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FRÜHLING 2018

Willkommen in der Schweiz!

GRÜEZI


Glacier Express

Grand-Train-Tour Die drei berühmten Panorama-Züge: Gotthard-Panorama-Express, Bernina und Glacier Express gehören zu den Highlights dieser Tour. Über die aufregendsten Bahnstrecken von Europa gelangen Sie zu den spektakulärsten Landschaften und zu den schönsten Dörfern der Schweiz.

Grand-Train-Tour

1. Tag: Flug nach Zürich und Zugfahrt nach Luzern, Stadtrundgang. 2. Tag: Schifffahrt über den Vierwaldstättersee nach Flüelen und Fahrt mit dem Wilhelm Tell Express nach Lugano. 3. Tag: Fahrt mit dem Bernina Express Bus nach Tirano und weiter mit dem Bernina Express Zug nach St. Moritz. 4. Tag: Mit dem weltberühmten Glacier-Express geht es von St. Moritz nach Zermatt – mit Höhepunkten vom Anfang und bis zum Ende. 5. Tag: Aufenthalt Zermatt mit Möglichzeit zur Auffahrt auf den Gornergrat. 6. Tag: Bahnfahrt nach Zürich und Rundgang. Abends Rückflug nach Wien.

6 Tage inkl. Halbpension pro Person ab

1.598,–

Einzelzimmerzuschlag: € 165,Termine 2018: 10.–15.7. | 6.–11.8.

Code: PZRHTO8

Montreux

Montreux, umschlossen von Weinbergen und vor der atemberaubenden Kulisse der Alpen, ist Ihr Ausgangspunkt für die Besichtigungen im Genferseegebiet.

Die Schweizer Riviera inkl. Chaplin’s World

1. Tag: Flug nach Genf und Fahrt nach Montreux, Stadtbesichtigung. 4 Nächte im Eurotel Montreux****, direkt am Genfersee gelegen. 2. Tag: Besuch der Chaplin’s World in Vevey. Nachmittags Auffahrt auf den Rochers de Naye und schließlich Besuch des Schlosses Chillion. 3. Tag: Fahrt mit dem Golden Pass Classic nach Gstaad; Besichtigung der Schokoladen Manufaktur Cailer und der Schaukäserei „La Maison du Gruyère“. 4. Tag: Auffahrt auf den Aussichtsberg Les Pleiades. Nachmittags Schifffahrt nach Lausanne, Aufenthalt. 5. Tag: Fahrt auf den Mont Pèlerin, Aufenthalt bei den Weinterrassen von Lavaux und Weinprobe. Fahrt nach Genf, Besichtigung und Rückflug nach Wien.

5 Tage inkl. Frühstück pro Person ab

Die Schweizer Riviera inkl. Chaplin’s World

1.288,–

Einzelzimmerzuschlag: € 188,-

Nicht inkludiert: Kleingruppenzuschlag 15-19 Personen: € 119,Termin: 25.–29.7.2018

Code: PGVARI8

Tessin

Das Tessin & die oberitalienischen Seen 6 Tage inkl. Halbpension pro Person ab

1.098,–

Einzelzimmerzuschlag: € 178,Termin: 25.–30.8.2018

Das Tessin & die oberitalienischen Seen Die Region ist bekannt für ihr mildes Klima und die herrliche Landschaft mit tief eingeschnittenen Seen, blühenden Gärten und prächtigen Kulturdenkmälern. Für Hermann Hesse, dessen Spuren Sie folgen, war das Tessin ein Paradies! 1. Tag: Flug nach Mailand und Stadtbesichtigung. Abends Ankunft im Kurort Baveno am Lago Maggiore. Fünf Übernachtungen im sehr schönen Grand Hotel Dino****. 2. Tag: Schiffsausflug zu den Borromäischen Inseln, am Nachmittag Besichtigung des Klosters Santa Caterina del Sasso und Spaziergang durch Stresa. 3. Tag: Ausflug nach Lugano und Besuch des Hermann-Hesse-Museums in Montagnola. 4. Tag: Ausflug nach Ascona, Locarno und Morcote. 5. Tag: Besuch des Ortasees. Freizeit am Nachmittag. 6. Tag: Fahrt an den Lago die Como und Rundgang durch Como. Transfer zum Flughafen Mailand und Rückflug nach Wien. Nicht inkludiert: Kleingruppenzuschlag 15-19 Personen: € 99,Code: PMXPTE8

Leistungen bei allen Angeboten: • Linienflüge ab/bis Wien • Übernachtungen inkl. Frühstück in guten, geprüften Hotels der Mittelklasse • Halbpension bei den Reisen Tessin und Grand Train Tour, nur Frühstück bei Genf und Schweizer Riviera • Transfers, Ausflüge, Bahnfahrten und Besichtigungen lt. Programm inkl. Eintritte (bei der Genf Reise Transfers mit öffentlichen Verkehrsmitteln) • Qualifizierte Reiseleitung Mindestteilnehmerzahl: 15 Personen

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Wir nehmen uns gerne Zeit: Ruefa Studienreisen | 01/588 00 750 ruefa.at/schweiz

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EDITORIAL Heimo Hackel – Vorsitzender des Vorstandes der card complete Service Bank AG

FRÜHLING 2018

Willkommen in der Schweiz!

Präzision

GRÜEZI

Sie steht für die durchgetaktete Schweiz wie kein anderes Produkt: die Uhr. Hier zu sehen: das Uhrwerk einer Omega Speedmaster

COVER

Collage: Valencestudio Fotos: CHRONEXT/Marco Woyczikowski, Hintergrund: Switzerland Tourism

HERAUSGEBER

card complete Service Bank AG 1020 Wien, Lassallestraße 3 T: 01/711 11-0 E: office@cardcomplete.com W: www.cardcomplete.com DVR: 0462501 KONTAKT

Anna Ailes Sabine Eibensteiner MEDIENINHABER

Falter Verlagsgesellschaft m. b. H. Bereich Corporate Publishing 1011 Wien, Marc-Aurel-Straße 9 T: 01/536 60-0 E: redaktion@complete-magazin.at CHEFREDAKTION

Christian Zillner Elisabeth Schepe ARTDIRECTION & ILLUSTRATION

Valencestudio FOTOREDAKTION

Nini Tschavoll LEKTORAT

Ewald Schreiber PRODUKTION

Daniel Greco GESCHÄFTSFÜHRUNG

Siegmar Schlager ANZEIGENLEITUNG

Sigrid Johler T: 01/536 60-952 ABWICKLUNG

Franz Kraßnitzer (-940) Oliver Pissnigg (-919) DRUCK

Leykam Druck GmbH & Co KG OFFENLEGUNG

Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar Diese Ausgabe des complete Magazin Luxus entstand in Kooperation mit Schweiz Tourismus.

Seitenblick Grünes Herz

In diesem complete Magazin Luxus werfen wir einen Blick auf unser Nachbarland im Westen: die Schweiz. Das kleine Land nebenan hat viel mehr zu bieten als nur Berge und Schokolade. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Schweizer Städte im Sommer zum Flussschwimmen einladen (S. 4), dass Zürich ein eigenes Food-Festival hat (S. 14) und dass in St. Gallen Entwürfe für die internationalen Laufstege entstehen (S. 20)? Auch in Österreich hinterlassen talentierte Schweizer ihre Spuren: Der Züricher Philippe Jordan etwa ist Chefdirigent der Wiener Symphoniker (S. 48) und das Kunsthaus Bregenz stammt vom Schweizer Architekten Peter Zumthor (S. 42). Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!

An vielen Ecken hat man die Schweiz und ihre Natur ganz für sich allein. Zum Beispiel hier, auf der Schwaegalpstrasse bei Nesslau-Krummenau

Das für dieses Magazin verwendete Papier stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen. www.pefc.at

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INHALT

STIL 20_ MODE

REISE

Akris: Fashion trifft Architektur

06_ REISE

30_ UHREN

Nächster Halt: Schweiz

Genfer Uhrensalon

12_ RESORT

34_ DESIGN

Bürgenstock: Mondäne Legende

Das große Spiel

14_ INTERVIEW

36_ BEAUTY

Simon Mouttet schmeckt Zürich

Schweizer Jungbrunnen

24_ MODESTRECKE

FOTOS: SWITZERLAND TOURSIM/PER KASCH, AKRIS, VITRA DESIGN MUSEUM

Haute Couture aus St. Gallen

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Traumhafter Urlaub in der TOSKANA Auf der Terrasse einer Ferienvilla in den Weinbergen können Sie bei einem gemeinsamen Gläschen Wein und einem Teller hausgemachter Pasta das „Bella Vita“ hautnah erleben. Oder wie wäre es mit einer Unterkunft direkt an der toskanischen Küste? Genießen Sie das mediterrane Klima und die sanfte Brise, während Sie vom Balkon Ihrer Ferienwohnung aus die Sonne im Meer untergehen sehen.

KULT 40_ KULTOBJEKT

Die Toskana bietet Genuss für Körper und Geist: Kulturbegeisterte sollten einen Besuch der Stadt Florenz einplanen, Heimat einiger der bekanntesten Renaissancekunstwerke Italiens. Siena mit seinem Pferderennen, die Marmorsteinbrüche von Massa, oder die Hafenpromenade von Livorno sind ebenso einen Besuch wert.

Im Ferienhaus von NOVASOL wird Ihr Urlaub in der Toskana in jedem Fall zum einmaligen Erlebnis!

Vitra Campus: Mekka am Rhein

42_ ARCHITEKTUR Wer hat’s gebaut? Die Schweizer

48_ STARS Rebecca Clopath, Roger Federer, Hazel Brugger, Philippe Jordan

50_ SOMMERFEST Motor-Kult in St. Moritz

54_ MOBILITÄT Technikwunder am Pilatus

58_ MOTORAMA Genfer Salon: die große Ausnahme

64_ GASTROSOPHIE Christina Zurbrügg im Café Central

Jetzt Kataloge für alle Länder bestellen!

Buchung im Reisebüro, telefonisch unter 0512 - 34 44 70 oder auf www.novasol.at

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LUXUS LUXUS

REISE AUFAuf DEN denKOMMENDEN kommenden SEITEN Seiten

6_ REISE Nächster Halt: Schweiz!

