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A PROPOS ZUKUNFT


Diese Leitfrage von ADC Fieldwork beschreibt unsere Herangehensweise schon ganz gut. Nach einer endlosen Recherche haben wir zu nahezu zu jedem Problem irgendwo auch eine Lösung gefunden.

„The future is already here — it‘s just not very evenly distributed.“

In welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich leben

Dieses Zitat von William Gibson beschreibt die Lage ganz gut. Es fehlt unserer Gesellschaft an Akzeptanz für neue Ideen und Herangehensweisen. Wir gehen deshalb den umgekehrten Weg und blicken in die Zukunft einer Gesellschaft in der WIR leben wollen. Nur die Vernetzung der einzelnen Faktoren wie Arbeit, Familie, Mobilität und gesunde Ernährung kann zu einer flächendeckenden Lösung führen. Es darf kein zusätzlicher Aufwand entstehen um sich „richtig“ zu verhalten. Aus dem Blick in die Zukunft sollen sich Handlungsfelder ergeben, die jeder individuell unterstützen kann.


In Deutschland leben nur noch 69 Millionen Menschen, mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren. Durch die demografische Entwicklung bedingt herrscht eine niedrige Arbeitslosigkeit. Die Einstellung zur Arbeit hat sich generell stark verändert. Arbeit wird als notwendiger Teil des Lebens abgesehen, materielles Reichtum jedoch, ist weniger wichtig als noch vor 50 Jahren Die Bundesrepublik hat sich gewandelt, Teile des Ostens sind von der Natur zurückerobert worden nachdem ein Großteil der Bevölkerung in Ballungsgebiete abgewandert ist oder schlicht ausgestorben ist. Große Naturschutzgebiete wechseln sich ab mit vereinzelten Städten in denen sich teilweise Subkulturen gebildet haben. Generell suchen die Menschen wieder Orientierung abseits von Arbeit und Geld. Diese neue Sinnsuche ist der Nährboden für eine reichhaltige kulturelle Entwicklung. Im Westen haben sich mehrere Megastädte gebildet in denen ein Großteil der Bevölkerung lebt. Wer wohlhabender ist kann es sich leisten außerhalb zu wohnen. Die ursprüngliche Familie aus Mann, Frau und Kindern, welche ein Leben lang zusammenlebt gibt es immer noch, jedoch haben sich viele alternative Lebensgemeinschaften gebildet. Heutzutage werden beispielsweise Senioren- Wohngemeinschaften genauso gefördert wie Ehepartner. Auch Patchwork- Familien sind häufig anzufinden. Oft lebt man in nicht blutsverwandten Familien zusammen. Über Integration von Ausländern wird heute nicht mehr geredet, Deutschland ist multinational geprägt und profitiert davon. Gearbeitet wird von Zuhause oder in neugeschaffenen Lebens- und Arbeitsgärten in der Stadt. Diese Gärten werden von Zusammenschlüssen regionaler Unternehmen und Organisationen getragen. Dort finden sich offene Büros, Kinderbetreuung, Kantinen, Veranstaltungsräume, Werkstätte s o w i e offensichtlich Gärten. Oft schließen sich hier Unternehmen, Personen und Organisationen mit gleichen Interessen und Werten zusammen, so dass einzelne Gärten unterschiedliche gesellschaftliche Funktionen vertreten. So gibt es beispielsweise religiöse, kreative, sportliche, wissenschaftliche oder freizeitorientierte Gärten. Gleichzeitig sind diese Gärten Treffpunkte der Generationen. Jeder Bürger leistet pro Jahr einen bestimmten Anteil an sozialer Arbeit – Diese ist jedoch größtenteils akzeptiert und wird nicht als lästig empfunden. Man hat gelernt die überwiegend ältere Bevölkerung als Bereicherung und nicht als Belästigung anzusehen. Städte zeichnen sich durch die zurückgewonnene Lebensqualität aus. Überall wurden Brachflächen sowie leerstehende Gebäude umfunktioniert. Vielerorts befinden sich Gärten auf den Dächern und es entstehen vertikale Farmen im Stadtgebiet. Dazu später mehr. Neben den oben genannten Gärten sind die Städte durch die Mobilität geprägt. Es gibt mehrere vernetzte Dörfer innerhalb eines Stadtgebiets. Durch die gesamte Stadtstruktur zieht sich ein ausgeklügeltes Netz aus öffentlichen Verkehrsmitteln durch diese Dörfer. Weitere Strecken werden per Zug oder mit E-Autos zurückgelegt. Intelligente Verkehrleitsysteme verhindern Staus und minimieren den Energieverbrauch. Das Energienetz ist intelligent und dezentral aufgebaut, um größere Blackouts zu verhindern. So kann auch zu bei hohem Verbrauch der Bedarf problemlos gedeckt werden. Autos welche nicht fahren und Pumpspeicher speisen je nach Bedarf Energie ins Netz ein oder speichern sie. Die meisten Häuser produzieren ohnehin mehr Energie als sie selbst verbrauchen können. Die Beleuchtung durch neueste LED-Technik macht die Straßen sicher und reduziert gleichzeitig die Lichtverschmutzung, nachts sieht man wieder öfter den Sternenhimmel. Größere Datenschutzskandale haben in der Vergangenheit zu einer Aufsplittung des Internets in öffentliches Netz und viele kleineren Subnetze, in denen weiter mehr oder weniger anonym und privat kommuniziert werden kann, gefördert. Wie auch Energie und Verkehrsnetz, sind beinahe alle Menschen und Geräte auf irgendeine Art und Weise mit dem Internet verbunden.

