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Deutschland: 4,90 € | Österreich: 5,30 € | Schweiz: 10,50 SFr | Luxemburg: 5,50 € | Belgien: 5,50 € | Slowakei: 6,30 € | Italien: 6,50 € | Spanien: 6,50 € | Portugal: 6,50 € 1/2014

Energiesparend & ökologisch bauen | Naturgarten & Terrasse | Heizen: erneuerbare Energien | Haus-Reportagen | Wohngesund einrichten | Dämmung | Lüftungsanlagen | Elektromobilität | EnEV 2014

* 4 1 0 2 EnEV e wissen ssen Si Das müergieeinsparverordnung *En

Energiewende zuhause bezahlbar & nachhaltig

Hausreportagen Zukunft inklusive

Wohngesund Möbel & Ausstattung

Heizen Erneuerbare Energien

Outdoor Garten & Terrasse


Esh114_ANZ_DENA 03.03.14 10:34 Seite 1

Mein Haus ist effizient wärmegedämmt.

Mit fachgerechter Dämmung, energiespaUHQGHQ)HQVWHUQXQGHLQHUHƍ   ]LHQWHQ+HL] technik mit erneuerbaren Energien kÜnnen 6LH ELV ]X  3UR]HQW (QHUJLH HLQVSDUHQ Das schont nicht nur das Klima, sondern auch Ihr Portemonnaie. Fßr die energetische Sanierung Ihres Hauses gibt es attraktive FÜrdermÜglichkeiten. Investieren Sie in Ihre Zukunft. Starten Sie jetzt Ihre Hauswende.

:HLWHUH,QIRUPDWLRQHQXQGNRPSHWHQWH$QVSUHFKSDUWQHULQ,KUHU1¼KHƲQGHQ6LHDXIwww.die-hauswende.de. 2GHUUXIHQ6LHXQVDQ08000.736 734.

Eine Initiative von: Gesamtverband Dämmstoffindustrie e.V. Die Allianz fßr Gebäude-Energie-Effizienz

Deutsche Energie-Agentur


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Editorial

Schauen Sie genau hin! Gerade hat einer der größten und sicherlich bekanntesten Möbelhersteller weltweit sein FSC*-Siegel verloren. Sie ahnen es bereits – es geht um Ikea. Dass nicht jedes Möbelstück des Herstellers davon betroffen ist, steht fest, doch ein Nachgeschmack bleibt. Laut Angaben des SWR (Südwestrundfunk) mussten 600 Jahre alte Baumriesen für Regale dran glauben. Obendrein stammt das Holz aus geschützten Urwäldern an der finnisch-russischen Grenze. Erst nach mehrfachen Protesten vor Ort und Berichten der ARD reagierte das FSC-Komitee. Dabei wird deutlich, wie wichtig heute Prüfsiegel und Warenkennzeichnungen für unser Kaufverhalten sind. Niemand will an der Rodung von Urwäldern und der Zerstörung von Lebensräumen bedrohter Tierarten beteiligt sein. Doch in den seltensten Fällen erfahren wir als Verbraucher, was beim Abbau, der Produktion und dem Transport von Holz alles passiert. Aus diesem Grund sind wir auf glaubwürdige und damit unabhängige Warenkennzeichnungen angewiesen. In dieser Ausgabe von Energiesparhäuser+ökologisch bauen haben wir einige Kennzeichen unter die Lupe genommen, damit Sie wissen, welche Baustoffe, Einrichtungs-Artikel und Wandfarben Sie guten Gewissens für Ihr Zuhause verwenden können. Denn das sogenannte „Green-Washing“ ist omnipräsent. Ein grünes Blatt, eine Kinderhand mit einer stilisierten Weltkugel und vielleicht noch ein Wasserlauf erwecken auf eine Verpackung gedruckt den Anschein eines verantwortungsbewusst hergestellten Produkts. Fallen Sie nicht darauf herein! Schauen Sie genau hin, woher die Bestandteile kommen. Wenn Sie auch auf Nachfrage keine Antwort bekommen, greifen Sie getrost auf ein anderes Produkt zurück! Was es zwar noch nicht in großer Stückzahl gibt, aber sicherlich ein wunderbarer Lösungsansatz für dieses Problem sein könnte, ist Möbeldesign aus Recycling-Material. Alte Fahrradschläuche, Schallplatten, Abbruchholz und Altglas lassen sich zu charmanten und individuellen Einrichtungsgegenständen zusammenbauen. Ja, ganze Häuser entstehen aus vermeintlich ausgemusterten Werkstoffen. Damit schont man nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel. Die Einzigartigkeit des Endproduktes gibt es als Belohnung oben drauf. Auch wenn sich diese Ideen nach Zukunftsmusik und Einzellösung anhören, sollte man wissen, dass „man ungefähr 5 kg Erdöl braucht, um 1 kg Polystyrol** herzustellen. Wenn wir das recyceln, dann können wir 90 Prozent dieser Energie erhalten und wenn wir's verbrennen, dann kriegen wir maximal zehn Prozent dieser Energie wieder zurück.“, erklärt Dr. Andreas Mäurer, verantwortlich für die Erforschung der Recycelbarkeit von Kunststoffen beim Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV. Im Klartext heißt das, dass wir alles, was wir zum Bauen brauchen, schon haben. Vielleicht bauen Sie sich ja bald Ihr erstes Regal aus Dachbodenfunden, dann umgehen Sie ganz elegant einen Regalneukauf und haben obendrein ein individuell gestaltetes Möbel zu Hause! Viel Freude beim „genau Hinschauen“ wünscht Ihre

*FSC Forest Stewardship Council zeichnet Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus. **Hauptbestandteil von Wärmedämmverbundsystemen zur Dämmung von Gebäuden

Wir stecken viel Energie in Eőzienzhäuser. Und holen noch mehr raus.

Konzept PlusEnergie

Nachhaltig Verantwortung übernehmen. Für sich, die Familie, die Umwelt. Das wird für Bauherren immer wichtiger. Als erster Hersteller haben wir 2006 mit WeberHaus PlusEnergie ein Haus entwickelt, das mehr Energie gewinnt als es braucht. Und bereits Hunderte Bauherren zu Energiegewinnern gemacht hat. Für mehr Unabhängigkeit von steigenden Energiekosten. Und eine unvergleichliche Wohlfühlatmosphäre. Mehr Infos unter weberhaus.de


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Reportagen

Ein saniertes Reetdachhaus, ein Bungalow aus Recyclingmaterialien, ein energieautarkes Minihaus und eine Passivhaus-Siedlung stehen für einige der vielfältigen Lösungen auf dem Weg zur Energiewende, die wir Ihnen in diesem Heft vorstellen. Fotos: Arnt Haug, rechts: Jesper Ray (Polfoto), Vitra, Tecalor (Johannes Vogt)

Wohngesund einrichten

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Ob elegant oder kunterbunt – die eigenen vier Wände sollten schadstofffrei sein. Entdecken Sie, welche Farben, Bodenbeläge und Tapeten unbedenkich sind und welchen Warenkennzeichnungen Sie vertrauen können. Foto: Jako-o

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Häuser

Die Häuser der Zukunft verbrauchen kaum noch Energie – mehr noch: sie erzeugen sie selbst. Die technische Ausrüstung sieht man den hochentwickelten Gebäuden kaum an. Finden Sie Ihr Traumhaus! Foto: Rombach

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Outdoor

Nachhaltige Terrassendielen, eine energieeffiziente Dachbegrünung und ein eigener Naturteich sind nicht nur was fürs Auge, sondern sie punkten als Lebensraum für Bienen und Blumen. Gestalten Sie selbst mit! Foto: Dauerholz

Energie & Technik

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Schmeißen Sie Ihre alte Heizung endlich raus und sparen Sie bares Geld mit effizienter Technik! Mit der richtigen Dämmung und ein paar neuen Fenstern gehören Kopfschmerzen wegen der Heizkostenabrechnung der Vergangenheit an. Foto: Ytong

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Titelfotos: FingerHaus, Jesper Ray (Polfoto), Baumit, Viessmann, Biotop/swimming-teich.com (djd)


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Reportagen Energieeffizient & wohngesund sanieren: Leben unterm Reet-Dach . . . . . . . . 06 Energieeffizient bauen Innovation Aktivhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Kleines Haus ganz groß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 Wohnquartier aus Passivhäusern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Grüne Jugend von heute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 Recycling Was schon ist, kann ja noch werden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 Ideen zum Stehlen: Aus alt mach neu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94

SO SCHÖN WOHNT KOMFORT!

Wohngesund einrichten Ausstattung: Schadstofffreie Möbel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Expertenrat: Damit das Haus nicht krank macht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18 Tipps: Guter Rat muss nicht teuer sein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Wandgestaltung ökologisch: Mit Brief & Siegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Bodenbeläge & Treppen: Ökologisch auftreten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Outdoor Garten & Terrasse: Gute Dielen – reines Gewissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Biotop: Frühlingszeit – Gartenzeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Dachbegrünung: Natürliches Wachstum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Häuser Energieeffizient bauen Energie-Plus-Haus-Schick in Stuttgart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 1x1 des energieeffizienten Bauens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 9 Schritte zum Energie-Plus-Blockhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Familientauglich & technisch vorbildlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 Nachhaltig gebautes Massivholzhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 Ökologisch bauen: Gesunde Umwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

Schlüsselfertiges Bauen mit Anspruch… Ob Mediasystem, intelligente Haustechnik oder hochwärmegedämmte Fassade – Haas Fertigbau ist Ihr kompetenter Partner für integrierte Hauskonzepte. Unsere Planungsexperten beraten Sie gerne.

Energie & Technik Tipps: Weniger ist mehr! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 Dämmung: Gut gedämmt ist halb geheizt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 Heizen Wegweisend in der Verbrennung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Unzertrennlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 Lüftungsanlagen: Frischer Wind in Alt- und Neubau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Wasserqualität: Saubere Sache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82 Tipps: Im Sparmodus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 Elektromobilität: Unter Strom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 EnEV-Novelle 2014: Das sollten Sie wissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86

Service Grundrisse & technische Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 Schnellfinder: Inserenten dieser Ausgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96 Herstellerkontakte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98

Haas Fertigbau GmbH Industriestraße 8 D-84326 Falkenberg Telefon +49 8727 18-0 Telefax +49 8727 18-593 Info@Haas-Fertighaus.de www.facebook.com/haas.fertigbau.gmbh www.youtube.com/haasfertigbaude

www.Haas-Fertighaus.de


RB_Esh114_RepReet_UN.qxp_Musterseite FH 10.03.14 10:44 Seite 6

Reportage

Energieeffizient & wohngesund sanieren

Leben unterm Reet-Dach Vorm Verfall gerettet hat eine Familie aus Norddeutschland eine alte Instenkate, in der einst Landarbeiter lebten. Die Bauherren führen einen Holzbaubetrieb in dritter Generation und haben neben Fachwissen jede Menge Herzblut in die Modernisierung gesteckt.

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen


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Vom Denkmal zum Passivhaus: Für die energetische Sanierung der alten Kate setzten sich die Bauherren Gehrmann hohe Ziele. Zugleich wollten sie so viel des originalen Gebäudes erhalten wie möglich. Das Ergebnis überzeugt in jeder Hinsicht: Das Haus wird mit erneuerbaren Energien beheizt und versprüht den Charme vergangener Zeiten. Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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RB_Esh114_RepReet_UN.qxp_Musterseite FH 10.03.14 10:44 Seite 8

Reportage

Energieeffizient & wohngesund sanieren

Historische Baustoffe: Neben den noch erhaltenen Baustoffen schaute sich Susanne Gehrmann auf dem Gebrauchtmarkt um. Diese alte Tür sowie den Dielenboden erstand sie dort günstig. Wohngesundheit und Nachhaltigkeit hatte bei der Produkt- und Baustoffwahl immer höchste Priorität.

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen


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Wohlgebettet (links): Neben diesem historischen Bett sorgt ein gutes Wohnklima für Erholung im Gebäude. Zuständig für optimale Luftverhältnisse ist die eingebaute Wohnraumlüftung. | Passendes Interieur (rechts): Antike Möbel und ein Kachelofen komplettieren den Landhaus-Look im alten Gemäuer.

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eilsdorf bei Siek liegt zirka eine halbe Autostunde von Ham- Bestandteile des Gebäudes abgetragen, beschriftet und gereinigt. burg entfernt. Der Ort ist seit kurzem um ein bauliches An den Bauteilen hing der Dreck vieler Jahrzehnte und das FachKleinod reicher: Eine sanierte Kate, in der Susanne Gehr- werk war stellenweise komplett durchnässt.“ Nach der Trockmann mit ihrem Mann Tobias und Bruder Martin lebt. Sie ist eines nungszeit von einem halben Jahr ließen Gehrmanns die Einzelteile der wenigen reetgedeckten Gebäude, welches noch an das Land- wieder zusammensetzen. Die alten Fachwerk-Außenwände dienen leben vergangener Jahrhunderte in dieser Region Schleswig-Hol- heute als Vorhangfassade, von innen ergänzt die Haushülle ein steins erinnert. Das rote Backsteinhaus hochwärmegedämmter Holzrahmenbau, wurde 1792 erbaut und machte im Zuge eider Energieverluste minimiert. Auch die ner umfassenden Kernsanierung eine MeFenster entsprechen dem aktuellen Stand „Ich war schon lange in die alte tamorphose durch, die ihresgleichen sucht. Kate verliebt! “ Susanne Gehrmann der Technik: Während außen SprossenfensSusanne Gehrmann, Diplom-Holzwirtin und ter die historische Anmutung des Hauses Expertin für Bauen im Bestand, kennt die unterstreichen, sind innen dreifach verglaste Kate bereits seit ihrer Kindheit: „Das GeFensterflächen montiert. An die Stelle der albäude liegt fünf Minuten von meinem Elternhaus entfernt. Ich war ten Ladeluken im Obergeschoss, durch die einst Heu und Stroh ihschon lange in die alte Kate verliebt und meine Familie signalisierte ren Platz auf dem Dachboden fanden, sind große Fenster gerückt, dem Eigentümer immer wieder ihre Kaufabsicht. Der Eigentümer- die für ein Plus an Helligkeit im Inneren der Kate sorgen. wechsel kam aber erst zu Stande, als sich die Gemeinde einschalViel natürliches Licht tete und zwischen uns und der Erbengemeinschaft vermittelte.“ Reiner Gehrmann, der Vater von Susanne und Martin, führt eine Bei der Umbau-Planung legte Susanne Gehrmann viel Wert darauf, Zimmerei; seine Kinder traten beruflich in seine Fußstapfen. Der Fa- die Räume mit Helligkeit zu versorgen: „Das Problem der Kate war, milienbetrieb hat sich in der Region längst einen guten Namen ge- dass im Bereich des ehemaligen Stalls kaum Licht ins Gebäude fiel. macht – die Gemeinde Meilsdorf ging davon aus, dass die 200 Jahre Deswegen haben wir einen Teil der alten Dachfläche verglasen lasalte Kate in den Händen der Gehrmanns denkmalgerecht restau- sen und im Obergeschoss mit transparenten Einbauten gearbeitet, die das Licht auch in innenliegende Räume weitertransportieren.“ riert wird, und bezuschusste den Umbau mit 50.000 Euro. Diese Rechnung geht auf – die modernisierten Räume wirken hell Zerlegung in Einzelteile und freundlich, die mit Lehmputz weiß getünchten Fachwerk2010 war es soweit: Familie Gehrmann zerlegte die Kate – Back- Wände harmonieren mit dem teils puristischen, teils historischen stein für Backstein, Eichenbalken für Eichenbalken. „Wir haben alle Innenausbau: In einem historischen Baustoffhandel erstanden Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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Reportage

Energieeffizient & wohngesund sanieren

Lichtdurchflutet (links & rechts): Große Fensterflächen bringen viel Helligkeit in die einst kleinteiligen, düsteren Räume der Kate. Und das war nötig, denn dort, wo früher der Stall war, herrschte einst fast völlige Dunkelheit. Der große Lichthof im Eingangsbereich bedeutet zwar energetische Einbußen, macht dafür aber die Kate wohnlich und öffnet den Blick in den Bauerngarten.

Gehrmanns alte Kiefernholzdielen, die sie in der Kate verbauen ließen. Den Eingangsbereich ziert ein Terrazzo-Boden, ein seit der Antike bekannter Bodenbelag. Dieser ist gefertigt aus einem mit Steinen und Basalt angereicherten Estrich, der nach dem Auftrag abgeschliffen und poliert wird, sodass eine glänzende Oberfläche entsteht. „Es hat eine Weile gedauert, bis wir jemanden auftreiben konnten, der dieses alte Handwerk beherrscht“, erinnert sich die 31-jährige Bauherrin.

stoffschläuche, die jeden Raum einzeln ansteuern. Der Vorteil gegenüber Leitungsnetzen aus Wickelfalzrohren ist eine glatte Innenoberfläche sowie die verbessere Schalldämmung des Werkstoffes – Wickelfalzrohre leiten Geräusche weiter und müssen mit zusätzlichen Schalldämpfern ausgestattet werden.

Gesamtkomposition

Das von einem Bauerngarten umrahmte Anwesen wartet außerdem mit einer Zertifizierung des Sentinel-Haus-Instituts auf, das den Moderne Heiztechnik Bau als besonders wohngesund ausweist. In Sachen Wärmeerzeugung setzten die Dies ergab die Abschlussmessung der Raum„Unsere Energiekosten liegen Katen-Sanierer auf erneuerbare Energien. luft, deren Schadstoffgehalt den vom Institut Neben einer Pelletzentralheizung sind unter 600 Euro im Jahr. Und das angesetzten Grenzwert deutlich unterschreiim Garten vier Solarthermie-Flachkollektet. „Das schafft man nur, wenn man bei der für rund 200 Quadratmeter toren installiert, die Wärme für Heizung Baustoffwahl extrem kritisch ist. Meine eiWohnfläche!“ Susanne Gehrmann und Warmwasserbereitung liefern. „Ungene Nase diente dabei als gutes Vorab-Aussere Energiekosten liegen unter 600 wahlinstrument. Ich ließ nur emissionsarme Euro im Jahr. Und das für rund 200 QuaProdukte verbauen, die allesamt durch bedratmeter Wohnfläche!“, freut sich Susanne Gehrmann. „Beim stimmte Baustofflabel als wohngesund gekennzeichnet waren.“ neuen Heizsystem wollten wir auf fossile Energieträger verzichten, Wo einst eine Bauernfamilie mit Magd, Knecht und Vieh hauste, aber dennoch komfortabel Energie erzeugen – eine Scheitholz- genießen Gehrmanns heute modernen Wohnkomfort in einer geheizung, bei der man händisch Holz nachlegen muss, wäre uns zu sunden Umgebung. In wenigen Jahren werden vielleicht die Eltern unbequem gewesen.“ von Martin und Susanne Gehrmann in die Kate ziehen und die Für ein gesundes Raumklima sorgt eine Lüftungsanlage im Haus. junge Generation sucht sich ein neues Zuhause. Möglicherweise „Hier kam uns zugute, dass wir das ganze Gebäude abgetragen gibt das den Sanierungsexperten den Anlass, ein weiteres Wohnhaben und die Verlegung der Lüftungskanäle wie im Neubau pla- juwel in anderen alten Gemäuern zu schaffen. ■ nen konnten“. Die Verteilung der Frischluft (Zuluft) beziehungsweise der Abtransport verbrauchter Fortluft geschieht über Kunst- Text: Inga Ervig; Bilder: Arnt Haug

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Gläserne Übergänge (links & rechts): Ausgediente Terrassentüren sowie Türen aus Milchglas sorgen dafür, dass Tageslicht ins Innere der Kate weitertransportiert wird. So kann der Tageslichteinfall optimal ausgenutzt und Strom für künstliches Licht gespart werden.

EG VORRAT

ALKOVEN GÄSTEWC

ESSEN

WOHNEN

KOCHEN

VORRAUM UNBEHEIZT

ANSCHLUSSR. T W

OG

GALERIE

BAD

SCHLAFEN I

TECHNIK

ANKL.

SCHLAFEN II

ARBEITEN

ANKL.

LÜFTUNG

Erneuerbare Energien im Einsatz: Solarthermie-Kollektoren erwirtschaften Wärme für Heizung und Warmwasser an sonnenreichen Tagen. Nachts und im Winter springt die Pelletheizung ein. Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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Ausstattung

Bild: Eky Chan/Fotolia.com

Wohngesund einrichten

Schadstofffreie Möbel Nicht nur bei den Nahrungsmitteln ist „Bio“ derzeit angesagt: Ökologisch und nachhaltig gefertigte Möbel haben derzeit ebenso Hochkonjunktur. Aber worauf müssen Verbraucher achten? Ein kleiner Guide zum grünen Möbelkauf schafft erste Orientierung.

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rungsmittelsektor sind diese Bezeichnungen nicht geschützt und garantieren keineswegs Schadstofffreiheit. Anders sieht es aus, wenn spezielle Ökosiegel ein Möbelstück zieren.

Ökologische Polstermöbel Polstermöbel bestehen in der Regel aus vielen verschiedenen Teilen: Gestell, Sitzunterfederung, Polster, Vlies und Stoff sind nur einige davon. Ist das Polstermöbel ökologisch hergestellt, stammen alle tragenden Teile aus Massivholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Nicht tragende Teile wie Rückenlehnen oder Blenden bestehen aus stabilem Sperrholz. Als Polsterstoff kommen unterschiedlich feste, FCKW-freie Schaumstoffe oder Naturlatex zum Einsatz. Auflagen und Kissen bestehen aus Daunen, in der Regel Entenfedern oder eine Mischung von Daunen und Schaumstoffoder Latexstäbchen. Auf den Einsatz von Klebern wird bei allen Varianten verzichtet. Die Stoffe, aus denen die Polster gefertigt sind,

io-Möbel liegen im Trend: Immer öfter achten Verbraucher neben Optik und Funktionalität auch darauf, wie ein Möbelstück hergestellt wurde und aus welchem Material es besteht. Ökologie und Nachhaltigkeit bedeuten bei der Möbelherstellung nicht nur den konsequenten Verzicht auf bedenkliche Inhaltsstoffe, sondern es geht auch darum, wie haltbar, reparaturfähig und flexibel ein Möbel ist und ob es unter fairen Bedingungen gefertigt wurde. Dies belegt die vierte Otto Group Trendstudie zum Thema „Lebensqualität“: Verbraucher sind sich immer bewusster darüber, dass ihr eigenes Konsumverhalten Folgen hat und möchten diesem einen „Sinn“ geben. Regional produzierte, fair gehandelte oder klimafreundlich hergestellte Produkte liegen daher hoch im Kurs und steigern das persönliche Wohlbefinden. Auf diesen Trend antwortet eine Großzahl von Möbelherstellern – Prädikate wie „bio“ und „öko“ sind beim Möbelkauf jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn anders als im Nah-

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Gut bestuhlt: Ein neues Mitglied der „Morph“-familie ist der massive Esszimmersessel „Morph Dining“. Er zeichnet sich neben seiner opulenten Erscheinung besonders durch seinen außergewöhnlich hohen Sitzkomfort aus. Auch das sich Setzen und Aufstehen ist über die sanft angeformte Armlehne besonders komfortabel. Dieser Komfort bedingt auch die großzügigen Außenmasse der gepolsterten Schale. Zeitraum

Erleuchtet: Die Pendelleuchte „Octo 4240“ ist ein Entwurf des finnischen Innenarchitekten Seppo Koho. Er gibt dieser Leuchte die klar skandinavische Handschrift, die auf das Wesentliche reduziert ist. Der aus finnischem Birkenholzleisten bestehende Lampenschirm wird durch eine Konstruktion aus Flugzeugsperrholz miteinander verbunden. Nur handwerklich ausgebildete und erfahrene finnische Fachleute werden mit der Herstellung dieser Lampe betraut. Secto Design / Green Living

Natürlich fair: Der Teppich „Distel“ aus 100 Prozent tibetanischer HochlandSchurwolle (Durchmesser 1,50 Meter) wird unter fairen Arbeitsbedingungen handgeknüpft. Die Arbeiter erhalten gerechte Löhne, Kinderarbeit gibt es nicht in den Produktionsstätten. Lyk Carpet

Mit dem Interior Innovation Award ausgezeichnet: Die Exclusiv-Variante zum „k Chair“ ist der „Swivel k Chair“, designt von Harri Koskinen in 2009. Das Sitzmöbel hat nicht nur einen Schaukelmechanismus, sondern lässt sich auch drehen. Nach Benutzung bewegt er sich von selbst in seine Ausgangsposition. Der Stoff ist eine echte Innovation: 70 Prozent Papierschnur, 30 Prozent Baumwolle, abziehbar, reinigungsfähig, robust. Woodnotes / Green Living

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Wohngesund einrichten

Ausstattung

Ein Möbelsystem, das mitwächst: Egal wie – „Rudi“ ordnet‘s. Was in seinen offenen Fächern liegt, ist schnell greifbar. Wer staubfrei Verstautes liebt, greift zu Türen oder Kästen. In kleinen Kinderzimmern wird Rudi zum „Hochstapler“, bei Garderoben zur Sitzgelegenheit und auch im ganzen Rest des Hauses findet sich überall ein Einsatzort für ihn – ob als Regal, Schrank oder Kommode. Es passt sich jedem Wohnbedürfnis an. Haba / Jako-o

Wohngesundes Design: Das Wohnprogramm „Cubus Pure“ von Team 7 zelebriert mit seiner neuen Naturholzfront Eiche Venedig den Mythos der italienischen Lagunenstadt. Präzise werden die vom Wechsel der Gezeiten und dem Besatz von Muscheln über viele Jahre gezeichneten Eichenpfähle zu hochwertigen, verzugssicheren Dreischichtplatten verarbeitet. Den passenden, sich zurücknehmenden Rahmen dafür bereitet die exakte, feine Einfassung in Bronze. Der Hersteller verarbeitet nur heimische Laubhölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Diese werden formaldehydfrei verleimt und nur mit reinem Naturöl veredelt. Team 7

bestehen bei wohngesunden Polstermöbeln meist aus Baumwolle, Wolle, Trevira, Microfaser oder (Kunst-)leder beziehungsweis aus Mischgeweben aus den aufgezählten Materialien.

Ledermöbel

Checkliste: So finden Sie ökologische und wohngesunde Möbel • Sie sollten aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen (Holz, Schurwolle, Baumwolle). • Das verwendete Holz sollte aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen • Massivholz ist die erste Wahl (Leimholz, Dreischicht- oder Tischlerplat ten sind auch akzeptabel). • Vermeiden Sie Möbel, die aus Spanplatten gefertigt sind. • Achten Sie darauf, dass das Möbelstück schadstofffrei ist, also keine Pestizide oder Fungizide enthält und lösungsmittel- und formaldehydfrei ist. • Das Möbelstück sollte handwerklich gut verarbeitet sein, so ist seine Langlebigkeit garantiert. • Eltern sollten bei Kindermöbeln auf deren Umbau- und Anpassungsmöglichkeiten achten (Stichwort „mitwachsende“ Möbel).

Beim Kauf von Ledermöbeln ist Vorsicht angeraten – häufig werden beim Gerben, Färben und Konservieren von Tierhäuten Chemikalien, Farb- und Kunststoffe verwendet. Die Herkunft gibt oft darüber Aufschluss – in Ländern mit weniger restriktiven Bestimmungen wird beispielsweise mit Chromsalzen gegerbt. Moderne Gerb- und Färbetechniken sind hingegen umweltfreundlich. Verbraucher sollten bei Ledermöbeln auf den „Blauen Engel“ achten, welches das Umweltbundesamt und das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung an Lederwaren vergibt, in denen keine Chromverbindungen nachweisbar sind oder Häute von wild lebenden, bedrohten Tierarten verwendet werden. Außerdem gibt das IVN-Naturledersiegel an, dass nur spezielle Gerbverfahren wie das Kühlen und Salzen sowie die pflanzliche Methoden zur Konservierung der Tierhäute bei der Herstellung zum Einsatz kamen. Das Siegel verlangt außerdem, dass die eingesetzten Farbstoffe schwermetallfrei sind; hinsichtlich des Schadstoffgehalts und des sozialen Standards bei der Produktion gelten überdies strenge Auflagen.

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

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Beste (H)aussichten für angehende Bauherren. GUSSEK HAUS bietet das Rund-um-Sorglos-Baupaket. Anspruchsvolle Architektur, maßgeschneiderte Grundrisse, zukunftsweisende Energietechnik, Premium-Qualität und die komplette Ausführung aus einer Hand. Kurz: Über 60 Jahre Hausbau-Erfahrung für Ihre Zukunft! Fragen kostet nichts. Ihren kompetenten GUSSEK-Fachberater nennen wir Ihnen unter der kostenlosen Hotline 0 800-174 0800

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Wohngesund einrichten

Ausstattung

Wohl gebettet: Die Betten von Grüne Erde werden in einer Tischlerei in Kärnten gefertigt. Ihre Holzoberfläche werden in Handarbeit mit zart duftenden, pflanzlichen Pflegeölen veredelt, die der Hersteller selbst entwickelt und auf die jeweilige Holzart abgestimmt hat. Grüne Erde

Gesund schlafen

Glücklicherweise ist die Schadstoffbelastung von Matratzen seit einigen Jahren stark rückläufig. Aktuelle Tests weisen kaum noch Weichmacher, phosphororganische Verbindungen oder Insektizide nach. Die meisten Matratzen enthalten jedoch umweltschädliche Aufheller; Verbraucher sollten sich daher für Bezüge aus schadstoffgeprüfter Wolle oder Biobaumwolle entscheiden. Labels wie „Ökotest“ oder „Oko-Tex Standard 100“ sind weitere Pluspunkte für eine neue Matratze. Zudem stellt das „ÖkoControl“-Siegel sicher, dass die Matratze weitgehend von flüchtig organischen Verbindungen, Pestiziden, Schwermetallen und gesundheitsschädlichen Farbstoffen ist.

