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Respektiere

4/2015

Europäischer Tier- und Naturschutz e. V. | Partner für Tier und Natur

Respektiere

Geboren um zu sterben? Letzte Rettung für Norikerfohlen aus Österreich

Was tun bei Tierquälerei? Der ETN und die Schutzstation Wattenmeer

Eine Erfolgsgeschichte


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Inhalt 16

Geboren um zu sterben?

Letzte Rettung für Norikerfohlen aus

Österreich

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• Editorial

04

• Unsere Höfe Huppenhardt

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• Happy End für Hündin Simba

08

• Unsere Not"felle"

10

• Kastrationsaktionen 2015

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• Geboren um zu sterben?

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• Der Bärenpark "Libearty"

und Wiesenfeld

von Hof Wiesenfeld

Letzte Rettung für Norikerfohlen aus Österreich

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• ETN-Partner "Projekt Blue Sea" erneut im Einsatz auf Langeoog

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• Leserbriefe

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• Der ETN und die Schutzstation Wattenmeer

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• Kastrationsprojekt Brăila

• Jolie - eine unglaubliche, aber wahre Geschichte

• News

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• Der ETN e. V. - Unsere Ziele

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• Ferkelkastration ohne Betäubung ab 2019 verboten

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Letzte Rettung für Bären in Not

• Die großen Versprechungen der Geflügelindustrie • Das Verbandsklagerecht

Unser Landesbüro in Nordrhein-Westfalen

Eine Erfolgsgeschichte

• Besuch der Arche Wattenmeer • Eröffnung des vom ETN geförderten Taubenschlags

Ein neues Heim für Wuppertaler Stadttauben

• Was tun bei Tierquälerei?

• Die Gülle und das Geld • 99 Luftballons

• Kindergruppen erkunden Hof Huppenhardt • Dein Respektierchen Unsere Seiten für Kinder

Impressum Herausgeber

Redaktion

Europäischer Tier- und Naturschutz e. V. Hof Huppenhardt, D - 53804 Much Tel.: 02245 6190-0 Fax: 02245 6190-11 eMail: info@etn-ev.de VR 2454, Amtsgericht Siegburg Der ETN e. V. ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.

ETN e. V. eMail: info@etn-ev.de Tel.: 02245 6190-0

Mitgliederverwaltung ETN e. V. Hof Huppenhardt, D - 53804 Much Tel.: 02245 6190-17 Fax: 02245 6190-11 eMail: mitgliederbetreuung@etn-ev.de

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Besuch der Arche Wattenmeer

ETN im Internet www.etnev.de Druck Hofmann Druck GmbH & Co. KG 90411 Nürnberg Bilder laut Quellenangabe sowie sxc.hu Cover: Naturfoto-Online / J. Schiersmann

Alle Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandte Beiträge übernehmen Herausgeber und Redaktion keine Gewähr. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen und/oder zu überarbeiten. Der Bezugspreis ist im Mitgliedspreis enthalten. Unser Beitrag zum Umweltschutz: Der Inhalt von „Respektiere“ ist mit Blick auf Nachhaltigkeit auf ein Recycling-Papier mit 100%igem Altpapieranteil gedruckt.


Foto: magda s, sxc.hu

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Liebe Mitglieder und Freunde des ETN, zum Jahresende möchten wir Sie mit der 3. Ausgabe unseres Magazins erfreuen und informieren. Leider wird auch dieses Jahr von Kriegen und Naturkatastrophen überschattet. Betroffen davon sind viele Menschen, Tiere und unsere Natur. Damit sind wir als große Organisation für Tier- und Naturschutz in besonderer Weise gefordert. Hilferufe erreichen uns aus vielen Regionen Europas und auch aus anderen Erdteilen. Gerne würden wir noch mehr tun, aber unsere finanziellen Möglichkeiten lassen nicht jede noch so wichtige Hilfe zu. Umso wichtiger ist es aber, im Rahmen unserer Möglichkeiten, die richtige Hilfe zu leisten. Es muss gesichert sein, dass die Hilfe auch den Zweck erfüllt. Auch die staatlichen Gremien müssen die Arbeit von uns und der Tierschutzorganisatoren vor Ort mit allen Möglichkeiten unterstützen. Leider stellen wir gerade hier ein großes Defizit fest. Unseren Mitgliedern, Freunden und Unterstützern gilt zum Jahresende unser besonderer Dank. Sie unterstützen unsere Arbeit seit vielen Jahren durch Ihre Beiträge und Spenden und haben dadurch viel Tierelend verhindert. In der letzten Ausgabe habe ich die Wichtigkeit der Kommunikation zwischen uns und den Mitgliedern herausgestellt. Daher haben wir uns sehr über die Briefe und Mails unserer Mitglieder gefreut. In unserer Weihnachtsausgabe geben wir Ihnen einen Einblick über die Arbeit auf unseren Höfen. Wir sind froh, dass die notwendigen Sanierungsarbeiten im Hof Wiesenfeld kurz vor dem Abschluss stehen, und wir wieder optimale Bedingungen für die Hunde haben. Auf Hof Huppenhardt wird ebenfalls emsig gearbeitet. So erhalten unsere Schwei-

ne schon bald direkt am Eingang ein neues Domizil. Für 2016 steht die Öffnung des Hofs für ein zahlreicheres Publikum im Vordergrund. Im Mai wird es einen Tag der offenen Tür geben. Es ist viel zu tun, und wir werden auch 2016 mit großem Engagement und Leidenschaft dabei sein. Dank Ihrer Beiträge und Spenden können wir viel bewirken. Sollten es Ihre finanziellen Möglichkeiten zulassen, bitten wir herzlich um Spenden für Projekte und Aktionen, die in der Zeitschrift genannt werden. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest und für das neue Jahr alles Gute und vor allem Gesundheit. Ihr

Horst Giesen Präsident des ETN e. V.


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Unser Hof Huppenhardt und einzelne Besucher werden von unseren Hofmitarbeitern und Absolventen des Freiwilligen Ökologischen Jahres Führungen angeboten. So können den Besuchern die Arbeit des Hofes und der dahinter stehende Tierschutzgedanke unterhaltsam vermittelt werden, und die Kinder lernen nebenbei den richtigen Umgang mit Großtieren, wie beispielsweise den Pferden. Die Öffentlichkeitsarbeit wird 2016 erheblich ausgebaut. Erste Maßnahmen dazu (neues Schweinegehege) wurden bereits eingeleitet. Mit Kampagnen wollen wir unseren Tierschutzhof im Umfeld noch bekannter machen. Im Mai 2016 wird ein Event auf unserem Hof stattfinden, damit wir vielen ETN-Mitgliedern, Tierfreunden und Besuchern unseren Hof präsentieren und über unsere Arbeit für den Tier- und Naturschutz berichten können. Den Termin und das Programm werden wir in der nächsten Ausgabe und im Internet mitteilen. Die Schützlinge von Hof Huppenhardt brauchen Ihre Hilfe Für einige Schützlinge ist Hof Huppenhardt zum endgültigen Zuhause geworden. Kranke, behinderte oder sehr alte Tiere dürfen hier ihren Lebensabend verbringen und werden rundum versorgt. Einige dieser unvermittelbaren aber unglaublich liebenswerten Tiere möchten wir Ihnen vorstellen: Iwan und Paula leben seit der ersten Stunde auf Hof Huppenhardt, und wenn sie sprechen könnten, könnten die beiden uns sicher so einiges über die Anfänge des Hofes erzählen. Die beiden stammen von einem Schlachtpferdetransport aus Osteuropa und sind mittlerweile unzertrennlich. Der 26-jährige Iwan erblindete durch eine Augenentzündung und orientiert sich nun sehr stark an „seiner“ Paula. Wo Paula hingeht, ist Iwan nicht weit. Durch seine Blindheit ist Iwan sehr schreckhaft, aber Paula gibt ihm die nötige Sicherheit, um auch mit ungewohnten

Situationen zurechtzukommen. Damit Iwan sich nicht verletzen kann, sollte er doch einmal die Orientierung verlieren, haben wir für den blinden Wallach und seine Freundin eine speziell gesicherte Koppel errichtet. Hier können die beiden nun ihren Lebensabend genießen. Auch Rex ist ein Senior unter unseren Pferden. Bald erreicht er sein 30. Lebensjahr. Rex ist lammfromm, kam aber in einem ziemlich verwahrlosten Zustand nach Hof Huppenhardt. Er lebte bei einem älteren Herrn, der sich nicht mehr ausreichend um ihn kümmern konnte. Nur die Nachbarn versorgten den Wallach notdürftig. Noch immer muss Rex aufgepäppelt werden, denn ein paar Kilo mehr auf den Rippen würden ihm nicht schaden. Rex leidet unter Cushing, einer Hormonstörung, die dem Wallach beispielsweise auch im Sommer ein viel zu dichtes Haarkleid beschert und zu Abmagerung führt. Rex bekommt bei uns nun Medikamente gegen diese Krankheit sowie gegen Herzrhythmusstörungen, die ebenfalls bei ihm festgestellt wurden. Auch unser Esel Shy leidet unter Cushing. Im Sommer muss die alte Eseldame deshalb immer geschoren werden. Shy kam aus Griechenland zu uns, wo sie als Lastenesel missbraucht und später „entsorgt“ wurde, als sie keine schweren Lasten mehr tragen konnte. Die Strapazen ihres früheren Lebens sieht man ihr an, und auch das

Foto: Daniel Wildmann, sxc.hu

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nser Tierschutzhof Hof Huppenhardt ist ein Platz, an dem alte, kranke und vernachlässigte Tiere ein Zuhause finden und sich von den Strapazen ihres früheren Lebens erholen können. Viele Tiere können und konnten bereits in gute Hände vermittelt werden. Zu unseren Schützlingen zählen hauptsächlich Pferde. Aber auch Esel, Schweine, Schafe, Ziegen, Hühner und Enten leben auf Hof Huppenhardt. Hinzu kommen 25 frei lebende Katzen, die auf dem Hof gefüttert und medizinisch versorgt werden. Im Jahr 2015 konnten wir zahlreiche Pferde vermitteln, darunter auch einige Tiere, die wir von einer Fohlenauktion in Maishofen (Österreich) gerettet haben. Die Fohlenauktionen um Maishofen herum finden in jedem Jahr statt, und die Tiere, die dort nicht versteigert werden können, werden von Schlachthöfen, hauptsächlich aus Italien, aufgekauft. Der ETN rettet dort seit dem Jahr 2008 regelmäßig Fohlen, die an Schlachter verkauft werden sollen. Sechs Fohlen konnten wir in diesem Jahr vor dem Schlachter retten, einige wurden sogar bereits in ein neues Zuhause vermittelt. Herzlichen Dank an alle, die diese Aktion durch Spenden unterstützt haben. Neben der Rettung und Vermittlung in Not geratener Tiere wird auf Hof Huppenhardt auch Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Für Kindergruppen, Familien


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fortgeschrittene Alter macht sich bei der liebenswerten Zwergeseldane mittlerweile bemerkbar, denn Shy ist ein wenig dement und läuft in ihrem Stall oft ziellos im Kreis herum. Sie hat außerdem Probleme, Muskeln aufzubauen und bekommt deshalb spezielle Aminosäuren zugefüttert. Auch leidet sie an Hufrehe und einer Herzschwäche. Trotz all dieser „Zipperlein“ kann Shy ihr Zusammenleben mit unseren anderen Zwergeseln aber noch genießen. Einer dieser Esel ist Felix, der aus schlechter Haltung zu uns kam. Alle anderen Esel aus dieser Privathaltung waren bereits verstorben, da der Besitzer

sich nicht einmal um die Grundbedürfnisse der Tiere kümmerte. Felix konnte aber glücklicherweise im Jahr 2013 von einem älteren Ehepaar gerettet werden und hat sich auf Hof Hupenhardt schnell mit den anderen Zwergeseln angefreundet. Leider leidet Felix sehr stark unter Hufrehe. An manchen Tagen möchte er deshalb kaum aufstehen. Mithilfe einer Barhufpflegerin, die ihn regelmäßig besucht, versuchen wir, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Auf Hof Huppenhardt bemühen wir uns, all diesen liebenswerten Senioren und Pflegefällen ihren Lebensabend so schön wie möglich zu gestalten. Dazu gehört auch die Behandlung aller möglichen Alterserscheinungen, denn wir möchten, dass auch unsere Senioren so lange wie möglich fit bleiben und ihre Lebensfreude nicht verlieren. Deshalb lassen wir unsere Schützlinge nicht nur tierärztlich überwachen, sondern

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WICHTIGER HINWEIS! Bitte verwenden Sie diesen Vordruck zum Überweisen! Wenn Sie kein Konto haben, können sie den Vordruck zur Bareinzahlung benutzen. Bei Überweisung: Bitte Ihre Konto-Nr. einsetzen und Auftrag unterschreiben.

(Name und Sitz des beauftragten Kreditinstituts

Europäischer Tier- u. Naturschutz e.V. DE75370502990007007022 COKSDE33XXX

richten uns auch beim Speiseplan ganz nach ihren Bedürfnissen, denn für jedes Problem, sei es nun Zahnverlust oder eine seltene Stoffwechselkrankheit, findet sich eine Lösung. Die Behandlung und besondere Versorgung unserer alten und kranken Tiere kostet viel Geld, doch die bisherigen Spenden und Einnahmen aus Patenschaften decken diese Kosten bei Weitem nicht. Deshalb sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen! Bitte übernehmen auch Sie eine Patenschaft für eines unserer Tiere oder spenden Sie für unsere Schützlinge. Nur so können wir es auch in Zukunft alten und kranken Tieren ermöglichen, ihren Lebensabend gut versorgt und in Würde zu verbringen! Wir bedanken uns für Ihre Hilfe und wünschen Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit.

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Kontoinhaber / Einzahler/in

Spende / Respektiere

Bestätigung Kreditinstitut / Datum


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Unser Tierschutzhof „Hof Wiesenfeld“ Hof Wiesenfeld in Bad Karlshafen an der Weser beherbergt hauptsächlich Hunde und Katzen, aber auch einige Kleintiere, Pferde und Schafe zählen zu den Schützlingen des Tierschutzhofes. Hof Wiesenfeld verfügt über eine eigene Tierarztpraxis mit angestellter Tierärztin, um eine bestmögliche Versorgung der Pfleglinge zu gewährleisten. Aber auch Privatpersonen finden regelmäßig ihren Weg in die Praxis. Hof Wiesenfeld ist überregional bekannt, die guten Vermittlungszahlen des Tierschutzhofes sprechen für sich: Im Jahr 2015 verzeichnete Hof Wiesenfeld bis Ende Oktober bei den Hunden 181 Eingänge und 98 vermittelte Tiere. 50 Katzen wurden vermittelt, während 61 Tiere aufgenommen wurden. Einige Tiere kamen aus dem Ausland nach Hof Wiesenfeld, vor allem Rumänien. Sie sind ehemalige Straßentiere und haben in ihrem bisherigen Leben nicht viel Gutes erfahren. Daher benötigen einige dieser Tiere etwas Zeit, um

sich an den Menschen zu gewöhnen und zu lernen, dass Menschen auch freundlich sein können. Um den Tieren den Tierheimalltag so erträglich wie möglich zu gestalten, sind die Katzen in großen Gruppen und verträgliche Hunde in kleinen Gruppen untergebracht. Weitläufige Außengehege bieten dazu ausreichend Platz. Ein eigener Hundespielplatz und Spaziergänge an die Weser sorgen bei den Hunden zusätzlich für Abwechslung. Dadurch können nach und nach auch Hunde, die bisher vernachlässigt oder misshandelt wurden, an den Menschen gewöhnt werden. So auch Schäferhund-Senior Rex, der 13 Jahre lang einsam in einer Hütte an der rumänisch-ungarischen Grenze vor sich hinvegetierte. Ein Jahr lang lebte Rex auf Hof Wiesenfeld und genoss jede Art von Zuwendung sichtlich. Dann verließen ihn seine Kräfte, und er durfte, umgeben von fürsorglichen Menschen, in Frieden sterben. Doch Hof Wiesenfeld bietet nicht nur Hunden und Katzen ein besseres Leben, sondern kümmert sich auch um hilfsbedürftige Mitmenschen. So besuchen Mitarbeiter des Hofes seit fünf Jahren regelmäßig mit einigen Hunden das Seniorenzentrum Carolinum in Bad Karlshafen und hellen so den Alltag der älteren Herrschaften ein wenig auf. Die Besuche der Vierbeiner werden von vielen Bewohnern des Seniorenzentrums mit Freude erwartet, denn viele der Senioren hatten selbst einmal Tiere, und die Vierbeiner von Hof Wiesenfeld rufen schöne Erinnerungen wach. Die Hunde genießen die Streicheleinheiten und zahlreichen Leckerlies sehr, so dass

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in Großprojekt für Hof Wiesenfeld nahm im Jahr 2013 seinen Anfang und zieht sic h vermutlich bis in das Jahr 2016 hinein: Die Sanierung der Hundehäu ser wurde dringend notwendig, so dass im Jahr 2013 die Entscheidung zur Komplettsanierung fiel. Die Entkernung der Innenwände und Böden geschah in Eigenleistung. Nach Fertigstellung der Fundamente und Stahlbetondecke n erfolgte auch der weitere Innenau sbau in Eigenleistung, um so viele Ko sten wie möglich zu sparen. Nachdem im März 2015 der erste Bauabschnitt fer tig gestellt werden konnte, wurde mit der Sanierung des zweiten Hundehause s begonnen.

die Besuche im Carolinum jedes Mal ein Gewinn für beide Seiten, Tiere und Senioren, darstellen. Auch Öffentlichkeitsarbeit wird auf Hof Wiesenfeld geleistet, um die Tiervermittlung zu unterstützen und die Tierschutzarbeit des ETN bekannt zu machen. Im Jahr 2014 wurden beispielsweise ein Sommerfest, ein Adventsnachmittag und Weihnachtsspendenaktionen veranstaltet. Auch Besuche von Schülern der Partnerschule Marie Durand erfolgten im Jahr 2014. So konnte den Kindern schon im frühen Alter der richtige Umgang mit Haustieren vermittelt werden, denn Tierschutz fängt schon bei den ganz Kleinen an.


