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1. Dezember 2011 19

D an ke f 端 r Ihre Spen de!


Kolumne

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Im falschen Film

Spiegel Online-Autorin Simone Kaiser verströmte ein Pathos als sei sie gerade Augenzeugin der ersten Mondlandung gewesen. „Gewonnen haben nicht nur die Befürworter. Denn die Baden-Württemberger haben sich das Recht erkämpft zu entscheiden… haben in diesem Jahr gelernt, dass es sich in einer Demokratie lohnt, sich zu engagieren.“ Andere Schreiber klangen ähnlich. Erschreckend, wie oberflächlich Journalisten nach wie vor mit dem Thema Bürgerbeteiligung umgehen. Eine Volksabstimmung, die mit jahrzehnte-

So, das war also die Sternstunde am ersten Advent. Die Sternstunde der Demokratie schlechthin, wenn wir den meisten Kommentatoren glauben.

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langer Verspätung abfragt, was die Politik längst beschlossen hat, kann keine Sternstunde sein. Zwar weist mancher Journalist darauf hin, dass Volksentscheide demnächst früher stattzufinden hätten. Doch auch das trifft nicht den Kern. Erstens: Niemand hat ein Recht erkämpft. Den Volksentscheid in seiner heutigen Form gibt es in Baden-Württemberg seit 1974. Schon den Zusammenschluss von Baden und Württemberg haben die Bürger 1952 per Volksentscheid beschlossen.

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beteiligung. Die Sternstunde erleben wir, wenn zu Beginn eines Planungsprozesses Menschen mit attraktiven Formaten zum Mitarbeiten eingeladen werden. Wenn sie ihre Kompetenzen einbringen, wenn gelittene Wähler zu begehrten Experten werden. Beispiele gibt es. Sie führen halt nicht zum Volksaufstand. Eher zum Gegenteil. Und damit sind sie für schwülstige Zeilen ungeeignet. Die wahren Sternstunden bleiben unentdeckt. Uwe Amrhein ist Herausgeber von Enter.

Zweitens: Verhindern ist keine Bürger-

Wulffmorgenthaler

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Held

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Foto: AFP/Getty

Der bekannteste russische EishockeyStar, Ivan Tkachenko, spendete anonym mehrere Millionen Rubel an schwer kranke Kinder und rettete so deren Leben. An die Ă–ffentlichkeit kam dieser Einsatz erst nach seinem tragischen Tod am 7. September 2011, als er zusammen mit seinem Team von Lokomotive Jaroslawl mit einem Flugzeug abstĂźrzte.


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Geben und nehmen

Eine Idee erobert von Berlin-Mitte aus die Welt. Wer etwas nicht mehr braucht – Bücher, CDs, Klamotten, Spielzeug oder Geschirr – deponiert es bei der Tausch- und Verschenkbörse im Telefonzellenformat. Passanten stöbern darin und nehmen mit, was immer gefällt. Der Kostenlos-Kiosk funktioniert ganz ohne Geld, hochgezüchtete Technik oder organisatorischen Aufwand. www.facebook.com/Givebox

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Foto: imago

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protest

1,7 Millionen Euro Strafe soll der K端nstler und Dissident Ai Weiwei wegen angeblicher Steuerhinterziehung bezahlen. Rund 30.000 Chinesen sammelten Hunderttausende Euro f端r Ai Weiwei und setzten damit ein Zeichen gegen staatliche Willk端r. In einem Land ohne freie Wahlen ist die Spende zum Stimmzettel geworden.

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Foto: AFP/Getty Images

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Respekt

Jedes Jahr zu Weihnachten l채dt der Entertainer Frank Zander rund 2.800 Obdachlose zum traditionellen Gansessen ins Berliner Hotel Estrel. Die Wohnungslosen werden wie jeder zahlende Gast des Hotels professionell bedient und erleben vielleicht das einzige Mal im Jahr so etwas wie Respekt. www.obdachlosenfest.de

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Foto: Getty Images Europe

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der problemspender Pünktlich zur Weihnachtszeit beginnt der Nahkampf der Wohlfahrtsorganisationen um die üppigsten Spenden. Mit Bettelbriefen und Sammelbüchsen rücken sie potenziellen Geldgebern und privaten Spendern auf den Pelz. Autor Alexander Glück ist Kenner der Fundraising-Szene und geht hart ins Gericht mit der hiesigen Spendenpraxis. Im Enter-Interview berichtet er von verbranntem Geld, geheuchelter Nähe und egoistischen Spendern. Interview: Henrik Flor, Foto: Walter Schreiner


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Herr Glück, Sie schreiben, dass von jährlich rund vier Milliarden Euro Privatspenden nur 2,7 Milliarden dem eigentlichen Spendenzweck zugutekommen. Wo bleiben die übrigen 1,3 Milliarden? Da gibt es eine Verwaltung, es gibt diverse Dienstleister, Ausgaben, die in jedem Büro anfallen, aber natürlich auch die Provisionen für Spendenwerber und Mittel für die Spenderbetreuung. Letztere sind Teil eines verfettenden Dienstleistungsmarkts namens Fundraising. Eine präzise Zuweisung, ob ein Euro nun direkt in ein Projekt fließt, ist ohnehin schwierig. Da gibt es zahlreiche Gestaltungsspielräume. „Verkaufte Verantwortung“ heißt eines Ihrer Bücher. Der Titel beschreibt ein Geschäft auf Gegenseitigkeit zwischen Fundraiser und Spender. Wie läuft dieser Deal ab? Es ist eine stille Verantwortungsübertragung. Der Fundraiser macht auf einen Missstand, wie den Hunger in der Dritten Welt, aufmerksam und präsentiert die dazu passende Lösung. Der Spender gibt Geld und tritt mit diesem Geld auch die Verantwortung für die Lösung des Problems an den Fundraiser ab. Das Akquirieren dieser Spende verschlingt mitunter 30 Prozent der gespendeten Summe. Fundraiser sorgen hier für ein Gesinnungskino der besonderen Art: Du gibst mir dein Geld und ich kümmere mich um den Rest. 16

