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Das Team vom BahnhofCenter Innsbruck: v. l. Othmar Spiss, Mag. (FH) Manfred Gredler, Walter Gatscher
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er erste Bahnhof wurde in Innsbruck 1858 errichtet. Die Reisenden wechseln vom Pferdesattel oder dem Kutschenplatz in die Dampflok. Im 19. Jahrhundert ist dieser Bahnhof ein bewundertes Bauwerk, im 20. Jahrhundert bereits marode. Er wird neu gebaut und fällt im Bombenhagel in sich zusammen. Heute ist er nicht wiederzuerkennen – aber wieder stattlich und funktionell. So beschreibt die Jubiläumsausgabe zum 10. Geburtstag des ÖBB BahnhofCenters die Geschichte in kurzen Worten. Überhaupt ist die Broschüre ein gelungenes Werk in Wort und Bild, das den Innsbrucker Hauptbahnhof in zehn Themen gegliedert in seiner Gesamtheit darstellt, verpackt in ein modernes, junges und frisches Layout, das den Hauptbahnhof an sich perfekt widerspiegelt. Sie stellt die Vielfalt der Kulturen in den Mittelpunkt, gibt der Architektur Raum, stellt Menschen, Technik und Fakten vor – kurzum: Sie zeigt, wie bunt, spannend, unterhaltsam, aber auch technisch und organisatorisch anspruchsvoll der Hauptbahnhof von heute ist. Zehn Jahre ist es also her, dass der eins tige Hauptbahnhof dem jetzigen weichen musste. Er wurde abgerissen und mit einem zeitgemäßen BahnhofCenter neu errichtet. Man kann sich kaum noch erinnern, wie er damals ausgesehen hat. Was erhalten geblieben ist, ist das überdimensionale Wandgemälde von Max Weiler, das der 104 Meter langen Halle ihren einzigartigen Charakter gibt. 2004 haben die ÖBB die Gemälde behutsam in den neuen Bahnhof transferiert und ihn damals zum ersten Kunst-Bahnhof Österreichs gemacht. Auch heute noch zieht „der Weiler“ Touristen und Kunstbegeisterte an.
ORT DER BEGEGNUNG
Zum zehnjährigen Jubiläum sprachen wir mit Mag. (FH) Manfred Gredler vom Stations- und Liegenschaftsmanagement der ÖBB über den Bahnhof als emotionalen Ort der Begegnung, aber auch wirtschaftliche Hintergründe. ECO.NOVA: Vom klassischen Bahnhof zur Verkehrsdrehscheibe und Landmark: Was waren die Meilensteine in der Entwicklung des Innsbrucker Hauptbahnhofes? MANFRED GREDLER: Die Grundfunktion eines Bahnhofes ist heute die gleiche wie vor 150 Jahren: Eine Verkehrsdrehscheibe, um Personen und Güter von A nach B zu befördern. Was sich grundlegend ge-
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