Massiv- und Sperrholzmöbel Unlackierte Massivholzmöbel sind in ökologischer Hinsicht die erste Wahl – sofern ihr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und am besten in der eigenen Region wächst. Zudem tun sie dem Wohnklima gut: Die Holzoberflächen nehmen überflüssige Raumfeuch-

Himmlische Ruhe: Allnatura bietet Ihnen ein großes Sortiment an ökologischen Matratzen aus den unterschiedlichsten Materialien, alle streng schadstoffgeprüft. Einige Matratzen erhielten bereits ein „gut“ bei ÖkoTest und Stiftung-Warentest. Allnatura

tigkeit auf und geben sie bei Bedarf wieder an den Wohnraum ab. Zusätzlich dienen sie als natürlicher Schadstofffilter. Vollholzmöbel sondern zudem keine Reizstoffe ab – im Gegensatz zu mit konventionellem Leim verarbeiteten oder mit chemischen Lösemitteln behandelten Möbeln. Bei importierten Möbeln aus Osteuropa oder Asien sollten Verbraucher vorsichtig sein – hier kann nicht immer der komplette Herstellungsprozess nachverfolgt und Schadstoffbelastungen ausgeschlossen werden. Lange Zeit war das Image von Sperrholzmöbel schlecht – sie kamen als Schadstoffausdünster in Verruf. Mittlerweile sind die vom Bundesgesundheitsamt erlaubten Ausgasungswerte für Spanplatten jedoch sehr streng und garantieren auch bei Sperrholzprodukten eine Schadstoffarmut, die für gesunde Menschen kein Problem darstellt. Für Allergiker und sensible Personen können selbst diese geringen Belastungen zu viel sein. Ein Tipp zum Schluss: Ein zuverlässiges Kontrollorgan für Schadstoffausdünstungen ist ihre eigenen Nase – nutzen Sie sie beim Möbelkauf und lassen Sie lieber vom Kauf ab, wenn Ihnen etwas „stinkt“! (erv) ■

„Wohngesund“ mit Prädikat Bei der Auswahl schadstoffgeprüfter Möbel helfen folgende Qualitätszeichen (Weitere Siegel auf Seite 18 und ab Seite 20)

Blauer Engel www.blauer-engel.de | Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e. V. www.dgm-moebel.de ÖkoControl – Gesellschaft für Qualitätsstandards ökologischer Einrichtungshäuser mbH www.oekocontrol.com Forest Stewardship Council (FSC) www.fsc-deutschland.de | Oeko-Tex-Gemeinschaft www.oeko-tex.com Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. www.naturtextil.de

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Wohngesund einrichten

Expertenrat

Damit das Haus nicht krank macht Ohne es zu wissen, holen wir uns beim Bauen und Modernisieren oft Schadstoffe ins Haus. Da wir heute rund 80 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, können uns Wohngifte stark zusetzen. Peter Bachmann vom Sentinel Haus Institut ist Experte erklärt, worauf es beim wohngesunden Bauen ankommt. Schadstoffbelastungen durch Formaldehyd, Asbest oder Holzschutzmittel findet man bis heute in vielen Häusern der 60er und 70er Jahre. Sind Bauherren, die heute ein neues Haus bauen, sicher vor solchen Schadstoffen? Peter Bachmann: Leider nur zum Teil. Asbest ist im Neubau kein Thema mehr, Belastungen durch Formaldehyd oder durch falsch angewendete Holzschutzmittel gibt es nach wie vor. Dazu kommen weitere Belastungen, etwa durch Flüchtige organische Stoffe (VOC), das natürliche Edelgas Radon und zahlreiche weitere. Der Grund dafür sind unter anderem aus den notwendigen Energiespargründen immer dichtere Gebäudehüllen und immer mehr Chemie in Baustoffen, Reinigungs- und Haushaltsmittel. Ist es überhaupt möglich, einen Wohnraum zu schaffen, der gänzlich befreit ist von schädlichen Umwelteinflüssen? Peter Bachmann: Hundertprozentig gelingt das nicht, das ist auch nicht nötig. Deshalb sollte man allen Versprechungen misstrauen, die von schadstofffreien Produkten oder Räumen sprechen. Was es aber gibt, sind Wohn-, Arbeits- und Schulgebäude, deren Innenraumluft sehr viel geringere Schadstoffmengen aufweisen, als es zum Beispiel das Umweltbundesamt empfiehlt. Aus heutiger Sicht schließen die Fachleute damit für die allermeisten Personen auch bei dauerhaftem Aufenthalt eine gesundheitliche Belastung durch die entsprechenden Schadstoffe aus. Wie wirken sich Wohngifte auf den menschlichen Körper aus? Peter Bachmann: Das ist sehr unterschiedlich, ähnlich wie beim Konsum von Alkohol. Der eine verträgt fünf Bier, der andere ist schon nach einem halben Glas nicht mehr fahrtüchtig. Die Bandbreite gesundheitlicher Beeinträchtigungen ist enorm hoch und hängt von der Art und der Intensität der Belastung ab sowie von der Konstitution und Vorbelastung der Person. Babys, Kleinkinder, Schwangere und ältere Menschen sind gemeinhin stärker betroffen. Allgemein kann man sagen, dass es von brennenden Augen

und gereizten Schleimhäuten, Kopfschmerzen, dauernder Müdigkeit. Allergien bis hin zu chronischen Erkrankungen oder gar Krebs reicht. Gemein ist, dass der Bewohner meistens den Zusammenhang zwischen seinen gesundheitlichen Beschwerden und zum Beispiel dem falschen Bodenbelag nicht direkt herstellen kann. Was raten Sie gesundheitsbewussten Bauherren und Modernisierern? Peter Bachmann: Informieren Sie sich und wählen Sie Produkte und Baupartner aus, die für Qualität beim Bauen und Sanieren im Allgemeinen und nachprüfbare Qualität im gesundheitlichen Bereich stehen. Entsprechende Produkte und Fachkräfte finden sich zum Beispiel auf der Online-Plattform www.sentinel-bauverzeichnis.eu. Wie unterstützt das Sentinel Haus Institut Verbraucher, die sich einen wohngesunden Lebensraum schaffen möchten? Peter Bachmann: Indem es Informationen gemeinsam mit Wissenschaftlern und Experten zusammenträgt und fortschreibt und dieses Wissen für die Baupraxis umsetzt. Dazu werden Bauunternehmen, Planer und Handwerker geschult und entsprechende Konzepte entwickelt. Zum Beispiel gibt es von uns für alle relevanten Gewerke Baustellenregeln, nach denen die Handwerker sicher wohngesund arbeiten können. Gesünderes Bauen und Sanieren hat immer etwas mit Qualität zu tun. Wichtig ist mir eine wirkliche Rechtssicherheit für den Kunden. Es darf nicht sein, dass die chemische Industrie Produkte an der Gesundheit von Bewohnern „ausprobiert“! ■

Das Sentinel Haus Institut Das 2007 gegründete Sentinel Haus Institut in Freiburg i. Br. arbeitet international als Ingenieursdienstleister und Fachplaner für die Innenraumhygiene im Auftrag öffentlicher und privater Auftraggeber für baugesunde Arbeits- und Lebensräume. Dafür schult und begleitet es unter anderem Bauunternehmen, öffentliche und institutionelle Investoren und Planer bei der Erstellung geprüft wohngesunder Gebäude. Unter www.sentinel-haus.eu finden Sie weitere Infos.

Webtipp Das vollständige Interview mit Peter Bachmann finden Sie auf

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www.hurra-wir-bauen.de/FH/72

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Tipps

Wohngesund einrichten

Was macht ein Baubiologe?

Foto: Stokkete/Fotolia.com

Baubiologen unterstützen Immobilienkäufer, indem Sie Gebäude vor dem Kauf begutachten und auf mögliche Mängel untersuchen. Mängel können sein: erhöhte elektromagnetische Felder wie Elektrosmog durch Mobilfunkstrahlung, strahlende Elektroinstallation, erdmagnetische Felder, radioaktive Bodenstrahlung und Bauschäden, Schadstoffausdünstungen von Formaldehyd, VOC, MVOC, KMF-Fasern/Stäuben, Asbest, Holzschutzmitteln wie z. B. DDT, PCP, Lindan sowie Schimmelpilzbelastungen, Hausschwamm und Feuchte. Baubiologen klären Verbraucher im Zuge der Beratung über mögliche Lösungen und Sanierungswege zur Beseitigung von Belastungen und Mängeln auf. Auch in rechtlicher Hinsicht können sie als Bausachverständige Hauskäufern oder -besitzern zur Seite stehen.

Guter Rat muss nicht teuer sein Ist Ihre Dämmung schadstofffrei? Wie vermeidet man Schimmel? Und wer hilft, ein Gebäude auf dessen Wohngesundheit zu testen? Bei diesen und weiteren Fragen stehen Baubiologen Frage und Antwort. Überdies bieten viele Internetportale und Publikationen eine erste Orientierungshilfe.

Webtipps

Lesetipp

www.baubiologie.net: Sie suchen einen Baubiologen in Ihrer Nähe? Über den Internetauftritt des Bundesverbands Deutscher Baubiologen finden Sie den richtigen Ansprechpartner vor Ort. Zudem können sich Verbraucher kostenlos telefonisch beraten lassen über der „Gesünder-WohnenHotline“ unter Tel. 0800 2001 007 (Mo.-Fr. 9 bis 17 Uhr).

Die Broschüre „Gesund wohnen“ der Deutschen Energie-Agentur (dena) liefert viele Hinweise, wie mit wenig Aufwand Energie im Haus eingespart und Feuchtigkeitsproblemen durch richtiges Lüften und Heizen vermieden werden kann. Die Broschüre ist ein leicht verständlicher Leitfaden zu richtigem Lüften und Heizen mit zahlreichen Abbildungen und nützlichen Tipps für die praktische Umsetzung. Bezug über www.dena.de unter der Rubrik Publikationen. Dena

www.hurra-wir-bauen.de: Das Portal für Bauherren und Renoviere hat zahlreiche Themenbeiträge versammelt rund um das Thema Wohngesundheit. Diese reichen von Ratgeberartikeln zur Vermeidung von Elektrosmog und Schimmel, über die richtige Wahl von Baustoffen bis hin zu wohngesunden Einrichtungstipps. www.baubiologie-ibr.de: Das Institut für Baubiologie Rosenheim GmbH (IBR) vergibt das IBR-Prüfsiegels. Es wurde geschaffen, um den Verbraucher vor wohnumweltbedingten, gesundheitlichen Schäden zu schützen. Mit dem Prüfsiegel werden Produkte und Produktionsverfahren ausgezeichnet, die den Forderungen der Wohngesundheit und des Umweltschutzes in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise gerecht werden. Eine Liste aller zertifizierten Hersteller und Produkte finden Sie unter der Rubrik IBR Prüfsiegel > Prüfsiegelkunden.

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Wohngesund einrichten

Wandgestaltung ökologisch

Öko-Test Öko-Test, das Verbraucher-Magazin des gleichnamigen Verlages, testet alles, was man zum Leben braucht. Der Verlag unterhält selbst keine eigenen Labore, sondern beauftragt Prüfinstitute in ganz Deutschland. Die Redakteure der Zeitschrift bewerten die Testergebnisse der Labors. Die Hersteller kritisieren häufig, dass die Kriterien von Öko-Test viel strenger sind als die des Gesetzgebers. So ist es möglich, dass Produkte, die die gesetzlichen Vorschriften erfüllen, bei Ökotest mit „ungenügend“ bewertet werden. Dem entgegnet Öko-Test, dass Alternativen zu gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen immer die überzeugendere Wahl darstellen. www.oekotest.de

Tupftechnik: Ökotest 3/11 empfiehlt die Produkte von Leinos: Strukturspachtel, Silikatfarben, Lehmfarben, Kaseinfarben und Kalkfarben. Die farblose Wandwischlasur wird mit Pigmenten eingefärbt und in mehreren Schichten aufgetragen. Preis: 0,75 Liter 16 Euro. Leinos / epr

Mit Profil: Allergiker sind laut Ökotest Jahrbuch 2014 gut mit Raufasertapeten beraten, die hauptsächlich aus Recycling-Papier bestehen. Preis für die Rauhfaser „Classico“ (25m) 8 Euro. Jubiläums-Aktion: Im März und April 2014 gibt es 5 m mehr pro Rolle. Erfurt

Mit Brief & Siegel Zuhause möchten wir uns einigeln und regenerieren, unser Heim soll ein Ort sein, der uns beschützt. Gerade dort braucht es also unbedenkliche Wandfarben, Tapeten und Lacke. Seriöse Umweltzeichen helfen bei der Auswahl. Doch wofür steht welches?

• Eine gute Farbe überzeugt durch Streichqualität und Abriebfestigkeit, aber auch und vor allem durch gesunde Inhaltsstoffe. • Selbst wenn eine Firma ihre Farben als „bio“ oder „natürlich“ bezeichnet, heißt das nicht unbedingt, dass der Baustoff gesund ist. • Nicht nur Allergiker müssen nachforschen, was im Produkt ihrer Wahl enthalten ist – selbst der natürlichste Stoff kann schließlich eine indi-

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viduelle Reaktion auslösen. Empfehlenswert ist eine Farbe, wenn genau draufsteht, was drin ist. Wenn der Hersteller nicht die Infos auf dem Etikett liefert, die Sie brauchen: im Regal stehen lassen!

• Ökolabels oder Gütesiegel sollen dem Verbraucher anzeigen, wie umweltfreundlich ein Produkt hergestellt , transportiert, gelagert und entsorgt wird sowie, dass es für den Verbraucher gesund ist.

• Lacke sind leider nie emissionsfrei, auch nicht als Bio- oder Naturharzlack, denn starke Lösemittel kommen auch in der Natur vor. Eigenprodukte von Baumärkten schneiden bei ÖkoTest häufig genauso gut oder besser als Biolacke ab.

• Manche Produkte tragen kein Umweltzeichen, obwohl sie es verdient hätten. Umweltzeichen sind nämlich immer freiwillig, die Hersteller von Naturbaustoffen müssen sich bei den Vergabestellen extra darum bemühen. (bis)

Alle Preise sind Zirka-Preise inklusive Mehrwertsteuer. Herstellerkontakte ab Seite 97.


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RAL Die RAL-Gütezeichen vergibt das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL), ein Instrument der freiwilligen Selbstregulierung der Wirtschaft. Die RAL Güte- und Prüfbestimmungen werden unter Einbindung der Verbände der Wirtschaft, Verbraucherorganisationen, Bundes- und Landesministerien festgelegt. Das Gütezeichen kennzeichnet unschädliche Tapeten, Farben und Lacke. Die gesundheitliche und ökologische Unbedenklichkeit werden jeweils vor der Serienfertigung, durch Eigenkontrollen der Hersteller sowie durch regelmäßige externe Überwachung gesichert. www.ral-guetezeichen.de

Blätter und Blüten: Leise Töne dominieren die Kollektion „Di Moda“ , graphisch vereinfachte florale Elemente und Pflanzenstrukturen. Preis: um 30 Euro pro Rolle. Marburger Tapetenfabrik / RAL

Das Erbe indianischer Frauen: Der Hauch der Prärie weht durch die „b.b.home passion“-Vlieskollektion „Aponi“ von Designerin Barbara Becker. Unverbindliche Preisempfehlung ab 23 Euro. Rasch Tapeten / RAL

Gestaltungsvielfalt: Die „ArtLine Vita pro“-Innenfarbe ist von Sentinel geprüft und im örtlichen Baustoffhandel erhältlich, die Preise legen die jeweiligen Händler fest. Baumit

Private Lagune: Der „Solimin Quarzstreichputz“ in der Nuance „Holiday Blue Harmony“ passt ins Bad. Preis: Gebinde von 4 Liter: zirka 2 Euro pro Quadratmeter. Biofa

Mineralisch: Die Sol-Silikatfarbe „Optil“ (Bild) macht blau, die ähnliche „Biosil“-Silikatfarbe trägt das „natureplus“-Zeichen. Preis zirka 95 Euro für 15 Liter Biosil weiß. Keim Farben

Gute Lage: Der 100 Prozent natürliche mineralische Fein-Universalputz ist „natureplus“-geprüft, die Kosten für einen einlagigen Auftrag liegen bei zirka 20-26 Euro/m². Claytec

Sentinel Plattform für geprüft gesunde Bauprodukte: Mit dem Sentinel Haus Institut Bauverzeichnis wird gesünderes Bauen und Sanieren noch einfacher. Die Plattform im Netz listet nach der Erstellung eines kostenlosen Benutzerkontos emissionsgeprüfte und nachhaltige Produkte und Bauteilsysteme auf. Das SHI ist ein Partner für wohngesundes Bauen, das ausbildet und berät. Verzeichnis unter www.sentinel-bauverzeichnis.eu

Natureplus Beim internationalen Verein „natureplus“ überprüfen unabhängige Experten regelmäßig, ob die strengen Vorgaben für mögliche Schadstoffe eingehalten werden. Nicht zuletzt sind von „natureplus“ ausgezeichnete Produkte besonders nachhaltig, das heißt Herstellung, Nutzung und Entsorgung müssen umweltfreundlich sein. Das „natureplus“-Umweltzeichen ist eine freiwillige Auszeichnung, um die sich die Hersteller aktiv bemühen müssen. Tun sie dies nicht, kann das Produkt aufgrund seiner Eigenschaften dennoch die Kriterien erfüllen. Die strengen Kriterien machen das „natureplus“-Zeichen zu einer guten Orientierungshilfe für Verbraucher. Siehe auch www.natureplus.org.

Ein kleines Grau: Natürliche und unbedenkliche synthetische Pigmente ergeben die Farbtiefe der wasserbasierten Farben der Reihe „Grey“ von „Little green“, die frei von giftigen Inhaltsstoffen sind. Preis: Ein Gewinde mit 2,5 Litern in der Qualität „Matt Emulsion“ liegt bei 75 Euro. Little Greene Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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Wohngesund einrichten

Bodenbeläge & Treppen

Wohngesund: Laminatböden von Haro sind frei von Weichmachern und PVC. Deshalb ist er mit dem Blauen Engel und dem ECO-Institut-Label ausgezeichnet. Das matt strukturierte Parkett der Serie „Gran Via 4V“ (im Bild zu sehen mit dem Dekor „Pinie Pacifico“) von Haro bildet die Optik von Holz perfekt nach. Preis: ab 27 Euro/m². Haro / Hamberger Flooring

Sicherheit mit System: Dass sich Wohngesundheit und Design nicht ausschließen, zeigt das breite Farbspektrum der Kautschuk-Bodenbeläge von Nora Systems. Alle Systemkomponenten sind mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet und auch im Verbund geprüft. So sind zwischen den einzelnen Bestandteilen gefährlichen Wechselwirkungen ausgeschlossen. Nora Systems

Ökologisch auftreten Schön soll er aussehen, pflegeleicht sein und wenig kosten – das sind die häufigsten Anforderungen, die Verbraucher an einen neuen Bodenbelag stellen. Dass aus diesen Baustoffen gefährliche Wohngifte ausdünsten können, vergessen viele. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, lesen Sie in diesem Beitrag.

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ufgrund ihrer großen Oberflächen haben Bodenbeläge einen entscheidenden Einfluss darauf, wie wohngesund unsere eigenen vier Wände sind. Wer sich mit der Wahl eines passenden Fußbodens beschäftigt, sollte daher nicht nur nach Kriterien des Designs, der Robustheit und des Preises gehen, sondern auch auf die Inhaltsstoffe achten. Denn diese können problematisch werden, wenn sie Wohngifte an die Raumluft abgeben und die Hausbewohner krank machen. Gerade Familien mit Kindern sollten darauf Acht geben, sich keine Schadstoffquelle ins Haus zu holen – im Zweifelsfall ein paar Euro mehr zu investieren, lohnt sich langfristig.

Wohngift Nummer Eins: die Weichmacher

Der Klassiker unter den Wohngiften: Formaldehyd

Im Zuge der Diskussion über schädliche Baustoffe wurden zunächst PVC-Beläge angeprangert. Im unteren Preissektor angesiedelt und wegen ihrer geringen Dicke gerne für Altbau-Modernisierungen genutzt, konnten sie vielerorts schädliche Weichmacher, sogenannte

Das wohl bekannteste Wohngift heißt Formaldehyd – es ist Bestandteil von Leimen, Klebern und als Konservierungsstoff sehr beliebt. In höherer Konzentration fällt es durch seinen säuerlichen Geruch auf. Der Schadstoff reizt die Schleimhäute und Atemwege,

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Phthalate, verbreiten. Der Mensch nimmt sie über den Hausstaub auf; die Gefahr: Phthalate gehören zu den krebserregenden Stoffen und stehen im Verdacht, die Fortplanzungsfähigkeit des Menschen zu beeinträchtigen. Deswegen darf Kinderspielzeut in der EU keine Phthalate mehr enthalten. Die Industrie – gerade diejenige aus Fernost – tut sich jedoch schwer auf Weichmacher zu verzichten, sodass immer wieder Produkte auch in Deutschland auf den Markt kommen, die Phthalate enthalten, beispielsweise der Rücken von Teppichböden.

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Bioboden mit überzeugender Strapazierfähigkeit: Mit 26 modernen Holzoptiken in zwei Dielenformaten bieten die neuen „Purline“-Planken eine enorme Gestaltungsvielfalt – im privaten Wohnbereich ebenso wie in der gehobenen Objektausstattung. Die Einstufung in die Nutzungsklassen 23/34/43 reflektierten ihre enorme Strapazierfähigkeit. Auf dem Foto zu sehen ist der „Design Aves Brown“ mit grober Holzstruktur im Dielenformat 1.200 x 200 mm. Wineo

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Wohngesund einrichten

Bodenbeläge & Treppen

Unbedenklich: Wenn nach dem Einbau eines neuen Bodens die Bewohner über Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen oder Unwohlsein klagen, kann das mit den verwendeten Bauprodukten zusammenhängen. Auf Nummer sicher gehen Hausbesitzer mit einem Fliesenbelag. Saint-Gobain Weber

Alles aus einer Hand: Beim Treppenkauf sollte man auf sorgfältige Beratung, individuelle Fertigung nach Maß und fachgerechte Montage achten. Bei Fuchs Treppen erhalten Bauherren diese Leistungen aus einer Hand. Bei der Oberflächenbehandlung kann zwischen natürlichen Ölen oder einer Versiegelung mit Wasserlacken gewählt werden. Fuchs Treppen

▲ Natürlich ökologisch: Mit der neuen Kollektion „Parts“ führt Vorwerk den ökologischen und designorientierten Ansatz von „Re/Cover green“ fort. Die Kollektion ist auf Basis natürlich nachwachsender Rohstoffe hergestellt, wie zum Beispiel dem Rizinus-Pflanzenöl, das aus den Samen des tropischen Wunderbaums gewonnen wird. Vorwerk

verursacht Kopfschmerzen und Mattigkeit, führt zu Konzentrationsschwäche und kann überdies Allergien auslösen. Zudem stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Formaldehyd als krebserregend ein. In größeren Mengen ist Formaldehyd insbesondere in Holzwerkstoffen enthalten, aus denen beispielsweise Laminat oder Fertigparkett hergestellt werden. Wurden bei der Verlegung von Massivholzparkett oder Dielen Klebstoffe verwendet, können diese Formaldehyd abgeben, das nach und nach durch die an sich gesunden, natürlichen Bodenbeläge dringt und an die Raumluft gelangt. Ist es versiegelt, kann selbst das grundsätzlich unbedenkliche Linoleum zur Schadstoffquelle werden. Das gleiche gilt für versiegelte Korkböden.

Darauf sollten Sie achten

Gesunde optische Akzente: Die individuellen Maßanfertigungen der Simssee Handweberei passen Farbe, Muster und Form des Wunschteppichs Ihrem Einrichtungsstil an. Bei der Fertigung werden nur reine Naturmaterialien verwendet. Simssee Handweberei

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Verbraucherschützer und Baubiologen machen längst auf das Thema Wohngifte aufmerksam. Viele Verbraucher lassen sich doch vom vermeintlichen Schnäppchen allzu leicht überzeugen und merken erst zu spät, wenn es an die Gesundheit geht, dass dies eine Fehlentscheidung war. „Genießbare“ Produkte findet man, wenn man gezielt nach Prüfsiegeln und Prüfzeichen Ausschau hält. Das Ü-Zeichen (=Übereinstimmungszeichen) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) sowie das europäische CE-Zeichen (=Conformité Européenne) sollten auf jeden Fall einen Bodenbelag ausweisen, alle anderen sollten Kaufinteressierte aussortieren. Eine Übersicht der Gütesiegel zum Thema Wohngesundheit finden Sie auf Seite 16, 18 und ab Seite 20. (erv) ■ Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Tropenholz-Alternative: Die Treppenstufen aus „Asteiche Longlife“ setzen mit ihrer Maserung Akzente, lassen sich aber auch ideal mit vorhandenen Türen und Bodenbelägen kombinieren. Sie sind zudem laut Hersteller hoch resistent gegen Flecken und Haushaltschemikalien. Kenngott/epr

vorher

nachher

Renovieren ist nachhaltig: Statt eine neue Treppe zu kaufen, kann man die alte aufarbeiten. Der Laie stößt hier jedoch schnell an seine Grenzen. Die Treppenmeister-Partner bieten Unterstützung mit einem Treppen-Check. Infos unter www.treppenmeister.com unter der Rubrik „Treppenrenovierung“. Treppenmeister


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Outdoor

Garten & Terrasse

Outdoor trifft Indoor: Terrassendielen in den heimischen Holzarten Eiche, Lärche und ThermoEsche schaffen einen optisch nahtlosen Übergang zu den Massivholzdielen im Innenbereich. Derselbe Look zieht sich vom Wohnzimmer auf die Terrasse und lässt die beiden Bereiche eins werden. Osmo

Gute Dielen – reines Gewissen Leise klopft der Frühling an die Tür – frischen Sie auch schon fleißig Ihren Outdoor-Bereich auf? Wenn das Thermometer in die Höhe klettert, verwandeln sich Terrasse und Garten in ein zweites Wohnzimmer. Lassen auch Sie Ihr ganz persönliches Urlaubsparadies in vollem Glanz erstrahlen!

Verzicht auf Tropenholz In deutschen Holzfachhandlungen gehört Tropenholz zum Standard. Besorgte Kunden werden oft mit dem Hinweis auf sogenannte Nachhaltigkeitssiegel beruhigt. Doch umweltfreundliche Rodung von Tropenbäumen gibt es nicht – jedoch gute Alternativen aus heimischen Wäldern. Wie erkennt man Tropenholz im Handel? Im Laden fallen Tropenhölzer meist durch ihre exotischen Handelsnamen auf: Akazie, Bangkirai, Balau, Bongossi, Ipé, Mahagoni, Meranti, Palisander, Sapelli-Mahagoni, Sipo-Mahagoni, Teak und Wenge. Auch hinter Bezeichnungen wie „Edelholz“, „Hartholz“, „Echtholz“ und „Plantagenholz“ verstecken sich meist tropische Hölzer. Welche heimischen Hölzer sind für den Außenbereich geeignet? Sonne, Regen, Pilze, Insekten und der Kontakt mit dem Erdboden setzen jedem Holz zu. Am besten dagegen gefeit sind Robinie (sehr dauerhaft) und Eiche (dauerhaft). Kiefer, Douglasie und Lärche gehören zu den mäßig dauerhaften Hölzern. Quelle: Rettet den Regenwald e.V.

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ndlich heißt es wieder ab an die frische Luft: Grillparties, Badespaß und Schlummern in der Sonne! Terrasse und Garten sollten rechtzeitig auf Vordermann gebracht werden. Die Gartenpflänzchen wünschen eine farbenprächtige Gesellschaft und das Mobiliar sehnt sich nach einem neuen Anstrich. Das A und O im eigenen Naherholungsgebiet ist ein idealer Sitzplatz – hier wird entspannt, geplaudert, gespeist und manchmal auch gearbeitet. Die nötige Geborgenheit bieten zum Beispiel Mauern, Sichtschutzhecken, Pergolen oder Lauben. Für eine besondere Atmosphäre und die Nähe zur Natur sorgen die verschiedenen Farbspiele der Blüten und Blätter sowie Licht- und Schattenwirkung der Vegetation.

Qualität und Nachhaltigkeit

Lassen Sie sich Ihre Frühlingslaune nicht von einem abgenutzten Terrassenboden vermiesen! Neben Natursteinplatten und Fließen geht der Trend in den letzten Jahren in Richtung Holzdielen. Achten Sie bei der Anschaffung auf eine gute Qualität, damit Sie

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Nachhaltige Terrasse: Die Massivholzdiele „Basicline New“ sieht aus wie Tropenholz, ist jedoch aus einheimischem, PEFC-zertifiziertem Fichtenholz gefertigt. Frei von PVC und vollständig recycelbar besitzt sie einen Holzanteil von 75 Prozent. Erfurt

Der Umwelt zuliebe: Terrassendielen aus Dauerholz sind witterungsbeständig, resistent gegen Pilze, formstabil und pflegeleicht. Hergestellt werden sie aus PEFC-zertifizierter deutscher Kiefer, die bis in den Kern mit Wachs durchtränkt wurde. Dauerholz / hlc

Edler Look für Holzterrassen: Das wasser- und schmutzabweisende Terrassenöl ist in den Farbnuancen Teak, Bangkirai und Lärche erhältlich. Es lässt sich einfach mit Pinsel oder Rolle auftragen, verbessert die Witterungsbeständigkeit und schützt vor UV-Strahlen. Auro

Webtipp Per Mausklick zur Wunschterrasse: Der neue Online-Terrassen-Planer bietet einen umfangreichen Planungsservice zur individuellen Gestaltung der eigenen Terrasse. Das Online-Tool kann gleich auf www.megawood.com genutzt oder heruntergeladen werden. Megawood / epr

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Outdoor

Garten & Terrasse

Ihre Terrasse genießen können. Der Umwelt zuliebe sollte ökologisch unbedenkliches Holz aus nachhaltiger Erzeugung gewählt werden. Greifen Sie anstatt zum Tropenholz zu Produkten aus heimischen Hölzern wie zum Beispiel Ahorn, Buche, Fichte, Eiche oder Lärche. Ist nicht sicher, um welches Holz es sich handelt – besser Finger weg! Äußerst robust sind WPC-Terrassendielen (Wood-Plastic-Composites), deren Hauptbestandteile Holzfasern und Kunststoff sind. Vorteilhaft ist die erhöhte Lebensdauer und Widerstandsfähigkeit durch den Kunststoffanteil. Schmutz können Sie problemlos mit Wasser und Reinigungsmitteln entfernen. Auch die Zeiten schmerzhafter Holzsplitter sind vorbei. Denn im Unterschied zu Echtholzdielen reißt und splittert der Verbundwerkstoff nicht, sodass unbeschwertes Barfußgehen möglich ist.

Gepflegtes Auftreten Besonders im Frühjahr ist die Pflege der Terrassendielen ein großes Thema. Sonne, Regen, Pilz- und Moosbewuchs hinterlassen Spuren. Je nach Holzart werden unterschiedliche Holzschutzfarben und Pflegeöle angeboten. Zieren jedoch Fliesen und Natursteine Ihre Terrasse, freuen Sie sich über deren lange Haltbarkeit und den geringen Pflegeaufwand. Somit steigt nicht nur die Temperatur, sondern auch die Laune. (gra) ■

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Hängematte selbst gemacht 1. Schritt: Die langen Äste werden an jedem Ende durchbohrt, wobei die Löcher einen Durchmesser von ungefähr einem Zentimeter haben sollten. Achten Sie vor dem Bohren darauf, dass beide Löcher auf einer Linie sind – damit sich das Seil später passgenau hindurchführen lässt. Reizvolle Akzente durch unterschiedliche Steingrößen: Betonsteine bieten eine ökologisch sinnvolle Lösung für die Terrassengestaltung. Die Herstellung erfolgt in der Regel in regionalen Fachbetrieben, von Vorteil sind die kurzen Wege vom Werk in den eigenen Garten. BetonBild / djd

2. Schritt: Dann durchbohrt man die kleinen Holzstückchen der Länge nach mit einem Durchmesser von einem Zentimeter. Diese kurzen Holzstücke werden später zwischen die langen Äste gefädelt. 3. Schritt: Schneiden Sie das Kunststoffseil in drei gleichlange Stücke. Anschließend alle Äste in zwei nebeneinander liegenden Reihen parallel auf den Rasen legen, dickere Äste dabei am Besten in die Mitte. Das erste Seilstück ziehen Sie durch die Bohrlöcher in der Mitte. 4. Schritt: Nachdem das mittlere Seil die Äste zusammenhält, werden nun die anderen beiden Seilstücke durch die Löcher der äußeren Astseiten gezogen. Hier fädeln Sie jeweils eines der kleinen Aststücke als Abstandhalter zwischen zwei Ästen auf. 5. Schritt: Sind die Seile durch alle Löcher in den Ästen geführt, schieben Sie nun die Äste möglichst genau in die Mitte der Seilstücke. Die Seilenden sollten etwa gleichlang sein und direkt hinter dem letzten Ast fest verknotet werden. Schneiden Sie zum Schluss noch die überstehenden Asttriebe ab und schon ist das bequeme Schmuckstück fertig.

Eleganz auf der Terrasse: Die Feinsteinzeugplatte „Xenox“ aus Granitkeramik ist kratzunempfindlich und rutschfest. Im Winter überzeugen die Platten durch ihre Frost- und Tausalzwiderstandsfähigkeit. Kann

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Quelle: Privat


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Foto: djd/Biotop/swimming-teich.com

Outdoor

Halbe-halbe: Wer in seinem Teich baden möchte, sollte den Schwimmbereich mit dem Regenerationsbereich teilen. Das Baden wirkt positiv auf die eigene Gesundheit und schafft Lebensraum und Rückzugsort für so manche Tiere. Zudem ist die Mischung aus Natur und Badespaß ein Hingucker in jedem Garten. Biotop Landschaftsgestaltung Gesellschaft m.b.H.

Frühlingszeit – Gartenzeit Die Tage werden endlich wieder länger. Die Menschen tauschen ihre Wintermelancholie gegen ein lächelndes Erwarten – der Frühling kommt. Manch einen treibt es dabei in den eigenen Naturgarten, gefasst ihn zu hegen und zu pflegen und mit Neuem zu bereichern.

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och was ist ein Naturgarten überhaupt? Dem Namen nach erkennt man schnell, dass es sich um eine menschlich gemachte Begrünung handelt, die sich die Natur zum Vorbild nimmt. Anders ausgedrückt, es entsteht ein Lebensraum für heimische Wildtiere und Wildpflanzen. Ein solcher Garten, der scheinbar frei nach Schnauze wächst, ist Wohlfühlort für alle Lebewesen. Und auch wenn er chaotisch daherkommt, bedarf er dennoch der täglichen Pflege und Fürsorge.