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Wo läuft das Verhältnis von Aufwand, der im Fundraising betrieben wird, und dem Nutzen für den eigentlichen Spendenzweck besonders eklatant aus dem Ruder? Das beste Beispiel ist der Spendenbrief. Die Rücklaufquote dieser Briefe an Kaltadressen liegt, wenn sie gut sind, bei rund zwei Prozent, das heißt, dass nur zwei von Hundert Angeschriebenen auch etwas spenden. Kostendeckend sind sie aber erst ab einer Rücklaufquote von fünf Prozent. In mehr als 99 Prozent der Aussendungen wird also schlicht Geld verbrannt. Man kann das natürlich als Marketingmaßnahme verstehen: Man vergrößert seine Bekanntheit, bringt sich in Erinnerung. Dem Kind mit den Knopfaugen auf dem Anschreiben aber bringt die Aktion überhaupt nichts. Warum gibt es überhaupt noch solche Mailings? Mit solchen Spendenbriefen begründet der Fundraiser letztlich seine Existenzberechtigung. Sie eignen sich besonders gut, seine eigene Arbeit darzustellen, da die Schreiben etwas Konkretes und Greifbares sind. Auf diese Weise kann der Fundraiser also schlicht seine Arbeit als Leistung verkaufen. Aber es bleibt ein überholtes Instrument. Noch eklatanter sind allerdings die so genannten Entenrennen. Es ist eine Art Tombola, bei der gelbe Plastikenten auf einem Fluss


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ausgesetzt werden, die jeweils eine Nummer tragen. Die Enten, die zuerst durchs Ziel gehen, bescheren dem Käufer des Loses einen Preis. Das ist eine trostlose, unoriginelle, aber aufwendige Veranstaltung, die nichts mit dem Spendenzweck zu tun hat. Die Teilnehmer übertragen ihre Handlungsaffinität auf totes Material: Statt dass der Spender selbst etwas macht, vielleicht auch mit seinem eigenen Leistungsvermögen selbst in einen Wettbewerb eintritt, überträgt er die Aktivität und damit auch die Verantwortung für den Erfolg auf eine Gummiente! Neben dem fehlenden Nutzen kritisieren Sie noch etwas anderes an der Kommunikation mit den Spendern… Was mich stört, ist, dass hier eine Art von persönlicher Nähe simuliert wird, die künstlich ist, die sich aber bei näherem Hinsehen wie Brausepulver in Wasser auflöst. Die persönliche Ebene ist gelogen. Anschreiben und Spendenbriefe sind maschinell erstellt, als Spender werden Sie in Kategorien einsortiert. Eine hoch entwickelte Software verwaltet Sie von da an. Diese Programme sorgen beispielsweise für eine „betragsspezifische“ Bedankung, die von der Höhe Ihrer Spende abhängt. Hinter all dem steht also kein Mensch, und letztlich soll ich als Mensch auch nicht erreicht werden. Es geht um mein Geld; Geld, mit dem ich am Ende wieder

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selbst gebauchpinselt werde, und zwar auf eine sehr mechanische Art. Klar ist aber auch, dass davon unabhängig eine innovative Verwaltung eine Qualitätssteigerung und einen wünschenswerten effizienten Mitteleinsatz bedeuten kann. Dem Spender bleibt nur die Opferrolle? Nein, meine Kritik richtet sich durchaus auch an die Spender. Diese wollen oft emotional angesprochen werden und glauben nur zu gerne, dass sie selbst etwas zur Weltenrettung getan hätten. Mit der Spende bescheinigen wir uns selbst Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein und solidarische Gesinnung. Wir sind dann bessere Menschen als die Umgebung. Cleveres Fundraising beutet genau diese Gefühle aus. Ein schönes Beispiel sind auch die Spenden-Galas im TV. Die Laufschrift blendet dort sogar die 20-Euro-Spende vom Autohaus Schlupp ein. Das ist eine ganz direkte Gegenleistung. Wie muss man sich den Karrierestart im Fundraising vorstellen? Man muss sich klarmachen, dass Fundraiser Dienstleister sind, die ein Produkt verkaufen. Letztlich arbeiten die eigennützig, es sind keine Klosterschwestern. Wer Fundraiser werden will, muss die einschlägigen Bücher kaufen, muss auf die Fundraising-Akademie gehen, die eine ganze Menge Geld kostet. Da wird Geld aus17


