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eco.nova

Ausgabe Nr. 1 / Februar 2012, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

Das Wirtschaftsmagazin

www.facebook.com/econova.at


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E M Y R R A -

eco.edit

Leben im Konjunktiv

Chefredakteurin Mag. Ulrike Delacher delacher@econova.at

Wir kĂśnnen mittels der Verben (= Tun[!]wĂśrter) drei Modi in der deutschen Sprache ausdrĂźcken: den Indikativ, den Imperativ und – den Konjunktiv. Von Letzterem sind die Medien derzeit voll: hätti, wari, tati. Hätte die Opposition der Aufnahme der Schuldenbremse in die Verfassung zugestimmt, wäre Ă–sterreichs KreditwĂźrdigkeit nicht herabgestuft worden. Der Landeshauptmann kĂśnnte sich einen Partner bei der Tiroler Landesbank Hypo vorstellen. Sein Finanzchef Landesrat Switak nicht. „Das Familiensilber zu verkaufen, wäre dumm“, meint er in unserem Exklusivinterview. Und setzt noch einen spannenden Konjunktiv drauf: „Die Hypo hätte ohne Italien-Misere heuer sogar einen Ăœberschuss von 30 Mio. Euro produzieren kĂśnnen.“ Aus Sicht von Obmann Gerald Hauser hätten die Ex-Vorstände der Hypo die Verpflichtung, dem Finanzkontrollausschuss Rede und Antwort zu stehen. Aber diese lieĂ&#x;en mittels Brief ausrichten, sie seien nicht von der Verschwiegenheitspflicht entbunden worden. Mehr dazu im aktuellen Wirtschafts- und Finanzteil. Meine Herren: Tun, nicht reden. Wir leben nicht in der MĂśglichkeitsform, auch wenn sie zum Träumen einlädt! Dem eco.nova-Team ist der Indikativ lieber – die Darstellungsform der Wirklichkeit. Genau recherchiert ist unter anderem das Thema Marke und ihre Macht – lesen Sie Ăźber bekannte Tiroler Marken und ihre Erfolgsgeheimnisse. Mit dabei ist auch ein Leitfaden fĂźr jene, die noch keine Marke aus ihrem Unternehmen/Produkt/Dienstleistung gemacht haben. Denn: Wir kaufen heute nicht mehr Produkte, sondern Marken. Das Ideal ist wertvoller geworden als das Produkt selbst – klingt fast wieder nach einem Leben in einer anderen MĂśglichkeitsform ... Eine kleine, aber feine Tiroler Marke hat sich in Ă–tztal-Bahnhof angesiedelt: Unser aktuelles Firmenporträt ist der Firma Astri Moden gewidmet, einem Familienbetrieb, der seit 1952 hochqualitative Sport- und später auch Jagdbekleidung herstellt. Täglich werden dort z.B. bis zu 45 Hosen gefertigt – zu 90 % in Handarbeit. Eine andere Realität stellt die Gleichheit der Menschen dar – zwar vor Gesetz, meint unser Redakteur, aber nicht am Arbeitsplatz. Bei der Verleihung des Meritus-Award, einer Auszeichnung fĂźr Firmen, die sich im Rahmen ihres Diversity-Managements bewusst um homosexuelle Mitarbeiter kĂźmmern, glänzte Tirol abermals durch Abwesenheit. Warum eigentlich, haben wir uns gefragt. Antworten dazu finden Sie ab Seite 24.

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Wir schlieĂ&#x;en ab mit einem Imperativ: Anleger sind 2012 mit Faktoren wie Schuldenkrise, Kreditklemme, Fortsetzung des Bondcrashes, Konjunkturabschwung und geopolitischen Risiken konfrontiert. Unser Finanzexperte: Seien Sie besonders vorsichtig! Und ein ganz persĂśnlicher Imperativ: Informieren Sie sich auch 2012 Ăźber die Wirtschaft in Tirol – und bleiben Sie uns treu.

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Ihre eco.nova-Chefredaktion

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seite 10: erfolgreiche markenunternehmen

seite 56: lust auf zukunft?

seite 74: krisenfall hypo

eco.inhalt eco.titel

040 pionier der gemeinwohl-Ăśkonomie. Sonnentor und

010 die macht der marke. Was ist eine Marke und

044 steuer.berater 052 recht.aktuell

was macht eine starke Marke aus? Wie viel ist eine Marke wert? Und was war zuerst: die Marke oder das Produkt? Fragen ßber Fragen. Hier gibt’s die Antworten.

eco.wirtschaft 018 landesrat christian switak im interview. Der Haushalt des Landes und seine Probleme. 024 vielfalt statt einfalt. Diversity-Management und Homosexualität als Wirtschaftsfaktor. 032 von knickerbockern zur hightech-hose. Astri: Sportswear und Jagdbekleidung auf Tirolerisch. 036 die trendsetter. Unkonventionelle Methoden fßr unkonventionelle LÜsungen: die comm.ag im Porträt.

eine besondere Form der Markt wirtschaft.

eco.zukunft 056 lebenswelten 2020. Was uns in Zukunft erwartet ... 064 vorsprung durch know-how. Wie sich Innovationen ohne eigene Forschungsabteilung entwickeln lassen.

eco.geld 074 (k)eine schĂśne bescherung. Der Krisenfall Hypo Tirol Bank.

078 marktausblick 2012 & der zerfall des euro.

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Schlimmer geht’s (n)immer.

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Aus Leidenschaft

seite 98: wachablöse am landestheater

seite 112: autotest: mercedes c 200 cdi

eco.gesundheit 088 initiative anti-burn-out. Wenn Arbeit Spaß macht. 093 e-medikation. Was ist uns eine Verbesserung der Medikationssicherheit wert?

eco.art 098 neue landestheater-intendanz. Johannes Reitmeier im Interview über konservative Tendenzen und Theater als Herzensbildung.

101 schaufenster der kunst. Die Galerie Thoman in Wien. 102 die kunst des ausstellens. Die ART Innsbruck geht in die 16. Runde.

eco.mobil 106 auto-tuning. Mehr Dampf, weniger Saft. 108 im test: hyundai veloster / audi a6 / mercedes c-klasse

eco.life 118 die schule des guten geschmacks. Das Innsbrucker Sitzwohl bekam sein erstes eigenes Kochbuch.

120 architektur des lebensraums. bulthaup ist mehr als eine Küche. bulthaup ist Lifestyle – ab sofort auch in Innsbruck.

% %$ 52 1 ( 6 6 ( Impressum Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, E-Mail: redaktion@econova.at, www.econova.at • Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin • Assistenz: Marina Kremser, Ruth Loreck • Chefredaktion: Mag. Ulrike Delacher, MSc Redaktion: eco.wirtschaft: MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Bruno König, Stefan Becker, Renate Linser-Sachers, Doris Penna, MMag. Paul Salchner, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Uwe Schwinghammer • eco.zukunft: Dr. Barbara Hoffmann • eco.geld: Dr. Michael Posselt, Michael Kordovsky • eco.kultur: Julia Sparber • eco.mobil: Bruno König • steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian • recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg • eco.gesundheit: Mag. Ulrike Delacher, MSc • eco.life: Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Christoph Loreck, Bruno König, Mag. Sandra Nardin, Martin Weissenbrunner • Fotoredaktion: Florian Schneider, Julia Türtscher • Titelseite: stadthaus 38 • Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben) • Druck: a-print, Klagenfurt Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.

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eco.mmentar

Luther muss her! Martin Luther hat bekanntlich vor 500 Jahren die Bibel durch die Übersetzung ins Deutsche den Normalsterblichen zugänglich gemacht – und damit das Monopol der Kirche über die bis dorthin nur auf Latein verfügbare Heilige Schrift beendet. Für den Kontakt der Bürger mit dem Staat bräuchte es heute einen ähnlichen Kraftakt: Politiker reden in unverständlichen Wortblasen, Gesetze sind ohne Jusstudium nicht zugänglich, der Beamtenapparat produziert Bescheide, die kein Mensch versteht.

Alles beginnt bei den so genannten „Volksvertretern“, die oft genug fernab des Volkes agieren: Viele von ihnen reden, aber sie sagen nichts. Ein Großteil der politischen Kommunikation besteht darin, unverbindliche Phrasen von sich zu geben und über Parteigrenzen hinweg mehr oder weniger publikumswirksam aneinander vorbei zu reden. Das schaff t Politikverdrossenheit und produziert enorme Reibungsverluste.

MMag. Klaus Schebesta

Text: Klaus Schebesta Foto: Florian Schneider

Die Parteien kommunizieren ständig in diametral entgegenlaufenden Einbahnstraßen, was populistische Sager am laufenden Band erzeugt, aber keine Diskussion in der Sache ermöglicht. Die einen sprechen vom „Mittelstand“ und meinen damit die breite Masse – die anderen verstehen darunter die Besserverdiener, die mit weiteren Steuern abgezockt werden müssen. Die einen sprechen von „den Unternehmern“ und meinen damit eine Gruppe an kapitalistischen Ausbeutern – die anderen weisen umsonst darauf hin, dass der Begriff Unternehmer vom kleinen Ein-Personen-Unternehmer bis hin zum Konzernchef reicht und eine Verallgemeinerung völlig unangebracht ist. Die einen reden von „den Bauern“, die sich EU-Förderungen erschleichen und in Agrargemeinschaften ungerechtfertigt absahnen – die anderen wissen sehr wohl die vielen kleinen (Neben-)Erwerbsbauern von den wenigen Agrartricksern zu unterscheiden. Die einen reden von „Gerechtigkeit“ und wollen damit die Umverteilung bis zum Limit ausreizen – die anderen sehen Gerechtigkeit darin, dass sich Leistung lohnt. So verwenden zwar alle die gleichen Begriffe, meinen aber völlig Unterschiedliches – und können somit niemals auf einen gemeinsamen grünen Zweig kommen. Aber nicht nur der politische Diskurs, sondern auch die Produkte der jeweils Regierenden zeichnen sich durch Unverständlichkeit aus. Da die Politik die

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Gesetze macht, sehen diese leider auch so aus: Kein Normalbürger kann irgendein Gesetz lesen. Das setzt sich auch in Rechtsprechung und Vollziehung fort. Gerichtliche und behördliche Schreiben sind in der Regel für den Laien völlig unzugänglich – obwohl sie die Adressaten dieser kafkaesken Botschaften sind. Besonders die Unternehmer haben mit einer Vielzahl an unverständlichen Vorschriften zu kämpfen und kommen daher nicht ohne Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater aus. Das sorgt für Applaus bei einigen Berufsgruppen und stürzt den Großteil der anderen in die Rolle von Analphabeten. Die herrschende Systemsprache wird wie damals das Latein in der Kirche genutzt, um Macht auszuüben und Pfründe zu sichern. Deswegen: Luther muss her! Soll heißen: Es braucht eine umfassende Staats- und Verwaltungsreform, Deregulierungen und echte Bürgernähe. Vor 200 Jahren ist es den Verfassern des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) tatsächlich gelungen, die rechtlichen Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens in kurzen, einfachen und verständlichen Sätzen zu formulieren. Das österreichische ABGB kann jedermann lesen und verstehen. Diese Tugend ist längst verloren gegangen. Die aktuelle juristische Kaste in der Gesetzgebung schert sich einen Dreck darum, ob irgendjemand „da draußen“ auch nur einen Satz eines Gesetzes, einer Verordnung oder eines Erlasses kapiert. „Das System“ spricht längst eine völlig andere Sprache als die Bürger. Wenn die Politiker als Vertreter des Staates nicht wollen, dass sie und ihr Regelwerk keiner mehr versteht, dann sollten sie sich eine Ausdrucksweise zulegen, die dem „kleinen Mann“ zugänglich ist. Sonst erledigen das HC Strache und die Kronenzeitung für sie. Und zwar gründlicher, als ihnen lieb ist.

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Kontakt Dr. S. Almasbegy Fachärztin für Chirurgie Andreas-Hofer-Straße 4 A-6020 Innsbruck Tel.: +43/512/586304 s@almasbegy.at www.almasbegy.at

Strahlend schöne Haut Dermatologische Laser-Behandlungen können für eine Vielzahl von Indikationen eingesetzt werden. Gerade in der sonnenarmen Jahreszeit haben diese Behandlungen Hochsaison. 1. Ablativer Laser (Erbium): Er dient zur Entfernung von gutartigen Hautveränderungen, also zum Beispiel Wärzchen, Xanthelasmen, Aknenarben und Falten. Der Erbium-Laser arbeitet mit einer infraroten Wellenlänge.Durch sein Licht können gezielt Hautbereiche in einer vordefinierten Tiefe, schmerzarm, abgetragen werden. Fältchen am Unterlid oder im Oberlippen- und Kinnbereich können mit dieser Behandlung sehr gezielt und effizient entfernt werden. Auch Behandlungen des ganzen Gesichtes, das sogenannte Skin-Resurfacing bringt einen starken Verjüngungseffekt. Eine zusätzliche Straffung der tieferen Schichten (einem Facelifting ähnlich) kann durch eine ULTHERAPY® (Econova vom 02.12.2011) erreicht werden. 2. Fraktionierter Laser: Der Laser gibt Impulse auf die Haut ab, die nur Bruchteile derselben alterieren. Möglich wird dies durch eine Aufspaltung des Laserstrahls in mehrere hundert Teilstrahlen, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Dadurch erhält die Haut einen starken Reiz zur Erneuerung der Kollagenbildung. Flächige oder punktuelle Pigmentstörungen, Erhabenheiten oder große Poren verschwinden nach 1–3 Sitzungen. Auch Hals und Decollté, die wegen ihrer dünnen und sehr empfindlichen Haut mit anderen Methoden oft ausgespart werden müssen, können effektiv behandelt werden. 3. Couperose-Laser: gegen rote Äderchen. 4. Blitzlampe zur Aknebehandlung (eventuell in Kombination mit Fruchtsäure und Microdermabrasion oder speziellen Akne-Peelings) 5. Haarlaser: gegen unerwünschte Gesichts-und Körperbehaarung (dauerhafte Entfernung)

Dr. med.

Almasbegy Fachärztin für Chirurgie

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Wirtschaft & Unternehmen

Konkurrenz für H&M und Co. In Österreich noch mehr oder weniger unbekannt, eröffnet die erste Filiale des Textilriesen Primark ab September 2012 ihre Pforten im Innsbrucker Sillpark. Auf 4.000 Quadratmetern der ehemaligen Cosmos-Fläche bietet die irisch-britische Modekette leistbare Mode für jeden. Primark startete 1969 in Dublin, heute hat der Konzern 232 Filialen, der Vorjahresumsatz von Primark lag bei 3,04 Mrd. Pfund (3,6 Mrd. Euro). Das Erfolgsgeheimnis beruht nach eigener Aussage auf seiner einzigartigen Kombination aus aktuellster Mode in Topqualität, einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und rationellen Betriebsabläufen. Primark gilt derzeit als die Innovation in der Textilbranche und hat in der Regel ein Einzugsgebiet von ca. 250 Kilometern. „Primark ist seit Jahren der expansivste Textilanbieter in Europa. Im Sillpark wird er auf über 4.000 Quadratmetern Kundenfläche der absolute Magnetbetrieb sein und Kundenströme verändern sowie die regionale Kaufkraft nachhaltig

stärken“, sagt Mag. Marcus Wild, Vorsitzender der Geschäftsführung von SES, Betreiber des Sillparks. Er rechnet damit, dass Primark Kunden von Verona bis München im wahrsten Sinne des Wortes anziehen wird. In Hannover beispielsweise warteten die ersten Kunden ab 4 Uhr morgens auf die Eröffnung des Stores, schließlich wurden 20.000 Menschen am Eröffnungstag gezählt.

Billig und modisch? Medienberichten zufolge hat Primark geschafft, was Billig-Discountern im gleichen Preissegment nicht gelungen ist: nämlich billig mit modisch zu verbinden. Primark gilt nicht nur als billige Notlösung, sondern ist akzeptierter Bestandteil der Garderobe. Primarkkleidung wird in renommierten Frauenzeitschriften, der Besuch der Filiale in der Oxford Street im GeoMagazin für London empfohlen. Besonderes Merkmal der Kette sind die großen Einkaufsnetze, neben den Kampfpreisen zählen auch Schnelligkeit und Effizienz zur Strategie: Die wird überprüft, Ladenhüter werden Absatzlage w und verbilligt, Verkaufsrenner sofort aussortiert aussor nachgeordert. 96 % der Ware wird vorwiegend nachgeorder bezogen. Der Textilriese fordert von aus Asien be nach eigener Aussage einen seinen Lieferanten Liefer Verhaltenskodex und unterstützt sie in strengen Ver Einhaltung. der Einhaltu

Die Primar Primark-Geschichte Primark ist e ein Unternehmen der Associated British Foods Gruppe (ABF). Die ersten Filialen eröffneten 19 1969 in Irland unter dem Namen Penneys. 1973 197 zog das Label Primark in Großbritannien ei ein. Seit 2006 ist das Unternehmen auch in Kont Kontinentaleuropa expansiv mit Niederlassung in Spanien, Sp Irland, den Niederlanden, Portugal und Belgien. Mit sieben Filialen ist man auch in Deutschland aktiv. Bekannte Flagship-Stores befinden sich in Manchester, Flagship-Sto Liverpool ode oder London. In großen Läden stehen 100 Kassen, um die bis zu 10.000 bis an die 10 Kunden pro Tag T abzufedern. Primark ist Ende 2011 mit 232 Filialen und mehr als 36.000 Mitarbeitern in sieben s Ländern vertreten. In dem im Septembe September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2010/11 stieg der Umsatz von 2,73 Mrd. auf Pfund. 3,04 Mrd. Pfu

Transporteinheit einer Glasbeschichtungsanlage von SENTRICS

Meister des Exports Das Mechatronic-Unternehmen SENTICS production GmbH mit Sitz in Terfens ist ein Paradebeispiel für die Exportstärke Tirols. So bekam das Unternehmen für heuer ein zusätzliches Auftragsvolumen von 3 Mio. Euro von Unternehmen aus China, Deutschland und den USA für die Herstellung von Komponenten für Glasbeschichtungsanlagen und Solarmaschinen – ein Zukunftsfeld des Unternehmens. Seit mehreren Jahren fertigt SENTRICS überdies Maschinenbaugruppen für die CD- und BluRay-Produktion. Mit den Prägeeinheiten aus Tirol wird derzeit jede zweite BluRay-Disc der Welt beschrieben. Mit 27 Mitarbeitern erzielte der Spezialmaschinenbauer im Jahr 2011 einen Umsatz von 3,3 Mio. Euro, für heuer rechnet man ob der gesteigerten Nachfrage mit rund 4,1 Mio. Euro. Der Exportanteil liegt dabei bei 85 %. Die Auslastung des Unternehmens ist also durchwegs positiv, was fehlt, ist qualifiziertes Fachpersonal. So sucht DI Markus Koller, technischer Leiter von SENTRICS, händeringend Mitarbeiter für die Bereiche CNC-Fräsen und -Drehen sowie die Baugruppenmontage. > Interesse? Infos unter www.sentrics.eu


Glßckskinder Hermann Scherer, campus Verlag 256 S., EUR 20,60 Chancen im Leben erkennen und nutzen – das ist die Strategie erfolgreicher Menschen und der Inhalt dieses Buches. Ohne erhobenen Zeigefinger und ohne Belehrungen, sondern vÜllig entspannt und stressfrei.

„Unterschätzen Sie nicht meine Boshaftigkeit“ Barbara TĂłth im Gespräch mit Karl FĂźrst zu Schwarzenberg Residenz Verlag, 222 S., EUR 21,90 Er ist ein Mann, der zu allem eine Meinung hat und sie auch kundtut: Karl FĂźrst zu Schwarzenberg, tschechischer AuĂ&#x;enminister und ein Gesprächspartner, dessen Aussagen fĂźr ein ganzes Buch reichen. Interessant, kontrovers und ehrlich.

Kneissl vor Rettung!?

V. l.: Stiftungsvorstand KR Oswald Mayr, Thomas Gschnitzer (Anerkennungspreisträger), Oliver Nussbaumer und Georg GrĂźnbacher (Preisträger „Forschungs- und Studienprojekte“) mit IV-Tirol-Präsident Foto: Industriellenvereinigung Tirol Reinhard Schretter

Eduard-WallnĂśferPreis 2011 vergeben Ende letzten Jahres vergab die EduardWallnĂśfer-Stiftung der Tiroler Industrie mit UnterstĂźtzung der SĂźdtiroler Sparkasse den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis fĂźr „Forschungs- und Studienprojekte“ sowie einen Anerkennungspreis mit 2.500 Euro. Eingereicht wurden insgesamt 22 Arbeiten, aus denen die Forschungsarbeit „Dendritische Zellen und ihre Bedeutung in der Impfstoffentwicklung gegen Krebs“ der beiden Naturwissenschaftler Georg GrĂźnbacher und Oliver Nussbaumer als Sieger hervorging. Die beiden forschen derzeit als Doktoranden im K1-Zentrum Oncotyrol an der Uni Innsbruck und wickeln ihre Gruppenarbeit im angewandten Forschungszentrum fĂźr personalisierte Krebsmedizin ab.

Nachdem der saudisch-Ăśsterreichische Investor Mohamed Al Jaber die Gläubiger mehr als ein Jahr mit Versprechungen hingehalten hat und so die Firma in den Konkurs schlittern lieĂ&#x;, hat er nun rund zwei Millionen Euro auf das Treuhandkonto des Masseverwalters Ăźberwiesen, um die Traditions-Schimarke zu retten. Laut Masseverwalter Stefan Geiler seien die von GeschäftsfĂźhrer Andreas Gebauer eingebrachten Sanierungspläne erfĂźllbar. Kurz vor Redaktionsschluss haben nun auch die Gläubiger dem Plan und der angebotenen Quote von 20 Prozent zugestimmt. Ob und in welcher Form die Unternehmen unter der Dachmarke weitergefĂźhrt und die Produktion in Kufstein aufrechterhalten beziehungsweise wieder hochgefahren wird, hänge von der Strategie der alten neuen EigentĂźmer ab. Medien gegenĂźber bestätigte Andreas Gebauer jedenfalls, dass geplant sei, am Standort Kufstein zu produzieren. Al Jaber selbst mĂśchte Kneissl keinesfalls zerschlagen. Er glaube vielmehr nach wie vor, dass die Traditionsmarke eine groĂ&#x;e Zukunft habe, so der Scheich-Sprecher Alfred Autischer. Foto: APA

 www.eduard-wallnoefer-preis.at

> Gerichts-Update

Beitrag zur Entbßrokratisierung Mit der MÜglichkeit der elektronischen Gewerbeanmeldung ist der zusätzliche Gang ins Stadtmagistrat fßr Unternehmensgrßnder nun nicht mehr nÜtig. Ab sofort kann die gesamte Grßndung im Service-Point der Wirtschaftskammer Tirol abgewickelt werden. Weitere Infos: WK Tirol – Grßnderservice, Mag. Robin Wolf Tel.: 0590905-1413 Mail: gruenderservice@wktirol.at

RA Dr. Thomas Kerle, Rechtsanwaltskanzlei Kerle & Aigner

Wie in unserer spezial-Ausgabe „Rechtsanwälte“ berichtet, ist der Innsbrucker Anwalt Dr. Thomas Kerle gerade mit einem sehr delikaten Fall befasst: Behar Merlaku (der einen Jackpot von 43 Mio. Euro an der Slot-Machine gewonnen hat) vs. Casinos Austria (die ebendiesen Betrag nicht bezahlen mĂśchten). Am 10. Jänner hat der erste Verhandlungstag beim Landgericht Feldkirch stattgefunden. Wir haben bei Thomas Kerle nachgefragt: „Die Casinos Austria haben durch ihre Anwälte erstmalig ein Vergleichsangebot Ăźber 500.000 Euro unterbreitet. Da es sich jedoch ‚nur‘ um ca. 1,2 % der Gewinnsumme handelt, konnte dieser Vergleich nicht akzeptiert werden. Die Richterin hat bei dieser Verhandlung aus rechtlicher Sicht klargestellt, dass fĂźr sie ein Vertrag zwischen der Casinos Austria AG und meinem Mandanten zustande gekommen ist, wie ich auch vorgebracht habe. Es mĂźssen nunmehr zur Beurteilung der Rechtssache noch wesentliche Punkte geklärt werden: Wurden die von den Casinos so genannten ‚Spielbedingungen‘ auf dem Automaten Inhalt des Vertrages? Wenn ja, ergibt sich daraus eine maximale GewinnhĂśhe? Hat der Kläger vor der JackpotauslĂśsung die Cash-out-Taste des Automaten gedrĂźckt und damit den Vertrag beendet? Kann sich die Casinos Austria AG zu Recht auf Irrtum berufen? Musste der Kläger wissen, dass man eine derartige Summe im Casino nicht gewinnen kann?“ Der nächste Verhandlungstermin ist der 27. April 2012.

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eco.wirtschaft

buch.kritik


Die Macht der Marke Markieren – etwas kennzeichnen, ankreuzen, begrenzen, abgrenzen, die Wortbedeutung ist bekannt. ekannt. Aber auch die zweite Bedeutung ist nicht von minderer Wichtigkeit: jemanden/etwas darstellen, n, was nicht der Wirklichkeit entspricht. Wir bleiben bei ersterer Bedeutung – eine Marke grenzt ab. Oder wie es Marketingstratege Hermann Wala definiert: „Erfolgreiche Marken sind Leuchttürme in einem m Meer gesichtsloser Produkte.“ Was ist eigentlich eine Marke? Und was war zuerst – die Marke oder das Produkt? Wie mächtig sind Marken? Was bedeutet der „Markenwert“? Welche starken Marken n gibt es in Tirol? eco.nova hat heimische Spezialisten und Marketer gefragt, sich erfolgreiche Tiroler Markenon eine unternehmen angesehen – und aufschlussreiche Antworten erhalten. Ist Ihr Unternehmen schon Marke? Nein? Just do it, sagen wir da nur.

MMag. Markus Webhofer, Brand Logic: Was sind für Sie die stärksten Marken in Tirol? „Dazu zählen für mich: Swarovski, SOS-Kinderdorf, MPREIS, Darbo, Tirol, Ruetz, Viking, Tyrolit, Ischgl, Kitzbühel, Plansee, Bank für Tirol und Vorarlberg, Bartenbach Lichtlabor. Diese Aufzählung repräsentiert aber keinerlei qualitative Reihenfolge nach Markenstärke.“

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Wir Konsumenten kaufen heute nicht mehr Produkte, sondern Marken – wir hängen an Marken. Das bedeutet, dass Ideale wertvoller geworden sind als das Produkt. Der Kapitalwert vieler erfolgreicher Unternehmen besteht heute weit über die Hälfte aus immateriellen Werten – Assoziationen und Bildern in den Köpfen der Verbraucher. Ob Coca-Cola als Traditionsmarke, Nespresso als Lifestyle-Produkt, Apple als Kultmarke oder Google als Shootingstar – Produkte befriedigen heute nicht nur Bedürfnisse, sondern definieren stärker denn je den eigenen Lebensstil, beschreibt Wala den Wertewandel beim Konsumenten. Unternehmen machen Produkte – Menschen kaufen Marken. Eine starke Auflage – denn damit sind die Produzenten der Macht der Marke ausgeliefert.

Think different – was ist eine Marke? „Die Marke ist ein Unternehmenskennzeichen, das Waren und Dienstleistungen unterschiedlicher Erzeuger/ Anbieter voneinander unterscheidet. Sie ermöglicht dem Konsumenten, zu erkennen, aus welcher Quelle das Angebotene stammt. Dem Unternehmen dient sie im geschäftlichen Verkehr als Abgrenzungsmittel gegenüber anderen und als unentbehrliches Marketingtool. Rechtlich gesehen ist die Marke ein territorial begrenztes,

selbstständiges Vermögensrecht“, erklärt das Patentamt nüchtern. Für MMag. Markus Webhofer von der Innsbrucker Agentur Brand Logic, international tätige Strategieberatung für markenorientierte Unternehmen, ist die Marke das positive Vorstellungsbild der Kunden, das aus der hervorragenden Unternehmensleistung entsteht. Gut geführte Marken sind profitable Wertschöpfungssysteme, die jedes Unternehmen benötigt, um Reinvestitionen in die Zukunft zu tätigen. Damit wird klar, dass eine Marke weit mehr ist als nur ein Logo und ein Corporate Design. Das sind lediglich die Zeichen der Marke, aber niemals die Marke selbst. Alle starken Marken haben nach Webhofer gemein, dass sie eine spezifische Position einnehmen und für etwas stehen, das sie unverwechselbar macht. Nachahmung und Gleichmacherei haben nichts mit Markenlogik zu tun. Vielmehr geht es um maximale Differenz oder noch besser um eine Oppositionsstellung gegenüber dem Wettbewerb. Viele Manager sind in ihrem Denken derart in den Fesseln ihrer Branche gefangen, dass daraus nichts Differenziertes entstehen kann. Was verbleibt, ist Austauschbarkeit, die am Ende die Preisspirale in Bewegung setzt. Führt ein Unternehmen erfolgreich eine Marke, bedeutet dies für Webhofer Vertrauen in das Produkt, die Qualität und die Wertehaltung des Unternehmens. Die Marke sei ein


eco.titel Identitätsangebot eines Unternehmens für den Kunden, ein positives Bild für dessen Leistung, das im Kunden erzeugt wird. „Branding – der Begriff leitet sich ursprünglich vom Markieren der Rinder in den USA ab, heute verwenden wir den Begriff zur Definition der Identität und zur Abgrenzung von anderen – als Versprechen, eine Leistung einzuhalten“, sieht auch Joseph P. Hauser, einer der beiden Geschäftsführer und Brand Manager der Markenagentur Spectrum, die Differenzierung als wichtige Markeneigenschaft. Auf den Punkt gebracht: Die Marke macht die Identität und Differenzierung offensichtlich. Die Markenentwicklung selbst sei ein Bewusstseinsprozess – wer bin ich, wie unterscheide ich mich? Kein Produkt ist gleich! Aber wenn ich mir der Differenzierung nicht bewusst bin, dann entscheidet nur noch der Preis, so Hauser. „Wir von Spectrum vertreten den Ansatz, dass Marke nicht eine Frage der Größe des Unternehmens ist, sondern eine Frage der Einstellung. Jedes noch so kleine Unternehmen sollte sich mit dem Thema Marke auseinandersetzen – denn das schafft ein stärkeres Bewusstsein und damit wesentliche Wettbewerbsvorteile. Wir konzentrieren uns bei der Markenberatung auf Klein- und Mittelbetriebe.“

Schön, dass es dich gibt! Die Attraktivität einer Marke bestimmt der Konsument: Das Produkt oder die Dienstleistung befindet sich anfänglich in einer starken Prüfphase. Mit gezielter Markenarbeit wird der Konsument in die Vertrauensphase oder „gewollte Unmündigkeit“ geführt – also blind nach dem Produkt greifen. „Dies erspart dem Kunden Zeit und bringt ihm Komfort – er vertraut auf das Produkt“, erklärt Hauser die Stufen der Anziehungskraft einer Marke: Vom potentiellen Konsumenten werden wir bei Gefallen der Marke zum Käufer, entwickeln uns zum Kunden durch Wiederholungskauf und sind schlussendlich als Kundschaft Teil eines sozialen Organismus, indem wir eine Gemeinschaft bilden und den Kauf/ Konsum des Markenprodukts untereinander weiterempfehlen. Nicht mehr der Preis entscheidet, sondern der Werterahmen.

Weil ich es mir wert bin – der Markenwert John Stuart (1877–1969), der Gründervater von Quaker Oats – ein amerikanischer Cerealien-Konzern –, hat die Wertigkeit des nicht fassbaren Vermögensanteils einmal so beschrieben: „If this business were to be split up, I would be glad to take the brands, trademarks and goodwill and you could have all the bricks and

Text: Ulrike Delacher

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Joseph P. Hauser, Spectrum: Was sind für Sie die stärksten Marken in Tirol? „Ich betone, dass das Thema Marke für uns keine Frage der Unternehmensgröße ist. Jeder noch so kleine Betrieb kann auf Markenstrategie setzen. Starke Marken – vor allem weil sie von starken Persönlichkeiten geführt werden – sind für mich deshalb: der Tiroler Zeltverleih, Vital, Fiegl & Spielberger, Klafs, Tanzsommer, Seidemann, Stasto, Wave, Wacker Innsbruck und in Zukunft auch die Energiemetropole Wörgl.“

mortar – and I would fare better than you.“ Der Wert eines Unternehmens setzt sich heute also nicht nur aus dem Umsatz, den Firmenimmobilien, dem Mitarbeiterpotenzial und Patenten zusammen, sondern auch aus dem nichtmateriellen Wert der Marke. Allein durch die Markierung und die mit dem Markenzeichen verbundenen, positiven Assoziationen beim Konsumenten ist es einem Unternehmen möglich, mehr Geld für das eigene Markenprodukt zu bekommen als etwa für NoName-Produkte. Daher hat das Markenzeichen einen eigenen, immateriellen Wert. Um den Markenwert zu bestimmen, gibt es unterschiedliche Methoden. Für Markus Webhofer ist der Wert einer Marke nichts anderes als der Ertrags- bzw. Kapitalwert, ein Wertindikator dafür, wie gesund ein Unternehmen ist. „Shootingstar Apple zum Beispiel hat sich schrittweise zur Multimedia-Marke entwickelt, zu einem Massenphänomen. Was starke Marken auch für eine Volkswirtschaft wert sind, hat sich in der Wirtschaftskrise gezeigt, wenn man sich die Börsenkursentwicklung von Marken vor Augen führt. Unternehmen, die starke Marken führen und darüber hinaus eine starke Marktstellung einnehmen, sind an der Börse weit erfolgreicher. Markenunternehmen bieten jene Sicherheit, die der Wirtschaft zunehmend fehlt.“ So haben in den vergangenen 5 Jahren – also mitten im Sturm der Finanzkrise – die Papiere von Coca-Cola um 42 %, die von Apple um 350 %, von IBM um 100 % und McDonald‘s um 122 % zugelegt. Das geht aus der Bestenliste der Global Brands hervor. „Damit sind Marken

Marken in Österreich Von den in der Österreichischen Markenwert Studie 2011 untersuchten österreichischen Markenunternehmen konnten folgende Top-10-Unternehmensgruppen Markenwerte von über einer Milliarde Euro erreichen: 1. Red Bull (13,4 Mrd. Euro Markenwert) 2. Swarovski Gruppe (3,8 Mrd. Euro) 3. Telekom Austria Gruppe (3 Mrd. Euro) 4. Raiffeisen Bankengruppe 5. Novomatic Group of Companies

6. Casinos Austria Gruppe 7. Spar Österreich Gruppe 8. Erste Bank Gruppe 9. ÖBB Gruppe 10. Vienna Insurance Group

Der Wert der Unternehmen in Summe beträgt mehr als 33,8 Mrd. Euro. Insgesamt konnten die Top 10 einen Markenwertzuwachs von +6,8 % verzeichnen. Drei heimische Brand Corporations punkteten 2010 sogar mit einem zweistelligem Markenwertwachstum: Red Bull (+11,9 %), Swarovski Gruppe (+12 %) und die Novomatic Group of Companies (+13 %). Die Markenbewertung bezieht drei Faktoren ein: die rechtlichen Aspekte wie Markenschutz, Kriterien wie Image und Loyalität der Kunden sowie finanzielle Kennzahlen wie Umsatz und Gewinn. www.eurobrand.cc

Internationale Marken Die Unternehmensberatung Interbrands hatte auch 2011 wieder die wertvollsten Marken gekürt: Apple mit iPhone, iPad und Mac-Computern stieg von Rang 17 auf Rang acht, wie das Unternehmen Interbrand erklärte. „Es geht nicht nur darum, dass sie hübsche Produkte machen“, sagte Interbrand-Chef Jez Frampton. „Sie haben einen Lifestyle geschaffen.“ 1. Coca-Cola (71,86 Mrd. USD Markenwert) 2. IBM (69,91 Mrd. USD) 3. Microsoft (59,09 Mrd. USD) 4. Google (55,31 Mrd. USD) 5. General Electric (42,81 Mrd. USD)

6. McDonald‘s (35,59 Mrd. USD) 7. Intel (35,22 Mrd. USD) 8. Apple (33,49 Mrd. USD) 9. Disney (29,02 Mrd. USD) 10. Hewlett-Packard (28,48 Mrd. USD)

Beim Interbrand-Börsenwert wird der Aktienwert des gesamten Unternehmens angegeben, beim Markenwert nur der Wert der Marke an sich. Um die Positionierung der untersuchten Unternehmen zu errechnen, wurde der Wert „Branded Earnings“ entwickelt. In das Ergebnis gehen nicht nur erzielte Finanzergebnisse, sondern unter anderem auch Analysteneinschätzungen und Kundenbefragungen ein.

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aus volkswirtschaftlicher Sicht Wirtschaftskörper und als solche Garant für Wertschöpfung und Stabilität. Sie bilden einen effektiven Schutzschild gegen konjunkturelle Störungen“, so Webhofer. Im Gegensatz dazu unterscheidet Joseph P. Hauser zwischen ökonomischem und außerökonomischem Markenwert. „Der ökonomische Wert einer Marke ist effektiv schwer darzustellen, Markenwert und Aktienwert haben nichts miteinander zu tun. Weder der ökonomische noch der außerökonomische Markenwert spiegelt sich in der Bilanz eines Unternehmens wider. Und doch ist der Markenwert im Unternehmen durch die Sicherheit, die eine Marke gibt, und durch bewusste strategische Unternehmensführung spürbar und garantiert nachhaltigen Erfolg.“ Und das bedeutet für Hauser Markenbewusstsein, beginnend bereits bei der Unternehmensgründung. „Man kann als guter Unternehmer nicht NICHT Markenarbeit leisten, alle Botschaften haben Bedeutung, sind langfristig Reflexion einer wertvollen Grundeinstellung – in Richtung Marke.“

Just do it – wie mache ich mein Unternehmen zu einer Marke? Hier sind sich Markenprofis einig: Eine Marke bedeutet einen Leistungsauftrag. Wofür steht mein Unternehmen/mein Produkt/meine Dienstleistung bei unseren Kunden? „Am Beginn steht für uns der Prozess der Bewusstseinsbildung im Unternehmen. Es gilt, dort Übereinstimmung bezüglich dem Verständnis zu Zielgruppe, Produkt, Leistung und Mitbewerb zu schaffen. Ist diese Übereinstimmung erzielt, geht es an die Strategie. Dann heißt es: Kurs halten, Disziplin und Konsequenz in der Umsetzung der Markenstrategie sind oberstes Gebot.“ Auch die Mitarbeiter müssen mit ins Boot geholt werden, schließlich sind sie die wichtigsten Multiplikatoren, Botschafter in der Familie und im Freundeskreis. Spectrum lebt Markenmanagement vor, ihre Dienstleistung soll einzigartig sein für die rund 70 Kunden: Die Agentur hat für die „Marke Spectrum“ ein eigenes Leitbild der Kreation entwickelt, was ihre Kernkompetenzen betrifft: Am Beginn steht das Ideenmanagement (Creative Planning) – „Frage dein Produkt so lange, bis es gesteht“, heißt es. Der nächste Schritt ist das Creative Branding – das Markenmanagement. Die Marke ist das zentrale Steuerungsinstrument für das jeweilige Unternehmen. Nach innen für den Aufbau der Struktur und Ordnung im Unternehmen und nach außen als Instrument, „Kundschaft“ zu generieren. Und die dritte Kernkompetenz bildet die Creative Performance – das Kommunikationsmanagement mit der Leitidee als roten Faden.

Marke ... find ich gut Anhand von erfolgreichen regionalen Beispielen erklärt Markus Webhofer, was es beim Markenprozess zu berücksichtigen gilt: „Die Firma Lindner Traktoren etwa: Ihre Produkte sind sensationell, der enge Kontakt mit den Landwirten ist gegeben und sie verfügen über eine eigene Produktentwicklung.“ Oder die Firma Swarovski: „Die Marke ist heute international begehrt und


NEU: McCafé im Innsbrucker DEZ

Eine Erfolgsgeschichte in 30 Jahren 30. Firmenjubiläum Joe & Rita Polak McDonald‘s-Filialen: Innsbruck – EKZ DEZ & Sillpark, Altstadt, Bahnhof, Mitterweg sowie Völs – EKZ Cyta


Die Geschichte einer Tiroler Traditionsmarke 1892 erfindet Daniel Swarovski (1862–1956) einen revolutionären mechanischen Schleifapparat, der es erlaubt, Kristalle wesentlich präziser zu schleifen, als es bis dahin von Hand möglich war. Er meldet die Maschine in Prag zum Patent an. Der Glasschleifer stammt aus dem nordböhmischen Gablonz, mit der Erfindung wollte Swarovski die steigende Nachfrage befriedigen. Von Swarovski mechanisch geschliffene Schmucksteine waren von hoher Qualität und wurden auch vom internationalen Schmuckmarkt als „Schmucksteine neuer Qualität“ rasch aufgenommen. Der Markt verlangte bald größere Mengen, welche sich mit der am Gründungsstandort vorhandenen Wasserkraft nicht produzieren ließen. Zudem versuchten einige Nachahmer, das Produktions verfahren zu kopieren – ein neuer Unternehmensstandort musste her. Nach umfangreicher Standort- und erfolgreicher Kapitalgebersuche entschied sich der 33-jährige Erfinder Swarovski für Wattens. Er mietete die aufgelassene Rhomberg’sche Tuch- und Lodenfabrik, welche über eine bereits vorhandene Wasserkraftanlage mit einer Leistung von 44 kW verfügte. So wurde 1895 das Unternehmen Swarovski von Daniel Swarovski in Wattens gegründet. 1900 konnte Swarovski die Anlagen samt zugehörigen Wasserrechten für 24.000 Gulden erwerben und errichtete daraufhin das Wasserkraftwerk Außerachen mit einer Leistung von 603 kW. Später baute er Werkswohnungen für seine Arbeiter in der Swarovskistraße; seiner Familie errichtete er mit der „Villa Swarovski“ ein eigenes Heim. Aufgrund vorausgegangener guter Geschäftsjahre konnte er alle diese Aufgaben bis 1907 bewältigen. 1919 wurde die Marke Tyrolit für die Produktion eigener Trenn- und Schleifwerkzeuge bei der Gewerbe- und Handelsbank Innsbruck eingetragen. Um sich aber von der böhmischen Konkurrenz unabhängig zu machen, begann Daniel Swarovski in einem Nebengebäude seiner Villa 1908 mit Versuchen zur Herstellung von Rohglas. Vertrauliche Unterstützung für dieses Vorhaben ohne Fachleute leisteten seine drei Söhne Fritz, Alfred und Willi, welche dazu ihr Studium unterbrachen. Als eine eigene Glasschmelze erfolgversprechend gelang, errichtete er 1910/11 das sogenannte Laboratorium und gründete unter dem Namen „Glasfabrik D. Swarovski“ ein eigenes Unternehmen, um die Entwicklung neuer Produktionsmethoden für Rohglas fortzusetzen. Bereits 1913 konnte er die Glasschleiferei mit eigenem Rohglas versorgen und wenig später war es möglich, auch die benötigten Farbtöne zu liefern. Die damals selbst entwickelte Glasschmelze ist noch heute eines der bestgehüteten Werksgeheimnisse von Swarovski.

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aus der Welt der Mode und das Glamours nicht mehr wegzudenken. Swarovski hat den Mythos Kristall in verschiedene Lebensbereiche hineingetragen und daraus Wachstum generiert.“   Auch die Entstehungsgeschichte steht für sich (siehe Factbox). Heute ist Swarovski ein Multikonzern, pflegt professionell die Marke – und seine Kundenbeziehungen, z.B. die Collector Society Crystal Classics für die Sammler der Kristallfiguren. Die Marke Swarovski hat Tradition und Geschichte, ist gleichzeitig zukunftsorientiert und setzt neue Trends in der Produktentwicklung, um am Puls der Zeit zu bleiben. Schon die Wortbedeutung von Kristall selbst beinhaltet an und für sich Träume und Emotionen: kühl, trocken, glitzernd, klar – mit Hang zum Mythos, zur Sage. Viele Anknüpfungspunkte für viele Kulturen.

Alles lila, oder was? Als Gegensatz zu den Erfolgsbeispielen führt Webhofer die Marke Milka an: „Das ist für mich keine optimal geführte Marke. Alles erscheint mir einheitlich, Innovationen dringen nicht zum Kunden durch, sondern werden für den Handel gemacht. Lindt mit dem Konzept des Chocolatiers zeigt hingegen beeindruckend, wie eine Marke zu führen ist.“ Eine Marke, welche die Ausdehnung hervorragend bewältigt hat, sei Nivea, so Webhofer. „Ein großer Schritt und ein langer Weg, von der Handpflege zur Hautpflege“, aber mittlerweile sei die Marke leider überdehnt. Nivea ist in Bereiche vorgedrungen, die nichts mehr mit Hautpflege zu tun haben. Aber Nivea ist derart stark, dass diese Verirrungen umbeschadet zurückgeregelt werden können, so Webhofer. Die deutsche Wirtschaftswoche berichtete im April 2011: „Nagellack und Lippenstift sind zu viel: Längst steht die Weltmarke Nivea nicht nur für Hautcreme, sondern auch für Deos, Shampoos und Ähnliches. Die Marke droht zu verwässern. Darum plant NiveaHersteller Beiersdorf einen radikalen Einschnitt. „Die Fokussierung auf die Hautpflege wird uns langfristig nachhaltiges, globales Wachstum sichern“, erklärte der


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eco.mmentar damalige Beiersdorf-Chef Thomas B. Quaas. „Focus on Skin Care. Closer to Markets“ heißt der Slogan der Refokussierung, der die Zukunft sichern soll – also alle Kraft auf die Hautpflege und näher ran an Märkte und Verbraucher. Die einzelnen Regionen sollen gestärkt sowie die Rollen und Verantwortlichkeiten in den Märkten klarer zugeordnet werden. Das Geschäft seiner Kosmetiksparte mit Marken wie Nivea, Eucerin und Labello wird künftig stärker regional geführt. Im Mittelpunkt des Geschäfts soll die Marke Nivea stehen. Allerdings knickte der Gewinn Ende 2011 um ein Viertel ein, Analysten hatten jedoch mit noch schlechteren Zahlen gerechnet; die Aktie hebt dennoch ab, berichtet die Financial Times am 25.01.2012.

Sagen Sie niemals Leberkäse ... Konsequenz in der Markenführung Eine weitere österreichische Erfolgsgeschichte beim Thema Marke stellt die Erfolgsmarke Neuburger dar. Im Sektor der Lebensmittelindustrie gibt es zahlreiche Anbieter: Die Zahl der Produkte im Wurstregal und in der Feinkost ist für Konsumenten unüberschaubar. Anders die Marke Neuburger – sie zählt zu den Klassenbesten. Aber was unterscheidet sie von anderen Wurstprodukten? „Die Kraft der Marke Neuburger steckt im Detail: Das Produkt hat einen einzigartigen Geschmack, einen erfrischend modernen Auftritt und eine eigenständige Position durch klare Abgrenzung von Konkurrenzprodukten“, erklärt Markus Webhofer. Das Institute of Brand Logic hat die Markenarbeit bei Neuburger maßgeblich begleitet. Der eigentliche Antriebsmotor für den Erfolg der Marke sei aber die Unternehmerpersönlichkeit, da sie unglaublich konsequent sei. Diese Konsequenz ist ein zentrales Muster erfolgreicher Markenführung. Herr Neuburger suchte am Beginn der Expansion hartnäckig nach der richtigen Positionierung für sein Produkt. Er überließ nichts dem Zufall. Nur ein besserer Leberkäse zu sein, war dem „qualitätsakribischen“ Metzger zu wenig. Mit der Entwicklung des Gourmetgeschmacks hat sich auch der Leistungskern der Marke aufgebaut. Frische und Geschmack zählen zum Markenprofil, kein Produkt im Regal ist heute länger als 24 Stunden von der Produktion entfernt, ausgeliefert wird mit der eigenen Flotte. „Damit hält Herr Neuburger sein Frischeversprechen an die Kunden.“ Die Strategie war eine starke Positionierung der Marke und Konsequenz, u.a. bei der Gestaltung der Kontaktpunkte zu den Kunden. Zum Beispiel die Kleidung der Verkoster oder die Form des Präsentationstellers oder die Argumente im Verkauf – sie entsprechen der Charakteristik eines modernen, vornehmen Produktes. Geschmack und Frische bilden das Zentrum der Marke. Jeder Prozess im Unternehmen Neuburger ist auf die Erbringung der Markenleistung ausgerichtet. Jede Schraube am Backofen ist auf die Produktion des spezifischen Neuburger-Geschmacks eingestellt. Abweichungen davon werden nicht geduldet. „Bei mittelmäßigen Marken ist die Inkonsequenz von Führungskräften an den Kontaktpunkten sichtbar. Sie lassen es zu, dass jeder beliebig auf die Kontaktpunkte der Marke Einfluss nimmt, Brüche und Schlampigkeiten im Auftritt werden übersehen, das führt zu schwachen Markenprofilen“, so Webhofer.

Ruetz mag man eben – oder: Kann man aus Brot einen Markenartikel machen? Ja! So getan und gelungen dem Bäcker Ruetz. Was die Systemgastronomie anbelangt, belegte Ruetz bei einem vom

Helmut E. Erler Ökonom und Philosoph, Pragmatist PRAGMA Management & Consulting e.U.

Jede Marke braucht eine Seele! Tagtäglich werden unsere Sinne mit mehr als 2.000 Werbebotschaften bombardiert. Unternehmen versuchen durch multiple Reizauslösung in die Köpfe der Konsumenten zu gelangen und dort einen dauerhaften Platz einzunehmen. Wie kann aber der richtige Platz dort besetzt werden? Dazu braucht es a priori ein deutliches Eigenverständnis des Wesens der eigenen Marke. Jede Marke braucht eine Seele, ein an das zu repräsentierende Unternehmen gebundenes immaterielles Wesen. Die weltweit führenden und wertvollsten Marken zeigen das ganz deutlich. Alle haben ausnahmslos eine starke Verbindung zur soziokulturellen Identität ihres Unternehmens. Das bedeutet, dass, noch bevor man sich mit der Entwicklung einer Marke auseinandersetzen kann, die Identitätsinhalte des Unternehmens klar sein müssen. Woher kommt das Unternehmen? Welchen Sinn erfüllt es? Welche Werte sind wichtig und durch welche Tugenden werden diese gelebt? Wohin führt der Weg? Alles zentrale Fragen einer konsequent entwickelten und zu lebenden Unternehmensvision. Die Antworten zu diesen Fragen bilden das Fundament, die Seele für die kommunikative und visuelle „Übersetzung“ in eine Marke. Sie sind „das Fleisch“ am Knochen einer nachhaltigen Markenkommunikation. Eine Marke ist nicht einfach irgendein Bild oder Symbol, ein Name in visueller Erscheinung. Eine Marke hat eine eigene, von ihrem Ursprung abhängige Persönlichkeit. Sie kann nur auf einer immateriellen Ebene kommunizieren, ihre Botschaften in die Köpfe der Konsumenten senden und dort verankern. Meine Empfehlung an alle, die ihre Marke(n) als erfolgreiche Kommunikationsmittel einsetzen wollen: Verwenden Sie zuerst Ihre Energie auf die Entwicklung einer deutlichen Unternehmensidentität und stellen Sie die Kompatibilität mit der Markenidentität sicher. Diese Aufgabe kann Ihnen als UnternehmerInnen niemand abnehmen. Sie können sich von externen Fachleuten dazu Unterstützung holen, dann werden die qualitativen Inhalte auch objektiver. Lassen Sie sich von niemandem entmutigen und bleiben Sie diszipliniert und konsequent auf Ihrem Weg. Dann machen Sie die Seele der Marke sichtbar und erlebbar.

Pragma Management & Consulting e.U. Franz-M.-Omasta-Weg 51 6069 Gnadenwald  Tel.: 0664/4810491 office@pragmamc.com www.pragmamc.com

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„Die erfolgreiche Markenführung der Tirol Werbung beruht auf mehreren Strategien. Eines unserer Erfolgsrezepte ist: 80 % Beständigkeit, 20 % Innovation.“ Claudia Knab, MarkenManagement Tirol Werbung

Wirtschaftsblatt durchgeführten, österreichweiten Handelscheck vor zwei Jahren sogar Platz zwei beim Image-Index, weit vor McDonald’s, gleich hinter Tchibo/Eduscho. Der Bäcker mit dem besten Geschmack bei Brot und Gebäck hatte sich 2005 zur Investition von Zeit und Geld in die Entwicklung seiner strategischen Positionierung entschlossen. Zwei Jahre lang wurde intensiv daran gearbeitet: Sortiment und Produktion wurden überarbeitet, geschmacklich machte man sich auf in Richtung Topleistung ... und der Konsument hatte sofort reagiert – der Umsatz schoss in die Höhe. In einem zweiten Schritt setzte man sich die Verbreitung und Verankerung der Marke zum Ziel. Einerseits wurden Zuschreibungen für spezifische Schlüsselprodukte intensiviert. Andererseits an den direkten Kontaktpunkten mit Konsumenten gearbeitet: Die Ruetz-Mitarbeiter wurden zu Geschmacksexperten geschult – und erwarben den Brotführerschein: Mittels interner Schulungen wurde der Wortschatz zur geschmacklichen Beschreibung von Brot ausgeweitet und trainiert. Das Filialkonzept wurde verändert und die Gastronomie integriert, denn die Filialen stellen nach wie vor den wichtigsten Kontaktpunkt dar. Und der Erfolg ist dem Bäcker sicher – Gesamtsieger beim internationalen Brotwettbewerb 2010 und – was das Image anbelangt – bei seinen Kunden.

Tirol – what else?

Hinweis Brand Logic Symposium 21./22.3.2012: Wie Marke, Strategie und Geschäftsmodell eine Einheit werden www.brand-logic.com

Links www.spectrum.at www.eurobrand.cc www.hermann-wala.com www.patentamt.at www.warbek.at

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Eine nicht börsennotierte Marke, deren außerökonomischen Markenwert sicher niemand abstreitet, ist die Marke Tirol. Der gestützte Bekanntheitsgrad von Tirol als Urlaubsland innerhalb von Österreich liegt bei 100 Prozent, in Deutschland und der Schweiz bei jeweils 92 Prozent, in den Niederlanden bei 90 Prozent. Die Bekanntheit des Logos liegt in Deutschland bei 72 Prozent. Überhaupt: das Logo. „Starke Lettern für ein starkes Land. Hoch und tief. Wie Berg und Tal. Eng beisammen und doch Platz dazwischen. Für Visionen. Gedankenspiele. Gipfelsiege“, lautet die Charakterisierung im Marke.Tirol.Buch. Eine kantige Hülle für ein großes Herz der Alpen. Der Vermögenswert der Marke Tirol ist einer der wertvollsten Assets im Land, bestätigt Claudia Knab, Leiterin Marken-Management bei der Tirol Werbung. Dabei hat die Marke sowohl einen strategischen wie einen finanziellen Wert – auch wenn es sich um kein konkret greifbares Produkt handelt,

sondern um den gesamten Standort Tirol. Das Geheimnis der erfolgreichen Marke sieht Claudia Knab in der Strategie der Markenführung: „Einerseits ist die Marke Tirol innovativ und geht neue Wege, andererseits besteht Kontinuität. Dieser Grundsatz der Beständigkeit und Erneuerung ist bereits im Markenkern verankert und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Arbeit rund um die Marke Tirol – das ist die oberste Prämisse. Markenarbeit ist Vertrauens- und Beziehungsaufbau. Unsere Markenvision lautet: Im Jahr 2030 ist Tirol der begehrteste Kraftplatz der alpinen Welt.“ Zum Mar-

Wie schütze ich meine Marke? Im Vorjahr wurden in Tirol 386 Marken angemeldet, in Österreich 5.910. In Deutschland sind es gar 80.000 beworbene Marken. Abgrenzung tut Not – z.B. indem man seine Marke schützen lässt. Wie, das erklärt der Innsbrucker Wirtschaftsanwalt Dr. Stefan Warbek. eco.nova: Warum soll ich meine Marke schützen lassen? Stefan Warbek: Die Eintragung der Marke in das öffentliche Markenregister stellt ihre unkomplizierte Auffindbarkeit sicher. Die Registrierung beim Patentamt hilft mit, unbeabsichtigte Markeneingriffe zu vermeiden. Dadurch lässt sich die Marke leichter gegen Nachahmende verteidigen, die unberechtigt an Ihrem Erfolg teilhaben wollen. Der Markeninhaber kann so einem Dritten verbieten, ohne seine Zustimmung im geschäftlichen Verkehr ein mit seiner Marke gleiches oder ähnliches Zeichen für gleiche oder ähnliche Waren oder Dienstleistungen zu benutzen, wenn dadurch für das Publikum die Gefahr von Verwechslungen besteht (Ausschließungsrecht). Wie schützt man eine Marke? Das Markenrecht ist ein sogenanntes Registerrecht – das heißt, es entsteht durch die Eintragung der Marke in das Markenregister. Als Marke können grundsätzlich alle Zeichen verwendet werden, die sich graphisch darstellen lassen (insbesondere Wörter, Abbildungen sowie Warenform und -aufmachung) und geeignet sind, die betreffenden Waren oder Dienstleistungen als von einem bestimmten Unternehmen stammend zu kennzeichnen. Neben der Möglichkeit, ein Zeichen (nur) für Österreich durch Registrierung im Markenregister des Österreichischen Patentamts als Marke schützen zu lassen, steht es dem Unternehmer offen, auch in anderen Staaten Markenschutz für sein Zeichen zu erlangen. Dies kann z.B. über eine „Internationale Marke“ nach dem Madrider


Weitere Maßnahmen in der strategischen Markenführung sind Sponsoringengagements z.B. beim ÖSV, die Nutzung kommunikativer Chancen wie beispielsweise die Jugend-Winterolympiade oder die Radrennen im Sommer. „Innovativ ist die Besetzung Tirols als Filmland aber auch der Paradigmenwechsel in der Bildwelt der Tirol Werbung seit 2011“, so Knab. Eine weitere erfolgreiche Strategie war der Start des Merchandisings vor 10 Jahren, heute mit 500 verschiedenen Produkten und 160.000 Stück im Verkauf jährlich. Merchandising ist für Claudia Knab beides: Kommunikationsinstrument, aber auch eine Möglichkeit, um sich mit Tirol zu identifizieren. Mit so viel Positivem besetzt, ist es also kein Wunder, dass wir fast alle ein Tirol-Kapperl tragen. Jeder kann ein Stück Tirol kaufen, meint Markenstrategin Knab.

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Wirtschaftsanwalt Dr. Stefan Warbek. Seine Tätigkeitsschwerpunkte bestehen neben anderen im Wettbewerbsrecht und Recht des geistigen Eigentums (Patentrecht, Markenrecht, Designrecht, Urheberrecht)

System erfolgen. Wer eine einheitliche internationale Marke erwerben möchte, dem gibt das Gemeinschaftsmarkenrecht die Möglichkeit, sein Zeichen EU-weit als Marke schützen zu lassen. Bei allen Anmeldevarianten werden von den zuständigen Ämtern in der Regel Ähnlichkeitsrecherchen durchgeführt, die Aufschluss über eingetragene ähnliche Marken geben. Mit welchen Kosten muss man rechnen? Die Kosten einer Marke hängen davon ab, in welchen Staaten der Markenschutz gewünscht ist und wie viele Kategorien von Waren und Dienstleistungen von der Anmeldung umfasst sind. Eine nationale Markenanmeldung in Österreich kostet für die ersten 10 Jahre ca 360 Euro. Die Schutzdauer einer nationalen Marke beträgt zehn Jahre und kann beliebig oft gegen eine Gebühr von mindestens 650 Euro um jeweils weitere zehn Jahre verlängert werden. Eine internationale Markenregistrierung ist teurer – neben den Kosten der vorher anzumeldenden nationalen Marke sind eine „Inlandsgebühr“ von 135 Euro sowie internationale Gebühren an das Internationale Büro der Weltorganisation für geistiges Eigentum in Genf zu entrichten: Die Grundgebühr für die internationale Markenanmeldung beträgt 653 SFR für ein Schwarz-Weiß-Logo, 903 SFR für ein Farblogo, abhängig von den jeweiligen Ländern und der Anzahl der gewünschten Waren- und Dienstleistungsklassen fallen weitere Gebühren an.

