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Unsere globale Verantwortung Sozial- und Umweltprojekte


Globale Verantwortung ist uns ein Anliegen Manchmal werde ich gefragt, wieso Faber-Castell freiwillig eine weltweit gültige Sozialcharta unterzeichnete, die Diskriminierung und Kinderarbeit in allen Betrieben verbietet und auch sonst alle Beschäftigungsbedingungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gewährleistet. Als Vertreter der sozialen Marktwirtschaft ist es für mich ebenso eine Verpflichtung wie eine Selbstverständlichkeit, mich den Herausforderungen der Globalisierung zu stellen. In der Tradition der Verantwortung, zu der sich schon mein Ur-Urgroßvater mit sozialen Pionierleistungen bekannte, sorgen wir für humane Arbeitsbedingungen rund um den Globus und verhelfen unseren Mitarbeitern durch eine Reihe von sozialen Leistungen zu mehr Lebensstandard und -qualität. Und sichern somit nicht nur ihnen, sondern auch dem Unternehmen Faber-Castell eine langfristige Existenzgrundlage. Man muss kein Visionär sein, um zu erkennen, dass die Sicherung der Ressourcen für das Leben der kommenden Generationen von höchster Bedeutung ist. Holz ist da in mancher Ohren ein heikles Thema. Umso erfreulicher ist daher, dass Faber-Castell bereits vor rund 20 Jahren ein Forstprojekt ins Leben rief, das bis heute beispielhaft in unserer Industrie ist: Unsere 10.000 Hektar eigenen Pinienplantagen als Rohstoffquelle zur Blei- und Buntstiftherstellung sind vom Forest Stewardship Council (FSC) als „umweltgerecht, sozial verträglich und wirtschaftlich nachhaltig“ zertifiziert worden. Lesen Sie mehr darüber in dieser Broschüre. Als erstes Unternehmen unserer Branche ist Faber-Castell im Juni 2003 dem Global Compact der Vereinten Nationen beigetreten. Damit sind wir eines der ersten mittelständischen Unternehmen in Deutschland, das sich den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen der Globalisierung im Rahmen des partnerschaftlichen Bündnisses zwischen Privatwirtschaft und Politik stellt. Ich würde mich freuen, wenn das Beispiel FaberCastell weitere unternehmerische Nachahmer fände, die den allseits strapazierten Begriff der Nachhaltigkeit mit Leben und konkreten Taten erfüllten. Ich hoffe andererseits ebenso, dass auch die Politik weiter daran arbeiten wird, bessere Rahmenbedingungen für verantwortungsvolles wirtschaftliches Handeln zu schaffen.

Anton W. Graf von Faber-Castell (Vorstandsvorsitzender)


I m E i n k l an g m it d e r Natu r

Mitarbeiter mit Piniensetzlingen

Baumschule in Prata, Brasilien

„Nachhaltigkeit“ heißt kontinuierliches Aufforsten Schätzungen zufolge werden für den Schreib- und Zeichenbedarf weltweit jährlich rund 10 Milliarden Blei- und Farbstifte aus unterschiedlichen Holzarten produziert, davon ca. 50 % in China. Allein in Europa werden pro Jahr rund 2 Milliarden Stifte gefertigt. Als größter Einzelproduzent (2,5 Milliarden Blei- und Farbstifte p. a.) hat Faber-Castell vor mehr als zwei Jahrzehnten damit begonnen, im Südosten Brasiliens ein eigenes, einzigartiges Holzversorgungsprogramm zu entwickeln. In der „brasilianischen Savanne“ – mehr als 2.500 km vom Amazonas-Regenwald entfernt – wurden dazu auf kargem, sandigem Boden inselförmige Wälder mit schnellwachsenden Pinien-Bäumen (Pinus Caribea) angelegt. Nach jahrzehntelanger Pionierarbeit umfassen die Holzplantagen inzwischen eine Größe von ca. 10.000 Hektar. In jeder Stunde lässt Faber-Castell auf diese Weise 20 m³ Holz nachwachsen – mehr als benötigt wird für die eigene Holzstiftproduktion. Das Forest Stewardship Council (FSC) hat die Forstbestände in Prata 1999 mit dem anspruchsvollen Umweltsiegel für „umweltgerechte, sozial verträgliche und wirtschaftlich nachhaltige Waldbewirtschaftung“ ausgezeichnet. Die „Chain of Custody“ Zertifizierung (C.O. C.) garantiert überdies, dass vom Ernten des Baumes bis zur Verpackung der Stifte die Herkunft des Holzes nachvollzogen werden kann.

