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Jubiläumsmagazin September 2018

WOMEN BACK TO BUSINESS

«DAS PROGRAMM HAT EIN ENORMES POTENZIAL!»

S I N E S S» 1

«WIR BAUEN BRÜCKEN ZU DEN ARBEITGEBERN.» Prof. Dr. Gudrun Sander

12 Mutmacherinnen im Interview «Women Back to Business» als Karriere-Booster: Jede geht ihren eigenen Weg. Endlich eine Position, die der Qualifikation entspricht. Partnerfirmen rekrutieren aus den WBB-Lehrgängen.

BU

0

10

Prof. Dr. Antoinette Weibel

10 Jahre «Women Back to Business»

M – «WO M B AC K TO

JA

ÄU

EN

«DIVERSITÄT UND INKLUSION FÜR EINE MODERNE CHANCENGESELLSCHAFT»

HRE JUB IL

Carolina Müller-Möhl


Jubiläumsmagazin September 2018

WOMEN BACK TO BUSINESS «DAS PROGRAMM HAT EIN ENORMES POTENZIAL!» Carolina Müller-Möhl

«DIVERSITÄT UND INKLUSION FÜR EINE MODERNE CHANCENGESELLSCHAFT» Prof. Dr. Antoinette Weibel

«WIR BAUEN BRÜCKEN ZU DEN ARBEITGEBERN.«

M – «WO

10 Jahre «Women Back to Business»

S I N E S S» 1

12 Mutmacherinnen im Interview «Women Back to Business» als Karriere-Booster: Jede geht ihren eigenen Weg. Endlich eine Position, die der Qualifikation entspricht. Partnerfirmen rekrutieren aus den WBB-Lehrgängen.

BU

0

10

M B AC K TO

JA

ÄU

EN

HRE JUB IL

Prof. Dr. Gudrun Sander


Jubiläumsmagazin September 2018

WOMEN BACK TO BUSINESS «DAS PROGRAMM HAT EIN ENORMES POTENZIAL!» Carolina Müller-Möhl

«DIVERSITÄT UND INKLUSION FÜR EINE MODERNE CHANCENGESELLSCHAFT» Prof. Dr. Antoinette Weibel

«WIR BAUEN BRÜCKEN ZU DEN ARBEITGEBERN.» M – «WO M

10 Jahre «Women Back to Business»

S I N E S S» 1

12 Mutmacherinnen im Interview «Women Back to Business» als Karriere-Booster: Jede geht ihren eigenen Weg. Endlich eine Position, die der Qualifikation entspricht. Partnerfirmen rekrutieren aus den WBB-Lehrgängen.

BU

0

10

B AC K TO

JA

ÄU

EN

HRE JUB IL

Prof. Dr. Gudrun Sander


VORWORT

PROF. DR. GUDRUN SANDER

Vorwort

Prof. Dr. Gudrun Sander Titularprofessorin für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Diversity Managements sowie Direktorin für Diversityund Management-Programme an der Executive School of Management, Technology and Law der Universität St. Gallen

10 JAHRE «WOMEN BACK TO BUSINESS»

Herzlichen Dank! Für die erfolgreiche Zusammenarbeit, das Vertrauen und die Unterstützung in den vergangenen zehn Jahren danken wir

• •

unseren Partnerfirmen und Kooperationspartnern aus den unterschiedlichsten Branchen, die unseren Teilnehmerinnen die Türen öffnen den Dozierenden, die den Lehrgang mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zu einer einzigartigen Erfahrung machen und unseren Absolventinnen und Teilnehmerinnen, die mit ihren Erfolgsgeschichten das Programm auch in Zukunft erfolgreich machen werden. Foto: zVg

Das Leben auszubalancieren, die Prioritäten richtig zu setzen, die eigenen Stärken einsetzen zu können, Wertschätzung für das Geleistete zu erfahren und nährende Beziehungen zu haben, das wünschen wir uns alle. Mehrmals im Leben gilt es, dafür wichtige Entscheidun­ gen zu treffen. Der Wiedereinstieg ins Erwerbs­ leben ist eine solche, denn er stellt vieles auf den Kopf: das Zusammenleben in der Familie, das eigene Rollenverständnis als Berufstätige und Mutter etc. Ist der Entschluss gefasst, merken viele Frauen, dass es nicht einfach ist, eine der Ausbildung entsprechende Stelle – häufig in Teilzeit – zu finden. Zu sehr ist der Fokus der Rekrutierenden auf die Lücken im Lebenslauf gerichtet. Die Weiterbildung «Women Back to Business» hat es mit ihrem vielseitigen Programm geschafft, Vorurteile bei den Arbeitgebern abzubauen und Selbstver­ trauen bei den Wiedereinsteigerinnen und Umsteigerinnen aufzubauen. Die Marke HSG gilt dabei als Qualitätsgarantie. Wir freuen uns, mit allen Beteiligten diesen Erfolg zu feiern!

Prof. Dr. Gudrun Sander 3


10 JAHRE «WOMEN BACK TO BUSINESS»

INHALTSVERZEICHNIS

Inhalt Mutmacherinnen II

17

Catherine Ochsenbein Sonja Berger Anne-Françoise Baer Bösch Britta Galonska-Rudolph Oxana Ochsner Sushma Banz Claudia Gehring Vorwort

Anita Winter

3

Ling Loh-Müller

Prof. Dr. Gudrun Sander Grussworte

Katja Rehlen

6

Carolina Müller-Möhl

Déborah Devos

Prof. Dr. Thomas Bieger

Djamila Fernana-Ritchie

Dr. Markus Frank

Partnerfirmen und Kooperationspartner

Prof. Winfried Ruigrok PhD

42

Raiffeisen Schweiz

«Women Back to Business»

8

Novartis

Patricia Widmer

Swisscom

Zahlen und Fakten

Eidgenössiches Personalamt

Interviews mit Dozierenden

10

Credit Suisse

Elisabeth Michel-Alder

IKEA Switzerland

Christian Sterrer

Stadt Zürich

Prof. Dr. Antoinette Weibel

Rück- und Ausblick

Aspekte

12

56

Prof. Dr. Gudrun Sander

Prof. Dr. Monika Bütler

Weiterführende Informationen

58

Sarah Lenz Schüpbach

Impressum

59

4

5


«WOMEN BACK TO BUSINESS»

«WOMEN BACK TO BUSINESS»

Grussworte

Es gibt für mich ein doppeltes Jubiläum zu fei­ ern. Seit zehn Jahren fördert das «Women Back to Business»­Programm Frauen bei ihrem beruf­ lichen Wiedereinstieg, und dies äusserst erfolg­ reich: meinen herzlichen Glückwunsch! Und seit einem Jahrzehnt besteht hierbei eine enge und produktive Partnerschaft mit der Müller­ Möhl Foundation: von unserer Seite aus dafür herzlichen Dank! Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein zentrales gesellschaftliches Thema. Die gegenwärtigen Stagnationen und zuweilen Rückschritte verleihen diesem Weiter­ bildungsprogramm umso mehr an Bedeutung, vor allem auch hinsichtlich des Fachkräfteman­ gels. Mit geschätzten 50.000 Akademikerinnen in der Schweiz, die nicht erwerbstätig sind, hat das Programm ein enormes Potenzial. Dessen weitere Verbreitung wird sicherlich durch Bot­ schafterinnen gewährleistet, in naher Zukunft aber wohl auch durch zusätzliche digitale Formen des Angebots. Ich freue mich auf die nächsten zehn erfolgreichen Jahre!

Die Vision 2025 der Universität St. Gallen lautet: Als führende Wirtschaftsuniversität setzen wir in Forschung und Lehre weltweit Massstäbe, indem wir integratives Denken, verantwor­ tungsvolles Handeln und unternehmerischen Innovationsgeist in Wirtschaft und Gesell­ schaft fördern. Das «Women Back to Business»­ Programm an der Executive School of Manage­ ment, Technology and Law (ES­HSG) hat vor zehn Jahren eine zentrale Lücke in unserem An­ gebot geschlossen. Der Erfolg des Programms für Frauen mit einem Universitäts­ oder Fach­ hochschulabschluss, die nach einer Familien­ phase ins Erwerbsleben zurückkehren oder den Umstieg in eine bessere Position planen, zeigt nicht nur ein Bedürfnis vieler Frauen, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag im Kontext des Fachkräftemangels. Wir freuen uns sehr, uns im Sinne unserer Vision mit diesem Ange­ bot für ein gesellschaftlich und wirtschaftlich relevantes Thema zu engagieren, und setzen al­ les daran, auch in Zukunft lebenslanges Lernen und berufliche und persönliche Weiterentwick­ lung zu unterstützen. 6

Prof. Winfried Ruigrok PhD Dean der Executive School of Management, Technology and Law der Universität St. Gallen Professor für Internationales Management sowie Direktor der Forschungsstelle für Internationales Management

Dr. Markus Frank Direktor und Leiter „Custom Programmes“ an der Executive School of Management, Technology and Law der Universität St. Gallen Fotos: © Anna-Tina Eberhard, Suzanne Schwiertz

Carolina Müller-Möhl Stiftungsratspräsidentin der Müller-Möhl Foundation

Prof. Dr. Thomas Bieger Rektor der Universität St. Gallen und ordentlicher Professor für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung der Tourismuswirtschaft sowie Direktor des Instituts für Systemisches Management und Public Governance

Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich Gudrun Sander vor mehr als zehn Jahren mit einer vagen Idee kontaktierte: «Wir brau­ chen an der Executive School ein Weiterbil­ dungsangebot für Frauen.» In der Folge ist ein vielseitiger und massgeschneiderter Lehrgang entstanden, der in der Schweiz und in dieser Form wohl auch weltweit einzigartig ist. Die Resultate der Evaluationen und die Erfolgs­ geschichten der Teilnehmerinnen geben uns Recht. Das «Women Back to Business»­Weiter­ bildungsprogramm wirkt! Wir sind stolz auf diese Leistung und freuen uns auf eine erfolg­ reiche Zukunft! 7

Als vor gut zehn Jahren Gudrun Sander die Idee aufgriff, eine Management­Weiterbildung für Wiedereinsteigerinnen und Umsteigerin­ nen mit einem akademischen Abschluss im Rahmen der Executive School anzubieten, waren vielen Kollegen skeptisch. Braucht es ein solches Angebot? Kommen diese Frauen an die Universität St. Gallen? Passt das in das Programm­Port folio einer „Exe cutive Edu­ cation“? Mittlerweile ist das Programm im Markt hervorragend etabliert. 2014 wurde un­ ter der Leitung von Patricia Widmer parallel ein englischsprachiger Kurs entwickelt, und so werden fast 50 Teilnehmerinnen pro Jahr auf ihrem Weg zurück ins Erwerbsleben beglei­ tet. Zum Erfolg beigetragen hat auch die enge Zusammenarbeit mit Part nerfirmen, die am Competence Center for Diversity and Inclusion (CCDI) des Research Institute for International Management (FIM­HSG) auch forschungsseitig vertieft wird. „From insight to impact“ – auch in der „Executive Education“! Ich wünsche dem Programm weiterhin viel Erfolg und der HSG noch mehr Frauen in der Weiterbildung.


«WOMEN BACK TO BUSINESS»

Programme Head «Women Back to Business»

Zahlen und Fakten

Executive School of Management, Technology and Law

?