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Happy End für Hündin Simba

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n der letzten Respektiere suchten wir ein Zuhause für Notfall Simba vom ETN-Tierschutzhof Wiesenfeld. Nun gibt es nach langen Jahren des Wartens für Simba endlich ein Happy End. Simbas Weg in Deutschland begann, als sie am 14.12.2008 im Alter von drei Jahren aus Spanien zu uns kam und am 04.04.2009 vermittelt wurde. Sechseinhalb Jahre später klingelte unser Telefon, man müsse Simba wieder zurückgeben. Gesundheitliche massive Einschränkungen führten dazu, dass keine Spaziergänge mehr mit dem Hund erfolgen, konnten und auch die Pflege des Hundes nur noch eingeschränkt möglich war. Leider waren die erwachsenen Kinder der Dame nicht bereit, die mittlerweile fast zehn Jahre alte Hündin aufzunehmen, und so wurde Simba wieder abgegeben. Wir nahmen sie bei uns auf, jedoch fiel ihr die Eingewöhnung schwer. Die liebenswerte Hündin war dankbar über jegliche Art von Zuwendung und ihre angenehme, ruhige Art überzeugte uns schnell. Etwas später stellte sich heraus, dass

die Vergesellschaftung mit Artgenossen nicht gut funktionierte. Simba war als Einzelhund gehalten worden - zeigte deutlich, dass sie es auch bleiben wollte. Lange Zeit interessierte sich niemand wirklich für Simba. Weder an den

Vermittlungstagen, noch über unsere Homepage, über Zeitungsinserate, über das Hörerradio von HR4 oder Facebook gelang es uns, für Simba die passenden Menschen zu finden. Doch dann kam der Tag, an dem eine ältere, alleinstehende Dame einen Hund suchte. Ihr vierbeiniger Begleiter war verstorben, und obwohl sie sich eigentlich keinen Hund mehr anschaffen wollte, wurde ihr nach einiger Zeit klar, dass etwas fehlte. Nach einigen Spaziergängen mit Simba und Probewohnen in ihrem Haus entschied sich Frau Adomeit, unsere Hündin zu adoptieren. Wir freuen uns sehr für Simba, und es ist ihr leicht gefallen, das Herz ihres neuen Frauchens zu erobern. Wir danken Frau Adomeit, dass sie sich für Simba entschieden hat, damit die liebenswerte Hündin nicht ihre letzten Jahre bei uns auf den Tierschutzhof verbringen muss. Linda Hötger ETN Tierschutzhof Wiesenfeld

Simba mit Edeltraud Adomeit, ihrer neuen Besitzerin


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Unsere Not“felle“ von d l e f n e s e i Hof W

Winnie 2013 geboren kam Winnie aus Italien zu uns. Die Hündin war bereits auf Hof Wiesenfeld verängstigt und macht im Tierheim nur sehr kleine Fortschritte, da sie sehr stressanfällig ist. Deswegen suchen wir für Winnie ein Zuhause ohne Kinder und am besten mit einem souveränen Zweithund. Eine Haltung im Rudel wäre auch kein Problem. Spaziergänge mag Winnie sehr gerne, um so dem Tierheimstress zu entkommen. Aber auch dort zeigt sie bei fremden Situationen oder lauten Geräuschen wieder Angst. Bei Spaziergängen muss Winnie deshalb an Halsband und Geschirr gesichert sein, sonst droht sie, in Panik zu entwischen. Wenn man beim

Cesar

Sandy Sandy ist ein Terrier-Schnauzer-Mix, kommt aus Portugal und wurde 2012 geboren. Sie ist Fremden gegenüber anfangs etwas misstrauisch, aber nach einem ausgiebigen Spaziergang und ein wenig Beschäftigungszeit ist sie zu jedem Menschen freundlich und genießt ihre Zuwendung. Kinder sollten eher ruhig sein und Erfahrung im Umgang mit Hunden haben. Ab einem Alter von 12 Jahren sollte dies aber kein Problem sein. Mit Rüden

Sandy

Winnie

Spaziergang ein ruhiges Plätzchen gefunden hat, lässt Winnie sich gerne streicheln und entspannt sich dabei auch. Erfahrung mit Angsthunden wäre bei der Vermittlung erwünscht.

ist sie gut verträglich, und bei Hündinnen entscheidet die Sympathie. Verträglich mit Katzen ist Sandy nicht. Cesar Am 12. Oktober 2013 konnten wir den sechsjährigen Cesar aus Rumänien in Empfang nehmen. Cesar wird nur an Leute ohne Kinder und andere Tiere vermittelt, die sehr viel Erfahrung mit Hunden haben. Menschen, die Cesar kennt, akzeptiert er und hat Spaß mit ihnen zu arbeiten. Ein Haus und Hof zum Bewachen wären optimal für ihn, ausgelassene Spaziergänge sollten nicht fehlen. Aber auch er braucht seine Zeit, um die Menschen kennenzulernen und zu akzeptieren. Cesar wäre gerne Einzelprinz, und Katzen oder Kleintiere müsste er in seinem neuen Zuhause auch nicht haben.


Lucky

Lucky Lucky ist ein liebenswerter, kastrierter, fünfjähriger Rüde aus Rumänien. Er wurde dort von einem Auto angefahren und hatte sein linkes Vorderbein an drei Stellen gebrochen, sodass das Bein amputiert werden musste. Lucky hat in seinem kurzen Leben schon viel durchgemacht, seine Freundlichkeit und Lebensfreude aber nicht verloren! Für den Rüden ist seine Behinderung kein Problem. Er ist lebensfroh, liebt Ballspielen und tobt auch gerne und ausgelassen mit anderen Hunden.

Jacky Unser Jacky ist 2010 geboren und 60 cm groß. Gern übernimmt dieser bildschöne Kerl das Ruder, sowohl in seiner Hundegruppe, als auch bei den Menschen - wenn man ihn lässt. Jacky benötigt klare Ansagen. Ist man von ihm akzeptiert, gibt er gern das Ruder aus der Hand und entpuppt sich als großer Schmuser. Er ist sehr clever und lerneifrig. Er steht sehr gut im Grundgehorsam und beherrscht die Kommandos „Sitz, Platz, Pfötchen, Bleib und Rolle“. Wenn es zum Gassi geht, blüht er auf und freut sich riesig. Auch Schwimmen geht er für sein Leben gern. Jacky benötigt Leute, die ihm klare Ansagen machen und sich durchzusetzen wissen. Kinder sollten das Erwachsenenalter fast erreicht haben.

Manolis Manolis ist 2008 geboren und 40 cm groß. Sein rechtes Vorderbein ist nach einem Unfall schief zusammen gewachsen. Eine Operation, wie zum Beispiel eine Begradigung würde keinen Sinn machen, da die Pfote aufgrund eines Trümmerbruchs nicht mehr einsetzbar wäre, und er somit auch nicht darauf laufen könnte. Von einer Amputation wurde abgesehen, da Manolis das Vorderbein teilweise nutzt, um etwas zu halten oder sich zu kratzen. Er kommt erstaunlich gut damit zurecht, sollte aber nicht zu lange Strecken laufen bzw. nicht joggen oder am Rad laufen. Mit Artgenossen ist Manolis gut verträglich. Er sitzt zurzeit in einer gemischten Gruppe mit Rüden und Hündinnen zusammen.  An der Leine läuft er ganz gut, in bestimmten Situationen reagiert er misstrauisch, dann sollte man ihm seine Ruhe und ihn die Situation verarbeiten lassen. Wenn man Manolis ausreichend Eingewöhnungszeit gibt, dann ist er ein prima Wegbegleiter. Für Manolis eignet sich eine Familie mit Kindern, die den Umgang mit Hunden kennen und eher ruhig sind.

Manolis

Smilla Smilla ist eine selbstbewusste, vierjährige Spaniel-Mix-Hündin mit mittelmäßig ausgeprägtem Schutztrieb. Aus diesem Grund sollte sie in erfahrene Hände vermittelt werden. Die Verträglichkeit mit Artgenossen richtet sich nach Sympathie. Sie ist sehr auf den Menschen bezogen und freut sich über jeden Spaziergang. Smilla benötigt eine ruhige, aber konsequente Hand. Einen Menschen, der ihr Vertrauen gibt und sie davon überzeugt, dass sie sich in der zweiten Reihe ausruhen darf.

Lucky ist bedingt verträglich, absolut freundlich zu Menschen, sollte allerdings nicht zu Familien mit Kindern, Katzen oder Kleintieren vermittelt werden. Lucky hat mittlerweile gelernt, an der Leine zu laufen, und das kostet er in vollen Zügen aus. Allerdings rennt er noch Fahrrädern und Joggern hinterher. Er sollte also vorerst nicht abgeleint werden, sondern erstmal Grundgehorsam lernen. Besuch einer Hundeschule würde ihm bestimmt Spaß machen. Für Lucky wünschen wir uns Menschen, die Spaß daran haben, sich mit ihm zu beschäftigen und ihm etwas beizubringen.

Jacky

Smilla

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Kastrationsaktionen 2015


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Bilanz der ETN-Kastrationseinsätze im Ausland

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it großflächig angelegten Kastrationsaktionen setzte sich der ETN dafür ein, das Leid der Straßentiere in Europa durch Reduzierung der Streunerzahl zu mildern. Der ETN hat auch 2015 mit seinem Tierärzteteam und durch die Unterstützung von Kastrationsaktionen mit externen Tierärzten einen großen Beitrag zum Tierschutz in vielen Ländern Europas geleistet. Insgesamt wurden fast 4.500 Hunde und Katzen, davon rund 3.100 durch unser Tierärzteteam, kastriert. Auch wenn sich die nachstehenden Berichte wie eine Erfolgsbilanz lesen, ist festzustellen, dass von staatlicher Seite in fast allen Ländern nach wie vor viel zu wenig geleistet wird, und die Tierschutzvereine vor Ort sehr stark auf sich alleine gestellt sind.

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eit Jahren bemüht sich der ETN, den Tierschutz in die dafür verantwortlichen Hände zu legen. Zu diesem Thema sind die Institutionen der Staaten, der Länder, der Inseln, der Städte, Gemeinden und Ortschaften gefordert. Da unsere Bemühungen seit Jahren von den staatlichen Institutionen keine oder nur wenig Beachtung finden, überlegen wir, ob diese unsere Hilfe und der damit verbundene Aufwand auch weiterhin zu verantworten sind. Daher ist es im Jahr 2016 notwendig, dass die örtlichen Tierschutzorganisationen die finanziellen Belastungen für den ETN mindern, indem die Verantwortlichen die Kosten für das Tierärzteteam übernehmen: a) Reise und Unterbringung b) Fahrdienst vom Unterbringungsort zur Kastrationsstätte incl. Fahrten für den Einkauf für Verpflegung und zu den Restaurants. c) eine 25%ige Kostenübernahme der notwendigen Medikamente und der Tierarztkosten. d) ein Tierarzt aus dem Umkreis muss vor Ort in Vollzeit unserem Ärzteteam bei der Kastration kostenlos assistieren.

Meinung zu Bitte senden Sie uns Ihre Kastrationsaktionen! Generell soll der Einsatz unseres Ärztepools auf 10 Tage festgelegt werden, damit die Effizienz gegeben ist, und die Kosten überschaubar bleiben! Mit der oben aufgeführten Kostenverteilung und den Maßnahmen würden für den ETN lediglich ca. 50 % der bisherigen Kosten pro Kastrationskampagne anfallen. Idealerweise sollten ortansässige Tierärzte die Kastrationskampagnen unter Berücksichtigung der Anzahl der Tiere durchführen. Durch unsere Aktionen in diesem Jahr und den Jahren davor haben wir viel Tierelend verhindert. Von dem damit verbundenen Ziel einer nachhaltigen Veränderung der Population sind wir aber weit entfernt. Besonders Regionen, die viel Tourismus haben, müssen Wege finden, wie sie mit staatlichen Maßnahmen und gesetzlichen Regelungen nachhaltige Verbesserungen erreichen. Unsere finanzierten und geförderten Aktionen haben in diesem Jahr über 200.000 Euro gekostet. Dieses eingesetzte Geld darf aber nicht in einem Fass ohne Boden versickern. Antonietta Tumminello (28.08.14) schreibt in Focus.de zu Straßentieren: Wussten Sie, dass es in Bulgarien ca.

250.000 Straßenhandel gibt? Dass jährlich 50.000-100.000 Tiere in brutalster Weise in sogenannten Tierheimen erschlagen, erdrosselt oder vergiftet werden? Wussten Sie, dass es in Rumänien ca. 1 Million Straßenhandel gibt? Dass jährlich Tausende in Tötungsstationen in brutalster Weise erschlagen, erdrosselt oder vergiftet werden? Wussten Sie, dass es in Griechenland ca. 400.000 Straßenhandel gibt? Dass jährlich ca. 10.000, kurz vor der beginnenden Urlaubssaison, durch Giftköder ermordet werden? Wussten Sie, dass es in Portugal 150.000 -200.000 Straßenhandel gibt? Dass jährlich ein Großteil von ihnen vergiftet und erschossen wird? Wussten Sie, dass es in Italien ca. 1 Million Straßenhandel gibt? Dass dort regelmäßig Giftköder ausgelegt werden? Anmerkung: Die Problematik wird verdeutlicht, wenn man sich die Zahl von 250.000 Straßenhunden nur von Bulgarien ansieht (Heimatland unseres Tierärzteteams). Dieses Team von drei Tierärzten hat für uns in den nachstehenden Ländern in rund 90 Einsatztagen ca. 2.000 Hunde kastriert.


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Aktionen des ETN e. V. mit unserem Tierärzteteam Unser Tierarzt Konstantin Antov sendete dazu Berichte, die wir in gekürzter Form zusammengestellt haben. In der nächsten Ausgabe werden wir von Aktionen, die mit unserer Unterstützung von Tierschutzeinrichtungen vor Ort mit eigenen Tierärzten durchgeführt werden berichten. In der Summe wurden rund 4.100 Kastrationen durchgeführt. Kastrationsaktion auf Malta, Februar 2015 und November 2015: Zum wiederholten Male arbeitete das ETN-Tierärzteteam im Jahr 2015 auf Malta, zum ersten Mal auch auf der Nachbarinsel Gozo. Dort arbeiten wir seit 2013 mit dem Umweltministerium und insbesondere mit der Abteilung für Animal Welfare zusammen, was die Arbeiten dort sehr erleichtert. Das Ministerium beteiligt sich teilweise finanziell an den Kastrationsaktionen und sorgt für die notwendigen Arbeitsgenehmigungen für die ETN-Tierärzte. Für die

Kastrationen können die Tierärzte eine private Tierklinik auf der Insel nutzen, wo die Tiere auch anschließend postoperativ versorgt werden können. Da es auf Malta wesentlich mehr streunende Katzen als herrenlose Hunde gibt, konzentrierte sich die Arbeit auf die Kastration von Katzen. Zahlreiche Tierschützer, die Katzenkolonien auf der Insel betreuten, waren dankbar, dass sie die Streuner kostenlos kastrieren lassen konnten. Im Laufe der ersten Aktion wurden insgesamt 553 Tiere kastriert (55 Hunde, 498 Katzen). Kosten: ca. 35.500 Euro Kastrationsaktion auf Rhodos, April 2015: Auf Rhodos war das ETN-Tierärzteteam 2015 zum ersten Mal. Kastriert wird auf Rhodos im städtischen Tierheim, das vom Tierschutzverein RAWS betreut wird. Es besteht eine Kooperation der Tierschützer mit der Stadtverwaltung, allerdings fehlt es dem Tierheim immer an Geld. Die Tierschützer dort ermöglichten dem

Tierärzte-Team trotzdem sehr gute Arbeitsbedingungen, arbeiteten sehr sauber und ordentlich. Da das Tierheim mehr Tiere beherbergt als ursprünglich vorgesehen, waren die Tierschützer sehr dankbar für die Hilfe durch den ETN. Kastriert wurden 620 Tiere (341 Hunde, 279 Katzen). Kosten 30.300 Euro Kastrationsaktion in Litauen, Mai 2015: Der ETN arbeitet schon seit langer Zeit mit der litauischen Tierschutzorganisation OPAN zusammen. Im Jahr 2015 fand die 6. Aktion des ETN in den Städten Vilnius und Siauliai statt. Die

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esamtzahl Kastrationen: 771 (549 in Serres + 222 in Drama) Alle Hunde wurden gechippt und tätowiert. "Die Arbeitstage waren sehr hart, da viele Straßentiere in Griechenland in einer sehr schlechten Verfassung sind und man neben Kastrationen diverse andere Behandlungen durchführte. Insgesamt war das Projekt aber sehr gelungen und die Tierschützer vor Ort lernten wir als dankbare und engagierte Menschen kennen!"