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gegeben, das hinterher wieder durch Spendengelder reingeholt werden muss. Fundraising wird immer professioneller, aber das Gesamtspendenaufkommen wird nicht gesteigert. Jagen sich Fundraiser lediglich gegenseitig Anteile ab? Man versucht den Ertrag in erster Linie dadurch zu steigern, dass das Fundraising immer effizienter strukturiert wird – durch entsprechende Software und eine mechanische Beziehungspflege. Das Fundraising verkauft sich hier als Lösung für ein Problem, das vom Fundraising verursacht worden ist: den steigenden Konkurrenzdruck unter den Initiativen. Ein besonders fragwürdiges Instrument, die Erträge zu steigern – von dem sich allerdings viele Fundraiser distanzieren -, sind die sogenannten Keiler, die auf der Straße Leute ansprechen und ihnen Fördermitgliedschaften andrehen wollen. Diese Keiler, die oft sehr massiv auftreten, bekommen ein Drittel der Spende oder auch den gesamten ersten Jahresbeitrag eines neu gewonnenen Mitglieds. Trotz dieser Maßnahmen gelingt es aber nicht, die privaten Spenden insgesamt zu steigern. Wie könnte die Vision einer neuen Spendensammelkultur aussehen? Ich stelle nicht infrage, dass ein Fundraiser für seine Arbeit entlohnt 18

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werden muss, so wie jeder andere auch, der etwas leistet. Was ich aber will, ist, dass wir ehrlicher miteinander umgehen. Den Wert von Transparenz kann man nicht hoch genug hängen. Wenn es eine Offenlegungspflicht gäbe, dann wüsste ich, von dem Euro, den ich jetzt spende, bleiben 30 Cent beim Fundraising hängen. Ich will, dass Ross und Reiter benannt werden. Um ihre Informationen zu verbreiten, könnten Organisationen bessere und kostengünstigere Kanäle nutzen als Spendenbriefe: übers Netz beispielsweise oder in regelmäßigen Formaten in Radio und TV. Was ist Ihre Empfehlung zu Weihnachten. Wie macht man es als Spender richtig? Meine erste Empfehlung: Nicht spenden, weil Weihnachten ist. Versuchen wir es mal ohne emotionalen Druck. Warten wir doch einfach bis zur Faschingszeit. Dann ist es etwas stiller geworden. Bis dahin kann sich jeder in Ruhe über die eigenen Affekte und Ambitionen klar werden. Mir gefällt das Bild vom ‚in der Hand schwitzenden Almosen‘. Der Begriff Almosen steht für etwas, das aus sich heraus Gerechtigkeit schafft. Ich gebe etwas von mir ab. Es ist eine menschliche und empathische Haltung, die Unterschiede ausgleicht. „In der Hand schwitzend“ bedeutet, dass ich es nicht der erstbesten Organisation


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gebe, sondern wohl überlegt erst der vierten oder fünften, die vielleicht nicht so laut wie die erste auftritt, aber das Gleiche will wie ich.

Alexander Glück lebt als freier Journalist und Autor in Hollabrunn bei Wien. Während seines Engagements für ein Hilfswerk in Rumänien erhielt er tiefe Einblicke in die Kooperationsstrukturen zwischen Helfern und Unterstützern. Alexander Glück veröffentlichte unter anderem in der „Frankfurter Rundschau“, im „Stern“ und „Standard“ sowie in der „Presse“. Beiträge von Alexander Glück sind auch auf dem Blog von Betterplace erschienen. www.alexander-glueck.lima-city.de

Der Spendenkomplex Das kalte Geschäft mit heißen Gefühlen 175 Seiten Euro 14,80

Die verkaufte Verantwortung Das stille Einvernehmen im Fundraising Ca. 200 Seiten Euro 24,90

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Spendenbrief-Check

Spendenbrief-Check Alle Jahre wieder flattern sie ins Haus – die Spendenbriefe. Auf einer DIN-A4Seite gelingt es den Machern, eine beeindruckende Masse an Marketingtricks unterzubringen. Alexander Glück hat sich ein paar Briefe etwas genauer angeschaut. Ärzte ohne Grenzen 1. direkte Ansprache 2. Emotionales Foto macht körperlich schlechtes Gefühl, von dem erst die Spende befreit. 3. „P.S.“ : Darf nie fehlen. Wird zuerst und vollständig gelesen. 4. „Ich-Form“ suggeriert persönliche Nähe.

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Greenpeace e.V. T 040.306 18-0 - F 040.306 18-100 Anschrift Greenpeace e.V., Große Elbstraße 39, 22767 Hamburg mail@greenpeace.de, www.greenpeace.de

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Spendenbrief-Check

© Schneider

Den Atomausstieg und eine echte Energiewende 4 können wir nur gemeinsam erreichen! Hamburg, im Juni 2011 Liebe Leserin, lieber Leser,

höchstwahrscheinlich ist dies der ungewöhnlichste Spendenbrief, den Sie je erhalten haben. Aus zwei Gründen: Erstens: Der beiliegende Aufkleber ist nicht nur ein Geschenk, sondern auch gedacht als ein Bekenntnis zu Greenpeace und zur Energiewende. Statt ihn gleich zu entnehmen, bitte ich Sie, zunächst diesen Brief zu lesen. 3 Zweitens: Dieser Brief ist außergewöhnlich wichtig. Während Sie ihn lesen, setzen wir Greenpeace-Aktivisten uns weltweit für eine intakte Umwelt ein. Viele von uns tun dies unter widrigsten Bedingungen, gar unter Einsatz ihres Lebens. Und oft erfolgreich – wie Sie hier lesen werden ...