Aufforstungs-Plantage mit etwa zweijährigen Jungpflanzen


Sy n t h ese vo n Ö ko n o m ie u n d Ö ko lo g ie

Der seltene Mähnenwolf lebt in unseren Wäldern

Eine der Pinienplantagen in Prata, Brasilien

Lebensraum für bedrohte Tierarten Die ausgedehnten Pinienwälder in Brasilien dienen allerdings nicht nur zur Holzversorgung. Sie bieten auch Lebensraum für zahlreiche, zum Teil seltene Tiere. So beherbergen die Plantagen 178 Vogel-, 36 Säugetier- und 40 Reptilienarten – vom Nandu bis hin zum extrem scheuen Guara-Wolf. Nicht zuletzt durch Zusammenarbeit mit örtlichen Universitäten gelingt dem forstwirtschaftlichen Management die sinnvolle Synthese von Ökonomie und Ökologie.

Innovativ und umweltfreundlich: Die Wasserlack-Technologie Ein weiteres Beispiel umweltorientierter Pionierarbeit belegt Faber-Castell bei der Lackierung von Blei- und Farbstiften. In Stein bei Nürnberg erhalten fast alle Stifte einen umweltfreundlichen Wasserlack. Bei diesem Verfahren wechselte Faber-Castell von herkömmlichen Lacken mit organischen Lösungsmitteln zu umweltfreundlichen Wasseremulsionen – eine selbstentwickelte Technologie, die vom damaligen Umweltminister Klaus Töpfer (UN Executive-Director für Umweltprogramme) persönlich eingeweiht wurde. Mit der Wasserlacktechnologie setzte Faber-Castell weltweit neue Maßstäbe auf dem Gebiet der Stiftlackierung.

Waldarbeiter pflegen die Plantagen


U n se r e s oz ial e Ve r ant wo rtu n g

Aushang Sozialcharta

Mitarbeiter mit Pinien-Brettchen

Die „Sozialcharta Faber-Castell“ Faber-Castell unterzeichnete im März des Jahres 2000 gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Metall eine weltweit gültige „Sozialcharta“, die in ihrem Umfang mit zu den ersten international gültigen Vereinbarungen ihrer Art gehört. Die „Sozialcharta Faber-Castell“, die für alle Gesellschaften der Faber-Castell-Unternehmensgruppe gilt, gewährleistet Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen, wie sie von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) empfohlen werden. Sie umfasst unter anderem das Verbot von Kinderarbeit, die Chancengleichheit und Gleichbehandlung der Mitarbeiter ungeachtet der Rasse, der Religion, des Geschlechts und der Nationalität, die Gewährleistung sicherer und hygienischer Arbeitsbedingungen, die Zahlung angemessener Löhne bei anständigen Arbeitsbedingungen etc. Alle zwei Jahre überprüft eine unabhängige Kommission die Umsetzung der in der Sozialcharta vereinbarten Standards. Als eines der ältesten Industrieunternehmen der Welt hat sich Faber-Castell seit Generationen in besonderer Weise für die Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens engagiert. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurden diverse soziale Einrichtungen ins Leben gerufen, wie eine der ersten Krankenkassen (1844) und einer der ersten Kindergärten (1851) in Deutschland. Für die Mitarbeiter wurden Werkswohnungen gebaut, für Kinder Schulen gegründet und Bibliotheken eingerichtet.