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Tierschützer vor Ort und das ETN-Tierärzteteam sind ein eingespieltes Team, daher laufen die Aktionen absolut reibungslos ab. OPAN hat auch über Vilnius hinaus viele Kooperationen mit litauischen Gemeinden und macht eine vorbildliche Tierschutzarbeit. Das ETNTeam ist mittlerweile in Vilnius und allen umliegenden Städten bekannt, und unser regelmäßiges Engagement vor Ort hat bewirkt, dass die meisten Einwohner mittlerweile Kastrationen von Straßentieren befürworten und unterstützen. Im Laufe der Aktion wurden insgesamt 640 Tiere kastriert (155 Hunde, 485 Katzen). Kosten 21.400 Euro

usern an einErrichtung von Futterhä t jek ro zp ut ch bunden, und Katzens zelne Hotelanlagen ge e: tion mit den HoLanzarot za- durch die Koopera Lan f au ekt roj tzp hu nsc d dafür Sorge getraDas Katze , da telbetreibern wir en ruf ge en Leb ins rote wurde Tiere regelmäßig gefütder In- gen, dass die f au n tze rka ne eu Str versorgt werden. sich die und tert und medizinisch en hrt me ver t ier oll ntr seit 2008 von einer sel unko anla- Das Projekt wird tel Ho n vo he Nä r de tarbeiterin des ETN gerne in igen ortsansässigen Mi ein n vo sie wo n, lte de gen ansie Kastration der Hotelfüttert betreut, die die ge ls tei en rist Tou n mitleidige ert, die Futterhäuser einiger katzen koordini t mu Un n de f rie s Die n Kontakt zu Howurden. an- kontrolliert und de ver d un r rvo he r ibe d -angestellten hält. Hotelbetre lweise telbetreibern un tei en ion ekt dir tel Ho 15 konnten mehr lasste die das Auch im Jahr 20 rch Du n. ge sun Lö n“ ale Zuge des Projektes zu „radik nzung als 50 Tiere im fla rtp Fo die d wir t jek ETN-Pro medizinisch versorgt n re- kastriert und ne tio stra Ka rch du n der Katze n durch die werden. guliert, die Katzen wurde

Kastrationsaktion in Braila (Rumänien), Juli 2015: Zum ersten Mal kastrierte das ETNTierärzteteam in diesem Jahr in Braila. Dort unterstützten wir mit einer Kastrationsaktion den Verein Dog Rescue Romania, der eine Kooperation mit der Stadtverwaltung eingegangen ist. In Braila werden – entgegen dem aktuellen rumänischen Gesetz – keine Hunde getötet. Die DRR betreut eines der städtischen Tierheime. Trotz einiger politischer Hindernisse, die auch bei der grundsätzlich guten Zusammenarbeit noch bestanden, verlief die Aktion erfolgreich und 552 Tiere (506 Hunde, 46 Katzen) konnten kastriert werden. Kosten 18.100 Euro Kastrationsaktion in Serres und Drama (Griechenland), September 2015: Der ETN arbeitet schon seit einigen Jahren mit den Tierschützern des Vereins FOS in Serres zusammen. 2014 fand die 4. Kastrationsaktion in Serres und in Drama statt. Die Tierschützer dort setzen sich auch rechtlich und politisch sehr für Tiere ein, was bereits zu einigen Auseinandersetzungen mit örtlichen Politikern geführt hat. Durch die langjährige Zusammenarbeit ist das ETN-Tierärzteteam in der Bevölkerung gut bekannt, sodass sowohl Bürger als auch ansässige Tierschutzvereine gut bei den Aktionen mithelfen. Zum ersten Mal durften die Tierärzte nun an einem Ort arbeiten, der keine Zulassung als Tierklinik hat – ein Novum in Griechenland, das durch ein

neues Gesetz ermöglicht wird. Insgesamt wurden in Serres 771 Tiere (602 Hunde, 169 Katzen) kastriert, hauptsächlich Hunde. Alle Hunde wurden gechippt und tätowiert. Kosten: 27.700 Euro


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Die Partnervereine des ETN e. V.

N

den Partnern des ETN. Im Rahmen von HundeDoc werden Tiere obdachloser Jugendlicher kostenlos behandelt. Doch der ETN unterstützt nicht nur Tierschutzvereine, auch Naturschutzorganisationen gehören zu unseren Partnern. So beispielsweise der Verein „Project Blue Sea e.V.“, der sich für den Schutz und die Erhaltung der Meere einsetzt „Schutzstation Wattenmeer“, Beim Großteil der Partnervereine han- oder die ondere für den Erhalt des delt es sich um Tierheime oder Orga- die sich insbes bes engagiert. nisationen, die Tiere aus dem In- und Weltnaturer Ausland vermitteln. Aber auch Projekte wie „HundeDoc“ in Berlin zählen zu

eben den ETN-eigenen Tier- - Malta schutzhöfen leisten wir auch - Montenegro Hilfe bei der Tier- und Natur- - Portugal nien schutzarbeit anderer Vereine. Im Jahr - Rumä n Serbie - e, rverein Partne 71 ETN 2015 hatte der en Spani - en tbezog projek f Bedar die wir je nach rn (zum Beispiel bei Kastrationsaktionen) - Unga sche Inseln Spani - . unterstützt haben Unsere Partnervereine sind in folgenden Ländern zu finden: - Deutschland - Griechenland - Italien


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Europäischer Tier- und Naturschutz e. V. als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt Mitgliederservice: D-53804 Much, Hof Huppenhardt, Tel.: 02245 6190-17 Fax: 02245 6190-11, e-Mail: mitgliederbetreuung@etn-ev.de

Bitte heraustrennen und senden an:

Europäischer Tier- und Naturschutz e. V. Hof Huppenhardt D-53804 Much Ja, ich möchte den ETN e. V. mit meiner Mitgliedschaft unterstützen. Ich erhalte

automatisch das Mitgliedsmagazin „Respektiere“. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Mein Jahresbeitrag beträgt

Euro.

Vor- und Zuname:

(Jährlicher Mitgliedsbeitrag mindestens 36,00 Euro! Nur jährliche Zahlungsweise)

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jährl.

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Die Dauer der Mitgliedschaft berechnet sich ab Antragstellung und wird ab diesem Zeitpunkt für ein Jahr erklärt. Sie verlängert sich um ein weiteres Jahr, falls nicht drei Monate vor Ablauf der Jahresfrist schriftlich gekündigt wird. Mitgliedschaft ab 18 Jahren.

eMail: Datum Unterschrift

Bitte senden Sie mir Ihren Newsletter! Erteilung einer Einzugsermächtigung und eines SEPA-Lastschriftmandats 1. Ich ermächtige den ETN e. V. widerruflich, die von mir zu entrichtenden Zahlungen von meinem Konto einzuziehen. 2. Sepa-Lastschriftmandat: Ich ermächtige den ETN e. V., Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die vom ETN e. V. auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Vor dem ersten Einzug einer Sepa-Basislastschrift wird mich der ETN e. V. über den Einzug in dieser Verfahrensart unterrichten. Gläubiger-Identifikationsnummer: DE88ZZZ00000043587 Mandatsreferenz: Wird separat mitgeteilt

Bitte helfen Sie

durch Ihre Mitgliedschaft oder eine Spende, das Tierelend zu lindern!

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Mit dem beiliegenden Antrag können Sie unkompliziert Mitglied wer-

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auch leicht über www.etnev.de beantragt werden.


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Geboren um zu sterben?

Letzte Rettung für Norikerfohlen aus Österreich Im Herbst jeden Jahres treffen sich Bauern, Pferdezüchter und Pferdehändler des Salzburger Landes im österreichischen Maishofen zu einem Spektakel, das jedes Jahr Dutzende Tierschützer auf den Plan ruft: Die Auktionen der Haflinger- und Norikerfohlen.

I

m Frühjahr werden die Fohlen geboren, um Scharen von Touristen über den Sommer hinweg zu erfreuen

und ein Alpenidyll vorzutäuschen, das es längst nicht mehr gibt. Fröhliche Fohlen springen munter über die weiten Wiesen der malerischen Bauernhöfe und kaum ein Tourist macht sich Gedanken darüber, was nach der Saison eigentlich mit den Tieren passiert. Kaum jemand bemerkt, dass die Fohlen des Vorjahres im nächsten Jahr schon längst nicht mehr da sind. Denn fast keines der Haflinger- oder Norikerfohlen bleibt auf dem heimischen Hof, einzig Stuten, die zur Zucht zu gebrauchen sind, bilden eine Ausnahme. Die Aufzucht und Haltung der anderen Tiere rechnet sich für die Bauern nicht, sie nehmen nur Platz im Stall weg, der im nächsten Frühjahr wieder für eine neue Generation Fohlen benötigt wird.

So wird der weitaus größte Teil ab Ende August auf Fohlenauktionen in Maishofen, Stadl Paura oder einer anderen Kleinstadt versteigert. Besonders schöne Tiere, wie die begehrten Tigerschecken, oder Tiere, die zur Zucht geeignet sind, werden von Privatpersonen oder anderen Züchtern ersteigert, aber für die meisten Tiere bedeuten die Auktionen die Endstation. Sie werden zum Kilopreis von italienischen Schlachtbetrieben aufgekauft. So beginnt direkt nach den Strapazen der Versteigerung für sie der letzte Weg ins Schlachthaus. Der ETN und zahlreiche andere Tierschutzvereine haben in den letzten Jahren immer wieder einige Fohlen vor diesem Schicksal bewahrt und die chancenlosen Tiere, am Ende der Auktionen freigekauft. Für jedes dieser geretteten Tiere bedeutet dieser Schritt die Chance auf ein neues Leben bei Menschen, die den Wert eines Pferdelebens


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Um auch den Fohlen eine Chance zu ermöglichen, deren Weg direkt ins Schlachthaus geführt hätte, hat sich der ETN in diesem Jahr entschlossen, Tiere über einen Mittelsmann direkt von den Bauern zu kaufen. Durch diese Vorgehensweise konnten wir acht Norikerfohlen vor dem sicheren Tod retten, denn

all diese Tiere wären ohne Zweifel geschlachtet worden. Drei Fohlen konnten wir sofort in ein neues Zuhause vermitteln, die übrigen fünf Tiere hoffen jetzt auf Hof Huppenhardt auf ein liebevolles, neues Zuhause. Bis dieser Wunsch wahr wird, können sich Max, Remus, Maxi, Timo und Waldemar auf dem ETN-Tierschutzhof von den Strapazen des Transports erholen und ganz in Ruhe ihr Fohlenleben genießen. Wer Interesse hat, eines der Fohlen zu übernehmen, kann sich gerne in unserer Hauptgeschäftsstelle melden, Tel.: 02245 / 61900 Wir danken allen Spendern für ihre Hilfe!

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senden Tierschutzvereine ersparen wollen, weiß niemand. Fakt ist aber, dass die Zahl der Fohlen auf den Auktionen rückläufig ist.

Extra-Tipp 11.11.20

wirklich zu schätzen wissen. Doch mittlerweile geht die Tendenz bei Bauern und Züchtern dahin, die Fohlen schon vor den Auktionen an Schlachthöfe zu verkaufen. So haben sie nicht einmal mehr die Chance, von privaten Käufern oder Tierschützern ersteigert zu werden. Ob die Bauern sich die Auktionsgebühr oder die Kritik der anwe-


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Letzte Rettung für Bären in Not

Der Bärenpark „Libearty“


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I

n diesem Jahr konnte ein besonderes Projekt in der Nähe von Brasov (Rumänien) Jubiläum feiern: Der Bärenpark des Vereins „Asociatia de Protectie a Animalelor Milioana de Prieteni“. Mittlerweile blickt das Bärenschutzgebiet auf zehn Jahre erfolgreicher Arbeit zurück und dies wurde im Oktober diesen Jahres von zahlreichen Besuchern gefeiert. Auch Dieter Bössow war als Repräsentant des ETN war vor Ort, um sich selbst ein Bild über die Entwicklung des Projektes in den letzten Jahren zu machen. Das Bärenschutzgebiet mit dem treffenden Namen „Libearty“ in Zarnesti in der Nähe der rumänischen Großstadt Brasov hat es ich zum Ziel gesetzt, verletzte Wölfe und Bären aufzunehmen und ihnen auf dem 80 ha großen Gelände ein würdiges Leben zu schenken. Geleitet wird die Anlage von der Tierschützerin Christina Lapis, die nebenbei auch noch ein Tierheim für Hunde und Katzen betreut. Frau Lapis kennt jeden Bären und jeden Wolf auf der Anlage und jedes dieser Tiere hat seine eigene schreckliche Geschichte. Meist stammen die Bären aus Zoos oder Zirkusbetrieben, wo sie in winzigen Käfigen ihr Dasein fristen mussten. Auch reiche Privatleute halten in Rumänien teilweise Bären; so befinden sich im Park beispielsweise zwei Tiere, die über Jahre hinweg auf dem Grundstück eines russischen Millionärs an einen Baum angebunden waren. Wenn solche Tiere in den Bärenpark kommen, sind die meisten Tiere mehr tot als lebendig und müssen aufwändig wieder aufge-

päppelt werden. Zuerst werden sie in der medizinischen Station des Parks versorgt und bei Bedarf zur weiteren Pflege vorerst einzeln untergebracht. Sind sie genesen, können die Tiere ins Freigehege entlassen werden, das den Bären mit seinem alten Baumbestand und zahlreichen Teichen eine möglichst naturnahe Umgebung bietet. Durch die reiche Strukturierung des Parks können die Tiere voreinander ausweichen, so dass Sozialstress vermieden wird. Im Bärenpark können die Tiere sich somit endlich von den Strapazen ihres früheren Lebens erholen und ihr natürliches Verhalten ausleben. Besucher gibt es nur wenige im Park und das ist auch nicht gewünscht, um die Bären so wenig wie möglich zu stören. Einzig die Mitarbeiter des Parks haben immer ein wachsames Auge auf

ihre Schützlinge, auch nachts wird die Anlage mit für die Tiere nicht störenden Infrarotkameras überwacht. Während im Jahr 2008 noch 40 Bären im Park lebten, ist die Zahl mittlerweile auf 88 Tiere angestiegen – 88 Leben, die aus tierquälerischer, unwürdiger Haltung gerettet wurden. Prominente Paten – gestern wie heute Zu den größten Unterstützern des Projektes zählte Winnetou-Darsteller Pierre


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Brice. Im Juni dieses Jahres verstarb der Schauspieler und hinterließ eine große Lücke im Tierschutz in Rumänien. Hella Brice, die Gattin des Schauspielers, möchte diese Lücke nun erfreulicherweise ausfüllen und sich in den nächsten Jahren verstärkt im Tier- und Naturschutz einsetzen. So veranlasste sie beispielsweise, dass der Erlös aus der Versteigerung von Requisiten der Winnetou-Filme zu einem großen Teil dem Bärenpark „Libearty“ zugutekam. So konnte Pierre Brice auch über seinen Tod hinaus noch Gutes im Wildtierschutz bewirken. Die Liste der Unterstützer des Bärenparks ist lang, und auch heute findet sich unter den Namen noch viel Promi-

nenz. So wurde der Park beispielsweise von Evanna Lynch besucht, Darstellerin in den Verfilmungen der Harry Potter-Buchreihe. Für die Tiere ist die prominente Unterstützung überlebenswichtig, denn so kann auf das wichtige Thema „Bärenschutz“ aufmerksam gemacht werden. Auch die Spendenbereitschaft für das Projekt steigt mit jedem prominenten Unterstützer. Auch der ETN hilft Bereits in der Anfangsphase des Projektes unterstützte der ETN den Bärenpark durch Finanzierung der elektrischen Zaunanlage. Momentan arbei-

ten wir an der Rettung dreier Bären aus einem rumänischen Zoo, in dem die Tiere nicht artgerecht in viel zu kleinen Gehegen gehalten werden. Diese Tiere sollen nach ihrer Rettung ebenfalls im Bärenpark in Zarnesti untergebracht werden, damit auch sie endlich ein Leben in einer natürlichen Umgebung führen können. In Zukunft plant der ETN die Unterstützung des Bärenparks weiter fortzuführen, denn ein Projekt, bei dem Wildtierschutz und Tierliebe so erfolgreich Hand in Hand gehen, lohnt es sich zu unterstützen.