Neuer Lebensraum Auch die schönsten Orte können mit der Zeit langweilen – so auch der Garten. Muss er aber nicht. Am besten verändern Sie etwas, und zwar nicht nur im kleinen, sondern im großen Stil. Ob das auch in Ihrem Naturgarten geht? Na logo. Wer heimische Wasserpflanzen liebt, der entscheidet sich für einen Teich. Zumal man damit einen Lebensraum für so manchen Erdbewohner wie beispielsweise

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

für Frösche, Molche und Libelle schafft. Natürlich ist nicht jedes Grundstück gleich gut geeignet für ein „natürliches“ Wasserreservat, doch mit der richtigen Planung erhält man ein tolles Plus für jeden Naturfreund.

Gut überlegt Wer einen Gartenteich haben möchte, sollte sich im Vorfeld die richtigen Gedanken machen. Entscheidend ist, dass man weiß was man will. Wie groß soll der Teich werden? Wo soll er sein? Das Drumherum spielt bei der Planung eine große Rolle. Ungeeignet sind beispielsweise Stellen, in denen flach wurzelndes Baumwerk steht, da dieses den Teich durchgehend beeinträchtigen kann. Zudem sollte das zukünftige Gewässer nicht ständiger Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, denn in diesem Fall ist eine unangenehme Algenpest nicht selten. Auch die Teichtiefe ist zu beachten. Empfehlenswert ist eine Mindesttiefe von 80 bis 100 Herstellerkontakte ab Seite 97.


Naturgemäß: Das A & O eines jeden Gartens und mithin eines Teichs sind die Pflanzen. Damit diese optimal genährt werden, eignet sich dieses natürliche Kultursubstrat, das aus Humus, Ton und organisch-mineralischem Dünger besteht und speziell auf die Bedürfnisse von Wasserpflanzen abgestimmt ist. frux

Foto: sonne fleckl / fotolia.com

OB_Esh114_Naturgarten_Musterseite FH 10.03.14 10:41 Seite 31

Lesetipp „Nehmen Sie die Gartengestaltung selbst in die Hand!“ Leicht wird das mit dem Buch „Der große Gartenplaner“, herausgegeben von Peter Wirth. Ganz gleich was Sie mit dem Garten vorhaben, in sieben Kapiteln dienen Ihnen nützliche Tipps, leicht verständliche Zeichnungen und zahlreiche Fotos dazu, jedes noch so komplexe Vorhaben erfolgreich zu meistern. Vom Errichten einer Treppe bis hin zur Gestaltung eines Gartenteichs, dieses Buch lässt Sie nicht im Stich. Peter Wirth, Der große Gartenplaner, 464 Seiten, 19,90 Euro, Ulmer Verlag

Zentimetern. Legt man seinen Teich hingegen zu niedrig an, kann dieser in kalten Wintertagen schnell komplett durchfrieren, was den Tod für Insektenlarven und oder Wassertierchen mit sich bringt. Je größer der Teich, desto leichter auch seine ökologischen Auswirkungen auf die Umgebung – empfehlenswert ist hier eine Mindestgröße von 15 bis 20 Quadratmetern.

schon in den ersten Monaten auf das Biotop aufmerksam. Schnell wird klar, auch bei aller Planung und Pflege – Sie haben einen neuen Lebensraum geschaffen. Ein gern gezahlter Preis verglichen mit der Freude, die Sie beim Anblick Ihres neuen Stückchens Natur haben werden. (tel) ■

Natürliche Zusätze Damit der Teich zu einem gesunden Biotop wird, achten Sie am besten auf die Wahl der richtigen Pflanzen. Die kleinen Helferlein steigern die Klarheit und Qualität des Wassers, indem sie diesem Sauerstoff hinzufügen. Geeignet sind beispielsweise der Wasserhahnenfuß, die Sumpf-Dotterblume, der Blutweiderich, die Schwanenblume, die Große Mummel sowie die gelbe Sumpfschwertlilie. Wie sich die Natur das ihre nimmt Ihre neue Errungenschaft lockt schnell Tiere an. Frösche und Kröten, Vögel und Insekten werden

Sauberes Schwimmvergnügen im Naturpool Für viele Allergiker ist der Garteneigene Pool eine willkommene Alternative zum Gang ins Freibad. Während die für die Masse ausgelegten Badeanstalten ihre Becken mit viel Chemie in Form von Chlor sauber halten, regenerieren sich die natürlichen Bäder auf ökologische Weise. Dies gelingt über die Aufteilung von Schwimmbereich und Regenerationszone. Die Wasseraufbereitung übernehmen hier Pflanzen und Mikroorganismen.

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OD_Esh114_Dach_Musterseite FH 11.03.14 12:15 Seite 32

Outdoor

Dachbegrünung

Wirkt ausgleichend Städte und Gemeinden können in ihren Bebauungsplänen aus städtebaulichen Gründen laut § 9 Baugesetzbuch private Grünflächen als Ausgleich für die Bebauung einer anderen Fläche festsetzen. Das heißt, gerät das Baufenster eines Hauses zu groß und der Garten zu klein, lässt sich dies mit einem Gründach auf Haus, Carport oder Garage ausgleichen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Ein Gründach trägt durch seine vielen Schichten, die durch feuchtes Erdreich dicht beieinander sitzen, zu einem ausgeglichenen Klima im Gebäude bei und ist damit ökonomisch und ökologisch gleichzeitig sinnvoll. Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB)

Selbst ist der Gärtner: Mit den Gründach-Paketen von bausep.de kann jeder seinem tristen Carportdach einen natürlich frischen Look verpassen. Damit tut der Bauherr auch der Luftqualität sowie der Dachabdichtung etwas Gutes. Bausep/Bauder/epr

Natürliches Wachstum Ein Gründach speichert je nach Aufbau und Vegetation 40 bis 99 Prozent des jährlichen Niederschlags und lässt ihn bei trockener Witterung wieder verdunsten. Damit trägt es effizient zur Gebäudekühlung, Luftbefeuchtung und Feinstaubfilterung bei. Doch es kann weit mehr!

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ie Dachbegrünung bietet ihrem Besitzer viele Vorzüge: Der Eigentümer spart Energiekosten, da die mehrschichtige Begrünung sehr effektiv dämmt und die Wärmeverluste dadurch geringer ausfallen. Die Bepflanzung erhöht sogar die Haltbarkeit des Daches, da sie die Abdichtung vor Extremtemperaturen, Hagel und Witterungseinflüssen schützt. Man könnte zwar meinen, dass die Wurzeln der Dachpflanzen die Dachhaut verletzen, doch das ist nicht der Fall. Spezielle Wurzelabdichtungen bieten ausreichend Schutz. Mit Spezialfolien lassen sich auch bestehende Dächer einfach nachrüsten.

Erlaubnis vom Bauamt Für die Begrünung geeignet sind Flachdächer oder geneigte Dächern bis 25 Grad. Ab 15 Grad Dachneigung muss eine Schubsicherung (zum Beispiel ein Holz-Lattenrost) angebracht werden, damit der Aufbau nicht abrutscht. Zur Entwässerung ist beim

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Schrägdach eine Drainage Vorschrift. Eine extensive Dachbegrünung wiegt 60 bis 170 Kilogramm pro Quadratmeter. Das stellt eine zusätzliche Traglast für das Dach dar. Nur wenn es dafür ausgelegt ist, lässt es sich begrünen. Auch die Bepflanzung richtet sich nach der Dachkapazität: Wer wenig Pflegeaufwand investieren will, ist mit einer sogenannten extensiven Bepflanzung (Moos und Gras) am besten beraten. Eine Anfangsbewässerung ist jedoch immer notwendig. Daneben gibt es auch noch die einfache Intensivbegrünung und die Intensivbegrünung (siehe Tabelle). Bevor Sie ein Selbstbauset (ab zirka 30 Euro pro Quadratmeter) anschaffen oder eine Fachfirma beauftragen, müssen Sie die Genehmigung des Bauamtes einholen. Viele Städte fördern sogar den Bau begrünter Dächer. durch finanzielle Zuschüsse oder Gebührennachlass bei der Abwassersatzung, da das Gründach Niederschläge speichert. Bauamt,Garten- oder Grünflächenamt sind die richtigen Ansprechpartner für Förderwünsche. (bis) ■ Herstellerkontakte ab Seite 97.


OD_Esh114_Dach_Musterseite FH 10.03.14 10:41 Seite 33

Lesetipp Die Broschüre „Das 1 x 1 der Dachbegrünung“ (Schutzgebühr 5 Euro) vom Deutschen Dachgärtner Verband ist zu beziehen über den Deutschen Dachgärtner Verband e.V. (DDV), Geschäftsstelle, Postfach 2025, 72610 Nürtingen, Tel. 07022 301378, Fax 07022 301379, oder das Bestellformular auf der Homepage www.dachgaertnerverband.de.

Wellenform: Das Augsburger Passivhaus weist dank extensiver Dachbegrünung einen niedrigen Energieverbrauch auf sowie einen besonders guten winterlichen Kälte- sowie sommerlichen Wärmeschutz. KS Original

Feuchtigkeitsausgleich: Die Dachbegrünung entlastet die Kanalisation vor allem bei Starkregen, da sie je nach Aufbau 40 bis 99 Prozent des jährlichen Niederschlags speichert und später wieder abgibt. Optigrün

Die drei Arten der Dachbegrünung Extensivbegrünung

Einfache Intensivbegrünung

Ökologischer Schutzbelag: Naturnahe Pflanzen, also Moos, Gräser und Kräuter, Aufbaudicke sechs bis 20 cm, Gewicht 60 bis 150 kg/m2, geringe Kosten, Pflegeaufwand: niedrig, ein bis zwei Pflegegänge pro Jahr, Bewässerung nur in der Anwachsphase.

Gestaltete Begrünung: Bepflanzung aus Gräsern, Kräutern, Gehölzen, Aufbaudicke 12 bis 25 cm, Gewicht 150 bis 200 kg/m2, mittlere Kosten, Pflegeaufwand: moderat , drei bis vier Pflegegänge pro Jahr je nach Vegetation, periodische Bewässerung je nach Jahreszeit.

Intensivbegrünung

Gepflegte Gartenanlage: Rasen oder Stauden bis Sträucher und Bäume, Aufbaudicke 15 bis 40 cm und höher, Gewicht von 150 bis 500 kg/m2, hohe Kosten, hoher Pflegeaufwand: Bewässerung, Rückschnitt, Düngung wie beim Garten am Boden, regelmäßige Bewässerung. Quelle: Deutscher Dachgärtner Verband

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XC_Esh114_PrLux_Musterseite FH 10.03.14 10:54 Seite 34

Häuser

Energieeffizient bauen

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Energie-Plus-Haus-Schick in Stuttgart Der Fertighaushersteller Luxhaus eröffnete im Sommer 2013 sein neues Musterhaus „open“ in der Fertighaus-Ausstellung Eigenheim & Garten in Fellbach nahe Stuttgart. Damit erweitert der Hersteller sein Angebot. Es wird wieder das offene Wohnen propagiert, wie es bereits im Kölner Musterhaus „frame“ der Fall war, nun jedoch auf einer Ebene. Trotzdem wirkt das Haus mit gut 160 Quadratmetern Wohnfläche innenarchitektonisch spannungsvoll. Nicht zuletzt durch die beiden Gebäudeteile, die durch einen nach oben hin verglasten Flur verbunden sind. Das Besondere dieser auf den ersten Blick herkömmlichen Verglasung sind die eingearbeiteten Photovoltaik-Zellen. Damit zeigt der Hersteller aus Georgensgmünd, dass sich elegante Architektur und moderne Technik durchaus gelungen verbinden lassen. Vielmehr noch: Das als Plus-Energie-Gebäude konzipierte Haus, erzeugt weit mehr Energie, als die Bewohner ver-

brauchen können. Der Stromüberschuss lässt sich gegen eine Vergütung in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Zur Straßenseite öffnet sich der Bungalow mit großzügigen Glasflächen und lädt in den offenen Wohnbereich mit exklusiver

Küche ein. Im hinteren Gebäudeteil liegt das aufwändig eingerichtete Schlafzimmer mit Ankleide sowie ein hochwertiges Wellnessbad mit Sauna. Handverlesene Designerstücke und Kunstobjekte runden das Musterhaus-Erlebnis ab. ■

Luxhaus Vertrieb GmbH & Co. KG, Pleinfelder Straße 64, 91166 Georgensgmünd, Tel. 09172 692-0, Fax 09172 692-226, www.luxhaus.de

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Grundrisse und technische Daten ab Seite 95.


ET1_Esh114_Tipps.qxp_Musterseite FH 10.03.14 10:27 Seite 35

Tipps

Energie & Technik

Nicht zu hell fernsehen: Je heller die Hintergrundbeleuchtung eines Fernsehgeräts eingestellt ist, desto mehr Strom verbraucht es. Darum lohnt es sich, die Einstellung zu uberprüfen und die Helligkeit an den Bedarf manuell anzupassen.

Grafik: Dena

Ausschalten und sparen: Gerade ältere Fernsehgeräte, DVD- und Bluray-Player oder Hi-Fi-Anlagen können im Stand-by-Betrieb einen hohen Stromverbrauch haben. Es lohnt sich daher, diese Geräte nach dem Ausschalten komplett vom Stromnetz zu trennen.

Weniger ist mehr! Das Wohnzimmer wandelt sich zum Heimkino: Große Fernseher und leistungsstarke Soundanlagen sorgen für ein tolles Filmerlebnis, aber auch für hohe Stromkosten. Doch großes Kino muss nicht teuer sein.

Für jeden Zweck die passende Lampe: Glühlampe war gestern. Moderne Lampen sind um ein Vielfaches effizienter und schonen somit Ihre Stromrechnung.

LED (Light Emitting Diode)

Energiesparlampe (ESL)

Effiziente Halogenlampe

Effizient, dauerhaft, robust: LEDs sind als Glühlampenersatz bis 60 Watt geeignet. Brenndauer: zirka 15.000 Stunden.

Universell einsetzbar: Energiesparlampen gibt es in vielen Lichtfarben und Formen. Brenndauer: zirka 6.000 bis 15.000 Stunden.

Die effizientere Glühlampe: Halogenlampen haben ein warmes Licht und eine gute Farbwiedergabe. Brenndauer: zirka 2.000 Stunden.

Lesetipp Die Broschüre „Strom sparen im Haushalt – Anleitung für Verbraucher“ führt die Leser von Raum zu Raum und zeigt, wo man in der eigenen Wohnung mit einfachen Maßnahmen die Stromkosten deutlich und ohne großen Aufwand senken kann. Sie ist downloadbar über den Webshop der Initiative EnergieEffizienz unter www.stromeffizienz.de > ueber-uns > veroeffentlichungen > publikationen. Dena

Herstellerkontakte ab Seite 97.

Strom sparen im Haushalt – Anleitung für Verbraucher.

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HA_HB_HC_Esh114_Haeuser_Musterseite FH 10.03.14 10:38 Seite 36

Energieeffizient bauen

Fotos: Weberhaus

Häuser

1x1 des energieeffizienten Bauens Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte und dabei sein Augenmerk auf das Thema Energieeffizienz legt, sieht sich mit vielen Begrifflichkeiten konfrontiert. Markus Gegg, zertifizierter Energieberater, gibt einen Einblick in das kleine Einmaleins des nachhaltigen Bauens, wir zeigen gebaute Beispiele. Der studierte Bauingenieur ist als freier, zertifizierter Energieberater für das Hausbauunternehmen WeberHaus tätig. 2012 machte sich Gegg mit einem Ingenieurbüro für Energieund Tragwerksplanung selbstständig. Als Fachingenieur für Energieeffizienz berät er kleine und mittlere Unternehmen. Herr Gegg, mit welchen Fragen konfrontieren Bauherren Sie am häufigsten? Markus Gegg: Viele künftige Hausbesitzer äußern den Wunsch nach einer Heiz- und Haustechnik, die nachhaltig ist und eine Alternative zu den fossilen Brennstoffen darstellt – selbstverständlich ohne Komfortverlust. Damit einher gehen dann Fragen nach den Betriebskosten und Möglichkeiten der staatlichen, finanziellen Förderung. Das Schlagwort „Energieeffizienz“ ist beim Thema Hausbau nicht mehr wegzudenken. Was versteht man eigentlich darunter? Markus Gegg: Energieeffizienz bedeutet, so wenig Energie wie möglich einzusetzen, um einen definierten Nutzen zu erreichen. Im

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Bausektor heißt das konkret: Häuser energiesparend und ressourcenschonend zu planen, zu bauen sowie zu unterhalten und gleichzeitig den Wohnkomfort zu steigern. Welche Bauweise ist denn besonders energieeffizient? Markus Gegg: Die Fertighausindustrie ist seit jeher Pionier, was das energiesparende und nachhaltige Bauen angeht. Die Holzkonstruktionen der Außenwände erlauben eine schlanke und gleichzeitig sehr effektive Wärmedämmung. Auf welche Kennzahlen müssen künftige Bauherren achten, um den Energiestandard eines Hauses einzuschätzen? Markus Gegg: Eine entscheidende Größe ist der (Jahres-)Heizwärmebedarf. Er resultiert aus den Wärmeverlusten über Gebäudehülle und Lüftung und wird durch interne und solare Gewinne reduziert. Solare Energiegewinne erzielt man passiv durch Sonneneinstrahlung über Fensterflächen. Interne Gewinne entstehen durch elektrische Geräte und die Bewohner. Ebenfalls relevant ist der Endenergiebedarf eines Gebäudes. Er sagt aus, wie viel Energie für die gesamte Haustechnik benötigt wird. Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Dazu gehört der Energiebedarf für Heizwärme und Warmwasser sowie für den Strom zum Steuern und Regeln der Pumpen, der mechanischen Lüftung und der Heizung. Zählt man zum Endenergiebedarf noch den Energiebedarf dazu, der für die vorgelagerten Prozessketten, also die Beschaffung und Erzeugung von Brennstoffen nötig ist, erhält man den Primärenergiebedarf. Der Transmissionswärmeverlust sagt aus, wie hoch die Wärmeverluste eines Gebäudes durch Bauteile wie Wand, Boden oder Fenster sind. Ebenfalls eine wichtige Rolle beim Hausbau spielt der Wärmedurchgangskoeffizient, der sogenannte U-Wert. Er ist ein Maß für die Minimierung von Wärmeverlusten von Bauteilen. Das heißt, je kleiner dieser Wert ist, umso geringer ist der Wärmeverlust. Niedrig-Energiehaus, 3-Liter-Haus, Nullenergiehaus, PlusEnergiehaus, energieautarkes Haus und Passivhaus – mit diesen Begrifflichkeiten sehen sich Bauherren konfrontiert. Was verbirgt sich hinter diesen Baustandards? Markus Gegg: Für all die oben genannten Gebäudetypen, mit Ausnahme des Passivhauses, gibt es leider keine eindeutige, rechtliche Definition. Denn entscheidend für die Beurteilung der energetischen Qualität eines Gebäudes ist die Bezugsgröße, für die es keine festgeschriebenen Werte gibt. Der Begriff Niedrig-Energiehaus stammt noch aus einer Zeit, in der diese Bauweise vom Heizwärmebedarf her deutlich unter dem Durchschnitt (gemäß Wärmeschutzverordnung) lag. Mit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht jedes neue Wohngebäude einem Niedrigenergiehaus. Als Richtwert gilt hier ein Heizwärmebedarf von weniger als 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr kWh/(m²a). Als 3-Liter-Haus wird üblicherweise ein Haus bezeichnet, das einen jährlichen Primärenergiebedarf von weniger als 30 Kilowattstunden je Quadratmeter Nutzfläche für die Beheizung des Hauses aufweist. Dies entspricht in etwa dem Energiegehalt von drei Litern Heizöl, das 3-Liter-Haus benötigt also drei Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Beim Null-Energiehaus und beim Plus-Energiehaus geht es um eine rein rechnerische Bilanz. Während das Nullenergiehaus soviel Energie erzeugt wie es verbraucht, geht das Plusenergiehaus einen Schritt weiter: Diese Häuser erzeugen über das Jahr hinweg mehr Energie, als für den Betrieb von Heizung, Warmwasser und den durchschnittlichen Haushaltsstrom benötigt wird. Ein energieautarkes Haus benötigt keine Energie von außen für Heizung und Warmwasser. Es verfügt neben einer sehr guten Gebäudedämmung und einer effizienten Anlagetechnik über diverse Energiespeicher, die in Zeiten des Energieüberflusses aufgefüllt und im Winter wieder geleert werden. Beim Passivhaus handelt es sich um einen anerkannten, festgelegten Energiestandard. Sowohl im Sommer als auch im Winter kommt es ohne separates Heizsystem aus. Es bietet hohen Wohnkomfort bei einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr und einem Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom von unter 120 kWh/(m²a). Sein technisches Herzstück ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Gibt es noch andere Beschreibungen für einen Baustandard, die verbindlich und dadurch greifbarer sind? Markus Gegg: Konkrete Begrifflichkeiten hat die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) im Rahmen des Förderprogramms „Energieeffizient Bauen“ definiert. Ein KfW-Effizienzhaus 70 benötigt 30 Prozent weniger Primärenergie im Jahr als ein vergleichbarer Neubau, der gemäß dem gesetzlichen EnEV-Standard (KfW-100) errichtet wurde. Ein KfW-Effizienzhaus 55 unterschreitet den Referenzwert um 45 Prozent und ein KfW-Effizienzhaus 40 benötigt nur 40 Prozent des maximalen Jahresprimärenergiebedarfs eines KfW-100-Hauses. Je nach Standard sind entsprechende Stufen für die staatliche Förderung definiert. Haben Bauinteressierte noch andere Möglichkeiten, sich in diesem Fachbegriffdschungel zu orientieren? Markus Gegg: Das Effizienzhaus-Siegel der Deutschen EnergieAgentur (dena-Gütesiegel) zeichnet besonders energieeffiziente Wohnhäuser aus und macht sie auf den ersten Blick erkennbar. Auch das Schweizer Qualitäts-Label „Minergie“ oder der österreichische Gebäudestandard „klima:aktiv“ stehen für einen geringen Energiebedarf und die Nutzung erneuerbarer Energien bei Gebäuden.

100%

Effizienzhaus 100 entspricht Standard Neubau

85%

Effizienzhaus 85

Vielen Dank für das Gespräch!

70%

Geld vom Staat Wer neu baut und sich für ein Effizienzhaus 55 oder sogar 40 entscheidet, erhält einen Tilgungszuschuss von fünf beziehungsweise zehn Prozent und ein Darlehen mit einem effektiven Zinssatz von nur einem Prozent. Selbstverständlich wird auch die Beratung durch einen Energieberater gefördert. Für die sogenannte „Energieberatung vor Ort“ können Sie bis zu 400 Euro erhalten. Die BAFA fördert den Einsatz von regenerativen Energien in Wohngebäuden. Somit erhalten Sie finanzielle Unterstützung, wenn Sie sich beispielsweise eine Solaranlage, ein Wärmepumpe, eine Biomasse-Heizung, ein Brennwertgerät oder ein Gerät mit Kraft-Wärme-Koppelung zulegen. Nur für von der BAFA zugelassene Geräte erhalten Sie einen Zuschuss. Die Liste finden Sie auf www.bafa.de unter Publikationen.

Effizienzhaus 70

Förder-Webtipps

Effizienzhaus 55

Auch Kommunen bieten Fördermittel, um Bauherren zum energetischen Bauen zu motivieren. Regionale Programme finden Sie im Internet

55%

Der Förderkompass Energie des BINE Informationsdienstes www.bine.info > publikationen > bestellen > foerderinformationen Regionale Förderprogramme unter: www.energiefoerderung.info

www.foerderdata.de

40% Effizienzhaus 40

Grafik rechts: Die Effizienzhaus-Standards im Neubau. Je besser der Standard, desto geringer die Energiekosten. Quelle: Dena (Deutsche Energie-Agentur)

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Energieverbrauch

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Häuser

Energieeffizient bauen

Technische Daten

Technik und Grundriss für die Zukunft: Das Plus-Energie-Einfamilienhaus steht in Meßstetten im Zollern-Alb-Kreis und ist das neue Zuhause von Andreas und Jasmin Huber mit Tochter Melissa. Mit Blick in die Zukunft wurde der Erdgeschossgrundriss barrierefrei gestaltet. SchwörerHaus

Hausbezeichnung: Huber E 15-171.1 | Energiestandard: Plus-Energie-Haus | Wohnfläche: 170,74 m² | Bauweise: Holzständerbauweise, 39 cm Wandstärke, Dämmung 300 mm mineralische Dämmung, plus 40 mm Wärmedämmverbundsystem mit organischem Putz bzw. Steinfassade, dreifach wärmeschutzverglaste Fenster, Ug-Wert 0,5 W/(m²K) | Heiztechnik: kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Luft-/Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung, Synergietechnik (diffusionsoffene Luftdichtheitsebene) | Weitere technische Ausstattung: Photovoltaik-Anlage, 65 Module mit 15,93 kWp | Preis: schlüsselfertige Grundversion ab 381.472 Euro ab Oberkante Bodenplatte (ohne Garage und Photovoltaik-Anlage) | Hersteller: SchwörerHaus

Solide Optik, Moderne Technik: Für den Entwurf „Eichendorfer Weg“entschieden sich die Bauherren, nachdem sie das Musterhaus in der FertighausWelt Wuppertal besichtigt hatten. Heute freuen sie sich über 50 Euro Heizkosten pro Monat, die sie der guten Dämmung mit Verblendsteinfassade und der Brennwerttechnik zu verdanken haben. Die dreifach wärmeschutzverglasten Fenster sorgen dafür, dass zwar viel Tageslicht herein kommt, aber kaum Wärme über das Glas verloren geht. Gussek Haus

Technische Daten Hausbezeichnung: Eichehoferweg 213 | Energiestandard: Effizienzhaus 70 | Bauweise: Holzfertigbau | Wohnfläche gesamt: 213 m² Heiztechnik: Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, Gas-Brennwerttherme, Solarthermie-Anlage | Jahresprimärenergiebedarf: 49,5 kWh/(m²a) | Preis: schlüsselfertige Grundversion ab 365.400 Euro ab Oberkante Bodenplatte | Hersteller: Gussek Haus

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Alle Preise sind Zirka-Preise inklusive Mehrwertsteuer. Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Technische Daten Hausbezeichnung: Maxime 315 | Energiestandard: Aktiv-Haus im Plus-Energie-Standard auf Basis KfW-Effizienzhaus 40 | Wohnfläche: 136,37 m² | Bauweise: massiv aus Porenbeton, U-Wert der Außenwand 0,23 W/(m²K) | Jahresprimärenergiebedarf: 25,2 kWh/(m²a) | Endenergiebedarf: 9,7 kWh/(m²a) | Jahresheizwärmebedarf: 37,5 kWh/(m²a) | Heiztechnik: Kombination aus Abluft- und Außenluft-Wärmepumpe mit vergrößertem Brauchwasserspeicher | Weitere technische Ausstattung: Photovoltaik-Anlage, Hausbatterie und Batteriemanagement | Preis: Grundversion Aktiv-Haus ab 226.940 Euro inkl. Bodenplatte | Hersteller: Viebrockhaus

Nachgefragt bei Baufamilie Pawluczuk Herr Pawluczuk, Sie wohnen mit ihren beiden Kindern und Ihrer Frau seit fünf Jahren in Harsefeld – zunächst in einem Mehrfamilienhaus, seit einiger Zeit im eigenen Haus. Für welches Energiekonzept haben Sie sich entschieden? Unser Heizsystem basiert auf einer Abluftwärmepumpe mit Außenluftmodel. Zur Stromerzeugung wurde eine 4,592 kWp Photovoltaik-Anlage installiert, zur Stromspeicherung eine Hausbatterie mit 7,2 kWh Speicherkapazität.

Mit der richtigen Bauform punkten. Kompakte Bauweise sorgt dauerhaft für niedrige Energiekosten.

Fenster Groß nach Süden, klein nach Norden – die Sonne nutzen und Energie sparen. Außenfläche Ein Würfel schafft viel Wohnfläche bei einer geringen Fassadenfläche.

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Klare Strukturen Bei der Fassadengestaltung möglichst auf Vor- und Rücksprünge verzichten. Diese erhöhen die Energieverluste.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Ihrem Aktiv Energieplus-Haus gemacht? Es gibt ein gutes Gefühl! Wir sind damit jetzt schon unabhängiger von den Stromversorgern und freuen uns über einen hohen Eigenverbrauch. Diese Kapazität ist nach oben hin noch ausbaufähig. Der PowerRouter-Wechselrichter mit integriertem Batteriemanager sorgt für die ständige Eigenverbrauchsoptimierung. Dank einer speziellen Software kann ich jederzeit und an jedem Ort sehen, wie viel Strom gerade produziert, verbraucht, in der Batterie gespeichert oder ins öffentliche Netz eingespeist wird. Es macht richtig Spaß, das auf dem Bildschirm zu verfolgen.

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Häuser

Energieeffizient bauen

Technische Daten

Neubau statt Sanierung: Anna und Andreas Porscha wollten zunächst ein Bestandsgebäude sanieren. Sie zogen aus Kostengründen ein Doppelhaus in Erwägung und sind heute sehr stolz auf die eigenen vier Wände, die sich durch moderne Technik kostengünstig unterhalten lassen. Heinz von Heiden

Hausbezeichnung: Haustyp „B.I.G. 160“ (Basis: Systemarchitektur-Haustyp „Alto SD“) | Energiestandard: Effizienzhaus 70 | Wohnfläche: 142,15 m² | Bauweise: Massiv mit Hochlochziegeln, Wohnraumputz, Dämmplatte, Edelstrukturputz, U-Wert der Außenwand 0,19 W/(m²K), dreifach wärmeschutzverglaste Fenster | Heizung/Haustechnik: Fußbodenheizung im EG und im DG Heizkörper (VL40), Solarkollektoren, kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | Preis: vorgestelltes Haus 190.000 Euro inklusive Bodenplatte (Fliesenverlegung und Trockenbau in Eigenleistung) | Hersteller: Heinz von Heiden

Technische Daten Hausbezeichnung: ecoSolar-Haus, Haustyp Madrid, als Musterhaus in Ottendorf-Okrilla | Energiestandard: Effizienzhaus 70 | Wohnfläche: 163,74 m² | Bauweise: massiv mit Hochlochziegeln, U-Wert der Außenwand 0,19 kWh/(m²a) | Heiztechnik: Solarthermie-Anlage (ab 15 m² Kollektorfläche), Gasbrennwerttherme | Jahresprimärenergiebedarf: 58 kWh/(m²a) | Hersteller: Helma Eigenheimbau

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Sonnenwürfel: Der Massivhaus-Hersteller Helma hat sich mit seinen Entwürfen, wie dem „energieautarken Haus“, „Sonnenhäusern“ in Freiburg, seinem jüngsten Projekt eines Plus-Energie-Hauses und auch dem sogenannten „ecoSolar-Haus“ zum Ziel gesetzt, die Kraft der Sonne in jeder Hinsicht in die Energiegewinnung beim Einfamilienhaus einzubeziehen. Helma Eigenheimbau

Alle Preise sind Zirka-Preise inklusive Mehrwertsteuer. Herstellerkontakte ab Seite 97.