12_ RESORT Bürgenstock: Mondäne Legende

14_ INTERVIEW Simon Mouttet leitet das Festival „Food Zurich“

Alles fließt, alles schwimmt Schweizer Boutiquestädte laden zum Schwimmen ein: www.MySwitzerland.com/staedte

Urban Swimming wird neuerdings die Lust an sommerlicher Abkühlung in der Stadt gerne genannt. Städte, die direkt an Gewässern liegen, haben hier einen klaren Vorteil. In Bern ist das Schwimmen in der Aare längst Tradition

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Stadt, Land, Fluss

FOTO: SWISS-IMAGE.CH/TERENCE DU FRESNE

Die Berner Altstadt erkundet man im Sommer am besten vom Wasser aus

und Teil der Stadtkultur. Als Besucher oder Zugezogener lernt man schnell: Willst du es mit den Bernern können, musst du erst die Aare kennen. Ein wenig mögen einen anfangs die Menschen in Badehosen und Bikinis erstaunen, die im Bus durch die Hitze der Stadt Richtung Wasser fahren, aber daran hat man sich schnell gewöhnt. Der Fluss gibt den Menschen hier eine spürbare Freiheit, die sie ganz selbstverständlich ausleben. An der Aare angekommen, lässt man sich von Stägli zu Stägli treiben, wie der Berner die Ausstiegsstellen am Ufer nennt. Dabei genießt

man einen einzigartigen Blick auf die Altstadt von Bern, die UNESCO-Weltkulturerbe ist. Von Vorteil ist in jedem Fall, beim ersten „Schwumm“ Ortskundige an seiner Seite zu wissen. Zwar gibt es genügend schöne Flussbäder, wie etwa das Marzili unterhalb des Bundeshauses, von denen aus man komfortabel ins Wasser steigen kann. Das einzigartige Badeerlebnis fängt aber abseits der Menschenmassen an. Etwa mit einem großen Sprung vom Schönausteg am Ende der Stadt. Oder man schlägt sich auf der Suche nach einem ganz privaten, versteckten Einstieg auf der

nördlichen Engehalbinsel durchs Uferdickicht. Aareböötlen, Stand-up-Paddling, Flusssurfen, Tubing – die blitzsaubere Aare bietet Platz für viele Aktivitäten auf und im Wasser. Wer es lieber gemütlich hat, schaut dem regen Treiben beim Grillen am Ufer zu. Am Abend empfiehlt sich für das absolute Summerfeeling ein Sundowner in einem der SchwelenmätteliLokale an der „Berner Riviera“. Übrigens lockt auch in anderen Schweizer Städten das kühle Nass: in Basel der Rhein und in Zürich eines der vielen Bäder, die sich abends in Bars verwandeln. TEXT: Nini Tschavoll

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FOTO: ANDREA BADRUTT

Vom Berg verschluckt Das Landwasserviadukt bei Filisur leitet den Glacier Express direkt in einen Tunnel

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REISE

Nächster Halt:

SCHWEIZ Mit ihrer großartigen Berg- und Seenwelt, ihren lebendigen Städten und der vielfältigen Kultur verspricht die Schweiz einzigartige Reiseerlebnisse. Vieles spricht dafür, sie mit der Bahn zu erkunden – am besten an Bord eines Panoramazugs auf der Grand Train Tour of Switzerland TEXT: Harald Sager

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die Schweizer Bahnen, Busse und Schiffe miteinander verzahnt sind. Die Schweiz ist das Ziel … und die Bahn ist der Weg. Der wiederum muss nicht unbedingt an einen bestimmten Urlaubsort führen. Wer die ganze Schweiz in all ihrer Vielfalt ansteuern will, tut das am besten auf der Grand Train Tour of Switzerland. Auf dieser Route zwischen St. Moritz und Genf, zwischen Zürich und Lugano locken einzigartige Landschaf­ ten mit Gletscherregionen, Bergseen und

Die Grand Train Tour lässt sich mit nur einem Ticket erleben

Die Anreise als Highlight Der Railjet passiert auf seinem Weg nach Zürich den Walensee in der Ostschweiz

schwindelerregend hohen Eisenbahnviaduk­ ten, mit urigen Dörfern und traditionellen Städten. Großes Plus: Die Grand Train Tour, die auf 1.280 Kilometern die schönsten acht Panoramarouten des Landes vereint, lässt sich mit nur einem Ticket, dem Swiss Travel Pass, erleben. Warum nicht gleich in Zürich begin­ nen, der multikulturellsten Metropole der Schweiz? Zürich enthält in der Nussschale vieles von dem, was der Urlauber im ganzen Land zu sehen bekommt: eine histori­ sche Altstadt, aber auch viel Moderne, ein großartiges Shopping-, kulinarisches und kulturelles Angebot, einen sauberen Fluss und herrliche Ausblicke auf den See und die Berge im Hintergrund.

FOTOS: SWISS TRAVEL SYSTEM AG, 2014/MARCUS GYGER , SWITZERLAND TOURISM/BAFU, DANIEL M. FREI, ANDREAS GERTH

Welche Art des Reisens wäre entspann­ ter? Man steigt zu Hause am Bahnhof ein, nimmt Platz, lässt die Landschaften an sich vorbeiziehen, geht zwischendurch ins Bordrestaurant – genießt. Am Ende steigt man am Urlaubsort aus. Bahnfahren ist aber nicht nur entspannend, sondern auch praktisch: So kann man sein Ticket online oder am Smartphone kaufen. Oder man lässt Koffer und Taschen, die man nicht mitschleppen möchte, mit dem Gepäck­ service der Bahn vorausschicken. Von Österreich aus ist die Zugfahrt in die Schweiz besonders schnell und güns­ tig: Man reist tagsüber mit dem Railjet oder Eurocity oder mit einmal schlafen im Nightjet, und schon ist man am Urlaubs­ ort. Schon ab 19 Euro geht es etwa von Innsbruck nach Zürich. Sobald der Zug die Grenze überquert hat, fügt er sich in den präzise getakteten Fahrplan ein, in dem

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Zwischenstopp In St. Gallen lohnt sich ein Besuch in der Stiftsbibliothek

Zugfahrt am Weinberg „Le Train des Vignes“ fährt durch die malerische Region Lavaux am Genfersee

Märchenhaft Der Voralpen-Express quert am Weg nach Luzern das Rothenthurmer Hochmoor

Wie können die weiteren Etappen auf der Grand Train Tour aussehen? Zum Beispiel so: zunächst in Richtung Ostschweiz, vorbei am tosenden Rheinfall und der Stadt Schaffhausen mit ihrem Wahrzeichen, der Festung Munot. Bald schon kommt der Bodensee in Sicht, an dessen Ufer es bis nach St. Gallen weitergeht. Im wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Ostschweiz lockt beispielsweise ein Besuch des Stiftsbezirks – ein UNESCO-Weltkulturerbe – mit seiner Bibliothek. Weiter geht es via Sargans und Chur nach St. Moritz, dem Glamour-Ort schlechthin. Im hochalpinen Bernina Express wird man über den Berninapass und das Val Poschiavo ins Tal zurück nach Tirano befördert. Dort steigen die Passagiere auf den Bernina Express Bus nach Lugano um. Die nächste Etappe ist die weltberühmte Gotthard-Panoramastrecke an Bord des Gotthard Panorama Express. In Flüelen am ❱

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Alpenüberquerung Der Bernina Express steuert die höchsten Gipfel der Ostalpen an

❱ Vierwaldstättersee steigen die Reisenden auf einen historischen Raddampfer um, genießen die Ausblicke auf Rigi, Bürgenstock, Titlis und Pilatus, die Hausberge von Luzern, und tuckern ebendort hin. Weitere Etappen sind Luzern–Zürich–Montreux oder auch Luzern–Montreux via Interlaken Ost, die ab Zweisimmen mit dem GoldenPass-Panoramic-Zug gefahren wird. Die Strecke führt weiter in Richtung Zermatt, wobei sie ab Brig auf dem Schmalspurnetz der Matterhorn Gotthard Bahn geführt wird. Schon bald ist das Matterhorn, der völlig zu Recht meistfotografierte Berg der Welt, sichtbar. Vom Parade-Skiort Zermatt geht es mit dem Glacier Express nach St. Moritz. Zuletzt führt die Grand Train Tour via Chur und Sargans zurück nach Österreich. Von den Gletschern zu den Palmen Ein Bahnerlebnis bleibt dabei mit Sicherheit ganz besonders in Erinnerung: die spektakuläre Alpenüberquerung mit dem Bernina Express. Von Chur aus klettert der brand-

rote Zug ins Engadin und bis hinauf zum 2.253 Meter hoch gelegenen Ospizio Bernina. Bei Filisur rollt er filmreif über das 65 Meter hohe Landwasserviadukt. Weiter geht’s durch 55 Tunnel und über 196 Brücken. Die Steigungen von bis zu 70 Promille steckt er ohne Murren weg, und spätestens wenn das erste Gletscherglitzern durch die Zugscheiben funkelt, hält es niemanden mehr auf seinem Sitz. Danach schlängelt sich der Bernina Express gemächlich durchs Val Poschiavo bis ins italienische Veltlin. Keine Strecke ist landschaftlich so kontrastreich, keine andere Bahnlinie verbindet Nord und Süd auf so nahtlose Weise wie der Bernina Express. Im Panoramazug wird die Schönheit der Alpen buchstäblich erfahrbar. Wobei die gut viereinhalbstündige Fahrt

einen eindrucksvollen Szenenwechsel bereithält: Eben noch hat man sich dem rauen Charme des Hochgebirges hingegeben – und plötzlich findet man sich im mediterranen Tirano unter Palmen wieder. Vom Gletscherzum Zitroneneis, sozusagen. Das von Gletschern und tiefblauen Bergseen geprägte Engadin, das sonnenverwöhnte Puschlav und Albulatal mit seinen tiefen Schluchten, wilden Gebirgsbächen, beeindruckenden Ruinen und Kirchen sind nur einige der landschaftlichen Höhepunkte auf der 144 Kilometer langen Strecke. Und es wäre nicht die Schweiz, wenn nicht auch für Komfort im Zug gesorgt wäre: Seit dem Jahr 2000 hat der Bernina Express Panoramawaggons mit großformatigen Fenstern und Vollklimatisierung. Die Verköstigung

FOTOS: LENK-SIMMENTAL TOURISMUS, RHAETISCHE BAHN/ANDREA BADRUTT, SWISS-IMAGE.CH/RENATO BAGATTINI

Vom Zug auf den Sattel Sportliche können die Bahnreise mit Radtouren kombinieren

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Pause am Pass Die Station Alp Gruem auf der Bernina-Strecke

an Bord betont den lokalen Einschlag, mit Churer Nusstörtli, Puschlaver Kräutertee, Engadiner Totenbeinli, Calanda Bier und vielen weiteren Köstlichkeiten. Jene, die noch mehr Südluft schnuppern möchten, können die Reise ab Tirano mit dem Bernina Express Bus fortsetzen. Diese führt durch das Veltlin mit seinen weitläufigen Weinbergen und entlang des Comersees zurück in die Schweiz, nach Lugano. Eine Bahnstrecke als UNESCO-Welterbe Ein Teil der Strecke des Bernina Express, genauer die Etappe zwischen Thusis und Tirano in der Landschaft Albula/Bernina, ist im Jahr 2008 zum UNESCO-Welterbe erklärt worden. Diese mehr als hundert Jahre alte, 122 Kilometer lange Route ist mit ihren Viadukten, Galerien und Kehrtunnels eine bautechnische Meisterleistung, die sich zudem harmonisch in die Landschaften einfügt. Natur und Technik spielen hier ineinander und sind ein gutes Bespiel dafür, wie hochalpine Landschaften erschlossen werden können, ohne diese zu opfern. ✚