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Der ETN e. V. – Unsere Ziele

D

er Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) wurde im Jahr 2001 gegründet und unterstützt und fördert seitdem eine breite Palette an Tier- und Naturschutzprojekten. Mehr als 70 Partnervereine, die im Tierund Naturschutz tätig sind, werden von uns projektbezogen unterstützt und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Mit unseren beiden Tierschutzhöfen leisten wir einen unmittelbaren Beitrag zum aktiven Tierschutz. Unsere Ziele im Überblick: Tier- und Naturschutz durch gezielte Aufklärung Durch Informationskampagnen und Aufklärung in TV, Internet und Printmedien klären wir Menschen über aktuelle Tier- und Naturschutzthemen auf und benennen Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Auf unseren Tierschutzhöfen bringen wir Besuchern den richtigen Umgang mit Tieren nahe und zeigen, dass auch alte und kranke Tiere schützenswert sind. So bringen wir den Tierschutz in die Köpfe der Menschen! Lebensbedingungen von Hausund Nutztieren verbessern Auf lokaler wie auch auf überregionaler politischer Ebene setzen wir uns für bessere Haltungsbedingungen so-

genannter „Nutztiere“ ein. Dazu nutzen wir das uns übertragene Verbandsklagerecht und wirken in politischen Gremien und Beiräten mit.

von Respektiere In der nächsten Ausgabe Biotop und die berichten wir über unser Station. Arbeit in der Biologischen

Förderung von Artenschutzprojekten Der Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten soll ein zentrales Thema unserer Arbeit werden. Dazu arbeiten wir mit Vereinen wie der Schutzstation Wattenmeer und Project Blue Sea zusammen, denn gemeinsam können wir mehr erreichen. Tierleid verhindern, bevor es entsteht Europaweit kastrieren wir Straßentiere und verhindern so, dass immer mehr Tiere auf Europas Straßen im Elend leben müssen. Im Zuge der Kastrationsaktionen helfen wir nicht nur Straßentieren direkt, sondern treten auch an politische Entscheidungsträger heran, um die Situation von Grund auf zu verändern. Auch in Deutschland setzen wir uns für eine Kastrationspflicht für Heimund Straßenkatzen ein.

Hilfe zur Selbsthilfe leisten Europaweit schulen wir Tierärzte, Hundefänger und Tierschützer und setzen so den Grundstein für eine erfolgreiche Tierschutzarbeit auch ohne Hilfe des ETN e.V. Einzelschicksale werden nicht vernachlässigt Bei all der Not verlieren wir auch Einzelschicksale nie aus den Augen und kämpfen für jedes in Not geratene Tier. Viele dieser Tiere finden auf unseren Tierschutzhöfen Hof Huppenhardt und Hof Wiesenfeld ein sorgloses Leben und werden ausschließlich in gute Hände vermittelt.

Foto: Christian Fischer [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons. org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Steinbruch Schönenberg und Gelbbauchunke


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Ferkelkastration ohne Betäubung ab 2019 verboten

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ie Verstümmelung von Nutztieren ist in Mastbetrieben allgegenwärtig: Das Kupieren von Schnäbeln, das Enthornen von Kühen oder das Kupieren von Ringelschwänzen ist zwar teils verboten, aber trotzdem gang und gäbe. Nun hat die Bundesregierung endlich den Riegel vor eine besonders grausame Praxis in der Schweinemast geschoben, die betäubungslose Kastration von Ferkeln. Bisher durften männliche Ferkel bis zum achten Lebenstag betäubungslos kastriert werden, das heißt, den Tieren wurde der Hoden bei vollem Bewusstsein entfernt. Zwar sollen dabei alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Schmerzen oder Leid der Tiere zu verhindern, doch in der Praxis wird – wenn überhaupt – nur ein Schmerzmittel eingesetzt, das den akuten Schmerz des Eingriffs nicht verhindert. Dieses tierschutzwidrige Vorgehen wird nun ab Januar 2019 verboten. Warum werden Ferkel kastriert? Der Eingriff bei männlichen Ferkeln wird durchgeführt, um den typischen Ebergeruch zu vermeiden, der sich bei männlichen Tieren ab einem Gewicht von ca. 80 kg entwickelt. Schuld an

dem typischen Geruch, den viele Menschen als unangenehm empfinden, sind Pheromone, die der Eber in seinen Hoden bildet. Die Stoffe reichern sich im Fettgewebe des Tieres an, sodass das Fleisch von Ebern einen charakteristischen Geschmack erhält. Kastriert man die Tiere vor der Geschlechtsreife, bleiben Geschmack und Geruch aus. In Deutschland werden zurzeit jährlich etwa 20 Millionen Ferkel ohne Betäubung kastriert. Erlaubt ist der Eingriff durch das Tierschutzgesetz eigentlich nur über eine Ausnahmeregelung, trotzdem ist es mittlerweile eine Routinemaßnahme in den deutschen Mastbetrieben. Bei dem Eingriff werden die Ferkel fixiert und die Hoden werden vom Landwirt mittels eines Messers entfernt. Oft sind die hygienischen Bedingungen schlecht, sodass es nach dem Eingriff zu Infektionen kommt. Eine Betäubung wird aus wirtschaftlichen Gründen bisher nicht eingesetzt, einzig ein Schmerzmittel wird teilweise verwendet. Das Schmerzmittel beseitigt allerdings lediglich den Schmerz nach der Operation, während des Eingriffs bleibt die Schmerzintensität unverändert. Warum greift das Verbot erst 2019? Während in anderen Ländern, wie beispielsweise der Schweiz oder Norwegen, die betäubungslose Kastration schon seit mehreren Jahren verboten

ist, lässt sich Deutschland noch bis 2019 Zeit dafür. Eine Begründung, die genannt wird, ist, dass noch nicht klar ist, welche Alternativen sinnvoll genutzt werden können, die für die Betriebe auch noch wirtschaftlich sind. Lokale Betäubungen bieten laut Untersu-

Fotos: DA, Karin Wobig, Katharina WielandMüller, Stefan Schwarz, pixelio.de


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chungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover in den meisten Fällen keine komplette Schmerzausschaltung, sind also aus Tierschutzsicht nicht sinnvoll. Bei allgemeinen Betäubungen, die durch Injektion erreichen, dass das Tier komplett schläft, gibt es eine Todesrate bis zu 3%, und die Schweine schlafen danach meist noch sehr lange. Dadurch können die Ferkel eine lange Zeit nicht von der Mutter gesäugt werden, was ihre körperliche Fitness insgesamt schlecht beeinflussen kann. Eine Alternative wäre die risikoärmere Inhalationsnarkose, die allerdings recht teuer ist. Außerdem kann auch hier eine sichere Narkose nur durch den Tierarzt gewährleistet werden, weshalb viele Betriebe diese Narkoseform als nicht praktikabel empfinden. Gute Alternativen zur Kastration stellen nach Expertenansicht die Ebermast oder

M

it dem Buch „Igel in der Tierarztpraxis“ hat Pro Igel e.V. einen umfangreichen und trotzdem übersichtlichen Ratgeber veröffentlicht, der sich nicht nur an Tierärzte, sondern auch an Igelstationen und private Igelpfleger richtet. Da die Therapie von Igeln vielfach von der Behandlung anderer Säugetiere abweicht, sollte dieser Leitfaden in keiner Tierarztpraxis oder Pflegestation fehlen. Neben der detaillierten Vorstellung einzelner Erkrankungen finden sich in dem Buch auch Medikationstabellen und Warnhinweise für die tägliche Praxis. Infos zur Pflege junger oder geschwächter Tiere werden ebenso gegeben wie allgemeine Informationen zu Biologie und Verhalten von Igeln und zu rechtlichen Grundlagen.

eine Immuno-Kastration dar. Bei der Ebermast werden die Tiere recht früh geschlachtet, wodurch man die Entstehung des Ebergeruches vermeiden will. Dies funktioniert allerdings nicht bei allen Tieren, sodass im Schlachthof eine Geruchskontrolle erfolgen muss. Zusätzlich stellt die Ebermast besondere Ansprüche an den Betrieb, da die Eber von den weiblichen Tieren getrennt gehalten werden müssen und auch anderes Futter benötigen. Bei der Immuno-Kastration wird den Ferkeln zweimal eine Art Impfung gespritzt. Dadurch werden Antikörper gegen ein Hormon gebildet, das für die Ausbildung der Hoden verantwortlich ist – die Hoden bilden sich zurück und der Ebergeruch entsteht (in den meisten Fällen) nicht. Diese Art der chemischen Kastration wird schon in einigen Ländern genutzt, und sie gilt als Alternative zur chirurgischen Kastration. Allerdings ist die Immunisierung sehr teuer. Doch so schwierig die Suche nach einer praktikablen Alternative auch sein mag, ist doch sicher, dass die betäubungslose Kastration keine Lösung mehr sein kann und darf! Schweine sind ebenso schmerzempfindlich und verwundbar wie wir Menschen und einem Kleinkind würde auch niemand eine OP ohne Narkose zumuten. Das haben auch einige große Lebensmittelmärkte mittlerweile erkannt und so wollen REWE, Aldi Süd und Aldi Nord ab 2017 kein Fleisch von betäu-

bungslos kastrierten Schweinen mehr verkaufen. Lidl tut dies nach eigenen Angaben bereits seit 2014 nicht mehr. Verstümmelungen sind alltäglich in Mastbetrieben Ebenso wie die Kastration sehr junger Ferkel sind auch das Enthornen von Kühen, das Schnabelkürzen bei Legehennen und das Kupieren von Ringelschwänzen durch das Tierschutzgesetz in Ausnahmefällen erlaubt. Das heißt, diese Eingriffe sind – theoretisch – nur im Einzelfall nach genauer Prüfung zulässig, wenn andere Maßnahmen versagen. Trotz dieser klaren Rechtslage werden in deutschen Betrieben routinemäßig allerlei Amputationen am Tier vorgenommen, weil die Tiere durch mangelnde Beschäftigung und nicht artgerechte Haltung Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen und Federpicken entwickeln. So werden wieder einmal die Tiere an das schlechte Haltungssystem angepasst und nicht umgekehrt die Bedingungen auf die Tiere abgestimmt. Will man das System der Massentierhaltung grundsätzlich verändern, müssen jegliche Verstümmelungen ohne jede Ausnahme per Gesetz verboten werden. Nur so kann auch ein Umdenken in der Haltung stattfinden.

„Igel in der Tierarztpraxis“ ist somit ein nützliches Handbuch sowohl für Tierärzte und professionelle Igelpfleger als auch für Laien, da es dazu beiträgt, gängige Fehler im Umgang mit Igeln zu vermeiden. Der Ratgeber kann über den Buchhandel oder bei Pro Igel e.V. zum Preis von 12,50 Euro bestellt werden. Igel in der Tierarztpraxis 6. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage Verlag Pro Igel e.V., Lindau/B. 2015 172 Seiten, zahlreiche Tabellen und Abbildungen ISBN 978-3-940377-13-5

BuchTIPP!


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Kindergruppen erkunden Hof Huppenhardt Im Rahmen der Aktion „Geschenkte Zeit“ des Kinderschutzbundes Neunkirchen-Seelscheid besuchten auch in diesem Jahr wieder zwei Kindergruppen unseren Tierschutzhof.

Die Grundschulkinder konnten die Tiere auf dem Hof füttern und streicheln; besonders unsere Schweine freuten sich sehr über die zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Kinder waren begeistert vom freundlichen Wesen und der Neugier der Schweine. Nachdem die Schüler alle Tiere des Hofes kennengelernt und mit "Leckerchen" versorgt hatten, gab es auch noch etwas „harte“ Stallarbeit. Mit Schubkarre, Mistschaufel und

einheiten sehr. Die Kleintiere des Hofes kam en ebenfalls nicht zu kurz, den n die Besucher sammelten eim erweise Löwenzahn für uns ere Kaninchen. Am Ende der Aktion wa ren sowohl Kinder als auch Tie re

glücklich. Wir freuen uns sehr, einigen Kindern auch im nächsten Jahr wieder "ein Stück Zeit zu schenken".

einige sich die Kinder Besen nahmen seren r und halfen un Pferdeboxen vo isten. ißig beim Ausm Tierpflegern fle aber einfache Arbeit, Eine nicht ganz icht N em Spaß daran. sie hatten trotzd am en der Pferde war re nur die Boxen se un blitzblank, auch Ende des Tages ie sg au n den Gästen Ponys wurden vo be lie nders Astra, eine big geputzt. Beso reichele, genoss die St ältere Ponydam


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Niemalsnicht und Sonnenstrahl Iris Kater

E

Foto: John Boyer, sxchu, Iris Kater

igentlich war es ein sehr warmer Abend am Südpol, und alle kleinen Pinguine spielten vergnügt im Wasser. Um sich gegenseitig zu beweisen, wie mutig sie waren, kletterten sie auf immer höhere Felsen und sprangen ins Meer. Jeder von ihnen wollte der Mutigste sein. Nur der kleine Pinguin Niemalsnicht saß in seinem Iglu und hatte sich in eine rote Wolldecke gekuschelt. „Geh doch raus zu den anderen“, sagte seine Mutter. Aber Niemalsnicht antwortete nur: „Niemals“, denn das sagte er immer. Ihm war kalt und außerdem hielten ihn die anderen für einen Angsthasen, weil es ihm keinen Spaß machte von den Klippen zu springen. Für sie war er einfach ein Feigling. Doch Niemalsnicht war lieber alleine und las ein Buch. Die anderen Pinguine aber dachten sich immer verrücktere Mutproben aus. Heute überlegte sich Plum eine Mutprobe für die Anderen, denn er war der Mutigste. „Ich wette“, lachte er, „ihr traut euch nicht, den alten Eisbär Brumm mit Schnee zu bewerfen.“ Brumm, das müsst ihr wissen, wollte auch lieber alleine sein, und deshalb war er vor einigen Jahren vom Nordpol zum Südpol gewandert - weil es hier keine Eisbären gab. „Wenn wir ihn wütend machen, wird er uns bestimmt fressen wollen“, warf das kleine Pinguinmädchen Sonnenstrahl ein. „Du bist ein Feigling wie Niemalsnicht“, lachte

Plum sie aus. „Nein, das bin ich gar nicht“, rief Sonnenstrahl wütend. „Dann beweise es doch“, sagte Plum. Was sollte Sonnenstrahl da tun? Eigentlich wollte sie Brumm nicht ärgern, denn sie mochte den alten Bären. Aber wenn sie es nicht tat, würden alle anderen über sie lachen. Sonnenstrahl nahm ihren ganzen Mut zusammen und formte einen großen Schneeball in ihren Flügelspitzen. Dann ging sie los, um Brumm zu suchen. Die anderen Pinguine folgten ihr, denn das wollte keiner verpassen. Ein Stück nördlich des Pinguindorfes hatte sich Brumm eine Höhle gesucht und hatte sich heute schon früh zum Schlafen hingelegt. Zurück konnte Sonnenstrahl nun nicht mehr. Sie hob ihre Hand und warf den Schneeball mit aller Kraft in die Höhle. Der Schneeball traf genau, genau Brumms Nase. Vor Schreck wäre Brumm fast das Herz stehen geblieben. Er wischte sich den Schnee von der Nase und dann hörte er ein lautes Lachen. Alle machten sich über ihn lustig, nur Sonnenstrahl stand da und wusste nicht, was sie tun sollte. Da wurde Brumm böse. Er rannte aus seiner Höhle und stellte sich auf seine Hinterbeine. „Was soll das? Könnt ihr mich nicht in Ruhe lassen?“, schrie er wütend. Aber die Pinguine hörten nicht auf zu lachen. „Ich kriege euch“, knurrte Brumm, den das Lachen nur noch wütender machte und jagte hinter den Pinguinkindern her. Diesen war plötzlich gar nicht mehr zum Lachen zumute, sie bekamen Angst und liefen davon. Ganz besonders Sonnenstrahl wollte Brumm erschrecken, denn sie hatte ja auch den Schneeball geworfen. Sonnenstrahl lief so schnell sie konnte, doch Brumm war schneller. Dann fing das dünne Eis an und es wurde für beide gefährlich. Sonnenstrahl war leicht und das Eis trug sie, doch Brumm hatte so seine Probleme. Es knackte und dann brach das Eis unter dem großen Bären zusammen. „Hilfe, Hilfe,” rief er verzweifelt. Er versuchte sich an der Eiskante festzuhalten, aber das Eis war auch für seine Tatzen zu glatt. Sonnenstrahl drehte sich um und wollte Brumm helfen, aber sie war alleine einfach zu schwach.

