kurze Entscheidungswege und schaffen Klarheit. Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort, aber auch ein entsprechender Freiraum mit genügend Handlungsspielraum sind eine Selbstverständlichkeit. Kompetenz und Innovation Das systems Know-how reicht von der IT-Infrastruktur über die IT-Security und Digitalisierung von Geschäftsprozessen bis hin zur Softwareentwicklung. Die IT-Profis entwickeln digitale Lösungen, die Prozesse verein-

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Matthias Haspinger, Technical Specialist & ASA Expert, systems GmbH.

fachen und Arbeitsschritte automatisieren. Dabei gehen sie voller Enthusiasmus und Begeisterung an die jeweiligen Projekte. So erzählt Matthias Haspinger von systems, dass es ihn glücklich macht, seinem Hobby, der IT, im Beruf nachgehen zu können. „Viele Projekte waren sehr herausfordernd, zum Beispiel die Einrichtung des WLAN am weitläufigen Gelände bei der Biathlon-WM in Antholz. Umso stolzer war ich danach, als alles super geklappt hat. Hier bei systems sind wir ein cooles und sehr motiviertes Team. Wir können immer auf die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen zählen.“ Starker Teamgeist Auch Markus Schwienbacher schätzt das Teamwork und das gute Arbeitsklima bei systems. „Im Team und auch generell im Unternehmen haben wir ein lockeres Arbeitsklima, das auf Teamwork und Hilfsbereitschaft aufbaut. Viele der Projekte, die wir in unserem IT-Operation-Team umgesetzt haben, waren herausfordernd und zugleich sehr lehrreich. Das liegt daran, dass die Technologien sich so extrem schnell weiterentwickeln und

Markus Schwienbacher, Incident Management & IT-Operation, systems GmbH.

es dadurch eine große Herausforderung ist, am Ball zu bleiben.“ „Am Ball zu bleiben“ ist bei systems gelebte Praxis. Engagement wird großgeschrieben und ist ein zentraler Wert der Unternehmenskultur. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wachsen an ihren Projekten und erbringen so Spitzenleistungen. Großer Wert wird auf Transparenz sowie eine offene Kommunikation gelegt. „Wir sind erfolgreich dank unserem zuverlässigen, kompetenten und engagierten Team“, zeigt sich Gustav Rechenmacher überzeugt. „Daher wollen wir für alle ein optimales Arbeitsumfeld schaffen, in dem sie sich entfalten und die Zukunft aktiv mitgestalten können.“ Mit systems die Zukunft mitgestalten Das Unternehmen wächst weiter und sucht Verstärkung. Mitarbeiter bei systems sind Teil eines starken Teams, in dem jeder seine ❧ Talente und Fähigkeiten entfalten kann.

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systems GmbH www.systems.bz

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Foto: Pexels/Yan Krukov

Ich will nicht mehr! Laut einer Studie des Karrierenetzwerks Xing sind 25 Prozent der Beschäftigten in ihrem aktuellen Job unzufrieden.

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NEUANFANG

Bleiben oder gehen?

Foto: Privat

Einfach nur mal Abstand gewinnen oder besser einen klaren Schnitt machen und einen neuen Weg einschlagen? Karrierecoach Klaus Härtel gibt Antworten, wie man zu sich und seiner Berufung findet.

Der Personalexperte Klaus Härtel hat sich darauf spezialisiert, Menschen aus Krisen herauszubegleiten – hin zu einer beruflichen Situation, die sich mehr nach Berufung anfühlt.

W

enn Wunsch und Wirklichkeit am Arbeitsplatz auseinanderdriften, entsteht Frust. Wie oft das passiert, zeigte vor einem Jahr eine Studie des Karrierenetzwerks Xing unter rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Demnach sind rund 25 Prozent der Beschäftigten in ihrem aktuellen Job unzufrieden. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Performance der betroffenen Unternehmen aus, sondern beeinträchtigt auch das Leben vieler Menschen. Der Karrierecoach und langjährige Personalmanager Klaus Härtel hat im Laufe seiner Karriere viele solcher Situationen erlebt. Und sich im Laufe der Zeit darauf spezialisiert, Menschen aus diesen Krisen herauszubegleiten – hin zu einer berufli-

