Page 1

weiSSe flotte

Kostenlos, zum Mitnehmen

Bordmagazin Ausgabe 01 - 2013

80 jahre schifffahrt auf dem baldeneysee

heisingen -

Titelstory

das dorf am see

8 st채dte, 13 schleusen. berlinfahrt 2013

das schiffs abc


Nicht überall, wo Residenz drauf steht, ist auch Residenz drin! Neue Alten- und Pflegeheime schmücken sich gern mit der Bezeichnung "Seniorenresidenz". Diese Bezeichnung mutet deutlich freundlicher an. Doch was hebt eine Residenz nun tatsächlich hervor? Grundsätzlich ist eine Seniorenresidenz vergleichbar mit einem hochwertigen Sterne-Hotel. Das spiegelt sich oft in der Architektur des Hauses, der Lage, der Innenausstattung sowie dem allgemeinen Service wieder. „Leben in der Kaiser-Otto-Residenz bedeutet für unsere Bewohner an sieben Tagen in der Woche, 24 Stunden am Tag, ein Service- und Sicherheitspaket in repräsentativen Räumlichkeiten mit einer sehr gehobenen Ausstattung, einem anspruchsvollem Kultur-, Freizeit und Gastronomieangebot zu erleben und das völlig selbstbestimmt“, sagt Martina Löcker, stv. Direktorin des Hauses im schönen Essener Stadtteil Steele. Besondere Aufmerksamkeit verdient selbstverständlich auch das Restaurant. Ausgesprochen guter Service und eine Küche, die es in sich hat, denn Chefkoch Bernd Däggelmann, verantwortet mit seiner Kreativität seit 19 Jahren die kulinarischen Köstlichkeiten Martina Löcker für die Bewohner. Dabei berücksichtigt er in seiner Speisenplanung die unterschiedlichsten Kostformen von der Normalkost, über die Schonkost hin zur Diabetiker- und Vegetarierkost, sowie Diätverköstigung aufgrund medizinischer Empfehlungen. Die Qual der Wahl bleibt den Bewohnern dennoch nicht erspart, denn jeden Tag zaubert Däggelmann und sein Team drei 3-GängeMenüs auf die Teller der Bewohner. „Alles in allem würde ich sagen, ist die Kaiser-OttoResidenz ein sehr erlebnisreiches und kontaktfreudiges Haus, Gäste sind uns dabei stets willkommen. Der Tagesablauf unserer Bewohner gliedert sich und das ist uns sehr wichtig, in Ruheund Aktivphasen, so dass jeder unserer Gäste seinen Tag so aktiv oder entspannt wie möglich gestalten kann“, so Martina Löcker

Die Extrawunschzeit

erleben Sie nur

bei uns!

In der noblen Kaiser-Otto-Residenz in Essen Steele haben künftige Bewohner die Möglichkeit, sich aus einer großen Auswahl an Ausstattungselementen ihr Appartement individuell zu gestalten. Echtholz-Parkett, oder ein exklusiver Teppichboden, Tapete oder Raufaser in den unterschiedlichsten Farben, Steckdosen und Lichtschalter in den verschiedensten Formen, Küchen, ausgestattet mit hoher Funktionalität, Ergonomie und Qualität im zeitlosen Design, hochwertige Badezimmerwand– und Bodenfliesen; die Extrawunschzeit in der Kaiser-Otto-Residenz macht es noch bis zum 30.06.2013 möglich. Nehmen Sie an einer unverbindlichen Hausführung teil und schauen Sie sich die Ausstellung Extrawunschzeit an.

Kaiser-Otto-Residenz Scheidtmanntor 11 45276 Essen Telefon 0201-56 39-0 www.kaiser-otto-residenz.de


EDITORIAL

Herzlich willkommen an Bord!

Die Weiße Flotte ist ein Unternehmen mit Tradition, die das Altbewährte pflegt, aber auch stets zu neuen Ufern aufbricht. So haben wir in die­ sem Jahr mit der MS Heisingen und 110 Fahrgästen auf einer 16-tägi­ gen Reise die Gewässer nach und in Berlin erkundet. Zudem fahren wir im August mit der MS Baldeney nach Münster. Wir bieten Ihnen auf unseren mehrtägigen Fahrten ein Rundum-sorglos-Paket, bei dem Sie ein buntes Programm erleben, kuli­ narisch verköstigt werden und sich vor allen Dingen um nichts anderes kümmern müssen, als darum, Ihre Fahrt zu genießen.

Imressum HERAUSGEBER ESSEN.onpaper Marc Ostendorf 0201 40992241 info@essenonpaper.de

Liebe Fahrgäste, wir freuen uns sehr, Sie auch in die­ ser Saison wieder an Bord begrüßen zu dürfen. Sie halten die zweite Ausgabe unseres Bordmagazins in Ihren Händen, mit dem wir Sie nicht nur über unser Unternehmen infor­ mieren, sondern auch auf angeneh­ me Art unterhalten möchten. So hoffen wir, auch mit den Themen der aktuellen Ausgabe den Nerv der Zeit getroffen zu haben, denn unser erstes Bordmagazin im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg.

Bordmagazin

in Kooperation mit der Weiße Flotte Baldeney GmbH www.baldeneysee.com www.kanalschiff.de

Kinder sind unsere Zukunft. Deshalb ist uns unser Kinderprogramm ein besonderes Anliegen. Die Fahrten mit dem Piratenschiff „MS White Pearl“ finden auch in diesem Jahr wieder in den Sommerferien statt. Darüber hinaus bieten wir über 20 Gruppen aus Offenen Ganztagsschulen an, einen spannenden Tag auf der „White Pearl“ zu erleben. Durch die Kooperation mit der Weißen Flotte Mülheim haben wir unseren Service für Sie optimiert: In Kettwig ermöglicht eine verbesserte Umsteigeverbindung an Sonn- und Feiertagen die direkte Weiterfahrt vom Wasserbahnhof zum Baldeneysee oder umgekehrt. Zudem bieten wir Ihnen nun für Sonderfahrten ein Online-Ticketsystem, mit dem Sie bequem von zu Hause aus Ihre Sonderfahrten mit uns buchen können. Selbstverständlich ist der Ticketkauf an Bord weiterhin möglich. Und nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen bei uns an Bord! Franz Josef Ewers - Geschäftsführer Weiße Flotte Baldeney GmbH

redaktion Franz-Josef Ewers (V.i.S.d.P.) Dirk Angenendt Aleksander Farkas Dagmar Fröhlich Ilka Fryder Ulrich Führmann Bertram von Hobe Manuela Raudasch Lektorat Armin Grotekaas Jutta Paaßen titelbild Aleksander Farkas fotos Christiane von der Burchard-Hobe Dagmar Fröhlich Udo Gödje Lokomotiv.de Uwe Nickelsen Marc Ostendorf Stadtbildstelle Essen Via Verkehrsgesellschaft mbH Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen Anzeigen 0201 40992241 info@essenonpaper.de Satz / layout Marc Ostendorf Druckauflage 10.000 Exemplare Druck Onlineprinters GmbH Rudolf-Diesel-Straße 10 91413 Neustadt a. d. Aisch verlagsadresse ESSEN.onpaper Lilienstraße 21 45133 Essen


RWE Deutschland

WIR HABEN EIN NÄSCHEN FÜR UNSERE REGION. Nur wer ganz nah dran ist, bekommt das wahre Gefühl für die Region. Für RWE ist das eine Selbstverständlichkeit. Hier ist auch unsere Heimat. Und da gehört es einfach dazu, den Dialog mit unseren Kunden und Partnern zu suchen, um immer ganz nah dran zu sein. www.vorweggehen.com


INHALT

06 Winterdienst

20 Sport

30 Komm zur Ruhr

Wartungssaison bei der Weißen Flotte

Das Wassersportparadies Baldeneysee

Drei Tourismusfrauen verkaufen das Ruhrgebiet

T 08 Berlin per Schiff

22 Fahrplan

34 Graf Bismarck

MS Heisingen schippert vom Niederrhein zum Reichstag

Übersicht der Linienund Sonderfahrten

Das Bebauungsgebiet am Kanal

12 Allbau

24 Heisingen

36 Schiffs-ABC

Wohnen überm Baldeneysee

Das Dorf am See

Begriffe aus der (Binnen-) Schifffahrt

14 Baldeneysee

26 Angeln

38 Unsere Flotte

80 Jahre Oberwasser

Fischen am Herner Meer

Übersicht über unsere Schiffe

16 Runder Geburtstag

28 Schleuse Gelsenkirchen Der Schleusenwärter trägt viel Verantwortung

42 Kinder an Bord

Rückblick auf 80 Jahre Personenschifffahrt

Von Piraten und Kapitänen Inhalt <<< 05


Dirk Angenendt

Ohne FleiSS – nicht mehr so weiSS! Auch im Winter hat die WeiSSe Flotte Baldeney alle Hände voll zu tun! „Die haben ja ‘nen tollen Job: Im Sommer Schiffchen fahren und im Winter in der Hängematte liegen!“ Wer sich so den Traumjob am Baldeneysee ausmalt und vielleicht schon am Bewerbungsschreiben arbeitet, liegt de facto komplett daneben: Im Sommer arbeitet ein relativ kleines Team Tag für Tag daran, seinen Kunden ein optimales Freizeit- und Wohlfühlangebot auf Baldeneysee, Ruhr und dem Rhein-Herne-Kanal zu bieten. Wobei Freundlichkeit und Service defini­ tiv ganz groß geschrieben werden. Doch der Service beginnt nicht mit dem Saisonstart Ende April. Er beginnt nämlich genau am letzten Tag der Saison, Anfang Oktober, wenn die Linienschifffahrt endet. Würde sich das Weiße Flotte Team in die sprichwörtli­ che „Hängematte“ legen, wären die schmucken Schiffe schon bald nicht mehr so schön weiß. Wie bei allen Schiffen mit Metallrümpfen kennt der Rost auch bei der Weißen Flotte keinen Schlaf. Auch dem routiniertesten Schiffsführer kann mal eine unsanfte Begegnung mit Bojen oder Anlegern pas­ sieren, was zu Kratzern und Beulen führt. Die Decks werden von unseren Kunden intensiv genutzt, dazu sind sie da! Und dazu gehört auch die eine oder ande­ re Tanzparty, zu denen unsere Schiffe gerne gechar­ tert werden. Wind und Wetter tun ein Übriges – auch wenn die Luft im Ruhrgebiet heute ein laues Lüftchen gegenüber früheren Zeiten ist. Also: Die Schiffe der Weißen Flotte sind Saison für Saison durchaus harten Belastungen ausgesetzt. Damit unsere fünf Schiffe „MS Baldeney“ – „MS Heisingen“, „MS Kettwig“, „MS Stadt Essen“ und „MS Steele“ – noch genauso frisch, wie am ersten Tag nach ihren Stapelläufen in den Jahren 1973 bis 1986 aussehen – und genauso sicher sind – beginnt mit Ausklang der „Fahrsaison“ die „Wartungs- und Reparatursaison“: Alle Mitarbeiter sorgen gemein­ sam dafür, dass der Wartungsplan gewissenhaft und gründlich ausgeführt wird. Das bedeutet harte Arbeit

06 >>> Winterdienst

mit Schleifmaschine, Hammer, Feile und Pinsel. Nach einem festgeschriebenen Turnus wird dabei jeweils ein Schiff im Winter komplett überholt, wobei auch der Rumpf entrostet, neu grundiert und gestrichen wird. Das bedeutet Knochenarbeit – insbesondere dann, wenn die zur Verfügung stehende Zeit durch Frostwochen und -monate verkürzt wird. Dann kann zum Beispiel keine Farbe aufgetragen werden. Aber auch an den anderen vier Schiffen wird gearbei­ tet. Alle werden gezielt überholt und saniert, wobei alle Freidecks frisch gestrichen werden. Jedes Schiff hat zwei Dieselmotoren (Antrieb/Stromerzeugung) die komplett überprüft und gewartet werden. Dazu muss auch jeweils der 15.000 Liter fassende Treibstofftank ausgepumpt, entschlammt und gereinigt werden. Auch die Elektrik wird bei jedem Schiff komplett überprüft.


Und nicht zuletzt gilt es, pro Schiff 250 Rettungswesten sowie die Rettungsringe zu checken und ggf. auszu­ wechseln. Übrigens hat auch das Landpersonal der Weißen Flotte im Winter ein volles Programm: Bereits am Ende der Saison klingelt das Telefon für Anfragen und Buchungen für die kommende Saison. Das kleine Team ist ständig damit beschäftigt, die eigenen Angebote zu überprüfen und zu verbessern. Dazu kommt die sorgfältige und deswegen arbeitsintensive Planung und Organisation neuer attraktiver Sonderfahrten, wie erstmalig in dieser Saison Mehrtagesfahrten nach Berlin und Münster. Auch gilt es, sich frühzeitig um gutes Saisonpersonal für den Kundenservice auf den Schiffen und in der Verkaufsstelle „Flotte’s Büdchen“ am Regattaturm am Anleger Hügel zu kümmern. Deswegen arbeiten wir von der „Weißen Flotte Baldeney“ auch im Winter gerne „Mit voller Kraft voraus!“ – damit Sie, unsere treuen und neuen Gäste, im Sommer viele schöne und entspannte Stunden an Bord unserer Schiffe genießen können! Willkommen in der Saison 2013.

Tickets bequem online kaufen Seit dieser Saison können Fahrgäste ihre Tickets bequem und einfach von zu Hause buchen, kaufen und direkt ausdrucken. Bis auf wenige Ausnahmen sind für alle Sonderfahrten der Weißen Flotte Baldeney Karten im Internet erhältlich. Und so geht es: Der Kunde wählt auf den Internetseiten www.baldeneysee.com und www.kanalschiff.de die Fahrt und das Datum aus, klickt auf „Ticket kaufen“ und wird dann automatisch umgeleitet auf die Seite unseres Partners „AD-Ticket“. Formular ausfüllen, Bezahlungsart auswählen, buchen, drucken, fertig! Einfach und unkompliziert und vor allem 24 Stunden am Tag verfügbar. Natürlich kann man alle Tickets auf weiterhin in unseren Vorverkaufsstellen oder unter der Hafen-Hotline 0201 18 5799-0 buchen.

Abenteuer Ruhrgebiet! Mit dem „Roten Brummer” durchs Revier ab und bis Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof > Route West

Mülheim an der Ruhr, Duisburg-Rheinhausen, Moers, Oberhausen, Dorsten (45 Min Pause), Recklinghausen, Essen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr

Sa., 20. April, und Sa., 14. September 2013 | jeweils 10.30 – 16.30 Uhr Erw. 46,00 €, Ki. bis 14 J. 41,00 €

> Route Ost

Mülheim an der Ruhr, Essen, Bochum, Hattingen, Muttental (45 Min. Pause), Witten, Langendreer, Herne, Essen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr

Sa., 4. Mai, und Sa., 19. Oktober 2013 | jeweils 10.30 – 16.30 Uhr Erw. 44,00 €, Ki. bis 14 J. 39,00 €

> Route West verkürzt

wie Ruhrgebiet West ohne Dorsten, mit Ausstieg an der Kokerei Zollverein

Sa., 22. Juni 2013 | 10.30 – 16.30 Uhr Erw. 44,00 €, Ki. bis 14 J. 39,00 €

KO N TA K T

Kombiticket je eine Ost- und Westtour (außer West verkürzt): Erw. 85,00 €, Ki. bis 14 J. 75,00 €

Für Infos, Beratung und Buchung rund um die Touren mit dem historischen Schienenbus Touristinfo im MedienHaus | Synagogenplatz 3 | 45468 Mülheim an der Ruhr | 0208 / 960 960 | touristik@mst-mh.de | www.muelheim-ruhr.de Tickets ausschließlich in der Touristinfo erhältlich!