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kenkern und „innersten Wesen“ der Marke Tirol zählen Kraftfelder wie Tourismus, Forschung und Bildung, Wirtschaft, aber auch Begriffe des Stils, wie jung, selbstbewusst, klar, achtsam, oder Werte wie verbunden, echt, stark, eigenwillig, mutig. Das Kernleistungsversprechen lautet „Tirol ist Kraft mit alpiner Lebensqualität voll Beständigkeit und Erneuerung, geprägt von machtvoller Bergwelt und kulturellem Reichtum“ – dafür steht die Marke Tirol.

Hermann Wala, Inhaber von Wala Strategy & Brand Consultants und Buchautor

Aus Unternehmen starke Marken machen – ein Leitfaden zur erfolgreichen Marke eco.nova: Welche Bedeutung hat eine Marke für Unternehmen? Hermann Wala: Gleichgültig, in welcher Branche Sie tätig sind oder wie groß Ihr Unternehmen ist: Der Wettbewerb ist heute härter als jemals zuvor. Und er wird zum ruinösen Preiskampf, wenn es Ihnen nicht gelingt, Ihre Kunden eng an sich zu binden. Werbepower allein reicht nicht mehr aus. Dafür sind die Märkte in Zeiten des Internets zu transparent, die Käufer zu kritisch. Die erfolgreichsten Unternehmen unserer Zeit – ob Apple, Google oder Amazon – gehen einen anderen Weg. Sie stiften ein Wir-Gefühl, sie machen ihre Kunden zu Fans. Sie kreieren eine starke Marke, die Kunden, Mitarbeiter und Geschäftsleitung in einer Wertegemeinschaft vereint. In Ihrem Buch beschreiben Sie die 7 Tools für starke Marken. Was macht eine Marke zu einer starken Marke? Das ist die Eine-Million-Dollar-Frage des Marketings. Es lohnt sich, diese Frage zu stellen, denn sowohl die Märkte wie auch die Menschen haben sich verändert. Immer mehr Kunden wollen nicht nur ein gutes Produkt, sondern auch ein gutes Image. Sie identifizieren sich mit einer Marke, deren Werte sie teilen. Erfolgreich ist, wer es schafft, eine glaubwürdige Marke als emotionales Bindeglied zum Kunden aufzubauen – kurz: eine Wir-Marke zu schaffen. Dafür setze ich auf folgende sieben Tools: Selbstverantwortung, Werte, Emotionen, Geschichte, Vertrauen, Dynamik und Positionierung. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Marke! Die Marke ist zu wichtig, um sie allein der Marketingabteilung zu überlassen. Die Geschäftsleitung muss die Wir-Marke mitverantworten und -entwickeln, sie glaubwürdig verkörpern nach innen, gegenüber Mitarbeitern, wie nach außen, gegenüber Kunden und anderen Stakeholdern. Zeigen Sie, wofür Sie stehen! Authentische Werte sind Leitlinien für die Unternehmenspraxis und nicht PR-Parolen für Imagebroschüren. Unternehmen werden heute auch daran gemessen, ob sie sozial verantwortlich handeln. Vom Engagement im eigenen Stadtteil bis zur Spende für den Regenwald, vom nachhaltigen Wirtschaften bis zur Beachtung von Sozialstandards: Gemeinsame Werte sind Bindeglied zwischen Kunden und Unternehmen. Welche Emotionen befriedigen Sie? Wer die Aufmerksamkeit übersättigter Konsumenten gewinnen will, muss sie emotional berühren. Kundenherzen gewinnt man nicht durch faktische Produkteigenschaften, sondern dadurch, dass man Wünsche, Träume und Sehnsüchte erfolgreich adressiert. Harley Davidson verkauft keine Motorräder, sondern Freiheit, Nespresso keinen Kaffee, sondern Lifestyle. Wie lautet Ihre Geschichte? Eine Geschichte bewirkt mehr als die meisten Verkaufsargumente: Sie gräbt sich ins Kundengedächtnis ein und schafft Identifikationsmöglichkeiten. Ob Gründungsmythos oder Servicestory, heldenhaftes Überwinden von Schwierigkeiten oder originelle Erfinderstory: Eine gute Geschichte macht Ihre Marke einzigartig. Stehen Sie zu Ihren Fehlern! Vertrauen in ein Unternehmen und seine Marke(n) ist die beste Form der Kundenbindung. Vertrauen gewinnt man in einer pluralen Mediengesellschaft durch Transparenz und Offenheit. Die Zeiten, in denen sich eine Marke durch eine restriktive Kommunikationspolitik schützen ließ, sind vorbei. Überraschen Sie Ihre Kunden immer wieder positiv! Spannend bleiben und gleichzeitig Kontinuität wahren – eine Marke darf weder durch Beliebigkeit verspielt noch durch Erstarrung obsolet werden. Der Mittelständler Haribo macht es virtuos vor und begeistert seit 90 Jahren mit immer neuen Weichgummi-Variationen. Innovativ sein bedeutet nur selten revolutionäre Neuerungen. Es gilt, Kundenbedürfnisse immer besser zu erfüllen, beim Produkt, aber auch in Service, Vertrieb oder in der Kundenansprache. Lässt sich Ihre Markenbotschaft in einem Satz zusammenfassen? Positionierung ist ein Wettstreit der Wahrnehmungen, nicht ein Wettstreit der Produkte. Einen Logenplatz im Kundenkopf erobert, wer es schafft, seiner Marke für die Zielgruppe begehrenswerte Differenzierungskriterien zu verleihen. Kommunikative Klarheit, Eindeutigkeit und Kontinuität zahlen sich aus; Beliebigkeit rächt sich.

Buchtipp „Meine Marke. Was Unternehmen authentisch, unverwechselbar und langfristig erfolgreich macht“(Redline Verlag 2011)

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eco.wirtschaft

„Wehleidig darf man halt nicht sein.“ Für die erste eco.nova-Wirtschaftsausgabe 2012 hat uns interessiert, wie das Land Tirol haushaltet und ob wir Bürger angesichts der neuesten Entwicklungen den Gürtel enger schnallen müssen. Gefragt haben wir einen, der es wissen muss: Finanzlandesrat Christian Switak.

eco.nova: Ihr persönliches deklariertes Ziel des Budgethaushaltes ist, bis 2013 die Ausgaben auf das Niveau der Einnahmen zu reduzieren. Wie kann das gelingen? Wie geht es dem Land Tirol finanziell? LR Christian Switak: Tirol geht es finanziell besser als allen anderen österreichischen Bundesländern. Wir sind in der Verschuldungsquote an unterster Stelle (siehe Tabelle), was auf eine konsequente und auch konservative Finanzpolitik zurückzuführen ist. Am 7. 11.2011 haben wir das AAA bekommen, weil wir eine solide Finanzpolitik, eine politisch berechenbare Struktur vorweisen können. Heuer hat beispielsweise jeder einzelne Referent in seinem Bereich ein Plus geschrieben. Spätestens 2014 bilanzieren wir ausgeglichen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das Ziel schon 2013 erreichen werden. Was ist das „Geheimnis dieses Erfolgs“? Der Schlüssel zu diesem Erfolg ist die Rechtzeitigkeit. Schon vor zwei Jahren haben wir einen Budgetpfad mit zwei Zielen eingeschlagen: Tirol so schnell wie möglich aus der Krise zu führen, gleichzeitig aber möglichst bald nur mehr so viel Geld auszugeben, wie man einnimmt. Seit dem Budget 2010 haben wir Ausgabenobergrenzen festgelegt und beschlossen, neue Ausgaben nur dann zuzulassen, wenn sie entweder wirtschaftsbelebend oder aber Personenhaushalte entlastend waren. Z.B. Geld für Gratis-Kindergärten, Forschungsoffensiven oder Sanierungsinitiativen. Zudem haben wir Prioritätenklassen festgelegt: In der ersten Klasse mit den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie Kinderbetreuung wurde überhaupt nichts gekürzt. In diese Bereiche muss eine Volkswirtschaft in finanziell schwierigen Zeiten investieren. Die zweite Klasse beinhaltet z.B. Soziales und Gesundheit, hier haben wir einen Prozentsatz zur maximalen Kostensteigerung festgelegt, die Obergrenze im Sozialbereich lag bei 3 %, in der Gesundheit bei 5 % Steigerung. Die 3. Klasse beinhaltet alle anderen Bereiche. Damit haben wir die Budgetverhandlungen für die nächsten Jahre vorweggenommen. Ohne ein brutales Sparpaket wie in der Steiermark oder Gebührenerhöhungen wie in Wien halten wir schon jetzt die Vorgaben der EU ab 2017 ein, nämlich keine neuen Schulden mehr zu machen. 2017

ist also kein Ziel vom Switak, sondern bald gesetzliche Vorgabe der EU. Wenn wir es geschafft haben, dass Tirol ab 2013/14 keine Schulden mehr macht, dann ist das etwas, das von mir überbleiben wird.

Text: Ulrike Delacher Fotos: BLICKFANG photographie

Welche Möglichkeiten hat das Land, die Einnahmen zu erhöhen bzw. mehr einzusparen? Grundsätzlich bin ich total gegen neue Belastungen. Tirol ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit Reformen auch ohne Belastungen den Haushalt im Griff haben kann. Der Handlungsspielraum der Länder im Einnahmebereich ist ohnehin ein geringer, wir haben ein Budget von 3 Mrd. Euro, die Abgaben, über die wir selbst bestimmen können, machen gerade einmal 23 Mio. Euro aus. Meine Strategie ist es, Einsparungspotentiale zu nutzen, jede Ausgabe kritisch zu hinterfragen und erst dann über neue Abgaben zu sprechen. Mir kann z. B. keiner erzählen, dass es in der TILAK, der Medizinischen Universität und bei der Universität Innsbruck drei Personalverwaltungen braucht, dreimal eine EDV-Abteilung etc. Theoretisch könnte das doch unter dem Dach einer Holding funktionieren, die Universitäten könnten die Infrastruktur der TILAK mitnützen. Ein anderes Beispiel für sinnvolle Einsparungen ist das neue Programm für Gemeindekooperationen z.B. bei der Nutzung gemeinsamer Bauhöfe oder Sportplätze, gemeinsame Planungsverbände etc. Daneben möchte ich in meinem Ressort der Öffentlichkeitsarbeit heuer auch ein neues Logo für das Land ausarbeiten lassen. Heute gelten andere Anforderungen

Schulden pro Kopf (jeweils Land & Gemeinden Land

Pro-KopfVerschuldung

Tirol

1.465

Wien

1.791

Oberösterreich

2.050

Vorarlberg

2.087

Burgenland

2.095

Salzburg

2.675

Steiermark

2.728

Kärnten

3.835

Niederösterreich

4.806

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„In dem Moment, ab dem die Hypo wieder gut wirtschaftet, erwarte ich mir eine satte Dividende.“

Kontrolle, wer die Energie produziert, wo welcher Bach im Land verbaut wird, und andererseits bietet die TIWAG mit Abstand den billigsten Strom in Österreich, einer der besten Gründe dafür, froh zu sein, dass wir die TIWAG haben.

LR Christian Switak

„Es gibt immer diese Jammerei über zu teures Wohnen, aber man kann fast überall in Tirol wohnbaugeförderte Wohnungen kaufen oder mieten.“

als vor 20 Jahren: Wir brauchen ein Logo mit SchwarzWeiß-Tauglichkeit. Damit können dann in der Landesverwaltung alle Schreiben zentral über eine Poststraße hinausgehen, das spart auch 100.000 Euro im Jahr. Tirol hat das „Familiensilber“ (Hypo, TIWAG, Wohnbauförderung) noch, was andere Bundesländer schon längst verkauft haben. Wird das so bleiben? Was haben die Bürger davon? Familiensilber zu verkaufen, wäre sehr dumm. Solange wir es uns leisten können, werden wir die Substanz behalten. Die Wohnbauförderung bringt zwar keine Dividende, aber wir können den Tirolern 3,3 Mrd. Euro zu günstigsten Konditionen verleihen. Davon kommen jährlich 150 Mio. zurück, jedes Jahr steigend. Diese 150 Mio., aufgewertet mit 100 Mio. aus dem Budget, fließen in neuen Wohnbau. Die Hypo hat von Landeshauptmann Günther Platter und von Aufsichtsratsvorsitzendem Wilfried Stauder eine Strategieänderung verordnet bekommen. Diese hat ein Potential, dass sie auch einige Millionen Euro an Dividenden abwerfen könnte. Die Hypo wird auch in Zukunft den großen Vorteil für uns darstellen, weil sie sich als regionale Bank auf den Kernmarkt Tirol konzentriert. Die TIWAG ist mit Abstand unser stärkstes Unternehmen in Landesbesitz: Hier hat Tirol einerseits die

Zahlen • Daten • Fakten Budget 2012

Entwicklung des Schuldenstandes

(Hochrechnung)

Ordentlicher Haushalt Einnahmen Ausgaben Abgang

(im Vgl. zu 2011 97 Mio. weniger)

1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2011

120.806.871 145.272.996 180.301.302 190.257.480 173.300.000 186.300.000 106.300.000 234.030.000 365.763.000

Verbindlichkeiten Schuldenstand zum Ende des Jahres 388 Mio. Euro Nettoneuverschuldung 22 Mio. Euro

2012 2013 2014

387.993.000 466.100.000 526.299.000

2,88 Mrd. Euro 2,92 Mrd. Euro 42,7 Mio. Euro

Außerordentlicher Haushalt Einnahmen Ausgaben Davon Darlehensaufnahme

20 eco.nova

126 Mio. Euro 126 Mio. Euro 107 Mio. Euro

Stichwort Wohnbauförderung: Aus den Rückflüssen der Wohnbauförderung soll leistbarer Wohnraum geschaffen werden. Nun ist es aber so, dass z.B. Innsbruck eines der teuersten Pflaster in Österreich ist. Dies erscheint wie ein Widerspruch ... Dafür bin ich eigentlich nicht zuständig, aber „Widerspruch“ ist hier relativ. Innsbruck profitiert von den 30.000 hier wohnhaften Studenten, logischerweise resultiert daraus der Nachteil für alle diejenigen, die kleine Wohnungen wollen. Außerdem bietet Innsbruck hohe Wohnqualität und der freie Markt ist ebenfalls sehr stark. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, wie viele Wohnungen nach Wohnbauförderungspreisen auch hier geschaffen werden, Beispiel Olympisches Dorf in der Reichenau. Es gibt immer diese Jammerei über zu teures Wohnen, aber man kann fast überall in Tirol wohnbaugeförderte Wohnungen kaufen oder mieten. Dem statistisch hohen Wert, den Innsbruck hat, könnte man allerdings wahrscheinlich auch mit einer Milliarde Wohnbauförderung nicht entgegensteuern. Tirol ist in seiner Außenwirkung mehr Tourismus- als Kulturland. Nun fl ießen 2012 100 Mio. Euro in den Kulturbereich, gleich viel in den Tourismusbereich und die Wirtschaftsförderung. Wie darf man hier die Wertigkeiten verstehen? Ich glaube, dass Budgetbereiche nicht gegeneinander ausgespielt werden sollen. Wir haben eine kleine, aber feine Industrie, einen starken Mittelstand und wir haben den Tourismus. Diese Bereiche sind unabhängig voneinander stark. Tourismus und Kultur aber gehen Hand in Hand. Das Landestheater ist dank Frau Fassbaender ein hochkarätiger Kulturbetrieb geworden. Größenordungsmäßig kostet das allein ein Viertel des gesamten Kulturbudgets. Dass wir in Erl einen Festspielort haben, der in Fachkreisen schon mehr Niveau hat als Salzburg, darauf können wir stolz sein. Dass beide Bereiche im Budget gleich hoch dotiert sind, ist nicht Grund eines Rankings, sondern aus den finanziellen Notwendigkeiten heraus zu sehen. Auch Tirol hat seine höchste Bonitätsstufe nun verloren. Wer trägt die Verantwortung? Wie wirkt sich das auf Tirol aus? Gibt es außer jenen der TIWAG noch weitere Verträge des Landes, die von der Bonitätsstufe des Landes abhängen? Unser Rating ist nun genauso herabgestuft worden wie jenes von Südtirol, das in Hinblick auf die Situation in Italien sein Triple A verloren hat. Tirol selber ist stark, aber wir hängen am Gesamtstaat, insbesondere am Steuersystem. Nicht nur angesichts der Ratings ist es daher eine Dummheit der Opposition, dass sie sich weigert, einer Schuldenbremse in der Verfassung zuzustimmen. An der Nase nehmen können wir uns alle, wir haben seit 40 Jahren mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Für Tirol hat eine Bonitätsabwertung aber


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auf 9 % zu heben. Das hat nur indirekt mit dem Italiengeschäft zu tun, denn eigentlich hätte die Hypo trotz der Abschreibungen in Italien das notwendige Eigenkapital ausweisen können. Eine Bank mit 5 % Eigenkapitalquote refinanziert sich teurer als eine mit 9 %. Nachdem wir wissen, dass die Hypo 2017 aufgrund Basel III sowieso eine Eigenkapitalquote von 9 % erreichen muss, haben wir beschlossen, die 230 Mio. jetzt gleich zur Verfügung zu stellen. Damit kann sie sofort mit der besten Bonität arbeiten, sich günstig refinanzieren und somit auch günstige Kredite anbieten. In dem Moment, ab welchem die Bank wieder gut wirtschaftet, erwarte ich mir jedes Jahr eine satte Dividende. In den nächsten Jahren fehlen dem Land jedoch die üblichen Dividenden der Hypo-Bank UND der TIWAG. In welchen Bereichen konkret? Ich verliere im Prinzip nichts, weil die TIWAG nun nur einmal 230 Mio. Euro zahlt – statt diese in kleineren Tranchen in den nächsten 10 Jahren regelmäßig als Dividende auszuschütten. Es wird aber deshalb kein Krankenhaus weniger gebaut, keine Förderung weniger geben. Das Geld wird allerdings fehlen, um Schulden zurückzuzahlen.

„Unser Rating ist nun genauso herabgestuft worden wie jenes von Südtirol, das in Hinblick auf die Situation in Italien sein Triple A verloren hat. Tirol selber ist stark, aber wir hängen am Gesamtstaat, insbesondere am Steuersystem. Nicht nur angesichts der Ratings ist es daher eine Dummheit der Opposition, dass sie sich weigert, einer Schuldenbremse in der Verfassung zuzustimmen.“ LR Christian Switak

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zahlenmäßig keine direkte Auswirkung, solange wir keinen Finanzierungsbedarf haben und keine Kredite aufnehmen müssen. Für die Banken ist es momentan auch relativ egal, weil die Hypo nicht von Standard & Poor’s geratet wird, sondern von Moody’s. Außerdem zahlen wir viel Geld in die Eigenkapitalausstattung, sodass der Mehrwert durch die Eigenkapitalaufstockung höher ist als diese minimale Abwertung. Für die TIWAG hängt die Einschätzung des Eigentümers, dem Land Tirol, mit den Cross-Border-Geschäften zusammen. Aber der Level ist so nieder angesetzt, dass noch sehr viel passieren müsste, dass wir so viele Stufen verlieren. Cross-Border-Verträge bestehen nur bei der TIWAG, es gibt keine mir bekannten Abhängigkeiten einer Tochter des Landes, die mit der Bonität zusammenhängen. Wird die Hypo die Zahlung des Landes wieder zurückführen? Gibt es dazu Vorgaben? Wie erklärt man dies dem Steuerzahler? Eines müssen wir einmal festhalten: Die Hypo hätte ohne Italien-Misere heuer sogar einen Überschuss von 30 Mio. Euro produzieren können. Bezüglich der Zahlungen: Die Hypo ist eine 100-%-Tochter des Landes Tirol, ich mache nichts anderes, als dass ich aus meinem laufenden Konto der TIWAG dort in die Eigenkapitalquote Geld einzahle. Das ist ja kein verlorenes Geld, sondern bleibt im Eigentum des Landes. Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, müssen Sie das zurückzahlen. Die Hypo schuldet uns nichts, der Wert bleibt den Tirolern ja erhalten, das Eigentum ist nicht weniger geworden. Wir entnehmen als Eigentümer Geld von der TIWAG, das ist unser gutes Recht. Als solche haben wir uns entschieden, die Eigenkapitalquote der Hypo

Was wird derzeit seitens des Landes getan, damit der Informationsfluss zwischen Landesunternehmen/ Aufsichtstrat/Eigentümer gegeben ist und so etwas nicht mehr passiert? Was sich bei der Hypo geändert hat, basiert auf dem im Jahr 2009 vom Landeshauptmann angeordneten Strategiewechsel: Weg von Norditalien und Süddeutschland, Konzentration der Bank auf das Kerngeschäft. Dass das funktioniert hat, zeigte sich im letzten Jahr: Die Hypo hätte ohne die Italienmisere 2011 um die 30 Mio. Euro Überschuss produziert. Es funktioniert ja, deshalb war der Strategiewechsel gescheit. In meinem Bereich – auch wenn ich nicht zuständig bin – hat sich überhaupt nichts geändert. Ich habe in regelmäßigen Abständen mit dem Vorstand Gespräche – für mich relevant in der Finanzplanung. Die Abschreibungen in Italien sind ein handwerkliches Tun einer Bank, die mehr als unerfreulich sind, aber mehr auch nicht. Seit Wilfried Stauder Aufsichtsratsvorsitzender ist, haben sich die Strukturen in der Bank geändert und der Aufsichtsrat nimmt eine aktivere Rolle ein. Ganz persönlich: Wie kam es, dass Sie 2008 vom Bund in die Landesebene gewechselt sind? In letzter Zeit wurden Sie auch massiv auf persönlicher Ebene angegriffen – wie gehen Sie damit um? Landeshauptmann Platter hatte mich gefragt, ob ich Teil seines Regierungsteams sein möchte. Diese Funktion in meinem Heimatland ist eine der tollsten Aufgaben in meinem Leben. Die Landespolitik ist deutlich näher am Menschen als die Bundespolitik. Enttäuschend allerdings war für mich, dass die Frage, wo ich wohne und wer mein Vermieter ist, gegenüber den gleichzeitig laufenden Verhandlungen über die Schuldenbremse im Verfassungsrang in der Bedeutung eine weit tragendere Rolle eingenommen haben. Nur: Wehleidig darf man in der Politik halt nicht sein.

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Vielfalt statt Einfalt Es gibt einen Wirtschaftspreis in Österreich – den in Tirol so gut wie niemand kennt: den Meritus Award. Diese kleine wie feine Auszeichnung erhalten Firmen, die sich im Rahmen ihres Diversity-Managements bewusst um lesbische und schwule Mitarbeiter kümmern. Abermals glänzte Tirol bei der Verleihung durch Abwesenheit und das nahm eco.nova als Anlass zum Fragen und wünscht gute Unterhaltung mit den Antworten.

Alle Menschen sind gleich: vielleicht vor dem Gesetz, aber nicht am Arbeitsplatz. Dort gibt es zwischen den Mitarbeitern zahlreiche Unterschiede und wer diese alle schön auseinanderdividiert, landet beim Diversity-Management. Wie es ganz genau funktioniert, weiß Norbert Pauser. Der Unternehmensberater beschäftigt sich schon viele Jahre mit dem Thema und im Interview erklärt er die Essentials dieser Philosophie der großen Personalabteilungen (siehe rechte Seite). Auch die sexuelle Orientierung der Mitarbeiter stellte eine sogenannte Dimension dar und an sie richtet sich der Meritus Award. Initiiert wurde dieser Unternehmenspreis von zwei Vereinen und Netzwerken, die gezielt die Interessen homosexueller Führungskräfte und Unternehmer im Land wahrnehmen

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und vertreten. Die Queer-Business-Women repräsentieren lesbische Frauen und agpro ist die Abkürzung für „Austrian Gay Professionals“, das Pendant für die schwulen Business-Men in Österreich. Beide Organisationen dienen intern der Netzwerkerei, organisieren extern Workshops für interessierte Firmen und registrieren mit feinen Antennen, welche Ansätze oder Strategien die Arbeitgeber in Österreich wählen gegen die potentielle Diskriminierung homosexueller Mitarbeiter und welche Angebote sie den jeweiligen Gruppen unterbreiten.

Wien, Wien, nur du allein Wie üblich ist auch bei diesem Thema die private Wirtschaft den öffentlichen Dienstgebern einen großen


„Vor drei Jahren wollten wir erstmals in unserem Unternehmen in Wien eine RainbowGruppe gründen für alle interessierten Lesben, Schwule, Transgender und natürlich auch Heteros. Da sich in der Bank aber niemand diskriminiert fühlte, existierte offensichtlich keine Notwendigkeit dazu. Später aber setzte sich doch die Überlegung durch, dass ein bestehendes Netzwerk anderen MitarbeiterInnen in Wien, aber auch in anderen Bundesländern durchaus helfen, zur Bewusstseinsbildung allgemein und zum Abbau von Vorurteilen beitragen könnte. Zum ersten Treffen kamen 6 KollegInnen und mittlerweile sind wir sehr stolz darauf, dass sich monatlich rund 32 MitarbeiterInnen treffen und das Thema der Homosexualität offensiv in der Mitarbeiterzeitung, im Intranet und auf der Human-Resources-Homepage beleuchtet wird. Bei allen Veranstaltungen sind die PartnerInnen gerne gesehene Gäste und allmählich werden auch andere Unternehmen auf uns aufmerksam –  denn Bewusstseinsbildung kann ganz wesentlich zur Einstellungsänderung von Menschen beitragen.“ Leopoldine Faber, Diversity-Managerin, Department Identity & Communication, Bank Austria

Schritt voraus – außer in Wien. Die Hauptstadt präsentiert sich nicht nur den Touristen gegenüber bewusst homosexuellenfreundlich, sondern engagiert sich auch für die Bewohner der Metropole. Die Wirtschaftskammer unterhält ein eigenes Referat, übernahm 2011 die Schirmherrschaft für den Meritus Award und die Zentralen der großen Konzerne üben sich hier im Diversity-Management. Wie die Bank Austria. Dort streitet Leopoldine Faber im Department Identity & Communication als Diversity-Managerin für die Entfaltungsfreiheit der österreichischen Mitarbeiter unter dem Dach des UniCredit-Konzerns. Für die Etablierung der ersten „Rainbowgroup“ im Hause der Bank Austria nahm sie im vergangenen Herbst den Meritus Award entgegen. Zur Erinnerung: Das ist besagter

Dafür kann es natürlich verschiedene Gründe geben: an erster Stelle die Struktur der Unternehmen. Tirol ist das Land der Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sowie der Klein- und Mittelunternehmen (KMU) und dadurch sind die Horizonte und Perspektiven der jeweiligen Personalabteilungen doch stark geprägt vom Wesen der Chefs. Was die Sache nicht unbedingt erleichtert, weder für die Chefs noch für die Mitarbeiter. Einerseits. Andererseits werden so sensible Themen vielleicht gleich im Vorhinein völlig anders behandelt, eben weil man sich menschlich nahe steht, einander vertraut ist und keine anonyme Verwaltung für den Ausgleich der Interessen sorgen muss. Christian B. könnte so ein Chef sein – erfolgreicher Handwerksmeister, schwul, geoutet und einzige Speerspitze der agpro im weiten Westen von Österreich – aber

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Preis, für den es aus Tirol nicht einmal eine einzige Einreichung gab.

Text: Stefan Becker Fotos: iStockphoto, Stefan Becker

Unternehmensberater Norbert Pauser im Interview eco.nova: Sie beraten Unternehmen zum Thema „Diversity-Management“ – wo setzt die Organisation der Vielfalt an und worin besteht die Motivation dazu? Norbert Pauser: Die Anschlussmöglichkeiten an Diversity-Management (DiM) sind aus meiner Sicht nahezu unbegrenzt. Der Vorteil von einem sehr breiten DiM-Verständnis ist, dass wirtschaftliche Metatrends unter der Perspektive von DiM verarbeitet werden können und es zusätzliche Schnittmengen mit Themen wie der Corporate Social Responsibility, der Life-Balance und anderen aufweist. Das beinhaltet von der Strategie über die Human Resources, die Kommunikation und die Kultur sämtliche relevante Bereiche. Die Aktivitäten, die Organisationen dahingehend setzen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich kann das nicht über einen Kamm scheren, wenngleich es eine auff ällige Affinität zu Kunden und Märkten gibt, eine Ausrichtung, die vielleicht Erfolg verspricht, aber nicht notwendigerweise von einem solchen gekrönt ist. Welche Benefits benennen Firmen, die DiM in ihre Unternehmenskultur integriert haben? Gängige von den Unternehmen genannte Vorteile sind einerseits: Kostenersparnis, allerdings langfristige und vage Einschätzungen, Human-ResourcesDiversifizierung, Zielgruppenmarketing, Culture and Climate. Andererseits: Flexibilität, Innovation, Kreativität, schnellere Reaktionszeiten und mehr – also harte und weiche – Faktoren. Aber der Nutzen wird dahingehend auch sehr unterschiedlich bewertet und auff ällig: Er wird in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt gemessen. Das macht Analysen dahingehend noch schwieriger. Einige Organisationen formulieren zusätzlich den Leitgedanken von „Inclusion“ – dem uneingeschränkten Recht auf Teilhabe also. Auch im Sinne eines Stärken-Stärken-Ansatzes. Im günstigen Fall. Wie misst ein Unternehmen den Erfolg seines DiM? Die echte Diversitätsreife von Unternehmen lässt sich aus meiner fast 10jährigen Perspektive wie folgt beurteilen: Je besprechbarer unsichtbare Dimensionen wie Homosexualität, Religionen, psychische Einschränkungen (Alkoholismus etc.), Burn-out und so weiter sind, desto höher ist wahrscheinlich die organisationale Diversity-Kompetenz. Die entscheidende Frage ist der Umgang mit diesen gesellschaftlichen Tabus. Ein Outing als Jude/Jüdin unterscheidet sich grundsätzlich nicht von dem Outing einer Lesbe/eines Schwulen. In diesen Bereichen wird es interessant. Kurzum: ein spannendes Feld, von vielen Paradoxien gekennzeichnet.

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trotzdem mit dem Wunsch nach Anonymität, dem wir natürlich nachkommen.

Quo vadis, Tirol? Business: Das Diversity-Management im HandwerksBetrieb von Christian B. handelt der Chef selbst, denn bei acht langjährigen Mitarbeitern kenne jeder jeden persönlich, sagt B. Dass er schwul sei und mit seinem Freund zusammenlebe, sei allen völlig egal, genauso wie es ihn als Meister nicht interessiere, ob ein Bewerber schwul oder hetero sei – Hauptsache er verstehe seinen Job. So sehen es auch die Kunden und dass irgendwo vielleicht mal jemand lästere – das lasse ihn kalt. Tirol: Christian B. bringt so schnell nichts aus der Ruhe, doch als er vor zwei Jahren im Autoradio die Meldung vom FPÖ-Sager der „Landtags-Schwuchtel“ hörte, stieg er gleich in die Bremsen seines Lieferwagens, lenkte rechts ran und wartete gespannt auf die spontanen Reaktionen der Parteien sowie der Landesregierung – vergebens. Das habe ihn sehr traurig gestimmt, gar zornig gemacht, dass es eben keinen kollektiven Aufschrei der Demokraten gegeben habe. Und genau an dem Punkt sieht der Handwerksmeister ein massives Politikproblem. Während sich die Menschen und ihr Umfeld längst weiterentwickelt hätten, würden sich ausgerechnet Politiker an Positionen klammern, die eine offene Gesellschaft ad absurdum führen – quo vadis, Tirol? Privat: Wahrscheinlich gilt ein Handwerks- und Familienbetrieb in der dritten Generation nicht gerade als die ideale Kulisse für das Coming-out des Juniors, und so waren die Ängste von Christian B. entsprechend groß, als er vor die Familie trat und für Klarheit sorgte. Und die Familie ertrug die Offenbarung nicht nur mit Fassung, sondern freute sich über die offensichtlich lang ersehnten Worte, erinnert sich B. Das befürchtete Drama blieb aus, weder wurde er enterbt noch verstoßen, ganz im Gegenteil: Endlich konnten alle in Ruhe miteinander reden und die Zukunft planen.

Neue Kunde aus Kundl Dasselbe gilt für die Ansprechpartnerin der QueerBusiness-Women in Tirol: Interview ja, Identität lieber nein (siehe Kasten „Sexuelle Orientierung ...). In beiden Gesprächen zeigt sich, dass die Zeit in Tirol wohl noch nicht reif ist für die Diversity-Dimension der Homosexualität als Thema in den kleineren Unternehmen. Wie schaut es dagegen bei den Weltkonzernen in Tirol aus? Leider blieb GE Jenbacher als Global Player eine Antwort auf die Fragen von eco.nova schuldig; das kristalline Imperium von Swarovski sendete zwei ganze Sätze: „Swarovski ist eine global agierende Firmengruppe, in der Gleichstellung Teil der Unternehmenskultur ist und im tagtäglichen Umgang miteinander gelebt wird. Weiter möchten wir uns vom Unternehmen Swarovski zu dem von Ihnen angefragten Thema nicht äußern“. Dafür nahm sich Julia Ager-Gruber von der Sandoz GmbH mehr Zeit. Die Kommunikationschefin schickte folgendes Statement: „Sandoz widmet sich weltweit seit einigen Jahren sehr intensiv der Initiative ‚Diversity & Inclusion‘, was so viel wie ‚Vielfalt & Einbeziehung‘ bedeutet. Auch bei Sandoz in Österreich wird die Initiative mit großem Engagement und zahlreichen Projekten vorangetrieben. Genau genommen ist D&I aber gar keine Initiative, sondern vielmehr ein Konzept der Unternehmensführung, das Unterschiede und Gemeinsamkeiten

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der Menschen im Unternehmen gezielt wahrnimmt, in die Unternehmenskultur aufnimmt und bewusst wertschätzt. Es bezieht sich auf alle denkbaren Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die unsere Mitarbeiter mitbringen. Zu den wichtigsten Dimensionen gehören: Geschlecht, Alter, Behinderung, Nationalität, Denkund Arbeitsweise, Berufserfahrung und Ausbildung, aber auch die sexuelle Orientierung. Wir sehen eine vielfältige Belegschaft als eine Bereicherung für unser Unternehmen. Durch unser betriebsinternes Compliance Management stellen wir insbesondere sicher, dass Minderheiten (welcher Art auch immer) nicht diskriminiert werden. Als Ansprechpartner stehen damit der so genannte Compliance Officer, aber selbstverständlich auch jederzeit die Personalabteilung und der Betriebsrat zur Verfügung. Das Thema der sexuellen Orientierung gehört zur Privatsphäre jedes Mitarbeiters, deren Wahrung ebenfalls den Grundprinzipien unseres Unternehmens entspricht. Dies wird entsprechend klar kommuniziert, auch bei Sandoz in Kundl.“

Alles schön nach der Reihe Als Motor der Entwicklung könnte natürlich auch die Wirtschaftskammer Tirol gelten – dem Vorbild der großen Schwester in Wien folgen und das Thema der Homosexualität aufgreifen. Doch das wird wohl noch

Sexuelle Orientierung soll wurscht sein in Wirtschaft und Politik Business: Konstanze G. arbeitet als Physiotherapeutin viel mit alten Menschen, die zum Beispiel nach einem Schlaganfall wieder ihre Selbständigkeit erlangen wollen und sollen. Das verlange Vertrauen zwischen den Partnern auf Zeit sowie einen eher defensiven Umgang mit dem Erzählen privater Dinge, denn sie befürchtet sonst finanzielle Einbußen. Sie könne eben nicht mal schnell nach Wien ziehen und dort arbeiten, nur weil in der Hauptstadt eine offenere Atmosphäre herrsche – darum müsse sie eben gewisse Kommentare einfach überhören. Dabei hilft ihr auch die regelmäßige Reflexion des Arbeitskontexts: Dann verwandelt sich die Heilbehandlung eben in ein Rollenspiel. Tirol: Es fehle die Offenheit im Lande, dass gerade Frauen den Mut aufbringen, ein lesbisches Leben ohne Angst zu leben, sagt sie. Noch immer regiere in gewisser Weise die Angst vor Repressalien den Alltag der Menschen – so hatte sie vergeblich versucht, andere Frauen aus ihrem Netzwerk für diesen Artikel zu gewinnen. Früher gaben Frauen ihren Partnerinnen falsche (männliche) Namen und deklinierten das Privatleben fürs berufliche Umfeld einfach um, heute werde es oft noch verschwiegen oder getarnt. Das koste die Beteiligten viel Energie und so wünschen sich viele ein Tirol, in dem es völlig wurscht sei, wie jemand lebt und liebt – wo jeder einfach akzeptiert werde. Privat: In ihrer Ehe verliebte sich Konstanze G. irgendwann in eine andere Frau. Das habe sie anfangs gar nicht wahrhaben wollen, rang die Gefühle nieder und kämpfte lange mit sich selbst, bis sie sich in der neuen Rolle und schließlich Lebenssituation akzeptieren konnte. Die Kinder dagegen hätten sich recht schnell mit der neuen Situation arrangiert und heute finden sie auch eine lesbische Mutter völlig okay.


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eine Weile dauern, denn in der jüngsten Vergangenheit nahm sich die Kammer erstmals einer anderen Dimension an, wie Bernhard Achatz erzählt. „Unter dem Titel ‚Tiroler Wirtschaft lebt Vielfalt‘ haben wir uns vor zwei Jahren intensiv mit dem Kernthema der Migration beschäftigt, um den Interessierten einen aktiven Zugang zu den Unternehmen zu ermöglichen. In eigenen Mentoringprogrammen haben wir besonders Migranten unterstützt, die schon über gute Deutschkenntnisse verfügten und auf Fachkraftniveau arbeiten könnten oder gar höher qualifiziert, die aber nicht fertig studiert hatten oder wo es Probleme gab mit der Anerkennung der Ausbildung, was das Finden adäquater Jobs entsprechend erschwert. Ein weiteres Thema galt dem Nutzen der bestehenden Potentiale, beispielsweise die Zusatzqualifikation einer anderen Sprache, wobei Osteuropa und Asien im Fokus des Interesses stehen. Im Laufe des Frühjahrs wird die Wirtschaftskammer Tirol eine weitere Veranstaltung mit den DiversitySpezialisten von Pauser und Wondrak anbieten, denn immer mehr Unternehmen beschäftigen sich intern mit dem Thema der Vielfalt.“ Das nächste größere Thema oder die nächste Dimension im Sinne des Diversity-Managements seien behinderte Mitarbeiter, sagt Achatz. Auch auf dem Gebiet

Passt einem die Welt nicht, muss man versuchen, sie zu ändern Business: Des Pudels Kern für den Erfolg eines jeden Unternehmens sei dessen erklärter Wunsch nach den besten Mitarbeitern, sagt Georg Öhler von der Innsbrucker Design-Manufaktur Pudelskern. Wer diesen Anspruch ernst nehme, müsse jedem Mitarbeiter ausreichend Platz geben zur persönlichen Entfaltung und sie schützen vor möglichen Diskriminierungen. Um diese Ziele zu erreichen, helfe ein gelebtes Diversity-Management, so der Designer. Seit er auch in London lebt und arbeitet, kennt er die Unternehmenskultur der Anwaltskanzlei seines Freundes und zeigt sich begeistert von den Briten: Bei den monatlichen Pub-Besuchen der Juristen gilt er immer als willkommener Gast an der Seite seines Partners Tirol: Er vermisse gerade im ökonomischen Tirol die nötige Offenheit im Umgang mit der Homosexualität, sagt der Designer. Als ehemaliger Obmann der Homosexuellen Initiative Tirol (Hosi) erfuhr er intensiv von der Situation schwuler und lesbischer Arbeitnehmer im Land der Berge und sah großen Aufholbedarf. Ändern daran konnte er nicht wirklich viel, brachte sich aber beratend ein in die Gesetzesvorlage zur Regelung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Privat: Georg Öhler hielt noch nie etwas von halben Sachen und so wählte er seinerzeit fürs Coming-out den wohl frühestmöglichen Termin: Im Alter von 15 Jahren machte er seine Homosexualität in der Schule öffentlich, zuhause in seinem Heimatdorf im Tiroler Oberland weihte er Familie und Freunde ein und feierte mindestens einen Tag. Damit war das Thema erledigt. So einfach kann´s sein.

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gebe es noch viel zu tun und als Leiter der Abteilung für Arbeits- und Sozialrecht dürfte er sich ganz gut auskennen mit den dürftigen Zahlen aus Tirol. Doch gerade diese Problematik zeigt die möglichen Schwächen des Diversity-Managements: Wenn Firmenleitbilder reine Lippenbekenntnisse bleiben, weil sich an den konkreten Zuständen in den Betrieben nichts wirklich ändert, dann wäre weniger sogar mehr. Wie es aber positiv funktionieren kann, wenn das Konzept auch konsequent gelebt wird, davon berichtet Georg Öhler (siehe rechts). Was der Designer von Pudelskern aus Innsbruck im kleinen Kreis live erlebte, dem näherte sich in Deutschland der Völklinger Kreis zumindest statistisch. Der Bundesverband schwuler Führungskräfte gab eine Studie in Auftrag, um die Effizienz und Akzeptanz von Diversity-Management zu erforschen. Dazu befragten die Initiatoren bereits zum vierten Mal 56 große Unternehmen sowie 41 Behörden und öffentliche Einrichtungen.

Diversity-Management made in Germany Während bei Betrieben mit bis zu 5.000 Mitarbeitern das Diversity-Management meist auf die Dimension der Homosexualität als separates Thema verzichtet (82 Prozent), so schaut es in den Konzernen mit über 20.000 Beschäftigten fast umgekehrt aus: Dort steht bei 73 Prozent der Unternehmen die sexuelle Orientierung ebenfalls auf der Agenda. Dabei lauteten die am häufigsten gegebenen Antworten auf die Frage des Fehlens der Dimension im DiM, dass es bis jetzt keine Probleme gegeben hätte, die Vielfalt als Normalität betrachtet würde, ein Geist der Toleranz vorherrsche oder es eben reine Privatsache sei. Die Unternehmen aber, die Homosexualität offen thematisieren, besitzen in ihren Hierarchieebenen ein Vielfaches an geouteten Führungskräften im Vergleich zu den dort defensiven Betrieben: 9 Vorstände versus 0, 8 in der ersten Ebene versus 1, 6 in der zweiten Ebene versus 2, dann aber 5 im mittleren Management versus 6. Wenn die Folgerung erlaubt ist, dass ein entspanntes Coming-out im Betrieb einhergeht mit optimaler Produktivität und als Gewinn für das Unternehmen gewertet wird, dann sprechen die Zahlen für sich. Wenn Führungskräfte dazu als Vorbilder einer Firma fungieren sollen, dann könnte der Multiplikatoreffekt theoretisch auf allen Ebenen den Menschen das Arbeitsleben erleichtern. Schöne schwul-lesbische Welt? Auch die Studie hat ihre Tücken, wenn sie zum Beispiel die Eigenschaften aufzählt, die homosexuellen Mitarbeitern von den Befragten zugeschrieben werden: tolerant, kommunikationsfähig, freundlich, offen, keine verurteilende Haltung, Sozialkompetenz und Empathie – besser geht’s nicht. Wie normal dagegen das normale Schwulsein ist, erzählt Zahnarzt Gerhard Bachler und lenkt den Fokus auf einen weiteren Aspekt in der Wirtschaft: Homosexuelle als die begehrten Konsumenten (siehe Spalte nächste Seite).

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Kein Thema für niemanden Business: In der Praxis fühlt Gerhard Bachler seinen Mitmenschen täglich auf den Zahn und seine Patienten mit Karies oder Parodontose repräsentieren rein statistisch die klassische Gesellschaft: 90 Prozent hetero, 10 Prozent homo. Persönlich habe er in seinem Berufsleben nie ein Hehl aus seiner Homosexualität gemacht, wenn es unbedingt jemand wissen wollte – bis auf eine Ausnahme: Im ersten Job bei den Barmherzigen Schwestern, doch die Absolution dafür erteilte er sich schon vor vielen Jahren. Tirol: Ein schwules Hotel hätte in Innsbruck bestimmt super Chancen, sagt Bachler, doch offensichtlich sei die Zeit dafür noch nicht reif. Denn aktuell fehle dazu jegliche Initiative. Das sei besonders im Winter schade, wo außer in Sölden oder Kitzbühel eben nichts passiere. Ganz im Gegenteil zu anderen europäischen Destinationen, die längst begriffen hätten, dass Schwule sehr wohl Spaß haben auf Snowboards und Ski und eben nicht vom Eislaufen träumen – da seien noch zu viele Klischees in den Köpfen. Privat: Der Zahnarzt bekennt sich offen zu seinen bürgerlichen Vorlieben mit Reihenhaus und intakter 30-jähriger Partnerschaft. Links wohnt die typische Kleinfamilie und rechts ein rüstiges Rentnerpaar. In der Idylle am Rande der Stadt akzeptiere jeder jeden und ob nun jemand schwul sei oder hetero, sei kein Thema für niemanden.

Wintersaison einen neuen Weg zu wagen und gezielt das homosexuelle Publikum in die Partydomäne Sölden einzuladen, ließen sich die Gäste nicht zweimal bitten. Heute besitzt das legendäre Gay-Snowhappening einen fi xen Platz im Terminkalender der Destination und zum schwulen Skispaß reisen Besucher aus ganz Europa an. Mitinitiator Thomas Bömkes aus München half beim Aufbau des Events, freut sich über die stetig steigende Resonanz in der Szene und sieht jede Saison, wie andere Destinationen mit eigenen Initiativen den Erfolg von Sölden ebenso erfolgreich kopieren: „Nach Sölden zum Gay-Snowhappening reisen um die 500 bis 600 Teilnehmer und in Kitzbühel sind wir mittlerweile auch aktiv. Die Gamsstadt begegnet dem touristischen Segment ebenfalls sehr aufgeschlossen und will sich durchaus noch weiter engagieren. Ich denke, dass Tirol hier ohnehin noch sehr viel Potential brachliegen lässt. Das zeigt auch ein Beispiel in der Schweiz. Neben Sölden gibt es zwei weitere große, jährliche Gay-SkiEvents in Europa: Tignes in Frankreich und Arosa in der Schweiz. Gerade Arosa ist dort sehr aktiv und hat es in den letzten Jahren geschafft, einen hervorragend organisierten und besuchten Event aufzuziehen“, sagt Bömkes. Als Geschäftsführer von TomonTour weiß er um die vielen Städte weltweit, die ihr Marketing auf das begehrenswerte Reisevolk ausrichten, mögen dabei auch primär rein ökonomische Interessen dominieren – denn alle schielen nach den sogenannten Dinks (Double income, no kids), den kinderlosen Doppelverdienern. Egal ob homo oder hetero, diese Kommerzgattung gilt generell als extrem konsumfreudig, was Genuss, Reisen und Kultur betrifft. So ging aus einer gemeinsamen Umfrage von agpro und Pink Marketing aus Wien hervor, dass 57 Prozent der homosexuellen Konsumenten über ein disponibles Einkommen von monatlich mehr als 600 Euro verfügen

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und 30 Prozent der Klientel gar die Marke von 1.500 Euro überschreiten. Im Vergleich dazu schneiden die heterosexuellen Verbraucher mit ihren verfügbaren Verdiensten eher bescheiden ab: Demnach können knapp 34 Prozent der Befragten bis maximal 300 Euro im Monat nach Belieben ausgeben und in Summe liegen 57 Prozent unterhalb der Schwelle von 600 Euro monatlich. Kinder, Kinder – sind sie allein der Grund für diese gegensätzlichen Zahlen?

Die Kaufkraft im Schein der Statistik Statistiken rund um die geballte Kaufkraft der Homosexuellen sollten ruhig mit einer gewissen Zurückhaltung interpretiert werden, denn sonst transportieren sie schnell die üblichen Klischees: Beispielsweise zahlen etliche homosexuelle Männer artig Alimente, nicht alle homosexuellen Männer leben in besagten Doppelverdiener-Partnerschaften, genügend homosexuelle Führungskräfte leben weiterhin ein heterosexuelles Doppelleben und fallen so auch aus der schönen Statistik. Und für lesbische Frauen dürfte es rein ökonomisch noch trister aussehen. Dank der existierenden Einkommensdifferenz von rund einem Drittel zwischen den Gehältern der Geschlechter müssen die Damen schon verdammt gut verdienen, damit sie überhaupt in die finanzielle Nähe der schwulen Dinks gelangen – so viel zu den Zahlen. Trotzdem wollen die solventen Konsumenten umworben werden und so engagieren sich viele große Unternehmen zum Beispiel beim jährlichen Lifeball in Wien, der gigantischen Benefizgala im Kampf gegen HIV, oder rüsten eigene Wagen zu den Regenbogen-Paraden oder beglücken die Szene mit eigenen Homepage-Inhalten. Wie es die Wien-Werbung seit mittlerweile fast 15 Jahren macht. Damals entdeckten die Touristiker das homosexuelle Publikum für sich und warben erstmals offensiv um Gäste. Heute gilt die Hauptstadt bei den Touristen aus Deutschland als zweitliebste Destination gleich nach


Das Etikett „gayfriendly“ allein reicht nicht Business: Anfangs sei die Skepsis in Scheffau schon spürbar gewesen, sagen Manfred Kräss und Thomas Holm. Vor 5 Jahren kauften die Unternehmer ein kleines Wohnhaus direkt gegenüber vom Schilift und bauten es um in ein Hotel – Konkurrenzalarm im Familienskigebiet. Als sich dann aber zeigte, dass das neue Hotel mit dem Namen Romeo speziell schwule Touristen ansprechen sollte, habe es ein kollektives Aufatmen aller Anlieger gegeben. Tirol: Der Markt für den schwulen Tourismus sei in Tirol so gut wie gar nicht entwickelt, sagt das Hotelierduo. Außerdem sei es heute zu wenig, mit dem Etikett „gayfriendly“ zu werben, dann aber keine Doppelbetten anzubieten oder nicht zu wissen, wo die Szenekneipen sind und welche Partys steigen. Die Schweiz dagegen habe die Kaufkraft der Klientel erkannt und würde sich entsprechend stark positionieren. So handle es sich beim Markt in Tirol um eine Nische und auch die Werbung mit mehr als 100.000 Flyern in allen möglichen Magazinen sei kein Garant für ein Fullhouse die ganze Saison. Privat: Als sich der Salzburger Thomas Holm und der Bayer Manfred Kräss zum Standortwechsel entschieden und aus der Metropole München aufbrachen in die Provinz von Tirol – da machten die Freunde große Augen. Doch seitdem ist Scheffau am Wilden Kaiser eine bekannte Adresse in der Community.

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London. Denn nur ein bisschen Werbung allein garantiere noch keinen Erfolg, sagen die Hoteliers Christian Käss und Thomas Holm vom Hotel Romeo in Scheffau am Wilden Kaiser. Auch das Etikett „gayfriendly“ müsse heute mehr bieten als ein Lächeln an der Rezeption. Es gibt also noch viel zu tun, bis Tirol langsam aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und Pink neben Lodengrün, Dirndlblau und Rabenschwarz seinen Platz in der Gesellschaft behaupten kann. Doch wie sagen die Barkeeper Markus V. und Metin E: Es braucht eben alles seine Zeit.

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Es braucht seine Zeit Business: Buchhaltung und Cocktailbar – das Duo Markus V. und Metin E. schätzt die stille Sprache der Zahlen ebenso wie den Smalltalk am langen Tresen ihrer M+M Bar im Innsbrucker Stadtteil St Nikolaus. Anfangs habe die Nachbarschaft zwar gemurrt, als sie vom Öffnen der „warmen Cocktailbar“ hörte, doch tausende Caipis später zählt sie selbst zu den Stammgästen des Nachtlokals, dessen intuitives Diversity-Management allen Gästen ein entspanntes Ambiente offeriert. Es brauche eben seine Zeit, sagt der Barkeeper Metin. Und es störe auch keinen der schwulen oder lesbischen Gäste, dass 80 Prozent der Besucher hetero seien. Tirol: Verliebt, verlobt, verpartnert anstatt verheiratet – auch Österreich verweigere den Homosexuellen die Ehe, was keinen wirklich glücklich mache, sagt Markus V. So stehe der Beziehungsstatus „verpartnert“ korrekterweise auf dem Steuerbescheid oder anderen Dokumenten und jedes Amt habe Einblick in die zentral erfassten Daten. Wächst da ein neues Homosexuellenregister heran – wehe dem, der Böses dabei denkt! Privat: Nach einer klassisch konservativ-katholischen Jugend auf dem Bauernhof im Ötztal musste Markus V. erst ins mondäne Seefeld fliehen, um sich selbst zu finden. Dabei traf er Metin, der schon damals die besten Cocktails mixte, und seitdem seien die beiden unzertrennlich.

Foto: designuebersee Schüller & Heise

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Ein starkes Team: die Vorstände von BPW Club Tirol und UHD Rosenheim

Frau und Erfolg –

ein Motivationstag für Frauen Wie wird die Zukunft weiblich, was bringt Frauen vorwärts und welche Erfolgsrezepte gibt es für Unternehmerinnen? Mit diesen Fragen befasst sich die Veranstaltung „Frau und Erfolg“ am 3. März 2012 in Kufstein. Einen Tag lang können interessierte Frauen, Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen bei einem hochkarätigen Forum im Hotel Andreas Hofer kostenlos Tipps holen und Erfahrungen austauschen. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos zur Veranstaltung und dem Projekt an sich unter www.frau-und-erfolg.eu

Tausende HIV positive Menschen arbeiten täglich in Österreich. Die meisten sprechen aus Angst vor Ausgrenzung nicht über ihre Infektion. Es liegt an uns allen, falsche Vorstellungen zum Thema HIV zu korrigieren und unbegründete Ängste abzubauen. Helfen Sie mit, die Situation Betroffener am Arbeitsplatz zu verbessern. Machen Sie sich mit der Realität vertraut: www.aidshilfen.at

Informieren statt diskriminieren. Eine Initiative der AIDS-Hilfen Österreichs.

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Von Knickerbockern zur Hightech-Hose Sportswear und Jagdbekleidung nach Tiroler Art Fast schon als Relikt präsentiert sich das Unternehmen Astri in Ötztal-Bahnhof. Während andere Textilproduzenten ihre Produktion schon längst in Niedriglohnländer ausgelagert haben, hält Astri mit einem Großteil seiner Modelle erfolgreich mit heimischen Näherinnen am Standort Tirol fest. Ein außergewöhnlicher Familienbetrieb an einem außergewöhnlichen Standort mit einer außergewöhnlichen Philosophie.

Text: Doris Penna Fotos: BLICKFANG photographie

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Die Geschichte des bald sechzigjährigen Familienunternehmens Astri ist abwechslungsreich und durchaus spannend. Eingebettet im Föhrenwald von Ötztal-Bahnhof, umgeben von Einfamilienhäusern, scheint das Betriebsgebäude auf den ersten Blick fast unscheinbar, doch beherbergt es seit Jahrzehnten zahlreiche fleißige Näherinnen, die auch heute noch an die 30.000 hochwertige Outdoor-Produkte pro Jahr in Präzisionsarbeit von Hand fertigen. Da am Standort Ötztal-Bahnhof nicht alle Modelle gefertigt werden können, helfen Partnerbetriebe in Österreich und Slowenien dem Familienunternehmen aus. „Wir haben uns auf den funktionellen Nischenbereich spezialisiert“, lässt uns Seniorchef Helmut Strigl wissen und erklärt auch warum: „Die Konkurrenz ist riesig, jedoch in unserem Spezialbereich wiederum relativ. In Österreich gibt es fast keine freien Sporthändler mehr, fast alle sind Filialisten oder gehören einem Verband an. Die kaufen keine Waren, sondern Konditionen, und da können und wollen wir nicht mitspielen.“

Und so hat sich im kleinen Örtchen Ötztal-Bahnhof über Jahrzehnte ein Familienbetrieb behauptet, der sich durch stetige Innovationen und hohe Qualitätsstandards im Inland wie im Ausland einen Namen gemacht hat. Insider setzen auf Astri-Modelle, sowohl im Outdoor-Bereich als auch im stetig wachsenden Jagdbekleidungssegment.

Ein geschichtlicher Exkurs Der Grundstein des erfolgreichen Unternehmens wurde im Jahr 1952 gelegt, als Alois Strigl und seine Frau Christine eine kleine Maßschneiderei in Haiming gründeten. Schon bald bot sich dem umtriebigen Schneider die Möglichkeit, einen kleinen Konfektionsbetrieb seines Onkels zu übernehmen. Hier wurden im feinen Örtchen Haiming bereits Damenmäntel und Kostüme in größeren Stückzahlen industriell gefertigt. Doch auch dieser Konfektionsbetrieb platzte bald aus allen Nähten und so entschied sich Alois Strigl, eine neue Betriebsstätte in ÖtztalBahnhof zu erbauen. 1964 war es dann so weit und


1972 trat Helmut Strigl in das väterliche Unternehmen ein und übernahm fortan die Produktionsabteilung. Schon 1974 zeichnete er sich für eine größere, aber umso innovativere Investition verantwortlich: die Produktion wurde vom Taktband auf eine Hängefertigung umgestellt. Mit großem Erfolg, denn der Ausstoß konnte um über 30 % gesteigert werden und die Verkäufe stiegen weiter. 1979 übernahm Helmut Strigl die Geschäftsleitung von seinem Vater und war bald mit neuen Herausforderungen konfrontiert, denn die Hochblüte der Kniebundhose schien vorüber zu sein und neue Innovationen waren gefragt. Neue Materialien und neue Farbtrends wurden aufgegriffen und die Themen Outdoor, Trekking und Mountainsport beherrschten fortan das Haus Astri. Durch den stärkeren Ausbau des Exportgeschäftes in benachbarte europäische Länder sowie auch Japan und Korea vergrößerte sich zwar der Absatzmarkt erheblich, doch traten vor allem in Österreich immer mehr Filialisten und Verbände auf, die vor allem Eigenmarken und internationale Marken mit großen Werbevolumina forcieren. Der inhabergeführte Sporthandel verschwand zusehends von der Bildfläche. Und so widmete sich der Familienbetrieb neben der Verarbeitung neuester Materialien im Outdoorbereich immer mehr einem anderen Thema: der Jagdbekleidung.

ASTRI HUNT auf Erfolgskurs Ein weiterer Schritt in Richtung Spezialisierung war die Entscheidung, den Jagdbereich zu forcieren. Denn hier sind hohe Qualität, besondere Stoffe und Stoff kombinationen, hoher Tragekomfort und auch Sondergrößen besonders gefragt. In diesem Bereich können große Hersteller nicht mithalten. Ganze Kollektionen aus hochwertigsten Materialien überzeugen Jäger im ganzen Land von Bregenz bis Wien, von Bayern bis Norditalien und in der Schweiz.