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1. Statt „bitte wenden“ besonders beliebt: Satz in Japan war ich als Teilnehmer eines internationalen Direktein nachabbrechender Beginn der Reaktorkatastrophe vor Ort. Wir haben die radioaktive Strahlung nahe der Unglücksreaktoren oderGreenpeace-Teams sogar Worttrennung. in Fukushima gemessen. Wir waren uns bewusst, dass diese Arbeit eine gesundheitliche 2. Foto:Bedrohung Sympathischer Weltretter. darstellt. Und doch sind wir nach Japan gereist, um den Menschen vor Ort zu helfen. Unsere unabhängigen Messungen haben mit dazu beigetragen, dass die Büroklammer suggeriert AuthentiEvakuierungszone ausgeweitet wurde. zität 3. Unterstreichungen wieWarum von begibt Handsich ein erwachsener, intelligenter Mensch in solche Vielleicht fragen Sie sich: Gefahr? 4. Grün: Corporate Design 5. Flattersatz – vermittelt Eindruck Wir tun dies für die Menschen in Japan, deren Gesundheit in dem verstrahlten Gebiet in großer einesGefahr persönlichen ist. Wir tun diesBriefes für unsere Kinder, für die kommenden Generationen. Greenpeace kämpft seit über 20 Jahren gegen die risikoreiche Atomtechnologie. Fukushima bestätigt all unsere Befürchtungen auf grausamste Weise. Seit meiner Rückkehr aus Japan bin ich in Gedanken noch oft bei den Menschen dort. Doch nun müssen wir uns auf unsere Arbeit in Deutschland konzentrieren: Die Chance für den Atomausstieg und eine echte Energiewende war noch nie so groß wie heute. Nutzen wir sie! Greenpeace spielt eine entscheidende Rolle dabei.

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>> bitte wenden >>

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6. Schrift wirkt altbacken, deshalb umso authentischer 7. Foto wenig professionell, aber realistisch 8. Unterschrift in blau, weckt Vertrauen. 9. Bescheidener Titel des Unterzeichners 23


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Der Grosse Online-Sammelbüchsen-Test Fast wie Weihnachten: Bearbeitungsgebühr an. Das alles Spender finden unkompli- erfährt der Nutzer nicht auf der Webziert den guten Zweck, der zu site, sondern erst im persönlichen Verihnen passt. Umgekehrt kön- kaufsgespräch. Fazit: Altruja ist eine nen Organisationen schnell technisch ausgereifte Lösung für Starund einfach ihre Projekte ter, die hauptsächlich Fundraising vorstellen und im Netz Geld- betreiben möchten. Minuspunkte gibt geber und Unterstützer wer- es für den Preis und mangelnde Kostben. Online-Fundraising entransparenz. boomt. Der Markt beginnt unübersichtlich zu werden. Die Werkzeugmacher Enter nimmt die wichtigsten fundraisingbox.com Anbieter, Werkzeuge und Spendenplattformen „Wir machen Spenden“, lautet der etwas holprige Slogan. Die Fundraiunter die Lupe. Die Geheimnisvollen altruja.de „Wir wollen helfen, die Welt jeden Tag ein wenig besser zu machen...“ , beschreibt die Altruja GmbH aus München ihre Mission. Das ist mal ein Ziel. Der kommerzielle Dienstleister bietet alle relevanten Funktionen rund ums Spenden und Sammeln an: Formulare zum Einbinden in die eigene Website, SMS-Spenden, Zahlungsabwicklung, Spendenaktionen. Altruja ist auch für Laien gut bedienbar. Der Support stimmt. Allerdings: Die Weltrettung mithilfe der Münchner ist teuer. Drei bis neun Prozent des Spendenaufkommens gehen an Altruja, zuzüglich 79 Cent pro Spende. Und: Altruja kassiert auch bei Misserfolg. Sollten binnen drei Monaten nicht mindestens 150 Euro gesammelt werden, fallen 49 Euro 24

singbox der Augsburger Wikando GmbH ist ein Werkzeugkoffer. Zehn Module, von der Spendenverwaltung, über den Spendenbutton für die eigene Facebook-Seite bis hin zum Newsletter-Versand, kann sich der Nutzer bedarfsgerecht zusammenstellen. SMS-Spenden, Mitgliederwerbung, Spendenformulare und Aktionsspenden sind weitere Funktionen. Ein intelligentes Konzept. Der Nutzer kauft nur, was er wirklich braucht. Das Support-Angebot wirkt ein wenig humoristisch: „…auch unser Team ist jederzeit für Sie erreichbar: Über unser Kontaktformular können Sie uns Ihre Fragen und Anregungen rund um die Uhr senden…“ Einen Minuspunkt verdient die mangelnde Kostentransparenz: Es gibt auf der Website keinen Hinweis auf Kosten und Preise. Die erfährt man erst auf individuelle Anfrage. Fazit: Die Fundraisingbox empfiehlt sich für Organisationen,


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die schon im Social Web unterwegs sind und passgenaue Tools für spezielle Aufgaben brauchen. Für uns führt das Preis-Geheimnis zum Knock-out, aber das ist Geschmackssache.

sen, über die eine kleinere Organisation erst mal schlafen muss.

