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Deutsch–Evangelisch in Finnland Nachrichten der Deutschen Gemeinde

97. Jahrgang

August 2012

Nr. 8


GEISTLICHES WORT

Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. Psalm 147,3 – Monatsspruch für August.

Liebe Leserin und lieber Leser, Bilder haben große Kraft. Zum Beispiel lassen uns schöne Bilder von Sommer und Urlaub noch einmal schwelgen — vom Liegen in der Hängematte, vom Angeln am See, von der steifen Brise im Segel… In unseren Zeitungen finden wir leider viel öfter Bilder, die uns in ihrer Kraft erschrecken. Zum Beispiel im Juni das von dem syrischen Vater, der sein durch Krieg und Menschengewalt verwundetes Kind auf dem Arm trägt, und dessen Blick nur Leid und Nicht–Verstehen ausdrückt. Das ist ein furchtbares Bild. Auch unser Monatsspruch benutzt starke Sprach–Bilder. Das erste: Ein zerbrochenes Herz! Medizinisch gesehen ja unmöglich. Aber viele von Ihnen, liebe Leser, werden den Schmerz eines gebrochenen Herzens kennen und das „Bild“ sofort verstehen. Und das zweite, so tröstliche Bild: Gott heilt und verbindet Wunden. Wenn einem Verletzten eine Wunde liebevoll verbunden wird, so daß sie heilen kann, dann ist das ja etwas wirklich Tröstliches. Gott, der freundliche Arzt. Ein schönes, ein starkes Bild! In der Bibel finden wir sogar ganze Erzählungen, die sind wie ein „Bild“, etwa die vom „Barmherzigen Samariter“. Der verbindet einem Menschen mit gebrochenem Körper und gebrochenem Herzen die Wunden und schenkt ihm Zuwendung. Diese Geschichte ist eines der stärksten „Bilder“ für tröstende Nächstenliebe. Und wer so etwas einmal an sich selbst erlebt hat, der trägt eine wunderbare Erfahrung in sich – eine Erfahrung wie ein starkes positives „Bild“, das wie ein Gegenbild aufleuchtet gegen schmerzliche Bilder in der Seele oder schreckliche Bilder in der Zeitung. Bilder haben große Kraft. Das sagen auch Survival–Trainer. Ein Foto von einem lieben Menschen, den man unbedingt wiedersehen will, hilft beim Durchhalten in bedrohlicher Lage. Und das Familienfoto in unserem Regal oder im Portemonnaie — es kann helfen in schwerer Zeit — oder einfach nur Freude machen. In der alten Karuna–Kirche auf Helsinkis Museumsinsel Seurasaari hängt ein Gemälde vom „Salvator mundi“ = vom „Retter der Welt“. Auch das Gemälde ist ein starkes Bild! Es zeigt Christus, der schon vielen Menschen geholfen hat beim Durchhalten in schwerer Lage. Christus, nach dem sich viele Menschen sehnen, weil sie von ihm Rettung, Heilung, Trost, oder auch Befreiung und Freude erwarten. Diese Kirche mit dem Bild vom „Salvator mundi“ kommt ursprünglich aus Südwest–Finnland, wo sie in den 1680er Jahren errichtet wurde. Der Umzug von Karuna nach Helsinki im Jahr 1912 macht den “Retter der Welt“ irgendwie zum „Wanderheiland“. In Raum und Zeit, hier und dort, überall ist er gegenwärtig. Der Salvator mundi ist — wie sein Name schon sagt — Erlöser und Retter der ganzen Welt. Darum kann er auch überall da sein, wo Menschen mit zerbrochenen Herzen sind. Die ganze Welt — dazu gehört auch jeder von uns! So ist es schön, wenn von ihm ein Gemälde in unseren Kirchen oder in unseren Häusern hängt. Noch schöner ist es, wenn wir ein „Bild“ von ihm in uns haben. Damit, wenn uns das Herz bricht oder wir verwundet sind, wir dann spüren: Gott, der heilt, verbindet, tröstet und hilft — dieser Gott ist bei dir! Einen schönen Sommermonat August für Sie und Dich und: „Gott sei mit Dir“ wünscht Ihnen und Dir,

Hans–Martin Röker

ABKÜNDIGUNGEN AUS DEN KIRCHENBÜCHERN TAUFEN

Titus Hermann Aspiala, am 9.6.2012. Isla Sofia Rapeli, am 10.6.2012. Edwin Fredrik Johannes Palmgren, am 11.6.2012. Hanna Maria Zimmel, am 16.6.2012. Amelia Elina Kero, am 14.7.2012. TR AUUNGEN

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Henrik Maximilian Hammarén, Deutsche Gemeinde, und Milka Marjut Vuoksio.

Alexander Ernst Magnus von Hertzen, Deutsche Gemeinde, und Sara Mariana Christina Jansson. Harri Osmo Ilmari Forstén und Janina Katariina Fischer, Deutsche Gemeinde. Henrik Olof Johannes Herrmann, Deutsche Gemeinde, und Valerié Herrmann, Kanada. BEERDIGUNGEN

Karl August Heinrich Sinemus, geboren am 23.8.1924 in Meinberg, gestorben am 31.5.2012 in Espoo (Esbo). Helvi Marita Welti geb. Jalanne, geboren am 27.5.1928 in Helsinki, gestorben am 2.7.2012 in Helsinki (Helsingfors). Deutsch–Evangelisch im August 2012