REISE

Tickets

TIPPS

Der Swiss Travel Pass ist der Schlüssel zum öffentlichen Verkehrsnetz der Schweiz. Mit einem einzigen Fahrausweis können Reisende 3, 4, 8 oder 15 Tage lang die Grand Train Tour of Switzerland erkunden. Ebenso inbegriffen sind die öffentlichen Anreise Bernina Express Verkehrsmittel in mehr als 90 Städten, der Mit der ÖBB Sparschiene geht es ab 19 Euro Der Bernina Express überquert die Eintritt zu mehr als 500 Museen landesin die Schweiz (z. B. Innsbruck–Zürich). Ab Alpen von Chur bis Tirano im italieWien, St. Pölten, Linz und Salzburg werden nischen Veltlin. Ein Teil der Strecke ist weit sowie 50 Prozent Ermäßigung auf den sechs Verbindungen, ab Innsbruck bzw. UNESCO-Weltkulturerbe. Wer die Gegend meisten Bergbahnen. Der Swiss Travel Pass Vorarlberg sieben Verbindungen pro Tag ist auch bei allen Vertriebsstellen der ÖBB noch genauer erkunden möchte, kann angeboten. ÖBB Nightjets verbinden täglich buchbar. oebb.at/swisstravelsystem das auf dem Wanderweg Via Albula/ Wien und Graz mit Zürich, einen direkten Bernina tun, der in zehn Etappen entlang Nachtreisezug gibt es auch ab Villach. Im der Bahnlinie verläuft. www.rhb.ch/via Grand Train Tour of Switzerland Eurocity von Graz über Innsbruck nach Sie vereint auf rund 1.280 Kilometern die Zürich und von Bregenz nach Zürich bieschönsten Panoramarouten der Schweiz, Schweiz Tourismus die sich in folgende Abschnitte gliedern: Information, Beratung und Buchung: ten die ÖBB in der ersten Klasse einen Zürich–Schaffhausen–St. Gallen; St. Gallen– Tel. 00800 100 200 30 (kostenlos), Panoramawagen an. oebb.at/schweiz Luzern; Luzern–Interlaken–Zweisimmen– info@myswitzerland.com Montreux; Montreux–Visp–Zermatt; MySwitzerland.com Zermatt–St. Moritz–Tirano–Lugano; Lugano/Bellinzona–Flüelen–Luzern; Luzern–Zürich. grandtraintour.swisstravelsystem.com

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RESORT

Mondäne LEGENDE Mit dem Bürgenstock ist es ein bisschen wie im Märchen: Auf einem Bergkamm über dem Vierwaldstättersee in der Zentralschweiz thronte einst ein schlossähnlicher Hotelkomplex, in dessen Blütezeit sich Prinzessinnen, Erzherzöge, Zaren, Grafen, aber auch Filmstars und Politiker vergnügten. Auf dem Berg der Schönen und Reichen heiratete etwa Audrey Hepburn ihren Mel

Ferrer, feierten Sophia Loren und Carlo Ponti rauschende Feste, aber auch Konrad Adenauer erholte sich dort regelmäßig von seinen Amtsgeschäften. Die Liste der illustren Stammgäste und vornehmen Besucher, die auf dem Bürgenberg ihre Lungen mit der Bergluft füllten, war nicht enden wollend. Doch irgendwann reichte die grandiose Aussicht auf das Schweizer Dreigestirn Jungfrau,

Eiger und Mönch und den in der Sonne glitzernden Vierwaldstättersee nicht mehr. Die Besitzer wechselten mehrfach, der Zahn der Zeit begann zu nagen. In den achtziger und neunziger Jahren verblasste schließlich der Ruhm der mondänen Legende auf dem Bürgenberg. Freilich auch, weil sie im Winter nicht betrieben wurde. Letztendlich ließ ein Investor das Bürgenstock Resort mit einer

FOTOS: BÜRGENSTOCK HOTELS AG

Es ist die spektakulärste Wiedereröffnung des vergangenen Jahres in der Schweiz: Das legendäre Bürgenstock Resort Lake Lucerne hat die Messlatte für Luxushotellerie noch ein Stückchen höher gelegt

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Unwirklich Highlight des Alpine Spas ist der Infinity Edge Pool

Das Original Der „Palace“ ist der altehrwürdige Teil des Bürgenstock Ensembles

halben Milliarde Franken aus dem Dornröschenschlaf erwachen und machte es prompt zum größten Schweizer Hotelprojekt der Neuzeit: Mit immensem Aufwand wurde Vorhandenes mit Neuem kombiniert und das daraus entstandene Hotelensemble aus dem „Palace“ mit seinem Belle-EpoqueCharme, dem zeitgemäßen Glas-KalksteinBau des eigentlichen „Bürgenstock Hotel & Alpine Spa“, der alpin-rustikalen „Taverne“ und einem Gesundheitshotel von Stararchitekt Matteo Thun zum neuen Flaggschiff des Schweizer Tourismus. Zudem laden heute zwölf hochklassige Restaurants, Lounges und Bars – von persisch, indisch, japanisch bis hin zu traditioneller Bio-Hausmannkost – auf eine kulinarische Weltreise. Allen voran: das französische Haute-CuisineRestaurant RitzCoffier unter der Führung des elsässischen Starkochs Mark Haeberlin, der dort zwei Größen der Hotelgeschichte, Grand-Hotel-Erfinder César Ritz und Meis-

terkoch Auguste Escoffier, Tribut zollt. Hinzu kommen Villen mit Residenzsuiten, das mit beachtlichen 10.000 m² angeblich größte Spa Europas, ein Neun-Loch-Golfplatz, holzbedachte Tennishallen und in Ermangelung eines Skigebiets eine Schlittschuhbahn im Winter. Der Boutique-Pavillon aus den 1950er Jahren und denkmalgeschützte Kleinode wie die Wetterstation und das StickereiGebäude wurden ebenfalls geschmackvoll wiederbelebt. Auch die weitläufig angelegte Parkanlage, das Garderobengebäude in Form eines Rondells und der nierenförmig geschwungene Hollywoodpool stehen heute unter Denkmalschutz. In dessen glasklarem Wasser, das sich vom Vierwaldstättersee speist, haben schon Sean Connery und Gert Fröbe bei den Dreharbeiten zu „Goldfinger“ mit Vorliebe geplantscht.

Geschmackserlebnis Das kulinarische Angebot ist ebenso spektakulär wie die Lage des Resorts

TEXT: Sylvia M. Sedlnitzky

Ausgleich Das Hotel bietet Yogakurse vor atemberaubender Bergkulisse

Illustre Gäste Carlo Ponti und Sophia Loren beehrten das Bürgenstock

Bürgenstock Hotels & Resort 6363 Obbürgen, Schweiz www.buergenstock.ch

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INTERVIEW

BILDUNTERSCHRIFT XXXXXX XXXXXX XXXXXX XXXXXX XXXXXX XXXXXX XXXXXX

AUF DEM TELLER

TEXT: Stephan Wabl

Simon Mouttet weiß, wie Zürich schmeckt. Er ist Co-Leiter des „Food Zurich“-Festivals. Im Interview spricht er über Züricher Food-Trends, kulinarische Neudenker und warum das Züri-Gschnätzele immer noch am besten zur Stadt passt

FOTOS: DAVID BIEDERT, FABIAN FUCHS, FYNN HEITZER

DEMOKRATIE

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Teamarbeit Simon Mouttet leitet zusammen mit Alexandra Heitzer das Festival „Food Zurich“

complete Magazin: Wenn Sie von einer Reise zurück nach Zürich kommen, welches kulinarische Bedürfnis muss sofort befriedigt werden? simon mouttet: Brot! Sofort. Am liebsten das Sauerteigbrot „Turicum“ von der Bäcke­ rei Buchmann. — Was zeichnet Zürich kulinarisch aus? Es ist die kulinarische Vielfalt! Zürich bietet Platz für Tradition und fängt gleichzeitig neue Trends ein. Bekannte Gastronomen und Neueinsteiger überraschen mich im­ mer wieder mit frischen Ideen. Durch den überdurchschnittlich hohen Ausländeranteil von mehr als 33 Prozent hat die Stadt in der Gastronomie eine attraktive internationale Auswahl von guten Restaurants. Von geho­ bener Sternenküche bis hin zum authenti­ schen Vietnamesen um die Ecke findet sich alles in Zürich.

— Wie hat sich die Kulinarik in Zürich über die Jahre verändert? In den letzten Jahren zog es viele kulinari­ sche Neudenker nach Zürich, die mit viel Herzblut ein Produkt entwickeln oder sich in den Bereichen Nachhaltigkeit und Social Food engagieren. Das sind junge und wilde Gastronomen, die oft klassische Quartier­ beizen (Kneipe, Anm.) übernehmen und ihre eigenen Ideen umsetzen. Da tut sich immer etwas. — Gibt es Orte, an denen sich derzeit ­kulinarisch besonders viel Neues entwickelt? Es passiert viel in den Quartieren. Vor allem in Zürich West und in den Kreisen 3 und 4 eröffnen wöchentlich neue Restaurants, Cafés und Cocktail-Bars. Ich muss ziemlich auf der Hut sein, um die ganzen Neueröff­ nungen mitzukriegen.

Rüblikuchen Das Dessert mit geriebenen Karotten ist eine typische Schweizer Spezialität

— Gibt es aktuell einen Food-Trend in Zürich? Wie in anderen Städten sieht man auch hier die bekannten Trends wie brutal lokal, Sharing-Konzepte, Kaffee 2.0, Craft Beer, Gin und Eintöpfe wie Shakshuka. Außerdem ist Zürich gerade im Pop-up-Fieber. Im De­ zember gab es gleich mehr als acht Pop-upKonzepte gleichzeitig. Darunter waren auch Spitzenköche wie Nenad Mlinarevic oder Pascal Schmutz. — Der Weinbau rund um den Zürichsee hat eine lange Tradition. Wie zeigt sich das in der Kulinarik der Stadt? Bis vor Kurzem fand man in nur wenigen Restaurants Weine aus Zürich auf der Karte. Das hat sich geändert und viele Restaurants bieten lokalen Wein an. Mittlerweile stehen die Zürcher zu ihrem Wein und schätzen ihn auch. Durch den Lokal-Trend haben wir die eigenen Weine wieder kennengelernt und festgestellt, dass das Gute auch nah sein kann. — Das Haus Hiltl ist laut Guinness-Buch der Rekorde das älteste vegetarische Restaurant der Welt. Was tut sich in Zürich in der fleischlosen und veganen Küche? In Zürich ist es seit Jahren einfach, vegeta­ rische Gerichte zu bekommen. Und damit meine ich nicht die Gemüsebeilage. Ähnliches gilt mittlerweile für vegane Gerichte. Viele Restaurants haben ihr Angebot – neben einer vegetarischen Auswahl – mit veganen Ge­ richten ergänzt. Neben Hiltl und Tibits gibt es auch ausschließlich vegane Restaurants wie zum Beispiel die Marktküche mit 13 GaultMillau-Punkten. Das Sterne-Restaurant mesa bietet auch einmal in der Woche ausschließ­ lich ein veganes Menü an. ❱

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RESORT

❱ — Auf der anderen Seite: Wie wichtig ist den Zürchern nach wie vor ihr Geschnetzeltes? Die Zürcher haben ein sehr entspanntes Verhältnis zu ihrem Züri-Gschnätzele. Wir sind stolz, ein so bekanntes Gericht zu haben. Aber deswegen essen wir es nicht jeden Tag. Ein absolutes Erlebnis ist das Züri-Gschnätzele in der legendären Kronenhalle – der Mutter aller gastronomischen Institutionen in Zürich und einst Treffpunkt von Musikern, Schauspielern, Literaten und Künstlern. Das ist etwas ganz Besonderes!