250

Welches sind die offensichtlichen Vorteile der «Women Back to Business»-Weiterbildung? Im Zentrum der Ausbildung stehen die neuesten Kon­ zepte und Modelle der Unternehmensführung, sodass Frauen, die eine berufliche Pause oder einen Auslandsauf­ enthalt absolviert haben, schnell wieder auf dem aktuells­ ten theoretischen Stand sind. Diese Fachinhalte werden ergänzt durch Coachings zur persönlichen Standortbe­ stimmung und Laufbahnplanung. Absolventinnen erlan­ gen mit diesem Programm ein Weiterbildungszertifikat der HSG in Management (WBB­HSG) der Universität St. Gallen. Wieso entscheiden sich Frauen für diese Weiterbildung? Ein grosses Plus ist, dass die Ausbildung dank modula­ rem Aufbau berufsbegleitend möglich und auch gut in den Familienalltag integrierbar ist. Wir haben Frauen mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen und Hintergrün­ den im Programm, viele haben eine Familienphase oder einen mehrjährigen Auslandsaufenthalt hinter sich oder sie sind erwerbstätig und möchten einen Umstieg in eine andere Branche oder eine höhere Position realisieren. Ein weiterer Grund ist die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnerunternehmen, die Praxisnähe und wichtige Kon­ takte zu potenziellen Arbeitgebern garantiert. Nicht zu unterschätzen ist das Netzwerk, das die Teilnehmerinnen mit Führungspersönlichkeiten aus den Partnerunterneh­ mungen und mit Frauen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, aufbauen können. 8

!

unzählige

Absolventinnen

44

750 9

Schokolade

wertvolle

Coaching-Stunden

120

gefüllte Kursordner

252 kg

ermutigende Gespräche

1250

Kooperationspartner und Partnerfirmen

Foto: © Anna-Tina Eberhard

Patricia Widmer, lic oec. publ.

«WOMEN BACK TO BUSINESS»

Social Events

Anlagetipps von Oma Sander

8 geborene Babys in zehn Jahren


«WOMEN BACK TO BUSINESS»

«WOMEN BACK TO BUSINESS»

Interviews mit Dozierenden 1. Wieso braucht es ein «Women Back to Business»-Weiterbildungsprogramm an der Uni St. Gallen? 2. Welches war die grösste Herausforderung in den letzten zehn Jahren für Sie in diesem Programm?

Mag. Christian Sterrer Dozent Projektmanagement seit der ersten Durchführung 1. Ich denke, die Executive School der Uni St. Gallen hat hier ganz klar einen Bedarf er­ kannt. Frauen, die nach der Kinderphase wieder in den Berufsalltag einsteigen wollen, müssen ihre Abwesenheit durch eine fundierte Manage­ ment­Weiterbildung kompensieren. Ich persönlich finde es sehr wichtig, dass Frauen neben der Familie auch wieder in der Arbeitswelt integriert sind, einerseits um sich ihre Selbstständigkeit zu bewahren und an­ dererseits um sich aus dem Arbeitsleben nicht komplett auszuschliessen.

3. Gab es ein persönliches Highlight in den vergangenen zehn Jahren?

2. Ich unterrichte im «Women Back to Business»­ Programm das Thema Projektmanagement, das traditionell eher männerdominiert ist. Es ist schon jedes Mal eine ungewöhnliche Situa­ tion, plötzlich 20 bis 30 Frauen gegenüberzu­ stehen. Aber in Wirklichkeit ist es keine grosse Heraus­ forderung. Die Teilnehmerinnen sind wissbe­ gierig, und manchmal habe ich das Gefühl, sie saugen alles auf, was ich ihnen erzähle. Es gibt kaum ein Training, das so viel Spass macht wie diese zwei Tage Projektmanagement im WBB.

Elisabeth Michel-Alder Einzelcoach und Dozentin in den Gruppencoachings 1. Das Programm umfasst und verbindet die wesentlichen Elemente eines vorbildlichen „Mid Career Programme”: konzentrierte theo­ retische Inputs und Sammlung konkreter prak­ tischer Arbeitswelterfahrungen; Erwerb neuen Wissens und Persönlichkeitsentwicklung auf­ grund individueller Standortbestimmung und mittels massgeschneidertem Coaching.

3. Die Realität übertrifft jede Fiktion! Viele zeit­ genössische Romane sind weit weniger bunt und reich als die Lebensgeschichten vieler WBB­Teilnehmerinnen. Auch das ist Lernstoff. 10

Fotos: zVg

2. Ich engagiere mich ja nicht auf der Wissens­, sondern auf der Sein­Schiene. Da plagt mich das Problem, innert sehr begrenzter Zeit jeder individuellen Frau wesentliche Impulse so ver­ mitteln zu können, dass sie sich einen neuen Hochsprung zutraut und reüssiert.

3. Ich denke, Projektmanagement birgt eine große Chance für die WBB­Teilnehmerinnen. Für Projektmanagement ist ein gewisses Mass an fachlichem Wissen notwendig, aber der Schwer punkt liegt in der Beherrschung der PM­Methodik sowie in der Führung von Pro­ jektteams. Und da erlebe ich sehr viele Frauen als die bes­ seren Projektmanager – auch bei den WBB­Teil­ nehmerinnen. Für einige von ihnen ist Projekt­ management sicherlich eine gute Möglichkeit für einen Wiedereinstieg in das Berufsleben. 11

Prof. Dr. Antoinette Weibel Dozentin im Modul Personalmanagement 1. Weil es betriebswirtschaftlich Sinn macht, dass Unternehmen Wiedereinsteigerinnen ein­ stellen. Weil es gesellschaftlich wichtig ist, dass wir die Diversität und die Inklusion fördern, um endlich eine moderne Chancengesellschaft zu verwirklichen. 2. Den Teilnehmerinnen zu erklären, warum unser neues St. Galler Personalmanagement­ Modell zwar offensichtlich Sinn macht, aber noch nicht in allen Unternehmen gelebt wird. Gestützt auf viele empirische Studien, wissen wir seit Jahren, dass Boni meist mehr Kosten als Nutzen verursachen. Aber viele Unternehmen halten immer noch daran fest. Zu diskutieren ist also nicht nur das „Was“, sondern auch das „Wie“. Die Frage ist, wie verkaufe ich ein moder­ nes Personalmanagement? Die Transformation wird somit auch im Personalmanagement zur Schlüsselkompetenz. 3. Ich bin noch nicht so lange dabei. Lassen Sie mich überlegen. Ich fand spannend, dass die Unternehmen, die das Programm unterstüt­ zen, alle ein positives Personalmanagement pflegen – Mitarbeitende stehen im Mittelpunkt. Das ist natürlich nicht zufällig, denn allein schon die Tatsache, dass man sich im WBB­Pro­ gramm engagiert, ist ein Zeichen für eine mit­ arbeiterzentrierte und moderne Philosophie. Dies ist erfrischend für mich und stimmt mich optimistisch.


PROF. DR. MONIK A BÜTLER

ASPEKTE

Prof. Dr. Monika Bütler

Frauenquote – eine Notwendigkeit?

Die Zahlen sind ernüchternd: In den Verwal­ tungsräten wirken nur wenige Frauen, in den Geschäftsleitungen noch weniger. Eine Frauen­ quote wäre da die logische Antwort. Nur: Stu­ dien, welche die bisherigen Auswirkungen der Frauenquote für Verwaltungsräte untersuchen, zeigen, dass die Frauenquote vor allem eins bringt: mehr Frauen in Verwaltungsräten. Und sonst nichts! Weder gleichen sich Löhne zwi­ schen Mann und Frau an, noch beobachten wir verbesserte Beförderungschancen für die Frau­ en auf unteren Stufen der Karriereleiter. Selbst die Diversität nimmt kaum zu. Die Frauen in Verwaltungsräten unterscheiden sich zwar et­ was von den Männern, aber noch mehr von den Frauen in der Bevölkerung. Bezüglich Risiko­ freudigkeit überholen die Verwaltungsrätinnen ihre männlichen Kollegen sogar. Die Erfüllung der Frauenquote wird so leicht zu einem Feigen­ blatt für diejenigen Unternehmungen, die sich nicht mit der schwierigen Frage nach einer brei­ teren Zusammensetzung der Führungsgremien auseinandersetzen wollen. Doch es gibt durchaus auch wirksame Quoten: Selbst auferlegte Quoten respektieren nicht nur die Vertragsfreiheit, sondern können die zur Gleichstellung wichtigen Denkprozesse unter­ stützen. Studien zu politischen Wahlen zeigen zudem klar: Inputquoten (im Auswahlprozess) sind effektiver als Outputquoten (in den Gre­ mien): So brachte der Zwang geschlechter­ mässig ausgeglichener Wahllisten im politi­ schen Prozess in Italien und Schweden nicht nur mehr Frauen ins Parlament, sondern im Durchschnitt auch besser qualifizierte Politi­ ker – Männer und Frauen.

Ganz von allein verschwindet die Unterreprä­ sentation von Frauen in wichtigen Gremien nicht. Zu gross sind die unbewussten Wahrneh­ mungsverzerrungen der Leistungen von Frauen und Männern, wie viele Studien – unter ande­ rem das Buch von Iris Bohnet „What works“ – deutlich zeigen. Frauen werden fast immer für die gleiche Leistung harscher beurteilt als Männer – interessanterweise von Männern und von Frauen. Ein weiblicher Name unter einem vom Computer erstellten Bild macht das Bild weniger wertvoll als das gleiche Bild mit einem männlichen Namen. Sogar das Lehrbuch wird von den Studierenden als schlechter beurteilt, wenn es von einer Frau vorgeschlagen wurde. Das Argument, dass starke Frauen nicht auf ver­ besserte und gerechtere Prozesse angewiesen seien, ist paternalistisch und naiv. In einigen Situationen lassen sich Auswahlverfahren leicht modifizieren. Seit Kandidaten für ein Orchester hinter einem Vorhang vorspielen, ist die Anzahl der Musikerinnen in die Höhe geschnellt – weil die Musik und nicht mehr das Geschlecht beur­ teilt wird. Das Beste an der heutigen Quotendis­ kussion ist denn auch, dass Stereotype endlich diskutiert werden. Eine Quote allein trägt zu einer gerechteren Beurteilung wenig bei. 12

Foto: © Hannes Thalmann

Prof. Dr. Monika Bütler ist Professorin für Volkswirtschaftslehre und arbeitet und forscht an den Instituten SEW (Swiss Institute for Empirical Economic Research) und SEPS (School of Economics and Political Science) an der Universität St. Gallen.


SAR AH LENZ SCHÜPBACH

ASPEKTE

Sarah Lenz Schüpbach

Vereinbarkeit von Beruf und Familie – auch Männersache

Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird oft als «Frauenförderungsthema» verstanden. Das ist es mitnichten. Wenn es gelingen soll, mehr Frauen zum Wiedereinstieg oder Umstieg in anspruchsvolle Positionen zu motivieren, muss die Perspektive der Männer zwingend mit­ einbezogen werden. Denn die Vereinbarkeits­ frage stellt sich auch für Männer. Was bedeu­ ten Familie und Beruf in der heutigen Zeit für den Mann? Zu diesem Thema haben Baumgarten et al. 2017 eine Analyse basierend auf Interviews mit 30­jährigen Männern aus der deutschsprachi­ gen Schweiz durchgeführt. Die Wissenschaft­ lerinnen gingen der Fragestellung nach, wie Berufs­ und Familienvorstellungen verknüpft sind und mit welchen Schwierigkeiten die be­ fragten Männer dabei konfrontiert werden. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass viele der befragten Männer den Wunsch ha­ ben, sich aktiv in der Familie zu engagieren. Junge Männer assoziieren Vaterschaft in erster Linie mit der Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen können. Die Anforderungen und „Normalitätsvorstellungen“ in der Arbeitswelt, die für Männer eine Vollzeitbeschäftigung und die damit verbundenen beruflichen Entwick­ lungs­ und Karrieremöglichkeiten vorsehen, stehen dazu im Widerspruch. Flexiblere Ar­ beitsmodelle und phasenweise Reduktion des Arbeitspensums sind als mögliche Lösungen für dieses Spannungsfeld also nicht nur eine Sa­ che für Frauen, sondern auch für junge Männer. In eine ähnliche Richtung argumentiert auch der Publizist Markus Tschannen, der Anfang Mai 2018 in einem viel beachteten und disku­ tierten Blogbeitrag das von ihm und seiner Partnerin gewählte Familienmodell 50/50 als Modell der Zukunft anpries. Das Paar teilt sich

die Erwerbs­, Haushalts­ und Betreuungsarbeit zu gleichen Teilen und ist überzeugt, dass die Aufteilung neben ein paar handfesten Nach­ teilen nur Vorteile hat. Anzumerken bleibt, dass die partnerschaftli­ che Rollenteilung derzeit vor allem ein Modell für privilegierte Schichten ist, da eine gewisse Höhe des Einkommens Voraussetzung ist. Es sind darum in der Schweiz erst etwa sieben Pro­ zent der Familien, welche dieses Modell aktiv leben. Zum Vergleich: In etwa 13 Prozent der Familien arbeiten beide Elternteile in Vollzeit. Der Fachkräftemangel könnte aber auch hier die Veränderung beschleunigen: Unternehmen werden nicht auf gute Bewerberinnen und Be­ werber verzichten wollen, nur weil diese den Wunsch haben, vorübergehend in reduzierten Pensen zu arbeiten. Sie werden daher vermehrt flexible Stellen anbieten (müssen). Dies wird dann mittelfristig auch dazu führen, dass sich Karriere und Teilzeit nicht mehr ausschliessen werden. Die Lebensverhältnisse vieler Familien haben sich in den letzten Jahren verändert, neue Le­ bensformen sind Realität geworden, und trotz­ dem wirken alte Rollenbilder und unbewusste Stereotype nach und sind von wesentlicher Be­ deutung, wenn es um Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Erwerbsarbeit, berufliche Weiterentwicklung und Familie unter einen Hut zu bringen ist heute für alle eine grosse Herausforderung, die Flexibilität, Kreativität, Mut und einen langen Atem benötigt. 14

Foto: © Anna-Tina Eberhard

Sarah Lenz Schüpbach hat einen Master der Universität Zürich und einen Master der ETH Zürich, hat das «Women Back to Business»Programm 2017 absolviert und ist in der Kommunikationsbranche tätig.