ZUM TITEL

Auf Seurasaari bist Du nie alleine Die Insel Seurasaari liegt in der Meeresbucht Seurasaarenselkä nur wenige Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Helsinki gegenüber vom Stadtstrand Hietaniemi. Dank ihrer Parklandschaft und zweier Badestrände ist Seurasaari ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Einwohner Helsinkis. Auf der Insel werden alljährlich verschiedene Feste organisiert, von denen besonders das Mittsommerfest (Juhannus) mit magischen Klängen und dem Schein der Johannisfeuer zahlreiche Besucher anzieht. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts diente die Insel als Weideland des Gutshofs Meilahti. Hierauf deutet auch ihr schwedischer Name Fölisön („Fohleninsel“) hin. In den 1880er Jahren entwickelte sich die Insel zu einem beliebten Ausflugsziel der Stadtbewohner Helsinkis — sie gaben der Insel den finnischen Namen Seurasaari. „Seura“ lässt sich mit „Gesellschaft“ übersetzen und „saari“ heißt „Insel“ — also „Gesellschaftsinsel“, was wiederum bedeutet, daß man auf Seurasaari sich nie alleingelassen fühlen kann. 1909 wurde das Freilichtmuseum Seurasaari gegründet, als auf Betreiben des Malers Akseli Gallen–Kallela und des Architekten Yrjö Blomstedt der vom Abriss bedrohte Kleinpachthof Nummela aus dem mittelfinnischen Konginkangas auf die Insel verlegt wurde. Unter seinem ersten Kurator Axel Olai Henkel wurde Seurasaari in der Folge zu einem Freilichtmuseum nach dem Vorbild von Skansen in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ausgebaut. Zur Anlage gehören bereits 87 historische Gebäude aus dem 17. bis 20. Jahrhundert, welche anschaulich die Bautraditionen der verschiedenen Kulturen Finnlands repräsentieren — mit dem Kleinpachthof Niemelä aus Konginkangas und dem Hof Antti aus dem westfinnischen Säkylä befinden sich auf der Insel sogar zwei komplette Bauernhöfe. Die Holzkirche von Karuna gehört zu den ältesten Prachstücken der Insel — sie wurde 1685–86 erbaut und nach der Fertigstellung einer neuen Kirche 1912 nach Seurasaari verlegt. Seitdem dient sie vielen Paaren aus Helsinki als romantische Kulisse, um den Bund fürs Leben zu schließen. Schon von alters her war es hier im Norden üblich, Holzhäuser im Bedarfsfall zu zerlegen und an einem neuen Platz wieder aufzubauen — wohl auch dieser besonderen Bauweise ist es zu verdanken, daß wir heute auf der Insel so verschiedene Haustypen und Bauepochen nebeneinander vereint bestaunen dürfen. Seurasaari ist nicht nur für sein Freilichtmuseum bekannt, sondern auch berühmt für die zahlreichen zahmen Tiere, die auf der sonst unbewohnten Insel leben. Enten, Schwäne, Gänse und viele andere Vogelarten sind die Ersten, die den Besucher an der Brücke in Empfang neben und man trifft sie überall auf der Insel wieder. Kein Tier ist jedoch verbreiteter auf Seurasaari als das Eichhörnchen (lat. Scirius vulgaris). Kaum hat man die lange, weiße Holzbrücke, die die Insel mit dem Festland verbindet, überquert, läuft, springt und klettert es, wohin das Auge blickt. In allen erdenklichen Farbschattierungen und Größen zeigen sich die quirligen Eichhörnchen besonders zahm — nicht selten hüpfen sie auf die mit Futter gefüllte Hand, um der Konkurrenz zuvorzukommen. Sie sind nicht nur das Wahrzeichen der Insel, das Eichhörnchen ist auch offizielles Tier der Stadt Helsinki. Daß ein Besuch der Insel jederzeit lohnenswert ist, steht außer Frage — zur sommerlichen Jahreszeit aber zeigt sich die Insel von ihrer wirklich schönsten Seite. Man bekommt nicht nur ein Bild davon, wie die Finnen vor vielen Jahrhunderten gelebt haben, sondern es wird einem auf sehr einprägsame Weise vor Augen geführt, wie schön Finnland im Sommer ist — besonders wenn man sich in guter Gesellschaft befindet.

AKTUELLES

Anmeldung zur Konfirmation 2013 und zum Konfirmandenunterricht 2012/2013 Wer am Sonntag, 2. Juni 2013, in der Deutschen Kirche in Helsinki konfirmiert werden möchte, sollte sich jetzt zum Konfirmandenunterricht in der Deutschen Gemeinde anmelden. Am Konfirmandenunterricht nehmen in der Regel Schüler der 8. Klasse teil. Der Unterricht findet zwischen September und April einmal pro Monat am Wochenende statt. So können auch Jugendliche, die außerhalb der Hauptstadtregion wohnen, den Konfirmandenunterricht besuchen. Zum Unterricht gehören auch die Ausgestaltung von Gottesdiensten und ein diakonischer Arbeitseinsatz im Deutschen Seniorenwohnheim. Mit einer einwöchigen Freizeit im Mai (letzte Schulwoche) endet die Unterrichtszeit. Der Unterricht findet in deutscher Sprache statt und wird von Hauptpastor Erik A. Panzig geleitet. Anmeldeformulare können ab sofort per E–Mail an dg.hauptpastor@evl.fi angefordert werden.

Einladung zur Ausstellung: „Martin Luther, Michael Agricola und die Reformation in Finnland“ Die Ausstellung auf der Empore in der Deutschen Kirche ist noch geöffnet bis zum 10. August, montags bis freitags 10–16 Uhr und sonntags 10–11 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Zur Sommerausgabe des Gemeindebriefes… Einige Abonnenten hatten Anfang Juni in der Gemeinde angerufen und den Grund für das Ausbleiben von „Deutsch–Evangelisch in Finnland“ erfragt. Die Nachrichten aus der Deutschen Gemeinde in Finnland kamen erst Mitte Juni, weil wir in der Redaktion entschieden hatten, das Bild mit den Konfirmanden als Titelbild zu wählen. Und da dieses erst am 3. Juni entstanden ist, hat die Herstellung und die Auslieferung des Gemeindebriefes etwas länger gedauert. Wir bitten freundlich darum, diese Irritation zu entschuldigen. 3


Internationales Taizé–Jugendtreffen 2012 in Helsinki

Herzliche Einladung zum Zeltgottesdienst am 26. August

Für das Internationale Taizé–Jugendtreffen werden die Ortsgemeinden in Helsinki und damit auch unsere Deutsche Gemeinde um Unterstützung gebeten. Vor allem werden Schlafplätze für die jungen Leute gesucht. Dafür reicht schon ein Platz auf dem Fußboden. Die Jugendlichen bringen selbst einen Schlafsack und eine Liegeunterlage mit. Ein einfaches Frühstück am Samstag und Sonntag und ein kleines Abendbrot am Freitag und Samstag reichen aus. Am Sonntag sollte ein Mittagessen bei den Gastfamilien angeboten werden. Tagsüber sind die Teilnehmer auf den verschiedenen Veranstaltungen des Jugendtreffens in der Stadt. Alle bekommen eine Fahrkarte für den öffentlichen Personennahverkehr und können sich damit selbständig im Großraum Helsinki bewegen. Wer einen Schlafplatz zu Verfügung stellen möchte, kann sich melden per E–Mail an taizehelsinki2012@gmail.com Des Weiteren werden Ehrenamtliche gesucht, zum Singen im Chor, zum Schmücken von Kirchen, zum Auf– und Abbauen von Zelten, zum Austeilen von Essen und als Ordner und Helfer. Freiwillige Helfer können sich bei Pinja Kauko melden, Telefon 050–5562836, oder per E–Mail an pinja.kauko@helsinki.fi Um zu erfahren, wer aus unserer Gemeinde als Quartiergeber oder Ehrenamtlicher am Taizé–Treffen teilnimmt, bitten wir um eine kurze Nachricht, gerne unter Cc in der Anmeldungs– Mail, an dg.reisepastor@evl.fi. Das Treffen steht natürlich nicht nur den von weither Angereisten offen. Eingeladen sind auch alle Interessierten vor Ort. Anmelden kann man sich als Einzelteilnehmer bis zum 10. September im Internet unter www.taizehelsinki2012.fi

Nach zweijähriger Pause findet wieder ein Zeltgottesdienst statt. Denn endlich sind die Gerüste am Deutschen Seniorenwohnheim gefallen und der Garten grünt und blüht. Der Gottesdienst beginnt am Sonntag, 26. August, 11 Uhr. Im Anschluss ist gemütliches Beisammensein mit Beköstigung und Getränken. Die Adresse ist bekannt: Nuottapolku (Notstigen) 2, in Munkkiniemi (Munksnäs). Herzlich willkommen!