So schnell sie konnte rannte sie in das Pinguindorf, wo die anderen schon wieder damit beschäftigt waren, sich gegenseitig Streiche zu spielen. „Schnell, schnell“, rief sie außer Atem, „ihr müsst mir helfen. Brumm ist auf dem Eis eingebrochen und kommt alleine nicht mehr hinaus.“ „Das ist viel zu gefährlich“, antwortete Plum, „außerdem ist es doch nur ein alter Bär.“ „Ihr seid gemein“, schrie Sonnenstrahl, und die Tränen kullerten ihr über das Gesicht. „Wir müssen ihm helfen!“ Doch die anderen lachten nur. Auch Niemalsnicht hatte in seinem Iglu das Schreien gehört und war neugierig geworden. „Niemalsnicht, Nienmalsnicht“, rief Sonnenstrahl und rannte auf ihn zu. „Bitte hilf mir, Brumm ist in das Eis eingebrochen, und ich bin zu schwach, ihm zu helfen.“ - „Der ist doch viel zu feige“, riefen die Anderen und lachten weiter. Doch so feige war Niemalsnicht gar nicht. Er packte Sonnenstrahl an der Hand und lief mit ihr los. Brumm konnte sich kaum noch halten und hatte keine Kraft mehr als die beiden ankamen. Gemeinsam versuchten sie, Brumm herauszuziehen, aber Brumms Fell hatte sich mit Wasser vollgesogen, und er war jetzt einfach zu schwer. Da sprang Niemalsnicht ohne nachzudenken einfach in das Eisloch. Er tauchte unter Brumm weg und schob ihn dann von unten ein Stück aus dem Wasser heraus. Gerade so, dass Brumm einen Eisblock erreichte und sich herausziehen konnte. Er war gerettet! Niemalsnicht war der Held des Tages, und Niemalsnicht, Sonnenstrahl und Brumm waren von nun an die besten Freunde. Niemand lachte ihn mehr aus! Denn Mut lässt sich nicht an Mutproben messen, sondern an einem reinen und starken Herzen!


Foto: Naturfoto-Online / J. Schiersmann


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Warum treffen sich Eisbären und Pinguine nie? Der Eisbär, auch Polarbär genannt, ist einer der größten Bären der Welt und wird bis zu 3,1 m groß und 900 kg schwer. Ähnliche Größen erreichen neben dem Eisbären nur der Kodiak-Bär und der Braunbär. Du hast bestimmt schon einmal einen Eisbären im Zoo gesehen. Sein weißes Fell ist nicht zu übersehen. Weißes Fell? Ja, in der Sonne sieht es so aus, aber eigentlich sind die Haare des Eisbären innen hohl und

… und warum treffen sic h Pinguine und Eisbären eigentlich nie? Na, weil Pin guine am kalten Südpol (An tarktis) leben, an dem es nur wenige Tiere aushalten. Den Eisbäre n wären die Antarktis zu kalt und leben auch mit einigen Mensc hen, die sich an die harten Lebens bedingungen gewöhnen kon nten am Nordpol (Arktis).

Findest du die zehn Unterschiede!

rgt se Eigenschaft so transparent. Die e nn So r Wärme de dafür, dass die ge t au schwarze H direkt unter die Ist t. er ärme speich langt, die die W h , dann wälzt sic zig das Fell schmut an lt ah hnee und str der Eisbär im Sc n ße ei w r in einem schließend wiede ig, ärme ist wicht W Glanz. Diese n he isc zw is kann es dann in der Arkt d un r te sius im Win -50 Grad Cel m ar w er s im Somm 20 Grad Celsiu dem Eisbären im es werden. Wenn gt er m wird, dann le Sommer zu war ins gt rin ee oder sp sich auf den Schn . t sich so ab Wasser und kühl nJagd gehen, kö e di Wenn sie auf /h km 40 m bis zu nen sie auf de

schnell werden, im Wasser dagegen sind sie nur 10 km/h schnell, dafür können sie bis zu 100 km am Stück ohne Pause schwimmen. Sie werden 20 – 30 Jahre alt und ernähren sich von Robben, Lachsen und Lemmingen. Dafür haben sie einen tollen Geruchssinn, denn sie können bis zu einer Entfernung von 32 km riechen.


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ETN-Partner "Project Blue Sea" erneut im Einsatz auf Langeoog

Fotos: Serg Alexa, Levi Gruber, Heather Crawford,sxc.hu

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ie Meeresschützer vom ETNPartner "Project Blue Sea" waren anlässlich des diesjährigen internationalen Küstenreinigungstages am 19. September erneut auf der ostfriesischen Insel Langeoog unterwegs und befreiten die dortigen Strände von Plastikmüll und weiterem angespülten Unrat. Insgesamt etwa 400 kg Meeresmüll betrug die Ausbeute der neun Aktivisten. Der "Project Blue Sea"-Vorsitzende Sascha Regmann berichtet: "Das Wetter hat prima mitgespielt, die Motivation unserer Leute war hervorragend, und somit stand einer tollen Aktion nichts mehr im Wege." Zeitgleich zur Kampagne auf Langeoog fand auch in Berlin eine FlussReinigungsaktion statt, welche von der "Project Blue Sea" Meeresmüll-Expertin Angelika Heckhausen initiiert wurde. Dort sammelten etwa 20 aktive Helfer entlang des Havel-Ufers zahlreichen Müll ein und entsorgten ihn anschließend ordnungsgemäß. Meeresmüll - das ist vielen Menschen nicht bewusst - hat seinen Ursprung zu einem großen Teil im Binnenland. Von dort aus werden nämlich viele Gegenstände über Bäche und Flüsse bis ins Meer eingetragen.

Die Langeooger Kurverwaltung, sowie engagierte Inselbewohner unterstützten das Blue Sea-Team auf der Insel nach Kräften. Im Langeooger "Haus der Insel" hat sich auch die Meeresmüll-Sonderausstellung von "Project Blue Sea" längst etabliert und ist fester Bestandteil der angebotenen Touristen-Informationen geworden. Ab Mitte November präsentiert "Project Blue Sea" auch in Nordrhein-Westfalen im Herner Kulturzentrum eine Wanderausstellung zum Thema. Dort werden dann auch Exponate der soeben abgeschlossenen Sammelaktion zu sehen sein. Die Wan-

derausstellung wurde durch die Europäische Tier- und Naturschutzstiftung gefördert und ist seit 2014 im Dauereinsatz. Bezeichnenderweise einen Tag nachdem das "PBS"-Team Langeoog verlassen hatte, gelangte eine Kegelrobbe an die Küste und war dabei völlig in ein abgerissenes Fischernetz verwickelt. Glücklicherweise gab es in diesem Fall ein Happy End. Ein Jagdaufseher und ein Mitarbeiter der Kurverwaltung konnten die Robbe gemeinsam aus dem Netz befreien.


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Die großen Versprechungen der Geflügelindustrie

Die Antwort auf diese Fragen ist schnell beim Durchlesen gefunden, was bei nur sechs Kapiteln kein großer Aufwand ist. Schon das erste Kapitel „Verantwortung“ beginnt mit der Formulierung, man bekenne sich zur Einhaltung von Vorschriften und Standards. Welche Standards allerdings genau gemeint sind, wird nicht gesagt. Besonders im Bereich der Putenhaltung gibt es ohnehin sehr wenige gesetzliche Vorschriften und so kann es nicht wirklich als Verdienst gewertet werden, diese

wenigen Richtlinien einzuhalten. Auch bezieht man sich in der Charta auf das QS-System und dessen Richtlinien, der Tierschutz spielt allerdings in diesem System keine Rolle. Auf die Nutzung von Antibiotika wir nur sehr vage eingegangen, konkrete Zahlen zum Einsatz von Medikamenten findet man in keinem Abschnitt der Geflügel-Charta. Die Rolle des AntibiotikaEinsatzes in der Geflügelwirtschaft bei der Entstehung multiresistenter Keime wird heruntergespielt, obwohl eine Studie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ergeben hat, dass allein in NRW in mehr als 90 Prozent der Putenmastdurchgänge Antibiotika eingesetzt werden. Anstatt konkrete Zahlen und Verbesserungsvorschläge zu liefern, konzentrieren sich die Kapitel der Charta eher darauf, Werbung für die Geflügelwirtschaft zu machen. So wird hervorgehoben, dass man schon „frühzeitig auf antibiotische Leistungsförderer verzichtet“ habe – eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Die Behauptung, das Geflügel könne in allen Betrieben jederzeit natürliche Verhaltensweisen ausleben, wie beispielsweise Staubbaden, ist angesichts bekannter Bilder mit mehreren Tausend Puten oder Masthähnchen in einer Halle schwer zu glauben. Die Aussage, der Verbraucher würde ehrlich und transparent über die Art der Fleischerzeugung infor-

miert, führt die Geflügel-Charta endgültig ad absurdum. Angesichts solcher Behauptungen fragt man sich, ob die Verfasser dieses Werbeschriftstücks die Videoaufnahmen zahlreicher Tierschützer nicht kennen, die Hallen voll dicht gedrängter, verletzter und verendeter Tiere zeigen. Aber es gibt auch ehrliche Sätze in der Geflügel-Charta: Geflügelfleisch in Deutschland soll erschwinglich bleiben, und die Politik wird aufgefordert, den Export in Drittländer zu ermöglichen. Diese beiden Forderungen drücken sehr genau den Zweck aus, der mit der Veröffentlichung verfolgt wird, nämlich schlechte und tierquälerische Haltungsbedingungen in der Geflügelwirtschaft schönzureden und den Verbraucher über den mangelnden Einsatz für mehr Tierwohl hinwegzutäuschen. Fazit Das in der Charta formulierte Ziel, Deutschland solle „das beste Geflügelland der Welt“ sein, bezieht sich ganz sicher nicht auf die Bereiche Tierschutz und Verbraucherinformation, denn konkrete Verbesserungsvorschläge für diese Bereiche sucht man vergebens. Die Fehler, die im System bestehen, wie Hochleistungs-Qualzuchten und zu große und überfüllte Ställe, bleiben auch weiterhin bestehen. Stattdessen bezieht man sich auf bestehende Richtlinien, bei denen die Praxis längst gezeigt hat, dass sie nicht ausreichend sind. Letztlich ist das Dokument also das, was viele Tierschützer bereits im Vorfeld erwartet hatten: Ein Werbeprospekt der Geflügelindustrie ohne konkrete Ziele.

Foto: Uschi Dreiucker, Jens Bredehorn, Christoph Aron, Radka Schöne, pixelio.de

„D

ie deutsche Geflügelindustrie macht Tierwohl und Tiergesundheit zu ihrer zentralen Aufgabe.“ So lautet ein Leitsatz der neuen „Geflügel-Charta“, die im Herbst vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) veröffentlicht wurde. Klingt gut, doch kann man diesen positiv formulierten Absichten Glauben schenken? Oder ist die Geflügel-Charta doch eher eine inhaltslose Eigenwerbung der Geflügelindustrie?


RESPEKTIERE | 31

Das Verbandsklagerecht Unser Landesbüro in Nordrhein-Westfalen

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eit Dezember 2013 hat der ETN in NRW das Verbandsklagerecht, welches bestimmt, dass Vereine und Verbände die Rechte der Tiere auch gerichtlich einfordern können. Auf diese Weise können wir den Bedürfnissen der Tiere, beispielsweise bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, direkt eine Stimme geben, und man ist nicht allein auf die Entscheidungen der Behörden angewiesen. Doch die anerkannten Vereine, wie der ETN, können nicht nur klagen, sondern sind auch an Genehmigungsverfahren beteiligt. Der ETN hat unter anderem das Recht, in die Genehmigung von Bauvorhaben einbezogen zu werden. Die Vereine erhalten eine Benachrichtigung und können Einsicht in die Akten einfordern. Wenn also zum Beispiel ein neuer Schweinestall für die Mast gebaut werden soll, können alle zugelassenen Vereine den Antrag genau prüfen, Bedenken äußern und Aspekte einbringen, die von den Behörden bisher nicht berücksichtigt wurden. Um das Verbandsklagerecht zielführend auszuüben, haben wir uns mit anderen anerkannten Tierschutzvereinen (Ariwa, BMT, Deutsches Tierschutzbüro, Landestierschutzverband NRW, Tierversuchsgegner, Bundesverband Tierschutz) zusammengeschlossen und gemeinsam ein Landesbüro gegründet. Das Büro in Düsseldorf bearbeitet ca. 2.500 Anträge pro Jahr, dabei handelt

es sich um Anträge für Tierversuche, Bauvorhaben oder Anträge nach § 16a des Tierschutzgesetzes. Sie werden aus Tierschutzsicht bewertet und - falls nötig - dazu auch Akteneinsicht beantragt. Als Verein nimmt der ETN außerdem an politischen Ausschüssen, Beiräten und Arbeitsgruppen teil und berät Ministerien bei Gesetzgebungen, die den Tierschutz betreffen. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir landwirtschaftlichen Themen wie der Putenmast, der Haltung von Sauen in Kastenständen, der betäubungslosen Ferkelkastration und der Anbindehaltung und Schlachtung von Rindern. Aber auch Haus- und Wildtierthemen kommen im Rahmen des Verbandsklagerechts zur Sprache, so beispielsweise die Katzenschutzverordnung und die Reform des Landesjagdgesetzes. Unser Büro koordiniert die Tätigkeit aller Bündnispartner, so dass eine effiziente und schnelle Zusammenarbeit gewährleistet ist. Auch der Kontakt zu den zuständigen Behörden wird durch das Landesbüro koordiniert. Somit ist es ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen Tierschutzvereinen funktionieren kann. Gemeinsam mit sechs anderen Vereinen können wir dem Tierschutz ein sicheres Standbein in der Politik garantieren.


32 | RESPEKTIERE Leserbriefe zum Thema „Katzensteuer“

Fotos: E. Kopp, Fritz Zühlke, pixelio.de

Viele Katzenhalter ignorieren das Problem Vogelfang. Beliebte Zitate: "Das sind doch nur kranke, schwache Vögel." "Das ist natürlich!" Aber: Erstens ist die Konzentration von Raubtieren, wie sie in Wohngebieten durch die Katzen entsteht, keineswegs natürlich - und dadurch kommt es ohne Zweifel dort zu einer deutlichen Reduktion von Singvögeln. Zweitens habe ich bei meiner Katze beobachtet, dass sie keineswegs nur kranke Vögel fängt, sondern hauptsächlich junge und unerfahrene Tiere, Elternvögel, die auf der angestrengten Futtersuche unachtsamer sind, Vögel, die an der Tränke überrascht werden, die im strengen Winter auf der mühsamen Futtersuche unaufmerksamer werden oder die als Zugvögel aus Wäldern in Wohngebiete kommen und Katzen nicht kennen. Da ich selbst eine Katze halte, die Vögel fängt, ich aber den Vögeln dieselben Rechte einräumen möchte, habe ich Konsequenzen gezogen: Meine Katze trägt zur Brutzeit (März bis Juli)

sowie in Zeiten strengen Winterwetters eine Glocke. Zudem lasse ich sie tageweise im Haus, wenn ich bemerke, dass Jungvögel unterwegs sind. Nach 2-3 Tagen sind diese dann so geschickt und erfahren, dass sie nicht mehr zur allzu leichten Beute werden. Die Katze hat sich schnell an die Glocke gewöhnt, und die Vögel lernen schnell, das Glöckchen mit ihr in Verbindung zu bringen. Tierschützern, die von Tierquälerei reden, antworte ich: Vogelbabies, die in ihrem Nest verhungern, weil die Mutter tot ist, sind eine größere Tierquälerei und "Katzenopfer" wie den seltenen Zaunkönig (Ein häufiger Wintergast in meinem Garten!) können wir uns im Sinne des Naturschutzes einfach nicht leisten. Ich glaube aber nicht, dass eine Katzensteuer helfen würde. Erstens halten etliche Menschen Katzen auch in der Wohnung - die Steuer dürfte dann nur für Freigänger gelten. Zweitens ist es gerade bei Katzen oft so, dass man den Besitzer nicht direkt nachweisen kann die Katze müsste also eine Steuermarke tragen.

