espresso Magazin Oktober 2016

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V.l.: Museumsdirektor Dr. Ansgar Reiß, Schauspieler Winfried Frey und Konservator Dr. Tobias Schönauer

Bayerns schaurigstes Verbrechen „Mythos Hinterkaifeck“ im Bayerischen Polizeimuseum Grauenhaft und gleichzeitig faszinierend. Das war und ist der sechsfache Mord von Hinterkaifeck. Dieses Verbrechen „hat die Region nicht mehr los gelassen“, erklärte Dr. Ansgar Reiß bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Mythos Hinterkaifeck“. Der Direktor des Bayerischen Armeemuseums und damit auch „Boss“ des Polizeimuseums im Turm Triva begrüßte zahlreiche Gäste, darunter etliche Mitglieder der Plattform www.hinterkaifeck.net.Zum ersten

Maria Weibl hat sich intensiv mit dem Fall befasst

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Mal hat das Museum eine Ausstellung mit einer Online-Community konzipiert: „Das Ergebnis ist faszinierend“, meinte Reiß. Und er stellte klar, dass auch in dieser Ausstellung der Fall nicht gelöst wird. Für Gästeführerin Maria Weibl, die Besucher zum Original Schauplatz des Verbrechens führt, kommt kein Ortsansässiger und auch nicht der oft genannte Lorenz Schlittenbauer als Täter in Frage. „Für mich stecken Waffengeschäfte hinter alle dem“, meint sie. Die Tat sei im Affekt geschehen, der Täter habe sich in einen Blutrausch gesteigert und deshalb auch den zweijährigen Josef erschlagen. Skurril wurde es im Mai 1922, als die Polizei die Hellseherin „Fräulein Bü“ zu Rate zog, um den Fall aufzuklären. Ihr wurden die Totenschädel der Opfer präsentiert. Schauspieler Winfried Frey las bei der Ausstellungseröffnung aus dem Protokoll der „Seance“ vor. Im Jahr 1955 wurden die Ermittlungen eingestellt. Gerüchte gibt es bis heute. Und denen kann man im Museum auf den Grund gehen. (ma)

Mehr: www.armeemuseum.de www.hinterkaifeck.net


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