Weitere Informationen im Internet unter www.taizehelsinki2012.fi und www.taize.fr

Programm 28.–30. September Freitag 28. September 10 Uhr Empfang der Gäste in der Domkrypta in Helsinki 12 Uhr Gebet im Dom, im Anschluß Fahrt zu den Gastgemeinden 17.30 Uhr Abendessen 19 Uhr Abendgebet im Dom mit „Gebet vor dem Kreuz“

Samstag, 29. September 9 Uhr Morgengebet im Dom, danach Bibeleinführung und Gespräch in kleinen Gruppen 12 Uhr Mittagessen 13 Uhr Mittagsgebet im Dom 14.30 Uhr Thementreffen 17 Uhr Abendessen 18 Uhr Orthodoxer Abendgottesdienst in der Uspenski–Kathedrale 19 Uhr Abendgebet mit Gesängen aus Taizé in der Uspenski– Kathedrale 21 Uhr abendliches Treffen in der Domkrypta von Helsinki

Sonntag, 30. September Sonntagsgottesdienste in den Gastgemeinden und Mittagessen bei den Gastfamilien 15 Uhr Abschlussgebet im Dom 18 Uhr Thomas–Messe mit Gesängen aus Taizé in der Mikael– Agricola–Kirche.

Sommercafé zum letzten Mal am 8. August Noch einmal heißt es: „Herzliche Einladung zum Sommercafé der Deutschen Gemeinde“. Es findet für diesen Sommer letztmalig am Mittwoch, 8. August, ab 14 Uhr im Garten des Deutschen Seniorenwohnheims (Nuottapolku 2) statt — für Kuchen und Gebäck ist gesorgt.

Bereits zum Vormerken: Herbstausflug des Gemeindetreffs Anfang September Am Dienstag, dem 4. September, führt uns der Herbstausflug des Gemeindetreffs ins Taidemuseo Tennispalatsi in die Ausstellung von Werken der Künstlerin Georgia O'Keeffe. Frau Julia Koch wird uns auf Deutsch durch die Ausstellung führen. Genauere Informationen über die Ausstellung, den Treffpunkt und die Uhrzeit gibt es in der Septemberausgabe von Deutsch–Evangelisch. Bei Fragen wenden Sie sich gerne jetzt schon an Katja Röker unter der Nummer 040–5408 504, oder per E–Mail an dg.reisepastor@evl.fi

Vor hundert Jahren… Die Ausgabe Nr. 9 beschloss den Ersten Jahrgang von „Deutsch–Evangelisch in Finnland“. Der für die Schriftleitung verantwortliche Pfarrer Friedrich Israel wandte sich mit einem doppelten Resümee „An die Leser“: 1.) Der 1. Jahrgang war mit einem Preis von nur 1 Fmk per anno „zu billig“ gewesen, so daß schließlich „ein kleines Defizit“ im Budget vorfindlich war, und deshalb die Verdoppelung des Preises für ein Jahresabonnement festgelegt wurde. 2.) Einige der insgesamt 475 Abonnenten hatten kritisiert, daß die Zeitschrift „zu philosophisch“ sei. Daraufhin gelobten die Herausgeber Besserung, indem sie künftig „mehr aus der praktischen Arbeit und für das praktische Gemeindeleben zu bringen“ bemüht sein wollten.

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Mein Sommerjob in der Deutschen Gemeinde Langeweile in den Ferien hatte ich nicht, denn ich durfte zwei Wochen lang an der Deutschen Kirche in Helsinki arbeiten und neue Erfahrungen sammeln. Vier Schüler der Deutschen Schule in Helsinki hatten die tolle Möglichkeit erhalten, in der Deutschen Gemeinde zu arbeiten. Ich persönlich erfuhr von diesem Job von meinem Religionslehrer Erik Panzig, dem Hauptpastor der Deutschen Kirche. Nach einer Einweisung in den Job, die wir vom Küster Tobias Petruzelka erhielten, wussten wir vier genau, was uns alles in diesem Job erwarten wird. Als meine zwei Wochen anfingen, war ich ein bisschen aufgeregt. Der erste Tag verlief ziemlich ruhig, denn es hat geregnet und somit hatte ich einen einfachen Start in den Job. Dennoch unternahmen 45 Menschen trotz Regen eine Besichtigungstour. Die nächsten Tage waren dann höchst sonnig und dies zeigte sich auch auf der Besucherstatistik. Mein Rekord der Woche waren 105 Touristen und Interessierte, welche die Kirche und die offene Martin–Luther–Ausstellung an einem Tag besuchen wollten. Nach den Führungen gab es für die Gäste ein kleines Kirchenkaffee mit Gebäck, Schokolade und etwas zu trinken. Einige Stammgäste kamen jeden Mittag, um Kaffee, Tee und Kuchen zu genießen. Neben den Snacks gab es auch CDs, Jubiläumsalben und verschiedene Postkarten, von denen auch äußerst viele verkauft wurden. Erstaunlich war es zu sehen, wie viele Touristen sich für die Geschichte der Kirche interessierten und nicht nur für das Aussehen. Diese Touristen nahmen meistens auch sämtliche Flyer und Informationsblätter zum Nachlesen mit. Ich denke bei allen Jobs und vor allem bei diesem kommt es nicht nur darauf an, Geld zu bekommen, sondern auch darauf, dass man innerlich wächst und neue Erfahrungen sammeln kann, die man sein ganzes

Leben mit sich tragen wird. Zum Beispiel verlangte dieser Job sehr viel Verantwortungsbewusstsein. Es war ein schönes Gefühl, so viel Verantwortung tragen zu dürfen. Den Schlüssel einer Kirche zu besitzen und abends als Letzte, die Kirche zuzuschließen war für mich etwas Besonderes. Ich habe mich „erwachsen und verantwortungsbewusst“ gefühlt. Endlich konnte ich auch alle gelernten Sprachen, wie Finnisch, Englisch, Schwedisch, Französisch und Deutsch am selben Ort anwenden. Ich denke, es ist auch äußerst wichtig gewesen, viele verschiedene Sprachen anwenden zu müssen, da dies somit auch eine großartige Erfahrung für mich war. Für die netten Mitarbeiter und die einzigartigen Erinnerungen möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Jasmine Korpimies