Die Teuren Spendino.de

Den Oldie unter den Geldsammelportalen gibt es seit 1999. So kommt er auch daher: klassische Suchmasken, keine Demoversion. Als Portal bietet Helpdirect Anlassspenden, Spendenformulare und Zahlungsabwicklungen. Eine nette Idee ist das Verschicken von Grußkarten über die Plattform, mit denen der Absender eine Spende verbinden kann. Einen Narren haben die Bonner am Thema Mikrokredite gefressen. Für Yunus-Jünger gibt es einen eigenen Bereich. Hilfsprojekte mit DZISpendensiegel werden von Helpdirect bevorzugt angezeigt. Das benachteiligt kleinere Projekte, die sich das teure Spendensiegel schlicht nicht leisten können. Als gemeinnütziger Verein bietet der Aktion HelpDirect e.V. seinen Service kostenlos an. Fazit: Solide gemeinnützige Lösung, die sich eher an etablierte Organisationen mit Spendensiegel richtet als an neue Engagement-Rocker.

Was uns bei der Fundraisingbox störte, ärgert auch bei Spendino: Keinerlei Preisangabe auf der Website. Immerhin kommt die Preisliste eine Viertelstunde nach unserer Anfrage per Mail. Mit einer Monatsgebühr von 50 Euro, einer einmaligen Gebühr von 100 Euro und 6,9 Prozent pro Transaktion für das Online-Spendenmodul „Professional“ ruft Spendino vergleichsweise happige Konditionen auf. Das SMSSpendenmodul kostet noch mal extra. Auch Spendino bietet mit Anlassspenden, Spendenformularen, SMS-Spenden, Spenderverwaltung und EmailMarketing das ganze Paket. Positiv fällt die Demoversion des Tools „Hilfeleiste“ auf. Mit einem Klick wird sichtbar, wie Spendino eine aufklappbare Spendenleiste auf der eigenen Website integriert. Zudem punktet das Unternehmen mit einer transparenten und leicht verständlichen Darstellung der Datenverwendung. Für den stolzen Preis sollte eine Anpassung des Spendenformulars an das eigene Design möglich sein. Das gibt Spendino aber nur in der „Enterprise-Version“ her. Fazit: Umfassendes Paket für Fundraising-Profis mit Prei-

Die Sortierer helpdirect.org

Die Aktionisten helpedia.de Helpedia konzentriert sich seit einiger Zeit ganz auf Spendenaktionen. Damit hebt sich die Plattform aus dem Hause der Augsburger Fundraisingbox25


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Macher angenehm von den Alleskönnern ab. Ein Fortschrittsbalken zeigt sofort, wie die Aktion läuft. Das Handling ist einfach und grafisch ansprechend verpackt. Die berufsjugendliche Duzerei nervt, aber das ist bei IKEA ja nicht anders. Wie schon bei der Fundraisingbox würden wir uns von der Wikando GmbH auch für Helpedia mehr Preistransparenz wünschen. Zwar versichert das Team, dass sich die Plattform nicht aus einem den eingeworbenen Spenden, sondern aus Gebühren der sammelnden Organisationen finanziert. Wie diese Gebühren aussehen, erfährt der Interessierte aber wieder nur auf Anfrage. Die Anmeldung läuft per Weiterleitung zur Fundraisingbox, die AGBs beziehen sich dann auch lediglich auf diese. Nicht unbedingt problematisch, aber intransparent. Fazit: Das schicke und bewährte Spezial-Werkzeug für Spendenaktionen. Die eigene Transparenz ist ausbaufähig.

Die Netzwerker betterplace.org Die Social-Business-Überflieger der vergangenen Jahre möchten Menschen, die Unterstützung brauchen, mit Menschen, die helfen wollen, verbinden. Und sie verpacken smarte Ideen in cooles Design. Ein Fortschrittsbalken zeigt an, wie viele Euros dem jeweiligen Projekt noch fehlen. Neben Anlassspenden, Spendenformularen und Pay26

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ment bietet Betterplace viel Community-Gefühl. Angemeldete Nutzer können sich gemäß ihrer Interessen zusammenschließen oder mit ihrem Gesicht für Projekte werben. Für gemeinnützige Organisationen ist betterplace kostenlos nutzbar. Unternehmen müssen zahlen. Anmelden und Spendenaktion anlegen geht geschmeidig und flott. Beim Support ist Luft nach oben. Es gibt keine Demoversion und keine Hotline. Einen Zusatzpunkt vergeben wir für die detaillierte und verständlich formulierte Datenschutzerklärung. Fazit: Für Social Networker, die nicht nur sammeln oder spenden, sondern auch Community erleben wollen, ist Betterplace die richtige Maschine.

Die Hobbyisten Donare.de Als Portal für Aktionsspenden fischt Donare im gleichen Teich wie Helpedia. Dies allerdings völlig kostenlos und ehrenamtlich. Die Macher sind überwiegend Jungunternehmer und verdienen ihr Geld anderweitig. Ihre „donare gemeinnützige GmbH“ bittet um Spenden, scheint aber vor allem von ehrenamtlichem Einsatz zu leben. Das sieht man der Website an. Sie wirkt mehr „home made“ als die Profi-Konkurrenz. Von den noch deutlich unter 200 registrierten Organisationen haben viele keine Aktionsseite. Die Suche ist nicht komfortabel gestaltet. Klasse ist das


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Blog, in dem sich die Donare-Macher journalistisch versuchen und interessante Projekte vorstellen. Fazit: Hier fließt pures Herzblut. Brauchbares, kostenloses Tool für Fans von Aktionsspenden, die mit einem eher einfachen Webangebot zufrieden sind. Relevanz über kritische Masse muss noch entstehen.

