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ff-extra vom 19.03.2020 – ff Nr. 12

Beilage zu ff 12/2020 I Vers. in Post. - 45% I Art. 1 Abs. 1 I Ges. 353/2003 (abg. Ges. 27.02.2004 Nr. 46) CNS Bozen I Poste Italiane SpA I Taxe percue / Tassa pagata

WOHNEN

BETTGEFLÜSTER Tipps und Inspirationen für eine erholsame Nacht

SCHWARZE PERLE

Luftiges Schlafnest mit urbanem Wohngefühl in Marling

DER STILLA-MIX

Altbau mit charmanter Note. So schläft Architektin Stilla Graf

GUTE NACHT

Warum wenig Schlaf keineswegs cool ist. Ein Schlafforscher im Gespräch


karlpichler.it


EDITORIAL Maßgefertigte Echtholztüren aus Südtirol

Foto: Manuela Tessaro

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, eigentlich hätte ich an dieser Stelle gerne geschrieben: Endlich raus! Voller Vorfreude auf die ersten Gartenfeste mit Familie und Freunden im Freien, inmitten der herrlichen Frühlingsblüher. Diesen Frühjahr ist alles anders. Deshalb schreibe ich an dieser Stelle: Bleibt daheim! Eine klare und ernstzunehmende Aufforderung an uns alle. Das Leben in Italien und Südtirol steht still. Und umso mehr wird uns dieser Tage bewusst: Wie schön wir es doch zu Hause haben. Deshalb widmen wir uns in diesem Magazin ganz bewusst dem wohl privatesten Raum: unserem Schlafzimmer. Mit Ideen zum Träumen, ausgefallenen Tipps zum Ruhen und charmanten Ideen zum Pausieren. Zwei Bauherrinnen öffnen für uns ihre Tür zum Schlafzimmer und liefern uns wertvolle Inspirationen, wie Sie Ihren Ruheraum einrichten, gestalten oder verschönern können. Außerdem in diesem Heft: ein ausführliches Interview mit dem Schlafforscher Ingo Fietze von der Berliner Charité. Mit konkreten Tipps, wie Sie richtig gut durch die Nacht kommen.

Erfahrung trifft auf Qualität. Handwerk mit Liebe zum Detail begegnet einer einzigartigen Vielfalt an Materialien und Fertigungsvarianten. So entstehen jährlich über 30.000 Innen- und Haustüren. www.rubner.com/tueren

Lassen Sie sich inspirieren – viel Vergnügen beim Lesen! Verena Pliger

INHALT 04

GUTE NACHT

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Ein gemütliches Schlafnest mit urbanem Wohngefühl: So schläft Uschi Rienzner

Warum uns Schlafmangel krank macht und was wir dagegen tun können.

4 Foto: Alexander Alber

SCHWARZE PERLE

DER STILLA-MIX

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SCHÖNER SCHLUMMERN

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Foto: Schramm

Eine Altbauwohnung mit einem charmanten Mix: So schläft Architektin Stilla Graf.

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Die besten Einrichtungstipps für eine erholsame Nacht.

IMPRESSUM „ff-Extra Wohnen“, 19.03.2020, Beilage zu ff 12, Herausgeber: FF-Media GmbH, Eintragung Landesgericht Bozen 9/80 R.ST. vom 27.08.1980. Presserechtlich verantwortlich: Manuel Saxl; Konzeption & Redaktion: Verena Pliger; Grafik & Layout: Sabine Rainer; Werbung: Elisabeth Forer-Naumann, Roswitha Rauter; Titelseite: Duxiana/DUX 3003. © ® FF-Media GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf mit grafischen, mechanischen, elektronischen oder mit digitalen Mitteln reproduziert werden. Jeglicher Missbrauch wird im Rahmen des Gesetzes verfolgt.

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MARLING

SCHWARZE PERLE Ein klares Farbkonzept, viele clevere Ideen. So schufen sich Uschi Rienzner und ihre Familie ein gemütliches Schlafnest.

Foto: Nati Tschenett

Text: Verena Pliger | Fotos: Alexander Alber

Wer wohnt hier? Uschi Rienzner und ihre Familie haben ihre Wohnung erweitert und aufgehübscht. Das Ergebnis: Ein luftiger Zweigeschosser mit urbanem Wohngefühl und einem klaren Farbkonzept.

W

as für eine Aussicht. Richtung Osten direkt auf den Meraner Pferderennplatz. Richtung Süden bis hinunter ins Überetsch. Uschi Rienzner und ihre beiden Töchter bewohnen mitten in Marling eine mediterrane Oase. Uschis Lebensgefährte Jürgen lebt und arbeitet in Zürich und nennt die Wohnung an den Wochenenden sein Zuhause. Vor fünf Jahren sind sie hier zur Miete eingezogen. „Wir liebten die Wohnung von Beginn an, sie hatte aber auch ihre Tücken: Die Schlafzimmer waren klein, das Badezimmer eng“, erzählt Uschi Rienzner. 4 No. 12 / 2020

DIE SEHNSUCHT nach etwas Größerem wurde immer stärker. Genauso wie der Wunsch nach etwas Eigenem. Sie begannen mit der Suche nach einer passenden Immobilie. Lange Zeit war nichts dabei. Fündig wurden sie schließlich im eigenen Haus. Ihr Vermieter bot ihnen die Wohnung zum Verkauf an, inklusive der Möglichkeit, das Gebäude um einen Stock zu erhöhen. Der Kubaturbonus des Landes überzeugte die Bauherren, und sie schlugen zu. Sie engagierten Geometer Claudio Palla, und aus den vielen intensiven Gesprächen entstand schnell die klare Idee, wie das künftige Wohnprojekt aussehen sollte. Es folgte

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Shades of grey: Unter der Dachschräge weicht ≥ SCHWARZE PERLE nichts vom Farbschema ab. Im Schlafzimmer der Bauherrn gibt Grau den Ton an. Gekonnt inszeniert: Mit einem Textilien-Mix haben Uschi und Jürgen das üppige Boxspringbett zusätzlich aufgehübscht. Die Bettwäsche ist aus feinem Leinen, die Tagesdecke aus warmer Daune, die Kissen aus kuscheligem Fell.

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No. 12 / 2020

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Clever gelöst: Im Zuge der Erweiterung entstand im Obergeschoss Uschi und Jürgens neuer Wohn- und Schlafbereich. Unten der Eingang, das Badezimmer, der Wohnbereich und die Ankleide. Oben die Schlafgalerie, die auf halber Höhe eingezogen wurde und über eine Treppe aus Schwarzstahl erreichbar ist. Gut geplant: Der gesamte Bereich wurde so geplant, dass er jederzeit eine eigenständige Einheit bilden kann.