«WOMEN BACK TO BUSINESS»

«WOMEN BACK TO BUSINESS»

Mutmacherinnen II

«Women Back to Business» wirkt – seit zehn Jahren! Die Evaluation der «Women Back to Business»-Weiterbildung im Sommer 2017 hat gezeigt, dass WBB eine Wirkung bei den Teilnehmerinnen hinterlässt.

Sehr gering

Eher gering

2%

Entscheidungen zu treffen, die Weichen neu zu stellen und unbekannte Wege zu beschreiten erfordert Mut. Wie sich die Lebenswege und der Berufsalltag der Weiterbildungsteilnehmerinnen in den letzten Jahren entwickelt haben, lesen Sie in der Folge – zwölf individuelle und einzigartige Geschichten.

4%

„Meine Söhne und mein Mann sind stolz auf mich und beobachten meinen beruflichen Weg sehr genau!“ Claudia Gehring, S. 30

Weder noch

„Das «Women Back to Business»Programm bedeutete in meinem Leben eine Kehrtwende.“

18 % 39 %

Sehr gross

Catherine Ochsenbein, S.18

„Die meisten Frauen, die am WBB teilnehmen, sind hervorragend ausgebildet und haben beeindruckende CVs.“

37 %

Sonja Berger, S. 20

Eher gross

Persönliche Beurteilung des Beitrags, den das WBB-Programm beim Wiedereinstieg geleistet hat

Ein reicher Erfahrungsschatz, ein grosses ungenutztes Potenzial: • 50 % der Teilnehmerinnen bringen eine Berufserfahrung von 6 bis 11 Jahren vor dem Erwerbsunterbruch mit und fast 20 % einen Erfahrungsschatz von mehr als 11 Jahren. WBB als Karrierebooster: Nach Programmende … • sind doppelt so viele Umsteigerinnen in einer Führungsfunktion wie vor dem Programm. • haben 70 % der Teilnehmerinnen unbe­ fristete Verträge (davor 40 %). • bauen 10 % der Absolventinnen ihre eigene Firma auf.

Ziel erreicht – Einstieg und Umstieg geschafft: • Drei Viertel der Absolventinnen schaffen den Wiedereinstieg oder Umstieg. • 60 % von ihnen schaffen ihn bereits un­ mittelbar nach Programmende (1–6 Monate danach). • Drei Viertel der Absolventinnen geben an, dass der Beitrag des WBB­Programms beim Wiedereinstieg oder Umstieg „sehr gross“ oder „eher gross“ war. Endlich eine Stelle, die der Qualifikation entspricht: • 80 % der Wiedereinsteigerinnen und 96 % der Umsteigerinnen haben nach dem Programm eine Stelle, die ihren Qualifikationen entspricht. • 80 % geben als Motive für den berufli­ chen Wiedereinstieg/Umstieg an: neue berufliche Herausforderung/Karriere/ Selbstverwirklichung. 16

„Die Weiterbildung hat mir sehr geholfen, herauszufinden, was ich beruflich wirklich wollte.“

„Das HSG-Zertifikat hängt gerahmt am Eingang meines Büros. Es erinnert mich immer wieder an die wunderbare Zeit der Weiterbildung, welche die Grundlage des Erfolgs der Stiftung bildet!» Anita Winter, S. 32

„Ich durchlief jede Phase des berühmten Fünf-Phasen-Modells des Change am eigenen Leib!“ Ling Loh-Müller, S. 34

„Loslassen und delegieren gehört bei einem Wiedereinstieg einfach dazu!“

„Ich versuche meinen Kindern mitzugeben, dass sie das machen sollen, was sie glücklich macht, wo sie ihre Stärken haben, und dies dann wirklich mit ganzem Herzen.“

„Qualität und die kreative Energie bei der Arbeit entstehen durch eine Zusammenarbeit in einem Team.“

„Working women have an important role model function – for our daughters but also for our sons!“

„Absagen während des Bewerbungsprozesses haben mich bestärkt, ich wurde immer sicherer, was ich wirklich wollte.“

„I have learned that it is very important to prepare meticulously for job interviews and to react immediately to job advertisements.“

Anne-Françoise Baer Bösch, S. 22

Britta Galonska-Rudolph, S. 24

Oxana Ochsner, S. 26

Sushma Banz, S. 28 17

Katja Rehlen, S. 36

Déborah Devos, S. 38

Djamila Fernana-Ritchie, S. 40


CATHERINE OCHSENBEIN – WBB 1

MUTMACHERINNEN II

Catherine Ochsenbein

Traumjob zum Schluss Catherine Ochsenbein hat die allererste Durchführung des WBBProgramms 2008 besucht, damals als älteste Teilnehmerin des Kurses, und hat dies bisher ganz und gar nicht bereut. Im Gegenteil: Zum Schluss des Erwerbslebens hat sie ihren Traumjob gefunden und würde gern noch viele Jahre weiter erwerbstätig sein!

Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Ich arbeite heute als Leiterin Parlamentsbesu­ che und bin unterdessen seit fast zehn Jahren beim Bund im Bundeshaus angestellt. In knapp einem Jahr werde ich pensioniert, habe aber noch viele Projekte, die ich bis dahin realisieren möchte, und bin noch voller Elan und Motiva­ tion. Ich hoffe, dass ich auch nach meiner Pen­ sionierung noch weiter erwerbstätig sein kann, wer weiss, was sich ergeben wird? Privat bin ich Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Sie haben den allerersten WBB-Lehrgang absolviert. Was hat Ihnen die Weiterbildung rückblickend gebracht? Das «Women Back to Business»­Programm be­ deutete in meinem Leben eine Kehrtwende. Ich habe sehr viel neues Wissen gewonnen, und mein Selbstvertrauen wurde gestärkt. Während meines Praktikums, das ich im Rah­ men der Ausbildung absolvieren musste, habe ich bei der Swiss Re innerhalb von drei Monaten ein spannendes Projekt zum Thema Umwelt­ bewusstsein umgesetzt. Da stellte ich fest, dass ich das nötige Fachwissen und auch die Werk­ zeuge hatte, um mich in der Unternehmenswelt zu behaupten und durchzusetzen. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Anstellung gekommen? Nach dem Praktikum war es für mich eine grosse Herausforderung eine passende Stelle zu finden, denn ich war ja schon deutlich über 50 Jahre alt. Ich habe Biologie studiert und habe 19

neben der Arbeit zu Hause mit zwei Kindern immer wieder Stellvertretungen an verschiede­ nen Mittelschulen und Sekundarschulen über­ nommen und auch als Übersetzerin gearbeitet. Ich fühlte mich aber weder im einen noch im anderen Fachgebiet richtig wohl und stellte beim Bewerben fest, dass mein Alter ein echtes Hindernis war. Zu meinem Job kam ich dann eigentlich aus Zu­ fall. Eine Kollegin erzählte mir von ihrem Job als Führerin in einem Museum. Kurz darauf sah ich, dass der Bund eine Parlamentsführerin suchte. Obwohl die Ausschreibung auf den ers­ ten Blick nicht das war, was ich mir vorgestellt hatte, bewarb ich mich und bekam prompt eine Zusage. Rückblickend war dies eine sehr klu­ ge Entscheidung, denn als Parlamentsführerin spielte mein Alter nicht die entscheidende Rolle.

Wie hat sich die Sache dann weiterentwickelt? Ich habe als Parlamentsführerin mit einem 50­Prozent­Pensum begonnen, rasch kamen dann weitere Aufgaben und mehr Verantwor­ tung hinzu. Zwischenzeitlich hatte ich ein 70­Prozent­Pensum und erledigte, neben meh­ reren Führungen am Tag, noch Organisatori­ sches, Administratives und auch Projektarbeit. Heute leite ich das Team mit über zehn Mitar­ beitenden, bin in einem 100­Prozent­Pensum angestellt und habe das tolle Gefühl, meinen Traumjob gefunden zu haben. Ich kann mei­ ne Sprachkenntnisse nutzen, arbeite mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen, bin geistig gefordert und kann mein Organisa­ tionstalent und meine Kreativität jeden Tag aufs Neue unter Beweis stellen. Die Anforderungen an mein Team und mich sind komplex und an­ spruchsvoll, was ich sehr geniesse – für mich ist diese Stelle ein wahres Privileg und ein toller Abschluss meines Erwerbslebens.


SONJA BERGER – WBB 2

MUTMACHERINNEN II

Sonja Berger

Dissertation zum runden Geburtstag Sonja Berger absolvierte nach einer Familienphase den WBB-Lehrgang 2009/2010 und gründete nach einem Praktikum bei Schindler Management AG ihre eigene Firma, die Blueinthemiddle GmbH. Sie ist spezialisiert auf Onlinemarketing sowie Digital Recruiting. Bis zu ihrem runden Geburtstag möchte sie einen lang gehegten Wunsch – ihre Dissertation – realisiert haben. Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Mit meiner eigenen Firma führe ich meine Kun­ den an den effizienten und sinnvollen Einsatz von digitalen Medien im Beruf und Alltag he­ ran. Dabei stosse ich auf grosses Interesse, wenn ich ihnen die Möglichkeiten von Social Media fürs HR und Marketing aufzeige. Anfang die­ ses Jahres habe ich mich zudem entschieden, ein Doktorat zum Thema Social Recruiting zu machen. Privat bin ich verheiratet und Mutter von zwei Söhnen im Alter von 17 und 14 Jahren. Wie kam es dazu, dass Sie eine eigene Firma gegründet haben und heute selbstständig arbeiten? Das hängt sehr stark mit meiner Weiterbildung «Women Back to Business» zusammen. Als ich 2007 nach acht Jahren Beraterinnentätigkeit im Bereich SAP Datawarehousing kündigte und mich mit zwei kleinen Kindern zu einer Familienphase entschloss, arbeitete ich neben­ bei regelmässig in der Firma meines Mannes. Wirklich glücklich machte mich dies jedoch nicht. Nach einer Pilgerreise auf dem spani­ schen Jakobsweg im Sommer 2008 entschloss ich mich, mein berufliches Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ich schrieb mich für die WBB­Weiterbildung an der Uni St. Gallen ein und konnte im Zuge der Ausbildung ein Praktikum bei Schindler Management AG absolvieren. Dort bekam ich die Möglichkeit, eine Studie zum Thema Social Media & Employer Branding zu verfassen. Die­ ses Thema fesselte mich sehr, und ich entschloss mich, meine eigene Firma zu gründen. 21