E F E I R B LESER Sehr geehrte Damen und Herren, ich beziehe mich auf Ihren Aufruf im letzten Heft. Ich glaube nicht, dass eine Katzensteuer dabei hilft, gegen die Reduzierung von Vögeln vorzugehen. Ich denke, sehr viele Leute werden ihre Katzen dann erst recht in der Natur aussetzen. Den Rückgang der Vögel erkläre ich mir durch verschiedene Umstände: 1: Umweltverschmutzung 2: Rückgang ihrer Lebensräume 3: Tiere wie Elstern, Krähen, Marder, Eichhörnchen, usw... auch Katzen Wenn, dann würde ich für eine allgemeine Tiersteuer plädieren ... und zwar für alle Tiere, die man in Haus und Hof hat. Christian Beuttenmüller

Dorothea Meichsner, Dresden


RESPEKTIERE | 33

Sehr geehrter Herr Giesen, lange wollte ich Ihnen schon schreiben und dazu gratulieren, dass Sie einen super tollen neuen Auftritt von ETN generiert haben! Auch die Zeitschrift „Respektiere“ ist super geworden. Mein Mann und ich sind schon lange Mitglied bei ETN und haben seit ca. 3,5 Jahren auch den kleinen Emil (Ziege) bei uns, den wir in Huppenhardt geholt haben. Eigentlich wollte ich im letzten Jahr die Mitgliedschaft beenden, da ich mich fürchterlich über „grausame Newsletter“ geärgert hatte. Man sah die schrecklichsten Bilder und auf die Frage hin, ob das so sein muss, habe ich nie eine Antwort erhalten und den Newsletter sofort gekündigt. Ich glaube, nun weht ein ganz anderer Wind bei ETN. Die Homepage ist ebenfalls wieder schön zu lesen und durchzustöbern, und man muss nicht Angst haben, wieder auf der Startseite Fotos vorzufinden, die einen nicht schlafen lassen. Ich finde es toll, dass Sie den Hof Huppenhardt endlich mehr „vermarkten“ wollen. Die meisten haben Angst, sich überhaupt dem Eingang zu nähern, weil viele denken, dass man da nicht rein darf! Von offen und informativ war ja nicht die Spur zu finden. Im Gegenteil. Auch das Hinweisschild „Huppenhardt“ sagt den meisten Menschen gar nichts. Der Weihnachtsmarkt in Much

ist dafür bestens geeignet; da viele Menschen aus dem Mucher Umfeld dort sind. Die Aktion Blue Sea gegen Plastikbeutel ist auch ein klasse Gedanke! Dieser Prozess – das Umdenken in den Köpfen - wird noch lange dauern. Man kann dieses Thema auch nur offensiv angehen und mit viel Geduld und Aufklärung bewerben und unterstützen. Das Thema Kastration ist leider auch ein sehr aktuelles Thema; ich kenne viele im privaten Umfeld, denen das einfach viel zu teuer ist, beim Tierarzt mal eben mehrere hundert Euro für z. B. einen Hund zu lassen, der kastriert werden soll. Probleme gibt es wohl mehr als genug. Aber sehen Sie diese Probleme auch als Herausforderung! Ich glaube, Sie sind auf einem solch guten Weg! Gerne würde ich auch nochmal wie im Jahr 2012 eine „Kinderheim-Aktion“ auf Hof Huppenhardt machen. Das war damals richtig klasse für die Kids. Wenn ich Sie in irgendeiner Form als „Nachbarin aus Kranüchel“ unterstützen kann – jederzeit gerne, soweit es meine Zeit zulässt.

Samira kommt regelmäßig aus dem Kinderheim zu uns.

Glückwunsch zu einem hervorragenden Neustart – und wir bleiben selbstverständlich nun Mitglied. Viele Grüße Lucie Hänscheid

Lucie Hänscheid: „Leider ist Emil im November gestorben. Emil hatte ein sehr schönes Leben bei uns. Jeden Tag hat mein Mann frische Möhren, Äpfel und Brot kleingeschnitten. Platz zum Rumtoben mit Baumstämmen sowie ein kuscheliges Nachtquartier hatte Emil auch. Es ist verrückt, dass zwei erwachsene Menschen wie wir sich so verhalten und so traurig sind. Aber unsere Tiere sind ein Teil von uns. Und der kleine Rabauke Emil hatte unsere Herzen schon erobert, als er noch in Hof Huppenhardt war.“


34 | RESPEKTIERE

Der ETN und die Schutzstation Wattenmeer

Eine Erfolgsgeschichte

Amrum r am Strand von

tie Kegelrobbenjung

Ruhezone für Robben durch den ETN finanziert Bereits seit Jahrzehnten betreut die Schutzstation Wattenmeer Seehunde und Kegelrobben an der Nordseeküste. Im Gegensatz zu Seehunden bringen Kegelrobben ihre Jungen im Winter auf vorgelagerten Sandbänken zur Welt. Werden diese niedrigen Sände bei Sturm überspült, finden sich die jungen, schon schwimmfähigen Robben oft an Stränden wieder, die stark von Touristen frequentiert werden. Seit Jahren werden sie dann von der Schutzstation Wat-

tenmeer durch Errichtung von flexiblen Ruhezonen geschützt. Mitarbeiter der Schutzstation beaufsichtigten die Ruhezonen und weisen Touristen drauf hin, ausreichend Abstand zu den Robben zu halten. Außerdem werden interessierte Passanten über die Arbeit der Schutzstation und die Notwendigkeit der Maßnahmen informiert. So können die Jungen ungestört von ihren Müttern gesäugt werden. In diesem Jahr unterstützt der ETN die Schutzstation Wattenmeer bei der Betreuung der Kegelrobben durch die Anschaffung einer neuen Ausrüstung.

Bisher wurden die Ruhebereiche eher provisorisch errichtet, aber mit Hilfe des ETN soll sich das jetzt ändern. Der ETN wird professionelle eine Ausrüstung für Einrichtung und Betreuung der Ruhezonen finanzieren. So kann sowohl dem Ruhebedürfnis der jungen Robben als auch dem Informationsbedürfnis der Touristen Rechnung getragen werden. Der erste Einsatz der neuen Ausrüstung wird im Winter 2015/2016 erfolgen.


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emeinsam mit unserem Partner Schutzstation Wattenmeer e.V. setzt sich der ETN e.V. seit 2001 für den Erhalt des einzigartigen Lebensraumes Wattenmeer ein. Viele gemeinsame Projekte wurden bereits realisiert und die Zusammenarbeit des ETN mit der Schutzstation ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Hier möchten wir unseren langjährigen Partnerverein noch einmal vorstellen.

Fotos: Dr. Stephan Barth, pixelio.de, Kirsten Thiemann, Stefan Czybik, Moritz Fritz, Schutzstation Wattenmeer

Die Schutzstation Wattenmeer Seit 1962 engagiert sich die Schutzstation Wattenmeer gegen Meeresverschmutzung, Ölförderung und andere Entwicklungen, die den Lebensraum Wattenmeer bedrohen. Der Verein unterstützt den Nationalpark Wattenmeer durch Schutzgebietsbetreuung vor Ort sowie durch Lobbyarbeit als Naturschutzverband.

20 Schutzstationen an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein bieten ganzjährig ein breites Spektrum an Naturerlebnis-Veranstaltungen an, um Urlauber für den Erhalt des Wattenmeeres zu sensibilisieren und zu begeistern. Wattwanderungen, Vogelführungen, Strand- und Dünenexkursionen oder Seetierfangfahrten werden vor allem von Ehrenamtlichen der Schutzstation durchgeführt. Um den ökologischen Zustand des Wattenmeeres kompetent beurteilen zu können, wirkt die Schutzstation außerdem an verschiedenen wissenschaftlichen Beobachtungsprogrammen mit: Zählungen der Rast- und Brutvögel, der Wattbodentiere und Beobachtungen von Strandverschmutzungen. So trägt die Schutzstation nicht nur durch Umweltbildung, sondern auch durch die Erhebung wissenschaftlicher Daten zum

Schutz des Weltnaturerbes Wattenmeer bei. Gemeinsame Projekte Der Umbau zweier Seminarhäuser der Schutzstation auf den Halligen Langeness und Hooge wurde teilweise vom ETN e.V. finanziert. Auf Hallig Langeness wurde mit Hilfe des ETN das Dach des vorhandenen Seminarhauses erneuert und ausgebaut und somit eine Wattwerkstatt mit Vortrags- und Seminarraum geschaffen. Durch die Umbauarbeiten konnte die Schutzstation Wattenmeer ihr Umweltbildungsangebot auf der Hallig entscheidend erweitern und eine moderne Bildungs- und Seminarstätte errichten, die den Besuchern den Lebensraum Wattenmeer näherbringt. Durch Aufklärung und gezielte Öffentlichkeitsarbeit wird so zum Schutz des Wattenmeeres beigetragen. Auch auf Hallig Hooge beteiligte sich der ETN am Umbau des SchutzstationSeminarhauses, das mittlerweile eine zentrale Naturschutz-Bildungsstätte des Wattenmeeres geworden ist. In der „Arche Wattenmeer“, einem Erlebniszentrum in einer ehemaligen Kirche in Hörnum/Sylt, können Besucher die Artenvielfalt des Wattenmeeres auf zwei Etagen erleben und sich über die Bedrohungen dieses einzigartigen Lebensraumes informieren. Einen aktuellen Bericht über die Ausstellung finden Sie auf der folgenden Seite. www.arche-wattenmeer.de


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Besuch der Arche Wattenmeer

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n meiner Urlaubswoche auf Sylt nutzte ich die Gelegenheit zum Besuch der Arche, die zur Schutzstation Wattenmeer gehört. Die Arche Wattenmeer ist eine ehemalige katholische Kirche, die mit finanzieller Unterstützung des ETN e. V. zum größten Nationalpark-Infozentrum der Schutzstation umgebaut wurde. Mit der „Arche Wattenmeer“ möchte die Schutzstation Faszination und Verständnis für den Lebensraum wecken und dessen besondere Schutzwürdigkeit darstellen. Bei meinem Besuch ist mir besonders aufgefallen, dass Schülerinnen und Schüler einer Schulklasse sich hoch motiviert in der Ausstellung informierten und gezielte Fragen zu den einzelnen Bereichen stellten. Auf Rückfrage wurde mir vom Leiter der Station gesagt, dass im Jahr rund 8.000 Schülerinnen und Schüler die Ausstellung besuchen.

Die Besucher können in der Ausstellung spielerisch die Unterwasserlandschaft erleben und an vielen Stationen die Vielfalt des Lebens in der Nordsee und auch auf den Sandstränden entdecken. Ein wichtiger Bereich macht deutlich, dass die Vermüllung der Meere leider auch vor der Nordsee nicht haltmacht. Auch wird vor Augen gehalten, dass durch die Förderung von Öl und Gas, Erschließung von neuen Ölfeldern sowie den Abbau von Kies und Sand, Verlegung von Erdkabeln und Ausbau der Windenergie der Lebensraum der Tierwelt stark eingeschränkt wird. Mit dem neuen Bildungsprojekt „Beach Explorer“ der

Schutzstation Wattenmeer schlägt die Ausstellung die Brücke zur Müllproblematik in den Weltmeeren mit der einhergehenden Belastung vor allem für die Meeresvögel. Als weiterer Höhepunkt werden Wattwanderungen, Seetierfangfahrten zu den Seehundsbänken und vieles mehr angeboten. Herbert Kluthausen Vorstandvorsitzender der ETN-Stiftung


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Ein neues Heim für Wuppertaler Stadttauben

Eröffnung des vom ETN geförderten Taubenschlags Bei schönem Sommerwetter fand am 21.08.2015 die Einweihungsfeier eines neuen Taubenschlages in Wuppertal-Oberbarmen statt, der zum Großteil durch den ETN finanziert wurde. Es wurde an einen bestehenden Taubenschlag ein neues Gebäude angebaut, das nun zusätzlich Platz für ca. 200 Tauben bieten soll.

B

ei der Einweihungsfeier, auf der auch Vorstandsmitglied Renate von Heyden-Klaaßen anwesend war, fand das vom Förderverein Stadttauben Wuppertal e.V. betreute Projekt viel Anklang. Positive Anerkennung bekam der Bau auch von den Wuppertaler Stadtwerken (WSW), denen der Schwebebahnbetrieb unterstellt ist und deren Gebäudehallen stark unter der Verschmutzung durch Tauben leiden. Die Stadtwerke hatten sich daher bereits am Bau des alten Taubenschlages in Wuppertal beteiligt, der nun durch den neuen Anbau grundlegend erweitert wurde. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin und ein Vertreter der Ingeborg-Kolkmann-Stiftung lobten den durchdachten Anbau an das alte Taubenhaus.

Betont wurde auch die Vorbildfunktion für andere Städte,, denn schließlich gibt es die Stadttaubenproblematik in sämtlichen Städten Deutschlands und es kann und darf nicht mehr die Lösung sein, wilde Stadttauben einzufangen und zu töten. Die Verringerung der Anzahl der in Städten lebenden Tauben kann nur geschehen, indem von engagierten Taubenschützern, wie beispielsweise den Helfern des Fördervereins "Stadttauben Wuppertal e. V.", täglich und regelmäßig Taubeneier eingesammelt und durch Gipseier ersetzt werden. Leider findet das Projekt bei den Wuppertaler Bürgern noch nicht sehr viel Anklang, hier muss also dringend noch weitere Aufklärungsarbeit geleistet werden.


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Kastrationsprojekt Brăila

C

atarina Busse ist Studentin der Veterinärmedizin und seit 10 Jahren Praktikantin bei der Tierärztin vom HundeDoc Projekt Jeanette Klemmt. Im Juni 2015 ist sie mit der Bitte an den ETN herangetreten, unser Ärzteteam bei der Kastrationsaktion in Rumänien vom 15. - 29.07.15 zu verstärken. Diesen Wunsch haben wir gerne erfüllt und auch finanziell unterstützt. Bei der Ankunft am Bukarester Flughafen wurde ich von einem Mitarbeiter der rumänischen Dog Rescue Romania abgeholt. Man zeigte mir zuerst die Räumlichkeiten der Praxis, sowie das vom Dog Rescue Romania geführte Tierheim in Bukarest, bevor ich zum Einsatzort Brăila und der Unterkunft gefahren wurde. Bereits während der Fahrt wurde mir die Notwendigkeit dieses Projektes aufgrund der Vielzahl der Straßenhunde in Rumänien ersichtlich. Am nächsten Morgen

lernte ich das bulgarische TierärzteTeam des ETN und den Projektorganisator Herrn Hoffmann kennen. Nach organisatorischer Absprache wurden uns die Einrichtung und Operationsräume gezeigt. Hier warteten bereits mehrere Tiere zur Kastration. In den darauffolgenden zwei Wochen wurden mehrere Hundert Hunde und auch Katzen kastriert, des Weiteren wurden Maßnahmen zur hygienischen Versorgung ergriffen, wie antiparasitelle Behandlungen und weitere medizinische Eingriffe, z. B. Tumor- oder auch Hernienentfernung. Unter einer Hernie versteht man den Austritt von Baucheingeweiden durch eine Öffnung, die meist in der Bauchwand liegt. Zu meinem Arbeitsbereich gehörte die OP-Vorbe-

reitung, medikamentöse Behandlung mit Antibiotika und Medikamentengabe sowie postoperative Nachsorge und Überwachung der Tiere. Selbst als politische Einschränkungen das Projekt behinderten, wurden das städtische und das von Dog Rescue Romania geführte Tierheim bei den Kastrationen unterstützt. Zusammenfassend glaube ich, in Anbetracht meines ersten freiwilligen Einsatzes, dass dieses Projekt ein Erfolg für die Organisatoren war. Die Dringlichkeit für weitere solcher Einsätze zur Eindämmung der Überpopulation von Straßentieren war vermehrt erkennbar. Nur damit kann das daraus folgende Leid und Elend weiterer Tiere verhindert werden. Auch die Notwendigkeit zur weiteren Unterstützung der rumänischen Tierschützer, deren Arbeit durch politische Zwänge und Repressionen bereits erschwert ist, war offensichtlich.


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Was tun bei Tierquälerei?

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mmer wieder erreichen uns Anrufe und Berichte von Menschen, die beobachten, dass ein Tier schlecht gehalten oder vernachlässigt wird. Doch den Missstand einfach nur dem nächsten Tierschutzverein zu melden, reicht nicht. Vielmehr sollte man selbst aktiv werden. Wir sagen Ihnen, wie Sie in solchen Situationen am besten vorgehen können. Laut deutschem Tierschutzgesetz darf niemand einem Tier ohne Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen (§1). Ferner ist festgelegt, dass das Tier „seinen Bedürfnissen entsprechend“ gepflegt, ernährt und untergebracht sein muss; leider geht das Gesetz nicht näher auf die genauen Haltungsbedingungen ein. So bleiben die Vorschriften zur Tierhaltung, sofern nicht in anderen Verordnungen geregelt (z. B. bei verschiedenen Nutztieren und Hunden) eher schwammig und lassen von Seiten der Behörden und privater Halter viel Raum. Nichtsdestoweniger sollte man sich auf das Tierschutzgesetz beziehen, wenn man denkt, eine tierschutzwidrige Haltung entdeckt zu haben. Dokumentieren Sie den Fall möglichst


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genau und machen Sie detaillierte Angaben zu Ort, Datum und Uhrzeit. Auch Fotos und Videos sind hilfreich. Wenn es der Fall zulässt, kann diese Dokumentation auch über einen längeren Zeitraum erfolgen, um mehr Beweise zu sammeln. Ziehen Sie auch einen Zeugen hinzu, der bereit ist, Ihre Aussage zu bestätigen und seine eigenen Eindrücke zu schildern. Ansprechpartner Wenn ein Tier akut in Gefahr ist oder gequält wird, wenden Sie sich bitte sofort an die Polizei! Generell unterscheidet das Tierschutzgesetz zwischen Handlungen, die eine Straftat darstellen (§17) und Ordnungswidrigkeiten (§18). Wer ein Tier vorsätzlich „ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“ macht sich strafbar, ebenso jemand, der ein Tier durch Unterlassen tötet oder quält (z. B. fehlende tierärztliche Behandlung, Verhungern oder Verdursten des Tieres). Bei Straftaten droht eine Freiheits- oder Geldstrafe sowie ein Tierhalteverbot. Verschiedene andere tierquälerische Handlungen werden nach §18 demgegenüber nur als Ordnungswidrigkeiten eingestuft. Bei Ordnungswidrigkeiten ist das Veterinäramt

zuständig. Die Einschätzung der Rechtslage ist für einen Laien in der Praxis nicht unbedingt einfach. Scheuen Sie daher nicht den Weg zur Polizei. Dort wird man Ihnen im Zweifel sicherlich sagen, wer zuständig ist. Falls Sie Kontakt mit dem Veterinäramt aufnehmen wollen, sollten Sie im Zweifelsfall mehrmals nachhaken oder sich ggf. an Vorgesetzte wenden, sollte das Amt zunächst untätig bleiben. Grundsätzlich dürfen die Amtsveterinäre aus Datenschutzgründen zwar keine nähere Auskunft geben, aber ob sie sich des Falls angenommen haben oder nicht, sollte man Ihnen in den meisten Fällen sagen können. Amtsveterinäre müssen sich um Verstöße gegen das Tierschutzgesetz kümmern!