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≥ SCHWARZE PERLE

„WIR HABEN AN VIELEN WOCHENENDEN SELBST HAND ANGELEGT.“ USCHI RIENZNER

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3 1. Licht ins Dunkel: Für moderne Akzente sorgen Design-Leuchten in Betonoptik. Lässig hängen sie neben dem Bett von der Decke. 2. Lieblingsstücke: Die Deko macht den Unterschied. Ein Schwarzstahl-Sideboard, darauf zwei Guax-Vasen mit Pfirsichzweigen. Für die richtige Inszenierung sorgen Thomas und Theo von der Floralen Werkstatt, zwei gute Freunde der Bauherren. 3. Graue Eleganz: Das Boxspringbett ist der Hauptdarsteller im Schlafzimmer. Die üppige Polsterung mit Bonell-Federkernen sorgt für ein angenehm federndes Gefühl.

der Finanzierungsplan und der Entschluss, das Projekt nach Pallas Plänen zu realisieren. Dann der Rückschlag: Palla erkrankte und verstarb wenig später. „Wir waren mit Doris Raffaelli, die das Projekt kurzfristig übernommen hat, extrem zufrieden. Zugleich schmerzt es unendlich, dass Claudio Palla die Realisierung seines letzten Werkes nicht mehr miterleben konnte“, so Bauherrin Uschi Rienzner. DREI MONATE hat der Umbau gedauert. Die Bauherrin war jeden Tag selbst auf der Baustelle, um die Arbeiten zu koordinieren. Das Dach und die Mansarde des bestehenden Wohnhauses wurden abgebrochen und in Holzbauweise erweitert sowie erhöht. Entstanden ist ein zusätzliches Geschoss. Es wurde so geplant, dass es zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit als

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eigenständige Einheit funktioniert. Jetzt aber erst mal ist es das Reich von Uschi und Jürgen. Mit eigenem Badezimmer, Ankleideraum sowie einem weitläufigen und hohen Wohnraum. Von dort erfolgt der Zugang zu einer chilligen Terrasse und zu einer Schlafgalerie direkt unter dem Dach. Vergrößert wurden im Zuge des Umbaus auch die Schlafzimmer der beiden Töchter. Oberhalb ihres bestehenden Zimmers entstand eine zweite Ebene, jeweils zugänglich über eine schwarze Stahltreppe. „Ich bin wahnsinnig glücklich, dass wir das Projekt genau so realisieren konnten. Wohl wissend, dass Vicky und Nati wohl nicht mehr ewig zu Hause wohnen werden. Sie sollen hier aber jederzeit eine Basis haben. So wie auch ich und meine Geschwister nach wie vor eine Basis bei unserer Mutter in Brixen haben“, meint Uschi Rienzner. No. 12 / 2020

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Lieblingsplatz: Am Boden ein flauschiger Teppich, an den Wänden eine DesignTapete im ReptilienhautMuster. Die Wohnlandschaft verkörpert Ruhe und lädt zum schwerelosen Relaxen ein.

| Foto: Alex Filz

Im Zentrum: Die graue Couch mit Samtkissen in Anthrazit und ein currygelber Pouf als Farbtupfer.

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≥ SCHWARZE PERLE

Bestlage: Der Rückzugsort im Freien ist direkt vom Wohnraum zugänglich. Loungesessel, Pflanzen, orientalische Windlichter, ein weicher Pouf und ein Buddha sorgen auf dem Seidenteppich für einen edlen Ethnostyle.

| Foto: Alex Filz

AUSSEN DOMINIERT die Farbe Schwarz. Die Außenwände wurden im Holzrahmenbau errichtet. Die Außenfassade wurde mit einer vertikalen Holzschalung aus heimischer Lärche verkleidet. Damit das Haus nicht sofort verwittert, wurde der Verschalung ein Anstrich in einer dunklen Carbone-Farbe ver-

passt. Und auch in den Innenräumen spielen die Bauherren mit der Farbe Schwarz. Der dunkle Ton verleiht dem neuen Obergeschoss einen loftigen Charme. Gekonnt mit natürlichen Holztönen kombiniert, strahlt die dunkle Farbe dennoch viel Gemütlichkeit und Wärme aus.

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1 1. Harmonisch: Uschis Töchter haben ihre Schlafzimmer in Eigenregie eingerichtet. Im Zimmer von Nati dominieren die Farben Beige, Gold und Dunkelblau. Helle Textilien hat sie mit Messing kombiniert.

2. Skandinavisch: Instagram und Pinterest waren für Tochter Vicky wichtige Inspirationsquellen. Nordisch gemütlich, gepaart mit charakterstarken Schwarz-Weiß-Bildern sind das gelungene Ergebnis.

3. Inspirierend: Auf einer Reise nach Amsterdam holte sich Tochter Nati Ideen für ihr Schlafzimmer. Den goldenen Spiegel auf dem Bücherregal hat sie mit viel Grün in Szene gesetzt. Hingucker ist der coole Marshall-Radio.

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≥ SCHWARZE PERLE

Schwarz in Schwarz: Ein heller Grauton am Boden sorgt für Ruhe und Behaglichkeit im Badezimmer. Ansonsten gibt im Nassbereich ein mattes Schwarz den Ton an. Von den Armaturen über das Duschglas im IndustryLook bis hin zum Mosaik in der Dusche.

GEKOCHT UND GELEBT wird im Untergeschoss. Bis auf neue großflächige Panoramafenster blieb hier alles beim Alten. „Wir konnten nicht alles auf einmal realisieren. Das war finanziell einfach nicht drin. Wir haben die Küche und das Wohnzimmer aber so gestaltet, dass wir uns wohl fühlen“, erzählt die Bauherrin. An mehreren Wochenenden haben Uschi und Jürgen den Räumen zu neuem Glanz verholfen. Die Eichenfronten der Küche haben sie schwarz lackiert, Geräte und Griffe ausgewechselt. Auch im Tages-WC haben sie selbst Hand angelegt. Den beigen Fliesen haben sie mit Fliesenfarbe einen trendigen Grau-Ton verpasst. Passend dazu haben sie den Raum mit wirkungsvollen

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Accessoires aufgepeppt. Einen neuen Look haben auch die massiven Holztüren. In Handarbeit haben sie die Türen abgeschliffen, grundiert und in den Farben Weiß oder Schwarz gestrichen. Auch das ursprünglich lackierte Geländer, das vom Untergeschoss in das neue Obergeschoss führt, haben sie mit Sandstrahltechnik an den Stil des Hauses angepasst. Heue präsentiert es sich in einer natürlichen Holzfarbe. VIELE INSPIRATIONEN für ihr neues Zuhause holten sich Uschi und Jürgen von Pinterest. Die Social-Media-Plattform erwies sich als wertvoller Ideengeber, um die Wohnung mit viel n lässiger Lebendigkeit kreativ zu gestalten.

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„WER LÄNGER ALS FÜNF JAHRE KURZ ODER SCHLECHT SCHLÄFT, GEFÄHRDET SEINE GESUNDHEIT.“

Foto: Tinekhome

PROF. INGO FIETZE


SCHLAFFORSCHUNG

„NACHTSCHICHTARBEIT IST KÖRPERVERLETZUNG“ Warum wenig Schlaf keineswegs cool ist, warum uns Schlafmangel krank macht und was wir dagegen tun können – ein Gespräch mit dem Schlafforscher Ingo Fietze von der Berliner Charité.