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das neue Firmengebäude wurde seiner Bestimmung übergeben. „Damals hatte man generell noch weniger Gewand und es entstanden mit der Zeit immer mehr Bekleidungsfi rmen und die Branche begann zu wachsen“, schildert der heutige Seniorchef und Sohn des Firmengründers, Helmut Strigl, die boomende Textilindustrie. Doch irgendwann wurde in der klassischen Damenund Herrenkonfektion die Konkurrenz übermächtig. Neue Ideen waren gefragt. Und schnell gefunden: Mit dem aufkommenden Wandertrend in Österreich setzte Alois Strigl alles auf die Kniebundhose und der Erfolg gab ihm Recht. Die sogenannte „Knickerbocker“ verhalf dem Unternehmen zu einem absoluten Höhenflug, bis zu 100.000 Kniebund- und Jethosen wurden über Jahre hinweg in dem idyllischen Örtchen gefertigt. Verkauft wurden diese fast ausschließlich im österreichischen Sportfachhandel, dem Export stand man anfangs noch zögerlich gegenüber. Jedoch war die Nachfrage auch in Deutschland so groß, dass bald auch dieser attraktive Markt beliefert wurde.


Eine wahre Fülle an verschiedenen Modellen und Größen, von farbenfroh bis klassisch schwarz oder grau, Astri Funktionsmode ist und bleibt vor allem bei Alpinisten und Jägern hochgeschätzt.

Ob traditioneller Loden, Loden vermischt mit Stretch oder Kunstfaser oder überhaupt neueste HightechMaterialien, Weidmänner finden bei Astri eine große Auswahl an verschiedensten Modellen. Der große Vorteil: Astri bietet neben gängigen Größen auch sämtliche Sondergrößen, sowohl im Outdoorbereich als auch bei der Jagdbekleidung.

Kundenpflege statt Expansion Die Strategie des Familienbetriebes entspricht zwar nicht den gängigen Normen der derzeit herrschenden Gewinnmaximierung um jeden Preis, sondern stellt erfreulicherweise bestehende Kundenbeziehungen in den Mittelpunkt. „Wir können und wollen nicht als Global Player auftreten und arbeiten in diesem Sinne auch nicht expansiv. Wir wollen laufend unsere Kundenbeziehungen pflegen und verbessern“, so Helmut Strigl über die strategische Ausrichtung. „Im Gegensatz zu großindustrieller Fertigung können wir kun-

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denspezifische Wünsche erfüllen, kleine Serien produzieren, eine Vielzahl an Größen pro Serie nähen. Wir fertigen immer mehr Sondermodelle für Feuerwehren, Rettungen oder sonstige öffentliche Institutionen oder Vereine an“, freut sich auch Junior-Chef Clemens Strigl – seit 1996 mit an der Führungsspitze – über boomende Absatzquellen. Dennoch könnte das Unternehmen ohne Export mittlerweile kaum mehr überleben. „Vor allem Japan ist nach wie vor ein sehr interessanter Markt für uns. Hier fahren wir mit einer etwas konservativen, aber funktionellen Linie, denn die Japaner tragen diese funktionelle Bekleidung auch im Alltag, nicht nur bei sportlichen Aktivitäten“, erläutert Helmut Strigl.

Aufs Material kommts an Dass es vor allem bei der funktionalen Outdoor- wie auch Jagdbekleidung vor allem auf das Material ankommt, bestätigt Clemens Strigl: „Bei hochwertigen


Die Hose ist Handarbeit Kaum zu glauben, aber wahr: Die Fertigung einer Hose ist zu mehr als 90 % auch heute noch Handarbeit. Je nach Modell werden vorerst nach Schnittlagenmustern unzählige Einzelteile geschnitten und in Handarbeit zusammengenäht. Auf erhöhten Sockeln nähen die fleißigen Näherinnen präzise genau Teil für Teil zusammen. Wenn alles glatt läuft, werden in Ötztal-Bahnhof pro Tag 40 bis 45 Hosen gefertigt, von anderen Teilen wie Jacken bis zu 150 Stück am Tag. In Anbetracht dieser Tatsache und der

Tatsache des hochwertigen Materials erübrigen sich Diskussionen über das Preis-Leistungs-Verhältnis von Skitouren- oder Outdoorhosen sowie Jagdbekleidung eigentlich relativ schnell.

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Stoffen und Materialien ist die Lebensdauer extrem lang. In der technischen Linie fahren wir nur mit den besten Stoffen, auch bei den Reißverschlüssen. Aus Preisgründen bieten wir auch Kollektionen mit günstigeren Stoffen an, die jedoch in ihrer Lebensdauer natürlich schneller aufgebraucht sind.“ Die hochwertigen Stoffe und Materialien bezieht der heimische Bekleidungsproduzent fast ausschließlich von Schoeller, einem Schweizer Textilproduzenten, der ausschließlich ökotex-zertifizierte Textilien mit dem blue sign – ein Zertifikat, dass bei der Herstellung die Umwelt nicht belastet wird – anbietet. Generell wird bei Astri noch alles genäht, nichts geklebt.

WOPO – das Astri-Fachgeschäft Ganz nach Familientradition betreibt Uschi Strigl mit Tochter Eva Maria ein Fachgeschäft unter dem Namen WOPO. Hier werden vorwiegend hauseigene Modelle und Produkte verkauft, von der erfolgreichen Jagdbekleidung bis hin zu Fleece- oder Softshelljacken, Wander- oder Skitourenhosen. Seit zwei Saisonen finden Kunden auch eine gediegene Auswahl an Trachten- und Landhausmode im anspruchsvollen Fachgeschäft mit kompetenter Beratung. Mit Erfolg, denn Dirndln, Anzüge, Blusen und Hemden samt Accessoires verkaufen sich bestens und runden das breite Angebot des Shops ab. „Wir planen in Kürze die Zusammenlegung unserer beiden Standorte. Einem neu gestalteten Fachgeschäft soll eine Schauproduktionsstätte angegliedert werden“, so Helmut Strigl. Es bleibt also weiterhin spannend im Hause Astri mit der Errichtung eines innovativen Shopkonzeptes mit angeschlossener Produktion.

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Zahlen und Fakten: Gegründet 1952 von Alois und Christina Strigl Umsatz: ca. 2,5 Mio. Euro Exportanteil: 60 bis 70 % Exportmärkte: vor allem Japan, Schweiz, Bayern, Norditalien, Norwegen Umsatzanteil Outdoorbekleidung: 40 % Umsatzanteil Jadgbekleidung: 60 % Mitarbeiter Standort Ötztal-Bahnhof: ca. 20

Bauernbundball: Die lange Nacht in Tracht Wer ein Erlebnis der besonderen Art haben will, der ist beim Tiroler Bauernbundball genau an der richtigen Stelle. Modern und traditionell, jung, ausgelassen – so präsentiert sich das größte Ballereignis Westösterreichs im heurigen Jahr. Am 10. Februar 2012 warten im Congress Innsbruck zehn Musikgruppen und eine Mitternachtseinlage auf die Besucher. Eröffnet wird der größte Ball Westösterreichs um 20.30 Uhr von 60 Paaren der Jungbauernschaft/ Landjugend aus dem Bezirk Reutte mit dem traditionellen Auftanz. Ganz traditionell spielt dann in der Dogana Franzl Posch mit seinen Innbrügglern bis 23.30 Uhr zum Tanz auf. Bis Mitternacht zeigen dann die Absamer Matschgerer echtes Tiroler Fasnachtsbrauchtum. Für tolle Partystimmung bis vier Uhr früh sorgen danach „Die jungen Zillertaler“ mit dem „Fliegerlied“ und vielen ihrer Hits. Rock meets Volksmusik Heiß her geht es im Saal Tirol. Dort treffen die „Pfunds Kerle“ auf die Cover-Band „Dreirad“ und bieten einen Mix aus Rock und volkstümlicher Musik. Zum offenen Volkstanzen wird in den Saal Innsbruck geladen. Die Mieminger Tanzlmusig und die Tiroler Tanzbodnmusig sorgen für Stimmung mit echter Volksmusik. Auch im Künstlerfoyer und im Kristallfoyer geht es hoch her. Gleich vier Musikgruppen spielen zum Tanz auf: Die Freddy Pfister Band, Tirol Sound, die Zillertaler Mander und die Südtiroler Gruppe „Volxrock“ geben Vollgas. Die knackigsten Tiroler Mädels und Burschen werden ab 22 Uhr zum neuen Jungbauernkalender im Tirol Foyer gecastet. Die besten werden vielleicht ein Blatt des Kultkalenders im nächsten Jahr zieren.

Karten: Vorverkaufskaufskarten um EUR 18,– (EUR 26,– mit Sitzplatzreservierung) gibt es beim Tiroler Bauernbund, Brixner Straße 1, 1. Stock, in Innsbruck unter Tel. 0512/59900-57 oder E-Mail: hoertnagl@tiroler-bauernbund.at. Der Vorverkauf endet am 8. Feber. Eintritt an der Abendkassa EUR 22,–. Infos: www.tiroler-bauernbund.at oder www.tjblj.at

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Visualisierung des Projekts AlpineLodges in der Lenzerheide für Jägerbau

Die Trendsetter In der weiten Welt der werbenden Wirtschaft gibt es Vordenker. Und es gibt Nachdenker. Dann gibt es noch die comm.ag aus Innsbruck. Die Full-Service-Agentur bietet ihren Kunden das komplette Betreuungspaket und punktet auf dem glatten Parkett der Kreativen mit Bodenhaftung: durch Techniker, die begeistern, und Strategen, die wissen, wovon sie reden.

Text: Stefan Becker Fotos: comm.ag

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Kunst kommt von Können. Kann man so sagen. Und die Kunst, den anderen immer einen Schritt voraus zu sein, verlangt nach ganz besonderen Talenten. Wer Trends setzen möchte, muss früh aufstehen, lange wach bleiben und hart arbeiten. comm.ag-Gründer Heinz Wolf kennt diese Mechanismen aus frühesten Agenturtagen, als er das große Thema der Visualisierung hinaus in die Welt trug, direkt zu den Kunden. Denn die digitale Technik revolutionierte das Sehen, eröffnete Augen und Geist durch animierte Bilder neue Perspektiven, tiefe Einblicke und weite Aussichten. Besonders von Dingen, die noch gar nicht existieren oder sich in der Entwicklung befinden. Architekten, Immobilienentwickler und Produktdesigner bedienen sich heute ganz selbstverständlich dieser visionären Präsentationen. Sie nehmen ihre Kunden mit auf Reisen in virtuelle Welten, öffnen Türen für Träume, zeigen raffinierte Ideen wie elegante Lösungen. Wie das in den Anfängen aussah, erzählt Robert Kelca, Miteigentümer der international agierenden Gesellschaft ATP – Architekten und Ingenieure und Geschäftsführer des Büros in Innsbruck.

Unkonventionelle Methoden für unkonventionelle Lösungen „Bis heute überrascht uns die comm.ag immer wieder mit ihren unkonventionellen Lösungen: Unsere Zusammenarbeit begann vor 15 Jahren mit einer Visualisierung im großen Stil für unseren Kunden DEZ. Zur optimalen Präsentation brachte das Team um Heinz Wolf gleich die eigenen Rechner samt Bildschirmen mit, installierte rasch die Technik, startete eine photorealistische Animation und erhielt dafür viel Anerkennung. Sowie natürlich weitere Aufträge. Für ein anderes Projekt in Wien bedurfte es großer Datenmengen, die damals übers Internet nur schwer zu verschicken waren. Also schickten sie gleich ihren Mitarbeiter samt Equipment zum Kunden und ließen ihn vor Ort den Auftrag erledigen, über zwei Monate. So einen unkonventionellen Service bieten wohl die wenigsten Agenturen“, so Kelca.

Signa vertraut auf die comm.ag Auch ein weiterer Global Player des internationalen Immobilien-Business ist von der Arbeit begeistert und


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Markt der Eitelkeiten zu etablieren. Darum existieren zwischen Theorie und Praxis oft große Diskrepanzen und wohl dem Suchenden, der für seine Projekte gleich den passenden Partner findet. Denn gut Ding will ja bekanntlich Weile haben. Das sagt nicht der große Kommunikator namens Konfuzius, das lehrt die Erfahrung. So ähnlich hat es sich auch zugetragen, bevor das größte Busunternehmen Westtirols, der „Ötztaler“, der Agentur den Zuschlag für die komplette Neupositionierung gab. Doch das soll Geschäftsführer Franz Sailer lieber selbst erzählen: „Wir hatten eigentlich keinen gesamtheitlichen Auftritt, denn viele kleine Agenturen verliehen unserer vermeintlichen Corporate Identity eine

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schenkt Vertrauen: Die Signa-Holding von René Benko. Der Realitäten-Tycoon aus Tirol inszeniert in den Büros der Agentur eine Vielzahl seiner internationalen Projekte und je origineller der jeweilige Coup, desto höher schlagen die Herzen der Werber. Wie beim Vermarkten der avantgardistischen Bürogebäude „haus an der wien“ oder „Rivergate“: Corporate Design entwickeln, Homepage gestalten, Kampagnen kreieren, zu Events einladen, eine Vision in Form beeindruckender Filme zum Leben erwecken. „Seit den Anfängen der SignaHolding vor 11 Jahren arbeiten beide Unternehmen eng zusammen und wir sind immer wieder von den tollen Ideen und spannenden Ansätzen begeistert. Ob beim Kaufhaus Tyrol, dem ‚haus an der wien‘ oder dem Projekt Rivergate, um nur drei Beispiele zu nennen – es tut gut, einen kompetenten Partner an seiner Seite zu wissen, auf den man sich 100 % verlassen kann. Dafür bürgen die menschlichen Qualitäten von Heinz Wolf und seinem Team sowie deren Handschlagqualitäten”, sagt Markus Mitterrutzner, Chef der Signa-Kommunikation.

In der digitalen Welt verwurzelt Der Clou dabei: Trotz vieler parallel laufender Aktivitäten bremsen weder Konfusion noch Kollision den Workflow. „Ganz im Gegenteil“, sagt Heinz Wolf, „jeder Kunde hat bei uns genau einen Ansprechpartner und kann sich während eines Besuchs in der Agentur alle aktuellen Arbeiten ansehen, Mediadaten abgleichen oder einfach nur einen Kaffee trinken. Denn all unsere Spezialisten brauchen kreative Pausen, da kommen oft die besten Ideen.“ So erkannten die Strategen des Hauses früh das Potential von Online-Marketing und verweisen mit einem Hauch von Stolz auf die GoogleZertifizierung der Agentur (siehe „Die Buchung muss sexy sein“ auf der nächsten Seite). Mit dem zukunftsweisenden Schritt positionierte sich die comm.ag knietief in der digitalen Welt, importierte einen weltweiten Trend nach Tirol und kombiniert im Interesse der Kunden die neuen Tools mit den Werkzeugen der klassischen Werbung. Birgitt Jäger aus der Dynastie des Vorarlberger VorzeigeBauunternehmens Jäger Bau charakterisiert die Zusammenarbeit so: „Eine Full-Service-Agentur birgt für mich als Kunden große Vorteile: Ob bravourös umgesetzte Visualisierungen für den Verkauf der Immobilienprojekte, ob wahnsinnig gut gemachte Videos über unsere Ressorts für die eigenen Infotainment-Systeme in den Appartementanlagen oder klassische Printprodukte wie Broschüren und Inserate samt Mediaplanung – alles wird rasch, kompetent und in freundschaftlicher Weise erledigt. Das schafft Vertrauen. Der Relaunch unserer Website jaegerprojects.com wird ebenso professionell begleitet wie die Suchmaschinen-Optimierung für die AlpinLodges – wir sind also voll des Lobes und fühlen uns bei der comm.ag ausgezeichnet aufgehoben.“

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Alles aus einer Hand – das heißt akribische Handarbeit Durchdacht vom Beginn bis zum temporären Ende bedeutet intensive Kopfarbeit. Beide Techniken vollendet zu kombinieren, charakterisiert das Wesen einer modernen Full-Service-Agentur. Wobei das hippe wie chice Etikett allein bei Weitem nicht reicht, um sich auf dem

Heinz Wolf – Gründer und Geschäftsführer der comm.ag

Die mit dem Wolf kommunizieren comm.ag-Geschäftsführer Heinz Wolf macht sein Business mit viel Phantasie und Strategie – weil er den Blick fürs Ganze besitzt, viel Bauchgefühl und mit beiden Beinen am Boden bleibt. Langsam wird es eng am Mitterweg 60: Wo heute an manchen Tagen bis zu 20 Mitarbeiter in den hellen Räumen der comm.ag mit der Kreativität kokettieren, verirrte sich vor zwei Jahren noch ein kleines Team auf der Suche nach Kaffeemaschine und Kopierer. „Das sei ja viel zu groß, meinten die meisten Mitarbeiter, doch ich hatte so ein Gefühl, dass die Büros ganz gut zu uns passen“, sagt Heinz Wolf. Der Geschäftsführer der Full-Service-Agentur entschied in einer Stunde über den Kauf der Immobilie und pushte mit dem Schritt das Unternehmen in die nächste Phase der Expansion. Dabei begann alles ganz harmlos: Auf den Dächern des Landes installierte er als junger Elektromeister die Technik der Zeit; auf den Dächern der Welt kraxelte er von Gipfel zu Gipfel – auch berufl ich. Die Bayern von BMW boten ihm die Meisterschaft der Kältetechnik, der Schweizer Weltkonzern Sulzer die Leitung einer Niederlassung. Wolf machte beides und begann anschließend ein Studium der Wirtschaftswissenschaft. Denn er hatte so ein Gefühl, dass da noch was geht, und den richtigen Riecher für eine vor 15 Jahren fast verwegene Geschäftsidee: digitale Visualisierungen. „Architekten und Immobilienvermarkter standen damals vor dem Dilemma, dass sie ihre Ideen, Entwürfe oder Objekte den Kunden nur als Modell oder Zeichnung präsentieren konnten – wir haben dann am Computer authentische Illusionen kreiert und Pläne zum Leben animiert – das ist unsere Vision von Visualisierung.“ Wolf startete als einsamer Wolf im heimischen Wohnzimmer, strukturierte und koordinierte die Aufträge, delegierte und motivierte für die Arbeiten. Das macht er jetzt noch genauso, bloß mittlerweile als Leitwolf eines Expertenrudels. „Eine unserer Stärken ist die Kreativität und Leidenschaft unserer Mitarbeiter, womit wir auch international konkurrenzfähig sind.“ Das belegt auch der jüngste Coup: In einem europaweit ausgeschriebenen Pitch gewann die comm.ag den Auftrag für die Gestaltung aller grafischen Arbeiten der Brenner-Basistunnel-Gesellschaft. Chapeau!

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Links: Logo-Relaunch und grafische Arbeiten für die BrennerBasistunnel-Gesellschaft Rechts: Anzeigenkampagne für das Signa-Projekt „Rivergate“

Vielzahl von Schattierungen. Doch das entwickelte sich langsam zum Problem. Für Heinz Wolf war es am Beginn sicher sehr mühsam, mich zu überzeugen, denn ich bin kein Freund des Marketings. Letztendlich haben er und sein Team es aber doch geschafft. Mittlerweile wird alles für uns gemacht – von Visitenkarten, Geschäftsausstattung, Imagebroschüren, Reisekatalogen, Homepage bis hin zur Pressearbeit. Wir sind wirklich froh, dass wir sie haben, da wird ganze Arbeit geleistet. Mit dem optimierten Reisekatalog haben wir etwa 2011 unsere Weihnachtsfahrten im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Mit so viel Rückenwind bauen wir jetzt das Segment im Reisebereich weiter aus und starten diesen Sommer mit 30 Destinationen in den Bustourismus.“

Jede Agentur wünscht sich glückliche Kunden ... und freut sich selbstverständlich mit deren Erfolgen. Und doch gibt es da noch etwas anderes, das dem Karma der Werberseele besonders gut tut: Der Gewinn eines Pitches. Je größer die Spezialistendichte des Teilnehmerfeldes, je internationaler die Mitbewerber, desto höher steigt die Spannung. So auch bei der europaweiten Ausschreibung für alle grafischen Arbeiten der BrennerBasistunnel-Gesellschaft. Nervenkitzel bis zum Finale, dann Trommelwirbel, Tusch und Nennung der Gewinner: die comm.ag aus Innsbruck. Das Generationenprojekt bekommt nun ein neues Gesicht, für die Menschen

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direkt vor Ort sowie interessierte Weltbürger. So fanden erste Broschüren bereits ihren Weg nach China, denn auch dort stehen große Infrastrukturvorhaben auf der Agenda. Doch zurück nach Tirol, wo die Bauarbeiten bald in einem neuen Layout erscheinen: „Professionell und freundschaftlich, das ist unser Arbeitsklima. Wir tauschen spannende Ideen aus und entwickeln diese gemeinsam weiter. Vor allem im grafischen Bereich handelt es sich dabei um sehr komplexe Projekte, wie zum Beispiel das Erstellen aktueller Trassenpläne auf der Basis von georeferenzierten Daten. Seit dem Spätherbst wird somit vieles neu gestaltet. Heraus kommt ein wirklich ansprechendes Informationsmaterial, welches wir an Infopoints und auf Messen verteilen“, sagt Simon Lochmann. Er leitet die Kommunikationsabteilung der Brenner-Basistunnel-Gesellschaft. Die Kunst der Kommunikation bedient sich vieler variabler Methoden. Das Talent der Macher besteht darin, diese so gekonnt wie sensibel aufeinander abzustimmen und gezielt einzusetzen. Zum größten Nutzen des Kunden. Lösungen statt Losungen lautet das Credo der comm.ag. Deshalb wird bewusst auf das Wissen von Experten gesetzt, die vorzugsweise gleich unter dem eigenen Dach beschäftigt sind. Das bedeutet kurze Wege für die Kunden, für die Teamworker, für Ideen jeder Art, und dieser Esprit garantiert Effizienz auf allen Ebenen.

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Die Buchung muss sexy sein Online-Marketing bietet dem Kunden die direkte Messbarkeit des Erfolges, kein anderes Marketinginstrument kommt da ran. Ob die Homepage topt oder floppt; ob der Online-Shop verkauft oder verhütet – Zahlen lügen nicht. Besuche, Buchungen, Bestellungen: Kunden wünschen sich viel Bewegung auf den Seiten und eine erfahrene Agentur schafft dafür die besten Bedingungen. Wie eine schlanke Programmierung für userfreundliche Homepages, denn heute muss auch eine Buchung sexy sein. Als ein von Google zertifizierter Adwords-Partner platziert die comm.ag zum Beispiel kundenspezifische Schlüsselwörter für die Suche-Abfragen und trifft dank ausgeklügelten BID-Managements damit immer ins Schwarze. Natürlich auch bei den Social-Media-Aktivitäten: Liken bei Facebook, Zwitschern bei Twitter, Posten auf YouTube oder Blogs schreiben. Wie das konkret ausschaut, erzählt Angela Schwarzmann, Marketingdirektorin von Warth-Schröcken Tourismus: „Durch die intensive Beratung im Online-Marketing sind wir am Puls der Zeit. Wir können sofort reagieren, das zeigen auch die stark gestiegenen Zugriffe auf unserer Homepage. Die Kreativen der comm.ag haben originell, humor- und wirkungsvoll das Thema Schneesicherheit auf den Punkt gebracht. Das zeigt auch das sehr positive Feedback von Gästen und Einheimischen. Darüber sind wir happy, genauso wie über die durchschnittlich 11 Meter gefallenen Neuschnee pro Winter.“

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„SONNENTOR steht für Werte, für die es sich lohnt, geradezustehen und zu arbeiten.“ Johannes Gutmann, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens


Die „Gemeinwohl-Ökonomie“ ist eine Form der Marktwirtschaft, in der die Motive und Ziele des (privaten) unternehmerischen Strebens „umgepolt“ werden – von Gewinnorientierung und Konkurrenz auf Gemeinwohlstreben und Kooperation.

SONNENTOR, der Biospezialist aus dem niederösterreichischen Waldviertel, sieht Menschenwürde, Solidarität, Kooperation, Vertrauensbildung, Verantwortung und Wertschätzung als zentrale Werte des Wirtschaftens und teilt diese Werte mit den Pionierunternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie. Das Unternehmen lebt diese Grundsätze seit 23 Jahren. „Wir wollen den Eigennutzen, den Allgemeinnutzen und den sozialen Nutzen verbinden“, so SONNENTOR-Gründer und Geschäftsführer Johannes Gutmann. „Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine Form des Wirtschaftens, die nicht den Gewinn, sondern das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellt – das unterstützen wir, denn nur so kann die Freude wachsen.“ Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass sich diese Form des Wirtschaftens sehr gut mit der Natur des Menschen vereinbaren lässt – denn: die vom österreichischen Attac-Gründer Christian Felber defi nierte Gemeinwohl-Ökonomie baut auf genau den Werten auf, die auch zwischenmenschliche Beziehungen gelingen lassen. Zentrales Element und Messinstrument für ein Unternehmen ist die Gemeinwohl-Bilanz. Entscheidend für den unternehmerischen Erfolg ist nicht der Gewinn, sondern das Ergebnis dieser Bilanz, die das Unternehmen in verschiedensten Bereichen, wie zum Beispiel ethisches Beschaff ungswesen, Arbeitsplatzqualität, ethisches Verkaufen und soziale Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen, beurteilt. Die Bestrebungen der Unternehmen werden schriftlich erfasst, von externen Auditoren überprüft und die Ergebnisse der Bilanz für alle sichtbar veröff ent-

licht. Je besser die Bilanz ausfällt, desto mehr „Belohnungen“ – wie zum Beispiel höhere Fördermittel – soll das Unternehmen erhalten. Sie ist der Anreiz, um sich im Sinne der Gemeinwohl-Ökonomie ständig zu verbessern und weiterzuentwickeln.

SONNENTOR – heute schon für übermorgen Öko-Effi zienz und Öko-Effektivität gelten bei der Herstellung der Bioprodukte bzw. bei der Erbringung der Handelsleistungen in der täglichen Arbeit als höchste Priorität. Egal, ob Einkäufe aus eigenen Anbauprojekten oder aus Übersee – alle stammen nachweislich aus fairem Anbau mit hoher Umweltverträglichkeit. SONNENTOR verwendet in der Produktion keine Maschinen, die direkte Emissionen erzeugen. Das Unternehmen verpackt die Produkte großteils in biologisch abbaubare Folien. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 1,3 Mio. Laufmeter der Verpackungsfolie aus Cellulose verarbeitet. Das im April 2011 fertiggestellte Nullenergie-Büro- und Veranstaltungsgebäude „Geist- & Genuss-Reich“ und die neue Lagerhalle „Kreuz & Quer“ bieten Platz für eine 2 x 15-kWh-Photovoltaikanlage, die jedes Jahr die Entstehung von 20 Tonnen CO2 verhindert. Seit Mitte August 2011 gibt es außerdem zwei Elektrotankstellen, die jedem Elektroautofahrer kostenfrei zur Verfügung stehen. „SONNENTOR steht für Werte, für die es sich lohnt, geradezustehen und zu arbeiten. Leben und leben lassen, das gegenseitige Anerkennen und Wertschätzen sind für ein langfristiges Miteinander unerlässlich“, erklärt Johannes Gutmann, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens. Dass dies

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Pionier der Gemeinwohl-Ökonomie


keine leeren Worte sind, beweisen mittlerweile 170 begeisterte Mitarbeiter am Unternehmensstandort in Sprögnitz und 70 Mitarbeiter des Tochterunternehmens SONNENTOR s.r.o. in Tschechien. SONNENTOR gehört zu den ersten Unternehmen, die die Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben. Damit wirkt das Unternehmen als Vorbild für viele andere in diesem Bereich. Da wächst die Freude! SONNENTOR-Produkte sind in den SONNENTORGeschäften, im Bio-Fachhandel und unter www.sonnentor.com erhältlich. Auf der Website steht auch die Gemeinwohlbilanz des Unternehmens zum Download bereit (Punkt: Blog, News & Community / Downloads / Unternehmen)

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Der Unternehmenszweck und die Philosophie des Unternehmens veranlassen es zur Bewusstseinsbildung für gesunde Lebensweise, Nachhaltigkeit und biologische Kreislaufwirtschaft. Das erwirtschaftete Kapital wird zum Großteil reinvestiert oder geht über Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an den Staat. Eine der wichtigsten Partnerschaften für das Unternehmen ist jene mit den Bauern und Lieferanten. Bei der jährlichen Anbaubesprechung werden die Ziele für das kommende Erntejahr besprochen und Erfahrungen mit langjährigen Partnern ausgetauscht, um laufende Verbesserungen zu erzielen. Die Erfahrung und Sorgfalt der Bauern sowie die Handarbeit und Tradition sind ein wichtiger Bestandteil der hervorragenden Qualität der Kräuter und Gewürze von SONNENTOR. Neben einer Kooperation zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen mit der Wirt-

schaftskammer Niederösterreich – „Technologie- und Innovationspartner“ – und der Initiative „Wirtschaftsantrieb am Punkt“, gibt es viele Kooperationen mit sozialen Organisationen. SONNENTOR und die Rote Nasen Clown Doctors haben gemeinsam den Rote Nasen Clown Tee entwickelt. Jede verkaufte Packung leistet einen Beitrag für das Lachen kranker Kinder. 10 % des Verkaufserlöses werden an die Organisation Rote Nasen Clown Doctors gespendet. Das Unternehmen unterstützt außerdem unter anderem die BioBrotbox-Aktion in Deutschland, die es zum Ziel hat, dass Kindern der Ursprung und die Wertigkeit von Lebensmitteln nahegebracht werden. Eine Bestätigung für die geleistete Arbeit ist der jährlich steigende Umsatz, der im letzten Wirtschaftsjahr rund 23,3 Mio. Euro betrug. 13,75 % des Gesamtumsatzes wurden wieder in das Unternehmen investiert. Die Erfolgsgrundlage der lachenden Sonne ist die Bekenntnis zum nachhaltigen Wirtschaften. Diese Philosophie teilt das Unternehmen heute mit Menschen auf der ganzen Welt und stärkt so jeweils die regionale Wertschöpfung vor Ort.

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Exklusiv für Unternehmer

Unternehmen sind so vielfältig wie Menschen: Es gibt kleine, mittlere und große, es gibt „neu geborene“ und eingesessene. Ebenso vielfältig ist der Branchenmix der Unternehmen in Tirol. Was alle eint, ist die Teilnahme am Wirtschaftsprozess und die damit verbundenen komplexen Aufgaben. Zentral in allen Angeboten der Tiroler Unternehmer-Akademie ist ein starker Bezug zur Unternehmenspraxis. Das erarbeitete Wissen können Sie unmittelbar in Ihren Arbeitsalltag integrieren – so wird es zu Ihrem persönlichen Erfolgsfaktor. IHR NUTZEN Q Sie profitieren von Trainern/innen aus der betrieblichen Praxis Q Sie profitieren vom Erfahrungsaustausch und nutzen Ihre Zeit optimal Q Sie schauen den Besten über die Schulter und lernen erprobte Erfolgs-Strategien kennen ZIELGRUPPE Q Engagierte Unternehmer/innen, die ihre Erfahrungen erweitern und vertiefen wollen Q Führungskräfte mit unternehmerischer Verantwortung Q Juniorchefs und engagierte Übernehmer/ innen nach der ersten Zeit der Betriebsgründung

MENTALE STÄRKE: DIE PERSÖNLICHKEIT ERFOLGREICHER MENSCHEN Lernerfahrungen aus dem Spitzensport Termin: 21.02.2012 Beitrag: 245 Euro

STORYTELLING ALS MARKETINGINSTRUMENT

Ziele und deren Wirkung auf uns Termin: 06.03.2012 Beitrag: 245 Euro

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Meine Unternehmensgeschichte Termin: 23.02.2012 Beitrag: 185 Euro

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Machen Sie Ihr Unternehmen zum Innovationsführer! Termin: 23.-25.02.2012 Beitrag: 999 Euro (Update-Förderung)

Damit die Übergabe klappt! Termin: 07.-21.03.2012 Beitrag: 285 Euro (Update-Förderung)

GRÜNDER-AKADEMIE INNSBRUCK Termin: 28.02.-03.04.2012 Beitrag: 350 Euro (Update-Förderung)

CHEF-AKADEMIE TEMP-QUALIFIZIERUNG Termin: 02.-03.03.2012 und 13.-14.04.2012 Beitrag: 999 Euro (Update-Förderung)

Wissen für die Wirtschaft

DIE BEDEUTUNG VON ZIELEN

Wir begleiten Sie auf Ihrem Weg! Ihre Tiroler Unternehmer-Akademie Mag. Marion Schöndorfer WIFI Wirtschaftskammer Tirol Bahnhofstraße 11 | 6130 Schwaz t: 05 90 90 5-3722 | f: 05 90 90 5-5 3722 e: marion.schoendorfer@wktirol.at

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eco.steuern

Die Steuerfrage Hoch oder tief: Was ist besser für die Bevölkerung? Steuern nimmt der Großteil der Bevölkerung nur dann unmittelbar als nachhaltig schädlich wahr, wenn sie ihn persönlich betreffen. Deshalb ist die Versuchung für die Politik hoch, höhere Steuerbelastungen vor allem an den Rändern der Gesellschaft (also z. B. bei Unternehmern, Vermögenden etc.) umzusetzen. Nur dadurch wirken Steuern aber nicht weniger schädlich.

Bei Steuern geht es letztlich darum, wer die Entscheidung triff t, was, wann und für welchen Zweck ausgegeben wird. Relevant ist, ob diese Investmententscheidung von vielen Millionen Privatpersonen oder von wenigen Funktionären, Politikern bzw. Beamten getroffen wird.

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Die historische Erfahrung liefert eindeutige Beweise, dass der Lebensstandard der Bevölkerung dann maximiert wird, wenn diese einen hohen Anteil an den Gesamtentscheidungen in der Wirtschaft über die insgesamt zur Verfügung stehende Geldmenge trifft. Dieser Anteil wird anhand der sogenannten Staatsquote ausgedrückt. Erbringt eine Wirtschaft eine Leistung von 100 und der Staat gibt davon 40 aus, dann beträgt die Staatsquote 40 %. In Ländern wie Nordkorea oder vielen afrikanischen Staaten liegt diese Staatsquote jenseits der 85-%-Marke. Die politisch Verantwortlichen reklamieren zwar, dass dadurch die Vermögensverteilung angeblich sehr gerecht gestaltet sein soll, allerdings lässt sich dieses Argument widerlegen. Vermögensstatistiken zeigen, dass die Vermögensverteilung in diesen Ländern eine deutlich höhere Streuung aufweist, als in Nationen, die über eine relativ tiefe Staatsquote verfügen. Empirisch hat sich herausgestellt, dass eine Staatsquote im anderen Extrem – also nahe null – zwar zu enorm hohen Wachstumsraten führt, aber dadurch erhebliche Probleme im Umwelt- und im sozialen Bereich entstehen. Es hat sich herausgestellt, dass man mit einer

Staatsquote von 17 % die angesprochenen Sozial- und Umweltprobleme vermeiden und gleichzeitig das BIP pro Kopf (daran messen wir den Lebensstandard) maximieren kann. In Österreich liegt die Staatsquote mittlerweile jenseits der 50-%-Marke! Helmut Kohl hat in einem berühmten Satz einmal davon gesprochen, dass ab einer Staatsquote von 50 % der Sozialismus beginnt. Das ist zwar übertrieben, in der Tendenz aber korrekt. Ein empirisches Beispiel für extrem geringe Staatsquoten (unter dem Optimum) ist China. Das chinesische Wirtschaftswunder nahm seinen Anfang vor 30 Jahren in einer Ansammlung kleiner Fischerdörfer namens Shenzhen. Die damals noch kommunistische Regierung richtete dort 1980 als Test einer freien Marktwirtschaft mit praktisch keinen Steuern die erste Sonderwirtschaftszone ein. Die Menschen waren arm, China ein Entwicklungsland. Inzwischen ist unter den besonderen Bedingungen (sehr tiefe Staatsquote, sehr niedrige Steuern) eine Metropole mit 10 Mio. Einwohnern herangewachsen. Shenzhens Wirtschaft ist in den vergangenen 3 Jahrzehnten im Schnitt um ge-


radezu atemberaubende 25,8 % p.a. gewachsen. Heute gehört Shenzhen zu den Top-Wirtschaftsmetropolen weltweit. Das ist ein Beispiel dafür, was Menschen bewegen können, wenn man ihnen die entsprechenden wirtschaftlichen Freiräume lässt.

Niveaus zurück. Ursachen waren eine günstige demografische Bevölkerungsstruktur, der kriegsbedingte Wiederaufbau Europas, eine rasche technologische Entwicklung und eine sehr tiefe Staatsquote.

Text: Schoellerbank Analysebrief, Ausgabe Nr. 198, Jänner 2012

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Index of Economic Freedom Der seit 1995 jährlich berechnete Index of Economic Freedom versucht, einen Teilaspekt der Freiheit, nämlich den wirtschaftlichen, staatenübergreifend vergleichbar zu machen. Dieses Konzept geht noch etwas weiter als nur die Staatsquote zu betrachten. Für die umfangreiche Studie zeichnen das Wall Street Journal und die US-amerikanische Heritage-Foundation verantwortlich. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass mehr wirtschaftliche Freiheit zu größerem ökonomischen Wohlstand führt. Hongkong und Singapur erreichen vor Neuseeland und der Schweiz die Spitzenpositionen in diesem Freedom-Ranking. Auf den letzten Plätzen befinden sich – ebenfalls wenig überraschend – Nationen wie Kongo, Venezuela, Angola und Zimbabwe. Verhält es sich tatsächlich so, dass Nationen, die insgesamt betrachtet „freier“ als andere Nationen eingestuft werden, einen Vorteil für ihre Bürger in Form eines höheren Lebensstandards haben? Das ist zweifelsfrei der Fall. Es wäre allerdings sinnvoll, diesen Index noch um die Umweltbedingungen zu erweitern. Der Lebensstandard hängt nämlich entscheidend auch von einer intakten Umwelt ab. Allerdings handelt es sich bei dieser Betrachtung um Durchschnittswerte. Wenn man die Wirtschaftsleistung eines Fabrikbesitzers, der Millionär ist, und eines Obdachlosen zusammenzählt, ist das BIP pro Kopf dieser beiden extrem hoch. Das nützt aber dem Obdachlosen nichts. Die Frage ist deshalb, ob auch die Gesellschaftsschichten, die am unteren Ende der Einkommensskala in den jeweiligen Ländern liegen, aus ökonomischer Sicht etwas davon haben, wenn sie in einer Nation leben, die über einen besonders hohen „Freiheitsgrad“ (nochmals im ökonomischen Sinn) – also z. B. eine geringe Steuerlast – verfügen. Auch das trifft ohne Zweifel zu. Die empirische Beweislast ist auch hier enorm. Es lässt sich sagen, dass auch die 10 % der ärmsten Bevölkerungsschicht eines Landes ein signifikant höheres Einkommen generieren als Länder, die mit einer geringeren wirtschaftlichen Freiheit (mit hohen Steuern) leben müssen. Eine angebliche soziale Gerechtigkeit, die mit hohen Steuern verbunden sein soll, hält einer Überprüfung nicht stand. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Politiker geben an, Steuern erhöhen zu müssen, weil die Budgets zu sanieren sind. Andererseits wird von namhaften Ökonomen behauptet, dass man aus Schulden auch herauswachsen kann. Tatsächlich hatten die USA ihre Staatsverschuldung während des Zweiten Weltkrieges auf ca. 110 % des BIP vervielfacht. Die Regierung hat diese Schulden nie zurückbezahlt. Dennoch ist die Schuldlast bis etwa 1980 (vor Reagan) auf ca. 40 % des BIP gefallen. Das lag daran, dass die Wirtschaft viel stärker gewachsen ist (insbesondere, wenn man die jährliche Inflation mit einrechnet) als neue Schulden. Die relative Schuldlast sank auf vernünftige

Können wir diesem Beispiel folgen und aus den Schulden herauswachsen? Diese Frage kann klar mit „Nein“ beantwortet werden. Das liegt zum einen daran, dass die demografischen Strukturen im Moment denkbar ungünstig sind. Gewichtiger sind zum anderen enorm hohe Staatsquoten in allen großen Industrienationen sowie hohe Verschuldungsgrade nicht nur beim Staat, sondern über alle Sektoren (Privathaushalte, Banken, Industrie) hinweg. Immerhin liegt die diesbezügliche Gesamtverschuldung der USA bei über 350 % des BIP und in der Eurozone sowie in Japan bei über 500 %. Einzig die schnell voranschreitende technologische Entwicklung ist ein Hoffnungsschimmer. Ist es letzlich so, dass doch nur Steuererhöhungen helfen können, die Schuldenlast zu drücken, wie einige Politiker es gerne darstellen? Dazu kann man aus rein wirtschaftlicher Sicht sagen, dass Steuern die Staatsquote tendenziell erhöhen und damit wachstumshemmend wirken. Das ist kontraproduktiv und wirkt einer hohen Verschuldung dauerhaft nicht entgegen. Das von der empirischen Wirtschaftsforschung vorgeschlagene Konzept ist schlicht, die Staatsquote auf Werte um die 20 % zu senken – jedenfalls diese nicht zu steigern, sondern zu reduzieren. Das ist natürlich nur mit massiven Ausgabenkürzungen möglich. Nur dann bestünde eine realistische Chance, auch unter ungünstigen Rahmenbedingungen, so stark zu wachsen, dass die heutigen Schulden in wenigen Jahrzehnten keine wesentliche Rolle mehr spielen würden. Politisch ist der Weg über Ausgabenkürzungen der steinigste Weg, da die den Parteien nahestehenden Interessengruppen mit Kürzungen ihrer Gelder rechnen müssen. In den großen Industrienationen geht der Weg, ungeachtet der Empfehlungen der Ökonomen, nicht in Richtung Ausgabenkürzungen, sondern in Richtung Steuererhöhungen. Und zwar in einem Verhältnis zueinander, dass die Staatsquote tendenziell steigt. Investoren sollten sich deshalb keinen Illusionen hingeben und ihre Wachstumserwartungen für die betroffenen Industrienationen anpassen. Die Erwartung hoher Wachstumsraten ist aus den genannten strukturellen Gründen unabhängig von Konjunkturzyklen unrealistisch. Auch ist der mögliche Weg, aus den Schulden heraus zu wachsen, versperrt. Im Gegenteil ist damit zu rechnen, dass die Schuldenlast weiter steigen wird. Deshalb gehen wir davon aus, dass das Ventil, um den Druck aus dem System abzulassen, letztlich die Notenbankpresse sein wird. Natürlich lässt sich dadurch keine wirkliche Rückzahlung erreichen, vielmehr erhalten Gläubiger Papiergeld zurück, dessen Werthaltigkeit geringer ausfällt als zu dem Zeitpunkt, als sie dieses verliehen haben. Das Geldvermögen wird inflationiert. Das ist zumindest mittelfristig zu erwarten – mit allen Konsequenzen. Länder, besonders in Asien, die über geringe Staatsquoten und vernünftige demografische Strukturen verfügen, werden als Investmentziele für uns interessanter.

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Der Königsweg

Österreichs Schulden werden nicht durch Wirtschaftsleistungen, sprich durch Wachstum, was der Königsweg einer Entschuldung wäre, weil sie für alle Beteiligten schmerzfrei verläuft, sondern durch schlichtes Gelddrucken zurückbezahlt werden. Natürlich löst dies nicht das Problem an sich.

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steuer.berater

Die Ruhe vor dem Sturm? Das neue Jahr bringt auch steuerlich wieder einige Neuerungen. Mit Erstaunen und Freude kann festgestellt werden, dass es sich bei den bis Redaktionsschluss definitiv beschlossenen Gesetzen ausschließlich um „good news“ handelt. Einzig und allein die bereits 2011 eingeleitete Neugestaltung der Steuer von Kursgewinnen aus Veranlagungen (Vermögenszuwachsbesteuerung) kann derzeit zu zusätzlichen Aderlässen führen. Die wichtigsten Eckpunkte dazu sowie selbstverständlich auch die „good news“ 2012 erfahren Sie hier:

Text: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Raimund Eller und STB Mag. Eva Messenlechner Fotos: iStockphoto, Foto Hofer

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Vermögenszuwachsbesteuerung von Kapitalanlagen und Derivaten Einkünfte aus der Wertsteigerung von Kapitalvermögen (Kursgewinne) waren bis einschließlich 2010 nur dann steuerpfl ichtig, wenn zwischen Einkauf und Verkauf weniger als ein Jahr lag (Spekulationsfrist). 2011 wurde hier alles anders und ab 1.4.2012 wird hier nochmals alles anders. Prinzipiell werden Wertsteigerungen aller Aktien und Investmentfonds, die seit dem 1.1.2011 gekauft wurden, steuerhängig. Für Anleihen und Derivate gilt dies erst für Zukäufe nach dem 30.9.2011. Im Detail sieht das so aus: • Verkäufe ab dem 1.4.2012: Die Bank behält bei Aktien und Investmentfonds mit Kaufdatum 1.1.2011 oder später im Falle von Veräußerungsgewinnen 25% Steuer ein und führt diese ans Finanzamt ab (Endbesteuerung). Bei Anleihen und Derivaten, die nach dem 30.9.2011 gekauft wurden, muss der Steuerpflichtige die Kursgewinne mit einem 25%igen Sondersteuersatz selbst versteuern.

Damit werden in Zukunft sämtliche Kursgewinne im Ergebnis gleich behandelt wie die laufenden Kapitalerträge (25 % Kapitalertragssteuer). Verkäufe vor dem 1.4.2012: Hier kommt es zu einer Besteuerung mit dem individuellen Einkommensteuertarif (bis zu 50 %). Da die Banken erst ab dem 1.4.2012 zum Kapitalabzug verpfl ichtet sind, müssen Kursgewinne aus Verkäufen bis dahin auch bei Aktien und Investmentfonds zwingend vom Steuerpfl ichtigen selbst in die Steuererklärung aufgenommen werden. Nicht betroffen sind wiederum Anleihen und Derivate, die noch vor dem 30.9.2011, sowie Aktien und Investmentfonds, die noch vor dem 1.1.2011 (d.h. noch zu Zeiten des jeweiligen alten Regimes der Kursgewinnbesteuerung) gekauft wurden. Käufe ab dem 1.4.2012: Ab diesem Kaufdatum wird die Steuer von Kursgewinnen auch bei Anleihen und Derivaten durch die Bank einbehalten und abgeführt. Zudem werden die Banken Kursgewinne


eco.wirtschaft automatisch mit Kursverlusten gegenverrechnen und nur vom Saldo die 25%ige Steuer abführen. Das funktioniert natürlich nur für alle Depot die Sie bei ein und derselben Bank halten. Eine bankübergreifende Verlustverrechnung kann nur dann erreicht werden, wenn Sie dies selbst im Zuge einer freiwilligen Aufnahme in Ihre Steuererklärung machen. Dasselbe gilt für Wertpapiere, die Sie vor dem 1.4.2012 kaufen bzw. gekauft haben. Tipps zum neuen Regime der Kursgewinnbesteuerung: • Mit einem gewinnversprechenden Verkauf von Aktien und Investmentfondsanteilen, die Sie nach dem 31.12.2010 erworben haben, sollten Sie aus steuerlicher Sicht bis zum 1.4.2012 warten. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Besteuerung nur noch mit 25 %. Ein Verkauf vor diesem Datum kann Sie bis zu 50 % an Einkommensteuer kosten. Dasselbe gilt für Anleihen und Derivate, die nach dem 30.09.2011 erworben wurden. • Beachten Sie, dass eine automatische Verrechnung von Kursgewinnen mit Kursverlusten von den Banken erst bei Käufen nach dem 1.4.2012 vorgenommen wird und dass dies zudem nicht bankübergreifend geschehen wird. Überprüfen Sie daher, ob sich bei Ihnen nicht die Notwendigkeit einer freiwilligen Aufnahme in ihre Steuererklärung ergibt, um etwaige Kursverluste nicht ins Leere gehen zu lassen.

sich jetzt den wirklichen „good news“ widmen, wie folgt:

Wirkungsvollere Neugründungsförderung Neugründer konnten sich bisher für die Dauer von 12 Monaten ab dem Monat der Neugründung von bestimmten lohnabhängigen Abgaben befreien lassen. Davon betroffen sind Dienstnehmerbeiträge, Dienstgeberzuschläge, Wohnbauförderungs- und Unfallversicherungsbeiträge. Im Ergebnis macht das ca. 7 % der Bruttogehälter aus. Leider ging die Begünstigung oftmals ins Leere, da in der Praxis gerade in der ersten Anlaufphase mitunter gar keine Dienstnehmer beschäftigt werden können. Diesem Umstand wurde nun Rechnung getragen, indem die Freistellung neuerdings innerhalb von 36 Monaten ab dem Gründungsdatum in Anspruch genommen werden kann. Im Klartext: Die Befreiung gilt zwar weiterhin nur für 12 Monate, beginnt aber erst mit dem Monat der erstmaligen Beschäftigung von Dienstnehmern und läuft 36 Monate nach Gründung – genützt oder ungenützt – aus. Aber nicht nur Neugründer werden hinsichtlich des Kostenfaktors Personal ab 2012 effizienter gefördert. Auch bei Auslandsentsendungen hat sich im Bereich Personalkosten nach den letzten Einschränkungen jetzt wieder eine entscheidende Verbesserung ergeben:

Neues Entsendungsprivileg Bis 2010 konnten Arbeitnehmer, die zwecks anlagenbauspezifischer Tätigkeiten ins Ausland entsandt

Damit sind Sie nun bestens über die vieldiskutierte Vermögenszuwachssteuer informiert und können

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KOPRODUKTION der EMF TEAM TIROL STEUERBERATER GMBH und den ÄRZTESPEZIALISTEN vom TEAM JÜNGER:

der Steuer abgesetzt werden, so werden ab 2012 bis zu € 400,– von den tatsächlich bezahlten Beträgen steuerwirksam.

STB Dr. Verena Maria Erian, STB Mag. Eva Messenlechner, STB Raimund Eller, v. l.

Erweiterung der Absetzbarkeit von Spenden Hat die Absetzbarkeit von Spenden bereits 2011 eine starke Erweiterung erfahren, so kommen heuer weitere begünstigte Adressen dazu. Das sind die freiwilligen Feuerwehren sowie gelistete Umwelt-, Naturund Artenschutzorganisationen und Tierheime. Neben all diesen lohn- und einkommensteuerrechtlichen Verbesserungen gibt es auch vom Verfahrensrecht Positives zu berichten. Ähnlich wie bei den Anspruchszinsen im Falle von Steuerguthaben aus der Einkommensteuerveranlagung zahlt das Finanzamt ab 2012 auch für Gutschriften im Zuge eines Berufungsverfahrens Zinsen.

Zinsen für gewonnene Berufungen wurden (Auslandsmontage), unter bestimmten Voraussetzungen die korrespondierenden Einkünfte vollkommen steuerfrei lukrieren. Nachdem der VwGH diese Regelung wegen Verfassungswidrigkeit aufgehoben hat, gab es für 2011 und für 2012 eine Übergangsregelung. Danach durften im Jahr 2011 nur noch 66 % und im Jahr 2012 lediglich 33 % dieser Einkünfte steuerfrei behandelt werden. Neben dieser Übergangsregelung gibt es jetzt noch eine Dauerregelung, welche ab 2012 angewendet werden kann. Diese sieht vor, dass unter bestimmten Voraussetzungen 60 % des laufenden Arbeitslohnes steuerfrei belassen werden dürfen. Zudem gilt die Regelung nicht nur, so wie bisher, für bestimmte anlagenbauspezifische Tätigkeiten (Montageprivileg), sondern generell für Auslandstätigkeiten, die überwiegend unter erschwerten Umständen geleistet werden müssen (Entsendungsprivileg). Für 2012 gelten beide Regelungen. Hier kann zwischen dem lukrativeren Entsendungsprivileg (60 % steuerfrei) und dem weniger günstigeren aber leichter anwendbaren Montageprivileg (33 % steuerfrei) gewählt werden. Letzteres wird jedenfalls immer dann punkten, wenn die restriktiven Voraussetzungen des Entsendungsprivilegs (z.B. Mindestentfernung von der Grenze mehr als 400 km) nicht erfüllt werden können. Zudem darf das Entsendungsprivileg nur auf die laufenden Bezüge angewandt werden, während das Montageprivileg auch für Sonderzahlungen zusteht. Tipp: Lassen Sie das Vorliegen der notwendigen Voraussetzungen im konkreten Einzelfall jedenfalls von Ihrem Steuerberater überprüfen und, falls beide Varianten möglich sind, auch einen Günstigkeitsvergleich erstellen. Steuerlich günstiger wird es ab 2012 zudem bei Spenden und Kirchenbeiträgen:

Erhöhte Absetzbarkeit von Kirchenbeiträgen Konnten Beiträge an Kirchen und Religionsgemeinschaften bisher maximal in Höhe von € 200,– von

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Bisher konnte man im Zuge einer Berufung beantragen, dass die Einhebung der strittigen Abgabe bis zur Berufungserledigung ausgesetzt wird. Hat man die Berufung verloren, so waren dafür Aussetzungszinsen zu bezahlen. Logischerweise müsste man bei einem Obsiegen für zu viel gezahlte Abgaben (d.h. wenn man auf eine Aussetzung verzichtet hat) vice versa Zinsen erhalten. Bisher hat sich die Finanz dieser Logik verschlossen. Dies hat nun ein Ende! Für Gutschriften bereits bezahlter Steuern aus dem Titel einer gewonnenen Berufung bekommen Sie jetzt Zinsen.

RESÜMEE Neben den hier vorgestellten Neuerungen gibt es noch einige weitere, für den Großteil nebensächliche Änderungen. Explizit hinweisen möchten wir noch darauf, dass es im Bereich Umsatzsteuer Änderungen bei grenzüberschreitenden Sachverhalten gegeben hat. Aufgrund der Schnelllebigkeit und Komplexität der Rechtslage empfehlen wir an dieser Stelle, vor Auslandstransaktionen generell Ihren Steuerberater zu konsultieren. Zusammenfassend kann man jedenfalls sagen, dass die Neuerungen heuer – im Gegensatz zum Vorjahr – ein überschaubares Maß eingenommen haben. Mit Ausnahme der neuen Vermögenszuwachsbesteuerungen sind die Entwicklungen zudem allesamt positiv. Im Vorjahr mussten wir die Neuerungen auf zwei Teile über zwei Ausgaben aufteilen. Im ersten Teil gab es die „good news“ und im zweiten Teil das weniger Schöne. Das war heuer ganz anders. Es gibt bislang nur „good news“. Auch zu einer Wiedereinführung der Schenkungssteuer ist es (noch) nicht gekommen. Wenn das so bliebe, würde das Jahr 2012 aus steuerlicher Sicht ein gutes Jahr. Das seit Wochen andauernde politische Gezerre um Sparen und Steuererhöhungen lässt jedoch vermuten, dass wir gerade die Ruhe vor dem Sturm erleben. Jedenfalls wünschen wir Ihnen alles Gute für das Jahr 2012 und werden Sie, wie gewohnt, das ganze Jahr über auf dem Laufenden halten.

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V. l.: Gunnar Frei, Peter A. Grüner, Rolf und Andreas Kapferer

Kompetenzenbündelung Unsere Zeit ist im steten Wandel begriffen und ein gutes Netzwerk beinahe unerlässlich, um mit ihm erfolgreich Schritt zu halten – beruflich wie persönlich. Um auch für die Zukunft gerüstet zu sein, den immer komplexer werdenden Aufgaben und den immer umfangreicheren Anforderungen an Know-how und Zeitressourcen gerecht zu werden, hat sich Steuerberater Peter A. Grüner mit Kapferer Frei und Partner unter dem Dach von Deloitte zusammengeschlossen.

Gänzliches Neuland ist die Zusammenarbeit zwischen Peter A. Grüner und Kapferer Frei und Partner indes nicht. Grüner: „Wir pflegen bereits seit Jahren enge Kontakte und griffen bei Großaufträgen mehrfach gerne auf die Manpower und das Know-how von Kapferer Frei und Partner sowie Deloitte zurück. Wir haben uns bisher ebenso gerne und erfolgreich fachlich ausgetauscht.“ Als quasi Einzelkämpfer in einer Branche, deren fachliches Spektrum derart groß ist, wird man naturgemäß vor gewisse Grenzen gestellt. Die fortschreitende Spezialisierung und Vertiefung einzelner Fachgebiete macht es unmöglich, Experte auf allen Gebieten zu sein. Allein das Steuerrecht konfrontiert Praktiker mit derart vielen laufenden Änderungen und einer wachsenden Komplexität, dass eine Spezialisierung auf einzelne Fachgebiete erforderlich ist. Die Zusammenarbeit eröffnet darüber hinaus Vorteile im organisatorischen Bereich. Eine IT-Landschaft auf höchstem Niveau (in Bezug auf Sicherheit und Kapazität) und ein starkes organisatorisches Fundament helfen Peter Grüner, sich aus diesen Bereichen zurückzuziehen und sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren. „Die neue Partnerschaft ermöglicht es mir persönlich, den immer komplexer werdenden

fachlichen Aufgabenstellungen gerecht zu werden und die Entwicklung sowie die Umsetzung von strategischen Zielen bei unseren Mandanten noch besser und rascher unterstützen zu können. Deloitte mit Kapferer Frei und Partner war mein Wunschpartner für die Entwicklung und nachhaltige Sicherung meines Lebenswerks, vor allem der Standorte St. Anton und Imst“, erklärt Grüner. Der Standort in Innsbruck geht übrigens in der neuen Kanzleigemeinschaft auf. Die bisher von Grüner & Partner Innsbruck betreute Klientel wird am Standort von Kapferer Frei und Partner in der Innsbrucker Wilhlem-Greil-Straße von der nunmehrigen Kanzlei Kapferer Frei Grüner betreut. Auch Mag. Andreas Kapferer ist von der Richtigkeit des Schrittes von Peter A. Grüner überzeugt: „Denselben Weg ist auch unsere Innsbrucker Kanzlei 2007 gegangen, als wir uns Deloitte Österreich angeschlossen haben. Unsere Kanzlei hat sich in den letzten fünf Jahren sehr erfreulich entwickelt und es freut uns sehr zu sehen, dass die Vorteile unserer Partnerschaft mit Deloitte auch von unseren Kunden geschätzt werden. Peter A. Grüner wird diesen Weg in Zukunft mit uns gemeinsam gehen.“

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Deloitte Österreich ist Mitglied des weltweiten Netzwerks von Deloitte, das mit mehr als 180.000 Experten in rund 150 Ländern der Welt tätig ist. In Österreich ist Deloitte bisher an sechs Standorten mit über 900 Mitarbeitern vertreten, darunter mit Kapferer Frei und Partner auch in Innsbruck. Das Leistungsspektrum von Deloitte Österreich umfasst neben der traditionellen Steuerberatung, der Aufstellung von Bilanzen und Gewinnermittlungen sowie der Besorgung von Buchhaltung und Personalverrechnung unter anderem auch die Wirtschaftsprüfung, die Unternehmens- und Personalberatung. www.deloitte.at

> Weitere Infos: www.gruener-partner.at www.kapferer-partner.at

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eco.wirtschaft

Peter A. Grüner ist neben Mag. Gunnar Frei, Dkfm. Dr. Rolf Kapferer und Mag. Andreas Kapferer, LL.M. der vierte Deloitte-Partner in Tirol. Unter dem Dach von Deloitte Österreich fi rmieren sie nun gemeinsam als „Kapferer Frei Grüner“.


steuer.berater

Steuern rund ums Auto Das Auto ist des Österreichers liebstes Kind. Ein ähnliches Verhältnis pflegt der Steuergesetzgeber zum Auto. Es gibt wohl keinen anderen Gegenstand, für den so viele steuerliche Einschränkungen und Sondernormen geschaffen wurden wie für das Auto. Nicht umsonst gelten Autofahrer als Melkkühe der Nation.