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interaktiv Die Videos

Wärme aus der Ferne: In Deutschland beziehen etwa 13 Prozent der Haushalte ihre Heizenergie aus Fernwärme-Anlagen, wie dieses Einfamilienhaus in Deizisau in Baden-Württemberg. Damit spart man sich Zuhause den Platz für Gerätschaften und die Bevorratung von Brennstoffen. KitzlingerHaus

Hier finden Sie alle aktuellen Bauherrenvideos. Zudem begleiten wir unser Umbauprojekt mit einem Videotagebuch.

www.hurra-wir-bauen.de/video Der Blog Analog zu den Videos finden Sie auf unserem Blog regelmäßig neue Einträge zum Baufortschritt unseres Umbauprojekts. Über die Kommentar-Funktion können Sie direkt die Redaktion zu den einzelnen Schritten befragen. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

www.hurra-wir-renovieren.de

venimo/Fotolia.com

Technische Daten Hausbezeichnung: Kundenhaus Montag | Energiestandard: Effizienzhaus 55 | Wohnfläche: 181 m² | Bauweise: Fertigbau in Holzrahmenbauweise, Putzfassade , Wandstärke 33,4 cm, U-Wert der Außenwand 0,156 W/(m²K) | Dach: 23 Grad geneigtes Satteldach Jahresprimärenergiebedarf: zulässig 73,2 kWh/(m²a), gemessen 20,5 kWh/(m²a) | Heiztechnik: Fernwärme | Preis: auf Anfrage | Extras: Einliegerwohnung, Terrasse auf Garagendach, hochwertige Sanitärkeramik, Photovoltaik-Anlage, Kubus-Anbau mit Dachbegrünung | Lieferradius: Deutschland Postleitzahlgebiete 7 (und angrenzende Regionen) | Hersteller: KitzlingerHaus


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Häuser

Energieeffizient bauen

Technische Daten Hausbezeichnung: Energiewerthaus | Energiestandard: Effizienzhaus 55 | Wohnfläche: 208 m² Bauweise: massiv mit Porenbetonsteinen | Heiztechnik: Luft-/Wasser-Wärmepumpe vom Typ „geoTherm“ | Jahresprimärenergiebedarf: 40,8 kWh/(m²a) | Baukosten ohne Außenanlagen: 380.000 Euro | Hersteller: Ytong, Vaillant

Energiewert mit Mehrwert: Alexandra und Robert Beckstett haben sich ein sogenanntes „Energiewerthaus“ gewünscht, das sich durch genau aufeinander abgestimmte Komponenten der beiden Projektpartner Ytong und Vaillant auszeichnet. Alle Häuser werden grundsätzlich im Effizienzhaus 55-Standard errichtet und von der Dekra geprüft. Ytong, Vaillant

Technische Daten Hausbezeichnung: La Casa La Rocca, Musterhaus Heßdorf | Energiestandard: Plusenergie-Haus auf Basis Effizienzhaus 40 | Wohnfläche: 202,54 m² | Bauweise: Holzrahmenbau | Heiztechnik: Wärmepumpe, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | Jahresprimärenergiebedarf: 16,03 kWh/(m²a) | Weitere technische Ausstattung: PhotovoltaikAnlage, Batteriespeicher | Preis: Ausbauhaus (ohne) technische Ausstattung ab 186.700 ab Oberkante Bodenplatte | Hersteller: Fischerhaus

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Mustergültig: In der Hausaustellung in Heßdorf bei Nürnberg steht neben 17 anderen Häusern das Musterhaus „La Casa La Rocca“zur Besichtigung. Es besitzt ein sogenanntes EnergiemanagementSystem, dass alle energetischen Komponenten miteinander verknüpft und abstimmt. Es ist das erste Plus-Energie-Haus dieser Ausstellung. FischerHaus

Alle Preise sind Zirka-Preise inklusive Mehrwertsteuer. Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Häuser

Ökologisch bauen

Gesunde Umwelt Wer schon einmal einen Blick auf eine Baustelle riskiert hat, sieht sofort, wie komplex ein Haus ist. Viele tausend Einzelteile wachsen zu einem Eigenheim zusammen. Langlebig, umweltverträglich und wohngesund sollten Gebäude sein – jedes auf seine Weise, um Bewohnern und Umwelt gleichermaßen gerecht zu werden.

Natur pur in den Niederlanden: Zwar besitzen die „Nur-Holz-Häuser“ kein Kennzeichnung, jedoch stammt das Holz für die massiven Gebäude nur aus dem Schwarzwald. Lediglich unbehandeltes Holz ohne Holzrahmen und ohne OSB-Platten kommt zum Einsatz. Sogar auf Metall und Leim wird gänzlich verzichtet. Bei diesem Musterhaus der Firma Bouwpuur in den Niederlanden sind die Außenwände 185 mm dick und wurden mit 14 mm starken Holzweichfaserplatten von Pavatex gedämmt. Zudem gehört dieses Gebäude zu den ersten, die mit sogenanntem „Accoya“-Holz errichtet wurden. Bei „Accoya“Holz werden niederwertige Hölzer zum Beispiel für Außenanwendungen präpariert, in dem man sie unter Druck und Wärme mit Essigsäureanhydrid zur Reaktion bringt (Acetylierung). Damit absorbiert das Holz kaum noch Wasser, so dass es sich für Fenster, Fassaden, Terrassendecks, Gartenmöbel und Spielgeräte besonders eignet. Damit ist es eine echte Alternative zu Tropenholz. Im Inneren des Gebäudes befinden sich Holzständerwände, die teilweise mit Lehm verputzt wurden. Und damit nicht genug: Das Regenwasser vom Dach wird im Schwimmteich biologisch gereinigt und speist Waschmaschine und Toiletten. Beheizt wird das Haus durch Erdwärme. Rombach Bauholz + Abbund

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Herstellerkontakte ab Seite 97.


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2 1 Mit Gefühl: Der Hersteller arbeitet seit Jahren mit einem eignen Baubiologen, der mit viel Engagement zur Schadstoffbelastung, Handystrahlung und Elektrosmog forscht. Zudem tragen die Baufritz- „Gesundheitshäuser“ Biosiegel „natureplus“, „IBN“ sowie „Sentinel“ und bei allergikergerechter Ausstattung auch das „Allökh“-Allergie-Siegel. Baufritz | 2 Hält, was es verspricht: von oben bis unten nachhaltig. Alle 35 Bewertungskriterien der DGNB (Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) erfüllte Bien-Zenker mit seinem Musterhaus „Concept M“. Das Haus steht in der Hausaustellung Poing bei München zur Besichtigung. Bien-Zenker | 3 In neuem Kleid: Der Hersteller Rensch-Haus bietet seit Anfang 2014 einen neuen Wandaufbau an und beschreitet damit komplett neue Wege hin zum ökologischen Bauen.

Annähernd alle Materialien lassen sich recyceln beziehungsweise natürlich abbauen. Der Dämmstoff besteht aus Zellulose, der nicht nur sehr günstig, sondern auch gesundheitlich unbedenklich ist. Rensch-Haus | 4 Stück für Stück: Der erfahrene Blockhaushersteller wurde mit dem RALGütezeichen für Herstellung und Montage ausgezeichnet. Bauherren können beim Hausbau sogar selbst mitanpacken und sehen dabei mit eigenen Augen, was drin steckt. Fullwood Wohnblockhaus | 5 Aus eigener Produktion: Das speziell gedämmte Wand-System „ÖvoNatur“ ist mit ökologischer Holz- und Mineralfaserdämmung versehen. Der Hersteller kann mit dem „Blauen Umweltengel“, dem „natureplus“-Zeichen, dem „Toxproof“ des TÜV Rheinland Pfalz und dem RAL-Gütesiegel aufwarten. Weberhaus

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Häuser

Ökologisch bauen

1 Am Zahn der Zeit: Auch Haacke Haus leistet sich eine eigene Baubiologin, die mit den Bauherren wichtige Aspekte wie beispielsweise Allergien bespricht. So können konkret Vorschläge für die Auswahl der gesundheitlich besten Materialien beim Hausbau erarbeitet werden. Der Hersteller wird bereits wohnmedizinisch von der Gesellschaft für Hygiene und Umweltmedizin in Berlin empfohlen. Haacke Haus | 2 Tradition im Entwurf: Der im oberbayerischen Holzkirchen ansässige Holzbaubetrieb wurde mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnet und bietet auf seiner Website Einblick in den Wandaufbau. Die OSB-Platten, die unter anderem zum Einsatz kommen, wurden vom eco-Institut geprüft. Isartaler Holzhaus | 3 Oberbayerisches Schmankerl: Der Hersteller nennt seine Häuser wohlklingend „Vital-Häuser“. Dabei wird auf ökologische Materialien wie Holzfaserdämmung, Naturgipsplatten und den Verzicht auf Spanplatten hingewiesen. Zudem punktet der Hersteller mit ansprechender Architektur, wie hier beim Haus „Bruckberg“. Regnauer 4 Wieder und wieder: Zu 100 Prozent lassen sich die Doppel-Fertigwandmodule aus Holzbetonsteinen recyclen. Sie sind mit dem „natureplus“-Zeichen versehen. Isospan

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onstruktion, Dämmung, Farbe, Bodenbeläge, Rohrleitungen – die Aufzählung könnte unendlich so weitergehen. Ein Haus besteht aus so vielen Materialien, dass man leicht den Überblick verliert. Schön, haltbar und bezahlbar sollten sie sein. Doch wer überprüft, ob die Puzzleteile eines Gebäudes für Bewohner und Umwelt überhaupt verträglich sind?

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Erst seit einigen Jahren ist klar, dass viele Menschen auf Baustoffe allergisch reagieren. Das Krankheitsbild wird unter dem Begriff „Sick Building Syndrome“ zusammengefasst. Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen, Schlaflosigkeit bis hin zur Übelkeit sind übliche Symptome. Doch woher kommen die Reaktionen? Zumeist sind Weichmacher, Lösungsmittel (Phtalate), Formaldehyd oder Terpentene (auch in geringen Mengen in unbehandeltem Holz enthalten) die Auslöser. Diese Inhaltsstoffe verleihen Bauteilen eine schöne Farbe oder eine gute Elastizität. Insbesondere Holzschutzmittel können es in sich haben. Diese schützen Baustoffe vor Witterungseinflüssen und vor Schädlingen oder Schimmel. Ein großer Dachüberstand und ein ausreichend hoher Sockelbereich schützen Holzfassaden bereits gut gegen Niederschlag – eine Möglichkeit

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chemische Holzschutzmittel zu umgehen. Gerade große Bauteile, wie die Dämmung oder Konstruktionselemente, die nicht auf den ersten Blick zu sehen sind, sondern hinter Putzflächen oder unter Bodenbelägen verschwinden, dünsten oft jahrelang Schadstoffe aus und geben diese an die Raumluft ab. Das beste Beispiel ist Asbest. Dieses extrem schädliche Dämmmaterial wurde vorwiegend in den 1970er-Jahren in vielen Gebäuden verbaut und muss heute mühsam unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen entsorgt werden. Natürlich ist das ein Extrembeispiel. Wer allerdings in dieser Richtung auf Nummer sicher gehen will, kann sich an einen Baubiologen wenden oder an eine Institution wie das Sentinel Haus Institut. Dort werden Fachleute zum Thema wohngesunde Baustoffe fortgebildet und Bauherren erhalten Kontakte zu zertifizierten Experten. Seit einigen Wochen kann man sich im sogenannten Baustoffverzeichnis kostenlos anmelden und erhält Infos zu schadstofffreien Bauprodukten und deren Herstellern (mehr ab Seite 18 im Interview mit Peter Bachmann vom Sentinel Haus Institut).

Ohne Strom Auch wenn nach wie vor strittig ist, ob und wie sich elektromagnetische Strahlung auf den menschlichen Organismus auswirkt, setHerstellerkontakte ab Seite 97.


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1 2 1 En bloc: Der Familienbetrieb Stommelhaus verwendet für seine Blockhäuser lediglich Holzfaserdämmung. Die RAL-Gütegemeinschaft zertifizierte die Herstellung und die Montage. Sogar ein „natureplus“-Zeichen kann der Betrieb vorweisen. Stommel Haus | 2 Schwarz ist Trumpf: Die Kiefern-Vollholzbohlen für die Außenwände mit 28 Zentimetern Durchmesser stammen aus den Polarregionen Finnlands. Auch die dunkle Farbe der Außenwände ist auf die Bautradition aus Skandinavien zurückzuführen. Der Anstrich besteht aus Kiefernteeröl – ein altes, traditionelles Holzschutzmittel aus dieser Region. LéonWood

zen einige Hersteller der Baubranche gezielt auf die Abschirmung dieser Strahlung. Gerade Schlafräume sollten frei von derartigen Einflüssen bleiben, denn Elektrosmog gehört zu den größten Unruhestiftern, wenn es um einen gesunden Schlaf geht. Eine sogenannte Netzfreischaltung zur Abkopplung der elektrischen Leitungen kann ratsam sein, wenn jemand einen besonders sensiblen Schlaf hat. Auch die Entmagnetisierung von Metallen oder LED-Leuchtmittel ohne Flimmeranteil erhöhen die Wohngesundheit eines Hauses. Achten Sie zudem darauf, dass Halogenlampen, Radiowecker und Telefon mindestens einen Meter Abstand zur Schlafstatt halten. Auch Mehrfachstecker und Stromkabel haben um das Bett herum nichts verloren.

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Ganzheitliches Konzept

Zum ökologischen Bauen gehören jedoch nicht nur wohngesunde Baustoffe. Herkunft, Bewirtschaftung, Produktionsprozesse und Entsorgung spielen ebenso eine wichtige Rolle. Von woher kommen die Rohstoffe? Wurden diese nämlich einmal um die halbe Welt transportiert und dazu noch in einer Krisenregion unter fragwürdigen Arbeits-

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Häuser

Ökologisch bauen

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1 Natur pur: Wer sich für ein Naturstammhaus entscheidet, weiß, dass er nur Holz und ein bisschen Schafwolle zur Fugenabdichtung um sich hat. Wenn das Haus auf einem Sockel 40 Zentimeter über dem Erdreich und mit einem ausreichenden Dachüberstand versehen wurde, ist kein chemischer Holzschutz mehr notwendig. EB Massivhaus | 2 Im Detail: Der Hersteller baut mit vom eco-Institut geprüften „Fermacell“-Platten. Die Dämmung besteht aus Naturfasern und die ausschließlich aus heimischen Wäldern stammenden Nadelhölzer werden nicht mit Holzschutzmitteln behandelt. Zudem werden bei der Planung eines Hauses die Schlafräume grundsätzlich frei von Belastung durch Elektronik gehalten. Skan-Hus | 3 Selbst ist der Hersteller: Der Holzhaushersteller Sonnleitner baut jedes Haus für die Bauherren individuell und verwendet dabei einen patentierten Wandaufbau, der im eigenen Unternehmen entwickelt wurde. Der Hersteller setzt dabei ganz auf ökologische Baustoffe. „Twinligna“ besteht aus gefrästen Massivholzbohlen und „Monoligna“ besitzt eine Putzfassade. Sonnleitner

Webtipps

www.sentinel-bauverzeichnis.eu

www.dgnb-navigator.de

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bedingungen abgebaut, kann das nicht im Sinne des Erfinders sein. Einen Sonderstatus hält das Baustoff-Allroundtalent Holz inne. Dieser Baustoff muss nicht erst mit viel Energieaufwand hergestellt werden, wie Beton oder Ziegel – er wächst nach.

Nachhaltig – nach mir nicht die Sintflut! Im besten Fall hält ein Haus, wenn man es hegt und pflegt, mehrere Generationen lang. Doch was passiert mit den eigenen vier Wänden, wenn sie einmal ausgedient haben? Auch wenn man als Bauherr noch nicht daran denken mag, was aber durchaus eine Rolle spielt, ist der Abbau des Eigenheims. Lässt sich das Gebäude nach seiner Nutzung demontieren und recyceln und endet nicht wie der Großteil des Bauschutts auf dem Sondermüll? Das ist nicht nur umweltschädigend, sondern auch teuer. Für eine Tonne Wärmedämmverbundsystem werden beispielsweise bis zu 150 Euro fällig. Für eine ganzheitliche Bewertung zum nachhaltigen Bauen hat sich die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen mit Experten aus ganz Deutschland zusammengetan. In einem Zertifizierungsver-

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fahren müssen Ein- und Zweifamilienhäuser 35 Kriterien erfüllen, von der Planung bis zum Abriss, um als nachhaltig zu gelten. Das Fertighausunternehmen Bien-Zenker hat die Herausforderung zum Beispiel angenommen und ein Musterhaus errichtet, das bis auf die letzte Schraube auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist. Dafür wurde es von der DGNB ausgezeichnet.

Sauberer Unterhalt Neben wohngesunden und nachhaltigen Baustoffen steht für einen verantwortungsbewussten Bauherren ein Unterhalt des Hauses mit erneuerbarer Energie im Fokus. Wer wenig Heizwärme über ein gut gedämmtes Dach, Außenwände, Fenster und Türen sowie die Bodenplatte verliert, ist auf dem richtigen Weg. Ebenso lohnt es sich auf moderne Heiztechnik zu setzen (mehr ab Seite 72). Die Folge ist ein geringerer Ausstoß des vielgescholtenen Klimagases CO2. Zur technischen Ausrüstung gehört außerdem eine zentrale Wohnraumlüftung, die nicht nur dabei hilft Energie zu sparen, sondern aus den heute gesetzmäßig dichten Häusern auch schlechte


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Schadstoffquellen • Chemische Schadstoffe: Kleber, Farbe und Bodenbeläge können flüchtige organische Verbindungen, Weichmacher und andere Wohngifte an die Raumluft abgeben. • Biologische Quellen: Bei einer zu hohen Konzentration können Hefepilze, Bakterien und Hausstaubmilben das Immunsystem der Bewohner schwächen und chronische Atemwegserkrankungen, Entzündungen oder Allergien auslösen. • Physikalische Belastungen: Die elektromagnetische Strahlung von Handys, Schnurlostelefonen oder Stromleitungen oder die Belastung durch Hochspannungs- und Sendemasten in der Umgebung kann Elektrosmog im Haus verursachen.

und feuchte Luft abtransportiert. Gerade Schadstoffe, die aus Bodenbelägen, Möbeln oder Wandfarben ausdünsten, werden damit zuverlässig an die Luft gesetzt. Ebenso bäugt sie Schimmel vor.

Fazit Auch wenn der Hausbau an sich bereits komplex und aufwändig genug erscheint, lohnt es sich, auch über die Ökologie eines Gebäudes nachzudenken. Sie tun damit in den meisten Fällen nicht nur Ihrem Geldbeutel etwas Gutes, sondern Sie schützen zudem die Umwelt und Ihre Gesundheit, wenn Sie bei der Wahl des Hausherstellers oder dem Baupartner gezielt auf ökologische Ganzheitlichkeit setzen. Dabei bleibt es nicht aus, sich umfangreich zu informieren. Kennzeichen unabhängiger Prüfinstitute (siehe Seite 19) sind ein Schritt in die richtige Richtung, besser ist es, sich immer selbst ein Bild zu machen. Sprechen Sie mit Bauherren, die Erfahrung mit ökologischem Bauen haben und sehen Sie sich Referenzprojekte an. Besuchen Sie außerdem Haushersteller. Sie zeigen Ihre Fertigung in der Regel mit Freuden. (mey) ■

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Häuser

Energieeffizient bauen

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9 Schritte zum Energie-Plus-Blockhaus In der Gemeinde Teichland, nahe Cottbus, steht die größte Blockhaussiedlung Deutschlands. Hier fällt ein Haus besonders ins Auge. „Neu-Finnland“ ist eine Innovation der Firma LéonWood. Dem Unternehmen ist es bei diesem Haus gelungen, traditionelle Bauweise mit moderner Technik zu vereinen, indem ein Energie-Plus-Blockhaus geschaffen wurde. Kiefern-Vollholzbohlen mit 28 Zentimetern Durchmesser aus den Polarregionen Finnlands bilden die Außenwände. Auch die dunkle Farbe ist auf die Bautradition aus Skandinavien zurückzuführen.

Das „polarconcept“ Die skandinavische Bauweise entwickelten die Ingenieure von LéonWood

um das sogenannte „polarconcept“ weiter. Dazu gehören natürlich wärmedämmende Eigenschaften des Baustoffes Holz, moderne Technik, Doppelfenster mit integrierter Jalousie, die gegen Schall und Wärme isoliert. Außerdem steht eine dicke Dielung mit Korkdämmung für ein angenehmes Wärmeempfinden, eine dezentrale Wasserversorgung und eine einfache Luft-/Wasserwärmepumpe ebenso. Ein ausreichender Dachüberstand schützt die Fassade vor Verwitterung. Die Erwärmung des benötigten Brauchwassers erfolgt direkt an den Zapfstellen über Elektroenergie. Über die an den Außenwänden verlegten Variotherm-Heizleisten erfolgt die Aufheizung der Luft. Dabei machten sich die Experten den Coanda-Effekt zunutze,

nach welchem ein „Wärmenebel“ entsteht, der langsamer aufsteigt, als herkömmlich erwärmte Luft. Ein Ventilator sorgt für die Vermischung und Absenkung der Luft im Raum. Gesteigert wird das gute Wohnklima beim „polarconcept“ durch einen kanadischen Bullerjan-Holzofen und eine finnische Sauna mit Wärmespeicherwand. Beides wurde so konzipiert, dass ihre Nutzung über Sensoren sofort das Heizsytem unterstützt und reguliert. Das „polarconcept“ funktioniert in der Summe seiner Einzelfaktoren. Jedoch auch einzelne Komponenten erhöhen erheblich die Energieeffizienz eines Blockhauses von LéonWood. Somit richtet sich diese Bauweise an zukunftsorientierte und moderne Bauherren. ■

LéonWood Holz-Blockhaus GmbH, Zentrale Deutschland, Mauster Dorfstraße 78, 03185 Teichland/Ortsteil Maust, Tel. 035601 888-88, Fax 035601 888-89, www.leonwood.de 1a Polarkiefer

1b Biodoppelwand

2. Sauna

3. Polarfenster

4. Polardach

5. Wärmepumpe

6. Wasserversorgung

7. Polarfußboden

8. Heizung

9. Ofen

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Energieeffizient bauen

Reportage

Innovation Aktivhaus Zur großen Bandbreite an Energiestandards für Wohngebäude gesellt sich ein neuer: das Aktivhaus. Grob gesagt handelt es sich um eine Erweiterung des Passivhausstandards. Ein erstes Musterhaus gibt es bereits – „Haus Active 01“.

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lle Energiesparhäuser haben gemein, dass die Energieverluste über die Gebäudehülle mittels einer luftdichten und hervorragend gedämmten Gebäudehülle minimiert werden. Beim Passivhaus ist die Dämmung derart gut, dass die Abwärme von Geräten im Gebäude, den Bewohnern und Sonnenenergie durch Fensterflächen zum Heizen ausreicht. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erhält diese Wärme, indem die warme Abluft des Innenraumes die frische, kühle Außenluft vorwärmt. Eine konventionelle Heizung in Form von Fußbodenheizung oder gar Heizkörpern ist nicht mehr nötig. Warmwasser wird durch solarthermische Anlagen auf dem Dach oder im Das Musterhaus verbindet Boden erzeugt. Dieses neueste Energiestandards Prinzip hat sich bewährt mit extravaganter Architektur und wurde bereits vielfach gebaut. Erweitert man diesen Gebäudestandard wie bei diesem realisierten Beispiel um Flächenheizungen in den Wänden, der Decke und im Boden sowie durch ein Hausautomationssystem, das Verschattung, Lüftung und Wärmepumpe steuert, wird es zum Aktivhaus – ein bislang undefinierter Standard. Innenraumtemperaturen lassen sich schneller anpassen. Selbstverständlich ist mehr Technik dafür erforderlich. Auch wenn die Investitionen dadurch steigen, bleiben die Unterhaltskosten niedrig, da ausschließlich regenerative Energiequellen für Heizwärme und Warmwasser sorgen. (mey) ■ Alle Preise sind Zirka-Preise inklusive Mehrwertsteuer. Herstellerkontakte ab Seite 97.

Technische Daten Bezeichnung: „Haus Active 01“ | Energiestandard: entspricht Effizienzhaus 40 | Wohnfläche: EG 85 m², OG 62 m² | Außenmaße: 13,44 m x 15,01 m | Bauweise: Holzverbund, 45,7 cm Außenwand, 36 cm Zellulosedämmung, 6 cm Holzwerkstoffplatte, Putzfassade, U-Wert der Außenwand 0,099 W/(m²K) Dach: 38 Grad geneigtes Satteldach, 36 cm Zellulosedämmung, U-Wert Dach 0,1 W/(m²K); Holz-Aluminium-Fenster mit Dreifach-Verglasung, Jalousien & Raffstores, Ug-Wert 0,6 W/(m²K) | Technische Ausstattung: Luft-/WasserWärmepumpe, zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, SolarthermieAnlage, 500 Liter-Warmwasserspeicher, Fußboden-, Wand- und Deckenheizung, Indach-Photovoltaik-Anlage 21 m2 mit 6,685 kWp (Kilowatt-Peak) Leistung, Regenwassernutzung für WC-Spülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung, BUS-System | Primärenergiebedarf: 39 kWh/(m²a) | Heizwärmebedarf: 15 kWh/(m²a) | Preis: schlüsselfertige Version ab 600.000 Euro inklusive Bodenplatte Hersteller: Blackline / Green Building Group: Die exklusive Fertighaus-Marke Blackline gehört zur österreichischen Green Building Group. Nahe der slowenischen Hauptstadt Ljubljana wurde ein erstes Musterhaus errichtet. Tageslichteinfall und passive solare Gewinne

Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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RA_Esh114_RepVitra_Musterseite FH 10.03.14 10:43 Seite 52

Reportage

Energieeffizient bauen

Zwei mal zwei mal zwei Meter misst der architektonische Winzling, der auf dem Gelände von Vitra in Weil am Rhein zu besichtigen ist.

Kleines Haus ganz groß Der Stararchitekt Renzo Piano entwirft Großprojekte in der ganzen Welt, doch die Idee für sein vermutlich kleinstes Haus trug er seit seiner Studienzeit mit sich herum – bis jetzt. Mit Vitra, dem Hersteller und Händler von Wohn- und Büromöbeln, realisierte er das „Diogene“ – ein energieautarkes und charmantes Mini-Haus.

A

uf den ersten Blick wirkt das „Diogene“ wie ein futuris- renommierten Firma Transsolar, Martin Schuler, ins Boot. Dank destisches Gartenhäuschen. Benannt wurde es nach dem Phi- sen professioneller Hilfe funktioniert dieses Haus unabhängig von losophen Diogenes, der in einer Tonne lebte, weil er welt- seiner Umwelt und der gegebenen Infrastruktur – energieautark. lichen Luxus für überflüssig hielt. Dass das kleine Gebäude mit zwei Damit wird auch der Grundgedanke Pianos klar, der sein „Diomal zwei mal zwei Metern alles bietet, was man zum Leben gene“ nicht als Notunterkunft, sondern als freiwillig gewählten Rückzugsort versteht – als Wochenendhaus, als braucht, zeigt sich erst bei näherer Betrachtung. Studiolo oder als kleines Büro. Denn es lässt Diese auf das Notwendigste reduzierte Behau- „Diogene versorgt einen sich fertig montiert zu seinem jeweiligen Besung mit Satteldach ist in zwei Räume aufgestimmungsort bringen. Da Vitra als Hersteller teilt: Vorne befindet sich ein Bettsofa und ein mit dem, was man wirklich benötigt und mit nichts Klapptisch, hinter einer Trennwand sind Dusche und Händler dieses Kleinod nicht nur zeigen, sondern auch verkaufen will, wurde einiges an und WC sowie eine entsprechend winzige Kü- sonst“, Renzo Piano Aufwand für die serielle Herstellbarkeit betrieche angeordnet. Neben dieser für das tägliche ben. Ab Winter 2014 gibt es das „Diogene“ zu Leben wichtigen Einrichtung ist das Häuschen mit hochkomplexer Technik ausgestattet. Die Holzkonstruktion kaufen. Zirka 20.000 Euro soll die Basisversion kosten, bis zu wurde mit Aluminium verkleidet und besitzt Photovoltaik-Module 50.000 Euro muss man für die technisch vollausgestattete Variante für die Stromversorgung, Solarthermie-Kollektoren für die Warm- berappen. Bis es soweit ist, lässt sich das Häuschen auf dem Vitrawasserbereitung, einen Regenwassertank, eine biologische Toilette, Gelände in Weil am Rhein neben vielen anderen architektonischen ■ eine natürliche Belüftung und Dreifach-Wärmeschutzverglasung. Highlights besichtigen – es ist eine Reise wert. Um diese Komponenten optimal aufeinander und auf den winzigen Wohnraum abzustimmen, holte sich Renzo Piano den Chef der Text: Lydia Meyer / Fotos & Grafik: Vitra

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Herstellerkontakte ab Seite 97.


RA_Esh114_RepVitra_Musterseite FH 10.03.14 10:43 Seite 53

„Raum ist in der kleinsten Hütte, für ein glücklich liebend Paar“, wusste schon Friedrich Schiller. Hier würde es vermutlich sogar zwei Liebenden zu eng werden. Doch mit Tisch, Stuhl, Bett und genügend Tageslicht ist es für eine Person wohnlich. Stararchitekt Renzo Piano freut sich, dass er die Idee, die er als Student hatte, endlich mit Vitra realisierten konnte.

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Häuser

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Energieeffizient bauen

Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Grundrisse und technische Daten ab Seite 95.


XA_Esh114_PrFinger_Musterseite FH 10.03.14 10:54 Seite 55

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Familientauglich & technisch vorbildlich Seit dem 14. September 2013 ist es so weit: FingerHaus präsentiert in der neuen FertighausWelt Wuppertal das Musterhaus „Neo 312“ – ein EnergiePlus-Haus, das mehr Energie für Heizung, warmes Wasser, Haushalt und allerlei Annehmlichkeiten zur Verfügung stellt, als die Bewohner verbrauchen! Mit dem „Neo 312“ beweist das Unternehmen aus Frankenberg erneut seine herausragende Kompetenz als der führende Anbieter zukunftweisender erneuerbarer Energiekonzepte. Und nimmt die Herausforderung an strengste Anforderungen an Wärmedämmung und Energietechnik zu erfüllen. Den entscheidenden Vorteil dieser Bauweise liefert die „Thermo+“-Gebäudehülle (Anm. d. Red.: herstellereigene Bezeichnung für die gedämmte Außenwand). Sie besteht aus perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten. Dabei sorgen eine Erdwärmepumpe mit Kühlfunktion und eine kontrollierte Beund Entlüftung mit Wärmerückgewinnung für ein angenehmes Wohnklima. Das Plus an Energie liefert die Photovoltaik-Anlage. Sie sorgt für einen Ertrag an Sonnenstrom, der den Verbrauch einer vierköpfigen Familie mehr als ausgleicht.

Die Wohnqualität steht trotz des zukunftsweisenden Technik im Fokus. Das „Neo 312“ zeichnet sich durch eine kompakte Bauform aus, die sich auch für kleine Grundstücke eignet. Der optimal geschnittene Grundriss bietet für jedes Familienmitglied Rückzugs- sowie Gemeinschaftsflächen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der Wohn-/Essbereich, der dank des Wintergartens fast 50 Quadratmeter misst. Im Dachgeschoss finden sich drei gut geschnittene Schlaf- bezie-

hungsweise Kinderzimmer. Erker, Zwerchgiebel, Carport sowie individueller Hausvordächer bestimmen den Charakter des Familienhauses, das sich in einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis realisieren lässt. Beim „Neo 312“ bekommt jede Baufamilie mehr Haus fürs Geld und kann dank des perfekten Energiekonzepts mit äußerst niedrigen Betriebskosten kalkulieren sowie mit staatlichen Fördermitteln für Energie Plus Häuser rechnen. ■

FingerHaus GmbH, Auestraße 45, 35066 Frankenberg/Eder, Tel. 06451 504-0, Fax 06451 504-100, www.fingerhaus.de

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Siedlung Walldorf

Gute Aussichten: Insgesamt 36 Parteien genießen in der neuen Passivhaussiedlung in Walldorf die Aussicht über die grüne Umgebung von Baden.

Wohnquartier aus Passivhäusern

Fotos: Tecalor / Johannes Vogt

Gut 30 Kilometer südlich von Mannheim liegt die Kleinstadt Walldorf, zu der nun eine der ersten Passivhaussiedlungen Deutschlands mit 36 Parteien gehört. Unter dem Namen „ecologis“ realisierte ein örtlicher Bauträger energieeffizienten Wohnraum, der mit Fördermitteln belohnt wurde.

Starke Gemeinschaft (links): Die Wohnsiedlung „ecologis“ präsentiert sich familienfreundlich umgeben von vielen Grün- und Freiflächen zur gemeinschaftlichen Nutzung. | Angekommen (rechts): Anke Terwort fühlt sich hier mit Familie und Hund Emma ausgesprochen wohl.

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Fotos: Conceptaplan

Reportage


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Fotos: Conceptaplan

Zwei Fliegen mit einer Klappe (links): Die Bauherren profitieren in einem Reihenhaus doppelt. Es ist günstiger gemeinsam zu bauen und da mindestens eine der Außenwände an das nächste Gebäude anschließt auch energetisch von Vorteil. | Unsichtbar (rechts): Die technische Ausrüstung sieht man den Innenräumen nicht an.

Durchblick: Der Wohn-Ess-Bereich besitzt im Erdgeschoss einen Zugang zu Terrasse und Garten.

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Siedlung Walldorf

Fotos: Tecalor / Johannes Vogt

Reportage

Partnerschaft mit Mehrwert (v. l. n. r.): Jan Ranzenberger vom Projektentwickler Conceptaplan, Fachhandwerker Andreas Sporer, Firma Essenpreis und Tecalor-Außendienstmitarbeiter Klaus-Jürgen Schu sind stolz auf das Gemeinschaftsprojekt. Alle Wohneinheiten sind verkauft und das nächste Projekt am „Alten Berg" in Nußloch befindet sich bereits im Bau.