Foto: Anke Illing

Interview: Verena Pliger

Der Schlafexperte: Prof. Ingo Fietze ist Vorsitzender der Deutschen Stiftung Schlaf. Er ist Facharzt für Innere Medizin und leitet als Schlafforscher das Interdisziplinäre Schlafmedizinische Zentrum an der Berliner Charité.

ff: Professor Fietze, wie viele Stunden haben Sie heute Nacht geschlafen? Prof. Ingo Fietze: Sechs Stunden, für meine Verhältnisse also deutlich zu wenig. Normalerweise brauche ich 7,5 Stunden. Das gilt übrigens als gesundes Maß an Schlaf. Grundsätzlich gilt: Sechs Stunden Schlaf ist der unterste Grenzwert, weniger sollten es nicht sein. Und was passiert, wenn mal keine sechs Stunden Schlaf drin sind? Ganz einfach, am Tag darauf leiden unsere Geschicklichkeit, Genauigkeit, Konzentration und unser Gedächtnis unter dem

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Schlafmangel. Häufig kommt auch noch schlechte Laune dazu. Wer länger als fünf Jahre kurz oder schlecht schläft, gefährdet damit auch seine Gesundheit. Die häufigsten Folgen sind Herz-Kreislauf-Probleme und Bluthochdruck. Langanhaltender Schlafmangel kann auch zu Diabetes führen und sogar Krebs auslösen. Und besonders schlimm: Die Lebensdauer reduziert sich um fünf bis zehn Jahre. Stimmt es, dass bis spätestens Mitte 20 feststeht, ob man mit acht oder sechs Stunden Schlaf auskommt? Nein, denn in Wahrheit brauchen wir alle täglich an die 7,5 bis acht Stunden Schlaf. Angeborene Kurzschläfer sind eine sehr seltene Spezies. No. 12 / 2020

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≥ „NACHTSCHICHTARBEIT IST KÖRPERVERLETZUNG“

SO SCHLÄFT ... DIE FRÜHAUSTEHERIN PETRA GASSLITTER

Foto: Privat; Illustration: freepik

Ihr Job: Seit zwei Jahren arbeitet Petra Gasslitter als Redakteurin bei Rai Südtirol. Ihre Stimme hört man vor allem im Radio. Ein bis zwei Mal die Woche bereits um 6 Uhr früh. An diesen Tagen übernimmt sie die Morgenschicht, von 5 bis 13 Uhr. Dann heißt es für sie früh raus: Ihr Wecker klingelt um 4 Uhr früh, nach einem schnellen Kaffee geht es für sie von Völs nach Bozen, zum Sitz von Rai Südtirol am Mazziniplatz. Ihre Nächte: Meistens hat sie eine viel zu kurze Nacht hinter sich. „Ich versuche zwar, um 21.30 Uhr im Bett zu sein, aber ich schlafe

unruhig und wache immer wieder auf. Meine Gedanken kreisen darum, welche Ereignisse sich in Südtirol und der Welt wohl über Nacht ereignet haben“, erzählt sie. Erst recht, wenn sie das Morgengespräch moderiert und mit einem Studiogast zehn Minuten live auf Sendung ist. „Da träume ich nachts auch mal von meinem Interviewpartner“, lacht sie und erzählt, dass sie im Bett auch mal Heft und Stift zur Hand nimmt, um sich Interviewfragen zu notieren. Ihr Rhythmus: Frühdienste sind für die gebürtige Seiserin nichts Neues. Auch bei ihren vorherigen Arbeitgebern – sie war Redakteurin beim Online-Portal Stol und beim deutschen Magazin Stern – musste sie morgens früh raus. „Allerdings ging es dort erst um 6 Uhr früh los, ich konnte also gemütlich bis um 5 schlafen“, erzählt sie. Ihr Schlafmangel: Frühschicht bei Rai Südtirol geht bis 13 Uhr. In dieser Zeit, so erzählt sie, trinke sie viel zu viel Kaffee. Dafür geht es am Nachmittag erst mal raus in die Natur. „Meistens gehe ich mit meinem Hund spazieren, um

Südtirols Altlandeshauptmann Luis Durnwalder behauptet, dass er mit maximal fünf Stunden Schlaf auskommt. Diesen Mann müssen Sie mir mal vorstellen. Ich nehme solche Aussagen niemandem ab. Ich kenne keine Person, die täglich – also auch im Urlaub und an den Wochenenden – so wenige Stunden schläft und den Rest des Tages total fit ist. Glauben Sie mir, auch Ihr Politiker wird sich untertags ein kurzes Nickerchen gönnen, etwa auf dem Rücksitz des Dienstwagens während einer Fahrt von A nach B. Übrigens: völlig zu Recht. Es gibt Kurzschläfer und Langschläfer. Ist es genetisch bedingt, welcher Schlaftyp wir sind? Ob wir nachtaktive Eulen oder morgenfrische Lerchen oder Kurz- bzw. Langschläfer sind, das ist in der Tat genetisch bedingt. Entsprechend kann ein Kurzschläfer nicht zum Langschläfer werden. Aufgrund äußerer Umstände kann ein Langschläfer aber sehr wohl zum Kurzschläfer werden. Wer etwa um 4 Uhr morgens zur Frühschicht muss, hat keine andere Wahl und muss seine Schlafgewohnheit zwangsläufig umstellen. Und aus einer Lerche kann eine Eule werden und umgekehrt. 14 No. 12 / 2020

wieder meinen Seelenfrieden zu finden“, erzählt die Journalistin. Ein Nickerchen am Nachmittag ist nichts für sie. Den fehlenden Schlaf versucht sie zu überbrücken. „Zum Leidwesen meines Umfelds. Ich gähne häufig und bin einfach kuppelet, wie man bei uns in Seis so schön sagt, also hypersensibel.“ Trotzdem schafft sie es nicht vor 22 Uhr ins Bett. „Der Schlafmangel wirkt sich meist erst auf den Tag darauf aus, wenn sich meine Migräne bemerkbar macht“, erzählt die 30-Jährige. Grundsätzlich bezeichnet sie sich als gute Schläferin: „Ich höre im Bett meist noch einen Podcast und schlafe dann acht Stunden durch.“

Petra Gasslitter, 30, Journalistin bei Rai Südtirol

Sind Frühschichten denn gesundheitsgefährdend? Das hängt ganz davon ab, wie lange man schläft. Wer um 20 Uhr ins Bett kommt und um 4 Uhr morgens aufsteht, kommt auf acht Stunden Schlaf, und diese reichen aus, um am Tag darauf fit zu sein. Das Problem nur: Die meisten haben Schwierigkeiten, so früh einzuschlafen. Und wie sieht es bei Nachtschichtarbeit aus? Nachtschichtarbeit ist Körperverletzung. Wer seinen Schlaf- und Wachrhythmus nicht einhält, führt ein bewusstes ungesundes Leben. Vor allem, da es untertags kaum gelingt, den fehlenden Schlaf nachzuholen. Kaum jemand schafft es, bei helllichtem Tag acht Stunden tief und fest zu schlafen. Auch da unsere Hormone untertags nicht auf Schlaf ausgerichtet sind, somit ist die Qualität des Schlafs eine völlig andere. Gibt es denn medizinische Parameter, wer Schichtarbeit gut und wer sie weniger gut verträgt? Nein, leider nicht. Rein medizinisch können wir noch nicht sagen, für wen sich Schichtarbeit eignet und für wen nicht. Zur Schichtarbeit nicht antreten sollten Personen mit

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Foto: Privat; Illustration: freepik

