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SPECIAL

e n tg e ltlic h e Ve r la g s b e ila g e z u Fa l te r 4 9, 2 01 4

Foto: Karin Wasner

Fotos: Karin Wasner, Lokale Agenda 21 Wien, Fotostudio August Lechner,Vienna, Interface Wien

d  Menschenrechte d

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Wien, Stadt der Menschenrechte!

d  Die Entwicklung zur Stadt der Menschenrechte    Wie Wien international Vorbild wurde d  Formen der Partizipation in Wien    Welche Mitgestaltungsmöglichkeiten die Stadt bietet d  Menschengerechte Stadtplanung    Der Experte für Stadtplanung Thomas Knoll im Gespräch d  Was eine Stadt der Menschenrechte ist     erklärt der Rechtswissenschafter Manfred Nowak


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menschenrechte in wien

„Menschenrechts-Brille aufsetzen“ Karin König, MA 17, Integration und Diversität, Koordinatorin des Prozesses „Wien – Stadt der Menschenrechte“, und Shams Asadi, Menschenrechtskoordinatorin der Stadt Wien, erklären, warum Wien vorbildlich ist

Shams Asadi: Die Bewegung der Menschenrechtsstädte hat 1993 in Wien begonnen. Wien setzt seit vielen Jahren menschenrechtliche Initiativen, aber bisher nicht unter dem Titel Menschenrechtsstadt. Wien nimmt dabei international – vor allem in den Bereichen Frauenrechte, Gleichstellung der Geschlechter sowie Kinderrechte – eine Vorreiterinnenrolle ein, wie eine Bestandsaufnahme des Menschenrechtsexperten Manfred Nowak im letzten Jahr bestätigt hat. Sie stellt Wien ein sehr gutes Zeugnis aus und hilft uns zu verstehen, wo wir noch besser werden können. Welche Punkte sind das? König : Ein Schwerpunktthema, das wir aufgegriffen haben, ist das Recht auf Nicht-Diskriminierung als menschenrechtliches Querschnittsprinzip. Es gibt u. a. das Wiener Antidiskriminierungsgesetz und die Wiener Stelle zur Bekämpfung von Diskriminierungen. Da geht es auch um Kommunikation. Beides wollen wir bekannter machen und die Wiener Strukturen stärken. Daher gab es heuer u. a. eine Studie und eine Reihe von Veranstaltungen, Workshops von und mit MigrantInnen- und Roma-Vereinen.

„Das Recht auf Bildung und Partizi- pation ist ein ganz wichtiges Thema“ Shams Asadi, Menschenrechtskoordinatorin, Wien

„Wo können und müssen wir den Blick  schärfen, indem wir  die ,Menschenrechts- Brille‘ aufsetzen?“ Karin König, MA 17, Stadt Wien

Sie gehen also aktiv auf die Menschen in Wien zu? Asadi: Ja. Im ersten Halbjahr haben wir etwa im Juni im Rathaus eine Veranstaltung zum Thema Antidiskriminierungsrecht und Ombudsstellen organisiert. Da haben wir sichtbar gemacht, was es in Wien und in Österreich gibt: Wir haben die Gleichbehandlungsanwaltschaft auf Bundesebene und den Klagsverband für die Rechte der Opfer von Diskriminierung eingeladen, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Gibt es neben dem Schutz vor Diskriminierung noch einen weiteren Schwerpunkt, den Wien als Stadt der Menschenrechte setzt? König: Die Studie von Professor Nowak benennt als weitere Herausforderung die soziale Inklusion. Da genau hinzuschauen, wird langfristig ein Thema bleiben. Armut und Armutsgefährdung gibt es in Wien trotz vielfältiger Bemühungen und Leistungen der Stadt. Schutz vor Diskriminierung und soziale Inklusion sind Themen, die sich durch alle Lebensbereiche ziehen, daher müssen wir langfristig dranbleiben. Denn auch Standards, die schon erreicht wurden, können in Zeiten der Wirtschaftskrise wieder verloren gehen. Asadi: Auch das Recht auf Bildung und Partizipation ist ein ganz wichtiges Thema. Auch hier sind wir Vorbild: So gibt es in Wien zahlreiche Maßnahmen und Programme, die kostengünstige Kurse für das Erlernen der deutschen Sprache, Basisbildung u. v. m. garantieren. Aber in diesem Bereich gibt es immer Luft nach oben. Ich als Zuwanderin weiß, wie wichtig es ist, die deutsche Sprache zu beherrschen, um Zugang zu gesellschaftlichen Institutionen und zur Kultur zu haben. Andererseits gibt es ein Recht

auf Nicht-­Diskriminierung. Und wir müssen darauf achten, dass alle Menschen in unserer Stadt zu ihrem Recht kommen. Wie funktioniert nun der Prozess Menschenrechtsstadt Wien? König: Da Wien seit vielen Jahren zahlreiche menschenrechtliche Maßnahmen setzt, läuft die Arbeit schon intensiv, etwa im Bereich Gleichstellung der Geschlechter, der Sozial- und Gesundheitsversorgung sowie der Wohnversorgung. Im Prozess fragen wir uns: Wo können und müssen wir den Blick schärfen, indem wir die ,Menschenrechts-Brille‘ aufsetzen? Wir schauen uns um, wo es Handlungsbedarf gibt. Wir haben auch das Boltzmann Institut für Menschenrechte eingeladen, uns dabei zu unterstützen. Wie beziehen Sie die Bevölkerung ein? König: Wir organisieren Veranstaltungen, Workshops, Dialogforen. Die Menschenrechte sind ein umfassendes Bündel von Rechten und Pflichten, verankert in zahlreichen Verträgen auf UNO-, Europarats- und EU-Ebene. Wir leisten diese Übersetzungsaufgabe und sind da noch am Anfang, haben eine kleine Website eingerichtet, die wachsen soll: www.menschenrechtsstadt.wien.at. Gemeinsam mit den Volkshochschulen wollen wir das Thema breit zugänglich machen, so haben die VHS, die Universität Wien, die MA 17 und zahlreiche weitere Kooperationspartnerinnen und -partner zusammen eine MenschenrechtsReihe bis Juni 2015 konzipiert und führen sie an verschiedenen Standorten durch. Sind Sie da als Magistrat näher dran? Asadi: Viele Menschen wissen zu

Foto: Karin Wasner

Wie kam es zum Start für Wien als Stadt der Menschenrechte? Karin König: Ausgangspunkte waren das Wiener Regierungsübereinkommen 2010 und die Wiener Menschenrechtskonferenz 20+ im Jahr 2013 – zwanzig Jahre nach der ersten Weltmenschenrechtskonferenz der Vereinten Nationen, die in Wien stattgefunden hat. Wien ist Standort der EU-Grundrechteagentur. So lag der Gedanke nahe, dass auch die Stadt selbst in einen intensiven Prozess der Auseinandersetzung mit den Menschenrechten tritt.


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Fotos: Karin Wasner

Die Menschenrechtskoordinatorin der Stadt Wien

wenig darüber, was die Stadt Wien Menschenrechtsrelevantes tut – das reicht von sozialen Angeboten bis hin zum Zugang zu leistbaren Wohnungen. Ein wesentlicher Teil des Prozesses zur Menschenrechtsstadt ist das Hinausgehen und Informieren, der Dialog. Wir wollen dieses komplexe, breite Thema auf den Punkt bringen, transparent machen und das Bewusstsein für die Rechte und auch Pflichten schärfen. König: Die MA 17 für Integration und Diversität fokussiert etwa auf das Thema Integration und ­Chancengleichheit der migrantischen Bevölkerung, ebenfalls ein menschenrechtlich hochrelevantes Thema. Und wir fördern ein respektvolles Zusammenleben der Wiener Bevölkerung insgesamt. Wir koordinieren auch den Menschenrechtsstadtprozess. Asadi: Während ich die Menschenrechte mehr nach außen vertrete – etwa bei der weltweiten Konferenz der Menschenrechtsstädte, bei der EU-Grundrechteagentur, auf Bun-

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menschenrechte in wien

Shams Asadi und Karin König, Koordinatorin des Prozesses „Wien – Stadt der Menschenrechte“

desebene im Netzwerk der MenschenrechtskoordinatorInnen. Wie bringt sich die Bundesregierung dabei ein? Asadi: Die Bundesregierung arbeitet einen nationalen Aktionsplan 2015 für Menschenrechte aus. Dabei sind die Bundesländer – darunter auch Wien – aufgefordert, ihre Projekte und Maßnahmen bekannt zu geben. Die unglaubliche Fülle an

Beispielen und Maßnahmen, die ich aus Wien berichtet habe, fließt in den Aktionsplan der Bundesregierung mit ein. Um eine Menschenrechtsstadt zu werden, bedarf es einer politischen Absichtserklärung. Wie weit ist Wien damit – und was ist in Zukunft von Wien zu erwarten? König: Eine Erklärung des Wiener Gemeinderats wird vorbereitet. Die

Wien – Stadt der Menschenrechte Eine Initiative der Stadt Wienr, die eine nachhaltige Verankerung und den weiteren Ausbau von Menschenrechten in Wien sichern will. Eine Menschenrechtsstadt entscheidet und gestaltet nach menschenrechtlichen Prinzipien und gewährleistet die Menschenrechte für alle. Sie garantiert Nicht-Diskriminierung, Partizipation und Inklusion als Prinzipien in Politik und Verwaltung. Eine Menschenrechtsstadt fördert die Menschenrechtsbildung aller Teile der

Gesellschaft und setzt sich mit dem Thema Menschenrechte im Dialog kontinuierlich auseinander. In Wien werden vor allem die Bereiche Kinder-, Frauen- und soziale Rechte in den Blickpunkt gerückt, der Fokus liegt auf Nicht-Diskriminierung und Gleichbehandlung. Der Umsetzungsprozess wird von der Abteilung für Integration und Diversität (MA 17) und der Menschenrechtskoordinatorin betreut und vom Boltzmann ­Institut für Menschenrechte unterstützt.