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chen Situation, die sich mehr nach Berufung anfühlt. Was es dafür braucht? Ein Gespräch mit dem deutschen Personalexperten, der einige Jahre Wahlsüdtiroler war. SÜDTIROL PANORAMA: Herr Härtel, viele berufstätige Menschen sind in irgendeiner Form unzufrieden mit ihrer beruflichen Situation. Gehört das einfach dazu oder sollten sie daran etwas ändern? KLAUS HÄRTEL: Das lässt sich so generell schwer

beurteilen. Als Leitlinie kann ich meine Überzeugung mitgeben: Arbeit sollte mehrheitlich Spaß machen. Wenn das nicht der Fall ist und ich nur am Lamentieren bin, werde Südtirol Panorama | 01.2022

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NEUANFANG ich keinen Erfolg haben und mich und andere runterziehen. Das ist ein deutliches Anzeichen, dass ich aus meiner Arbeitssituation raussollte. Wie kann man sich darüber klarwerden, ob man nur die eigene Haltung ändern muss, eine Auszeit braucht oder wirklich den falschen Job hat?

Wenn ich als Coach mit Menschen arbeite, reichen meist einige wenige Fragen, um darüber Klarheit zu erhalten. Zum Beispiel: Kann ich mir vorstellen, diesen Job noch weitere fünf Jahre auszuüben? Oder: Was stört mich an meiner beruflichen Situation: mein Chef, mein zu niedriges Gehalt oder die Tätigkeit an sich? Je nachdem was mich stört, wird relativ schnell klar, ob ich an der Situation etwas ändern kann – etwa in Gehaltsverhandlungen gehen. Das Problem ist nur: Die meisten Menschen finden an dieser Stelle sieben Millionen Ausreden, warum alles doch gar nicht so schlimm ist. Solange werden sie auch nichts verändern. Aus eigener Erfahrung kann ich das sogar gut nachvollziehen. Hatten Sie auch einmal sieben Millionen Ausreden parat?

macht, für längere Zeit zu akzeptieren. Sie wechseln schneller eine Stelle, die sie nicht glücklich macht. Kann es in solchen Situationen oft nicht ausreichen, eine Auszeit zu nehmen, statt gleich zu kündigen?

Das hängt ganz von der Situation ab. Wenn jemand nur erschöpft ist und vielleicht immer schon den Traum hatte, sechs Monate lang durch Australien zu trampen, kann eine Auszeit interessant sein. Man kommt wieder zu sich und kehrt motiviert zurück. Grundsätzlich sollte man sich ein paar wichtige Fragen stellen: Bin ich in meinem Leben noch richtig unterwegs? Passt das, was ich tue, zu mir? Was ist meine Lebensvision und wo will ich hin? Natürlich kann man auch in einer Auszeit gut über solche Fragen nachdenken. Denn wer im Arbeitsalltag in einem immer schnelleren Hamsterrad gefangen ist, kann erst gar nicht ins Nachdenken kommen.

„Wenn ich nur am Lamentieren bin, werde ich keinen Erfolg haben und mich und andere runterziehen.“

Oft wollen Menschen kündigen, ihnen fehlen aber die Alternativen. Sie haben ein Buch mit dem Untertitel „Arbeite endlich in einem Beruf, der wirklich zu dir passt“ geschrieben. Hat wirklich jede und jeder von uns eine Art Berufung, und warum fällt es vielen so schwer, diese zu leben?

Oh ja! Ich war mal Personalleiter in einem Familienunternehmen. Irgendwann wurde mir klar, dass das Unternehmen nicht mehr zu mir Berufung ist so ein großes Wort. passt. Dort wurden ManagementOft ist es mit sehr hohen ErwarKlaus Härtel entscheidungen über die Köpfe der tungen verknüpft. Es geht einfach Menschen hinweg getroffen. darum, sich etwas zu suchen, das Ich hatte eine herrische und willSpaß macht und zu einem passt. kürliche Vorgesetzte, lange ArbeitsIch beginne meine Coachings oft tage und einen 80 Kilometer langen Anfahrtsweg. mit Fragen nach persönlichen Hobbys: Was machst du Spätestens als dann mein Sohn geboren wurde und ich, als gerne, wenn du nicht arbeitest? Da finden sich oft schnell absoluter Familienmensch, die Sehnsucht hatte, mehr Zeit die interessanten Kombinationen. So hat mir ein Vermit meiner Familie zu verbringen, hätte ich gehen müssen. triebsmitarbeiter erzählt, dass er privat leidenschaftlich Dennoch wartete ich so lange, bis ich auf dem Arbeitsweg gerne ins Fitnessstudio geht. Heute vertreibt er Ausstattuneinen Unfall hatte – nachdem ich öfter schon fast eingegen für Fitnessstudios. Es gilt also Anknüpfungspunkte zu schlafen war. Erst als ich dachte: Wenn du so weitermachst, Dingen zu finden, die mich wirklich begeistern. Es braucht fährst du irgendwann gegen einen Baum, konnte ich den aber auch Klarheit über die eigenen Prioritäten: Welches Schritt setzen. Arbeitszeitmodell passt zu meiner familiären Situation, was treibt mich an, in welcher Umgebung will ich arbeiten? Das heißt, der Leidensdruck muss groß genug sein, damit wir etwas verändern?