Ihr Job: Seit 23 Jahren Ihr Rhythmus: Heute ist arbeitet Elke Ramoser sie Mutter von zwei SO SCHLÄFT… als Krankenpflegerin. Söhnen im Alter von Die ersten Jahre hat vier und sechs Jahren. DIE KURZSCHLÄFERIN die Rittnerin oft vier Mit der Geburt ihrer ELKE RAMOSER Nachtdienste in Folge Kinder sank ihre absolviert. Ihr Turnus Schlafdauer noch ging von 20 Uhr bis 7 einmal rapide. „Unsere Uhr früh. Die ersten Kinder hatten die ersten beiden Nächte, so erzählt Jahre einen recht unruhigen sie, empfand sie als extrem Schlaf und sind teilweise an anstrengend. Ihren Nachtdie sechs bis acht Mal pro Nacht rhythmus fand sie erst nach der aufgewacht. Aber mittlerweile hat sich dritten Nacht. die Lage ein wenig entspannt, und sie schlafen ab und zu durch“, sagt Elke Ramoser. Ihre Nächte: Wirklich gerne hat sie nachts nie gearbeitet. Nicht, da sie die Nachtschicht Ihr Schlafmangel: Seit einem Jahr ist sie anstrengte, sondern der Schlaf am Tag wieder berufstätig – als Krankenpflegerin in danach. „Einige meiner Kollegen kamen in der Teilzeit am Krankenhaus Bozen. Entsprechend Früh nach Hause, legten sich ins Bett und übernimmt sie nur noch einen Nachtdienst die schliefen bis 16 Uhr tief und fest. Ich war nach Woche. Und das reicht aus, wie sie meint. „Ich vier bis fünf Stunden hellwach. An Weiterbrauche zwei Tage, um mich von einer schlafen war nicht mehr zu denken, genauso einzigen Nacht zu erholen“, erzählt sie. Den wenig wie an ein Nickerchen am Nachmittag. Schlafmangel schleppt sie über zwei Tage mit. Eher habe ich Sport betrieben“, erzählt die „Nach einem Nachtdienst schlafe ich Rittnerin, die sich auch ohne Nachtarbeit als maximal drei Stunden und schaffe es am schlechte Schläferin bezeichnet. Abend erst nach 23 Uhr einzuschlafen. Wohl

SO SCHLÄFT ... DIE NACHTEULE WERNER BURGER

Foto: Privat; Illustration: freepik

Sein Job: Seit 23 Jahren arbeitet Werner Burger als Verkaufsfahrer beim Milchhof Brimi in Brixen. Der Vahrner beliefert im Eisacktal und Grödental diverse Geschäfte, Bäckereien, Hotels oder Restaurants mit Milchprodukten. Zwei Mal die Woche, am Montag und Freitag, muss er dafür richtig früh raus. Dann klingelt sein Wecker um 1 Uhr früh. Dienstags, mittwochs und donnerstags dagegen kann er etwas länger schlafen: bis 3 oder 3.30 Uhr. Seine Nächte: Was für Langschläfer wie ein Martyrium klingt, ist für den Vater von drei mittlerweile erwachsenen Söhnen völlig normal. Seit er berufstätig ist, arbeitet er auch nachts. Früh aufstehen war für ihn noch nie

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ein Problem. „Das frühe Aufstehen muss einem schon gegeben sein, aber für mich gehört es einfach dazu. Ich mache es ja nicht umsonst, es ist mein Job. Und vor allem sehe ich auch die Vorteile, die damit verbunden sind: Ich bin am Nachmittag immer zu Hause und kann so auch mal den einen oder anderen Termin wahrnehmen, ohne mir dafür extra Urlaub zu nehmen“, erklärt Werner Burger. Sein Rhythmus: Normalerweise holt er am Nachmittag aber erst mal den fehlenden Schlaf nach. Nach dem Mittagessen geht es für ihn auf die Couch. In der Regel schläft er zwei Stunden, tief und fest. Dann beginnt die Organisation für den kommenden Tag, und er nimmt telefonisch Kundenbestellungen entgegen. Ansonsten unternimmt er – bis auf sein wöchentliches Lauftraining am Mittwoch – am Nachmittag wenig. Er ruht sich aus und versucht, gegen 21 Uhr ins Bett zu kommen.

wissend, dass die Kinder um 5.30 Uhr wieder auf der Matte stehen“, erzählt die Krankenpflegerin. Ihren chronischen Schlafmangel empfindet sie zunehmend als Belastung. Auch da sie die langfristigen Folgen kennt. Ihre Hoffnung: „Vielleicht verbessert sich meine Schlafqualität ja mit zunehmendem Alter. Zuletzt bin ich abends immer mal wieder vor dem Fernseher eingeschlafen, das wäre mir früher nie passiert“, meint sie lachend.

Elke Ramoser, 41, Krankenpflegerin aus Klobenstein

so gewöhnt, dass ich ihn selbst im Urlaub brauche“, erzählt Werner Burger. Sein Schlafmangel: Nur am Sonntag, wo er meist eine Bergtour unternimmt, bleibt für ein Nickerchen selten Zeit. Entsprechend anstrengend gestaltet sich sein Montag, nach einer meist kurzen Nacht mit nur vier Stunden Schlaf. „Im Grunde schreibt mir niemand vor, dass ich um 1 Uhr aufstehen muss. Aber starte ich auch nur eine halbe Stunde später, kommt es sofort zu Verkehrsverzögerungen. So früh aufzustehen, ist also ganz meine Entscheidung, damit ich alles gut hinbekomme und meine Kunden pünktlich zur selben Zeit beliefern kann“, erzählt der Vahrner.

Anders die Situation am Wochenende. Samstag und Sonntag hat er frei. Den Samstag beschreibt er als wahren Genuss. Meist schläft er bis 7 Uhr, frühstückt mit seiner Frau, betreibt Sport und gönnt sich am Nachmittag seine zwei Stunden Schlaf. „Mittlerweile bin ich diesen Nachmittagsschlaf

Werner Burger, 57, Verkaufsfahrer beim Milchhof Brimi

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≥ „NACHTSCHICHTARBEIT IST KÖRPERVERLETZUNG“

„WER NACHTARBEIT NICHT VERTRÄGT, SOLLTE ES SEIN LASSEN.“ PROF. INGO FIETZE

chronischen Erkrankungen, mit einem Zweitjob, mit hoher familiärer Belastung und mit über 55 Jahren. Manager, die berufsbedingt häufig in die USA oder nach Asien reisen, sind Jetlag-geplagt. Wie gefährlich sind wiederholte Jetlags? Auch dazu gibt es keine Studien. Man kann aber sagen: Wem Fernreisen auf den Magen schlagen und wer nach einer Reise den normalen Schlafrhythmus nicht in den Griff bekommt, sollte weniger fliegen. Dasselbe gilt übrigens für Nachtschichtarbeiter. Wer die Nächte nicht verträgt, sollte es sein lassen. Selbst wenn der Job noch so viel Spaß macht. Haben denn Arbeitgeber dafür Verständnis? Arbeitgeber in Europa haben grundsätzlich wenig Verständnis für die Schlafbedürfnisse ihrer Mitarbeiter. So gibt es hierzulande keine Kultur für Power Naps, sie sind nach wie vor in Verruf. Ich kenne keinen CEO, der seinen Mitarbeitern ein kurzes Nickerchen erlaubt. Zehn Tassen Kaffee sind völlig ok, zwei Minuten Schlaf ein Tabu. In Asien oder in den USA dagegen wird überall geschlafen, ob sitzend am Schreibtisch oder auch in der Schule. Hier brauchen wir ein dringendes Umdenken. Müde Mitarbeiter bringen Unternehmen nicht weiter. Wie lange darf denn ein Power Nap dauern? Maximal 30 Minuten, häufig reichen aber auch fünf Minuten aus. Am besten in unbequemer Lage im Sitzen. Die positive Wirkung ist enorm, denn Mitarbeiter sind im Anschluss ganz einfach leistungsfähiger. Damit ließen sich übrigens auch viele Arbeitsunfälle und Unfälle im Straßenverkehr vermeiden. Schließlich sind 30 bis 40 Prozent der Verkehrsunfälle auf Müdigkeit und Unkonzentriertheit zurückzuführen. Aber nicht jeder bekommt einen Power Nap hin. Das stimmt, und man kann es auch nicht lernen. Man kann aber lernen, die eigenen Müdigkeitsphasen zu erkennen, um sich dann eine kurze Auszeit zu gönnen. Sind Schlafprobleme denn ein modernes Phänomen? Nein, Menschen hatten seit jeher mit ihrem Schlaf zu kämpfen. Allerdings provoziert unsere moderne Industriegesellschaft immer mehr Schlafstörungen. Das heißt, es gibt heute deutlich mehr schlechte Schläfer als früher. Ganz einfach,