Acht Städte, 13 Schleusen

und ein Traumschiff

Von Götterswickerhamm (Voerde) am Niederrhein bis zum Berliner Reichstag. Mit der MS Heisingen der Weißen Flotte Baldeney. Ein Traum, der Wirklichkeit wurde.

Vor uns der weite Horizont, dann eine Biegung im Kanal, ein Schleusengang, mal in die Höhe tragend, mal in die Tiefe sinkend. Brücken, die das Wasser überspannen, irgendwann haben wir aufgehört zu zählen. „Rechts ein Damm, links ein Damm – ein ewiges Parallelogramm. In dessen Mitte wir sind.“ Diese Worte hat einst der „rasende Reporter“ EgonErwin Kisch während seiner wochenlan­ gen Tendelfahrt geschrieben. Auch er war, wie wir, mit einem Schiff auf den Kanälen u n t e r­w e g s .

08 >>> Berlin per Schiff

Vieles hat sich seit jenen Tagen im Herbst 1920 auf den Wasserstraßen verändert, doch die Langsamkeit herrscht immer noch vor. „Die Fahrt bringt die Gedankengänge in Ordnung“, fasst es Passagier Bodo Dörnbach zusammen. Ein verrückter Traum ist Wirklichkeit gewor­ den. Geträumt hat ihn vor zwei Jahren Helmut Schneider, Vize-Chef des Heimatvereins Voerde. Von Götterswickerhamm zur Kanzlerin wollte er, per Schiff – das muss doch gehen. Geht auch, so die Weiße Flotte Baldeney, deren Organisator Aleksander Farkas sogleich Feuer und Flamme war.


Birgit Gargitter freie Journalistin der NRZ Dinslaken hat die Fahrt begleitet und berichtet als Gastautorin.

Wohlwissend, dass viel Arbeit auf ihn warten würde. Denn noch nie in ihrer 80-jährigen Geschichte war ein Schiff der Weißen Flotte Baldeney soweit „vom heimatlichen Kurs abgekom­ men“. Viel zu planen galt es: Wer wird das Schiff nach Berlin bringen? Wer sorgt an Bord für die Gäste? Immerhin ist die Besatzung 16 Tage lang unterwegs. Wo sind die schönsten Hotels? Wie kommt das Mittagessen an Bord? Und vieles mehr. Geht nicht – ein Satz, den es für die Weiße Flotte nicht gibt. Und so brach der kühle Morgen des 13. Aprils endlich an. Da die MS Heisingen, eigens für die Fahrt mit schönen Möbeln und gemütlichen Sitzecken ausgestattet, keine Passagiere auf dem Rhein befördern darf, musste für ein paar Wasserkilometer die MS Rheinfels einspringen. Doch an der Schleuse Friedrichsfeld – da konnten wir endlich an Bord gehen. Sieben wunderschöne Tage auf den Planken unseres Traumschiffes, umsorgt von einer fünfköpfigen Crew. Allen voran die Kapitäne Bernd Laczny, Udo Gödje, Reiseleiter und Mädchen für alles Aleksander Farkas und nicht zu vergessen die beiden Deckoffiziere (weil sie immer so schön die Tische decken) Silvia Sticker und Uwe Kerschel bildeten den Rest des Teams. Acht Städte, 13 Schleusen und neun Tage – ein Abenteuer, das in dieser Form noch niemand bewältigt hat. 57 Expeditionsteilnehmer auf großer Fahrt gen Berlin: 600 Wasserkilometer insgesamt, Dortmund-Ems-Kanal, Mittellandkanal, Elbe-Havel-Kanal, Havel, Plauer See, Wannsee, Spree. Mit sechs Knoten oder 12 km/h gleitet unser Schiff eingebettet zwischen den Deichen übers graugrüne Wasser. „Schneller dürfen wir nicht fahren, denn ob Ihr es glaubt oder nicht, auf dem Wasser wird auch geblitzt“, erzählt uns Seebär Laczny. Und die Polizei ist wirklich allgegenwärtig. Selbst uns besucht sie, nimmt Einsicht in die

Berlin per Schiff <<< 09


die Crew der ms heisingen: Udo gödje, Bernd laczny und silvia sticker

Papiere und lobt Uwe Gödje für die ausgezeichnete Führung des Bordbuchs. In Decken eingemummelt liegen die Expeditionsteilnehmer auf dem Freideck, sitzen im Salon, spiel­ en Karten, unterhalten sich, schauen hinaus auf den Kanal. Die Stimmung ist hervorragend – und so wird sie auch bleiben, die ganzen Tage lang. Fürs Mittagessen an Bord sorgt der Landdienst, mal Uwe, mal Aleksander. Er holt das Essen beim Caterer ab und liefert es ans Schiff. Das legt dafür eigens irgendwo in der Pampa an, nimmt den Mittagsimbiss an Bord und weiter geht’s. Rund 20 Kilometer später wird wieder angelegt, das inzwischen sauber gespül­ te Zubehör wird abgeholt. Dabei kann es schon mal passieren, dass so ein Deckel vergessen wird. Kein Problem, fliegt’s eben irgendwo vom Schiff und wird vom Landdienst aufgelesen.

Rechts ein Deich und links ein Deich und in der Mitte da gleiten wir dahin. Eigentlich ist an den Ufern, sofern der Deich eine Sicht zulässt, nicht viel Außergewöhnliches zu sehen. Mal ein münster­ ländisches Bauernhaus, schön verziert, dann wie­ der Industrieanlagen mit Beladestationen für Schiffe, Wiesen und Felder sowie in der Ferne ein kleines Dorf. Das Aufregendste sind die Schleusen. Eingesperrt zwischen Stahl und Beton. Mal über uns, mal unter uns der weitere Verlauf des Gewässers. Meisterwerke, geschaffen aus Menschenhand. In einer Zeit, in der die moderne Technik noch in ihren Kinderschuhen steckte. Geschaffen für die West-Ost-Verbindung, weil das „schwarze Gold“ und der Stahl aus dem Ruhrgebiet ein begehrtes Gut waren.

Auch heute noch herrscht reger Verkehr auf dem Wasserweg. Motorgüterschiffe aus Tschechien, Polen, Mittagsimbiss – solch Seeleute haben wohl eine den Niederlanden, aus Hamburg, selbst aus Voerde etwas andere Vorstellung vom Essen als Landratten. kreuzen unseren Weg. Das Gewöhnliche wird zum Hähnchen, Krustenbraten mit Sauerkraut, Gulasch mit Außergewöhnlichen: der mit Schlick behangene Stein Nudeln und all solche Herrlichkeiten bezeichnete man am Ufer, dort eine mächtige Baumwurzel, die auss­ an Bord als „Imbiss“. Und dann erst die Büffets am ieht wie ein Hirschkopf, Kormorane, die nach Fischen Abend – oh Gott, die Figur wird’s nicht danken. tauchen, Schwäne in den Everglades von Brandenburg. Ein Hauch von Freiheit umweht uns Seefahrer. „Ich werde nie wieder mein Land aus dieser Perspektive Seefahrerromantik und Seemannsgarn, denn Kapitän sehen“, gibt Edelgard Römer ihre Eindrücke wieder. Bernd Lacznys flotten Sprüche sorgen für jede Menge Die Tage an Bord verlaufen nach dem gleichen Schema Heiterkeit. „Da“, ruft er plötzlich aufgeregt, „eine fast und dennoch bedeutet jeder Tag ein Abenteuer. Nichts ausgestorbene Tierart.“ Wir stürzen an die Reling. gleicht dem anderen. Das Wetter zeigt sich von seiner Nichts zu sehen weit und breit. Laczny deutet auf zwei besten Seite, die ersten Expeditionsteilnehmer haben Nordic-Walkerinnen mit Stöcken. „Zwei Stockenten bereits einen Sonnenbrand. Die Stimmung ist nach unterwegs.“ Empörung und Gelächter. wie vor ausgezeichnet. Auch wenn wir täglich aus dem 10 >>> Berlin per Schiff


Koffer leben. Denn an jedem Spätnachmittag holt uns unser Begleit-Bus am Anleger ab und bringt uns in die nächste Stadt, ins Hotel. Münster, Bad Oeynhausen, Hannover, Königslutter, Magdeburg, Potsdam und schließlich Berlin. Die Hotels sind vom Feinsten, der Service bestens und auch für ein gutes Programm an Land hat die Weiße Flotte gesorgt. Stadtrundfahrten, Spaziergänge, ein Varieté-Abend, die Besichtigung des VW-Werkes in Wolfsburg, eine Schnapsbrennerei in Magdeburg und ein unfreiwilliger Aufenthalt am Wasserkreuz Minden. Taucher machten eine Passage unmöglich, wir mussten warten. Und genossen einen herrlichen warmen Frühlingsmorgen am Ufer des Wasserkreuzes, besichtigten das kleine Museum und die alte Schleuse bevor es weiterging über die Trogbrücke, die den Kanal über die Weser führt. Weit hinten am Horizont die Porta Westfalica und unter uns die Weser. Noch einmal sollen wir eine Trogbrücke befahren. 918 Meter lang und mit 60.000 Tonnen Wasser gefüllt — die Brücke über die Elbe am Wasserkreuz Magdeburg, das wir außerplanmäßig besichtigten. Ein wirkliches Erlebnis für Landratten. Doch auch für Kapitän Bernd Laczny, der die Strecke früher sieben Jahre lang mit Lastkähnen befuhr, ist es eine Premiere. „Früher war der Weg beschwerlicher, da ging es auf Umwegen über die Elbe“, erzählt er. Erst die Wende machte es möglich, dass Wasserkreuz auszubauen. Berlin, nach sieben Tagen ist Spandau erreicht. Hier müssen wir die MS Heisingen verlassen, sie ist zu hoch für die tiefen Spreebrücken. Wehmütig steigen wir auf die MS Heiterkeit um. „Das Schiff steht euch gar nicht“, ruft Silvia Sticker zu uns herüber. Stimmt, wie gern wären wir auch die letzten Kilometer zum Reichstag

mit unserem Traumschiff gefahren. Für die ersten 57 Expeditionsteilnehmer geht die Fahrt zu Ende. Die Crew hingegen muss laden: Trinkwasser, Diesel. Tja, dann wäre da noch das Bier. 200 Liter edlen Stauder-Tropfens waren für Hin- und Rückfahrt einkalkuliert. 195 Liter flossen bereits durch durstige Kehlen. „Wo krieg ich bloß in Berlin Stauder Pils her?“ – Ein Anruf und Aleksander Farkas wurde fündig. Das Hotel Adlon ist Abnehmer und auch für die 51 zurück­ fahrenden Passagiere konnte der Gerstensaft gelagert werden. Übrigens, auch die sind inzwischen wieder in Voerde angekommen. Auch für sie war es ein Abenteuer pur und eine mehr als gelungene Reise.

Die MS Baldeney in Münster Neben der Fahrt der MS Heisingen auf der Spree in Berlin, erkundet die MS Baldeney im August 2013 den Stadthafen Münster. Nicht ganz so weit, dafür aber in eine Richtung komplett mit dem Schiff geht es im August nach Münster. Zwei Tage dauert die Fahrt vom RheinHerne-Kanal zum Stadthafen in der City der „Westfalen-Metropole“, inklusive einem Zwischenstopp im Dattelner Stadthotel Bittscheidt. In der Münsteraner Innenstadt übernachten die Gäste im Vier-Sterne-Hotel und bekommen am dritten Tag eine Stadtrundfahrt geboten. Jeweils eine Richtung erfolgt über die Kanäle mit der MS Baldeney, die andere Strecke fahren die Teilnehmer mit einem Reisebus. Im Preis von 199,00 Euro sind zusätzliche Reiseleistungen enthalten. Weitere Infos unter der Hotline: 0201 185799-0

Berlin per Schiff <<< 11


Wohnen überm Baldeneysee

© Tomas Riehle/ARTUR IMAGES

„Lage. Lage, Lage“ lautet sehr häufig die Antwort von Mietern oder ImmobilienEigentümern auf die Frage, was Wohn- bzw. Lebensqualität ausmacht. Es gibt aber auch viele, die umweltfreundliche Aspekte als wichtigen Bestandteil von hohem Wohnwert ansehen. Die 1. Klimaschutzsiedlung in Essen erfüllt beide Kriterien. Sie liegt direkt über dem Baldeneysee auf der Dilldorfer Höhe in Essen-Kupferdreh, einem der grünsten Stadtteile Essens.

Dort, wo andere Erholung suchen, spazieren gehen, walken, joggen oder Fahrrad fahren, genau dort liegt die 1. Klimaschutzsiedlung Essens. In ein paar Minuten erreicht man zu Fuß den Baldeneysee, die privat betriebene Hespertalbahn, den alten Kupferdreher Bahnhof, heute ein gefragter Kultur- und GastronomieStandort, oder natürlich auch die Anlegestelle der Weißen Flotte.

12 >>> Allbau

Als eine von derzeit 35 – entweder bereits im Bau befindlichen oder aber geplanten – Siedlungen wurde das Neubauprojekt der Allbau AG, Essens größtem Wohnungsanbieter, auf der Dilldorfer Höhe mit dem Status „Klimaschutzsiedlung“ versehen. Ziel des vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium ins Leben gerufenen Projektes „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“ ist es, die CO2-Emissionen von Wohngebäuden deutlich zu minimieren und damit einen wichtigen


© allbau

Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So liegen beispiels­ weise die CO2-Emissionen einer Doppelhaushälfte in der 1. Essener Klimaschutzsiedlung rund 60% unter den entsprechenden Werten der heute gültigen Energieeinsparverordnung 2009. Die vom Duisburger Architektenbüro Druschke und Grosser entworfene Planung und das sehr fortschritt­ liche Energiekonzept sehen für die Klimaschutzsiedlung auf der Dilldorfer Höhe im Essener Süden folgendermaßen aus: Bis 2014 werden drei Mehrfamilienhäuser im Passivhausstandard errichtet, fünf weitere Mehrfamilienhäuser sowie 17 Einfamilienhäuser im KfW-55-EffizienzhausStandard – alle zwischen 63-143 qm groß und jew­ eils zur Miete – fertig erstellt sein. Was bedeutet das für die Umwelt bzw. für die Mieter? Bei einem KfW55-Effizienzhaus liegt der Jahresprimärenergiebedarf im Vergleich zu einem heutigen, schon sehr ener­ giesparendem Neubau bei maximal 55%. Dies entspricht einem Energiebedarf von nur noch rund 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei den Passivhäusern liegt dieser Wert sogar unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In einem typischen, ungedämmten Bestandsgebäude liegt der Energiebedarf zwischen 150 und 180 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche. Der Heizenergiebedarf liegt also bis zu 90% unter dem

einer typischen Bestandswohnung. Das spart Geld und schont die Umwelt! In der ersten Essener Klimaschutzsiedlung kommt die innovativste Technik zum Einsatz, beispiels­ weise Solarthermie zur Warmwasserbereitung, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung für ein gesundes Raumklima, Geothermie (Erdwärme) zur Raumbeheizung und hervorragen­ de Dämmkomponenten zur Energieeinsparung. Klare kubische Formen bestimmen die Architektur und fügen sich sehr gut in die Umgebung ein. Aber nicht nur deshalb sind schon über 80 % der Mietwohnungen vergeben: Zur nachhaltigen Sicherung der Mietakzeptanz sind die Erdgeschossbereiche der Häuser barrierefrei, die übrigen Etagen barriere­ arm gestaltet worden und Aufzüge fahren von der Tiefgarage bis ins 2. OG. Der grundsätzlich barriere­ freie Zugang zu den Wohnungen erleichtert älteren Bewohnern und Menschen mit Handicap die Nutzung. Auch junge Familien mit Kinderwagen freuen sich über die bequeme Handhabung innerhalb der Gebäude – auch sehr attraktiv für diese Zielgruppen ist der fünf Fußballfelder große Spielpark direkt vor der Haustür. Möchten Sie mehr über Essens erste Klimaschutzsiedlung erfahren oder sich Reservierungen bzw. Grundrisse der Wohnungen ansehen? Dann besuchen Sie bitte die Internetseite unter www.allbau.de!