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chon von weitem ziehen die weißen Fassaden des Gebäu- wasser steuern. Technikaffine Bewohner entschieden sich für die deensembles aus Doppel- und Reihenhäusern den Blick auf zusätzliche Ausstattung mit dem Internet-Service-Gateway (ISG), sich. Am Rebgärtchen, unweit des SAP-Firmensitzes in mit dem sich der Umgang mit wertvoller Energie intelligent von auWalldorf, entstand eine Siedlung, die architektonisch und ökolo- ßen managen lässt, beispielsweise vom PC oder einem mobilen gisch Maßstäbe setzt. Dank der für ein Passivhaus notwendigen Endgerät. Zudem bietet das ISG die Möglichkeit einer späteren Einwinddichten Gebäudehülle ist der Heizwärmebedarf auf 15 bindung von Photovoltaik. Schnittstellen-Erweiterungen wie die Kilowattstunden und einen jährlichen Primärenergiebedarf von Smart Energy Extension (SEE) bilden die technische Voraussetzung, 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr begrenzt. Das um künftig von flexiblen Stromtarifen zu profitieren. heißt, im Vergleich zu einem NiedrigenerMit Brief und Siegel giehaus verbraucht ein „ecologis“-Passivhaus nochmals 80 Prozent weniger Heiz- Gleich ein komplettes WohnquarDa man sich an genaue planerische Richtenergie. Damit einher gehen hohe Anfor- tier in Passivhausbauweise mit linien halten muss, wenn man den Passivderungen an eine gut gedämmte und luft- innovativer Wärmepumpen- und haus-Standard anstrebt, hielt man sich an dichte Gebäudehülle sowie an eine komdas sogenannte PassivhausprojektierungsLuftungstechnik auszustatten, plexe Haustechnik. paket (PHPP). Dieser hohe energetische ist schon etwas Besonderes. Standard des Quartiers überzeugte mit sehr Technik nach Maß niedrigen Betriebskosten vor allem MitarFür diese Leistung wählten die Projektentbeiter von SAP – gut die Hälfte der Eigenwickler von Conceptaplan das Kombigerät „THZ 304 Sol“ von Te- tümer sind dort beschäftigt. Neben den Finanzierungsvorteilen der calor aus Holzminden, das sich besonders für den Einsatz in Pas- KfW-Förderbank stand eine attraktive Kinderförderung der Stadt siv- und Plus-Energie-Häusern eignet. Es vereint alle wichtigen Walldorf zur Verfügung, die Familien beim Erwerb von WohnKomponenten in einem Gerät. Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe eigentum begünstigt. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug 15 übernimmt die Heizfunktion und Warmwasserbereitung. Für das Millionen Euro, in Anspruch genommen wurden Fördermittel von gesunde Raumklima sorgt eine kontrollierte Lüftung, die bis zu 90 Bund und Land. Zudem unterstützt die Stadt Walldorf die ErrichProzent der Wärme aus der Abluft zurückgewinnt. Jede der 36 Par- tung von Passivhäusern mit einmalig 5 000 Euro. Conceptaplan teien hat ihr eigenes Gerät im Hauswirtschaftsraum und kann nach entschied sich für zwei Gebäudetypen: einen Vierspänner (Reipersönlichen Bedürfnissen die Versorgung mit Heizung und Warm- henhaus) sowie das Doppelhaus. Beide verfügen über zwei Voll-

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Hey Papa, wir kaufen Bio-Gemüse und regionale Produkte. Nur warum wohnen wir noch immer so ungesund?

Technische Daten Bezeichnung: ecologis | Energiestandard: Passivhaus | Wohnfläche der Wohneinheiten: Haus „Maxi A“ ab 160 m2 bis „Primus D“ mit 190 m2 | Heiztechnik: Integralsystem „THZ 304 Sol“ mit Luft-Wasser-Wärmepumpe, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | Kaufpreis der Wohneinheiten: Maxi A-B ab 310.000 Euro, Primus A-D ab 380.000 Euro Multitalent: Das „THZ 304 Sol“ von Tecalor vereint Heizen, Warmwasserbereiten, Lüften und – auf Wunsch – Kühlen in einem Gerät. Es ist zudem platzsparend und laut Hersteller schnell montiert.

geschosse sowie ein Staffelgeschoss mit Dachterrasse, insgesamt mit Wohnflächen zwischen 160 bis 200 Quadratmeter. Die architektonische Gestaltung folgt dem energetisch hohen Anspruch. Großzügige nach Süden ausgerichtete Glasflächen, hohe Räume und offene, klare Grundrisse setzen das gelungene Konzept auch im Inneren fort. Von vornherein wurden individuelle Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner einkalkuliert, die aus mehreren Grundrissvarianten für jede Etage auswählen konnten.

Gute Partnerschaft Der 1985 als Immobilienunternehmen gegründete Projektentwickler Conceptaplan realisierte erfolgreich bereits mehrere ähnliche Projekte in den Regionen Heidelberg/ Mannheim und Stuttgart. Andreas Sporer war der verantwortliche Fachhandwerker der Firma Essenpreis für das Projekt. „Bei der Installation von 36 THZ 304 SOL sorgen integrierte Transporthilfen, ein übersichtlicher Elektroanschluss und der hohe Grad der Vorfertigung für eine ordnungsgemäße und vor allem zeitsparende Montage.“ Der Wärmepumpenfachbetrieb aus Östringen zeigte sich bei der Umsetzung des energetischen Konzeptes in Walldorf als kompetenter Partner in der Ausführung: Er gehört zu den langjährigen Fachhandwerkspartnern von Tecalor in Deutschland. ■ Text / Dokumentation: Tecalor / Lydia Meyer

DURCH UND DURCH NACHHALTIG. MIT DER WELTWEIT ERSTEN CRADLE-TOCRADLE ZERTIFIZIERTEN BIO-DÄMMUNG Jedes unserer höchst energieeffizienten Architektenhäuser ist garantiert gesund gebaut. Und gedämmt mit einem der besten BioDämmstoffe der Welt: unserer patentierten Holzspänedämmung. Dafür erhielten wir als erstes Hausbauunternehmen weltweit das höchste Nachhaltigkeitssiegel Cradle-to-Cradle in Gold. Mehr Nachhaltigkeit bietet keiner.

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Häuser

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Energieeffizient bauen

Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Grundrisse und technische Daten ab Seite 95.


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Nachhaltig gebautes Massivholzhaus Karl und Anne Michalowski wollten ein ökologisches, nachhaltiges und energieeffizientes Haus bauen. „Über Holz als wertbeständigen und gesunden Baustoff hatten wir schon viel gelesen. Außerdem gefiel uns die gemütliche Atmosphäre im Wohnblockhaus meiner Eltern immer so gut, wenn wir dort zu Besuch waren.“, erzählt Anne Michalowski. Da die Eltern mit ihrem Haushersteller sehr gute Erfahrung gemacht hatten und von den setzungsfreien, winddichten und gut dämmenden Kiefernwänden ihres Hauses nach wie vor begeistert waren, nahmen die Tochter und der Schwiegersohn Kontakt zu demselben Holzhausspezialisten auf. Karl Michalowski hatte schon sehr konkrete Vorstellungen und Wünsche, die in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller konkrete Formen annahmen. Der bewusst einfach gehaltene Grundriss von Haus „Eifelwald“ ist annähernd quadratisch. Keine Unterbrechungen durch Erker oder Gauben lenken von den glatten Kiefernwänden in warmer Lärchenfarbe ab. Zudem ist diese Gebäudeform energetisch sinnvoll. Je weniger Vor- und Rücksprünge sich in der Fassade befinden, desto weniger

Heizenergie geht über die Außenwände verloren.

Idyllische Einheit Die grüne Umgebung, der kleine knorrige Apfelbaum und das Holzhaus ergeben ein harmonisches Bild. Um das Thema Rustikalität im Inneren des Gebäudes nicht überzustrapazieren und etwas mehr Helligkeit zu haben, wählten die Michalowskis teilweise Putzoberflächen. „Wir wollten im Innenbereich nicht ausschließlich Holzwände – das wäre uns des Guten zu viel gewesen. Darum waren wir froh, dass uns der Hersteller Trennwände aus leichtem Ständerwerk anbot.“, erläutert der Hausherr. Damit die Holzwände nicht nachdunkeln, wurden sie mit UV-Schutz behandelt. Auch wenn die Räume durch die teilweise verputzten Innenwände geräumig wirken, ist es für die Raumwirkung vorteilhaft, dass Küche, Esszimmer und Sofaecke fließend ineinander übergehen. Von hier führt eine offene, halb gewendelte Geschosstreppe ins Dachgeschoss.

Geld sparen mit Verstand „Wir haben die Baukosten gesenkt, indem wir uns für eine Richtmeistermon-

tage entschieden.“, berichtet Karl Michalowski. Bei einer Richtmeistermontage liefert der Haushersteller die im Werk produzierten Wandteile an den Bauplatz und schickt einen Zimmermann mit, der den Bauherren und ihren Helfern vorarbeitet und sie zum Selbstbau anleitet. Ein Kran hievt die schweren Wände und alle Balken vom Tieflader auf das Baugrundstück, danach wird alles von Hand errichtet. „Gerade an dem Tag als unser Haus ankam, gab es einen Wintereinbruch.“, erinnert sich Anne Michalowski an die ereignisreiche Bauzeit, in der die Bauherren jedes Wetter und jede Temperatur mitmachten. Zum Glück ging trotzdem alles planmäßig von statten. Auch im Innenausbau haben die Hauseigentümer einiges selbst gemacht, unterstützt von einem befreundeten Schreiner. Geldsparen wollten die beiden jedoch nicht mit Gewalt, so dass sie das Dachdecken sowie die Elektro- und Sanitärinstallationen Fachfirmen überließen. „Die Kanäle für die Elektroleitungen mussten zuvor ganz genau durchdacht und eingeplant werden, da sie schon in der Werkstatt in die massiven Wandteile gebohrt wurden. ■

Fullwood Wohnblockhaus GmbH, Oberste Höhe, 53797 Lohmar, Tel. 02206 9533-700, Fax 02206 9533-760, www.fullwood.de

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Energie & Technik

Dämmung

Robust: Das carbonfaserverstärkte Dämmsystem „Carbon S“ von Caparol schützt die Fassade wirkungsvoll vor Stößen und Rissen. Damit ist sie bestens auf alltägliche Belastungen, wie sie von unvorsichtig abgestellten Fahrrädern oder aus der Bahn geratenen Fußbällen ausgehen, vorbereitet. Andrea Nuding/Caparol

Gut gedämmt ist halb geheizt! Ein nicht oder nur unzureichend gedämmter Altbau benötigt über den Daumen gepeilt etwa dreimal so viel Heizenergie wie ein Neubau mit gleicher Wohnfläche. Reichlich Sparpotenzial also, um die Brieftasche und die Umwelt zu schonen.

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Fassadendämmung Rund 35 Prozent des Gesamtwärmeverlustes Ihres Eigenheims gehen auf das Konto der Hausfassade. Um hier „dicht zu machen“, haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Dämmsystemen. Die Standardmethode, um die Energiekosten zu senken, ist die Außendämmung, bei der Dämmplatten aus Polystyrol oder Mineralfasern auf die Außenwand geklebt und gedübelt werden. Diese

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

werden später von Ihrem Stuckateur mit Armierungs- und Außenputz verkleidet. Da meist alle Dämmkomponenten von ein- und demselben Hersteller stammen, wird die Außendämmung auch als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) bezeichnet. Weniger weit verbreitet sind die Kern- und die Innendämmung.

ür Hausbesitzer ist es ein sehr großes Ärgernis: Jahr für Jahr steigen die Heizkosten und hinterlassen ein immer tieferes Loch in der Haushaltskasse. Wenn Sie kräftig sparen aber dennoch nicht im Kalten sitzen und frieren möchten, dann sollten Sie in Betracht ziehen, Ihr Eigenheim energetisch auf Vordermann zu bringen. Durch geeignete Dämmmaßnahmen senken Sie Ihren Energieverbrauch – Wohnräume, die in den Sommermonaten angenehm kühl bleiben, gibt es gratis dazu!

Dämmpflicht für die Fassade? Es gibt zwar kein Gesetz, das Hausbesitzer dazu verpflichtet, die Fassade ihres Eigenheims durch Dämmmaßnahmen gegen Wärmeverluste zu schützen. Ein Blick in die aktuell gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) zeigt aber, dass Sanierungsarbeiten an der Fassade, die mehr als 10 Prozent der Bauteilfläche einschließen, nach festgelegten Dämmstandards ausgeführt sein müssen. Kleinere Reparaturen, zum Beispiel das Beseitigen eines Risses, fallen hingegen nicht in den Geltungsbereich der EnEV.

Alle Preise sind Zirka-Preise inklusive Mehrwertsteuer. Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Traditionell: Mit nachwachsenden Dämmstoffen lässt sich die energetische Sanierung einer Fassade problemlos durchführen. Die Matten des ökologischen Dämmsystems „Thermo-Hanf Xtra“ werden auf Maß gefertigt und auf die Baustelle geliefert. Hock

„Öko“ logisch!: Die Holzfaser-Dämmstoffe von Doser sind nicht nur nachhaltig, sondern haben auch einen hohen Wärmeschutz und eine schalldämmende Wirkung. Zusätzlich verbessern sie das Raumklima. Doser Holzfaser-Dämmsysteme

Natürlich befüllt: Der „Poroton-T8-P“-Ziegel ist frei von Formaldehyd, Weichmachern, Schwermetallen sowie Bioziden. Dank der Füllung aus Perlit, einem natürlichen Mineral, kommt er ohne zusätzliche Außendämmung aus. Poroton

Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) Am 1. Mai 2014 tritt die Novelle der EnEV in Kraft. Damit werden die gesetzlichen Vorgaben zur energetischen Qualität noch einmal verschärft: Zum 1. Januar 2016 erhöhen sich die Mindestanforderungen an den Dämmstandard der Gebäudehülle von Neubauten um rund 20 Prozent. Im Hausbestand sind hingegen keine wesentlichen Verschärfungen vorgesehen. Mehr dazu erfahren Sie ab Seite 86.

Vorteilhaft: Wärmedämm-Verbundsysteme auf rein mineralischer Basis bieten laut Hersteller neben ihren guten Dämmeigenschaften weitere wichtige Vorteile: Hoher Brandschutz, Stoßfestigkeit, Schutz vor Varalgung und Pilzen sowie eine lange Haltbarkeit. Multipor/epr

Raumseitig: Das Innendämmsystem „Rigitherm“ ist eine Alternative für ein großflächiges, von außen angebrachtes Wärmedämmverbundsystem. Alle Komponenten sind so aufeinander abgestimmt, dass feuchtesensible Bauteile hinter der Dämmung ideal geschützt werden. Saint-Gobain Rigips Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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Energie & Technik

Dämmung

Sofort begehbar: Mit der Holzfaser-Dämmplatte „Steicotop“ lässt sich bei nicht ausgebauten Dachräumen die oberste Geschossdecke gegen Wärmeverluste schützen. Nach dem Verlegen sind die Dämmelemente direkt begehbar und benötigen keine Abdeckplane. Steico

Lückenlos: Von außen auf die Sparren aufgebracht, hüllt die Aufsparrendämmung aus Polyurethan-Dämmplatten mit aufkaschierter Unterdeckbahn die Dachkonstruktion ein. Die Wärmeleitfähigkeitsstufe WLS 023 begrenzt die Energieverluste auf ein Minimum. IVPU

Langes Gestell: Das Dachflächenfenster „FTT U8“ mit dem geringen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,58 W/(m²K) wurde gemäß den Anforderungen an Passivhäuser konstruiert. Im Vergleich zu Standarddachfenstern hat es verlängerte und verstärkte Holzprofile. Fakro

Ist die Außenwand zweischalig aufgebaut – das heißt, das Mauerwerk besitzt einen luftgefüllten Zwischenraum – kann eine Kerndämmung als Dämmschicht zwischen beide Mauerschalen eingebracht werden. Dazu wird ein loser Dämmstoff, etwa Polyurethan-Granulat oder Zellulosefasern, per Druckluft in den Hohlraum eingeblasen. Bei der Innendämmung wird die schützende Isolierung, bei der es sich in Regel um Polystyrol- oder Mineralfaserplatten handelt, raumseitig an die Außenwände geklebt.

Dachdämmung Auch über das Dach gehen große Mengen Heizwärme verloren: Mit einem Anteil von bis zu 30 Prozent am Gesamtwärmeverlust macht sich ein nicht gedämmtes „Oberstübchen“ teuer bemerkbar. Mit einer Auf-, Zwischen- und Untersparrendämmung lassen sich alle Dämmlücken schließen. Dabei können Stein- oder Glaswolle, aber auch Naturdämmstoffe zum Einsatz kommen. Die gängigste und auch wirtschaftlichste Methode ist die Zwischensparrendämmung. Hier wird das als Rollen- oder Mattenware erhältliche Dämmmaterial auf ein leichtes Übermaß zugeschnitten, zwischen die Sparren geklemmt und raumseitig mit einer Dampfbremse oder Klimamembran gegen Feuchtigkeit geschützt. Die Wirkung der Zwischensparrendämmung lässt sich in Kombination mit einer Untersparrendämmung noch deutlich verbessern. Je nach Dämmleistung und Dicke des verwendeten Untersparren-

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Tauschbörse: Der Austausch nur leidlich gedämmter Dachfenster wird dank zusätzlicher Größen einfacher. Damit können künftig alle Dachfenster aus dem Velux-Standardsortiment bis 1991 durch aktuelle Standardgrößen in Kunststoffausführung ersetzt werden. Velux

Klemmfilzes kann dies ein Plus von bis zu 30 Prozent bedeuten. Die Aufsparren- beziehungsweise Aufdachdämmung schließlich wird nicht raumseitig, sondern von außen über die komplette Dachfläche verlegt. Der Vorteil: Anders als bei der Zwischen- und Untersparrendämmung geht hier kein wertvoller Wohnraum verloren. Allerdings ist das Verfahren deutlich aufwendiger und damit natürlich auch etwas kostenintensiver.

Behalten Sie den Durchblick Bis zu 15 Prozent Heizenergie können Sie sparen, wenn Sie Ihre alten Fenster durch neue Wärmeschutzfenster ersetzen. Aber Vorsicht: Wer nur auf kostengünstige Schnäppchen aus ist, läuft Gefahr, am Ende mit zu hohen Nebenkosten konfrontiert zu werden. Achten Sie daher auf den Einbau hochwertiger Qualitätsprodukte mit hohen Wärmedämmwerten. Wichtig ist, dass Sie nicht nur die Dämmleistung der Verglasung im Blick behalten, sondern dass Sie das Fenster als ein Ganzes betrachten: Rahmen, Glas und Randverbund bilden eine Einheit, die gemeinsam die Dämmleistung des Fensters bestimmen und als Uw-Wert angegeben werden. Fenster, die vor 1995 verbaut wurden, gelten als technisch überholt und sollten ersetzt werden. Zeitgemäß sind Fenster mit Dreischeiben-Wärmedämmglas (Low-E), die mit einem Uw-Wert von 1,1 W/(m2K) und besser punkten. Es gilt: je geringer der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient), desto besser ist ein Bauteil gedämmt. (bay) ■ Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Flexibilität: Das Kunststoff-Fenstersystem „Afino-one“ von Weru lässt sich ganz nach dem persönlichen Geschmack anpassen und punktet dabei gleichzeitig mit einer guten Wärmedämmung, hoher Stabilität sowie dauerhafter Funktionalität und Dichtigkeit. Weru

Offenes Design: Die Glas-Faltwände von Solarlux schaffen Offenheit und das Gefühl, ohne Grenzen zu wohnen. Mit isolierten Profilen und der hochwertigen Verglasung erfüllen sie außerdem die Vorgaben der Wärmeschutzverordnung besser als viele Standardtüren. Solarlux

Webtipps Mehr zum Thema: Möchten Sie mehr über das Thema „Schimmel“ erfahren? Dann schauen Sie doch auf unserem Portal für Bauherren und Modernisierer vorbei: www.hurra-wir-bauen.de/FH/69

Mehr zum Thema: Hausbesitzer, die Dämmstoffen wie Styropor oder Glaswolle kritisch gegenüberstehen, können ihren Wärmeverlusten auch mit „ökologischen Dämmstoffen“ zu Leibe rücken. Mehr dazu unter: www.hurra-wir-bauen.de/FH/54

Schön und haltbar: Kunststofffenster erfüllen fast jeden Gestaltungswunsch. Egal, ob klassisch Weiß oder mit farbigen Metallschalen – Bauherren sind keine Grenzen gesetzt. Darüber hinaus sind die Kunststofffenster pflegeleicht und punkten mit guten Dämmeigenschaften. VFF/Rehau

Moderne Architektur: Das Aluminium-Holz-Fenster „AHF 105 S Integral“ verfügt über integrierte, von außen nicht sichtbare Flügel. Der Blendrahmen kann komplett überdämmt werden, so dass so gut wie nur noch das Glas zu sehen ist. Kneer-Südfenster Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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Energie & Technik

Glossar

Akkumulator, „Akku“ oder Solarbatterie Wird zur Speicherung von Solarstrom bei eigenständigen Energieversorgungssystemen eingesetzt, um Stromerzeugungs- und Stromverbrauchszeiten zu entkoppeln. Amortisation, wirtschaftliche: Bei Solarstrom-Anlagen werden Einnahmen aus dem Stromverkauf (gemäß EEG) den Investitionskosten gegenüber gestellt. Aufdachmontage: Bei der Aufdachmontage wird der Solarstrom-Generator mittels spezieller Montagesätze aus verzinktem Stahl, Aluminium oder Edelstahl etwa fünf bis 15 Zentimeter über der Dacheindeckung installiert. Datenlogger: Datenspeicher, der die Betriebsdaten der Wechselrichter speichert und eine Funktionskontrolle der Solarstromanlage über einen längeren Zeitraum ermöglicht. Dünnschichtzelle: Fotoaktive Halbleiter werden auf ein Trägermaterial (Glas, Edelstahlfolie) aufgebracht und bilden auf diesem eine dünne Schicht. Vorteile von Dünnschichtzellen sind die niedrigen Herstellungskosten, die geringere Anfälligkeit bei Verschattungen und die höhere Formflexibilität. Einspeisevergütung: Die Einspeisevergütung ist durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Die Vergütung wird in Deutschland für Strom aus erneuerbaren Energien gezahlt, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Die StromnetzBetreiber sind per EEG dazu verpflichtet, den Strom komplett abzunehmen, und mit den darin vorgeschriebenen Sätzen zu vergüten. Photovoltaik: Zusammensetzung aus dem griech. Wort „Phos“ (Licht) und dem Namen des Physikers Alessandro Volta. Der Begriff beschreibt die Erzeugung von elektrischem Strom aus Sonnenenergie. Die Abkürzung für Photovoltaik lautet „PV“. KfW-Effizienzhaus: Die Zahl nach dem Begriff KfW-Effizienzhaus gibt an, wie hoch der Jahresprimärenergiebedarf in Relation zu einem vergleichbaren Neubau nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) sein darf. Ein KfW-Effizienzhaus 85 hat zum Beispiel höchstens 85 Prozent des Jahresprimärenergiebedarfs des entsprechenden Referenzgebäudes. Je kleiner die Zahl, desto niedriger und besser das Energieniveau. Daneben ist auch der Wert des spezifischen Transmissionswärmeverlustes des Gebäudes relevant. kWh, Kilowattstunde: 1 kWh = 1.000 Watt über den Zeitraum von einer Stunde. Einheit für die elektrische Arbeit. Die elektrische Arbeit oder elektrische Energie ist das Produkt aus Leistung und Zeit. Leistung: Die elektrische Leistung beschreibt die Intensität, mit der zu einem Zeitpunkt Energie er-

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zeugt oder umgewandelt wird (Leistung = Arbeit pro Zeit). Je höher die Leistung eines elektrischen Geräts ist, desto mehr Energie (das heißt Arbeit) wird in einer Zeiteinheit umgewandelt. Einheit: Watt (W) oder Kilowatt (kW). Netzbetreiber: Der Netzbetreiber ist Ihr E-Werk. Nach dem ErneuerbarenEnergien-Gesetz (EEG) ist dieser verpflichtet, den von Ihnen eingespeisten Strom abzunehmen und entsprechend dem EEG mit einer Prämie zu vergüten. Netzgekoppelte Anlage: Eine PhotovoltaikAnlage, die den erzeugten Strom in das öffentliche Stromnetz einspeist, wird als netzgekoppelt bezeichnet. Null-Energiehaus: Dieser Energiestandard steht für Gebäude, die rechnerisch in der jährlichen Bilanz keine externe Energie wie beispielweise Elektrizität, Gas oder Öl beziehen. Es ist rechnerisch eine Fortführung des Passivhauses. Die Energie für Heizung und Warmwasser wird selbst erzeugt, meist durch Solar-Anlagen. Passivhaus: Darunter versteht man ein Gebäude, welches aufgrund seiner guten Wärmedämmung sowohl im Winter als auch im Sommer keine klassische Heizung oder Kühlung benötigt. Phase Change Materials: auch PCM oder Phasenwechselmaterialien genannt, sind Latentwärmespeicher, die einen hohen Anteil von Wärme- und Kälteenergie über lange Zeit speichern und verlustfrei wieder abgeben können. Ihre Funktionsweise beruht auf der Ausnutzung reversibler thermodynamischer Zustandsänderungen eines Speichermediums, wie zum Beispiel beim Phasenübergang von fest zu flüssig (Erstarren/Schmelzen). Plus-Energiehaus: Plusenergiehaus ist eine geschützte Marke des Architekten Rolf Disch. Dabei handelt es sich um ein Gebäude auf hohem Passivhaus-Standard, das rein rechnerisch mehr Energie gewinnt, als es verbraucht. Dazu ist es mit zahlreichen Solar- zellen zur Stromerzeugung ausgestattet. Solarthermie: Unter Solarthermie versteht man die Umwandlung der Sonnenenergie in nutzbare Wärmeenergie. Diese kann zur Erzeugung von Warmwasser oder/und Heizwärme genutzt werden. Solarzelle: In Solarzellen, meist aus Silizium, werden unter Zufuhr von Licht oder Wärme positive und negative Ladungsträger freigesetzt (Fotoeffekt) und so Gleichstrom erzeugt. Dabei ergeben unterschiedliche Materialzusammensetzungen auch verschiedene Wirkungsgrade: Monokristallines Si-

lizium: 14 bis 17 Prozent, Polykristallines Silizium: 13 bis 15 Prozent, Amorphes Silizium: fünf bis sieben Prozent. Sonneneinstrahlung: Sonneneinstrahlung setzt sich aus direkter und indirekter Strahlung zusammen. Als indirekt bezeichnet man zum Beispiel die Reflexionsstrahlung der Umgebung, wie die von Schneeflächen oder die des blauen Himmels. Für die genaue Berechnung der Energie, die auf eine Fläche trifft, ist der Winkel zwischen Sonnenstrahl und Fläche entscheidend. Dieser ändert sich je nach Tages- und Jahreszeit. Im Sommer kann die Bestrahlungsstärke bis zu 1.000 Watt pro Quadratmeter betragen. Umwälzpumpe (für Heiztechnik): Sie ist eine Kreiselpumpe innerhalb einer Heizungsanlage, die das erwärmte Wärmeträgermedium (meist Wasser) zu den Heizkörpern und Hausanschlussstationen befördert und gleichzeitig von dort das abgekühlte Wasser aus dem Rücklauf wieder zurückführt, um es in der Heizung erneut zu erwärmen. Volt (V): Einheit für die elektrische Spannung. Benannt nach dem italienischen Physiker Alessandro Volta (1745-1827). Die Spannung bezeichnet den Ladungsunterschied an den Polen einer Stromquelle. Der Strom in den Haushalten der meisten Länder in Europa steht unter einer Spannung von 230 Volt. Die größere Einheit für die Spannung ist ein Kilovolt (kV) = 1.000 Volt. Strom aus großen Kraftwerken wird mittels Transformatoren auf höhere Spannungen gebracht (in Europa auf bis zu 500 kV), um Transportverluste durch den Leiter-Widerstand zu verringern. In Verbrauchernähe wird der Strom wieder auf 220/230 V transformiert. Watt (W): Einheit der elektrischen Leistung. Die in der Zeiteinheit von einer Sekunde verrichtete Arbeit bezeichnet man als Leistung. So gibt zum Beispiel die Leistung eines Geräts an, wie viel Energie es pro Sekunde übertragen kann. Je schneller eine bestimmte Arbeit verrichtet wird, desto größer ist die Leistung. Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis der nutzbaren zur eingesetzten Energie. Zur Illustration: Herkömmliche Glühbirnen verwandeln etwa drei bis vier Prozent der eingesetzten Energie in Licht, Photovoltaik-Anlagen beziehungsweise Solarzellen erreichen derzeit einen Wirkungsgrad von elf bis 17 Prozent.


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Heizen

Energie & Technik

Wegweisend in der Verbrennung Die Anforderungen an die Emissionswerte von Kaminen und Kaminöfen in Privathaushalten steigen stetig. Zu Recht, denn zurzeit verursachen Kleinfeuerungsanlagen in Deutschland mehr gesundheitsschädlichen Feinstaub als Kraftfahrzeuge. Dementsprechend hoch ist auch der Anspruch an die Hersteller, Produkte anzubieten, die nicht nur den aktuellen, sondern auch den zukünftigen Ansprüchen der Bundes-Immissionsschutzverordnungen entsprechen. Um dies zu unterstützen, förderte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unter anderem die Entwicklung von in Öfen integrierten ChimCat® Katalysatoren. Diese bieten nach Aussage der DBU die „gegenwärtig leistungsfähigste Sekundärmaßnahme zur Emissionsminderung bei Scheitholzöfen“. Dieses beispielhafte Projekt zum Umweltschutz schloss auch die bereits seit mehr als 30 Jahren am Markt verfügbaren klassischen Free Flow Warmluftöfen der Bullerjan GmbH ein. Aufgrund der dort erreichten Erfolge entwickelte Bullerjan nun einen komplett neuen Kaminofen mit dem Namen B². Der B² ist mit der Kombination seiner niedrigen CO- und Feinstaubwerte in Sachen Umweltverträglichkeit zurzeit wegweisend. Er unterschreitet die ab 2015 in Deutschland geforderten Feinstaubgrenzwerte um bis zu 87,5 Prozent und die dann gefor-

derten CO-Werte sogar um bis zu 92,2 Prozent. Sein Wirkungsgrad beträgt 81 Prozent. Erreicht wird dies ohne weitere technische Finessen, allein durch die ausgeklügelte Brennraumsymmetrie und Verbrennungsluftzufuhr, welche optimal auf die Verbrennung mit dem Katalysator abgestimmt sind. Die herausragenden Werte wurden vom TÜV Süd in Tipp: München gemessen und bestätigt. Die äußere Form des B² Wer seinen Bullerjan® Warmluftofen online registrieren folgt, wie bei Bullerjan üblich, lässt, erhält auf den Stahlkorpus streng den technischen Aneine Garantieverlängerung forderungen seiner Funktion von den gesetzlich und fügt sich durch das purisvorgeschriebenen zwei tische Design mit seiner großen auf dann fünf Jahre. Sichtscheibe atmosphärisch und optisch gut in jeden Wohnraum ein. Er ist einfach zu bedienen und wird nach neusten Verarbeitungsstandards in Deutschland hergestellt. Erhältlich ist er zunächst als Version mit einer Nennwärmeleistung von 5,5 bis 7,8 Kilowatt bei autorisierten Bullerjan Fachhändlern. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bullerjan.com ■

Bullerjan GmbH, Neuwarmbüchener Str. 2, 30916 Isernhagen, Tel. 05136 9775-0, Fax 05136 9775-10, www.bullerjan.com, info@bullerjan.com

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Energie & Technik

Heizen

Aus der Tiefe: Die aktuell erschienene Generation der Sole/Wasser-Wärmepumpen von Nibe für Heizung und Warmwasserbereitung läuft unter der Bezeichnung „Nibe F1155“ und „Nibe F1255“ als Geräte mit integriertem Brauchwasserspeicher. Nibe

Unzertrennlich Das Thema Heizung in Energiespar- und Passivhäusern mausert sich immer mehr zum Ausgangspunkt eines zentralen Konzeptes. Dämmstandard, Heiztechnik, gesetzliche Vorschriften und persönliche Präferenzen lassen sich nicht isoliert betrachten, sondern müssen aufeinander abgestimmt sein.