zeigen sich in ungewöhnlichen Kulissen. Das Programm, das auch von jungen Köchinnen und Gastronomen mitgestaltet wird, lädt zum Tüfteln, Entdecken und Diskutieren wissenschaftlicher Innovationen ein. Die Veranstaltungen finden elf Tage lang dezentral in und um Zürich statt. — Heuer wird es über hundert Veranstaltungen geben. Worauf freuen Sie sich besonders? Ich freue mich sehr, dass die Kulinarik- und Gastroszene unserem Aufruf auch dieses Jahr gefolgt ist. Das Programm wird wieder sehr vielfältig werden und einige Überraschungen bieten. Es ist für jeden etwas dabei: Kurse, Degustationen, Food Tours, Kultur, Fine Dining, Street Food, Starköche,

Klassiker Das Züri-Gschnätzele – geschmackvoll und unaufdringlich wie Zürich

Herzstück In der Küche „Chuchi“, dem Zentrum des Festivals, finden Kurse und Vorträge statt

Kinderkochkurse, Talks, Essen an speziellen Orten und vieles mehr. Um ein Highlight herauszupicken, möchte ich das Abschlussfest am 2. Juni im Zürcher Engrosmarkt nennen: In drei Hallen wird es unter anderem eine Beiz geben mit 20 Zürcher Restaurants, einen Markt mit mehr als 40 lokalen Manufakturen und einen Club Helvetia. Wir rechnen mit 4.000 Gästen. — Abschließend: Wenn Sie Zürich mit einem Gericht beschreiben müssten, welches wäre das? Schlussendlich passt nichts besser zu Zürich als das Züri-Gschnätzele. Es ist pure Demokratie auf dem Teller. Kein Stück hebt sich ab und die Sauce vereint alles zu einem geschmackvollen und unaufdringlichen Ganzen. Das ist Zürich für mich. ✚

INFO „Food Zurich“, das größte Food-Festival der Schweiz, findet vom 24. Mai bis 3. Juni statt. Elf Tage lang wird dabei Zürich und Umgebung als kulinarischer Hotspot zelebriert und zum Treffpunkt für Genießer, Wissbegierige und Familien. www.foodzurich.com www.zuerich.com/food

FOTOS: FLYNN HEITZER, GIAN MARCO CASTELBERG/ KRONENHALLE

— Sie leiten gemeinsam mit Alexandra Heitzer das Kulinarik-Festival „Food Zurich“. Was ist die Idee dahinter? „Food Zurich“ soll den kulinarischen Reichtum der Stadt und Region hervorheben. Wir bieten eine Bühne für das hiesige gastronomische Schaffen und für die vielseitige Palette des kulinarischen Genusses. Unsere Schwerpunkte liegen auf den Themen Schweiz, Innovation, Nachwuchs und Nachhaltigkeit. Unter diesem Fokus beleuchten wir die traditionelle Küche und fördern neue Kreationen. Jährlich feiert das Festival Esskultur in allen Facetten – von Street Food über Slow Food bis zu Fine Food. Experimentelle Schweizer Gerichte treffen dabei auf traditionsreiche Rezepte und internationale Trends. Etablierte Restaurants

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LUXUS

STIL AUF DEN KOMMENDEN SEITEN

20_ MODE Haute Couture aus St. Gallen

24_ MODESTRECKE Akris: Fashion trifft Architektur

30_ UHREN Genfer Uhrensalon

34_ DESIGN Das große Spiel

36_ BEAUTY Schweizer Jungbrunnen

Volles Stahlrohr voraus Radikaler Querdenker, Meister der Selbstinszenierung, rotes Tuch: Der Schweizer Architekt, Künstler und Designer Le Corbusier feuert auch mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod Diskurse an. Egal wie man zu ihm oder seinem architektonischen Output stehen mag, unumstritten ist, dass der Mann,

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Unsterblich

FOTOS: CASSINA, ARCHIV HEIDI WEBER/CENTRE LE CORBUSIER

Sowohl die Chaiselongue „LC4“ als auch ihr Erschaffer, Le Corbusier, sind Legenden der Design-Welt

der 1887 in La Chaux-de-Fonds nahe der schweizerisch-französischen Grenze geboren wurde, als Prophet der Moderne gesehen wird. An dieser Stelle steht Le Corbusier aber als Möbeldesigner im Mittelpunkt. Von frühester Jugend an war er nämlich auch als Innenarchitekt tätig. Das entsprach durchaus einem ganzheitlichen Ansatz, denn für ihn waren Innenraum und Möbel die Kehrseite zu seiner Architektur. „Maschinen fürs Wohnen“ wollte er kreieren. In die Designgeschichte eingegangen sind dabei insbesondere seine Stahlrohrmöbel, die zur Zeit der

Bauhaus-Hochblüte entstanden. Zur DesignIkone schaffte es vor allem die geknickte Chaiselongue „LC4“, die vor exakt 90 Jahren entworfen wurde. Involviert im Kreativ- und Produktionsprozess waren sein Cousin Pierre Jeanneret, mit dem er gemeinsam in Paris ein Architekturbüro führte, und die junge Französin Charlotte Perriand. Das Ergebnis: eine Mehrzweckkonstruktion nach dem Credo „form follows function“, bei der die zweifach geknickte Liegefläche mit ihren Metallbögen vom Untergestell unabhängig ist. Sie lässt sich herunterheben und

aus der Chaiselongue wird ein Schaukelsofa. Einmal dort Platz genommen, will man nicht mehr aufstehen. Zu Recht wird das Werk „bequemste Skulptur aller Zeiten“ genannt. Le Corbusier selbst bezeichnete die Liege, die ihren Siegeszug durch die Designwelt erst Ende der 1960er Jahre antrat, als das italienische Möbelunternehmen Cassina die Rechte am Stück erwarb, übrigens als „Maschine zur Entspannung“. Dass sie im Laufe der Zeit in mehr als 800 eindeutig erotischen Videostudios zum Einsatz kam, konnte der Architekt aber nicht voraussehen. TEXT: Manfred Gram

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MODE

Handwerk, Hightech, HAUTE COUTURE TEXT:

Stephanie Rugel

Eine St. Galler Erfolgsgeschichte

FOTOS: IVO SCHOLZ/SWITZERLAND TOURISMR

I

st die Rede von Haute Couture und weltberühmtem Modedesign, denken die meisten an wohlklingende Namen wie Chanel, Dior oder Gucci und an die großen Modemetropolen Paris, New York und Mailand. Weniger bekannt ist, dass all der Glanz und Glamour auf den Laufstegen dieser Welt ohne das beschauliche Schweizer Städtchen St. Gallen in direkter BodenseeNähe kaum möglich wäre. Dabei blickt St. Gallen auf eine über 800-jährige Textiltradition zurück, die der Stadt eine ganz eigene Weltberühmtheit in Sachen Spitzenproduktion einbrachte – und das ist ruhig doppeldeutig zu verstehen! Bis ins frühe Mittelalter reicht die textile Kunstfertigkeit der Ostschweiz zurück. Jahrhundertelang wurden hier Leintücher gefertigt, wurde Baumwolle verarbeitet und feinste Stoffe bestickt. Und das mit so großem Erfolg, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts die berühmte St. Galler Stickerei der Schweizer

Ausfuhrartikel Nummer eins war – noch vor Uhren, Schokolade oder Käse. Auch heute noch stecken oft St. Galler Unternehmen und deren Meister hinter den atemberaubenden Roben, die im Blitzlichtgewitter von Fashion Weeks und roten Teppichen präsentiert werden. Amal Clooney, Madonna oder Michelle Obama sind nur drei von vielen prominenten Liebhaberinnen der exquisiten Schweizer Stoffe. Einer, der jedes Jahr mehr als 1.200 verschiedene davon mit einem kleinen Team designt, ist Martin Leuthold. Er ist Chefdesigner bei Jakob Schlaepfer, einem der wichtigsten Textilbetriebe in St. Gallen. Dass das Unternehmen in Sachen Avantgarde, technische Innovationen und neue Materialien in der obersten Liga spielt, hat es nicht zuletzt ihm zu verdanken. Ein kurzer Blick auf die Kundenliste genügt, um festzustellen, dass Leutholds Stoffe und Stickereien international gefragt sind. Häuser wie ❱

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Schätze auf Rollen Im Textilmuseum St. Gallen lagern exquisite Stoffe

Stoff-Künstler Martin Leuthold ist der Kopf hinter „Jakob Schlaepfer“

FOTOS: DANIEL AMMANN, IVO SCHOLZ/SWITZERLAND TOURISM

❱ Comme des Garçons, Fendi oder Vivienne Westwood verarbeiten sie Saison für Saison zu weltweit begehrten Roben. Wie ihm das gelingt? Unter anderem, indem sich Leuthold seit Jahrzehnten intensiv mit der langen Textiltradition St. Gallens beschäftigt und es versteht, diese in die heutige Zeit zu transportieren. Seine Stoffe verknüpfen Handwerk mit Hightech, bestehen teilweise aus völlig fachfremden Materialien und werden mithilfe modernster Technologien gefertigt. Der Textil-Créateur ist davon überzeugt, dass man einen Stoff nicht nur nach seiner Optik aussuchen kann, sondern ihn selbst fühlen und berühren muss. Kein Wunder also, dass zahlreiche Modedesigner den Stoff-Künstler persönlich aufsuchen, um sich die neuesten Entwürfe zeigen zu lassen und vor Ort die passenden Kreationen für ihre Kollektionen auszuwählen. Zu Besuch in St. Gallen finden sie dann nicht nur das Material für ihre Designs, sondern oft auch Inspirationen für zukünftige Entwürfe. Zum Beispiel im städtischen Textilmuseum, das über zigtausend Geschichte gewordene Stoffe verfügt – angefangen bei Geweben aus ägyptischen Gräbern bis hin zu zeitgenössischer Textilkunst. Doch nicht nur internationales Fachpublikum weiß das kostbare Kulturgut St. Gallens zu schätzen. Wie stolz die Schweizer auf ihr textiles Erbe sind, zeigt sich alle drei Jahre beim über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Kinderfest, das heuer in der Zeit vom 16. Mai bis 2. Juli stattfinden wird. Bei zahlreichen Veranstaltungen führen Schülerinnen und Schüler die Kreationen regionaler Textilunternehmen vor und knüpfen so den langen Faden der städtischen Textilgeschichte weiter in Richtung Zukunft. ✚ Mehr Infos: www.st.gallen-bodensee.ch

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Formgebung Signifikante Mural-Prints auf Kleidern und Accessoires

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MODESTRECKE

MAUER BLÜMCHEN AKRIS Sommer 2018 TEXT:

FOTOS:

Thomas Reinberger

Akris

Ein Schweizer erobert mit Motiven und Ideen aus der Architektur die Modewelt

S

eit mehr als 35 Jahren zaubert Chefdesigner Albert Kriemler für das Modehaus Akris Märchenhaftes. Feinsinn und Kreativität liegen dem Enkel der Firmengründerin Alice Kriemler-Schoch im Blut. Aus ihren Initialen entsteht 1922 auch der Markenname Akris. Zwei Designlinien kredenzt der weltbekannte Damenkleidermacher heute: Akris und das sportive Akris Punto. Die Kunstszene und exquisite Rohstoffe sind tonangebend im Entstehungsprozess. Alle Entwürfe von Akris sind außerdem von Architektur beeinflusst, die Schnitte des Labels stets struktural und klar. Mit der Sommerkollektion 2018 verneigt sich Akris vor den Werken des amerikanischen Architekten und Textildesigners Alexander Girard.