Allbau <<< 13


Ulrich Führmann

Seit 80 Jahren

oberwasser

Den besten Blick hat man von ganz oben, und die „Korte Klippe“ ist wie ein großer Balkon mit Aussichten im Breitwandformat: Rechts klotzt unübersehbar die Villa Hügel, unten auf dem Wasser kreuzen Segelboote, ein Schiff der Weißen Flotte steuert Haus Scheppen an, Jogger traben als kleine Punkte über den Uferweg. Bilder vom Baldeneysee, den viele für eine Erfindung vorausschauender Freizeitplaner halten. Doch gebaut wurde er in erster Linie als natürliche Kläranlage. 80 Jahre ist das jetzt her.

Blick von der korte klicke auf den hafen der weissen flotte baldeney

14 >>> Baldeneysee


7,8 Kilometer lang, 355 Meter breit und bis zu acht Meter tief – so liest sich die nüchterne Statistik des Stausees, dem größten an der Ruhr. Angelegt wurde er, um die Fließgeschwindigkeit des Flusses zu verringern. So können sich Schmutzstoffe absetzen, die Wasserqualität steigt. Die Ruhr als unverzichtbarer Trinkwasser-Lieferant einer gan­ zen Region profitiert nach wie vor von der Idee des ersten Ruhrverband-Geschäftsführers Karl Imhoff. Der Baldeneysee (benannt nach einem kleinen Schloss am Nordufer) war bei Baubeginn im Mai 1931 eine gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Bis zu 2.600 Männer wühl­ ten sich mit Hacke und Schaufel in den Boden, auf schwere Maschinen wurde weitgehend ver­ zichtet, um möglichst viele Erwerbslose in Lohn und Brot zu bringen. Obwohl zwischenzeitlich mal das Geld ausging, war das Projekt zwei Jahre später vollendet. Die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks im Juni 1933 gilt als offzieller Termin der Fertigstellung. Die beiden Turbinen im Stauwehr erzeugen bis heute Strom.

Bereits im Mai 1933 hatte das erste Schiff der Weißen Flotte abgelegt – sichtbares Zeichen für den Stellenwert, den der Baldeneysee von Anfang an auch als Naherholungsgebiet besaß. Seitdem tummeln sich hier Angler und Wassersportler, Spaziergänger und Marathonläufer, Radfahrer und Motorradfreunde. Nur die Schwimmer schmollen: Das Baden im See ist bereits seit 1952 behördlich verboten, das „Strandbad Baldeney“ ließ 1984 endgültig das Wasser aus den undichten Becken. Der See ist ein Anziehungspunkt nicht nur für Menschen aus Essen und Umgebung. Vor allem an sommerlichen Wochenenden wird’s an und auf dem Wasser eng. Auch deshalb diskutieren die Verantwortlichen von Kommune und Ruhrverband über künftige Konzepte für den See. Eine neue Uferpromenade, mehr Parkplätze, Aufhebung des Badeverbots – der Wunschzettel ist lang, die Finanzdecke eher kurz. Viele Bürger meinen ohnehin, eigentlich könne in ihrem Freizeitparadies doch alles bleiben wie es ist. Sie halten dem See die Treue. Manche schon seit 80 Jahren.

Baldeneysee <<< 15


Ilka Fryder

Wir haben Grund zum Feiern:

80 Jahre Schifffahrt auf dem Baldeneysee Er ist das Highlight des Essener Südens und als Naherholungsgebiet weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Der Baldeneysee und seine Schifffahrt werden heuer 80 Jahre. Wenn das kein Grund zum Feiern ist…

Die Schifffahrt auf dem Baldeneysee war be­ reits mit Planung des Stausees vorgesehen. Daher beschlossen die Stadt Essen und die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft, die Vorgängerin der heutigen Essener Verkehrs-AG (EVAG), für den Schifffahrtsbetrieb eine eigene Gesellschaft zu gründen. Denn damals, als Autos und Busse kaum eine Rolle spielten, waren die Fähren im Essener Süden neben Straßenbahnen und Zügen ein wichtiger Mobilitätsanbieter. Und so nahm 16 >>> Runder Geburtstag

am 1. Mai 1933 die Verkehrsgesellschaft Baldeney ihren Betrieb mit vier Motorschiffen auf und wurde wichtiger Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs. Die vier Schiffe trugen die Namen Steele, Baldeney, Überruhr sowie Heisingen und begründeten die Tradition, den Baldeneyseeschiffen Ortsnamen zu geben, die sich auf das Land an der Ruhr beziehen. Die damaligen Strecken nach „Hügel“ und „Heisingen“ waren gut besucht. Vor allem die Zechenmitarbeiter


der Zeche „Pörtingsiepen“ nutzten die Heisingenfähre, um von der Uferseite, wo sie wohnten, zur gegenüber­ liegenden Seite, wo die Zeche stand, zu kommen. Die Mitarbeiter von Krupp, die am Werdener Ufer beheimatet waren, nutzten die Hügelfähre für den Weg zur Arbeit und zum Einkaufen in der Filiale der

Kruppschen Konsumanstalt. In Spitzenzeiten trans­ portierte die Verkehrsgesellschaft Baldeney jährlich 550.000 Fahrgäste. Im Jahr 1954 ging die Schifffahrt mit der Gründung der EVAG in die neue Gesellschaft über.

Ehemalige MS Steele fährt heute auf der Xantener Nord- und Südsee als „ Seestern“ Runder Geburtstag <<< 17


Personenschifffahrt auf dem Baldeneysee „Bis Ende der 70er-Jahre war der Fährverkehr fester Bestandteil des EVAG-Fahrplans“, erinnert sich Wolfgang Kaerger, Leiter der Schifffahrt von 1969 bis 1995, und mit 80 Jahren genauso alt wie der Baldeneysee. „Mit der Schließung des Kruppschen Konsums 1973 und dem Ende der Kohleförderung auf der Zeche Pörtingsiepen im gleichen Jahr verloren die Fähren ihren Stammkundenkreis und wurden wegen schwach­ er Auslastungszahlen eingestellt.“ Seitdem werden die Schiffe für Freizeitfahrten genutzt. „Ob Hochzeiten, Fahrten mit der politischen Spitze aller Parteien, bud­ dhistische Gottesdienste, Fronleichnamsprozessionen oder komplette Musicalensembles als Fahrgäste – es gibt kaum etwas, was ich in meinen 26 Jahren nicht an Bord erlebt habe. Eine Beerdigung ist das einzige, was

wir nicht hatten“, sagt Wolfgang Kaerger mit einem Schmunzeln. Gründung der Weißen Flotte Baldeney Im Jahr 2001 gliederte die EVAG die Weiße Flotte (WFB) als eigenständige GmbH aus, da der Betrieb nicht mehr zum Kerngeschäft der EVAG passte. Eine neue kommunale Gesellschaft entstand, die seitdem als Schwesterunternehmen der EVAG unter das Dach der städtischen Holding EVV GmbH fällt. Rund 100.000 Fahrgäste befördert die WFB mit ihren fünf Schiffen und ihrer historischen Fähre jährlich. Damit ist sie nicht nur das größte Personenschifffahrts-Unternehmen in der Region, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Tourismusbranche des Ruhrgebiets. Noch heute tragen die Schiffe selbstverständlich Ortsnamen.

hafenfest Die Weiße Flotte feiert ihren runden Geburtstag am 1.Septmeber mit einem großen Hafenfest. Außerdem bietet sie in Kooperation mit dem Haus der Geschichte Essen und dem Verkehrshistorischen Verein der EVAG von Mai bis September einmal monatlich Geschichtstouren zum Thema „80 Jahre Baldeneysee“ an. Enthalten ist eine Stadtrundfahrt mit dem historischen Anderthalbdecker-Bus, eine Führung durch das Haus der Essener Geschichte und eine einstündige Baldeneyseerundfahrt. Infos gibt es bei der Servicehotline 0201 185700-0 oder unter www.flotte-essen.de.

Wolfgang Kaerger - Althafenmeisterder WFB vor der Rixdorf - ehemals MS Gruga 18 >>>Runder Geburtstag


ANZEIGE

Mülheim’s WeiSSe Flotte Raus aus dem Winterschlaf, rauf auf die Fahrgastschiffe der Weißen Flotte Mülheim: In diesem Jahr warten auf die Fahr­g äste mehr als 60 Sonderfahrten sowie täglich zahlreiche Linienfahrten.

Erste Fahrten gibt es Ostern und dann ab Sonntag, 28. April, beginnen die täglichen Linienfahrten. An diesem Tag und allen anderen Sonn- und Feiertagen legt die Weiße Flotte jeweils um 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr und 18 Uhr am Mülheimer Wasserbahnhof ab. Zurück ab Kettwig steuern die Schiffe jeweils um 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr, 17 Uhr sowie 19 Uhr wieder auf den Mülheimer Wasserbahnhof zu. Von montags bis samstags fahren die Fahrgastschiffe von 11 Uhr bis 17 Uhr alle zwei Stunden am Mülheimer Wasserbahnhof ab, zwischen 12 Uhr und 18 Uhr geht es ab „Kettwig Unterwasser“ alle zwei Stunden wieder zurück. Weiterhin gibt es den Angebots-Montag (außer an Feiertagen) mit Linienfahrten zum Sonderpreis.

Den Auftakt zu den Sonderfahrten macht die Frühlingshafte Spargelfahrt, am Freitag, 3. Mai. Weitere Gourmetfahrten sind über die Saison ver­ teilt. Außerdem ist der Archäologische Park Xanten wie­ der ein Ziel oder die Xantener Altstadt mit der Dombesichtigung. Weitere Ausflüge per Schiff führen nach Kaiserswerth oder nach Uerdingen in die historische Brennerei Dujardin. Das Besondere: Die Tour verbindet eine Schifffahrt und eine Fahrradtour. Eine Fahrt ist „Spook auf der Ruhr“ an Halloween, 31. Oktober. Die Weiße Flotte bricht zu einer Tour durch das Ruhrtal auf, dazu werden kurzweilige Sagen und Geschichten, die sich um Mülheim und das Ruhrtal ranken, erzählt – Vorsicht, Gruselgefahr! Weitere Informationen im gemeinsamen Fahrplanheft oder unter: www.weisse-flotte-muelheim.de.

Der kleine Urlaub vor Ihrer Haustür – der große Spaß für die ganze Familie! Tägliche Linienfahrten vom 28. April bis 6. Oktober Osterfahrten Charterangebote für viele Anlässe

Unsere Frühlings-Sonderfahrten: Kurzurlaub für Genießer Frühlingshafte Spargelfahrt • Spanische Genüsse • Fahrt zum Baldeneysee mit Bergischer Kaffeetafel • Frühstücksfahrt auf der Ruhr Entspannen, Erleben & Entdecken Vatertags-Tour • Fahrt zum Matjesfest nach Duisburg • Rheinstadt Uerdingen mit historischer Brennerei Flussidylle & Hafencharme Fahrt durch das reizvolle Ruhrtal • Tagesfahrt zum Xantener Dom • Tagesfahrt zum Archäologischen Park Xanten

Mit freundlicher Unterstützung:

Tickets für alle Sonderfahrten erhalten Sie … … in der Touristinfo im MedienHaus Synagogenplatz 3, 45468 Mülheim an der Ruhr Tel.: 02 08 / 960 960, E-Mail: touristinfo@mst-mh.de mo. bis fr. 9 – 18 Uhr, sa. 10 – 14 Uhr … und an allen ADticket-Vorverkaufsstellen sowie online unter www.adticket.de

www.weisse-flotte-muelheim.de Betriebe der Stadt Mülheim an der Ruhr Alte Schleuse 1, 45468 Mülheim an der Ruhr Schifffahrtsbüro: 02 08 / 960 99 96 E-Mail: weisseflotte@btmh.de


Manuela Raudasch

Wassersportparadies

Baldeneysee

Der Baldeneysee ist ein echtes Wassersportparadies – hier tummeln sich rund 10.000 Wasser­ sportler: Segler, Ruderer, Kanuten, aber auch Surfer, Sportfischer und Angler. Ein Großteil von ihnen ist in den über 60 Vereinen am See organisiert. Das Bordmagazin stellt einige vor. Der Wassersport am Baldeneysee ist erschwinglich. „Die Vereinsbeiträge für Jugendliche liegen zwischen 20 und 50 Euro im Jahr. Erwachsene zahlen zwischen 100 und 400 Euro“, sagt Hans-Walter Fink, Sprecher der Interessengemeinschaft Baldeneysee. „Mit eige­ nem Boot kommen noch die Liegeplatzgebühren hinzu – die können bis zu 200 Euro im Jahr betragen.“ Wie in vielen anderen Sportarten auch haben die Vereine am See mit dem demografischen Wandel zu

20 >>> Sport

kämpfen: „Die Mitgliederzahlen stagnieren, allerdings auf relativ hohem Niveau“, so Fink. Durch eine ver­ stärkte Jugendarbeit, kostenlose Trainings und nied­ rige Beiträge versucht man den Nachwuchs für den Wassersport zu begeistern. Vor allem die großen Vereine leisten eine tolle Jugendarbeit. „Aber auch die kleinen Vereine profitieren dank Kooperationen davon“, weiß Fink, der selbst aktiv am Vereinsleben teilnimmt. Er ist erster Vorsitzender des Yachtclub Ruhrland.