Vertretung in Helsinki: Pastor Brenner blickt zurück „Hast Du Lust, nach Helsinki zu kommen und den Vertretungsdienst hier zu übernehmen, während die hiesigen Pastoren bei einer internationalen Pfarrertagung in Wittenberg sind?“ Diese Frage stellte mir Pastor Panzig schon vor einigen Monaten. Auf meine Rückfrage, was es in dieser Zeit zu tun gibt, bekam ich die Antwort, daß es sich hauptsächlich um das Halten von zwei Gottesdiensten handelt. Nach kurzer Überlegung sagte ich zu. Am 29. Juni reiste ich dann in die finnische Hauptstadt, wurde freundlich empfangen und bezog im Pfarrhaus Quartier. Nötige Absprachen bezüglich der Gottesdienstform wurden getroffen, und am 1. Juli 2012 stand ich das erste Mal in der Deutschen Kirche in Helsinki auf der Kanzel. Da es wenig Abweichungen zu der mir geläufigen Gottesdienstform gibt, hielt sich das Lampenfieber in Grenzen. Mein Eindruck: Die beiden Gottesdienste am 1.und 8. Juli sind gut „gelaufen“ und ich hoffe auch, daß ich in den Predigten manchen sinnvollen Gedankenanstoß geben konnte: Einmal

ging es ums gute Miteinander trotz schwieriger Verständigung anhand von 1. Petrus 3,8–12. Im zweiten Gottesdienst stand der Gedanke der inneren Beweglichkeit aufgrund von 1. Mose 12,1–4 im Vordergrund. Der gute Verlauf der Gottesdienste ist auch der Zusammenarbeit zwischen Kirchnern, Organistinnen, einer Sängerin und dem Gast–Pastor zu verdanken. Erfreulich waren für mich außerdem die Kontakte zu den Sekretärinnen an den Werktagen. Ich habe von ihnen einiges über die Geschichte und Gegenwart der Deutschen Gemeinde gelernt. Und das Mittageseen, zu dem ich von einer Dame eingeladen war, hat sehr gemundet. So sage ich ein herzliches Dankeschön allen, die mir hier zur Seite standen und mich während dieser Tage im Juli freundlich begleitet haben. Als dann Erik Panzig, mit dem mich eine langjährige Freundschaft verbindet, wiederkam, hat er gleich die Amtsgeschäfte übernommen. Dazu gehörte auch das Sommercafé im Seniorenheim, zu dem ich ihn gern begleitet habe. Nun nehme ich Abschied von dem schönen Land und der schönen Stadt und nehme viele gute Eindrücke mit. Dazu gehören auch die hellen Nächte, die ich bisher so noch nicht kannte. Der Deutschen Evangelisch–Lutherischen Gemeinde in Finnland wünsche ich weiterhin Gottes Segen und somit viele gute Erfahrungen. Stephan Brenner, Pfarrer, Chemnitz

Wichtige Information für die Bezieher deutscher Renten (Lebensbescheinigungen) Die Deutsche Botschaft Helsinki hat uns Ende Juni 2012 informiert, daß Empfänger deutscher Renten ab sofort nicht mehr für die Beglaubigung der Lebensbescheinigung in die Konsularabteilung der Botschaft kommen müssen. Die Beglaubigung der Lebensbescheinigung kann ab sofort von allen amtlichen Stellen in Finnland vorgenommen werden, das heißt, bei Rentenversicherungsträgern wie zum Beispiel Ilmarinen, bei Notaren, Banken, Krankenhäusern, dem Roten Kreuz, in Kirchengemeinden, usw.

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TURKU

Die Turkuer Jahresuhr… Unsere Kapellengemeinde ist gerade mit Eifer dabei, eine Jahresuhr für die jährlich wiederkehrenden Ereignisse zu entwickeln. Gottesdienste, Treffen und Veranstaltungen, die viele Mitglieder und Freunde unserer kleinen Gemeinde lieb gewonnen haben, aber auch Neues, was sich vielleicht etablieren wird — etabliert hat sich zum Beispiel unser…

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Sommerfest am 25. August Diese Jahr ist es wieder als fröhlicher Ausklang des Sommers angesetzt, nämlich in Verbindung mit unserem Gottesdienst im August und auch wieder mit einem kleinen Ausflug. Für Gottesdienst und Fest treffen wir uns am Samstag, dem 25. August, an einem beschaulichen Ort in Lieto, der den Namen Pulkkion torppa trägt. Diese ehemalige Kätnerstelle hat der emeritierte Göttinger Theologieprofessor Jouko Martikainen zu einem Ort spiritueller Sammlung hergerichtet — aber auch fröhliches Beisammensein ist dort willkommen. Wir feiern unseren Gottesdienst in einer kleinen, bescheidenen Kapelle, die ihren Glanz von 74 Gemälden erhält, auf denen die Sonntagslesungen der evangelischen Gottesdienste thematisiert sind. Sie wurde im Sommer 2003 vom ehemaligen Erzbischof Jukka Paarma geweiht. Beginn unseres Festes: 14.30 Uhr mit dem Gottesdienst; anschließend zuerst Kirchkaffee, dann Professor Martikainen, der uns freundlicherweise Gemälde und die heutige Bedeutung der Kleinbauernstelle beschreibt, und im Anschluß Grillen, Singen und Spielen! Ort und Wegbeschreibung: Pulkkion torppa hat die Adresse Vanha Härkätie 48 (auch als Museotie ausgeschildert). Aus Turku via Landesstraße 11 Richtung Hämeenlinna, gleich hinter Umgehungsstraße nach Naantali links Richtung Vanhalinna, hinter dieser Sehenswürdigkeit noch gut 700 Meter gerade aus, dann liegt rechts Pulkkion torppa. Parkplätze werden von den Organisatoren ausgeschildert — wie auf einer Schnitzeljagd kann man auch auf Hinweise „Sommerfest“ Obacht geben. Von der Turkuer Stadtmitte Fahrzeit ca. 25 Minuten, wir werden aber schon in Lieto sein.

Kontakt für Mitfahrgelegenheit: Oliver Dahlmann, Telefon 050–5121 742. Essensspenden: Getränke für Kirchkaffee und Grillen besorgen die Organisatoren — ebenso Würstchen. Alles andere, wie Kuchen, Salate und was so verspeist werden soll, ist von den Spenden der Mitfeiernden abhängig! Die Koordinierung wurde dem „Büro“ übertragen. Selbiges ist mit Schulbeginn ab 14. August wieder nachmittags unter der Gemeindetelefonnummer (02) 2304 539 zu erreichen. Für die Erleichterung der Planung wird um Anmeldung für das Sommerfest bis zum 22. August per E–Mail an saksankerho@luukku.com gebeten oder telefonisch unter der obigen Gemeindenummer.