Gab es spezielle Programmteile der WBBWeiterbildung, die hilfreich waren? Das Netzwerk, das sich mir durch die Ausbil­ dung erschlossen hat, war und ist auch heute noch sehr wertvoll. Dass wir die einzelnen Vor­ lesungsmodule bei Unternehmungen vor Ort hatten und so auch in Kontakt mit den Mitar­ beitenden der jeweiligen Firmen kamen, fand ich sehr hilfreich. Rückblickend muss ich aber sagen, dass sich die am Programm beteiligten Firmen viel zu wenig bewusst sind, welche Talente bei ihnen zu Gast sind. Die meisten Frauen, die am WBB teilnehmen, sind hervorragend ausgebildet und haben beeindruckende CVs. Den Firmen wird sehr viel Know­how und Wissen quasi auf dem Silbertablett serviert. Gab es jemanden, der Sie in den letzten Jahren besonders unterstützt hat? Eine besondere Unterstützung war für mich die Leiterin der Kinderkrippe meiner Kinder. Sie war in unzähligen Situationen einfach Gold wert, auf sie und auf einige Nachbarinnen konnte ich mich jederzeit zu 100 Prozent verlas­ sen. Heute arbeite ich mit einem Netzwerk von Geschäftspartnerinnen zusammen, wir unter­ stützen uns in beruflichen Dingen sehr. Welches ist Ihr beruflicher Wunsch für die Zukunft? Nachdem ich in jungen Jahren zuerst in Passau und nachher an der Uni St. Gallen der Liebe wegen den Doktorandenlehrgang abgebrochen habe, fühlt sich dies heute wie ein fehlendes Puzzleteil an. Deswegen habe ich mir zum Ziel gesetzt, meine Dissertation bis zu meinem 50. Geburtstag beendet zu haben, sozusagen als persönliches Geschenk an mich selbst. Dane­ ben wünsche ich mir, dass es mir gelingt, mei­ ne Firma weiter auszubauen, zu wachsen und spannende Projekte realisieren zu können.


ANNE-FR ANÇOISE BAER BÖSCH – WBB 3

MUTMACHERINNEN II

Anne-Françoise Baer Bösch

Fixe berufliche Vorstellungen begraben Anne-Françoise Baer Bösch hatte die WBB-Weiterbildung lange im Hinterkopf und hat sich dann 2010 angemeldet. Sie hat die Weiterbildung als Türöffner empfunden und würde denselben Weg jederzeit wieder gehen.

Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Seit fünf Jahren arbeite ich beim Eidgenös­ sischen Personalamt als Leiterin Diversity & Inclusion. Hier setze ich die Vorgaben des Bun­ desrates zur Vielfalt in der Bundesverwaltung um. Wichtige strategische Themen sind zudem Lohngleichheit und Generationen. Ich bin ver­ heiratet und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Ich arbeite 90 Prozent, mein Mann 80 Prozent, und wir teilen uns die Hausarbeit und alles, was sonst noch so anfällt. Meine Kinder sind nun zwar erwachsen, aber meine Eltern sind unterdessen in einem Alter, in wel­ chem sie manchmal Pflege und Unterstützung benötigen, sodass ich froh bin, sehr flexibel und auch mal von zu Hause aus arbeiten zu können. Wie haben Sie Ihre jetzige Stelle gefunden? Nachdem ich die WBB­Weiterbildung gemacht hatte, suchte ich mir eine Praktikumsstelle. Bei der SBB in Bern in der Division Personenver­ kehr wurde ich fündig, aber kurz nachdem ich die Stelle angetreten habe, wurde ich an­ gefragt, ob ich eine Mutterschaftsvertretung im Bereich Gender Management bei der SBB übernehmen würde. Natürlich habe ich zuge­ sagt. Es wurde dann ein etwas längeres Prak­ tikum über neun Monate, während dem ich sehr viel gelernt habe. Rückblickend war das Praktikum eine wunderbare Vorbereitung auf meine jetzige Stelle beim Personalamt. Wie entstand Ihr Wunsch nach einer neuen beruflichen Herausforderung? Ich war neben den Kindern immer in kleinen Pensen als Lehrperson tätig, vor allem auch, 23

weil sich dies mit der Familie gut vereinbaren liess. Als die Kinder jedoch grösser wurden, spürte ich, dass ich wieder mehr in Teams und mit anderen Leuten zusammenarbeiten und nochmals etwas Neues in Angriff nehmen wollte. Was dies jedoch genau sein sollte, war völlig offen.

Sie haben die Ausschreibung für das WBBWeiterbildungsprogramm lange beobachtet und sich erst bei der dritten Durchführung angemeldet. Was hat Ihnen das Programm rückblickend gebracht? Die Weiterbildung hat mir sehr geholfen, he­ rauszufinden, was ich beruflich wirklich woll­ te. Dafür waren die Coaching­Sessions sehr hilfreich. Zudem fand ich die Vorlesungen äusserst spannend und genoss die damit ver­ bundene Wissenserweiterung sehr. Der Stoff war mir auch nicht ganz fremd, ich konnte ihn sehr schnell mit meinen bisherigen Kennt­ nissen und Lebenserfahrungen verknüpfen. Zudem machte mir die Weiterbildung Mut und stärkte mein Selbstvertrauen. Ich lernte, fixe berufliche Vorstellungen zu begraben und offen zu sein für Neues. Was würden Sie einer jungen Frau zusammenfassend raten, die Sie nach Tipps zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf fragt? Ich würde ihr raten, sich nach einem flexiblen Arbeitgeber umzuschauen und den richtigen Partner zu heiraten! Die Zeit der Doppelbelas­ tung mit Kindern und Beruf ist rückblickend betrachtet kurz. Wem es während dieser Zeit gelingt, die Erwerbs­ und Familienarbeit part­ nerschaftlich zu teilen, hat gute Voraussetzun­ gen, seine beruflichen Ambitionen und priva­ ten Wünsche unter einen Hut zu bringen.


BRITTA GALONSK A-RUDOLPH – WBB 4

MUTMACHERINNEN II

Britta Galonska-Rudolph

Pendeln als Chance Britta Galonska-Rudolph ist in Frankfurt aufgewachsen, hat Biologie studiert und in der klinischen Forschung gearbeitet, bevor sie in St. Gallen eine Familie gründete. Nach 20 Jahren ist ihr der Wiedereinstieg bei ihrem früheren Arbeitgeber gelungen, im Frühling 2018 hat sie sogar nochmals den Arbeitgeber für eine höhere Position gewechselt, und dies nicht zuletzt dank der WBB-Weiterbildung. Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Die letzten drei Jahre habe ich bei einem Un­ ternehmen gearbeitet, das klinische Studien im Auftrag für Pharmafirmen durchführt. Vor mehr als 20 Jahren arbeitete ich schon einmal für das gleiche Unternehmen. Anfang April konnte ich zu einem anderen Auftragsfor­ schungsinstitut im Raum Frankfurt wechseln, dessen Schwerpunkt auf der Durchführung von klinischen Studien für Medikamente gegen seltene Erkrankungen liegt, die noch nicht auf dem Markt zugelassen sind. Für meine Arbeit pendle ich nach Frankfurt, lebe mit meinem Mann und meinen drei erwachsenen Söhnen jedoch in St. Gallen. Wie entstand Ihr Wunsch nach einem beruflichen Wiedereinstieg? Als die Kinder grösser wurden, mein jüngster Sohn war damals ungefähr elf Jahre alt, wurde es mir zu Hause zu langweilig, ich brauchte intellektuell dringend eine neue Herausfor­ derung. Sie haben daraufhin das WBB-Weiterbildungsprogramm der Universität St. Gallen absolviert. Welche Programmteile haben Ihnen dabei am besten gefallen? Die Vorlesungen zu Projektmanagement und Personalmanagement haben mich am meis­ ten fasziniert, und das Gruppencoaching bzw. die Workshops zum Thema Bewerbungen und Vorstellungsgespräche haben mir persönlich am meisten gebracht. Das Gruppencoaching hat mir sehr gut gefallen, weil man Coaching in dieser Form sonst nie so geboten bekommt. 25

Gab es auf Ihrem Weg zurück in den Berufsalltag eine besonders schwierige Situation? Nach meinem Praktikum, das zur Weiterbil­ dung gehört, hatte sich nichts Weiterführendes ergeben, und ich hatte mich bei verschiedenen passenden Unternehmen – im Raum St. Gallen und auch im Ausland – beworben. Als ich dann das konkrete Angebot meiner ehema­ ligen Firma in Frankfurt auf dem Tisch hatte, war es schwierig für mich, die endgültige Ent­ scheidung zu treffen, denn sie bedeutete, für die Arbeit zwischen St. Gallen und Frankfurt zu pendeln. Ich bin zwar in Frankfurt aufge­ wachsen, mein Zuhause ist aber ganz klar in St. Gallen. Mein Wunsch, wieder erwerbstä­ tig zu sein, war aber so stark, dass ich mich schlussendlich dafür entschied und heute darü­ ber sehr glücklich bin. Gibt es einen beruflichen Wunsch für die Zukunft? Mein jüngster Sohn wird dieses Jahr volljäh­ rig und geht seinen eigenen Weg. Ich bin voller Energie und sehr motiviert für meine berufli­ che Zukunft, denn ich habe sowohl in Deutsch­ land wie auch in der Schweiz noch viele Jahre Erwerbsarbeit vor mir und bin gespannt, wo die Reise noch hingehen wird. Angenommen, eine junge Frau fragt Sie um Rat zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Welchen Tipp würden Sie ihr mit auf den Weg geben? Meine Empfehlung ist, keine zu lange beruf­ liche Pause einzulegen. Ich weiss jedoch, dass Teilzeitstellen schwierig zu finden sind, und ich weiss auch aus eigener Erfahrung, dass das Rol­ lenverständnis in der Schweiz noch um einiges konservativer ist als in Deutschland.


OX ANA OCHSNER – WBB 5

MUTMACHERINNEN II

Oxana Ochsner Oxana Ochsner hat Romanistik und Banking & Finance in Moskau studiert, lebt seit mehr als 20 Jahren in der Schweiz und weiss seit der WBB-Weiterbildung, dass es sich lohnt, sich immer wieder weiterzubilden.

Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Ich arbeite 100 Prozent bei der UBS im Bereich Information Technology als IT­Business­Ana­ lystin, bin verheiratet und Mutter von drei fast erwachsenen Kindern. Wie sind Sie auf das WBB-Weiterbildungsprogramm aufmerksam geworden? Ich habe, als wir Kinder bekamen, immer Teil­ zeit gearbeitet. Als 2007 die Finanzkrise begann, kam vieles zusammen. Mein Kindermädchen brauchte eine Auszeit, meine Jobsituation war unsicher, und ich hatte drei Kinder zu Hause. So beschloss ich eine Erwerbspause einzulegen und plante, während dieser Zeit einen Master in Business Administration (MBA) zu absolvieren. Ich merkte aber schnell, dass ein ganzes Studi­ um neben der Familie zu viel gewesen wäre, und bin dann auf das WBB­Programm gestos­ sen, das mich sofort angesprochen hat. Im An­ schluss an das WBB­Programm habe ich noch weiterstudiert und ein Managementdiplom der HSG gemacht. Was hat Ihnen die WBB-Weiterbildung rückblickend gebracht? Die Weiterbildung hat dazu geführt, dass ich heute da stehe, wo ich bin. Sie hat dazu beigetra­ gen, dass ich nicht nur einen tollen beruflichen Wiedereinstieg, sondern den Umstieg in einen ganz neuen Job geschafft habe. Früher war ich im operativen Bereich der Bank tätig. Heute arbeite ich in der IT und setze spannende Pro­ jekte um, zwar in derselben Branche, inhaltlich ist es aber eine ganz andere Arbeit. Es lohnt sich wirklich, sich immer wieder weiterzubilden, offen für Neues zu sein und breite Interessen zu haben. 27

In die eigene Weiterbildung investieren

Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Arbeitsstelle gekommen? Ich absolvierte ein Praktikum bei der Raiffeisen­ bank in Zürich. Dies ermöglichte mir einen sehr spannenden Einblick in diese genossenschaft­ lich organisierte Bank. Nach dem Praktikum hatte ich dann eine Festanstellung bei der Raiff­ eisenbank, und ich durchlief ein internes Men­ toring­Programm, das mir zeigte, wie wichtig es ist, ein berufliches Netzwerk aufzubauen. Während dieser Zeit wurde mir auch immer klarer, wohin ich mich beruflich entwickeln wollte und in welchen Bereichen ich wirklich stark bin. Nachdem es bei der Raiffeisenbank nach drei Jahren klar wurde, dass es mit einer beruflichen Weiterentwicklung schwierig wer­ den würde, habe ich mich umgeschaut und bei der UBS den Einstieg in ein wirklich sehr spannendes und motivierendes Arbeitsgebiet gefunden. Gab es eine besonders schwierige Situation auf Ihrem Weg zum beruflichen Umstieg? Für mich persönlich war die grösste Heraus­ forderung, die Zuversicht und die Motivation über die Zeit nicht zu verlieren. Ich habe zwei abgeschlossene Studien, spreche fliessend vier Sprachen und bin seit über 20 Jahren in der Schweiz, und dennoch stiess ich nach der Fami­ lienphase während der Suche nach einer pas­ senden Arbeitsstelle immer wieder an Grenzen. Welches sind Ihre beruflichen Wünsche für die Zukunft? Ich bin beruflich tatsächlich noch immer nicht ganz da, wo ich schlussendlich hinmöchte. Das absolute Maximum für mich wären grosse, inter nationale Projekte und eine Zusammen­ arbeit mit vielen engagierten Leuten rund um den Globus.