Alle Vereine auf einen Blick: Sparte Segeln: • Judo- und Segel-Club Heiligenhaus e.V. , Postfach 10030, 42579 Heiligenhaus • Eisenbahner-Sportverein Essen-Kupferdreh (ESVK), Hardenbergufer 700, 45257 Essen • ESV Grün-Weiß Essen, Segelabteilung (ESVGW), Düsseldorfer Str. 45, 45481 Mülheim • Essener Fahrtensegler- und Kanuverein (EFKV), Hardenbergufer 389, 45239 Essen • Essener Kanu- und Segelgemeinschaft (EKSG), Freiherr-vom-Stein-Str. 386 F, 45133 Essen • Essener Segler-Club Ruhrau e.V. (ESCR), Waldsaum 85, 45134 Essen • Segler im Essen-Werdener Ruderclub (EWRC), Hardenbergufer 121, 45239 Essen • Essen-Werdener Segelclub e.V. (EWSC), Robert-Feulgen-Str. 40, 45239 Essen • Essener Yachtclub e.V. (EYC), Postfach 164113, 45221 Essen • Heisinger Segelclub e.V. (HeiSC), Lanfermannfähre 100, 45259 Essen • Marinekameradschaft Essen-Kupferdreh u.U. 1912 e.V., Lanfermannfähre 12, 45259 Essen • Segelclub Fischlaken Werden (SCFW), Helgolandring 77, 45149 Essen • Segelclub Najade e.V. (SCN), Postfach 164432, 45224 Essen • Segelsportgemeinschaft Baldeneysee e.V. (SGB), Hardenbergufer 308, 45239 Essen • Segelkameradschaft Essen-Heisingen (SKEH), Lanfermannfähre 92, 45259 Essen • Segelkameradschaft Hügel-Essen (SKHE,) Lanfermannfähre 90, 45259 Essen • Segelkameradschaft in den Höfen (SIDH), Kronprinzenstr. 18, 45128 Essen • Segelkameradschaft Scheppen e.V. (SKS), Hardenbergufer 268, 45239 Essen • ETUF e.V., Segelriege (ETUF), Freiherr-vom-Stein-Str. 204A, 45133 Essen • Wassersportverein Baldeneysee von 1919 e.V. (WSB), Freiherr-vom-Stein-Str. 386G, 45133 Essen • Yachtclub Ruhrland Essen e.V. (YCRE), Lanfermannfähre 118A, 45259 Essen • Segelverein „Quer über den Baldeneysee“ e.V., Kuglerstr. 37, 45144 Essen • Essener Segelsurfer e.V. (ESS), Postfach 101022, 45101 Essen • Sportgemeinschaft Ruhrgas, Sparte Segeln, Hardenbergstr. 3, 40882 Ratingen Sparte Rudern: • Essener Ruder-Regatta-Verein e.V. (ERRV), Postfach 101104, 45011 Essen • Essen-Werdener Ruderclub, Ruderriege (EWRC), Hardenbergufer 121, 45239 Essen • Ruderclub am Baldeneysee e.V. (RaB), Postfach 230280, 45030 Essen • Ruderriege des Burggymnasiums, Burgplatz 5, 45127 Essen • ETUF e.V., Ruderriege (RRETUF), Freiherr-vom-Stein-Str, 204A, 45133 Essen • Ruderriege der Alfred-Krupp-Schule, Margaretenstr. 40, 45144 Essen • Turnverein Kupferdreh e.V. (TVK), Kampmannbrücke 1, 45257 Essen • Ruderriege Mark am Helmholtz-Gymnasium, Freiherr-vom-Stein-Str. 206D, 45133 Essen • Steeler Ruderverein e.V. (STRV) Grendtor 40, 45276 Essen Sparte Kanu: • Kanu-Regatta-Verein Baldeneysee e.V. (KRV), Sachsenring 144, 45279 Essen • Kanusport-Gemeinschaft Essen e.V. (KGE), Somiusweg 40, 45259 Essen • Kanufreunde 1930 e.V. (KFE), Nieberdingstr. 4, 45147 Essen • Kanu-Gesellschaft Wanderfalke e.V. (KGW), Im Löwental 11, 45134 Essen • Kanu-Sportverein Rothe Mühle e.V. (KSVRM), Zornige Ameise 15, 45134 Essen • Steeler Kanu-Club e.V. (SKC), Westfalenstr. 96A, 45136 Essen • Turnverein Kupferdreh 1877 e.V. (TKV), Kampmannbrücke 1, 45257 Essen Sonstige Vereine: • Fischerei-Verein Essen e.V., Stauseebogen 61A, 45259 Essen • Essener Outbord-Club e.V. im ADAC, Florastr. 43, 45131 Essen • ADAC Gau Nordrhein, Postfach 510540, 50941 Köln • Trimm-Club Essen e.V., Rellinghauser Str. 334D, 45136 Essen

Sport <<< 21


Fahrplanübersicht Linien- & Sonderfahrten 2013 Fahrplan 2-stündige Seerundfahrt sonnund feiertags Wehr

täglich vom 28.4. bis 6.10.2013

Fahrplan 1-stündige Seerundfahrt vom 28.4. bis 6.10.2013

montags bis samstags

nur sonnund feiertags

ab 11.00 13.00 15.00 17.00 19.00 11.00 13.00 15.00 16.00 17.00 18.00

Hügel

11.10 13.10 15.10 17.10 19.10

11.10 13.10 14.10 15.10 16.10 17.10 18.10

Baldeney 11.20 13.20 15.20 17.20 19.20 11.20 13.20 14.20 15.20 16.20 17.20 18.20

Hügel

Scheppen 11.35 13.35 15.35 17.35 19.35 11.35 13.35 14.35 15.35 16.35 17.35 18.35

Scheppen 11.55 stdl. .55 17.55 18.55

ab 11.30 stdl. .30 17.30 18.30

Heisingen 11.40 13.40 15.40 17.40 19.40 11.40 13.40 14.40 15.40 16.40 17.40 18.40

Heisingen an 12.00 stdl. .00 18.00 19.00

Kupferdreh an 11.55 13.55 15.55 17.55 11.55 13.55 14.55 15.55 16.55 17.55 Heisingen ab

11.00 12.00 stdl. .00 18.00

Kupferdreh ab 12.00 14.00 16.00 18.00 12.00 14.00 15.00 16.00 17.00 18.00

Scheppen

11.05 12.05 stdl. .05 18.05

Heisingen

10.20 12.20 14.20 16.20 18.20

10.20 12.20 14.20 15.20 16.20 17.20 18.20

Hügel

Scheppen

10.25 12.25 14.25 16.25 18.25

10.25 12.25 14.25 15.25 16.25 17.25 18.25

Baldeney

10.40 12.40 14.40 16.40 18.40

10.40 12.40 14.40 15.40 16.40 17.40

Hügel

10.50 12.50 14.50 16.50 18.50

10.50 12.50 14.50 15.50 16.50 17.50

an 10.55 12.55 14.55 16.55 18.55

10.55 12.55 14.55 15.55 16.55 17.55

Wehr

an

11.30 12.30 stdl. .30 18.30

Fahrplan Ruhr-Rundfahrten zum Kettwiger Stausee vom 1.5. bis 29.9.2013 nur sonnund feiertags

> Wegen des Hafenfestes fallen am 1.9. alle Linien­fahrten aus. Es gibt nur einen Shuttle zwischen Hügel, Heisingen und Haus Scheppen im 30-Minuten-Takt.

Hügel

ab 10.00 12.00 14.00 16.00

Werden Brücke 10.30 12.30 14.30 16.30

Hügel

Ruhr-Rundfahrt inkl. Schleuse (ab 20 Personen).... 11,50 € p. P. Ruhr-Rundfahrt inkl. Schleuse (ab 40 Personen).... 11,00 € p. P. Die Gruppen-Tarife gelten nur für Erwachsene. Für Kinder-, Familien- und Kurzstreckentarife sowie für die Tagestickets und einstündigen Rundfahrten gibt es keine Gruppenermäßigung.

Fahrplan Rhein-Herne-Kanal vom 9.5. bis 6.10.2013 mittwochs, samstags, sonn- und feiertags

Erwachsene Kinder Familien*

ab 10.00 13.00 15.45

E – Zweigertbrücke

10.15

13.15

16.00

Gruppen ab 20 Pers. ..........12,50 € p. P. (Hin- & Rückfahrt**) Gruppen ab 40 Pers........... 12,00 € p. P. (Hin- & Rückfahrt**)

OB – Kaisergarten

an 11.10 14.10 16.55

* Gültig für 2 Erwachsene und bis zu 2 Kinder ** Unterbrechung der Fahrt möglich; Rückfahrt nur am selben Tag! *** Kurzstrecke nur zwischen GE – Nordsternpark und E – Zweigertbrücke sowie OB – Kaisergarten und OB – Marina

OB – Kaisergarten

ab 11.15 14.15 17.00

20 >>> Fahrplan

OB – Marina

11.30

E – Zweigertbrücke

12.15 15.15 18.00

GE – Nordsternpark

14.30

Kupferdreh

Heisingen

Scheppen

Baldeney

Kettwig 2 3 4 4 5 Werden 2 2 2 3 4 Wehr K 2 2 3 Hügel 3 2 K 1 2 2 Baldeney 4 2 2 1 2 2 Scheppen 4 3 2 2 2 K Heisingen 5 4 3 2 2 K Kupferdreh 5 4 3 3 2 2 2

2-stündige Seerundfahrt (5er-Ticket)...................... 52,00 € 2-stündige Seerundfahrt (ab 20 Personen)............. 10,50 € p. P. 2-stündige Seerundfahrt (ab 40 Personen)............. 10,00 € p. P.

GE – Nordsternpark

an 12.00 14.00 16.00 18.00

Hügel

TeilstreckenTarife

Gruppen-Tarife 

einfache Strecke ..................7,50 €.......... 3,50 € Hin- & Rückfahrt** ............ 13,50 €.......... 6,50 €....... 28,00 € jede Kurzstrecke*** ............2,50 €...........1,50 €

 ab 11.00 13.00 15.00 17.00

* Anschluss zum Schiff Richtung MH – Wasserbahnhof

Gültig für 2 Erwachsene und bis zu 2 Kinder, jedes weitere Kind 2,50 € (mit Schleuse 3,50 €). ** Ein- und Ausstieg beliebig oft am Geltungstag möglich. Die Tageskarte ist personengebunden und nicht übertragbar. Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen. *** Schleusengebühren bereits inkl.; Unterbrechung einmal möglich, wenn Rückfahrt am gleichen Tag erfolgt.

Fahrpreise

Kettwig*

Werden Brücke 11.25 13.25 15.25 17.25

*

an 10.55 12.55 14.55 16.55

Wehr

Erwachsene Kinder Familien*

2-stündige Seerundfahrt ... 11,00 €.......... 5,50 €....... 23,00 € 1-stündige Seerundfahrt ....6,50 €.......... 3,00 € Seefahrt Tageskarte** ...... 13,00 €.......... 6,00 € Ruhrfahrt (1 Strecke)*** .... 7,50 €.......... 4,00 € Ruhr-Rundfahrt***.............12,00 €.......... 6,50 €....... 26,00 € E-Hügel – MH-Wasserbf..... 13,00 €.......... 6,50 €

Kettwig*

Werden

Aktionstag jeden Mo. & Fr. auf dem Baldeneysee: 2-stündige-Seerundfahrt inkl. Kaffee und Kuchen 13,50 € p.P.

Kettwig

Linienfahrten-Tarife

17.15

an 12.30 15.30 18.15

5 4 3 3 2 2 2

Bei Feldern, die blau unterlegt sind, fällt pro Person eine Schleusengebühr von 1,00 € an. Bei Fahrten, die über einen Endpunkt gehen, berechnen sich die Teilstreckentarife nach der Fahrzeit.

Erwachsene Kinder Rad / Hund

Kurzstrecke oder max. 5 Min. ....2,00 €....... 1,00 €...... 1,00 € Tarif 1 oder max. 10 Min. .........2,50 €....... 1,00 €...... 1,00 € Tarif 2 oder max. 30 Min. ........4,50 €.......2,00 €......2,00 € Tarif 3 oder max. 60 Min. ........6,50 €.......3,00 €......3,00 € Tarif 4 oder max. 90 Min. ........8,50 €.......4,00 €......3,00 € Tarif 5 oder max. 120 Min. ......11,00 €.......5,50 €......3,00 €

Bitte beachten Sie: Wegen verschiedener Ver­anstaltungen im Nordsternpark steht der Parkplatz Amphitheater am 19. & 20. Mai sowie 29. & 30. Juni für unsere Gäste nicht zur Verfügung. Der Zugang zum Anleger ist aber frei. Am Samstag, 7. September, können wir den Anleger Nordsternpark wegen einer Drachenboot-Regatta nicht anfahren.


Sonderfahrten Baldeneysee 2013

Sonderfahrten Rhein-Herne-Kanal

Kapitänsbrunch

Erlebnis Ruhrorter Häfen

3,5-stündige Schleusenfahrt auf dem Baldeneysee und der Ruhr mit reichhaltigen Brunchbuffet Termine: 02.06., 30.06., 28.07., 08.09., 29.09., 03.10. (10.00 bis 13.30 Uhr) Start: Anleger Hügel Preise: Erwachsene 34,00 €, Kinder 22,50 €

Erleben Sie Europas größten Binnenhafen. Die Tagestour beginnt in Gelsenkirchen. Weitere Einstiege sind Essen-Karnap und Oberhausen. Termine: 09.08., 19.09. (11.00 bis 18.15 Uhr) Preise: Erwachsene 19,00 € / 23,00 €, Kinder 7,50 € / 10,50 €*

5-Schleusenfahrt zum Rhein-Herne-Kanal Fahrt vom Anleger Hügel am Baldeneysee über die Ruhr zum RheinHerne-Kanal. Vorbei an Kettwig, Mülheim, Oberhausen und Bottrop erreicht das Schiff nach ca. sechs Stunden den Anleger Zweigertbrücke in Essen-Karnap. Der Rücktransfer zum Baldeneysee erfolgt mit dem Bus. Termine: 15.06., 21.06., 06.07., 13.07., 02.08., 20.08., 21.09. (10.00 bis 16.00 Uhr) Preise: Erwachsene 32,50 €, Kinder 17,00 €

Der Amazonas des Ruhrgebiets Von Kupferdreh bis Kettwig genießen Sie bei einer Schiffsrundfahrt den Baldeneysee und den angrenzenden „Amazonas“ (auch „Ruhr“ genannt). Entweder fahren Sie hin und zurück mit dem Schiff in vier Stunden oder jeweils eine Strecke in zwei Stunden. Eine Schleusung ist inklusive. Fahrradmitnahme erlaubt! Termine: 08.06., 13.07., 10.08., 14.09. (11 bis 13 / 15 Uhr) Start: Anleger Kupferdreh und Kettwig Preise: 2-stünd. Fahrt o. Fahrrad: Erw. 12,00 €, Kinder 6,50 € 2-stünd. Fahrt m. Fahrrad: Erw. 15,50 €, Kinder 7,50 € 4-stünd. Fahrt (hin & rück): Erw. 19,50 €, Kinder 9,50 €

Weitere Infos online unter:

www.baldeneysee.com (für See und Ruhr)

5-Schleusenfahrt zum Baldeneysee Fahrt vom Anleger Nordsternpark und Zweigertbrücke über den RheinHerne-Kanal vorbei am Essener Stadthafen, an Bottrop und Oberhausen Richtung Ruhr nach Mülheim. Von dort weiter über Kettwig erreicht das Schiff nach sechs Stunden und fünf Schleusen den Regattaturm am Baldeneysee. Rücktransfer zum Kanal erfolgt mit dem Bus. Termine: 23.06., 05.07., 07.07., 14.07., 25.07., 11.08., 26.08., 19.10. (9.45 bis 17.00 Uhr)

Preise: Erwachsene 32,50 €, Kinder 17,00 €

Fahrt zum Wasserbahnhof Mülheim Tagestour von Gelsenkirchen, Essen oder Oberhausen zum Wasserbahnhof Mülheim. Aufenthalt in Mülheim: ca. 1 Std. Termine: 19.07., 30.08., (10.30 bis 18.30 Uhr) Preise: Erwachsene 19,00 € / 23,00 €, Kinder 7,50 € / 10,50 €*

Schiffshebewerk Henrichenburg Tagesausflug zum Schiffshebewerk Henrichenburg. Starten Sie vormit­ tags mit dem Schiff von Oberhausen, Essen-Karnap oder Gelsenkirchen in Richtung Henrichenburg. Das Schiff schleust dreimal bis zum Ziel. Nach einem ca. 2,5-stündigen Aufenthalt fahren Sie mit dem Bus zurück zum Ausgangspunkt. Termine: 22.08., 25.08., 27.09. (9.00 bis 18.00 Uhr) Preise: Erwachsene 27,00 € / 30,50 €, Kinder 13.00 € / 16.00 €* * Preise variieren je nach Abfahrtsort.

www.kanalschiff.de (für Rhein-Herne-Kanal)

d. 24 St ! ce Servi

Zertifizierter Fachbetrieb für altengerechte und barrierefreie Bäder

www.haug-hucke.de

Heegstraße 26-28 · 45356 Essen · Tel.: 0201 / 34 10 96-97 Düsseldorf: Tel.: 0211 / 5 80 88 14 Wülfrath: Tel.: 0 20 58 / 89 56 92

Sanitär - Heizung - Lüftung - Klima


Ulrich Führmann

Heisingen -

das dorf am see Wie gut es sich hier leben lässt, wussten schon die heiligen Herren auf der anderen Seite des Flusses: „In beschaulicher Ruhe“, so berichtet die Chronik, verbrachten die Werdener Äbte ab Mitte des 18. Jahrhunderts die Sommermonate bevorzugt in ihrer Residenz hoch über dem Ruhrtal. Im „Haus Heisingen“, einem umgebauten Rittersitz, fühlten sich die Kirchenoberen offenbar ähnlich wohl wie die Heisinger heutzutage in ihrem Stadtteil.