Herbstliche Vorausschau Auf unserer Jahresuhr für den Gemeindeherbst in Turku haben sich schon eine Reihe an „Ziffern“ eingetragen. Natürlich kommen immer aktuelle Nachrichten per E–Mail, Post oder sogar Telefon ins Haus. Hier aber ein Überblick, was zur Zeit geplant ist: Natürlich unsere monatlichen Gottesdienste: Den Septembergottesdienst am 23.9. feiern wir wieder als Familiengottesdienst zum Erntedank in den Gemeinderäumen in der Kaskenkatu. Der Oktobergottesdienst (28.10.) ist der Reformation gewidmet und wir feiern das Abendmahl. Novembergottesdienst am 25.11. und im Dezember treffen wir uns wie immer am 1. Weihnachtstag. Alle Gottesdienste beginnen um 14.30 Uhr und die letzten drei wie gewohnt in der Scharfschützenkapelle des Doms in Turku. Zu einem weiteren außergewöhnlichen Gottesdienst ist unsere Kapellengemeinde nach Helsinki eingeladen. Am 31. Oktober — ein Mittwochabend — feiert die Deutsche Gemeinde anläßlich des Reformationsgedenkens einen Kantatengottesdienst in der Deutschen Kirche in der Unioninkatu. Eine gemeinsame Fahrt von Turku wird rechtzeitig organisiert. Unsere Gemeindeabende sind auf den 5.9. (Mittwoch!) und die Donnerstage 11.10., 12.11. sowie 13.12. terminiert. Sie beginnen jeweils immer um 19 Uhr. Martinsumzug: Vor dem Gemeindeabend im November triftt sich wieder Jung und Alt, um unter der Leitung des Heiligen Martin Laterne zu laufen. Unser Weihnachtsliedersingen am 1. Dezember erfährt dieses Jahr eine

besondere Unterstützung. Aus Dresden können wir das Bläserquintett „Musica con spirito“ begrüßen. Der Lese– & Gesprächskreis läuft weiter. Zwei Themen sind programmiert. Am 18. Oktober partizipieren wir an einer hochinteressanten Veranstaltung des Finnisch–Deutschen Vereins. Dr. Christian Rink von der Uni Vaasa stellt seine Dissertation „Erinnerungskulturen“ vor. Im November besuchen wir Yle–Radio. Unsere Referentin aus dem Mai, Annika Holmbom, wird uns durch die Turkuer Station führen. Anregungen und Vorschläge nehmen gerne entgegen: Eberhard Dechmann, Telefon (02) 237 5617, und Norbert Erdmann, Telefon 040–7224 005. Auch unsere Spielgruppe krabbelt unermüdlich. Ansprechpartnerinnen sind am besten Anke Michler, Telefon 040–7550 451 oder auch Katri Oldendorff; Telefon 040–7391 095. Termine liegen noch nicht fest. Beide sind auch für die Wiederbelebung unserer Kindergottesdienste zuständig. Bisher ist eine Neuetablierung für den Herbst ins Auge gefasst: ein Handarbeitskreis. Er soll sich um den Webstuhl herum bilden, der seit einem Jahr ungenutzt in der Eingangsaula steht. Auch hierfür ist Anke Michler die beste Kontaktperson, denn sie hat das gewaltige Werkzeug schon soweit instand gesetzt, daß es betriebsbereit ist. Aus dem „Büro“: Mit Schulbeginn am 14. August ist unser Gemeindetelefon (02) 2304 539 zumindest nachmittags wieder regelmäßig besetzt. Weil in den Gemeinderäumen dann also ständig Betrieb ist, wird niemand, dem es nach einer Tasse Kaffee verlangt, abgewiesen. Dankbar für Hilfe: Wir ertrinken in Büchern und das ist auch gut so! Es ist an die Einrichtung eines „Versandantiquariats“ gedacht, daher sind wir dankbar für Bücherspenden. Dankbar aber auch für Hilfe von jemandem, der vielleicht was von Bücher versteht und bei dem Aufbau einer solchen Sache helfen würde. Bernd Oldendorff

Deutsch–Evangelisch im August 2012


MUSIK

Wann singen wir wieder? Unser Kinderchor trifft sich nach der Sommerpause erst wieder am 6. September! Der Deutsch–Finnische Chor startet seine Herbstsaison bereits am Mittwoch, den 15. August, pünktlich um 18.30 Uhr. Auf dem Programm steht die Bach–Kantate Nr. 80 „Ein feste Burg“, die dann am Reformationstag, dem 31. Oktober, aufgefürt wird. Ebenso werden wir alte Meister, u.a. Tallis, Palestrina sowie Piae Cantiones proben. Die nächste Chorreise ist auch schon in Sicht: „Holland“ im Mai 2013. Neue SängerInnen sind herzlichst willkommen — mehr Info bei Riitta Laine, Telefon 050–3306 495, und Alpo Kuparinen, 050–5599 184.

Zur Nacht der Künste in der Deutschen Kirche um 20 Uhr, Donnerstag, 23. August In der Nacht der Künste gestalten Sopran Sarah Maria Sun und Gitarrist Friedemann Wuttke ein sinnliches, stimmungvolles Konzert in der Deutschen Kirche. Das Konzert in der mit Kerzen beleuchteten Kirche lädt ein, Stille und Ruhe inmitten der ereignisreichen Kunstnacht in Helsinki zu erleben. Das Konzert am Donnerstag, dem 23. August beginnt um 20 Uhr und dauert etwa eine Stunde. Der Eintritt ist frei. Den Rahmen des Konzerts bildet die Musik des englischen Komponisten John Dowland (1563–1626) — ursprünglich für Singstimme und Laute geschrieben. Zu Beginn und zum Ende des Konzerts werden wir jeweils eine etwa 20–minütige Einheit von Dowland hören. Zur Mitte, als Kontrast: Cinq Preludes, Preludien für Gitarre des brasilianischen Komponisten Heitor Villa–Lobos (1887–1959), die einen eigenen, starken Spannungsbogen haben. Zwischen diesen drei Teilen gibt es kurze Pausen. Einlass zum Konzert nur vor Beginn und dann erst wieder in den beiden Pausen zwischen den Abschnitten. Das Konzert wird großzügig unterstützt vom Goethe–Institut in Helsinki. Herzlich willkommen!

Sarah Maria Sun Sarah erhielt ab dem zehnten Lebensjahr Gesangsunterricht. Sie studierte an den Musikhochschulen in Köln und Stuttgart, und wurde außerdem von Sybille Knappe und Darinka Segota unterrichtet. Ihr Repertoire umfasst ausser Lied, Oper und Oratorium über 260 Werke des 20. und vor allem 21. Jahrhunderts. Unter anderem sang sie mit dem Gewandhausorchester Leipzig, den Berliner Philharmonikern, dem Ensemble Recherche und Ensemble Modern, „Les Percussions de Strasbourg“, der musikFabrik Köln, Ensemble Intercontemporain, 2e2m, dem Minguet–Quartett, Arditti–Quartett oder Aron–Quartett. Für Musiktheater–Produktionen und Konzerte war sie unter anderem an den Staatstheatern Stuttgart, Leipzig, Mainz, Mannheim, Berlin und der

Rheinoper zu Gast, sowie auf vielen bedeutenden internationalen Festivals für Neue Musik (Paris, Venedig, Salzburg, Madrid, Kairo, Boston, Mexico City, Berlin, Stuttgart etc). 2007 wurde sie außerdem Erster Sopran der Neuen Vocalsolisten – einem künstlerisch selbstständigen, international herausragenden Kammerensemble, das sich seit 1984 der Förderung und Entwicklung zeitgenössischer Vokalmusik widmet. Die sieben Solisten arbeiten eng mit den unterschiedlichsten Komponisten zusammen und produzieren jährlich etwa 30 Uraufführungen.