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Mal die Woche in die USA. Häufig zu Meetings nach Chicago oder Washington. „Das war natürlich anstrengend, wobei ich mit Reisen nach Westen tendenziell besser zurechtkomme als mit Reisen Richtung Osten“, sagt der Manager.

Foto: Privat; Illustration: freepik

SO BESIEGT… KAI PANHOLZER DEN JETLAG

Sein Job: Der Münchner Kai Panholzer arbeitet seit Anfang des Jahres in Südtirol. Seither ist er Vice President Sales & Marketing des Waffelherstellers Loacker AG. Noch halten sich seine Auslandsreisen in Grenzen. Auch aufgrund der aktuellen Lage rund um den Covid-19-Virus. Dabei liebt Kai Panholzer den interkulturellen Austausch. Viele Jahre seines Berufslebens, unter anderem beim internationalen Süßwarenspezialisten Wrigley, gehörten Fernreisen zu seinem Alltag. Teilweise, so erzählt er, reiste er sogar zwei

Seine Nächte: In die USA fliegt er meist tagsüber. Er versucht also, am frühen Nachmittag dort zu sein. Damit er bei Kurzreisen zwischen drei und fünf Tagen im europäischen Zeitrhythmus bleibt und der Tag-NachtRhythmus weitestgehend erhalten bleibt, sieht sein Tagesablauf wie folgt aus: „Vom Flughafen geht es meist direkt ins Hotel. Nach einer schnellen Dusche schlendere ich durch die Stadt und mache mir in verschiedenen Geschäften ein Bild von unseren Produkten. Ja, und nach einem frühen Abendessen versuche ich um spätestens 19.30 Uhr im Bett zu sein“, erzählt Kai Panholzer. Aufgrund der sechs Stunden Zeitverschiebung ist er dann aber um 4 Uhr früh bereits hellwach. Er beantwortet E-Mails und überbrückt so die Zeit bis zu den ersten Meetings am Vormittag. „Mit diesem Rhythmus gewöhne ich mich erst gar nicht an die andere Zeitzone“, meint er.

Sein Schlafmangel: Schwieriger gestaltet sich der Rückflug. Normalerweise fliegt er nachts zurück, damit er frühmorgens wieder in Europa ist. Damit verkürzt sich aber auch sein Tag, denn während des Fluges gehen sechs Stunden verloren. Die Müdigkeit und den Jetlag versucht er zu überbrücken. Seine Strategie: Nach der Ankunft eine schnelle Dusche – ob am Flughafen oder zu Hause – dann ab ins Büro, und am Abend sehr früh ins Bett. „Ich versuche den Tag also so normal wie möglich zu gestalten, damit ich meinen Körper schnell wieder auf die richtige Zeitzone zurückbringe“, sagt Kai Panholzer.

Kai Panholzer, 52, Vice President beim Waffelhersteller Loacker

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≥ „NACHTSCHICHTARBEIT IST KÖRPERVERLETZUNG“

da wir heute mehr Stressfaktoren haben, wie etwa Schichtarbeit, Stress, Drogen oder Alkohol. Sie sprechen in ihren Büchern von einer übermüdeten Gesellschaft. Was bringt uns um den Schlaf? Seit es elektrisches Licht gibt, haben auch Schlafstörungen zugenommen. Damit hat sich unsere Insbettgehzeit langsam nach hinten verschoben. Früher hat man zwischen 18 und 19 Uhr zu Abend gegessen, und um 21 Uhr ging man ins Bett. Heute isst man vielfach erst um 20 Uhr und kommt nicht vor 23 Uhr ins Bett. Unser Lebensstil nagt also an unserem Schlaf. Dazu kommt, dass wir uns an den Wochenenden einem massiven Freizeitstress aussetzen und uns nicht die Zeit nehmen, Schlafdefizite nachzuholen. Wer lange schläft, gilt in unserer Gesellschaft als faul und träge. Warum ist der Schlaf so in Misskredit geraten?

DAS BUCH ZUM SCHLAF Ingo Fietze ist ein renommierter Spezialist für Schlafmedizin. In seinem Buch „Die übermüdete Gesellschaft“ (Verlag Rowohlt) schildert er, was zu spätes Zubettgehen und zu frühes Aufstehen mit uns macht.

Vor allem in Europa orientieren wir uns an völlig falschen Vorbildern. Manager, die mit wenig Schlaf auskommen, gelten als sexy. Wer ausreichend schläft, als Langweiler. Dabei sprechen wir hier von purer Unwissenheit. Denn Manager, die behaupten, mit wenig Schlaf auszukommen, sind keineswegs leistungsfähiger. Im Gegenteil. Sie haben entweder einen genetischen Defekt, sind eine seltene Spezies oder stressen wissentlich oder unwissentlich ihren Körper.

Jüngere Menschen feiern nachts durch und gehen am Morgen danach problemlos zur Arbeit. Brauchen jüngere Menschen weniger Schlaf? Wieso weniger? Sie brauchen mehr Schlaf, ein junger Mann braucht neun Stunden Schlaf. Das Problem nur: Kaum ein junger Mensch gönnt sich diese nächtliche Auszeit. Jugendliche leiden also noch stärker an Schlafdefiziten als Erwachsene. Unter anderem, da ihnen die sozialen Medien einiges an Schlaf rauben.

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WUSSTEN SIE, dass Sie 2.500 Stunden pro Jahr im künstlichen Licht verbringen?

Bei einem Alter von 80 Jahren wären dies 22 Jahre Ihres Lebens.

DENKEN SIE AN IHR BESTES LICHT R

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≥ „NACHTSCHICHTARBEIT IST KÖRPERVERLETZUNG“

„ZWEI DRITTEL VON UNS SIND SENSIBLE ODER SCHLECHTE SCHLÄFER.“

Foto: Tinekhome

PROF. INGO FIETZE

Kein Märchen: Laut Prof. Ingo Fietze brauchen wir alle täglich an die 7,5 bis 8 Stunden Schlaf. Angeborene Kurzschläfer hält er für eine seltene Spezies.