Heisingen ist einzigartig in Essen – jedenfalls, was seine Lage als Halbinsel betrifft. Ruhr und Baldeneysee machen um das bereits im Jahr 796 urkundlich erwähnte Örtchen einen eleganten Bogen. Im Hinterland schafft der Schellenberger Wald eine natürliche Grenze zur restlichen Stadt. Kein Wunder, dass sich die meisten Heisinger immer noch ein bisschen wie im Dorf füh­ len. Wer hier wohnt, mag’s ruhig und zieht die Idylle dem Trubel der City vor. Wenn man die mal braucht, ist sie immer noch nah genug. Eine „Schlafstadt“, wie Auswärtige manchmal mäkeln, war Heisingen nicht immer. Nach den Bauern, die ihre Felder auf den Ruhrhöhen bestellten, kamen die Bergleute. Anfangs wurde die Kohle vor allem aus Flözen nahe der Oberfläche geholt (über 100 Fundstellen sind bekannt), spätestens um 1840 setzte der industrielle Bergbau ein. Als 1906 unter Leitung von Kommerzienrat Carl Funke die Essener Steinkohlenbergwerke AG gegründet wurde, hatte Heisingen gut 4.400 Einwohner – zehn Mal mehr als bei der Volkszählung im Jahr 1803. Heute leben knapp 13.000 Einwohner in dem beschau­ lichen Stadtteil, der nur noch an wenigen Stellen an 24 >>> Heisingen

seine bäuerliche und industrielle Geschichte erin­ nert. Am Ufer des Baldeneysees ragt als Denkmal der Förderturm der 1973 geschlossenen Zeche Carl Funke in den Himmel. Und mit Glück trifft man neben dem Brunnen am „Dorfplatz“ ein paar alte Männer, die ihr Geld noch unter Tag verdient haben. Die sind stolz darauf, im „Unterdorf“ zu wohnen, hier, wo Heisingen seine his­ torischen Wurzeln hat. Ein Stück den Berg hoch, Richtung Stadtwald, liegt das „Oberdorf“. Wo sich früher die Bauern plagten, sind nach und nach immer neue EinfamilienhausSiedlungen ent­ standen, die alten Fachwerkkotten haben luxuriösen Eigentumswohnungen Platz gemacht. Inzwischen zählt das Dorf zwischen Wald und See zu den begehr­ testen Wohnlagen der Großstadt. 1926 – drei Jahre vor der Eingemeindung nach Essen – hatte das Bürgermeisteramt Heisingen in Anzeigen selbstbewusst um Neubürger geworben: Der Ort sei „ohne Zweifel die schönste Oase in der Nähe der Großstadt Essen“ und eigne sich „in hervorragendem Maße zur Ansiedlung“. Mittlerweile weiß man: Die Rechnung ist aufgegangen.


ANZEIGE

AQUApark Oberhausen – direkt am Centro Erlebnisbad begeistert mit großem Freibad und auffahrbarer Glaskuppel! Der AQUApark Oberhausen ist Deutschlands erstes Erlebnisbad mit einzigartigem BergbauAmbiente. Nicht nur die zahlreichen, typischen Bergbauelemente, wie ein 18m hoher Förderturm inmitten des Erlebnis-Reviers, Teile einer alten Grubenbahn und Informationstafeln sondern auch Namensbezeichnungen wie ‚Waschkauen‘ (Umkleiden und Duschen) oder ‚Markenstube‘ (Rezeption) erin­ nern an die Geschichte des ‚Ruhrpotts‘. Das Highlight aber ist die 21 m hohe auffahrbare Glaskuppel des Bades mit einem Durchmesser von 40 m! Bei schönem Wetter kann diese zu ¼ geöffnet werden, sodass man unter freiem Himmel relaxen kann. Freibadfeeling pur. Für Jung und Alt bietet das Erlebnis-Revier Plantschund Schwimmvergnügen! Das 25 m – Becken mit 5 Startblöcken und Bahnen sowie einem 3- und 5-Meter hohen Sprungturm lädt zum sportlichen Schwimmen ein. Hier findet dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils ab 10 Uhr die kostenlose Wassergymnastik statt. Mitmachen kann jeder der seine Fitness zu Tage fördern möchte! Das Erlebnisbecken mit Massageliegen, einem Geysirbecken und dem Strömungskanal bietet

Relaxen und Spaß. Wer Entspannung pur sucht, macht es sich am besten im XXL-Whirlpool bei an­ genehm warmen Temperaturen bequem. Aber auch für die kleinen Gäste hat das Bad etwas zu bieten. Bei angenehm warmen Temperaturen können sie im Kinderbecken rutschen oder mit Wasserpistolen spielen! Im Sport-Revier finden neben dem Vereinsschwimmen attraktive Fitness- und Präventionskurse statt. Die gesundheitssportlichen Programme wie Aquakombination, Aquajumping oder Aquacircuit werden von qualifizierten Übungsleitern durchgeführt und zeichnen sich durch klar definierte, gesundheit­ sorientierte Inhalte und Ziele aus. Bei sonnigen Temperaturen fühlt man sich wohl im Freibad-Revier am wohlsten. Ein 25 m Außenbecken und eine Liegefläche von 10.500 m² laden zu einem tollem Tag im Freien ein. Auch durch seine gute Verkehrsanbindung kann das Freizeitbad punkten: Nahe an der A 42 gelegen (Ausfahrt Oberhausen Neue Mitte) und somit nur wenige Gehminuten von Oberhausens Einkaufszentrum Nr. 1 entfernt. Das angebundene Parkhaus bietet rund 430 Parkmöglichkeiten – für Badbenutzer natürlich kostenfrei! Mehr Informationen auf der Homepage: www.aquapark-oberhausen.com


Bertram von Hobe

WeiSSfische stehen auf Knoblauch Am Herner Meer werfen Angelfreunde die Rute aus

Erik Gloger angelt am Herner Meer. Er erzählt kein Anglerlatein, sondern betreibt seine Passion mit konzentriertem Vergnügen. Das Verhalten der Fische hat er „lesen“ gelernt. Eine gute Ausrüstung hilft, ersetzt jedoch keineswegs Geduld und Gespür. Der 52-Jährige genießt das Frühlingsintermezzo im März. Heute sitzt er am Dattelner Meer, während die Fische „ganz tief am Boden stehen“. Wo sich DortmundEms- und Wesel-Datteln-Kanal treffen, ist das Wasser weniger tief als im Rhein-Herne-Kanal, dem üblichen Angelrevier Erik Glogers. Die Sonnenstrahlen erwär­ men die Wassertemperatur. Sie motivieren die Fische, wie Gloger erklärt, aktiv zu werden. Die nehmen im Winter kaum Nahrung auf. Kalte Wassertemperaturen machen sie träge. Sechs Stunden wartet Gloger dann, ohne dass ein Fisch anbeißt. Im Sommer hat er oft nach vier Stunden genug gefischt. Schlechtwetter gibt es für ihn nicht, nur schlechte Kleidung. Wird es wärmer, wirft Erik Gloger am der Herner Meer die Rute aus. Auch für ältere Menschen und Behinderte ist dieser Treffpunkt von Anglern in und um Herne wegen guter Anfahrt- und Parkmöglichkeiten günstig zu erreichen. Am Industriegebiet „Friedrich der Große“ verbreitert sich der Rhein-Herne-Kanal auf ca. 500 Meter Länge und 250 Meter Breite zum Vorhafen der Schleuse Herne Ost. Das Schleusen lässt Sauerstoff aufsteigen, bewegt die Fische und freut so die Angler. Gelb grüßt in Sichtweite die vom Volksmund umge­ taufte „Käsestange“. Tatsächlich heißt die im Rahmen des Projekts Emscherkunst geschaffene dreiteilige Skulptur von Bogomir Ecker. „remrenreh. Kaum Gesang“. Ob Fische sprichwörtlich stumm sind oder irgendwie kommunizieren, weiß Gloger nicht. „Sie haben an ihren Seiten jeweils eine Linie, über sie Bewegung wahrne­ hmen“, das gelte es zu nutzen. Der Rhein-Herne-Kanal sei schwer zu befischen. Weil Kanäle von Menschenhand geschaffen sind, erläutert Erik Gloger. Die Schleusung erzeugt Wechselströmung, der Wasserstand schwankt bis zu 20 cm. Weil das Kanalwasser fast Trinkqualität besitzt, eignen sich die Fische zum Verzehr. Keinesfalls dürfen sie in den Kanal zurückgeworfen werden. Gloger selbst isst Fisch, Abnehmer fänden sich immer. Mittels Ausrüstung und Köder lasse sich vermeiden, ganz kleine Fische zu 26 >>> Angeln

fangen. Offiziell gibt es in Deutschland seit den 80-er Jahren kein Wettfischen mehr. Gloger sieht Angeln als Hobby: Es entspannt ihn, am Wasser zu sitzen, vom Beruf als

Statt im Stammrevier Herner Meer Frühlingsansitz in Datteln

Fleischermeister abzuschalten: „Sechs Tage die Woche arbeiten, kein Wochenende frei.“ Er möchte seine Ruhe haben. Schätzt aber die Kameradschaft mit jenen, die seine Leidenschaft teilen. Angeln hat er als Kind bei niederländischen Verwandten gelernt, an den Grachten und Kanälen um Den Helder. Anfängern rät Erik Gloger, herauszufinden, welche Angelart infrage kommt und welcher Zielfisch. Dem entsprechen Ort, Ausrüstung und Köder. Gloger hat sich auf die karpfenartigen Weißfische spezialisiert, beispielsweise Brasse und Rotauge. Er bleibt an einem


Ort, verwendet für seine aktive Grundangeltechnik Feeder- und Stippruten, dünnere Schnüre, kleinere Haken und natürliche Köder. Karpfen können einen Meter lang werden und sechs Kilo wiegen, die Brasse ein bis zwei Kilo und das Rotauge zwischen 250 und 1250 Gramm. Die ebenfalls im Kanal beheimateten Raubfische hingegen – auf der Jagd nach kleineren Artgenossen – sucht der Angler, benutzt die Spinnrute mit stärker­ er Schnur, großem Haken natürlichem oder kün­ stlichem Köder. Der wird ständig ausgeworfen und wieder eingeholt, um durch Bewegung den Raubfisch zum Anbiss zu verleiten. Die 1,6 bis 3,3 Meter lange Spinnrute richtet sich nach Größe des angestrebten Fangs wie Barsch, Hecht und Zander sowie dem Gewicht des Köders. Sie soll möglichst leicht und ausbalanciert sein, um den Arm nicht zu ermüden. Am Dattelner Meer haben Erik Gloger und Jörg Grigull einige Schritte weiter ihre Angelstelle eingerichtet. Glogers tragbare Sitzstation mit verstellbaren Beinen, dem abfallenden Ufer angepasst, enthält Schubladen für allerlei Zubehör und den Feederarm zum Auflegen der 3,6 Meter langen Rute. Die Stipprute lässt sich demgegenüber auf 13 Meter zusammenstecken und wird in der Hand gehalten. Das Material der Angeln besteht aus Kunststoff mit Kohlefasern. Zunächst heißt es, Aufmerksamkeit und Appetit der Fische zu wecken. Je nach Reaktion legt Gloger fünfbis sechsmal einen Futterplatz an, hängt über die Angel ein Körbchen hinein, die Futterspirale, gefüllt

mit Leckereien nach eigenem Rezept: Back- und Paniermehl, Zwieback und Hanf. Das Futter (engl. Feeder) ist der Konsistenz wegen angefeuchtet. Ein Clip an der Rute fixiert die Angelschnur, um bei jedem Auswurf in gleicher Entfernung den Futterplatz wie­ derzufinden. Sind keine Fische am Platz, wird die Spirale nach etwa fünf Minuten herausgezogen. Über einen an der Schnur befestigten Schwimmer, Pose genannt, lässt sich die zu beangelnde Wassertiefe einstellen. Die sensible farbige Angelspitze auf dem kräftigen Stiel dient zur Bisserkennung. Unter dem an einem Seitenarm der Hauptschnur pendelnden Futterkorb hängt am sogenannten Vorfach der Haken mit dem Köder. Als Köder dienen Fleischmaden oder Pinkies, ganz kleine Maden. Wie bei der Lockspeise tüfteln die Angler, was den Fischen schmecken könnte. Jörg Grigull: „Wenn die Fische mal keinen Bock haben, dann machen wir uns Gedanken, wie wir sie überlis­ ten können. Dippen die Köder ein, probieren Gerüche aus und Geschmacksrichtungen. Dabei haben wir festgestellt, die gehen ja auf Knoblauch.“ Doch wer Gloger und Angelfreund Grigull beobachtet und zuhört, fühlt sich an Schach erinnert. Beide denken sich in den Widerpart hinein, agieren und taktieren. Sie suchen einen erfolgreichen Weg, den Fisch sozusagen matt zu setzen. Gloger allerdings geht diesmal leer aus. Die Lehrstunde über Angeln am Kanal hat ihn abgelenkt.

Der passionierte Angler Erik Gloger legt Wert auf gutes Equipment Angeln <<< 27


Bertram von Hobe

Hüls hilft den Pötten die Treppe runter Tausende Schiffe passieren Schleuse Gelsenkirchen Norbert Hüls hat die Seiten gewechselt. Steuerte er früher sein Schiff in die Schle­ use hinein und wieder heraus, lenkt er heute als Schleusenwärter das Geschehen an Kilometer 23,32 des Rhein-Herne-Kanals. Ein verantwortungsvoller Posten, von dem Schiffspassagiere wenig wissen.

