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31. Juli 2011 ISSN 1436-607X

Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

16/2011

Was Methodisten in aller Welt vereint Heimatlich n

Warum Menschen in die EmK eintreten. Seite 9

Weltoffen n

Der neue Missionssekretär im Gespräch. Seite 12

Spannend n

Wie Eltern hochbegabten Kindern helfen können. Seite 18


2 ::: Editorial

So erreichen Sie uns: Redaktion »unterwegs« Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.de Aboservice: 0711 83000-0

kurz gesagt Die Waffenlieferungen an

Saudi-Arabien sollten von der deutschen Regierung gestoppt werden. Das hat Pastor Hans Martin Renno, Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung EmK, gefordert. In den zehn Jahren der ökumenischen »Dekade zur Überwindung von Gewalt« 2001 bis 2011 sei immer wieder hinreichend deutlich geworden, dass Friede kein Zufallsprodukt ist, sondern ein Prozess, der erarbeitet werden könne und müsse. Kinder in Somalia sind ständig

trat nicht mehr zur Wahl an. In der IMB werden Bischöfe für fünf Jahre gewählt, eine Wiederwahl ist möglich. Fast Vier Stunden pro Tag

schauten die Deutschen im vergangenen Jahr fern – elf Minuten mehr als 2009. Das hat eine aktuelle Studie ergeben. Demnach ist der Fernsehkonsum in Europa so hoch wie nie zuvor: Die durchschnittliche tägliche Sehdauer stieg im Jahr 2010 auf 226 Minuten, sechs Minuten mehr als im Vorjahr. Der TV-Konsum stieg in 27 von 35 europäischen Ländern. In Großbritannien erhöhte sich die tägliche Sehdauer um 17 Minuten auf 242 Minuten und in Frankreich um sieben auf 212 Minuten. Weltweiter Spitzenreiter sind die Serben mit 316 täglichen Fernsehminuten.

vom Tod bedroht, erklärte die Vizedirektorin von Amnesty International, Michelle Kagari. »Du kannst umgebracht, rekrutiert und an die Front geschickt, oder von der Al-Schabaab-Miliz bestraft werden, weil du Musik New Yorker Standesbeamte hörst oder die falschen müssen gleichgeschlechtKleider trägst.« Viele Kinder liche Paare trauen, auch stürben zudem wegen manwenn das ihrer inneren gelnder medizinischer VerEinstellung nicht entsorgung. In Somalia sind spricht. Das hat Gouderzeit fast vier Millionen verneur Andrew Cuomo Menschen von der Hungersbetont. Ein Beamter könne not bedroht. Die EmK-hat nicht Gesetze nach Beliezu Spenden aufgerufen. ben befolgen. Er reagierte n Konto 4105400, EKK Kassel, auf einen Brief der VerBLZ 52060410 einigung »Alliance Defense Fund« (ADF). Die evanEine Bischöfin und sieben gelikale Lobbyorganisation ­B ischöfe hat die Generalhatte behauptet, Beamte konferenz der Methodiskönnten nicht gezwungen tischen Kirche in Brasilien werden, solche Trauungen (IMB) gewählt. In einem durchzuführen, wenn sie achtstündigen Wahlmaraaus Glaubensgründen thon wurden sieben in ihrem gleichgeschlechtliche Ehen Amt bestätigt. Der achte ablehnen.  kie/epd/WN geht in den Ruhestand und

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Titelfoto/Montag: Porträt von John Wesley (von Nathaniel Hone, Öl auf Leinwand etwa 1766), Reproduktion: EmK-Archiv, Globus: sxc.hu/topfer

Vereinte Vielfalt So richtig Lust hatte er nicht. »Ziemlich unwillig«, so schreibt John Wesley in seinem Tagebuch, habe er die Versammlung der Herrnhuter Brüdergemeine besucht. Und dort hat es den fast 35-Jährigen gepackt: »Mir wurde seltsam warm ums Herz. Ich bekam Gewissheit, dass Gott meine Sünden von mir genommen und mich vom Gesetz der Sünde und des Todes befreit hat.« Dieses Erlebnis, geschehen am 24. Mai 1738 in London, hat Folgen: Fortan war die ganze Welt Wesleys Pfarrei, er reiste durch ganz Großbritannien und predigte vor vielen tausend Menschen. Und immer ging es darum, dass Christus uns durch seinen Tod am Kreuz vor der ewigen Verdammnis gerettet hat. Der Rest ist Geschichte. Heute gibt es auf der ganzen Welt Methodisten. Gewachsen ist nicht nur die Zahl, sondern auch die Vielfalt: Theologisch und organisatorisch gibt es so viele Formen, dass sich die Gesamtzahl nur schwer bestimmen lässt. Wir zeigen Ihnen in diesem Heft einen Ausschnitt aus dieser Vielfalt: Auf den folgenden Seiten haben wir einen einmaligen Überblick über den weltweiten Methodismus für Sie zusammengestellt. Zudem verraten uns einige deutsche Methodisten, was »Methodismus« für sie bedeutet und warum sie sich in die EmK haben aufnehmen lassen (Seite 8). Sichtbar wird die methodistische Welt auch bei der Tagung des Weltrats methodistischer Kirchen. Was dort auf der Tagesordnung steht, lesen Sie auf den Seiten 10 und 24. Erhellende Lektüre wünscht Ihnen Ihr Volker Kiemle


foto: York schön

Im Leben mit Christus Jesus zählt nur der Glaube, der sich in Liebe auswirkt.  Galater 5,6

Titelthema: Die methodistische Wort auf denWelt Weg ::: 3

Was Methodisten ausmacht ...

W

as den Methodismus ausmacht, lässt sich wir zu Gott gelangen, um mit ihm verbunden zu sein. mit wenigen Worten nur andeuten. Ich helfe Wesley hat – wie Paulus und Luther – diese klare Ausmir mit einem Satz, den John Wesley schätz- richtung auf das Wesentliche des Christseins für entte. Paulus schrieb ihn den Christen in Galatien, die ein scheidend gehalten. Auch in seiner Zeit haben Christen klares Wort brauchten. Sie kamen aus konkurrieren- heftig gestritten, die Methodisten nicht ausgenommen. den Traditionen und Kulturen und taten sich schwer, Wesley unterscheidet zwischen dem, was diskutabel, in der Gemeinde Jesu zueinander zu finden. Paulus und dem, was wichtig ist. Wichtig ist vor allem der sagt, worauf es ankommt, wenn Menschen zu Jesus Glaube an das Evangelium von Christus, das allen gehören wollen: »Im Leben mit Christus Jesus zählt Menschen Gottes Gnade zuspricht. Unser Kirchenvater nur der Glaube, der sich in Liebe auswirkt« (Galater 5, hat sich damit viel Widerspruch eingehandelt, manche 6, Basis Bibel). fanden das doch etwas kümmerlich. Dem könnten wohl die meisten Methodisten auf n Glaube – das ist kein unsicheres Wissen oder eine der Welt zustimmen, wenn sie danach gefragt würden, bloß theoretische Auffassung. Wer an Christus glaubt, was für ihre Kirche von zentraler Bedeutung sei. Sie weiß und spürt, dass er mit ihm verbunden ist. Glauzeigen nicht auf etwas Besonderes, was sie anderen bende erfahren, dass eine Kraft sie erfüllt, die ihr Legegenüber – vielleicht – voraushaben. Eher weisen sie ben verändert: die Kraft der Liebe zu Gott und zu anauf dieses Herzstück des Christseins hin, das allen deren Menschen. Der Glaube öffnet die Augen, damit Christinnen und Christen gehört: den sie Gottes Wirken in allen GeschöpGlauben, der sich in Liebe auswirkt. Der Glaube setzt den fen erkennen. Er setzt das Denken Inwiefern kann, was allen Christen die Fantasie in Bewegung, die Kreislauf der Liebe in und zukommt, nun den Methodismus das Böse mit Gutem überwindet. Er Gang, die nicht nur ausmachen? setzt den Kreislauf der Liebe in Gang, n Eine Stärke des Methodismus liegt die nicht nur der eigenen Person, der uns selbst gilt. darin, zwischen dem zu unterscheieigenen Gruppe oder Kirche gilt. Er den, was das Herz des Christseins ist, lässt uns offene Hände ausstrecken, und dem, worin Christen und Kirchen verschieden die Versöhnung erbitten und gewähren. Er nimmt die sein dürfen. Was zum Zentrum gehört, ist unverzicht- Schwere und Müdigkeit aus unseren Gliedern, damit bar: Christus und das Heil, das er für alle Menschen wir Grenzen überschreiten und in ein neues Miteinanals Geschenk bereithält. Von ihm, dem Heiland der der der Verschiedenen einwilligen. Menschen, erzählt die Bibel. Macht das den Methodismus aus? Ich habe ihn oft Das kleine Wort »nur« im Satz des Paulus hat hier so erlebt. Einzigartig wäre das nur, wenn es keine aneine Schlüsselrolle. Damals stritten sich die Galater deren gäbe, in denen Gottes Liebe wirksam wird. Dadarum, wer zu Christus gehöre und wer nicht, was ein rauf kommt es an. Christ alles tun müsse oder was er auf keinen Fall tun dürfe. Dieser Streit flammt bis heute immer wieder auf. Paulus verharmlost die Unterschiede nicht. Er zeigt Dr. Manfred Marquardt vielmehr auf Christus und den Glauben an ihn. war Direktor des Theologischen Seminars der n Dieser Glaube ist eine Kraft, die Menschen verändert, Evangelisch-methodistischen Kirche in Reutlingen. befreit und erneuert. Der Glaube ist das Tor, durch das Er lebt im Ruhestand in Reutlingen.