Studie von Universitätsprofessor Manfred Nowak war der Auftakt, im Jahr 2014 startete der Prozess und wird als ein Höhepunkt in die Deklaration zur Menschenrechtsstadt Wien münden. Ihre Eckpunkte umfassen die Verankerung der Menschenrechte in allen Kompetenzbereichen von Stadt und Land Wien, den Dialog mit und das Menschenrechtslernen in allen Teilen der Gesellschaft, die internationale Vernetzung und Solidarität sowie die Verankerung eines unabhängigen Monitorings. 2015 wird ein Maßnahmenplan für die Folgejahre entwickelt werden. Asadi: Insofern ist die Erklärung als erster Höhepunkt des Prozesses Menschenrechtsstadt Wien zu sehen. Gleichzeitig ist sie Ausgangspunkt, denn eine selbstbewusste, aber auch selbstkritische Bestandsaufnahme ist wichtig, um sich noch weiter zu verbessern und den hohen menschenrechtlichen Standard langfristig zu sichern.  Interview: Alexandra Markl


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Partizipation

„Die Menschen sind der Motor“

Die Teilhabe an Entscheidungsprozessen, die das eigene Leben beeinflussen, ist ein wichtiger Bestandteil der Demokratie und ein Menschenrecht. In Wien gibt es viele Möglichkeiten der Partizipation, die für alle offenstehen

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eder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.“ So steht es in Artikel 21 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und so ist es auch in Österreichs Verfassung verankert. Eines der wichtigsten Instrumente, um dieses Recht zu garantieren, sind Wahlen.

Ein Viertel in Wien  darf nicht wählen

24 Prozent der Wienerinnen und Wiener im wahlfähigen Alter waren 2013 von Wahlrechten ausgeschlos-

Die

Die Agenda 21 soll  Menschen, die e­ twas  ändern wollen, Know-how, und  Erfahrung liefern 

sen. Grund dafür ist ihre ausländische Staatszugehörigkeit. Laut dem Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor, einem Instrument, das es ermöglicht, mithilfe von empirischen Methoden Einflüsse und Auswirkungen von Zuwanderung sowie die Relevanz von Integration und Diversität transparent zu machen, lässt der Ausschluss eines immer größer werdenden Teils der Bevölkerung von den wichtigsten politischen Mitbestimmungsrechten das Demokratiedefizit weiter anwachsen. Ein Urteil des Verfassungsgerichts hat ein Wahlrecht für Drittstaatsangehörige auch auf Bezirksebene aufgehoben. Die Stadt Wien

versucht deswegen, andere Mitbestimmungsmöglichkeiten, die auch für ausländische Staatsangehörige zugänglich sind, auszubauen und einladend und niederschwellig zu gestalten.

Arbeit in den Bezirken:  die Lokale Agenda 21

Ein gutes Beispiel für die Partizipation aller Bevölkerungsgruppen ist die Lokale Agenda 21. Dieses Konzept einer nachhaltigen Entwicklung ist in der UNO -Charta „Agenda 21“ von 1992 festgeschrieben. Andrea Binder-Zehetner, Geschäftsführerin des Vereins Lokale Agenda 21 Plus

LokaleAgenda 21 hilft Bürgerinnen und Bürgern, Veranstaltungen wie hier in der Lange Gasse im 8. Bezirk zu organisieren


Wien, erklärt, dass sie Wiens Menschen dabei unterstützen wollen, Projekte für eine nachhaltige Stadtentwicklung auf die Beine zu stellen. Der Verein selbst hat dabei vor allem eine koordinative Funktion.

Die konkreten Ziele 

der Lokalen Agenda 21

Fotos: Lokale Agenda 21 Wien

In jedem Bezirk in Wien gibt es eine verantwortliche Stelle, die für die Entwicklung der Projekte zuständig ist. Der Verein erklärt, wie man die Prozesse vorantreiben kann, wie man die Finanzierung angeht, und unterstützt auch bei Themen wie der Betreuung der Homepage. Die Agenda 21 soll Menschen, die etwas ändern wollen, Know-how, Kontakte und Erfahrung liefern. Die Steuerungsgruppen vor Ort regen den Dialog zwischen Bevölkerung, Politik und Fachbereichen an. „Die Menschen sind der Motor des Ganzen“, sagt Binder-Zehetner. „Sie müssen ihre Zeit und Energie in die Sache stecken.“ Meistens sind es auch sie, die mit neuen Ideen an den Verein herantreten. Herkunft, Alter, Religion und Einkommensschicht

Eines der 651

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Partizipation

SPECIAL

„Die Menschen sind  der Motor des Gan- zen. Sie müssen ihre Zeit und Energie in die Sache stecken“ 

sind dabei ganz unterschiedlich. So setzte sich beispielsweise ein SeniorInnenwohnheim im Alsergrund dafür ein, dass der Fußweg zur Rossauer Lände optimiert wird. Gehsteige sollten abgeflacht, der Zugang zum Supermarkt sollte mit dem Rollator erleichtert werden. In der Donaustadt haben sich einige Jugendliche mit Hilfe der Lokalen Agenda 21 eigene Treffpunkte geschaffen. Auch Migrantinnen und Migranten sind Teil der Projekte. So organisierte die Agenda 21 im 8. Bezirk unter dem Motto „Begegnungen in Sprache“ Lesungen in der Muttersprache von Menschen in der Josefstadt, die in verschiedenen Ländern geboren wurden. Auch wenn die Initiative meistens von den Menschen selbst ausgeht, müssen sie manchmal auch erst durch den Verein aktiviert werden. Ein Beispiel ist der Paulus-Platz im dritten Bezirk. Die Steuerungsgruppe wurde auf die Unzufriedenheit der Anwohnenden aufmerksam, machte Interviews vor Ort, um die Situation zu analysieren, und brachte Gleichgesinnte zusammen. Sie diskutierten über eine Neugestal-

tung des Platzes, die nun umgesetzt wird. Laut der Geschäftsführerin der Lokalen Agenda wissen viele Menschen gar nicht, dass es diese Möglichkeiten der Partizipation gibt. „Die Stärke unserer Organisation ist, dass man etwas ausprobieren kann, dass eine gewisse Hartnäckigkeit bezüglich eines Themas aufgebaut wird, dass man in einen Dialog tritt und dann gemeinsam Lösungen findet. Führt ein Weg nicht zum Ziel, wird ein anderer eingeschlagen. Wir stehen nicht unter Zeitdruck“, beschreibt Binder-Zehetner die Arbeit des Vereins. Bevor ein Entwicklungsprozess gestartet wird, muss der jeweilige Bezirk diesbezüglich einen Beschluss treffen, denn er trägt auch einen Großteil der Kosten. Die Hälfte der Prozessbegleitung übernimmt die Stadt, die andere Hälfte der jeweilige Bezirk. Die Realisierung des Projekts an sich und die damit einhergehenden Kosten müssen meistens zur Gänze von den Bezirken getragen werden. Sponsoren oder Spenden gibt es kaum. Laut Binder-Zehetner

Wiener Charta-Gespräche. Für die Wiener Charta arbeiteten 325 Partnerorganisationen mit der MA 17 zusammen

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Partizipation

Fortsetzung von Seite 5 sei das wichtigste Sponsoring sowieso die Zeit der Menschen, die sich bei den Projekten engagieren.

Bildung ist der Schlüssel  zur Partizipation

Eine wichtige Voraussetzung, um an der Gestaltung des eigenen Lebensraums teilzuhaben, ist Bildung. Sie stärkt die Demokratiereife, die Diskussionskultur und die Fähigkeit, Rechte und Interessen wahrzunehmen und zu vertreten. Die Autorinnen und Autoren des aktuellen Integrations- und Diversitätsmonitors, der bereits zum dritten Mal von der MA 17 herausgegeben wurde, schlagen eine österreichweite Einführung einer sozialindexbasierten Schulfinanzierung vor. Sie soll dem Ausgleich unterschiedlicher sozialer Ausgangslagen dienen. Zusätzliche Ressourcen könnten so lukriert werden, die vor allem den Spracherwerb unterstützen könnten. Ziel der Stadt Wien ist, einen gleichen Zugang zu Bildungs­angeboten

Das Wiener Peti- tionsrecht ermöglicht es allen in Wien  Lebenden, ihre Ideen vorzutragen

für alle zu ermöglichen und die Förderung und Wertschätzung von Mehrsprachigkeit zu garantieren. Diese Wertschätzung ist auch für Eltern von großer Bedeutung. Die Elternarbeit wird immer weiter verbessert. So arbeiten die Stadt Wien und der Landesverband der Elternvereine daran, auch Eltern mit anderen Nationalitäten in die Elternvereine zu lotsen, damit sie direkt mitentscheiden können, wenn es um die Bildung ihrer Kinder geht.

Möglichkeiten zur Partizi- pation: das Petitionsrecht

Im Sommer letzten Jahres wurden Migrantinnen- und Migrantenorganisationen ins Rathaus geladen, um über Partizipations- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in Politik und Gesellschaft zu diskutieren. Rund 200 Vereine waren der Einladung gefolgt. Die Mitbestimmung in der Schule war auch hier ein prominentes Thema. Dabei wurde klar, dass viele Eltern gar nicht wussten, wie sie aktiv werden und etwas verändern können.