Text: Mag. Andreas Kapferer, LL.M. WP/StB und MMag. Isabell Krug

So bestimmt das Finanzministerium beispielsweise in Form einer Liste, welche Fahrzeuge sogenannte „Fiskal-LKW“ und damit zum Vorsteuerabzug zugelassen sind. Steht für ein Auto kein Vorsteuerabzug zu, folgt sogleich die nächste Einschränkung, die sogenannte Angemessenheitsprüfung. Der Gesetzgeber legt mit dieser fest, dass ein PKW bis zu € 40.000,– Anschaff ungskosten noch angemessen ist. Höhere Anschaff ungskosten sind „Luxus“ und steuerlich nicht absetzbar. Diese Luxustangente kürzt jedoch nicht nur die Abschreibungsbasis, sondern auch sämtliche anschaff ungskostenabhängigen Aufwendungen wie Kaskoversicherung, Service, Kreditkosten u. Ä. Im Steuerrecht gilt es grundsätzlich zwischen PKW/ Kombi und Fiskal-LKW zu unterscheiden. Die Gruppe PKW/Kombi ist aus steuerlicher Sicht wesentlich schlechter gestellt als Fiskal-LKW.

Fiskal-LKW Bei Fiskal-LKW handelt es sich in der Regel um Kastenwagen, Klein-Autobusse, Pritschenwagen u. Ä. Diese unterscheiden sich sowohl nach dem äußeren Erscheinungsbild als auch in der Ausstattung von den „normalen“ PKW. Der Ausschluss vom Vorsteuerabzug sowie die Angemessenheitsprüfung sind nicht anzuwenden, wenn ein KFZ in der BMF-Liste über vorsteuerabzugsberechtigte KFZ angeführt ist. Auch

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die achtjährige Nutzungsdauer, die für gewöhnliche PKW vom Gesetz vorgeschrieben ist, fällt bei FiskalLKW weg. Zu den Fiskal-LKW zählen beispielsweise VW Sharan, Renault Espace, Peugeot 807, Opel Zafi ra Van u. v. m. Wenn Sie sich einen Firmenwagen anschaffen wollen, sollten Sie diese Liste genau durchsehen und prüfen, ob eine der möglichen Alternativen als Fiskal-LKW anerkannt ist.

Privat- oder Firmenauto Abhängig vom Ausmaß der betrieblichen Nutzung sind KFZ der betrieblichen oder privaten Sphäre zuzuordnen. So ist ein KFZ mit mehr als 50 % betrieblicher Nutzung Betriebsvermögen. Überwiegt hingegen die private Nutzung, so handelt es sich um Privatvermögen. Diese Zuordnung zieht Folgen für die Besteuerung des KFZ nach sich. KFZ im Betriebsvermögen (Firmenauto) Ist ein KFZ Teil des Betriebsvermögens, können die anfallenden Kosten für das KFZ wie Benzin, Versicherung u. Ä als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Neben den laufenden KFZ-Kosten ist für das KFZ eine Abschreibung der Anschaff ungskosten zulässig. PKW sind zwingend über acht Jahre abzuschreiben. Zu beachten ist die bereits oben erwähnte Angemessenheitsgrenze für PKW von


KFZ im Privatvermögen (Privatauto) Bei überwiegend privater Nutzung (> 50 %) befindet sich das KFZ in der Privatsphäre. In diesem Fall können die auf die betriebliche Nutzung entfallenden Kosten steuerlich geltend gemacht werden. Es besteht ein Wahlrecht, ob die tatsächlichen Kosten oder das Kilometergeld in Höhe von € 0,42/km angesetzt werden. Es gilt zu beachten, dass nur für maximal 30.000 km/Jahr das amtliche Kilometergeld zusteht. Mit Geltendmachung des Kilometergelds sind sämtliche Aufwendungen wie beispielsweise Benzin, Maut, Parkgebühren u. Ä. abgegolten. Wird die Variante der tatsächlichen Aufwendungen gewählt, so sind diese Aufwendungen mittels Belegen nachzuweisen und um den privat veranlassten Anteil zu kürzen. Am Ende des Jahres kann verglichen werden, welche der beiden Varianten steuerlich günstiger ist. Fahrtenbuch Der Umfang der betrieblichen Nutzung ist grundsätzlich mittels Fahrtenbuch nachzuweisen. Aus dem laufend geführten Fahrtenbuch müssen der Tag der Fahrt, Ort, Zeit und Kilometerstand jeweils am Beginn und am Ende der Fahrt, Zweck der einzelnen betrieblichen Fahrt und die Anzahl der gefahrenen Kilometer, aufgegliedert in betrieblich und privat gefahrene Kilometer, ersichtlich sein. Excel-Listen werden als nicht ordnungsgemäß geführte Aufzeichnungen angesehen, da sie jederzeit auch nachträglich verändert werden können. Wird kein Fahrtenbuch geführt, so sind auch Aufzeichnungen zulässig, die eine verlässliche Beurteilung der Fahrten ermöglichen (Kalender, Belege u. Ä).

Das Auto und der Sachbezug Landläufig wird die Überlassung eines Firmenautos auch zur Privatnutzung als erheblicher Vorteil angesehen. Damit erspart man sich unter Umständen ein Privatauto und einiges an Kosten. Jedoch wird oftmals übersehen, dass für die Überlassung eines Firmenautos für Privatfahrten ein steuerpfl ichtiger Sachbezug angesetzt werden muss. Firmenauto Stellt ein Unternehmen einem Dienstnehmer ein Firmenauto zur Verfügung, das auch für Privatfahrten verwendet werden darf, so ist ein Sachbezug anzusetzen. Dieser beträgt 1,5 % der Anschaff ungskosten inklusive Umsatzsteuer, maximal jedoch € 600,– monatlich. Nutzt der Dienstnehmer den PKW im Jahresdurchschnitt für Privatfahrten weniger als 500 km monatlich, so ist der halbe Sachbezugswert, das heißt 0,75 % der Anschaff ungskosten, also maximal € 300,– anzusetzen. Wenn nur der halbe Sachbezug angesetzt werden soll, dann müssen die Fahrtaufzeichnungen

Mag. Andreas Kapferer LL.M. ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie Partner bei Deloitte und Kapferer Frei und Partner in Innsbruck

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€ 40.000,–. Sind die Anschaff ungskosten höher als € 40.000,–, so darf der unangemessene Teil der Anschaff ungskosten nicht steuerlich aktiviert bzw. abgeschrieben werden. Ebenso sind von den Anschaffungskosten abhängige Kosten wie Kaskoversicherung, Kreditkosten, Service u. Ä. anteilig zu kürzen.

MMag. Isabell Krug ist Berufsanwärterin bei Deloitte und Kapferer Frei und Partner in Innsbruck

jedenfalls mittels Fahrtenbuch oder anderweitig – durch geeignete Unterlagen – nachvollziehbar nachgewiesen werden. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die Fahrten Wohnung–Arbeitsstätte zu den Privatkilometern zählen. So sind unter Umständen 500 Privatkilometer im Monat schnell überschritten und es ist der volle Sachbezug anzusetzen. Wird dem Dienstnehmer ein Firmenauto mit einem Anschaff ungspreis in Höhe von € 30.000,– überlassen, beträgt der monatliche Sachbezug € 450,–. Jährlich somit € 5.400,–. Dieser Betrag unterliegt der Lohnsteuer und Sozialversicherung (bis zur Höchstbeitragsgrundlage). Diese Abgaben werden durch den Dienstgeber vom Monatsgehalt abgezogen und erhält der Dienstnehmer damit netto weniger Gehalt überwiesen. Parkplatz Nach Ansicht der Finanzverwaltung ist für die Überlassung eines Firmenparkplatzes durch den Dienstgeber kein Sachbezug anzusetzen, wenn sich der Parkplatz am Rande einer gebührenpfl ichtigen Parkzone befindet und ein gesamter Straßenzug der angrenzenden Straßen, die das Gelände umschließen, keiner Parkraumbewirtschaftung unterliegt. Des Weiteren muss das Abstellen von Kraftfahrzeugen zulässig und möglich sein. Liegt der Abstellplatz des Arbeitgebers innerhalb einer fl ächendeckend parkraumbewirtschafteten Zone und ist nur auf einzelnen angrenzenden Straßenabschnitten bzw. auf einzelnen Parkplätzen das kostenlose Parken möglich, so ändert dieser Umstand nichts am Charakter einer fl ächendeckenden Parkraumbewirtschaftung, weshalb in diesem Fall ein Sachbezug in Höhe von € 14,53 monatlich anzusetzen ist. Wenn Sie beispielsweise Ihren Arbeitsplatz in der Innsbrucker Innenstadt haben und Ihr Arbeitgeber stellt Ihnen in einer Innenstadtgarage einen Parkplatz kostenlos zur Verfügung, so muss ein Sachbezug versteuert werden. Mit € 14,53 pauschalem Sachbezugswert im Monat kommen Sie aber gut weg, wenn man dies mit den tatsächlichen Kosten in Innsbruck vergleicht. Als kleiner Steuertipp bietet es sich daher an, statt einer Gehaltserhöhung einen Firmenparkplatz bezahlt zu bekommen.

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Kontakt und Info unter www.kapferer-partner.at www.deloitte.at

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recht.aktuell

Antikorruptions-Gipfel in den Bergen Österreich hat aktuell mit diversen Korruptionsskandalen zu kämpfen. Nachdem diese schwerpunktmäßig im Nahebereich der Politik angesiedelt sind, verwundert es nicht, dass ein kürzlich eingesetzter Sonderuntersuchungsausschuss des Nationalrats so brisante Vorgänge wie den Verkauf von Bundesimmobilien der BUWOG, die Vergabe der Aufträge für das Behördenfunknetzwerk, Staatsbürgerschaftsverleihungen und Inseratenschaltungen in Medien überprüfen soll. Teilweise sind auch öffentliche bzw. private Unternehmen involviert, die Fragen nach einer rechtskonformen Unternehmensführung aufwerfen.

RA Dr. Ivo Rungg

Text: Ivo Rungg/Johannes Barbist, Binder Grösswang Rechtsanwälte, Innsbruck

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Auch die Staatengruppe des Europarats gegen Korruption (GRECO) lässt kein gutes Haar an Österreich und kritisiert insbesondere die laschen Antikorruptionsnormen (betreffend Geschenkannahme für Regierungsmitglieder oder Bürgermeister, Abgeordnetenbestechung, Anfüttern etc.). Vor diesem Hintergrund veranstaltete Binder Grösswang Rechtsanwälte am 13. Jänner 2012 in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Tirol ein Symposion zum Thema „Korruption und Recht“ in Innsbruck. Mag. Martin Kreutner (International Anti-Corruption Academy) versuchte zunächst eine Einordnung des Begriffs. Korruption ist demnach der Missbrauch (überantworteter) Macht bzw. Entscheidungsbefugnis zur Erlangung privater Vorteile. Dabei handle es sich nicht um ein opferloses Delikt. Laut Schätzungen der Weltbank betrage der volkswirtschaftliche Schaden aus Korruption in Österreich nämlich allein schon EUR 26 Milliarden. Das Phänomen könne nicht nur mit harten Normen (wie z.B. die einschlägigen Vorschriften der UNO und des Europarates, UK Bribery Act, Foreign Corrupt Practices Act etc.) bekämpft werden. Notwendig seien vielmehr auch „weiche“ Regularien (Leitbilder, Codes of Conduct etc.) und ein ethisches Handeln jedes Einzelnen. Gerade Unternehmen sind damit auch gefordert, intern Bewusstseinsbildung zu betreiben und Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Reduktion des (aktiven und passiven) Korruptionsrisikos umzusetzen. Strafrechts-Prof. Andreas Scheil (Universität Innsbruck) stellte die Korruptionsbestimmungen im österreichischen Strafrecht vor und kritisierte dabei die Privilegierungen für österreichische Abgeordnete und die uneinheitlichen Vorschriften, welche zu Wertungswidersprüchen führen würden. Dr. Mirjam Weiße (Siemens AG, München) referierte darüber, wie der Siemens Konzern Korruption proaktiv und systematisch bekämpft und mit Verdachtsfällen umgeht. Dabei werde großes Augenmerk darauf gelegt, bei der Aufklärung

die Rechte des betroffenen Mitarbeiters (Wahrung der Vertraulichkeit, Objektivität, Schutz der Informanten …) zu wahren und ihm rechtliches Gehör, ggf. auch unter Beiziehung des Betriebsrats oder eines Rechtsanwalts, zu ermöglichen. Eine Zusammenarbeit mit den Verfolgungsbehörden und im Ernstfall auch disziplinäre Maßnahmen bis hin zur Entlassung seien wesentliche Instrumente. Staatsanwalt Mag. Martin Fussenegger und die Rechtsanwälte Dr. Johannes Barbist (Binder Grösswang Rechtsanwälte) und Mag. Laszlo Szabo stellten die straf- und kartellrechtlichen Kronzeugenprogramme vor und diskutierten dabei auch die Vor- und Nachteile der aktuellen Rechtslage, insbesondere auch wo der Gesetzgeber weiteren Handlungsbedarf habe, um das Angebot für Kronzeugen attraktiver zu gestalten. Kritisiert wurden dabei insbesondere die Unsicherheiten über die Gewährung des Kronzeugenstatus (Ermessen anstelle des gewünschten Rechtsanspruchs), den Umfang der gebotenen Kooperation und Risiken nachfolgender Schadenersatzprozesse. Zum Abschluss diskutierten Mag. Martin Kreutner, MMag. Maria-Luise Auer (stellvertretende Direktorin des Landesrechnungshofs Tirol) und Kommunikationsberater Wolfgang Rosam (Rosam Change Communications) über eine rechtskonforme Vertretung geschäftlicher Interessen gegenüber staatlichen Stellen sowie die Rolle von Lobbyisten. Einhellige Meinung war, dass Korruptionsbekämpfung ein großes Thema bleibt und von Politikern, staatlichen Stellen und Unternehmen proaktiv und systematisch angegangen werden sollte. Auf Gesetzgebungsebene wurden eine Verschärfung der nationalen Antikorruptionsvorschriften (insbesondere auch für heimische Abgeordnete), größere Transparenz bei Tätigkeiten von Lobbyisten und Interessenvertretern sowie klare rechtliche Vorgaben zu Parteienfinanzierung gefordert. Schließlich appellierten die Referenten an die Verantwortung der Unternehmen, für eine regelkonforme und ethisch einwandfreie Geschäftsgebarung zu sorgen. Dies nicht nur, um mögliche Haftungen und strafrechtliche Sanktionen von der Gesellschaft und den einzelnen Managern und Mitarbeitern abzuwenden, sondern auch um Reputationsschäden zu vermeiden und ein regelkonformes und attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen bzw. zu gewährleisten.

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Wissenschaft & Neue Märkte

Die Preisträger Michael Felderer, Theresa Leitner, Anna Lena Lich und Stefan Huber (vorne, v.l.; nicht im Bild: Adrian Beck) mit WK-Präsident Jürgen Bodenseer (hinten Mitte), Rektor Tilmann Märk (LFU) und Rektor Johannes Lüthi, FH Kufstein hinten, v.r.) sowie Hubert Siller (Leiter MCI Tourismus) und WK-Direktor Horst Wallner (hinten, v.l.)

Wissenschaftspreis verliehen Kurz vor dem Jahreswechsel hatten fünf Tiroler Jungforscher besonderen Grund zur Freude: Die Wirtschaftskammer Tirol verlieh Ende Dezember wieder ihren Wissenschaftspreis. Diesen erhalten ausschließlich Dissertationen, Diplom- und Masterarbeiten, die mit „Sehr gut“ approbiert wurden. Außerdem zeichnen sich die Forschungsarbeiten durch ihren hohen Innovationsgrad aus und behandeln Themen, die für kleinere und mittlere Unternehmen der Tiroler Wirtschaft von direkter Bedeutung sind.

IT-Trends 2012 Das Marktforschungs- und Beratungshaus Gartner hat die zehn bedeutendsten IT-Trends fürs 2012 Jahr veröffentlicht. Unter die ersten fünf Platzierungen haben es die Tablets, mobilzentrische Applikationen und Interfaces, der Einfluss des kontextuellen und sozialen Benutzererlebnis bei der Entwicklung von Applikationen, das neue Konzept „Internet der Dinge“ (IoT) sowie die App-Stores und -Marktplätze geschafft. > Infos unter www.gartner.com

ÖWF-Vorstand Gernot Grömer, Vizerektor Arnold Klotz und die Leiterin des Instituts für Astro- und Teilchenphysik, Prof. Sabine Schindler Foto: Universität Innsbruck

Mars-Anzug: Hauptquartier in Innsbruck Das Spacesuit Laboratory des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) übersiedelte Ende letzten Jahres an die Universität Innsbruck. Die Räumlichkeiten sind der Weiterentwicklung des Analog-Marsanzuges „Aouda.X“ gewidmet, der im April 2011 in der spanischen Halbwüstengegend des Rio Tinto getestet wurde. Das ÖWF forscht als einzige europäische Gruppe an der Entwicklung von Mars-Raumanzügen. Das neue Labor bietet neben Mechanikund Elektrotechnik-Arbeitsplätzen auch Möglichkeiten für 3-D-Rapid-Prototyping – die rasche Herstellung von Musterbauteilen und Modellen. Außerdem besteht im neuen Labor aufgrund der guten IT-Infrastruktur der Uni Innsbruck auch die Option, es bei Feldtests als Datenzentrale für die Missionskontrolle einzusetzen. So sollen bei zukünftigen Feldtests u.a. Daten aus dem Raumanzug von Innsbruck z.B. an Forschungsteams des NASA Jet Propulsion Laboratory oder der European Space Agency verteilt werden. Für Ende April 2012 plant das ÖWF als erste Forschungsgruppe einen Feldtest in den Dachstein-Rieseneishöhlen und im Februar 2013 in der nordafrikanischen Wüste Teile einer bemannten Marsexpedition zu simulieren.

Bildungsinnovationspreis 2012 Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Landespreis zeichnet innovative Ideen in der Erwachsenenbildung und im öffentlichen Bibliothekswesen aus und wird alle zwei Jahre in zwei Kategorien zu je 2.500 Euro vergeben. Der Preis richtet sich an Institutionen der Erwachsenenbildung und des Büchereiwesens (Kategorie I) sowie an Einzelpersonen (Kategorie II). Neben neuen Ideen werden auch Konzepte berücksichtigt, die für die Region oder Gemeinde im Hinblick auf die Umsetzung adaptiert und weiterentwickelt wurden. Einreichungen erfolgen bis spätestens 30. März 2012 an die Abteilung Kultur des Landes Tirol. > Weitere Informationen sowie das Einreichformular sind unter www.tirol.gv.at/themen/kultur/abteilung-kultur/preise/ abrufbar.

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Seit 1995 leitet ao. Univ.-Prof. Nikolaus Romani die wissenschaftlichen Labore der Innsbrucker Hautklinik und konnte diese als Hochburg zur Erforschung der Dendritischen Zellen weltweit etablieren Foto: Harald Stauber

Im Dezember letzten Jahres wurde der traditionelle Kardinal-Innitzer-Preis verliehen, einer der angesehensten Auszeichnungen dieser Art in Österreich. Der Wßrdigungspreis im Bereich Naturwissenschaft geht an den Biologen ao. Univ.-Prof. Nikolaus Romani von der Innsbrucker Universitätsklinik fßr Dermatologie und Venerologie. Romani forscht mit seinem Laborteam bereits seit vielen Jahren zur Immunbiologie von dendritischen Zellen. Diese initiieren und regulieren alle adaptiven (erworbenen) Immunantworten des Organismus, seien sie schßtzende Abwehr gegen Mikroben bei Infektionen oder der Aufbau eines Impfschutzes. Sie sind aber auch verantwortlich fßr Autoimmunerkrankungen und Allergien. Detailliertes Wissen ßber die Funktionen der Dendritischen Zellen bildet somit die Grundlage fßr die Entwicklung von Immuntherapien oder Impfungen.

Sie sprieĂ&#x;en wie Pilze aus dem Boden. Sie vermehren sich wie die Karnickel. Und seien wir ehrlich: Die meisten davon brauchen wir so dringend wie Glatteis auf der StraĂ&#x;e. Das Mysterium iPhone-App.

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Wir fragen nach, welche davon wirklich Anwendung Ă„UKLU+PLZLZ4HS bei Harald Gohm, Standortagentur Tirol Downcast Podcasting auf dem iPad. Stellt so ziemlich alle Podcasts zum bequemen Download bereit. 1,59 Euro, die sich lohnen.

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V. l.: Harald Gohm, Christian Mathes, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und WK-Präsident Jßrgen Bodenseer

adventureX-Businessplanwettbewerb gestartet Der Tiroler GrĂźnderwettbewerb „adventureX“ 2012 steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Nach dem Motto „growing your business“ verhelfen mehr als 100 Experten allen heimischen Jungunternehmern und GrĂźndern zu fundierten Businessplänen. Denn erst mit einem tragfähigen Businessplan hat man die besten Aussichten: auf ein eigenes Unternehmen, das am Markt besteht. Beim „adventureX“Wettbewerb von Standortagentur Tirol, GrĂźndungszentrum CAST und Wirtschaftskammer Tirol werden Preisgelder im Gesamtwert von 30.000 Euro fĂźr den Start ins Unternehmertum vergeben. Der Startschuss fiel Mitte Jänner im Beisein erfolgreicher GrĂźnderInnen bei einem Kick-off- und Informationstermin im Competence Center Innsbruck.  www.adventureX.info

Gemeinsam mit dem Grßndungszentrum CAST hat das MCI (Management Center Innsbruck) heuer bereits zum dritten Mal den MCI Creativity Award ausgeschrieben, um die innovativste Geschäftsidee zu prämieren. Mit Unterstßtzung der Kooperationspartner CAST, IV Tirol, Die Presse und Business Bestseller konnten die herausragenden Geschäfts- oder Produktideen mit Preisen im Gesamtwert von ßber 5.000 Euro honoriert werden. Insgesamt wurden von den MCIStudierenden 31 im Detail ausgefßhrte Geschäftsideen aus allen Studienbereichen in deutscher und englischer Sprache eingereicht.

V.l.: Dr. Helmut FrÜhlich (ehem. Vorstand d. Hypo Tirol Bank), Dr. Florian Becke (CAST), Preisträger Ayman Sabae, Dr. Marcus Hofer (Standortagentur Tirol), die Preisträger Gabriel WÜrle, Mario Heis, Christian Buschneg, BSc MSc, Isabell Schulz, Anna Feurstein und Stefan Werner mit Dr. Bernd Ebersberger (MCI) und MCI-Geschäftsfßhrer Dr. Andreas Altmann

Neues FÜrderprogramm fßr Patentanmeldungen Forschungsergebnisse von Tiroler Universitäten und Fachhochschulen sollen kßnftig verstärkt geschßtzt und wirtschaftlich umgesetzt werden: Mit Jahresbeginn hat das Land Tirol dafßr ein neues FÜrderprogramm gestartet. Dieses unterstßtzt Forscher, die ihre Ergebnisse patentieren oder als Gebrauchsmuster anmelden mÜchten. Bis zu 30 % der Kosten werden vom Land ßbernommen, wobei die Obergrenze bei 80.000 Euro liegt. Durch die neue FÜrderung erwartet sich Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf eine Zunahme der Anmeldungen und damit verbunden eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Tirol.

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Trend: Internet-Telefonie Mehr als jeder vierte EU-BĂźrger hat 2011 bereits Internet-Telefonie genutzt. Das gab der deutsche Hightech-Verband BITKOM auf Basis von Daten der europäischen StatistikbehĂśrde Eurostat bekannt. Laut Studie telefonieren 22 % der EU-BĂźrger ausschlieĂ&#x;lich Ăźber die so genannte Voice-over-IPTechnologie (VoIP), weitere 6 % in speziellen Fällen, etwa bei Anrufen ins Ausland oder auf Handys. Nutzungs-Spitzenreiter sind Ăźbrigens die baltischen Staaten. FĂźr VoIP ist ein schneller Internetzugang per DSL oder Kabel notwendig. Zusätzlich brauchen Kunden einen Anbieter fĂźr VoIP-Gespräche. VĂśllig kostenfrei kann im Internet Ăźber Messenger-Dienste (z.B. Skype, Google Voice, Windows Live Messenger, FaceTime von Apple) telefoniert werden. FĂźr solche Gratistelefonate mĂźssen beide Gesprächspartner vor dem PC, Tablet oder Smartphone sitzen und beim gleichen Dienst angemeldet sein.

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Kardinal-Innitzer-WĂźrdigungspreis fĂźr Innsbrucker Biologen


Lust auf Zukunft? Lebenswelten 2020 Erinnern Sie sich noch, als vor 10 Jahren erst jeder Fünfte ein Handy besaß und mehr als die Hälfte von uns davon überzeugt war, dass wir es uns niemals vorstellen könnten, ständig ein Telefon in der Tasche zu haben? Heute, 2010, gibt es mehr Handys als Menschen, der Markt nähert sich der 120-Prozent-Marke. Jeder Fünfte hat ein Zweithandy. Oder das Thema Internet: Zu Beginn galt es als „Tummelplatz für Computerfreaks“. Heute nutzen zwei Drittel aller Menschen bis 59 Jahren das Web. Welche Veränderungen in den nächsten zehn Jahren auf uns zukommen, erläutert der renommierte Trendforscher Sven Gábor Jánszky. eco.nova ist ihm ins Jahr 2020 gefolgt – man lese und staune.

Text: Ulrike Delacher Fotos: iStockphoto, Raiffeisen/Christian Forcher

Im Rahmen des 125-Jahr-Jubiläums der Raiffeisen Landesbank lud man nicht zur Rückschau, sondern zum Blick nach vorn ein. Kein Geringerer als Deutschlands innovativster Trend- und Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky nahm das Publikum bei der Hand und marschierte in Richtung 2020, eineinhalb Stunden Staunen, ungläubiges Köpfeschütteln, hin und wieder auch ein Nicken und ein klein wenig Unbehagen. Und doch ... Die Aufmerksamkeit war dem Trend- und Zukunftsforscher sicher.

Ein Trendforscher ist kein Wahrsager Im Gegenteil, er ist ein genauer Beobachter und Analytiker, schickte Jánszky zu Beginn seines Vortrags vo-

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raus. Trends basieren auf Produktentwicklung und deren Marktdurchdringung. „Zukunftsrelevant sind jene Technologien, die schon heute in Labors und Entwicklungsabteilungen so stark getrieben werden, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in zehn Jahren den Tagesablauf der Masse bestimmen“, erläuterte der Trendforscher – und stellte eine wahrscheinliche Lebenswelt im Jahr 2020 vor.

Zu viele Jobs für zu wenig Menschen Im Jahr 2020 wird die Lebenserwartung bei 85 Jahren und höher liegen. Nichts Neues. Menschen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren werden dann noch einmal einen Neustart machen – beruflich, familiär ... Gleichzeitig werden Unternehmen sich durch den Rückgang


Bodytuning 2020 Keinem aktuellen Trend folgend, sondern seit jeher versucht der Mensch, Körper und Geist zu optimieren, sei es beim Friseur, durch Schönheitschirurgie oder mit dem Energy-Drink. Wir wollen einen immer schöneren, klügeren, gesünderen, leistungsfähigeren Körper – und das – angesichts der steigenden Lebenserwartung – so lange

wie möglich. Den heute aktivsten Part beim täglichen Körperdesign spielt das Essen, erklärt Sven Gábor Jánszky. Functional Food, also Lebensmittel mit Zusatzfunktion, wird laut der deutschen Bundesforschungsanstalt für Ernährung im Jahr 2015 bereits die Hälfte unserer Ernährung ausmachen. Für die Zukunft bedeutet dieser Trend zur Körperoptimierung, dass die Medizin und die Lebensmittelbranche zusammenwachsen und sich damit neue Geschäftsfelder auftun werden. „Die Medizinierung des Essens ist ein Milliardengeschäft.“

Nach der Wellness- nun die Brainfood-Welle „Brainfood“, „Functional Food“... das Vortragspublikum reagiert missbilligend. Und Jansky antwortet: „Trinken wir nicht schon heute Kaffee zum Wachbleiben oder verwenden Energy-Drinks, nehmen wir nicht schon heute Ausdauermittel, Vitamine für Gesundheit und versuchen damit, unseren Körper zu beeinflussen? Sie sehen, wir sind schon mittendrin in der Entwicklung“, sprach’s und teilte prompt die erste Schokolade aus, die zwar glücklich, aber nicht dick macht. Warum? „Dieser französische Schokoladenhersteller hat Schokolade zum Inhalieren entwickelt.“ Mittels Inhalator katapultiere man das Schokoladenglück direkt ins Hirn und lasse die Hüften dabei sozusagen aus. Auf die Frage, wer denn das mal probieren möchte, schnellten zahlreiche Hände in die Höhe ... Dass Lebensmittel benutzt werden, um Körperfunktionen zu manipulieren, ist bereits gängige Praxis, neu

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Sven Gábor Jánszky ist zurzeit Deutschlands innovativster Trendund Zukunftsforscher, Lehrbeauftragter an mehreren internationalen Universitäten, erfolgreicher Buchautor und Leiter des „2b AHEAD“-ThinkTank. Gemeinsam mit mehr als 200 deutschen Topunternehmern analysiert er gesellschaftliche und technologische Entwicklungen und konstruiert künftige Lebens- und Geschäftswelten.

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der Geburtenrate mit mehr freien Stellen und weniger Arbeitern bzw. qualifizierten Fachkräften konfrontiert sehen, eine Entwicklung, die sich bereits heute abzeichnet. Auch im Sinne des Wissensmanagements müsse die Frage also lauten: „Wie können Menschen ab 60 dazu motiviert werden, aus freiem Willen noch weiter zu arbeiten?“ Aus denselben Gründen wird es auch mehr Jobangebote für hochqualifizierte Arbeitnehmer geben. Das führe zu einer Art „Jobnomadentum“, qualifizierte Fachkräfte werden von Projekt zu Projekt angestellt und können sich diese auch auswählen. Der Trendforscher prognostiziert: „Der Anteil von Arbeitnehmern mit befristeten Verträgen wird im Jahr 2020 rasant auf bis zu 40 % der arbeitenden Bevölkerung steigen. Viele der Jobnomaden werden spezialisierte Experten sein, die im Rhythmus von 2–3 Jahren von Projekt zu Projekt, von Unternehmen zu Unternehmen springen. Gleichzeitig verdoppelt sich der Anteil an Selbständigen im Vergleich zu heute auf 20 %. Die jetzt noch dominierenden Langzeit-Anstellungsverhältnisse werden bis 2020 auf ca. 30–40 % sinken.“


formation und Interaktion. Dies könnte kurzfristig zu einer „multioptionalen Orientierungslosigkeit“ führen. Aber eine Lösung dafür ist in Sicht: Wir werden uns für die Inhalte Filter suchen, so genannte elektronische Assistenten. Eine Software also, die die Bedürfnisse und Interessen des Nutzers analysiert und die dieses Profil anderen zur Nutzung freigibt oder sperrt. Dieses Modell der elektronischen Assistenten ist aber schon bekannt – in menschlicher Form: Unternehmens-, Marketing-, Bank-, Steuerberater, auch der Verkäufer … etc. unterstützen und filtern für uns, wenn es viele Entscheidungsmöglichkeiten gibt.

Datenschutz

ist allerdings die Manipulation des Hirns. Die aktuelle Hirnforschung konnte zeigen, dass wir vor jeder Hirnleistung im Kortex den Botenstoff Dopamin ausschütten. „Versuche an Schimpansen haben ergeben, dass das verstärkte Vorhandensein von Dopamin mit großer Genauigkeit erfolgreiche Lernleistungen voraussagen kann.“ Die Schlussfolgerung ist einfach, so Jánszky: „Man steigere die Dopaminausschüttung im Kortex und damit in Folge die eigene Hirnleistung.“ Diese Art von Brain-Doping geschieht heute bereits millionenfach – indem gängige Medikamente missbraucht und als so genannte „Neuropusher“ verwendet werden, Nebenwirkungen noch nicht erforscht. In naher Zukunft könnten diese Erkenntnisse bedeuten, dass im „Butterregal Margarine für schlauere Kinder oder Brain-Joghurt für Managerköpfe“ stehe. Ethischen Zweiflern stellt Jánszky die Gegenfrage: „Wer will einen Menschen, der weniger intelligent geboren wurde, dafür verurteilen, dass er in einer Prüfung einmal genau so schlau sein möchte wie sein Nachbar? Und wenn sich das beispielsweise durch die Einnahme eines Joghurts machen lässt, warum nicht?“

Ein elektronischer Assistent hilft bei Orientierungslosigkeit

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Unser Verhältnis zur Technologie hat sich in den letzten zehn Jahren unwahrscheinlich rasant verändert. Oder würden Sie abstreiten, dass Sie Ihrem Navi mehr vertrauen als Ihrem Beifahrer, wenn Sie auf der Suche nach einer bestimmten Lokalität sind? „Diese Entwicklung ist noch lange nicht am Ende“, so Jánszky. Auch das Internet nicht. Das „Netz“ wird den Computer verlassen. Hat es ja bereits heute schon – angesichts der unfassbaren Marktdurchdringung von Smartphones, die den Internetzugang immer und überall möglich machen. Jánszky aber entwirft noch ein ganz anderes Bild: Tische, Tapeten, Spiegel, Wände, Fenster ... und andere Gebrauchsgegenstände werden „von Technikern mit Antennen versehen“ und somit Projektionsfläche für In-

Etwa 40 Jahre alt sind unsere Vorstellungen von Datenschutz, erklärt Sven Gábor Jánszky. Damals hatten die Bürger erstmals die Möglichkeit, ihre Daten nicht preiszugeben, zu schützen. Heute stehen wir allerdings vor einem Paradigmenwechsel: Wir Menschen wollen sogar unsere Daten preisgeben. Wirklich, fragen Sie sich? Ja. Dies kann nützlich sein für individuellen Service. Oder haben Sie kein Konto bei Amazon, welches Ihnen bei jedem Einloggen empfiehlt, was Sie interessieren könnte, und aufgrund des einfachen, gespeicherten Zahlungsmodus die Bestellung erleichtert? Kunden werden erwarten, dass Unternehmen ihre Daten kennen, um das richtige Angebot zu erstellen. Bei einer Umfrage bei Innovationschefs namhafter Unternehmen sagen sogar 62 %, dass in zehn Jahren zwischen 50 und 70 % der Bevölkerung kein Problem mit der großzügigen Freigabe ihrer Daten haben, die Angst vor Datenmissbrauch wird enorm schwinden. „Wichtig dabei ist nur, dass wir darüber, was wir über uns bekannt geben, souverän bleiben, dass ich meine Daten einsehen und selbst über die Bekanntgabe und die Datenkontrolle entscheiden kann.“

Ökonomie des Vertrauens Aber wie schaffe ich es dann mit meinem Unternehmen, in dieser individualisierten Welt überhaupt noch vom Kunden wahrgenommen zu werden? Der wahrscheinlichste Trend: Während heute nach wie vor noch die Ökonomie der Aufmerksamkeit herrscht – „Jedes Produkt, jeder Anbieter muss den anderen übertönen“ –, wird diese in Zukunft der Ökonomie des Vertrauens weichen. Vertrauen entsteht durch Prüfungen, es bildet sich immer dann, wenn Versprechungen gemacht und später gehalten werden. Vertrauen hat auch mit Anerkennung zu tun. Jánszky stellt die Vertrauensfrage: „Wo haben Sie die größte Anerkennung Ihres Lebens gespürt?“ Richtig. Jeder weiß, wie das geht mit der Anerkennung, und zwar aus dem ganz privaten Bereich, aus unseren persönlichen Partnerschaften und Beziehungen. Liebe und Zuneigung zeigen, mit Kleinigkeiten, Aufmerksamkeiten überraschen. Wir nehmen Anteil am Leben des anderen, freuen uns und leiden mit. Für die erfolgreichen Unternehmen der Zukunft bedeutet dies, dass sie sich zu Partnern der Kunden machen müssen, mit genau den gleichen Maßnahmen: sich mitfreuen, mitleiden, immer ansprechbar sein und ab und zu mit Kleinigkeiten überraschen. Aber auch sich erinnern und anerkennen.

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Interventionelle Radiologie Die interventionelle Radiologie ist ein relativ junges Teilgebiet der diagnostischen Radiologie. Dabei werden Diagnostik und Therapie miteinander verbunden: Bei der interventionellen Radiologie werden während der Bildgebung (Ultraschall, CT, MRT und Angiographie) therapeutische Eingriffe vorgenommen.

Start-up iSYS Erfolgversprechende Innovation für den internationalen Medizintechnikmarkt aus Tirol In der modernen Medizin werden aufwendige Operationen immer häufiger durch patientenschonende, minimalinvasive Eingriffe ersetzt. Ärzte müssen dabei mit großer Präzision im Patientengewebe navigieren. Bisher stehen dafür allerdings nur unzureichende technische Hilfsmittel zur Verfügung. Weltweit wird daher an der Entwicklung und Verbesserung von Assistenzrobotern gearbeitet, die Chirurgen bei ihrer Arbeit unterstützen sollen. Eine vielversprechende Innovation kommt dabei aus Tirol: Die „iSYS Medizintechnik GmbH“ hat ein automatisiertes Gerät entwickelt, das bereits an drei Kliniken erfolgreich getestet wird. Jetzt arbeitet das junge Gründungsteam unter der Leitung von Dr. Michael Vogele an der Zulassung für den US-Markt. Bei der Unternehmensgründung wurde das Start-up vom CAST (Center for Academic Spin-offs Tyrol) unterstützt.

Text Barbara Hoff mann Fotos: iSYS Medizintechnik

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Schonende Eingriffe durch die Haut werden im chirurgischen Fachjargon auch minimalinvasive, perkutane Interventionen genannt. Bei Gewebeentnahmen oder in der Schmerz- und Tumortherapie

kommen immer häufiger kleinste Instrumente zum Einsatz. Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Eingriff ist dabei die präzise Ausrichtung der Nadel zum Ziel, zum Beispiel einem Tumor. Zukünftig


Geringere Strahlenbelastung für Patient und Arzt Eine mechanische Führungshilfe, ein Roboterarm, erleichtert dem durchführenden Operateur die hochpräzise Arbeit. „Das Gerät kann mit beliebiger Distanz bedient werden. Das bedeutet für den Arzt, dass er nicht im Röntgenstrahl stehen muss. Außerdem lässt es sich sehr genau und schnell einstellen“, erklärt Vogele. Die minimalinvasiven Eingriffe mit dem jetzt fertig entwickelten „iSYS1“-Gerät können also schneller und strahlenschonender für Patient und Arzt durchgeführt werden. An der Universitätsklinik in Innsbruck, am St.-Antonius-Krankenhaus im holländischen Nieuwegein sowie in Bern ist der Prototyp „iSYS1“ bereits erfolgreich getestet worden. „Für ein junges Unternehmen auf dem Medizintechnikmarkt ist es extrem wichtig, gute Referenzdaten zu erhalten.“

Erste Kaufinteressenten und weitere Entwicklungen Die Idee für die Entwicklung seines Assistenzroboters hat Vogele aus der medizinischen Praxis gewonnen. Von 1992 bis 2000 hat der gebürtige Deutsche Humanmedizin, unter anderem auch in Innsbruck, studiert. Schon während seines Studiums hat sich der Mediziner mit technischem Hintergrund mit der Entwicklung von Assistenzrobotern beschäftigt. 2010 erfolgte dann die Unternehmensgründung von „iSYS“ in Tirol. Die Entwicklung des ersten Prototyps in enger Zusammenarbeit mit dem „Austrian Center for Medical Innovation and Technology“ (ACMIT) in Wiener Neustadt und der Medizinischen Universität Innsbruck dauerte anderthalb Jahre. Inzwischen gibt es erste Kaufinteressenten für das vor kurzem fertiggestellte marktreife Gerät. Auf medizinischen Fachtagungen in Österreich, Deutschland und den USA hat Vogele „iSYS1“ vorgestellt und viel positive Resonanz erhalten. Um das Produkt auch auf dem amerikanischen Markt platzieren zu können, fehlt allerdings noch die Zulassung. „Wir hoffen diese in den nächsten drei bis vier Monaten zu erhalten.“

Innovative Idee alleine nicht ausreichend Die Finanzierung des Start-ups erfolgte zu einem Drittel aus Eigenmitteln. Der verbleibende Anteil wird über das „PreSeed“-Förderprogramm der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) sowie über eine Förderung des CAST aufgebracht. Das Tiroler Gründungszentrum unterstützte das Start-up „iSYS“ allerdings wesentlich weitreichender, insbesondere bei der Erstellung des Businessplans. „Fachwissen und eine ausgezeichnete Technologie alleine reichen nicht aus, um ein Produkt auch erfolgreich verkaufen zu können.“ Vom CAST erhielten Vogele und sein Team Coaching in Fragen des Patentmanagements, Unterstützung bei der Marktanalyse, Beratung in Bezug auf die Finanzplanung und Hilfe bei der Suche nach einer Anschlussfinanzierung. „Sie sind dabei sehr tief ins Detail gegangen. Das war sehr hilfreich, zum Beispiel wenn es um den Verkauf geht. Ich als Entwickler bin von meinem Produkt überzeugt. Im Gespräch um den Preis muss ich den Kliniken aber den Mehrwert für Arzt, Patienten und Krankenhaus gut darstellen, um auf dem Medizintechnikmarkt wirklich erfolgreich zu sein.“

Positive Marktentwicklung In Zukunft geht es dem Jungunternehmer allerdings nicht alleine darum, das Gerät „iSYS 1“ zu verkaufen. Vogele glaubt daran, dass der Bedarf an Assistenzrobotern weiter wachsen wird. „Ich als Mediziner glaube an den Markt der so genannten interventionellen Radiologie. Die Eingriffe, die gleichzeitig zur Bildgebung vorgenommen werden, sind sehr patientenschonend. Sie bieten die Möglichkeit, komplexe Operationen zu umgehen, das ist gerade in Zeiten, in denen auch von Kostenreduktion gesprochen wird, sehr interessant.“ Nach der Fertigstellung der ersten Robotergeneration arbeitet Vogele mit seinem Team daher bereits an weiteren Entwicklungen. Schon bald soll der Roboter „iSYS2“ fertig gestellt sein. „Unser Ziel ist vor allem eine Verbesserung der Software. Wir wollen unser Gerät weiter automatisieren und sowohl die Patientenlagerungs- als auch Positionierungssysteme weiter verbessern.“

„In der Gesamtheit der Funktionalität sind wir mit unserem Gerät ‚iSYS1‘ konkurrenzlos. Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir mit Echtzeitbildgebung arbeiten können.“ Dr. Michael Vogele, Gründer und Geschäftsführer von „iSYS“

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iSYS Medizintechnik GmbH Gründung: 2010 Firmensitz: Kitzbühel Branche: Medizintechnik Firmengründer: Dr. Michael Vogele, Thomas Pfeifer Rund 15 hochspezialisierte freie Mitarbeiter www.isys.co.at

Kontakt CAST – Center for Academic Spin-offs Tyrol Gründungszentrum GmbH Mitterweg 24, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/282 283-0, office@cast-tyrol.com www.cast-tyrol.com

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sollen vermehrt Assistenzroboter die Ärzte bei dieser anspruchsvollen Tätigkeit unterstützen. Noch gibt es bei diesen technischen Hilfsmitteln allerdings Probleme bei der Genauigkeit. Außerdem sind viele Geräte kompliziert in der Handhabung. Dem jungen Tiroler Unternehmen „iSYS“ ist es jetzt aber gelungen, ein automatisiertes Gerät zu entwickeln, das die Genauigkeit und Treffsicherheit bei solchen Eingriffen deutlich erhöht und gleichzeitig klein und kompakt ist. „In der Gesamtheit der Funktionalität sind wir mit unserem Gerät ‚iSYS1‘ konkurrenzlos. Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir mit Echtzeitbildgebung arbeiten können“, sagt Dr. Michael Vogele, Gründer und Geschäftsführer von „iSYS“. Das bedeutet, dass das Gerät auch während eines bildgebenden Verfahrens, zum Beispiel einer Computertomographie (CT), eingesetzt werden kann. „Der Arzt kann also viel genauer arbeiten, da er für den Eingriff auf aktualisierte Bilddaten und nicht mehr auf eingefrorene, ältere Informationen zurückgreifen muss.“


Informationen „erschnüffeln“: Das System Snoopy erleichtert effizientes Wissensmanagement Informationen sind nach den Mitarbeitern das wertvollste Kapital eines Unternehmens. Um Informationen aus digitalen Datenbanken (Knowledge Bases) gewinnbringend nutzen zu können, müssen diese entsprechend strukturiert und effizient auffindbar sein. Aber gerade das ist bei vielen Informationssystemen wie Wikipedia, Firmen-Wikis oder sozialen Netzwerken noch nicht der Fall. Die Forschungsgruppe für Datenbanken und Informationssysteme (DBIS) am Institut für Informatik der Universität Innsbruck arbeitet aber an dem selbstlernenden System „Snoopy“, das eine bessere Strukturierung von Informationen ermöglicht.

Text: Barbara Hoff mann Foto: Florian Schneider

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Die Informationsplattform Wikipedia gehört zu den meistgenutzten Internetwebseiten weltweit. Rund 1,4 Millionen enzyklopädische Artikel sind derzeit in deutscher Sprache verfügbar. Die große Sammlung an Informationen liegt jedoch nur als Fließtext vor. Die Inhalte können von Computern daher nicht verstanden werden. Das bedeutet, komplexe Suchanfragen können nicht durchgeführt werden. Zum Beispiel ist folgende Suche nicht möglich, obwohl die Informationen auf Wikipedia vorhanden wären: „Finde alle Städte in Europa mit mindestens 50.000 Einwohnern, die eine weibliche Bürgermeisterin haben.“ Der Grund dafür liegt an den tausenden verschiedenen Benutzern, welche die Daten alle unterschiedlich und zum Teil unvollständig eingeben. „Jeder benennt die Informationen anders. So schreiben die einen von Einwohnern, die anderen von Bevölkerungsanzahl. Auch können Tippfehler passieren“, erklärt Wolfgang Gassler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe für Datenbanken und Informa-

tionssysteme (DBIS) am Institut für Informatik in Innsbruck. Leiter der Forschungsgruppe ist Prof. Dr. Günther Specht. In seiner Dissertation beschäftigt sich Gassler damit, wie die Speicherung von Informationen und Wissen in Informationssystemen wie z. B. Wikipedia, optimiert werden kann. Da viele Unternehmen so genannte Firmen-Wikis benutzen, ist diese Forschungsarbeit auch für die Wirtschaft von Interesse.

System Snoopy: Betaversion für „Flickr“ Um Informationen in digitalen Datenbanken besser zu strukturieren, hat die Innsbrucker Forschungsgruppe DBIS das System „Snoopy“ entwickelt. Der Name leitet sich vom englischen Begriff „schnüffeln“ ab. Das System „erschnüffelt“ vom Benutzer durch Nachfragen weitere Informationen. User erhalten daher bereits bei der Eingabe zahlreiche Hilfestellungen. Ihnen werden bestimmte Begriffe und Tipps für weitere Eingaben vorgeschlagen. Rechtschreib-


Strukturierter „zwitschern“: Eingabehilfe für Twitter Noch ist das System „Snoopy“ allerdings ein wissenschaftlicher Prototyp. An der Weiterentwicklung wird in der Forschungsgruppe DBIS bereits gearbeitet. Ebenfalls in diesem Jahr wird zum Beispiel Gasslers Kollegin Eva Zangerle ihre Dissertation fertigstellen. Die gebürtige Landeckerin beschäftigt sich mit der Gliederung von Daten in sozialen Netzwerken. Zangerle arbeitet unter anderem an einem neuartigen Empfehlungssystem für Twitter. Die Benutzer dieses Microblogging-Dienstes verfassen Nachrichten, die maximal 140 Zeichen lang sein dürfen. Auf Grund der Zeichenbeschränkung werden auf Twitter knapp gehal-

tene Stichworte und Abkürzungen, denen ein Rautezeichen vorangestellt ist, verwendet. Diese so genannten „Hashtags“ erleichtern die Suche nach Mitteilungen zu einem bestimmten Thema. „Allerdings werden von den Nutzern unterschiedliche Abkürzungen verwendet. Kommentare zur Tour de France werden beispielsweise mit dem Hashtag #TDF oder #tourdefrance eingegeben.“ Auch hierbei kann das Empfehlungssystem der Universität Innsbruck helfen: Bei der Eingabe soll dem Nutzer das „richtige“ Hashtag vorgeschlagen werden. Durch einheitlichere Hashtags können Twitter-Informationen besser durchsucht werden.

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Links SnoopyTagging Betaversion: http://dbis-snoopy.uibk.ac.at/ snoopytagging/tagging Forschungsgruppe Datenbanken und Informationssysteme: http://dbis-informatik.uibk.ac.at

Kontakt Forschungsgruppe Datenbanken und Informationssysteme wolfgang.gassler@uibk.ac.at eva.zangerle@uibk.ac.at

... the energy company...

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fehler werden so vermieden und eine einheitlichere Struktur der Daten wird ermöglicht. Das Besondere an dem System ist, dass es selbstlernend und demokratisch ist. „Das System passt sich den Nutzern an und schlägt beispielsweise die Verwendung von Begriffen vor, die von einem Großteil der User gebraucht werden.“ Für die Fotodatenbank „Flickr“ kann das Programm „SnoopyTagging“ bereits als Betaversion kostenlos genutzt werden. Das Programm erleichtert den Benutzern dieser Plattform die Vergabe von so genannten Tags, also Schlagwörtern, für ihre hochgeladenen Bilder.


Johann Jäger, ACR-Geschäftsführer

Vorsprung durch Know-how Der Erfolg des Wirtschaftsstandortes Tirol ist auch abhängig von der Innovationsfähigkeit der Unternehmen im Land. Gerade für Klein- und Mittelunternehmen ist es aber eine Herausforderung, innovativ zu sein: Strukturbedingt können sie sich meist keine eigene Entwicklungsabteilung leisten. Die Zusammenarbeit mit einer Forschungseinrichtung ist eine mögliche Alternative. Viele Unternehmen nutzen beispielsweise das Netzwerk der Austrian Cooperative Research (ACR), das die Forschungsleistungen von 17 gemeinnützigen Instituten bündelt. Auch die Tiroler Firma Rieder hat sich für diesen Weg entschieden. Mit der Entwicklung von Lawinenschutzfenstern konnte sich der Zillertaler Betrieb mittlerweile zum Marktführer in diesem Bereich entwickeln.

Text: Barbara Hoff mann

Dreiviertel aller Arbeitsplätze in Tirol werden von Klein- und Mittelunternehmen angeboten. Dementsprechend von hoher Bedeutung ist die Innovationsfähigkeit dieser Betriebe für den Wirtschaftsstandort Tirol. Die Entwicklung neuer Produkte und kostensparende Verbesserungen sind ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. Eine Umfrage der Wirtschaftskammer Tirol 2010 hat gezeigt, dass fast jeder dritte Tiroler Klein- und Mittelbetrieb (29 Prozent) das Generieren von Innovationen als primäres Unternehmensziel sieht. „In kleinen Firmen ohne eigene F&E-Abteilung wird die forschende und entwickelnde Tätigkeit meist vom Firmengründer erfüllt. Dieser forscht jedoch selten geplant und strukturiert, sondern erkennt Chancen und informiert sich entsprechend zu deren Realisierung“, erklärt Gernot Bock, Leiter der Abteilung Innovation und Technologie der Wirtschaftskammer Tirol.

ACR – Austrian Cooperative Research Eine Möglichkeit für Klein- und Mittelunternehmen, Innovationen zu entwickeln, ist die Zusammenarbeit mit Österreichs zweitgrößter außeruniversitärer Forschungs- & Entwicklungseinrichtung, der ACR (Austrian Cooperative Research). „Wir sehen uns als Technologietransferpartner und Innovationsbegleiter

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für KMU“, erklärt ACR-Geschäftsführer Johann Jäger. Die 1954 gegründete ACR ist ein Netzwerk von 17 gemeinnützigen Forschungsinstituten und rund 600 Mitarbeitern. „Unsere Institute brauchen die ACR als Dachorganisation, um nach außen aufzutreten“, sagt Jäger. 2010 wurden über 23.000 Aufträge, 77 Prozent davon für KMU-Kunden, abgewickelt. Damit konnte ein Umsatz von 51,2 Millionen Euro erwirtschaftet werden. „Die ACR-Kompetenzbereiche umfassen angewandte Forschung und Entwicklung, Technologietransfer, Förderberatung sowie hochwertiges Prüfen und Messen.“ Zu den vier Forschungsschwerpunkten zählen „Nachhaltiges Bauen“, „Lebensmittelqualität & -sicherheit“, „Umwelttechnik & Erneuerbare Energien“ sowie „Produkte, Prozesse & Werkstoffe“. „Als Dachorganisation finanziert sich die ACR durch Mitgliedsbeiträge unserer Forschungsinstitute, die Wirtschaftskammer, die Industriellenkammer und 60 Prozent trägt das Wirtschaftsministerium“, erklärt Jäger. Unternehmen, die Innovationsbedarf haben, können sich mit einem Vertreter der Dachorganisation ACR zu einem kostenlosen Erstgespräch treffen.

Kaum EU-Förderungen für KMU Kosten fallen erst dann an, wenn das Angebot eines der Forschungsinstitute der ACR in Anspruch genom-


men wird. Allerdings bestehen Fördermöglichkeiten. „Wir bringen das Know-how über bundesländerspezifische Förderungen und Bundesförderungen mit, um dem KMU eine möglichst optimale Lösung im kaufmännischen Bereich zu bieten.“ Eine Möglichkeit ist beispielsweise die bundesweite InnovationsscheckInitiative (siehe Infokasten). „Jedes KMU, das noch keine Innovation gemacht hat, kann sich dabei mit 5.000 Euro eine Idee mit einem Entwickler aufbereiten lassen.“ Von EU-Förderungen rät der Experte Kleinund Mittelunternehmen allerdings eher ab. „Da sind wir sehr zurückhaltend. Die Wahrscheinlichkeit, dass KMU gefördert werden, liegt bei etwa 15 Prozent.“

Forschung ist mit Risiken verbunden Trotz möglicher Förderungen ist die Entwicklung einer Innovation für die Unternehmen auch mit Risiken verbunden. „Die Beauftragung einer Forschungseinrichtung oder Zusammenarbeit mit dieser ist eine Alternative, die Geld kostet, auch wenn man eine Förderung dafür lukriert“, meint Gernot Bock. „Es bleibt zudem das Risiko, dass die Forschung oder Entwicklung keine verwertbaren Ergebnisse bringt. Eine weitere Alternative ist daher der Zukauf einer fast fertig entwickelten Technologie, man spricht auch von Technologietransfer. Es gibt zahlreiche Beispiele für Firmen, die durch Zukauf, Adaption und Vermarktung von fremdentwickelten Technologien als innovativ wahrgenommen werden.“

Technische Neuheit: Lawinenschutzfenster Dass sich Investitionen in Forschung und Entwicklung durchaus lohnen können, zeigt das Beispiel der Firma Rieder aus dem Zillertal. Das 1945 als Tischlerei und Zimmerei gegründete Unternehmen ist mittlerweile ein Komplettanbieter für Bauvorhaben. Gemeinsam mit dem Wiener Institut „Holzforschung Austria“ (HFA) haben die Tiroler Schutzelemente für Fenster und Türen entwickelt, die extrem hohe Belastungen durch Lawinen aushalten. „Von der Zusammenarbeit mit der HFA profitierte das Unternehmen sehr stark. Die HFA-Experten nahmen einerseits komplizierte Berechnungen vor, brachten sich aber auch stark im Projektmanagement und in verwandten

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Lawinenschutzfenster der Firma Rieder GmbH

Bereichen wie zum Beispiel Einbruchschutz ein“, sagt der Projektleiter der Firma Rieder GmbH, Vitus Klocker. Durch das Forschungsprojekt konnten unter anderem Lawinenschutzfenster entwickelt werden, die eine absolut technische Neuheit auf dem Markt darstellen. Zum Einsatz kommen die Fenster vor allem bei Hotelanlagen. Die Fenster bieten nicht nur erhöhten Schutz bei Lawinen, sondern sind mit einem speziellen Aufkleber versehen. Dadurch vermitteln sie auch den Gästen ein erhöhtes Sicherheitsgefühl. „Die Projektergebnisse waren die Voraussetzung, dass sich das Unternehmen mittlerweile zum Marktführer für Lawinenschutzelemente entwickeln konnte. Der Geschäftszweig Lawinenschutzfenster wurde zu einem bedeutenden Standbein des Unternehmens. Absatz finden die Fenster natürlich in Tirol und Vorarlberg, vor allem aber auch in der Schweiz“, berichtet Klocker. Der Projektleiter sieht in der Zusammenarbeit mit der HFA darüber hinaus einen ganzheitlichen Vorteil für die Zillertaler Firma: „Der technische Know-how-Vorsprung beeinflusste das Image des Unternehmens sehr positiv.“

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ACR – Austrian Cooperative Research Die Vereinigung der kooperativen Forschungseinrichtungen der österreichischen Wirtschaft – Austrian Cooperative Research (Abk. ACR) – ist ein österreichisches Forschungsnetzwerk, dessen vorrangiges Ziel es ist, die Wettbewerbsfähigkeit heimischer KMU mit Innovationen zu verbessern. Der Sitz des Vereins ist Wien im Haus der Forschung. Die ACR fungiert als Dachverband von außeruniversitären kooperativen Forschungsinstituten. Als Innovationsbegleiter und Forschungsexperte für KMUs bieten die 17 ACR-Institute wirtschaftsnahe F&E-Dienstleistungen, Technologietransfer, Förderberatung sowie hochwertiges Prüfen & Messen.

Innovationsscheck Österreich Der Innovationsscheck Österreich ist ein Förderungsprogramm für Klein- und Mittelunternehmen. Mit dem Innovationsscheck können sich Unternehmen an Forschungseinrichtungen (außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und Universitäten) wenden und je nach Bedarf deren Leistungen bis zu einer Höhe von 5.000 Euro ohne Selbstbehalt mit dem Scheck bezahlen. Darüber hinaus gibt es das Programm „Innovationsscheck Plus“. Dabei können KMUs 10.000 Euro erhalten, haben allerdings einen Selbstbehalt. Die FFG (Forschungsförderungsgesellschaft Österreich) wickelt dieses Programm im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) ab. > Weitere Informationen unter www.ffg.at/innovationsscheck

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Moderne Mobilität vermindert dicke Luft Radio-Verkehrsfunk: Stau in Tirols Tälern. Gehört meist im Winter, immer öfter auch im Sommer. Kein Weiterkommen, Ärger. Vor allem bei Urlaubern. Dabei ist es so einfach, dem entgegenzuwirken. Indem vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen wird. Vermindert dicke Luft – bei jenen, die im Auto sitzen und im Wortsinne auch für die Umwelt. Der Verkehrsverbund Tirol (VVT) drückt die Hemmschwelle, die „Öffis“ zu benutzen, dabei immer niederer – durch einfach zugängliche Informationen für die Fahrgäste und individuelle, nachvollziehbare Konzepte für Gemeinden und ganze Täler. Das Ötztal übernimmt mit dem Verkehrskonzept „Regiobus Ötztal“ auch in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ...