MUTMACHERINNEN II

SUSHMA BANZ – WBB 6

Sushma Banz

Unperfektes und erfülltes Leben Sushma Banz, über viele Jahre in der zeitgenössischen Kunstszene engagiert, leitet heute den Bereich Bildung und Kultur bei Pro Senectute Zug und führt zusammen mit ihrer Familie ein ausgefülltes und glückliches Leben. Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Seit etwas mehr als einem Jahr arbeite ich für die Pro Senectute Zug, bin dort Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin des Bereichs Bil­ dung und Kultur. Ich bin verheiratet, Mutter von zwei Kindern im Alter von elf und 13 Jahren und bin eine leidenschaftliche Geschäftsfrau. Sie haben Visuelle Kommunikation und Kulturmanagement studiert. Wie sind Sie mit diesem Hintergrund zu Pro Senectute Zug gekommen? Nach dem Studium der Visuellen Kommunika­ tion habe ich für Pipilotti Rist gearbeitet. Das war über Jahre spannend, und ich habe viel dabei gelernt. Anschliessend habe ich mich selbstständig gemacht und mit meiner Firma Art Consulting fast zehn Jahre lang Sammlun­ gen sowie Künstlerinnen und Künstler betreut. In dieser Zeit merkte ich jedoch je länger je mehr, dass mir bei meiner Tätigkeit das Füh­ ren und die Arbeit im Team fehlte. Ich bildete mich weiter, machte den Master in Kultur­ management in Luzern und absolvierte auch die WBB­Weiterbildung. Im Rahmen des WBB­Programms machte ich ein Praktikum beim Museum Rietberg, was mich in meiner Entscheidung, mich mehr Rich­ tung Führung und Geschäftsleitung zu entwi­ ckeln, bestätigte. Die Suche nach der passenden Stelle hat dann aber lange gedauert und war herausfordernd. Meine Arbeit jetzt bei Pro Senectute Zug passt wunderbar zu mir, weil sie inhaltlich interes­ sant ist und ich als Teil der Geschäftsleitung mitgestalten kann. Zudem fliessen meine Aus­ bildungen und meine Erfahrungen in der zeit­ genössischen Kunst in alles ein, was ich tue – sowohl beruflich wie auch privat. 29

Was hat Ihnen rückblickend die WBB-Weiterbildung gebracht? Am besten gefallen hat mir, dass ich das meiste, was ich in den einzelnen Modulen gelernt habe, später in der Praxis anwenden konnte. Ich habe in diesen zwei Jahren wirklich sehr viel gelernt, und mein Denken hat sich verändert, sodass ich mir plötzlich vorstellen konnte, eine Stelle ausserhalb der Kunstszene anzunehmen. Gab es eine besonders schwierige Situation auf Ihrem Weg zum beruflichen Umstieg? Die Bewerbungsphase nach dem Praktikum war zäh. Ich wusste ziemlich genau, was ich wollte, und nirgends hat es für mich gepasst. Die Herausforderung dabei war, das Vertrauen und den Mut nicht zu verlieren. Ich habe in die­ ser Zeit aber auch sehr viel gelernt und mir auch immer wieder extern Unterstützung und Bera­ tung geholt, in Coachings und bei Freundinnen. Wie hat sich die Rollenverteilung innerhalb Ihrer Familie seit Ihrem Umstieg verändert? Seit mein Mann und ich beide 80 Prozent arbei­ ten, sind wir noch besser organisiert als vorher und sehr zufrieden damit. Wir haben uns das Leben so eingerichtet, dass wir all unsere Be­ dürfnisse unterbringen und die Tage in Ruhe angehen können. Ein Teil davon ist zum Bei­ spiel, dass ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahre und im Zug meditiere, statt zu arbeiten. Als berufstätige Mutter kann nicht immer alles perfekt laufen, ich versuche einfach, gelassen zu bleiben, um die schönen Momente zu genie­ ssen! Zudem freue ich mich, dass wir als Fami­ lie gemeinsam unterwegs sind, schaue freudig in die Zukunft und bin gespannt, was sie uns noch bringen wird.


MUTMACHERINNEN II

CLAUDIA GEHRING – WBB 7

Claudia Gehring

Alles zu seiner Zeit Claudia Gehring war mit ihrer Familie zehn Jahre im Ausland, hat nach dem Studium zwei Kinder grossgezogen und vor drei Jahren, nach der WBB-Weiterbildung, ihre berufliche Karriere nochmals ganz neu lanciert.

Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Ich arbeite bei Zurich Insurance als Business Consultant im HR­Bereich mit einem 80­Pro­ zent­Pensum, bin verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern im Alter von 20 und 22 Jahren. Wie entstand Ihr Wunsch nach einem beruflichen Wiedereinstieg? Ich war mit meiner Familie zehn Jahre in Ame­ rika. Der Plan war, vorerst nur für ein bis zwei Jahre im Ausland zu leben, schlussendlich wur­ den zehn daraus. Unsere Kinder waren damals klein, und ich konnte mir nicht vorstellen, sie fremdbetreuen zu lassen. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, zu Hause zu blei­ ben, und habe mich neben der Familie ehren­ amtlich engagiert. Als wir dann in die Schweiz zurückgekehrt sind, war es zuerst wichtig, dass die Karriere meines Mannes weiterging und dass die Kinder ihren Weg fanden und sich integrieren konnten. Als dies dann alles auf gutem Wege war, spürte ich den Wunsch, beruflich wieder aktiv zu wer­ den und einen Neustart zu wagen. Mir fehlte aber das Netzwerk, und ich wusste nicht, wie mein neuer Job aussehen könnte. Wie gingen Sie in dieser Situation vor? Das Berufsberatungszentrum empfahl mir ein Nachdiplomstudium, mir war aber unklar, in welchem Themenbereich dies sein sollte. Zu diesem Zeitpunkt stiess ich in der Zeitung auf die «Women Back to Business»­Ausschreibung und besuchte auch eine der Informationsveran­ staltungen dazu, anschliessend war der Fall für mich klar. 31

Welche der Programmteile der WBB-Weiterbildung waren für Sie am hilfreichsten? Für mich ist das WBB­Programm ein rundes Angebot: die Vorlesungsmodule, das Coaching, die Abschlussarbeit und das Praktikum sind als Paket zu verstehen, als Ganzes stimmig und sehr inspirierend. Wie hat es dann schlussendlich doch geklappt? Ich war wohl zur richtigen Zeit am richtigen Ort und genügend geduldig. Die Zurich Insurance suchte jemanden mit meinen Erfahrungen und mit sehr guten Englischkenntnissen, die ich nach Jahren im Ausland vorweisen konnte. Ich begann im August 2015 mit einem Praktikum, bekam im Anschluss einen weiteren temporä­ ren Vertrag und erhielt anschliessend trotz schwieriger Zeiten in der Versicherungsbranche eine Festanstellung. Die letzten drei Jahre waren für mich beruflich sehr interessant und auch lehrreich. Sie haben nach vielen Jahren als Familienmanagerin wieder zu arbeiten begonnen, da mussten zu Hause einige Abläufe neu definiert werden. Wie hat dies funktioniert? Mein Mann hat mich immer unterstützt, aber wir mussten die Aufgaben zu Hause wirklich ganz neu verteilen. Dazu musste ich lernen, meine Ansprüche im Haushalt runterzuschrau­ ben, meine Zeit genau einzuteilen und Priori­ täten zu setzen. Es gab einige Diskussionen, um festzulegen, wer was macht und was uns wichtig ist. Haben Sie zum Schluss einen Rat für junge Frauen, die noch am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen? Ich würde ihnen raten, den Mut aufzubringen, den eigenen Weg zu gehen. Heute bin ich über­ zeugt, dass es keine allgemeingültigen Lösun­ gen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt. Jeder muss die Lösung finden, die für die eigene Familie stimmt. Ich bereue meine lange berufliche Pause nicht, denn ich denke, dass es das Beste für unsere Familie war. Heute können wir andere Schwerpunkte setzen.


MUTMACHERINNEN II

ANITA WINTER – WBB 8

Anita Winter Anita Winter, Tochter zweier holocaustverfolgter Eltern, absolvierte das WBB-Programm in den Jahren 2014 und 2015. Die Weiterbildung war für sie pure Inspiration und eine unvergleichliche Hilfe bei der Umsetzung einer Herzensangelegenheit.

Nichts anderes als Inspiration

Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Ich präsidiere die Gamaraal Foundation, die ich im Jahr 2014 gegründet habe. Die Stiftung unterstützt bedürftige Überlebende der Schoah und engagiert sich im Bereich der Holocaust­ Education. Daneben habe ich als Vertreterin der grössten jüdischen internationalen Menschen­ rechtsorganisation eine Akkreditierung am UNO­Menschenrechtsrat in Genf und spreche dort regelmässig. Ich bin verheiratet und Mutter von vier erwachsenen Kindern. Wie entstand die Idee, die Stiftung Gamaraal zu gründen? Sie waren zuvor eine erfolgreiche Unternehmerin in der Modebranche? Da muss ich ein bisschen ausholen. Ich habe in Zürich BWL zu studieren begonnen und bald danach meine eigene Firma ge­ gründet. Unter dem Label Anita S. habe ich eigene Kleiderkollektionen designt und eu­ ropaweit für Er wachse ne verkauft. Zudem hatte ich verschiedene Vertretungen, unter anderem Walt Disney Baby wear, und war damit, bitte verzeihen Sie mir, wenn es un­ bescheiden tönt, sehr erfolgreich. Nachdem unser viertes Kind auf die Welt gekommen ist, habe ich realisiert, dass ich entweder eine schlechte Mutter oder eine schlechte Unter nehmerin bin oder meine Kinder fremd­ betreuen lassen musste, was ich auf keinen Fall wollte. Also entschied ich mich, mein florierendes Geschäft zu reduzieren, um für eine Weile mehr Zeit für die Kinder zu ha­ ben. Aber immer mit der festen Überzeugung, nach ein paar Jahren weiterzumachen und mein Geschäft im Modebusiness weiter aus­ zubauen. Rückblickend war dies eine grosse Fehleinschätzung. Als es dann so weit war und meine jüngste Tochter ungefähr zehn Jahre alt war, musste ich feststellen, dass sich die Modewelt stark ver­ ändert hatte und es praktisch unmöglich war, da fortzufahren, wo ich zehn Jahre zuvor auf­ gehört hatte. 33