Eine Möglichkeit zur Mitbestimmung bietet auch das Wiener Petitionsrecht. Seit dem Jahr 2013 können Personen über 16 Jahren, die ihren Hauptwohnsitz in Wien haben und unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft, Petitionen mit konkreten Anliegen an den Petitionsausschuss herantragen. Sie muss von mindestens 500 Personen unterstützt werden und eine Angelegenheit der Gesetzgebung oder Verwaltung Wiens einschließlich der Bezirke betreffen. Im ersten Halbjahr 2013 wurden schon 2.329 Petitionen von in Wien lebenden Menschen eingebracht.

Die integrative Funktion  der Wiener Charta

„In einer Stadt, in der die meisten immer anders sind als ich selbst, braucht es Grundhaltungen, die von allen getragen werden, um ein gutes Klima zu erreichen“, sagt Ursula Struppe, Leiterin der Magistratsabteilung 17 für Integration und Diversität. Unter der Leitung der promovierten Theologin startete die Stadt

Fotos: Ismail Gökmen/PID

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SPECIAL

Wien 2012 einen Prozess, bei dem es darum ging, dass alle Menschen, egal welchen Alters, Besitzstandes, welcher Position, welcher sexuellen Orientierung oder welcher Religion, darüber diskutieren, wie man zusammenleben will. Ergebnis war die Wiener Charta, die am 27. November 2012 präsentiert wurde. Sie umfasst verschiedene Themenbereiche wie „Jung und Alt“, „Sauberkeit in der Stadt“ oder „Umgangsformen im Alltag“ und gibt Grundhaltungen vor, die auf freiwilliger Basis funktionieren sollen. Der Prozess bis dorthin hatte klare Regeln. In einem Basisdokument wurden Voraussetzungen wie die Achtung der Menschenrechte und der österreichischen Gesetze für die Charta festgelegt, die nicht zur Disposition standen.

Wie der Wiener

Charta-Prozess ablief 14 Tage lang konnten Bürgerinnen und Bürger per Postkarten und Anruf oder online Themen vorschlagen, die gesammelt wurden. Ein

Partizipation

Respekt heißt, andere Menschen zu akzep- tieren, wie sie sind:  So steht es jetzt in der  Wiener Charta

unabhängiger Beirat ordnete sie in drei Themenfelder. Von April bis Oktober fanden dann die ChartaGespräche statt. 325 Partnerorganisationen arbeiteten dabei mit der MA 17 zusammen. Ihre Vielschichtigkeit sprach eine sehr breite Zielgruppe an. Dabei waren unter anderem Repräsentantinnen und Repräsentanten aller Religionen, des Freidenkerbunds, von HOSI, IBM, McDonald’s, PensionistInnenverbänden und Jugendgruppen, von SPÖ, ÖVP, den Grünen und der KPÖ Margareten. Die Stadt Wien stellte moderierende Personen für die Gespräche – insgesamt fanden 651 Gespräche statt. Die Ergebnisse wurden online gestellt, Diskussionen auch im Nachhinein noch on- und offline weitergeführt. Der Beirat verdichtete die wichtigsten Aussagen dann auf einen Text, der über Plakate, Inserate, Folder und Partnermedien verbreitet wurde. „Wien ist Heimat und Zuhause: Für Frauen und Männer, Junge und Alte, hier Geborene
und Zugewanderte, für Menschen mit

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unterschiedlichen Weltanschauungen, Lebensformen und Bedürfnissen. Damit wir gut miteinander auskommen, braucht es Respekt. Respekt heißt, andere Menschen zu akzeptieren, wie sie sind – so wie man selbst auch akzeptiert und respektiert werden will“. So steht es jetzt in der Wiener Charta. „Viele Organisationen haben die Erfahrungen, die sie während des Prozesses gemacht haben, in ihre Arbeit aufgenommen, und auch für Einzelpersonen kann es eine psychische Stütze sein, wenn sie sich auf Aspekte der Charta berufen“, beschreibt Struppe die Auswirkungen. Als Beispiel nennt sie das Sprechen der Muttersprache. Oft würden Migrantinnen und Migranten im öffentlichen Raum angepöbelt, weil sie ihre Muttersprache und nicht Deutsch sprächen. Die Charta sagt deutlich, dass ein gemeinsames Leben zwar eine gemeinsame Sprache braucht, es aber auch ein Zeichen der Vielfalt ist, wenn viele Sprachen gesprochen werden. Das gehört zur Identität der Text: Sonja Dries Stadt.


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stadtplanung

„Partizipation ist Qualitätssicherung“

Der Stadt- und Landschaftsplaner Thomas Knoll erklärt, was Planung mit Menschenrechten zu tun hat und warum Partizipation die Qualitätskontrolle des Rechtsstaates durch seine Menschen ist

homas Knoll, ein Pionier der Landschaftsökologie in Österreich, ist Eigentümer des Ziviltechnikerbüros Knollconsult Umweltplanung und Geschäftsführer der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur ÖGLA. Er hat das aktuelle Fachkonzept Grünund Freiraum im Rahmen des Stadtentwicklungsplanes STEP 2025 für Wien erstellt. Herr Knoll, was haben Stadt- und Grünraumplanung mit Menschenrechten zu tun? Thomas Knoll: Ich möchte unterscheiden. Grundlegende Menschenrechte sind etwa Rechte auf freie Wahlen, auf körperliche und seelische Unversehrtheit, Rede- und Pressefreiheit oder ähnliche. Das ist das eine. Darüber hinaus gibt es aber auch Bereiche, die vor allem für Menschen im urbanen Raum menschenrechtlich relevant sind. Wie zum Beispiel leistbares und attraktives Wohnen. Man könnte das unter der Kategorie Daseinsvorsorge zusammenfassen, auf die meiner Meinung nach alle Menschen in Wien einen Anspruch haben. Stadtplanung bedeutet für Sie also Daseinsvorsorge für die Wienerinnen und Wiener. Was fällt da außer leistbaren, attraktiven Wohnungen noch darunter? Knoll: Alles, was zum Leben nötig ist: gutes Trinkwasser, verlässliche Kanalisation, die Leistungen des Stadtgartenamts, Umweltschutz, Sicherheit, Energie, Gesundheitsversorgung, Grün- und Freiräume und vieles mehr. Für mich ist eine Großstadt eine komplizierte Maschine, die täglich am Laufen gehalten und ständig gewartet, ergänzt bzw.

r­ epariert werden muss. Mein größter Respekt gilt dabei den Menschen, die das möglich machen. Sie leisten die Pflicht in der Daseinsvorsorge einer Stadt, wir Planer dürfen dazu die Kür beisteuern.

Thomas Knoll: „Wir haben ein soziales Umfeld, das es möglich macht, die Menschen mit allem Nötigen zu versorgen. Das ist ein wesentlicher Bestandteil des Know-hows einer erfolgreichen Stadt“

Was unterscheidet Wien denn grundsätzlich von vielen anderen, auch jüngeren Städten? Knoll: Das, was man kaum sieht: die umfassende und funktionierende Infrastruktur sowie die effiziente Verwaltung. Zum einen haben wir seit den Sechzigerjahren Milliarden Euro in der Erde vergraben: für Kanäle, alle möglichen Leitungen, U-Bahnen und vieles mehr. Zum anderen haben wir ein soziales Umfeld, das es möglich macht, etwa die Menschen mit allem Nötigen zu versorgen. Das ist ein wesentlicher Bestandteil des Know-hows einer erfolgreichen Stadt. In Wien wird darauf geachtet, dass weniger gut gestellte Menschen nicht völlig untergehen, dass jeder Person Gesundheitsversorgung zusteht und dass der Müll nicht auf den Straßen liegt. Das sind zwar aus unserer Sicht Selbstverständlichkeiten, im globalen Blickwinkel aber eher die Ausnahme. Der Wiener Wohnbau ist ein international beachtetes Phänomen und einmalig für eine Großstadt. Leistbare, attraktive Wohnungen sind ja für sich schon ein hoher Wert. In Wien hat die Daseinsvorsorge, verglichen mit anderen Städten, ein sehr hohes Niveau erreicht. Die Herausforderung heute ist eher, dieses Niveau angesichts des weiteren Stadtwachstums zu halten. Wien gilt auch als sicher … Knoll: Genau, auch darin unterscheidet sich die Stadt von vielen, etwa

Los Angeles. Man kann in solchen Städten nette Grätzel wie in Wien finden – aber sie nicht ungefährdet zu Fuß erreichen. Man braucht das Auto auch als Sicherheitskäfig. Wie in Wien etwas als Frau oder Kind durch die ganze Stadt zu spazieren, ist dort undenkbar. Die Sicherheit, die Wien seinen Menschen bietet, ist ein großes Plus. Sie verhindert ebenso wie die Wohnbaupolitik bislang auch die Bildung von Armutsvierteln – und verringert den Pkw-Verkehr. Man kann überall ungefährdet zu Fuß gehen, Radeln oder mit den Öffis fahren. In vielen Städten ist das nicht möglich. Sie geraten dadurch in eine Abwärtsspirale: Ganze Stadtviertel degradieren. Die Unsicherheit führt bis zum Phänomen der „Gated Communities“, die ich als Ende einer funktionierenden und lebenswerten Stadt in meinem Sinne betrachte. Was hat aber Stadtplanung damit zu tun? Knoll: Sie muss sich um die ständige Balance zwischen divergierenden und sich ändernden Bedürfnissen bemühen und dafür brauchbare Pläne anbieten. Sie muss etwa erkennen, dass Sicherheit oder das subjektive Sicherheitsgefühl ein wesentlicher Aspekt für die Lebensqualität in einer Stadt ist, und in ihrer Planung darauf achten. Das führt zu meinem Begriff von Freiraum, für dessen Planung ich ja auch Vorschläge mache. Freiraum bedeutet für die Menschen letztlich, ihre Stadt als erweitertes Wohnzimmer ansehen zu können, in dem sie nach ihrer Fasson glücklich werden können. Damit das gelingt, müssen neben der Sicherheit die Versorgungs- und Umweltaspekte ein hohes Niveau haben, und man muss die Instrumente der Daseins-