Rolf meldet sich.Die Stimme schep­ pert durch das auf Lautsprecher gestellte Telefon. Norbert greift zum Hörer, schaut aufs Wasser und antwortet. Zwei Pötte warten vor der Schleuse Gelsenkirchen. Sie fahren „zu Tal“ Richtung Duisburg. Kein Schiffsführer heißt Rolf, sondern ein 80 Meter langer Frachter, der vorne liegt. Der Tanker „Peter Jägers“ dahinter misst 86 Meter. Aus der gläsern­ en Kanzel des Kontrollturms, auf der langgestreckten Insel zwisch­ en zwei Schleusenkammern, hat Norbert Hüls beide im Blick und am Ohr. Als Schleusenwärter trägt er Verantwortung für ein reibung­ sloses Manöver. Früher hat der 54-Jährige selbst als Binnenschiffer Ladung trans­ portiert: Erz von Mannesmann auf der Wasserstraße Duisburg–Rotterdam. Nach der Schaltwärterausbildung, dann Zusatzausbildung zum Schleusenwärter und Schichtleiter, agiert Hüls seit 1995 fast rund um die Uhr auf der Schleuse. Allein im Schichtbetrieb: montags bis sam­ stags, ebenso sonntags, von 6.00 bis 22.00 Uhr. Die Schleuse Gelsenkirchen überbrückt eine Höhendifferenz von 6,20 Meter aus Richtung Herne talabwärts in Richtung Duisburg. Vom Rhein aus gehört 28 >>> Schleuse Gelsenkirchen

Frachter an der Strippe und den Kanal im Blick: Schleusenwärter Norbert Hüls in Gelsenkirchen

die Schleuse, kurz vor dem Stadthafen gelegen, zur dritten der fünf Kanalstufen des RheinHerne-Kanals. 45,4 Kilometer lang verbindet dieser den Rhein mit dem Dortmund-Ems-Kanal, die Duisburg-Ruhrorter Häfen mit dem westdeutschen Kanalnetz. Dorthin gilt es, treppenförmig durch Schleusen rund 37 Meter Höhendifferenz zu überwinden. Ursprünglich führte der Kanal bis Herne, dann bis Henrichenburg. Im Zuge des Kanalausbaus ist die

Schleuse Gelsenkirchen zwisch­ en 1979 und 1985 neu gebaut worden. Ihre Kammern mit dem gemeinsamen Steuerstand auf dem Aushub dazwischen, sind je 190 Meter lang. Die Nutzbreite der Nordschleuse beträgt 12,10 Meter, jene der Südschleuse 11,94. Die erste Version stammt aus Kaisers Zeiten. Zwischen 1906 und 1914 errichtet, war die Schleuse bei Kanaleröffnung am 17. Juli in Betrieb genommen worden, 14 Tage später brach der 1. Weltkrieg


aus. Heute markiert sie eine Station auf der „Route Industriekultur“. Frachter „Rolf“ und die „Peters Jäger“ liegen mittler­ weile vertäut in der Nordkammer – Maßarbeit bei 24 Meter Spielraum nach vorn, hinten und zwischen den Schiffen sowie Lastwagen-Reifenbreite Abstand zur Seitenwand. Per Knopfdruck schließt Hüls das obere Hub-/Senktor. Nun wird das Wasser aus der Kammer abgelassen. Die Schiffe sinken aufs untere Kanalniveau. Ist es erreicht, löst ein Signal das Öffnen der beiden Flügel des Stemmtores zu Tal aus. „75.000 Badewannenfüllungen“, wie Hüls anschaulich erklärt, „fließen in den unteren Vorhafen ab“. Die Ampel springt auf grün, „Rolf“ und „Peter Jägers“ können weiterfahren. Die nächsten Pötte schwimmen schon Schlange. In Gelsenkirchen werden jährlich 12.000 bis 13.000 Schiffe durchgeschleust. Von der Motorjacht bis zum 135-Meter-Tanker alles, was den Kanal befährt: Frachter, Tanker – wegen des Gefahrguts tagsüber mit einem blauen Kegel, nachts mit blauem Licht geken­ nzeichnet –, Kabinen- und Fahrgastschiffe. Darunter die „Weiße Flotte“, beispielsweise auf dem Weg zur Cranger Kirmes. Von Oktober bis Februar fahren weni­ ger Schiffe, auch weil keine Sportboote unterwegs sind. Ab März/April steigt der Schiffsverkehr wieder an. Geschleust wird bis zur totalen Vereisung des Kanals, weil Luftsprudelanlagen die Schleuse frei halten.

SpardaGiro

0-,

Norbert Hüls überwacht die gesamte Station, insbeson­ dere den Schleusenvorgang. Dazu dienen Fernrohr und Sprechverbindung sowie Anzeigetafeln und Knöpfe auf dem 30 Jahre alten Steuerpult. Der blaue Knopf „Schleusung Stop“ revidiert den vorherigen Befehl, der rote Knopf „Not Aus“ nimmt den Strom weg. Havarie und Unglücke sind während seiner vielen Dienstjahre ausgeblieben. Das soll bis zur Rente so bleiben. An einen Vorfall erinnert sich Hüls: Sonntagmorgen im Sommer 2003 meldet ein Schiffsführer in der Bergfahrt, dass „da eine stark tätowierte Wasserleiche rumtreibt“. Die Wasserschutzpolizei Essen prescht mit Bugwelle und Blaulicht heran. Sie findet ein besticktes Sofakissen. Der Rhein-Herne-Kanal ist nicht nur eine wich­ tige Schifffahrtstraße, vor allem von der anlieg­ enden Industrie für Zulieferung und Abtransport genutzt, sondern auch Fernwasserleitung (siehe INFO). Anwohner wissen die Wasserqualität und den Freizeitwert „der größten „Badeanstalt im Ruhrgebiet“ zu schätzen, obwohl das verboten ist. Ein eigenes Freizeitvergnügen, gepaart mit fachlichem Interesse, hat Norbert Hüls für Sommer 2013 bereits gebucht: Zusammen mit seiner Frau erlebt er die FünfSchleusen-Fahrt der Weißen Flotte vom Baldeneysee bis in den Rhein-Herne-Kanal.

SpardaGiro mit Kontowechselservice

sparda-west.de

Mindestgehalt Gebühren Wechselaufwand

Was ich fürs Girokonto zahle?

0 Euro. Und Sie? Filialen in Essen: I Kruppstraße 41, 45128 Essen I Willy-Brandt-Platz 8, 45127 Essen-Mitte I Marktstraße 21, 45355 Essen-Borbeck I Bochumer Straße 24, 45276 Essen-Steele I Altenessener Straße 411, 45329 Essen-Altenessen (Alleecenter) Telefon: 08000-SPARDA (772732) Alternativ aus dem Ausland: +49 (0)211-23932-3333 Mitgliedschaft Voraussetzung.


Bertram von Hobe

Diese Frauen verkaufen das Ruhrgebiet Das Feuer der Kulturhauptstadt brennt weiter Im Jahr drei nach der Europäischen Kulturhauptstadt ziehen drei Tourismus-Frauen im Ruhrgebiet eine positive Bilanz: Die Verantwortlichen haben an Erfahrung ge­ wonnen und festgestellt, dass Gemeinsamkeit stärker macht. Auch bei den Bürgern ist der Stolz gewachsen. Eva-Maria Hubbert, Eva Sunderbrink und Inge Kammerichs sehen darin ein überzeugendes Verkaufsinstrument nach außen. Die Europäische Kul­ turhauptstadt 2010 hat ein Feuer entfacht.

Magnet Ruhrtourismus bei der Messe „Reise + Camping“ in Essen

Hubbert runzelt die Stirn. Die Frage, was bei einem Damenausflug im Ruhrgebiet nicht fehlen darf, findet sie zu speziell. „Das sollte sich nicht so unterscheiden“, meint sie mit Blick auf die Zielgruppe innerhalb und außerhalb des Großraums mit seinen vielen Facetten. Die Geschäftsführerin der Ruhr Tourismus Gesellschaft (RTG) möchte jeden ansprechen: Männer wie Frauen, jüngere und ältere. „Ich selbst entdecke immer was Neues, finde neue Aspekte.“ Ihre spon­ tanen Tipps lauten Gasometer Oberhausen, Zeche Zollverein, Henrichshütte Hattingen. Oder „per Rad um 30 >>> Komm zur Ruhr

den Baldeneysee - nicht. Nicht gerade bei Hochbetrieb am Wochenende.“ „Egal ob Dame oder Herr. Ich möchte diese Region mit allen Elementen vermitteln“, sagt Sunderbink. Die Geschäftsführerin der Essen Marketing Gesellschaft (EMG) schnürt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – ein „optimales Paket“: Industriekultur, Veranstaltungserlebnis, Freizeit zu Fuß oder per Rad, Gastronomie, Spitzenhotels, Natur, Weiße Flotte. Kammerichs empfiehlt den Damen einen Ausflug zur Villa Hügel in Essen und ins Kunstmuseum Alte


Innerhalb der Geschäftsführung der Ruhr Tourismus Gesellschaft (RTG) nimmt sie organisatorische und kaufmännische Aufgaben wahr. Als Informations- und Koordinierungsstelle für die Metropole Ruhr dient die RTG mit Sitz in Oberhausen als zentraler Ansprechpartner zur touristischen Vernetzung von 53 Städten und Kreisen im Regionalverband Ruhr (RVR). Auf dessen Führungsebene leitet Eva-Maria Hubbert das Referat Beteiligungen. Dazu gehören Wirtschaftsförderung und Tourismus. In dem Zusammenhang fungiert sie als Geschäftsführerin des Revierparks Nienhausen. Hubbert hat in Bochum Wirtschaftswissenschaften studiert und promoviert. Vor ihrem Eintritt beim RVR war sie zehn Jahre lang für ein Wohnungsunternehmen tätig. Mit ihrer Familie wohnt sie in Mülheim an der Ruhr. www.ruhrtourismus.de, Tel. 0208-899 59-110

„Ich liebe, was ich verkaufe“, sagt die in Essen geborene Geschäftsführerin der Essen Marketing Gesellschaft (EMG). Seit 2007 arbeitet sie in die­ ser Funktion, nachdem sie anfangs beim Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) tätig gewesen war, dem heu­ tigen Regionalverband Ruhr (RVR). Es folgten berufliche Stationen beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und den Stadtwerken Neuss, ehe sie die Verantwortung bei der EMG übernahm. Studiert hat Sunderbrink Geschichte, Soziologie und Politische Wissenschaft. Darüber hinaus absolvierte sie eine Ausbildung zur Marketingfachfrau. Privat fühlt sie sich mit Verwandten und Freunden in Essen-Rüttenscheid wohl. www.essen-marketing.de, Tel. 0201-88720-20

Post Mülheim mit einer exquisiten Sammlung von Werken der klassischen Moderne, des Weiteren der größten Zille-Sammlung außerhalb Berlins. Auch die Geschäftsführerin Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus Gesellschaft (MST) hat nicht nur weibli­ che Gäste im Blick. Falls diese genug Zeit mitbringen, schlägt Kammerichs eine Schifffahrt mit der Weißen Flotte oder eine Radtour von Mülheim nach Kettwig vor. Für einen historischen Rundgang in Mülheim sollte es allemal reichen. Bühnenbegeisterte erwartet in der Stadt das Festival „Stücke“, jährlicher Treffpunkt der deutschsprachigen Theaterelite. Die touristische Zusammenarbeit im Ruhrgebiet schätzt die MST-Chefin. „Wir brauchen den Verbund. Mülheim ist dafür sehr offen.“ Die „Stadt am Fluss“ richte sich nach dem RTG-Marketingplan und bringe ihr Angebot ins Gesamtkonzept ein. Mülheim verfüge über eine „tolle Ausgangslage“ für Freizeittourismus: Stark am Wasser, viel Grün, naturverbunden, Rad- und Wanderwege, ein buntes Tourenprogramm, Sehenswürdigkeiten, hohes Niveau in Gastronomie und Veranstaltungsprogramm

Seit 2008 verantwortet Inge Kammerichs die Geschäftsführung der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus Gesellschaft (MST). Schon vorher arbeitete sie beim inzwischen größten Veranstalter der „Stadt am Fluss“, nachdem sie „als Urlaubsflirt“ vor 25 Jahren aus Bayern nach Mülheim an der Ruhr gekommen war. Nicht nur von Berufs wegen findet Kammerichs Wohn- und Wirkungsstätte wie auch die Region „total spannend“. Ihre Ausbildung hat die Passauer Wirtsund Metzgerstochter an einer renom­ mierten Fremdverkehrsakademie in Österreich und der Schweiz genossen, was sie zunächst im Bäderdreieck Griesbach, Birnbach und Gastein beruflich nutzen konnte. Ihr erwachsener Sohn schätzt Mülheim mindestens genauso wie die Heimat seiner Mutter. www.muelheim-ruhr.de, Tel. 0208-960-9611

– doch keineswegs abgehoben. Der Zuwachs an Ferienwohnungen signalisiere Akzeptanz. EMG-Frontfrau Eva Sunderbink bekräftigt uneinge­ schränkt die gemeinsame touristische Vermarktung des Ruhrgebiets, jeweils individuell unterstützt und ergänzt durch die Kommunen. Die Verzahnung inner­ halb der RTG gebe dem Gesamtauftritt mehr Biss und fördere den Austausch untereinander. „Ich habe da keine Berührungsängste und sehe sie nicht bei anderen“, sagt Sunderbrink und erläutert: „Die tourist­ ische Kooperation ist dank der Kulturhauptstadt enger geworden. Tradierte Urteile und Zerrbilder vom Ruhrgebiet außer­ halb beschönigen Hubbert und Kammerichs keineswe­ gs. Das „Klischee von Arbeit, Lärm und Staub“ halte sich hartnäckig. Überholte Vorstellungen wie „Zechen und qualmende Öfen, verdeckter Himmel, graues Einerlei“ (Zuschauerecho laut SAT 1-Serienhelden Toto und Harry, echte Polizisten in Bochum) seien mit Sachargumenten abzubauen. Sunderbink geht das offensiv an: „Wir spiel­ en mit den Vorurteilen. Wir holen den Gast dabei ab. Komm zur Ruhr <<< 31


Botschafterinnen des Ruhrtourismus beim Heimspiel

Industriekultur weckt Neugier, was wirklich passiert. Am Ort erleben Besucher dann Strukturwandel, eine grüne Region, die Stadt als Kulturstandort.“ Ein Pfund, mit dem sich deutschlandweit, über Grenzen hinweg und vor der Haustür in Nordrhein-Westfalen wuchern lasse. Deshalb der zweifache RTG-Auftritt im März 2013 bei der Essener Verbrauchermesse „Reise + Caravan“ und vor dem Fachpublikum der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB). Eva-Maria Hubbert: „Wir müssen die Region für die eigenen Bewohner erlebbar machen und nach außen tragen.“ Inge Kammerichs: „Sobald der Gast da ist, fällt es leicht, ihn zu über­ zeugen.“ Beiden geht es nicht allein um Besucher von anderswo. Sie sehen die sogenannten weichen Standortfaktoren: Nämlich die Bevölkerung, gerade die