Bringt uns das Smartphone grundsätzlich um den Schlaf? Sie meinen, wer sein Handy mit ins Bett nimmt? Dazu sage ich nur: Ein begnadeter Schläfer ist völlig schmerzfrei, kann problemlos mit dem Handy einschlafen und es auch als Wecker benutzen. Allerdings sind zwei Drittel von uns sensible oder schlechte Schläfer. Sie sollten das Handy im Bett meiden. Und welche Auswirkungen haben Handystrahlen auf unseren Schlaf? Dazu werden zwar immer wieder Studien durchgeführt, es gibt bis heute aber keinen wissenschaftlichen Beweis, dass das Handy im Bett den Schlaf verändert. Ihr Tipp: Wie schläft man am besten ein? Das ist völlig individuell. Der eine kann nur mit einem Buch einschlafen, der andere braucht Yoga oder autogenes Training, und der wiederum andere schaut Fernsehen. Man kann also keine allgemeingültigen Tipps geben. Ein Fernseher im Schlafzimmer ist also erlaubt? Wieso nicht? Fernsehen ist ein geniales Einschlafmittel. Vorausgesetzt natürlich, man sieht sich im Bett vor dem Einschlafen keine spannende Serie oder keinen Krimi an. Genauso wie bei Büchern kommt es letztlich auf den Inhalt an. 20 No. 12 / 2020

Wann schläft es sich eigentlich besser: Mit vollem oder mit leerem Magen? Beides ist schlecht. Wer hungrig ins Bett geht, wird nicht wirklich müde, denn Hunger erhöht eines der Wachhormone. Ein voller Magen dagegen kann für eine unruhige Nacht sorgen. Ab wann sollte man abends keinen Kaffee mehr trinken? Als sensibler Schläfer nicht nach 16 oder 17 Uhr, denn Kaffee hat das Potenzial vier bis sieben Stunden wachzuhalten. Gesunde Schläfer dagegen können auch um 23 Uhr noch problemlos einen Kaffee trinken. Vielleicht interessant zu wissen: Kaffee wirkt erst nach 30 Minuten. Wer es also schafft, innerhalb der 30 Minuten nach dem Kaffeegenuss einzuschlafen, kann die Wirkung ganz einfach überschlafen. Ab wann sollte man schlechten Schlaf eigentlich behandeln? Spätestens nach drei Monaten. Und an wen kann man sich wenden? Das ist das Problem. Es gibt in Europa zwar Schlaflabore, aber kaum Schlafambulanzen und auch keine Schlafexperten, an die man sich bei beginnenden Schlafstörungen wenden kann. Es gibt noch nicht mal eine entsprechende Ärzteausbildung dafür. Ja, und weil es dazu nichts gibt, schreiben eben n Experten wie ich Bücher dazu.

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≥ DER STILLA-MIX

Mehr als Schlafen: Für eine offene Kommunikation geht bei Stilla Graf der Schlaf- und Nassbereich nahtlos ineinander über. Selbst kreiert: Der Waschtisch ist – wie so vieles in der Altbauwohnung – eine Eigenkreation. Die Architektin hat die ursprünglich dunkle Kredenz abbeizen lassen und mit zwei Aufsatzbecken versehen. Dazu passt der Handtuchhalter in Form einer Leiter aus Altholz.

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MERAN

DER STILLA-MIX In ihrer Altbauwohnung hat sie Möbel vom Flohmarkt mit zeitgenössischem Design kombiniert. Damit hat Architektin Stilla Graf auch ihre Liebe zu Südtirol neu entdeckt.

Foto: Alexander Alber

Text: Verena Pliger | Fotos: Sergio Magnano

Die Bauherrin: Stilla Graf führt ein Leben aus dem Koffer. Mailand, München, Hamburg – mindestens vier Tage die Woche ist die Architektin auf Reisen. Zur Ruhe kommt sie in ihrer Altbauwohnung in Meran.

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1. Fein gebettet: Das Boxspring-Bett ist von Ikea, für Flair sorgt die Tagesdecke in argentinischem Stil. Die Mauernische hinter dem Bett dient als Ablage und ersetzt das klassische Nachtkästchen.

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2. Hübsche Wanne: Das Schlafzimmer strahlt pure Natürlichkeit aus. Am Boden Lärchenholz, dazwischen alte Holzbalken, abgebeizte Möbel und im Zentrum eine Metall-Badewanne, die auf Beinen im Liberty-Stil throhnt.

3. Doppelt gemoppelt: Die zentrale Mauer dient auf einer Seite als Rückwand zum Bett, auf der anderen Seite als Rückwand zur Badewanne. Sie sorgt für eine optische Abgrenzung, ohne die Räume effektiv zu trennen.

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≥ DER STILLA-MIX

„ICH LIEBE ES, NACH BESONDEREN STÜCKEN ZU SUCHEN, UM SIE SCHÖN IN SZENE ZU SETZEN.“ STILLA GRAF

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Klein und oho: Das Tages-WC kommt mit wenig aus: Ein Miniwaschbecken, eine Leiter als Handtuchhalter, dazu ein Spiegel vom Flohmarkt und Schwarz-Weiß-Textilien.

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tilla Graf ist eine Nachteule. Morgens kommt sie nur schwer aus den Federn, abends kennt sie kein Ende. Rechtzeitig ins Bett zu kommen, fällt ihr schwer. Genauso wie das Einschlafen an sich. Am besten funktioniert es mit Hörbüchern oder Podcasts. Dabei hat sich die Architektin gemeinsam mit ihrem Mann ein wahres Schlafparadies geschaffen. Mitten in Obermais haben sie eine Altbauwohnung ausgehöhlt und neu gefüllt. Entstanden ist ein Rückzugsort voller Charme und Persönlichkeit. STILLA GRAF ist gebürtige Deutsche. Sie war 11 Jahre alt, als sie mit ihren Eltern von Bayern erst nach Bozen und später nach Burgstall zog. Hier bleiben wollte sie nie. Sie wollte die Welt sehen. Nach der Matura zog sie für ein Jahr nach London.

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Einheitlich: Boden und Wände in der Dusche sind aus einem Guss aus Zementharz, für Spritzschutz sorgt eine raumhohe Glaswand. Vom kleinen Fenster fällt der Blick auf den Ifinger.

Dann ging es weiter nach Mailand. Am Politecnico studierte sie Architektur. Heute ist sie eine Expertin im Bereich Mobilitätsplanung und arbeitet bei Systematica, einem weltweit tätigen italienischen Unternehmen, das für urbane Räume Mobilitätslösungen plant. „Entsteht irgendwo ein neues Areal, ein neuer Stadtteil oder gar eine komplett neue Stadt, so entwerfen wir gemeinsam mit den Architekten das Mobilitätskonzept. Wir planen Infrastrukturen für alle Verkehrsmittel. Vom Fahrrad über die Bahn bis hin zu Schiffen“, erzählt Stilla Graf, die für Systematica den deutschsprachigen Raum verantwortet. Aktuell arbeitet sie an mehreren Projekten. Etwa mit den Architekten Herzog & de Meuron an der Realisierung des neuen Paketpost-Areals in München, wo neben 1.100 Wohnungen auch Geschäfte, Hotels und zwei Hochhäuser entstehen sollen. No. 12 / 2020

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1. Stilbruch: Zwischen Wohn- und Schlafbereich dienen freigelegte alte Balken als Raumteiler. Unverändert blieb der grüne Kachelofen, neu dazu kam ein goldener Spiegel aus dem 15. Jahrhundert. 2. Black & white: Als Kontrast zum schwarzen Küchenblock wurde der Küchenschrank ganz in Weiß gehalten. Flächenbündig wurde er in die Wand integriert und passt sich wie eine Treppe an die Neigung an.