Viele Menschen sind der Meinung, dass es ausreicht, den nächsten Tierschutzverein zu verständigen und sind entsprechend enttäuscht, wenn dieser dann auf das Veterinäramt verweist. Man muss aber wissen, dass ein Verein nicht mehr Rechte hat, einzuschreiten als eine Privatperson. Auch ein Tierschutzverein darf ein Tier nicht beschlagnahmen, denn Vereine haben keinerlei amtliche Befugnisse. Genauso wie Privatpersonen kann ein Verein lediglich versuchen, das Gespräch zu den Tierbesitzern zu suchen und sie dazu bewegen, das Tier abzugeben oder die Haltung zu überdenken. Alles Dinge, die eine Privatperson ebenfalls tun kann. Es ist wichtig, dass jeder, der Tierleid entdeckt, auch versucht, dagegen anzugehen, denn der ein oder andere Fall kann gerade durch persönliches Engagement zum Guten gewendet werden.


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Jolie – eine unglaubliche, aber wahre Geschichte

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m Mai 2010 zog Jolie bei uns ein, eine Strandkatze aus Zypern, die wir dort während unseres Osterurlaubs kennengelernt und aus dem Elend gerettet hatten. Diese Katze und meine Tochter Nadja, damals elf Jahre alt, waren bereits im Hotel unzertrennlich, und es war kein großes Problem, die Katze von dort ganz legal nach Deutschland einfliegen zu lassen. Seit dieser Zeit war Jolie ein heiß geliebtes neues Familienmitglied. Jolie durfte ins Freie, d. h. in unserem Garten und in unserer Siedlung herumlaufen. Eines Abends verschwand Jolie spurlos. Am nächsten Tag unternahm ich noch nichts weiter, als die Katze überall zu suchen und zu rufen. Aber niemand hatte sie gesehen. Am übernächsten Tag begann ich mir ernsthaft Sorgen zu machen und ​rief die örtliche Polizei an, natürlich auch das Wittener Tierheim, aber auch das Bochumer Tierheim, denn Katzen halten sich nun mal nicht an Ortsgrenzen. Ich rief alle sechs Wittener Tierärzte sowie

zwei ortsnahe Tierarztpraxen an, um eine Notiz mit der Beschreibung unserer vermissten Katze zu hinterlassen. Jolie war selbstverständlich gechippt und so außergewöhnlich gezeichnet, dass sie leicht zu identifizieren wäre. Ich rief ebenfalls das Wittener Stadtreinigungsamt an, da von den Mitarbeitern​ dort immer wieder mal überfahrene Tiere eingesammelt und entsorgt werden, doch Jolie war nicht aufgefunden worden. Das Schlimmste war, dass es einen Tag nach dem Verschwinden von Jolie geschneit hatte und somit einfach alles weiß war, und ich wusste, dass diese Katze weder Kälte noch Schnee kannte und wahrscheinlich dadurch noch zusätzlich litt. Außerdem verwischte der Schnee alle Spuren und Gerüche und erschwerte sicher die Orientierung. Doch war sie überhaupt noch draußen? Vielleicht hatte sie jemand mitgenommen? So entschieden wir uns, noch zusätzlich eine Zeitungsannonce aufzugeben

und auch eine Belohnung auszusetzen, wenngleich das sehr umstritten ist. Irgendwann, nach vielen Wochen des völlig vergeblichen Suchens und Wartens, fanden wir uns mit der Situation ab. Im Internet stieß ich auf Aussagen, dass mitunter in Winterzeiten auch Eulen oder Füchse sehr wohl Katzen töten und fressen würden. Oder saß Jolie doch irgendwo im Warmen und jemand hielt diese Katze fest,


wollte sie einfach behalten, weil sie so lieb und so schön war? So vergingen knapp 5 Jahre, und nie wieder haben wir von Jolie gesehen oder gehört. Und dann geschah das Unglaubliche - unser "kleines Wunder": Ich fuhr an einem Samstagmittag die Straße entlang, auf dem Weg zum Supermarkt.​ Da erblickte ich sie. Unsere Jolie saß auf einem Parkplatz, ca. 10 Meter von der Straße entfernt! Ich wusste sofort, dass es MEINE Katze war, hielt an, stieg aus und näherte mich vorsichtig. Doch ich kam nicht dazu, Jolie zu greifen, sie ließ mich nicht dichter heran als 2-3 Meter. Mein Herz pochte vor Freude und Aufregung ganz fürchterlich, und doch war ich gerade völlig hilflos. Ich wusste nur eins: Ich durfte die Katze nun nicht mehr aus den Augen verlieren. So folgte ich ihr über eine Stunde. Sie saß mal hier und mal dort, lief unter Autos her und in verschiedene Gärten, über drei Straßen und Hinterhöfe. Sie schien es nicht eilig zu haben, kannte sich offensichtlich aus und wirkte weder verstört noch hungrig, sondern hielt mich lediglich "auf Abstand". Auf einmal lief Jolie dann durch eine Hecke über einen kleinen Hinterhof und verschwand in einem geöffneten Fenster, was direkt hinter ihr geschlossen wurde. Aha! Jolie wohnte also jetzt in jenem gelben Haus an einer Hauptverkehrsstraße. Ich klingelte bei den Leuten, stellte mich vor und fragte sie, wem denn diese Katze gehörte. "Die gehört mir, die ist mir vor vier Jahren zugelaufen, warum?" „Weil das meine Katze ist", erwiderte ich und begann, die ganze Geschichte zu erzählen. Doch davon wollte die Dame zunächst nichts wissen und auch nichts glauben, betonte, dass sie mir die Katze keinesfalls wiedergeben würde und dass alles sowieso "längst verjährt sei". Von dem Mikrochip wusste sie nichts, weil sie auch zugab, in all den Jahren nicht einmal beim Tierarzt gewesen zu sein, der den Chip natürlich gefunden hätte. Immerhin hätte sie aber Zettel im Ortsteil aufgehängt und auch am Kiosk, wo sie arbeitete, einen Aushang gemacht - "Katze gefunden". Zunächst wandte ich mich an das Tasso-Haustierregister und konnte herausfinden,

dass dort Jolie mit ihrer Chipnummer und meiner Adresse immer noch als vermisst registriert war. Dann sprach ich mit unserer Rechtsanwältin vom ETN, die mir erklärte, was der Finder einer Katze (bzw. eines Haustieres) tun oder lassen musste. Danach war mir klar, dass die Finderin von Jolie ihrer Meldepflicht für eine "Fundsache" (das Tier ist in dem Fall leider immer noch eine Sache) definitiv nicht ordnungsgemäß nachgekommen war. Sie hätte den Fund einer "amtlichen Behörde" melden müssen, das wären z. B. die Polizei, das städtische Tierheim oder ansässige Tierschutzvereine gewesen. Da dies alles versäumt wurde, konnte der Mikrochip meiner Katze nirgendwo entdeckt und ausgelesen werden. Jeder Tierarzt und jedes Tierheim und inzwischen auch die örtliche Polizeidienststelle in Witten (vielleicht aber nicht jede Polizeistelle?) hätten in Sekundenschnelle Jolies Chipnummer mit dem Scanner gelesen und bei Tasso nachgefragt. So wäre im Normalfall meine Katze innerhalb weniger Stunden wieder bei mir gewesen. Am nächsten Tag entschied ich mich, Anzeige wegen Diebstahl zu erstatten und benachrichtigte auch die Dame darüber, dass ich mich zu "juristischen Schritten" entschlossen hätte, da ich zweifelsfrei beweisen könnte, dass Jolie meine Katze war. Auch Jolies Impfpass war immer noch vorhanden und bewies samt dem Foto, der Beschreibung und der Chipnummer, dass sie mir gehörte. Da fuhr die Dame selbst zu einem Tierarzt. Dem erzählte sie die ganze Geschichte, und der Tierarzt ließ ordnungsgemäß die Chipnummer von Jolie bei Tasso überprüfen. Natürlich erschien ich sofort als Besitzerin der Katze, und nachdem der Tierarzt die


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Dame über die eindeutige Rechtslage aufgeklärt hatte, beschloss sie, Jolie in der Praxis zu lassen, damit ich sie dort abholen könnte. Ich war außer mir vor Freude. Nun ist Jolie wieder bei uns und ihre lange Reise hat ein Ende. Zu groß ist die Angst, dass sie wieder wegläuft und nicht zurückfindet oder herumstreunt. Der Besuch bei unserem Haustierarzt ergab keine Erkrankung. Jetzt ist Jolie endlich auch wieder frisch geimpft und entwurmt, was ja fast fünf Jahre lang versäumt worden war. Ich nahm noch einmal Kontakt zu der Dame auf, bei der Jolie nun so lange gewohnt hatte, und bedankte mich für ihre späte Einsicht, bot ihr auch an, dass sie Jolie gern einmal in ihrem "richtigen Zuhause" besuchen und sehen könnte, dass es ihr hier sehr gut ging.

Fotos: Uwe Kortengräber, Rüdiger(Roger) Uwe Eichler, pixelio.de

Resümee Die Geschichte des Verschwindens und Wiederfindens meiner Katze hat so viele Fragen aufgeworfen, dass ich diese Gelegenheit einfach dazu nutzen möchte, das Wichtigste für alle Finder und Verlierer von Katzen (und auch Hunden!) zusammenzufassen, in der Hoffnung, damit etwas mehr Klarheit für alle zu schaffen und bestenfalls sogar dazu beizutragen, dass andere Tiere ​effektiver gesucht und gefunden werden können. 1. Was ist genau ein Mikrochip? Ein Mikrochip, auch Transponder genannt, ist ein ca. 12 mm langes, winziges elektronisches Kleinteil, welches vom Tierarzt in die linke Halsseite des

Hundes unter die Haut gespritzt wird, was im Allgemeinen schmerzfrei ist. Jeder Chip hat einen weltweit einmaligen 15-stelligen Zifferncode, mit dem ein Tier eindeutig identifiziert werden kann. Der Chip sitzt lebenslang unsichtbar unter der Haut des Tieres und kann mithilfe eines Lesegerätes (Scanner) ausgelesen werden. Er ist für das Tier vollkommen ungefährlich und kostet einmalig 25-40 Euro bei der Implantation. Erst nach erfolgter Anmeldung (des Besitzers, Züchters) des Tieres mit seiner Chipnummer bei einer Haustierartenbank (in Deutschland sind das​ Tasso e.V. und das Deutsche Haustierregister) ist eine Zuordnung zu seinem Besitzer erfolgt, d. h. diese erfolgt nicht automatisch beim Chippen! Dies muss deshalb erwähnt werden, weil immer wieder gechippte Tiere aufgefunden werden, deren Chip aber nirgendwo registriert ist, sodass keine Zuordnung zum Besitzer des Tieres möglich ist. 2. Was muss und was sollte der Finder einer Katze bzw. eines Hundes tun? Wenn ein Tier draußen aufgefunden wird, und es nicht verletzt oder krank ist (was einen sofortigen Tierarztbesuch unumgänglich macht!), dann sollte es zunächst mit Futter und Wasser versorgt werden. Danach kann man in Ruhe nach einer Kennzeichnung schauen. Oft stehen Telefonnummern und Adressen in Halsbändern oder im Geschirr, oder die Ohren sind tätowiert. Findet man jedoch keine Telefonnummer und keine Tätowierung, die auch nur ein Fachmann mit Zugang zu Datenbanken lesen kann, dann muss das Fundtier auf eine Mikrochip-Kennzeichnung hin untersucht werden. Beides - Tätowierung und Chip lesen - können am besten ein Tierarzt oder ein Tierheim. Als Fazit gilt Nur ein Mikrochip ist ein klarer Beweis für die Zugehörigkeit eines Tieres und hält auch juristisch Stand. Wissen sollte man auch, dass es nach wie vor in Deutschland​leider keine Pflicht ist, eine Katze oder einen Hund mit einem Mikrochip zu kennzeichnen, solange m​an damit nicht ins Ausland fährt (dann ist der Chip seit 2011 Pflicht). 

Selbstverständlich sind alle Hunde und Katzen, die der ETN vermittelt, mit einem Mikrochip gekennzeichnet. Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet   Renate von Heyden- Klaaßen ETN- Vorstand​


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Die Gülle und das Geld

M

it der Massentierhaltung haben sich dann aber – nicht nur im Bereich des Tierschutzes – große Probleme ergeben, denn die große Anzahl der Tiere produziert

wesentlich mehr Gülle als auf den Feldern als Dünger genutzt werden kann. Nach der Düngemittelverordnung müssen Bauern ausreichend große Flächen nachweisen, auf denen sie die von ihnen produzierte Gülle ausbringen können. Hat ein Bauer diese Flächen nicht, muss er die Gülle abtransportieren lassen. Viele Firmen haben erkannt, dass sich aus diesem Problem ein Geschäft machen lässt. Es entwickelten sich regelrechte „Nährstoffbörsen“, in denen Transportfirmen die Gülle bei Landwirten mit Massentierhaltung abtransportieren und auf Feldern von Bauern ausbringen die beispielsweise eher Getreide anbauen und Dünger benötigen. Auch Biogasanlagen können mit der Gülle betrieben werden. Grundsätzlich wäre dieses System ein guter Weg, um Überdüngung in bestimmten Gebieten mit großen Mastbetrieben, wie Niedersachsen, zu verhindern, gäbe es nicht mittlerweile auch einen „Gülle-

tourismus“ aus dem Ausland. Die Niederlande produzieren beispielsweise im Jahr wesentlich mehr Gülle als auf den Äckern im eigenen Land ausgebracht werden kann, daher ist das einzige Mittel, den stinkenden Abfall loszuwerden ein Export in die Nachbarländer, allen voran Deutschland. So exportieren die Niederlande im Jahr 1,4 Millionen Tonnen Gülle nach Deutschland, diese Menge entspricht den Ausscheidungen von 60.000 Kühen. Ein Großteil dieser Gülle landet auf den Feldern in Nordrhein-Westfalen, allein 80 % des gesamten niederländischen Gülle-Exports. Laut NRW-Landwirtschaftsministerium sind die Auswirkungen bereits im Boden messbar, insbesondere höhere Nitratwerte wurden festgestellt. Diese Stickstoffverbindung wird von Pflanzen zum Wachstum benötigt, doch auf überdüngten Äckern versickert ein Großteil des Nährstoffes ungenutzt und findet sich irgendwann in Flüssen, Seen, dem Grundwasser und dem Meer wieder. Nimmt der Mensch über das Trinkwasser Nitrat auf, entsteht im Körper Nitrit, das toxisch wirkt. Es verhindert den Transport von Sauerstoff im But und kann deshalb bei Säuglingen ab einem

Fotos: M. Großmann, Thomas Max Müller, Uschi Dreiucker, pixelio.de

Gülle, die in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung entsteht, ist ein wertvoller Dünger für Äcker und Grünland. Sie ist reich an Nährstoffen wie Nitrat und Phosphat, das von Pflanzen dringend zum Wachstum benötigt wird. Landwirte nutzen daher schon seit langer Zeit die Gülle, die von den eigenen Tieren produziert wird, um Felder und Äcker zu düngen.