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4 ::: Titelthema: Die methodistische Welt

Die Vielfalt der methodistischen a NordamenrKaik nada, UCC

vo Vereinigte Kirche he (selbst hodistische Kirc et M en ld bi 25 u 19 distischen mehrerer metho g un ig in re Ve eine (zu denen regationalisten ng Ko e di , n) he Kirc igten Brüder in stischen Verein di ho et m e di hier Teil der ) und der größte en rt hö ge o st Chri reinigte en Kirche die Ve ch is an ri te by Pres stische da. Die methodi Kirche von Kana 1968 der UCC t it tr t einschaf m Ge e ch lis ge Evan e Kirche protestantisch bei. Die größte (geleitet durch at lr n Genera ne ei t ha s da Kana Jahre tagt, ), der alle zwei or at er od M n eine eitet von nferenzen (gel Ko he lic hr Jä d un Präsidenten). 000 Glieder n etwa 650. er ika: Free rchen in Nordam n weitere Ki hodist Church , da of Cana Met ch ur Ch st di ho Met hodists u. a. regational Met ng Co o, ic ex M of

Für John Wesley, den Gründer der methodistischen Bewegung, war die Welt eine sich damit bewusst ab vom Denken der Amtskirchen, die ihre Gläubigen in geog begrenzten Gebieten, den so genannten »Parochien«, erfassen. Wesleys Anspr geworden: Heute gibt es nahezu auf der ganzen Erde Methodisten. Viele Kirche methodistischer Kirchen« (WMC) zusammengeschlossen. Dabei werden sieben die wir auf dieser Doppelseite jeweils beispielhaft mit einer regional tätigen Seiten 6 und 7 stellen wir die fünf großen methodistischen Kirchen vor.

Europa M

Der Generalsekretär des Weltrats methodistischer Kirchen (WMC), Pastor George Freeman, wird sein Amt bei der WMC-Tagung im August abgeben.

Mittelamerika und Karibik

Methodistische Kirche in der Karibik und den Amerikas, MCCA

u 1759 beginnen drei Personen die erste dauerhafte methodistische Arbeit außerhalb Großbritanniens und Irla nds: eine Sklavin und ein Sklave, die John Wesle y in England getauft hatte, und ihr »Herr«, Na thaniel Gilbert, Parlamentssprecher von Antigua. Die MCCA erreicht 1967 ihre Unabhä ngigkeit von der Methodistischen Kirche in Großbritannien. Sie hat keine Bischöfe. Die Ko nnexialkonferenz regelt die Belange der Ge samtkirche, die Distriktskonferenzen die ihres jeweiligen Distrikts. n etwa 210.000 Gli eder n weitere Kirchen in Mittelamerika und der Karibik: Iglesia Metodist a en Cuba, Methodist Church Bahamas u. a.

ethodistisch e Kirche in G roßbritannie n, MC (GB) u 1795 gehen die W esleyanisch den entsch en Method eide isten Unabhängig nden Schritt zur keit von de r Kirche vo Nach mehre n England. ren Trennu ngen und V gibt es die e reinigunge Methodisti n sche Kirche jetzigen Fo in rm seit 193 der 2. Ihr höch Gremium, d stes ie Jährlich e Konferen jährlich we z, wird chse geleitet. Sie lnd – von einem Präsi – denten ist die Mutt erkirche vie selbständig ler gewordene r nationale methodisti r scher Kirch en. n etwa 3 00.000 Glie der n weitere Kirchen in Europa: Me in Ireland, thod Verenigde Protestants ist Church België, Igre e Kerk in ja Evangéli ca Metodis Portuguesa ta , Iglesia Ev angélica Esp añola u. a.

Afrika Kirche Sierra Leone, MCSL Methodistische

laven aus en ehemalige Sk nn gi be 92 17 u e erste Sierra Leone di in a ik er am rd No . 1811 schicken Arbeit in Afrika e ch is st di ho et m in hen Methodisten die Wesleyanisc ren und drei ar W ge or Pastor Ge en ni an it br oß Gr ra Leone. Sie onare nach Sier si is M s al er hr Le rukturen und ethodistische St m s it re be n de fin henordnung befindliche Kirc g un lt Ge in ne ei r die MCSL von de vor. 1967 wird br itannien oß Gr in Kirche en ch is st di ho et M unabhängig. ießlich Guinea) Glieder (einschl 00 .0 50 a w et n u Methodist n in Afrika: Bant he rc Ki re te ei w n a, Methodist dist Church Ghan bwe mba2011 Church, Metho unterwegs Church:::in31.SiJuli , Methodist16/2011 Church Niger ia u. a.


5

Welt Fast überall auf der Welt gibt es Methodisten – auf dieser Weltkarte sind die entsprechenden Länder rot markiert.

Pfarrei. Er kehrte rafisch eng uch ist Wirklichkeit en sind im »Weltrat n Regionen unterschieden, Kirche vorstellen. Auf den

Asien

f den Philippinen, UCCP Vereinigte Kirche Christi au in chen Vereinigten Brüder u Die methodistis n eit auf de Christo beginnen ihre Arb einigen sie sich mit ver 29 19 . Philippinen 1901 regationalisten zur Presbyter ianern und Kong Kirche und 1948 mit Vereinigten evangelischen t Church und weiteren der Philippines Methodis n Gemeinden zur Kirchen und eigenständige UCCP. eder, nach anderen n etwa 500.000 Gli eder Angaben etwa 900.000 Gli Methodist Church : en Asi in n n weitere Kirche India, Church of in India, Church of South h of Indonesia, Pakistan, Methodist Churc , United Church of Church of Christ in China Korean Methodist Christ in Japan (Kyodan), Church u. a.