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3. Überraschung: Dieses Holzportal wurde beim Abbruch der Innenwände freigelegt. Stilla Graf hat es im Wohnraum in Szene gesetzt. Die raue Patina der Balken ist ein willkommener Kontrast zum modernen Küchenblock.

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≥ DER STILLA-MIX

„MEIN MANN WOLLTE UNBEDINGT NACH MERAN ZIEHEN“ STILLA GRAF

Zweites Leben: Der Esstisch ist eine Liebeserklärung an die Vergangenheit – mit Beinen aus Schwarzstahl und einer massiven Platte aus Holzbrettern, die während des Umbaus entdeckt wurden.

DIE ARCHITEKTIN mag es, zukunftsgerichtet zu planen, im großen Maßstab zu denken. Darauf beschränken will sie sich aber nicht. Ihr Interesse, so erzählt sie, war immer schon breit gefächert. Sie interessiert sich für das Design von Löffeln genauso wie für Innenarchitektur. Das ist auch der Grund, warum sie – neben ihrer Tätigkeit bei Systematica – in Mailand ihr eigenes Studio hat. Es nennt sich Graf + Bäder, ein Studio für Architekturplanung, das sie gemeinsam mit Michael Bäder vor fünf Jahren gegründet hat. AUCH WENN MAILAND im Moment wie ausgestorben ist. Bevor die lombardische Hauptstadt aufgrund des Corona-Virus abgeriegelt wurde, boomte die Stadt. „Die großen Städtebauprojekte und die Expo haben die letzten zehn Jahre für urbanes Feeling gesorgt. Die Stadt brodelte, war voll mit jungen Leuten aus aller Welt. Entsprechend wollte ich aus dieser aufstrebenden Stadt auch nicht weg“, erzählt Stilla Graf. Es war ihr Mann, ein gebürtiger Mailänder, der vor vier Jahren den Wunsch hegte,

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nach Meran zu ziehen. „Als er zum ersten Mal nach Meran kam, um meine Mutter kennenzulernen, war er sofort hin und weg von der Stadt. Und er wollte unbedingt hierher ziehen“, erzählt die Architektin. Sie selbst konnte der Idee lange Zeit wenig abgewinnen. Doch ihr Mann ließ nicht locker. Am Ende gab sie nach, und sie begannen mit der Suche nach dem passenden Zuhause. Ihr gemeinsamer Wunsch: Eine Altbauwohnung mit Charme. Gefühlt hundert Objekte haben sie besichtigt. Am Ende fiel die Wahl auf eine Wohnung in Obermais. Sie befindet sich im dritten Stock eines 120 Jahre alten Gebäudes. Zehn Jahre stand die Wohnung leer. „Trotz der dunklen Holzverkleidungen, der grünen Teppiche und braunen Fliesen – traurige Zeugnisse mehrerer Umbauten in den 70er- und 80er-Jahren – haben wir uns sofort in die Wohnung verliebt“, erzählt Stilla Graf. Ein Jahr lang dauerte es, bis alle bürokratischen Hürden überwunden waren. Dann endlich klappte der Kauf, und die Umbauarbeiten konnten nach den eigenen Plänen der Architektin beginnen. No. 12 / 2020

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Ton in Ton: Auf einem Perserteppich ruht eine großflächige Sofalandschaft ganz in Grau. Für den Farbtupfer sorgen die beiden rosafarbenen antiken Samtstühle, für gutes Licht die Stehlampe von Flos.

Alt und Neu: Die Eingangstür hat Stilla Graf vom Tischler nachbauen lassen. Als Vorlage diente eine originale Dreifachtür der Nachbarwohnung.

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Gekonnter Büro-Mix: Am Boden Südtiroler Lärche, an den Wänden düstere Kunst von Gianluca Arienti, am runden Holztisch Stühle vom Meraner Designer Harry Thaler.

Maßarbeit: Die weißen SchreibtischRegale wurden vom Tischler in die Wand eingebaut und mit zwei klassischen Tiroler Stühlen aufgepeppt.

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≥ DER STILLA-MIX

„WIR HATTEN KEINE EILE UND KONNTEN UNS ZEIT LASSEN“ STILLA GRAF

nung auch schneller geschafft. Aber wir hatten keine Eile und konnten uns Zeit lassen“, meint Stilla Graf. VOR EINEM JAHR haben sie und ihr Mann die 150 Quadratmeter große Wohnung bezogen. Während ihr Mann fix in Meran lebt, pendelt die Architektin zwischen Mailand und der Passerstadt. Mit Meran hat sie Frieden geschlossen. „Anders als mit 18 Jahren, weiß ich heute die enorme Lebensqualität viel mehr zu schätzen. Etwa die gute Luft hier in Südtirol, die Sicherheit und gute Organisation“, so Stilla Graf. Mittlerweile lebt nicht nur ihr Mann, sondern auch seine Mutter und Großmutter in Meran. Sie haben ihr Leben in Mailand hinter sich gelassen und wohnen in einem historischen Laubenhaus. n

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BEHUTSAM wurde die Wohnung ausgehöhlt, Innenwände wurden niedergerissen, Böden und Wandverkleidungen Schicht um Schicht gelöst. Was darunter zum Vorschein kam, entpuppte sich als völlige Überraschung. „Wir legten wunderschöne Holzportale frei, und ich war so begeistert, dass ich das bisherige Projekt völlig über den Haufen warf. Um die Zeugnisse der Vergangenheit in Szene zu setzen, haben wir möglichst viel Wiederentdecktes in den Umbau integriert“, erzählt die Architektin. Ein Jahr lang hat der Umbau gedauert. Es kamen neue Fenster und Türen rein, eine Fußbodenheizung und -kühlung sowie eine mechanische Ventilation, die für einen automatischen Luftaustausch sorgt. „Natürlich hätte man die Wiedergewin-

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SCHLAFZIMMER

SCHÖNER SCHLUMMERN Das Schlafzimmer ist der privateste Raum der Wohnung. Hier will man sich geborgen fühlen. Wir haben die besten Tipps für eine erholsame Nacht.

Foto: Gustav Willeit

Text: Verena Pliger

SO SCHLÄFT SÜDTIROL Das Schlafzimmer nimmt bei den Südtiroler Bauherren eine immer wichtigere Rolle ein. „Immer mehr Südtiroler entscheiden sich für einen begehbaren Kleiderschrank, und auch die Kombination von Schlaf- und Badebereich wird immer beliebter“, erzählen Felix Kasseroler und Jürgen Prosch vom Brixner Studio „raum3 Architekten“. Für einen Bauherren in Neustift haben die beiden Architekten einen Traumraum entworfen. Das Bett als Hauptdarsteller wird vom Dachfenster mit Licht geflutet. „Fenster dichten mittlerweile so perfekt, dass man bedenkenlos darunter schlafen kann. Um vom einfallenden Licht nicht gestört zu werden, sollte man Dachfenster aber unbedingt mit einem Rollo ausstatten“, empfehlen die beiden Architekten.