Albert Kriemler ließ sich hauptsächlich von dessen farbenprächtigen Stoffen und Mustern inspirieren, aber auch Elemente von Girards Reliefs und Wandgemälden tummeln sich auf Kleidern und Handtaschen. So prangt etwa das Motiv eines Murals von Girards Haus in Santa Fe auf einem Kimonokleid von Akris. Das Modehaus entwickelt und produziert nach wie vor alle Modelle in der Schweiz. Die überragende Qualität in Kombination mit klaren, strukturalen Formen wird weltweit geschätzt. Prominente Klientel und Royals ordern regelmäßig Albert Kriemlers Entwürfe. Seit 2015 verwöhnt Akris seine Kundschaft auch an bester Adresse in einem Flagshipstore im ersten Wiener Gemeindebezirk.

Akris Tuchlauben 8 1010 Wien www.akris.ch

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Exklusiv Die Schirmkappen wurden nur fĂźr die Show angefertigt

Doppelherz Langes Abendkleid mit SansusieStickereien

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ZIERDRUCKE Üppige Prints auf fragilen Stofflichkeiten —

Knallfarben Sonnengelb fungiert als Blickfang

Kleinkariert Zweiteiler aus dehnbarem Seidenjacquard

Luftig Schwarze Transparenz mit überdimensionalem Gepäck

Verspielt „Wooden Doll Gown“ aus Seide

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Geordnetes Chaos Schnitte und Stoffe spiegeln die aktuelle Stimmung der Modewelt wider

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Materialmix Blaues Wildleder im Kontrast zu orangem Glattleder

Checkpoint Letzte Kontrolle der Mannequins

Allgegenwärtig Alexander Girards „Wooden Dolls“ als Stoffmuster und Bühnenbild

Paris Fashion Week Wegweiser zum begehrten Show-Defilee

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UHREN

ZEIT GEFÜHL Der Genfer Uhrensalon ist Anziehungspunkt für Händler und Uhrenfans aus aller Welt und gibt Trends für das Geschäft mit der Zeit vor TEXT: Thomas Reinberger

Es ist ein Schaulaufen im Takt: Für ein exklusives Stelldichein eilen Fachpresse und betuchte Zaungäste Mitte Jänner nach Genf. Fünf Tage sehen und gesehen werden. Fünf Tage im Rausch von Handaufzugskalibern und mit Rubinen besetzten Ziffernblättern. Seit mittlerweile 28 Jahren gilt die hochkarätige Uhrenmesse SIHH als Branchentreff der Superlative. Zum Vergleich: Der Genfer Salon ist das chronographische Pendant zur

Haute-Couture-Woche in Paris. Mit heuer 35 erlesenen Ausstellern mutiert der Salon International de la Haute Horlogerie zum Highlight in Sachen Uhrmacherkunst. Das Who’s who der Szene glänzt mit innovativen Technologien und hofft auf vielstellige Verkaufszahlen. Auf der prunkvollen Ausstellerliste: tickende Luxusmarken wie Audemars Piguet, Richard Mille, Greubel Forsey, Patek Philippe, Hublot, Cartier,

Komplexes Zusammenspiel Jede Uhr ist ein kleines Technikwunder

Montblanc oder A. Lange & Söhne. Als Grandseigneur der Branche gilt das Traditionsunternehmen Vacheron Constantin. Aktuelles Highlight ist die verheißungsvolle Linie namens „Fiftysix Day-Date“. Eine Version in Edelstahl ist ab 17.700 Euro erhältlich.

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Multitasking Die Triple Split von A. Lange & Söhne ermöglicht Zwischenzeitmessungen bis zu 12 Stunden. € 13.900,– alange-soehne.com

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Tiefgang Diver Deep Dive Taucheruhr von Ulysse Nardin. Wasserdicht bis 1.000 Meter und auf 300 Stück limitiert. € 12.000,– ulysse-nardin.com

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Jubiläumsausgabe Traditioneller Handaufzug zum 150. Geburtstag von IWC Schaffhausen. Tribute to Pallweber, auf 500 Stück limitiert. € 23.100,–

FOTOS: DIODE SA/DENIS HAYOUN, HERSTELLER

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Überbordend Damenuhr in Weißgold mit Diamanten und schwarzem Spinell. Limitiert auf 50 Stück. Cartier Baignoire Débordante, € 78.000,– www.cartier.de

Genfer Uhrensalon

Die Haute-Couture-Wochen der Uhrenwelt

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DESIGN

Mitspielen mit den Großen Big Game – das lässt sich naheliegend als „großes Spiel“ übersetzen, aber auch „Großwild“. Wenn sich drei junge Designer so nennen, lässt das also einen weiten Interpretationsspielraum: Wollen sie bei den Großen mitmischen, sehen sie sich als Löwen, Tiger oder Elefanten – oder gar als furchtlose Jäger? Oder alles davon? Die freundlichen Herren, die sich Big Game nennen, sehen jedenfalls nicht wie

blutrünstige Waffennarren aus, sondern eher wie neugierig-listige große Jungs. Das Trio lernte sich beim Studium in Lausanne kennen, wo es seit 2004 das gemeinsame Büro betreibt. Big Game ist eine internationale Kombination: Grégoire Jeanmonod ist Schweizer, Elric Petit ist Belgier und Augustin Scott de Martinville Franzose. Als sie ihr Büro gründeten, waren sie gerade Mitte 20. Big Game als Mitspielen mit den Gro-

ßen? Das trifft es schon eher. Die Kunden: Alessi, Ligne Roset, Hay, Karomiko, Muji, Nespresso. Die Preise: Swiss Design Award, iF design award, Wallpaper Design Award, Good Design Award, Hublot Design Award und der Design Preis Schweiz. Und es wäre kein Schweizer Designbüro, wenn es nicht auch eine ganze Reihe von Armbanduhren im Repertoire hätte. 2011 durchbrachen sie erstmals die Eine-Million-Schallmauer zum

FOTOS: BIG GAME

Das internationale Designer-Trio Big Game aus Lausanne verbindet das Effiziente mit dem Fröhlichen. Damit haben sie es sogar in die Kollektion von IKEA geschafft.

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Multifunktional Dieses Objekt wurde für die japanische Marke IDÉE entwickelt

Große Jungs Die Arbeiten des Trios von Big Game wirken oft verspielt

Massenprodukt. 2013, nach nicht einmal zehn Jahren, schafften sie es in die permanente Kollektion des MOMA. Wie ihnen das gelang? Vielleicht ist es die Kombination von schweizerischer Präzision mit französisch-charmanter Lässigkeit und belgischem Surrealismus, die Mischung des Praktischen mit dem wohldosiert Humorvollen. Letzteres zeigte sich schon bei ihrer ersten Serie „Heritage in progress“, die 2005 in Mailand für Aufsehen sorgte: eine Reihe von Jagdtrophäen aus Brettschichtholz. Hirsch, Elch, Rehbock. Big Game eben. Das Praktische wiederum ist evident in ihrem Regal Floors, ein betont einfach zu montierendes modulares System aus Holzrahmen und Aluminiumböden. Da Floors als ehrliche Hommage an die kostengünstige Benutzerfreundlichkeit von IKEA-Regalen konzipiert war, sollten Big Game selbst einen Beitrag für die Kollektion

YPPERLIG leisten, die das dänische Designmöbelhaus HAY für IKEA produzierte. Das Regal, das Big Game für HAY und IKEA entwarfen, ist perfekt optimiert für die schnelle Montage, die perfekte Kombination aus Effizienz und Design. Die Kollektion „plus is more“ ist ein weiteres Indiz für den einladenden Charme des Trios: eine augenzwinkernde Hommage an das streng-nüchterne „less is more“ von Ludwig Mies van der Rohe. Big Game fanden darin ihren ganz eigenen Weg zum funktionalen Objekt: Nicht mit Reduktion, sondern mit einem breiten Spektrum an ungewöhnlichen Materialien: Ein Stuhl aus Metallrohren wird zum Stuhl aus „aufgepumpten“ Polsterrohren, die gezeichnete Autorennbahn eines Kindes zum weichen grauen Teppich. Es funktioniert, und nicht nur das: Ein fröhlicher, kindlich-erwachsener Optimismus strahlt aus allen Objekten von Big Game. Noch ein Beispiel gefällig? Die Eulenfamilie Chouettes: bis aufs Einfachste reduzierte, grafisch elegante Holz-Tiere, die als platzsparendes Puzzle in einer Box kommen und aufgestellt mit phosphoreszierenden Augen charmante Wald-Wohnlichkeit verbreiten. Rationale Materialersparnis trifft klares Konzept trifft Storytelling. Die Tiere haben es den Jungs von Big Game eben angetan, und das betrifft keineswegs nur das Großwild. text:

Maik Novotny

Design mit Witz Big Game entwickelte Jagdtrophäen aus Furnierholz – garantiert vegan

Besser als Billy Die Schweizer entwarfen ein Regal für die YPPERLIG-Reihe von „HAY für IKEA“

Mehr ist mehr Der Stuhl aus Polsterrohren gehört zur Serie „plus is more“

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SCHÖNHEIT

Labor Piotaz Das Schweizer Label Jacqueline Piotaz arbeitet mit pflanzlichen Stammzellen

JUNG BRUNNEN Kosmetik-Pioniere aus der Schweiz geben mit revolutionären Essenzen Hoffnung auf ewige Jugend TEXT:

Schweizer Hersteller stehen mit innovativen Elixieren gegen Hautalterung ganz oben auf der Anti-Aging-Liste. Aushängeschilder in Sachen Anti-Aging sind Beauty-Pioniere wie La Prairie, Valmont, Juvena of Switzerland, Swiss Prestige oder Jaqueline Piotaz. Im Eiltempo forscht die Crème de la Crème

Thomas Reinberger

der hiesigen Kosmetikindustrie an neuen Technologien. In hauseigenen Laboren entstehen Lotionen und Seren mittlerweile im Reagenzglas. Mit teils kuriosen Zutaten wird der Alterungsprozess in Schach gehalten: Gamay-Weintrauben, aufpolsternde Zuckermoleküle, Feigenkaktus-Stammzellen,

feine Goldpartikel und Platin-Peptide. Der Kulturbeutel mutiert zum Schatzkästchen. Für diese Zukunftsinvestition greifen viele gern tief ins Portemonnaie. Zu finden sind die Wundermittel der Jungbrunnen-Gurus in exklusiven Verwöhntempeln und im selektierten Fachhandel.