Es ist nicht ganz einfach, die Methodisten weltweit in Zahlen zu fassen. Die aktuell verfügbaren Zahlen sind einige Jahre alt und auch nicht vollständig. Vor allem das rasante Wachstum der Kirchen in Afrika und auf den Philippinen ist nicht erfasst. Festzustellen ist: Die zum WMC gehörenden Kirchen hatten vor zehn Jahren etwa 37 Millionen Glieder. Diese Zahl ist mit der anderer Kirchenfamilien allerdings nicht vergleichbar.

Konzeption, Recherche und Realisation: Reinhold Parrinello, Michael Stroloke und Volker Kiemle

Pazifik

Freie Wesleyanische Kirche

in Tonga, FWC

u Nach zunächst erfolglosen Missionsversuchen wird Hä uptling Taufa‘ahau, der spätere König Georg e Tupou I., um 1830 Methodist. Der König wir d ein eifriger Laienprediger. Das König shaus ist auch später für den Methodismus Ton gas wichtig. 1834 beginnt eine Erweckung, die rasant das ganze Inselreich erf asst. Um 18 80 sind 90 Prozent der Bevölkerung Methodis ten. Als 1977 die Uniting Church in Australi a unter methodistischen Beteilig ung entsteht, wird die FWC unabhängig. n etwa 36.000 Gli eder (etwa 36 Prozent de r Tongaer) n weitere Kirchen im Raum Pazifik: Methodis t Church of Fiji and Rotum a, Methodist Church Samoa, Methodist Churc h of New Zealand u. a.

Weltregion Afrika Asien Europa Mittelamerika und Karibik Nordamerika Pazifik Südamerika Gesamt

(Bekennende) Glieder etwa 15 Millionen etwa 10 Millionen etwa 0,5 Millionen etwa 0,9 Millionen etwa 15 Millionen etwa 1,2 Millionen etwa 1,2 Millionen etwa 44 Millionen

Quelle: World Methodist Council: Handbook of Information 2002–2006, S. 249–262 Foto-Globus: sxc.hu/topfer


6 ::: Titelthema: Die methodistische Welt

Die großen methodistischen Kirchen Neben zahlreichen regional beschränkten Kirchen gibt es im Methodismus auch Kirchen, die – wenigstens grundsätzlich – weltweit arbeiten. Sie orientieren sich damit an John Wesleys Satz »Die Welt ist meine Pfarrei«, machen aber manchmal auch einander und anderen Kirchen Konkurrenz. Die meisten dieser Kirchen gehören zum Weltrat methodistischer Kirchen (WMC), die weltweit tätige Heilsarmee hat sich dem WMC nicht angeschlossen. Die gliederstärkste methodistische Kirche Die ersten Vorläufer der Evangelisch-methodistischen Kirche, EmK (englisch: United Methodist Church, UMC) sind die Bischöfliche Methodistenkirche (BMK, gegründet 1784), die deutschsprachigen Vereinigten Brüder in Christo (VBC, gegründet 1800) und die deutschsprachige Evangelische Gemeinschaft (EG, erste Jährliche Konferenz 1807). Alle hatten Bischöfe und entstanden in den USA. Es kam unter anderem zu folgenden beiden Abspaltungen: Methodist Protestant Church (MPC, 1830; mehr Demokratie und Laienmitbestimmung, Wegfall des Bischofsamts) und BMK des Südens (BMKS, 1844; Beibehaltung der Sklaverei). 1939 vereinigten sich BMK, BMKS und MPC zur Methodistenkirche (MK). Die gleiche Anzahl von Predigern und Laien in Jährlichen Konferenzen wird eingeführt. 1946 bildeten EG und VBC zusammen in vielen Ländern die Evangelical United Brethren Church (EUBC). MK und EUBC vereinigten sich am 23. April 1968 in Dallas, Texas (USA), zur EmK. In Deutschland verlief – wie in einigen Ländern – die Entwicklung etwas anders: Auch die Wesleyanischen Methodisten missionierten von Großbritannien aus in Deutschland. Ihre Arbeit gaben sie 1897 an die BMK ab. 1905 ging die Arbeit der VBC an die BMK. In der EmK gibt es die Generalkonferenz für die Anliegen der weltweiten Kirche und der USA, Jurisdiktional(in den USA) und Zentralkonferenzen (außerhalb der USA) sowie über 130 Jährliche Konferenzen. Die EmK hat mit mehr als 12 Millionen die weitaus größte Gliederzahl einer methodistischen Kirche. Sie arbeitet in Afrika, Asien, Europa, Nordamerika und der Karibik.

Die großen »schwarzen« ­methodistischen Kirchen Die Afrikanische methodistisch-­ bischöfliche Kirche (AME Church) erwuchs aus einer Organisation, die Richard Allen um 1790 in Philadelphia, Pennsylvania (USA), gegründet hatte. Allen, ein ehemaliger Sklave, hatte Erfahrung als methodistischer Prediger und Mitarbeiter Bischof Asburys. Ein rassistischer Vorfall während eines Gottesdienstes in der bischöflich-methodistischen St. George’s Church in Philadelphia ließ Allen einen neuen Zweig des Methodismus beginnen. Allen und weitere Leute besorgten sich ein eigenes Kirchengebäude und gründeten eine eigene Gemeinde in Philadelphia. 1816 gründete Allen mit einigen Gemeinden afro-amerikanischer Methodisten die AME Church. Er wurde ihr erster Bischof. Die Kirchenordnung entsprach weitgehend der der Bischöflichen Methodistenkirche (BMK). Die AME Church hat etwa 3 Millionen Glieder in 39 Ländern in Nord- und Südamerika, Afrika, Asien, ­Europa und der Karibik. Die Afrikanische methodistisch-bischöfliche Zionskirche (AMEZ Church) entstand offiziell 1821 in New York ähnlich wie die AME Church. Die AMEZ Church hat etwa 1,4 Millionen Glieder in Nord- und Südamerika, Afrika, Asien, Europa und der Karibik. Die Christliche methodistisch-bischöfliche Kirche (CME Church) wurde 1870 gegründet. Nach dem Bürgerkrieg, der den Sklaven in den USA die Freiheit brachte, waren sich Schwarze und Weiße der BMK des Südens über eine Trennung einig. 1954 wurde der erste Namensteil von »Colored« (farbig) in »Christian« geändert. Die CME Church hat etwa 800.000 Glieder in Nordamerika, Afrika und der Karibik.

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Titelthema: Die methodistische Welt ::: 7

Der Methodismus ist eine weltweite Bewegung – so vielfältig wie die Menschen, aber vereint durch ein gemeinsames Ziel: das Evangelium zu den Menschen zu bringen.

Methodistische Kirchen der Heiligungsbewegung Die Wesleyanische Kirche entstand 1968, als sich die ­Wesleyan Methodist Church of America und die ebenfalls amerikanische Pilgrim Holiness Church vereinigten. ­Erstere spaltete sich 1843 im Zuge des Konflikts um die Sklavereifrage von der Bischöflichen Methodistenkirche (BMK) ab. Ihre Gründer verwarfen Sklaverei und Bischofsamt als nicht schriftgemäß. Die neue Kirche wandte sich der Heiligungsbewegung zu, die sich ab 1836 um die ­methodistischen Schwestern Sarah Lankford und Phoebe Palmer sowie anderen entwickelte. Die Bewegung strebte zurück zur Heiligungstheologie Wesleys, die sie in der BMK vernachlässigt sah und fortentwickelte. Sie erfasste schnell Gläubige auch außerhalb des Methodismus und ­außerhalb der USA. Ihr entstammte die 1897 gegründete Pilgrim Holiness Church. Nach nicht bestätigten ­Informationen hat die evangelikale Wesleyanische Kirche weltweit fast 400.000, in Deutschland etwa 1.000 Glieder. Die Kirche des Nazareners, KdN, entstand 1908 durch die Vereinigung dreier Gemeinschaften und Kirchen in den USA, die der Heiligungsbewegung angehörten. Später schlossen sich ihr weitere Kirchen an. Eigenen Angaben zufolge hat die KdN etwa 2 Millionen Glieder in über 100 Ländern, davon etwa 1.300 in Deutschland. Die Freie Methodistische Kirche, FMC, spaltete sich 1860 von der BMK ab. Die Gründer wandten sich unter anderem gegen die Sklaverei und gegen Miete von Kirchenbänken, die damals weithin üblich war. Nach eigenen Angaben hat die evangelikale FMC über 700.000 Glieder in 72 Ländern.