Foto: Hans Ringhofer

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stadtplanung

SPECIAL

„Freiraum bedeutet für die Menschen letztlich,

Foto: Karin Wasner

vorsorge im demokratisch legitimierten Einfluss behalten. Also nicht das Wasser privatisieren? Knoll: Genau. Und planerische Visionen entwickeln, wobei dabei die Partizipation der Betroffenen ganz wesentlich ist. Denn die Bürgerinnen und Bürger stellen ja so etwas wie eine Qualitätskontrolle unserer planerischen Arbeit dar. Sie besorgen die Qualitätssicherung – unentgeltlich. Natürlich macht es das manchmal mühsam, aber besser ei-

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ihre Stadt als erweitertes Wohnzimmer ansehen zu können, in dem sie nach ihrer Fasson glücklich werden können“

ne begleitende Kontrolle in Form von Partizipationsmodellen, als völlig an den Bedürfnissen vorbeizuplanen. Welche Rolle spielt der Grünraum? Knoll: Wir Planer müssen uns um etwas bemühen, was ich Grünraumgerechtigkeit nenne. Denn es ist ja nicht nur in Wien so, dass die Vermögenden, die öffentliche Grünräume am wenigsten brauchen, am meisten Grün zur Verfügung haben. Während etwa Bezirke entlang des Gürtels, aber auch Floridsdorf,

Donaustadt, Simmering oder Favoriten, die den Großteil der Zuwanderung aufnehmen, gleichzeitig oft schlechter mit Grün- und Freiräumen versorgt sind. Hier muss Planung eingreifen. Grünräume gehören zur Alltagsinfrastruktur und die ist allen Menschen in einer Stadt in vergleichbarer Qualität anzubieten. Der Bedarf an öffentlichen Grünund Freiräumen steigt dabei mit der Dichte der Wohngebiete und mit der Enge des Wohnumfeldes. Diese Freiräume sind keine Angelegenheit

bloß fürs Wochenende, sondern sind im Alltag bedeutsam. Sie dienen der Mobilität, sind ein wesentlicher Beitrag zum Umweltverbund aus Fuß-, Fahrrad- und öffentlichem Verkehr. Sie haben für viele Menschen dieselbe Funktion wie ein Kaffeehaus – nicht zu Hause und doch daheim –, nur können wir dieses Angebot zu Erholung, Kommunikation, Spiel und Sport für die Bürgerinnen und Bürger ohne Kostenbarriere anbieten.  Interview: Christian Zillner


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Menschenrechte

Was ist eine Menschenrechtsstadt? Musikworkshops f端r junge Menschen mit Migrationshintergrund vom

Klangforum Wien in Kooperation mit Interface Wien

(siehe auch Seite 20)


Menschenrechte

Das erklärt der Rechtswissenschafter Manfred Nowak und welche Rolle seine Studie „Wien – Stadt der Menschenrechte“ im Prozess zur Menschenrechtsstadt spielt

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Foto: Karin Wasner

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Menschenrechte Was ist eine Menschenrechtsstadt?

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ravierende Missstände weit weg, daran denken die meisten beim Schlagwort Menschenrechte wohl zuerst. „Es ist auch wirklich katastrophal, wie die Welt aussieht“, bestätigt Manfred Nowak, Professor für internationales Recht und Menschenrechte an der Universität Wien und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter über Folter. „Wir leben derzeit in einer globalen Krise der Menschenrechte.“ Dennoch seien diese viel enger mit unserem eigenen Alltag verflochten, als wir denken. Selbst in einer europäischen Stadt wie Wien, der ihre hohe Lebensqualität regelmäßig in internationalen Rankings bescheinigt wird. „Bei Menschenrechten geht es auch darum, wie wir soziale Sicherheit und Gerechtigkeit schaffen, wie wir etwa mit ärmeren Menschen, Minderheiten, Älteren und Kindern umgehen oder mit Menschen, die in irgendeiner Hinsicht anders als der Mainstream sind“, umreißt Nowak ein breites Spektrum an Themen, die bei genauerer Betrachtung alle mit Grundwerten wie Würde, Freiheit und Gleichheit zu tun haben. Jenen Rechten also, mit denen wir – wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 besagt – ungeachtet unseres Geschlechts, unserer Hautfarbe, Religion, politischen Überzeugung, nationalen oder sozialen Herkunft geboren werden. „Nichtdiskriminierung und Inklusion sind hier die großen Handlungsfelder“, so Nowak. „Und da gibt es auch in Wien noch einiges zu tun.“

Wien als vorbildliche

Menschenrechtsstadt Um den 10. Dezember, den internationalen Tag der Menschenrechte,

beispielsweise leistbarem Wohnen, Gesundheit oder Integration aus menschenrechtlicher Perspektive aussieht“, erklärt Nowak. „Die wissenschaftliche Analyse hilft der Stadt dabei, bei all diesen Herausforderungen sozusagen die Menschenrechtsbrille aufzusetzen.“ „Global denken, aber lokal handeln“ sei ein wesentliches Prinzip der Menschenrechtsstädte. Die Verpflichtung zur Toleranz gehöre dazu, aber auch das Schaffen von guten Lebensbedingungen für alle Bevölkerungsschichten.

Besonderes Kennzeichen: 

„Es soll nicht nur ein  schönes Aushänge- schild sein, sondern  beinhaltet einen kon- kreten Aktionsplan“ Manfred Nowak, Universität Wien

soll sich die Stadt Wien zur Menschenrechtsstadt erklären. Damit wird sie – als vorläufiger Höhepunkt eines Prozesses, den die Stadt Wien im Jahr 2013 gestartet hat – in ein weltweites Netzwerk an Menschenrechtsstädten eingebunden. Deren Vorbildwirkung resultiert daraus, dass sie sich sozusagen selbst bei der Nase nehmen und überall Maßnahmen setzen, wo sie Verbesserungsbedarf orten. „Es soll natürlich nicht nur ein schönes Aushängeschild sein, sondern beinhaltet einen konkreten Aktionsplan“, verdeutlicht Nowak, dessen Studie „Wien – Stadt der Menschenrechte“ die Grundlage des Prozesses bildet. Erstellt hat er sie im Rahmen der Forschungsplattform „Human Rights in the European Context“ der Universität Wien und in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, die er beide leitet. Nach seinem Gutachten Ende 2013 begleiteten die Expertinnen und Experten des Boltzmann Instituts den Prozess weiter. „Wir haben uns angeschaut, wie es in Wien in den verschiedenen Bereichen wie

Lebensqualität für alle

„Die Wienerinnen und Wiener sind mit Recht stolz auf ihre Stadt“, konstatiert Nowak. „Auf die Kultur, den Grünraum, die relative Sicherheit.“ Auch habe es Wien bisher ziemlich gut verstanden, extreme Ghettoisierungen, wie wir sie etwa aus Paris oder New York kennen, hintanzuhalten. „Natürlich gibt es auch hier Tendenzen in diese Richtung, wo man aufpassen muss.“ Wie andere Städte sei auch unsere vor Xenophobie und künstlich geschürten Ängsten nicht gefeit, aber im Grunde sei die Einstellung vieler Wienerinnen und Wiener zur Integration gar nicht so negativ. „Das hat auch mit unserer Geschichte als Vielvölkerstaat zu tun, denn wenn wir ein paar Generationen zurückgehen, sind wir ja alle irgendwo Migranten aus Ungarn, Böhmen oder Balkanländern“, so der Professor. „Wien hat gelernt, mit unterschiedlichen Kulturen umzugehen.“ Eine Menschenrechtsstadt habe auch den Vorteil, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wirksamer entgegentreten zu können. „Wir


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müssen uns fragen, wie wir mit Migrantinnen und Migranten umgehen“, betont Nowak. „Es ist ja ein Anachronismus, dass so viele Menschen, für die Wien schon lange ihre Heimat ist, nicht an der politischen Willensbildung teilhaben können.“ Die Frage der Solidarität stehe in einer Menschenrechtsstadt stets im Vordergrund, ob es um kommunales Wahlrecht gehe oder die Aufnahme von Flüchtlingen. „Das Mittelmeer ist ja der größte Friedhof geworden, aber nicht weil es so gefährlich ist, sondern weil die europäische Flüchtlingspolitik eine Katastrophe ist“, holt Nowak aus. „Hier nicht mehr zu den Hardlinern zu gehören und mit gutem Beispiel voranzugehen, könnte eine lohnende Aufgabe für eine Menschenrechtsstadt sein.“

Große Menschenrechtsreihe der VHS Wien

Fotos: Karin Wasner

Nowak fungiert auch als Bindeglied zwischen dem Prozess der Stadt

Menschenrechte

„Menschenrechts- bildung ist ein breiter  Bewusstseinsprozess,  der in Kindergarten  und Schule beginnen  sollte und auch in der Erwachsenenbildung  wichtig ist“

