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famos

Mein schönstes Fest

Ausgabe 3/2017

Abschied von der Zwinger Bar

Feste sind dazu da, gefeiert zu werden. Aber es gibt auch Muffel, die keine Lust drauf haben. Sagen sie zumindest. Denn von einer beseelten Fete, wo getanzt, gelacht, Musik gespielt, feine Sachen kredenzt und auch gute Gespräche geführt werden, kann man lange zehren und seinen Enkeln davon erzählen. Wir fragten mit Seitenblick auf das anstehende famos-Jubiläum zehn Nürnberger zwischen 0 und 100 Jahren nach ihrem schönsten Fest.

RALF SIEGEMUND (56) Der Künstler, Stahlrennradsammler und Gastroprojektleiter („Schnepperschütz“ und „Eddy would attack“) ist in Bamberg geboren. Er kam über das Studium an der Akademie der Bildenden Künste 1979 nach Nürnberg. Er ist seit langem fest liiert mit Madeleine Dumbeck.  Die Zwinger-BarAbschiedsparty Ende Januar 2016 war mein schönstes Fest. Nach 22 Jahren Zwinger und davor dem Kitsch in Fürth ist eine Ära zu Ende gegangen. Alle Leute, mit denen wir die Club-Gastronomie erlebten, kamen. Und obwohl es traurig war, ist es ein Blick zurück auf das gewesen, was wir aufgebaut hatten. Ich war einerseits wehmütig, weil ein Lebensabschnitt vorbei war, aber zugleich euphorisiert, weil so viele da waren und es ja auch weitergeht. Nach zehn Jahren habe ich mich mal wieder als DJ betätigt und mit Flo Seilert aufgelegt – alle haben mitgetanzt, teils auf dem Tisch, bis früh um 10 Uhr.

Text & Fotos: Jo Seuß

BRIGITTE OGAN (75)

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Gute-Laune-Hochzeit

Die studierte Apothekerin ist in Aachen geboren und in der Eiffel aufgewachsen. Ihren Mann Bernd hat sie einst in Bamberg im Altgriechischkurs kennengelernt. Seit Anfang 1973 lebt die zweifache Mutter, die zwei Enkel hat, in Nürnberg, wo sie in der Nordstadt wohnt.  Die Hochzeit meiner Tochter Susanne im Juni 2005 an einem wunderbaren Juni-Wochenende in Ihlow, nicht weit von Berlin entfernt. Das Schöne daran war, dass wir gar nichts organisieren mussten. Es war schön, dass viele junge Leute mit Kindern dabei waren. Eine richtig bunte Gesellschaft, die ganz locker war. Man durfte kommen, wie man wollte – ohne Krawatte und übliche Festtagskleidung. Das hatte so eine Leichtigkeit, wie ein kleiner Kurzurlaub. Alle hatten gute Laune und freuten sich aneinander. Unsere andere Tochter hat 2013 ganz anders geheiratet: an der Ostsee in einem Leuchtturm, sie haben es uns erst hinterher gesagt.

Konzert mit der Clubjacke

Singen am Maibaum

PAULINE WENGLER (7) Sie besucht seit Mitte September die zweite Klasse der Johannes-Helm-Schule in Schwabach. Sie hat einen fünfjährigen Bruder namens Anton, ihre Eltern treten als Kindermusik-Duo „Die Bubbels“ auf. Sie mag gern Seilspringen und Basketball, in der Schule mag sie besonders Sport, aber eigentlich alle Fächer.  Das Maifest, das wir jedes Jahr bei uns feiern . Wir malen da bunte Schilder mit Namen, die wir an den Maibaum hängen. Wir Kinder spielen Fangen, Verstecken und so was, am Abend gibt es ein Lagerfeuer. Da singen wir Lieder, Papa spielt Gitarre, jeder kriegt ein Liederheft und singt mit. Da haben wir immer ganz viele Übernachtungsgäste.

MARKUS MAI (37)

OLAF DONISCH (75) Der gelernte Maurer stammt aus Fürstenwald und arbeitete als Hausmeister bei der Leipziger Volkszeitung. Er war zweimal verheiratet, hat zwei eigene Kinder, zwei Stiefkinder und drei Enkel. Nach dem Tod seiner dritten Lebensgefährtin zog er 2013 nach Nürnberg, wo seine Tochter lebt und er inzwischen ins KäteReichert-Heim in St. Johannis gezogen ist.  Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Das haben wir früher beim Fußballverein nach jedem Sieg getan, später hab ich auch jede Gartenfete genossen. Ich bin ein Herdentier und gern in Gesellschaft – auch bei uns im Heim, wo es auch regelmäßig Tanz gibt. Bei meiner ersten Hochzeit war ich gerade 20 und wir haben wir Rock’n’Roll getanzt, bei der zweiten waren wir im Hotel, da war’s auch schön.

Jede Gartenfete genossen

Der gelernte Veranstaltungstechniker hat die Technische Leitung bei der Musikzentrale in der Fürther Straße 63, wo er sich um alle Konzerte kümmert. Zudem legt der geborene Nürnberger, der verheiratet ist und einen fünf Monate alten Sohn hat, auch als DJ Tanzmusik in Richtung ElectroHouse auf.  Einzigartig war das gemeinsame Konzert mit der Band „die Japanische Clubjacke“ in einem halblegalen Club in Berlin. Die Stimmung war phantastisch, wir hatten riesig Spaß und haben über drei Stunden gespielt. Bekannte aus Nürnberg sind auch aufgetreten – und danach sind wir noch feiern gegangen. Das war eine einmalige Gemengelage! Am 31. Dezember spielen wir in Nürnberg beim „Silvestival“, ein dritter Auftritt ist schon in Planung.

Famos 3 2017  

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