Das menschliche Auge ist immer noch unersetzbar. Hier wird die Qualität der Bleistifte kontrolliert.


De r g lo bal c o m pact

Verbot von Kinderarbeit: ein wichtiger Bestandteil der Faber-Castell Sozialcharta

Faber-Castell bekennt sich zu den 9 Prinzipien des Global Compact und hat mit dem Beitritt zu dieser Initiative seine Unterstützung bekräftigt, durch sozial und ökologisch verträgliches Wirtschaften zu besseren Bedingungen für Mensch und Natur beizutragen. Im Beitrittsjahr 2003 hat Faber-Castell insbesondere an der Optimierung der Arbeitskonditionen in indischen Zulieferbetrieben sowie an der FSC-Zertifizierung der Stammfabrik in Stein bei Nürnberg gearbeitet.

Menschenrechte/Arbeitskräfte: Public Private Partnership in Indien Mittelfristig möchte Faber-Castell die Implementierung der Sozialcharta auch auf Lieferanten übertragen. Im Rahmen eines gemeinsam mit der GTZ (Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit GmbH) sowie der IG Metall realisierten PPP-Projektes (Public Private Partnership) wurden in Indien in einem ersten Schritt mit Hilfe eines Informationsworkshops sowohl Institutionen und Ministerien, NGOs und Gewerkschaften als auch Unternehmer und lokale Auditoren für dieses Thema sensibilisiert. Vier Lieferanten unterzogen sich einer Erstinspektion durch neutrale Auditoren, die von der GTZ bestellt worden waren. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde ein nach Prioritäten gegliederter Aktivitätenplan für die Lieferanten erstellt. Nach ca. 15 Monaten erfolgte ein Nachaudit, um die Fortschritte zu dokumentieren. Der Abschlussbericht dieser Auditierung dient nun als Grundlage für die Übertragung der Sozialstandards auf weitere Lieferanten sowohl in Indien als auch in anderen Schwellenländern.

Public Private Partnership in Indien: Lieferanten werden schrittweise für die Umsetzung der Faber-Castell Sozialcharta sensibilisiert


D I E BRAND E S S E NT I AL S „Tradition bedeutet, nicht die Asche zu bewahren, sondern die Glut. Der Erfolg von Faber-Castell über die Jahrhunderte hinweg basiert auf der Wertschätzung langjähriger Erfahrung, dem Streben danach, gewöhnliche Dinge ungewöhnlich gut zu machen, der Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen sowie einem verantwortungsvollen, unternehmerischen Handeln. Diese Werte gelten nicht nur für die Marke, sondern für das gesamte Unternehmen und sichern unsere Identität sowie unseren langfristigen Erfolg.“ Anton W. Graf von Faber-Castell

Der Begriff „BRAND ESSENTIALS“ definiert die Kernwerte der Marke Faber-Castell. Sie sind Grundlage für alles, was wir tun und wie wir es tun – innerhalb des Unternehmens und gegenüber unseren Kunden, Geschäftspartnern, der Gesellschaft und der Umwelt. Indem wir die Kernwerte unserer Marke bewahren, bleibt Faber-Castell auf der ganzen Welt unverwechselbar. Unsere Brand Essentials sind die Grundlage für eine konsequente Markenführung. Sie helfen uns, klare Strukturen und Leitlinien zu etablieren und alle Bereiche des Unternehmens zu vernetzen und zusammenzuführen. Damit stellen wir nachhaltiges Wachstum sicher.

Die vier Kernwerte:

1. Kompetenz & Tradition

2. Herausragende Qualität: Best of the Class

3. Innovation & Kreativität

4. Soziale & ökologische Verantwortung

Die Kompetenz von Faber-Castell basiert auf unseren Wurzeln, unserer Geschichte und unserer Erfahrung und wir nutzen sie, um die Zukunft unternehmerisch zu gestalten. Durch solides Wissen und immanentes Lernen erreichen wir Marktführerschaft und Glaubwürdigkeit und sichern uns ein starkes, weltweites Kommunikations- und Vertriebsnetz, das auf fairen Geschäftsbeziehungen beruht.