Wien und der in diesem Rahmen stattfindenden Veranstaltungsreihe. Er leitet eine zweijährige postgraduale Masterausbildung „Human Rights“, die die Universität Wien vor drei Jahren eingerichtet hat. Nun stellen die ersten Absolventinnen und Absolventen anhand ihrer Masterarbeiten das jeweilige Monatsthema für diese VHS-Reihe zu großen Menschenrechtsfragen unserer Zeit. Um dieses wiederum rankt die VHS ein buntes Angebot an Workshops, Diskussionen und Events. „Menschenrechtsbildung ist ein breiter Bewusstseinsprozess, der in Kindergarten und Schule beginnen sollte und natürlich auch in der Erwachsenenbildung wichtig ist“, sagt Nowak. „Die Absolventinnen und Absolventen des Vienna Master of Human Rights, alles erstklassige Leute aus unterschiedlichsten Ländern, stellen Themen wie Frauenhandel, Menschenwürde, Asylrecht, aber auch

13 die Rolle von sozialen Standards für die Menschenrechte vor.“ Ein Anliegen ist Nowak auch das Zusammenspiel von Kultur und Menschenrechten. So wünscht er sich etwa, das Human Rights Orchestra nach Wien holen zu können. „Wien hat so eine reiche Kulturszene, die könnte man viel stärker mit menschenrechtlichen Inhalten füllen.“ Unvergesslich sei ihm ein U2Konzert in Sarajewo zur Zeit des Bosnienkonflikts, zu dem sowohl Kroaten als auch Serben und Bosniaken in Scharen strömten. „Dieses umwerfende Konzert hat damals zur Völkerverständigung mehr beigetragen als so manche Aktion der internationalen Gemeinschaft“, erinnert er sich. „Oder denken Sie an die Konzerte für Afrika, an die Filme von Richard Attenborough. Die Synergien zwischen Menschenrechten und Kunst haben enormes Potenzial, das sollten wir unbedingt nutzen.“  Text: Uschi Sorz


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Menschenrechte

„Wir treten mit den Menschen in Dialog“ Die Wiener VHS widmen den Menschenrechten eine Veranstaltungsreihe. Geschäftsführer Mario Rieder und ­Sebastian Bohrn Mena, Koordinator gesellschaftspolitischer Veranstaltungsreihen der VHS Wien, erklären, warum

„Wir möchten die  Menschen befähigen,  sich in einem neuen  städtischen Umfeld  zu orientieren“  Mario Rieder, Geschäftsführer der VHS

miert zu sein bedeutet, einen eigenen Standpunkt entwickeln, danach handeln und politisch partizipieren zu können. Sebastian Bohrn Mena: Außerdem leben die VHS die Menschenrechte auch durch ihre Mitarbeiterinnenund Mitarbeiterstruktur. Hier arbeiten Menschen mit unterschiedlichsten Muttersprachen, und zwar quer durch alle Funktionen bis hin zu Direktorinnen und Direktoren. Etwa 40 Prozent von uns haben Mi-

grationshintergrund und können diese Zielgruppe entsprechend gut informieren, beraten und begleiten. Rieder: Natürlich sind wir durch die Bildungsarbeit mit Migrantinnen und Migranten auch mit ihren Diskriminierungserfahrungen konfrontiert, das beeinflusst unser Engagement zusätzlich. Menschenrechte sind aber ein Thema, das die VHS, genau wie politische Bildung, schon seit über 100 Jahren begleitet. Ist der niederschwellige Zugang daher Teil des Engagements der VHS? Rieder: Ja, gerade für benachteiligte Zielgruppen ist es wichtig, dass die Kurse erschwinglich und die Rahmenbedingungen gut sind. So bieten wir etwa bei Deutschkursen für Frauen auch Kinderbetreuung und sorgen für lebensnahe Lehrinhalte und -materialien. Wir möchten die Menschen befähigen, sich in einem neuen Umfeld zu orientieren. Aber auch bei anderen Formen der Bildungsberatung oder beim Jugendlichencoaching schwingen stets gesellschaftliche Aspekte mit. Begleitend zum Prozess der Stadt Wien zur Stadt der Menschenrechte führen die VHS in dieser Bildungssaison eine große Veranstaltungsreihe zu Menschenrechten durch. Was erwartet die Wienerinnen und Wiener an den acht beteiligten VHS-Standorten? Bohrn Mena: Von Oktober bis Juni haben wir in Zusammenarbeit mit der Universität Wien und der MA 17 eine ganze Reihe von spannenden Vorträgen, Diskussionen, Begegnungen und Workshops zu globalen Menschenrechtsthematiken organisiert. Dabei spielt auch hier unsere lange Tradition der universitären Wissensvermittlung eine Rolle. Ein Fixpunkt sind Impulsreferate von Absolventinnen und Absolventen

Foto: Karin Wasner

Warum sind die Menschenrechte für die VHS generell ein Thema? Mario Rieder: Zugang zu Bildung und gesellschaftliche Inklusion hängen eng zusammen. Zum einen arbeiten wir ja an der Qualifikation bildungsbenachteiligter Gruppen, etwa von Jugendlichen oder Zuwanderinnen und Zuwanderern, denen wir sowohl beruflich als auch persönlich Perspektiven ermöglichen wollen. Zum anderen sind wir in der politischen Bildung aktiv. Gut infor-


SPECIAL

Menschenrechte

Foto: Karin Wasner

des Vienna Master of Human Rights, eines postgradualen Lehrgangs der Uni Wien. Vorstand ist ­Manfred ­N owak, der ehemalige UN ­Sonderberichterstatter über Folter. Welche Themen werden konkret angesprochen? Bohrn Mena: Jeden Monat wird anhand einer Masterarbeit ein zentrales Thema vorgestellt, von Frauenhandel in Bosnien-Herzegowina bis hin zu Straßenkindern in Nepal. Wichtig sind aber auch unsere gut 50 Kooperationspartnerinnen und -partner, zum Beispiel Grätzelinitiativen, NGOs, Gewerkschafts- und UNO -Organisationen oder städtische Einrichtungen. Wir möchten nämlich Wissen nicht nur vermitteln, sondern es auch anwendbar machen. Wenn die Menschen dann hinausgehen, sollen sie das Gefühl haben, dass sie durch ihre eigenen Handlungen etwas bewegen können. Es ist ein heftiges Thema, aber gerade diese Haltung „Es ist alles so schrecklich und man kann nichts tun“ möchten wir durchbrechen. Rieder: Ja, es geht nicht nur darum, den Expertinnen und Experten zuzuhören. Wir schaffen bewusst Räume der Begegnung und kritischen Reflexion. Auf alle Fälle sind unsere Kooperationspartnerinnen und -partner dabei ein aktivierendes Element. Und trotz der Schwere des Themas beschreiten wir auch unorthodoxe Wege, die etwas Leichtigkeit und Spaß hineinbringen. Gerade weil es um so hochemotionale Inhalte geht, wo viele die Schranken dichtmachen, weil es fast nicht auszuhalten ist. Wir haben dann gemerkt, dass dieser Ansatz gar kein Widerspruch ist. Zu unserem Menschenrechtsfrühstück im Oktober in der Wiener Urania kamen zum Beispiel über 120 Menschen, das kam unheimlich gut an. Bohrn Mena: Es ging um die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen in Kambodscha, das haben wir gemeinsam mit dem ÖGB gemacht. Der Präsident der kambodschanischen Gewerkschaft hat einen Vortrag gehalten, wir haben einen Film der Clean-ClothesKampagne gezeigt, es gab eine Podiumsdiskussion und wir haben eben auch gemeinsam gefrühstückt und

40 Prozent von uns  haben Migrations- hintergrund und  können diese Ziel- gruppe gut beraten“ Sebastian Bohrn Mena, Direktor der VHS Penzing

darüber geredet, was jeder Einzelne in seinem Alltag tun kann. Ein anderes Beispiel sind die Kinderrechte, die standen im November im Polycollege Stöbergasse im Mittelpunkt. Als Rahmenprogramm gab es unter anderem ein Kasperltheater. Ich war ganz fasziniert davon, wie spielerisch man Aspekte wie etwa Selbstbestimmtheit vermitteln kann. Das war sehr gut gemacht, und in diesem Geist wird es auch weitergehen: nicht paternalistisch von oben herab, sondern wir binden unsere verschiedenen Anspruchsgruppen direkt ein. So wird es etwa Vernissagen geben, einen Bildungsmarkt zum Thema Asyl, einfach einen vielfältigen, bunten Mix. Und als roter Faden zieht sich die hochkarätige Hintergrundinformation durch. Der größte Teil der Veranstaltungen liegt noch vor uns, was sollen die Men-

15 schen am Ende des Bildungsjahres 2014/2015 mit nach Hause genommen haben? Bohrn Mena: Ich wünsche mir, dass möglichst viele begreifen, dass die Menschenrechte auch in ihrer Lebenswelt eine Rolle spielen und dass sie aktiv mitgestalten können. Je nach Interesse – beim einen ist es Nahrung, beim anderen das Thema Flucht. Ansatzpunkte gibt’s genug. Rieder: Bildung ist auch ein Menschenrecht. Uns ist es bei den Volkshochschulen wichtig, mit unserem Bildungsauftrag und im Rahmen unserer Kooperationen eine Drehscheiben- und Plattformfunktion in der Stadt einzunehmen. Durch das Bündeln von Ressourcen und Know-how entsteht ein spannendes Angebot, das – kostenfrei und für alle zugänglich – nachhaltige Impulse setzen kann.  Text: Uschi Sorz