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Sommerfrische Dreimonatskur mit pflanzlichen Stammzellen. Reinigungsprodukt, Peeling, Serum, Augen- und Gesichtspflege im Set um € 682,– jacquelinepiotaz.com

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Pflanzenkraft Augenpflege aus Algenperlen und Feigenkaktus-Extrakten. Emerald Caviar Sublime Eye Cream von Swiss Prestige Cosmetics, 30 ml ca. € 124,– swiss-prestige.com

Nachtwunder Konzentriertes Serum „Platinum Rare Cellular Night Elixir“ von La Prairie. 20 ml um € 1.053,– www.laprairie.at

04 Alpenblüte Gesichtscreme mit Wirkstoffen von Argan- und Edelweißstammzellen. Bellefontaine Cellstemine Line – 24h Repair Cream. 50 ml ca. € 410,– shop.swissbellefontaine.ch

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FOTOS: FOTOLIA/ TSUBOYA, HERSTELLER

Kostbare Essenz Schönheitsöl mit Honig, Propolis und Gelée royale. Die limitierte Edition enthält eine Hülle aus 18 Karat Gold. Eine exklusive Serie aus der „Elixier des Glaciers“-Linie von Valmont. Set um € 3.650,– valmontcosmetics.com

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Goldmarie Hightech-Pflege, die mit goldfarbenen Partikeln Fältchen ausblendet. Miracle Lifting Golden Serum von Juvena 30 ml um € 92,50 juvena.com

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LUXUS

KULT AUF DEN KOMMENDEN SEITEN

40_ KULTOBJEKT Vitra Campus: Mekka am Rhein

42_ ARCHITEKTUR Wer hat‘s gebaut? Die Schweizer

48_ STARS Roger Federer, Rebecca Clopath, Philippe Jordan, Hazel Brugger

50_ SOMMERFEST Motorkult in St. Moritz

54_ MOBILITÄT Technikwunder am Pilatus

Genfer Salon: die große Ausnahme

Gesamtkunstwerk

64_ GASTROSOPHIE

Keine Frage: Basel ist die unangefochtene Kulturhauptstadt der Schweiz

58_ MOTORAMA

Christina Zurbrügg im Café Central

Fondation Beyeler Baselstraße 101 4125 Basel www.basel.com

Zürich hat seinen See, hat die teuren Boutiquen und die reichen Banken. Doch wenn es um Kunst und Kultur geht, ist die Nummer eins in der Schweiz eindeutig das kleinere Basel. Nicht nur die Anzahl der Museen ist mit nahezu 40 für eine Stadt dieser

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Ein Ort zum Verweilen

FOTO: STEPHAN SCHACHER

Die Fondation Beyeler ist eine Oase für Kunstliebhaber

Größe beeindruckend, es ist vor allem deren Qualität. Noch dazu wird die protestantischnüchterne Stadt am Rhein während der jährlichen Art Basel zu einem extravaganten globalen Karneval der Künstler, Sammler und Galeristen. So erfolgreich ist die Kunstmesse, dass sie seit 2002 mit der Art Basel Miami Beach eine US-Filiale betreibt. Der langjährige Art-Basel-Direktor Sam Keller, gebürtiger Basler, führt heue die Fondation Beyeler, die nicht nur als eines der führenden Museen Europas gilt, sondern mit ihrem 1997 fertiggestellten terrakottaroten

Bau von Stararchitekt Renzo Piano auch als eines der schönsten. Mit Ausstellungen von Paul Klee bis Claude Monet und Wolfgang Tillmans ist die Fondation Beyeler ein solcher Besuchermagnet, dass die Erweiterung bereits ansteht: Diese wird von einem anderen Stararchitekten, dem ebenfalls in Basel geborenen Peter Zumthor, entworfen. Kunst und Architektur gehen eben in Basel Hand in Hand. Im Stadtzentrum lockt neben zahlreichen Galerien das Kunstmuseum Basel, die älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt und mit 4.000 Gemälden und

300.000 Zeichnungen und Grafiken die größte Sammlung der Schweiz. Auch sie bekam mit dem präzisen Kubus der helvetischen Jungstars Christ & Gantenbein vor Kurzem einen beeindruckenden Erweiterungsbau. Keinesfalls zu verpassen schließlich ist in Basel das Werk von Jean Tinguely: Der Brunnen in der Altstadt ist zentraler Treffpunkt der Basler, die bekanntesten Werke des Schweizer Künstlers sind im Museum Tinguely zu sehen. Also nichts wie hin! Denn Basel hat noch einen weiteren Vorteil: Es ist mit seiner Lage am Dreiländereck bestens erreichbar. TEXT: Maik Novotny

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KULTOBJEKT

Mekka am Rhein folgte der Kalifornier Frank O. Gehry mit seinem verspielten kleinen Bau an der Eingangspforte, vier Jahre später Tadao Andos still-erhabener Konferenzpavillon und Zaha Hadid mit ihrem ersten realisierten Bau überhaupt, dem dynamisch-dramatischen Feuerwehrhaus. Alle Architekten wurden später zu Weltstars des Bauens, heute sind sechs Pritzker-Preisträger auf dem Vitra Campus vertreten. Der Portugiese Alvaro Siza Vieira und das japanische Duo Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa (SANAA) steuerten weitere Hallen bei, doch es waren die Basler Lokalmatadore

Herzog & de Meuron, die gleich zweimal spektakulär auftrumpften: mit dem wild aufeinandergestapelten VitraHaus, das als Empfangsgebäude und Ausstellungshaus dient, und mit dem ziegelroten Schaudepot, in dem Teile der enormen Möbelsammlung ausgestellt sind. Eine Sammlung, die rund 7.000 Möbel, mehr als 1.000 Leuchten sowie Nachlässe von Kult-Designern wie Charles & Ray Eames, Verner Panton und Alexander Girard umfasst. So viel Architektur und Design aus der ersten Klasse sind nirgendwo sonst auf einem Areal versammelt. TEXT: Maik Novotny

Stapelweise Architektur Das VitraHaus ist das Herzstück des Campus

FOTO: JULIAN LANOO

Ein Schaufenster der Weltarchitektur, und das ausgerechnet auf einer Wiese zwischen Autobahn, Industriegebiet und Weinbergen in einer deutschen Kleinstadt. Wie kam es dazu? Nun, Weil am Rhein, unmittelbar an der Schweizer Grenze bei Basel gelegen, ist seit 1950 der Sitz des in der Schweiz gegründeten Möbelherstellers Vitra, der mit seinen kultigen Designklassikern ein Naheverhältnis zur Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts pflegt. Doch erst Rolf Fehlbaum, der die Firma von 1977 bis 2013 leitete, war es, der das Firmenareal ab den 1980er Jahren zum Architekturmekka machte. Der Brite Nicholas Grimshaw errichtete 1984 eine Firmenhalle, nachdem die alte einem Brand zum Opfer gefallen war. 1989

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ARCHITEKTUR

Die Schweizer. Handwerkliche Präzision, scharfes Denken und eine Balance zwischen Askese und Leichtigkeit: Helvetische Architektur hat ihren hervorragenden Ruf zu Recht. Eine Auswahl des Besten vom Besten der eidgenössischen Baukunst TEXT: Maik Novotny 42 //

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FOTO: THIES RAETZKE (1), GÜNTHER KÖNIG (1), MATTHIAS WEISSENGRUBER (2)

WER HAT’S GEBAUT ?

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HERZOG & DE MEURON

Elbphilharmonie Hamburg, Deutschland, 2016

Das Meisterwerk für die spröden Stars aus Basel: Das Konzerthaus liegt wie ein Schiff am Hamburger Hafen, Himmel und Wasser spiegeln sich in seiner raffinierten Fassade, das prachtvolle Innere begeistert die Besucher. Kunstsinnige Schweizer Präzision, die die nüchternen Hanseaten aus der Reserve lockt.

PETER ZUMTHOR

Kunsthaus Bregenz Bregenz, Österreich, 1997

Ein gläserner Würfel am Bodenseeufer, so einfach wie raffiniert. Die Scheiben schimmern außen und innen geheimnisvoll, der Weg durch das Museum wird zu einer spannenden Abfolge von Blicken. Das Kunsthaus ist heute eine Ikone und der Graubündner Peter Zumthor hat es in die globale Superliga geschafft, ohne seine hohen Ansprüche zu kompromittieren.

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MARIO BOTTA

IWAN BAAN

Museum of Modern Art San Francisco, USA, 1995

FOTO: JON MCNEAL/SNØHETTA, IWAN BAAN, BOWIE VERSCHUUREN (2)

Er ist der Mann für die Kreise: Der Tessiner Mario Botta liebt das Runde. Bekannt wurde er durch seine steinernen Kirchen in den Alpen, dann wurde er zum globalen Export. Sein Markenzeichen prägt auch das SFMOMA in San Francisco: Archaischer Tempel trifft kalifornische Lässigkeit.

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ORIGEN THEATER

Julierturm

rio seide rägt er

Julierpass, Schweiz, 2017

Ein blutroter Turm im steinernen Meer der Hochalpen ragt seit 2017 neben der kurvigen Straße auf 2.284 Metern Seehöhe am Julierpass empor. Eines der ungewöhnlichsten Theater der Welt: Der Julierturm beherbergt das Theaterfestival Origen – für vier Jahre, dann wird der Turm wieder abgebaut.

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MAX DUDLER

Jacob-und-WilhelmGrimm-Zentrum Berlin, Deutschland, 2009

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FOTO: STEFAN JOSEF MÜLLER (2), HANNES HENZ (1)

FOTOS: STEFAN JOSEF MÜLLER (2), HANNES HENZ (1)

Max Dudler ist der Asket unter den Schweizer Architekten: Seine Bauten sind streng, geometrisch, ruhig, steinern. Sein Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum mitten in Berlin wirkt unmärchenhaft spröde nach außen, aber zeitlos-elegant und atmosphärisch im Inneren. Bei Schweizern zählt eben die dauerhafte Qualität.

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MAX FRISCH

Freibad Letzigraben Zürich, Schweiz, 1949

Max Frisch? Der Max Frisch? Ja, genau der. Bevor der Zürcher sich ganz aufs Schriftstellertum verlegte, war er Architekt. Sein einziges erhaltenes Werk ist das Freibad Letzigraben, das noch heute einen freundlichen Nachkriegsoptimismus ausstrahlt. Berühmtester Baustellenbesucher damals: Kollege Bertolt Brecht.

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Rebecca Clopath

NATURTALENT. Tannenzapfen süß-sauer eingelegt? Berg-Gitzi auf karamellisiertem Pastinaken-Püree mit wilden Beeren und Arven-Likör? So schmeckt die Schweiz, wenn es nach Starköchin Rebecca Clopath geht. Ihre Kochphilosophie beginnt nicht am Herd, sondern beim Eigenanbau der Lebensmittel. Bei ihren Kochevents am elterlichen Biobauernhof im Bergdorf Lohn auf 1.600 Metern bietet sie keine schnöden Menüs, sondern „Esswahrnehmungen“ an. Der Shootingstar der Schweizer Gastronomie macht gerade eine Ausbildung zur Bäuerin. Die Zeit bis zur Fachprüfung überbrückt Rebecca aber als Gastköchin, z. B. beim Kunst & Kulinarik-Festival in St. Anton am Arlberg am 18. und 19. August.