Methodistische Gemeinschaften außerhalb des Weltrats Die Heilsarmee (englisch: Salvation Army) wurde vom Ehepaar William und Catherine Booth gegründet. William Booth war zunächst Prediger in verschiedenen methodistischen Kirchen und Gemeinschaften Großbritanniens, bevor er 1865 die »Ostlondoner Christliche Erweckungsgesellschaft« gründete. Ihre Arbeit mit benachteiligten und an den Rand gedrängten Menschen musste straff organisiert sein und nahm deshalb mehr und mehr militärische Züge an. 1878 erhielt sie den heutigen Namen. Uniform und militärische Bezeichnungen wurden eingeführt: Soldaten (Kirchenglieder), Offiziere (Prediger) und Korps (Gemeinden). Catherine Booth setzte die volle Gleichberechtigung der Frauen in allen Ämtern und Führungspositionen durch. Die Heilsarmee verzichtet auf Taufe und Abendmahl. Sie hat nach eigenen Angaben etwa 1,1 Millionen Heilssoldaten und arbeitet in 121 Ländern. Kürzlich liefen Gespräche zwischen ihr und dem Weltrat methodistischer Kirchen. Die Verbindung der Gräfin Huntingdon, (englisch: Countess of Huntingdon Connexion, COHC) steht hier für den Teil des Methodismus, der sich weniger auf die Wesley-Brüder beruft, sondern auf George Whitefield und Gräfin Selina von Huntingdon. Diese teilten nicht die arminianische Haltung der Wesleys (Gott bietet allen Menschen seine Gnade an), sondern waren calvinistischer Auffassung (Gott bestimmt die einen zum Heil, die anderen zur Verdammnis). Die COHC arbeitet in Großbritannien und Sierra Leone. Es handelt sich um eine sehr kleine Gemeinschaft, die sich 1781 von der Kirche von England abspaltete.

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Konzeption, Recherche und Realisation: Reinhold Parrinello, Michael Stroloke und Volker Kiemle


10 ::: Titelthema: Die methodistische Welt

Spitzentreffen in Südafrika: Wo sich Methodisten treffen Die erste Woche im August ist für den weltweiten Methodismus ein wichtiges Datum: In der südafrikanischen Stadt Durban tagt der Weltrat der Methodistischen Kirchen (World Methodist Council, WMC). Die Delegierten aus der ganzen Welt werden über aktuelle Fragen der weltweiten methodistischen Bewegung diskutieren.

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er WMC verbindet 75 Millionen Menschen auf der ganzen Welt – so viele werden nach offiziellen Angaben durch den Dienst von Methodisten erreicht. Ähnlich wie andere vergleichbare Kirchenbünde – zum Beispiel der Ökumenische Rat der Kirchen oder der Lutherische Weltbund – ist der WMC keine juristische Einheit. Er kann zwar Resolutionen verabschieden – wie etwa das richtungsweisende Papier zum Verhältnis mit dem Islam –, verbindliche Beschlüsse können die Delegierten allerdings nicht fassen. Dafür ist der WMC ein wichtiges Forum für den Dialog sowohl innerhalb des Methodismus als auch mit anderen Kirchen. So gab und gibt es Gespräche mit der römisch-katholischen Kirche und mit der Heilsarmee. Mit der Heilsarmee, die ja methodistische Wurzeln hat, wurde in diesem Jahr die zweite, acht Jahre dauernde Gesprächsphase abgeschlossen. Von der EmK in Deutschland war Dr. Ulrike Schuler, Professorin an der Theologischen Hochschule in Reutlingen, beteiligt. Im Abschlussbericht stellen die Gesprächspartner fest, dass beide Kirchen nur wenig voneinander wissen. Gleichzeitig schätzt man sich sehr: So bewundern die Methodisten das enorme sozialdiakonische Engagement der Heilsarmee und die Fähigkeit zum Zeugnis. Die Heilsarmee schätzt wiederum die biblisch-theologische Qua-

lifikation und Argumentation bei den Methodisten. Die Dialoggruppe regt eine engere Zusammenarbeit der beiden Kirchen in den Bereichen Evangelisation, Ausbildung und den örtlichen Gottesdiensten an. Außerdem soll der Dialog fortgeführt werden. Dabei sollen theologische Fragen in den Blick genommen werden. Die diesjährige Tagung wartet mit einer kleinen Sensation auf: Erstmals in der WMC-Geschichte wird mit Ivan Abrahams ein Bischof von außerhalb der USA zum Generalsekretär nominiert (siehe Seite 24). Abrahams ist Bischof der Methodistischen Kirche des südlichen Afrika und vertritt rund 3 Millionen Glieder in Südafrika, Lesotho, Namibia, Swasiland, Botswana und Mosambik. Bischöfin Rosemarie Wenner begrüßt diese Nomination ausdrücklich. Abrahams stehe auch für die Regionen in der Welt, in denen die Kirche wachse. Sie erwarte von Abrahams’ Leitung zudem neue Impulse für die Arbeit des WMC. »Ich hoffe, dass der WMC sichtbarer wird – etwa angesichts der aktuellen Herausforderungen wie der Hungersnot in Somalia.« Zudem wünsche sie sich, dass der bisherige starke Fokus auf Evangelisation erweitert wird und der WMC auch stärker das sozialdiakonische Erbe des Methodismus in den Blick nimmt.  kie www.worldmethodistcouncil.org

Foto: UMNS/ Mike DuBose

Das Internatioale Kongresszentrum in Durban (links) ist Schauplatz der Tagung des Weltrats Methodistischer Kirchen. Dabei ist mit dem Südafrikaner Ivan Abrahams erstmals ein Bischof von außerhalb der USA als neuer Generalsekretär nominiert.

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::: unterwegs erlebt

Titelthema: Die methodistische Welt ::: 11 11

Die Sprachen des Glaubens entdecken »Hinaus in alle Welt« sollen wir gehen und den Menschen das Evangelium verkündigen. Allerdings ist uns die Welt manchmal fremd – vor allem, wenn die Menschen eine andere Sprache sprechen. Diese Erfahrung kann lehrreich sein, sagt Bischöfin Rosemarie Wenner: Wer sich fremd fühlt, kann Fremde besser verstehen – auch solche, denen der christliche Glaube fremd ist.