32 >>> Komm zur Ruhr

jüngere Generation, zu halten und gleichzeitig Zuzug zu schaffen. Mit einem breiten kulturellen Spektrum als Zeichen von Lebensqualität, die den industriellen Strukturwandel begleitet. Nach der Tourismusbörse sieht Hubbert die gemein­ same Arbeit auf einem guten Weg. Bekanntheit und Beliebtheit der Region legen offensichtlich zu. Die RTG freut sich über den Rekord 2012 mit rund sieben Millionen Übernachtungen von insgesamt 3,6 Millionen Gästen mit dem Reiseziel Ruhrgebiet. Das seien 600.000 mehr als im Kulturhauptstadtjahr 2010 und bedeute fast eine Verdopplung in den vergan­ genen zehn Jahren. Der Anteil von Geschäftsreisenden sei zwar nach wie vor hoch. Sunderbink erleutert die Gästezahlen. Auf einen Freizeitreisenden kämen vier Geschäftsreisende. Doch auch diese schauten sich nicht selten privat etwas an, gingen abends aus, hän­ gten ein Wochenende dran. Die ITB in Berlin sei für sie „wie immer spannend“ gewesen. Das Ruhrgebiet sei zur festen Größe geworden, die Reiseveranstalter zeigten Interesse. Im Nachmessegeschäft heiße es nun dranbleiben. Dazu gehöre, Kontakte zu makeln und zu pflegen, Reiseveranstalter zu besuchen, sie umgekehrt einzuladen und die „Schmuckstücke“ zu zeigen. Wie ihre Mitstreiterinnen bewertet Eva Sunderbrink Industriekultur als touristisches Alleinstellungsmerkmal der Metropole Ruhr. In solchem Rahmen reiht sie für Essen Perlen aneinander: Zeche Zollverein, Museum Folkwang, Aalto-Theater, Colosseum mit wechselnden Veranstaltungen, GOP als Spitzenvarieté. Essens Plus: „Die Leute kombinieren Kultur und Unterhaltung mit Shopping, Erste-Klasse-Hotels, kulinarischem Genuss bis zur Sterne-Gastronomie.“ In der Stadt summieren sich die Tagesgäste auf 32 Millionen jährlich. NordrheinWestfalen ist wichtigster inländischer Quellenmarkt, denn der Tagestourist nimmt im Regelfall maximal zwei bis drei Stunden Anfahrt in Kauf. In Mülheim sieht Kammerichs „Luft nach oben“ für ein zusätzliches Bettenangebot. Dank der Stadthalle, guter Verkehrsanbindung und geeignetem Umfeld möchte sie noch mehr mit nationalen Kongressen punkten. Samstags und sonntags sorgten in den Sommermonaten Wochenendurlauber wie zum Beispiel Fahrradtouristen für zusätzliche Auslastung. Mit Blick aufs Damenprogramm betont Inge Kammerichs die Bedeutung von Shopping als Reisemotivation. Die Dichte im Ruhrgebiet sei mit dem Rhein-Ruhr-Zentrum Mülheim, dem CentrO Oberhausen, dem FORUM Duisburg, dem Limbecker Platz Essen und der ThierGalerie Dortmund größer als etwa in Bayern, wo sie her­ stammt, München eingeschlossen. Eva-Maria Hubbert lobt die Kooperation mit den Anrainern Münsterland


und Sauerland beim Fahrradtourismus. So erleben Radfreunde ab April 2013 auf der Römer-Lippe-Route zwischen Detmold und Xanten – am längsten Fluss Nordrhein-Westfalens entlang – historische Zeugnisse und Naturschönheit. Eva Sunderbrink weiß einen Umfragewert, wonach sich Essens Bekanntheitsgrad

mit inzwischen 100 Prozent dem Kölner Dom auf Turmhöhe begegnet. Für ihre Kolleginnen, welche in der jeweiligen Funktion das Ruhrgebiet verkaufen, bringt sie es auf den Nenner: „Die Kulturhauptstadt war kein Strohfeuer.“

info

info Kultur- und Städtereisen, Freizeitaktivitäten, Events und Shopping flankieren das Hauptthema Industriekultur. In dem Kontext hat die RTG mit dem Titel „Ruhr Selection“ einen Kunstreiseführer für die Metropole Ruhr herausgebracht. Gemeinsam treten 20 Kunstmuseen in 15 Städten als RuhrKunstMuseen auf. Weltweit hat das Ruhrgebiet die höchste Museumsdichte und beherbergt eine international herausragende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst. In keiner anderen Kulturlandschaft sind Vergangenheit und Aufbruch, Industriegeschichte und Geistesgegenwart, Alltagsleben und Kunst so verwoben wie hier. Die Broschüre ist unter Tel. 01805-18 16 20 zu bestellen. Der freiwillige Obolus beträgt 3 €.

ANZEIGE

Das Wohnzimmer auf dem Wasser

Den Duisburger Hafen nicht nur sehen, sondern erleben – mit der Ruhrorter Perso­ nenschifffahrt kein Problem. Liebevoll wird das Fahrgastschiff „Rheinfels“ von den Fahrgästen „das Wohnzimmer auf dem Wasser“ genannt.

Mit der 25 Meter langen und 5,2 Meter breiten „Rheinfels“ ist für Walter Moser ein Traum wahr geworden. Der Duisburger arbeitet bereits seit 33 Jahren in der Binnen- und seit 22 Jahren in der Fahrgastschifffahrt. Seit einem halben Jahrzehnt gibt der Schifffahrts-Kollege nun auf seinem eigenen Schiff sein umfangreiches Wissen über den Duisburger Hafen an seine Fahrgäste weiter, immerhin handelt es sich hierbei um den größten Binnenhafen der Welt. „Der Duisburger Hafen befindet sich in einem ständigen Strukturwandel. Er lebt“, findet Walter Moser. „Viele Fahrgäste, die den Hafen seit län­ gerer Zeit nicht besucht haben, erkennen ihn kaum noch wieder.“ Ein besonderes Schmankerl sind die großen Hafenrundfahrten: Hier werden nicht nur die

Saisonhighlights

70er/80er-Jahre-Party: 21.06. ab 19 Uhr Hafenfest Marina Oberhausen: 04.08. ab 10 Uhr Baldeneyseefahrt zum Hafenfest: 01.09. ab 10 Uhr Grünkohlfahrt: 02.11. ab 19 Uhr

öffentlich rechtlichen, sondern auch die vergessenen Häfen angesteuert. Die Ruhrorter Personenschifffahrt ist der einzige Anbieter dieser Fahrten. Natürlich geht es mit der „Rheinfels“ über verschiedene Wasserwege auch weiter hinaus, zum Beispiel zum Niederrhein bis runter nach Xanten und über die Ruhr bis zum Baldeneysee. www.hafenrundfahrt-duisburg.de


Dirk Angenendt

Graf Bismarck

Seit 2010 ist die Weiße Flotte Baldeney auch auf dem „Rhein-Herne-Kanal“ im Linienverkehr unterwegs. Das industriell geprägte Ambiente zieht viele Menschen an mit neuen Ausblicken auf den einstigen „Kohlenpott“ vom Wasser aus. Mit den Sonderfahrten auf „dem Kanal“ bringt sie ihre Fahrgäste immer wieder zu spannenden Zielen – 2013 zum Schiffshebewerk Henrichenburg und zu den Ruhrorter Häfen in Duisburg. Ein Ziel der Zukunft wird ganz sicher das neue Gelsenkirchener Stadtquartier „Graf Bismarck“ sein. Was die Stadt hier direkt in Kooperation mit der Landesgesellschaft NRW.URBAN am Rhein-HerneKanal plant und bereits verwirklicht, ist nichts weni­ ger als ein faszinierendes Stück Wohnen, Arbeiten und Freizeitvergnügen direkt am Wasser! Früher stand auf der 80 Hektar großen Fläche das Kraftwerk der „Zeche Graf Bismarck“, das die Schachtund Verarbeitungsanlagen mit Strom versorgte. Zu dem Gelände gehörte auch ein eigener Industriehafen über den Kohle angeliefert wurde. Als die alte Nutzung ausge­ laufen und die Gebäude abgerissen waren, erkannte man in Gelsenkirchen sehr schnell, welches Potenzial sich auf der Brache bot: ein immenses Flächenangebot – direkt am Kanal mit seinen Uferzonen, Fuß- und Radwegen – und dazu ein bereits erstellter Hafen. Das Ganze befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Autobahnanschlusses des BAB 42, bis zur ZOOM-Erlebniswelt und auch zur Veltins ARENA ist es nicht weit. Im Jahre 2005 wurde der Bebauungsplan rechtsgültig: Vorgesehen ist ein moderner Mix aus Wohnbebauung, Dienstleistung und nichtstörendem Gewerbe. Wobei man sich seitens der Planer durchaus eine Affinität zum Wasser vorstellt – also Firmen, die das Thema „Wasser“ mit ihren Gebäuden oder in Bezug zu ihren Produkten aufgreifen möchten. Die Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen führt derzeit mit zahlreichen Interessenten Verhandlungsgespräche. Der Baubeginn für das erste gewerbliche Bauvorhaben erfolgt in wenigen Wochen. „Die Gesamtvermarktung dieser Flächen wird mittel­ 34 >>> Graf Bismarck

juwel am kanal

fristig geschehen“, sagt Rainer Schiffkowski, von der Wirtschaftsförderung der Stadt Gelsenkirchen und meint damit einen Zeitraum zwischen drei und fünf Jahren. Dass der Standort attraktiv ist, hat die Vermarktung des ersten Bauabschnittes speziell für Häuslebauer bewiesen: Die ausgewiesenen Grundstückes (11,6 Hektar „Gewerbe und Dienstleistung“, 11,3 Hektar „individuelles Wohnen mit Grundstücken bis zu 1.000 Quadratmetern“) wurden durch die als Treuhänderin fungierende landeseigene Gesellschaft „NRW.URBAN“ vermarktet. Die 80 Grundstücke des ersten Bauabschnitts „Wohnen“ des „Gartenviertels“ sind be­reits komplett verkauft. Die Mehrzahl der maximal zwei­ geschossigen Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften steht bereits, wobei die Käufer ihre Häuser innerhalb fest­ geschriebener gestalterischer Vorgaben selbst planen und bauen mussten. Fertig ist auch die elegant geschwungene Hafenmundbrücke. Und auch das ist zukunftsweisend: „Im Gebiet „Graf Bismarck“ wurde keine Gas-, Fernwärmeleitung oder ähn­ liches verlegt. Daher kann sich jedes Gebäude mit rege­ nerativen oder alternativen Energieträgern versorgen, zum Beispiel mit einer Pelletsheizung, Wärmepumpe, einer Solarthermie- oder Photovoltaikanlage“, so Rainer Schiffkowski. Immerhin definiert sich Gelsenkirchen auch als „Solarstadt“ und hatte sich als „Innovation City“ bewor­ ben. Wann „Graf Bismarck“ komplett vermarktet und bewohnt sein wird, kann man heute nur schätzen. „Insgesamt 1.500 Menschen werden dann hier wohnen und arbeiten“, sagt Schiffkowski. Aber: Schon jetzt lädt das neue Stadtquartier „Graf Bismarck“ zu einem Blick in die Zukunft ein – und ist mit Auto oder Fahrrad bestens zu erreichen. Bis die „Weiße Flotte Baldeney“ – vielleicht in einer Marina – mit ihren Kanalschiffen hier regelmäßig anlegt, wird noch viel Wasser durch den Kanal fließen. Aber freuen kann man sich sicher schon heute darauf! www.grafbismarck.gelsenkirchen.de


ANZEIGE

Interview: Das Bordmagazin der Weißen Flotte im Interview mit Karsten Peipe, Geschäfts­ führer der Kurhaus im Grugapark gGmbH Bordmagazin: „Sehr geehrter Herr Peipe, -Fühl dich wohlist das Motto des Kurhauses und der Grugapark-Therme. Was erwartet die Gäste des Kurhauses und der GrugaparkTherme? Karsten Peipe: Unsere Gäste können sich auf Wärme und Entspannung in sechs verschiedenen Saunen, auf ein 32°C warmes Sole-Außenbecken, computerunterstützte Trainingsgeräte im GrugasportClub und ein vielseitig­ es Präventions- und Rehabilitationssportangebot freuen. Weiterhin können Sie Wellnessbehandlungen von der HotStone bis zur Klangschalenmassage genießen oder sich in unserer Physiotherapie behandeln lassen. Bordmagazin: Kann ich denn auch einen ganzen Tag ihm Kurhaus verbringen? Karsten Peipe: Natürlich, starten können Sie mit einem Frühstück in der Aqua Bar, unserer Gastronomie in der Therme, die ersten Aufgüsse beginnen um elf Uhr, entspan­ nen heißt es danach z. B. in unserem Kaminzimmer. Wer es etwas aktiver mag, kann auch an einem Wassergymnastik Kurs teilnehmen oder im SportClub sein Trainingsprogramm absolvieren. Nach einer Stärkung zum Mittag kann dann ein Sonnenbad auf unserer Sonnenterasse auf dem Programm stehen oder Sie genießen einen Salz-Peeling Aufguss.

Zum Abend bietet sich dann eine Massage für den Rücken an, um den Tag mit einem leckeren Getränk im Biergarten vor dem Kurhaus ausklingen zu lassen. Bordmagazin: Welche sind denn ihre persönlichen Highlights? Karsten Peipe: Meine persönliche Favoriten sind unsere Himalaya Salz Sauna und die neue Technogym Kinesis Trainingswand, die funktionale dreidimensionale Bewegungsmuster ermöglicht. Bordmagazin: Was ist für die Zukunft geplant? Karsten Peipe: Derzeit stehen wir in den Startlöchern, um unser Angebot noch weiter zu optimieren. Es wird zwei neue großzügige Sauna Ruheräume geben, die Sonnenterrasse im Saunagarten wird vergrößert und wir werden neue Sportund Gymnastikräume mit neuen Kursen anbieten . Zum Ende des Jahres wollen wir diese Weiterentwicklungen un­ seren Gästen präsentieren. Außerdem erhält die GrugaparkTherme im August ein neues Kassensystem, das den Komfort für die Saunagäste erheblich verbessert. Vielen Dank für das Interview


Dirk Angenendt

Schiffs-ABC

In loser Reihenfolge erklären wir unseren Fahrgästen einige wichtige Begriffe aus dem Bereich der (Binnen-)schifffahrt:

Bugstrahlruder: Zusätzlich zu den Schiffschrauben besitzen auch die Schiffe der Weißen Flotte ein Bugstrahlruder (auch „Querstrahlsteueranlage“ genannt). Das sind elektrisch ang­ etriebene Propellerblätter, die Wasser durch einen Kanal drücken, der quer zur Fahrtrichtung durch das gesamte Schiff verläuft. Dieser kleine Zusatzantrieb ist nur beim Manövrieren von Bedeutung. Das Schiff kann damit leichter ab- und anlegen, weil es durch den gelenk­ten Wasserstrahl quer zu eigentlichen Fahrtrichtung bewegt werden kann. Wie die Antriebsschrauben liegt das Bugstrahlruder unterhalb der Wasserfläche, so dass man es von Deck aus nicht sehen kann. 36 >>> Schiffs-ABC

Knoten

Variante a: Immer noch das Geschwindigkeitsmaß in der Seefahrt, das sich auf die Längeneinheit „Seemeile“ bezieht. Demnach ist 1 Knoten = eine Seemeile pro Stunde. Umgerechnet auf Stundenkilometer bedeutet ein Knoten = 1,852 km/h (= 0,514444 Meter pro Sekunde). Die Schiffe

der Weißen Flotte fahren auf dem Baldeneysee nicht schneller als 12 und auf dem Kanal nicht schneller als 18 km/h. Sie dürfen nicht schneller fahren. Also Rechenaufgabe für Nachwuchskapitäne: Wieviele Knoten fahren unsere Schiffe auf dem Baldeneysee? Variante b: Eine Kunst für sich – in der Schifffahrt haben Knoten in Tauen eine wichtige Bedeutung. So werden die Schiffe vertäut und vor dem Abtreiben gesichert. Bekannte Knoten heißen „Palstek“, „Schotstek“ oder „Kreuzknoten“. Unsere Schiffsführen benutzen vorwiegend „den Halben Schlag“, um unsere Schiffe an den Anlegern schnell und sicher an den Pollern festzumachen.