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Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das ganz ohne Heizung auskommt, allein, indem die aus den Tätigkeiten im Haus, so Beleuchtung, Personen und Haushaltsgeräte, entstehende Wärme in der Abluft restlos genutzt wird, etwa zur Brauchwasserbereitung. Diese Arbeit bewältigt klassischerweise eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Nicht nur im Passivhaus verlangt das Gesetz ein Lüftungskonzept, das die Feuchtigkeit im Haus reguliert und für Frischluft sorgt, auch wenn die Bewohner abwesend sind (siehe Seite 78) – wichtig in gut gedämmten Behausungen! Der Hausherr kann sich zwischen einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung und einer ohne entscheiden.

Grün ist Pflicht Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung gehört strenggenommen gar nicht zu den regenerativen Heizquellen. Solarthermie, Photovoltaik, Pellet- oder Scheitholzheizung, ein

n Deutschland gilt für Neubauten das Anforderungsniveau der Energieeinsparverordnung (EnEV), siehe S. 86. Jeder Neubau ist demnach ein Niedrigenergiehaus. Die EnEV begrenzt den Transmissionswärmeverlust und den Primärenergiebedarf eines neu errichteten Hauses, Heiztechnik und Dämmung gehen dabei Hand in Hand. Grundlage jedes Neubaus sollte eine optimale Wärmedämmung des Daches und der Außenwände sein. Auch eine Isolierung der Fenster und der Außentüren des Hauses sorgt dafür, dass nur ein Bruchteil der aufgewendeten Heizungsenergie das Hausinnere verlässt. Das gilt für sogenannte Niedrigenergie- und Passivhäuser gleichermaßen. Was ist nun ein Niedrig-, was ein Passivhaus? Der Begriff „Niedrigenergiehaus“ ist nicht genau definiert. Gern genutzt werden die Standards der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die heute vielfach zur Einordnung des energetischen Standards eines Hauses dienen. Beispielsweise unterschreitet ein KfWEffizienzhaus 55 die Werte eines Referenzhauses um 55 Prozent.

Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Für die heiße Dusche: Solarkollektoren absorbieren bei der Solarthermie die Sonnenstrahlung und wandeln sie in Wärme um, die zum Aufheizen des Trinkwassers und zur Heizungsunterstützung dient. Das Herzstück sind Absorber, die aus beschichtetem Kupferband bestehen. Deutsches Kupferinstitut/djd

Dreigestirn: Drei „Logasol SKT 1.0“-Flachkollektoren mit Kupferrohren auf dem Absorber zur Trinkwassererwärmung sowie Heizungsunterstützung erfüllen die Anforderungen aus dem EEWärmeG. Buderus / Bosch Thermotechnik

Badevergnügen gesichert: In Verbindung mit dem Trinkwasserspeicher „FW“ oder dem „Solarkombispeicher CW+“ sorgen Thermokollektoren für warmes Wasser und unterstützen die Heizung. Braas

Der Kunde ist König: Er kann sich aus einer breiten Produktpalette entsprechend seinen Vorlieben und den Gegebenheiten vor Ort eine „Wolf-Sonnenheizung“ zusammenstellen – egal ob mit Biomasse oder Wärmepumpe. Die Schichtenspeicher „BSP-SL/BSP-WSL“ runden das Solarprogramm ab. Wolf Heiztechnik

Energie aus dem Erdreich: Die Sole/Wasser-Wärmepumpe „geoTHERM plus“ übernimmt die Beheizung und – mit ihrem integriertem 175-LiterWarmwasser-Edelstahlspeicher – auch die komplette Warmwasserversorgung eines Einfamilienhauses. Vaillant

Für luftdichte Niedrigenergiehäuser: Dezentrale Wohnungslüftungssysteme gewinnen im besten Fall 90 Prozent der Wärme aus der Abluft zurück und führen sie den Räumen wieder zu, zum Beispiel das Lüftungsgerät „Vitovent 200-D“, das für einzelne Räume ausgelegt ist. Viessmann Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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Energie & Technik

Heizen

Scheit für Scheit: „Die KWB Classicfire“-Stückholzheizung gewährleistet eine Brenndauer von bis zu 20 Stunden. Eine Kombination aus „KWB Classicfire“ und einem Schichtspeicher vereinigt die Brauchwasserbereitung und die Ladung des Speichers mit der Energie aus Holz- und Solarenergie. Kraft und Wärme aus Biomasse (KWB)

Heißer Ofen: Für Passiv- und Niedrigenergiehäuser sind wasserführende Öfen mit kleinen Heizleistungen ideal. Sie unterstützen die Heizwärmebereitstellung und Brauchwassererwärmung. Leda / Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft

Für den kleinen Bedarf: Der Kaminofen „Vitra Passivhaus“ ist abgestimmt auf den geringen Wärmebedarf von Passivhäusern und funktioniert raumluftunabhängig, was eine wichtige Voraussetzung fürs perfekt gedämmte Passivhaus darstellt. Rika

Kachelofen oder eine Wärmepumpe fallen aber unter diesen Begriff. Bei der Überlegung, welche Heizung die erforderliche (Rest)Wärme im Energiesparhaus aufbringen soll, spricht der Gesetzgeber ein Wörtchen mit: Es besteht nämlich eine Pflicht zur Einbindung erneuerbarer Energien bei Neubauten. Dies ist im EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz) festgelegt. Die Nutzungspflicht gilt ebenfalls als erfüllt, wenn durch sogenannte Ersatzmaßnahmen der Höchstwert des Jahresprimärenergiebedarfs und der Dämmqualität der Gebäudehülle nach der aktuellen Energieeinsparverordnung um mindestens 15 Prozent unterschritten werden. Wer sich für Umweltenergie aus einer Wärmepumpe entscheidet, muss die benötigte Wärme für Heizung und Warmwasser zu mindestens 50 Prozent darüber beziehen. In einem modernen Haus mit niedrigem Energiebedarf ist es ohne weiteres möglich, den gesamten Gebäudewärmeenergiebedarf über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe abzudecken.

Hybridheizung und Pufferspeicher

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kombiniert wird. Das verbindende Element ist ein sogenannter Pufferspeicher, in den die verschiedenen Energiequellen ihre Energie einspeisen, wenn ein Überschuss vorhanden ist. Der verantwortliche Fachhandwerker wird die Heizlast für die einzelnen Räume berechnen und dementsprechend die Heizung auslegen.

Multitalent Wärmepumpe Neben Pellet- oder Stückholzheizungen eignen sich Wärmepumpen für Passiv- und Niedrigenergiehäuser. Am effizientesten arbeitet eine Erdwärmepumpe. Bei Luftwärmepumpen unterscheidet der Fachmann zwischen der Luft-/Wasser-Wärmepumpe und der Luft/Luft- Wärmepumpe. Beide ziehen die Energie aus dem Temperaturunterschied zwischen Außenluft und dem Leitmittel. Für den Wärmetransport ist ein Wasserkreislauf beziehungsweise die Luft bei der Luft-/Luft-Wärmepumpe zuständig. Der ineffizienteste Wärmepumpentyp ist die Luft-Luft-Wärmepumpe, die daher nur im Passivhaus zum Einsatz kommt. Sie ist gleichzeitig ein Lüftungssystem, das die Wärmeenergie der Abluft nutzt und wieder in den Energiekreislauf des Hauses zurückführt. Bis minus 20 Grad Celsius arbeitet die Luft/Wasser-Wärmepumpe, aber wenn die Außentemperatur geringer wird, sinkt die Heizleistung entsprechend. In dieser Situation empfiehlt es sich, mit einem elektrischen Heizstab oder

Häufig wird er dabei vom Energieberater eine Kombination verschiedener Geräte vorschlagen. Um verschiedene Komponenten einzubinden, empfiehlt sich eine Hybridheizung, wo zum Beispiel Photothermie mit einer Scheitholzheizung oder einem Grundofen

Geeignet fürs Niedrigenergie- und Passivhaus: „Giro black“ gibt einen Großteil der erzeugten Wärme-Energie dank „Waterplus“-Technologie an das Zentralheizungssystem ab, um auch andere Räume zu beheizen. „Giro“ heizt den Aufstellraum und den Pufferspeicher. Wodtke

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in den gut gedämmten Häusern auch durch den Zusatz einer Wasserkomponente bannen. Modulare Heizsysteme mit Kachelofen, Pufferspeicher und beispielsweise Solarthermie sind, meiner Meinung nach, ohnehin das Heizsystem der Zukunft.

Nachgefragt bei... Die Nachfrage nach Kachelöfen ist bei Altbauten viel größer als bei Neubauten. Viele Architekten und Bauherren insbesondere von Niedrigenergiehäusern kommen gar nicht auf die Idee, einen Kachelofen oder Heizkamin in das Energiekonzept des Hauses mit einzubinden. Dabei eignet sich der Kachelofen auch für den Neubau. Wir haben den Vorstand des Verbunds deutscher Kachelofen- und Luftheizungsbauerbetriebe (Hagos), Ralf Tigges, zum Grundofen als Wärmeerzeuger für Niedrigenergiehäuser befragt. Herr Tigges, was genau ist ein Grundofen? Ralf Tigges: Der Grund- oder Kachelgrundofen im engsten Sinne ist ein fest gemauerter Wärmespeicherofen mit einem sehr hohen Wirkungsgrad. Das Feuer brennt direkt auf dem Grund beziehungsweise dem Boden des Ofens, daher der Name. Das Besondere am Grundofen ist die Art der Wärme, die er erzeugt: Dabei handelt es sich nämlich ausschließlich um Strahlungswärme, die mit der Wärmestrahlung der Sonne vergleichbar ist. Das macht den Grundofen so angenehm und sogar gesundheitsfördernd. Neueste Erhebungen zeigen, dass der Grundofen von Bauherren nur selten für den Neubau ausgewählt wird. Sie propagieren den Kachelgrundofen als ideale Heizquelle für modernes Wohnen, warum? Ralf Tigges: Besonders der Grundofen ist eine ideale Heizquelle für Niedrigenergiehäuser. Zum einen weil er die Energie, die durch den Holzbrand freigesetzt wird, zum großen Teil in die reichlich vorhandene Speichermasse abgibt und dadurch den gut gedämmten Wohnraum nicht überhitzt. Und zum anderen weil die Anlagen ja ganz individuell an die Räumlichkeiten und den Wärmebedarf der Wohnung angepasst werden. Außerdem kann man die Gefahr der Überhitzung

Wie genau sieht denn so eine Wasserkomponente bei einem Grundofen aus, bei der auch das Brauchwasser erwärmt wird? Ralf Tigges: Ein Grundofen erwärmt den Aufstellraum in erster Linie über seine Sichtscheibe in der Ofentür und zeitversetzt und langsam über mehrere Stunden hinweg über seine Ofenhülle. Diese Ofenhülle ist mit dem keramischen Speicher verbunden. Allerdings werden immer häufiger sogenannte Absorber in die Ofenhülle miteingebaut. Diese wasserführenden Wärmetauscher reduzieren die Oberflächenleistung des Ofens und nutzen so die entzogene Wärme für die Brauchwasser- und/oder Heizungswassererwärmung. Die Leistung solcher Absorber liegt pro Quadratmeter bei zirka 0,6-1,2 Kilowatt je nach Bauweise der Anlage. Die maximale Leistung des Wärmetauschers wird zirka zwei bis sechs Stunden nach dem Einheizen erreicht. Der Verlauf der Leistungskurve ist dabei abhängig von der Bauweise des Ofens. Bei der leichteren Bauweise erfolgt eine kürzere, aber höhere Leistungsabgabe, bei der schweren Bauweise eine gleichmäßigere, aber niedrigere Leistungsabgabe. Die so gewonnene Energie wird in passend ausgelegten Pufferspeichern gespeichert und kann nach Bedarf abgenommen werden. Wenn nicht der Grundofen, welches Heizsystem wird bei Niedrigenergiehäusern denn am meisten gewählt? Ralf Tigges: Bei Niedrigenergiehäusern werden die Wärmeverluste derart stark verringert, dass eine herkömmliche Heizung mit geringer Leistung erforderlich ist. Die noch erforderliche Restheizung kann mit allen zulässigen Energiequellen erfolgen. Bei Passivhäusern dagegen reduziert sich der Wärmebedarf auf ein solches Minimum, dass es im Normalfall kein aktives Heizsystem und auch keine Klimaanlage braucht. Gerade hier empfehlen wir die Wirkungsweise des Grundofens mit seiner hohen Wärmespeicherung und der lang anhaltenden und milden Wärmeabgabe. Und wie ermittelt der Ofenbauer, wieviel Wärme einem Haus zugeführt werden muss? Ralf Tigges: Entsprechend dem Gebäudetyp muss eine sogenannte Heizlastberechnung vorliegen. Unter Heizlast versteht man in der Bautechnik die zum Aufrechterhalten einer bestimmten Raumtemperatur notwendige Wärmezufuhr. Sie wird in Watt angegeben. Die Heizlast richtet sich hierbei nach der Lage des Gebäudes, der Bauweise der wärmeübertragenden Gebäudeumfassungsflächen und dem Bestimmungszweck der einzelnen

Räume. Nach ihr richtet sich die Notwendigkeit von Wärmeschutzmaßnahmen und die Auslegung der Heizungsanlage. Durch die Heizlast-Vorgabe weiß der Ofenbauer, wie viel Energie einem Gebäude zugeführt werden muss, damit es am kältesten Tag des Jahres konstant auf einer gewünschten Rauminnentemperatur gehalten werden kann. Vertragen sich kontrollierte Wohnraumlüftung und Grundofen im Niedrigenergiehaus? Ralf Tigges: Das Zusammenspiel von Lüftungsanlagen und Feuerstätten ist ein wichtiges Thema. Nach Landesbauordnung muss eine Lüftungsanlage so ausgelegt sein, dass Sie keinen größeren Unterdruck als 4 Pascal erzeugt. Bei nicht fachgerechtem Betrieb einer Wohnraumlüftung, also etwa durch Verschmutzungen von Filtern, kann der Abluftanteil höher sein als der Zuluftanteil. Dadurch könnten Rauchgase aus dem Ofen austreten. Um dies zu vermeiden, wird vom Ofenbauer bei Bedarf eine Unterdruckregelung eingebaut. Dieser Regler schaltet die Lüftungsanlage aus beziehungsweise erhöht die Zuluft, wenn der Unterdruck von 4 Pascal überschritten wird. Damit ist der sichere Betrieb des Grundofens gewährleistet. Niedrigenergiehäuser haben ja eine luftdichte Gebäudehülle. Wird diese nicht durch Zuluftleitungen/Schornstein durchbrochen? Ralf Tigges: Wenn ein Gebäude entsprechend der EnEV gebaut wird, ist die Gebäudehülle so dicht, dass eine Luftversorgung der Feuerstätte nicht mehr gewährleistet ist. Die für den Abbrand benötigte Luft muss von außen geholt werden. Diese externe Luftversorgung kann entweder durch eine Luftleitung durch die Gebäudeaussenwand sichergestellt werden, oder über einen Luft-Abgas-Schornstein. Dieses System ist in sich geschlossen und je nach Qualität bis zu einem Unterdruck von 8 Pascal dicht. Insofern ist der Einbau eines Grundofens kein Widerspruch zu den Vorgaben der EnEV. Es spricht also einiges für einen Grundofen im Neubau. An wen können sich Bauherren wenden? Ralf Tigges: Am besten natürlich direkt an einen Ofenbauer aus ihrer Region. Adressen bekommt man auf unserer Homepage www.hagos.de unter dem Reiter Kachelofenbauer. Dort muss nur die Postleitzahl eingeben werden und schon wird eine Liste der regionalen Betriebe angezeigt. Der Ofenbauer kennt sich mit Heizlastberechnungen aus und ist auf dem neuesten technischen Stand. Außerdem ist er auch Partner, wenn es um den Wärmetauscher und modulare Heizsysteme geht. Aber das Wichtigste natürlich: Er baut Grundkachelöfen fachmännisch auf. Vielen Dank für das Gespräch!

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Energie & Technik

Heizen

Fifties-Haus energieeffizient saniert: Auf einem idyllisch eingewachsenen Grundstück in Leinfelden-Echterdingen südlich von Stuttgart liegt das 1953 erbaute und 2008 rundum sanierte Einfamilienhaus des Ehepaars Sandra Herkert und Frederik Maier. Im Zuge der Sanierung verwandelte das Paar das in die Jahre gekommene Einfamilienhaus in ein modernes und energieeffizientes Eigenheim mit einer Wohnfläche von 210 Quadratmeter. In puncto Heizsystem entschieden sich die Bauherren für eine Pelletheizung unterstützt durch Solarkollektoren auf dem Dach. Das ökologisches Konzept aus Dämmung, Pellet und Solar senkte den Primärenergiebedarf um über 95 Prozent. Die gewählte Kombination aus Sonnenkollektoren, Pel-

letheizung, Kaminofen und Niedertemperatur-Flächenheizung, bestehend aus Fußboden- und Wandheizung war die wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung. So fiel die Wahl auf einen 15 kWPelletkessel mit Brennwerttechnik inklusive komfortabler, automatischer Ascheaustragung von „Ökofen“ sowie einen 1.000-Liter-Pufferspeicher und 15 Quadratmeter Indachflachkollektoren. Zu der verlegten Niedertemperatur-Flächenheizung bot sich der Einsatz der Pellet-Brennwerttechnik an, welche eine zusätzliche Brennstoffeinsparung von bis zu 12 Prozent ermöglicht. Denn dabei wird die Wärme-Energie, die sich noch im Abgas befindet und normalerweise durch den Schornstein entweicht, zusätzlich genutzt. Ökofen

einer Holzheizung zuzuheizen. Je nach Typ übernimmt die Wärmepumpe zusätzlich die Warmwasserbereitung (Brauchwasserwärmepumpe) oder die Klimatisierung (reversibler Betrieb).

Weniger ist mehr im Passivhaus Häufig wird aufgrund des Sicherheitsbedürfnisses der Bewohner auch im Passivhaus ein Heizsystem eingebaut. Dabei ist die Steigerung der Effizienz nicht so wichtig, da der Verbrauch insgesamt gering ist. Die Investitionskosten sollten der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung standhalten. Im Passivhaus sind die benötigten Energiemengen so gering, dass selbst wenn wegen einer etwas ineffizienteren Heizung mehr verbraucht wird, laut Aussagen von Passivhausexperten nur Mehrkosten in einer Größenordnung von etwa 50 Euro im Jahr entstehen. Deshalb ist genau zu überlegen, welche Heiztechnik sinnvoll ist. Durch erneuerbare Energien heizen die Hausbesitzer umweltfreundlich und energieautark, die Anschaffungskosten sind aber meist höher als bei Öl- oder Gas-Brennwerttechnik. Die Anschaffung einer Wärmepumpe schlägt mit etwa 10.000 Euro zu Buche. Beim Passivhaus ist der Raumverlust durch dicke Wände groß. Schon mit einem KfW-Effizienzhaus 55 (so heißt der Energiestandard der Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau) fallen angenehm geringe Energiekosten an. (bis) ■

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Tief durchatmen: Die „Wohlfühl-Klima-Heizung“ sorgt für geregelte Frischluftzufuhr rund um die Uhr dank dem Grundsystem mit hocheffizientem Wärmetauscher und Luft-Luft-Wärmepumpe. Dieses System basiert auf dem Prinzip der Lüftungs- und Wärmerückgewinnungstechnik. Bien-Zenker

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Nachgefragt bei... Ăœber die verschiedenen Wärmepumpentypen sprachen wir mit Ralf GĂśĂ&#x;wein, einem Mitglied der Initiative Wärme+. Nach leitenden Positionen in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Produktmanagement und Werbung zeichnet er aktuell fĂźr den Kundendienst bei Dimplex verantwortlich. FĂźr wen lohnt sich eine Sole/Wasser-Wärmepumpe, fĂźr wen eine Luft/Luft-Wärmepumpe? Ralf GĂśĂ&#x;wein: Die Sole/Wasser-Wärmepumpe nutzt das Erdreich als Wärmequelle, indem entweder eine Sonde oder ein Erdkollektor in den Boden eingebracht werden. Der Vorteil einer Sole-/WasserWärmepumpe gegenĂźber einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe liegt in der etwas hĂśheren Effizienz, da die Wärmequelle Erdreich eine konstant hohe nutzbare Temperatur aufweist. Diese Art der Wärmepumpe bietet sich vor allem bei Neubauten an, wo die Bohrung von vorneherein mit eingeplant werden kann. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt die AuĂ&#x;enluft als Energiequelle und ist daher nahezu Ăźberall einsetzbar. Es sind keine Erdbohrungen zur Errichtung der Erdsonden erforderlich, ebenso entfällt die Verlegung eines Flächenkollektors. Dadurch sind die Investitionskosten fĂźr eine Luft/Wasser-Wärmepumpe vergleichsweise gering. Aufgrund der einfachen Installation wird dieser Wärmepumpentyp meist bei Sanierungen und Modernisierungen eingesetzt. Im Ein- und Zweifamilienhaus ist die Luft/Wasser-Wärmepumpe bezogen auf eine Nutzungsdauer von 20 bis 30 Jahren meist die gĂźnstigste LĂśsung. Erdreichgekoppelte Wärmepumpen haben im Einzelfall ebenfalls wirtschaftliche Vorteile, wenn die Wärmequelle gĂźnstig erschlossen werden kann oder bei hĂśheren Wärmebedarfen die Effizienzvorteile der Sole/Wasser-Wärmepumpe Ăźberwiegen. Im Einzelfall ist immer ein direkter Vergleich sinnvoll. Taugt eine Wärmepumpe auch zur Warmwasserbereitung? Ralf GĂśĂ&#x;wein: Die Wärmepumpe deckt in Kombination mit einem Trinkwasserspeicher den gesamten Warmwasserbedarf bis zum Erreichen einer maximalen Vorlauftemperatur. Der darĂźber hinausgehende Bedarf wird durch eine elektrische Zusatzheizung im Speicher abgedeckt. Mit dieser technischen LĂśsung kann man auch eine gewĂźnschte Warmwassertemperatur bis 60 Grad Celsius durch den Einsatz der Zusatzheizung erreichen. Aus EnergiespargrĂźnden wird jedoch eine maximale Temperatur knapp Ăźber 50 Grad Celsius empfohlen. Zur Vorbeugung gegen Legionellen verfĂźgen Wärmepumpen häufig Ăźber ein automatisches „Anti-Legionellen-Programm“, welches das Wasser regelmäĂ&#x;ig mittels einer elektrischen Zusatzheizung kurzzeitig auf Ăźber 60 Grad Celsius erhitzt und die potenziellen Erreger abtĂśtet.

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Vielen Dank fßr das Gespräch! Sanitär, Heizung, Klima, Erneuerbare Energien Messezentrum Nßrnberg

Webtipp Das vollständige Interview finden Sie unter www.hurra-wir-bauen.de > energiesparen > waermepumpen > experteninterview-waermepumpe

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Energie & Technik

Lüftungsanlagen

Luft und Wasser: Durch sogenannte Integralgeräte, die Lüftungsanlage und Wärmepumpe kombinieren, lassen sich sowohl warmes Wasser als auch Heizwärme erzeugen. Eine angeschlossene Photovoltaik-Anlage kann bis zu 20 Prozent des Wärmepumpenstroms decken. Initiative Wärme+/Devi

Welche Systeme gibt es? • Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: für den Neubau geeignet • Zentrale Abluftanlage mit dezentraler Zuluft: für den Neubau geeignet (Kopplung an Warmwasser-Wärmepumpe möglich; gut kombinierbar mit zweitem Heizerzeuger, z.B. Solarthermie-Anlage) • Dezentrale Lüftungsanlage mit/ohne Wärmerückgewinnung: für Neubau und Altbau geeignet

Frischer Wind in Alt- und Neubau Gut gedämmt und luftdicht müssen Gebäude heute sein, so schreibt es der Gesetzgeber vor. Ohne Lüftungsanlage droht Schimmel und stickige Luft. Wer also nicht pünktlich wie ein Uhrwerk händisch lüften kann und zudem Energie sparen will, braucht Hilfe von einer Lüftungsanlage.

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as bei Autos seit Jahrzehnten völlig normal ist, sorgt beim Thema Hausbau regelmäßig für Diskussionsstoff. Gebäudetechnik, die für ein komfortables und vor allem energieeffizientes Zuhause sorgt, gilt als sehr kostenintensiv. Doch ohne geht es auch nicht. Denn seit 2009 verlangt die DIN 1946-6 (Lüftung von Wohnungen) für jeden Neubau und bei jeder umfangreichen Sanierung ein Lüftungskonzept, dass auch in Abwesenheit der Bewohner die Feuchtigkeit im Haus reguliert und für Frischluft sorgt. Dabei darf jedoch keine wertvolle Heizwärme verloren gehen. Mit einer Lüftungsanlage verschwinden unter Umständen auch störende Nebenerscheinungen, wie beispielsweise Verkehrslärm. Die Fenster können somit geschlossen bleiben und trotzdem ist immer ausreichend Frischluft vorhanden. Zentrale Lüftungsanlagen oder dezentrale sogenannte ThermoLüfter für einzelne Zimmer tauschen die Luft regelmäßig und zuverlässig aus. Allerdings schlagen sie mit bis zu 10.000 Euro für

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

ein durchschnittliches Einfamilienhaus zu Buche. Zudem wollen sie regelmäßig gewartet werden.

So funktioniert die lautlose Übergabe Das Herz jeder Lüftungsanlage ist der Wärmetauscher. Die warme Raumluft, die durch kleine Ventilatoren still und leise nach außen transportiert wird, muss an ihm vorbei und gibt die Wärme ab, bevor sie nach draußen strömt. Gleichzeitig erwärmt diese Abluft die frische Zuluft, die ebenfalls von kleinen Ventilatoren angesaugt wird. Dabei vermengen sich die beiden Luftströme nicht, sondern die Rohrleitungen laufen grob gesagt so dicht aneinander vorbei, dass eine Temperaturübergabe stattfindet. Bis zu 90 Prozent der Energie aus der warmen Raumluft kann so über einen sogenannten Kreuzstromwärmetauscher „rückgewonnen“ werden. Meist ist der Anlage ein Erdwärmetauscher mit einem 20 Meter langen Rohr, das zwei Meter tief in der Erde verlegt wurde, vorgeschaltet. So geHerstellerkontakte ab Seite 97.


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zentral Durchgelüftet: „Logavent“, ein kontrolliertes Wohnungslüftungs-System mit Wärmerückgewinnung lässt sich in Neu- und Altbauten bis 250 m² Wohnfläche einsetzen. Buderus / Bosch Thermotechnik

Angst vor Schimmel in der Lüftung? Sind die Lüftungskanäle innerhalb der Gebäudehülle verlegt und entsprechend geschützt vor Kälte, kann sich keine Feuchtigkeit oder gar Kondenswasser ansammeln und damit auch kein Schimmel bilden. Aufatmen: Pollen, Staub, Lärm, Kälte – all das lässt sich mit einer Lüftungsanlage aussperren. Neben technischer Details bietet der Hersteller zum System „recoVAIR“ viele anschauliche Schemata auf seiner Website. Vaillant

wie von Zauberhand. Auch die Emissionen, sprich Schadstoffe, die Einrichtungsgegenstände, Bodenbeläge oder Anstriche abgeben, haben in der Wohnung nichts verloren und finden ihren Weg nach draußen. Gerade Allergiker wissen eine solche Anlagen zu schätzen, denn ein weiterer Bestandteil der Lüftung sind integrierte Filter. „F7“ lautet die Mindestfilterklasse, besser ist „F9“ oder sogar ein Pollenfilter. Bei regelmäßigem Filtertausch bleiben die Luftkanäle sauber und dementsprechend auch die Raumluft. Nichts desto trotz empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung der Rohrleitungen in einem Intervall von fünf bis acht Jahren, „die allerdings bis zu 1.000 Euro kostet“, berichtet Energieberater Volker Davids der Planungsgemeinschaft H+V Davids & Partner. Dieser lebt selbst in einem Haus mit kontrollierter Lüftungsanlage und berät Sanierer sowie Neubauer regelmäßig zu diesem Thema. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Kamera und Reinigungsgerätschaften bur vom FAchmann bedient, ihren Weg durch das Leitungssystem finden.

langt selbst bei -20 Grad Außentemperatur die Luft mit Plusgraden ins Gebäude. Auch ein Sole-Erdwärmetauscher kann diesen Zweck erfüllen. Hierbei wird wiederum die Bodentemperatur in den Kreislauf übergeben. Bei beiden Verfahren lässt sich im Sommer damit Kühle aus der Erde gewinnen. Bei besonders energieeffizienten Geräten ist eine Wärmepumpe integriert, die sogar noch der Abluft wortwörtlich etwas Wärme abringen kann und wiederum an die Raumluft abgibt. Abgeführt und verteilt wird die Raum- und Frischluft durch 15 bis 20 Meter lange Kanäle, die meistens in der Decke oder auch im Fußboden verlaufen. Die Öffnungen für Ab- und Zuluft sollten weit genug voneinander entfernt liegen, damit sich die gesamte Raumluft durchmischen kann. Wieviel Luft ausgetauscht werden sollte, ist genormt. Bis zu 30 m3/h pro Person (Kubikmeter pro Stunde) sind optimal. Dabei wird jedoch nicht nur abgeatmete Luft nach draußen transportiert. Feuchtigkeit vom Duschen und Kochen verschwindet

Frische-Gefühl: Mit einem „Jung KNX-Klimasensor“ lassen sich CO2-Gehalt, der Luftfeuchtegehalt und die Temperatur messen und dementsprechend je nach eigestelltem Grenzwert Lüftung oder Fensteröffner aktivieren. Albrecht Jung

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Energie & Technik

Lüftungsanlagen

dezentral Ohne Kanal-Gewirr: Auch wenn es preislich kaum einen Unterschied zwischen zentraler und dezentraler Anlage gibt, ist der Installationsaufwand gerade im Altbau erheblich geringer mit einer dezentralen Lüftung. Marley

Raumweise: Die Reinigung und Wartung von dezentralen Lüftungsanlagen kann der Bauherr selbst durchführen. Regeln lassen sich die einzelnen Thermo-Lüfter Raumweise oder auch zentral. Inventer

Dafür lässt sich mit einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung bis zu 22 Prozent Energie sparen. Selbst beim Einsatz dezentraler Lüftungsgeräte können Sie eine Energieeinsparung von zirka 18 Prozent erwarten. Bei Gebäuden, die noch effizienter gebaut werden, wie etwa ein KfW-Effizienzhaus 70 lässt sich der Primärenergiebedarf mittels Lüftung mit Wärmerückgewinnung um mehr als 30 Prozent beziehungsweise 50 Prozent senken.

Augen auf beim Einbau! Auch wenn Sie sich auf die Handwerker verlassen können sollten, schadet es nicht, kritisch hinzuschauen, wenn die Rohre verlegt werden. Diese müssen blütenrein auf der Baustelle ankommen und dürfen keinesfalls während staubiger Trockenbauarbeiten verlegt werden, sonst ist das System bereits von Anfang an verunreinigt.