Foto: Claus Kellner / Medienwerk der EmK

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eisen bildet«, sagt man. Mein Dienst ist also ein großartiges Bildungsangebot. In der Tat lerne ich viel, weil ich unterschiedliche Regionen besuchen und dabei Menschen aus aller Herren Länder kennenlernen kann. Die Lernfortschritte lassen sich allerdings nicht immer sofort abrufen: Begegnungen mit fremden Menschen und unbekannten Kulturen sind oftmals zunächst verwirrend. Das hängt auch mit der Suche nach einer gemeinsamen Sprache zusammen. Wenn Methodisten zusammen sind, unterhält man sich meistens auf Englisch. Inzwischen kann ich mich gut mitteilen. Ich bin mir aber oft unsicher, ob ich die anderen wirklich richtig verstehe. Wer Englisch als Muttersprache hat, hat natürlicherweise einen viel größeren Wortschatz als jemand, der die Sprache lernen musste. Immer wieder muss ich ein Wort nachschlagen oder zurückfragen. Auch kulturelle Unterschiede erschweren die Verständigung. Wenn wir uns demnächst als Weltrat Methodistischer Kirchen treffen, sind Menschen dabei, für die Kopfschütteln Zustimmung bedeutet. In der Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern bekomme ich eine Ahnung davon, was es bedeutet, fremd zu sein. Unterwegs bin ich in vielerlei Hinsicht auf Gastfreundschaft und die Unterstützung anderer angewiesen. Und ich mute mich den »Einheimischen« zu, indem ich mich in Abläufe und Entscheidungsprozesse einmische. Diese Erfahrungen lehren mich manches für mein geistliches Leben. In den Evangelien sind Geschichten überliefert, in denen Jesus seine Leute losschickte: »Jesus sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und

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die Kranken zu heilen. Und er sprach zu ihnen: Ihr sollt nichts mit auf den Weg nehmen, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld; es soll auch einer nicht zwei Hemden haben«, so lesen wir zum Beispiel in Lukas 9,2–3. Es galt, offene Türen zu finden und sich die Gastfreundschaft fremder Menschen gefallen zu lassen. Man hatte Kostbares zu bringen: die Nachricht, dass Gott sich in Jesus zu uns aufmacht, um allen Menschen Heimatrecht in seinem Reich anzubieten.

Evangelium auf steinigem Weg Wenn wir heute diese Botschaft weitersagen, klingt sie für viele Menschen wie eine Fremdsprache. Wir müssen sie mühsam übersetzen und dabei zuerst genau hinhören, was unseren Mitmenschen in ihrem Leben wichtig ist, um Anknüpfungspunkte zu finden. Der manchmal steinige Weg der Verbreitung des Evangeliums lohnt sich. Wir verstehen selbst besser, was wir glauben. Und wir erfahren, dass Gott an vielen Orten am Wirken ist, bevor wir uns dahin aufmachen. Übrigens ist es auch in der vermeintlich vertrauten Umgebung hilfreich, mit Unbekanntem, Fremdem und Missverständnissen zu rechnen und deshalb sorgfältig aufeinander zu hören. Die Welten, in denen wir leben, sind nie deckungsgleich. Je mehr wir uns wissen lassen, was eine Aussage mit unserer Lebenserfahrung zu tun hat, desto besser lernen wir uns kennen. Wer in diesen Sommerwochen Gelegenheit hat, unterwegs zu sein, lernt hoffentlich manches für den Alltag. Und wer den Sommer in der vertrauten Umgebung verbringt, hat vielleicht die Gelegenheit, Gott in längst Vertrautem neu zu erleben. 


12 ::: Titelthema: Die methodistische Welt

Mission erweitert den Horizont der Kirche Mission ist schon lange keine Einbahnstraße mehr. Vielmehr können wir von den Erfahrungen anderer Kirchen in allen Teilen der Erde viel für unsere Situation lernen, sagt Frank Aichele. Im Gespräch mit Volker Kiemle erklärt der Leiter der EmK-Weltmission, wie das gelingen kann. Herr Aichele, was bedeutet Mission für Sie? Frank Aichele: Mission ist Teilen und Weitergeben des Evangeliums. Weltmission ist, wenn wir das über unsere Grenzen hinaus tun und mit anderen Ländern und anderen Kirchen unsere Erfahrungen und Möglichkeiten austauschen. Dazu gehört auch, die Ressourcen zu teilen.

lich bei uns auch – man kann niemand missionieren, der nicht das Nötigste zum Leben hat. Zusätzlich bieten unsere Partner auch das Evangelium als umfassende, spirituelle Hilfe für Menschen an..

Information

Welche Bedeutung hat die EmK-Weltmission innerhalb der EmK in Deutschland? Frank Aichele: Wir sind eine Art Dienstleister, der im Auftrag und vor allem zusammen mit den Menschen in unserer Kirche versucht, Weltmission zu tun. Und das ist eine Aufgabe aller – wir sind schon seit Wesley eine Kirche, die die ganze Welt als ihr Aufgabengebiet gesehen hat und sieht. Aber natürlich ist die Weltmission nicht die einzige Aufgabe unserer Kirche. Wir haben aber die große Chance, von den Erfahrungen der Partnerkirchen und Partnerländer noch stärker für unsere Situation zu lernen. Unsere EmK wächst ja nicht, manche unserer Partnerkirchen wachsen stark.

Was hat Sie bewogen, diese Aufgabe zu übernehmen? Frank Aichele: Ich war schon als Jugendlicher von fernen Ländern fasziniert. Natürlich hat die Zeit in EmK-Weltmission ist ja kein reiner VerkündigungsEngland – wir waren dort acht Jahre als Missionare – dienst. Welche Aspekte gehören für Sie zur Mission? dazu beigetragen, den Blick für die Mission zu erweiFrank Aichele: Wir senden tern. Dort haben wir uns rekaum noch Mitarbeiter in den gelmäßig mit anderen Missireinen Verkündigungsdienst – onspartnern aus aller Herren Wir sind schon seit John Wesley dafür sind wir einfach aus Länder getroffen. Ich habe eine Kirche, die die ganze sprachlichen, kulturellen und schon großes Interesse an dieWelt als ihr Aufgabengebiet anderen Gründen nicht in der ser Arbeit. Aber mir war gesehen hat und sieht. besten Position. Aber wir helfen schon auch wichtig, dass die Anfrage von meiner Kirche den örtlichen Kirchen, missiokam und man mir diese Aufnarisch tätig zu sein. Das gegabe zutraut. Das Berufungsprinzip finde ich hier sehr schieht durch Finanzhilfen, aber auch durch Leute, die ausbilden oder beim Organisieren helwichtig. fen. Das funktioniert gut. War das die richtige Zeit? Was unterscheidet dabei Mission von kirchlicher EntFrank Aichele: Ja, wir kamen aus England zurück und wicklungszusammenarbeit? es stand ohnehin ein Wechsel an. Ich sehe auch das als Frank Aichele: Entwicklungszusammenarbeit ist stärGottes Führung an, dass mein Vorgänger Thomas ker darauf gerichtet, den Menschen Hilfe zum Leben Kemper genau da zum Chef der weltweiten EmKoder gar zum Überleben zu bieten. Das passiert natür- Weltmission gewählt wurde.

n Die EmK-Weltmission unterstützt derzeit in zwölf Ländern weltweit die Arbeit ihrer Partnerkirchen in mehr als 80 Projekten durch Geld und personelle Zusammenarbeit. Dabei versteht sich die Weltmission nicht als den für Weltmission und internationale Zusammenarbeit zuständigen Arbeitszweig der EmK in Deutschland. n Seit September 2010 leitet Frank Aichele als Missions­ sekretär die EmK-Weltmission. Der 47-Jährige war Pastor in Heilbronn und Bietigheim-Bissingen sowie in Woodbridge in Großbritannien. Als Missionspartner der britischen Methodistenkirche ist er dort zuständig für drei Gemeinden und arbeitete auch im World Church Office, der Missionsbehörde der britischen Methodisten, mit.