Der Individualverkehr kann überall dort zurückgefahren werden, wo das öffentliche Verkehrsnetz funktioniert. Das Ötztal zeigt mit dem Modell „Regiobus Ötztal“ und den Verkehrsunternehmen Ötztaler und Postbus, wie es funktionieren kann. Insgesamt wurden 940.000 Euro in das neue Konzept investiert –

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getragen von den Seilbahngesellschaften (Ötztaler Gletscherbahn GmbH, Skiliftgesellschaft Sölden/ Hochsölden, Skiregion Hochötz, Liftgesellschaft Obergurgl & Hochgurgl sowie den Bergbahnen Kühtai) und dem Tourismusverband Ötztal. Rund 300.000 Euro kamen dafür über den VVT vom Land


eco.zukunft V. l.: Lukas Scheiber (Tourismusverband Ötztal), Mobilitätslandesrat LH-Stv. Anton Steixner, Franz Sailer (Geschäftsführer der Ötzaler Verkehrsgesellschaft m.b.H. / www.oetztalerbus.at) und VVT-Geschäftsführer DI Mag. Jörg Angerer

Tirol. Mobilitätslandesrat Anton Steixner sieht mit der Investition den Tourismus und die Umwelt gestärkt: „Das tourismusstarke Ötztal geht mit dem Ausbau des Nahverkehrs den richtigen Weg. Gäste wie Einheimische profitieren durch die umweltfreundliche Gestaltung des Verkehrs im Tal. Mit dem neuen Angebot erreicht das Ötztal einen Nahverkehr mit fast städtischem Charakter.“ Konkret wurden am 11. Dezember des vergangenen Jahres 30 digitale Fahrplaninfoanzeiger (kurz DFI) an sämtlichen stark frequentierten Haltestellen quer durchs Ötztal vom VVT installiert. Diese Anzeigen stellen Ankunfts- und Abfahrtszeiten (inkl. eventueller Verspätungen) in Echtzeit zur Verfügung, sodass jederzeit und einfach ersichtlich ist, wann der nächste Bus in die Haltestelle einfährt. Zudem wurde die Taktfrequenz der öffentlichen Verkehrsmittel deutlich erhöht. Winter wie Sommer wird auf der gesamten Strecke zwischen Haiming und Obergurgl im 30-Minuten-Takt gefahren, im Ortsverkehr Obergurgl wird das Nahverkehrsangebot im Winter zudem bis zu einem 10-Minuten-Takt verdichtet. In der Mittagszeit kommen die Busse alle 20 Minuten. Neu fahren ab Start der Wintersaison die Skibusse zwischen Längenfeld und Sölden. Diese verstärken damit auch den gesamten Ortsverkehr Sölden bis Pitze zu einem 10-Minuten-Takt. Das Verkehrs-

Für das einzigartige Verkehrskonzept, das dem Europavergleich durchaus standhält, vertraute das Ötztal auf das gesamte Portfolio des VVT – von der Konzeption über die Verkehrsplanung bis hin zu den DFI-Anzeigern und allfälligen Printprodukten. So wurde das Konzept nicht nur ein Herzeigeprojekt für die Innovationskraft des Ötztals, sondern auch eine Talentprobe für den VVT.

„In enger Kooperation mit dem Tourismus wird ab Fahrplanwechsel ein dichtes Nahverkehrsangebot im gesamten Ötztal errichtet. Die neuen Taktverdichtungen schaffen ein Mobilitätsangebot, wie man es sonst in Städten wiederfindet. Die Bewohner und Gäste des Ötztals profitieren.“

Den Fahrplan in der Tasche

DI Mag. Jörg Angerer, Geschäftsführer des VVT

konzept schließt zusätzlich den Ast nach Kühtai ein, der ebenfalls halbstündlich bedient wird. Im Sommer werden die Busse außerdem mit Radanhängern ausgestattet. Lukas Scheiber, Tourismusverband Ötztal: „Mit der neuen Investition machen wir die Mobilität im Ötztal zukunftsfit. Starke Fahrplantakte sind wichtig für alle Gäste, die ohne Auto anreisen oder dieses lieber in der Hotelgarage lassen, und all jene, die im Tal unkompliziert und umweltfreundlich unterwegs sein wollen.“

Im kommenden Jahr ist die Installation von zusätzlichen 30 DFI-Anzeigern geplant. Ergänzend dazu lässt sich die Fahrplanauskunft mit der VVT-Gratisapp „SmartRide“, die neben stets aktuellen An- und Abfahrtszeiten von Bus, Bahn und Tram auch alle Fußwege bis zum endgültigen Ziel anzeigt, mobil abrufen. Die App steht für iPhones und Android-Handys zur Verfügung. Infos dazu unter www.vvt.at.

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BFI Tirol: Arbeitssicherheit fĂźr Ihre Mitarbeiter Die Themen Sicherheit und Schutz sind in jedem Unternehmen relevant. Egal ob Handwerksbetrieb, Industrieunternehmen oder Dienstleistungsbetrieb – Mitarbeiter und Kunden dĂźrfen keinen Risiken ausgesetzt sein. Auch der Gesetzgeber setzt immer strengere MaĂ&#x;stäbe. Sicherheitsfachkrafttag am BFI Tirol Termin: Freitag, 20. April 2012, 9 bis 17 Uhr Inhalte: Aktuelle Ă„nderungen bzw. Neuerungen von Arbeitnehmerschutzvorschriften Informationen und Anmeldung: BFI Tirol Traude Montuoro Tel.: 0512/59 6 60-332, traude.montuoro@ bfi-tirol.at www.bfi-tirol.at

Arbeitssicherheit – kein selbstverständlicher Standard Im Arbeitnehmerschutzgesetz (ASchG) sind fĂźr die Arbeitnehmer besondere Präventivdienste vorgeschrieben, die von den Sicherheitsfachkräften und den Arbeitsmedizinern umgesetzt werden sollen. Unter dem Motto „Vorbeugen ist besser als heilen“ steht jedem Arbeitnehmer eine Betreuung durch Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmedizinern zu, um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu garantieren. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die Sicherheitsfachkräfte, deren neues Berufsbild in einer eigenen Verordnung zum ASchG festgelegt wurde.

Die Anforderungen an diese neuen Sicherheitsfachkräfte haben sich gegenßber den frßheren Sicherheitstechnikern stark verändert und der Aufgabenbereich wurde wesentlich erweitert. Die Sicherheitsfachkraft der Zukunft muss eher als ein Manager der Arbeitssicherheit im Unternehmen verstanden werden und benÜtigt dazu eine umfassende Ausbildung, die ßber das normale Ingenieurwissen hinausgeht. Die Sicherheitsfachkraft muss ein kompetenter Gesprächspartner und Experte fßr den Arbeitgeber, dabei aber auch gleichzeitig unabhängiger und sachverständiger Berater fßr jeden Mitarbeiter im Unternehmen sein.

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AMS Tirol – Partner auch im Internet. eAMS-Konto für Unternehmen Mit dem eAMS-Konto bietet das AMS Tirol auf www.ams.at/tirol eine Reihe von online-Services, die Unternehmen flexibel, zielgerichtet und effizient rund um die Uhr in Anspruch nehmen können. Mit dem eAMS-Konto können Unternehmen eine Reihe von AMS-Services komfortabel online nutzen. Zum Beispiel: das AMS Tirol mit der Personalsuche beauftragen, MitarbeiterInnen über den integrierten eJob-Room finden, Förderungen ansuchen, Anträge für die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte stellen und vieles mehr. Die Zugangsdaten zum eAMS-Konto erhalten Unternehmen von den zuständigen Beratern und Beraterinnen des Service für Unternehmen. „Mit dem eAMS-Konto erhalten Sie direkten Zugriff auf Ihre AMS-Daten und können die Online-Services des AMS im Internet über einen einzigen Zugang nutzen“, lädt Dr. Karin Klocker vom AMS Tirol zur Verwendung der eServices ein.

eJob-Room – was bietet er? Mit dem eJob-Room, Österreichs größter Online-Jobbörse, wird die Personalsuche für Unternehmen noch einfacher. Aus einem Pool von zahlreichen BewerberInnen können potenzielle MitarbeiterInnen für das Unternehmen rasch und treffsicher ausgewählt werden. Mit der „Freien Suche“ wird das Stelleninserat noch besser und schneller gefunden. Viele Unternehmen schalten mittlerweile ihr Inserat auf www.ams.at/jobroom.

Persönliches Gespräch. Das AMS Tirol unterstützt die Personalsuche mit modernster EDV-Ausstattung, die nicht nur österreichische, sondern auch europaweite Personalsuche ermöglicht. Durch die gemeinsame Erstellung von Anforderungsprofi len helfen die MitarbeiterInnen im Service für Unternehmen rasch, eine geeignete Arbeitskraft für die freie Stelle zu finden. Fragen zur Personalauswahl lassen sich gerade im direkten Gespräch am besten klären. Wenn Betriebe das Dienstleistungsangebot des AMS Tirol kennen lernen wollen, kontaktieren sie einfach das Service für Unternehmen. „Wir kommen auf Wunsch gerne zu Ihnen, um Ihnen unser Dienstleistungsangebot vorzustellen“, betont Dr. Karin Klocker.

eAMS-Konto – interessiert? Interessierte Unternehmen wenden sich an das Service für Unternehmen in jeder Geschäftsstelle des AMS Tirol. Nach Identifi kation und Authentifi zierung erhalten sie ihre persönlichen Zugangsdaten. Sie fi nden uns auch unter: www.ams.at/tirol

Foto: AMS/Petra Spiola

Besuchen Sie auch unsere Homepage: www.ams.at/tirol und www.arbeitszimmer.cc

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social.media

Face to face mit Facebook Facebook lud die Innsbrucker Web-2.0-Agentur ICA in die Zentrale nach Dublin ein. Lucas Frischmann und Caroline Holzknecht waren in der Dubliner Facebook-Zentrale zu Gast

Dass die Sozialen Netzwerke und vor allem Facebook in den kommenden Jahren im Marketing-Mix immer wichtiger werden, ist unbestritten. Mittlere und große Unternehmen werden schon 2012 verstärkte Anstrengungen unternehmen müssen, ihre Produkte und Leistungen in diesen Netzwerken zu präsentieren. „Aug in Aug mit den Konsumenten und Geschäftspartnern“, wie es Lucas Frischmann, Office Manager bei ICA-Web 2.0 und ICC, plastisch ausdrückt. In der europäischen Facebook-Zentrale in Dublin wurde man auf die Innsbrucker Agentur aufmerksam, als diese immer größere Werbebudgets von Kunden auf Facebook platzierte. Da der direkte Kontakt zu solchen Kunden für das weltweit soziale Netzwerk Nummer eins von großer Bedeutung ist, wollte man mit ICA-Web 2.0 nun ins Gespräch kommen. „Die Einladung kam dann völlig überraschend: Das Europa-Hauptquartier von Facebook bat uns zu einem Gesprächstermin nach Dublin. Man wollte mit den Tiroler Web-2.0-Experten über Facebook-Werbestrategien für deren Großkunden reden“, erklärte Geschäftsführer Elmar Frischmann von der ICA-Web-2.0-Agentur. „Ich bin mir sicher, dass ICAWeb 2.0 mit zu den ersten österreichischen Agenturen gehört, die eine solche Einladung erhalten haben“, meint er nicht ohne Stolz. Und hebt die Vorteile dieses nun eingerichteten „direkten Drahtes“ zu Facebook hervor.

Projektmanagerin bei ICA-Web 2.0, die Situation auf dem sich rasant ändernden Werbemarkt der Sozialen Netzwerke. „Wir sind der Ansicht, dass Facebook im Werbemix jedes Unternehmens bereits heuer eine besondere Stellung einnehmen wird.“

Punktgenaue Werbung via Facebook Als Beleg führt Holzknecht die Möglichkeiten der punktgenauen Werbung via Facebook an. „Es ist in Zukunft möglich, exakt jene Zielgruppe anzusprechen, die sich für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung interessiert. Angefangen von der Altersgruppe über den Bildungsstand, spezifische Interessen bis hin zu regionalen Eingrenzungen der Werbung.“ Und weiter: „Erfolgreiche Werbung hat vor allem mit dem Knowhow der Agentur zu tun. Und ICA-Web 2.0 hat genau dieses Know-how und darüber hinaus das Backup von Facebook.“

Direkter Draht von Innsbruck nach Dublin

Die Anzahl jener, die über diese Facebook-Seite „sprechen“, zeigt deren Viralität. Anders gesagt: Je mehr Menschen „darüber sprechen“, desto größer die „Werbewirkung“

„Wir sind jetzt in der Lage, noch bessere, individuelle Werbelösungen für das weltweit größte Soziale Netzwerk anzubieten. Denn Facebook Europa hat uns angeboten, uns in Zukunft direkt und aktiv zu unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.“ Auch bei den zu erwartenden Facebook-Neuerungen wird ICA-Web 2.0 in Zukunft die Nase vorn haben. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, umschreibt Caroline Holzknecht,

Beeindruckt war man vom lockeren Stil innerhalb der Dubliner Facebook-Zentrale. „Die leben Social Media tagtäglich“, meint sie. Da werden Partys für die Kinder der Mitarbeiter veranstaltet, in der Kantine sitzen Manager gemeinsam mit den Angestellten am Tisch. „Ich glaube, dass sich das lockere Arbeitsklima auch auf das unglaubliche Innovationspotential von Facebook auswirkt“, meint Caroline Holzknecht.

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Erfolg auf Facebook. Aber wie?

Kritik an Facebook: Was ist dran?

Alle, die eine Facebook-Seite betreiben, kennen den Button „Statistiken“. Die Eckdaten bei Facebook sind: „Gefällt mir“, „Reichweite“, „Personen, die darüber sprechen“ und „Besuche“. Aber, so Lucas Frischmann von ICA-Web 2.0: „Viele Unternehmen glauben, dass die Anzahl der Fans einer Seite deren Erfolg widerspiegelt. Das trifft nur bedingt zu.“ Auf allen Sozialen Netzwerken geht es vor allem um die sogenannte „Viralität“, die exponentielle Ausbreitung von Neuigkeiten, Angeboten, Fotos etc. Als Basis dazu dienen natürlich die „Fans“ einer Seite. Diese werden aber nur dann Inhalte weiter verteilen, wenn diese auch interessant sind. Elmar Frischmann: „Es gibt bei allen Sozialen Netzwerken eine Grundregel: Der Inhalt eines Postings sollte neu und informativ sein.“ Ein weiteres Erfolgskriterium ist die Wirkung von Facebook (und aller anderen Sozialen Netzwerke) auf die WebSite eines Unternehmens. „Diese Wirkung kann mit spezieller Software gemessen werden.“ Immer mehr Suchmaschinen nehmen den Auftritt von Unternehmen in den Sozialen Netzwerken in ihren Suchalgorithmus auf. Die stärkere Gewichtung der Social Media beeinflusst mehr und mehr das Ranking einer WebSite. Deshalb rät ICC kleinen und mittleren Unternehmen, den Auftritt in Facebook, Twitter oder Google+ ernst zu nehmen. „Wer in den Suchmaschinen in Zukunft nicht unter „ferner liefen“ vorkommen will, sollte sich täglich in den Sozialen Netzwerken um die „Fans“ kümmern.“

Das globale Soziale Netzwerk wird inzwischen von rund 900 Millionen Menschen genützt. Dass Facebook als Netzwerk-Riese auch selbst in die Kritik kommt, ist logisch. Ein immer wiederkehrender Vorwurf: Facebook besitze eine Unmenge von Daten über seine Benutzer. Und man wisse nicht, wie diese Daten verwendet werden. Dazu ICA-Web 2.0: „Die Menge und die Genauigkeit der persönlichen Daten, die ein User bekannt gibt, werden einzig und allein durch ihn bestimmt.“ Mit anderen Worten: Es ist der Benutzer selbst, der darüber entscheidet, was über sie/ihn bekannt werden soll. Die Innsbrucker Agentur ist aber überzeugt, dass Facebook den Datenschutz generell ernst nimmt. Das zeige sich besonders bei der unsachgemäßen Benutzung eines Facebook-Accounts. „Es passiert immer öfter, dass Facebook Konten schließt. Verstöße gegen die Facebook-Regeln werden sofort geahndet.“

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HANDLE-CREATIV.AT

Powerseminar Bei Facebook wird einem nie langweilig. Entweder wird man durch die Postings der eigenen Freunde unterhalten ... oder von Facebook selbst durch seine vielen Änderungen. Der jüngste Streich, anwendbar seit Jahresende 2011, ist die so genannte Chronik.

Auff älligstes Merkmal dieser Chronik ist das breite Bild im Profi l, das die vielen kleinen Bilder, die man bisher gepostet hatte, ersetzt. Dazu kommt noch ein kleines Porträtfoto. Wer sich hier spielen will, kann Porträt und „Titelbild“ miteinander agieren lassen. Das macht dann ganz schön Wind. In Wahrheit weit wichtiger ist aber die so genannte „Timeline“, die rechts neben dem Titelbild zu sehen ist. Hier kann man sich leicht Jahr um Jahr durch ein Profil klicken und sieht dann, was diese Person wann gepostet hat. Ohne lange Sucherei. Wer will, kann hier sozusagen sein Leben ausbreiten: Von der Wiege bis zur Bahre. Gerade diese Funktion ist bei vielen Leuten auf Kritik gestoßen. Aber wie bei Facebook allgemein, gilt auch hier: Es steht in dieser Timeline nur das, womit man selbst Facebook füttert. Man handle also am besten weiterhin nach der Faustregel: Würde ich’s meinen eigenen Eltern erzählen, dann kann ich’s auch auf Facebook posten. Alle anderen Funktionen (Freunde, Interessen, Chat etc.) sind weiterhin vorhanden, allerdings etwas anders angeordnet. Vorerst ist die neue Chronik nur für private Profile zu haben, sie soll in nächster Zeit aber auch für Firmenseiten kommen. Ein Verweigern der neuen Chronik hilft übrigens nichts. Früher oder später wird sie die einzige verbliebene Variante sein. Und noch eine Neuigkeit gibt’s: Seit kurzer Zeit muss man nicht mehr Freund einer Seite sein, um auf dieser kommentieren und liken zu können. Vorausgesetzt natürlich, die Betreiber lassen Postings an ihrer Pinnwand überhaupt zu. Die Gewinnung von Freunden verliert damit etwas an Bedeutung und das „Weitersagen“, die Aktivitäten, werden wichtiger.

Zukunft Machen Die Kraft einer Vision liegt in der Richtung in die sie weist, nicht in den Grenzen die sie zieht. Wenn alle in eine Richtung ziehen, wird der Unternehmenserfolg optimiert. Mit einer konsequent erarbeiteten und gesteuerten Unternehmensvision erreichen Sie ein Höchstmaß an Identifikation und Orientierung. Verschaffen Sie sich Zugang zu diesem ungenutzten Potential!

10.-11.5.2012

Parkhotel Hall

Diese Experten zeigen Ihnen, wie Sie Visionen entwickeln und erfolgsmaximierend in Ihren Unternehmen implementieren. Sie sind einzigartig in Ihrer Fachkompetenz und Erfahrung.

Prof. Dr. Anna Maria Pircher-Friedrich: „Mit Werten Wert erzeugen: Sinn und Werte machen Menschen und Unternehmen erfolgreicher“ Mag. Monika Miller: „Ohne Emotionen geht’s nicht: Zukunftsbilder motivieren zur Veränderung“

MMag. Dr. Helmut Graf: „Keine Unternehmenszukunft ohne Sinn: Wie Sinnkrisen die Führungsetagen erschüttern – und wie man sie vermeiden kann“ Dr. Wolfgang Griepentrog: „Glaubwürdigkeit: Wie man wird, was man ist“

Helmut Erler, MBA: „Der pragmatische Optimismus in der LogoVISION: Ein Modell aktiviert ungeahnte Potentiale“ Infos und Anmeldung: www.pragmamc.com

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eco.nova auf Facebook Einfach QR-Code scannen oder reinklicken unter www.facebook.com/econova.at

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Wühlen in der FacebookVergangenheit – die Chronik


Finanzieren & Versichern Der Aufsichtsrat der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG hat Thomas Bock (2. v. l.) neu in den Vorstand bestellt. Er folgt Mag. Gobert Sternbach nach, der Ende April in den Ruhestand tritt. Im Bild mit Vorstandssprecher Hannes Schmid, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der RLB Tirol AG, Dir. Josef Graber, und Vorstandsmitglied Reinhard Mayr Foto: Raiffeisen

Wunschkandidat

Infos zur neuen Kapitalbesteuerung Mit 1. April 2012 wird sich die Welt der Kapitalbesteuerung in Österreich um ein neues Spektrum erweitern: jenes der Substanzgewinnbesteuerung. Alle österreichischen Banken sind ab diesem Zeitpunkt gesetzlich verpflichtet, bei Realisation von Kursgewinnen Kapitalertragssteuer (KESt) in Höhe von 25 % einzuheben. Unter das Regime der Substanzgewinnbesteuerung fallen all jene Wertpapiere, die nach dem 1. Jänner 2011 (Aktien, in- und ausländische Investmentfonds) bzw. nach dem 1. Oktober 2011 (Zertifikate, Anleihen, Derivate) erworben und nach dem 1. April 2012 verkauft werden. Durch die umfassende Neuordnung der Kapitalertragssteuer wurde auch das System der Verlustrechnung neu gestaltet. Mit dem Regierungsbeschluss des Budgetbegleitgesetzes (BBG) 2012 wurde Ende des letzten Jahres gesetzlich festgelegt, dass der Ausgleich der Verluste aus Kapitalvermögen vom jeweiligen depotführenden Kreditinstitut im Rahmen der KESt-Abrechnung berücksichtigt werden muss. Werden etwa im Jahr 2011 gekaufte Wertpapiere nach dem 31. März 2012 mit Verlust verkauft, kann dieser Verlust mit bestimmten positiven Einkünften aus Kapitalvermögen (steuerpflichtige Substanzgewinne und Dividenden sowie ähnliche Gewinnausschüttungen aus Aktien, GmbH-Anteilen oder Investmentfondsanteilen, Wertpapiererträge oder Einkünfte aus depotfähigen Derivaten) gegengerechnet werden. Diese neue Verlustrechnungsbestimmung soll mit 1. Jänner 2013 in Kraft treten. Für die im Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Dezember 2012 erzielten Einkünfte aus Kapitalvermögen (Summe aus Substanzgewinnen, Substanzverlusten und laufenden Erträgen) erfolgt die Verlustrechnung und die gegebenenfalls verbundene KESt-Gutschrift bis spätestens 30. April 2013. Schoellerbank-Direktor Mario Bernardi: „Wir erledigen die Verlustverrechnung von Beginn an gerne für Sie, sofern Sie Ihr Depot bis 31.03.2012 bei der Schoellerbank führen. Ihr Vorteil: Ein Verlustausgleich über den Veranlagungsweg kann unterbleiben, KESt-Endbesteuerung und Bankgeheimnis bleiben gewahrt. Führen Sie mehrere Depots bei unterschiedlichen Banken, so muss der Verlustausgleich über den Veranlagungsweg erzielt werden.“ Außerdem neu ist die Abschaffung der einjährigen Spekulationsfrist für Wertpapiere. Wer als Anleger daher z. B. bei einer im letzten Jahr erworbenen Aktie seinen Gewinn steuergünstig lukrieren will, sollte mit dem Verkauf bis zum 1. April 2012 warten. Dann wird der Kursgewinn nur noch mit 25 % KESt besteuert und nicht wie bisher mit bis zu 50 %. Ob und inwieweit Sie von dieser Neuregelung profitieren, weiß Ihr Bankberater.

Wenn RLB-Vorstand Mag. Gobert Sternbach mit 30. April in den Ruhestand wechselt, wird es dennoch wie bisher einen 3erVorstand geben. Ende letzten Jahres wurde mit dem 49-jährigen Thomas Bock bereits ein Nachfolger gefunden. Bock wird für das Firmenkundengeschäft und Private Banking verantworlich sein. Der gebürtige Vorarlberger und promovierte Jurist war der Wunschkandidat des gesamten Aufsichtsrates. Vorher war er mehrere Jahre im Vorstand der Volksbank Vorarlberg tätig. Der im Jahr 2012 auslaufende Vertrag von Vorstandsdirektor Reinhard Mayr wurde überdies um weitere fünf Jahre verlängert.

Ausstellung Vor 10 Jahren, am 1. 1. 2002, wurde mit der Einführung des Euro-Bargeldes die größte Währungsumstellung unserer Geschichte Realität. Mittlerweile können 331 Mio. Einwohner in 17 Staaten mit einer gemeinsamen Währung bezahlen (siehe rechte Seite). Die Oesterreichische Nationalbank zeigt in Innsbruck derzeit die Ausstellung „Im Blickfeld: Euro-Bargeld“, die den Euro im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Technik und Design zeigt. In der Ausstellung erfahren Sie auch, was Walflosse und Marienkäfer mit Banknoten zu tun haben und was es sonst noch rund um die Münzen und Noten zu wissen gibt. Die Ausstellung ist noch bis 6. Juli 2012 im Foyer der OenB (Adamgasse 2, Innsbruck) während der Öffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt ist frei. www.oenb.at/tirol

„I try to buy stock in businesses that are so wonderful that an idiot can run them. Because sooner or later, one will.“ Warren Buffett 72 eco.nova


10 Jahre Euro-Bargeld

Ein Plädoyer für den Euro Wenngleich der Euroraum derzeit wegen der Finanz-, Wirtschafts- und Verschuldungskrise sehr großen Herausforderungen gegenübersteht, zeigen die Fakten, dass sich der Euro in den wenigen Jahren seit seiner Einführung als Währung bewährt hat.

„Gefühlte“ vs. tatsächliche Inf lation Im Verlauf des Jahres 2011 hat sich die Inflationsrate in Österreich beschleunigt, primär aufgrund stark gestiegener Öl- und Rohstoffpreise. Wichtige Bedarfsgüter wie Lebensmittel und Energie verteuerten sich dadurch erheblich. Laut Prognosen vom Dezember 2011 wird aber ein Rückgang der Inflationsrate in den Jahren 2012 und 2013 erwartet. Immer wieder führten in der Vergangenheit wirtschaftliche Schocks zu kurzfristigen starken Preisausschlägen. Betrachtet man aber die Inflationsentwicklung über einen längeren Zeitraum, so war der Anstieg des Preisniveaus in Österreich noch nie so schwach wie seit der Euro-Einführung. Österreich verzeichnete seit 1999 mit einer jährlichen durchschnittlichen Inflationsrate von 1,9 % einen niedrigeren Wert als zu Zeiten der Schilling-Währung. Konsumenten nehmen Preisveränderungen bei Waren des täglichen Bedarfs stärker wahr als Preisveränderungen bei langlebigen Konsumgütern, wie z. B. TV-Geräten oder Computern. Wenn die Waren des täglichen Bedarfs teurer werden, liegt mitunter die „gefühlte Inflation“ über der tatsächlich gemessenen. Auch der Vergleich der heutigen Euro-Preise mit seinerzeitigen SchillingPreisen führt oft zu Kritik in der Bevölkerung. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass auch das Schilling-Preisniveau aufgrund der Inflation mittlerweile erheblich höher wäre als damals. Zudem stiegen in den letzten zwölf Jahren auch die Löhne und Gehälter etwas stärker als die Preise. Somit erhält man mit dem heutigen Einkommen (betrachtet werden durchschnittl. Monatsnettoeinkommen je Arbeitnehmer lt. Volkswirtschaftlicher Gesamt-

rechnung) je nach Produkt manchmal gleich viele, manchmal weniger oder zeitweise sogar mehr Produkte als vor 10, 20 oder 30 Jahren. Gegenüber 1990 (bzw. 2001, dem letzten Jahr vor der Einführung des Euro-Bargelds) erhält man mit dem heutigen Durchschnittseinkommen beispielsweise um 40 % (bzw. 13 %) mehr Schweinefleisch, im Vergleich zu 2001 um knapp 2 % weniger, gegenüber 1990 aber um 34 % mehr Vollmilch. Nimmt man als weitere Bezugsgröße für die Kaufkraft das Einkommen und den Arbeitsaufwand eines Industriearbeiters, so zeigt sich laut Berechnungen des WIFO, dass dieser für einen Liter Milch heute 4 Minuten Arbeitszeit aufwenden muss. Im Jahr 1990 waren es 5,1 Minuten. Für ein Kilo Brot blieb der Arbeitsaufwand nahezu gleich, für Benzin hat sich die Kaufkraft hingegen verringert (2001: 4 bis 5 Min. / 2011: 5,8 Min.)

Bringt der Euro mehr Geschäft für Unternehmen? Mit der Einführung des Euro fielen Wechselkursschwankungen und dadurch auch -risiken innerhalb des Euroraums weg. Seit der Einführung des Euro erhöhten sich die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen von 40 auf nahezu 60 % des österreichischen BIP. Etwa 55 % der Exporte gehen in den Euroraum und sichern in Österreich rund eine halbe Million Arbeitsplätze. Seit dem Jahr 1999 exportiert Österreich durchgängig mehr Güter und Dienstleistungen als es importiert. Die österreichische Leistungsbilanz weist seit 2002 einen Überschuss aus. Auch der Internationalisierungsgrad der österreichischen Wirtschaft – ein Maß dafür sind die Direktinvestitionen in Relation zur Wirtschaftsleistung – hat sich dynamisch entwickelt. So haben sich die (aktiven) Direktinvestitionen von Österreichs Unternehmen zwischen 1999 und 2010 von 8 % auf über 40 % verfünffacht. Ebenso stiegen die Investitionen von ausländischen Unternehmen in Österreich von 11 % vor der Einführung des Euro (1999) auf über 40 % (2010) des BIP.

Der europäische Binnenmarkt braucht auch eine gemeinsame Währung, damit er seine volle Wirkung entfalten kann. Mit dem Zusammenschluss von 17 Ländern zum EuroWährungsgebiet entstand bei Betrachtung des BIP die nach den USA nunmehr zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Der Euro verschafft dem Euroraum und der EU damit auch eine starke Stimme in der Weltwirtschaft. Die hohe wirtschaftliche Bedeutung und die besondere Rolle des Euro als Motor der europäischen Integration werden jedoch von den Auswirkungen der aktuellen Schuldenkrise überschattet. Entgegen jenen Stimmen, die von einer Euro-Krise sprechen, erfüllt der Euro nach wie vor alle seine Funktionen als Zahlungsmittel und Reservewährung und dient der nachhaltigen Sicherung von Werten. Die Staatsschulden in einigen Euroländern sind durch die Finanz- und Wirtschaftskrise und zum Teil auch durch mangelnde Budgetdisziplin aus dem Ruder gelaufen. Primär sind die betroffenen Staaten selbst zur Lösung ihrer Probleme aufgerufen. Aus diesem Grund werden auch sämtliche Hilfen nur mit strengen Auflagen gewährt. Zweifellos sind in der Vergangenheit auch Fehler passiert, so waren die Spar- und Konsolidierungsmaßnahmen in einigen Ländern vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise unzureichend. Zudem waren auch für die wirtschaftlich schwächeren Staaten die Zinsen infolge des Beitritts zur WWU stark gesunken. Dieses niedrige Zinsniveau hat private und öffentliche Haushalte dazu verleitet, sich in übergroßem Maß zu verschulden. Auch wurde aufkeimenden makroökonomischen Ungleichgewichten, die das Funktionieren der Wirtschaft einzelner Länder des EuroWährungsgebiets oder der gesamten EU beeinträchtigen können, vor Ausbruch der Krise kaum bzw. zu wenig Augenmerk geschenkt. Darüber hinaus hat es im Vertrag von Lissabon keine ausreichenden institutionellen und wirtschaftspolitischen Vorkehrungen zur Vorsorge gegen und zur Bewältigung von Banken- und Staatsschuldenkrisen in der EU gegeben. Jede stabile Währung braucht klare und glaubwürdige Rahmenbedingungen. Für den langfristigen Bestand der Währungsunion bedarf es daher einer noch stärkeren wirtschaftspolitischen Koordination. Voraussetzungen und Regeln für die Mitgliedschaft im Euroraum müssen strikt angewendet, von allen eingehalten und streng überwacht werden. Die Herausforderung besteht jetzt darin, diese hohe Schuldenlast und die damit verbundene Budgetbelastung zurückzuführen. Realistischerweise erfordert dies jedoch über einen längeren Zeitraum massive politische und wirtschaftliche Disziplin. > Quelle: Oesterreichische Nationalbank

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Braucht Europa eine gemeinsame Währung?


(K)eine schöne Bescherung: Landesbank kostet uns 230 Millionen Nach Wertberichtigungen von jeweils mehr als 70 Millionen Euro in den vorangegangenen beiden Jahren musste die Hypo Tirol Bank im letzten Jahr für faule Kredite in Italien 120 Millionen Euro abschreiben. Dadurch rutschte das Ergebnis der Bank ins Minus und sank die Eigenmittelquote unter sechs Prozent, eine Quote, die die Bankenaufsicht auf den Plan ruft. Um die Geschäftsfähigkeit der zu 100 Prozent in Landeseigentum stehenden Bank aufrechtzuerhalten, beschloss der Landtag eine Kapitalspritze in der Höhe von 230 Millionen Euro aus einer Vorabdividendenausschüttung der TIWAG. Am 25. Jänner standen die Vorstände der Hypo dem Finanzkontrollausschuss des Landes Rede und Antwort. Nicht erschienen waren die ehemaligen Chefs Hannes Gruber (ging Ende 2009), Werner Pfeifer und Günter Unterleitner (bis Ende 2010) und der Ex-Aufsichtsratschef und Landtagspräsident Helmut Mader. Sie seien nicht von der Verschwiegenheitspflicht entbunden, hatten sich aber zuvor in einem offenen Brief zur Wehr gesetzt. Die Staatsanwaltschaft hat von sich aus ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, vorerst einmal gegen unbekannte Täter ... 74 eco.nova


Die Suche nach den Verantwortlichen Jetzt gehe es aber zunächst einmal ans Aufarbeiten der insgesamt 1.356 Kreditfälle, zu denen es vielfach nur unvollständige, wenig aussagekräftige Unterlagen, mangelhafte Liegenschaftsbewertungen und falsche Schätzgutachten u.Ä. gibt, aber auch der Verantwortlichkeiten. Diese scheinen nur auf den ersten Blick klar: „Mit ihren Geschäften geht die Bank gezielt Risiken ein, um Erträge zu erwirtschaften. Dabei entscheidet der Vorstand, welche und wie viele Risiken eingegangen werden“, steht beispielsweise im Geschäftsbericht 2008. Dazu hat die Hypo Tirol Bank – wie jede Bank – ein entsprechendes Risikomanagementsystem eingerichtet. Ebenso einen Arbeitskreis zur Entscheidungsvorbereitung für den Vorstand, dem der Gesamtvorstand und alle wesentlichen mit dem Risikomanagement befassten Personen angehören. Andererseits fällt die Hypo Tirol Bank als Landesbank unter die Verantwortung des Landeshauptmannes, der diese ebenfalls unterstreicht: „Als Landeshauptmann und Eigentümervertreter bin ich natürlich für alle Letztentscheidungen und die große Linie der Landesbank verantwortlich (Quelle: Geschäftsbericht Hypo Tirol Bank 2008). Und last, but not least stellt der Aufsichtsrat das verantwortliche Kontrollgremium der Bank dar. Viele Verantwortliche – nur keiner wollte etwas gewusst haben. Am ehesten glaubt man dem Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Helmut Mader seine Ahnungs- und daher Fassungslosigkeit, wenn er erklärt, dass der Aufsichtsrat einen eigenen Kredit-

ausschuss eingerichtet habe, er aber, weil er Politiker (und kein gelernter Banker) war, dort selbst nicht hingegangen sei, sondern sich auf jene, die dort gearbeitet haben, bestens verlassen habe können. Auf die Frage, ob er seiner Aufgabe nicht ausreichend nachgekommen sei, meint Mader: „Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, vorzusorgen, dass ein Risikomanagement eingerichtet ist. Deshalb haben wir in jeder Aufsichtsratssitzung als Punkt eins einen Risikobericht gehabt. Dort waren die Ampeln immer auf Grün“, so Mader. Auch Berichte der internen Revision seien vorgelegen und Sonderprüfungen. Mehr könne man nicht mehr tun. Unterlassen sei wissentlich sicher nichts geworden. Aktiv nachgefragt hat der Vorsitzende des obersten Kontrollorgans aber auch nicht, wie aus dieser Aussage hervorgeht.

Dillersberger: Licht ins Südtiroler Dunkel ... Eine tragende Rolle in diesem Gremium kommt sicher auch dem Ex-FP-Abgeordneten Siegfried Dillersberger zu, der diesen Kreditausschuss geleitet hat. Wie dieser Ausschuss die Kreditvergabe geprüft hat, ohne dabei auf die oben beschriebenen Mängel aufmerksam geworden zu sein, wird ebenfalls noch zu klären sein. Jedenfalls versucht Dillersberger, der auch Mitglied im Aufsichtsrat sowie im Revisionsausschuss der Hypo Tirol Bank Italien AG war, in Bozen Licht ins Dunkel um die mysteriöse Kreditvergabe zu bringen. Die Verantwortung für die zu offensive Kreditvergabe weniger beim Aufsichtsrat, dafür mehr bei der Geschäftsführung sieht Bankenexperte Jürgen Huber. Der Aufsichtsrat sei nicht in das Tagesgeschäft eingebunden. Zudem wurde die Kontrollfunktion ausgeübt, so Huber, der beispielsweise auf den vom Aufsichtsrat betriebenen Wechsel in der Geschäftsführung hinweist. Damit spricht Huber indirekt die politische Verantwortung an, die aber weiter zurückgreift.

„Als Landeshauptmann und Eigentümervertreter bin ich natürlich für alle Letztentscheidungen und die große Linie der Landesbank verantwortlich.“ Günther Platter, Landeshauptmann (aus: Geschäftsbericht Hypo Tirol Bank 2008)

Grundstein: Fusion mit Südtiroler Sparkasse? Insider sehen den Beginn des Fiaskos in den Verwerfungen rund um die Diskussion einer Gesamttiroler Regionalbank und die Fusion der Hypo Tirol Bank mit der Südtiroler Sparkasse. Die Pläne von Alt-Landeshauptmann Wendelin Weingartner, die Hypo mit der Südtiroler Sparkasse zu fusionieren, scheiterten am politischen Widerstand innerhalb der eigenen Partei (ExLH-Stv. Ferdinand Eberle, ÖVP) und der SPÖ. Die Fusion platzte und Herwig van Staa ging als Sieger aus dem politischen Gefecht hervor. Die Folgen waren weitreichend: Zunächst zog sich Aufsichtsratschef Arthur Thöni zurück und Landtagspräsident Helmut Mader übernahm seine Funktion. Dann kam auch HypoChef („Dottore“) Josef Prader zwischen die Fronten und wurde im Juli 2003 von Hannes Gruber abgelöst. Während es Maders Aufgabe war, die Bank wieder in ruhigere politische Fahrwasser zu führen, sollte Gruber das Erfolgsmodell der Hypo weiterführen und entlang der Nord-Süd-Achse ausbauen.

Kontrollnote: 5, nicht genügend In den Jahren 2003 bis 2008 wurde das Italien-Geschäft massiv ausgebaut, Filialen eröffnet und das

„Mehr kann man nicht mehr tun.“ Ing. Helmut Mader, Ex-Aufsichtsratsvorsitzender, hat sicher wissentlich nichts unterlassen

Text: Michael Posselt Fotos: Günther Egger, Archiv

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Für die meisten war es eine Bombe, die da im Dezember vergangenen Jahres hochging. Bereits zweimal hatte die Bank ihr Kreditportfeuille mit namhaften Beträgen berichtigen müssen – und jeweils erklärt, dass sich nun keine Leichen mehr im Keller befinden würden. Was der Hypo-Vorstand und der Aufsichtsratsvorsitzende Wilfried Stauder den anwesenden Journalisten präsentierten, war eine Abrechnung – mit der Ära ihrer Vorgänger und deren Expansionspolitik. Was als sinnvolle Ausweitung der Geschäftsaktivitäten entlang der Nord-Süd-Achse in der Europaregion Tirol von München bis Verona gepriesen wurde, entpuppte sich im Nachhinein als politisch motivierte Großbanksucht, mit der man beweisen wollte, dass die Hypo Tirol Bank auch alleine in der Lage sei, diesen Großraum – und weit darüber hinaus – zu bespielen. Die Rechnung, die das Land und damit die Tiroler Bevölkerung dafür präsentiert bekommen hat, hat sich gewaschen. 230 Millionen Euro, die zwar nicht aus dem Landesbudget genommen werden mussten, nichtsdestotrotz in Form ausbleibender Dividenden in den nächsten Jahren fehlen werden. Und ob und in welchem Ausmaß die angeschlagene Landesbank in den nächsten Jahren in der Lage sein wird, diese auch nur annähernd zurückzubezahlen, darf bezweifelt werden, beziehungsweise ist erst gar nicht angedacht, auch wenn Vorstanddirektor Markus Jochum versichert, man werde ab 2014 wieder eine Dividende in zweistelliger Millionenhöhe – jedenfalls also zehn Millionen Euro, Tendenz steigend – an das Land zurückfließen lassen.


Hatte damals noch gut lachen: der ehemalige Dreiervorstand der Hypo Tirol Bank AG, v. l.: Günter Unterleitner, Hannes Gruber und Werner Pfeifer

Kreditvolumen auf bis zu 1,4 Milliarden Euro ausgeweitet. Auch in Bayern versuchte die Hypo immer stärker Fuß zu fassen, doch offensichtlich hinkte die Kontrolle dem Geschäftsgebaren hinterher. Der risikobereinigte Gewinn fiel von 44,8 Millionen Euro (2006) auf 34,8 Millionen (2007), 2008 auf 16,7 Millionen Euro. Anfang 2009 entsendet Landeshauptmann Günther Platter Wilfried Stauder als Krisenmanager in den Hypo-Aufsichtsrat. Mit dem Bekanntwerden des Solarflops in München (21,5 Millionen Euro) und Wertberichtigungen von insgesamt 72 Millionen Euro im Jahr 2009 musste Gruber gehen. Unterleitner und Pfeifer folgten mit Verzögerung. Im April 2010 löste Stauder Mader als Aufsichtsratschef ab, und mit Markus Jochum wurde ein erfahrener Banker auf den Vorstandssessel gehievt, der sich bereits bei der Sanierung der Tiroler Sparkasse auszeichnen konnte. Gemeinsam bemühen sich Jochum und Stauder um die Bereinigung des Kreditportfeuilles. Doch was sie drei Wochen vor Weihnachten zu Tage beförderten, war alles andere als eine schöne Bescherung.

Kontrolle der Kontrolle

Hypo-Vorstandsvorsitzender Markus Jochum und der Aufsichtsratsvorsitzende Wilfried Stauder sind angetreten, um die Altlasten zu bereinigen. Was sie drei Wochen vor Weihnachten zu Tage beförderten, war alles andere als eine schöne Bescherung ...

Am 25. Jänner informierten die Vorstände der Hypo Tirol Bank den Finanzkontrollausschuss des Landes Tirol zum aktuellen Stand der Kreditsituation in Italien und beantworteten die Fragen der Mitglieder. Die Analyse des Kreditportfolios in den letzten Wochen bestätigte den Wertberichtigungsbedarf in Italien. Die endgültige Summe soll bis Ende März feststehen. Angesprochen wurden auch weitere Risiken, die in einem „Hypo-Spaniengeschäft schlummerten“. Hierzu stellt die Hypo Tirol in einer Ad-hoc-Mitteilung (27. 01.) klar, dass sie im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit kein „Spanien-Geschäft“, insbesondere kein Kreditgeschäft, betreibt bzw. betrieben hat. Es handle sich hierbei um das Geschäftsfeld „Eigenveranlagung“, das unter anderem zur Sicherstellung der Liquidität der Bank erforderlich ist. Im Rahmen dieser Eigenveranlagung halte die Hypo Tirol Wertpapiere spanischer Emittenten in ihrem Bestand. Der Anteil der spanischen Wertpapiere am Gesamteigenstand betrage 6,5 % und spiele eine untergeordnete Bedeutung. Eingeladen waren auch die Ex-Hypo-Vorstände Hannes Gruber, Werner Pfeifer und Günther Unter-

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leitner, blieben aber – in einem offenen Schreiben vorab angekündigt – fern. Sie seien nicht von der Verschwiegenheitspflicht entbunden worden (hätten allerdings deren Aufhebung auch niemals angefragt, so der aktuelle Vorstand), die Ex-Vorstände sprachen von „medialer Vorverurteilung und nicht nachvollziehbaren, rufschädigenden Vorwürfen“. Für Gerald Hauser, Ausschussobmann, unverständlich und ein Affront, schließlich seien die Ausschussmitglieder selbst zur absoluten Vertraulichkeit verpflichtet und waren die Vorstände für das laufende Geschäft zuständig. Aus seiner Sicht hätten sie die Verpflichtung, Rede und Antwort im Kontrollausschuss zu stehen. Im Ausschuss vorgelegt wurde auch die Anzeige bei der Finanzmarktaufsicht gegen den aktuellen Hypo-Vorstand. Neben der Finanzmarktaufsicht beschäftigen sich sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Bundesrechnungshof mit der Causa. Die Staatsanwaltschaft hat von sich aus ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, vorerst einmal gegen unbekannte Täter. „Somit ist es noch nicht erforderlich, dass Anzeigen gegen konkrete Personen eingebracht werden“, bestätigt die Pressestelle der Staatsanwaltschaft.

„Wir sind angetreten, um die Altlasten zu bereinigen.“ Jetzt gehe es darum, alle Fälle und die Verantwortlichkeiten lückenlos aufzuklären. Dazu habe es bereits Sachverhaltsdarstellungen an die FMA und Anzeigen an die Staatsanwaltschaft gegeben, so Stauder. Für Bankenvorstand Jochum ist wichtig, dass die Bank – nicht zuletzt durch die Kapitalspritze des Landes – ihre volle Geschäftsfähigkeit (insbesondere in der Kreditvergabe) erhalten konnte. Nun gehe es darum, die Bank wieder auf gesunde Beine zu stellen. Für 2012 rechnet Jochum wieder mit einem Wachstum. Man werde das Landesgeld aber sicher nicht dafür verwenden, um mit Konditionenschleuderei Marktanteile zu gewinnen. LH Günter Platter fordert die Konzentration auf den Kernmarkt Nordtirol sowie Südtirol/Trentino und den eigentlichen Auftrag als Bank im Eigentum des Landes zu erfüllen, nämlich wieder ein verlässlicher Partner für die Tirolerinnen und Tiroler, aber auch für die regionalen Wirtschaftstreibenden zu sein und so langfristig einen Beitrag zur Stärkung des Landes und der Wirtschaft zu leisten.

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Historie Bank von 1901 bis 2011 (Quelle: Geschäftsbericht)

1901 wird vor dem Hintergrund eines armen Tirols mit schlechten Ernten, der Sorge um den Bauernstand und steigender internationaler Konkurrenz aus dem Ausland die Tirolische Landeshypothekenanstalt gegründet, um den Geld- und Kreditverkehr in der eigenen Region zu fördern. 1913 erfordern die positive Geschäftsentwicklung und das kontinuierlich wachsende Personal einen Umzug vom Nordtrakt des Landhauses in das „Akademikerhaus“ in der Wilhelm-Greil-Straße. 1918 unterbricht das Kriegsende den Zahlungsverkehr und die galoppierende Inflation verursacht derartige Verluste, dass die Hypothekenanstalt 1924 kurz vor ihrem wirtschaftlichen Zusammenbruch steht. Die Rettung wird in der Umwandlung der Landesbank gesucht. 1920 erfolgt die Eröffnung der Tiroler Landesbank, die wie die Landes-Hypothekenanstalt im Akademikerhaus ihren Sitz hat, jedoch juristisch und wirtschaftlich getrennt bleibt. 1924 setzt mit der Einführung des Schillings eine wirtschaftliche Erholung ein, doch fehlt zunächst noch das Vertrauen der Bevölkerung in die neue Währung. Innerhalb der kommenden Jahre beginnt sich die Bank langsam zu erholen und beeindruckende Gewinne zu verzeichnen. 1929 wird die Erschütterung der Finanzwelt durch den schwarzen Freitag mit all seinen Folgen auch in Österreich spürbar. 1931 führt die Weltwirtschaftskrise zu einer Welle von Angstabhebungen und Kapitalflucht ins Ausland. Von 1933 bis 1937 ruht die Emissionstätigkeit der Anstalt völlig, die Bilanzsumme schrumpft, während der Annuitätenrückstand anwächst. Die vorsichtige Kreditpolitik der vergangenen Jahre macht sich jedoch bezahlt und sichert der Tirolischen Landeshypothekenbank das Überleben. 1938 werden die Reichsmark und eine moderne Registratur eingeführt sowie der Buchungsverkehr vereinfacht. Hauptziel der Bank ist nicht mehr die Förderung der Landwirtschaft, sondern die Schaffung von Wohnraum. 1943 zerstört der Bombentreffer vom 15. Dezember den Nordtrakt der Landeshypothekenanstalt völlig. 1948 wird das Gebäude schließlich um 600.000 Schilling vom Land erworben – mit der Auflage, innerhalb einer bestimmten Frist mit dem Neubau zu beginnen.

1965 hat sich die Tirolische Landeshypothekenanstalt nicht nur zur stärksten Bank unter ihren Schwesterinstituten entwickelt, sondern rangiert mit einem Ausleihungsvolumen von 1,06 Milliarden Schilling bereits auf Platz 1 der Tiroler Kreditinstitute. 1977 wird das erste Sofortkassensystem Tirols in der Tirolischen Landeshypothekenanstalt eingeführt. Die Bank vollzieht den Wandel von der Spezial- zur Universalbank. Diese Entwicklung wird auch in den folgenden Jahren erfolgreich fortgesetzt. 1998 Mit der Eröffnung des ersten Beratungszentrums in Meran, des Hypo-Verwaltungscenters in Bozen sowie der ersten vollwertigen Geschäftsstelle in Trient wird erstmals die deutsche Sprachgrenze überschritten. Mit der neuen Ausrichtung der Hypo Tirol Bank wird auch auf die geänderten Rahmenbedingungen und Anforderungen des Marktes reagiert. Am 1. Jänner 2002 unternimmt die Hypo Tirol Bank mit der von ihr gegründeten Hypo Tirol Swiss erste Schritte auf Schweizer Boden. 2003 startet die Hypo Tirol Bank unter der Federführung von Hannes Gruber, Günther Unterleitner und Werner Pfeifer mit einer neuen Vision und einer neuen Konzernstrategie „aGOra“ (griechisch Marktplatz). Ein Augenmerk liegt dabei auf dem Ausbau der strategischen Ausrichtung auf der Nord-Süd-Achse in der Region zwischen München und Verona. Die weiteren Bundesländer werden mit einem differenzierten Kunden- und Produktfokus mit Schwerpunkt im Großraum Wien bearbeitet. 2004 setzt die Hypo Tirol Bank mit der Eröffnung der Zweigstelle in München ihren ersten Schritt auf deutschen Boden. Im Gegensatz zu Tirol agiert die Hypo Tirol Bank dort nicht als Universalbank, sondern spezialisiert sich auf die Bedürfnisse besonderer Kundengruppen. Mittlerweile konnte sie sich als Nischenplayer im süddeutschen Raum sehr gut positionieren. Ziel ist es, die Hypo Tirol Bank ergänzend in die süddeutsche Bankenwelt einzufügen, damit sie so zu einem tragfähigen, grenzübergreifenden Wirtschaftspartner wird. 2008 wird eine weitere Geschäftsstelle in Verona eröffnet. In Innsbruck wird die neue Hypo-Tirol-Zentrale am Bozner Platz bezogen sowie die neue Geschäftsstelle Universitätsklinik und auf der Technik. 2009 und 2010 stoppen Wertberichtigungen von jeweils mehr als 70 Millionen Euro die Expansionsstrategie der Hypo Tirol Bank. Markus Jochum (Vorstandsvorsitzender) und Wilfried Stauder (Aufsichtsratsvorsitzender) übernehmen das Kommando in der Hypo Zentrale. Dezember 2011: In Italien werden weitere faule Kredite in Höhe von 120 Millionen Euro bekannt. Die Hypo schreibt einen Jahresverlust von 110 Millionen Euro und muss durch eine Kapitalspritze des Landes gerettet werden.

Aufsichtsrat

Vorstände Josef Prader, Vorsitzender Siegfried Rainer-Theurl, Vorstand-Stv. Walter Mair, Vorstandsmitglied

bis 30.06.2003 bis 30.06.2003 bis 30.6.2003

Hannes Gruber, Vorstandsvorsitzender Werner Pfeifer, Vorstandsmitglied Günter Unterleitner, Vorstand-Stv.

1.7.2003 – 31.12.2010 1.7 2003 – 22.11.2010 1.7.2003 – 25.11.2010

Markus Jochum, Vorstandsvorsitzender Johann Peter Hörtnagel, Vorsitzender-Stv. Johann Kollreider, Vorstandsmitglied

ab 18.08.2010 ab 26.11.2010 ab 1.7.2011

KR Arthur Thöni AR-Stv. Anton Raffl Dr. Christian Smekal

Ing. Helmut Mader Dr. Simon Brüggl Mag. Wilfried Stauder Dr. Jürgen Bodenseer

Landeshauptleute Dr. Wendelin Weingartner DDr. Herwig van Staa Dr. Günther Platter

bis 25.10.2002 26.10. 2002 bis 30.6. 2008 ab 1.7. 2008 – lfd.

Dr. Siegfried Dillersberger Dr. Toni Ebner

Aufsichtsratsvorsitzender bis 16.05.2002 bis 1.6.2000 AR-Stv. ab 1.6.2000 Vorsitzender 16.05.2002 – 22.05.2002 Stv. bis 27.04.2005 Mitglied ab 16.05.2002 Vorsitzender 22.05.2002 – 21.4.2010 AR-Stv. 27.04.2005 bis 21.4.2010 Mitglied ab 19.02.2008 Vorsitzender ab 21.04.2010 Mitglied ab 10.10.2007 Stv. ab 21.4.2010 Mitglied ab 1999 bis 21.4.2010 Mitglied ab 1.5. 1999

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Am ersten Dezember 1951 wird der Neubau am Bozner Platz bezogen. Die zentrale Lage und die betriebsorganisatorisch durchdachte Gestaltung des neuen Gebäudes begünstigen die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung der Hypothekenanstalt.


Ausblick 2012: Schlimmer geht‘s (n)immer Schuldenkrise, Kreditklemme, Fortsetzung des Bondcrashs, Konjunkturabschwung und enorme geopolitische Risiken – das sind die Faktoren, die uns bis zum Jahresende und noch länger begleiten werden, weshalb Anleger besondere Vorsicht walten lassen sollten.

Text: Michael Kordovsky

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Die Wurzeln der heutigen Schuldenkrise liegen lange zurück: Seit den 80er-Jahren nahm infolge von Rationalisierungswellen das Produktivitätswachstum stark zu. Die Reallöhne stagnierten und dies hätte eigentlich zu einem stark rückläufigen Absatzwachstum geführt, wären nicht die fehlenden Reallohnsteigerungen durch schuldenfinanzierte Staatsausgaben und den privaten Schuldenaufbau kompensiert worden. Doch seit der Finanzkrise von 2008 sind die Zeiten der schuldeninduzierten Nachfrage vorbei. Unter dem Druck der Finanzmärkte und Ratingagenturen müssen insbesondere die Euroländer, aber auch die USA ihre Staatshaushalte konsolidieren, und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn die primär durch geopolitische Spannungen hochgehaltenen Ölpreise leiteten

bereits – unabhängig von fiskalischen Rahmenbedingungen – eine globale Konjunkturabkühlung ein. Diese zieht auch die Schwellenländer in Mitleidenschaft, denn erfahrungsgemäß ziehen Finanzinstitutionen aus den entwickelten Ländern, insbesondere den USA und Japan, in Abschwungphasen im Zuge einer Risikoreduktion in ihren Fonds und Nostroportfolios ihre Gelder aus dem Ausland ab. Davon sind die Emerging Markets besonders stark betroffen, denn die Liquiditätsabflüsse führen zu höheren Geldmarktzinsen, rückläufigen Investitionen und letztendlich aufgrund der damit verbundenen Belastungen und Absatzeinbußen von Unternehmen zu Gewinneinbrüchen und fallenden Aktienkursen. Kritisch sind deshalb die


Staatsanleihen grundsätzlich meiden Die Bonitätsnoten von Anleihen der Euroländer sind im Sturzflug. Alleine am Freitag, 13. Jänner 2012 hat die Ratingagentur Standard & Poors die Kreditwürdigkeit von neun Euroländern zurückgestuft. Dabei haben Österreich und Frankreich ihr AAA-Rating verloren und in der Folge wurde das Rating des EuroRettungsfonds EFSF (European Financial Stability Facility) von AAA auf AA+ herabgestuft. Somit verfügen nur noch die Euroländer Deutschland, Niederlande, Luxemburg und Finnland über die höchste Bonitätsnote von AAA, während Griechenland, Portugal und Zypern bereits auf Ramschstatus herabgestuft sind. Doch der Downgrade-Reigen geht weiter: Die Ratingagentur Fitch unterzieht gerade die Kreditwürdigkeit von Spanien, Italien, Irland, Zypern, Belgien und Slowenien einer genauen Prüfung, wobei Italien in den kommenden Wochen eine Herabstufung um 2 Stufen von A+ auf BBB+ droht. S&P bewertet Italien bereits mit BBB+, was nur noch 3 Stufen über Junkbond-Niveau ist. Hinzu kommt noch, dass mit den Banken als Bondkäufer immer weniger zu rechnen ist, während Privatanleger ihre Gelder aus Rentenfonds abziehen. Europäische Banken unterliegen ab Mitte des Jahres 2012 wesentlich strengeren Eigenmittelbestimmungen durch die Europäische Bankenaufsicht (EBA). So muss das harte Kernkapital (Aktienkapital plus Gewinnrücklagen) von bisher zwei auf neun Prozent der risikogewichteten Aktiva (Kredite und Anleihen) angehoben werden und zusätzlich ist noch ein temporärer Puffer für Ausfallsrisiken bei EWR-Staatsanleihen erforderlich, der sich an der Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert und Marktwert per 30.09.2011 orientiert. Die Folgen sind Anleihenverkäufe und eine restriktivere Kreditvergabe der Banken, die ohnehin im laufenden Jahr in Europa mit einem auslaufenden und neu zu finanzierenden Bankenanleihenvolumen in Höhe von 725 Milliarden Euro konfrontiert sind. Doch gleichzeitig brauchen weltweit die OECD-Staaten mehr Geld denn je – und das gerade in jener Phase, in der sogar Länder wie USA und Frankreich ihre besten Bonitätsnoten verlieren:

umgerechnet ca. 8 Billionen Euro beschaffen müssen, um auslaufende Kredite zurückzuzahlen, Zinsen zu bedienen und Haushaltsdefizite abzudecken. Das sind 100 Milliarden Dollar mehr als noch vor einem Jahr und fast doppelt so viel wie 2005. Insbesondere kritisch ist dabei, dass seit der Finanzkrise 2007 der Anteil der Staatsschulden mit kurzer Laufzeit stark angestiegen ist, da die Aufnahmefähigkeit des Kapitalmarktes für lange Laufzeiten zunehmend begrenzt ist. Obwohl der Löwenanteil des Schulden-Rollovers auf die USA und Japan entfällt, ist in diesem Umfeld vor allem Italien mit einer Staatsverschuldung in Höhe von 1,9 Billionen Euro besonders gefährdet, denn schließlich muss sich Italien 2012 am Kapitalmarkt 357 Milliarden Euro bzw. 22 Prozent des BIP beschaffen. So könnten schlecht verlaufende Auktionen für italienische Staatspapiere im Jahr 2012 der Auslöser größerer Turbulenzen an den Finanzmärkten sein. Doch auch Frank reich, Großbritannien und Deutschland sind mit einem Finanzierungsvolumen von jeweils 359 (17 Prozent des BIP), 300 bzw. 244 Milliarden Euro nicht zu unterschätzen, während Griechenlands Refinanzierungsbedarf bereits 35 Prozent des BIP ausmacht. Der Höhepunkt der Schulden-Rollover-Welle steht im März bevor. In diesem Monat müssen die wichtigsten westlichen Staaten und großen Schwellenländer ca. 1,2 Billionen Dollar refinanzieren und in genau diesem Monat wird Griechenland voraussichtlich endgültig pleite sein. Sowohl neue Rettungspakete als auch eine echte Staatspleite mit Default-Rating und Umschuldungsverhandlungen mit den Gläubigern würden dann Schockwellen an den Finanzmärkten auslösen.

