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PORTRAIT Johnny Depp ist einer der größten Filmstars aller Zeiten und das mit gutem Grund: Der Mann ist einfach unverwechselbar Als in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre dieser zarte Nachwuchsschauspieler mit dem weichen Mund und dem etwas blässlichen Teint auftauchte, der zu allem Überfluss auch noch Depp hieß – da gab es vor allem hierzulande viel hämisches Gelächter. Nur wenige Jahre später war auch dem Letzten klar, was für eine Schauspielerpersönlichkeit Johnny Depp wirklich ist. Seine Augen können in tiefster Melancholie ertrinken, sie können aber auch in unbarmherziger Kälte funkeln oder ganz einfach fröhlich zwinkern. Depp verfügt über eine immens variantenreiche Körpersprache und er kann sich in historischen Kostümen bewegen, als ob er dafür geboren wäre. Die skurrilen, exaltierten Rollen gerade in den Filmen von Tim Burton haben ihn weltberühmt gemacht. Aber Johnny Depp beherrscht auch die wohl schwierigste Disziplin eines jeden Filmstars, wenn er sich bis zur Selbstaufgabe einer Rolle unterordnet. Solche Herausforderungen bedingen dann nicht nur Klasse, sondern auch Größe. Eben echte Transcendence. ’ UMI

Dr. Caster (Johnny Depp) rührt die Werbetrommel für sein revolutionäres KI-Projekt

als Kameramann für Inception mit dem Oscar ausgezeichnet, ist nicht nur erstklassiges Blockbuster-Kino voller Suspense und Dramatik, sondern vor allem auch ein visuell beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Pfister, der bereits für die bahnbrechende Optik von Christopher Nolans Batman-Trilogie verantwortlich war, vereint opulente Bilder mit spektakulären Spezialeffekten und einer spannenden Geschichte. Mit einem beeindruckenden Aufgebot an Hollywoods Elite-Darstellern, von Superstar Johnny Depp über Morgan Freeman (Oblivion), Paul Bettany (The Da Vinci Code) und Rebecca Hall (Iron Man 3), entfesselt er so eine erschreckende

Zukunftsvision. Denn der körperlose Dr. Caster nutzt das Wissen und die gesamte Rechenkraft im World Wide Web, um seine Vorstellungen von der menschlichen Evolution voranzutreiben, und wird dabei immer unberechenbarer. Was, wenn die Zukunft der Menschheit gar nicht menschlich wäre? Das erscheint nur auf den ersten Blick wie ferne Utopie. Denn nicht nur die Spionage-Tätigkeit der britischen und der US-Geheimdienste überschreitet zuweilen moralische Grenzen, auch in den Labors der Netz-Giganten wie Microsoft oder Google wird schon lange an neuronalen Netzwerken und künstlicher Intelligenz gearbeitet.  ’ ULW