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Catherine Gottwald

Roger Federer REKORDHALTER. Roger Federer hat es geschafft: Nachdem er bei den Australian Open im Jänner den 20. Grand-Slam-Titel seiner Karriere gefeiert hatte, gelang ihm im Februar mit seinem Dreisatzsieg über den Niederländer Robin Haase das scheinbar Unmögliche: Der Schweizer belegt zum ersten Mal seit 2012 wieder den ersten Platz der Tennisweltrangliste (Stand: 12. März) – und das mit 36 Jahren! Damit bricht das RolexTestimonial den Rekord von Andre Agassi, der 2003 mit 33 als ältester Spitzenreiter Tennisgeschichte schrieb. Seinen Erfolg verdankt Roger Federer seinem präzisen Aufschlag und der Fähigkeit, die Taktik seiner Gegner von der Position der Grundlinie aus spielend zu durchschauen.

FOTOS: CLAUDIA LINK, TATIANA FROM MOSCOW/CREATIVE-COMMONS

Stars

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FOTOS: ORNELLA CACACE, JOHANNES IFKOVITS

Hazel Brugger

Philippe Jordan

COMEDY QUEEN. Humor zählte lange nicht direkt zu den größten Exportschlagern der Schweiz. Mit Hazel Brugger hat sich das geändert. Sie ist bekannt dafür, ihrem Publikum mit bleierner Unschuldsmiene die schwarzhumorigsten Pointen an den Kopf zu schleudern, oder als schlagfertige Außenreporterin für die ZDF-„heuteshow“ Politikern mit absurden Fragen auf den Zahn zu fühlen. 2017 hat die Poetry Slammerin und Kabarettistin den Deutschen Kleinkunstpreis und den Salzburger Stier abgesahnt. Aktuell tourt sie mit dem Programm „Hazel Brugger passiert“ durch die Schweiz, Deutschland und Österreich und ist mit der ZDF-Show „DIY mit Hazel Brugger“ für den Grimme-Preis nominiert.

TAUSENDSASSA. Die Bezeichnung „Stardirigent“ ist für ihn noch reichlich untertrieben: Der Zürcher Philippe Jordan ist seit 2009 Musikchef der Pariser Oper und schwingt seit 2014 als Chefdirigent den Stab über die Wiener Symphoniker. 1994 verließ er Zürich, um sich im Ausland einen „Vornamen“ zu machen. Der Nachname war – zumindest in der Schweiz – nämlich schon mit einer enormen Erwartungshaltung verbunden: Philippe Jordan ist der Sohn des Schweizer Dirigenten Armin Jordan und der österreichisch-irischen Tänzerin Käthe Herkner. Seine Karriere führte ihn nach Ulm, an die Staatsoper nach Berlin und ans Grazer Opernhaus. Ab 2020 spielt er auch an der Wiener Staatsoper als Musik­ direktor die erste Geige.

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SOMMERFEST

ALPINE Fahr freuden FOTO: BERNINA GRAN TURISMO

TEXT: Joshua Kรถb

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Ausfahrt mit Ausblick Beim Bernina Gran Turismo hat man die Passstraße für sich allein

In St. Moritz lebt das goldene Zeitalter des Automobils wieder auf Das schicke Urlaubsparadies St. Moritz ist eine Welt für sich. Neben Dorf und See ragen grandiose Berge in die Höhe. Sie tragen abenteuerlich klingende Namen aus dem Rätoromanischen wie Piz Nair, Corviglia, Corvatsch, Diavolezza, Muottas Muragl oder Piz Güglia. Hier im sonnenverwöhnten Oberengadin schlug 1884 die Geburtsstunde des Wintertourismus, und 1925 hielten auch endlich die ersten Automobile Einzug. Spät, aber doch. Seitdem sich die Graubündner 1925 als letzte Schweizer für die Erlaubnis der motorisierten Fahrzeuge auf ihren Bergstraßen aussprachen, ist die Geschichte des Ortes St. Moritz eng mit jener des Automobilkults verbunden. Als 1929 die erste Internationale Automobilwoche St. Moritz ins Leben gerufen wurde, bewies man dann doch noch Schweizer Pioniergeist. Das heiß umkämpfte Bernina Bergrennen bildete 1929 und bei der Zweitausgabe 1930 den Höhepunkt des Programms. Hans Stuck im Austro-Daimler ADR 3.0 und Louis Chiron im Bugatti T47 sollten jedoch die einzigen Sieger der waghalsigen Fahrt über die ungepflasterte Strecke bleiben. Nicht Ausdauer, sondern Beschleunigung war im „Kilomètre Lancé“ gefragt. Noch heute kündet die „Shellstraße“ vom eigens für das Drag Race asphaltierten Straßenabschnitt. Heute wie damals Die Tradition ist bis heute lebendig: Jahr für Jahr pilgern Liebhaber schöner und schneller Automobile in den Nobelskiort. Und weil man früher die eleganteren Autos baute, kurven meist Oldtimer die Serpentinen der Passstraßen entlang bis ins Herz von St. Moritz. Die perfekte Werkstatt für die Schmuckstücke findet sich nicht weit entfernt bei Volante Classic Car in Samedan. Kosmopolitisches Flair geht vom renommierten St. Moritz Automobile Club (SMAC) aus, der für seine Mitglieder regelmäßig Ausfahrten veranstaltet. Das British Classic Car Meeting im Juli versprüht wie die alljährlichen Polo- und Cricket-Turniere englischen Charme im Engadin. Wer lieber in Bewegung bleibt, nimmt im August an der Passione Engadina teil oder wagt sich bei der Oldtimer-Rallye „WinterRAID“ im Jänner auf die Schneepisten. ❱

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Britische Klassiker Jeden Juli findet in St. Moritz das British Classic Car Meeting statt

❱ Ein weiteres spektakuläres Ereignis ist das wiedergeborene Rennen am BerninaPass: Seit 2015 können Hobbyrennfahrer im Herbst beim Bernina Gran Turismo die Anspannung am Start und den Nervenkitzel während der Fahrt am eigenen Leib erfahren. Obwohl die Neuausgabe auf abgesperrter Passstraße nicht mehr über die originale Distanz von 16,5 km führt, bietet sie über 5,6 Kilometer das authentische Flair der goldenen Automobilzeit. Teilnahmeberechtigt sind nur historische Renn- und Sportwagen.

Aller Anfang 1929 fanden die ersten Rennen in St. Moritz statt

FOTOS: JAKOB JAEGLI/ SWISS-IMAGE, ST. MORITZ LIBRARY, ALBERTO NOVELLI, CHARLY TSCHARNER

Der Nummer-eins-Roadtrip in den Alpen Wen das Fahrfieber nicht mehr loslässt, muss sich nicht auf St. Moritz beschränken, sondern kann bei der rund 1.600 km langen Grand Tour of Switzerland den ganzen Reichtum des Alpenlandes erleben. Da geht es über legendäre Pässe vorbei an malerischen Dörfern und uralten Steinhütten, durch tiefe Schluchten hin zu den palmengesäumten Seen des Tessins. Bei einem Abstecher nach Lugano, Ascona oder Locarno kann man in einem der Cafés an den Seepromenaden die Sonne genießen. Von dort führt der Roadtrip über die gepflasterte alte Gotthardstraße Tremola nach Andermatt, den Furkapass hinab und am Aletschgletscher vorbei nach Zermatt zum Schweizer Wahrzeichen: dem Matterhorn. Über Montreux und Lausanne durch die Suisse romande landet man schließlich im Herzen der Schweiz, der Hauptstadt Bern. Dem Besuch des Bärengrabens folgen die Fahrt zum Vierwaldstättersee, nach Luzern und schließlich Zürich. Den Rheinfall im Rücken, geht es durchs Appenzellerland weiter über die Bergstraße hinauf zur Schwägalp und wieder hinab ins Toggenburg, die Heimat der „Kägi fret“-Schokoladewaffeln. Nach St. Moritz ist es nun nicht mehr allzu weit. Zwei literarische Sensationen, das „Heidiland“ und der „Zauberberg“ in Davos, trennen von dem Abschluss der großen Runde, die die schönsten Kulissen der Schweiz auf besondere Art und Weise erfahrbar macht. ✚ Mehr Infos: www.engadin.stmoritz.ch www.MySwitzerland.com/grandtour

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FOTOS: JAKOB JAEGLI/ SWISS-IMAGE, ST. MORITZ LIBRARY, ALBERTO NOVELLI, CHARLY TSCHARNER

Großer Auftritt Die Klassiker werden vor dem Hotel Kempinski in St. Moritz ausgestellt

Panoramaroute Die Grand Tour of Switzerland führt durch die schönsten Winkel der Schweiz

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MOBILITร„T

AUF UND AB seit eh und je Die Luzerner zeigen seit knapp einem Jahrhundert, wie man den Pilatus mit technischer Finesse bezwingen kann

FOTO: URS WYSS/SWISS-IMAGE.CH

TEXT: Joshua Kรถb

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Technikwunder Die moderne Luftseilbahn „Dragon Ride“ braucht nur dreieinhalb Minuten auf den Gipfel

Jener Pilatus, der Hausberg Luzerns, von dem hier die Rede ist, hieß einst Fräkmünt. Ein Name, der ebenso wie der des römischen Statthalters aus der lateinischen Welt stammt. Mons fractus, der gebrochene Berg. Ein Teil des Bergmassivs, wo der Sage nach die rastlos umherschweifende Seele des unglücklichen Pontius Pilatus endlich Ruhe gefunden hat, trägt noch heute den alten Namen. Dort, am Fräkmüntegg, befindet sich die Zwischenstation der seit 1956 verkehrenden Luftseilbahn, eine Sommer-Rodelbahn und der größte Seilpark der Zentralschweiz. Seit 2015 eilt die moderne Luftseilbahn unter dem Namen „Dragon Ride“ in knapp dreieinhalb Minuten die rund 650 Meter hinauf zum Gipfel, dem sogenannten Pilatus Kulm. Realisiert wurde das Meisterstück der Ingenieurskunst im nahe gelegenen Goldau. Dort liegt der Firmensitz des altehrwürdigen Seilbahnunternehmens Garaventa, welches seit der Fusion im Jahr 2002 gemeinsam mit der österreichischen Doppelmayr AG den Weltmarkt dominiert. Abenteuerlicher Aufstieg Mehr als hundert Jahre zuvor fand die Premierenfahrt der legendären Zahnradbahn von Alpnachstad zum Kulm statt. Seit dem 4. Juni 1889 ist die steilste Zahnradbahn der Welt mittlerweile im Einsatz. Die Bewältigung der enormen Steigung – durchschnittlich sind es 38 Prozent – ermöglichte eine bahnbrechende Idee des Zürcher Ingenieurs Eduard Locher. Nach 1937 wurden die bis dahin tätigen elf Dampftriebwagen durch elektrische Exemplare ersetzt. Scheinbar ohne Mühe klettern die roten Bähnchen auf der 4.618 Meter langen Strecke den felsigen Hang nach oben. Zur Seite fällt bald die graufelsige sogenannte Eselwand steil ab, bald erblickt man saftige Blumenwiesen und romantische Holzhütten. Trotz der gewaltigen Steigung von bis zu 48 Prozent schafft es die 40 Personen fassende Kabine in gerade einmal einer halben Stunde bis hinauf zur Bergstation am Pilatus Kulm. Dort oben, wo mit dem historischen und dem modernen Technikwunder zwei Extreme ❱