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Titelthema: Die methodistische Welt ::: 13

Die Frage, was wir von den Partnerkirchen lernen können, liegt mir sehr am Herzen. Wir haben ja mit dem Evangelisationswerk noch ein weiteres Missionswerk in der EmK ... Frank Aichele: Natürlich, und die Zusammenarbeit mit dem Evangelisationswerk möchte ich verstärken. Wir haben ein Ziel. Was würde der deutschen EmK ohne die Weltmission fehlen? Frank Aichele: Wir würden sehr isoliert und noch mehr auf uns selbst bezogen leben! Uns würde der weitere Horizont, die weltweite Dimension, fehlen. Und wir würden einen guten Teil unseres Auftrags verleugnen. Im Evangelium ist nirgendwo die Rede davon, dass wir uns nur um die Menschen in unserer direkten Umgebung kümmern sollen. Ohnehin können wir uns in einer globalisierten Welt, in der wir reich und viele andere arm sind, nicht aus der Verantwortung stehlen. Die Weltmission ist in den Gemeinden verankert. Teilen die Menschen Ihr Verständnis von Mission? Frank Aichele: Den meisten ist sehr wohl bewusst, dass Weltmission sehr viel mehr ist als reine Verkündigung. Aber ich werde immer mal wieder gefragt, ob wir nicht mal wieder einen »richtigen Evangelisten« in die Mission schicken können. Da sage ich ganz deutlich, dass wir das nicht tun. Stattdessen finanzieren wir Evangelisten aus diesen Ländern, die einen viel besseren Zugang zu den Einheimischen haben, als wir das je haben können. Nicht zuletzt kostet ein deutscher Missionar ein Vielfaches von dem, was ein einheimischer kostet. Darum: Wir fördern Evangelisation, aber wir senden keine Evangelisten aus.

Foto: Volker Kiemle / Medienwerk der EmK

Was möchten Sie in der Arbeit der Weltmission verändern? Frank Aichele: Mein Vorgänger Thomas Kemper hat eine sehr gute Arbeit geleistet, und die versuchen wir kontinuierlich weiter zu entwickeln. Verstärken will ich den Kontakt zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um unsere Arbeit bei ihnen stärker zu verankern. Natürlich verändern sich auch die Schwerpunkte in den Partnerländern. Es gibt inzwischen einige Migrantengemeinden in Deutschland, deren Glieder auch aus Ländern kommen, in denen die Weltmission aktiv ist. Welche Zusammenarbeit gibt es mit diesen Gemeinden? Frank Aichele: Die soll gestärkt werden. Der »Internationale Rat«, in dem die Migrantengemeinden zusammenarbeiten, soll an die Weltmission angebunden werden. Wie das genau laufen soll, muss noch geklärt werden. Da tut sich aber jetzt schon einiges – so sind etwa Pastoren aus den Migrantengemeinden bei Mis-

unterwegs 16/2011 ::: 31. Juli 2011

»Wir fördern Evangelisation – aber wir senden keine Evangelisten aus.« Frank Aichele

sionstagen als Referenten dabei. Zudem lässt sich der Austausch mit den Heimatländern verstärken. Wir müssen auch schauen, was wir von den Migrantengemeinden für unsere Gemeinden lernen können. Religionsfreiheit ist derzeit ein großes Thema. Wird sich die Weltmission auch da engagieren? Frank Aichele: Wenn von Religionsfreiheit die Rede ist, steht ja vor allem die arabische Welt im Fokus. Dabei wird leicht übersehen, dass es viele Länder gibt, in denen Christen, Muslime und andere Religionen friedlich zusammenleben. In unseren Partnerländern ist die Frage der Religionsfreiheit kein Thema. In Sierra Leone etwa, das zu 50 Prozent muslimisch ist, gibt es so gut wie keine religiösen Spannungen. Dort gibt es aber auch kaum verschleierte Frauen – der Islam ist wesentlich offener. Wie hat sich Ihr Glaube in der Begegnung mit anderen Glaubenskulturen verändert? Frank Aichele: Aus einem eher eng-pietistisch geprägten ist ein viel offener Mensch geworden. Die Begegnung mit anderen Christen hat dabei mein Vertrauen in Gott gestärkt.


16 ::: unterwegs info

Überraschendes für die Seele E

Foto: Privat

Wo einst die Post war, hat jetzt die Dußlinger EmK ihr Gemeindezentrum. Da lag es nahe, eine »Hörpost« einzurichten.

ine »Hörpost« gibt es ab sofort im neuen Gemeindezentrum der Evangelisch-methodistischen Kirche in Dußlingen (Baden-Württemberg). In einer Telefonzelle, die in das Gebäude integriert ist, können Besucherinnen und Besucher einen kurzen Gedanken oder eine kleine Geschichte hören, wie Christen ihren Glauben und Gott im Alltag erleben. Pastor Matthias Wölfe wünscht sich, dass die Hörpost »für viele zu einem Raum wird, der ihnen wertvolle Impulse mitten im Alltag bietet; ob auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder

vor dem Einkaufen, Impulse, die Gott ins Spiel bringen«. Dazu muss man den Hörer in der Telefonzelle abnehmen, eine Ziffer zwischen 1 und 9 drücken – und kann dann zuhören. Die kurzen Andachten von einer bis eineinhalb Minuten kommen von der Hörfunkagentur der EmK, von radio m. Ihr Redaktionsleiter, der Dußlinger Gerrit Mathis, hofft, »dass die Hörer merken: Der Glaube an Gott und der Alltag passen zusammen«. Die Kurzgedanken aus dem Radio werden in regelmäßigen Abständen ausgetauscht, so dass sich ein Hörpost-Besuch immer wieder lohnt. Die Hörpost ist täglich bis 22 Uhr geöffnet.  red www.atlas.emk.de/emk_dusslingen.html

Grünhain: 20 Jahre Sozialstation Seit 20 Jahren hilft die Sozialstation »Spiegelwald« Menschen in Grünhain, Beierfeld und Bernsbach (Sachsen). Jetzt wurde das Jubiläum mit zahlreichen Gästen gefeiert. Zu den Trägern der Sozialstation gehören auch die örtlichen Gemeinden der Evangelisch-­ methodistischen Kirche.

D

ie Kirchliche Sozialstation wird getragen von den evangelisch- lutherischen und den evangelisch-methodistischen Kirchgemeinden der Orte Grünhain, Beierfeld und Bernsbach. Zahlreiche Gäste feierten das Jubiläum in den Räumen der Grünhainer EmKKirchgemeinde. Der Vorstandsvorsitzende Udo Seifert betonte in seiner Ansprache, dass die Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen in erster Linie eine Herzenssache sei. Die pflegerische Betreuung durch die

Mitarbeiter der Sozialstation zeichne sich dadurch aus, dass sich hohe Fachkompetenz mit Nächstenliebe verbinde. Viele Mitarbeiter sind schon lange dabei – und das trotz des gestiegenen Arbeitsdrucks. Pfarrer Thomas Lißke stellte in einer Chronik die Geschichte der Kirchlichen Sozialstation »Spiegelwald« e. V. dar. Es wurde deutlich, dass das Unternehmen stetig gewachsen ist, neue Ideen verwirklicht wurden und sich die Sozialstation im Pflegesektor der Region etabliert hat.