Daraus entstand dann Ihr Wunsch nach einer neuen beruflichen Herausforderung, richtig? Nicht unbedingt. Es war schon immer mein Wunsch, nochmals zu studieren, am aller­ liebsten in Harvard. Da mir aber die Nähe zu meiner Familie sehr wichtig ist, habe ich mich in der Schweiz umgeschaut und bin auf das WBB­Weiterbildungsprogramm gestossen, das mich von der ersten Sekunde an fasziniert und begeistert hat. Gab es eine besonders schwierige Situation auf Ihrem Weg zum beruflichen Umstieg? Mit dem Erfolg der Stiftung, insbesondere mit der Realisierung der Ausstellung „The Last Swiss Holocaust Survivors“, wurde die Verant­ wortung, die ich zu tragen hatte, sehr schnell sehr gross. Ich musste Wege finden, damit um­ zugehen, um mich von dieser Verantwortung nicht lähmen zu lassen. Wenn Sie den Prozess Ihres beruflichen Umstiegs rückblickend betrachten: Was war das Wichtigste? Das Allerwichtigste war sicherlich die WBB­ Weiterbildung, die mir den Mut und das Selbst­ vertrauen gegeben hat, manchmal auch unkon­ ventionelle Entscheidungen zu treffen. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen und zu verstehen, wie zentral Resilienz im beruflichen und fami­ liären Leben ist. Der zweite wesentliche Punkt ist: Die Gamaraal Foundation ist für mich ein Herzensprojekt, aber mir war es über all diese Jahre auch wichtig, meinen Kindern zu zeigen, dass Bildung und Engagement zentral im Leben sind. Bildung ist für mich nicht nur Wissensver­ mittlung, sondern auch Herzensbildung. Mein Grossvater, ein Holocaustüberlebender, erzählte mir wenig über seine traumatischen Erlebnisse in der Schoah, weil er mich schützen wollte. Ein Satz hat mich aber sehr geprägt: „Hör zu, Gold­ schatz“, sagte er mir als Kind, „die Nazis haben mir im Krieg alles genommen, meine Eltern, all meine Geschwister, mein gesamtes Vermögen, meine Würde, sogar meinen Namen. Du kannst im Leben alles verlieren, ausser deine Bildung.“


MUTMACHERINNEN II

LING LOH-MÜLLER – WBB 9

Ling Loh-Müller Ling Loh-Müller ist in Malaysia geboren, lebt erst seit Anfang 2015 in der Schweiz, hat in den letzten drei Jahren Deutsch gelernt, die WBB-Weiterbildung absolviert, eine Anstellung bei Zurich Insurance gefunden und ist vor Kurzem befördert worden.

Kulturelle Unterschiede erkennen

Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Ich habe im Februar 2017 im Investment Management der Zurich Insurance zu arbeiten begonnen. Heute bin ich dort als Senior Invest­ ment Accounting Analyst tätig, bin verheiratet und geniesse das Leben in der Schweiz sehr. Noch ist vieles neu für mich, und ich entdecke immer noch viele spannende Dinge in diesem Land. Sie sind in Malaysia geboren, haben in Australien BWL studiert und die Prüfung zum Certified Public Accountant Australia (CPA) bestanden und hatten anschliessend einen tollen Job in Hongkong. Weshalb sind Sie in die Schweiz gekommen? Ja, das stimmt. Meine Stelle bei einem grossen Wirt schaftsprüfer in Hongkong war span­ nend, ich verliebte mich aber in einen Schwei­ zer Mann. Dieser Liebe wegen bin ich in die Schweiz gezogen, im Januar 2015 haben mein Mann und ich geheiratet. Wie sind Sie auf die WBB-Weiterbildung aufmerksam geworden? Mir war klar, wenn ich in der Schweiz arbeiten und weiterkommen wollte, musste ich Deutsch lernen und ein umfassendes Verständnis der Schweizer Wirtschaft haben. Eine Bekannte meines Mannes hat uns auf die WBB­Weiter­ bildung aufmerksam gemacht. Ich hatte mich jedoch bereits für einen Deutschkurs angemel­ det, und so hiess es im Jahr 2016 für mich „back to school“. Was hat Ihnen die WBB-Weiterbildung rückblickend gebracht? Die Weiterbildung war inhaltlich ein Update für mich, denn ich kannte schon vieles aus meiner Studienzeit in Australien. Ich erhielt jedoch einen guten Einblick in unterschiedliche 35

Schweizer Unternehmen, was sehr hilfreich war. Zudem lernte ich vieles zur Schweizer Kultur – die kulturellen Unterschiede beim Be­ werbungsprozess sind zum Beispiel enorm!

Gab es eine besonders schwierige Situation auf Ihrem Weg zur ersten Stelle in der Schweiz? Es gab nicht nur eine schwierige Situation, es gab unzählige. Ich war frisch verheiratet, lebte in einem neuen Land, in dem ich die Sprache nicht verstand, es war Winter, das Wetter grau und kalt, die Bäume hatten keine Blätter, und ich hatte Heimweh! Das war zwischendurch schon hart. Ich durchlief jede Phase des berühmten Fünf­Phasen­Modells des Change am eigenen Leib! Gibt es von Ihrer Seite einen Rat, wie man sich als Akademikerin in der Schweiz schnell wohlfühlt? Der wichtigste Punkt ist sicher, die Sprache möglichst schnell zu lernen. In Zürich kann man zwar leben und ausschliesslich Englisch sprechen, aber fürs Wohlbefinden ist es viel besser, wenn man ein gutes Deutsch beherrscht. Wichtig ist zudem, gleich zu Beginn und am besten noch vor der Stellensuche abzuklären, ob die ausländischen Abschlüsse hier anerkannt werden. Ihre Stellensuche war kurz und verlief erfolgreich. Gibt es einen beruflichen Wunsch für die Zukunft? Mit 20 hätte ich auf diese Frage geantwortet, dass ich einmal CEO oder CFO werden möchte! Für mich ist meine Mutter ein grosses berufli­ ches Vorbild. Sie bewies oft Mut: als sie kämpfen musste, damit sie studieren konnte, und später, als sie immer wieder unternehmerische Risiken einging. Meine Mutter ist die erste Akademike­ rin der Familie, und ich wollte mit 20 einfach so sein wie sie. Seither haben sich aber meine Lebensumstände geändert: Heute bin ich erst seit kurzer Zeit in der Schweiz und muss mich hier erst einmal neu beweisen. Meine Arbeit bei Zurich Insurance ist toll, ich fühle mich sehr wohl in der Unternehmung und in meinem Team. Wer weiss, wohin mich mein beruflicher Weg noch führen wird?


KATJA REHLEN – WBB 10

MUTMACHERINNEN II

Katja Rehlen

Vom Praktikum zur Festanstellung Katja Rehlen ist über eine gezielte Internetrecherche auf das WBBProgramm aufmerksam geworden, hat während der Ausbildung ein Praktikum bei Novartis im Bereich Diversity & Inclusion Schweiz gemacht und ist heute trotz Herausforderungen und langer Arbeitstage mehr als glücklich mit ihrem neuen Leben. Wo stehen Sie heute beruflich und privat? Ich arbeite seit Anfang des Jahres in einer Vollzeitanstellung bei Novartis und bin Key Account Manager im Real Estate Management. Zudem bin ich verheiratet und Mutter von einer Tochter und einem Sohn. Wie sind Sie auf die WBB-Weiterbildung aufmerksam geworden? Ich hatte früher schon Seminare an der Uni St. Gallen belegt. Als ich dann nach einer kur­ zen Familienphase eine sinnvolle Weiterbil­ dung suchte, sondierte ich als Erstes auf der HSG­Website und wurde schnell fündig. Be­ sonders angesprochen hat mich dabei der Mix von fachlichem Input und dem engen Kontakt zu einzelnen Firmen. Weshalb haben Sie sich, mit einem Abschluss in Kommunikations- und Medienwissenschaften sowie Kulturmanagement, für ein Praktikum bei Novartis entschieden? Novartis bot mir die Möglichkeit, das Unterneh­ men kennenzulernen und meine Fähigkeiten und Kenntnisse im Bereich Diversity & Inclu­ sion unter Beweis zu stellen. Diese Herausforde­ rung habe ich gern angenommen. Novartis ist zwar ein Pharmaunternehmen, bietet aber als Arbeitgeber viele spannende und interessante Optionen und dies nicht nur im Bereich Medi­ zin oder Chemie. Wie hat sich aus dem Praktikum eine Anstellung ergeben? Ich bin überzeugt, dass dieses Praktikum der perfekte Weg war, um mein Netzwerk aufzu­ bauen, neue Leute kennenzulernen und die 37

Chance auf eine Festanstellung zu bekommen. Hätten mich die Kolleginnen und Kollegen der Novartis nicht gekannt und meine Leistungen während des Praktikums nicht gesehen, hätte ich, mit meinem Werdegang und meinen Er­ fahrungen, wahrscheinlich nicht die Chance erhalten, mich vorzustellen und mit den ent­ scheidenden Leuten zu sprechen.

Wie hat sich denn die Rollenverteilung innerhalb Ihrer Familie seit Ihrem Wiedereinstieg verändert? Es braucht jetzt eben viel mehr Absprachen zwi­ schen meinem Mann und mir, und wir müssen die Prozesse, wer wann was macht und wer wofür verantwortlich ist, immer wieder neu diskutieren. Dies ist Teil der Umbruchphase, in der wir momentan stecken. Auf der anderen Seite ist diese Phase auch sehr spannend und inspirierend, und wir finden immer wieder neue Lösungen und Wege. Angenommen, Ihre Tochter fragt Sie um Rat, welchen beruflichen Weg sie wählen soll. Was würden Sie ihr raten? Zu diesem Thema einen Ratschlag zu erteilen ist sehr, sehr schwierig. Ich versuche meinen Kindern mitzugeben, dass sie das machen sol­ len, was sie glücklich macht, wo sie ihre Stär­ ken haben und dies dann wirklich mit ganzem Herzen. Haben Sie einen beruflichen Wunsch, oder sind Sie bereits am Ziel angelangt? Am Ziel bin ich natürlich noch nicht angelangt. Ich geniesse im Moment das Arbeiten in der in­ ternationalen Grossunternehmung sehr, lerne von Tag zu Tag Neues dazu und spüre, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Wo mich die Zu­ kunft hinbringen wird, weiss ich im Moment noch nicht, bin aber selbst sehr gespannt.


DÉBOR AH DEVOS – WBB 1 IN ENGLISH

MUTMACHERINNEN II

Déborah Devos

Commuting between cultures Déborah Devos was born in the USA, grew up in French-speaking Switzerland, studied economics in St. Gallen and then worked in the USA for over 15 years. Her re-entry into the working world here in Switzerland was a challenge and was successful thanks to networking.

Where do you stand today both professionally and privately? I have been working full­time since November 2016 at ABB in Zurich in the financial sector. I am married and the mother of two school­age children. How did you get your current job? While attending WBB, I focused on networking and met a recruiter at an event. What were the factors behind your decision to work for ABB? ABB is a technology and power company. These are fields that are appealing to me. I was also looking for an opportunity at an international company, and ABB is extremely international. You completed the first WBB programme in English. How did you hear about the programme? I saw an ad in the NZZ and then visited one of the information events in Zurich. Why did you choose the English version of the programme, since you studied in St. Gallen and your German language skills are excellent? I thought about this for a long time and had various discussions about it with those manag­ ing the programme. After working abroad for a long time, I returned to Switzerland and was interested in a job in a globally active compa­ ny. Since there are close partnerships between internationally active companies and the Eng­ lish WBB programme, the decision was ulti­ mately easy. 39

Which parts of the WBB programme were most helpful for you? The WBB was overall a refresher of many topics I studied earlier at university. I appreciated the many conversations and the exchange with the participants and with Gudrun. Diversity & Inclusion was interesting and showed me that we still have a long way to go in Switzerland. The project management module and especially the skills workshop with very practical tips and tricks regarding the job interview process were very helpful. But I think visiting all the partner companies was the most interesting part of the programme and getting an inside look at all of these companies. You have two school-age children. How do you organise childcare? Oh, that‘s challenging here in Switzerland. Al­ though we live in a community where the child­ care facilities are fairly good, I still think that childcare should be organised in a much more customer­oriented way. Here I see a big differ­ ence to the USA where there is a much broader offering, since many women there work full time after having children. For this reason, it has been necessary for me to hire a nanny. Do you see any other obvious cultural differences between Switzerland and the USA? Yes, the people here in German­speaking Switzerland are less open than in the USA. It is more difficult to get through the initial barriers. But once established, Swiss German people are quite friendly. It‘s a little different in French­speaking Switzerland, where people are more outgoing. We have reached the end of our interview. Do you have anything to add? Personally, I think it is very important for women with families to work. Working wom­ en have an important role model function – not only for our daughters but also for our sons!