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Volle Kraft voraus Luzerns „Goldene Rundfahrt“ beginnt am Vierwaldstättersee Traditionsreich Die Zahnradbahn am Pilatus ist seit 1889 im Einsatz

Rundum-Erlebnis Ein Tipp für alle, die entweder sehr viel oder nicht genug Zeit zur Einzelerkundung haben, ist die „Goldene Rundfahrt“. Zwischen Mai und Oktober deckt die Tour mit allen mobilen Möglichkeiten die kleine Welt rund um den Pilatus ab. Die Reise beginnt am Pier in Luzern. Von dort trägt eines der historischen Dampfschiffe seine Passagiere über die Wel-

len des Vierwaldstättersees bis zur Talstation der Zahnradbahn im beschaulichen Alpnachstad. Am Pilatus Kulm angekommen, bringt die „Dragon Ride“ sie hinab nach Fräkmüntegg. In beschaulicherem Tempo kann man schließlich in der Panorama-Gondelbahn den Blick über den beeindruckenden, zwischen den Bergen liegenden See mit seinen fjordartigen Seitenarmen schweifen lassen. An der Talstation in Kriens angekommen, führt der Bus zurück nach Luzern. So schließt sich am Ende des Tages der Kreis, dem in umgekehrter Richtung zu folgen genauso ratsam ist. ✚ Mehr Infos: www.luzern.com www.pilatus.ch

Angekommen Egal wie man den Pilatus erklimmt: Der Ausblick ist es immer wert

FOTOS: IVO SCHOLZ (2), STEFAN SCHLUMPF (1)/SWITZERLAND TOURISM

❱ aufeinandertreffen, genießt man eine fabelhaft weite Aussicht. Und doch kann man auf 2.132 Metern den einen ganz bestimmten ­ Ort nur erahnen: die Lichtung, auf der am ­­ 1. August 1291 mit dem Rütlischwur der drei Urkantone Schwyz, Uri und Unterwalden die Geburtsstunde der eidgenössischen Schweiz schlug. Keine 20 Kilometer Luftlinie vom Gipfel entfernt liegt die Rütliwiese am wildromantischen Urnersee, dem letzten Ausläufer des Vierwaldstättersees. An dieser Stelle kommt die grandiose Dampfschiffflotte am Fuße des Pilatus ins Spiel.

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MOTORAMA

Der Sinn von Automessen wird immer stärker hinterfragt. Eine Ausnahme ist der kleine, feine Genfer Salon. Hier ist es noch spürbar: das mondäne Flair, das die Welt der Automobilität einst umgab

Autosalons sind eigentlich ein Anachronismus. Waren sie früher einmal, in dunklem prädigitalem Zeitalter, für die Hersteller eine Notwendigkeit, um die Kunde von automobilen Neuheiten in die Welt zu tragen, so gibt es sie heute eigentlich nur mehr aus Gewohnheit. Das, was dort präsentiert wird, ist schon Wochen zuvor in Wort und Bild bekannt, die Anreise für Journalisten lohnt eigentlich gar nicht mehr. Aber auch immer mehr Hersteller drücken sich in Zeiten des permanent gezückten Rotstifts vor der sündhaft teuren Teilnahme an Messen. Viele gehen andere Wege, um ihre Klientel zu erreichen. Audi etwa stellt seine Neuheiten

auf eigenen „Conventions“ vor, was den Streuverlust maßgeblich minimiert. Mazda, Volvo, Ford und andere sind nur mehr präsent, wenn wirklich „bahnbrechende“ Produktneuheiten anstehen. Müssen und wollen Der Ausstellerschwund betrifft vornehmlich die internationalen Autoshows in Detroit, Paris, Frankfurt und Tokio. Es gibt aber Messen, auf denen müssen die Hersteller präsent sein: Das sind jene, die dort stattfinden, wo noch der ganz große Gewinn zu erwarten ist: in Peking und Shanghai. Und dann gibt es diesen einen kleinen Salon, auf dem sich

FOTOS: PHOTOPROEVENT.COM, BEIGESTELLT

Der Genfer Salon

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Exoten Genf bietet kleinen, exklusiven Sportwagenschmieden eine Bühne

Genfer Kollektion Frühjährliches Schaulaufen automobiler Schönheiten am Lac Léman Legendär Der Jaguar E-Type feierte 1961 auf dem Genfer Salon sein Debüt

die Branche jedes Jahr im noch sehr jungen Frühling trifft – und zwar, bis auf ganz wenige Ausnahmen, komplett: die „Geneva international Autoshow“, wie sich die Messe seit 2016 nennt. Viel passender allerdings war die frühere Bezeichnung: „Salon international de l’auto“. Die Autoshow im hübschen und noblen Genf an den Gestaden des Lac Léman und vor beeindruckender Kulisse des Mont Blanc ist eine Preziose im internationalen Messezirkus. Statt wie üblich in weit ausufernden Messeghettos findet die Genfer Show in geradezu trautem Rahmen statt – kurze Wege statt endloser Märsche, einmal umfallen und man ist vom Flughafen beim angrenzenden Palexpo-Gelände. Hübscher Nebeneffekt dieser fußschonenden Distanzen: Statt bequemer Turnlatschen dominiert hier feines Schuhwerk samt dazu passendem Beinkleid die Szenerie, was dem Ganzen eine deutlich feierlichere Atmosphäre verleiht.

Automobilgeschichte Die Eleganz und Anziehungskraft des Genfer Salons rührt aber auch von seiner Geschichte her. Die nobelsten Premieren finden seit jeher hier statt und es soll schon vorgekommen sein, dass ein Hersteller eine Neupräsentation verschoben hat, um sie im Licht des Genfer Salons noch mondäner wirken zu lassen. Maybach etwa zog von 1930 bis ’32 mit dem Zeppelin, dem Zeppelin Cabriolet und dem Jaray alle Aufmerksamkeit auf sich. Es folgten das Mercedes 540 K „Kompressor“ Cabriolet B 1938, das als technisches Summum seiner Zeit galt. Weitere automobile Meilensteine, die von Genf aus Weltruhm erlangten, in loser Reihenfolge: Fiat 8V „Otto Vu“ berlinetta (1952), Alfa Romeo Super Sport (1959), Jaguar E-Type (1961), Mercedes 230 SL (Pagode), Fiat Dino Spider, Ford Granada, Peugeot 604, Audi A8 (1994), Ferrari F50, Lancia Thesis (2001), Lamborghini Gallardo. In diesem Jahr fand der Genfer Salon das 88. Mal statt. Und ja, zur Verrichtung der motorjournalistischen Aufgaben war die Anreise alles andere als notwendig. Ob es jetzt die neue Nobelhochburg Range Rover SV Coupé war, der 640 PS starke Lamborghini Huracán Performante Spyder, der Porsche 911 GT3 RS, seines Zeichens das Höchste der Gefühle, seit es die Zuffenhausener Sportwagenreihe gibt, oder das Kraftwerk in Kasten-

Weltpremiere Porsche präsentierte heuer den 911 GT3 RS

form, der Mercedes G 63 AMG. In Bild und Text waren sie alle schon Wochen vorher offenkundig, allerdings brachte erst das Flair des feinen Genfer Salons diese Karossen so richtig zu Geltung. TEXT: Christian Zacharnik

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„Aber es kommt nicht aus dem Islam. Es kommt aus dir. Der Islam hat kein Monopol auf Fundamentalismus.“ Der New Yorker Wirtschaftsanwalt Amir Kapoor ist glücklich verheiratet und im Begriff, den maximalen Karrieresprung zu machen: Partner in einer jüdischen Kanzlei zu werden. Als US-Bürger mit pakistanischen Wurzeln lebt er den amerikanischen

Traum. Aber unter der scheinbar vollkommenen Oberfläche hat der Erfolg seinen Preis. 2013 wurde „Geächtet“ mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, 2016 feierte es mit Katharina Lorenz, Nicholas Ofczarek, Isabelle Redfern, Fabian Krüger und Christoph Radakovits die österreichische Erstaufführung im Burgtheater und wurde mit dem NESTROY Autoren-

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Jedes Stück der „Geflammt“-Serie wird mit einer einzig-

Ein besonderes Lebensgefühl

Es ist die Handarbeit, die Gmundner Keramik so ein-

artigen Kunsthandwerkstechnik hergestellt, dem „Flam-

Es sich gut gehen lassen, schöne Dinge schätzen und

zigartig macht. Die Produkte werden zu 100 Prozent in

men“. Hierbei wird die Farbe nicht aufgemalt, sondern

Traditionen ehren, das macht das österreichische Le-

Österreich gefertigt, von der Masseaufbereitung über

mit einem feinen Schlauch auf die Keramik gespritzt.

bensgefühl aus. Diese Naturverbundenheit, Gastlichkeit,

die Formgebung bis zum Bemalen – alles passiert in der

Weltweit gibt es keinen zweiten Betrieb, der diese Tech-

die Tisch- und Esskultur und das Traditionsbewusstsein

Manufaktur in Gmunden. Bis zu sechzig Mal gehen die

nik beherrscht. Die Flammerinnen in der Manufaktur be-

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GASTROSOPHIE

Wahlwienerin Christina Zurbrügg sagte der Schweiz in den 90er Jahren „Servus“

Vom Jodeln und Dudeln

Die Schweizer Musikerin Christina Zurbrügg über die Wiener Ausprägung des Jodelns, Käse und Powidl

Wir treffen Christina Zurbrügg, Schweizer Musikerin, Filmemacherin und Schauspielerin, im Café Central, einem Kaffeehaus, das die Wahlwienerin sehr gern besucht. „Die Architektur hier ist sehr schön, man hat ein Gefühl von Weite.“ Ein Gefühl, das zum Jodeln einlädt – und im Jodeln ist Zurbrügg Meisterin. Sie war unter den Ersten, die alpenländische Volksmusik in den neunziger Jahren wieder

salonfähig gemacht haben. Mal rockig-poppig, mal jazzig, bespielt Zurbrügg seither international große und kleine Bühnen. Im Berner Oberland ist sie zwar mit Jodelklängen aufgewachsen, doch ihre musikalischen Wurzeln hat sie erst wiederentdeckt, als sie während ihres Studiums in Wien die hier ansässigen Dudlerinnen kennenlernte. Das Dudeln, so Zurbrügg, ist die Wiener Ausprägung des Jodelns. Man sang in Innenräumen und konnte feiner und leiser intonieren. Im Wirtshaus „Zum alten Drahrer“ im Liebhartstal hat sie damals die letzten Vertreterinnen des traditionellen Dudelns getroffen – und einen Film über sie gedreht. „Wien war überhaupt aufregend für mich, es gab so viel zu entdecken. Doch kulina-

risch war ich als Käseliebhaberin zuerst sehr enttäuscht: Es gab nur schrecklichen Stangenkäse zu kaufen. Kofferweise nahm ich Käse aus der Schweiz mit – das stank! Das Vakuumieren war ja noch nicht en vogue.“ Versöhnt hat sie die Entdeckung von Powidl – das schmeckte noch feiner als das Kirschenmus ihrer Mutter. TEXT & FOTO: Regina Hügli

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