Friedemann Wuttke Nach seinem Studium an der Musikhochschule Stuttgart vervollständigte der Konzertgitarrist Friedemann Wuttke seine Musikausbildung unter anderem bei Meisterkursen von Manuel Barrueco, John Williams, David Russell, Angel und Pepe Romero. Bereits während seines Studiums bekleidete er einen Lehrauftrag an der Hochschule Ludwigsburg. Seit 1992 widmet sich der Interpret ausschließlich seiner Konzerttätigkeit und der Produktion von Tonträgern. „Nicht nur durch seine instrumentalen und musikalischen Qualitäten – die höchsten Ansprüchen genügen – hat sich der sympathische Musiker einen festen Platz in der vordersten Reihe der deutschen Gitarristik erspielt. Insbesondere sein Gespür für interessante Programmgestaltung und die fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen namhaften Künstlern sorgen dafür, daß Friedemann Wuttke nicht unterbeschäftigt bleibt.

Ein Musiker, der konsequent seinen Weg geht.“ Durch seine kompromisslose Hinwendung zum klassischen Repertoire und zur ernsthaften Programmgestaltung nimmt Friedemann Wuttke eine Sonderstellung unter den Konzertgitarristen ein. Seine Konzertreisen führten ihn in fast alle europäischen Länder, nach Russland, Südostasien, Afrika und Südamerika, wo er auch in großen Konzerthäusern als Solist oder mit Orchester auftrat. Aktuell stehen neben zahlreichen Inlandskonzerten in 2012 und 2013 auch Tourneen nach Amerika, Südostasien sowie Konzerte in verschiedenen europäischen Metropolen auf dem Programm des Künstlers. Seine Soloprogramme umfassen vor allem klassisch–romantische Werke und impressionistische spanische und südamerikanische Musik, aber auch Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Hinter all dieser Vielseitigkeit zeigt 7 sich ein Musiker, der nicht nur sein


Instrument und seine Musik liebt, sondern im Dienste der musikalischen Kommunikation steht und das Publikum teilhaben lässt an der Begeisterung, die seine Musik in ihm immer wieder auslöst.

KINDERSEITE

Die neuen Mitarbeiter in unserem Kindergarten stellen sich vor… Der erste offizielle Kindergartentag nach der Sommerpause ist in diesem Jahr Montag, der 13. August ­— und wir haben neue Mitarbeiter im Kindergarten. Die „Neuen“ möchten sich Euch hier kurz vorstellen:

Stand der Aktion „Orgelpositiv 2012“ — die letzten 43 Pfeifen suchen ihre Paten! Das Orgelprojekt kommt seinem Ziel immer näher — bald können wir ein eigenes Orgelpositiv für die Deutsche Gemeinde bestellen. Bis zum Sonntag, dem 19. August nach dem Gottesdienst, suchen wir aber noch Sponsoren, sprich „Paten“ für die verbleibenden Orgelpfeifen. Falls Sie Interesse haben, jetzt doch noch an der Aktion teilzunehmen, rufen Sie bitte direkt bei der Kantorin an. Riitta Laine hat den aktuellen Über-

blick zum Stand der noch nicht vergebenen Patenschaften und kann bei den einen oder anderen Wünschen nach einer speziellen Orgelpfeifennummer, einem originellen „Dreiklang“ und ähnlichem weiterhelfen… Riitta Laine, Telefon 050–330 6495, oder per E–Mail an dg.kantor@evl.fi Wer das Orgelpositiv unterstützen möchte, aber nicht unbedingt zusätzlich eine Patenschaft übernehmen will, kann auch gerne für diesen Zweck eine Spende geben. Darüber sind wir ebenso froh und dankbar. Die entsprechende Spendenkontonummer der Deutschen Gemeinde ist IBAN FI 9120 0138 0055 8883 und die Referenznummer 201236 für die „Aktion Orgelpositiv 2012“. Herzlichen Dank!

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1. 2. Zeichne Deine eigenen Eichhörnchen für Isabell, Marlene und Melanie zur Begrüßung, wenn die drei Neuen nach den Ferien zum ersten Mal in den Kindergarten kommen! Hier ist eine Anleitung, wie Du Schritt für Schritt das Eichhörnchen auf der anderen Seite schön malen kannst…

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Deutsch–Evangelisch im August 2012


Hallo und Moi moi : ) — mein Name ist Isabell Axnick und ich bin 25 Jahre alt. Geboren und aufgewachsen bin ich mit meinen drei Brüdern (27, 23 und 21 Jahre alt) in Hannover. Als ich fünf Jahre alt war, zogen wir bedingt durch die berufliche Tätigkeit meines Vaters in die beschauliche Kleinstadt Rahden im Kreis Minden–Lübbecke in Nordrhein– Westfalen. Nach dem Besuch von Grundschule und Gymnasium zog es mich nach dem Abitur zum Studium der Sozialen Arbeit nach Enschede in Holland. Dort lernte ich die niederländische Sprache und im August 2011 habe ich mein Studium mit dem „Bachelor of Social Work“ abgeschlossen. Während meines Studiums hatte ich neben verschiedenen Praktika die Möglichkeit, ein Erasmus–Semester an der Helsinki Metropolia University of Applied Sciences zu absolvieren. Ich konnte erste Kontakte im wunderschönen Helsinki knüpfen und so fand ich zu meiner ersten Arbeitsstelle in einer finnisch–niederländischen Familie. Hier betreue und fördere ich seit gut einem Jahr drei wundervolle Kinder (1, 4 und 6 Jahre). Meine zukünftige Tätigkeit an der Vorschule in der Deutschen Gemeinde als Assistentin der Klassenleitung und Betreuerin in den Nachmittagsstunden ermöglicht mir, auch weiterhin mit Kindern zu arbeiten — darauf freue ich mich sehr! Sport, Musik und Theaterspielen sind meine Hobbies, die ich auch gerne den Kindern näher bringen möchte. Ich freue mich sehr auf den August und hoffe auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Sinne der Kinder.