Genauso ist es. Das ist ein zutiefst menschliches Verhalten. Denn solch eine berufliche Veränderung verlangt uns ab, Gewohntes aufzugeben, unsere Komfortzone und Sicherheitsblase zu verlassen, ins Risiko zu gehen. Vor allem bei älteren Generationen muss der Leidensdruck dafür meist richtig groß sein; nicht selten in Form von Erkrankungen oder anderen schwerwiegenderen Stresssymptomen. Bei jüngeren Menschen sieht man dagegen, dass sie nicht mehr bereit sind, einen Zustand, der sie unglücklich 56

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Und das haben Sie auch selbst praktiziert, nach Ihrem Unfall?

Ja, irgendwann habe ich mich daran erinnert, wie gerne ich anderen Leuten Dinge beibringe: vom Volleyball bis zum Führungskräftetraining. Daraufhin habe ich meine Coaching-Ausbildung begonnen. Die Schwierigkeit ist, diese Dinge zu erkennen und beruflich umzusetzen. Dabei brauchen wir viel mehr Menschen, die in ihrem Job glücklich sind – damit die Lebensbalance nicht aus den Fugen gerät.◀ INTERVIEW: SUSANNE PITRO

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WERTE ALS FUNDAMENT

Ein klares Wertesystem gibt Bewerbern und Mitarbeitern Orientierung, wirkt sinnstiftend, fördert die Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen und steigert somit das Wohlbefinden im Unternehmen.

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Unternehmenswerte und -kultur gehen Hand in Hand In diesem Prozess hat die Volksbank gemeinsam mit den Mitarbeitern drei Werte erarbeitet: weitblickend, füreinander, geradlinig. Diese Werte werden in der Volksbank von der Führungsspitze bis zu den Mitarbeitern mitgetragen und im täglichen Miteinander gelebt. Sie sind das Fundament der Unternehmenskultur und die gesamte Ausrichtung des Unternehmens ist im Einklang mit dieser Haltung. Zur internen Verankerung wurde eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, um den Mitarbeitern die Bedeutung für ihre tägliche Arbeit zu vermitteln und anhand von konkreten Anwendungsfällen greifbar zu machen. Ganz nach dem Motto: Nur was innen wirkt, kann glaubwürdig und effektiv nach außen abstrahlen. DEI – Diversity, Equity & Inclusion Kürzlich hat die Volksbank ein weiteres Projekt ins Leben gerufen: „Diversity, Equity &

Foto: Andreas Piok

ine klare Positionierung ist nicht nur für den Kundenmarkt wichtig, sondern auch für den Arbeitsmarkt. Immer mehr Unternehmen hinterfragen gezielt die Ausrichtung ihres Wertesystems angesichts der sich stark verändernden Erwartungen ihrer Stakeholder. Die Volksbank hat 2021 in einem Prozess, in den viele Mitarbeiter eingebunden waren, über das eigene Wertesystem nachgedacht.

Ilse Steurer, Leiterin Human Resources der Volksbank, zusammen mit einem jungen Kollegen.

Inclusion“. Dabei werden im Rahmen von Workshops, an denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen teilnehmen, Maßnahmen erarbeitet, die dazu beitragen, dass eine Unternehmenskultur geschaffen wird, die durch Vielfalt, Chancengleichheit und Inklu-

Infokasten Die Volksbank ist eine Regionalbank mit starker territorialer Verankerung und ist neben dem Heimatmarkt Südtirol in den nordostitalienischen Provinzen Trient, Belluno, Treviso, Pordenone, Vicenza, Padua und Venedig tätig. Insgesamt verfügt die Volksbank über 159 Filialen und beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter. Erfahren Sie mehr über unsere Markenkernwerte auf unserer Website. Wir sind stets auf der Suche nach neuen engagierten Mitarbeitern. Hier können Sie sich über aktuelle Stellenausschreibungen informieren: www.volksbank.it/de/bank/karriere

sion überzeugt und deren Umsetzung konkret messbar ist. „Unternehmenswerte, die von den Mitarbeitern verinnerlicht und gelebt werden, sind das Fundament der Unternehmenskultur eines Betriebes. Die Volksbank investiert in dieses Thema nicht nur, um den Unternehmenserfolg zu steigern, sondern auch um einen spürbaren Beitrag für eine vielfältigere und nachhaltigere Gemeinschaft zu leisten“, so Ilse Steurer, Leiterin Human Resources ❧ bei der Volksbank.