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Entwicklungen in der 2. Jahreshälfte 2011 zu beurteilen. Laut aktuellen Zahlen der Weltbank sind die Bruttokapital-Zuflüsse in Entwicklungsländern gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 309 auf 170 Milliarden US-Dollar eingebrochen. In diesem Zusammenhang verweist die Weltbank auf das zunehmende Übergreifen des Bond-Crashs der Eurozone auf diverse Schwellenländer, aber auch auf andere entwickelte Volkswirtschaften. Dieser sogenannte „Contagion-Effekt“ führt dazu, dass mit Ausnahme von „sicheren Häfen“ wie USTreasuries, japanischen Government Bonds, deutschen, dänischen, schwedischen und Schweizer Papieren weltweit die Renditen für Staatsanleihen ansteigen, da die Anleger zunehmend das Vertrauen in die Rückzahlungsfähigkeit der Staaten verlieren.

Doch es kann noch schlimmer kommen, wenn das am 19. Februar neugewählte griechische Parlament einen Austritt aus der Eurozone beschließt. Dann könnte zur Wiedergewinnung verlorengegangener Wettbewerbsfähigkeit eine Austrittswelle schwacher Euroländer mit Währungsabwertungswettbewerb zwischen Drachme, Lira, Peseta und Escudo gegenüber dem Euro einsetzen. Ein weiterer politischer Unsicherheitsfaktor ist noch der Ausgang der französischen Präsidentenwahlen. Der Verlust des AAA-Ratings könnte dazu führen, dass die Sozialisten an die Macht kommen, die den Fiskalpakt der Euroländer stark aufweichen wollen, was weitere Rating-Downgrades und Rendite-Anstiege zur Folge hätte. Angesichts dieser Entwicklungen und der Tatsache, dass aufgrund der schrittweisen Verwandlung der Währungsunion in eine Transfer-Union vor allem Deutschland immer höheren Belastungen ausgesetzt ist, wird es zunehmend zu einer Kapitalflucht aus der Eurozone hin in die letzten „sicheren Häfen“ wie US-Treasuries oder Staatsanleihen der Länder Dänemark, Norwegen, Schweden, Schweiz, Kanada und Australien kommen. Hingegen wird die durchschnittliche Rendite der Anleihen der Euroländer voraussichtlich weiter ansteigen.

Aktienkurse bald unter Druck Insgesamt werden sich nämlich im Jahr 2012 die 34 OECD-Staaten an den Kapitalmärkten die astronomische Summe von 10,5 Billionen US-Dollar bzw.

Noch steigern multinationale Konzerne ihren Absatz in Schwellenländern, wo sie vor Ort produzieren, aber zunehmend von den starken Lohnsteigerungen betrof-

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• Das Wachstum der Industrieproduktion hat sich von 6,0 Prozent im August 2011 bis Oktober auf 1,0 Prozent verlangsamt, ehe es im November gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar zu einem Rückgang im Ausmaß von 0,3 Prozent kam. • Die Weltbank veröffentlichte am 18. Jänner 2012 eine Revision des prognostizierten Wirtschaftswachstums der Entwicklungsländer für das laufende Jahr von noch 6,2 Prozent im Juni 2011 auf aktuell 5,4 Prozent. Für die entwickelten Länder mit hohem Einkommen wurde die Wachstumsprognose von 2,7 auf 1,4 Prozent zurückgenommen. • Die Weltbank geht in der Eurozone für 2013 bereits von einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent aus, während das Wachstum im Jahr 2013 bei 1,1 Prozent liegen sollte.

fen sind, die den Vorteil von Absatzzuwächsen vor Ort wieder relativieren. Auf der anderen Seite fließt nach dem Ausklingen des durch staatliche Incentives wie Verschrottungsprämien und noch mehr Schulden zu günstigen Konditionen induzierten Konsum- und Investitionsbooms immer weniger Geld in die Realwirtschaft. Die massiven Zinssenkungen und Geldspritzen der EZB verlieren zusehends an Wirkung: Am 8. Dezember 2011 wurden die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf den einstigen Tiefststand von 1,0 Prozent gesenkt und erstmals in der Geschichte wurde am 21. Dezember dem Bankensystem des Euroraums die Rekordsumme von 489 Milliarden Euro für drei Jahre zur Verfügung gestellt. Doch die Realwirtschaft wird davon nicht viel spüren, denn nach der Rückzahlung fälliger Gelder wird es entweder bei der EZB gebunkert oder vereinzelt in staatliche Liquiditätstitel mit Laufzeiten von 3 Monaten bis maximal einem Jahr veranlagt. Derzeit ist die EZB der bevorzugte Parkplatz für kurzfristige Liquidität: Das zeigt sich darin, dass zu Jahresbeginn 2012 die eintägigen Einlagen der Banken bei der EZB einen neuen Rekordwert von 453,2 Milliarden Euro erreichten. Indessen nimmt der Konjunkturabschwung seinen Verlauf, was anhand folgender Fakten anschaulich illustriert werden kann: • Die am Baltic Dry Index gemessenen Seefrachtraten für Massengüter sind vom 20. Oktober 2011 bis 20. Jänner 2012 um 60,1 Prozent auf 862 Punkte eingebrochen, was darauf hindeutet, dass weniger Rohstoffe transportiert werden – ein Frühindikator eines Konjunkturabschwungs.

80 eco.nova

Angesichts dieser Entwicklungen sind Aktien trotz historisch niedriger KGVs nicht wirklich günstig, denn sobald die Gewinne einbrechen, steigt bei gleichbleibenden Kursen auch das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV). Da das KGV auf Basis der Gewinne der vergangenen vier Quartale errechnet wird und die KGVs für 2012 und 2013 auf Schätzungen beruhen, besteht in unsicheren Marktphasen die große Gefahr, dass Anleger in eine Bewertungsfalle tappen. Denn gute Zahlen der Vergangenheit und optimistische Schätzungen für die Zukunft können die Wahrnehmung der Anleger verzerren und zu falschen Schlussfolgerungen veranlassen. Obwohl per 17. Jänner 2012 das KGV des Welt-Aktien-Index (MSCI-World) nur noch bei 13,06 liegt und jene des DJ-Euro Stoxx 50 oder des DAX von 11,26 bzw. 10,59 auf den ersten Blick zur Schnäppchenjagd einladen, darf der zuvor beschriebene makroökonomische Gesamtkontext nicht aus den Augen verloren werden.

Rohstoffpreisentwicklung – die große Unbekannte Ein regelrechter Joker sind im laufenden Jahr die Rohstoffpreise. Zwar spricht der Konjunkturabschwung auf den ersten Blick für einen massiven Einbruch, doch es gibt 2 Faktoren, die sogar das Gegenteil erwarten lassen könnten: 1. Flucht in Sachwerte (im Falle mehrerer Staatspleiten in Europa) 2. Geopolitische Spannungen: Der Iran-Konflikt, weitere Unruhen im arabischen Raum und eine zunehmende politische Destabilisierung Russlands sind Faktoren, die 2012 für stärkere Ölpreisschübe sorgen könnten. Da jedoch aufgrund der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren keine seriöse Einschätzung der Rohstoffmärkte möglich ist und einer Spekulation auf Lebensmittelpreise bald durch strenge Regulierungen der Riegel vorgeschoben werden könnte, sollten Anleger lediglich zur Absicherung gegen unvorhergesehene Zwischenfälle Gold- und Silbermünzen halten.

Basis-Anlage-Strategie 2012 Im aktuellen Umfeld sollte durch das Halten von Cashreserven auf schnell verfügbaren Sparkonten bei


Ein weiterer Teil kann in US-Dollar-Anleihen der Weltbank investiert werden. Die Weltbank steht im Besitz von 187 Mitgliedsstaaten und emittiert seit 1947 regelmäßig Anleihen. Ein relativ sicheres Investment stellen hier beispielsweise die International Bank Rec. Dev. DL-Notes 2005 (35) mit der ISIN US45905CAA27 dar, deren Rendite bis Ende der Laufzeit (15.02.2035) bei 3,28 Prozent p.a. liegt. Spekulative Anleger hingegen gehen eine indirekte Wette auf Öl ein und nützen die Berührungsängste vor Venezuela, um eine Rendite von 14,95 Prozent p.a. (per 20.01.2012) zu sichern. Ermöglicht wird dies durch die Staatsanleihe mit der ISIN USP17625AD98 und Fälligkeit 05.08.2031, die einen Kupon von 11,950 Prozent aufweist und in Stuttgart nur noch zu 83,57 Prozent des Nominalwertes notiert. Da im laufenden Jahr stärkere Rückschläge an den Aktienmärkten zu erwarten sind, können Anleger mittels Short-ETFs auf internationale Aktienindizes in dem Ausmaß gewinnen, wie der zugrundeliegende Aktienindex an Wert verliert. Interessant sind dabei u.a. nachstehende Short-ETFs.

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Short-EFTs auf Aktienindizes

ISIN

Index

db x-trackers ShortDAX ETF

LU0292106241

ComStage Euro Stoxx 50 Short

LU0392496856 Euro Stoxx 50

DAX 30

RBS Market Access Short FTSE MIB

LU0562666312 FTSE MIB (ital. Aktien)

db x-trackers S&P 500 Short ETF

LU0322251520 S&P 500

db x-trackers MSCI Emerging Market Short Daily Index ETF

LU0518622286 MSCI Emerging Markets

Das Basis-Ausgangsportfolio 2012: Unter der Annahme, dass es maximal zu einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone kommt, jedoch die anderen Länder aufgrund der negativen volkswirtschaftlichen Konsequenzen eines Austritts dem Euro weiter treu bleiben, wurde für dieses Basisszenario unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungen folgendes Portfolio erstellt: Basis-Portfolio 40 % kurzfristige Sparkonten 30 bis 35 % Bundesschätze 15 % US-Dollar-Anleihen (davon max. 1/3 Venezuela-Staatsanleihen) 5 bis 10 % Short-ETFs auf Aktienindizes 5 bis 10 % Gold- und Silbermünzen Geht man jedoch davon aus, dass die Eurozone eventuell noch stärker zerfällt, so sollte dieses Portfolio noch entsprechend adaptiert werden.

finanz.tipp

Ein aktueller PensionskontoAuszug verschafft Klarheit! Neueste Studien zeigen einmal mehr, welch großen Nachholbedarf die Österreicherinnen und Österreicher in Sachen „privater Altersvorsorge“ haben. Ein blaues Wunder erleben viele, die sich von der Pensionsversicherung ihren aktuellen Pensionskonto-Auszug erstellen lassen. Schwarz auf weiß können Sie in diesem Auszug nachlesen, wie deutlich sich ihre voraussichtliche Pension gegenüber ihrem Aktiveinkommen verringern wird. Auf Ihrem Pensionskonto-Auszug finden Sie im Detail: • Welchen Pensionsanspruch Sie zur Zeit erworben haben • Wann Sie die Voraussetzungen für die Alterspension erfüllt haben • Wie hoch die Gesamtgutschrift Ihres Pensionskontos ist • Ob bereits alle Versicherungszeiten bei der Pensionsversicherungsanstalt registriert sind Die Berater von AWD können für ihre Kunden innerhalb von wenigen Minuten einen aktuellen Pensionskonto-Auszug erstellen und auch alle Fragen zu den darin enthaltenen Informationen beantworten. Natürlich stehen die AWD-Experten auch mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um das optimale Vorsorgekonzept der Kunden geht. Besonderes Zuckerl für AWD-Kunden: Neben der Erstellung des Pensionskonto-Auszuges können diese auch noch einfach und unkompliziert ihre e-card als „Bürgerkarte“ mit weiteren praktischen Funktionen aktivieren lassen. Viele der AWD-Topberater haben eine Zusatzausbildung absolviert und sind jetzt auch „Registration Officer“ für die Bürgerkartenfunktion.

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Lassen Sie sich beraten! AWD Zentrale Tirol, Tel.: 0512/33 610 Infos zu AWD im Internet: www.awd.at

eco.nova 81

eco.geld

Direktbanken, wie beispielsweise bei der ING DiBa, die 2,5 Prozent p.a. für die ersten sechs Monate bietet, ein möglichst hohes Maß an Flexibilität gewährleistet sein. Wichtig ist dabei, dass die getätigten Einlagen den durch die Einlagensicherung geschützten Betrag von 100.000 Euro (gilt EU-weit) nicht überschreiten. Alternativ kann auch in Bundesschätze investiert werden. Diese sind wie Spareinlagen direkt bei der Republik Österreich. Allerdings hielt sich per 25.01. die Verzinsung mit 1,0 Prozent p.a. auf sechs Monate in engen Grenzen. Die Vorteile sind jedoch neben einem kostenfreien Konto ein höchstes Maß an Sicherheit. Wer hier in kurzen Laufzeiten veranlagt, kann schnell von steigenden Zinsen profitieren, weshalb Bundesschätze auf jeden Fall Beachtung finden sollten. > Mehr Infos dazu unter: www.bundesschatz.at


Zerfall des Euro droht

So sichern Sie Ihr Vermögen Zunehmend mehr Experten sehen eine erhöhte Gefahr eines Zerfalles der Eurozone. Was in diesem Szenario passieren würde und wie man sich als Anleger darauf vorbereitet, wird in diesem Bericht behandelt.

Seit über einen halben Jahr simuliert der weltweit größte Anleihen- und Währungsbroker Icap die Wiedereinführung der Drachme. Die britische Bankenaufsicht weist die Kreditinstitute an, sich auf das Szenario eines Zerfalles der Eurozone vorzubereiten, und der britische Oberhausabgeordnete Simon Wolfson, Baron von Aspley Guise, hat für das beste Konzept eines reibungslosen Ausstiegs von einem oder mehreren Ländern aus dem Euro den „Wolfson Economics Prize“ ausgeschrieben, dessen Preisgeld bei 250.000 Pfund liegt. Wie ernst die Lage ist, zeigt, dass zahlreiche Experten wie beispielsweise die Analysten der Ratingagentur Moody‘s vor einem Zerfall der Eurozone warnen. Der Chefsvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, bezeichnet 2012 sogar als das Entscheidungsjahr für den Euro.

Text: Michael Kordovsky

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Während es nach der Deutschen Währungs-Union einen einheitlichen Staat gab, der zur Finanzierung

der Einheit in Westdeutschland eine Solidarabgabe einführte, ist die Eurozone noch weit von einer einheitlichen Wirtschaftsregierung entfernt, was die Beurteilung des Euro zu einem schwierigen Unterfangen macht, denn das Bonitätsspektrum erstreckt sich von AAA bei vier Muster-Mitgliedsstaaten bis hin zu knapp über Default im Falle von Griechenland. Auch die Wirtschaftswachstumszahlen innerhalb der Eurozone können unterschiedlicher nicht sein, nämlich im dritten Quartal 2011 von jeweils 7,9 bzw. 3,2 % in Estland und der Slowakei bis hin zu Rückgängen von jeweils 1,7 bzw. 5,2 Prozent in Portugal und Griechenland. Gleichzeitig stehen einer Arbeitslosenquote von 22,9 Prozent in Spanien nur 4,0 Prozent in Österreich und jeweils 4,9 Prozent in Luxemburg und den Niederlanden gegenüber. Doch die Krisenländer Spanien und Portugal können nicht mehr abwerten und es gibt keine zentrale Wirtschaftsregierung, die Wachstum


Von der Staatspleite zur Währungsumstellung Da derzeit die Politik bestrebt ist, das Extremszenario von „Euro-Austritten“ zu vermeiden, würde ein möglicher Auslöser primär in Staatspleiten liegen. So könnte es dazu kommen, dass Griechenland im März offiziell den Staatsbankrott erklärt und dann mit dem Pariser Club die Umschuldungskonditionen aushandelt. Um Massenpanik zu vermeiden, ist davon auszugehen, dass eine mögliche Währungsumstellung von Euro auf Drachme wie ein Blitz aus heiterem Himmel kommt. Es ist dabei ziemlich wahrscheinlich, dass die elektronische Währungsumstellung im Zahlungsverkehr und bei Banken heimlich an einem verlängerten Wochenende – am ehesten von Karfreitag bis Ostermontag – erfolgt. Allerdings ist dafür eine Grundvoraussetzung, dass die neue Drachme bereits gedruckt ist. Sobald am darauffolgenden Werktag der Forex-Handel startet, bricht Panik am Devisenmarkt aus und die Drachme könnte bis zu 60 Prozent an Wert verlieren. Die EZB müsste ein Konzept für einen geordneten physischen Währungsumtausch vorlegen und zur Eindämmung des griechischen und in der Folge des südländischen Bargeldtourismus hin zu Banken des soliden Kerns der Eurozone müsste das Schengener Abkommen vorübergehend außer Kraft gesetzt werden und die grenzüberschreitende Mitführung von Bargeld stark eingeschränkt und streng kontrolliert werden. Wesentlich einfacher sind bargeldlose Transaktionen bzw. Devisentransaktionen umzustellen. Bei Schuldverschreibungen, Krediten, Guthaben, Lieferverträgen und Gehaltszahlungen richtet sich die neue Währung einfach nach dem Gerichtsstand, der in den zugrundeliegenden Verträgen vereinbart wird. Für griechische Großbanken und Firmen können sich dadurch im ungünstigsten Fall die relativen Schulden mehr als verdoppeln, wenn die Gerichtsstände außerhalb Griechenlands sind. Umgekehrt können Staatsanleihen nach griechischem Recht umgerechnet in Euro weiter abwerten, weshalb derzeit bei griechischen Staatsanleihen selbst Kurse von nur noch 25 Prozent des Nominalwertes nicht unbedingt Einstiegskurse sind.

Solide Dividendentitel vor Neuentdeckung In diesem Chaos könnten die Ratingagenturen mit zusätzlichen „Sonderprüfungen“ der Bonitäten von

experten.tipp

Von Dr. Walter Schieferer, Vorstandsvorsitzender TIROLER VERSICHERUNG

Gute Gründe für die klassische Lebensversicherung Was versteht man unter einer klassischen Lebensversicherung? Die klassische Lebensversicherung ist ein Versicherungsprodukt. Bei der Veranlagung wird dabei auf Sicherheit und Rentabilität Bedacht genommen. Die klassische Lebensversicherung ist daher frei von spekulativen Finanzgeschäften. Am Ende der Laufzeit wird entweder ein Kapitalbetrag, eine lebenslange Rente oder eine monatliche Auszahlung für einen frei wählbaren Zeitraum garantiert. Ein Kapitalverlust ist ausgeschlossen, lediglich der variable Anteil der jährlichen Gewinnbeteiligung kann Schwankungen unterliegen. Wie werden Zinsen und Gewinnanteile festgelegt? Die Verzinsung einer klassischen Lebensversicherung besteht aus zwei Komponenten, dem so genannten garantierten Rechnungszins und der variablen Gewinnbeteiligung. Die Finanzmarktaufsicht legt den für neue Verträge jeweils geltenden Rechnungszinssatz fest, mit dem der Sparanteil der einbezahlten Prämie verzinst wird und der für die gesamte Laufzeit einer Lebensversicherung gilt. Überschüsse aus der konservativen Veranlagung werden den Kunden in Form einer Gewinnbeteiligung gutgeschrieben. Bereits zugeteilte Gewinne können nicht mehr verloren gehen und sind somit in vollem Ausmaß garantiert. Gibt es eine staatliche Kontrolle? Die Kapitalanlageverordnung verpflichtet die Unternehmen zu einer risikoarmen und auf Werterhalt ausgerichteten Veranlagungspolitik. Die Gelder der Kunden bilden den sogenannten Deckungsstock. Ein von der Finanzmarktaufsicht eingesetzter sachkundiger Treuhänder überprüft laufend, ob die Veranlagungsvolumina ausreichen, um die Ansprüche der Kunden jederzeit zu bedecken. Die finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Kunden sind daher besonders gut abgesichert. Selbst im unwahrscheinlichen Fall einer Insolvenz wäre das veranlagte Kundenkapital gesichert, da der Deckungsstock als Sondervermögen nicht in die Konkursmasse fällt. Sind Lebensversicherungen flexibel? Jeder Lebensversicherungsvertrag bietet individuelle Gestaltungsmöglichkeiten – wie etwa den temporären Einschluss von Zusatzversicherungen (z. B. Berufsunfähigkeit, Unfalltod und Unfallinvalidität), Zahlungsunterbrechungen oder Aufstockungen. Damit wird eine bedarfsgerechte Vorsorge ermöglicht. Die Möglichkeit, eine Ablebenssumme zu vereinbaren, macht die klassische Lebensversicherung zusätzlich zu einem Vorsorgeinstrument für Hinterbliebene.

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Für weitere Informationen stehen Ihnen die Fachexperten, Kundenberater und Mitarbeiter in den Kundenbüros der TIROLER VERSICHERUNG jederzeit gerne zur Verfügung. Berater und Kundenbüros in Ihrer Nähe finden Sie bequem unter www.tiroler.at.

eco.nova 83

eco.geld

durch die Forcierung neuer Technologien und Produkte fördert. Selbst der einstige Zinsvorteil durch den Euro, der öffentliche Einrichtungen und/oder Privatpersonen und Unternehmen der Länder Portugal, Spanien, Italien und Griechenland dazu verleitete, jahrelang mittels neuer Schulden über ihre Verhältnisse zu leben, ist nun längst Geschichte. Lag der Renditeabstand zwischen den zehnjährigen Staatsanleihen mit der höchsten und niedrigsten Rendite noch vor dem Ausbruch der Finanzkrise bei maximal 50 Basispunkten, so liegen heute die Rendite-Spreads griechischer, portugiesischer und italienischer Staatsanleihen zu vergleichbaren deutschen Papieren bei jeweils 3322, 1212 bzw. 463 Basispunkten.


Portfolio gegen einen Zerfall der Eurozone: 20 % Sparkonten und Bundesschätze 20 % Staatsanleihen aus Schweden, Norwegen, Australien und Kanada (gleich gewichtet) 15 % Short-ETF auf Anleihen der Eurozone 10 % Dollaranleihen (Weltbank und Venezuela) 10 % Short-ETFs auf DAX und Euro Stoxx 50

Staaten und Banken noch zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Staatsanleihen der Peripherieländer Italien, Portugal und Spanien geraten massiv unter Druck und auch belgische Papiere wären mit Zinsanstiegen auf über 6 % (derzeit 4,11 % bei zehnjähriger Laufzeit) konfrontiert. Gleichzeitig ist in den darauffolgenden Wochen und Monaten nach dem Euro-Austritt Griechenlands bereits eine Belebung der griechischen Exporte und des Fremdenverkehrs erkennbar, wodurch auch in den anderen Peripherieländern innerhalb der Bevölkerung (nicht unbedingt bei den Regierungen) der Ruf nach einem Austritt laut wird – und dies trotz vorübergehend zweistelliger Inflationsraten in Griechenland. Der Euro gerät in diesem Umfeld immer stärker unter Druck, da laut einer Studie der ING Group die Wirtschaftsleistung der Eurozone im Falle einer Auflösung in den ersten beiden Jahren danach um mehr als 12 Prozent sinken würde. Die Wechselkursuntergrenze zum Franken würde deshalb bereits im Vorfeld fallen und dann wäre sogar eine 1:1-Parität denkbar, während das Währungspaar EUR/USD zwischen 1,00 und 1,10 pendeln könnte. Massiv fester würden noch der Australische Dollar, der Kanadische Dollar, die Norwegische Krone und die Schwedische Krone tendieren. Der Goldpreis würde förmlich explodieren, während europäische Aktien massiv unter Druck gerieten. Zwar würden in einem ersten Schock weltweit die Aktienkurse einbrechen, doch im weiteren Verlauf würde sich die Spreu vom Weizen trennen. Solide internationale Blue Chips wie beispielsweise der Pharmagigant Johnson & Johnson, McDonald‘s, Coca-Cola oder der Haushaltsartikelhersteller Procter & Gamble, der Tabakriese Altria oder diverse amerikanische REITs (Real Estate Investment Trusts) würden als Dividendentitel und Alternative zu Staatsanleihen neu entdeckt werden.

(100.000 Euro pro Person und Institut) auf Sparkonten oder in unbegrenzter Höhe in österreichischen Bundesschätzen zwischengeparkt werden. Eine flexible und einfach umzusetzende Veranlagung in Schweizer Franken wären Franken-Konten bei heimischen Banken. Da der Franken durch die EWR-Mitgliedschaft Liechtensteins eine EWR-Währung ist, fallen auch Franken-Konten unter die Einlagensicherung. Neben den im Jahresausblick erwähnten Dollar-Anleihen (Weltbank u. Venezuela) sollten noch Staatsanleihen von Australien, Kanada, Norwegen und Schweden gehalten werden. Da das ganze Szenario von einem regelrechten Bond-Crash in der Eurozone begleitet sein würde, dem sich dann auch deutsche Bundesanleihen nicht mehr entziehen können, da eine aktuelle Rendite von 1,78 Prozent auf zehnjährige Laufzeiten auf Dauer nicht mehr haltbar ist, sollte auch der „Short iBoxx EUR Sovereigns Eurozone“ (ISIN: LU0321463258) berücksichtigt werden, der als Short-ETF invers an die Bewegung eines Staatsanleihenindexes gekoppelt ist, in dem die Länder Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien mit jeweils 23,8, 23,7, 22,0 bzw. 9,9 Prozent am stärksten gewichtet sind. Gleichzeitig kann noch auf einen Short ETF auf den DAX und den Euro Stoxx 50 gesetzt werden, während Gold und Silber unter dem Aspekt eines über Jahrtausende funktionierenden Werterhalts als Absicherung gegen extreme Krisensituationen gehalten werden sollten.

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Mit diesen Investments sichert man sich gegen einen Zerfall der Eurozone Cashreserven, die für spätere Käufe dividendenstarker Aktien oder Immobilientrusts vorgesehen sind, können nach wie vor bis zur Höhe der Einlagensicherung

Divdendentitel ISIN

Dividendenrendite Info (Forward)

10 % Schweizer-FrankenKonten

Titel Senior Housing Properties Trust

US81721M1099

6,90 %

9 % Dividenden-Blue-Chips und Immobilien-Trusts (im weiteren Verlauf der Krise akkumulieren)

Altria Group

US02209S1033

5,70 %

6 % Gold und Silber (Münzen und Barren)

LTC Properties

US5021751020

5,50 %

HJ Heinz

US4230741039

3,70 %

Johnson & Johnson

US4781601046

3,50 %

Procter&Gamble

US7427181091

3,20 %

McDonald´s

US5801351017

2,80 %

eime, Ärztehäuser, Pflegeheime Seniorenheime, Sanatorien, Pflegeheime, Betreutes Wohnen in vergangenen 49 Jahren jährliche Dividendensteigerungen

Daten per 20.1.12

Anleihentabelle Emittent

ISIN

Währung

Kupon in %

Fälligkeit

Kurs (20. 1. 12)

Rendite nach ISMA bis Laufzeitende

Handelsplatz zum Ordern

Königreich Schweden

SE0002829192

SEK

3,50

30.03.39

127

2,17 %

Königreich Norwegen

NO0010572878

NOK

3,75

25.05.21

112,58

2,23 %

Düsseldorf

Königreich Norwegen

NO0010313356

NOK

4,25

19.05.17

112,84

1,69 %

Berlin

Commonwealth of Australia

AU3TB0000101

AUD

5,50

21.04.23

112,52

4,12 %

Düsseldorf

Kanada

CA135087YR94

CAD

3,75

01.06.19

113,53

1,77 %

außerbörslich Deutschland

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Hannover


promotion

Endlich wieder eine sorgenfreie Perspektive bei der Geldanlage.

Zur richtigen Zeit das Richtige tun. Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen und fehlende politische Lösungen haben dazu geführt, dass viele Anleger komplett verunsichert sind. Es sind vor allem Inflationsbedenken, fehlendes Vertrauen in einzelne Emittenten und die Unsicherheit über künftige Entwicklungen des Euro, die diese Sorgen schüren. Perspektivenberatung eine Perspektivenberatung. Als Dankeschön winkt ein Personal-Coaching durch Promitrainer Gerhard Außerlechner in unserem Wohlfühlzentrum VitAreaL. In seiner unnachahmlichen Art wird Ihnen diese Tiroler Trainerlegende eindrucksvoll demonstrieren, wie man positiv und optimistisch in die Zukunft blicken kann

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Dagmar Höger, Teamleiterin Privatkunden-Betreuung der Volksbank Schwaz: „Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass bei fast allen Depots Verbesserungen – entweder bei Rendite, Steuern oder Risiko – erzielt werden konnten.“ Foto: Volksbank

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Spätestens jetzt ist also der Zeitpunkt gekommen, um mit einem Anlageexperten über die eigenen Bedenken zu sprechen. Die Volksbank liefert Ihnen mit ihren 4 Sicherheitsbausteinen – Emittentenstreuung, Währungsstreuung, Inflationsbekämpfung, Liquidität – nachhaltige Lösungen, sodass Sie bestimmte kommende Entwicklungen endlich wieder gelassener sehen können.

Depotcheck Sollten Sie mit der vergangenen Entwicklung Ihres Depots unzufrieden sein oder Bedenken haben, wie es nun damit weitergeht, bietet Ihnen die Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG mit ihrem Depotcheck eines der derzeit modernsten Analysetools. Auf Basis Ihrer persönlichen Wünsche und Ziele wird für Sie ein umfassender Optimierungsvorschlag ausgearbeitet: Völlig unverbindlich, kostenlos und objektiv. Dass wir dabei auf das Produktangebot der unterschiedlichsten und derzeit am Markt erfolgreichsten Emittenten zurückgreifen und für eine entsprechende Risikostreuung sorgen, ist selbstverständlich. Auch in Bezug auf die neue Kursgewinnbesteuerung werden wir Sie kompetent beraten. Ihre Chance besteht darin, dass Kursverluste aus Wertpapierbeständen pro Kalenderjahr mit Kursgewinnen gegengerechnet werden können. Halten Sie alle Wertpapiere bei einer Bank, wird der Verlustausgleich automatisch von diesem depotführenden Institut vorgenommen. Unsere Berater informieren Sie gerne über die vorhandenen Optimierungsmöglichkeiten.

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Gesundheit. Gesundheit & Wohlbefinden

Kardiologe Dr. Rudolf Pfister und der ärztliche Leiter Dr. Christoph Puelacher in der Rehamed

Neues ambulantes Reha-Angebot Während in der Schweiz, in Deutschland oder den Niederlanden ambulante Rehas flächendeckend existieren, ist Ă&#x2013;sterreich mit insgesamt 12 ambulant kardiologischen und vier pulmologischen Reha-Zentren ein regelrechtes Enwicklungsland. Dabei zeigen immer mehr internationale Studien messbare und lang anhaltende positive Wirkungen medizinischer Trainingstherapien, wie sie neuerdings im REHAmed-tirol, Tirols erstem Zentrum fĂźr kardiale und pulmonale Rehabilitation, angeboten werden. Mit dieser Einrichtung am Innsbrucker Grabenweg wird eine weitere LĂźcke im Rahmen eines

ganzheitlichen Rehabilitationskonzepts von Patienten mit Herz-, Kreislauf- und Lungenerkrankungen in WestÜsterreich geschlossen. In der Therapieeinrichtung werden die Patienten unter ärztlicher Aufsicht und ständiger Kontrolle betreut und mit Hilfe eines individuell abgestimmten Trainingsplanes in ihrer Genesung gefÜrdert. Langfristig wird mit solchen Therapien oft eine Behinderung der Patienten und damit deren Isolation und/oder Pflegebedßrftigkeit verhindert.  www.rehamed-tirol.at

Betreuung und Kosten Generell ist ein Antrag auf Rehabilitation vom Hausarzt, Facharzt oder der klinischen Abteilung notwendig. Formulare und Detailinformationen gibtâ&#x20AC;&#x2122;s auf www.rehamed-tirol.at. Nach Bewilligung der Reha muss mit einer Wartezeit bis zum Reha-Beginn von ca. 2 Wochen gerechnet werden. Die Kosten der Therapie werden in der Regel von den Sozialversicherungsträgern getragen. Patienten mit folgenden Erkrankungen werden im REHAmed-tirol betreut: Herz: Koronare Herzkrankheit (KHK), nach Bypassoperation, Operation am Herzen und den GefäĂ&#x;en, Lungenhochdruck, Prävention bei motivierten Hochrisikopatienten Lunge: COPD, Asthma bronchiale, Bronchiektasen, vor und nach Lungenoperationen, Atemmuskelschwäche

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Mit Hilfe von Nanopartikeln kÜnnten in Zukunft HÜrschäden therapiert werden (grßn = Nanopartikel, rot = Sinneshärchen) Foto: Medizinuni

Nanopartikel therapieren HĂśrverlust Durch das kĂźrzlich beendete EU-Projekt â&#x20AC;&#x17E;Nanoearâ&#x20AC;&#x153; konnten Nanopartikel entwickelt werden, mit deren Hilfe in Zukunft HĂśrbeeinträchtigungen besser therapiert werden kĂśnnten. Die Nanopartikel dienen dabei als Träger fĂźr Medikamente oder therapeutische DNA und kĂśnnen gezielt an bestimmten Zellen im Innenohr transportiert und dort freigesetzt werden. Das Innenohr ist ein geschlossenes und schwer zugängliches Organ. Schäden kĂśnnen deshalb nur sehr beschränkt therapiert werden. Die Nanopartikel sind derzeit noch im Versuchsstadium, Forschungen fĂźr den Praxiseinsatz laufen. Insgesamt haben 14 Universitäten (darunter ein Team der Medizinischen Universität Innsbruck) und zehn Firmen aus 11 verschiedenen Ländern gearbeitet. Koordiniert wurde die Forschungsarbeit von der Universität Tampere in Finnland. Das von der EU finanzierte Projekt hatte ein Volumen von 10,5 Mio. Euro.


Cornelia Lass-Flörl im Medizinischen Ausschuss des Wissenschaftsrates

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!QMS MEDI COSMETICS

Die Direktorin des Departments für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Cornelia Lass-Flörl, wurde in den Medizinischen Ausschuss des Österreichischen Wissenschaftsrates bestellt – das zentrale Beratungsgremium des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung, der Universitäten und gesetzgebenden Körperschaften. Die Arbeitsgruppe zum Thema „Medizin“, der Medizinische Ausschuss, ist das einzige dauerhaft eingerichtete Gremium. Als Auswahlkriterium für die Aufnahme zählen die wissenschaftliche Expertise, Kenntnisse und Erfahrungen in hochschul- und wissenschaftspolitischen Fragestellungen sowie entsprechende Empfehlungen aus der wissenschaftlichen Community. Seit Anfang 2010 steht Lass-Flörl an der Spitze der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie in Innsbruck. Als neues Mitglied des Medizinischen Ausschusses kann die Hygieneexpertin ihre Expertise in der medizinischen Forschung einbringen.

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Ein Bösewicht allein richtet meist wenig aus – erst wenn er Getreue um sich schart, die ihm dienen und ihn schützen, wird er mächtig und gefährlich. Dies trifft auch auf das Multiple Myelom, eine Krebserkrankung des Knochenmarks, zu. Lange Zeit zielten therapeutische Strategien nur auf die Krebszellen selbst ab. Dann aber erkannten Wissenschaftler, dass sie die Wechselwirkung zwischen den Krebszellen und ihrer Umgebung nicht ausreichend berücksichtigt hatten. Sie bietet dem Tumor oft eine geschützte Nische, in der er unbeobachtet heranwächst, unter Umständen sogar im Wachstum gefördert wird. Die naheliegende Idee ist folglich, das unheilvolle Zusammenspiel zwischen dem Krebs und seiner Umgebung zu stören. Hier setzt das Anfang dieses Jahres gestartete europäische Forschungsprojekt OPTATIO (OPtimizing TArgets and Therapeutics In high risk and refractOry Multiple Myeloma) an. Zwölf Partnerinstitutionen aus Österreich, Deutschland, Tschechien, Italien, Ungarn, Großbritannien und Spanien forschen gemeinsam im 7. Europäischen Rahmenprogramm. Wissenschaftlicher Koordinator des Konsortiums ist Dr. Wolfgang Willenbacher von der Klinik für Innere Medizin V der Medizinischen Universität Innsbruck, die von Prof. Günther Gastl geleitet wird.

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Text: Ulrike Delacher Fotos: iStockphoto, BLICKFANG photographie

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Redakteure des Radiosenders NDR1 Welle Nord machen sich für die Sendung „Mehr Spaß am Arbeitsplatz“ regelmäßig auf den Weg, um Menschen zu ihrer Arbeit zu befragen: „Vormittags kommen wir zu Ihnen – ins Büro, in die Bäckerei, in den Friseursalon und in die Werkstatt. Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit? Haben Sie sich über etwas besonders gefreut oder vielleicht auch geärgert? Erzählen Sie uns über Ihre Arbeit, lassen Sie Ihrem Ärger über die zuletzt missratene Dauerwelle freien Lauf oder bedanken Sie sich einfach mal bei Ihren netten Kollegen. Und dazu

können Sie sich auch noch Ihre Lieblingshits wünschen!“ Wunderbar. Haben Sie sich schon gefragt, was Ihnen an Ihrer Arbeit gefällt? Oder worüber Sie sich zuletzt besonders gefreut haben? Und wie viel Platz hat der Lieblingshit – also der Spaß – in Ihrem Arbeitsalltag? Arbeit muss nämlich nicht zwangsläufig krank machen und zum Burn-out führen, sondern kann auch Glück bringen und Sinn stiften. Dafür sind natürlich verschiedene Voraussetzungen notwendig, einen großen Teil können wir aber auch selbst zu unserem Glück beitragen.


Carpe vitam!

Der Weg zur erfüllenden Arbeit Der Traumjob setzt schon als Begriff hohe Maßstäbe. Voraussetzung dafür allerdings ist, dass man selbst es erst einmal für möglich hält, eine Tätigkeit zu finden, die zufrieden macht. Jeder kennt Beispiele von Menschen, die eine erfüllende Arbeit gefunden haben. Vielleicht ist es die Selbständigkeit, vielleicht muss man zuerst einige Arbeitsplätze ausprobieren bis zum richtigen, oder aber man verändert im bestehenden Job so lange kleine und große Dinge, bis man zufrieden ist. „Auf dem Weg zur erfüllenden Arbeit treffen wir zuerst einmal die Entscheidung zur Ausbildung – also welche Tätigkeit liegt mir überhaupt? – und später die Entscheidung, welchen Platz im Unternehmen ich einnehmen möchte, um mich optimal entfalten zu können. Für Ersteres gibt es verschiedene Tests, die ein realitätsnahes Bild der persönlichen Kompetenzen und Neigungen zeichnen und daher zur Orientierung gut geeignet sind. Meine Berufung entdecke ich, in-

dem ich mich selbst besser kennenlerne, und dazu gehört, manche Dinge einfach auszuprobieren, eigene Erfahrungen zu machen“, erklärt Christina Arnold.

Entscheidungsfindung im System

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Wofür wir uns im Leben alles Zeit nehmen: Für 23 Jahre Schlaf, 7 Jahre für Nahrungsaufnahme, 4,1 Jahre verbringen wir mit Körperpflege und 2 Jahre sitzen wir in der Badewanne. 1,45 Jahre vertelefonieren wir (140 Tage davon hängen wir in der Warteschleife), Männer widmen 380 Tage ihres Lebens ihren Hobbys, Frauen 152 Tage. Gemeinsam aber lachen wir durchgehend 11 Tage lang. Insgesamt 7 Jahre verbringen wir in der Arbeit, 8 Monate davon werfen wir Spam-Mails in den Papierkorb. Etwa 13 Prozent unserer Arbeitszeit verbringen wir mit Suchen, das sind durchschnittlich 6 Wochen im Jahr für die Suche nach Notizen, Rechnungen, Schriftstücken, E-Mails usw. So gefunden auf der Website love your life. Das gibt zu denken. 140 Tage Warteschleife und 8 Monate Spam-Mails vernichten – da kann man nicht von einem erfüllten Zeitvertreib sprechen. Die viel zitierten Zeiträuber sind Stressverursacher und schnellstens zu vermeiden, dafür allerdings müssen sie erst einmal ins Bewusstsein rücken. „Das beginnt mit der Selbstwahrnehmung: Was stresst mich? Menschen im Hamsterrad müssen erkennen, dass Dinge veränderbar sind und gar nicht unbedingt ein Jobwechsel notwendig ist, um manches zu ändern“, erklärt Coach und Supervisorin Mag. Christina Arnold. „Je mehr wir unter Termindruck stehen, desto mehr fühlen wir uns getrieben und umso mehr haben wir das Gefühl, keine Zeit zu haben – für uns selbst, für Wesentliches, fürs Leben. Wir können nur eines dagegen tun: langsamer werden. Eine alte Weisheit formuliert es so: ‚Wenn Du es eilig hast, gehe langsam’.“ Die Expertin gibt praktische Tipps, die jeder einhalten kann: „Finden Sie Ihre Tagesstruktur, indem Sie Pausen machen, sich für körperliche Bedürfnisse wie für die Toilette auch die Zeit nehmen, legen Sie eine fi xe Mittagspause ein. Wenn Sie zu sehr ins Gedränge kommen, gehen Sie auch mal außer Haus für kurze Zeit, das alles hilft dabei, die Hektik zu verlangsamen.“

Steht eine berufl iche Entscheidung an, arbeitet sie als zertifizierte systemische Beraterin auch mit der Methode der systemischen Aufstellung in der Gruppe: „Bei dieser Art der Aufstellung nehmen andere Personen verschiedene Positionen für meine Entscheidungsmöglichkeiten ein: Jemand aus der Gruppe stellt sich für das eine – z.B. Arbeiten im Labor – auf, eine andere Person steht für das andere – z.B. ins Ausland gehen –, jemand repräsentiert ‚Keines von beiden‘, eine vierte Person steht für ‚das ganz andere‘. Die Personen werden zu Stellvertretern für bewusste und unbewusste Gedanken und Gefühle gemacht und geben wertvolle Rückmeldung, wie sich die jeweilige Berufswahl anfühlt. Daraus kann ich dann Rückschlüsse für meine Entscheidung ziehen.“

Gesundheitsfördernde Arbeitsplatzkultur „Stellen Sie sich vor, die Mehrheit Ihrer Mitarbeiter würde folgender Aussage vollkommen zustimmen: ‚Ich freue mich, in die Arbeit zu kommen.‘ Bei den besten Arbeitgebern ist das so!“, behauptet Great Place to work, ein Forschungs- und Management-Beratungsunternehmen mit Niederlassung in Österreich. Seit 1980 hat das Institut eine Vielzahl von Mitarbeitern interviewt und Arbeitgeber untersucht, um zu verstehen, was einen ausgezeichneten Arbeitsplatz ausmacht. „Wir wissen, dass Vertrauen zwischen Mitarbeitern und Management die Grundvoraussetzung eines jeden ausgezeichneten Arbeitsplatzes

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ist. Manager glauben, dass ihre Mitarbeiter gute Leistungen erbringen wollen, und ermutigen diese, sich an der Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Die Mitarbeiter wiederum begeistern sich für ihre Arbeit und den Auftrag des Unternehmens.“ Managing Director Dr. Erich Laminger kommentierte dazu im Wirtschaftsblatt: „Das Geheimnis solcher Unternehmen liegt in ihrer Organisations-, Interaktions- und Prozesskultur. Es herrscht ein offenes, konstruktives Grundklima des respektvollen Miteinanders – einschließlich der offenen Chefzimmertür. Die Abläufe im Unternehmen sind für alle Beteiligten transparent, die Mitarbeiter können sich einbringen und erleben ihre Arbeit als für das Gesamte bedeutungsvoll, sie sind stolz auf ihre eigene Tätigkeit und das Unternehmen. Teamarbeit und Kooperation werden gefördert, die Mitarbeiter haben Spaß an der Arbeit und feiern dann und wann auch miteinander. Auch während des normalen Tagesgeschäfts spüren die Mitarbeiter Wertschätzung, sie erhalten sehr viel häufiger Lob als Kritik. Eine solche Arbeitsplatzkultur ist gesundheitsfördernd, gesund fürs Unternehmen und seine Entwicklung, aber auch gesundheitsfördernd für die dort arbeitenden Menschen und deren persönliches Umfeld.“

gends geschrieben steht, in welchem Verhältnis die Dinge zueinander zu stehen haben. (...) Zum anderen spiegelt Work-Life-Balance die falsche Vorstellung, es handle sich bei Arbeit und Leben um zwei feindliche, einander abstoßende Pole.“ Dabei ist Arbeitszeit ebenso Lebenszeit. Allerdings ist Abschalten und Batterien aufladen durchaus angeraten: „So sehr der Job auch Spaß macht, es gibt im Leben keine 100 % Sicherheit, dass der Zustand fortbesteht. Schon alleine deshalb sind die Pflege von Freundschaften auch außerhalb des Betriebes, eine persönliche Tagesstruktur und eine fi xe Urlaubsplanung notwendig. Die Erfahrung zeigt mir, dass, je höher der Termin- und Leistungsdruck im Berufsleben ist, desto länger dauert es, im Urlaub ‚herunterzukommen’. Das ist kaum innerhalb einer Woche möglich, planen Sie drei Wochen zur Erholung ein. Je stärker der Stress, desto länger dauert die Regenerationsphase. Dies gilt auch für die Wochenenden: Wenn mich Arbeitsplatzthemen ins Wochenende begleiten und ich mich am Sonntag schon wieder auf die Herausforderungen der kommenden Woche vorbereite – wann bleibt Zeit, zu mir selbst zu kommen? Der Erholungswert ist hier sehr gering“, erklärt Supervisorin Arnold. Sie rät zum Innehalten mit selbstreflexiven Fragen wie: „Möchte ich das noch bzw. möchte ich so weitermachen bis zur Pensionierung? Wie gelingt es mir, abzuschalten?“

Vereinbarkeit von Arbeit und Leben Essayist Helmut A. Gansterer entlarvt die „sprachlich interessante, musikalisch harmonische und doch gefährliche Wortschöpfung“ der Work-Life-Balance auf zweierlei Weisen: Zum einen „suggeriert das Wort Balance eine wünschenswerte Gleichgewichtigkeit, obwohl nir-

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Ein besonderes Beispiel für Work-Life-Balance hat Heinrich Böll bereits vor 50 Jahren in seiner Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral beschrieben – und auch wenn man es kaum glauben mag, die Anekdote ist aktueller denn je ... Und Ihnen noch viel Spaß bei der Arbeit!


später dann ein. Ein Beispiel: Kürzlich kontaktierte mich ein Informatiker in Führungsposition von einem großen Unternehmen. Nach einem bereits erlittenen Herzinfarkt und der Drohung seiner Frau, ihn zu verlassen, wollte er sich innerhalb kürzester Zeit ändern und sich besser von der Arbeit abgrenzen. Gleichzeitig spielten aber Gefühle wie der Erste sein zu wollen und unersetzbar zu sein mit in den Prozess hinein. Er hatte sich seine Identität über den Beruf geschaffen, und da ist es sehr schwer, sich zurückzunehmen und seine Bedürfnisse nach Macht und Einfluss nicht mehr zu stillen. Der Rückzug wird oft als narzisstische Kränkung erlebt und nicht rechtzeitig vollzogen. Im Gegensatz zum Politiker Pröll beispielsweise, der sich ganz klar für seine Gesundheit entschieden hat.

> Im Gespräch mit Mag. Christina Arnold, Coach, Systemische Aufstellungen, Supervisorin Das Institut für systemische Weiterbildung in Birgitz hat sein Angebot unter anderem auf die Herausforderungen des beruflichen Alltags zugeschnitten: Seminarthemen lauten „Beruf & Berufung – Berufung entdecken, authentisch leben“, „Zeitmanagement“ und „Burn-out-Prophylaxe“. Interessiert hat uns auch die Methode der Organisationsaufstellung als Mittel für effiziente Unternehmensführung. Wir haben bei Institutsleiterin Mag. Christina Arnold nachgefragt. Die Arbeitsschwerpunkte der zertifizierten systemischen Beraterin liegen im Coaching, in der Supervision und in systemischer Aufstellungsarbeit. eco.nova: Was ist förderlich für den Spaß an der Arbeit, und was zählt zu den Spaßbremsen? Mag. Christina Arnold: Wichtig ist, dass mir die Tätigkeit grundsätzlich gefällt, dass die Verantwortung, die ich im Job zu tragen habe, mich weder über- noch unterfordert. Dann spielt das soziale Umfeld eine ganz wesentliche Rolle: nette Kollegen und Kolleginnen und Vorgesetzte sowie ein angenehmes Betriebsklima. Dazu kommt, dass ich mir bewusst mache, dass auch für die Arbeit – so gut sie mir gefällt – keine 100%ige Sicherheit gegeben ist und ich mir Kontakte und Aufgaben auch außerhalb suche. Auch das effiziente Aufladen der Batterien hilft. Viele können nämlich gar nicht richtig abschalten – und da bremst sich der Spaß früher oder

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Mit System zum positiven Arbeitsklima

Ein gutes Klima am Arbeitsplatz ist einer der häufigsten Wünsche bei Mitarbeiterbefragungen. Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Störfaktoren? Am häufigsten sind es irgendwelche Konflikte, die uns am Spaß bei der Arbeit hindern. Diese rauben allen Betroffenen Energie und beeinträchtigen das Arbeitsklima. Konflikte auf persönlicher Ebene lassen sich am besten lösen, indem man offen miteinander spricht. Konflikte auf der systemischen Ebene sind oft sehr subtil und die Zusammenhänge unklar. Hier kann eine systemische Aufstellung Klarheit bringen. Der Mitarbeiter erkennt dabei vielleicht, dass der Chef nichts gegen ihn persönlich hat, sondern ihn sogar schätzt und er das bisher nur nicht wahrgenommen hat. Auch auf Teamebene birgt die Ignoranz von systemischen Ordnungen viel Konfliktpotential. Kommt zum Beispiel ein neuer Mitarbeiter, ist es für ihn nicht immer einfach, im Team Fuß zu fassen, selbst wenn er die Tätigkeit gerne ausübt und qualifiziert dafür ist. Das kann systemische Ursachen haben: Vielleicht wurde der Wunschkandidat des Teams für die Position nicht berücksichtigt. Vielleicht hat dieses neue Teammitglied die bisherigen Leistungen des Teams nicht gewürdigt. Oder der Neuankömmling respektiert nicht, dass die anderen Teammitglieder bereits länger da sind und ältere Rechte haben als er. Negativ wirkt sich auch aus, wenn z.B. bei Teilzeitangestellten im Team deren Recht auf Zugehörigkeit geringer eingestuft wird. Wie kann der Arbeitgeber sich einbringen, um ein positives Arbeitsklima zu schaffen? Der Arbeitgeber kann sehr viel tun. Angefangen bei einer positiven inneren Haltung gegenüber den Mitarbeitern über lebensfreundliche Rahmenbedingungen (flexible Arbeitszeiten, angenehme Räumlichkeiten, gesunde Arbeitsbedingungen, Weiterbildungsangebote usw.) bis hin zu guten Begrüßungs- und Abschiedsformen. Diese haben aus systemischer Sicht sehr große Bedeutung für das Betriebsklima. Die persönliche Vorstellung eines neuen Mitarbeiters durch den Chef signalisiert sein Vertrauen in den „Neuen“, seine Akzeptanz. Die Loyalität des Teams muss ja vom Vorgänger übertragen werden, eine Ernennung und Bekanntgabe mittels E-Mail ist nicht zielführend. Auch die Verabschiedung von Pen-

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Heinrich Böll: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick, und da aller guter Dinge drei sind und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick. Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach einer Zigarettenschachtel angelt; aber bevor er das Gesuchte gefunden, hat ihm der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt, aber in die Hand gelegt, und ein viertes Klick, das des Feuerzeuges, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum messbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist – der Landessprache mächtig – durch ein Gespräch zu überbrücken versucht. „Sie werden heute einen guten Fang machen.“ Kopfschütteln des Fischers. „Aber man hat mir gesagt, dass das Wetter günstig ist.“ Kopfnicken des Fischers. „Sie werden also nicht ausfahren?“ Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiss liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpasste Gelegenheit. „Oh, Sie fühlen sich nicht wohl?“ Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über. „Ich fühle mich großartig“, sagt er. „Ich habe mich nie besser gefühlt.“ Er steht auf, reckt sich, als wolle er demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist. „Ich fühle mich phantastisch.“ Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht: „Aber warum fahren Sie dann nicht aus?“ Die Antwort kommt prompt und knapp: „Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin.“ „War der Fang gut?“ „Er war so gut, dass ich nicht noch einmal auszufahren brauche, ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen ...“ Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen beruhigend auf die Schultern. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar unangebrachter, doch rührender Kümmernis. „Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug“, sagt er, um des Fremden Seele zu erleichtern. „Rauchen Sie eine von meinen?“ „Ja danke.“ Zigaretten werden in Münder gesteckt, ein fünftes Klick, der Fremde setzt sich kopfschüttelnd an den Bootsrand, legt die Kamera aus der Hand, denn er braucht jetzt beide Hände, um seiner Rede Nachdruck zu verleihen. „Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, sagt er, „aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht sogar zehn Dutzend Makrelen fangen ... stellen Sie sich das mal vor.“ Der Fischer nickt. „Sie würden“, fährt der Tourist fort, „nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren – wissen Sie, was geschehen würde?“ Der Fischer schüttelt den Kopf. „Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten oder dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen - eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden ...“, die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, „Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisung geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren – und dann ...“, wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache. Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubsfreude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen. „Und dann“, sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache. Der Fischer klopft ihm auf den Rücken, wie einem Kind, das sich verschluckt hat. „Was dann?“, fragt er leise. „Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, „dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen – und auf das herrliche Meer blicken.“ „Aber das tu ich ja schon jetzt“, sagt der Fischer, „ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört.“ Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid. (aus Böll: Erzählungen 1950-1970)

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sionisten mit der entsprechenden Wertschätzung seitens der Führungsebene wirken sich auf die bleibenden Mitarbeiter und das Klima aus. Besonders starken Einfluss haben beispielsweise ungut Gekündigte auf die verbleibenden Mitarbeiter: Unterschwellige Angst kann sich breit machen, „das könnte mir genauso passieren“. Hier wird oftmals aufgrund von Unwissenheit viel Energie im zwischenmenschlichen Bereich verschleudert, die dann woanders im Unternehmen fehlt. Welchen Tipp können Sie Unternehmen zur Burn-outProphylaxe mitgeben? Die Unternehmen in Tirol sind großteils sehr gut aufgestellt im Hinblick auf gesundheitsfördernde Arbeitsplatzbedingungen: Möglichkeiten der Entspannung, Vorträge über gesunde Ernährung, neue Architektur mit Platz für Kommunikation. Man schaut auf die Mitarbeiter und setzt mit Maßnahmen beim Individuum an. Aber was oft noch fehlt, sind die Maßnahmen auch auf systemischer Ebene. Burn-out ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern hat immer auch eine soziale Komponente. Daher wäre es kein Verlust, sich zu fragen, warum es zum Beispiel in manchen Bereichen viele Krankenstände gibt oder so viele Frühpensionierungen. Denn dabei geht unbewusst enorm viel Energie verloren, die woanders gebraucht wird.

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Infos unter: www.christina-arnold.at Institut für Systemische Weiterbildung


E-Medikation: Was sagt die Pharmaindustrie? Seit dem Start des Pilotprojektes E-Medikation 2011 vergeht kaum eine Woche, in dem sich nicht Ärztekammern, Sozialversicherungen oder Apothekerverband zu diesem Thema an die Öffentlichkeit wenden. Rechtliche Bedenken seitens der Ärztevertretung und Ungereimtheiten bei der Vergabe der Software hatten zeitweilig sogar zu einem Stopp des Projektes geführt. Bisher kaum in Erscheinung getreten in der kontroversen Diskussion sind allerdings die Hersteller der Medikamente: die Pharmaindustrie.

Mehr Informationen zur Therapietreue Das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI) erhoff t sich von ELGA beispielsweise eine bessere Informationslage zur individuellen Behandlung von Patienten und zur Therapietreue, denn nur die korrekte Einnahme der Medikamente bringt den vollen Nutzen für den Patienten. „Wir haben das Interesse, dass der richtige Patient das richtige Medikament in der richtigen Art und Weise bekommt. Nur dann ist ein Therapieerfolg möglich“, erklärt Ronald Pichler, Sprecher der FOPI. „Wenn es keinen The-

rapieerfolg gibt, ist das für den Arzt nicht befriedigend. Abgebrochene Therapien kosten zudem unnötig Geld. Für die Industrie ist das aber auch nicht gut, denn am Ende bleibt stehen, dass der Patient etwas eingenommen hat, was nichts gebracht hat.“

Arzt muss Wahlmöglichkeit haben Auch beim „Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs“ (Pharmig) gibt es eine positive Haltung gegenüber dem Projekt E-Medikation. „Bei dem Projekt geht es ja in erster Linie darum, die Anwendung sicherer zu machen. Wir als Hersteller haben das Interesse, dass unsere Produkte sicher angewendet werden. Denn wenn das nicht der Fall ist, ist das negativ für den Patienten und auch für das Produkt“, erklärt Helga Tieben, Director Regulatory, Compliance & Innovation. Im Zuge der Arzneimittelüberwachung in Österreich werden Medikamente, die auf dem Markt sind, ständig kontrolliert. Aufgetretenen Nebenwirkungen muss demnach nachgegangen werden. „Häufig resultieren die Fehler aber daraus, dass Medikamente nicht richtig angewendet werden“, sagt Tieben. „Wenn man das ausschalten kann, ist das absolut positiv.“ Dementsprechend aufmerksam werde auch die derzeitige Diskussion verfolgt. „Natürlich muss geschaut werden, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden, mit der Idee des Projektes hat das aber nicht zu tun, die Einführung war einfach nicht sehr glücklich gemacht.“ Ein wichtiges Anliegen ist der Vertreterin der Pharmig die entsprechende Gestaltung des Systems. „Das System muss dem Arzt weiterhin die Wahlmöglichkeit lassen. Es darf nicht in die Verordnung eingreifen, sondern die Entscheidungskompetenz muss beim Arzt liegen. Das heißt, es darf keine Behandlungsvorgaben durch zum Beispiel eine Produktvorauswahl geben.“

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Viele Patienten nehmen mehrere Medikamente oft gleichzeitig oder kurz hintereinander ein. Dabei ist die Einnahme von verschiedenen Arzneien mit zum Teil erheblichen Risiken verbunden: Mit steigender Zahl der Medikamente nimmt auch die Möglichkeit von Doppelverschreibungen, Wechselwirkungen, unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Fehldosierungen zu. Im schlimmsten Fall kann die Einnahme von kontrainduzierten Medikamenten sogar zu einem Krankenhausaufenthalt oder zum Tode führen. Durch die elektronische Erfassung aller Medikamente, die ein Patient nimmt, sollen Behandlungsfehler durch falsche Medikation reduziert werden. Im nächsten Schritt soll eine österreichweite Gesundheitsakte (ELGA) entstehen, die allen Akteuren im österreichischen Gesundheitswesen Zugang zu patientenrelevanten Informationen ermöglicht. In der ausführlichen öffentlichen Debatte darüber fällt auf, dass sich bisher vor allem die Pharmafi rmen nicht zu Wort gemeldet haben. Allerdings lassen die Konzerne ihre Fachverbände sprechen. Dort versichern die Sprecher, dass die Pharmaindustrie in Österreich dem Projekt „E-Medikation“ prinzipiell sehr positiv gegenüber stehe.

Helga Tieben, Director Regulatory, Compliance & Innovation beim „Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs“

Text: Barbara Hoffmann Foto: Pharmig, iStockphoto

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Was ist uns eine Verbesserung der Medikationssicherheit wert? An dem Projekt E-Medikation gab und gibt es viel Kritik: Die Weiterentwicklung elektronischer Verordnungssysteme im Gesundheitswesen ist aber nicht aufzuhalten. Davon ist Elske Ammenwerth von der Privatuniversität UMIT in Hall in Tirol überzeugt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Durch den Einsatz von EDV-Systemen bei der Medikation können unerwünschte Arzneimittelwirkungen vermieden werden. Diese können im schlimmsten Fall bis zum Tod eines Patienten führen. Die EDV-gestützte Speicherung von Patientendaten innerhalb von medizinischen Organisationseinheiten wie Kliniken ist daher längst etabliert. Tirol ist in diesem Bereich sogar federführend. Für die Leiterin des Instituts für Medizinische Informatik fehlt jetzt nur mehr der nächste, logische Schritt: Die Vernetzung in ganz Österreich und Europa.