MUTMACHERINNEN II

DJAMILA FERNANA-RITCHIE – WBB 2 IN ENGLISH

Djamila Fernana-Ritchie

Life balance is important Djamila Fernana-Ritchie lives in Basel, works for a globally active Swiss company based in Lausanne and emphasises that balance in life is essential.

At what point in your life are you right now both professionally and privately? I have been working for “OnYourMap” since the end of 2017. “OnYourMap” is a company that offers solutions in the field of navigation and tracking systems. I am the head of the indoor area and in this role I work closely with the CEO of the company. Privately I am happily married and the mother of seven­year­old twins. In 2017 you attended the second WBB programme in English. How did you hear about the programme? Oh, that is a very good question! I had been looking for a job for some time and at a bar­ becue party in Basel a friend of mine told me about a woman who had completed an intern­ ship at Novartis after an executive education programme at the University of St. Gallen and then was subsequently hired. This story made me curious and I started to research on the in­ ternet and spontaneously decided to register for the WBB training. Which part of the WBB programme was most helpful for you? I was very enthusiastic about the group coach­ ing and the workshops that focused on the sub­ ject of application documents and interviews. The fact that I have dealt with my strengths and weaknesses and repeatedly received motivat­ ing feedback from outside was very helpful. I have learned that it is very important to prepare meticulously for job interviews and to react im­ mediately to job advertisements. 41

How did you get your current job? I must have contacted the company director at just the right time. We immediately found com­ mon topics and in this conversation I succeeded in presenting myself and my abilities well. A few weeks later I was offered a corresponding position. What are the factors behind your decision to work with “OnYourMap”? Oh, this position is a great challenge for me and fully meets my expectations. I studied software engineering and before my break to have a fam­ ily I worked in various positions in the areas of software development, websites and mobile applications. The current position fits perfectly with my previous experience. At “OnYourMap” we are a very small team of proven experts, all of whom work very closely together. Were there any difficult situations when you came back to work? Yes, when I realised the negative impact my sev­ en­year break from work had on my CV. I never thought I‘d be punished for raising my children. How have the roles and responsibilities within your family changed since your reentry? The roles and processes within our family have not changed much since my return. My hus­ band had already mostly worked from home. I also work four days a week from home and one day a week in Lausanne. My children at­ tend the French school just around the corner. The only small change is that the boys now eat lunch at school four times a week and only once at home. I think it is very important that family and professional life are in balance, and that I make no compromises on this.


PARTNERFIRMEN UND KOOPER ATIONSPARTNER

Verantwortliche Raiffeisen für Diversity Schweiz & Inclusion

Cécile Bachmann Leiterin Medienstelle

Wieso möchte sich Raiffeisen verstärkt als attraktive Arbeitgeberin für Frauen positionieren? Wir beobachten, dass sich auf Kader­ und Managementstufe noch zu wenige Frauen bewerben. Raiffeisen will die Stärke von gendergemischten Entscheidungs­ und Führungsteams nutzen. Deshalb bietet Raiffeisen neben dem Talentförder­ programm „RAITalents“ mit dem Programm „Women 3.0“ zusätzlich frauenspezifische Weiterentwicklungsange­ bote an. Was sind die Herausforderungen dabei? Für die Umsetzung von Diversity & Inclusion reichen die Transparenz über den Status quo und Massnahmen allein nicht. Die Weiterentwicklung der Unternehmens­ und Führungskultur, eine der grössten Veränderungsaufgaben überhaupt, ist der Schlüssel zum Erfolg. Raiffeisen hat diese Herausforderung angenommen. Wo sehen Sie die grössten Chancen für Frauen in der Arbeitswelt der Zukunft? Im veränderten Verständnis von Arbeits­ und Privatleben in der Arbeitswelt der Zukunft wird das durchgängig zeitlich und örtlich unabhängige Arbeiten ein Hauptpfeiler sein. Die so ermöglichte Flexibilität wird die Zusammensetzung von Führungsteams nachhaltig beeinflussen – Führung in Teil­ zeit wird für Frauen und Männer zur Normalität werden. 42

Nicole Müther Leiterin Client Relationship Management

Perspektiven für SIE. Werden Sie Teil einer erfolgreichen Idee.

Foto: zVg

Caroline Schmuck

Erfahren Sie mehr: raiffeisen.ch/frau-und-karriere


PARTNERFIRMEN UND KOOPER ATIONSPARTNER

Leiter Human Resources Schweiz

Novartis Medizin neu denken

Wie wird sich der Arbeitsmarkt für Novartis in Zukunft verändern, und was sind momentan die grössten Herausforderungen bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitenden in der Schweiz? Die globale Vernetzung und Digitalisierung führen zu ver­ stärkter grenzübergreifender Zusammenarbeit und die demografische Entwicklung zu steigenden Kosten in der Alters­ und Gesundheitsversorgung. Dabei verschärft sich der Fachkräftemangel, vor allem in den MINT­Berufen. Die Unternehmen sind gefordert und müssen flexible Arbeits­ und Karrieremodelle anbieten.

Neue Wege in der Medizin

Novartis rekrutiert seit einigen Jahren gezielt aus dem Pool der WBB-Teilnehmerinnen. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Wir engagieren uns seit der WBB­Gründung aktiv für das Programm und haben äusserst gute Erfahrungen mit den WBB­Teilnehmerinnen gemacht. So konnten wir bis heute einige Praktikumsplätze, Stell­ respektive Mutterschaftsver­ tretungen sowie Festanstellungen vermitteln. Die Teilneh­ merinnen haben gute Lebenserfahrung, oft langjährige Berufserfahrung, sind sehr motiviert und bringen eine neue, diverse Perspektive ein. Welches sind die Vorteile bei der Rekrutierung aus einem Praktikumseinsatz heraus? Beide Beteiligten können sich kennenlernen und heraus­ finden, ob es gegenseitig passt. Dies ist sowohl für den po­ tenziellen Arbeitgeber wie auch für die WBB­Teilnehmerin wichtig. Das Praktikum ermöglicht ihr einen Einblick in das Unternehmen, und sie kann prüfen, ob die Kultur, die gelebten Werte sowie das Arbeitsgebiet und ­umfeld zu ihr passen. 44

Bei Novartis gehen wir die grössten medizinischen Herausforderungen unserer Gesellschaft mit wissenschaftlicher Innovation an. Unsere Forscherinnen und Forscher treiben die Wissenschaft voran, um das Verständnis von Krankheiten zu vertiefen und neue Produkte zu entwickeln, die unerfüllte gesundheitliche Bedürfnisse befriedigen. Unsere Leidenschaft gilt der Erforschung neuer Methoden, um das Leben zu verbessern und zu verlängern.

Foto: zVg

Thomas Bösch


PARTNERFIRMEN UND KOOPER ATIONSPARTNER

Head of Human Swisscom Resources Products and Marketing and Diversity

Smart arbeiten – mehr erreichen Als fortschrittliche Arbeitgeberin fördert Swisscom flexibles und vernetztes Arbeiten in der Schweiz. swisscom.ch/worksmart

Was bedeutet flexibles Arbeiten bei Swisscom? Wir legen grossen Wert darauf, Mitarbeitenden je nach Le­ benslage und individuellen Bedürfnissen die Vereinbarkeit verschiedener Lebensbereiche zu ermöglichen, indem wir zusätzlich zu Gleitzeit­ und Teilzeitanstellungen Möglich­ keiten wie Work & Care, Ferienkauf, Work anywhere und Homeoffice anbieten. Warum setzt Swisscom auf flexibles Arbeiten, und welche strategischen Überlegungen stehen dahinter? Flexible Arbeitsformen bieten wir unseren Mitarbeitenden, weil dies einem Bedürfnis entspricht und wir uns entspre­ chend auf dem Arbeitsmarkt als attraktive Arbeitgeberin positionieren können. Da wir dieses Bedürfnis erfüllen, können wir auf motivierte und leistungsbereite Mitarbei­ tende zählen und leisten einen Beitrag zu ihrer Gesundheit, weil die Mitarbeitenden Zeit für Ausgleich vom Berufsalltag gewinnen. Welche Chancen bietet flexibles Arbeiten für Mitarbeitende der Swisscom, insbesondere für Frauen? Flexibles Arbeiten ermöglicht, private Interessen mit beruf­ lichen Anforderungen zu vereinbaren, sofern es der Job zulässt. Gerade Frauen können sich so beruflich weiterent­ wickeln und ihre privaten Pflichten erfüllen. Mit dem Leit­ faden „on/off“ beugen wir der Gefahr „always on“ vor. 46

Foto: zVg

Elena Folini


PARTNERFIRMEN UND KOOPER ATIONSPARTNER

Leiter Ressort Personalpolitische Projekte und Diversity

Eidgenössisches Personalamt

Welches sind die wichtigsten Massnahmen und Projekte, die Sie im Bereich Diversity & Inclusion initiieren? Die Bundesverwaltung stellt als Arbeitgeberin mittels Diversity Management sicher, dass im beruflichen Alltag al­ len Mitarbeitenden dieselben Chancen eingeräumt werden und niemand diskriminiert wird. Unsere Massnahmen wer­ den in allen Prozessen verankert, beispielsweise mit einer Wegleitung, um eine diskriminierungsfreie Rekrutierung zu sichern, oder bei der Überarbeitung von Best­Practices­ Richtlinien zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen. Wir haben Richtlinien für mobile Arbeits­ formen, führen Veranstaltungen zu flexiblen Arbeitsformen und Arbeitszeiten wie Jobsharing oder Teilzeit in Führungs­ position durch und fördern so die Vereinbarkeit von Berufs­ und Privatleben. Was war das erfolgreichste Projekt, das Sie in den letzten Jahren umgesetzt haben? Wir haben die Löhne der rund 38.000 Mitarbeitenden der Bundesverwaltung auf die Einhaltung der Lohngleichheit zwischen Frau und Mann hin überprüft – dies bereits zum zweiten Mal innerhalb der letzten fünf Jahre. Die Löhne ent­ sprechen dem Grundsatz „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“. Wo möchten Sie zukünftig die Schwerpunkte setzen? Im Rahmen des bundesweiten, internen Kursangebots wollen wir die Mitarbeitenden weiterhin für die Thematik sensibilisieren. Wir werden zudem der Frage nachgehen, wie sich die Digitalisierung auf Diversity­Fragestellungen aus­ wirkt, um die Konsequenzen richtig zu antizipieren. 48

Foto: zVg

Pius Breu


PARTNERFIRMEN UND KOOPER ATIONSPARTNER

Global Head Recruitment, Development & Diversity

Credit Suisse

Wo legen Sie die Schwerpunkte beim Thema Diversity & Inclusion? Wir sehen Diversity & Inclusion als wichtige Führungs­ dimension. Jedes Geschäftsleitungsmitglied hat daher für seine Einheit konkrete Ambitionen zum Frauenanteil de­ finiert. Entsprechend gestalten und steuern wir Rekrutie­ rungs­ und Beförderungsprozesse und fördern Talente. Welche Rolle spielen weibliche Vorbilder? Sie motivieren, indem sie beweisen, dass Frauen in der Finanzindustrie erfolgreich sind, Befriedigung in der Ar­ beit finden und gleichzeitig ein intaktes Familienleben füh­ ren können. Zudem können sie andere Frauen coachen und fördern. Mit Ihrem „Real Returns“-Programm bieten Sie Fachkräften einen Wiedereinstieg an. Warum? „Real Returns“ schafft eine Win­win­Situation: Wir unter­ stützen Teilnehmende intensiv bei der Rückkehr ins Be­ rufsleben und gewinnen selbst qualifizierte Mitarbeitende mit vielfältigen Kompetenzen und Erfahrungen. Seit der Einführung 2015 haben 245 (meist weibliche) Fachkräfte teilgenommen, wovon rund 60 Prozent anschliessend fest angestellt wurden. 50

Foto: zVg

Dr. Siegfried Hoenle


PARTNERFIRMEN UND KOOPER ATIONSPARTNER

CEO / Country Manager

Design von Tom Dixon. Preis von IKEA.