Neue Ideen verwirklichen Als jüngstes Projekt wurde 2010 eine Tagespflege für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz eingerichtet. Insbesondere für pflegende Angehörige stellt es eine Entlastung dar, wenn sie pflegebedürftige Angehörige für einige Stunden

bestens betreut wissen. Wünschenswert wäre es, wenn sich einige Glieder aus unseren Gemeinden bereit erklären würden, einen ehrenamtlichen Beitrag im Rahmen dieses Dienstes zu leisten. Die Nachfrage nach Pflegefachkräften steigt und so wird in der Kirchlichen Sozialstation demnächst erstmalig eine junge Frau zur Altenpflegerin ausgebildet. Die Sozialstation leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, alten und pflegebedürftigen Menschen einen würdevollen Lebensabend in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter praktizieren diakonische Arbeit – und diese ist gelebter Glaube, deutlich werdend im Dienst am und für den Nächsten.  Ullrich Thiele www.emkgruenhain.de

unterwegs 15/2011 ::: 17. Juli 2011


unterwegs info ::: 17

persönlich Au f geno mmen Bockau ::: am 10. Juli Colette Neubert (45), Ulf Neubert (46), Mario Weiß (37), Ute Weiß (37). Burgstall ::: am 10. Juli Heike Stumpf (46), Michael Stumpf (45). Genthin ::: am 12. Juni Sabine Schlüter (47). Henstedt-Ulzburg ::: am 3. Juli Katharina Küster (27), Jan Küster (29). München Erlöserkirche ::: am 17. Juli Lars Lünebach (17). Nürnberg-JesusCentrum ::: am 3. Juli Konstantin Maschke (18), Marion Maschke (46), Kornelius Maschke (53), Jutta Kristofsky (47) und Stefan Boelcke (53), am 10. Juli Carola Kaiser (38), Sandra Brockmeier (43), Peter Brockmeier (43), Ann-Marie Brockmeier (14), Alexander Moldan (39), Claudia Künstler (44), Horst Ulhaas (72), ­Gerlinde Hildenbrand (56), Wolfgang Hildenbrand (62). Oberfranken ::: am 10. Juli Horst Krzeminski (51), Petra Krzeminski (41), Daniela ­Brendel (42), Franz Gschmeißner (48), Kathrin Jankowski (31), Michaela Vetter (25).

W ir g r atu l ie r en Abstatt-Happenbach ::: Wilma und Hermann Klotz zur goldenen Hochzeit. Affalter ::: Anneliese und ­Willfried Weidlich zur goldenen Hochzeit.

S emina r e Kursreihe Mitarbeit in der Seelsorge ::: Einführungsseminar 7. bis 9. Oktober; Wuppertal; Leitung: Sabine Jäger-­ Mathern und Jörg Mathern. ­Informationen und Anmeldung: Telefon 0711 8600690; E-Mail: bildungswerk@emk.de Laien in der Verkündigung ::: Zweijähriger Fernkurs für Laienprediger und Laienpredigerinnen; Kursbeginn 15. Oktober, Neuenbürg; Leitung: Hartmut Hilke und Martin Jäger; Infor-

Albernau ::: Hannchen und Eberhardt Sack zur diamantenen Hochzeit; Anneliese und Klaus Vogel zur goldenen Hochzeit. Asperg::: Ilse und Rajendra Maitra zur goldenen Hochzeit. Aue ::: Sabine und Christof ­Unger zur goldenen Hochzeit; Susanna und Karl Unger zur ­diamantenen Hochzeit; Helga und Johannes König zur goldenen Hochzeit. Baiersbronn/Besenfeld ::: Brunhilde und Alfred Finkbeiner zur goldenen Hochzeit. Bockau ::: Sieglinde und Rainer Schmidt zur goldenen Hochzeit; Iris und Rainer Gläser zur goldenen Hochzeit; Asta und ­Sieghard Bauer zur goldenen Hochzeit; Regina und Albrecht Scholz zur goldenen Hochzeit. Brackenheim ::: Ursula und Ernst Buyer zur goldenen Hochzeit. Geyer ::: Martha Langer zum 100. Geburtstag. Hannover ::: Christa und Benno Bertram zur goldenen Hochzeit; Helga und Karl-Heinz Kaczmarek zur diamantenen Hochzeit. Lauter ::: Maria und Jürgen ­Göckeritz zur goldenen Hochzeit. Niefern-Öschelbronn ::: Erna Pfeiffer zum 100. Geburtstag. Pfullingen ::: Hildegard und Dieter Heilmann zur goldenen Hochzeit. Rutesheim ::: Gertraud und ­Roland Dietz zur goldenen Hochzeit.

Simmern im Hunsrück ::: Ilse und Heinz Adams zur goldenen Hochzeit. Stuttgart-Mitte ::: Lore und Gerhard Schlötterer zur diamantenen Hochzeit. Werdau ::: Christine und Kurt Dubitzky zur goldenen Hochzeit.

mationen: Telefon 07082 2207; E-Mail: hartmut.hilke@emk.de

Radio AREF – sonnund feiertags von 10-12 Uhr. www.aref.de und UKW 92,9 MHz (Großraum Nürnberg)

Rund fu nk radio m bei Klassik Radio (bundesweit) Andachten »Carpe diem«: 8. bis 13.8., kurz nach 6 Uhr: mit Anja Kieser; Sonntagsmagazin »Klassik und ­Kirche«: sonntags, 7–8 Uhr: mit Anja Kieser.

Heimgeg angen Beilstein ::: Wolfgang Schulz am 18. Juni, 69 Jahre. Bockau/Albernau ::: Frieda Freundel am 9. Juli, 89 Jahre; Martha Reinhold am 14. Juli, 92 Jahre. Esslingen ::: Erich Lauinger am 18. Juni, 90 Jahre. Eutingen ::: Margarete Wittum am 24. Juni, 91 Jahre. Heidelberg ::: Ruth Seufert geborene Schlenker am 29. Juni, 87 Jahre. Heimsheim ::: Lydia Haas am 2. Juli, 91 Jahre. Hockenheim ::: Elfriede Lechner geborene Schreiter am 25. Juni, 90 Jahre. Laichingen ::: Maria ­Schwenkglenks am 28. Juni, 74 Jahre. Leonberg ::: Klaus Peppel am 5. Juli, 76 Jahre. Naila ::: Gerda Herpich am 1. Juli, 91 Jahre; Hannchen Rank am 5. Juli, 89 Jahre. Raschau ::: Dora Schmidt geborene Schneider am 5. Juli, 94 Jahre. Stützengrün ::: Ludwig Dorn am 8. Juli, 70 Jahre.

ERF 2.8., 20 Uhr, Inspiriert, Vergebung, Bitterkeit überwinden, mit Kurt Scherer. 9.8., 6.20 Uhr, Wort zum Tag, mit Joachim Schard. 10.8., 6.20 Uhr, Wort zum Tag, mit Joachim Schard. 15.8., 6.20 Uhr, Wort zum Tag, mit Harald Stein.

Witzschdorf ::: Sonja Härtel am 4. Juli, 58 Jahre.

N ACHRUF Am 7. Juli wurde Pastor Wolfgang ­Olfermann im Alter von 79 Jahren heimgerufen. Geboren in Hannover schien sein beruflicher Werdegang als Techniker vorgezeichnet. Doch Gott rief ihn ins Predigtamt. Er wurde 1959 ordiniert. Die Dienstzuweisungen führten ihn nach Lübeck, Essen, Hamburg-Harburg und Wilhelmsburg. Von 1974 bis 1982 war er Superintendent des Essener Distrikts. 1960 heiratete er Dorette, geborene Hoffmann. Drei Kinder wurden den Eheleuten geschenkt. Der frühe Tod von Tochter Annette 1993 war eine große Belastung für die ganze Familie. Olfermann verstand es, Menschen außerhalb der Kirche für das Evangelium zu interessieren. Im Ruhestand begann er in Lübeck-St. Jürgen einen umfangreichen Dienst mit dem Offenen Treff der Seniorenarbeit. 2010 feierten Dorette und Wolfgang Olfermann in großer Dankbarkeit die goldene Hochzeit. Gerne hätte Wolfgang Olfermann bei der Jährlichen Konferenz in Krelingen sein 60. Dienstjubiläum gefeiert. Doch die Kräfte reichten nicht mehr. Die Gewissheit seines Lebens und Glaubens drückt sich in den Worten des Apostels Paulus aus: »Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn« (Römer 14,7f.). Diese Gewissheit tröstete uns, als wir am 18. Juli von Wolfgang Olfermann Abschied nahmen. Wir danken Gott für sein Leben.  Christel Grüneke

wo wann was ERF 1 (Fernsehen) 2.8., 20 Uhr, Inspiriert, Vergebung, Bitterkeit überwinden, mit Kurt Scherer. BR2 Radio 7.8., 6.30 Uhr, POSITIONEN, mit Reiner Kanzleiter.