Mein Name ist Melanie Kessin und ich werde ab August als Vorschullehrerin in der Deutschen Gemeinde arbeiten. Ich bin 30 Jahre alt, komme ursprünglich aus Hanau und habe nach meinem Abitur in Gießen Grundschullehramt mit der Fächerkombination Deutsch, Englisch, Sport und katholische Religion studiert. Unterrichtet habe ich die Klassen 1 bis 4 an verschiedenen Grundschulen im Vogelsberg– und Wetteraukreis, doch irgendwann wurde es Zeit, einmal über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich interessiere mich schon sehr lange für Finnland, die Natur, die Menschen und nicht zuletzt für die Sprache. Dies war Motivation genug, in Deutschland einen Finnischkurs zu besuchen und mir erste Grundkenntnisse anzueignen. Der Traum, in Finnland zu leben ließ mich nicht los und so kam ich im August 2010 nach Helsinki und trat meine Stelle als Vorschullehrerin in Lauttasaari an. Diese zwei Jahre waren eine einmalige Chance, mich selbst weiterzuentwickeln, Menschen kennen zu lernen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und an neuen Herausforderungen zu wachsen. Die Arbeit dort hat mir viel Spaß gemacht und ich freue mich nun auf meine Zeit in der Vorschule der Deutschen Gemeinde. Melanie Kessin

Liebe Gemeindemitglieder — mein Name ist Marlene Uhrig, ich bin 27 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Hamburg bzw. aus einer kleinen Märchenstadt daneben, dem vielen bekannten Buxtehude. Bis Ende letzten Jahres habe ich als Reiseverkehrskauffrau gearbeitet und nebenbei ein Studium der BWL und Wirtschaftspsychologie begonnen. Bedingt durch den Beruf meines Vaters bin ich selbst schon oft umgezogen und habe die erste bis fünfte Klasse in Dänemark absolviert. Ich weiß dadurch, wie es im Ausland ist und in einer kleinen deutschen Gemeinde groß zu werden, zwei Sprachen zu sprechen und seine eigene Kultur aufrechtzuerhalten bzw. weitervermittelt zu bekommen, während sie sich mit anderen schönen Bräuchen mischt. Da meine Mutter Finnin ist und meine Oma in Helsinki wohnte, hatte ich schon früh den Wunsch, auch einmal hier zu leben, die Sprache wieder richtig zu erlernen und auch kulturell auf den Spuren meiner Vorfahren zu wandeln. Bis jetzt hat es gedauert, meinen Traum wahr werden zu lassen, aber ich freue mich, dass es endlich soweit ist und ich angekommen bin. Das Team des Deutschen Kindergartens werde ich in der Nachmittagsbetreuung verstärken und freue mich auf die Zusammenarbeit mit den lieben Kolleginnen und Kindern, die ich vor den Ferien schon kennenlernen durfte. Marlene Uhrig

Isabell Axnick

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EKD–Auslandspfarrkonferenz 3.–9. Juli 2012 in Wittenberg — rund hundert Pfarrer aus den Auslandsgemeinden nahmen teil Am Anfang war das Wort, aber in vielerlei Sprachen: Dutzende von Plakaten hängen zum Auftaktgottesdienst an der Empore der Stadtkirche zu Wittenberg, auf denen in ferner Länder Sprachen der erste Satz aus dem Johannesevangelium steht: „Im Anfang war das Wort“. Auslandsbischof Martin Schindehütte verglich in seiner Predigt den Anfang des Johannesevangeliums (Im Anfang war das Wort) mit dem leicht abgewandelten Claim der Lutherdekade (Am Anfang war das Wort). Katrin Göring–Eckardt, die Präses der Synode der EKD betonte in ihrem Grußwort im Rathaus der Lutherstadt Wittenberg, daß der Protestantismus die Welt verändert habe, aber auch die Welt habe den Protestantismus verändert: „Bei der Auslandspfarrkonferenz kommt das geschichtlich–reformatorische Erbe und die weltweite Perspektive zusammen und Auslandspfarrerinnen und –pfarrer bilden eine Brücke zwischen Wittenberg und der Welt, denn sie erleben in ihrem Alltag andere Kulturen, Denkweisen und Umgangsformen.“ Ausdrücklich dankte Katrin Göring– Eckardt im Namen der EKD den etwa 100 Pfarrerinnen und Pfarrern: „Sie sind wichtiger Anlaufpunkt für Menschen, die dauerhaft oder auch nur auf Zeit, aus beruflichen oder privaten Gründen, in der Fremde leben.“

Vor dem Cranach–Altar bei einem Rundgang durch Wiitenbergs Stadtkirche St. Marien, der Predigtkirche von Martin Luther.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt war der feinsinnige und luzide Vortrag von Christoph Markschies, dem Berliner Kirchenhistoriker und Vorsitzenden der Kammer für Theologie in der EKD. Er unterstrich, daß zu einem Reformationsjubiläum im Rahmen der weltweiten Ökumene sowohl Dankbarkeit über die erreichten ökumenischen Fortschritte, aber auch die Beschreibung der verbliebenen, schmerzhaften Differenzen gehören müssten. Die Reformation, so Markschies, habe eine gesamtkirchliche Reformation und keinesfalls eine Kirchenspaltung zum Ziel gehabt. Deshalb solle, ungeachtet des seinerzeitigen Scheiterns, das Anliegen der Reformation nach 500 Jahren nicht als „teilkirchliche Selbstbeschränkung“ neu formuliert werden, empfahl Markschies seinem Auditorium in der Wittenberger Leucorea.

In den Arbeitsgruppen nach dem Vortrag entstanden lebhafte Gespräche. Fragen wurden laut, zum Beispiel „Wie gehen wir mit Charismatikern und Pfingstlern um?“ Andere forderten „Mut zur Auseinandersetzung“, denn häufig neige man in der Ökumene dazu das Eigene sehr zurückzunehmen, aber das helfe längst nicht immer. Und es wurde auch beklagt, daß manche Konzepte zum Reformationsjubiläum eher an „problemorientierten Religionsunterricht“ erinnern würden und evangelische Christenmenschen häufig zu wenig „gelassenes, heiteres Selbstverstrauen“ ausstrahlen würden. Auch gebe es noch zu wenig Mut zu konkreten Schritten in der Ökumene. „Wir bleiben zu oft beim Nebeneinander“, klagte eine und überhaupt seien wesentliche ökumenische Grundeinsichten vielerorts noch nicht angekommen. Eine Woche lang rauchten vormittags die Köpfe, am Nachmittag warteten kulturelle Exkursionen in der Lutherstadt und am Abend das „Wittenbergisch Bier“, welches bereits Martin Luther zu schätzen gewusst hatte.

Pressekonferenz: Lutherbotschafterin Margot Käßmann und EKD–Auslandsbischof Martin Schindehütte stellen sich den Fragen der Journalisten.