Wir wollen in allen Produktkategorien und Dienstleistungen das Bestmögliche leisten. Wir berück­sichtigen lokale Marktbedürfnisse, ohne unsere internationalen Ziele aus den Augen zu verlieren.

Innovation und Kreativität sind für uns Pionierleistungen, aber auch das Streben nach ständiger Verbesserung. Im Fokus steht dabei die Problemlösung für unsere Kunden. Wir fördern Kreativität und persönliches Engagement unserer Mitarbeiter durch eine offene Arbeitsatmosphäre und internationale, interdisziplinäre Projektgruppen.

Wir fühlen uns dem Menschen und der Umwelt verpflichtet. Wir leben unsere soziale Verantwortung innerhalb des Unternehmens und im Umgang mit Geschäftspartnern. Unsere Rolle in der Gesellschaft nehmen wir ernst. Wir legen Wert auf umweltgerechtes produzieren, um unseren Beitrag zur Zukunfts­ sicherung zu leisten. Wir sind führend bei der Entwicklung nachhaltiger Technologien.

Wir verstehen Qualität als: • „Point of Difference“, erkennbarer und sinnvoller Zusatznutzen • Ausgezeichnete Produkteigenschaften • Charakteristisches und zeitloses Design


Die Fa b e r- C aste ll g ru p p e Deutschland Tschechien Schweiz Österreich USA

Frankreich

Italien

China Hongkong

Indien

Costa Rica Kolumbien

Malaysia

Peru Chile

Singapur

Indonesien Brasilien Argentinien

Australien Neuseeland

Übersicht der Faber-Castell Produktionsstätten und Vertriebsgesellschaften weltweit

Faber-Castell Peru

Faber-Castell Brasilien

Faber-Castell Indien

Faber-Castell Malaysia

Unternehmenszahlen und -fakten

Im Kernbereich holzgefasste Stifte ist die Faber-Castell-Unternehmensgruppe mit mehr als 2 Milliarden Blei- und Farbstiften pro Jahr der bedeutendste Hersteller der Welt. Bildhaft ausgedrückt ergeben die Stifte – hintereinander gelegt – eine Strecke von der Erde bis fast zum Mond oder knapp neun Mal um den Äquator! Das rund 2.000 Produkte umfassende Sortiment ist in zwei Produkt-Kategorien („Private“ und „Office“) mit insgesamt fünf klar definierten Kompetenzfeldern gegliedert („Spielen & Lernen“, „Art & Graphic“, „Premium“, „Allgemeines Schreiben“ und „Markieren“). Mit diesem vielfältigen Produkt-Programm möchte Faber-Castell den Menschen ein lebenslanger Begleiter sein. Weltweit beschäftigt Faber-Castell in 16 Fertigungsstätten und 20 Vertriebsgesellschaften rund 6.000 Mitarbeiter. Davon sind ca. 3.000 Mitarbeiter für die brasilianische Faber-Castell-Gesellschaft in São Carlos/São Paulo tätig. Sitz der Unternehmensverwaltung ist Stein bei Nürnberg.

Faber-Castell Indonesien

Faber-Castell in Stein bei Nürnberg

Faber-Castell China

Faber-Castell AG • D-90546 Stein • Germany Telefon: + 49 911 9965-0 • Telefax: + 49 911 9965-760 • Internet: www.Faber-Castell.com

Stand Mai 2007    Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier ohne optische Aufheller

Faber-Castell zählt weltweit zu den führenden Herstellern und Vermarktern von hochwertigen Produkten zum Schreiben, Malen und kreativen Gestalten – der Markenname hat Weltruf. Die international tätige Unternehmensgruppe wurde bereits 1761 in Stein bei Nürnberg als Bleistiftfabrik gegründet. Als eines der ältesten Industrieunternehmen der Welt befindet sich Faber-Castell auch nach acht Generationen in gleicher Familienhand und wird heute von Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell geleitet.


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