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recht auf information

Der Mensch stets im Mittelpunkt

Gibt es ein Menschenrecht auf Information und Transparenz? All das sei notwendig, sagt Ulrike Huemer, Chief Information Officer (CIO) der Stadt Wien und Expertin für Recht

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Smart City Wien 

Rahmenstrategie

Die „Smart City Wien Rahmenstrategie“ unterscheidet Wien von anderen Smart Citys. Die meisten stellen bloß Technologien in den Vordergrund. Wien hingegen sieht den Menschen im Mittelpunkt aller-

„Freier Zugang zu Informationen als  Service für die  Bürgerinnen und  Bürger im Internet“ Ulrike Huemer, Chief Information Officer, Stadt Wien

Ulrike Huemer: „Die Idee der Smart City Wien ist neben Umweltaspekten eine innovative, soziale und mobile Stadt der kurzen Wege“ Anstregungen einer Smart City. „Die Technologie dient einzig als Mittel zum Zweck“, erklärt Huemer. „Die Idee der Smart City ist, neben Umweltaspekten wie CO₂Reduktion eine innovative, soziale und mobile Stadt der kurzen Wege zu schaffen, wo Offenheit, Transparenz und Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung mehr als nur Schlagworte sind. Dafür braucht es die Öffnung der Verwaltung durch den freien

Zugang zu Informationen bzw. die optimale Aufbereitung dieser Infos als Service für die Bürgerinnen und Bürger im Internet.“ Ulrike Huemer wünscht sich, dass zukünftig viel mehr beispielgebende Projekte lanciert werden, wie etwa die Erarbeitung der „Charta Wien“ oder ganz aktuell die „Digitale Agenda Wien“: www.digitaleagenda.wien https://open.wien.at

Foto: Franz Pfluegl 2012

inerseits sollen gut aufbereitete Informationen gerade im Bereich der öffentlichen Verwaltung den Alltag erleichtern und Service bieten“, sagt Ulrike Huemer. „Anderseits geht es zunehmend auch darum, sich für mehr Transparenz einzusetzen.“ Sie verweist auf eine Initiative der Stadt Wien, die mittlerweile europaweit große Beachtung und Anerkennung findet: „Open Government Data“. Sie basiert auf der Idee, dass von der Stadtverwaltung gesammelte öffentliche Daten frei zugänglich gemacht und der Wiener Bevölkerung in digitaler Form zur Verfügung gestellt werden. Dies führe zu mehr Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit. Als Beispiele nennt Ulrike Huemer etwa GeoDaten, Verkehrsdaten, Umweltdaten, Budgetdaten sowie statistische Daten. Einzig personenbezogene Daten sind aus Datenschutzgründen ausgenommen. „Open Data“ bietet Nutzungsmöglichkeiten auf verschiedensten Ebenen: Unternehmen sowie Privatpersonen können mit diesen Daten selbst neue Anwendungen und Dienste erstellen. Auch die Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen wird dadurch erleichtert. Aktuell sind 246 Datensätze veröffentlicht und daraus 153 spannende Anwendungen entstanden. „Unser Ziel ist es, dass noch viele weitere folgen“, sagt Ulrike Huemer.


SPECIAL

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ausland

Einen Euro für ein halbes Kilo Kabel Christina Schröder und Stefan Grasgruber-Kerl von Südwind erklären, warum sie sich für Kinder auf Elektromüllhalden in Ghana und Näherinnen in Kambodscha einsetzen

Fotos: Karin Wasner, Südwind

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er Verein „Südwind“ schaut über die Grenzen der Stadt hinaus auf die Situation der Menschenrechte in anderen Regionen. Und findet genügend Beispiele, wo massiv dagegen verstoßen wird. Etwa in Ghana und Kambodscha. 7.000 Kinder und Jugendliche pilgern tagtäglich auf die Elektromüllhalde in Ghanas Hauptstadt Accra, um Altgeräte zu verbrennen und so an die begehrten Kupferkabel zu gelangen. Für eine Tagesausbeute von einem halben Kilo Kabel bekommen sie einen Euro. „Die Luft ist verpestet und macht das Atmen schwer, der Boden ist voller scharfer Splitter und Gift – es ist nach wie vor apokalyptisch“, zeigt sich Christina Schröder, Mitarbeiterin der entwicklungspolitischen Organisation „Südwind“, schockiert. „Südwind möchte durch Information und hartnäckiges Aufzeigen solcher Missstände auf die eigentlichen Verursacher Druck ausüben“, erklärt Stefan Grasgruber-Kerl von Südwind. Und diese sind auch hierzulande auszumachen. Wie etwa Elektrohändler, Speditionsunternehmer sowie Onlinekäufer, die sich über bestehende Richtlinien und Gesetze hinwegsetzen.“ Derzeit engagiert sich Südwind für das Schicksal von 500.000 Näherinnen in Kambodscha. Diese werden durch niedrige Löhne in der Bekleidungsindustrie systematisch in die Armut gedrängt. Tausende erlitten während der Arbeit aufgrund von Unter- und Mangelernährung, Hitze und chemischen Dämpfen schwere gesundheitliche Schäden. Firmen wie etwa H&M müssten daher endlich handeln, fordert Stefan Grasgruber-Kerl. Die Aktivitäten von Südwind konzentrieren sich vor allem auf wirtschaftliche und soziale Miss-

Entschädigungszahlungen  noch immer ausständig

Stefan Grasgruber-Kerl von Südwind macht auf die Lage der Näherinnen in Kambodscha und das Verhalten der Bekleidungsindustrie aufmerksam

„Südwind möchte  durch Information  und hartnäckiges  Aufzeigen solcher  Missstände auf die  Verursacher Druck  ausüben“ Stefan Grasgruber-Kerl

stände in Entwicklungsländern in Zusammenarbeit mit ähnlichen Organisationen weltweit sowie NGOs und Gewerkschaften direkt vor Ort. Regelmäßig reisen Mitarbeitende von Südwind, fallweise auch in Begleitung von Medienleuten, in die betroffenen Gebiete, um sich ein genaueres Bild vor Ort zu machen und etwaige Verbesserungen aufzeigen zu können. Erfreulich sei, so Stefan Grasgruber-Kerl, dass durch solche Initiativen in diesen Ländern die Kinderarbeit schon stark zurückgedrängt werden konnte. Große Unternehmen haben sich bereits auf einen Verhaltenskodex verständigt, der auch Menschenrechte beinhaltet. Allerdings fehlen nach wie vor jegliche Sozialleistungen, außerdem sind die Löhne zu niedrig und die Arbeitsbedingungen oft lebensgefährlich.

Am 24. April 2014 jährte sich der Einsturz einer Fabrik von Rana Plaza in Bangladesch. 1.138 Menschen kamen dabei ums Leben, über 2.000 wurden verletzt. Auf der ganzen Welt kämpfen Gewerkschaften, Aktivisten und Organisationen wie die Clean-Clothes-Kampagne für eine gerechte Entschädigung der Opfer und gegen das Vergessen. Ein Jahr nach der Katastrophe gibt es zwar einen Fonds für die Abwicklung der Entschädigungszahlungen, der unter der Aufsicht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen wurde. Die Richtlinien des sogenannten „Rana Plaza Arrangements“ wurden von Textilunternehmen, der Regierung Bangladeschs, lokalen und internationalen Gewerkschaften sowie der Clean-Clothes-Kampagne ausgearbeitet. Bis dato hat jedoch nur die Hälfte der 29 in Rana Plaza produzierenden Unternehmen in den Entschädigungsfonds eingezahlt.  Text: Dieter Hönig

Christina Schröder:

„Auf der Elektromüllhalde von Ghanas Hauptstadt Accra herrschen apokalyptische Zustände“


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kultur

Das Recht auf Kultur

Das Kulturressort der Stadt Wien ermöglicht zahlreichen Menschen einen aktiven und niederschwelligen Zugang zur vielfältigen Wiener Kulturlandschaft

a, es gibt ein Grundrecht auf Kunst und Kultur. Doch das ist bei uns noch längst nicht erfüllt. Zumindest nicht für alle“, erklärt Werner Binnenstein-Bachstein, Vizepräsident von „Superar“. Der Verein wurde 2009 von Caritas, Wiener Konzerthaus und Wiener Sängerknaben gegründet. Laut Binnenstein-Bachstein haben viele Menschen keinen Zugang zur Hochkultur, sei es aus finanziellen Gründen oder weil es in ärmeren Haushalten einfach nicht der Tradition entspricht. Sie fühlen sich auch nicht zugehörig zu jenen, die sich Kultur leisten können. „Sie waren nie dabei, nie ,part of the game‘, emotional nie eingeladen“, bedauert er. Das sei aber über Generationen weg so sozialisiert. Superar wolle dem mit GratisMusikunterricht ohne Hürden und

„Musik ist ein  emotionaler Zugang  zu Menschen. Und es  gibt auch keine  sprachlichen  Barrieren“ Werner Binnenstein-Bachstein, Vizepräsident von „Superar“

Im November war im Konzerthaus das Ergebnis von Workshops über Neue Musik des

Zugangsbarrieren entgegenwirken. „Es geht uns einzig darum, den Kindern den Zugang zu diesem GrundMenschenrecht zu ermöglichen“, sagt Binnenstein-Bachstein. Seit 2009 bietet „Superar“ Kindern und Jugendlichen die Auseinandersetzung mit Kunstformen wie Chor, Tanz und Orchester an. „Es war uns ein Anliegen, den jungen Menschen Selbstbewusstsein zu geben, ihr soziales Miteinander zu fördern und darüber hinaus den Zugang zur Musik für möglichst viele zu ermöglichen. Und das auf höchstem künstlerischen Niveau und nicht nach dem Motto: ,poor goods for poor people‘.“ Die Kinder hätten so auch die Möglichkeit, ihr Können in Konzertaufführungen unter Beweis zu stellen. Letztlich wolle man mit dem Projekt auch Brückenbauer in