Die Amtsschimmel Bank für Sozialwirtschaft: Suchst Du noch, oder spendest Du schon? Wer das Spendenportal der Sozialbanker gut findet, muss schon ein Faible für das Internet der Generation 1987 mitbringen. Ohne Konto bei der Bank geht erst mal gar nichts. Doch selbst, wer sich den mühsamen Weg ins Spendenportal der Bank erkämpft hat, findet keine Möglichkeit, sich und seine Aktion ansprechend darzustellen. Das wirkt dann leider nicht nur für Sammler, sondern auch für Spender unattraktiv. Schade. Die Bank für Sozialwirtschaft gehört den großen Wohlfahrtsverbänden. Die hätten den jungen, coolen Social Entrepreneurs hier mal zeigen können, dass sie mithalten. Chance vertan. Fazit: Nur interessant für Organisationen, die schon Kunde bei der Bank sind und denen ein zeitgemäßer Auftritt nicht wichtig ist.

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Die Design-Muffel spendenportal.de Bei einem Wettbewerb für gruseliges Webdesign läge das Spendenportal vorne. Es sieht so altbacken aus wie der Name klingt. Das ist schade, denn die Kiste funktioniert ansonsten durchaus solide. Für einen symbolischen Euro lässt sich das Spendenformular inklusive Spendenbutton auf der eigenen Website einbinden. Transaktionsgebühren gibt es nicht. Die Kooperation mit der Bank für Sozialwirtschaft bürgt für grundsolide und sichere Abläufe. Ärgerlich ist die schlampig gepflegte Datenbank, die gelegentlich auch falsche Suchergebnisse liefert. Die Bielefelder Sozial AG kann für sich reklamieren, das Spiel mit erfunden zu haben… und zwar vor über zehn Jahren, als sich Gutmenschen noch nicht Social Entrepreneurs nannten. Fazit: Praktisch und fast umsonst, aber leider ziemlich in die Jahre gekommen. Wen Letzteres nicht stört, der macht mit dem Spendenportal keinen Fehler.

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8 goldene Spendenregeln Mit den acht goldenen Spendenregeln gibt PHINEO, das Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement, Tipps, damit Spenden möglichst viel bewirken können. Enter veröffentlicht die Spendenregeln in Auszügen. Ausführliche Tipps unter www.phineo.org

1. Fragen Sie sich: Was will ich unterstützen? Was ist Ihnen wirklich wichtig? Kinder? Gesundheit? Umwelt? Tiere? Armutsbekämpfung? Entwicklungshilfe? Energiesparen? Suchen Sie sich das Projekt heraus, für das Ihr Herz schlägt.

2. Informieren Sie sich. Schauen Sie sich auf der Website der Organisation um, für die Sie spenden möchten, geben Sie den Namen in eine Suchmaschine ein und prüfen Sie, was andere über die Organisation sagen.

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Fragen Sie nach.

Die Bereitschaft über die eigene Organisation oder ein konkretes Projekt Auskunft zu geben, ist ein wichtiges Kriterium für Seriosität. Als Spender sollten Sie sich mit Fragen willkommen fühlen.

4. Achten Sie auf Wirkung. Hat die Organisation eine klare Vision und einschlägige Erfahrungen? Setzt sie sich Ziele und prüft deren Erreichen? Beschreibt sie konkrete Resultate und informiert über Spendeneinnahmen und -verwendung?

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5. Schauen Sie vor einer Unterschrift noch einmal hin. Gerade bei einer regelmäßigen Förderung sollten Sie die Seriosität der Organisation prüfen, Kündigungsfristen recherchieren und Ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten realistisch einschätzen.

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Enter-Surftipp Eine nette Spielerei von Phineo. Mit dem Spendometer lässt sich mit nur drei Klicks herausfinden, ob man zu den großzügigen oder eher kleinlichen Spendern zählt. www.spendometer.de

6. Spenden Sie so, dass es der Organisation am meisten nutzt. Verzichten Sie auf eine zweckgebundene Spende. Diese schränkt den Handlungsspielraum der Organisation unnötig ein.

7. Spenden Sie kostensparend. Spenden Sie per Überweisung oder Lastschrift, das verursacht die geringsten Kosten. Bei einer Spende ab 200 Euro bitten Sie um eine Spendenquittung für das Finanzamt.

8. Gehen Sie bei gröSSeren Spenden strategisch vor. Spenden Sie bei größeren Spendensummen strategisch. Legen Sie Eckdaten wie Ziele, Förderthemen, Investitionsformen oder Förderrichtlinien fest.

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Gewinnen sie diese vier

Sie haben nicht schon im April angefangen, Weihnachtsgeschenke zu besorgen? Entspannen Sie sich! Einfach beim Enter-Gewinnspiel mitmachen, tolle Preise gewinnen und dem Einkaufsstress entgehen.