Am Tagungsort in der Alten Universität wurde neben vielem weiteren Material auch „Am Anfang war das Wort“ von den Auslandspfarrern in ihren jeweiligen Landessprachen ausgehängt.

epd 4. Juli 2012 (leicht gekürzte und geänderte Fassung); Fotograf: Andreas Schoelzel/EKD.de

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Hallo und hei! Nun sind wir also nach Espoo–Mankaa umgezogen. Mein Name ist Hannelore Messinger. Ich bin Yogalehrerin und Masseurin in Fußreflexmassage, ayurvedischer Massage und Reiki. Wie bereits angekündigt möchte ich ab September in der Deutschen Gemeinde einen Yogakurs anbieten. Beim Yoga werden alle Muskeln und Gelenke gedehnt und gekräftigt, Yoga hilft zu entspannen und die eigenen Grenzen kennen zu lernen. Jede/r übt so, wie es ihm möglich ist je nach der eigenen Konstitution und Kraft. So ist Yoga geeignet für alle Altersstufen. Am Mittwoch, 29. August, biete ich um 10 Uhr und um 16 Uhr je einen kostenlosen Schnupperkurs an. Er soll dazu dienen, mich und mein Yoga kennen zu lernen. Anschließend können wir uns noch bei Tee und Plätzchen ein wenig zusammensetzen und klönen. Beginn des Yogakurses: Mittwoch, 5. September 10 –11:30 Uhr und/oder auch nachmittags von 16–17:30 Uhr — je nachdem wie viele sich anmelden. Wenn jemand vorher mit mir Kontakt aufnehmen möchte: hannelore.messinger@web.de Ich freue mich schon aufs Kennenlernen!

Spieleabend für Erwachsene im August! Am Donnerstag, 16. August um 18:30 Uhr treffen wir uns endlich wieder im Restaurant Zinnkeller, Meritullinkatu 25 in Helsinki. Dort spielen wir in fröhlicher Runde Brett– und Gesellschaftsspiele! Weitere Informationen unter Telefon 044–3111 680. Katja und Steffi.

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Kalender im August 2012 HELSINKI (HELSINGFORS)

So 5.8. 11 Uhr 9. Sonntag nach Trinitatis Abendmahlsgottesdienst (Erik A. Panzig)

Hier die Auflösung des Sommerkreuzworträtsels aus dem Gemeindebrief im Juni/Juli:

Deutsche Evangelisch–Lutherische Gemeinde in Finnland / DELGiF www.deutschegemeinde.fi

Hauptpastor Erik A. Panzig, täglich außer freitags, Telefon: (09) 6869 8511 und 050–5942 485, E–Mail: dg.hauptpastor@evl.fi Kanzlei und Gemeindesekretariat: Merja Viiri und Anne Breiling, montags bis freitags 10–13 Uhr, Telefon: (09) 6869 8510 und (09) 6869 8513, Fax: (09) 6869 8555, E–Mail: dg.kanzlei@evl.fi und dg.sekretariat@evl.fi

Mi 8.8. 14 Uhr Sommercafé im Garten des Seniorenwohnheims; siehe Seite 4 So 12.8. 11 Uhr 10. Sonntag nach Trinitatis Gottesdienst (Erik A. Panzig) Mo 13.8. 14 Uhr Schulanfängergottesdienst (Erik A. Panzig) Mi 15.8. 18.30 Uhr Deutsch–Finnischer Chor Do 16.8. 18 Uhr Taizé–Andacht

Reisepastoren Katja und Hans–Martin Röker, täglich außer montags, Telefon: (09) 8026 764 und 040–54 08 504, E–Mail: dg.reisepastor@evl.fi

So 19.8. 11 Uhr 11. Sonntag nach Trinitatis Gottesdienst (Erik A. Panzig) Mo 20.8. 10 Uhr Krabbelgruppe Di 21.8. 11 Uhr Bastelkreis; 18 Uhr Posaunenchor Mi 22.8. 14 Uhr Seniorentreff im Senioren wohnheim mit dem Thema „Technik und Senioren“; 18.30 Uhr Deutsch–Finnischer Chor Do 23.8. 20 Uhr Konzert in der Deutschen Kirche zur Nacht der Künste, mit Sopran Sarah Maria Sun und Gitarrist Friedemann Wuttke; mehr dazu auf Seite 7

Küster: Tobias Petruzelka, dienstags bis freitags 11–13 Uhr, Telefon: 050–32 39 598, E–Mail: dg.hausmeister@evl.fi Diakonie: (vakant) Bitte wenden Sie sich an die Pastoren der Gemeinde. Kindergarten und Vorschule: Stefanie Voß, montags bis freitags 8–8.30 Uhr, Telefon: (09) 6869 8517, E–Mail: info@deutscherkindergarten.fi Seniorenwohnheim: Eila Javanainen, Telefon: (09) 481124 und 044–21 99 586, Nuottapolku (Notstigen) 2, 00330 Helsinki (Helsingfors), E–Mail: dswh@welho.com

So 26.8. 11 Uhr 12. Sonntag nach Trinitatis Zeltgottesdienst im Garten des Seniorenwohnheims, Einladung auf Seite 4 (Erik A. Panzig, Katja und Hans–Martin Röker) Mo 27.8. 10 Uhr Krabbelgruppe Di 28.8. 11 Uhr Bastelkreis; 18 Uhr Posaunenchor Mi 29.8. 18.30 Uhr Deutsch–Finnischer Chor So 3.9. Di 4.9.

Kantorin Riitta Laine, täglich außer montags und dienstags, Telefon: 050–33 06 495, E–Mail: dg.kantor@evl.fi Kapellengemeinde Turku (Åbo), Telefon: (02) 2304 539, Kaskenkatu (Kaskisgatan) 1, 20700 Turku (Åbo), E–Mail: dg.turku@evl.fi

11 Uhr 13. Sonntag nach Trinitatis Abendmahlsgottesdienst (Erik A. Panzig) Gemeindetreffausflug; siehe Seite 4

IMPRESSUM DEUTSCH–EVANGELISCH in Finnland Gemeindebrief der Deutschen Gemeinde in Finnland

WEITERE GEMEINDEGRUPPEN

Verantwortlich: Erik A. Panzig

OULU (ULEÅBORG)

Gestaltung: Michael Diedrichs, Karl–Olof Sundström

Mi 29.8. voraussichtlich 18 Uhr Gottesdienst und Kirchkaffee (Hans–Martin Röker)

Der Jahrgang kostet 20 Euro. Gemeindekonten Nordea BIC/SWIFT NDEAFIHH: Amtsscheine: IBAN FI 5515 7230 0032 2016 Deutsch–Evangelisch: IBAN FI 3315 7230 0032 2024 Kindergarten: IBAN FI 1115 7230 0032 2032 Anderes: IBAN FI 9120 0138 0055 8883

ROVANIEMI

Di 28.8. voraussichtlich 17 Uhr Familiengottesdienst und Kirchkaffee (Hans–Martin Röker)

Druckerei: Viestipaino, Tampere

TURKU (ÅBO)

Deutsche Evangelisch–Lutherische Gemeinde, Bernhardinkatu (Bernhardsgatan) 4, PL 153 PB, 00131 Helsinki (Helsingfors)

Sa 25.8. 14.30 Uhr Gottesdienst und Sommerfest in Lieto; siehe Seite 6

ISSN 1456–1042

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Deutsch–Evangelisch in Finnland im August 2012