Wie sieht das Leben in Deutschland aus?


ReichtumohneAr beitGenussohneGe wissenWissenohne CharakterGe schäftohneMoral Wissenschaftohne MenschlichkeitReli gionohneOpferbe reitschaftPolitikoh nePrinzipien „Die sieben Todsünden“ Mahatma Gandhi


Der Mediengarten. Co-Working und Kinderg채rten unter einem Dach.


In den großen Städten entstanden neue urbane Kleinstgemeinden, sogenannte Gärten. Diese werden von der Wirtschaft, Organisationen oder losen Verbünden normaler Bürger betrieben. Unser Beispielgarten ist, wie könnte es anders sein, der Mediengarten. Die Kreativbranche hat den Trend zu den Gärten als einer der ersten Wirtschaftszweige erkannt. So bildeten sich ab 2015 immer mehr lose Netzwerke von Kreativen, die sich meist auf ein oder zwei Stadtgebiete konzentrierten. Aus diesen kreativen Keimzellen stammt die Idee, Arbeit, Familie und Leben auf lokaler Ebene zu vereinen. Der Mediengarten ist einer der ersten Gärten und bis heute ein Vorzeigeprojekt, an dem sich Unternehmen in aller Welt orientieren. Um sich das ganze besser vorstellen zu können beschreibe ich mal einen typischen Tag im Mediengarten. Im Freiluftbüro, einer Plattform im Park des Mediengarten mit mehreren Pavillons in denen gearbeitet und relaxed werden kann, sitzen bereits die ersten Frühaufsteher. Die Küche kocht auch 2050 noch Kaffee – Pappbecher sucht man jedoch vergebens. Da hier im Mediendorf weit über 10.000 Tassen Kaffee im Jahr ausgeschenkt werden, müssen die Becher entweder vollständig recyclebar oder Mehrwegbecher sein. Eine Regelung, welche die erste grüne Bundesregierung bereits 2015 eingeführt hatte. Internet ist wie überall in Deutschland flächendeckend mit einer Bandbreite von 100 TB/s kabel-