Enter verlost 2 x 1 Gutschein á 50 Euro für green your life – den Online-Shop für nachhaltiges Design für zu Hause. www.green-your-life.de

und 2 x 1 wiederverwendbaren KeepCup von www.use-again.de Wie? Sie können einfach unsere Facebook-Seite (www.facebook.com/entermagazin) weiterempfehlen oder hier (http://entermagazin.de/enter/ausgabe-19/2011/11/ enter-gewinnspiel-tolle-preise-gewinnen-und-dem-einkaufsstress-entgehen) einen Vorschlag machen, was man in der Weihnachtszeit Gutes tun kann, ohne Geld auszugeben. Die besten Leser-Ideen werden in unseren Enter-Adventskalender aufgenommen. Teilnahmeschluss ist der 18. Dezember 2011. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Herzlichen Dank an unsere Sponsoren www.green-your-life.de und www.use-again.de


MARKETING FÜR KLEINE PROJEKTE

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Marketing für kleine Projekte – mit wenig viel erreichen

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So unterschiedlich gemeinnützige Projekte, Initiativen und Verbände auch sind – eines haben sie in der Regel gemeinsam: Der Enthusiasmus ist groß, aber das Budget klein. Wie gelingt es, mit wenig Geld Unterstützer zu mobilisieren, Spenden zu sammeln und die konkrete Projektarbeit zu leisten? Gemeinnützige Organisationen sollten sich nicht davor scheuen, von dem Wissen zu profitieren, mit dem bereits viele Unternehmen erfolgreich arbeiten. Was bei der Bindung von Kunden funktioniert, lässt sich hervorragend übertragen auf die Kommunikation mit Unterstützern von gemeinnützigen Projekten. Die Enter-Akademie macht vor, wie es geht: Schritt für Schritt in den kommenden Ausgaben. 32


MARKETING FÜR KLEINE PROJEKTE

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Marketing für das Gute: Pressekonferenz & Co. Die Pressekonferenz oder ein anderes Presse-Event ist ein klassisches Instrument, Aufmerksamkeit zu erlangen: Man kann die Arbeit seiner Organisation vorstellen, für Spenden werben, Unterstützer mobilisieren oder ein Jubiläum begehen. Wie auch bei der Pressemitteilung gilt bei der Pressekonferenz: Veranstalten Sie ein solches Ereignis nur, wenn Sie auch etwas Wichtiges zu kommunizieren haben. Lediglich ein rundes Vereinsjubiläum wird wenige Journalisten motivieren zu kommen. Und: Bieten Sie etwas Interessantes, Überraschendes, Kreatives. Ein Podium besetzt mit Mitgliedern der Organisation, die frontal ihre Arbeit vorstellen, wird es selten zu einer Berichterstattung bringen. Auch wenn es vorrangig darum geht, die Vereinsarbeit vorzustellen, spricht nichts dagegen, sich eine spannende Aktion auszudenken. Man sollte immer daran denken, dass Journalisten am besten über eine konkrete Aktion berichten können, eine Geschichte, etwas, zu dem es Bilder gibt. Schließlich wollen sie ihrerseits Leser und Zuschauer unterhalten und überraschen. Der Verein, der sich um Einbruchsprävention in Seniorenwohnungen kümmert, kann zu einer Demonstration einladen, bei der jemand ein Türschloss knackt. Ein Mitarbeiter des Vereins erklärt dann, wie man es verhindern kann. Oder man tut sich zusammen mit den „Freunden der Schließtechnik“, einem Verein, der sich dem Öffnen von Schließanlagen mithilfe von Dietrichen verschrieben hat. Sponsern kann die Veranstaltung dann ein Hersteller von hochwertigen Schlössern, der Journalist kann eindrucksvolle Bilder schießen. Ein Denkmalschutzprojekt kann die Besteigung des Kirchturms anbieten, der sonst nicht zugänglich ist. Journalisten können aus der ungewöhnlichen Perspektive Fotos machen. Man denke daran, dass jedes Bild die Berichterstattung aufwertet und für den freien Journalisten ein Zusatzhonorar bedeutet.

Planvoll vorgehen Eine Pressekonferenz zu organisieren, bedarf präziser Planung. Wer ohne Pannen eine erfolgreiche Veranstaltung auf die Beine stellen will, sollte ein verlässliches Team zusammenstellen und etwa zwei Monate vor der eigentlichen Veranstaltung in die konkrete Planung einsteigen.

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MARKETING FÜR KLEINE PROJEKTE

zwei monate vorher sollte der Charakter der Veranstaltung und der grobe Ablauf festgelegt worden sein. Klären sollte man, ob andere wichtige Termine parallel liegen, die eine „Konkurrenz“ bedeuten können. Legen Sie klare Verantwortlichkeiten innerhalb des Teams fest. Denken Sie auch schon zu diesem Zeitpunkt an das Anmieten der geeigneten Räumlichkeiten.

sechs wochen vorher ist es an der Zeit, die konkreten Adressaten zu definieren. Durchforsten Sie Ihre Presseverteiler nach den richtigen Ansprechpartnern für genau diese Veranstaltung. Auf Basis dieses Verteilers erstellt man auch gleich eine Teilnehmerliste, in die laufend Zu- und Absagen eingetragen werden. Sollen Gesprächsgäste, Künstler oder Prominente die Veranstaltung mitgestalten, werden diese spätestens jetzt angesprochen. Auch Dienstleister, wie Fotografen oder Caterer, sollten nun mit ins Boot geholt werden.

Vier Wochen vor der veranstaltung empfiehlt es sich, die Einladungen zu versenden. Möchten Sie die Veranstaltung in Kalendern platzieren, die nur alle zwei Wochen erscheinen, dann kontaktieren Sie diese auch jetzt. Sollen zudem Pressemappen auf der Veranstaltung verteilt werden, dann kümmern Sie sich spätestens jetzt um diese. Gerade, wenn Teile davon individuell gestaltet und gedruckt werden müssen, braucht es Vorlauf. Denken Sie auch bei der Materialauswahl daran, was wirklich interessant ist, womit Sie Medienvertreter erreichen können. Schließlich fehlt noch ein Check, ob Dekoration, Roll-ups und Ähnliches vorhanden ist.