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DIE RICHTIGE POSITION

Foto: Simon Perathoner /Tischlerei Hobl

Foto: „Origins Complete Brace“ von Schramm Werkstätten

Die einen wollen die Tür im Blick behalten, die anderen nicht auf eine Wand oder den Kleiderschrank blicken. Die Position des Betts ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Sie kann aber entscheidend sein, ob man besser oder schlechter schläft. „Ich persönlich genieße jeden Morgen den schönen Blick aus dem Fenster. So checke ich schon vom Bett aus das Wetter und kann mir gleich Gedanken über mein Outfit machen“, meint Vera Weiss vom Studio für Innenarchitektur Länge mal Breite in Lana. Ihr Tipp zum Finden der richtigen Bettposition: Legen Sie ihre Matratze auf den Boden und liegen Sie Probe. Testen Sie für jeweils eine Nacht verschiedene Positionen.

MADE IN SÜDTIROL Natur in lässig, ewig schön und damit auch besonders nachhaltig. So zeigt sich dieses Schlafzimmer in einer Südtiroler Privatwohnung. Entworfen wurde es von der Designerin Bettina Blasbichler, gefertigt von der Tischlerei Hobl in Feldthurns. Die Tischlerei ihrer Eltern hat Holz und Naturfarben charmant kombiniert und so einen Schlafraum zum Wohlfühlen geschaffen. Das Bett ist aus Fichtenholz, der Bezug aus Leinen. Für Gemütlichkeit sorgt die dahinterliegende Holzwand aus vertikal angeordneten Zirbelkiefer-Latten. Bettina Blasbichler liebt es zu tüfteln. Den Kleiderschrank aus schlicht gebürsteter Lärche hat sie mit einem offenen Messing-Regal aufgewertet. Für gutes Licht im Schlafzimmer sorgt die Messing-Wandleuchte Trizo21 und die indirekte LED-Beleuchtung, die in die sandfarbene Wand integriert wurde. Erhältlich bei: Tischlerei Hobl in Feldthurns, www.hobl.it

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≥ SCHÖNER SCHLUMMERN

AKZENTE SETZEN

Foto: Gustav Willeit/Comfort Architecten

Foto: Duxiana/DUX 8008

Farben und Materialien spielen eine entscheidende Rolle für die Regeneration und das Wohlbefinden im Schlafzimmer. Dabei gilt: Keine Angst vor dunklen Tönen – sie schaffen Geborgenheit. Genauso wie Holz – es wirkt warm und gemütlich. „Wichtig nur: Die Farben und Materialien des Raumes und der Möbel sollten zu einer visuellen Einheit verschmelzen“, meint Interior Designerin Vera Weiss. Für Stimmung können Textilien, wie Plaids und Kissen, oder eine stilvolle Leuchte sorgen.

LÄSSIGER LUXUS Boxspringbetten werden auch bei Südtirolern immer beliebter. Mit einer Sitzkantenhöhe zwischen 50 und 70 cm sind sie deutlich höher als klassische Betten und erleichtern so den Ein- und Ausstieg. Ein Boxspringbett hat eine doppelte Federung und besteht aus drei Schichten: Für die stabile Grundlage sorgt ein Unterbau aus Metall oder Holz und eine Untermatratze aus Bonnel- oder Taschenfederkernen. Darauf ruht eine Obermatratze und ein Topper, also eine dünne Auflage, die für zusätzlichen Liegekomfort sorgt.

RICHTIG GEBETTET Die Suche nach einer Matratze, die zum Körperbau und zur Schlafposition passt, wird zur Herausforderung. Der Käufer hat die Qual der Wahl. Denn jeder Matratzentyp hat seine Eigenheiten. Menschen, die leicht frieren, sollten sich eher für eine Latex- oder Kaltschaummatratze entscheiden. Federkernmatratzen dagegen transportieren viel Feuchtigkeit und sind so ideal für starke Schwitzer. Stiftung Warentest empfiehlt Verbrauchern: Mit jedem Wechsel der Bettwäsche sollte auch die Matratze gedreht werden.

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Foto: Oliver Jaist

Hohes Haupt: Die Designsprache ist klar und dennoch elegant. Die Einrichtungsexpertin Petra Tarantello von Arts & Crafts in Bozen gilt als Trendsetterin. Eines ihrer jüngsten Projekte: Die Neugestaltung und Einrichtung einer Wohnung in Bozen. Herzstück des Schlafzimmers: ein Bett von Lando, designt von Paola Navone. die Matratze und der Topper sind von Bbeds, handgefertigt aus natürlichen Materialien. Das opulente Kopfteil ist aus massiver sandgestrahlter Eiche.

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≥ SCHÖNER SCHLUMMERN

DER BEGEHBARE Die Vorteile: Beinahe jedes ungenutzte Zimmer lässt sich zu einem begehbaren Kleiderschrank umfunktionieren. Am idealsten erweist sich ein Raum, den man mit beliebig vielen Stangen und Schubladen einteilen und mit Glastüren schließen kann.

Foto: Noteborn/„Nano“

Die Nachteile: Kleider werden in einem begehbaren Kleiderschrank zum Staubfänger. Entsprechend müssen auch die Möbel und Regale regelmäßig abgestaubt werden. Da die Kleidungsstücke in Sicht sind, sollte im Schrank möglichst Ordnung bewahrt werden: Schuhe sollten geputzt, Hemden gebügelt, Pullover ordentlich eingeordnet und Jacken gleichmäßig aufgehängt werden. Außerdem gilt: Damit die Kleider durch die Sonneneinstrahlung nicht ausbleichen, sollten eventuelle Fenster mit einem Vorhang, Rollo oder Raffstore verschattet werden.

DAS CENTERPIECE

Foto: Noteborn/„Quader“

Immer mehr Südtiroler entscheiden sich für einen begehbaren Kleiderschrank. Also für ein eigenes Zimmer für Jacken, Hemden, Kleider, Schuhe oder Taschen. Der offene Schrank schafft den perfekten Überblick über die eigene Garderobe und erleichtert die Wahl des passenden Tagesoutfits. Im Vergleich zu fertigen Schranksystemen lässt sich ein begehbarer Kleiderschrank komplett nach Maß planen. Hübsch und praktisch zugleich: eine zusätzliche Kommode in der Mitte des Raumes. Ein sogenanntes Centerpiece ist mit Schüben und Glasabdeckung ausgestattet und hat fest zugewiesene Plätze für Gürtel, Schmuck, Uhren, Krawatten oder Schals. Edle Stücke werden so schön in Szene gesetzt und zugleich vor Staub geschützt.

DIE WOHNBOUTIQUE

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Foto: Noteborn

So wird Anziehen zum Erlebnis. Nicht in jeder Wohnung gibt es ausreichend Platz für einen begehbaren Kleiderschrank. Die Alternative: Ein geschlossener Kleiderschrank mit Türen aus Glas. So hat man dennoch alles im Blick und genügend Möglichkeiten, das Innenleben raffiniert einzuteilen: Mit ausziehbaren Ablagefächern, eingehängten Schubladen oder Schuhablagen. Für den besten Blick auf die Kleider sorgen dezente LED-Bänder, sie werten den Innenraum zusätzlich auf und erhellen selbst dunkle Ecken des Schranks.

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