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bestimmten Grenzwert beispielsweise zum Erstickungstod führen. Auch Erwachsene und Kinder werden durch erhöhte Nitratkonzentrationen gefährdet, da sich im Körper krebserregende Verbindungen bilden können. Doch ein erhöhter Stickstoffeintrag ins Wasser gefährdet nicht nur Menschen, sondern ganze Ökosysteme. So führt die zusätzliche „Düngung“ in Gewässern zu Algenblüten. Dies geschieht mittlerweile jährlich an den Küsten der Ostsee, und auch viele Seen in Deutschland sind betroffen. Durch die Algenblüten entsteht beim Absterben der Algen viel organisches Material, das auf den Gewässerboden sinkt und dessen Abbau Sauerstoff verbraucht. Dadurch kann es in tieferen Schichten von Seen und Meeren vor allem im Sommer zu Sauerstoffmangel kommen; das Gewässer „kippt um“. In solchen Gewässern beobachtet man die Bildung von Faulgasen, und es kommt durch Sauerstoffmangel und giftige Gase zum

Massensterben von Fischen und anderen Organismen. Ein Vorstoß des NRW-Landwirtschaftsministeriums, die Gülle-Importe aus den Niederlanden zu unterbinden, stellte laut EU einen Eingriff in den frei-

en Handel dar und wurde deshalb gestoppt. Und so läuft der Gülle-Import nach Deutschland vorerst ungebremst weiter …


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99 Luftballons Man findet sie auf Kindergeburtstagen, bei Hochzeiten, offiziellen Feierlichkeiten und in jedem größeren Geschäft: Luftballons. So verschieden Material und Aussehen sein können, so ähnlich ist ihr Schicksal, nachdem sie in den Himmel gestiegen sind. Sie platzen durch den Einfluss von Sonne und Witterung oder bleiben in Bäumen oder Kabeln hängen und fallen letztlich als Müll wieder auf die Erde zurück.

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Fotos: Lauren Roman, David E. Gurniewicz, www.ballonsblow.org, Kladu, C. Lettau, Sabine Schmidt, pixelio.de

ersteller werben damit, dass Bio-Luftballons aus Naturkautschuklatex biologisch abbaubar und somit für die Umwelt unbedenklich sind. Doch trifft das wirklich zu? Es gibt viele Arten von Ballons, die sich nicht nur in Form und Farbe, sondern auch im Material stark unterscheiden. Mit Helium gefüllte Folienballons, die man von Jahrmärkten kennt, bestehen beispielsweise aus einer unelastischen Folie, die mit Metall bedampft wurde. Biologisch abbaubar sind diese Materialien nicht. Einmal weggeflogen, überdauern sie in der Natur sehr lange. Auch neuartige Ballons aus PVC-Folie teilen dieses Schicksal. Die Nutzung von PVC-Folien zur Herstellung von Ballons, die wesentlich länger halten als konventionelle Folienballons, ist ein eher beunruhigender neuer Trend. Denn PVC (Polyvinylchlorid) ist ein Kunststoff, dem zahlreiche Weichmacher, Stabilisatoren und Flammschutzmittel zugefügt werden müssen, um eine Verarbeitung zu ermöglichen. Allein diese Zusatzstoffe sind schon hochgiftig, aber auch das PVC selbst birgt viele Umweltgefahren. PVC ist kaum recycelbar und bei der Verbrennung entstehen krebserregende Dioxine. Auch der Ausgangsstoff Vinylchlorid ist hochgiftig und schwer zu handhaben. PVC-Ballons sind daher aus Sicht des Umweltschutzes die schlechteste Wahl, die man in Sachen Ballons

treffen kann. „Normale“ Luftballons, wie man sie von jedem Kindergeburtstag kennt, scheinen dagegen die wahren ÖkoArtikel zu sein. Sie sind meist aus Naturkautschuklatex und damit aus einem natürlichen Material. Doch weit gefehlt, wenn man nun annimmt, Latex-Luftballons seien umweltfreundlich.


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Ballons sind biologisch abbaubar – eine Marketing-Lüge? Zwar bestehen die Ballons mit Naturkautschuklatex aus einem natürlichen Grundstoff, doch das bedeutet nicht, dass sie biologisch abbaubar sind. Durch Vulkanisation wird der Kautschuk widerstandsfähiger, elastischer und letztlich nutzbar gemacht. Dadurch wird er in der Natur aber auch schlechter zersetzt. Hersteller und Verkäufer preisen Ballons aus Naturkautschuk oft als "Bio-Ballons" und „biologisch abbaubar“ an. Auf einigen Webseiten ist sogar zu lesen, Ballons würden sich bereits nach 3 Monaten rückstandslos in Wasser, Kohlendioxid und Biomasse zersetzen, doch diese Behauptung wird durch zahlreiche Beobachtungen von Umweltschützern widerlegt. So scheinen die Begriffe „Bio-“ oder „biologisch abbaubar“ im Zusammenhang mit Luftballons eher ein Marketing-Trick zu sein, durch den der Verbraucher über die Gefahren des Ballon-Abfalls in der Natur hinweggetäuscht werden soll. Welche Gefahren bergen Ballons in der Natur? Für viele Wildtiere sehen die Überreste von Luftballons wie Futter aus. Nachdem die Tiere den Latex gefressen haben, blockiert dieser den Verdauungskanal und kann nicht ausgeschieden werden. Die Tiere können nicht mehr fressen und müssen qualvoll verhungern. Auch die an Luftballons befestigten Schnüre stellen eine Gefahr für viele Wildtiere dar, denn meist sind die Schnüre aus Plastik. Das heißt, sie verrotten auch nach vielen Jahren nicht. Zahlreiche Tiere strangulieren sich an solchen Schnüren. Betroffen sind auch Meerestiere. Schildkröten und Seevögel

nehmen die Gummiteile mit ihrer Nahrung auf und verenden ebenso wie ihre Leidensgenossen an Land. Gibt es Alternativen? Massenstarts von Luftballons sehen beeindruckend aus, keine Frage. Doch jeder Ballon birgt eine potenzielle Gefahr für ein Tier und nach den wenigen Sekunden der Freude ist ein Ballon nur noch eines: Müll, der vermieden werden kann. Es gibt viele Alternativen, um auf einer Festlichkeit einen Höhepunkt oder Blickfang zu schaffen – Alternativen, die auf dem Boden verbleiben und nach einer Feier umwelt- und tierfreundlich entsorgt werden können. Himmelslaternen und Schmetterlinge sind allerdings keine Alternativen! Himmelslaternen sind mittlerweile in Deutschland verboten, weil sie bereits viele Brände verursacht haben und den Flugverkehr gefährden können. Auch das Freilassen von Schmetterlingen sollte man nicht in Erwägung ziehen. Im „besten“ Fall sterben sie nach kurzer Zeit, weil sie mit den Umgebungsbedingungen nicht zurechtkommen.

Im schlechtesten Fall vermischen sie sich mit der Wildpopulation oder verfälschen die heimische Fauna. Auch die Übertragung von Schädlingen oder Krankheiten ist ein Risiko. Von diesen möglichen ökologischen Folgen einmal abgesehen, ist das auch nicht im Sinne des Tierschutzes. Sinnvolle Alternativen für Feste sind zum Beipiel fliegende Banner, große Luftschlangen aus Textilmaterial oder Drachen. Auch fest installierte Windspiele oder solche, mit denen Gäste selbst interagieren können, sind ein schöner Blickfang. Es gibt genügend Alternativen zu Ballonevents, man muss nur seine Fantasie ein wenig nutzen. Ein Ansporn dafür kann folgende Überlegung sein: Als umweltbewusste Menschen würden wir niemals ein Bonbonpapier oder eine Verpackung einfach in den Wald werfen. Auch Kaugummis spucken wir nicht einfach in die Umwelt. Warum sollten wir dann Gummi-Müll - denn nichts anderes sind Ballons - einfach dorthin werfen?


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Fotos: anitasweb, sxc.hu, Hartmut910, Wandersmann, pixelio.de

Holland verbietet Wildtiere im Zirkus Die Niederlande haben per Gesetz die Haltung und die Zurschaustellung von Wildtieren in Zirkussen verboten. Damit kommt die niederländische Regierung endlich Forderungen von Tierschützern nach. Auch in vielen anderen europäischen Ländern sind Wildtiere im Zirkus bereits verboten. In Griechenland, Kroatien, auf Malta und Zypern sind sogar Haustiere in Zirkussen nicht erlaubt.

NEWS ETN ist Teil des „Bündnis Jagdreform Hessen“ Nach Baden-Württemberg und NRW wird es jetzt auch in Hessen eine Reform des Jagdgesetzes geben. Um die Interessen des Tier- und Naturschutzes dabei zu vertreten, haben sich neun Tier- und Naturschutzorganisationen, darunter auch der ETN, zum "Bündnis Jagdreform Hessen" zusammengeschlossen. Grundsätzlich begrüßt das Bündnis den ersten Entwurf des

Währenddessen tut sich die Tierschutznation Deutschland nach wie vor schwer, Wildtiere in Zirkussen endlich zu verbieten. Lediglich einzelne Städte und Gemeinden, wie beispielsweise Düsseldorf, vermieten mittlerweile keine Plätze mehr an Zirkusse mit Wildtieren. Sicher waren Sie, liebe Leser, auch schon einmal im Zirkus, unter Umständen auch in einem Zirkus, der Wildtiernummern in seinem Programm hat. Was denken Sie zu einem Verbot von Wildtieren im Zirkus? Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema mitteilen! Pelztierhaltung in Deutschland bald verboten In Juli hat der Bundesrat einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Pelztierhaltung in Deutschland verbieten soll. Als Begründung wird genannt, dass die Pelzgewinnung keinen vernünftigen Tötungsgrund darstellt und damit Artikel 20a des Grundgesetzes widerspricht. Leider beträgt die Übergangsfrist bis zum endgültigen Verbot 10 Jahre. Trotzdem ist das Gesetz ein längst überfälliger Schritt, den wir ausdrücklich begrüßen!

Gesetzes, allerdings geht er in vielen Punkten nicht weit genug. So wäre es beispielsweise wünschenswert, die Jagd auf Beutegreifer, Vögel und Feldhasen zu verbieten, sowie auf Fallenjagd zu verzichten. Auch die Liste der jagdbaren Arten und deren Jagdzeiten sollte im Sinne des Tier- und Naturschutzes weiter eingeschränkt werden. Das Bündnis hat dazu in einer schriftlichen Anhörung Stellung genommen.

Schlachtung trächtiger Kühe Nach einer Schätzung der Bundestierärztekammer werden in Deutschland jedes Jahr 180.000 trächtige Kühe geschlachtet, die Kälber ersticken nach dem Tod der Mutter qualvoll im Uterus. Der Todeskampf der Kälber kann sich bis zu 20 Minuten hinziehen. Die Kühe wurden von den Landwirten entweder ausgemustert, weil sie krank waren oder ihre Milchleistung zurückging, oder die Trächtigkeit wur-

de schlicht übersehen. Schon lange wurde deshalb nicht nur von Tierschützern, sondern auch von Schlachthofveterinären ein Verbot gefordert. Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt will die Schlachtung trächtiger Kühe in Deutschland nun verbieten und sich auch auf europäischer Ebene für eine Regelung einsetzen. Ein gesetzliches Verbot steht und fällt allerdings mit entsprechenden Kontrollen.


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Stierkampf bald nicht mehr sub ventioniert? hin Auf einen Antrag der Grünen/EFA en letzt hat das Europaparlament am Rah im Mittwoch mit großer Mehrheit en geg men der Haushaltsabstimmungen ten die Subventionierung von Landwir den für in Spanien gestimmt, die Stiere de Stierkampf züchten. Schon lange wur eord von Tierschützern und vielen Abg t nich pf neten gefordert, den Stierkam runte zu weiter durch EU-Subventionen endstützten und nun ist der erste Schritt lich getan. Rat Jetzt muss der Entschluss noch vom Kom EUder Mitgliedsstaaten und der mission bestätigt werden.

Hilfe für Kastrationszentrum Belgrad und Dog Rescue Romania Der Dachneubau im Kastrationszentrum „Centar za mesance“ in Belgrad und ein Röntgengerät für die Streunerklinik von Dog Rescue Romania: Schon lange ist das „Centar za mesance“ Partnerverein des ETN und auch mit Dog Rescue Romania aus Bukarest arbeiten wir nun schon seit einigen Monaten zusammen. Dringende Reparaturmaßnahmen am Dach des Kastrationszentrums in Belgrad waren notwendig und die Streunertierklinik in Bukrest benötigte ein Röntgengerät. Um dies umzusetzen waren beide Partnervereine auf eine finanzielle Un-

t und ihre hleistungszuch

Hoc Folgen 1,4 insgesamt rund Jährlich werden d an hl sc ut ühe in De Millionen Milchk s da t, te tö kheiten ge aufgrund von Kran ste ig uf hä hkühe. Die sind 35% aller Milc hzeitigen Schlachfrü e Ursache für dies , htbarkeitsstörungen tungen sind Fruc h rc du en nigen Jahr die schon nach we r Hochleistung de te die permanen ro rb te un n. Dem un Milchkühe eintrete d un it ke tig von Träch chenen Kreislauf re der Körper der Tie nn Milchleistung ka lten. nicht lange standha n dürfen viele der be Le n In ihrem kurze e nicht einmal auf di Hochleistungskühe

terstützung angewiesen. Durch das Zusammenwirken bzw. die Finanzierung des ETN und der König-Baudoin-Stiftung aus Belgien konnten die so dringend notwendigen Reparaturen bzw. Anschaffungen ermöglicht werden. Der Neubau des Dachs im „Centar za mesance“ hat bereits begonnen, damit alle Arbeiten vor dem Winter fertig gestellt sind. Es handelt sich dabei um zwei gemeinschaftliche Projekte, die mit der Unterstützung des „Fund Hugo International for Respect and Dignity in the Relationship with Animals“ von der König-Baudoin-Stiftung verwaltet werden und in Zusammenarbeit mit dem ETN vorangebracht werden konnten.

Trend im SuWeide. Ein neuer deshalb jetzt permarktregal ist m Verbraude Weidemilch, die igen Weiäß lm cher einen rege ühe suggedegang der Milchk finden sich tze riert. Gute Ansä allerdings n, ke bei einigen Mar Weideng nu ist die Bezeich oder uHe e milch, ebenso wi tzt, hü sc ge t Alpenmilch, nich hrc du e in ke es gelten also s. rd gängigen Standa

Fotos: Chris Turner, sxc.hu FotoHiero, pixelio.de


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Ihre Mitwirkung wird belohnt! Helfen Sie uns Kosten einzusparen, indem Sie uns Ihre E-Mail Adresse mitteilen und uns eine Einzugsermächtigung für Ihren Mitgliedsbeitrag erteilen. Denn wenn Sie bequem per Bankeinzug bezahlen, sparen wir Verwaltungskosten – Geld, das dann dem Tierschutz zugutekommen kann! Sie können außerdem aktiv zur Finanzierung neuer Projekte beitragen, wenn Sie uns helfen neue Mitglieder zu werben. Für jede erteilte Einzugsermächtigung plus Mailadresse sowie für jedes von Ihnen neu geworbene Mitglied erhalten Sie gratis ein Exemplar des Ratgebers „Vögel füttern, aber richtig“ aus dem Kosmos Verlag. Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Erteilung einer Einzugsermächtigung und eines SEPA-Lastschriftmandats 1. Ich ermächtige den ETN e. V. widerruflich, die von mir zu entrichtenden Zahlungen von meinem Konto einzuziehen. 2. Sepa-Lastschriftmandat: Ich ermächtige den ETN e. V., Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die vom ETN e. V. auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Vor dem ersten Einzug einer Sepa-Basislastschrift wird mich der ETN e. V. über den Einzug in dieser Verfahrensart unterrichten. Gläubiger-Identifikationsnummer: DE88ZZZ00000043587 Mandatsreferenz: Wird separat mitgeteilt

Name Kreditinstitut: BIC:

Ort, Datum

Unterschrift

Foto: Robert Proksa

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Mitgliedsausweis Europäischer Tierund Naturschutz e.V. Hof Huppenhardt D-53804 Much

Tel.: 0 22 45-61 90-0 Fax: 0 22 45-61 90-11

e-Mail: info@etn-ev.de · www.etnev.de

Wichtig: Bitte heraustrennen! Ihr persönlicher ETN-Mitgliedsausweis im Scheckkartenformat

Der ETN e.V. setzt zahlreiche Projekte im Tier- und Naturschutzbereich um. Er ist zudem ein zuverlässiger und starker Partner für nahezu einhundert Vereine im In- und Ausland. In Zusammenarbeit mit dem ETN e.V. leisten unsere Partner europaweit anerkennenswerte Tierschutzarbeit. Sie setzen sich unter den schwierigsten Bedingungen für die Tiere vor Ort ein. Ohne diese Tierschutzarbeit an der Basis würden viele Tierheime schlichtweg nicht existieren, blieben Abertausende von

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Unsere Einsatzgebiete in Europa Straßentieren unversorgt und unkastriert. Unzählige Tiere wären dem Tod geweiht. Unsere Partner im In- und Ausland sind genauso wie wir als ETN e.V. immer für die Belange der Tiere da. Sollten Sie, liebe ETN-Freunde, uns oder unsere Partner brauchen, scheuen Sie sich bitte nicht! Nehmen Sie Kontakt auf! Wir helfen! Tel.: 0 22 45-61 90-0 oder e-Mail: info@etn-ev.de. Die Kontaktdaten unserer Partner finden Sie auch unter www.etnev.de.


Gezur Krislinjden Geseënde Kersfees

Tchestita Koleda

Hyvää Joulua

Foto: MIKE KING, sxc.hu

Merry Christmas

Kalá Christoúgenna

Gezur Krislinjden

Frohe Weihnachten!

Respektiere Ausgabe 4/2015  
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