Text: Barbara Hoffmann

Prof. Dr. Elske Ammenwerth studierte Medizinische Informatik an den Universitäten Heidelberg und Heilbronn. Von 2002 – 2005 war sie an der UMIT Assistenzprofessorin und Leiterin der Forschungsgruppe „Bewertung von Informationssystemen des Gesundheitswesen. Seit 2005 ist sie Universitätsprofessorin und Leiterin des Instituts für Medizinische Informatik an der UMIT.

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Damit ein Patient die richtigen Medikamente erhält, ist ein komplexer Prozess notwendig: Erschwert wird die Entscheidungsfindung durch die große Anzahl von Arzneimitteln, die auf dem Markt sind: Ende 2010 waren laut dem Bundesministerium für Gesundheit in Österreich rund 10.100 Medikamente für Menschen zugelassen. Jährlich gibt es rund 1.000 Neuzulassungen. Angesichts dieser Anzahl ist es nicht möglich, dass ein Arzt alle Neben- und Wechselwirkungen sowie neueste Forschungserkenntnisse darüber kennt. Hinzu kommt, dass insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen sehr viele Medikamente auf einmal nehmen müssen. „Laut einer Studie aus Salzburg nehmen ältere Patienten zehn verschiedene Medikamente ein. Diese werden dann auch noch gegebenenfalls von verschiedenen Ärzten verschrieben. Wer hat dabei noch den Überblick?“, fragt Elske Ammenwerth.

viele Behandlungsfehler in Krankenhäusern auf eine falsche Medikation zurückzuführen sind. So kann es zu Unter- und Überdosierungen kommen, Medikamente können falsch eingenommen werden oder Wechselwirkungen von Medikamenten oder Allergien der Patienten werden nicht ausreichend berücksichtigt“, umreißt Ammenwerth die Problematik. Die Ursachen für Medikationsfehler können vielfältig sein. Kommunikationsprobleme, Fehler in der Dokumentation, komplexe Arbeitsabläufe und Arbeitsüberlastung spielen eine große Rolle. Laut Ammenwerth zeigen aktuelle Hochrechnungen, dass in Deutschland pro Jahr etwa zwei Millionen Menschen ein sogenanntes unerwünschtes Arzneimittelereignis erleiden. Experten schätzen, dass allein in Deutschland 28.000 Menschen jährlich durch falsche Medikation sterben. Rund die Hälfte dieser negativen Wechselwirkungen sind aber vermeidbar: durch den Einsatz von EDV-Systemen.

28.000 Todesfälle jährlich in Deutschland Studien zeigen, dass vor diesem Hintergrund der Medikationsprozess nicht immer optimal verläuft. „Untersuchungen an der Universität Lille haben bestätigt, dass

Elektronische Verordnungssysteme Bereits seit den 1990er Jahren wird intensiv an rechnerbasierten Anwendungssystemen, welche für die


Onlinebanking: Risiken werden akzeptiert Bankgeschäfte im Internet zu tätigen oder mit der Kreditkarte zu bezahlen: Trotz bekannter Sicherheitsrisiken haben sich diese Zahlungsmethoden durchgesetzt. Da der Nutzen überwiegt, werden mögliche Restrisiken von den Kunden akzeptiert. Auch beim Einsatz von elektronischen Verordnungssystemen verhält es sich ähnlich. Obwohl zahlreiche Studien den Nutzen belegen, gibt es bei der elektronischen Speicherung von Gesundheitsdaten wie bei jeder EDV-gestützten Verarbeitung von Daten Restrisiken. „Gesundheitsdaten sind noch sensibler als finanzielle Informationen. Sie müssen daher besonders geschützt werden. Aber null Risiko gibt es dabei nicht“, meint Elske Ammenwerth. „Die Gesellschaft muss daher bestimmen, was dieser Nutzen uns wert ist.“ Die Entwicklung dieser Systeme sei aber nicht aufzuhalten. „Durch den geeigneten Einsatz von EDV-Systemen kann die Qualität der Patientenversorgung nachweisbar gesteigert werden. Wie bei jeder neuen Technologie gibt es aber Anfangsprobleme. Diese Probleme lassen sich aber lösen“, meint Ammenwerth.

„Alert overload“ Auch wenn die Idee von EDV-Systemen bei der Verordnung auf den ersten Blick sehr gut erscheint, ergeben sich bei dem Routineeinsatz schnell Probleme. So werden die Mediziner mit teilweise irrelevanten Warnhinweisen und Alarmen, auch „Alert overload“ genannt, überflutet. Eine zu hohe Anzahl an Warnhinweisen kann dazu führen, das der Anwender dazu tendiert, auch wichtige Warnhinweise nicht mehr ernst zu nehmen. „Eine deutliche Priorisierung der Hinweise sowie Beachtung des Patientenkontextes sind daher unbedingt notwendig, um eine Ermüdung der Anwender zu vermeiden.“ Für den häufig kritisierten steigenden Aufwand für Dokumentation macht Ammenwerth allerdings nicht EDV-

Systeme verantwortlich. „Der Dokumentationsaufwand steigt vor allem wegen der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Das führt auch zu einer Flut von Informationen. Das sind allerdings Probleme, die sich lösen lassen.“

Tirol ist federführend Österreich hat im Bereich E-Health besonders ambitionierte Ziele: Ziel ist es, eine sogenannte elektronische Gesundheitsakte (ELGA) aufzubauen: Zukünftig sollen Befunde und gesundheitsrelevante Dokumente gespeichert und für Patienten sowie Ärzte abrufbar sein. Die E-Medikation, also die elektronische Erfassung aller ärztlich verschriebenen und von Apotheken abgegebenen Medikamente, ist ein erster Schritt in diese Richtung. Auch wenn es sich dabei zunächst nur um ein Pilotprojekt handelt, gehört die elektronische Erfassung von Patientendaten längst schon zur Realität und täglichen Praxis im Gesundheitswesen. „Innerhalb von Gesundheitseinrichtungen und Arztpraxen ist die Unterstützung durch die EDV bereits selbstverständlicher Standard. Die Vernetzung innerhalb einer Organisationseinheit, wie beispielsweise einer Klinik, ist längst etabliert. Aber eigentlich macht es keinen Sinn, dass die Information an den Grenzen dieser Organisation halt macht“, meint Ammenwerth. Innerhalb der Grenzen Tirols ist das auch nicht der Fall: In das Tiroler Gesundheitsnetzwerk „GNT“ sind alle großen stationären Einrichtungen und niedergelassenen Hausärzte eingebunden. „Arztbriefe und Befunde können so ausgetauscht werden.“

Trends im Bereich E-Health Derzeit ist die elektronische Patientenakte (ELGA) in Österreich noch eine Vision. Allerdings wird bereits am nächsten Schritt geforscht. „Es gibt schon Projekte, die sich damit beschäftigen, wie Informationen länderübergreifend ausgetauscht werden können“, sagt Ammenwerth. Bis dorthin ist es allerdings noch ein langer Weg. Ein Trend im Bereich E-Health heißt daher Standardisierung. „Das bedeutet, dass zum Beispiel Arztbriefe hochstrukturiert ablegbar werden, das heißt maschinenverarbeitbar werden.“ Auch wird zukünftig versucht, die Patienten stärker einzubeziehen. So soll es auch ein ELGA-Portal für die Patienten geben. Der jährlich von der UMIT mitveranstaltete internationale E-Health-Kongress in Wien 2011 hatte daher das Thema „patientenzentrierte Informationssysteme“. Auch 2012 ist wieder eine internationale Tagung geplant.

E-Health Unter dem Begriff E-Health wird die Anwendung elektronischer Medien im Rahmen der medizinischen Versorgung und anderer Gesundheitsdienstleistungen verstanden. Der Begriff ist relativ neu. Synonyme Begriffe sind E-Gesundheit und „Health 2.0“. eMedikation ist damit Teil von E-Health.

E-Medikation E-Medikation ist ein österreichisches Projekt, bei dem alle ärztlich verschriebenen und von Apotheken abgegebenen Medikamente elektronisch erfasst und damit Mehrfachverordnungen und unerwünschte Wechselwirkungen vermieden werden sollen. Das Projekt hat in drei Modellregionen, darunter das Tiroler Oberland und das Außerfern, in diesem Jahr begonnen und eine breite Diskussion ausgelöst. Die Teilnahme ist freiwillig. Bis 2012 sollen die gesammelten Informationen evaluiert werden und über eine weitere Ausdehnung entschieden werden. E-Medikation ist Teil der Entwicklung einer österreichweiten elektronischen Patientenakte (ELGA). Weitere Informationen: www.arge-elga.at

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Weitere Informationen: www.eHealth2012.at

Kommentar – Barbara Hoffmann Vor dem Hintergrund, dass Ende September 2011 Daten von 600.000 Versicherten der TGKK gehackt worden sind, hält die breite Kritik an dem Projekt E-Medikation und der geplanten elektronischen Krankenakte (ELGA) an. Dieser Vorfall zeigt, wie dilettantisch mit dem Thema Datensicherheit umgegangen wird. So gab der TGKK-Obmann Michael Huber in einem Zeitungsinterview an, dass über ein neues, verschlüsseltes System zur Datenweitergabe nachgedacht werde. Die Verwendung der modernsten Technologie zur Sicherung von Patienteninformationen sollte doch eigentlich selbstverständlich sein und nicht erst geplant werden, nachdem es zu einem Fehler im System gekommen ist. Denn im Endeffekt ist die sichere Umsetzung von E-Medikation und ELGA im Interesse von uns allen: Behandlungsfehler, Überdosierungen von Medikamenten und unerwünschte Arzneimittelwirkungen können reduziert werden. Es könnten damit also sogar Menschenleben gerettet werden. Ein gewisses Restrisiko wird natürlich bleiben. Letzten Endes muss die Bevölkerung darüber entscheiden, ob es richtig ist, aus Angst vor mangelnder Datensicherheit auf diesen Nutzen zu verzichten. Wäre eine Erhöhung und Professionalisierung der Sicherheitsmaßnahmen nicht der bessere Weg?

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Verordnung von Arzneimitteln eingesetzt werden, geforscht. „Bereits ‚einfache‘ Verordnungssysteme senken die Medikationsfehlerrate um 40 Prozent“, sagt Ammenwerth. Dabei werden lediglich die zu verordnenden Medikamente elektronisch dokumentiert, was aber bereits unmittelbar Probleme mit der Lesbarkeit von Verordnungen löst. „Erweiterte Verordnungssysteme bieten darüber hinaus die Möglichkeit einer automatischen Überprüfung jeder Verordnung auf potentielle Fehler, wie sie z. B. durch Überdosierungen, unerkannte relevante Interaktionen mit anderen Medikamenten, unberücksichtigte Allergien oder Doppelverschreibungen entstehen könnten.“


Kunst & Kultur

Nino Malfatti, SchĂśner Zufall, 2010

Foto: Nino Malfatti

Trichtergrammophon â&#x20AC;&#x17E;Mammutâ&#x20AC;&#x153;, 1910/20, TLMF, Historische Sammlungen, Sammlung Louis Holzer Foto: TLM

Bunte Vielfalt Ende Jänner präsentierten die Tiroler Landesmuseen ihr Jahresprogramm fĂźr 2012. In den ingesamt fĂźnf Häusern (Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Museum im Zeughaus, Tiroler Volkskunstmuseum, Hofkirche, Tirol Panorama mit Kaiserjägermuseum) werden acht Sonderausstellungen, rund 20 Konzerte, ein umfangreiches Vermittlungsprogramm sowie bereits etablierte Veranstaltungsformate geboten. So lädt die Bibliothek des Ferdinandeums auch heuer wieder an vier Tagen zur FĂźhrung â&#x20AC;&#x17E;Einblicke. StĂśbern in den Beständen der Bibliothekâ&#x20AC;&#x153; ein. NatĂźrlich ist sie auĂ&#x;erhalb dessen nach wie vor fĂźr zielgerichtetes Recherchieren zu Tirol-relevanten Themen zugänglich.

ken der Neuen Sachlichkeit präsentiert. Zwei Sonderausstellungen widmen sich daneben den beiden Tiroler KĂźnstlern Nino Malfatti und Georg Salner. Anlässlich des Weltkrippenkongresses 2012 in Innsbruck geht eine Ausstellung im Volkskunstmuseum dem Spannungsverhältnis von Weihnachtskonsum, Besinnung und Brauch nach. Am 24. Dezember wird es dazu auch heuer wieder die Veranstaltung â&#x20AC;&#x17E;Rundum Weihnachtâ&#x20AC;&#x153; geben. Aktuell ist noch bis 26. Feber der â&#x20AC;&#x17E;Olympia Parcoursâ&#x20AC;&#x153; im Tirol Panorama zu sehen â&#x20AC;&#x201C; ein Streifzug in 11 Stationen durch die Geschichte der Olympischen Winterspiele.  www.tiroler-landesmuseen.at

Schwerpunkte 2012 Ein Schwerpunkt liegt heuer auf dem Thema â&#x20AC;&#x17E;HĂśrenâ&#x20AC;&#x153;, mit dem sich u. a. die Ausstellungen â&#x20AC;&#x17E;Musik aus der Doseâ&#x20AC;&#x153; im Zeughaus und â&#x20AC;&#x17E;Ton um Tonâ&#x20AC;&#x153; im Volkskunstmuseum beschäftigen. HĂśhepunkt im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum ist die Schau â&#x20AC;&#x17E;Blickwechselâ&#x20AC;&#x153;, die Landschaftsbilder u. a. mit Hauptwer-

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Groteskfigur: Zwerg mit Trompete; Zirbe geschnitzt und gefasst; hergestellt in GrĂśden, 2. H. 18. Jhd Foto: TLM

Kosmos an Variationen Der KĂźnstler Karl Bohrmann schuf ein umfangreiches, vor allem zeichnerisches, Werk, bevor er 1998 im Alter von 70 Jahren in KĂśln verstarb. Hauptsächlich beschäftigte sich der gebĂźrtige Mannheimer mit den Themen Akt, Interieur, Stillleben und Landschaft, was auch die aktuelle Ausstellung der Galerie Rhomberg in einem Querschnitt zeigt. Als Maler, Zeichner, Fotograf und Komponist von Neuer Musik hinterlieĂ&#x; Bohrmann ein umfangreiches Ĺ&#x2019;uvre, das seine komplexe kĂźnstlerische Ausrichtung beeindruckend dokumentiert. In den selten ausgestellten Zeichnungen reflektiert der KĂźnstler die kaum lĂśsbare Spannung zwischen Subjekt und Objekt in der Verzahnung mit dem umgebenden Raum. Jedes Motiv erfährt in den Blattfolgen seine Variationen. Immer wieder verändert Bohrmann das an sich Gleiche und doch ist jedes Blatt einmalig und birgt fĂźr sich seine ganze Welt. Karl Bohrmanns â&#x20AC;&#x17E;Arbeiten aus den 60er- bis 90er-Jahrenâ&#x20AC;&#x153; sind bis 3. März in der Galerie Rhomberg in Innsbruck zu sehen. www.galerie-rhomberg.at


buch.kritik

Vom Ende einer Geschichte Julian Barnes, KiWi Verlag 192 S., EUR 19,60 Erinnern wir uns an die Vergangenheit, so wie wir sie uns wünschen oder wie sie wirklich war? Buch-Protagonist Tony Webster hadert mit vermeintlichen Gewissheiten ... Hat den Booker Prize zweifellos verdient!

Eine Story, bei der auf den ersten Blick ein lukrativer Hedgefonds im Mittelpunkt steht. Viel mehr ist es jedoch ein Thriller um die Abgründe der menschlichen Psyche – mit schrägem Ende.

Unkalkulierbar In Martin Walde‘s Arbeiten geht es stets um Prozesse, die in Gang gesetzt werden, wobei sich der Künstler sehr zum Unerklär- und Unkalkulierbaren hingezogen fühlt. Er experimentiert mit verschiedenen Materialien und wechselt dabei stets die Perspektiven. Walde ist ein Grenzgänger zwischen Chemielaborant und Alchemist, zwischen technischem Erfinder und Baumeister des sinnlich wahrnehmbaren Kosmos, was ihn schwer fassbar macht. „Solvent Save“, eine Gruppe von Glasarbeiten, ist die erste Einzelausstellung von Martin Walde in der Innsbrucker Galerie Thoman. Martin Waldes „Solvent Save“ ist noch bis 17. März in der Galerie Thoman in Innsbruck zu Gast. www.galeriethoman.at

Oben: Frans Brüggen wird am Karfreitag im Rahmen des Osterfestivals Tirol Bachs Johannespassion interpretieren Darunter: Im Fluss der Zeit und auf der Suche nach Freiheit: Die Compagnie Alias ist am Ostersonntag zu Gast

Beim bereits 24. Osterfestival der Galerie St. Barbara spüren Veranstalter und Künstler heuer der Freiheit nach. Ganz klar im Mittelpunkt steht dabei die Musik: von der österlichen Tradition bis zu Neuer Musik, von außereuropäischer Kultur bis zu Tiroler Komponisten. Die Interpreten kommen dabei aus Tirol und der ganzen Welt. „Ganz besonders freue ich mich auf die Begegnung mit dem Komponisten Klaus Huber“, verrät Hannah Crepaz, künstlerische Leiterin. Ergänzt wird das Thema durch Tanz und Performance. Insgesamt werden fünf Choreographien zu sehen sein. Crepaz: „Das Osterfestival soll sich durch seinen Reichtum einprägen. Wichtig ist uns die Vielfalt.“

Die aktuelle Ausstellung „Piano Paintings“ der Galerie Bernd Kugler zeigt Arbeiten des Künstlers Ulrich Wulff, der nicht nur in seinen Bildern, sondern auch in seinem sprachlichen Umgang viel Ironie zeigt. „Auch wenn es jetzt so klingen mag: Es gibt auf all diesen zwölf Bildern wieder nichts zu hören. Allen Bilder habe ich vorsichtshalber die Sprache verschlagen bzw. die Musik abgedreht, um klarzumachen, dass der vorgeschlagene Weg des erforderlichen Horchens ein anderer ist: Das Publikum soll mit dem Auge und seinem Gestimmtsein horchen, d. h. sehen. Die Passivität meiner diesmal klar gemalten und abgerundeten Bilder ist kein Zufall, sondern eine Art Schachzug, wenn man sie als die Einladung zu verstehen weiß, als die sie gemeint ist.“ Und weiter: „Die in meiner aktuellen Ausstellung ‚Piano Paintings‘ offerierten Bilder sind sämtlich Ohr auf Leinwand. Ursprünglich sollte die Ausstellung heißen ‚Dem Ulli eine reinhauen‘.“

24. Osterfestival Tirol: Macht.frei | leben 23. März bis 8. April 2012 in Innsbruck, Hall und Rum, www.osterfestival.at

Ulrich Wulff‘s „Piano Paintings“ sind noch bis 18. Feber in der Galerie Bernd Kugler in Innsbruck zu sehen. www.berndkugler.at

Foto: Jean-Yves Genoud

Freiheit spüren

Das Beethoven-Projekt Es ist wieder so weit! Giovanni Antonini (Bild) kommt mit dem Kammerorchester Basel nach Innsbruck, um sein Beethoven-Projekt in Tirol weiterzuführen. Antonini ist seit seinen Anfängen 1990 mit „Il Giardino Armonico“ oftmals nach Tirol gekommen, inzwischen ist er Gast bei den größten Festivals und leitet die größten Orchester der Welt. Eine Garant für besondere Ereignisse voll sprühender Eleganz! Beethoven, Sinfonie Nr. 8 & Tripelkonzert | Do., 1. März 2012 um 20.15 Uhr im Congress Innsbruck | www.musikplus.at Foto: David Ellis

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Angst Robert Harris, Heyne Verlag 400 S., EUR 20,60

Klavierkunst ohne Musik


„Ich will erzählen, was das Stück erzählen will“ Der neue Intendant am Tiroler Landestheater heißt Johannes Reitmeier. Der gebürtige Bayer will mit personellen Veränderungen und Theaterpädagogik dem Haus am Rennweg seine Handschrift verleihen. Ein Gespräch über konservative Tendenzen und wie man am Theater auch Herzensbildung vermitteln kann.

Sie ließen bei der ersten Pressekonferenz verlauten, den erfolgreichen Weg der Intendantin fortsetzen zu wollen. Wie wird Ihr eigener Weg aussehen? Ich komme an ein gut geführtes Haus, das sich einer hohen Akzeptanz beim Publikum erfreut. Da wäre es töricht zu sagen: Hopplahopp, hier muss alles anders werden. Deshalb habe ich auch für keinen personellen Kahlschlag gesorgt. Trotzdem werden maßgebliche Funktionen auf der künstlerischen Seite neu besetzt: Thomas Kraus ist der neue Schauspieldirektor und Christina Alexandridis die neue Chefdramaturgin. Angelika Wolff besetzt die Funktion der Betriebsdirektorin und Brigitte Winkler, die bisherige Prokuristin des Hauses, wurde zur kaufmännischen Direktorin ernannt. Viele sind seit Jahren meine künstlerischen Weggefährten und ich setze die Tradition fort, Frauen an den Schaltzentralen zu installieren. Der neue Spielplan wird Mitte März präsentiert, im neuen Sujet. Nach 13 Jahren wird also auch optisch ein neuer Weg beschritten. Welche Veränderung wird das Haus am Rennweg besonders prägen? Eindeutig die Theaterpädagogik, die als vierte Sparte am Haus aufgebaut werden soll. Dabei geht es nicht primär um Kinder- und Jugendtheater, sondern um ein begleitendes Weiterbildungsangebot, das nicht im Sinne einer Bühnenproduktion funktioniert, sondern ein ganz spezifischer Kurs ist: Es wird mit Theatermitteln an der Persönlichkeitsbildung von jungen Menschen gearbeitet, um damit deren soziale Kompetenz und die viel zitierte Herzensbildung zu fördern. Nina Velmer wird diese

Funktion übernehmen. Sie hat mit Theaterpädagogik in Kaiserslautern bereits gute Erfahrungen gemacht.

Text: Julia Sparber Fotos: Florian Schneider, Rupert Larl

Sie haben auch gesagt, dass das Sprechtheater Defizite hat, die Sie ausmerzen wollen? Ich habe das Gefühl, dass es beim Sprechtheater eine neue Regiehandschrift braucht. Ich möchte die Arbeit der bisherigen Kollegen keinesfalls schmälern. Aber es wird wichtig sein, das Haus im Musik- und Tanztheater sowie im Schauspiel auf gleichem Niveau zu etablieren. Frau Fassbaender hatte eine eindeutige Präferenz zu Shakespeare. Wie stehen Sie zu Klassikern? Ich habe ein unverkrampftes Verhältnis zu Klassikern und bereits Goethes Faust inszeniert, auch Ibsens Peer Gynt und Schillers Maria Stuart. Ich mag aber auch die klassische Moderne wie Dürrenmatt, Frisch, Brecht. Nur die Komödie und das absolut zeitgenössische Theater sind nicht unbedingt meine Ressorts. Für die Spritzigkeit von Rossini oder einer komischen DonizettiOper gibt es Kollegen, die einen originelleren Zugang haben als ich. Allerdings teile ich eine große Liebe mit der Intendantin: das Musical! Das Tiroler Publikum ist dem Theater zugewandt, gilt jedoch als eher konservativ. Welche Haltung vertreten Sie als neuer Intendant? Es ist tatsächlich so, dass ich mit dem Regietheater und vor allem mit dessen Auswüchsen ein Problem habe. Ein Theater darf kein Tummelplatz für die Befindlichkeiten von Regisseuren sein, sondern muss Geschichten erzählen, die das Publikum nachvollziehen kann. Ich will kein Stück zertrümmern! Was ist Ihnen bis dato vom Tiroler Theaterpublikum erzählt worden? Mir wurde von einem sehr anspruchsvollen, von seiner Grundtendenz eher konservativen Publikum erzählt. Ein Theaterbesuch ist in Österreich sehr viel selbstverständlicher als in Deutschland. Das zeigt die hohe Zahl der Abos. Rund 8.000 Theaterabonnements am Tiroler

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eco.nova: Was hat Sie an Innsbruck gereizt? Johannes Reitmeier: Die Tiroler Gegend ist für einen Bayern wie mich eine sehr reizvolle. Und natürlich ist die Wahrnehmung des Tiroler Landestheaters eine überregionale. Ich war immer schon von der Qualität des Hauses und auch von der Stadt begeistert. Insofern ein schöner Schritt ... Ich werde auch voll und ganz hierherziehen, weil ich es wichtig finde, dass ein Intendant auch dort lebt, wo sein Publikum ist.

Karriere Johannes Reitmeier studierte Theaterwissenschaft, Kunst- und Literaturgeschichte in München. Von 1996 bis 2002 war er Intendant des Südostbayerischen Städtetheaters und führte Regie am Bayerischen Staatsschauspiel München. Seit 2002 leitete er das Pfalztheater Kaiserslautern und mit Herbst 2012 übernimmt er die Intendanz am Tiroler Landestheater in Innsbruck.

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Landestheater sind an deutschen Theatern vergleichbarer Größenordnung schier unerreichbar. Kommt die eher konservative Tendenz Ihrer Regiearbeit entgegen? Ich will erzählen, was das Stück erzählen will. Das heißt nicht, dass es deshalb angestaubt und altmodisch sein muss. Wenn ich ein Stück auf den Spielplan setze und es neu erfinden muss, dann habe ich vermutlich eine falsche Wahl getroffen. Ein Credo von mir ist, dass ich dem Stück vertrauen muss und mich voll und ganz dafür entscheide.

„Ein Theater darf kein Tummelplatz für die Befindlichkeiten von Regisseuren sein, sondern muss Geschichten erzählen, die das Publikum nachvollziehen kann.“ Johannes Reitmeier

Innsbruck ist auch eine Sportstadt: Sie könnten zum Beispiel direkt nach der Probe mit den Skischuhen visà-vis in die Nordkettenbahn einsteigen und auf der Seegrube Ihre Schwünge ziehen. Haben Sie das vor? Ich bin kein großer Sportler, sonst würde ich wohl nicht so barock aussehen. Aber ich bin begeisterter Skifahrer. Die großen Distanzen haben mich in den letzten Jahren oftmals davon abgehalten. Das werde ich jetzt mit Sicherheit nachholen!

„Zufrieden ist man nie, aber glücklich ab und zu“ Das Tiroler Landestheater wurde 13 Jahre lang von Brigitte Fassbaender geleitet. Im Sommer 2012 übergibt sie nun das Zepter. In den Ruhestand geht sie deshalb nicht. Ein Gespräch über Wertschätzung und Kreativität als einen „Weg zum Glück“.

Karriere Brigitte Fassbaender war eine der bekanntesten Opern- und Liedsängerinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie trat an allen bekannten Opernhäusern der Welt auf und ihr Schaffen ist auf 250 Tonträgern dokumentiert. Seitdem sie die Bühne verlassen hat, widmet sich die mehrfach ausgezeichnete Kammersängerin dem Regiefach und fördert als Lehrerin junge SängerInnen. Mit Herbst 2012 endet Fassbaenders Intendanz am Tiroler Landestheater und ihr Engagement gilt vermehrt dem Sozialbereich.

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eco.nova: Sie ziehen sich heuer als Intendantin des TLT zurück. Gibt es neue Pläne für die Zukunft? Brigitte Fassbaender: Ich denke, 13 Jahre sind genug. Es muss im Theater immer wieder etwas Neues entstehen. Erfolg ist keine Selbstverständlichkeit, den muss man sich immer wieder neu erringen. Ich denke, ich habe nun genug gerungen. Ich möchte einfach in den nächsten Jahren ein bisschen mehr frische Luft haben. Ich werde zwar noch Regie führen, aber mein Zuhause, mein Bauernhaus im Chiemgau, meinen Garten, meine Bücher, meine Kreativität genießen, die außerhalb der Öffentlichkeit stattfindet. Ich werde aber auch weiter Gesangsunterricht geben. Also nicht untätig sein, einfach mehr genießen in den Jahren, die mir noch bleiben. Wie kann man diese Kreativität auch in jungen Menschen freisetzen? Das Malen ist ein geeignetes Ausdrucksmittel. Besonders das gemeinsame Malen mit Farbe, Pinsel, Stiften, Papier … Ich selbst habe immer mit meinen eigenen Händen etwas entstehen lassen. In meiner Kindheit gab es ja nur sehr wenig Spielzeug. Damals hat man selber etwas gemacht und sich mit dem Entstandenen beschäftigt. Etwas schaffen, etwas schöpfen, etwas Kreatives hervorbringen – nicht nur konsumieren, sondern seinen ganz eigenen Ausdruckswillen auf eine Materie übertragen und auf die Ausdrucksmöglichkeiten seines Körpers achten und in sich hineinhören.

Was bedeutet für Sie Glück? Für mich ist Kreativität das ganz große Glück! Wenn man das Glück hat, seine Möglichkeiten zu entdecken und dabei Hilfe und Zustimmung erhält. Ich bin dankbar, wie ich mich umfassend entfalten durfte und darf. Ich singe, inszeniere, rezitiere, schreibe und male. Diese Kreativität vorzuleben und Werte zu vermitteln sowie Künstler einzuladen, sich mit Kindheitsthemen auf kreative Art und Weise zu beschäftigen – all das finde ich ungeheuer wichtig. Deshalb unterstütze ich auch die Kulturinitiative „ubuntu“. Am 1. März zeige ich im Imster ubuntu-forum meine Bilder und am 24. Mai moderiere ich das große Benefizkonzert zugunsten von SOS-Kinderdorf. Das Ensemble Franui spielt das „Ständchen der Dinge“ im Großen Haus. Welche Werte sind Ihnen besonders wichtig? Wertschätzung in dem, was man tut und wie man es tut. Menschliche Werte sind wichtige Parameter, um die „Wege zum Glück“ kreativ zu gestalten. Ich finde, zufrieden ist man nie, aber glücklich ab und zu! Ich bin kein selbstzufriedener Mensch, weil ich glaube, dass die Sehnsucht nie aufhören darf. Ich habe mich immer nach irgendetwas gesehnt: Ein Land, in dem ich noch nicht war, ein Kind, das ich nie bekommen habe ... Ich möchte einfach das Staunen nie verlernen. Ich staune über alles! Das kann ich Erwachsenen sehr empfehlen. Kindern braucht man das nicht zu empfehlen, denen ist das Staunen angeboren!

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Schaufenster der Kunst

Mit der Ausstellung des Künstlers John M Armleder eröffneten die Thomans eine 300 qm große, ebenerdige, helle und hohe Ausstellungsfläche in der Hauptstadt. Seit fast 35 Jahren erarbeiteten sich Elisabeth und Klaus Thoman einen seriösen Namen in Künstlerkreisen und ihre Galerie im Innsbrucker Arkadenhof ist ein Aushängeschild zeitgenössischer Kunst in Tirol. Doch Innsbruck ist zu klein, um am internationalen Parkett bestehen zu können, und die ständig vertretenen Künstler im Portfolio der Galerie wollen sich auch in Wien vertreten sehen. Das prächtige Gründerzeithaus mit insgesamt 10 Portalfenstern ist nun zum würdigen Kunst-Schaufenster der Thomans geworden. Als Eröffnungsausstellung konzipierte der in Genf geborene Künstler John M Armleder eine Schau, die ganz seinem vielschichtigen Œuvre entspricht: Skulpturen, Malereien und Installationen setzen sich intensiv mit der Reflexion des Kunstbegriffes auseinander. Seine Furniture Sculptures, mit denen er 1979 zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat, prägen auch sein Konzept zur Eröffnung der Galerie Thoman in Wien: Er kombiniert Möbel, Lampen und Teppiche mit abstrakten, monochromen Bildern, um Alltagsobjekte in einen würdigen Kunststatus zu erheben. So hängen im Kunst-Schaufenster in der Seilerstätte zwei Neonluster aus dem Wiener Café Jelinek, die seine großformatigen Schüttbilder flankieren. Ein zusam-

in Wien

men gerollter roter Spannteppich liegt inmitten des Raumes – als Reflexion zu einer Art von Schönheit, die erst aus dem Zusammenhang gerissen wahrnehmbar wird. Ein kopfloser, comicartiger Clown prangt in immer wiederkehrender Ausfertigung in Rot, Gelb oder Blau als Wandmalerei Clonus Again. John M Armleder stellt die Wertigkeit der Kunst ständig in Frage und führt so in einen raffinierten Diskurs über die Spielregeln von Kunst und Kunstbetrieb. Im Kunstmuseum St. Gallen beschrieb man den Stil des Schweizer Künstlers mit Lifestyle: „... der entäußerte Formenschatz der historischen Moderne triff t auf aktuelle Massenkultur. Eine Jongleurakte zwischen Trivialität und verfeinerter Ästhetik.“ Für den Künstler selbst ist die Lust am Staunen der ständige Antrieb, ein Kunstwerk überhaupt entstehen zu lassen. Staunen kann man entlang der Kunst-Schaufenster von außen und in den prächtigen Galerieräumen der Thomans von innen – die Schau „late“ von John M Armleder ist bis 3. März 2012 zu sehen.

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Seilerstätte 7/Ecke Weihburggasse, 1. Wiener Gemeindebezirk. Eine noble Adresse zur Präsentation von internationalem Kunstschaffen. Elisabeth und Klaus Thoman tun dies seit November 2011.

John M Armleder ist mit „late“ noch bis 3. März 2012 in der Galerie E&K Thoman in Wien zu sehen

Text: Julia Sparber Fotos: Galerie Thoman

Weiteres Schaufenster der Galerie Thoman im Arkadenhof Aber auch am Innsbrucker Standort wurde der zweite Stock um 260 qm adaptiert, um Klassiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu präsentieren – wie Hermann Nitsch, Markus Prachensky oder Hans Staudacher. Thoman modern soll künftig viermal jährlich bespielt werden. Das Erscheinungsbild der Galerie Thoman bleibt ident. Programmatisch werden die drei Ausstellungsorte jedoch eigenständig und unabhängig geführt, um das Portfolio der Galerie Thoman und die Kunst-Schaufenster für Interessierte und Sammler auf vielfältige Weise zu erweitern.

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Galerie Elisabeth & Klaus Thoman Seilerstätte 7 1010 Wien

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Aus der Sonderschau zeitgenössischer russischer Kunst: Oben li.: Sergey Manzerew, Lot und seine Frau, Teil 2, 2000 / Diptychon, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm / Thurnhofer.cc, Wien • Oben re.: Viktoria Popova, Laub 3, 2011 / Dig. Foto, Kohle, Acryl auf Papier, 38 x 43 cm • Unten li.: Igor Leonjtew, Danaja, 2001 / Öl auf Leinwand, 100 x 85 cm • Unten re.: Andrej Kasakov, Allegorie der Klugheit, 1998 / Öl auf Leinwand, 90 x 80 cm

„Erstmals wird auf der ART ein Querschnitt zeitgenössischer russischer Kunst zu sehen sein. Es gibt mittlerweile so viele russische Gäste hier – und natürlich auch entsprechend viele Klischeebilder. Daher finde ich es hochinteressant, unserem Publikum auch einmal russische Künstlerinnen und Künstler zu zeigen.“ ART-Gründerin Johanna Penz


Die Kunst Kunst des Ausstellens

Die Organisation eine ganzen Kunstmesse ist in der Folge ungleich schwieriger, weil neben den Interessen der verschiedenen Beteiligten auch noch viele unterschiedliche Ausstellercharaktere aufeinandertreffen, die es unter einem gemeinsamen Dach zu versammeln gilt. So verwundert es nicht, dass sich die ART Innsbruck für Gründerin Johanna Penz längst zu einem Ganzjahresjob entwickelt hat. Heuer geht die internationale Messe für zeitgenössische Kunst bereits in die 16. Auflage. Und im Laufe der Zeit hat Penz gelernt, dass weitaus nicht jeder Aussteller in den Rahmen der ART passt. „Wir haben hier über die Jahre sehr viel gelernt. Wir sind schließlich keine subventionierte Leistungsschau. Daher ist es in gewisser Weise tatsächlich eine Kunst, genau jenen Ausstellermix aufzubauen und weiterzuentwickeln, der das Publikum zum Kaufen und eben nicht nur zum Schauen animiert.“ Eine Kunstmesse lebt schlussendlich davon, dass Kunst auch tatsächlich gekauft wird. So hat sich die ART zu einer Veranstaltung entwickelt, bei der sich die Besucher ungezwungen auf die Kunst und Galeristen zubewegen können. Penz: „Wir wollten von Anbeginn eine Messe für Einsteiger und Sammler sein. Ich denke, das ist uns gelungen.“

diese durch den russischen Kunstmäzen und TirolLiebhaber Alexander Tynkovan. Er will mit dieser Ausstellung die verborgenen Aspekte seines Landes aufzeigen, dessen Bewohner man hierzulande meist nur als Touristen wahrnimmt. Mit dieser Schau bekommen Land und Leute weitaus vielschichtigere Facetten. Für die Zusammenstellung der Sonderschau konnten Penz und Tynkovan den Kunsthistoriker Mag. Hubert Thurnhofer als Kurator gewinnen. Thurnhofer lebte zur Zeit der Perestrojka in Moskau, pflegt bis heute erstklassige Kontakte zu den bedeutendsten russischen Künstlern und kennt die dortige Kunstzene wie kein anderer. Neben den zeitgenössischen russischen Meistern werden in der zweiten traditionellen Sonderschau der ART Innsbruck wieder junge Tiroler Künstler in die heimische Szene eingeführt. Heuer werden im Rahmen von „Junge Kunst aus Tirol“ die Arbeiten von Zita Oberwalder und Marcus Schatz präsentiert. Wie schon in den letzten Jahren ist die Ausstellung Teil des Kulturaustausches zwischen New Orleans und Innsbruck. So werden die Arbeiten erst in Louisiana gezeigt und anschließend in der Tiroler Landeshauptstadt.

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Zita Oberwalder, Williamsburg Bridge New York, 2010 / SW-Fotografie auf Aludibond, 100 x 100 cm

Marcus Schatz, greeting to the lonicorn I, 2007 / Metallprägung 3-teilig, Fabriano-Bütten 640 g/m2, 33 x 370 cm

Sonderschau: Junge Kunst Auch in diesem Jahr ermöglichen die Stadt Innsbruck und das Land Tirol wieder eine eigens kuratierte Schau junger Tiroler Künstler.Die Sonderschau „Junge Kunst aus Tirol“ zeigt heuer Zita Oberwalder und Marcus Schatz und mit ihnen ein Zusammenspiel aus Fotografie, Siebdruck und Bildobjekt. „Ausschnitte“ ist ein faszinierender Dialog eines dreidimensionalen Gestalters, der Landschaftserlebnisse auf ihre Wesenhaftigkeit reduziert, und einer Fotografin, die sich in ihrer Unplugged-Fotografie für die Ränder des gemeinhin Bildwürdigen interessiert.

Von Moskau nach Tirol Die heurige ART Innsbruck findet Ende Feber statt und bietet auch 2012 wieder internationale Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Rund 70 Aussteller – Galeristen und Kunsthändler aus 10 Nationen – zeigen dabei Positionen von 700 Künstlern. Die heurige Sonderschau zeigt daneben erstmalig einen Querschnitt zeitgenössischer russischer Kunst. Ermöglicht wird

16. ART internationale messe für zeitgenössische kunst innsbruck 24. bis 27. Feber 2012, Messehalle D + E Öffnungszeiten: Fr. bis So. von 11 bis 20 Uhr, Mo. von 11 bis 17 Uhr www.art-innsbruck.at

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Ausstellungen zu organisieren ist an sich schon eine Kunst, weil viele verschiedene Interessen aufeinandertreffen. Die des Künstlers, der seine Arbeiten präsentieren und seine Ansichten verstanden und vertreten wissen will, die des Galeristen, der dem Künstler zwar entsprechend Raum geben, aber natürlich auch finanziell profitieren möchte, und die der Besucher, deren Erscheinen in der Galerie die vielfältigsten Motivationen haben kann.


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Auto & Motor

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Brit-Chic Es gibt Autos, die polarisieren. Der MINI nicht. Den mag irgendwie jeder. Erstmals gibt es den flotten Flitzer nun auch in einem konsequent auf zwei Personen zugeschnittenen Fahrzeugkonzept – Blick auf die Sterne inklusive. Der MINI Roadster ist das sechste Modell im aktuellen Programm des Premiumherstellers und ist wieder einmal Impulsgeber im Kleinwagen-Segment. Die MINI-typische Interpretation eines kompakten Roadsters verkörpert puristische Sportlichkeit und spontanen Spaß am Offenfahren (klappt im Handumdrehen). Zur Markteinführung gibt‘s vier kraftvolle wie effiziente Benzin- und Dieselmotoren von 122 bis 211 PS ab rund 23.500 Euro.

Auf allen Vieren Von Audis kleinster Baureihe wollten viele „A eins“ und so wurde der kompakte Sportler bald zum Verkaufsschlager. Nun krönen die Ingolstädter ihre A1-Baureihe mit einem exklusiven Topmodell in einer quattro-Version. Der Zweiliter-Turbomotor leistet 256 PS und 350 Nm Drehmoment, die auf alle vier Räder gelangen. Den Sprint von 0 auf 100 erledigt er in 5,7 Sekunden, der Topspeed liegt bei 245 km/h. Den schnittigen Hardfacts steht die Optik indes um nichts nach. Der dynamische Look von außen zieht sich auch ins Interieur, die Ausstattung ist für einen Audi erstaunlich lückenlos. Preise gibt‘s noch keine, geben wird es den Audi A1 quattro in der zweiten Jahreshälfte.

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Wo er ist, ist oben Trägt ein Mercedes das Kürzel AMG, wird‘s richtig sportlich. AMG*) ist quasi die Mercedes-eigene Tuningfirma und macht den Modellen mächtig Feuer unterm Hintern. Auch dem neuen High-PerformanceSUV Mercedes-Benz ML 63 AMG, der eine Höchstleistung von 525 PS sowie ein maximales Drehmoment von 700 Nm entwickelt. Das AMG-Performance-Package legt auf Wunsch nochmals 32 PS obendrauf. Ola Källenius, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes AMG GmbH: „Wie seine Vorgängermodelle setzt der Neue bei Performance, Exklusivität und souveränem Fahrspaß neue Maßstäbe – ergänzt durch den Faktor Effizienz, der für Mercedes-AMG immer mehr an Bedeutung gewinnt.“ Geben wird‘s den Kraftprotz ab April und ab rund 110.000 Euro. Die Kollegen von Porsche können sich mit ihrem Cayenne schon mal ein warmes Mäntelchen überwerfen. *) Zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben der Firmengünder Hans-Werner Aufrecht und Erhard Melcher sowie des Geburtsortes Aufrechts – Großaspach –, wo auch das Unternehmen seine Anfänge hatte. Heute befindet es sich in Affalterbach.

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eco.mmentar

Bruno König, Motorredaktion

Kaum Weiterentwicklung bei E-Fahrzeugen

Alltrack-Attacke

Olé Die Volkswagen-Gruppe hat die Kleinstwägen für sich entdeckt. Nach dem Skoda Citigo und dem VW up! bekommt nun auch Seat seinen Stadtflitzer. Der Mii ist mit einer Länge von 3,56 m perfekt für die City und genau dafür mit einem City-Safety-Assistent ausgestattet. Preislich wird er sich ähnlich dem up! bei rund 10.000 Euro bewegen und damit auch zur Konkurrenz für Kias Picanto oder den Suzuki alto, der für den Preis allerdings auch eine Klima an Bord hat.

Vous parlez français? Nein? Macht nix, denn für den neuen Renault brauchen Sie kein Französisch. Seine Sprache ist eine andere. Im Rahmen der umfassenden Modellpflege ist der Twingo das erste Serienmodell, das mit dem neuen Markengesicht an den Start geht. Kennzeichen ist der große, aufrecht stehende Renault-Rhombus vor dunklem Hintergrund, der sich zwischen den Scheinwerfern erstreckt und das Kompaktmodell optisch verbreitert, wodurch es etwas an Schärfe gewinnt. Zu haben ist der Kleine ab sofort ab 9.390 Euro in drei verbrauchsgünstigen Benzinvarianten von 75 bis 102 PS.

Wie wenig sich die Elektro- und Hybridfahrzeuge in der Vergangenheit weiterentwickelt haben, zeigt ein Blick in mein Autozeitschriften-Archiv. Dort wird in der Ausgabe vom Februar 2000 der Fiat Multipla Hybrid präsentiert. Die Daten dazu: knapp 100 km Reichweite mit reinem Elektroantrieb, 15 Stunden Ladedauer für eine volle Batterieladung und die Akkus sind das teuerste am ganzen Fiat. Solche Angaben finden wir aber auch heute, immerhin 12 Jahre später, bei aktuellen Elektrofahrzeugen. Ein Fortschritt ist kaum festzustellen. Deshalb wundert es auch nicht, dass kaum E-Fahrzeuge auf heimischen Straßen unterwegs sind. Es drängt sich die Frage auf, warum die Hersteller hier nicht weiterkommen und Akkus mit höherer Leistung, schneller Ladezeit und niedrigen Kosten entwickeln und anbieten können. Vielleicht ist das Interesse der Automobilbauer dafür gar nicht da. Denn durch E-Motoren in Autos gehen zahlreiche Arbeitsplätze verloren. Etwa bei der Entwicklung der Ottomotoren, besonders aber bei Wartung und Service in den Werkstätten. Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

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Mal ehrlich: Wie oft hat Ihr SUV schon mal das Gelände aus der Nähe gesehen? Eben. Und dennoch boomen Offroader – vor allem, weil sie on the road eine ebenso gute Figur machen und immer effizienter werden. Nun legt auch VW nach und wagt mit dem neuen Passat Alltrack einen Spagat zwischen Pkw- und SUV-Welt. Das neue Modell wird generell als Kombi angeboten. Sein Auftrag: Die Lücke zwischen dem konventionellen Passat Variant und den SUVs wie dem Tiguan zu schließen. Die Motorisierungen gehen von 140 bis 210 PS, wobei sich der Basis-Alltrack im Schnitt mit 5,7 Liter auf 100 km begnügt. Der Alltrack kommt noch im Frühjahr zu den Händlern und startet bei rund 34.000 Euro.


Das Versuchsfahrzeug: der aktuelle VW Touareg 3,0 V6 TDI mit serienmäßigen 204 PS

Mehr Dampf – weniger Saft Moderne Motoren und deren Elektronik sind sehr komplex und lassen deshalb nur wenig Spielraum für zusätzliche Eingriffe. Dennoch gibt‘s Reserven, um Leistung und Verbrauch zu optimieren. Dafür bedarf es allerdings eines erfahrenen Händchens, das sein Handwerk versteht. Alois Peer, Inhaber von Motovision Car Performance in Fulpmes, ist ein solcher Experte und demonstrierte uns sein Handwerk anhand eines aktuellen VW Touareg 3,0 V6 TDI.

Text und Fotos: Bruno König

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Elektronische Steuergeräte sind im modernen Motorenbau nicht mehr wegzudenken. Sie koordinieren etwa die Funktion der Benzineinspritzung und Zündung. Daraus resultiert unter anderem die Leistung und der Verbrauch des Motors. Obwohl von Seiten der Hersteller schon sehr am Limit gearbeitet wird, bleiben dennoch kleine Spielräume für Verbesserungen. Wir wollten anhand eines VW Touareg mit 3,0-V6-Dieselmotor und serienmäßigen 204 PS wissen, wie sich so eine Softwareoptimierung im täglichen Fahrbetrieb auswirkt. Dazu brachten wir das Fahrzeug nach Fulpmes zum Tuning-Experten Alois Peer. Dieser veranschlagt für den Software-Eingriff am Touareg rund vier Stunden Arbeitszeit und Kosten von knapp 900 Euro.

Höchste Präzision gefragt Schon der Ausbau des Steuergerätes erfordert ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und Erfahrung. Beim Eingriff am Steuergerät selber – sozusagen dem Herzen des Fahrzeuges – ist höchste Präzision, aber auch Konzentration angesagt. Schon die kleinste Unachtsamkeit würde dazu führen, dass das Fahrzeug nicht mehr anspringt. Allein deshalb ist jedem dringend anzuraten, nur nachweisliche Fachleute an sein Auto zu lassen. Am Computer mit speziellem Programm verändert Peer ganz bestimmte Parameter, die später für mehr Leistung und Drehmoment verantwortlich sein werden. Der Kunde kann hier sogar mitentscheiden, wie


Schon der Ausbau des Steuergerätes erfordert handwerkliches Geschick und Erfahrung

sich die Kraftentfaltung danach anfühlen soll. Zum Beispiel mehr Punch untenherum, oder lieber im höheren Drehzahlbereich. „Möglich ist dabei fast alles“, erklärt der Tuningprofi.

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auch, dass sich der Kraftstoff verbrauch um rund einen Liter nach unten reduziert.

Mehr Kraft bei weniger Verbrauch

Facts VW Touareg 3,0 V6 TDI 4motion

Das Ergebnis nach dem rund vierstündigen Eingriff sorgt für Begeisterung. Bulliges Drehmoment schon vom Start weg und gleichmäßige Kraftentfaltung über den gesamten Drehzahlbereich. Der Touareg fährt sich nun noch souveräner und damit sicherer. Überholmanöver werden trotz schwerem Gewicht zum Kinderspiel. Mindestens genauso erfreulich ist

Leistung: 204 / 270 PS (vorher/nachher) Drehmoment: 450 / 530 Nm Spitze: 205 / 218 km/h Testverbrauch: 9,5 / 8,5 Liter auf 100 km Preis: Fahrzeug ab rund 60.000 Euro, Softwareoptimierung rund 900 Euro

Nun bereitet Alois Peer das Innenleben der Steuerelektronik auf die Optimierung vor Am Computer verändert der Experte ganz bestimmte Parameter, die später für mehr Leistung und Drehmoment sorgen Letzte Handgriffe: Das Steuergerät wird wieder an seine Position gebracht

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Aller guten Dinge sind 3 Vielleicht hat Hyundai seinem neuen Sportcoupé deshalb hinten nur eine Tür spendiert. Auf jeden Fall unterscheidet sich der Veloster damit von allen anderen und punktet zusätzlich mit scharfer Optik.

Während unserer zweiwöchigen Testfahrt im neuen Veloster von Hyundai wurden wir sehr oft darauf angesprochen, was denn das für ein Auto sei. Das passierte in der Vergangenheit, wenn wir mit einem Fahrzeug des koreanischen Herstellers unterwegs waren, eher selten. Und man muss es auch ganz ehrlich zuerkennen: Die Optik des mit wuchtigen Kotflügeln bestückten Veloster ist absolut gelungen. Speziell bei der jüngeren Generation kommt das dreitürige Sportcoupé sehr gut an. Doch kann der Fahrspaß auch das halten, was das Design verspricht? Wir haben es getestet.

Mehr Leistung wünschenswert

Text und Fotos: Bruno König

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Der 1.600er mit 140 PS ist nicht gerade eine Sportskanone. Er braucht schon ordentlich Drehzahl, um richtig munter zu werden. Dazu könnte auch der Auspuffsound ein bissl mehr hergeben. Trotzdem, der Veloster lässt sich schon ganz lässig bewegen. Besonders beim Fahrwerk ist Hyundai eine gute Mischung aus Komfort und Sportlichkeit gelungen. Einzig die Lenkung ist etwas gefühllos und könnte mehr Rückmeldung liefern. Richtig fette Pluspunkte bekommt der Veloster für seinen Kofferraum. Für ein derart geducktes Coupé lässt sich dort einiges verstauen. Positiv ist auch die Kopff reiheit auf den zwei Rücksitzen. Das Konzept mit nur einer Tür hinten sorgt jedoch für manche Verwirrung, aber auch für viel Aufsehen.

Nicht nur einmal stand ein Mitfahrer links hinten und suchte vergebens nach einem Türgriff.

Tolles Design auch im Innenraum Das gelungene Design findet sich auch im Innenraum wieder. Geschwungenes Armaturenbrett, tolles Lenkrad und coole Türgriffe erwarten die Passagiere. Das gut abgestimmte 6-Gang-Getriebe lässt sich präzise bedienen und ermöglicht gute 200 km/h Spitze. Der Testverbrauch mit 7,6 Liter geht absolut in Ordnung. Gerüchten zufolge ist ein stärkerer Benzinturbo sowie ein flotter Diesel angedacht. Damit würden die Fahrleistungen dann perfekt zum Auftritt des Veloster passen.

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Facts Hyundai Veloster 1,6 GDI Motor: 1,6 Liter Vierzylinder Benziner Leistung: 103 kW/140 PS Drehmoment: 167 Nm bei 4.850 U/min Beschleunigung: 9,7 sec auf 100 km/h Spitze: 201 km/h CO2-Ausstoß: 148 g/km Testverbrauch: 7,6 Liter/100 km Crashsicherheit: 5 ***** (Euro NCAP) Preis: ab 22.990 Euro


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dieses Jahr ist ein ganz besonderes fĂźr den Autopark und natĂźrlich fĂźr unsere Kunden. Vor genau 10 Jahren habe ich die FĂźhrung des Autopark Ăźbernommen und wurde 2004 EigentĂźmer. Damit verbunden ist eine einzigartige Erfolgs geschichte, die wir natĂźrlich mit Ihnen feiern wollen. Und damit Sie sich so richtig freuen kĂśnnen, proďŹ tieren Sie von einmaligen Jubiläums-Angeboten â&#x20AC;&#x201C; lassen Sie sich Ăźberraschen! Wir freuen uns auf Sie. Michael Mayr Herzlichst, Ihr Mag. Mic

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Text und Fotos: Bruno König

Big Limousine Sie ist neu, sie ist schön, sie hat Platz und sie ist geschaffen zum Reisen. Die neue Audi A6 Limo 3,0 TDI mit 204 PS im eco.nova-Test.

Der A6 zählt bereits seit vielen Jahren zu den absoluten Bestsellern im Business und bei Familien. Die neueste Auflage, die seit 2011 am Markt ist, konnte wiederum deutlich an Qualität und Fahrdynamik zulegen. Besonders das Fahrwerk (in unserem Testfahrzeug ein aufpreispfl ichtiges Sportfahrwerk) überzeugte auf ganzer Linie. Satt, sportlich und souverän liegt der Ingolstädter auf der Straße. Das Fahrgefühl erreicht hier ein extrem hohes Niveau. Dabei verdient das stufenlose multitronic-Automatikgetriebe ein großes Lob. Beinahe ruckelfrei lässt sich die Limousine dabei entweder ganz komfortabel im Automatikmodus oder sportlich mit acht manuellen Gangwechseln an den Schaltpaddels bewegen. Die Drehzahl bleibt dabei stets niedrig, dadurch verrichtet der kräftige 3,0 TDI seine Arbeit fast geräuschlos. Diese kleinen Drehzahlen kommen natürlich auch dem Verbrauch zugute. Mit weniger als sieben Liter kamen wir während unseres Tests aus. Dabei wurde der A6 immer zügig und sportlich bewegt.

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großzügigen Raumverhältnissen auf allen Plätzen. Das bedeutet, auch hinten sitzen zwei erwachsene Personen äußerst komfortabel auf längeren Fahrten. Der neue, kleinere 3,0 TDI hat sich bei VW und Audi voll bewährt. Kraftvoll und hocheffizient geht der 150-kW-(204-PS)-Sechszylinder-Diesel ans Werk. Das Aggregat nutzt wie auch alle anderen die StartStopp-Technologie und kommt bei gleichbleibenden Fahrleistungen mit rund 15 % weniger Treibstoff aus als der Vorgänger. Mitverantwortlich dafür natürlich auch das Abspecken um 80 Kilogramm. Dieser Gewichtsverlust macht den A6 aber nicht nur sparsamer, sondern auch agiler beim Fahren. Damit konnten die Ingolstädter wieder stark auf den 5er der Münchner aufholen. Das heißt, die Luft im Segment der Business-Limousinen ist wieder sehr dünn geworden. Aber bekanntlich belebt ja Konkurrenz das Geschäft.

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Premiumqualität

Facts Audi A6 3,0 TDI (150 kW) Limousine

Die Verarbeitungsqualität des Audis grenzt schon nahe an Perfektion. Edles Holz, modernes Alu und feinstes Leder beherrschen den A6-Innenraum. Das Wohlfühlambiente packt einem bereits beim Einsteigen. Die Kombination aus Leder und Alcantara verbreitet einen angenehmen Duft. Die effiziente Klimaautomatik und das weiterentwickelte MMI-Radio sind neben zahlreichen Systemen serienmäßig an Bord. Der Innenraum punktet neben dem luxuriösen Charakter mit

Motor: 3,0-Sechszylinder-Diesel mit Turboaufladung Leistung: 150 kW/204 PS Drehmoment: 400 Nm zw. 1.250 und 4.500 U/min Beschleunigung: 7,2 sec auf 100 km/h Spitze: 240 km/h CO2-Ausstoß: 137 g/km Testverbrauch: 6,9 Liter/100 km Crashsicherheit: 5 ***** (Euro NCAP) Preis: ab 42.820 Euro (2,0 TFSI), ab 47.790 Euro (3,0 TDI)w


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25 Jahre Erdgas in Tirol! Die TIGAS versorgt seit 1987 Tirol mit Erdgas und investiert laufend in neue Geschäftsbereiche. Heute bietet das Unternehmen seinen Tiroler Kunden umfassende Lösungen in allen Bereichen der Energieversorgung. Anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Erdgas in Tirol“ erhöht die TIGAS im Jahr 2012 die bisherigen Förderungen um 25 %!

Mehr als 80.000 Haushalte, Industrie- und Gewerbebetriebe in über 140 Tiroler Gemeinden nutzen bereits die Vorzüge des Energieträgers Erdgas. Die TIGAS engagiert sich neben der erfolgreichen Entwicklung des Kerngeschäfts Erdgas auch in den Bereichen Fernwärme und Energie-Anlagenmanagement. Noch heuer wird sie heimisches Biogas auf Erdgasqualität auf bereiten und in das lokale Versorgungsnetz einspeisen.

Eigenes Erdgas Seit 2007 hat die TIGAS durch ihre Beteiligung an der Bayerngas Norge AS Zugang zu Erdgasfeldern in der Nordsee und damit zu eigenem Erdgas. Langfristig will die TIGAS damit bis zu einem Drittel des Tiroler Erdgasbedarfs mit „eigenem Erdgas“ abdecken. „Mit eigenem Erdgas leisten wir schon heute einen in die Zukunft gerichteten Beitrag zur Sicherung einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Energieversorgung“, so Dr. Philipp Hiltpolt, kaufmännischer Geschäftsführer der TIGAS.

Kein Feinstaub mit Erdgasautos Erdgas lässt sich auch als Treibstoff ideal einsetzen: Denn bei der Verbrennung entstehen weder Feinstaub- noch Rußpartikel und auch die anderen Emissionen, wie Stickoxide und CO2, sind vergleichsweise gering. In Tirol gibt es bereits 24 Erdgaszapfsäulen, die den umweltschonenden Treibstoff anbieten. Wer heuer sein Erdgasauto in Nordtirol anmeldet, erhält von der TIGAS eine Förderung von 625 Euro (inkl. USt.). Gewerbetreibende erhalten zusätzlich 500 Euro im Rahmen der Initiative des Lebensministeriums für aktiven Klimaschutz „klima:aktiv“.