Raum für Raum Alternativ lässt sich das Haus über dezentrale Thermo-Lüftern mit Frischluft versorgen. Bei diesen funktioniert das Prinzip des Wärmetausches im Kleinen über einen Kreuzstromwärmetauscher oder im zeitversetzten Gegenstromverfahren. Da hier lediglich jeweils eine kleine Öffnung in der Fassade anstatt eines Rohrsystems notwenig ist, lässt sich dieses Lüftungssystem gerade bei der Sanierung von Altbauten einsetzen. Man spart sich eine aufwändige Verlegung der Rohre durch das gesamte Haus und deren Verkleidung in abgehängten Decken und hinter Gipskartonwänden. Auch beim Neubau ist dieses System sinnvoll, denn die Reinigung der Lüfter kann der Hausherr selbst durchführen. Schnell ist von innen die Abdeckung ab-

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Klein aber oho: Frischluft ist wichtig, dabei sollen die Gerätschaften dafür unauffällig sein. Ein sehr dezenter Lüfter ist der „LA 30 WRG“. Er arbeitet mit einem keramischen Kern, der sich durch die Raumluft erwärmt und damit die einströmende Außenluft vorwärmt. Stiebel Eltron

genommen und der Blick frei auf Filtervilies und Keramik- oder AluWärmetauscher. Ist der Filter verunreinigt lässt er sich in der Waschmaschine reinigen oder man schneidet sich selbst aus der Vliesmeterware einen neuen zurecht. Der Wärmetauscher aus Keramik, wie er von den Herstellern Lunos oder Inventer angeboten wird, ist nach einer Runde in der Spülmaschine wieder so gut wie neu. Der Nachteil dieser Lösung liegt in der Energieeffizienz, die mit zirka 80 Prozent Wärmerückgewinnung etwas geringer liegt. Zudem frieren die Thermo-Lüfter bei extremen Außentemperaturen manchmal zu, wenn sie nicht dauernd betrieben werden und ein vorgeschalteter Frostschutz fehlt. Zentrale Lüftungsanlagen besitzen zu diesem Zweck oft einen Erdwärmetauscher. Letztlich ist die zentrale Anlage eher etwas für den Neubau, die Thermo-Lüfter gehen für beides. (mey) ■

8 Tipps für die richtige Lüftungsanlage 1. Lassen Sie Ihre Anlage unbedingt von Fachleuten planen und installieren. 2. Filter, Ventilatoren und Rohre sollten für die Wartung gut zugänglich sein. 3. Eine korrekt eingestellte Anlage arbeitet zugluftfrei. 4. Moderne Lüftungssysteme von Qualitätsherstellern arbeiten leise. 5. Empfohlen wird bei dichter Bauweise eine Wärmerückgewinnung von über 80 Prozent und eine Leistungsaufnahme unter 0,4 Wh/m³. 6. Fordern Sie vor Inbetriebnahme eine ausführliche Einweisung. 7. Ihre Lüftungsanlage sollte sich bedarfsgerechte regeln lassen. 8. Vertrauen Sie Ihrer Lüftungsanlage im Winter und lassen Sie die Fenster geschlossen! Quelle: Bundesindustrieverband Deutschland Haus, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH), Köln

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Reportage

Energieeffizient bauen

Entschieden dagegen: Katharina und Stefan Kaiser haben sich gegen eine kontrollierte Wohnraumlüftung entschieden, weswegen es wichtig ist, Räume mit Geruchsund Feuchtigkeitsentwicklung vom Rest der Wohnung trennen zu können. Küche und Esszimmer sind aus diesem Grund durch eine Glastür abgrenzbar.

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen


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Grüne Jugend von heute Wer sich heute entscheidet zu bauen, muss gewisse Mindestenergiestandards einhalten. Katharina und Stefan Kaiser, beide 28 Jahre jung, gingen bei ihrem Neubau noch einen Schritt weiter und übertrafen die gesetzlichen Energie-Richtlinien, auch wenn sie dafür ein paar Euro mehr investieren mussten.

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ald, Wiesen und einige idyllische Gewässer prägen die Heimat von Katharina und Stefan Kaiser, zirka 40 Kilometer südwestlich von Nürnberg. Vielleicht sind die beiden aus diesem Grund schon von vorneherein empfänglicher für umweltbewusstes Bauen. Ihre Heimatstadt tut ihr Übriges: Wie viele Kommunen in Deutschland arbeitet auch Roth an der Energiewende im Kleinen. Zusammen mit den Stadtwerken veranstaltet das zuständige Landratsamt regelmäßig Energieinformationsabende. Einen davon besuchte das junge Paar. Zu dieser Zeit wohnten die beiden noch bei den Eltern von Katharina Kaiser in einer Einliegerwohnung unter dem Dach. Erste Versuche andernorts eine preislich akzeptable Mietwohnung zu finden, scheiterten – warum dann nicht gleich bauen? Über Bekannte erfuhren die Realschullehrerin und der Exportmanager, dass im Heimatort von Katharina Kaiser ein Grundstück frei werden könnte. Fingerspitzengefühl und Beziehungen sicherten schließlich die Option auf die Parzelle. Dafür setzten die jungen Leute ihr gesamtes Erspartes ein.

Selbst ist der Bauherr

Im Sonnensystem Sonnenlicht wird über das Dach vielfältig und gestalterisch ansprechend genutzt, denn Solarthermie-Kollektoren, Photo-

Es werde Licht: Die Ankleide im Obergeschoss wird von Schlaf- und Kinderzimmer flankiert. Ohne das Dachfenster hätte dieser Raum kein Tageslicht. Gerade Räume unter Dachschrägen wirken durch natürliches Licht größer. | Unscheinbar: Durch gleiche Abmessungen und die Indachkonstruktion wirken die unterschiedlichen Flächen der Photovoltaik-Module, der Solarthermie-Kollektoren und der Dachfenster einheitlich und gleichmäßig. Damit spart man sich an dieser Stelle die Dacheindeckung.

Ab hier hätte ein Architekt übernehmen können, doch die Kaisers waren zu allem entschlossen und wollten ihren Traum vom Haus selbst auf den Weg bringen. Anderthalb Jahre ließen sich die beiden Zeit, wälzten unzählige Magazine, besuchten Messen und studierten die Grundrisse in Katalogen von Hausherstellern. Auch die Fertighausausstellung in Poing brachte den beiden wichtige Erkenntnisse, sogar ein Angebot eines bekannten Herstellers wurde angefordert. Eine Wartezeit von neun Monaten veranlasste Katharina und Stefan Kaiser schließlich einen ortsansässigen Bauunternehmer für Massivbau zu beauftragen. Firma Wolfrum aus Greding bekam nicht zuletzt durch den sympathischen und kompetenten Bauleiter den Zuschlag. Im Juni 2011 rückten schließlich die Bagger an. Bis auf eine kleine Verzögerung bei der Trocknung des Estrichs in den Wintermonaten schritt alles problemlos voran. Bis nach zirka zwei Dritteln der Bauphase der Bauleiter sein Beschäftigungsverhältnis beendete. Trotzdem führte er die Objektbetreuung beim Neubau der Kaisers so gut es ging weiter. Allerdings blieb es den Bauherren, die ohnehin jeden Tag auf der Baustelle vorbeischauten, nicht erspart selbst bei der Bauleitung mitanzupacken. Bis zur Fertigstellung verbrachte Katharina Kaiser jeden Nachmittag nach der Schule Seite an Seite mit den Handwerkern – mit gutem Ergebnis.

Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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RG_Esh114_RepFath_UN_Musterseite FH 10.03.14 10:48 Seite 80

Reportage

Energieeffizient bauen

Häuschen im Grünen: Bei einem Neubau lässt sich die Dachneigung so wählen, dass Solarthermie-Kollektoren und Photovoltaik-Module die optimale Sonneneinstrahlung erhalten. GARAGE

Technische Daten

GARD. WC ABST. WOHNEN

BAD/WC

KIND

FLUR

FLUR ESSEN SCHLAFEN

KOCHEN KIND

ARBEITEN

ANKLEIDE

EG

OG

Wohnfläche: 160 m² | Grundstücksfläche: 677 m² | Bauweise: Ziegel 36,5 mm (keine zusätzliche Dämmung) | Jahresprimärenergiebedarf: 47,4 kWh/(m²a) | Technische Ausstattung: Photovoltaik-Indach-Module (49,3 m²), Solarthermie-Anlage (Kollektorfläche 10,2 m²) mit 1.000 Liter Pufferspeicher, wassergeführter Kaminofen, Gastherme (3.000 Euro), dreifach wärmeschutzverglaste Kunststofffenster | Grundstückskosten: 100.000 Euro | Baukosten ohne Solartechnik: 280.000 Euro | Baukosten gesamt (inklusive Photovoltaik und Solarthermie): 320.000 Euro

voltaik-Module und Dachfenster sind als Indachvarianten und waren. Eine Besonderheit bei einem Neubau dieses Standards ist, in einem Format ausgeführt, wodurch sie sich rasterartig austau- dass er ohne Lüftungsanlage auskommt. Die Kaisers entschieden schen oder einsetzen lassen und eine gleichmäßige Dachfläche er- sich für eine diffusionsoffene Gebäudehülle aus Ziegeln, die ohne geben. Diese gestalterischen Vorzüge waren für die Kaisers aus- Vollwärmeschutz ausgeführt wurde. Allerdings verpflichten sich die schlaggebend, obwohl der Vater von Stefan Kaiser bei einem Bauherren damit zu diszipliniertem, manuellem Lüften. Da Kathaanderen Photovoltaik-Paneel-Hersteller berina Kaiser durch ihre Lehrtätigkeit nachmitschäftigt ist. tags zu Hause arbeitet, kann sie das konse„Entweder man hat die Die Photovoltaik-Module, „Fath Volt“ samquent übernehmen. Ein fehlender Vollmeln Sonnenstrom und krönen das Dach der Einstellung oder nicht“, wärmeschutz erleichtert zudem das Recycling Katharina Kaiser, die Bauherrin über Kaisers. Außerdem gewinnen die Solartherder Baumaterialien, wenn das Haus in ferner mie-Flachkollektoren mit Edelgasfüllung den Willen ökologisch zu bauen. Zukunft ausgedient hat. „Fath Joule“ die Hitze für das Warmwasser. Auf ökologische Weise wird sogar das WasDieses wird in einem 1.000-Liter-Pufferspeiser für die Toilettenspülung über eine Recher zwischengelagert. Ein wassergeführter Kaminofen kann die- genwasserzisterne gewonnen. sem System jederzeit zugeschaltet werden. Allerdings war dieser Insgesamt sind Katharina und Stefan Kaiser sehr stolz auf ihr neues den Sommer über noch nicht in Betrieb. Obwohl für Katharina und Zuhause, zumal schon Freunde und Bekannte sie um ihre planerischen Stefan Kaiser dieses Konzept stimmig war, gerade in Verbindung Fähigkeiten baten. Auch wenn im Falle der Kaisers der Neubau gemit den 36,5 Zentimeter starken Ziegelwänden, bestand der zu- lungen ist, bleibt es unerlässlich, sich vom Profi helfen zu lassen. ■ ständige Heizungsbauer zur Sicherheit auf eine Gastherme, zumal die entsprechenden Leitungen bereits in der Siedlung vorgesehen Text: Lydia Meyer / Fotos: Fath Solar

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Wasserqualität

Foto: International Copper / mein Haus kriegt Kupfer

Energie & Technik

Saubere Sache

Foto: perma-trade

Jeder der längere Zeit im Ausland war oder vielleicht auch nur einen Urlaub lang, weiß zu schätzen, dass man hierzulande bedenkenlos seinen Durst am Wasserhahn löschen kann. Doch in alten Gebäuden ist das kühle Nass mit Vorsicht zu genießen, denn Blei und Keime sorgen häufig für Verunreinigungen.

Wussten Sie schon? • Trinkwasser wird zu zwei Dritteln aus Grundwasser und zu einem Drittel aus Oberflächengewässern gewonnen. • Die Trinkwasserverordnung regelt die Grenzwerte für Schadstoffe im Wasser bis zur Wasseruhr. • Hauseigentümer sind für Verunreinigungen durch veraltete Leitungen selbst verantwortlich. • Die häufigsten Verunreinigungen im Trinkwasser entstehen durch alte Bleirohre, minderwertig verzinkte Stahlrohre und Keime. • Bis Anfang der 1970er-Jahre wurden in Deutschland Bleirohre verbaut. • Seit 1. Dezember 2013 gelten die erneut verschärften Grenzwerte von maximal 10 Mikrogramm Blei pro Liter. • Gefahr erkannt: Das verhältnismäßig weiche silbergraue Metall alter Bleirohre lässt sich leicht einritzen. Außerdem verrät ein dumpfer Klang beim Draufklopfen das Material. • Eine einfache Wasseranalyse kann man für

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

zirka 20 Euro bei den örtlichen Wasserwerken durchführen lassen. • Bleihaltiges Wasser schädigt insbesondere Säuglinge und Kleinkinder. • Vermeiden Sie Schädigungen durch sogenanntes Stagnationswasser. Lassen Sie morgens erst einige Sekunden Wasser in das Spülbecken laufen, bevor Sie es trinken. • Wählen Sie Rohre aus Kupfer, Edelstahl oder Kunststoff mit Unbedenklichkeitserklärung. • Zu weiches Wasser begünstigt Korrosion in den Leitungen, zu hartes kann im schlimmsten Fall zum Rohrverschluss führen und bildet einen Nährboden für Keime. • Um herauszufinden, ob das eigene Trinkwasser hart oder weich ist, genügt ein einfacher Teststreifen. Das baden-württembergische Unternehmen perma-trade Wassertechnik bietet diese kostenlos an. • Lassen Sie eine Sanierung der Trinkwasserrohre nur von einem Fachbetrieb durchführen.

Webtipps www.wasserwaermeluft.de www.gutesbad.de

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Tipps

Heizung herunter regeln!

Energie & Technik

Bild: Dena

Bild: Danfoss

Spülmaschine nutzen!

Drehen Sie beim Verlassen der Wohnung die Heizung runter. Zwar ist es in den ersten Feierabendminuten zu Hause etwas frisch, aber jedes abgesenkte Grad Celsius senkt den Energieverbrauch um sechs Prozent. Auch Feuchtigkeit und damit einhergehende Schimmelbildung ist kaum ein Problem, obwohl kühle Luft weniger Wasser aufnehmen kann. Richtiges Lüften wirkt vorbeugend, zudem fällt bei Abwesenheit der Bewohner weniger Feuchte an.

Verschwenden Sie kein wertvolles Wasser. Eine moderne, voll beladene Spülmaschine verbraucht pro Waschgang nur zwölf bis 14 Liter. Um dieselbe Geschirrmenge von Hand sauber zu bekommen, müssen mindestens 50 Liter Wasser fließen. Für die meisten Verschmutzungen reicht übrigens der stromsparende Waschgang mit 50 Grad völlig aus. Auf eine Vorwäsche von Hand ist in den meisten Fällen unnötig.

Im Sparmodus Die Energiepreise steigen weiter und beim Blick auf die Rechnung läuft uns ein Schauer über den Rücken. Nehmen Sie Ihren Haushalt genauer unter die Lupe und setzen Sie die Energiefresser auf Diät. Oft senken bereits einfache Maßnahmen die Kosten nachhaltig.

Sparsame Geräte kaufen!

Wassersparen!

Achten Sie beim Kauf neuer Haushaltsgeräte auf deren nachgewiesene Energieeffizienz. LCD-Fernseher sind zum Beispiel gegenüber Plasma-Geräten die eindeutigen Sieger beim Stromsparen. Natürlich gilt für beide Technologien, je größer die Bildschirmformate sind, umso mehr Strom benötigen sie. Nicht vergessen: Trennen Sie die Geräte nach dem Gebrauch immer ganz vom Stromnetz, sonst frisst die Stand-by-Funktion weiterhin unnötig Strom. Mit Hilfe von Energieeffizienzlabels verschaffen Sie sich leicht einen Überblick.

Unter der Dusche lässt sich prächtig Wasser sparen, ohne an der eignen Körperhygiene Abstriche zu machen: Wassersparbrausen mit intelligentem Dosiersystem verbrauchen pro Minute nur noch sechs Liter Wasser. Durch konventionelle Brausen strömen zwölf oder mehr Liter pro Duschgang. Zusätzlicher Vorteil: Die neuen Sparbrausen verkalken auch weniger schnell, da der Wasserdurchfluss geringer ist.

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Bild: Lakal

Bild: Grundfos

Haushülle dicht machen!

Über die Außenhülle des Hauses geht die meiste Heizwärme verloren. Um diese Energieverluste zu reduzieren, muss es nicht immer eine Komplettsanierung sein. Wer seine Heizkörpernischen mit Dämmstoffplatten auskleidet, hat schon viel bewirkt. Auch moderne, wärmegedämmte Rollläden bewirken energetische Wunder, denn gerade Fensteröffnungen erweisen sich als energetische Schwachstellen.

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Energie & Technik

Elektromobilität

Unter Strom Sie erobern unsere Straßen: Elektroautos. Verbesserte Motorleistung, mehr Fahrkomfort und eine größere Ladekapazität soll es in Zukunft geben. Erste Erfolge zeigen die neuen E-Modelle. Doch wo stehen wir in der Entwicklung einer dauerhaften Elektrifizierung?

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er Automobilmarkt war 2013 rückläufig. Laut den Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KFB) war die Anzahl der neu zugelassenenen Personenkraftwagen (Pkw) mit 2,95 Millionen im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent geringer als 2012. Insbesondere Umweltaspekte beeinflussen den Automobilmarkt derzeit stark – das zeigt die Zahl der 2013 angemeldeten Elektro-Pkws, die sich auf 6.051 Einheiten verdoppelte.

Trend zum E-Car Grund für den starken Aufschwung sind unter anderem die steigenden Ölpreise und die damit einhergehende politische Forderung nach mehr Unabhängigkeit von den Ölimporten. Auch Deutschlands Bestreben, seine Spitzenposition als Motorentechnologieland Nummer Eins zu behaupten, sind Grund für den Marktwachstum. Mit der Initiative „Schaufenster Elektromobilität“ will die Bundesregierung groß angelegte regionale Demonstrations- und Pilotvorhaben mit bis zu 50 Millionen Euro aus Bundesmitteln fördern, die Aspekte wie Fahrzeuge, Energie- und Verkehrssysteme miteinander verbinden. „Die neuen ‚Schaufenster‘ werden zum Aufschwung der Elektromobilität in Deutschland erheblich beitragen. Schließlich sollen 2020 mindestens eine Million Elektroautos auf unseren Straßen unterwegs sein. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge sollte aus deutscher Produktion kommen“, erklärt Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer. Zu den ausgewählten „Schaufenster“-Regionen zählen Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Niedersachsen und Bayern/Sachsen.

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Betrieben werden die leisen Stromer mit einer Lithium-IonenBatterie, die derzeit noch zu schwer, zu groß und zu teuer ist. Eine verbesserte Leistungs- und Energiedichte soll dieses Manko ausgleichen. Wirtschaftlicher, zuverlässiger und sicherer ist das Ziel der Hersteller. Das Thema Sicherheit spielt vor allem bei Unfällen eine übergeordnete Rolle. Hier gilt es, die Lithium-Batterie des Elektroantriebs auf ihren Zustand zu überprüfen und sie, je nach Situation, den Angaben des Herstellers entsprechend zu entladen. Um das Innere der Zelle vor Überhitzen zu schützen, werden unter anderem Separatoren aus Folie eingesetzt, die bei zu hohen Temperaturen den Stromfluss in der Zelle durch ihr Schmelzen unterbrechen. Aber auch Wasser ist ein bewährtes Löschmittel, das im Falle eines Brandes schnell zur Verfügung steht. Stete Temperaturschwankungen beeinflussen die Lithium-Batterie nachhaltig. So verkürzen hohe Temperaturen die Lebensdauer, während niedrige zu einem Abfall der Leistung führen.

Kosten-Nutzen-Faktor Wer mit einem Elektromobil sparen will, tut sich schwer: Die Anschaffungskosten für ein Elektromobil liegen derzeit zwischen 10.000 und 20.000 Euro über dem Preis herkömmlicher Kraftfahrzeuge. Doch nicht nur der hohe Preis schreckt viele Verbraucher noch ab, sondern auch die ungenauen Angaben zur Lebensdauer der Lithium-Batterie. Vor dem Hintergrund, dass es sich hierbei um die teuerste Komponente des Elektromobils handelt, ist das wenig beruhigend. Pro Kilowattstunde Speicherkapazität kos-

VW – E-up

Opel – Opel Ampera (Hybrid)

Grundpreis: 26.9000 Euro | Reichweite: 160 Kilometer | Ladedauer Schnellladung: zirka 30 Minuten auf 80 Prozent Kapazität | Vollladung: bis 6 Stunden (an Wallbox) | Leistung: 82 PS | Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

Grundpreis: 38.300 Euro | Reichweite: 40 bis 80 Kilometer elektrisch, insgesamt über 500 km | Ladedauer Vollladung: 4 Stunden (an Wallbox) | Leistung: 150 PS | Höchstgeschwindigkeit: 161 km/h

Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Alle Preise sind Zirka-Preise inklusive Mehrwertsteuer. Herstellerkontakte ab Seite 97.


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BMW – BMW i3 (Solarcarport von Solarwatt)

Grundpreis: 34.950 Euro | Reichweite: bis 160 Kilometer | Ladedauer Gleichstrom-Schnellladung: zirka 30 Minuten auf 80 Prozent Kapazität; WechselstromLaden an öffentlicher Ladesäule: zirka 3 Stunden; Laden an Haushaltssteckdose: 6 bis 8 Stunden | Leistung: 170 PS | Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h

ten die Batterien zwischen 500 und 1.000 Euro. Um den Preis nach unten zu treiben, sieht Eckhard Fahlbusch, Beirat des Bundesverbands eMobilität, die Lösung in der Serienfertigung. Einem solchen Massenmarkt könne die Politik durch „verbrauchernahe Kaufanreize und geeignete Finanzierungsinstrumente“ den nötigen Auftrieb geben. Doch nicht nur ein kleinerer Preis auch mehr Reichweite macht die Stromer attraktiver. Bisher ist nach 100 bis 150 Kilometern ein Boxenstopp an der Steckdose fällig. Deutsche Unternehmen wie Audi peilen in den nächsten Jahren für das reine Elektromobil eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern und für

das Plug-in-Hybridauto (e-tron) von bis zu 500 Kilometern an. Hybride Automobile sind der Schlüssel für das Zurücklegen längerer Strecken. Mit Elektro- und Verbrennungstechnik oder Erdgasund Elektromotor ausgestattet, sind die technischen Kombinationen die Wegbereiter für eine langfristige Elektrifizierung der Fahrzeuge. Verstärkt getüftelt wird auch an Fahrzeugen mit Brennstoffzellentechnik, die mittels eigenen Wasserstoffs den Strom für den Elektromotor produzieren. Wie schnell sich der Markt alternativer Fahrzeuge entwickelt, hängt nicht zuletzt von einer Infrastruktur mit ausreichenden Ladestationen ab. (kna/erv) ■

Nissan – Nissan Leaf

Renault – Renault-Zoe

Batteriemiete monatlich rund 79 Euro

Grundpreis: 29.690 Euro | Reichweite: 199 Kilometer | Ladedauer Schnellladung: zirka 30 Minuten auf 80 Prozent Kapazität | Vollladung: 7 bis 8 Stunden | Leistung: 109 PS | Höchstgeschwindigkeit: 144 km/h

Grundpreis: 21.700 Euro | Reichweite: 210 Kilometer | Ladedauer Schnellladung: zirka 60 Minuten auf 80 Prozent Kapazität | Vollladung: 6 bis 9 Stunden | Leistung: 82 PS | Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h

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Energie & Technik

EnEV-Novelle 2014

Das sollten Sie wissen

Foto: Marco2811/Fotolia.com

Der Bauherren-Schutzbund e.V. hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bauforschung Hannover (IfB) einen Ratgeber zu den Neuerungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) erarbeitet. IfBDirektorin Heike Böhmer erläutert Änderungen und Hintergründe.

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ie erste Fassung der Energieeinsparverordnung trat 2002 in Kraft und löste die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung ab. Somit wurden erstmals bauliche und heizungstechnische Anforderungen am Gebäude (Bestand und Neubau) gemeinsam betrachtet. Seitdem steht fest, wie viel Heizenergie ein neu errichtetes oder umfassend saniertes Gebäude maximal verbrauchen darf. Bauherren und Eigentümer können selbst entscheiden, auf welchem Weg sie die Anforderungen erfüllen wollen. Manche bevorzugen eine dicke Dämmung und ausgefeilte Haustechnik, andere eine besonders effiziente Heizungsanlage. Die Verordnung setzt darüber hinaus Mindeststandards für die energetische Qualität der Gebäudehülle fest. Seit der letzten gültigen Fassung der EnEV (2009) ist viel passiert – die Politik hat zur Energiewende aufgerufen, die Heiztechnik ist effizienter geworden und regenerative Energien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Im Oktober vergangenen Jahres haben Bundesregierung und Bundesrat eine Novelle der Verordnung verabschiedet. Deren wichtigste Neuerung: Die Anforderung an den zulässigen Energiebedarf von Neubauten wird ab dem 1. Januar 2016 um 25 Prozent erhöht. Für Bestandsimmobilien hingegen bleiben die geltenden Vorgaben gleich.

Energieausweis mit Effizienzklassen

Bauen und Modernisieren mit der EnEV 2014 Wer heute baut und modernisiert, muss die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) beachten. Bauherren und Eigentümer sind verpflichtet, diese gesetzlichen Anforderungen an die Energieeffizienz umzusetzen. Der Bauherren-Schutzbund e.V. hat dazu in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bauforschung Hannover (IfB) einen Ratgeber erarbeitet. IfB-Direktorin Heike Böhmer erläutert Änderungen und Hintergründe. (erv)

Frau Böhmer, welchem Ziel dienen die jetzt novellierten Gesetze? Heike Böhmer: Die ab 1.Mai dieses Jahres geltende EnEV 2014 setzt die EU-Gebäuderichtlinie um. Beabsichtigt ist, dass die EUMitgliedsstaaten ab 2021 im Neubaubereich nur noch Niedrigstoder Nullenergie-Gebäude errichten und ein nahezu klimaneu-

Mit der EnEV-Novelle ändern sich auch die Energieausweise. Ihre Gestaltung wird verbraucherfreundlicher, da sie die Energieeffizienz eines Gebäudes nicht mehr nur anhand einer Farbskala von Grün

(niedriger Energiebedarf) bis Rot (hoher Energiebedarf) darstellen. Gebäude werden künftig in Energieklassen eingestuft, die von A+ bis H reichen. Diese Kennzeichnung hat sich bei Elektrogeräten, wie Kühlschränken oder Waschmaschinen, seit vielen Jahren etabliert und bewährt. Immobilienverkäufer und -vermieter sind verpflichtet, den Ausweis bereits bei der Besichtigung den Interessenten vorzulegen. Die Kennwerte müssen zudem in Immobilienanzeigen angegeben werden.

Die wichtigsten Änderungen im Vergleich zur EnEV 2009 auf einen Blick:

Übersichtlich: Die Bewertung für den Energieverbrauch von Wohngebäuden im sogenannten Energieausweis wird künftig vereinheitlicht und klarer gefasst. Effizienzklassen von A+ bis H zeigen Verbrauchern, wie energieeffizient ein Haus gebaut ist. Dena

7. Erweiterung der Aushangpflicht für Energieausweise (gilt für öffentliche Gebäude mit starkem Publikumsverkehr ab 250 Quadratmeter Nutzfläche und entsprechende private Gebäude ab 500 Quadratmeter Nutzfläche). 8. Senkung des Primärenergiefaktors von Strom auf 2,4 und ab 2016 auf 1,8. 9. Einführung von Stichprobenkontrollen für Energieausweise. 10. Neues Kontrollsystem für Inspektionsberichte von Klimaanlagen.

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Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Stand 11 /2013

1. Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen (Gesamtenergieeffizienz) an neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude um 25 Prozent ab 1.1.2016. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss zudem im Schnitt etwa 20 Prozent besser ausgeführt werden. 2. Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden und nach dem 1.1.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie für bestimmte selbstnutzende Ein- und Zweifamilienhausbesitzer. 3. Für den Gebäudebestand sind darüber hinaus keine wesentlichen Verschärfungen vorgesehen. 4. Neuskalierung des Energieausweises für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a) und Stärkung der Modernisierungsempfehlungen. Der Bandtacho wird zusätzlich durch Energieeffizienzklassen von A+ bis H ergänzt. 5. Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind künftig verpflichtet, den Energieausweis an Käufer bzw. Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden. 6. Energetische Kennwerte (Endenergie) müssen künftig im Falle des Verkaufs oder der Vermietung in Immobilienanzeigen angegeben werden. Liegt ein Energieausweis mit Energieeffizienzklasse vor, muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden.

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Energie & Technik

EnEV-Novelle 2014

traler Gebäudebestand erreicht wird. Auch das Energieeinsparungsgesetz von 2013 und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz wurden dahingehend geändert.

milienhäusern befreit, die vor dem 1.2.2002 in dem Gebäude mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben.

Was ändert sich beim Energieausweis? Was regeln diese Gesetze? Heike Böhmer: Sie legen energetische Mindestanforderungen und den Weg dahin fest. Das betrifft Neubauten, Modernisierungen, Um- und Ausbauten sowie Erweiterungen bestehender Gebäude. Auch die Anlagen zum Beheizen, Kühlen, Belüften und die Warmwasserversorgung sind erfasst. Formuliert sind zudem Anforderungen an Energieausweise für Gebäude im Neubau und Bestand, dazu Nachrüst- und Austauschpflichten, Inspektions-, Wartungsund Kontrollleistungen. Unter anderem bedeutet das: Jeder Eigentümer eines selbstgenutzten oder vermieteten Neubaus mit einer Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmetern muss seinen Bedarf an Wärmeenergie anteilig aus erneuerbaren Energien wie Solarthermie, Geothermie, Bioenergie oder Umweltwärme decken. Infrage kommen aber auch Ersatzmaßnahmen wie Kraft-Wärme-Kopplung, Wärme aus dem Nah- oder Fernwärmenetz, Nutzung von Abwärme und die Wärmedämmung der Gebäudehülle.

Was bleibt, was ist neu bei der EnEV 2014? Heike Böhmer: Bereits in der EnEV 2009 wurden hohe Anforderungen an den Wärmeschutz der Gebäudehülle und die Anlagentechnik von Neubauten und Bestandsgebäuden festgeschrieben. Hauptelemente der jetzt novellierten EnEV sind verschärfte Effizienzkriterien, die verbesserte Aussagekraft des Energieausweises sowie Prüf- und Kontrollaspekte. Danach ist der Gesamtenergiebedarf bei Neubauten ab 2016 um 25 Prozent zu senken. Zulässige Wärmeverluste über die Gebäudehülle sind um etwa 20 Prozent zu verringern. Die bereits 2009 eingeführte ReferenzhausMethodik bleibt unverändert. Sie verlangt, dass der vorausberechnete Jahres-Primärenergiebedarf eines geplanten Wohnhauses den eines entsprechenden Referenzwohnhauses nicht überschreitet.

Gelten die Verschärfungen auch für Bestandsbauten? Heike Böhmer: Nein, für Häuser im Bestand sind keine vergleichbaren Verschärfungen vorgesehen. Auch die Bagatellgrenze wird beibehalten. Das heißt: Umfassen Änderungen am Haus weniger als 10 Prozent der gesamten Bauteilfläche der Gebäudehülle, stellt die EnEV keine Bedingungen. Veränderungen gibt es jedoch bei den Nachrüst- und Austauschpflichten, beim Bewerten von Gebäudeerweiterungen und -ausbauten sowie bei Anforderungen an zu modernisierende Bauteilflächen.

Heike Böhmer: Zunächst das Aussehen. Mit der EnEV 2014 wird die Energieeffizienz in farbigen Stufen mit Klassifizierungen von A bis H dargestellt. Wie bisher gilt der Ausweis zehn Jahre, bestehende Ausweise behalten ihre angegebene Gültigkeit. Modernisierungsempfehlungen werden als regulärer Teil integriert. Werden zwecks Verkäufen oder Vermietungen kommerzielle Immobilienanzeigen veröffentlicht, müssen künftig energetische Kennwerte der Endenergie angegeben werden. Für jedes neugebaute Wohngebäude ist ein Energieausweis auszustellen und dem Eigentümer zu übergeben. Eine Vorlagepflicht besteht auch für Verkäufer und Vermieter an potenzielle Käufer und Mieter – spätestens bei der Besichtigung.

Energetisch bauen und modernisieren sind anspruchsvolle Vorhaben. Wen sollten Bauherren beratend hinzuziehen? Heike Böhmer: Jeder Bauherr sollte ein nachhaltiges Ergebnis, das heißt ein energetisch effizientes Gebäude anstreben, das für eine langfristige Nutzung ausgelegt ist. Dabei darf nicht nur an die kurzfristigen Baukosten gedacht werden. Um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, ist Beratung durch ausgewiesene Fachleute empfehlenswert. Das kann beispielsweise durch unabhängige Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbundes geschehen. Sie unterstützen bei Vorbereitung und Bau eines neuen Hauses. Sie unterziehen eine Bestandsimmobilie einer gründlichen Analyse und begleiten Bauherren bei der Modernisierung. Energetische Beratungen, Messverfahren und eine baubegleitende Qualitätskontrolle helfen, ein Wunschergebnis zu erreichen.