Klangforums Wien

Richtung Osteuropa sein. „Musik“, meint Binnenstein-Bachstein, „ist ein leichter und emotionaler Zugang zu Menschen. Und es gibt auch keine sprachlichen Barrieren.“ Aktuell betreut Superar rund 1.000 Kinder und Jugendliche in Österreich sowie 500 Kinder und Jugendliche in der Slowakei, der Schweiz, Liechtenstein, Rumänien und Bosnien. Mit der Eröffnung eines neuen Zentrums in Wiens ehemaliger Ankerbrotfabrik setzt Superar einen Meilenstein in seiner nunmehr fünfjährigen Geschichte. Natürlich könnte es noch viel mehr Angebot geben. Doch das ist, laut Binnenstein-Bachstein, eine Finanzfrage. So würde man etwa dringend Geld für Musikinstrumente benötigen und ist hier für jede Hilfe dankbar. http://superar.eu

mit Migrantinnen und Migranten zu hören

Foto: Karin Wasner

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kultur

SPECIAL

Die Kinder lernen Musizieren ebenso wie Konzertauftritte bei

Superar. In Wien hat Superar mit der Ankerbrotfabrik eine neue Spielstätte

Fotos: Laurent Ziegler, Timeline, Rudolf Handl

Wiener Vorlesung zur Menschenrechtsstadt „Eine Menschenrechtsstadt für alle!“ Unter diesem Motto findet am 11. Dezember eine Wiener Vorlesung statt. Zu Wien als Stadt der Menschenrechte sprechen unter anderen die Menschenrechtskoordinatorin der Stadt Wien Shams Asadi, der Volksanwalt Günther Kräuter, Julia Planitzer vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, Alexander Pollak von SOS Mitmensch und Ula Schneider von ­SOHO in Ottakring. Danach folgt ein Gespräch zum Thema „Menschenrechte: zentrales und integrales Rechtssystem“ mit Manfred Nowak und Julya Rabinowich. Wiener Vorlesung, 11. Dezember, 18 Uhr, Rathaus

Hubert Christian Ehalt, Initiator der Wiener Vorlesungen Kultur ist sowohl Bring- als auch Holschuld. Inwieweit ist sie auch ein Menschenrecht? Ehalt: Die Formulierung der Menschen-

rechte und deren Einhaltung sind ein wichtiger Bestandteil der Kultur. Umgekehrt sind Kultur und das Recht auf Kultur ein wichtiger Bestandteil der Menschenrechte. Kultur und Menschenrechte bedingen sich gegenseitig. Die Achtung und Einhaltung der Menschenrechte gehört zu den wichtigsten Werten der Kultur, der Moderne, der gegenwärtigen westlichen Welt. Seit 1987 gibt es die Wiener Vorlesungen. Was war die Idee? Hubert Christian Ehalt: Die Idee damals hatte zwei Brennpunkte: erstens ein Diskussions- und Dialogforum im Haus der Bürgerinnen und Bürger, dem Rathaus, zu schaffen. Sowie das Rathaus

zu einem Ort der Diskussion über Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zu machen. Und zweitens: Wissenschaft und Forschung – Mitte der Achtzigerjahre noch marginale Randthemen – ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. Die Wiener Vorlesungen sind, und das ist Teil der Philosophie, ein offenes und öffentliches Projekt. Offenheit und Öffentlichkeit vertragen sich nicht mit Eintrittspreisen. Alle sollen kommen und teilnehmen können. Da entsteht eine besondere Atmosphäre eines demokratischen Gemeinwesens, keine „Gated Community“. www.wien.gv.at/kultur/abteilung/ vorlesungen


kultur Gehsteige zu Discos und Parkbänke zur Kulisse für Theaterstücke. Eines der Vermittlungsprojekte von Basis. Kultur.Wien ist „Cash for Culture“. „Junge Menschen im Alter von 13 bis 23 Jahren aus allen Bevölkerungsschichten und Kulturen erhalten dabei bis zu 1.000 Euro für ihr Projekt“, sagt Anita Zemlyak. Coaches in Jugendeinrichtungen begleiten die Jugendlichen von der Projektidee bis hin zum öffentlichen Auftritt. Vor allem junge Migrantinnen nutzen diese Förderschiene häufig. www.basiskultur.at www.cashforculture.at

Geld für die Kulturprojekte  junger Menschen 

„Kultur ist ein Grundbedürfnis und muss für alle Menschen zugänglich sein. Aktive Teilhabe bedeutet auch Lebensfreude!“ Diese zu vermitteln, ist für Anita Zemlyak, Geschäftsführerin von Basis.Kultur.Wien, das eigentliche Anliegen. „Wir sind Wien“ und „Kultur für Alle“ ist das Motto der Veranstaltungen von Basis.Kultur.Wien. Die Einrichtung besteht aus 300 Mitgliedsvereinen. Basis.Kultur.Wien bietet monatlich ein abwechslungsreiches Programmheft, das kostenlos bestellt werden kann. Zum Programmangebot gehören Amateurkunstmessen im Rathaus oder „Best-of-Wiener-Kurzfilmamateure-Events“ ebenso wie Atelierrundgänge. Schreib- und Hörspielwerkstätten laden ebenso zur Teilnahme ein wie Dialektseminare oder Theaterworkshops. Wiener Märkte werden samstags zur Bühne für klassische Musik,

„Junge Menschen  erhalten für ihr  Projekt bis zu 1.000 Euro“

Neue Musik für 

ein neues Publikum 

Anita Zemlyak, Basis.Kultur.Wien

Die Erarbeitung Neuer Musik bei Workshops im Rahmen der Kooperation von

Bei einem Projekt von Musikerinnen und Musikern des höchst renommierten Klangforums Wien in Zusammenarbeit mit Interface Wien geht es um Kunst und Kultur als Grundrecht für Menschen, die sonst keinen Zugang zu Musik und Kunst haben.

In eigenen Workshops mit jungen Menschen mit Migrationshintergrund erarbeiten Musikerinnen und Musiker des Klangforums Wien Musikstücke. „Unsere Vermittlungsarbeit entsteht aus dem Bedürfnis des Künstlerkollektivs heraus, einem möglichst breiten Publikum seine Arbeit zugänglich zu machen und somit Neue Musik nachhaltig in das Musikleben der Stadt und ihrer Bewohner einzubinden“, erklärt Emilija Jovanovic vom Klangforum Wien. Bei den Workshops wird nicht unbedingt auf Konzertdarbietungen hingearbeitet (obwohl es solche auch gibt). Im Mittelpunkt stehen die Sensibilisierung des Hörens sowie die Annäherung an die Neue Musik etwa durch eigenes Experimentieren. Die jungen Menschen komponieren dabei ihre Werke selbst. Nach einem erfolgreichen Start im Frühjahr 2014 setzt das Klangforum Wien seine Workshops mit den jungen Menschen fort. www.interface-wien.at www.klangforum.at  Text: Dieter Hönig

Interface Wien und dem Klangforum Wien

Fotos: Karin Wasner

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Fotos: Karin Wasner

SPECIAL

kultur

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menschenrechtsorganisationen

Sie arbeiten in Wien für Menschenrechte Um Anliegen der Menschenrechte in verschiedenster Ausprägung kümmern sich NGOs ebenso wie Vereine und Organisationen im Umfeld der Stadt Wien. Hier stellen wir einige vor

„Mit einer österreichweit einzigartigen Beratungsstelle für Opfer und Zeugen von Rassismus, einem breiten Bildungsangebot zur Prävention sowie Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit bekämpfen wir seit 15 Jahren Rassismus in Österreich“, erklärt Claudia Schäfer, Geschäftsführerin des Vereins „ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit“. Ziel sind Unterstützung, Information und Empowerment der betroffenen Personen sowie die Steigerung des öffentlichen Bewusstseins für rassistische Problematiken und deren Ursachen. Heuer hat ZARA etwa im Rahmen der Aktivitäten der „Menschenrechtsstadt Wien“ mit einem Lokaltest auf rassistische Einlass-Hürden einiger Wiener Lokale aufmerksam gemacht. Dabei sind drei von vierzehn getesteten Clubs durchgefallen. Diese haben Testpersonen mit dunkler Hautfarbe den Zutritt verwehrt. Im Vorfeld des Testings hat ZARA Training einen „Know your rights“Workshop für neu zugewanderte junge Erwachsene des Jugendcollege von Interface Wien durchgeführt. Dabei lernten die Teilnehmenden mehr über die Unzulässigkeit rassistischer Diskriminierung beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen und konnten so ihre eigene Sensibilität für das Erkennen diskriminierender Verhaltensweisen steigern.

„Wir bekämpfen seit 15 Jahren Rassismus in Österreich“ Claudia Schäfer, Verein ZARA

„Menschenrechte  sind unteilbar und  universell“ Angela Schwarz, WASt

WASt – Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen Die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) setzt sich seit 1998 für Gleichbehandlung und gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen ein. ­

Roma-Vereine für Menschenrechte: Bahtalo Rom, Aven Romalen, Bibijaka, Baro Ilo, ERO, RIO – Roma Kinderhilfsorganisation, Bildungsverein Gelem Gelem, Gipsy Info und Organisation der Vereinten Roma.