Langezogener Ton: „Achtung (bei der Ab- bzw. Einfahrt)“ z. B. in den Hafen. Ein kurzer Ton: „Ich richte meinen Kurs nach Steuerbord (rechts)“! Zwei kurze Töne: „Ich richte meinen Kurs nach Backbord (links)“! Nach der Praxis befragt, sagte uns einer unserer Schiffsführer: „Wir wollen es nicht übertreiben mit der Huperei, der Baldeneysee soll ja ein ruhiges Naherholungsgebiet bleiben!“

Tiefgang Der Tiefgang ist die Distanz von der Wasserlinie bis zum Kiel eines Schiffes. Der Tiefgang eines Boots ist wichtig, denn er bestimmt prinzipi­ ell, bis zu welcher Wassertiefe ein Schiff ohne Grundberührung fahren kann. Da Schiffe jedoch durch Fahrverhalten und äußere Einflüsse über den Tiefgang hinaus eintauchen können, ist für die Auslegung von Wasserstraßen die Tauchtiefe oder die Abladetiefe maßgeblich. Auf älteren Seekarten sind Tiefen noch in Fathom („Faden“) angegeben: 1 fathom = 6 Fuß = 1,83 Meter. Auf neueren Seekarten wird die Tiefe in Meter angege­ ben. Auf dem Baldeneysee fahren unsere Schiffe in einer eigenen mit Bojen gekennzeichneten Fahrrinne. Der See ist dort drei bis fünf Meter tief. Der Tiefgang unserer Schiffe beträgt jedoch nur ca. 90 Zentimeter! Da ist immer genug Wasser unter dem Kiel, versprochen!

Junggesellenabschied? Rent a Käpt´n! Noch keine Idee für einen Junggessellenabschied? Wie wäre es mit einem tollen Erlebnis auf dem Wasser. Ob eine zweistündige Fahrt auf der Fähre Isenberg (maximal 16 Personen) oder – für größere Gruppen – exklusiv das Piratenschiff.

Signale, Signalanlage Vielen Besucher fällt die glän­ zende Schiffsglocke ins Auge, die auf manchen Schiffen im Kapitänsstand hängt. De facto ist das ein veraltetes Stück Nostalgie, das nicht mehr zur Standardausrüstung gehört. Aber wenn Kinderbesuch „auf der Brücke“ ist, lassen unsere „Kapitäne“ gerne läuten. Mit der Glocke wird auch oft gearbeitet, wenn sich Paare an Bord unserer Schiffe trauen lassen und so in den Hafen der Ehe einlaufen. Das Schiffshorn übernimmt heute die Funktion der Glocke: Die wesentlichen auch bei uns zum Einsatz kommenden Hornsignale:

Für 300 Euro kann die Fähre Isenberg für zwei Stunden auf dem Baldeneysee angemietet werden. Die Uhrzeit und Startanleger kann frei gewählt werden. Der Schiffsführer bringt die Gesellschaft auf Wunsch zum Abschluss direkt zum Seasidebeach-Club, unserem Partner am See. Der Eintritt wird pauschal mit 50,00 Euro für die gesamte Gruppe berechnet und ist beim Schiffsführer zu zahlen. Auf der Fähre können bei dieser Fahrt Getränke und kleine Speisen mitgebracht werden (allerdings später nicht ins Seasidebeach). Der Müll muss allerdings nach der Fahrt mitgenommen und entsorgt werden.

Schiffs-ABC <<< 37


UNSERE SCHIFFE

Die Flotte können Sie auch mieten! Planen Sie Ihre Party, die Konferenz, den Vereinsoder Betriebsausflug, Ihre Familienfeier oder auch eine Hochzeit einmal ganz anders. Mieten Sie ein Schiff der Weißen Flotte Baldeney (WFB) und Ihre Veranstaltung wird zu etwas ganz Besonderem! Wir bieten Ihnen ein exklu­ sives Vergnügen in einem außergewöhnlichen Rahmen. Von Montag bis Sonntag – von Januar bis Dezember – stehen unsere Schiffe für Sie

bereit. Welches Ziel Sie sich auch aussuchen – Ihr Kapitän fährt Sie auf dem Baldeneysee, der Ruhr oder auf dem Rhein-Herne-Kanal. Für welches Schiff Sie sich auch entscheiden, unser Personal macht Ihnen den Aufenthalt an Bord zu einem First Class Erlebnis. Verabreden Sie sich mit Ihrem Kapitän im Hafen. Dort können Sie sich die Schiffe ansehen und Ihres auswählen.

MS Heisingen Baujahr: 1985 Länge: 38 m Breite: 5,20 m Sitzplätze: 174 im Salon, 60 auf dem Freideck Zulässige Personenzahl bei Vercharterung: 174 (ohne Buffet), 150 (mit Buffet)

MS Baldeney Baujahr: 1979 Länge: 38 m Breite: 5,20 m

Sitzplätze: 174 im Salon, 72 auf dem Freideck Zulässige Personenzahl bei Vercharterung: 174 (ohne Buffet), 150 (mit Buffet)

MS Stadt Essen Baujahr: 1986 Länge: 38,50 m Breite: 5,20 m Sitzplätze: 120 im Salon, 120 auf dem Freideck Zulässige Personenzahl bei Vercharterung: 120 (ohne Buffet), 80–90 (mit Buffet)

38 >>> Unsere Flotte


MS Kettwig Baujahr: 1975 Länge: 27,80 m Breite: 5,20 m Sitzplätze: 108 im Salon, 72 auf dem Freideck Zulässige Personenzahl bei Vercharterung: 108 (ohne Buffet), 80–90 (mit Buffet)

MS Steele Baujahr: 1973 Länge: 22,80 m Breite: 5,20 m

Sitzplätze: 42 im Salon, 100 auf dem Freideck Zulässige Personenzahl bei Vercharterung: 42

kontakt Silvia Zeh Telefon: 0201 185799-12 E-Mail: s.zeh@flotte-essen.de


ANZEIGE

Strickkreis der MUNDUS Senioren-Residenz Essen Häkelhelden unterstützen Krebspatienten “Zwei rechts, zwei links, zwei fallen lassen. . .“, wenn in der MUNDUS Senioren-Residenz eifriges Nadel klappern und Maschen zählen zu hören sind, sitzen die Seniorinnen vom Strickkreis gesellig beisammen und fertigen für einen guten Zweck Mützen in Handarbeit.

R

egelmäßig kommen Bewohnerinnen der MUNDUS Senioren-Residenz zu einem geselligen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen zusammen, wo nicht nur über den Alltag geplaudert wird, sondern vor allem neue Strickmuster ausgetauscht werden. Mit viel Herz und kreativen Ideen entstehen hier in liebevol­ ler Handarbeit Mützen für das Projekt „Mut-MachMützen“.

„Ob Häkeln oder Stricken, die Seniorinnen finden in der Handarbeit eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und die Gesellschaft mit Gleichgesinnten“, erzählt Imke Sasse, Direktorin der Residenz. Die regelmäßig veranstalteten Stricktreffs sorgen für Abwechslung im Alltag und fördern so die Teilnahme der Seniorinnen am aktiven Leben. Unter fachkundiger Anleitung von Ute Jonetat entstehen handgefertigte Unikate, die krebskranken Frauen nach der Chemotherapie Mut machen sollen. „Es macht Freude, mit den älteren Damen ein solches Projekt gemeinsam zu realisieren und Sachen in Handarbeit zu fertigen, die anderen helfen“, bekräftigt Ute Jonetat die gemeinsame Initiative. Dabei sind die hübschen Mützen nicht nur praktisch als Wärmespender, sondern haben während der haarlosen Zeit für die betroffenen Frauen auch einen modischen Nutzen. Das Engagement der älteren Damen hat sich bereits herum gesprochen. So wurden für dementiell Erkrankte

bereits Knubbelkissen gefertigt oder Babydecken und Schlafsäckchen für die Säuglingsstation des örtli­ chen Krankenhauses. Das Prädikat „Handgemacht“ findet immer mehr Anhänger und so sind interessierte Seniorinnen aus der Umgebung eingeladen, sich dem Strickkreis anzuschließen. Das nächste Treffen der Senioren-Handarbeitsgruppe findet am 17.04.2013 von 10.30 bis 12.00 Uhr immer vierzehntägig, in der MUNDUS Senioren-Residenz in der Girardetstraße 2-38 in 45131 Essen, statt. Um mitmachen zu können, braucht man eine Portion Freude an der Handarbeit und Lust am Kontakt zu Mitmenschen: „Ob Anfänger oder Profi, jeder kann mitmachen, denn Handarbeit mit Gleichgesinnten motiviert und macht einfach mehr Spaß. Dabei fühlen sich die Seniorinnen wohl und gebraucht“, weiß Ute Jonetat. „Denn viele fühlen sich alleine, haben keine wertvolle Aufgabe und freuen sich über eine sinnvolle Beschäftigung.“ Das damit verbundene Training der Feinmotorik hat außerdem viele positive Effekte bei den Teilnehmerinnen. Diese sind stolz und nehmen die vielen positiven Rückmeldungen als Ansporn, um sich weiterhin mit Herz und Engagement an sozialen Projekten mit ihrer Handarbeit zu beteiligen. Aufgrund der erfolgreichen Projekte ist jedoch der Bedarf an Wolle gestiegen. Dieser soll zukünftig auch über Spenden bedient werden. Neben jeder neuen Mitstreiterin freuen sich die Seniorinnen deshalb über jede noch so kleine Wollspende an das Projekt. An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei der Firma Junghans-Wollversand GmbH & Co. KG bedanken. Die MUNDUS Senioren-Residenz war über die große Spende an Baumwollgarnen sehr begeistert. Die Senioren der Handarbeitsgruppe sind wirklich mit viel Liebe und Engagement dabei und freuen sich darauf, nun weitere soziale Projekte zu unterstützen.


Dem Alter

mehr Leben geben.

Mitten im Leben. Mitten in Essen. Wohnen in der MUNDUS Senioren-Residenz ist Lebensfreude in den eigenen vier Wänden. Mitten im Leben, mitten in der Stadt und mit allen Annehmlichkeiten, die ein selbstbestimmtes Leben schöner machen.

• Zentrale Lage zur Rüttenscheider Straße und zum Gruga-Park • Großzügige, helle Wohnungen von 36,5 m² bis 72,5 m² mit Bad, kompletter Küchenzeile, Abstellraum und teilweise Dachterrasse

• Wöchentliche Reinigung der Wohnung • 24-Stunden-Notrufbereitschaft • Bibliothek, Restaurant, Terrassencafé, Schwimmbad mit Sauna, Gymnastikbereich

• Wohnungsbetreuung bei Abwesenheit • Hauseigener ambulanter Pflegedienst • Stationäre Pflege / Kurzzeitpflege • Spezielle Betreuung dementer Bewohner • Kein Wohndarlehen

Jetzt neu! ment e t r a p p A m u a 2,5-R 108 m²

Mehr Infos unter: Tel.: (0201) 72 07-0 oder www.mundus-leben.de

MUNDUS Senioren-Residenzen GmbH · Residenz Essen · Im Girardet Haus Girardetstraße 2-38 · Eingang 8 · 45131 Essen · essen@mundus-leben.de


Ilka Fryder

PiratenspaSS für GroSS und Klein

Die Sommerferien müssen nicht langweilig sein: Am Baldeneysee legt auch in diesem Jahr wieder das Piratenschiff „MS White Pearl“ zur großen Abenteuerfahrt ab. Das Schiff ist dabei bunt verhüllt, ausgestattet mit Kanonen und schippert mit einem Piratenmast über den See. Auf dem Piratenschiff der Weißen Flotte sind verkleidete Jungen und Mädchen an Bord mehr als gern gesehen. Natürlich dürfen sich auch die Eltern in Seeräuberroben werfen, schließlich erwarten die Schiffsführer ihre Gäste ebenfalls in voller Piratenmontur. Wer nicht verkleidet ist, fällt also fast schon auf. Damit die Mannschaft ordentlich in Stimmung kommt, läuft auf der eineinhalbstündigen Fahrt Piratenmusik. „Die „MS White Pearl“ ist eigentlich das Schiff „MS Steele“, verrät Silvia Zeh, bei der Weißen Flotte zuständig für den Vertrieb. „Vor drei Jahren hat die Jugendhilfe Essen gGmbH das Schiff gestaltet.“ Während der Fahrt können die Mädchen und Jungen den Inhalt einer geheim­ nisvollen Schatzkiste plündern. Ein Gruß per Flaschenpost ist dabei inklusive und darf im Baldeneysee auf die Reise geschickt werden. „Mit unserem Kinderprogramm möchten wir Familien die Möglichkeit bieten, ein tolles Abenteuer in der Region zu erleben“, sagt Silvia Zeh. Die „White Pearl“ legt in den Sommerferien sechs Mal ab Anleger Hügel ab. Anmeldungen für die Fahrten sind nicht erforderlich. Die Tickets zum Preis von 5,00 Euro für Kinder (bis 12 Jahren) und 8,00 Euro für Erwachsene gibt es direkt an Bord oder unter www. flotte-essen.de. Bei starkem Regen wird allerdings nicht gefahren. Für alle Kinder, die nicht verkleidet an Bord möchten, gibt es in den Sommerferien ein weiteres Angebot. Gemeinsam mit der „Ferienspatz-Aktion“ des Jugendamtes Essen können Mädchen und Jungen ein Kinderkapitänspatent erwerben. An Bord bekommen die kleinen Fahrgäste Gelegenheit, selbst einmal das Schiffssteuer in die Hand zu nehmen und sich wie richtige kleine Kapitäne zu fühlen. Zudem lernen die Kinder von der Schiffsbesatzung, perfekte Seemannsknoten zu binden. „Einmal Käpt´n sein“ findet jeweils an einem Tag am Baldeneysee (22. Juli) und am Rhein-Herne-Kanal (5. August) statt. Anmeldung sind für diese Fahrt erforderlich.

Piratenfahrten ab Anleger Hügel 23.07.: 14.00, 15.30 und 17.00 Uhr // 25.07.: 14.00, 15.30 und 17.00 Uhr 30.07.: 14.00, 15.30 und 17.00 Uhr // 01.08.: 14.00, 15.30 und 17.00 Uhr 06.08.: 14.00, 15.30 und 17.00 Uhr // 08.08.: 14.00, 15.30 und 17.00 Uhr

42 >>> Kinder an Board


Seelinie 181 nimmt wieder Fahrt auf

Seit dem 23. März 2013 dreht sie wieder ihre Runde um den nördlichen Baldeneysee: die SeeLinie 181 der Essener Verkehrs-AG (EVAG). Bis zum 6. Oktober fährt sie am Wochenende sowie feiertags alle 30 Minuten von (H) Heisingen Baldeneysee u.a. über (H) Stadtwaldplatz, (H) Werden S, (H) Porthofplatz und zurück. Die SeeLinie hat mit der Haltestelle (H) Hügel/ Regattahaus sogar eine eigens für sie eingerichtete Station. Viele Restaurants entlang des Sees sind von

den Haltestellen der SeeLinie 181 aus fußläufig zu erreichen. Auch der Aussichtspunkt „Korte Klippe“ – mit einem malerischen Blick über den Baldeneysee – ist von der (H) Schöne Aussicht nur einen Katzensprung entfernt. Für seefeste Wochenendausflüger bietet es sich an, die Tour um den See ganz entspannt mit Bus und Schiff zu bestreiten – mit der EVAG und der Weißen Flotte Baldeney.

Das Restaurant mit dem einzigartigen Blick auf den Baldeneysee

Jagdhaus Schellenberg GmbH & Co. KG Heisinger Straße 170a · 45134 Essen · Tel.: 0201 - 437 870 · Fax: 0201 - 437 87 29 · info@jagdhaus-schellenberg.de www.jagdhaus-schellenberg.de

Stauder <<< 41

www.ems-marketing.de

RESTAURANT · BIERGARTEN · VERANSTALTUNGEN


Freizeit erfahren!

2013 r e b o t k tags – 06. O r z e i r e ä F M . d 23 onn- un S , s g a t Sams

Bordmagazin 01 - 2013  

Bordmagazin Weiße Flotte Baldeney 01 - 2013

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you