In der woche vor der veranstaltung ist es ganz wichtig, die eingeladenen Pressevertreter telefonisch an den Termin zu erinnern. An dieser Stelle können Sie im direkten Gespräch mit den Journalisten für das Event und Ihre Sache werben. Nutzen Sie die Chance, bereiten Sie sich mit einem Telefonleitfaden auf das Gespräch vor und kommen Sie Wünschen der Medienvertreter entgegen. Wer mit einer Veranstaltung Aufmerksamkeit erreichen will, sollte nach dem Motto „Geht nicht, gibt’s nicht“ gegenüber der Presse verfahren. Separate Interviewwünsche, die sich aus den Gesprächen ergeben, können nun aufgenommen und koordiniert werden.

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MARKETING FÜR KLEINE PROJEKTE

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Am Tag der Veranstaltung sollte nicht vergessen werden, eine Anwesenheitsliste zu führen, um später nachvollziehen zu können, welche Pressevertreter vor Ort waren und wie diese erreichbar sind. Infomaterial und Pressemappen werden ausgelegt. Wenn Sie einen guten Service bieten wollen, sollten Sie auch noch am selben Tag Pressematerial an die Journalisten schicken, die nicht persönlich erscheinen konnten. Idealerweise schicken Sie noch am selben, spätestens am folgenden Tag, digitales Bildmaterial von der Veranstaltung zur kostenlosen Veröffentlichung an die abwesenden Journalisten.

Nach der veranstaltung ist die Arbeit noch nicht vorbei. Ein fester Ansprechpartner muss durchgehend für etwaige Nachfragen erreichbar sein und auch kurzfristig Material nachliefern können. Stellen Sie, wenn möglich, einen Bericht und Fotos so schnell wie möglich auf Ihre Website. Beobachten Sie die Berichterstattung vor allem natürlich derjenigen Medien, von denen Journalisten zu Ihrer Veranstaltung kamen. Aber auch darüber hinaus sollte man das Geschehen im Blick behalten. Scheuen Sie sich nicht davor, bei denjenigen Pressevertretern telefonisch nachzuhaken, die in den folgenden Tagen keinen Bericht gebracht haben. Fragen Sie nach den Gründen, hier können Sie unter Umständen wertvolle Hinweise für die Gestaltung der nächsten Pressekonferenz erhalten.

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Youth Bank

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Johannes Raffel (1984-2011) Der Geschäftsführer der Youth Bank Deutschland ist am 14. November im Alter von nur 26 Jahren tödlich verunglückt. Johannes hat die Youth-BankBewegung in Deutschland von Anfang an begleitet und sie maßgeblich mit angeschoben. Youth Banks – das sind Teams von jungen Menschen, die Projekte von Gleichaltrigen mit Knowhow, Kontakten und Geld unterstützen. Jugendliche erleben sich als mündige Bürger und können eigene Projekte realisieren. Mit Johannes verliert die deutsche Youth-Bank-Bewegung ihren Sprecher, besten Ratgeber und obersten Netzwerker.

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Sch端lern und Sch端lerinnen des Berliner Schiller-Gymnasium gr端ndeten ein Schulradio, um die Identifikation mit der Schule zu st辰rken. Der Youth Bank Berlin-Spandau gefiel das Projekt und legte mit Hand an..

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Die Youth Bank Frankfurt (Oder) unterst端tzt Freizeitangebot f端r Jugendliche in der Brandenburger Region Prignitz. Jugendliche haben so zum Beispiel das Open-Air-Festival Soulfightazz auf die Beine gestellt.

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Youth Banker arbeiten am ProgrammModul Youth Bank Deutschland (Netzwerktreffen September 2006).

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Die Spieler der InlineHockey-Mannschaft vom „Kinder- und Jugendhaus Coffee Corner“ konnten auf die Youth Bank Essen zählen, als es darum ging, passenden Ausrüstung, einen Platz zum regelmäßigen Spiele und einheitlichen Trikots zu organisieren.. 44

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Open Data ist das neue Zauberwort. Verwaltungen stellen Daten, die von allgemeinem Interesse sind, zur Verfügung, auf deren Basis Programmierer dann Anwendungen entwickeln, die jeder Bürger abrufen kann. Daten und Ideen müssen bis zum 15.12. eingereicht werden, die App bis zum 1.2.2012. www.apps4deutschland.de

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ch

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ipp

Loring Sittler und Roland Krüger gehen den Potenzialen einer fitten und engagierten Generation 50plus nach. „Wir brauchen euch!“ ist ein Plädoyer, den Erfahrungsschatz und die Ressourcen dieser Generation zu erschließen. Der Band liefert Erfahrungsberichte, Engagement-Ideen und praktische Tipps. www.murmann-verlag.de/buch/wir-brauchen-euch

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Ende September ging das Netzwerk Bürgerbeteiligung an den Start. Inzwischen sind auch die ersten Diskussionen gestartet. Jeder registrierte Nutzer kann sich nun beispielsweise in den Diskurs einklinken, wie Beteiligung in der Kommune aussehen soll. www.netzwerk-buergerbeteiligung.de


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