„Menschenrechte sind unteilbar und universell“, erklärt WASt-Leiter-Stellvertreterin Angela Schwarz. „Deshalb kämpft die WASt für eine rechtliche Gleichstellung in Österreich, solidarisiert sich aber auch mit Lesben, Schwulen und TransgenderPersonen international.“ In den Wiener Landesgesetzen ist die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen und transgender Lebensweisen bereits durchgesetzt. Darüber hinaus hat der Wiener Landtag in mehreren Resolutionsanträgen die Bundesregierung unter anderem aufgefordert, die Ehe für alle zu öffnen und Regenbogenfamilien die Adoption von Kindern zu ermöglichen. „Wir bei WASt sind Short-TermExperts bei zwei Projekten des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte“, sagt WASt-Leiter Wolfgang Wilhelm. „Eines dient der Bekämpfung von Homophobie und Transphobie im Kosovo, das andere befasst sich mit Menschenrechten und Antidiskriminierung in Serbien.“ Außerdem hat die WASt bei der Veranstaltung „Über den Tellerrand“ über die internationale Menschenrechtssituation für LGBT informiert und dabei die Lage in Russland mit Aktivistinnen und Aktivisten aus St. Petersburg und Berlin beleuchtet. Eine Veranstaltung zur Situation in der Türkei ist geplant.

Klagsverband

„Bei uns werden Nägel mit Köpfen gemacht“, sagt der Generalsekretär des Klagsverbandes Volker Frey. „Wie der Name schon sagt, klagen wir. Und das in Fällen von Diskriminierung. Wer sich benachteiligt fühlt, sollte sich am besten gleich bei einem unserer Mitgliedsvereine beraten lassen. Wenn außergerichtliche Lösungsversuche erfolglos bleiben, können wir – im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten

– ein Gerichtsverfahren unterstützen.“ Diskriminierung ist allerdings im Gesetz viel enger definiert als das, was man gemeiniglich unter Diskriminierung versteht. „So führen wir sehr häufig Gerichtsverfahren, weil Menschen aus rassistischen Gründen nicht in Clubs hinein dürfen. Auch Klagen von Menschen mit Behinderungen haben wir schon zahlreich unterstützt. Hier geht es meist um Barrieren, die eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft unmöglich machen. Unsere Motivation ist, Menschen zu helfen, die diskriminiert wurden. Aber jedes unserer Urteile trägt auch dazu bei, das Gleichstellungsrecht zu definieren und zu einem Instrument zu machen, das vor Diskriminierung schützen soll. Unser Motto: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren – und sie sollen es auch bleiben!“

Interface Wien – wo Menschenrechte Realität werden

„Interface Wien ist eine gemeinnützige GmbH der Stadt Wien“, erklärt die Geschäftsführerin Margit Wolf. „Wir bieten für Zuwanderinnen und Zuwanderer Beratung, Deutschkurse und Bildungsveranstaltungen zu integrationsrelevanten Themen.“ Pro Jahr nehmen rund 8.000 Menschen die Angebote in Anspruch. Diese richten sich an Menschen, denen in ihren Herkunftsländern oftmals Menschenrechte vorenthalten wurden. „Unsere Bildungsangebote ermöglichen Zuwanderinnen und Zuwanderern den Zugang zum Menschenrecht auf Bildung und in weiterer Folge zum Menschenrecht auf Arbeit. In unseren Beratungen werden die Menschen auch über ihr Menschenrecht auf Wohnen, Gleichbehandlung und Antidiskriminierung aufgeklärt. Durch den alltäglichen Kampf von Interface

Fotos: Andrea Komenda, Pavel Wowk

Verein ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit


menschenrechtsorganisationen

SPECIAL

Eine Kreativeinheit im Rahmen von Deutschkursen, die von Wien für die Anliegen von Zuwanderinnen und Zuwanderern werden Menschenrechte letztlich zur Realität.“

Fotos: Andrea Ludwig, Privat, Interface Wien, ROMA, Esin Turan

Interface Wien, einer gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt Wien, angeboten werden ten in Sommersprachkursen ihre Deutschkenntnisse verbessern. Und 7.500 Frauen besuchten die „Mama lernt Deutsch“-Kurse, während ihre Kinder betreut wurden. 2012 wurde das Projekt „Charta des Zusammenlebens“ umgesetzt. Die MA 17 beobachtet auch die soziale Lage der Migrantinnen und Migranten und evaluiert die Diversitätsarbeit in der Verwaltung. Die Ergebnisse wurden bereits zum dritten Mal im Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor veröffentlicht.

Die Integrationsabteilung der Stadt Wien feiert heuer ihr zehnjähriges Bestehen. Mit der Gründung der MA 17 vollzog Wien 2004 einen Paradigmenwechsel: Die Wiener Integrationspolitik rückte ins Zentrum der Stadtverwaltung und wurde zur

Diversitätspolitik weiterentwickelt. Diversität bedeutet auch, Zuwanderung und Vielfalt als Normalität zu verstehen und die Chancen wahrzunehmen, die sich aus der Zuwanderung ergeben. In den letzten zehn Jahren setzte die Magistratsabteilung 17 zahlreiche Initiativen und realisierte Projekte – unter anderem wurden im Rahmen der Niederlassungsbegleitung „StartWien“ rund 19.000 Personen nach ihrem Ankommen in Wien unterstützt. Mehr als 8.000 Kinder konn-

„Wie der Name  Klagsverband schon sagt, klagen wir“

„Wir bieten Zuwan- „Die Zusammenar- derinnen und Zu- beit unter den Roma- wanderern Beratung“ Vereinen klappt gut“

MA 17 – Integration und Diversität

Volker Frey, Klagsverband

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Margit Wolf, Interface

Iovanca Gaspar, MA 17

Roma-Vereine für Menschenrechte

Den vorbildlichen Umgang der Stadt mit Menschenrechten schätzt auch die Wiener Roma-Sinti-Community. Trotzdem gibt es auch in Wien Ressentiments – bis hin zu offenem Rassismus. Daher sehen einige Roma-Vereine bei sich selbst großen Bedarf an einer MenschenrechteGrundsatzdiskussion. Mehrere haben, unterstützt und gefördert von der MA 17 Süd, die Veranstaltungsreihe „Menschenrechte versus Roma und Sinti?!“ konzipiert. Dazu gab es im April des Jahres eine Podiumsdiskussion in der VHS Favoriten sowie im Mai und im Juni Workshops zum Thema Nichtdiskriminierung, Rechte und Ombudsstellen. Beim mittlerweile achten Roma-Fest im Juli fand ein Podiumsgespräch zum Thema „Menschenrecht auf Bildung von Roma – Sinti“ statt. „Rückblickend sind wir stolz“, sagt Iovanca Gaspar, die bei der MA 17 für Roma und Sinti tätig ist, „dass die Zusammenarbeit unter den Roma-Vereinen wunderbar geklappt hat. Wir haben unsere Kooperationen vertieft und neue gewonnen.“ Text: Dieter Hönig


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überblick

Die große VHS Menschenrechtsreihe 2014/2015 Themenmonate & Hauptevents 2015 Themenmonat

„Recht auf Information“ & „Meinungsfreiheit“ Januar 2015 | VHS Floridsdorf, 21., Angerer Straße 14 Mi., 28. Januar 2015, 19:00 Uhr Vortrag & Diskussion mit VÖGB, ATTAC, Reporter ohne Grenzen u. v. m.

Themenmonat

„Recht auf Nahrung“ & „Globale Ressourcenverteilung“ Februar 2015 | VHS Wiener Urania, 1., Uraniastraße 1 Fr., 20. Februar 2015, 18:00 Uhr Vortrag von Kathrin Hartmann & Diskussion mit FIAN Österreich u. a.

Themenmonat

„Frauenrechte“ & „Moderne Sklaverei & Menschenhandel“ März 2015 | VHS Penzing, 14., Hütteldorfer Straße 112 Do., 19. März 2015, 18:30 Uhr Vortrag & Diskussion mit LEFÖ-IBF, Anti-Slavery International u. v. m.

Themenmonat

„Recht auf kulturelles Erbe“ & „Menschenrechte in Konflikten“ April 2015 | VHS Alsergrund, 9., Galileigasse 8 Fr., 24. April 2015, 18:30 Uhr Vortrag & Diskussion mit UNESCO, GEZA, ASPR u. v. m.

Themenmonat

„Recht auf Frieden“ & „Sicherheit durch Menschenrechte“ Mai 2015 | VHS Liesing, 23., Liesinger Platz 3 Di., 19. Mai 2015, 19:00 Uhr Vortrag & Diskussion mit Hannes Swoboda, Peter Kostelka u. a.

Große Abschlussveranstaltung im Juni 2015

Nähere Informationen: www.vhs.at/menschenrechte

Impressum: Medieninhaber: Falter Zeitschriften Gesellschaft m.b.H., 1010 Wien, Marc-Aurel-Straße 9, T: 01/536 60-0, F: DW 935, E: wienzeit@falter.at, www.falter.at; Herstellung: Falter Verlags­gesellschaft m.b.H.; Redaktion: Fuchs & Partner; Gestaltung und Produktion: Reini Hackl; Druck: Passauer Neue Presse Druck GmbH, 94036 Passau

DVR: 047 69 86. Diese Beilage ist eine entgeltliche Einschaltung und erscheint in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien. Alle Rechte, auch die der Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter ständig abrufbar

Verlagsbeilage #72  
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