los zu empfangen. Nachdem die Rechenleistung mit der Bandbreite nicht mehr mithalten konnte, wurde das Netz nicht weiter ausgebaut, sondern stabilisiert und sicherer gemacht. Mit der aktuellen Bandbreite lassen sich Daten quasi in Echtzeit und unkomprimiert über den gesamten Globus versenden. Die Endgeräte brauchen keinen Prozessor mehr, diese stehen in dezentralen Rechennetzwerken. Man streamt die Prozessor und Speicherleistung einfach mit.... AB IN DIE CLOUD Leute kommen und gehen, die vielen kleinen Arbeitsinseln und das große offene Büro sind gut frequentiert. Ein paar Leute sitzen in einem Büro mit einer Kindergruppe, andere sitzen konzentriert am Tisch und arbeiten. Ein Stockwerk höher, auf dem Dachgarten findet ein Pitch mit einem großen internationalen Kunden und den Verantwortlichen von GRÜNBLAU – der oft ausgezeichneten Kreativagentur welche maßgeblich am Erfolg der Gärten beteiligt war, statt. Die Kunden sind interessiert an dem Konzept der Gärten und wollen ihre Firmenzentrale in den USA ähnlich aufbauen. An der Struktur der Agentur wird klar wie die Arbeitswelt sich gewandelt hat. Sie ist keine Werbe-, Event-, Online-, oder Architekturagentur. Sie ist ein kreatives Schwarmunternehmen. Mehr eine Idee als eine wirkliche Firma. Neben einem Stamm von Festangestellten arbeiten viele Selbstständige um die Agentur herum. Manche von ihnen haben kleinere Unternehmen gebildet, welche wiederum Kooperationen mit anderen Wirtschaftszweigen


betreiben. Für Projekte werden Teams erstellt. Wird jemand nicht für Projekte gebraucht, so sieht er das nicht als weiter schlimm an – schließlich gibt es genug anderes zu tun. In den Werkstätten des Mediengartens zum Beispiel hat man Zeit an eigenen Dingen zu arbeiten, oft können diese später in anderen Teilen des Schwarmunternehmens verwendet werden. Doch auch die Kinderbetreuung wird gerne übernommen. Hier wird flexibel von Erziehern

als auch den Eltern selbst auf die Kinder aufgepasst. Generell gibt es immer etwas zu tun, man hilft sich untereinander. In der Mittagszeit wird oft zusammen gegessen. Die Sitzordnung ist bunt gemischt. Befreundete Kinder und ihre Eltern, Befreundete Eltern und ihre Kinder, Gärtner und Programmierer, Erzieherin und Designer. Wer sagt hier könne ja nicht produktiv gearbeitet werden liegt falsch. Grade durch die lockere

Atmosphäre und die Ungezwungenheit entsteht oft die Motivation zu arbeiten. Die Arbeitenden müssen sich keine Gedanken um ihre Kinder machen, und können konzentriert der Arbeit nachgehen. Durch die bessere Bildung wird man generell besser gefördert auf dem Gebiet welches einem liegt, sodass den meisten Menschen ihre Arbeit Spaß macht. Im eigenen Versorgungsgarten wird mithilfe eines 15 stöckigen


vertikalen Gartens Gemüse und Obst nicht nur für die Mitarbeiter sondern auch für Anwohner angebaut. Dieses wird in der Küche und im Laden verkauft. Die lokale Produktion erlaubt ein hohes Maß an Kontrolle und minimiert nebenbei die Umweltbelastung. Außerdem gibt es den offenen Garten in dem man unter fachlicher Anleitung selbst etwas anbauen kann. Hier werden alte, rekultivierte Gemüsesorten, welche lange in Vergessenheit geraten waren angebaut. Diese Rückbesinnung hat zu einer großen Bereicherung des regionalen Angebots geführt. Größtenteils wird Saisongemüse zubereitet. Wir essen heute viel gesünder als noch vor 50 Jahren. Durch Nahrungsergänzungsmittel decken wir unseren Nährstoffbedarf individuell. Was unseren Energiebedarf angeht: Der Mediengarten versorgt sich selbst sowie umliegende Gebäude mit Energie aus Sonne und Biomasse. Die Energie reicht außerdem aus, um die Mobilität der Mitarbeiter zu gewährleisten. Kleine Strecken fährt man mit E-Bikes, längere werden mit dem On-Demand-Transportsystem zurückgelegt. Sie alle werden durch erneuerbare Energie aufgeladen. Am Abend sind viele Menschen im Mediengarten. Viele nutzen die ruhigen Stunden um gezielt an etwas zu arbeiten. Draußen trifft man sich um zu entspannen. Moderne Beschallungstechnik macht es möglich, dass in einzelnen Gebieten laute Musik läuft, welche von weiter weg nicht wahrgenommen wird. So kommt es vor, dass in der Baum-Bar bis frühmorgens gefeiert wird, während ein paar hundert Meter weiter die ersten Kinder in die Schule gehen. Die 2000er Generation, welche u.a. diesen Mediengarten aufgebaut hat, hat sich bei