Fernwärme ist Komfortwärme Die TIGAS wird auch die Abwärme von Industrieanlagen zwischen Innsbruck und Wattens verfügbar machen: Unterschiedliche Wärmequellen werden in eine regionale Fernwärmeschiene eingespeist und die Wärmeenergie direkt an die Kunden geliefert. Damit leistet die TIGAS einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen.

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TIGAS-Förderprogramm 2012 Umstellprämie 25plus: Bei Umstellung einer bestehenden Heizanlage auf Erdgas: 500 Euro (bei Mehrfamilienhäusern 250 Euro pro Wohneinheit). Energiesparbonus 25plus: Bei erstmaliger Erdgasbezugsaufnahme und Einbau eines Brennwertgerätes: 750 Euro (bei Mehrfamilienhäusern 300 Euro pro Wohneinheit). Umweltprämie 25plus: Für den Einsatz von ErdgasBrennwertgeräten und den Austausch konventioneller Erdgasheizungsgeräte gegen Erdgasbrennwertgeräte: 250 Euro je Zählpunkt. Erdgaswärmepumpenförderung: Bei Einbau einer Erdgaswärmepumpe: 600 – 6000 Euro (abhängig von der Anschlussleistung).

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Neue „C“eneration Text und Fotos: Bruno König

Die C-Klasse ist die volumenstärkste Baureihe von Mercedes-Benz. Seit der Markteinführung 1982, damals noch als 190er, konnten die Schwaben mehr als 8,5 Millionen Fahrzeuge der unterschiedlichen C-Modelle verkaufen. Seit dem letzten Frühjahr glänzt die aktuelle C-Klasse mit einem frischen Facelift. Wir fuhren den 200 CDI als T-Modell.

Seit knapp vier Jahren ist die aktuelle Baureihe im Programm bei Mercedes. Wie erfolgreich die CKlasse ist, zeigen die weltweiten Verkaufszahlen. Für einen Test stellte uns der heimische MercedesHändler Retterwerk einen schwarzen C 200 CDI T, also den Kombi, zur Verfügung. Rein optisch ist das Facelift gelungen. Obwohl nur leicht an Front und Heck überarbeitet, präsentiert sich der C markanter. Die Front spricht jetzt noch deutlicher die Designsprache der Marke mit dem Stern. Hinten lässt das Facelift den Neuen bulliger erscheinen. Ein Schwerpunkt der Designer lag an der Neugestal-

Facts Mercedes C 200 CDI T-Modell Motor: 2,2-Vierzylinder-Diesel mit Turboaufladung Leistung: 100 kW/136 PS Drehmoment: 360 Nm bei 1.600 U/min Beschleunigung: 9,6 sec auf 100 km/h Spitze: 209 km/h CO2-Ausstoß: 134 g/km Testverbrauch: 6,4 Liter/100 km Crashsicherheit: 5 ***** (Euro NCAP) Preis: ab 35.390 Euro (C 180 CDI), ab 38.130 Euro (C 200 CDI)

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tung des Cockpits. Sehr gefällig, gut bedien- und ablesbar und übersichtlich ist das Ergebnis.

Effizient und luxuriös Bei Antrieb, Sicherheitssystemen und Komfort bietet die neueste C-Generation den Luxus und Sicherheit der obersten Klassen. Der Einstiegsdiesel 200 CDI mit 136 PS glänzt durch guten Durchzug, Spritzigkeit und sparsamen Verbrauch. Mitverantwortlich dafür die neue „7-Gang Tronic Plus“ (aufpreispfl ichtig) sowie die „Eco-Start-Stop“-Funktion, die nun bei allen Modellen (serienmäßig) verbaut und mit „Blue Efficiency“ gekennzeichnet ist. Mehr als 6,4 Liter gönnte sich der fesche Stern nie während unseres Testlaufes. Die neue Automatik arbeitet sehr angenehm und unauff ällig. Das Geräuschniveau kann dank der sieben Gänge sehr niedrig gehalten werden. Zehn neue Fahrassistenzsysteme unterstützen den Fahrer meist unbemerkt. Auch der Müdigkeitswarner und Abstandsregler hielt nun in der C-Klasse Einzug. Mit an Bord auch Internetanschluss und 3-D-Optik am Bildschirm. Über die Verarbeitungsqualität muss man bei Mercedes nicht viel sagen. Diese ist wie gewohnt auf höchstem Niveau. Damit wird die C-Klasse ihren Siegeszug sowohl als Limousine wie als T-Modell auch in Zukunft fortsetzen.

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Family Guy Mit seiner neuen Karosserie, neuen Motoren und einem frischen, kraftvollen Design ist der neue Kia Sportage der ideale Kompakt-SUV für die moderne Familie. Durch seinen niedrigen Kraftstoffverbrauch und geringe CO2-Emissionen ist er perfekt auf das heutige Leben zugeschnitten. Der im europäischen Kia-Werk in der Slowakei produziete Sportage wird mit fünf Motoren, wahlweise mit Schalt- oder Automatikgetriebe sowie mit zwei Antriebsvarianten angeboten. Für Fahrer, die sich mit ihrem Auto nur selten abseits der Straße bewegen, bietet sich dabei der Fronttriebler an, der leichter als die Allradvariante und damit auch sparsamer im Verbrauch ist. Geballte Kraft auf vier Rädern wird vor allem dann gebraucht, wenn man häufig mit widrigen Straßenver-

hältnissen konfrontiert ist oder das Fahrzeug auch mal als Zugmaschine für Anhänger nutzen will. Gemein ist beiden die umfangreiche Standardausstattung. Das hohe Niveau an aktiver Sicherheit gewährleisten u. a. die elektronische Stabilitätskontrolle, das hocheffiziente Bremssystem, ein adaptives Bremslicht sowie die Bergan- bzw. -abfahrhilfe, die das Rückwärtsrollen beim Anfahren an Steigungen verhindert bzw. die Geschwindigkeit bei starkem Gefälle auf 8 km/h begrenzt.

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Auch der neue Sportage wird mit der umfassenden, bislang konkurrenzlosen 7-JahreHerstellergarantie angeboten, die seit Anfang 2010 für alle Kia-Modelle europaweit gilt.

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Li.: Firmeninhaber Martin Niederkofler (li.) freut sich über seinen Neuzugang Manfred Mair, der ihn als Verkaufsleiter für Privat- und Flottenkunden unterstützt. Re.: Das Autohaus Niederkofler bietet im neuen Verkaufssalon am Stadlweg 3 vom Sportwagen über den Cityflitzer bis hin zum Nutzfahrzeug Modelle für jedes Bedürfnis.

Autohaus Niederkofler KG Stadlweg 3 – Verkauf Valiergasse 16 – Service 6020 Innsbruck Tel.: 0512/34 11 61 office@autohausniederkofler.at

Niko – der Nissan Experte Das Autohaus Niederkofler in Innsbruck hat eine lange Tradition. Bereits seit 1955 ist der KFZ-Betrieb mittlerweile in zweiter Generation tätig. Seit mehr als 40 Jahren ist „Niko“ der Nissan-Partner in Tirol und zählt damit zu den ältesten Vertragshändlern in Österreich. Gegründet wurde das Familienunternehmen von Franz Niederkofler, Vater des heutigen Geschäftsführers Martin. Damals übernahm man die Landesvertretung für AustinAutomobile. Später gesellten sich noch die Marken Jaguar und Triumph hinzu. Seit 1972 hat sich der Betrieb jedoch auf die Marke Nissan spezialisiert und bleib dieser

bis heute treu. Damit zählt das Autohaus Niederkofler (Niko) zu den ältesten Nissan-Vertragshändlern in Österreich. Jährlich vertreibt das familiär geführte Unternehmen rund 150 Nissan-Neufahrzeuge. Um den Erfolg noch weiter ausbauen zu können, errichtete Martin Niederkofler vor knapp drei Jahren einen eigenen Verkaufssalon am Stadlweg, in unmittelbarer Nähe des Hauptbetriebes. Seit November 2011 wird der Chef beim Verkauf der Nissan-Fahrzeuge durch den erfahrenen Manfred Mair unterstützt. Mair, der schon auf zahlreiche Jahre im Automobilhandel verweisen kann, freut sich auf seine neue Herausforderung.

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Text und Fotos: Bruno König

Drei Auszeichnungen für die Autowelt Denzel-Unterberger Bester Land-RoverHändler Österreichs Bester Land-RoverVerkäufer Österreichs Bester Range-RoverSport-Händler

Gemeinsam mit dem Unterberger-Schwesterautohaus Autowelt Kufstein Nord ist die Autowelt Denzel-Unterberger Tirols einziger offizieller Vertragshändler für Land Rover und Range Rover. Diese Alleinstellung macht das Team am Innsbrucker Griesauweg 28 aber nicht nachlässig, sondern spornt vielmehr zu Höchstleistungen an. Das beweisen zum bereits wiederholten Male die aktuellen Ehrungen der britischen Traditionsmarke für das moderne Mehrmarken-Autohaus.

Topwerte bei Kundenzufriedenheit Nach dem dritten Platz im Vorjahr wurde die Autowelt Denzel-Unterberger als „Bester Land-Rover-Händler Österreichs“ ausgezeichnet. „Diese Ehrung ist umso erfreulicher, da sie nicht nur auf Verkaufszahlen beruht.

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In der Wertung sind Kundenzufriedenheit, Abwicklung, Service und Werkstätte umfassend berücksichtigt worden“, ist Betriebsleiter Klaus Kluckner stolz auf sein Land-Rover-Team. Der verantwortliche Verkaufsleiter Michael Schotzko darf sich zum dritten Mal „Bester Land-Rover-Verkäufer Österreichs“ nennen. Er gibt das Kompliment weiter: „Wir leben von unseren treuen Kunden, die bei kaum einer anderen Marke so vielseitig sind. Bei Land Rover ist das fast schon wie in einer großen Familie, egal ob Bergbauer, Jäger und Hüttenwirt bis zum Firmenchef, Freiberufler oder stilvollen Mittelstand.“

Tirol ist Land-Rover-Land Vorteile sieht Schotzko in der Topographie Tirols: „Die Gebirgslage kommt uns absolut entgegen. Ob Landstraße, steiles Gelände oder Schneefahrbahn, je anspruchsvoller der Untergrund, desto besser spielt die Marke ihre Souveränität aus. Land Rover baut seit mehr als 60 Jahren Geländewägen, die ihren Zweck zu 100 % erfüllen. Das beweisen auch die neuen Modelle wie der Range Rover Sport oder Evoque perfekt.“ Als dritte Auszeichnung darf sich die Autowelt Denzel-Unterberger auch als bester Range-Rover-Sport-Händler freuen.

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Flughafen Innsbruck - Das Tiroler Portal für Urlaub ab der 1. Minute! www.innsbruck-airport.com

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INSELTRÄUME Stand von Tropea / Kalabrien (siehe Reisetipp)

Sonniges Kalabrien, blühende Gartenreisen oder Vitalurlaub Dass der Brixlegger Reiseveranstalter Idealtours nicht nur seinen Standort und acht Reisebüros in Tirol besitzt, ist bekannt. Dass damit die Reisen speziell für Urlauber aus (Süd-)Tirol und den angrenzenden Regionen zugeschnitten sind, wurde für viele auch schon zur Selbstverständlichkeit. Doch es lohnt sich, diese Vorteile noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Flüge jeden SA/SO direkt ab Innsbruck ab 12.05. KEFALONIA HOTEL PASPALIS***

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Start in den Urlaub direkt ab Tirol Der Flughafen Innsbruck ist das Portal für Reisen in die ganze Welt. Idealtours setzt mit seinem Katalog „INSELTRÄUME“ zu 100 % auf diesen Pluspunkt. Schon in den vergangenen Jahren starteten die Idealtours-Chartermaschinen ab Innsbruck ans Ionische Meer mit den Zielgebieten Kefalonia, Lefkas und Epiros oder auf die kroatischen Inseln Krk und Losinj. Ein weiterer Vorteil der Idealtours-Inseltraum-Flüge sind die kurzen Wege. Nur rund eine Stunde nach Abflug schnappt man schon seine Badesachen, um am Strand von Baska auf Krk seine Füße ins Meer zu stecken. Für die griechischen Ziele sind rund zwei Stunden Anreise einzuplanen und auch im neuen Zielgebiet Kalabrien landet man in dieser Zeit nach einem Flug über die Alpen und die Apenninen-Halbinsel ganz im Süden des italienischen Stiefels.

Erlebnis und Kultur weltweit Idealtours startet vom Flughafen Innsbruck nicht nur in seine Sommerdestinationen, sondern nutzt die Möglichkeit, direkt von hier aus zu Städtereisen wie etwa nach London oder Paris aufzubrechen. Wer sich mehr für Aktivurlaub mit sportlichem Inhalt begeistert, dem können Wander- und Radreisen in den unterschiedlichsten Regionen zwischen Kalabrien, Kefalonia und der kroatischen Insel Cres bis ins blühende Cornwall oder an die Ligurische Küste zu den Cinque Terre empfohlen werden. Rundreisen führt Idealtours oft auch als Kombination aus Flug und einer Reise im Komfortbus durch. So entdeckt man die Trullihäuser Apuliens oder den Höhepunkt unter den Nordlandreisen, das Nordkap, auf bequeme Art. Wer einen Urlaub sucht, bei dem alles passt, schaut am besten in einem der Wohlfühlreisebüros von Idealtours vorbei. Denn Urlaub beginnt bekanntlich bereits bei der Beratung in angenehmem Ambiente. Außerhalb der Büroöffnungszeiten steht natürlich auch die Buchungsmöglichkeit auf der neuen Homepage idealtours.at zur Verfügung.

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Reisetipp Kalabrien – Italiens Süden mit ganz viel Herz: Ab 13. Mai 2012 ist diese Region Italiens wöchentlich mit Idealtours erreichbar und begeistert durch herrliche Küstenabschnitte und romantische kleine Städtchen mit viel Kultur. Nach Tempeln und anderen antiken Bauten laden kleine Cafés etwa im Städtchen Tropea zum Verweilen ein. Abends erkennt man nach dem üblich kitschigen Sonnenuntergang am Meer in der Ferne ein Leuchten am Horizont, das von den nach wie vor aktiven Vulkanen auf den Äolischen Inseln herrührt. Nur eines der lohnenden Ausflugsziele der Region.

Wohlfühltipp Die Natur Norwegens mit ihren Inseln und Fjorden beruhigt ungemein. Übertroffen werden kann dieser Grad an Entspannung wohl nur in einer Therme oder einem exklusiven Wohlfühlhotel. Idealtours fasst dieses Angebot wieder im Katalog „Vitalurlaub“ zusammen. Mit den Angeboten zum Thema „Badespaß“ und der Idealtours-„Selection“ rundet das Tiroler Reiseunternehmen sein Programm ab, bei dem wieder für jeden Geschmack mit Sicherheit das Passende zu finden ist.

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Luxus & Trends

Er will doch nur spielen ... Die Lifestlye- und Premiummarke Bang & Olufsen lanciert eine neue Marke: Mit B&O PLAY antworten die Dänen mit einer Reihe von Stand-alone-Produkten auf die Bedßrfnisse der mobilen Gesellschaft. Alle Familienmitglieder lassen sich einfach und intuitiv bedienen und sofort integrieren. Den Anfang macht Beolit 12, ein kompaktes Audiosystem fßr das Abspielen und Streamen von digitaler Musik vom Smartphone oder MP3-Player.

Sind wir nicht alle ein bisschen retro? Der Beolit 12 ist optisch eine Hommage an die Beolit-Transistorradios der 1960er-Jahre. Mit dem nostalgisch anmutenden Trageriemen aus Leder lässt sich das Retroteil bequem transportieren. Der Lautsprecher ist mit einer Abdeckung aus farbigem Aluminium umhĂźllt, an der Oberseite befinden sich der Lautstärkeregler, der Netzschalter und das WLANBedienelement. Der rutschhemmende Gummi sorgt dafĂźr, dass der MP3-Player nicht wahllos herumpurzelt. Trotz seiner kompakten MaĂ&#x;e liefert das tragbare Soundsystem jenes Klangerlebnis, das man von B&O gewĂśhnt ist. Das 120 Watt starke digitale Verstärkersystem verleiht allen MusikstĂźcken einen satten und präzisen Klang, der mĂźhelos einen Raum mittlerer GrĂśĂ&#x;e fĂźllt.

Be my Valentine Wenngleich der Valentinstag eher im englischsprachigen Raum populär ist, so tut ein kleiner Liebesbeweis auch hierzulande ganz gut. Chopard greift mit der Kollektion â&#x20AC;&#x17E;Chopardissimoâ&#x20AC;&#x153; dabei allen Männern bei der Geschenkideenfindung kräftig unter die Arme. â&#x20AC;&#x17E;Beim Schmuck ist es so, dass die Dinge, die am einfachsten aussehen, in Wirklichkeit diejenigen sind, die am schwierigsten zu realisieren sindâ&#x20AC;&#x153;, meint Co-Präsidentin und Art Directorin Caroline Scheufele. Sprachs und erklärte das von Chopard so geschätzte Herz zum Leitmotiv der neuen Kollektion. Das Symbol der Liebe findet sich dabei in Armbändern, Ringen, Ohrringen und Anhängern wieder. Alle StĂźcke sind in Gelb-, RosĂŠ- und WeiĂ&#x;gold erhältlich. Chopard erhältlich z. B. bei den Juwelieren Zegg/Ischgl, Leitner/Innsbruck und Tiroler Schmuckkastl/Seefeld.

Erhältlich ist Beolit 12 in verschiedenen Ausfßhrungen um rund 700 Euro. Bang & Olufsen gesehen bei IQ TEC, Innsbruck und Imst, www.iq-tec.at

Klimt in leistbar Wer seine Liebste nicht mit Schmuck beglĂźcken will, kann es ja mit einem echten Klimt versuchen. Keine Panik â&#x20AC;&#x201C; den, den wir meinen, kann man sich leisten: die Klimt-MĂźnze. In der neuen Serie â&#x20AC;&#x17E;Klimt und seine Frauenâ&#x20AC;&#x153; ist mit der â&#x20AC;&#x17E;Goldenen Adeleâ&#x20AC;&#x153; nun die erste MĂźnze um vergleichbar erschwingliche 505 Euro erhältlich. Die MĂźnze aus 10 g Gold mit dem Nennwert von 50 Euro bildet den Auftakt einer insgesamt 5-reihigen Serie, deren Abschluss der berĂźhmte â&#x20AC;&#x17E;Kussâ&#x20AC;&#x153; bilden wird.  www.muenzeoesterreich.at

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Radfahren ist nicht jedermanns Sache. Aus vielfältigen GrĂźnden. Einer davon nennt sich â&#x20AC;&#x17E;schmerzender Hinternâ&#x20AC;&#x153;, ein anderer â&#x20AC;&#x17E;RĂźckenschmerzenâ&#x20AC;&#x153; (wegen nicht ganz natĂźrlicher KĂśrperhaltung). Laufen ist nicht unbedingt gelenkfreundlich und sowieso und Ăźberhaupt ist Sport eh nix ... FĂźr alle, die aus solchen GrĂźnden keinen Sport machen, gibtâ&#x20AC;&#x2DC;s jetzt keine Ausreden mehr. Der Streetstepper ist so sanft wie Steppen, dynamisch wie Radfahren und effektiv wie Laufen. Die Kombi aus aufrechter Haltung und stoĂ&#x;freier Stepbewegung ist einzigartig unter den Outdoor-Sportgeräten â&#x20AC;&#x201C; und effektiv! Ein bisschen Gleichgewichtssinn und Koordination sind von Vorteil, dann sind Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h und Steigungen von 15 % (in Tirol nicht ganz unwichtig) mĂśglich. Ihren inneren Schweinehund mĂźssen Sie jedoch nach wie vor selbst Ăźberlisten!  www.streetstepper.com

Die Sonderausstellung â&#x20AC;&#x17E;Conseta â&#x20AC;&#x201C; Klassiker zum Lebenâ&#x20AC;&#x153; ist bis 24. März bei mĂśbel schrammel in den Innsbrucker ViaduktbĂśgen zu Gast. Infos unter www.schrammel.com

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â&#x20AC;&#x17E;Oachkatzlschwoafâ&#x20AC;&#x153;: Tiroler-Box mit heimischen Lebensmitteln. 9 Produkte: Speck, Landjäger, SchĂźttelbrot und div. Getränke. 25 Euro

Vom Lebens- zum Liebensmittel GeschenkkÜrbe sind der Dauerbrenner unter den Mitbringseln. MPREIS hat diesen nun mehr Pep verliehen und kreative, umweltfreundliche Kartonverpackungen mit geschmackvollem Inhalt versehen. Erhältlich sind die Geschenkboxen in drei Varianten und verschiedenen Preisklassen in allen MPREIS-Supermärkten sowie im Onlineshop (ab 5 Stßck). Die hßbschen Verpackungen kÜnnen auch ohne Inhalt bestellt und selbst befßllt werden.  www.liebensmittelei.at

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Step-Bike

Das modulare Polstersystem Conseta von COR ist längst zum Designklassiker geworden, dabei aber immer modern. Die einzelnen Elemente aus Leder oder Stoff lassen sich lĂśsen und wieder verbinden, erweitern und reduzieren und begleiten einen damit so lange, wie man mĂśchte â&#x20AC;&#x201C; gerne auch ein ganzes Leben. Seit Ende letzten Jahres widmet COR seinem MĂśbelstar ein kleines Warenhaus de luxe fĂźr den Fachhandel, das alle Facetten von Conseta begreifbar macht. Bis 24. März macht die Sonderausstellung bei mĂśbel schrammel in Innsbruck Halt. Die Ausstellung zeigt die gesamte Vielfalt des Sitzens und macht eine scheinbar einfache Tätigkeit zu einem haptischen und optischen Erlebnis.


Foto: BLICKFANG photographie

„Unser Herz gehört der österreichischen Küche, sie ist unser Ursprung und hat uns geprägt. Die österreichische Küche ist die Basis unseres Handwerks. Insofern kochen wir traditionell, der Überlieferung gemäß – aber keineswegs klassisch.“

Die Schule des guten Geschmacks Es ist schon ein paar Jahre her, seit die ehemalige Gilmschule dem Restaurant Sitzwohl im Innsbrucker Stadtforum gewichen ist. War hier früher eine der größten Ängste das Sitzenbleiben, so tut man dies heute gerne. Es hat sich viel verändert ...

Sitzwohl – nomen est omen! Egal, ob auf der Terrasse vor dem Lokal, an der Bar oder im ersten Stock im Restaurant. Irmgard Sitzwohl und Elisabeth Geisler haben vieles richtig gemacht. Und so wird in der ehemaligen Schule immer noch gelehrt: guter Geschmack nämlich – und für die Hausaufgaben gibt‘s ab sofort ein neues Kochbuch.

Wenn ein Restaurant, dann ein Sitzwohl

Sitzwohl – Unser Kochbuch Collection Rolf Heyne 208 Seiten, EUR 51,30

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Aus jeder Hektik herausgelöst, wohlsitzend und wohlfühlend, präsentiert sich eine abwechslungsreiche Küche, die nicht die lokale Herkunft leugnet, zugleich aber auch mit überregionalen und internationalen Anmerkungen verzaubert: modern, schnörkellos und verlässlich. Bereits im Novelli überzeugte Irmgard Sitzwohl mit ihren toskanischen Aromen, Nudelteigen und Risotti. Sie hegt eine offensive Liebe zu Geflügel wie Wachtel oder Zitronenhendl, aber auch zu feinen Innereien sowie zu Schmorfleisch in starken Säften. Mittlerweile neigt sie

sich – seit zwei Jahrzehnten unterstützt von ihrer kongenialen Partnerin Elisabeth Geisler – auch gelegentlich in die spanische Richtung oder bringt eine Prise Asia ein: Irmgard Sitzwohl und Elisabeth Geisler haben sich auf eine wunderbar zeitgemäße Küche konzentriert, die jetzt in einem eigenen Kochbuch zelebriert wird. In „Sitzwohl – Unser Kochbuch“ gibt‘s rund 80 puristische und hocharomatische Gerichte, eingeteilt nach Jahreszeiten, nicht immer ganz einfach nachzukochen (der Großteil ist für ambitionierte Köche jedoch durchaus machbar!), dafür aber immer mit dem Touch Sexyness versehen. Im Anschluss gibt‘s praktische Basics vom Nudelteig bis zu verschiedenen Fonds sowie leckere Einkoch-Rezepte von Produkten, die‘s auch in der hauseigenen Geislerei zu kaufen gibt. In Szene gesetzt wird das Buch von Fotografin Luzia Ellert, die nicht nur die Speisen ins rechte Licht rückt, sondern auch die Menschen dahinter.

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Aus dem Kochbuch

Rostbraten mit Whiskeyjus und BBQ-Risotto • Rostbraten von allen Sehnen und Häuten befreien und mit Salz und Pfeffer würzen. Backrohr auf 90 °C vorheizen. In einer schweren Pfanne das Olivenöl stark erhitzen und den Rostbraten von beiden Seiten scharf anbraten. Die Rostbratenscheiben aus der Pfanne nehmen und auf einer vorgewärmten Platte im Ofen rund 20 Min. ziehen lassen. • Risotto wie im Grundrezept zubereiten. Mit Paprikapulver und Barbecuesauce cremig rühren. Maiskörner und Bohnen dazugeben und unterziehen. • Maiskölbchen und Pimientos in Olivenöl scharf anbraten. Mit Meersalz würzen und warm stellen. • Für den Whiskeyjus die Schalotten schälen und fein hacken. 20 g Butter in einer Pfanne erhitzen und die Schalotten darin glasig schwitzen. Pfanne von der Kochstelle ziehen. Den Whiskey leicht erwärmen, in eine Schöpfkelle geben und anzünden. Schalotten mit dem Whiskey flambieren. Die Sauce mit Kalbsfond aufgießen, etwas einkochen lassen, mit der restlichen Butter aufschlagen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. • Die Rostbratenscheiben aus dem Ofen nehmen und zusammen mit dem Risotto auf vorgewärmten Tellern anrichten. Mit etwas Sauce nappieren und mit dem Mais und den Pimientos garnieren. • Den Rostbraten nie direkt aus dem Kühlschrank in die Pfanne geben. Er sollte immer mindestens Zimmertemperatur haben, besser noch etwas wärmer. Das gilt für alle kurzgebratenen Fleischstücke.

• Risotto

Zutaten für 4 Personen 500 g Rostbraten in Scheiben geschnitten, Meersalz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, 2 EL Olivenöl Risotto: Risotto (Rezept), 2 Msp. geräuchertes Paprikapulver, 50 ml Barbecuesauce, 80 g Mais aus der Dose, 100 g rote Bohnen aus der Dose, 4 Maiskölbchen, 8 Pimientos de Padròn (spanische Paprikas) Whiskeyjus: 2 Schalotten, 50 g Butter, 80 ml Whiskey, 120 ml Kalbsfond (siehe Basics)

Zutaten für 4 Personen (als Beilage): 2 Schalotten, 1 Knoblauchzehe, 1/2 Chilischote, 500 ml Gemüsefond, 1 EL Olivenöl, 200 g Risottoreis, 200 ml Weißwein, Salz und Pfeffer aus der Mühle, 1 Lorbeerblatt, 50 g Butter, 40 g Parmesan • Schalotten und Knoblauch schälen und fein schneiden. Die Chilischote waschen, von Strunk und Kernen befreien und ebenfalls fein schneiden. Den Gemüsefond aufkochen. • Olivenöl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und Schalotten, Knoblauch und Chili anschwitzen. Reis dazugeben und unter ständigem Rühren anbraten. Sobald die Reiskörner glasig sind, das Ganze mit Weißwein ablöschen. Mit Salz, Pfeffer und Lorbeer würzen. • Risotto auf schwacher Hitze unter häufigem Umrühren weiterköcheln lassen, bis der Reis den Wein vollständig aufgenommen hat. Dann einen Schöpflöffel vom heißen Gemüsefond untergießen und unter ständigem Rühren weiterköcheln lassen, bis der Reis weich, aber noch bissfest ist. • Am Ende der Garzeit den Parmesan reiben. Butter und Parmesan zum Risotto geben und das Ganze mit einer Gabel kräftig durchschlagen, bis das Risotto die gewünschte cremige Konsistenz hat. • Anstelle des Gemüsefonds kann man auch jeden anderen Fond passend zum Gericht nehmen. Risotto kann sowohl als Beilage als auch als eigenständiges Hauptgericht gereicht werden. In diesem Fall kann man es durch substanziellere Zutaten wie Gemüse, Fleisch oder Fisch gehaltvoller gestalten. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Am besten verwendet man die italienischen Reissorten Arborio, Vialone oder Darnaroli.

BASICS

• Unter allen Fonds ist der Kalbsfond vielleicht der universellste. Er dient als Saucengrundlage für Kurzgebratenes und gibt Bratensaucen die nötige geschmackliche Grundlage. Deshalb sollte man auch im Privathaushalt stets eine gewisse Menge vorhalten, zumal sich dieser Fond – wie alle Fonds – sehr gut einfrieren lässt. In gleicher Weise kann man auch Rinds- und Lammfonds herstellen. Beim Geflügelfond ersetzt man den roten durch weißen Wein.

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Kalbsfond: 1 kg Kalbsknochen, 200 g Kalbsparüren, 300 g Zwiebeln, 100 g Karotten, 200 g Sellerie, 1 EL Sonnenblumenöl, 2 EL Tomatenmark, 2 l Rotwein, Meersalz, 2 Lorbeerblätter • Gehackte Kalbsknochen mit Parüren in eine Bratreine geben und im Backrohr bei 180 °C etwa 90 Min. dunkel braten. Zwischendurch immer wieder gut umrühren, damit die Knochen von allen Seiten gleichmäßig bräunen. • Zwiebel, Karotten und Sellerie schälen und in größere, gleichmäßige Würfel schneiden. In einem großen Suppentopf das Sonnenblumenöl erhitzen und das Gemüse darin anrösten. Sobald das Gemüse Farbe angenommen hat, Tomatenmark dazugeben und gut unterrühren. Unter ständigem Rühren eine Weile mitbraten, aber nicht dunkel werden lassen. Alles mit Rotwein ablöschen. Den Rotwein etwas einkochen lassen. Jetzt die gebratenen Kalbsknochen und Parüren dazugeben. Mit 2 l kaltem Wasser aufgießen. Meersalz und Lorbeerblätter dazugeben. Langsam aufkochen und bei schwacher Hitze etwa 2 Stunden köcheln lassen. Den braunen Fond abpassieren und langsam auf ca. 500 ml reduzieren lassen.


Der neue Store von mg interior am Innsbrucker Bozner Platz bietet neben der gesamten Vielfalt von bulthaup (Küchensysteme b1, b2 und b3 samt Technik sowie Kommunikationsmöbel und Accessoires) auch Leuchten von Occhio und Möbel von USM – gepaart mit gestalterischer Kompetenz und jahrelangem Planungs-Know-how

Architektur des Lebensraums Begonnen hat alles mit der Produktion von Küchenbuffets, die per Pferdefuhrwerk in die nähere Umgebung ausgeliefert wurden. In den 1950ern richtet bulthaup bereits Küchen in ganz Deutschland ein. Der Premium-Küchenhersteller zeigt, wie ein Raum zum bewohnbaren Lifestyle wird.

Der Name bulthaup ist für viele der Inbegriff von Küchenkompetenz. Überlegen in Qualität, Verarbeitung und Design sind die heutigen Küchensysteme aufs Wesentliche reduziert und interpretieren den Lebensraum Küche völlig neu.

„Das Beste, was ich je erfunden habe, ist ein Loch“ Die Geschichte von bulthaup beginnt 1949 in Aich/ Bodenkirchen, wo Martin Bulthaup nicht weit von

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den Nordausläufern der Alpen eine Möbelfabrik in einem ehemaligen Sägewerk gründet. Er konzentriert sich auf die Produktion von Küchenbuffets, deren Merkmale hochwertige Materialien und sorgfältige Verarbeitung sind. Dieser Anspruch hat sich bis heute nicht geändert, auch wenn sich in der Zwischenzeit vieles getan hat. 1966 etwa bringt der mittlerweile renommierte Küchenhersteller mit dem Programm N seine erste Einbauküche auf den Markt, Concept 12 rückt 1974 die Ergonomie und Funktionalität in den


Höchster Anspruch an Qualität und Design Einer, der die selbe Philosophie wie bulthaup vertritt, ist das Innsbrucker Einrichtungsunternehmen mg interior, das seit jeher den Blickwinkel auf Design, höchste Verarbeitungsqualität und Individualität (letztere beiden auch dank der hauseigenen Tischlerei) legt. Als die Marke bulthaup auch in der

Innsbrucker Innenstadt präsent sein wollte, schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn auch mg interior wollte sich dort positionieren. Marianne und Gernot Scharfetter, mg-interior-Geschäftsführer und seit Ende letzten Jahres des neuen bulthaup-Stores am Bozner Platz: „Aufgrund der gegebenen 270 qm Fläche im Palais Hauser hätten wir hier nur ein kleines Spektrum unseres mg-Sortiments zeigen können. Darum haben wir das neue Geschäft gänzlich unserer neuen Marke bulthaup gewidmet – erweitert durch Möbel von USM, Leuchten von Occhio sowie ausgewählte Accessoires renommierter Marken. Der neue Store ist die perfekte Ergänzung zu unseren bisherigen Marken.“ Das stylische Geschäft zeigt auch gleich die gestalterische Kompetenz des mg-interiorbulthaup-Teams. „Die Zusammenarbeit mit bulthaup bei der Schaff ung des Schauraumes war großartig. Wir konnten viele unserer Ideen in den Umbau einfl ießen lassen. Entstanden ist nicht zuletzt durch den Charme des Altbaugewölbes ein Ort, an dem sich unsere Kunden genauso wohl fühlen sollen wie wir.“

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bulthaup mg interior Bozner Platz 4, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/20 60 68-60 bulthaup@mg-interior.com www.bulthaup.mg-interior.com Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr Sa. von 10 bis 13 Uhr

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Vordergrund und vier Jahre später wird das Kochfeld abgesenkt, um einen besseren Einblick in die Töpfe zu bekommen. Anfang der 1980er wird die Kochinsel mitten im Raum zum Kommunikationszentrum – ein Element, das bis heute Gültigkeit hat und den Weitblick des Unternehmens rückblickend noch mehr hervorhebt. Mit dafür verantwortlich ist Otl Aicher, Mitbegründer der Ulmer Schule, Wegbereiter des Corporate-Identity-Gedankens und einer der bedeutendsten Gestalter des 20. Jahrhunderts – und einer, der die Gestaltung der bulthaup-Küchen entscheidend prägen sollte. Er war es auch, der die Konzentration aufs Wesentliche propagierte und den Fokus auf die Ergonomie richtete. „Das Beste, was ich je erfunden habe, ist ein Loch“, beschreibt Aicher die praktische Aussparung in der Mitte der Arbeitsfläche, durch die Abfälle schnell und sauber entsorgt werden können. Das Design hat sich im Laufe der Jahre ebenso verändert wie die Technik, doch bulthaup ist sich über all die Jahre treu geblieben: Qualität als oberste Prämisse und Flexibilität durch variable Küchengestaltung.

„bulthaup ist eine tolle Ergänzung zu unserer bisher alleinigen Küchenmarke Varenna sowie den Küchen aus unserer eigenen Tischlerei. Wir sprechen damit eine sehr designorientierte und qualitätsbewusste Klientel an, der wir auch mit der Architektur des neuen Stores gerecht werden wollen.“ Geschäftsführer Marianne und Gernot Scharfetter


Das Herz der Pizzerei ist der große Holzofen, aus dem Pizzaiolo Max hausgemachte Pizza zaubert

Die Pizzerei Nicht einfach irgendeine Pizza ...

Wenn sich ein Restaurant einen Namen wie „Die Pizzerei“ gibt, kommt dies nicht aus irgendeiner Laune heraus – es ist ein Statement. Und ein Versprechen dafür, dass es hier nicht einfach nur eine Pizza gibt. Es gibt DIE Pizza.

Tipp: Die Pizza gibt‘s mittags um 1 Euro günstiger (z. B. Margherita um 5,90 Euro), den erstklassigen italienischen Espresso bzw. Macchiato um 1,20 Euro.

Das Jahr begann mit einem italienischen Fest Freitag, der 13. war in diesem Fall kein Unglücksdatum. Zumindest nicht für Fans von italienischer Kü-

che. Am 13. Jänner nämlich wurde nach kurzer und intensiver Planungs- und Bauphase „Die Pizzerei“ des Südtirolers Cingiz Überbacher am Innsbrucker Bozner Platz eröffnet. Binnen kürzester Zeit wurden die bestehenden Räumlichkeiten komplett umgekrempelt und ein Lokal voller Stil und Style kreiert. Verantwortlich dafür ist Architekt Maximilian Knoll (www.contexture-studio.com), der den Räumlichkeiten einen neuen, kreativen Charme verpasste. Elegante Klarheit, Transparenz, ausgeklügelte Lichttechnik so-

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Designdetails wie Lampen in Form von Pfeffermühlen oder eine „Bibliothek“ als gemütliche Stube zeigen, dass hinter dem Restaurant „Die Pizzerei“ ein bis in den letzten Winkel geplantes Konzept steckt, das die Kreativität und Hochwertigkeit am Teller auch optisch unterstreicht. Der gesamte Innenausbau wurde dabei von der Holzmanufaktur Auer perfekt umgesetzt.

wie warme, wertige Materialien und Farben verbinden sich zu einem homogenen Ganzen, das durch findige Designdetails zusätzliche Aufwertung findet. Die Bar begrüßt den Gast sofort beim Betreten des Lokals mit einem Aperitif, der auf den Abend einstimmt. Unsere Empfehlung: Probieren Sie unbedingt den erfrischenden Americano, einen Cocktail aus Campari und Vermouth Rosso, abgeschmeckt mit einem Schuss Soda. Die Karte präsentiert sich folgerichtig typisch italienisch, mit allem, was unsere südlichen Nachbarn zu bieten haben. Küchenchef Francesco Beretta stammt aus Monza und transferiert die italienische Zubereitungsart direkt in das Herz

Höchste Qualität

Handwerk in Perfektion

der Landeshauptstadt: Ossobucco, Saltimbocca, Pasta und natürlich die fantastische hausgemachte Pizza vom Holzofen, der zugleich das Herz des Lokals bildet und dafür eigens von einem Südtiroler Ofensetzer gebaut wurde. Schon jetzt zählt die knusprige Steinofenpizza zu der wohl besten der Stadt. Die Zutaten für die Speisen stammen – wenn möglich – aus der Region oder von italienischen Lieferanten, um die Gerichte so authentisch und frisch wie möglich zu servieren. Und das gerne auch mittags. Zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr genießen Sie täglich wechselnde Mittagsmenüs ab 9 Euro samt Salat und Espresso. Reservierungen werden besonders abends dringend empfohlen!

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Food in the City Die Innsbrucker Maria-Theresien-Straße hat sich in den letzten Jahren einem deutlichen Wandel unterzogen – hin zu einem moderneren Stadtbild mit viel Transparenz, Raum für Kommunikation und Style. Seit Ende 2011 ist die Prachtstraße um eine Facette reicher. SPAR eröffnete mit „Food in the City“ einen neuen Convenience-Store in der Innenstadt und mit ihm eine völlig neue Definition von Nahversorgung. Die Assoziation mit einer ähnlich klingenden TV-Serie kommt dabei nicht von ungefähr: Auch in der neuen Filiale geht es um Sinnlichkeit, Individualität und eine Portion Sexyness.

Die Innsbrucker Innenstadt lebt von ihrem Mix aus Einkaufszentren und Geschäften mit bekannten (Marken-)Namen, kleinen Spezialitätenläden und Gastronomie. Der neue Convenience-Store von SPAR im Haus Marktgraben 16/Eingang Maria-TheresienStraße hat es geschaff t, all dies unter einem Dach zu vereinen: Ein vertrauter Name bürgt für Qualität; die Größe (der Store ist rund 120 qm groß), Architektur und das ausgewählte Sortiment vermitteln jedoch den Flair eines exklusiven Feinkostgeschäftes. Mag. Christoph Holzer, Geschäftsführer der SPAR-Zentrale Wörgl: „Der neue Markt nimmt das Tempo der

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pulsierenden Szene auf und schaff t eine inspirierende Atmosphäre, die zum Gustieren, Verweilen, Genießen und Einkaufen verführt.“

Zum Mitnehmen oder Hier-Essen Der Markt bietet trotz seiner übersichtlichen Größe alles, was man für den täglichen Bedarf benötigt: eine schöne Auswahl an frischem Obst und Gemüse, Getränke, frisches Brot, Gewürze, Milchprodukte, Süßwaren (u. a. von der Top-Konditorei Murauer), Wurst & Käse, regionale und internationale Topweine sowie ausgesuchte Spezialitäten, die es nur


„Einen Snack genießen, einen Kaffee trinken und dabei gleich den täglichen Einkauf erledigen – das ist ‚Food in the City‘. Damit haben wir den Begriff der Nahversorgung auf kleiner Fläche neu interpretiert.“ Mag. Christoph Holzer, Geschäftsführer der SPAR-Zentrale Wörgl

Geführt wird der Store von Marktleiterin Nicole Schatz (Bildmitte), die sich gemeinsam mit einem 13-köpfigen Team um die Kunden bemüht und einen schnellen Einkauf ermöglicht.

hier zu entdecken gibt. Dazu wird mit regionalen Zulieferern wie der Krapfen- und Knödelmanufaktur Dengg aus Volders oder Mair‘s Beerengarten zusammengearbeitet. Holzer: „Das typische SPARMarkenangebot wurde für diesen Shop angepasst, um den Kunden in der Innenstadt einen schnellen Einkauf in der Mittagspause, nach der Shoppingtour oder abends vor dem Heimweg aus dem Büro zu ermöglichen.“ Im Angebot befi nden sich zudem Snacks und vitaminreiche Frucht- und Gemüsesalate aus der Frischetheke – dem zentralen Element der Filiale – und kleine Menüs. Für zwischendurch locken Desserts und andere Süßigkeiten – gerne auch zum Kaffee, den es in vielen Varianten gibt. Neu ist, dass man all dies auch vor Ort genießen kann, Blick auf die Maria-Theresien-Straße inklusive. So lässt sich die Mittagspause entspannt genießen und der tägliche Einkauf gleich miterledigen.

Elemente des Gebäudes mit moderner Architektur. „Durch niedrige Regalhöhen ist der Markt besonders übersichtlich, die abwechselnden Kontraste von Braun und Beige geben dem Innenraum angenehme Wärme und stellen die Produkte in den Vordergrund“, erklärt Holzer. Die kundenfreundliche Innenarchitektur schaff t durch ihren modernen Style ein neuartiges Einkaufsgefühl und eine angenehme Atmosphäre, in die man immer wieder gerne aufs Neue eintaucht.

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Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7 bis 19.30 Uhr Samstag von 8.30 bis 18 Uhr Sonntag von 10 bis 16 Uhr

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Shopping in der Großstadt ist rasant im Wandel und verlangt nach neuen Ideen und Konzepten – nicht nur in der Sortimentsgestaltung. Auch die Architektur ist im steten Wandel und spielt vor allem in jenen Branchen, die harter Konkurrenz ausgesetzt sind, eine wichtige Rolle. Wo sich der Kunde wohl fühlt, geht er gerne hin. Im SPAR Convenience-Store hat man alles richtig gemacht. Große Fensterflächen, ein Zusammenspiel aus warmen Farben und neuer LED-Technologie in der Beleuchtung verbinden die historischen

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Dietmar Meraner, Matthias Pöschl und Alexander Gottardi

Südtiroler Wein soll wieder an Bedeutung gewinnen Dank der Symbiose aus alpinem Charakter und mediterranem Charme sind Südtiroler Weine heute vor allem in Italien so beliebt wie nie zuvor. Der Verein Weinwerbung Tirol möchte das Ansehen der Weine der südlichen Nachbarn wieder heben und damit eine lange Tradition fortsetzen. Am 23. Jänner 2012 war der Auftakt zu einer Werbetour durch ganz Nordtirol, bei der eine Reihe von bekannten Südtiroler Topwinzern ihre edlen Tropfen vorstellten.

In Tirol wurde jahrzehntelang fast ausschließlich Südtiroler Wein getrunken. Das erklärt sich einerseits aus der historischen Einheit und andererseits aus der geografischen Nähe. Auch nach der politischen Abtrennung 1919 wurde der Warenaustausch über den Brenner rege fortgesetzt: Während unter anderem Rinder vom nördlichen in den südlichen Teil exportiert wurden, floss in umgekehrter Richtung vor allem Wein.

Angeschlagenes Image Text: Paul Salchner Fotos: Florian Schneider

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Bereits in den 1980er-Jahren kamen die klassischen Südtiroler „Vernatsch“, „Kalterer See“ oder „St. Magdalener“ aus der Mode. „Bis Mitte der 1990er-Jahre

hatten Weine aus Südtirol bei uns immer noch einen guten Stellenwert. Doch es zeigte sich schon damals, dass bei unseren Nachbarn südlich des Brenners eine falsche Preis-Leistungs-Politik betrieben wurde. Erschwerend kam für den Südtiroler Wein hinzu, dass sich die österreichische Weinwirtschaft nach dem Weinskandal Mitte der 1980er-Jahre kräftig ins Zeug legte. Man musste reagieren – unter anderem mit einem der strengsten Weingesetze weltweit –, um das beschädigte Ansehen des österreichischen Weins wieder aufzupolieren. Das gelang zunehmend. Einen Aufschwung erlebte dieser auch durch die zahlreichen jungen, fachkundigen Winzer, die da und dort am


Aber auch in Südtirol setzte man zunehmend auf höhere Qualität. Seit Anfang der 1990er-Jahre wurden dort zahlreiche prämierte Spitzenweine hergestellt. Das hat sich schon bald wieder herumgesprochen, allerdings nur wenig in Österreich und Tirol.

Südtiroler Wein puschen In Zukunft soll der Südtiroler Wein in Tirol wieder eine stärkere Rolle spielen, zumindest wenn es nach dem Verein Weinwerbung Tirol geht. Der Verein hat sich generell zum Ziel gesetzt, laufend verschiedene Werbemaßnahmen für die Weinkultur zu setzen. In diesem Jahr ist der Südtiroler Wein an der Reihe. „Dieser hat in Tirol eine lange Tradition. Wir möchten diese wieder aufleben lassen und den Kunden damit gleichzeitig Alternativen zu anderen Weinen bieten. Der österreichische Wein wird in Tirol seit einigen Jahren relativ stark beworben. Was liegt daher näher, als sich verstärkt um den Südtiroler Wein zu ‚kümmern‘. Einerseits aus den historischen Verbindungen dorthin und andererseits auch aufgrund der kurzen Transportwege“, meint Alexander Gottardi. Er ist Obmann des Vereins Weinwerbung Tirol und Weinhändler in Innsbruck. Dass eine solche Maßnahme sinnvoll ist, davon ist auch Dietmar Meraner von der gleichnamigen Innsbrucker Weinkellerei überzeugt: „Wir und einige andere Tiroler Weinhändler haben bereits im Jahr 2006 damit begonnen, den Südtiroler Wein wieder verstärkt zu bewerben. Seit zirka 1980 erlebte er dank Modernisierung im Weinbau und konsequentem Qualitätsdenken einen kontinuierlichen Aufschwung. Damit hat sich einerseits die Qualität zu früher wieder stark gesteigert, andererseits wurde auch für die Kunden die Preis-Leistung der Südtiroler Weine wieder stimmig.“

Werbetour durch Nordtirol Um den Südtiroler Wein hierzulande verstärkt zu bewerben, hat sich die Weinwerbung Tirol einiges einfallen lassen. Frei nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt?“ hat man eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. „Unsere Nachbarn südlich des Brenners bringen Jahr für Jahr eine Fülle von Spitzenweinen hervor. In Zusammenarbeit mit den Südtiroler Weinbauern wollen wir nun heimischen Gastronomen, Sommeliers und interessierten Weinliebhabern die Gelegenheit geben, einige dieser Topweine näher kennen zu lernen. Außerdem soll mit dieser Initiative die Vernetzung zwischen Weinhändlern, Gastronomen und Endverbrauchern

forciert werden“, erklärt Matthias Pöschl, Geschäftsführer des Vereines Weinwerbung Tirol. Bei der Auftaktveranstaltung am 23. Jänner 2012 in den Ursulinensälen in Innsbruck präsentierten 20 Südtiroler Winzer ihre edlen Tropfen und standen den zahlreichen Besuchern mit Fachwissen und nützlichen Tipps zur Verfügung. Bis zum Oktober werden neun weitere Termine in verschiedenen Regionen Nordtirols stattfinden. Nächste Station wird am 27. Februar die Zillertaler Tourismusschule in Zell am Ziller sein.

Gemeinsame Bemühungen Wer über die heute in Südtirol produzierte Qualität Südtiroler Weine Bescheid weiß, wundert sich, dass diese nach wie vor so selten auf Weinkarten vertreten sind und auch das Angebot bei den Weinhändlern eher spärlich ist. Südlich des Brenners hat es diesbezüglich ein Umdenken gegeben und die Südtiroler Winzer wollen mit ihrem Produkt wieder verstärkt nach Nordtirol. In Italien hat ihr Wein schon seit langem einen guten Ruf, vor allem der Weißwein, der in großen Mengen nach Süditalien fl ießt. „Wir suchten einen Partner für unsere Idee, den Südtiroler Wein in Tirol wieder stärker zu forcieren, und haben diesen im Südtiroler Weinkonsortium gefunden. Sie unterstützen uns finanziell, aber auch bei der Suche von Winzern, denen wir mit der Verkostungstour ein Podium bieten, auf dem sie ihre Produkte vorstellen können. Unser gemeinsames Ziel ist es, das leider noch immer hartnäckig in den Köpfen nicht weniger Tiroler Konsumenten verhaftete negative Image des Südtiroler Weins zu widerlegen. Wir wollen ihn wieder verstärkt in den Vordergrund rücken“, erläutert Gottardi.

Klimatische Voraussetzungen Dass in Südtirol hervorragender Wein angebaut werden kann und dort traditionell ein guter Boden ist, davon ist Meraner überzeugt: „Südtirol ist ein geniales Gebiet. Es ist nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt und dementsprechend gut für den Anbau verschiedenster Sorten geeignet.“ Das wusste man schon in früheren Zeiten: In Südtirol stößt man auf über 3.000 Jahre gewachsene Weinkultur. Als die Römer im Jahr 15 vor Christus in das heutige Südtirol eindrangen, staunten sie nicht schlecht. Das heimische Volk der Räter füllte seinen Wein bereits in Holzfässern ab, während man sich am Hofe von Kaiser Augustus noch mit ledernen Schläuchen und Amphoren behalf. Mit der „Via Claudia Augusta“ erlebte der Südtiroler Weinbau einen besonderen Aufschwung. Damals kamen unter anderem veredelte Rebensetzlinge ins Land. Besonders gefördert wurde der Weinbau unter der Habsburgermonarchie. Der Sortenreichtum nahm zu und es zogen Riesling und Burgundersorten in die Weingärten ein.

„Südtiroler Weine sind bei uns seit einigen Jahren wieder trendig.“ Dietmar Meraner

„Mit der Verkostungstour wollen wir auf die hohe Qualität der Südtiroler Weine aufmerksam machen und Alternativen zu anderen Weinen aufzeigen.“ Alexander Gottardi

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Werk waren“, so der Innsbrucker Weinhändler Dietmar Meraner zu den zentralsten Gründen, die Südtiroler Weine in Tirol über längere Zeit fast vollständig von den Weinkarten verschwinden ließen.

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im Gespräch Foto: Stanger

Gault Millau entdeckt Weingut Gratl Das von der aus Tirol stammenden Familie Gratl im Sßdburgenland gefßhrte Weingut freut sich ßber eine weitere Prämierung. Die Weine wurden nun auch von Gault Millau entdeckt, die das Weingut unter die 300 besten Weinbaubetriebe des Landes listet. Das freut auch die nächste Winzergeneration Christoph Gratl jr. und Moritz. www.gratl-wein.at

Next generation Karl Handl und seine Frau Christine geben das â&#x20AC;&#x17E;Familienfeuerâ&#x20AC;&#x153; an ihre SĂśhne weiter. Karl Christian und Markus Handl Ăźbernehmen ein äuĂ&#x;erst erfolgreiches Unternehmen und fĂźhren es nun in vierter Generation weiter. 2012 wird das Familienunternehmen 110 Jahre alt.

Ausgezeichnet Die Autowelt Denzel-Unterberger sahnte gleich drei hohe Auszeichnungen von Land Rover Ă&#x2013;sterreich ab. Verkaufsleiter Michael Schotzko wurde dabei zum dritten Mal in Folge als â&#x20AC;&#x17E;Bester LandRover-Verkäufer Ă&#x2013;sterreichsâ&#x20AC;&#x153; geehrt. Daneben gabâ&#x20AC;&#x2DC;s Auszeichnungen als â&#x20AC;&#x17E;Bester Land-RoverHändlerâ&#x20AC;&#x153; und â&#x20AC;&#x17E;Bester RangeRover-Sport-Händlerâ&#x20AC;&#x153;.

Grund zum Feiern Das Sporthotel Stock in Finkenberg holte sich heuer zum 2. Mal die Wellness-Venus unter den 25 Betrieben der Best Wellness Hotels Austria. Dazu konnten im Vorfeld in vier Kategorien (Mystery-Check, Wellnesskompetenz, Hygiene-Check, Kooperation) Punkte gesammelt werden. Auf den Plätzen 2 und 3 landeten das Wellnesshotel www.bestwellnesshotels.at Krallerhof in Leogang und die Wellness-Residenz Alpenrose in Maurach.

Die Geschäftsfßhrerin der Best Wellness Hotels Austria, Michaela Thaler, ßberreichte Christine, Josef, Barbara und Daniel Stock die WellnessFoto: BWHA/Strobl Venus

Offroad in der Stadt Im Zuge der Olympischen Jugend-Winterspiele dominierte Mitte Jänner ein Parcours von BMW den Innsbrucker Marktplatz. BMW Unterberger-Denzel hatte Kunden und Interessierte dazu eingeladen, das xDrive-Allradsystem mitten im Stadtzentrum kennenzulernen. Dazu wurden Rampen zum Bergan- und -abfahren, 20-Grad-Schräglagen und extreme Wechselbelastungen inszeniert. Unterberger-Denzel-Betriebsleiter Giovanni Di Valentino und Ulrich Peer (Tiroler Versicherung) mit einem BMW-xDrive-Instructor

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V.l.: Harald Ultsch (WK Tirol), LH-Stv. Anton Steixner, Wendelin Juen (Agrarmarketing Tirol) und Walter Wallner (Wedl)

Tiroler Produkte hoch im Kurs Im Jänner präsentierte die Agrarmarketing Tirol ihre Jahresbilanz 2011 â&#x20AC;&#x201C; mit durchwegs positivem Ergebnis. Geprägt war das vergangene Jahr von den Schwerpunkten Almleben und der Kooperation mit dem Lebensmittelhandel, der Gastronomie und dem GastrogroĂ&#x;handel. Der erfreuliche Trend: Der Absatz von Tiroler Produkten Ăźber den Lebensmittelhandel ist weiter im Steigen. Und auch die Ausweitung des Angebotes von heimischen Produkten in Gastronomie und Hotellerie ist gelungen. www.AMTirol.at


Spektakuläre Auswahl an Bilderrahmen aller Stilrichtungen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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im.gespräch Suzuki Sales Star

Tue Gutes und rede darüber

Im Rahmen der Suzuki-Händlertagung in Wien wurde der Autopark als Suzuki Sales Star 2011 ausgezeichnet. Suzuki-Europachef Minoru Amano überreichte die Trophäe persönlich und gratulierte zu 508 verkauften Suzuki und zum neuen Absatzrekord im Jahr 2011. Robert Puttinger (Suzuki-Markenleiter Autopark) mit Geschäftsführer Michael Mayr

V. l.: Gertrud Geisler-Devich (Regionalleiterin Tirol VAGET), Psych. Dipl. Krankenpfleger Raphael Schönborn und Ingeborg Freudenthaler

Soziale Verantwortung

Martin Foradori-Hofstätter (Mitte) und Helmuth Zanotti (re.) vom „Konsortium Südtiroler Wein“ freuten sich mit Dietmar Meraner, Matthias Pöschl und Alexander Gottardi vom VerFoto: WKT ein Weinwerbung Tirol über die gelungene Auftaktveranstaltung

Wein-Werbetour Der Verein Weinwerbung Tirol will gemeinsam mit den Südtiroler Weinbauern die Rebsäfte unserer südlichen Nachbarn hierzulande bekannter machen. Die Auftaktveranstaltung zu einer ganzen Veranstaltungsreihe fand Ende Jänner in Innsbruck statt, nächster Halt ist die Zillertaler Tourismusschule Ende Feber. Ingesamt wird es bis Oktober neun Termine geben.

Das Tiroler Familienunternehmen Freudenthaler hilft schnell und unbürokratisch, wo Not am Mann ist. Kürzlich konnte ein Scheck in Höhe von 10.000 Euro an VAGET übergeben werden, eine Organisation, die wertvolle Arbeit rund um die Begleitung und Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen leistet und sich um deren Angehörige kümmert – eine Thema, das Ingeborg Freudenthaler besonders am Herzen liegt. Darüber hinaus werden auch bereits initiierte Projekte wie der Vinzibus, der heuer wieder Finanzierungsprobleme hat, weiter unterstützt.

Hilfe für Kids in Not Seit langem unterstützt SPAR die Initiative „Rettet das Kind“. Auch bei der Eröffnung des neuen Marktes am Innsbrucker Marktgraben konnte Geschäftsführer Christoph Holzer wieder einen Scheck überreichen. Vizepräsidentin Inge Partl bedankte sich stellvertretend für alle Kids, denen damit geholfen wird. Wenn auch Sie helfen möchten: www.rettet-das-kind-tirol.at

Die Spitzenköche Alexander Junker und Stefan Wallner (Restaurant Welzenbacher im Parkhotel Hall) mit Lisa und Markus Albegger aus Sistrans (GA-Service Werbeagentur)

Food in the city Mitte Dezember eröffnete SPAR seinen neuen Convenience-Store in der Innsbrucker Innenstadt. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich u. a. SPARChef KR Hans M. Reisch (im Bild ganz oben mit Barbara Moser, Marketing SPAR Wörgl) und Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Für Marktleiterin Nicole Schatz gab‘s zudem den symbolischen Schlüssel – überreicht von Mag. Christoph Holzer, Geschäftsführer der SPAR-Zentrale Wörgl. > Mehr dazu auf Seite 124/125

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Harmonie der Gegensätze Beim kürzlich abgehaltenen Gourmet-Kochkurs in der Schuler Aktiv Küche in Thaur schwang dieses Mal das Duo Stefan Wallner und Alexander Junker den Kochlöffel. Zusammen mit den Hobbyköchen wurde hausgebeizter Saibling oder Karpfen im asiatischen Curry-Kokosfond zubereitet. Außerdem wurde die Kunst des Wachtel-Tranchierens erlernt, ehe zum Abschluss ein lauwarmes Schokoküchlein begleitet von einem Zweigelt Eiswein serviert wurde. Infos über die nächsten Kurse finden Sie auf der Homepage unter www.schuler.co.at


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JEDE ROLE X ZEUG T VON GROS SER TECHNISCHER LEISTUNG. DIE YACHT-MASTER II WURDE URSPRÜNGLICH SPE ZIELL FÜR DIE ANFORDER U N G E N V O N S EG E L P R O F I S E N T W I C K E LT. A L S E R S T E K O M P L I K AT I O N D ER W ELT I S T IHR PATENTIER TER PR OG R A MMIER B A R ER COUNTD OW N MIT EINEM MECHANISCHEN SPEICHER AUSGERÜSTET, DER DIE PERFEKTE S Y N C H R O N I S I E R U N G M I T J E D E M R EG AT TA S TA R T E R L AU B T.

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