IKEA Switzerland

DELAKTIG 3er-Sofa. Bezug «Hillared» anthrazit. Ohne Beleuchtung.

Why is a gender balance necessary in Swiss companies? One the one hand, gender balance is a question of fairness. Women should enjoy equal opportunities to pursue their ca­ reers. Business, society and politics need to create a frame­ work that promotes equality. At the same time, we should not continue to sit on the untouched economic potential of women. Swiss universities award half of their degrees to women – yet, women are still underrepresented in manage­ ment positions, so we lose them somewhere along the way. On the macroeconomic side, research from the public sector and private companies confirm that closing the wage gap be­ tween genders would dramatically contribute to global GDP.

689.-

Why did you found “Advance-Women-In-Swiss-Business”? I started my career in Italy in a very patriarchal environ­ ment. I had to allocate quite a bit of energy to overcoming hindrances on my career path that were linked to this cul­ ture. By co­founding Advance in my role at IKEA I have found a way to help women in the business environment (because that is the area I work in) – with the hope of remov­ ing some of the obstacles my generation has faced.

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© Inter IKEA Systems B.V. 2018

What is the goal of “Advance” and what are its main activities? The main goal of Advance is to promote the personal and professional development of highly qualified women. Ad­ vance tries to create a framework that enables women to unleash their full potential and dare to pursue the careers they dream of. Advance does this through partnerships with companies that allow the exchange of experiences and the introduction of specific measures to support women in lead­ ership roles. More than 80 companies are now part of Ad­ vance and many of them have made concrete commitments to help unleash the potential of women.

Foto: zVg

Simona Scarpaleggia

Mach dein Ding. Stell mit uns die Design-Welt auf den Kopf: Zusammen mit Industriedesigner Tom Dixon haben wir DELAKTIG entwickelt. Die unkonventionelle «Open Source»-Kollektion bietet dir durch den modularen Aufbau viel Raum für deine Wohnideen. Jetzt in deinem IKEA Einrichtungshaus und auf IKEA.ch/kollektionen


PARTNERFIRMEN UND KOOPER ATIONSPARTNER

Simon Dinkel Projektleiter Fachstelle für Gleichstellung

Stadt Zürich

Welches sind die grössten Herausforderungen bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitender für die Stadt Zürich? Zürich ist eine wachsende Stadt. Der Babyboom hält an. Mütter und Väter, die für die Stadt Zürich arbeiten, sollen Beruf und Familie vereinbaren können. Dazu gehören fort­ schrittliche Arbeitsbedingungen wie familiengerechte Ar­ beitszeitmodelle, gerechte Löhne und gute Sozialleistungen. Auch Teilzeitstellen oder Jobsharing im Kader sollen mög­ lich sein.

In der Migros kann ich verantwortungsvolle Aufgaben mit persönlicher Flexibilität kombinieren.

Sie bieten seit Jahren Praktikumsplätze für Wiedereinsteigerinnen an. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Es ist eine Win­win­Situation für alle und ein wichtiger Bei­ trag für den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen nach der Familienphase. Die Stadt Zürich kann mit Wieder­ einsteigerinnen längere Absenzen – z. B. bei Ferien­ oder Mutterschaftsabwesenheiten oder Krankheitsausfällen – überbrücken. Und die WBB­Absolventinnen gewinnen an Berufserfahrung und erhalten wichtige Referenzen für ihre Jobsuche.

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Foto: zVg

Was zeichnet die Wiedereinsteigerinnen aus dem WBB-Programm aus? Die Wiedereinsteigerinnen sind hoch qualifiziert, motiviert und in unterschiedlichen Bereichen einsetzbar: Sie sind Generalistinnen mit speziellen Vorkenntnissen, die sich schnell in neue Aufgaben einarbeiten können.

Annina A., Leiterin Direktion Generalsekretariat

Die Migros legt Wert auf die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf. Der Migros-Genossenschafts-Bund und die Genossenschaft Migros Ostschweiz unterstützen deshalb das Programm «Women Back to Business».


RÜCK- UND AUSBLICK

PROF. DR. GUDRUN SANDER

Veränderungen brauchen Mut

Prof. Dr. Gudrun Sander

Wandel und Veränderung stehen – egal ob gewollt oder ungewollt – immer auf der Tages­ ordnung. So wird der Fach­ und Führungskräf­ temangel in der Schweiz, aufgrund der demo­ grafischen Entwicklung in den letzten Jahren, zunehmend spürbar. Gleichzeitig wurde und wird das Potenzial von gut ausgebildeten Frauen, welche sich für einen Erwerbsunter­ bruch oder eine Reduktion des Arbeitspensums aufgrund von Kindern entschieden haben, übersehen. Unser Anliegen vor zehn Jahren war es, diesen Frauen eine Tür zurück ins Berufsleben zu öff­ nen. Sie sollten wieder fit für den Arbeitsmarkt werden: durch die Stärkung des beruflichen Selbstwertgefühls und indem Fach­, Branchen­ und Marktkenntnisse auf den neuesten Stand gebracht wurden. Auch sollte das Weiterbil­ dungsangebot gut in den Familienalltag inte­ grierbar sein und frühzeitig den Kontakt zu Unternehmen ermöglichen. «Women Back to Business» ist seit Beginn eine Erfolgsgeschichte: Insgesamt schaffen etwa drei Viertel der Absolventinnen den Wiedereinstieg oder den Umstieg in eine bessere Position. Das hat die Evaluation des Programms anlässlich des Jubiläums bestätigt. Und etwa gleich viele konstatieren dem Programm einen „sehr gros­ sen“ oder „eher grossen“ Beitrag zum gelunge­ nen Wiedereinstieg oder Umstieg. Das Knüpfen von Freundschaften ist zudem ein ganz konkre­ ter Nutzen aus dem Netzwerken. All das hat uns

bewogen, 2016 parallel ein englischsprachiges Programm anzubieten, das auf sehr grosse Re­ sonanz bei Interessentinnen und internationa­ len Firmen mit Sitz in der Schweiz gestossen ist. Aber nicht nur die Absolventinnen lassen sich auf einen Lern­ und Veränderungsprozess ein. Auch die Partnerfirmen – ohne die die Durch­ führung von «Women Back to Business» nicht in dieser Form möglich wäre – lernen dazu: z. B., dass ein risikoloses Kennenlernen via Return­ ship bzw. Praktikum viele Vorurteile beseitigen kann oder es mehr Flexibilität bei den Arbeits­ zeiten braucht, auch in Führungspositionen. Nach zehn Jahren zeigt sich aber auch, dass das Programm Umsteigerinnen aus einer wenig qualifizierten Teilzeitstelle optimal unterstützt. Mittlerweile sind 40 Prozent der Teilnehmerin­ nen Umsteigerinnen. Fast alle Umsteigerinnen haben nach Programmabschluss eine Stelle, die ihren Qualifikationen entspricht, doppelt so viele haben danach eine Führungsposition inne, und die meisten haben ihren Beschäftigungs­ grad nach WBB erhöht. In dieser Zielgruppe sehen wir auch in Zukunft ein sehr grosses Potenzial, ganz nach dem Motto „Women back to the right jobs“. 56

Foto: zVg

Das WBB-Programm ist eine Erfolgsgeschichte. Auch in Zukunft werden wir alles daransetzen, dass die Weiterbildung nachhaltig wirkt und sich den Teilnehmerinnen neue berufliche Perspektiven eröffnen.


IMPRESSUM

WEITERE LINKS UND INFORMATIONEN

Weiterführende Informationen

Impressum

Herausgeberin Prof. Dr. Gudrun Sander Titularprofessorin für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Diversity Managements Direktorin für Diversity- und ManagementProgramme an der Executive School of Management, Technology and Law der Universität St. Gallen gudrun.sander@unisg.ch www.es.unisg.ch/wbb

«Women Back to Business» Die Management-Weiterbildung für Wiedereinsteigerinnen oder Umsteigerinnen in Deutsch: www.es.unisg.ch/wbb

Universität St. Gallen Executive School of Management, Technology and Law (ES-HSG) Holzstrasse 15 9010 St. Gallen

«Women Back to Business» For Women on the Move in English: www.es.unisg.ch/wbb-en

Konzept, Projektleitung und Interviews Sarah Lenz Schüpbach

Für neue Ziele: Sich im Beruf weiterentwickeln, sich auf neue Herausforderungen vorbereiten – oder einfach die Karriereoptionen er weitern?  www.es.unisg.ch St. Galler Diversity & Inclusion Tagung Die Informations- und Austauschplattform für die Praxis – ein wichtiger Termin im Jahr! www.es.unisg.ch/programme/st-gallerdiversity-inclusion-tagung

Verlag und Redaktion SWISS LADIES DRIVE GmbH REPRESENTING BUSINESS LADIES SINCE 2007

www.advance-women.ch

Swiss Ladies Drive GmbH Haufen 201, 9426 Lutzenberg AR T +41 (0) 79 884 43 73 office@swissladiesdrive.com www.swissladiesdrive.com www.mm-foundation.org

Kompetenzzentrum für Diversity & Inclusion Innovative Forschung im Bereich Diversity & Inklusion (D & I) und gezielte Unterstützung, Beratung sowie Training für Unternehmungen, um D & I organisationsintern zu stärken und zu fördern. Mehr Informationen: www.ccdi-unisg.ch

Geschäftsleitung und Verlagsleitung Sandra-Stella Triebl, Sebastian Triebl

Fachstelle für Gleichstellung: www.stadt-zuerich.ch/gleichstellung 58

Bilder Mutmacherinnen II Anna-Tina Eberhard www.at-eberhard.ch Lektorat www.lektornet.de Druck AVD Goldach www.avd.ch Auflage 5.000

Supervising Editor Dörte Welti

Die Aufnahmen der Mutmacherinnen II wurden mit freundlicher Genehmigung im Stadthaus Zürich gemacht.

Artdirection, Grafik, Gestaltung Sonja Zagermann www.sonja-zagermann.ch

© Juli 2018, Prof. Dr. Gudrun Sander, St. Gallen. Weiterverwendung der Inhalte nur mit schriftlicher Genehmigung der Herausgeberin.

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Jubiläumsmagazin September 2018

WOMEN BACK TO BUSINESS

«DAS PROGRAMM HAT EIN ENORMES POTENZIAL!»

S I N E S S» 1

«WIR BAUEN BRÜCKEN ZU DEN ARBEITGEBERN.» Prof. Dr. Gudrun Sander

12 Mutmacherinnen im Interview «Women Back to Business» als Karriere-Booster: Jede geht ihren eigenen Weg. Endlich eine Position, die der Qualifikation entspricht. Partnerfirmen rekrutieren aus den WBB-Lehrgängen.

BU

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Prof. Dr. Antoinette Weibel

10 Jahre «Women Back to Business»

M – «WO M B AC K TO

JA

ÄU

EN

«DIVERSITÄT UND INKLUSION FÜR EINE MODERNE CHANCENGESELLSCHAFT»

HRE JUB IL

Carolina Müller-Möhl

10 Jahre Women Back to Business - Jubiläumsmagazin  

Die Management-Weiterbildung «Women Back to Business» feiert ihren zehnjährigen Geburtstag. Seit 2008 haben rund 250 Teilnehmerinnen WBB abs...

10 Jahre Women Back to Business - Jubiläumsmagazin  

Die Management-Weiterbildung «Women Back to Business» feiert ihren zehnjährigen Geburtstag. Seit 2008 haben rund 250 Teilnehmerinnen WBB abs...

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