den vorherigen Generationen frei bedient, und von allem das Beste mit in die Gegenwart gebracht. Es herrscht ein größtenteils ehrlicher Umgang zwischen den Menschen, man hilft sich auf lokaler Ebene. Man ist offen und tolerant, Multinationalität ist nichts außergewöhnliches mehr. Trotzdem herrscht ein gewisses Pflichtbewusstsein. Diese Disziplin ist Ausdruck einer Verantwortung der sich die Menschen heute bewusst sind. Man hält sich natürlich nicht sein ganzes Leben im Mediengarten auf. Das Leben in der Stadt ist generell wieder lebenswerter. Man muss nicht mehr auf die Bahn warten, das on-demand System funktioniert (fast) einwandfrei, so dass man die verschiedenen Bereiche der Stadt schnell erreicht.


Schau‘n mer mal, dann seh‘n mer scho‘.

Franz Beckenbauer


Habitat


Was essen wir? Nach diversen größeren Lebensmittelskandalen in der Vergangenheit hat sich auch die Lebensmittelindustrie dezentralisiert. Die Verbreitung von Keimen und Krankheiten ist somit besser kontrollierbar. Man hat außerdem eingesehen, dass es ökologischer Unsinn ist Gemüse quer durch Europa zu transportieren. Dank klimaneutraler Energieerzeugung lassen sich die Klimazonen in den vertikalen Gärten der Zukunft simulieren und ein Großteil der Lebensmittel kann regional produziert werden. Neben der industrialisierten regionalen Produktion kommt außerdem das Urban Farming hinzu. Viele Menschen haben sich an früheren Generationen orientiert und bauen wieder selber Gemüse an. Teils zur Selbstversorgung, teils als Hobby. Alte Sorten werden in Handarbeit wieder großgezogen und bilden so den gesunden Gegenpol zu den künstlich aufgezogenen Pflanzen aus den großen vertikalen Gärten. Der Fleischkonsum hat sich verringert. Es wird versucht eine möglichst artgerechte Haltung der Tiere zu ermöglichen. Fleischkonsum ist ein kleiner Luxus geworden, den die Deutschen sich nur zu gerne leisten. Nachdem Functional Food lange Zeit ein lausiges Werbeversprechen war, gibt es inzwischen für die meisten gesundheitlichen Probleme Medizin in Verbindung mit Nahrungsmitteln. Diese bilden oft eine Ergänzung der jeweiligen Behandlung und werden von Gesundheitsexperten, welche gleichzeitig als Ernährungsberater fungieren empfohlen. Den Gang zum Doktor kann man sich durch die Kommunikationstechnik heute oft sparen. Über Video und Analysemedien können die Gesundheitsexperten viele Fragen oft direkt klären. Auf diese Art und Weise kommt es zu erheblichen Einsparungen im Gesundheitssystem.


RUSSISCHES SPRICHWORT


Hörspiele

Die drei Hörspiele mit Namen „Mediengarten- ein Park im Jahr 2050“, „Übergewicht im Jahr 2050“ und „Rundgang im Sportstudio im Jahr 2050“, sollen mögliche Szenerien aus der Zukunft darstellen. Hierbei wurden alltägliche Situationen ausgewählt, die auch heutzutage so vorkommen könnten.


Team: WAM – Die Medienakademie (Dortmund) DavidBaertzJuliaDannebomTillHaarmannJaniqueJohnsonJanineKeßler MarkusKlingInkenKuhlmannLeslieJillMeierAnnaReidelFelixValentin JonathanWintersDimitiZebzeev


ADC Fieldwork