Welche Förderungen gibt es? Heike Böhmer: Zahlreiche Institutionen bieten spezielle Förderungen für energiesparendes Bauen und Modernisieren an. Man findet sie bei der KfW, der BAFA und in den Förderprogrammen der einzelnen Bundesländer. Es lohnt, vorab gründlich zu recherchieren! Denn der Antrag muss vor Beginn der Bauarbeiten erfolgen. Sinnvoll ist, drei bis vier Monate bis zur Bewilligung einzuplanen. Der beantragte Standard muss zwingend erreicht werden. Eine planungs- und baubegleitende Qualitätskontrolle ist auch aus diesem Grund empfehlenswert, nicht zuletzt, weil sie neben einer energetischen Beratung gefördert wird. Auch hier helfen die geschulten Experten des Bauherren-Schutzbundes. ■ Interview: Bettina Erdmann (Pressebüro Transit)

Wie sieht es bei der Anlagentechnik aus? Heike Böhmer: Die Austauschpflicht für Heizungen, die vor 1978 eingebaut wurden, besteht weiterhin. Heizkessel aus der Zeit vor 1984 dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden, ab 1985 eingebaute Heizanlagen nur bis zu einem Alter von 30 Jahren. Bestandsschutz besteht weiterhin für einige Anlagen wie Niedertemperatur- und Brennwert-Heizkessel oder Küchenherde. Von der Austauschpflicht sind weiterhin Eigentümer von Ein- und Zweifa-

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Durch kluge Planung der Heiztechnik können Bauherren höhere Kosten bei der Umsetzung der EnEV vermeiden Die wichtigste Stellschraube für den Primärenergiebedarf eines Gebäudes ist die Wahl der Heiztechnik. Eine Musterrechnung zeigt, wie verschiedene gängige Technologien hinsichtlich des Primärenergiebedarfs abschneiden. Dieser Berechnung liegt ein Einfamilienhaus zugrunde, das den Anforderung der EnEV an die Qualität der Gebäudehülle exakt entspricht: Neubau nach EnEV 2009

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Die Musterrechnung zeigt, dass Häuser mit Wärmepumpen die Vorgaben der EnEV klar unterschreiten – sowohl der aktuell gültigen EnEV als auch der verschärften Fassung, die ab 2016 in Kraft treten wird. Bauherren erfüllen die gesetzlichen Effizienzstandards mit einer Wärmepumpe also problemlos. Das gibt ihnen Spielraum bei Gebäudehülle und Haustechnik: Sie können sich bei teuren Maßnahmen, wie etwa der Fassadendämmung, auf die von der EnEV geforderte Mindestqualität beschränken, ohne das Primärenergieziel zu gefährden. Bei Fragen zu Wärmepumpen helfen Experten des Bundesverbands Wärmepumpe e. V. weiter unter www.waermepumpe.de Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e. V. (BWP)

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Reportage

Recycling

Auf den ersten Blick lässt sich nur erahnen, dass das „Upcycle House“ aus vielen einzelnen Elementen und zwei Schiffscontainern besteht.

Was schon ist, kann ja noch werden Wir befinden uns im Wandel – genau genommen im Klimawandel. Um dem entgegenzuwirken, haben sich zahlreiche Lösungsansätze entwickelt. Beispielsweise der Hausbau mit Recyclingmaterialien ist groß in Mode. Gerade der Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere CO2, spielt dabei eine entscheidende Rolle.

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ie Folgen der klimatischen Veränderung für unsere Umwelt terer ist, darüber nachzudenken, was und wie wir bauen. Heute lassen sich an unzähligen Beispielen ablesen. Die Polkap- leiden wir unter unserer Vergangenheit. In den Nachkriegsjahren pen schmelzen und hierzulande häufen sich die Flutkata- musste schnell viel Wohnraum her, ein Bewusstsein für die Umwelt strophen, die von Jahr zu Jahr verheerender werden. Dass das und das Wissen über begrenzte Ressourcen war kaum vorhanden. schädliche Klimagas CO2 reduziert Wir erleben, dass die meiswerden muss, steht außer Frage. In ten Häuser ihre kostbar erDeutschland verursachen die Haushalte „Der Charakter unserer Zeit soll in unseren zeugte Wärme zum Großteil über ihre Außenhülle wieder allein ein Viertel des landesweiten CO2- Bauten spürbar sein. Wir wollen die Form unseAusstoßes. Folgerichtig befinden wir uns rer Bauten aus dem Wesen der Aufgabe heraus abgeben. Was folgt ist ein Dämmwahn, ohne sich aber weltweit in einer Energiewende – weg gestalten, aber mit den Mitteln unserer Zeit“. von fossilen Brennstoffen hin zu erneuüber die Zeit danach Geerbaren Energieträgern wie Sonnenkraft Ludwig Mies van der Rohe 1923. danken zu machen. Wie entsorge ich meine teure, umund Erdwärme und setzen auch beim Hausbau an. Ein neuer Zeitgeist entsteht, weltschädliche Dämmung? wie beispielsweise in Dänemark, wo seit 2013 Öl- und Erdgashei- Wie viel Energie geht dabei verloren, wohin mit den Abfallstoffen? zungen in Neubauten verboten sind. Doch nicht nur die Suche nach Wie viel Energie ist für die Produktion notwendig? Die Lösungen lieeiner Alternative wie wir in Zukunft unser Zuhause auf bequeme gen vor unserer Tür. Denn die Natur bietet uns nachwachsende RohTemperatur bringen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein wei- stoffe, verwendbar als Baustoff. Und auch die Dinge, die wir be-

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Im Innenraum beeindrucken witzige Details: Als Lampengehäuse dient ein altes Einmachglas, der Küchenboden wurde aus zahlreichen Champagnerkorken gefertigt (links).

Die großen Oberlichter garantieren ausreichend Tageslicht für die Bewohner, die Dank der hohen Position nicht vom Sonnenlicht geblendet werden. Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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Reportage

Recycling

Der Holzküchenblock gliedert den offenen Grundriss übernimmt die Haptik und Optik der unverklebten Holzfaserplatten in Boden und Wand.

reits angefertigt haben, lassen sich oft einem neuen Zweck zuführen. Der Weg hin zum Bewusstsein der Menschen für alternative Materialien – für viele bloß Müll – wird beschritten. Recycelte Produkte finden in unserem Alltag schon länger Verwendung, so zum Beispiel als Möbel und in Kleidung. Mancherorts entstehen sogar Häuser auf diese Weise, wie bei diesem Beispiel: aus alten Schiffscontainern oder Plastikflaschen.

Dänemark als Vorreiter Spätestens bis 2050 möchte unser ambitionierter Nachbar Dänemark vollständig ohne fossile Energieträger leben. Als einst stark ölabhängiges Land war das Königreich im Norden Europas früh zum Umdenken im Umgang mit der Energieproduktion gezwungen. Ein dänisches Architekturbüro nahm das Prinzip der Wiederverwendbarkeit zum Anlass für ein ambitioniertes Bauprojekt. Unter der Leitung von Lendager Arkitekter entstand 2013 in Nyborg das „Upcycle House“, ein Einfamilienhaus mit knapp 130 Quadratmetern Wohnfläche, das komplett aus recycelten Materialien besteht. Dabei war es der Anspruch der Projektbeteiligten, einen Bau mit geringem CO2-Ausstoß zu errichten. Ausgediente Produkte erhielten eine neue Funktion – aus Wiederverwertung wurde Aufwertung. Zwei ehemalige Schiffscontainer, aus denen bereits vor Baubeginn Fenster- und Raumöffnungen geschnitten wurden, dienen als

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Basis für die Tragstruktur des Hauses. Das Dach und Teile der Fassade bestehen aus dem geriffelten Aluminiumblech alter Getränkedosen. Zudem ist die Fassade mit recycelten Papierpaneelen beplankt. Als Isolation dient Zellulose, gewonnen aus alten Zeitungen. Im Gebäudeinneren setzt sich das Konzept der Wiederverwertung fort. Während die Wände und Böden teilweise mit Spanplatten bedeckt sind, die ohne Verklebungen auskommen, sorgt in der Küche ein Boden aus Champagnerkorken für ein Highlight. Im Badezimmer verstärken Fliesen aus Altglas den besonderen Charakter des „Upcycle Hauses“, sowie die Raumbeleuchtung, die aus Einmachgläsern gebaut wurde.

Raumfinessen Doch nicht nur aufgrund der Materialwahl sucht das Einfamilienhaus in Bezug auf den Klimaschutz seinesgleichen. Gerade die Anordnung der Räume und deren Öffnungen sowie die Ausrichtung des Gebäudes sorgen für die positiven Aspekte des Projektes, sowohl für den Nutzer, als auch für die Umwelt. Durch die Dachneigung bleibt im Deckenbereich genügend Platz für Oberlichter. Die Hausbewohner erhalten somit ausreichend Helligkeit in den Räumen ohne dabei von Sonneneinstrahlung geblendet zu werden. Außerdem unterstützen die Fensteröffnungen die natürliche Luftzirkulation. Auch die Innenwände, in deren Zwischenraum sich Wasserkanister befinden, unterstützen das angenehme Raumklima, Herstellerkontakte ab Seite 97.


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Der Systemschnitt verdeutlicht, welche raffinierte Konstruktion sich die Architekten ausgedacht haben, um das Gebäudeinnere mit Frischluft zu versorgen und bei wohliger Temperatur ein angenehmes Raumklima zu schaffen.

Intelligente Verschwendung „Cradle to cradle“, zu Deutsch von der Wiege zur Wiege, beschreibt den unendlichen Kreislauf des Güterverbrauchs. Das Prinzip nimmt sich die Natur zum Vorbild, bei der alles Alte zum Aufbau von Neuem verwertet wird. Bekannt geworden ist das Recyclingkonzept dank Michael Braungart, der zusammen mit William McDonough ein internationales Umweltforschungszentrum (EPEA) gegründete. Die Forscher gehen dem Ziel nach, das Konsumverhalten der Menschen und der Industrie zu ändern, um die Umwelt zu schonen. Sie untersuchen sämtliche Gebrauchsgegenstände nach verwertbaren und wieder verwendbaren Stoffen. Für den Erfolg des Konzeptes ist allerdings die Teilnahme der Industrie vonnöten. Denn sie spielt die Hauptrolle bei der Produktion unserer Gebrauchsgegenstände und wäre somit auch Hauptakteur eines großen Aufbereitungsprozesses ebendieser. Indem sie ausgediente Güter von den Verbrauchern zurücknimmt und wiederverwertet, wäre der Grundstein für den Kreislauf der Wiederverwertung gelegt. Dies gilt zweifelsohne zudem für den Hausbau. Auch hier ist das Prinzip sinnvoll, denn lediglich Energie einzusparen reicht auf Dauer für den Umweltschutz nicht aus. Stattdessen sollten die vielen Bauteile, die aufwändig entsorgt werden müssen, auf eine mögliche Weiterverwendung untersucht werden. Neben dem positiven Effekt für die Umwelt spart dies viel Geld für Verbraucher und Hersteller.

indem sie die Temperaturen regulieren. Zur Ostseite des Gebäudes integrierten die Gestalter ein Gewächshaus, das den Bewohnern die Möglichkeit der Selbstversorgung gibt. Angeschlossen an diesen Bereich ist ein Luftventilationssystem zwischen Dach und Container, das den Wohnraum mit Frischluft versorgt. Das Dach selbst ist zu allen Seiten hin mit Überstand ausgeführt. Auf diese Weise ergibt sich ein Witterungsschutz für die Fassade und die Bewohner verfügen über einen geschützten Außenbereich.

Menge auf die 130 Quadratmeter hoch, könnte man im Jahr knapp 5,6 Kilotonnen CO2-Emission vermeiden. Gemessen an den positiven Auswirkungen auf das Weltklima also ein positiver Beitrag, der so falsch nicht sein kann. ■ Text: Philip Teleu / Fotos: Jesper Ray, Polfoto

Zahlen- und Gedankenspiel Gefördert von einer dänischen Baustiftung (Realdania Byg) gelingt den Bauherren ein Projekt, das als Vorreiter zukünftiger Bauweisen gelten mag. Dabei wurden die anfänglichen Erwartungen der Architekten bei Weitem übertroffen: „Anfangs hielten wir eine CO2Reduzierung von 65 Prozent gegenüber herkömmlicher Bauweisen für nicht realisierbar. Am Ende hatten wir es sogar auf 86 Prozent gebracht. Mit diesem Ergebnis im Hinterkopf sind wir überrascht, dass nur wenige das Bauen mit Recycle-Material in Betracht ziehen. Warum ist es nicht Pflicht ein Gebäude zu einem bestimmten Anteil so zu bauen?“, so der Architekt Anders Lendager. Jährlich werden zirka 10.000 Einfamilienhäuser in Dänemark errichtet. Vergleicht man den CO2-Ausstoß des „Upcycle Houses“ mit dem herkömmlicher Gebäude, ergibt sich ein Unterschied von 4,7 Kilogramm/CO2 pro Quadratmeter im Jahr. Rechnet man diese

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Reportage

Recycling – Ideen zum Stehlen

Es werde Licht: Das Material, der aus Flaschenabschnitten zusammengesetzten „Bambusleuchte“ wird als solches nur dann erkenntlich, wenn man davon weiß. Die Leuchte lässt sich farblich auf den Wunsch des Kunden abstimmen und entweder mit einer Energiesparlampe oder einer LED erleuchten. Sybille Homann

Aus alt mach neu

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Ausgedienten Dingen einen neuen Nutzen zu geben – das ist nicht nur umweltschonend, sondern sieht gut aus und liegt auch noch im Trend. 1 Simpel und doch genial: Die Garderobenlösung der Designerin Alice Rosignoli überzeugt mit den einfachsten Materialien. Schwarze Seile und Kleiderbügel aus Holz schaffen ein ungewöhnliches Kunstobjekt, das nicht nur platzsparend ist, sondern auch einfach nachgebaut werden kann. Ligne Roset | 2 Patentiert: Der „Imprint Round“ besteht aus gepressten Fichtenholz-Zellulosefasern. Das ist verblüffend, denn eine derartige Form konnte bis dahin nur aus Kunststoff hergestellt werden. Das Fasermaterial setzt sich aus Resten zusammen und stellt somit ein Stück praktiziertes Recycling dar. Lammhults | 3 Charmant: Er sieht aus wie ein Riesen-Macaron. Im Gegensatz zu seinem Pendant aus der Pâtisserie besteht dieser Hocker allerdings aus Kork und Schaumstoff. Die Umwelt wird Ihnen den Kauf danken, denn Kork ist ein natürlicher Rohstoff, für dessen Ernte kein Baum gefällt werden muss. Haymann | 4 Leuchtender Eierkarton: Die Lampe mit dem Namen „Trash Me“ wird aus einer Papiermasse hergestellt, die über einer Form trocknet. Nicht mehr gebraucht, soll sie, laut Designer Victor Vetterlein, wieder in den Kreislauf des Recyclings zurückkehren. &Tradition

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Energiesparhäuser +ökologisch bauen

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Grundrisse & technische Daten

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Hausbezeichnung: „luxhaus | open“, Musterhaus Fellbach, Bungalow | Energiestandard: Plus-Energie-Gebäude | Wohnfläche: 161,50 m² | Außenmaße: 19,94 m x 4,48 m + 16,20 m x 5,45 m | Bauweise: Holztafelbau, U-Wert der Außenwände 0,14 W/(m²K) | Dach: 13 Grad geneigtes Pultdach, Flachdach | Heizung: Wärmepumpe, kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | Jahresprimärenergiebedarf: 94,7 kWh/(m²a) | Sonderausstattung: Photovoltaik-Anlage (verglaste Laubengangüberdachung), exklusive Möblierung | Preis: schlüsselfertige Grundversion 374.696 Euro nach aktueller Baubeschreibung, Basishaus ab 288.900 Euro, beides ab Oberkante Kellerdecke | Gewährleistung: 5 Jahre nach VOB | Lieferradius: Deutschland/Inseln, Österreich, Benelux, Schweiz | Musterhaus: Eigenheim & Garten, Höhenstraße 17, 70736 Fellbach/Stuttgart, Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon: 0711/523027) | Hersteller: Luxhaus

Alle Angaben ohne Gewähr.

Hausbezeichnung: „NEO 312“, Musterhaus Wuppertal | Energiestandard: Effizienzhaus Plus | Wohnfläche: EG 93,09 m², DG 78,63 m², gesamt 171,73 m² | Außenmaße: 11 m x 9 m | Bauweise: Holzfertigbauweise (Holzrahmenkonstruktion in Großtafelbauweise), Mineralwolldämmung, Putzfassade, U-Wert der Thermo+ (herstellereigene Bezeichnung) Außenwände 0,147 W/(m²K) | Dach: 38 Grad geneigtes Satteldach, Kniestock 1,30 m | Heizung: Sole/Wasser-Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | Haustechnik: PV-Anlage mit 55 m² Kollektorfläche, 8,17 kWp, Hausautomationssystem „somfy io-Homecontrol“/„HomeWay“ | Innenausbau: Eingangstür Kunststoff, Innentüren Holz, dreifach wärmeschutzverglaste Kunststofffenster, Uw-Wert 1,1 W/(m²K), Rollläden | Leistungsumfang Grundversion: Planung, Erstellen der Bauantragsunterlagen, Aushub und Zuschütten der Baugrube, ausgebautes Dachgeschoss, Innenraumaufteilung nach Wahl Preis: auf Anfrage | Gewährleistung: 5 Jahre nach BGB | Extras: Eingangserker, Wintergarten, farbige Putzstreifen, Querfenster, Dachflächenfenster, Tageslichtspots im Treppenhaus, Tonziegel | Lieferradius: D, LUX, CH und auf Anfrage | Musterhaus: FertighausWelt, Platz 3, Schmiedestraße 59, 42279 Wuppertal-Oberbarmen, Öffnungszeiten Mi bis So von 11 bis 18 Uhr (nach Vereinbarung, Tel. 0202/76990-36) | Hersteller: FingerHaus

BAD

Hausbezeichnung: Haus „Eifelwald“ | Wohnfläche gesamt: 111,47 m2, EG 63,58 m2, DG 7,89 m2 | Außenmaße: 9 m x 8 m | Bauweise: einschalige massive Blockbohlenbauweise aus dreifach verleimter nordischer Kiefer, 20 cm Wandstärke, setzungsfreier Wandaufbau durch Fertigkonstruktion, U-Wert der Außenwand 0,18 W/(m2K) | Dach: 32 Grad geneigtes Satteldach, Dacheindeckung Tonziegel, Holzweichfaserdämmung, Kniestock 95 cm, U-Wert 0,2 W/(m2K) | Heiztechnik: wasserführender Kaminofen (versorgt auch Fußbodenheizung), Luft-Wärmepumpe | Innenausbau: Geschoßdecke sichtbare Balkenlage mit Sichtschalung, Oberboden Fliesen, Innen-Wandflächen Holz und Putz, Nassräume Fliesen, Holz, Putz; dreifach wärmeschutzverglaste Holzfenster (Kiefer oder Merantie), Uw-Wert 1,2 W/(m2K) | Leistungsumfang Grundversion: Planung, Erstellen der Bauantragsunterlagen, Dachgeschoss ist ausgebaut, Balkon/Loggia, Erker, Innenraumaufteilung nach Wahl | Preis: Ausbauhaus ab 129.900 Euro ab Oberkante Bodenplatte | Lieferradius: europaweit | Gewährleistung: 5 Jahre nach BGB | Hersteller: Fullwood Wohnblockhaus Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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REGELMÄßIGE UPDATES

Treppenmeister GmbH ............................. S. 89 Vaillant Deutschland GmbH & Co.KG ........S.100 Viebrockhaus AG ..................................... S. 29 WeberHaus GmbH & Co. KG ...................... S. 3 Wolf GmbH ............................................. S. 43 Xella Aircrete-Systems GmbH ................... S. 49

Ein Teil dieser Ausgabe enthält regionale Beihefter und Beilagen von: Keitel-Haus GmbH Regnauer Hausbau GmbH & Co. KG KitzlingerHAUS GmbH & Co. KG FischerHaus GmbH & Co. KG GET GmbH

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Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. 030 208799-711 www.waermepumpen.de

C Claytec e. K. 0800 2529832 www.claytec.de

F Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. 0681 9880570 www.fbb.de Fakro Dachfenster GmbH 0511 260967-0 www.fakro.de

D Danfoss GmbH 069 8902-0 www.danfoss.de

Fath Solar GmbH 09175 7909-140 www.fath-solar.com

Dauerholz AG 040 23644899-0 www.dauerholz.de

FingerHaus GmbH 06451 504-0 www.fingerhaus.de

Deutsche Poroton GmbH 030 2529-4499 www.poroton.org

FischerHaus GmbH & Co. KG 09434 950-0 www.fischerhaus.de

Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) 030 726165-60 www.dena.de

Fuchs-Treppen Anton Schöb Fenster- und Treppenbau GmbH & Co. KG 07586 588-0 www.fuchs-treppen.de

Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn Stiftung & Co. KG Geschäftsbereich CAPAROL 06154 71-0 www.caparol.de Deutscher Dachgärtnerverband e. V. 07022 301378 www.dachgaertnerverband.de Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) 030 726165-60 www.dena.de Devi Deutschland GmbH 0461 95712-0 www.de-vi.de Deutsches Kupferinstitut e.V. 0211 4796300 www.kupferinstitut.de DGNB Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. 0711 722322-0 www.dgnb.de Doser Holzfaser-Dämmsysteme GmbH 08363 9600-0 www.doser-dhd.de

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Heinz von Heiden GmbH Massivhäuser 0511 7284-0 www.heinzvonheiden.de Hock GmbH & Co. KG 09081 80500-0 www.thermo-hanf.de Holzbau Gehrmann GmbH 04107 9198 www.gehrmann.zimmermeisterweb.de

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Eb MassivhausDeutschland GmbH 03941 662848 www.blockhaus-deutschland.de

Haro / Hamberger Flooring GmbH & Co. KG 08031 700-714 www.haro.de

Erfurt & Sohn KG Wände zum Wohlfühlen 0202 6110-0 www.erfurt.com

Haacke Haus GmbH & Co. KG 03327 485-6 www.haacke-haus.de Hagos Verbund deutscher Kachelofen- und Luftheizungsbauerbetriebe 0711 78805-0 www.hagos.de

L Lakal Rolladen- und Tortechnik Karl Achenbach GmbH & Co. KG 0681 92609-0 www.lakal.de Lammhults Design Group AB +46 472 269670 www.lammhultsdesigngroup.com Ladenatelier Kunst und Gemüse 040 43280772 www.sybille-homann.de Leda Werk 0491 6099-0 www.leda.de Leinos Naturfarben GmbH 04161 87549 www.leinos.de Lendager Arkitekter +45 61 2800-90 lendagerark.dk Ligne Roset 0761 59209-0 www.ligne-roset.de Luxhaus Vertrieb GmbH & Co. KG 09172 692-0 www.luxhaus.de Lyk Carpet 030 325 154 41 www.lyk-carpet.de LéonWood Holz-Blockhaus GmbH 035601 88888 www.leonwood.de

Jako-o GmbH 09564 929-245 www.jako-o.de

Hanlo Haus Vertriebsges. mbH 033830 7997-60 www.hanlo.de

KWB Deutschland Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH 09078 9682-0 www.kwbheizung.de

J

Gussek Haus 05921 174-0 www.gussek-haus.de

E

Eugen Ulmer KG Verlag Eugen Ulmer 0711 4507-0 www.ulmer.de

Helma Eigenheimbau AG 05132 8850-0 www.helma.de

Service

K Kann GmbH Baustoffwerke 02622 707-0 www.kann.de Keim Farben GmbH 0821 4802-164 www.keimfarben.de

M Marbuger Tapetenfabrik 06422 81-0 www.marburg.com Marley Deutschland GmbH 05031 53-0 www.marley.de Markenkultur Public Relations 08951 0097-84 www.marken-kultur.com

KitzlingerHaus GmbH & Co. KG 07454 9610-0 www.kitzlinger.de

Monier Braas GmbH 06171 61-014 www.braas.de

N

Kneer GmbH Fenster und Türen 07333 83-0 www.kneer.de

NaturePlus 06223 8611-47 www.natureplus.de

KS-Original 0800 7002070 www.ks-original.de

Nibe Systemtechnik 05141 7546-0 www.nibe.de

Energiesparhäuser+ökologisch bauen

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AD_EsH114_GR_Kontakt_Musterseite FH 11.03.14 12:39 Seite 98

Service

Nissan Center Europe GmbH 02232 572080 www.nissan.de

RIKA Innovative Ofentechnik GmbH +43 7582 686-41 www.rika.at

V

Verlag

Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG 02191 18-0 www.vaillant.de

Family Home Verlag GmbH Mörikestraße 67, 70199 Stuttgart Tel. 0711 96666-999, Fax 0711 96666-980 www.hurra-wir-bauen.de

Novo-Tech GmbH & Co. KG Megawood 03473 22503-0 www.novo-tech.de

Rombach Bauholz + Abbund 07837 9229-20 www.rombach-holzhaus.com

nora systems GmbH 06201 80-5666 www.nora.com/de

Saint Gobain Rigips 0211 5503-0 www.saint-gobain.de

Verband Fenster + Fassade 069 955054-0 www.window.de

Saint-Gobain Weber GmbH 0621 501-2800 www.sg-weber.de

Viebrockhaus AG 04164 8991-0 www.viebrockhaus.de

SchwörerHaus KG 07387 16-0 www.schwoerer.de

Vitra GmbH 07621 702-0 www.vitra.de

Secto_Design +35 89 5050598 www.sectodesign.fi

Viessmann Werke GmbH & Co. KG 06452 70-0 www.viessmann.de

O Opel Adam Opel AG 06142 7701 www.opel.de Optigrün international AG 07576 772-0 www.optigruen.de Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG 02581 922-100 www.osmo.de

S

Sentinel-Haus OHG 0761 1504413 www.sentinel-haus.eu

Ökotest Verlag GmbH 0900 17074-26 www.oekotest.de

Skan-Hus GmbH 06201 186936 www.skan-hus.de

Öko-Haustechnik inventer GmbH 036427 2192-0 www.inventer.de

Solarlux Aluminium Systeme GmbH 05402 400-0 www.solarlux.de

Ökofen Heiztechnik GmbH 08204 2980-0 www.pelletsheizung.de

P Paul Bauder GmbH & Co. KG 0711 8807-0 www.bauder.de perma-trade Wassertechnik GmbH 07152 93919-0 www.perma-trade.de

R RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. 02241 1605-0 www.ral.de Rasch GmbH & Co. KG 05461 81-10 www.rasch.de Renault Deutschland AG 02232 73-0 www.renault.de

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Impressum

Herstellerkontakte

Sonnleitner Holzbauwerke GmbH & Co. KG 08542 9611-0 www.sonnleitner.de Steico SE 089 991551-0 www.steico.com Stiebel Eltron GmbH & Co. KG 05531 70290091 www.stiebel-eltron.de Streger Massivholztreppen GmbH 039386 54216 www.streger.de Stommel Haus GmbH 02247 9172-30 www.stommel-haus.de

T Team 7 Natürlich Wohnen GmbH +43 7752 977-0 www.team7.at Tecalor 05531 99068700 www.tecalor.de

Regnauer Hausbau GmbH & Co. KG 08667 72-222 www.regnauer.de

The Little Greene Paint Company 089 55065757 www.thelittlegreen.com

Rensch-Haus GmbH 0800 52483480 www.rensch-haus.com

Treppenmeister GmbH 07452 886-0 www.treppenmeister.com

Energiesparhäuser +ökologisch bauen

Velux Deutschland GmbH 01806 333399 www.velux.de

Chefredaktion Klaus Vetterle (kv), klaus.vetterle@familyhome.de Tel. 0711 96666-435

Redaktion Susanne Bischoff (bis), susanne.bischoff@familyhome.de Inga Ervig (erv), inga.ervig@familyhome.de Isela Graf (gra), isela.graf@familyhome.de Melanie Knabben (kna), melanie.knabben@familyhome.de Lydia Meyer (mey), lydia.meyer@familyhome.de Marie-Luise Mugrauer (mug), marie-luise.mugrauer@familyhome.de Philip Teleu (tel), philip.teleu@familyhome.de Corinna Zürn (zue), corinna.zuern@familyhome.de

Online Redaktion Jörg Bayer (bay), joerg.bayer@familyhome.de

Abonnementverwaltung Martin Moosbrugger, abo@familyhome.de Tel. 0711 96666-999

Anzeigenleitung Vorwerk & Co. Teppichwerke GmbH & Co.KG 05151 1030 www.vorwerk-teppich.de Volkswagen AG VMF-1 Klassische Werbung 05361 90 www.vwn.de

W WeberHaus GmbH & Co. KG 07853 83-0 www.weberhaus.de Weru AG 07183 303-0 www.weru.de Windmöller Flooring Products GmbH 05231 6022-0 www.wineo.de

Ute Cramer, ute.cramer@familyhome.de Tel. 0711 96666-990

Anzeigendisposition Mara Ristic, anzeigendispo@familyhome.de Tel. 0711 96666-985

Mediaberatung Ute Cramer (NIELSEN I, V, VI + VII) Mörikestraße 67, 70199 Stuttgart Tel. 0711 96666-990 ute.cramer@familyhome.de Michael Köhler (NIELSEN II + III a) Mörikestraße 67, 70199 Stuttgart Tel. 0711 96666-444 michael.koehler@familyhome.de Verlagsservice Marina Götz (NIELSEN III b + IV) Pforzheimer Straße 61 75331 Engelsbrand Tel. 07235 973351, Fax 07235 973451 marina.goetz@servicegoetz.de

Grafik Sheela Rübenach

Woodnotes Oy +35 89 6942200 www.woodnotes.fi

Reproduktion Lösch MedienManufaktur GmbH & Co. KG, Stuttgart

Wodtke GmbH 07071 7003-0 www.wodtke.com

Vertrieb

Wolf GmbH 08751 74-0 www.wolf-heiztechnik.de

Druck

X Xella Deutschland GmbH 07844 9130 www.ytong-silka.de

Y Ytong Bausatzhaus GmbH 0203 60880-0 www.ytong-bausatzhaus.com

Z Zeitraum Möbel und Einrichtungen GmbH 08171 4181-30 www.zeitraum-moebel.de

MZV GmbH & Co. KG (Moderner Zeitschriften Vertrieb) 85716 Unterschleißheim

Vogel Druck und Medienservice GmbH, 97204 Höchberg Einzelpreis: 2 4,90 Der Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung des Verlags gestattet. Artikel, die nicht mit Namen oder Signet des Verfassers gezeichnet sind, stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Energiesparhäuser + ökologisch bauen ist ein geschützter Titel der Family Home Verlag GmbH. © Family Home Verlag GmbH

Die nächste Ausgabe Energiesparhäuser +ökologisch bauen erscheint am 26. September 2014

Alle Angaben ohne Gewähr.


Esh114_ANZ_Schwoerer 06.03.14 09:09 Seite 1

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Unabhängig & modern

Spielräume und schickes Design – so möchte ich wohnen

Modernes Wohnen im städtischen Kontext: Das neue Schwörer-Musterhaus Wuppertal im EnergiePlus-Standard erzeugt mehr Energie als es verbraucht – so wohnen Sie unabhängig von steigenden Energiepreisen. Moderne Architektursprache, innovativer Grundriss mit Zusatznutzen und barrierefreiem Erdgeschoss, Wellness im FlyingSpace auf dem Dach, smarte Haustechnik mit Home Entertainment, Technikfassade mit Solarmodulen, Einbaumöbel aus der Schwörer-Designschreinerei. Lassen Sie sich vom neuen Schwörer-Musterhaus inspirieren – in der FertighausWelt Wuppertal.

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DIE ZUKUNFTSHÄUSER 72531 Hohenstein · Tel. 07387 16-0 · www.schwoerer.de

Familie Tzannis im Musterhaus Wuppertal


Esh114_ANZ_Vaillant 03.03.14 10:38 Seite 1

Warum Vaillant Brennwerttechnik? Weil sie zwei Systeme perfekt kombiniert.

Das perfekte Duo für Energiesparer: modernste GasBrennwerttechnik im Zusammenspiel mit Sonnenenergie. Ihr effizientes Komplettsystem für die Zukunft. Bringt man zwei gute Dinge zusammen, entsteht nicht immer etwas Besseres — bei der Vaillant Brennwerttechnik ist das anders. Die Vaillant Gas-Brennwertgeräte in Kombination mit Solarunterstützung erfüllen höchste Ansprüche: Ihre Leistung passt sich effizient an Ihren Wärmebedarf an, und der Brennwert, kombiniert mit Solar, deckt kostenlos über die Hälfte der benötigten Energie für Warmwasser. Wer also auf die Vaillant Brennwerttechnik setzt, hat auf jeden Fall richtig kombiniert. Für weitere Informationen: www.vaillant.de

Energiesparhäuser + ökologisch bauen 1/2014