22 ::: Rätsel

Ihr werdet leben!

Auflösung des Rätsels aus dem letzten Heft 15/2011

Kennzeichen eines Methodisten Warum Methodisten schlicht und einfach Christen sind Nach dem englischen Original von 1742 neu übersetzt und bearbeitet von Manfred Marquardt Hrsg. vom Medienwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche Best.-Nr.: 299.311 • 5,90 €; ab 10 Exemplaren 4,90 €/Stück; ab 50 Exemplaren 3,90 €/Stück .

Man merkt dieser Schrift ihr Alter von fast 270 Jahren nicht an. Die Erläuterungen sind immer noch hochaktuell und treffen in dieser neuen Übersetzung auch heute den Ton – ermutigend und herausfordernd. Und wenn Wesley schlussfolgert, dass wir Methodisten uns „von wahren Christen – welcher Denomination sie auch angehören – durchaus nicht unterscheiden“ kann das nach dem Lesen dieser kleinen Schrift nur bestätigt werden. Wenn sich die Methodisten den Inhalt dieses kleinen Büchleins zu Herzen nehmen und ihre Hand zur Gemeinschaft ­ausstrecken, sind sie tatsächlich „schlicht und einfach Christen“, die aber einen großen Auftrag leben. Das zieht Kreise – garantiert. Die außerordentlich schön gestaltete Neufassung ist anregend zu lesen. Sie gehört ins Bücherregal eines jeden Methodisten, ist ein nettes ökumenisches Geschenk und gut geeignet zur ­Weitergabe, wenn wieder einmal gefragt werden sollte „Was sind Methodisten eigentlich?“

Seit jeher sind Methodisten damit konfrontiert, ihren Namen zu erklären und sich des Sekten­vorwurfs zu erwehren. John Wesley hat in dieser kleinen Schrift eine noch heute aktuelle Hilfestellung gegeben.


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unterwegs Herausgegeben von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Zeitschriftenredaktion im Medienwerk der EmK: Redaktionsleiter Volker Kiemle Stellvertretender Redaktionsleiter Michael Putzke Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Telefon 069 242521-150 Telefax 069 242521-159 E-Mail: unterwegs@emk.de Vertrieb • Anzeigen- und Abonnementsverwaltung: Blessings 4 you GmbH Postfach 31 11 41 · 70471 Stuttgart Telefon 0711 83000-51 Telefax -50 Anzeigendisposition: E-Mail: anzeigen@blessings4you.de Es gilt der Anzeigentarif 2011. Bezugspreise: Bei Bezug über die EmK-Gemeinde: im Quartal € 13,75. Bei Direktlieferung durch die Post: jährlich € 55,– + Versandkosten. Direkt gelieferte Abonnements verlängern sich jeweils um ein Jahr, wenn bis zum 30. September keine schriftliche Kündigung vorliegt. DTP-Produktion: Grafisches Atelier Arnold, 72581 Dettingen an der Erms Herstellung: frechdruck GmbH, 70499 Stuttgart Beilagen in dieser Ausgabe: EmK-Weltmission

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en Der Top-T us Kinohit a den USA Dieser ergreifende Roman beruht auf einer wahren Begebenheit. Er zeichnet ein lebendiges Bild von der Kraft kindlichen Glaubens. Tausende hat die Geschichte von Tyler und seinen Briefen an Gott inspiriert und so deren eigenes Glaubensleben enorm bereichert.


24 ::: Portrait

Eine historische Wahl Es ist eine historische Wahl: Ivan Abrahams soll Anfang August zum Generalsekretär des Weltrats methodistischer Kirchen gewählt werden. Der Bischof der Methodistischen Kirche des südlichen Afrika wird damit als erster Nicht-Amerikaner in dieser Funktion George Freeman nachfolgen, der in den Ruhestand tritt.

Foto: UMNS/ Mike DuBose

B

ischof Ivan Abrahams weiß, was es bedeutet, ein verwehrt ist«, betont der Bischof. Dabei müssten sich Bürger zweiter Klasse zu sein: 1956 wurde er in Methodisten nicht zurückhalten. »Wir haben eine lauSüdafrika in das System der Apartheid, also der tere Stimme, als wir denken«, sagt er. »Aber unsere strengen Trennung zwischen Schwarzen und Weißen, Äußerungen müssen in unserem Glauben, in der Bibel hineingeboren. Er war sieben Jahre alt, als seine Fami- gegründet sein.« lie gezwungen wurde, aus einem Stadtteil Kapstadts Abrahams sieht sich der ganzen methodistischen wegzuziehen, weil der plötzlich den Familie zu Dank verpflichtet für Weißen vorbehalten werden sollte. ihr weltweites Eintreten für das Wenn wir nicht weltweit Ende der Apartheid in Südafrika. Er wurde von den Behörden als Und er ist begeistert von der Idee, »farbige« Person eingestuft – festfür eine Veränderung solch ein gemeinsames Vorgehen gelegt auf ein Klischee und eingeeintreten, wird es nicht schränkt in den Entfaltungsmögkönne noch einmal wirken. Das funktionieren. lichkeiten. Solche frühen Erfahrunkönne ein Vorbild sein für die gen brachten ihn dazu, sich für Geheutigen Herausforderungen. rechtigkeit einzusetzen. »Das »Wenn wir nicht weltweit für eine schwarze und weiße Blut, das in meinen Adern fließt, Veränderung eintreten, wird es nicht funktionieren.« Abrahams wird der erste Nicht-Amerikaner an der hat mich zum Versöhner gemacht«, sagt er. Und das ist für ihn keine Theorie: Als Abrahams Spitze des Weltrats methodistischer Kirchen (WMC) 2003 zum Vorsitzenden Bischof der Methodistischen sein. Als neuer Generalsekretär will er die AufmerkKirche des südlichen Afrika gewählt wurde, richtete er samkeit auf wichtige Herausforderungen lenken – wie umgehend ein Programm für Sozialarbeit ein. Es sollte etwa Migration und ihre Wirkung auf nationale KirGewalt und Missbrauch an Kindern verhindern, den chen und Ortsgemeinden. Mehr Beachtung verdiene Umgang mit der Aids-Epidemie wirkungsvoller steu- auch der ökumenische und interreligiöse Dialog. ern und Maßnahmen gegen die sozialen und wirtIvan Abrahams und seine Frau Esmë, die drei erschaftlichen Ungleichheiten ins Leben rufen. wachsene Kinder haben, leben derzeit in Johannesburg. Voraussichtlich im Herbst wird er seine Position Angetrieben vom methodistischen Erbe in Südafrika aufgeben und nach Lake Junaluska, Außerdem treibt ihn seine religiöse Identität an. »Jeder North Carolina (USA), umziehen, um dort seine AufMethodist ist dazu berufen, ein Mittler von Verände- gaben als Generalsekretär wahrzunehmen. UMNS / Übersetzung: Reinhold Parrinello rung zu sein und für diejenigen zu sprechen, denen das

unterwegs 16/2011  

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