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Südtiroler Volksbank AG www.volksbank.it

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NEUANFANG

Journalistin nimmt Auszeit mit dem Vulkan zählt Lisa Maria. Spätestens als sie beschloss, die geplanten fünf Wochen zu verlängern, ließ sie auch das bleiben. Wandern, lesen, Podcast hören, meditieren: Das wurde zu ihrem Tagesprogramm, über Wochen. Als sie La Palma verließ, hatte sie das Gefühl, leichter zu sein. Sie konnte Ballast auf der Insel lassen, der sie davor eingeschränkt und ihr den Blick versperrt hatte. Nun schaut sie vorwärts, arbeitet wieder freiberuflich für salto.bz und bastelt daran, sich ein Netzwerk am deutschen und österreichischen Medienmarkt aufzubauen. Die ersten Treffer sind ihr schon gelungen, mit Artikeln im österreichischen Profil, in der Welt am Sonntag, auf Zeit Online. Lisa Maria Gasser hat noch viel vor. Bevor sie es angehen konnte, musste sie aber einfach mal völlig loslassen. (sp)

Foto: Privat

K

Lisa Maria Gasser nahm sich nach ihrem Rückzug als Chefredakteurin beim Onlineportal salto.bz eine dreimonatige Auszeit auf La Palma. Genau zu der Zeit, als der Vulkan auf der Kanareninsel tobte. Die heiße Lava zerstörte 2.900 Wohnhäuser.

Foto: AFP Photo/Handout

ann man seinen Job lieben und dennoch auf den Pausenknopf drücken? Und wie! Diese Erfahrung machte die Südtiroler Journalistin Lisa Maria Gasser. Mehr als sieben Jahre war das junge Online-Portal salto.bz ihr absoluter Lebensmittelpunkt. 2014 hatte sie dort als Praktikantin ihre ersten journalistischen Erfahrungen gesammelt; sechs Jahre später war sie Chefredakteurin. Die Leidenschaft für ihren Beruf konnte auch durch die schwierigen Pandemiejahre nicht gebremst werden. Dennoch begann Gasser zunehmend in eine Sinnkrise zu schlittern. „Ich hatte das Gefühl, mich nur mehr über meine Arbeit zu definieren, mein Selbst irgendwie verloren zu haben“, beschreibt sie das Gefühl von damals. Auch die Frage, ob ihr erster Arbeitsplatz tatsächlich die Endstation sein soll, beschäftigte die damals 32-Jährige. „Doch ich steckte in einem Hamsterrad fest und fühlte mich nicht fähig, die nächsten Schritte zu setzen.“ Die Lösung? Lisa Maria zog die Reißleine. Sie kündigte und buchte für Mitte September 2021 ein Einzelticket nach La Palma. Fünf Wochen wollte sie dort ursprünglich bleiben, testen, wie lange sie es mit sich selbst aushält, wie es sich anfühlt, die Komfortzone zu verlassen. Eine Woche bevor ihr Flieger startete, plötzlich die Nachricht: Vulkanausbruch auf La Palma! Gasser ließ sich davon nicht abhalten, sie stieg trotzdem in den Flieger – und verbrachte schließlich fast drei Monate auf der Kanareninsel. Erst eine Woche bevor sie über Weihnachten nach Fuerteventura weiterflog, beruhigte sich der Vulkan endlich wieder. „Diese Zeit war das größte Geschenk, das ich mir selbst machen konnte“, sagt die Journalistin heute. Die unberührte Natur, die überwältigende Kraft des Vulkans, die Einsamkeit auf einer Ferieninsel, die wegen der Naturkatastrophe von Touristen gemieden wurde. „Die Insel zwang mich gewissermaßen, in die Langsamkeit zu kommen, runter von der Selbstoptimierung“, resümmiert Gasser. Die Hänge auf La Palma sind steil, die Straßen kurvig, der Strand nicht mit dem Auto erreichbar. Die einzige Infrastruktur in ihrer Nähe: ein Supermarkt und zwei Bars. Sonst gab es keine Ablenkung. „Anfangs hatte ich noch das Gefühl, an meiner Zukunft basteln zu müssen, Bewerbungen rausschicken zu müssen“, er-

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